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WELCOME SURVIVOR

Wir sind ein seid 2013 – bestehendes Endzeit Forum angelehnt an die Serie AMC's The Walking Dead. Die AMC-Serie dreht sich um eine Gruppe von Menschen, die sich plötzlich in einer postapokalyptischen Welt wiederfinden, die von Zombies übersät ist. Überleben heißt nun das oberste Gebot der Stunde. Alles hat damit angefangen als Rick Grimes aus dem Koma erwachte und sich in einer Welt voller Untoten zurecht finden musste und nach seiner Familie suchte. Ab dann begann ein Leben voller Ereignisse, die einen Menschen ewig prägen würden. Höhen und Tiefen, welche immer wieder eintraten. Die Story von TWD verläuft aktuell bei uns bis zu Negan's Gefangenschaft, ab dann handeln wir frei nach bestimmten Ereignissen und der Endzeitthematik. Aufgeteilt in vier, verschiedenen Kolonien und einzelnen Gruppen bieten wir Abwechslung und Spannung für jeden Seriencharakter und Freecharakter. Auch Charaktere aus den Schwesternserien AMC's Fear The Walking Dead & AMC's The Walking Dead: World Beyond sind bei uns mit angepasster Storyline spielbar. Egal wie du dich entscheidest – Dein Kampf gegen die Untoten und Lebenden erwartet dich hier.

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A CHANGE IS GONNA COME

Der Herbst hat sich angekündigt. Der Monat in dem sich die Blätter färben und die Tage kürzer werden. Mit niedrigeren Temperaturen und langanhaltenden Regenfällen ist zu rechnen. Während es Morgens und Abends starker Nebel auftreten kann.

#41

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 20.12.2019 12:09
von Lyanna Lockhart | 3.764 Beiträge

„Es waren sechs, noch nichts weltbewegendes aber deutlich etwas was sich schnell ändern konnte“ beantwortete Lyanna seine Frage und blickte wieder zur Böschung hinauf. Die Dunkelhaarige konnte sich irren, auch wenn sie dies in solchen Fällen kaum tat. Weshalb sollte sonst eine handvoll ihre Wege kreuzen, warum gerade jetzt? Wenn man davor kaum einen von ihnen zu Gesicht bekommen hatte und selbst das war für Lyanna schon deutlich ungewohnt. Aber um ehrlich zu sein hielt sich die Dunkelhaarige eher von den Wäldern fern und verbrachte ihr Leben in den zerstörten Städten oder sonst wo außen herum, das war auch so vor der Kolonie gewesen. Lyanna war nie die einsame Jägerin gewesen, die sich wie eine Wilde in den Wäldern herum hauste. Untote folgten keinem Muster, so wie Menschen es taten. Man konnte sie fast mit einem Tier vergleichen, auch wenn sie im Vergleich zu Tieren deutlich unterbelichtet waren. Ihr Trieb war einfach nur Hunger, unstillbarer Hunger, ganz egal ob das Essen ein Messer oder eine Pistole in der Hand hatte. Als Wenige eher ungefährlich, als Horde nun deutlich gefährlicher und nicht zu unterschätzen. Lyanna konnte so was bisher nur aus weiter Ferne betrachten, hatte nie mit einer Horde aktiv interagiert und das sollte auch von ihrer Seite aus so bleiben. Doch Elijah's Aussage ließ die Dunkelhaarige noch blasser werden als sie es womöglich schon war. Ihr Blick huschte automatisch zu dem Fluss. Sie sollten hinüber … schwimmen? Es war nicht so das der Fluss groß war, das sie stundenlang brauchen würden um an das andere Ufer zu kommen. Es war auch nicht so das der Fluss eine reisende Strömung mit sich brachte, er wirkte schon fast gar friedlich als könnte man einfach durchschwimmen … wenn man denn schwimmen konnte. Plötzlich erschien ihr eine Horde Untoter zu bekämpfen doch deutlich logischer. Und Lyanna konnte nicht leugnen, das sie so etwas wie Angst verspürte. Nun Lyanna wäre auch eine Närrin, wenn sie dies nicht ab und zu verspürte. Die Dunkelhaarige blickte sich erneut um, auf der Suche nach etwas, was sie nicht dazu zwangen darüber zu schwimmen. Doch der einzige Weg war nun mal wirklich über den Fluss oder die Böschung hinauf. Elijah hatte auch bereits einen Plan, einen sehr guten sogar, das Lyanna wohl in anderen Situationen wo sie keine Angst verspürte sicherlich beeindruckt wäre. Während er seinen Plan erklärte und dann auch noch ein Seil aus seinem Rucksack herauszog war Lyanna wieder still, das sie sich mittlerweile gar nicht wunderte, weshalb Elijah ein Seil mit sich trug. Aber wie sie schon aus vorherigen Situationen bemerkt hatte, waren Kolonien deutlich besser ausgestattet als ein einfacher Nomade. Seine Worte erreichten zwar ihr Ohr und sie hörte ihm auch zu dennoch huschten ihre Augen immer wieder zum Fluss. Erst als Elijah sich umsah, um das Seil an etwas fest zu binden und einen Baum, nahe des Flusses entdeckte setzte sich Lyanna in Bewegung um ihm zu folgen. Er zeigte ihr wie sie den Knoten, den er machte, wieder lösen konnte. Es war nicht schwer, etwas was sich Lyanna durchaus merken konnte. „Okay ...“ bestätigte Lya ihm nur das sie es verstanden hatte und versuchte die deutliche Unsicherheit in ihrer Stimme zu verbergen. Ihr Blick richtete sich wieder zur Böschung hinauf, während Elijah ein paar letzte Vorbereitungen traf und die Sachen in einer Plane verstaute, sowie auch einen Teil seiner Kleidung, so das er nur noch in Hose bekleidet vor ihr stand. Lyanna sollte das selbe tun. Schließlich wusste man nicht ob sie genau so Glück hatten, wie in der vorletzten Nacht mit der Hütte und wie schon erwähnt konnte selbst die kleinste Erkältung schnell zu einem Todesereignis werden. Doch die Dunkelhaarige rührte sich nicht und das fiel auch Elijah auf. Er ging ein paar Schritte auf sie zu, versuchte ihr wohl mit seinen Worten klar zu machen, das alles gut laufen würde. Lyanna wollte ihm glauben. „Was glaubst du ist unangenehmer? Von ein paar Zombies gebissen zu werden oder zu ertrinken?“ fand Lyanna schließlich wieder ihre Stimme und lächelte nur unsicher. Sie hatte es fast schon witzig gemeint, das Problem war, das sie selbst dabei nicht lachen konnte. „Dein Plan ist gut, sogar sehr gut. Es gibt nur einen einzigen Haken dabei.“ murmelte Lyanna. „Nun … na ja … ich kann nicht schwimmen.“ gab die Dunkelhaarige schließlich mehr oder weniger zu. „Und weißt du was das lustige daran ist? Es hat noch nicht mal einen traumatischen Hintergrund, ich kann es einfach nicht.“ Die Dunkelhaarige zuckte mit den Schultern. Wäre das ganze eine andere Situation und hätte sie keine Untoten im Nacken, hätte Lyanna sich einfach einen anderen Weg gesucht, so wie sie es immer getan hatte. Man musste in einer Apokalypse nicht schwimmen können um zu überleben. Zu mindestens kam es selten vor das Gebäude unter Wasser standen. Das Schlurfen und Stöhnen der Beißer wurde langsam lauter, man konnte schon annehmen das nun mehrere dazugestoßen sind und es würde wohl nicht lange dauern, bis einer von ihnen die Böschung hinunterfiel und die beiden entdeckte und somit auch die anderen anlockte. Das lautere Schlurfen entging auch der Dunkelhaarige nicht, die gequält ihre Zähne aufeinander knirschte, als würde sie mit einer Entscheidung ringen. „Ach verdammt ..“ murmelte Lyanna und fing an ihre Schuhe auszuziehen, sowie ihr Oberteil und steckte es in die Plane zu den anderen Sachen. „Wir werden es so tun wie du es gesagt hast.“ sprach die Dunkelhaarige während sie ihre Haare zusammen machte. „Ich halte mich einfach an dem verdammten Seil fest und dann wird schon nichts passieren.“ versuchte Lyanna sich dies auch teils selbst einzureden. Die Dunkelhaarige hätte sich auch durchaus weigern können und womöglich hätte sie das auch getan wenn sie alleine gewesen wäre oder mit sonst wem aber Lyanna war klug genug zu wissen, wenn sie jetzt eine Diskussion oder gar einen Streit mit Elijah anzetteln würde, das sie da nicht rübergehen würde, würde sie ihn letztendlich wegen ihrer Sturheit in Gefahr bringen, etwas was sie ganz gewiss nicht wollte. „Na los … ich komme nach .. versprochen.“ hauchte Lyanna und meinte diese Worte durchaus ehrlich, sie würde keine dunklen Hintergedanken haben, wenn es nur eine minimale Chance zum Überleben gab, dann war Lya die Erste , die diese ergreifen würde. Die Dunkelhaarige wartete bis Elijah auf der anderen Seite war, für jemanden in der Army war das sicher eine einfache Sache, trotzdem spürte Lyanna weiterhin Sorge, denn wenn nun wirklich etwas passieren sollte, wie hätte Lyanna ihm helfen sollen? Eine deutliche Erleichterung konnte man in dem Gesicht der Dunkelhaarigen erkennen als dieser das andere Ufer erreichte. Lyanna löste den Knoten und fädelte das Seil durch die Plane und verknotete dies sicher. Hinter ihr hörte man nur ein dumpfes Geräusch, wie wenn etwas aufschlug und das tat es auch. Was passierte wohl wenn zu viele Untote auf einen Haufen waren? Nun sie drückten sich gegenseitig weg. Lya unterdrückte nur einen Fluch, versuchte sich eher darauf zu konzentrieren das alles glatt lief ehe sie soweit war und sich am übrig gebliebenen Ende des Seils festhielt und zum Wasser lief. So viel zur psychischen Vorbereitung sich seinen Ängsten zu stellen. Die hatte Lyanna dank der Untoten nicht und ehe sie sich versah lief sie auch schon ins Wasser. „Scheiße!“ rief Lyanna nur. „Ich werde nicht ertrinken! Ich werde erfrieren!“ biss die Dunkelhaarige nur auf ihre Lippen als das kalte Wasser ihre Haut berührte. Und dann war da dieses Gefühl was die Dunkelhaarige hasste, das Wasser wurde tiefer und sie verlor den Boden unter den Füßen und der Griff am Seil wurde automatisch fester. Hinter ihr am Ufer hörte man bereits das laute Schlurfen von Beißern, die den Sturz überlebten, sie könnte noch nicht mal mehr zurück. Lyanna versuchte ruhig zu bleiben, doch in ihr tobte Panik. Panik dass das Seil riss, Panik das sie etwas im Wasser packen könnte. Die Dunkelhaarige zog sich am Seil hinüber, versuchte stets ihren Kopf über Wasser zu halten, was nicht immer gelang, umso mehr krallte sie sich in den Boden des anderen Ufers, das sie nach einer gefühlten Ewigkeit endlich erreichte. Lyanna zog sich nur mit deutlicher Kraft heraus und spuckte Wasser. Sie fühlte sich als hätte sie den halben Fluss verschluckt, womöglich hatte sie dies auch. Die Dunkelhaarige blieb nur schwer atmend auf dem Boden sitzen. „Das machen wir … nie wieder.“ murmelte Lyanna und blickte zum anderen Ufer hinüber. Die Beißer hatten die beiden natürlich auf der anderen Seite entdeckt, liefen zum Fluss und … stürzten einfach hinein. Es war wohl Glück das Beißer nicht auch noch schwimmen oder sonst was konnten. Das wäre wohl das wirkliche Aus für die Menschheit.

@Elijah Magoro




THE DEVILS GOT YOU BEAT
You can run on for a long time. Run on for a long time. Run on for a long time. Sooner or later God'll cut you down.Sooner or later God'll cut you down. Go tell that long tongue liar. Go and tell that midnight rider. Tell the rambler, the gambler, the back biter. Tell 'em that God's gonna cut 'em down. Tell 'em that God's gonna cut 'em down. Well my goodness gracious let me tell you the news. My head's been wet with the midnight dew. I've been down on bended knee. Talkin' to the man from Galilee. He spoke to me in the voice so sweet. I thought I heard the shuffle of the angel's feet. He called my name and my heart stood still. Go tell that long tongue liar. Go and tell that midnight rider. Tell the rambler, the gambler, the back biter.Tell 'em that God's gonna cut 'em down. Tell 'em that God's gonna cut 'em down.


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#42

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 22.12.2019 11:02
von Elijah Magoro | 639 Beiträge

Elijah glaubte sein Gesicht zu verlieren. Was meinte sie damit, dass sie nicht schwimmen konnte? Konnte nicht jeder in der Welt schwimmen? Wie konnte es dazu kommen, dass eine erwachsene Frau nicht schwimmen konnte? Das war der erste Moment, in dem Elijah wirklich nicht wusste, wie er reagieren sollte. Diese Tatsache kam so unerwartet, dass er nie im Leben damit gerechnet hätte. Der Fluss war nun wirklich kein Hindernis, selbst ein unerfahrener Schwimmer würde locker hinüberschwimmen können. Es gab quasi keine Strömung, außer die Fluss-Abwärtsströmung, ein Klacks für jeden Schwimmer. Aber wenn sie es wirklich nicht konnte. Dank seiner Perplexität war sein Kopf wie leergefegt, dann stieg ihm das Schlurfen wieder in die Ohren und er blickte besorgt den Hang hinauf. Sie mussten los, es gab keinen anderen Weg als hinüber zu schwimmen. Vielleicht konnte er zuerst rüber schwimmen und dann zurückkommen und sie mit hinüberschwimmen? Er hatte damals bei der Army auch seinen Rettungsschwimmer gemacht, sie war ja nicht groß, es wäre ein Klacks sie hinüber zu ziehen. Aber es würde Zeit dauern, bis er wieder hier wäre. Zum Glück kam sie mit einer anderen Idee und Elijah nickte zustimmend.
„Alles klar. Dann machen wir das so“, antwortete er und lächelte dann bei ihren letzten Worten, „Ich nehme dich beim Wort.“
Er blickte ein letztes Mal zu ihr zurück, dann band er sich das Seil um den Oberkörper und ging ins Wasser. Es war schneidend kalt und er konnte nicht umher, scharf die Luft einzuziehen. Ihm blieb aber keine Wahl als hinüber zu schwimmen. Also stürzte er sich ins Wasser und es dauerte nicht lange, da sah er den Grund und spürte ihn unter seinen Füßen. Er sah das Ufer hinauf und hinab, entdeckte aber keine Gefahr. Er nickte Lyanna auf der anderen Seite zu, band das Seil an einem nahegelegenen Baum fest und sah gespannt hinüber. Er hörte ihren Ausruf, versuchte zu erkennen, was ihn ausgelöst haben könnte, grinste dann aber leicht. Es war vermutlich nur das Wasser. Es nervte ihn, dass er hier drüber war und sie auf der anderen Seite, so konnte er ihr nicht helfen.
Elijah packte das Seil und unterstützte Lyanna darin, den Fluss zu überqueren, indem er sie langsam ans Ufer zog, ebenso wie sie sich mit der kostbaren Fracht am Seil Richtung Ufer zog.
Wasser kam aus ihrem Mund und besorgt ging er zu ihr hinüber, dann aber sprach sie und Elijah grinste.

„Nun, ich hoffe nicht, dass wir das müssen“, meinte der Dunkelhäutige und setzte sich neben sie ans Ufer. Es war beruhigend zu sehen, wie die Beißer ins Wasser fielen und von der leichten Strömung davongetragen wurden. Ein Glück, dass sie nicht schwimmen konnten.
„Aber hat doch gut geklappt“, fuhr er dann fort und grinste, „Wenn es wieder wärmer wird, bringe ich dir gerne das Schwimmen bei. In der Nähe meiner Kolonie ist ein kleiner See, da lässt sich das wunderbar lernen.“
Er legte die Arme auf den Knien ab. Ihm fiel in diesem Moment garnicht auf, dass er damit unterstellte, dass sie im Sommer noch bei ihm sein würde. Wer wusste das schon? Sie hatten ihr Gespräch ja nicht weiterführen können.
Elijah blickte in den Himmel, die Sonne brach etwas durch die sonst so dicke Wolkenschicht und anhand ihres Standes schätzte er, dass es so knapp vier sein musste. Sie würde bald untergehen, sie sollten schauen, dass sie einen Unterschlupf für die Nacht fanden. Die Herde auf der anderen Seite des Flusses wurde gewaltiger, aber nicht alle interessierten sich für sie, die meisten folgten einfach ihrem unausgesprochenen Ziel: Per Zufall jemanden finden und verschlingen. Was die Horden antrieb wusste Elijah nicht, aber es musste einen Grund geben.
Elijah stand wieder auf und reichte ihr die Hand, half ihr auf. Sie zitterte, völlig normal, er zitterte auch nach dem eiskalten Wasser. Vorsichtig zog er die Plante weiter vom Wasser weg und öffnete sie, im inneren war alles trocken geblieben. Was für ein Glück!
Sofort zog er Lyannas Kleidung heraus, reichte sie ihr, damit sie sich anziehen konnte. Auch er schlüpfte schnell in seine trockene Kleidung, spürte sofort die Wärme langsam zurückkehren. Klar, seine Hose war noch komplett nass, aber immerhin trockene Füße und einen trockenen Oberkörper konnte er bewahren. Ordentlich rollte er das Seil zusammen und verstaute es in seinem Rucksack, dann ging er mit seinem Trinkschlauch hinab zu Ufer und füllte ihn wieder auf. Lyanna brauchte vermutlich erstmal nichts zum Trinken.
„Wir müssen weiter. Wenn ich mich recht Entsinne, müssten wir bald auf eine Straße kommen. Die Brücke über den Fluss ist weiter nördlich, vermutlich ist die Horde darüber gekommen. Wenn wir Glück haben finden wir an der Straße vielleicht etwas, in dem wir die Nacht verbringen können“, erklärte er sich und zog sich den Rucksack wieder auf die Schultern. Er wartete, bis Lyanna soweit war und lächelte sie an, dann marschierten sie weiter.

Natürlich hätten sie das Gespräch von vorher weiterführen können, Elijah dachte viel darüber nach. Sie wusste es selbst nicht, war ihre Antwort gewesen. Sie wusste selbst nicht, was sie hier wollte, was dieses ganze Hin und Her zwischen ihnen bedeutete. Sie war nicht das, was auch immer sie für ihn war und er war nicht ihre Antwort auf sonst etwas. Sollten sie sich wirklich einfach nur per Zufall getroffen haben, ohne tieferen Sinn, einfach eine Laune des Schicksals, die zwei Menschen zusammenführte. Und sie mehr als eine große Scheiße durchleben lassen ließ? Warum dann mussten es zwei einsame, Nähe bedürftige Menschen sein, die sich auch noch so gut verstanden und eigentlich wie füreinander geschaffen waren? Elijah war ehrlich, hätte er Lyanna in der normalen Welt getroffen und festgestellt, dass er sich so gut mit ihr verstand, er hätte sie nicht mehr aufgegeben. Vermutlich hätte er nicht sofort mit ihr geschlafen, eher kleinere Schritte, mal ein Kaffee hier, ein Abendessen dort. Aber letzten Endes hätte er schon versucht, es darauf hinauslaufen zu lassen. Er dachte zurück an seine letzte und eigentlich einzige wirkliche Beziehung, die er bisher geführt hatte. Mit zwanzig, er war nur zwei oder drei Monate mit ihr liiert gewesen, da sie es nicht ausgehalten hatte, ihn in den Irak gehen zu lassen. Außerdem schien sie lieber die Gesellschaft anderer Kerle bevorzugt zu haben, während er noch keine Woche weg war. Es hatte wehgetan, als seine kleine Schwester Jennica ihm davon erzählt hatte. Aber überrascht hatte es ihn nicht. Seitdem und während der letzten zehn Jahre in der Apokalypse hatte er ab und an die Gesellschaft einer Dame genossen, aber nie so richtig. Er steckte sein Vertrauen nicht so schnell in Menschen, daher könnte man ihn wohl eher als schweigsamen Menschen bezeichnen. Außerdem schämte er sich noch immer für seine Taten vor der Apokalypse. So oder so verwirrte es ihn, dass er Lyanna gerade drei Tage kannte und sich bei ihr so wohl fühlte, wie bei wenigen anderen Menschen. Vielleicht lag es auch daran, dass er schon lange keine so intensive Zeit mehr mit einer Frau erlebt hatte. Wenn man sich nur ab und an sah, war das anders, als, wenn man nun schon mehrere Abenteuer miteinander erlebt hatte. Da stellte sich eine andere Bindung zwischen zwei Menschen ein, als wenn man sich üb ern Hof ab und an zulächelt.
Und genau diese Gedanken würde er wohl nie aussprechen. Er blickte zurück zu ihr, sah ihren Blick durch den Wald gleiten, dann sah sie ihn an und schnell blickte er weg. Es war, als könnte sie in sein innerstes Blicken, sein sonst so gefährlicher Blick verschwand bei ihr häufiger, als bei anderen.

„Da! ich sehe die Straße“, sagte er dann etwas lauter, als sie grade eine Böschung hinaufliefen, seit dem Fluss waren sie wohl schon etwas unterwegs gewesen. Es wurde langsam dunkler, aber es machte sich Erleichterung in Elijah breit. Einer Straße konnte man gut folgen, denn eine Straße führte zu einer weiteren. Und daran konnte man sich orientieren!
Er beschleunigte etwas, dann brach er durch das Gebüsch und es war so, als könnte er endlich wieder etwas freier Atmen. Er atmete tief durch, blickte dann auf seine Karte, dann die Straße hinauf.
„Hier lang. Es ist nicht mehr weit, dann müsste laut der Karte eine Tankstelle kommen. Vielleicht können wir die heute noch erreichen“, sagte er und drehte sich zu Lyanna um, die gerade aus dem Gebüsch kam, „Dort könnten wir die Nacht überbleiben. Dann kannst du auch endlich mal deinen Schlaf nachholen, heute Nacht halte ich wache.“
Er sah sie an, in seinen Augen jetzt wieder der kühle, gefährliche Blick. Wenn es ums Überleben ging, war dieser Blick immer in seinen Augen. Es ging jetzt nur darum, die Nacht an einem sicheren Ort verbringen zu können, denn hier ein Feuer schüren wäre erstens zu auffällig und zweitens würde es nicht genug wärme bringen. Seine Hose war klamm, es würde noch etwas dauern, bis sie wirklich trocken war. Sie brauchten einen trockenen Unterschlupf, etwas anderes blieb ihnen nicht übrig.

@Lyanna Lockhart





zuletzt bearbeitet 22.12.2019 11:06 | nach oben springen

#43

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 29.02.2020 16:15
von Curt Davies | 111 Beiträge

First Steps Throu The Apokalypse


Irgendwo. Irgendwann. Irgend... Ein Geräusch ließ ihn im Schreiben innehalten und den Kopf heben. Leicht neigte er diesen und lauschte in die untere Etage, aber das verdächtige Knarren ertönte kein weiteres Mal. Zumindest vorerst nicht. Dennoch betätigte der Mann mit den blonden Haaren den Druckknopf des Kugelschreibers und klappte das zerfledderte Notizbuch zu, um es zu den restlichen fünf Stiften in einem großen, ledernen Rucksack zu verstauen. Alles was er dato besaß, waren Geschenke oder wurde von Menschen genommen, die es nicht mehr benötigten und über die dunkelbraunen Lederstiefel freute er sich noch immer am meisten, gerade diese begleiteten ihn seit seines Erwachens in diesem zerbombten Gebäude vor über drei Jahren. Seit dem Vorfall litt er immer wieder und je nach Wetterlage unter Migräne, Tage, an denen man ihn lieber nicht stören sollte und Tage, an denen er immer wieder zum Einzelgänger wurde, wie jetzt. An den letzten Vorfall vor zwei Wochen wollte er nicht mehr denken, nicht jetzt und auch nicht morgen, denn es war ... unnötig gewesen. Was war nur los mit ihm?
DA! Wieder dieses Geräusch! Nun wanderte seine rechte Hand wie von selbst zu einer Axt, die ihm samt leicht geschwungenen Stiel - wenn er sie neben sich auf den Boden stellte - bis zum Oberschenkel reichte und somit auch einen gehörigen Stahlkopf besaß. Vorgestern traf er in diese marode Jagdhütte ein, eingeschlagene Scheiben, aus den Angeln herausgerissene Türen. Hier wurde einst gewütet und dies war gewiss nicht das Werk von Untoten gewesen, denn dafür lagen die fast zur Vollständigkeit verwesten Leichen im Erdgeschoss zu ordentlich nebeneinander.
Rabbit - so nannte er sich, seit er diese Notiz in seiner Hosentasche fand - nistete sich also im oberen Bereich dieser hölzernen Ruine ein, wo genau ein Zugang hinauf führte und diesen konnte er nachts mit einer Falltüre verschließen. Nun aber war dieses marode Brett geöffnet, hinter welchem er auf einer Kiste saß und sich langsam mit der Axt in der Hand aufrichtete. Vorsichtig setzte er ein Fuß vor den nächsten, so dass er in den toten Winkel kam, wenn nun doch jemand 'Denkendes' die schmale Treppe empor stieg und er somit den Vorteil im Angriff besaß. Weiterhin horchte er durch die Öffnung und nun konnte er deutlich ein gezieltes Durchwühlen der Schränke vernehmen. Die Neugier trieb den Eindringling gewiss nach oben, denn er täte es nicht anders und sah sich vorgestern in der selben Lage, nur erwartete ihn niemand im Rücken...

@Lizzie Samuels // Kein Roman, aber genügt hoffentlich als Einstieg. :)







zuletzt bearbeitet 12.03.2020 00:16 | nach oben springen

#44

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 29.02.2020 17:47
von Lizzie Samuels | 40 Beiträge

Lizzie hatte mal wieder einen Auftrag zusammen mit zwei anderen ehemaligen Whisperern sollte sie ein paar Beißer zu einer Kolonie von Bikern führen. Keine Horde, sondern immer mal wieder eine kleine Menge, sodass die Motorradfahrer zu tun hatten und die Mitglieder des Zoos ganz entspannt und in Ruhe die Kolonie beobachten konnte. Wie viele Männer nach draußen gingen, um die Untoten zu töten, wie viele drinnen bleiben und anderen Beschäftigungen nachgingen. Wie viele Männer, Frauen und Kinder sie beherbergten. Wie groß das Gebiet der Biker war und vieles mehr. Dieser Auftrag sollte mehrere Wochen in Anspruch nehmen, sodass die Blondine anderthalb bis zwei Monate keinen Auftritt in der Bar von @Alistair Blackwood hatte und somit keine kleinen Geschenke von ihm bekam. Zu Beginn dachte sie, dass der Mann einfach nur nett war oder gar auf sie stand und ihr deswegen diese Gaben regelmäßig überbrachte. Allerdings hatte die verwirrte Frau nach einiger Zeit bemerkt, dass dies wohl einfach nur dazu diente, damit sie regelmäßiger bei ihm vorbeikam und nicht ständig vergaß, dass sie an dem Abend einen Auftritt hatte. Denn dies war eines ihres Talente. Sie vergaß des Öfteren die Zeit und auch was sie eigentlich hatte tun wollen und sollen. Obwohl sie die Musik liebte und sich ein Leben ohne diese nicht mehr vorstellen konnte, kam es bei jedem zweiten oder dritten Auftritt vor, dass Alice sie irgendwo aufgabeln musste und zu Kneipe brachte, wo ihre Bandmitglieder auf sie warteten. Wenn also der Brite ihr regelmäßig etwas schenkte, kam natürlich Lizzie in der Hoffnung auf ein weiteres Präsent, in die Kneipe, wodurch man sie an ihre Vorstellung erinnern konnte oder einfach dabehielt, damit sie nicht wieder im Zoo herumlief und sich verirrte. Denn neben ihrem Talent zum Verplanen der Zeit, hatte sie auch die Gabe einfach sich hoffnungslos in den verschiedensten Gegenden zu verirren. Selbst wenn sie dort schon etliche Mal gewesen war, so bog sie dann doch am Ende genau in die entgegengesetzte Richtung zu ihrem eigentlichen Ziel ab. Aus diesem Grund war Alice das ein oder andere Mal auch sportlich unterwegs und durchkämmte die Kolonie um sie zu ihrem Auftritt zu bringen, wenn sie sich auf dem Weg zur Bar verirrt oder die Zeit mal wieder vergessen hatte.
Das Talent der Verirrung schlug auch bei dieser Mission zu. Verhältnismäßig früh – eine knappe Woche nach dem Verlassen des Zoos - verlief sie sich als die drei Whisperer einen Wald und Lizzie kurz hinter ein paar Büschen verschwand, um sich zu erleichtern. Die zwei anderen gingen einfach weiter, da sie davon ausgingen, dass sie schon wieder zu ihnen aufschloss. Sie wussten wohl nicht, dass Lizzie schon oft verschollen gegangen war, wodurch sie nicht warteten, damit Lizzie nicht in die falsche Richtung lief. Was sie auch tat. Alle Bäume sahen gleich aus. Gefühlt jeder Busch stand gleich weit entfernt von einem Baum und ihr und auch andere Pflanzen boten ihr keinen Orientierungspunkt. Da ihre enge Lederhose nicht leicht hochzuziehen war, hatte sie circa fünf Minuten samt der Erleichterung gebraucht, wo ihre Kollegen schon längt über alle Berge waren. Da sie noch keine Untoten eingesammelt hatten, konnte sie auch keinen Ächzen und Stöhnen folgen, wodurch es für sie hieß: Einfach der Nase lang. Was dazu führte, dass sie nun einen Tag lang den Anschluss zu ihren Leuten verloren und die Nacht auf einem Baum verbracht hatte. Ihr Ziel war inzwischen nicht mehr die Männer im Wald zu finden, sondern entweder die Kolonie der Biker auf eigene Faust zu erreichen oder zurück zum Zoo zukehren, wo sie eventuell ein neue Aufgabe bekam oder zusammen mit einem Menschen mit besseren Orientierungssinn nachkam. Dazu musste sie allerdings erst einmal aus dem Wald heraus, was sich schwieriger als gedacht herausstellte, wenn man häufig einfach im Kreis lief.
Die Abendsonne erhellte den Wald und die Samuels lief zielstrebig gerade aus. Wie immer sah alles gleich aus, doch ausnahmsweise war sie mal in einer neuen Gegend des Waldes angekommen. Aus der Ferne hörte sie etwas herumjammern, was sie schnell als die Stimme eines Untoten heraushörte. Durch ihre Vorliebe für diese Infizierten, lief sie natürlich genau in diese Richtung, leise eines ihrer Lieder summend und kam schlussendlich bei dem Beißer an. Der Tote war zum größten Teil mit einem Baum, dessen Geäst und anderen Pflanzen verschmolzen, wodurch er sich nicht von der Stelle bewegen konnte.
„Hey, du! Weißt du wie ich aus dem Wald herauskomme?“, fragte sie diesen, legte den Kopf schief und wippte mit den Füßen auf und ab, sodass ihre Haare mitschwangen und wie lebendig aussahen. Anstatt zu antworten, streckte der Untote seinen nicht eingewachsenen Arm in ihre Richtung und grunzet sie an.
„Ja, ich weiß, dass dir langweilig in dieser Gegend ist, aber ich muss echt dringend meine Leute finden. Sonst krieg ich für diese Mission kein Gehalt und ohne das Geld kann ich mir nicht die geile Lederjacke kaufe. Wenn diese noch bis dahin für mich zurück gelegt wurde.“, sprach die Blondine weiter auf ihren stummen Gesprächspartner ein: „Aber ich verspreche dir, auf dem Rückweg, werde ich dich aus deiner Lage befreien, sodass du irgendwann deine Erlösung findest!“
Für Lizzie war dieses Versprechen sehr wichtig, dass sie den Untoten ohne Hilfe wahrscheinlich nie wieder finden würde, daran dachte sie nicht. Eher hoffte sie, dass der ehemalige Mensch durch ihre Hilfe durch die Welt stromern konnte und es irgendwie schaffte wieder ein Mensch zu werden. Denn in ihrem verzerrten Weltbild war dies irgendwie möglich, auch wenn dies noch niemand geschafft hatte.
Nachdem sie mit dem Sprechen aufgehört hatte, ruderte der Arm des Walkers durch die Gegend und verfing sich in dem naheliegenden Busch, wodurch es schien, als würde er in eine Richtung deuten.
„Danke, dir!“, lächelte Lizzie ihn breit an und kramte noch etwas Trockenfleisch aus ihrem Rucksack, welches sie ihm vorsichtig hinhielt und damit fütterte. Anschließend machte sie sich auf in die ihr angezeigte Richtung. Nach einer Stunde, wo sie wahrscheinlich nicht mehr in die Richtung, die sie laufen wollte, lief, sah sie eine kleine Hütte. Wohl eine alte Jagdhütte, die ihre besten Tage schon längst hinter sich hatte. Zumindest war die Tür aus den Angeln gerissen und sämtliche Fenster waren eingeschlagen worden.
Da die Sonne in den nächsten Stunden untergehen würde, sah Lizzie dies als perfekte Unterkunft für die Nacht. Zusätzlich konnte sie die Schränke durchsuchen, ob sie etwas nützliches fand. Entweder etwas, was ihr Überleben in den kommenden Tagen erleichterte oder Ressourcen, die sie im Zoo eintauschen konnte, damit sie nicht mit leeren Händen zurückkam, vorausgesetzt sie fand nicht die Biker, sondern eher zurück zum Zoo. Auf dem Weg zu der Hütte hatte sie gesummt, doch kurz zuvor hatte sie damit aufgehört, damit sie eventuelle Überlebende nicht sofort auf sich aufmerksam machte. Auch wenn sie nicht davon ausging, dass sich jemand in der heruntergekommenen Hütte befand. Erst Recht nicht ging sie davon aus, als sie die Toten sah. Bis zur Unkenntlichkeit verwest, wodurch man nicht mal mehr sagen konnte, ob sie sich verwandelt hatten und dann getötet wurden oder ob es Menschen waren.
„Es tut mir Leid!“, flüsterte Lizzie leise zu ihnen, dann stieg sie über die Leichen rüber, um zu einem Hängeschrank zu gelangen, in der Hoffnung etwas Dosenfutter zu finden, wodurch sie ihre Essensvorräte nicht für diese Nacht anbrechen musste. Stattdessen fand sie jedoch ein Geschirrtuch und Ofenhandschuhe. Beides steckte sie in ihren Rucksack ganz nach unten. Im Zoo ließ sich sowas schnell verkaufen, da dies nützliche Gegenstände waren. Ansonsten fand sie in dem einen Hängeschrank über dem Herd nichts brauch- oder essbares. Also wandte sie sich um, um zu den nächsten Schrank rechts neben ihr zu gelangen, dadurch bemerkte sie zum ersten Mal die Treppe, die etwas im Schatten stand. Zuvor hatten die Leichen sie auch mehr abgelenkt als dass sie sich das Zimmer genauer angesehen hatte. Das erste was sie sah, war für sie immer am interessantesten.
Nun war auch der Schrank, der wohl wahrscheinlich ein Vorratsschrank war, vergessen und das neugierige Mädchen ging hinüber zu der Treppe.
„Wie cool, wie in alten Horrorfilmen!“, kommentierte sie den ersten Blick in das dunklere Obergeschoss. Oft passierte an solchen Orten nichts gutes und die blonden Frauen mussten als erstes dran glauben.
„Hmm!“, brummte sie über ihren Gedankengang und zuckte mit den Schultern. Wenn es so sein sollte, dann sollte es so sein. Auch wenn sie nicht dachte, dass da oben ihr etwas schlimmes passieren würde. Sie glaubte tatsächlich an Geister und anderen übernatürlichen Kram, doch am eigenen Leib hatte sie nur die Wiederauferstehung der Toten mitbekommen.
„Hey there little girl, come inside I've got some sweet things, put your hair in curls, paint you up just like a drag queen“, sang sie dabei leise vor sich hin, da sie diese Stelle von einem ihrer Lieder ganz passend fand. Dabei ging sie nicht einmal davon aus, dass sie einen stillen Zuhörer hatte, der dort oben anstatt mit Süßigkeiten mit einer Axt auf sie wartete. Kurz musste sie ihr Lied unterbrechen, da sie bei einer Stufe der Treppe gestolpert war. Nachdem sie sich gefangen hatte und nicht auf halben Weg gestürzt war, sang sie weiter und steckt schlussendlich ihren Kopf durch die Falltür. Immer noch nichtsahnend, dass direkt in ihrem Rücken ein Mann auf ihre Ankunft wartetet.

@Rabbit


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#45

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 05.03.2020 22:38
von Curt Davies | 111 Beiträge

Rabbit, du bist ein Kompass! Wo hast du das nur gelernt? Eine Frage, die er bis vor ungefähr zwei Wochen sehr oft gehört und stets geheimnisvoll darüber gelacht hatte. Denn ebenso oft wurde ihm gesagt, dass er ein riesen Geheimnis um seine Person machte. Nun, er mimte dann stets den humorvollen Mann, aber innerlich hegte er zerrüttete und ungenaue Erinnerungen, die dem Fragenden wohl nicht so sehr gefallen hätten. Manche Erinnerungen kamen völlig unvorhergesehen, wie ein Schlag gegen den Kopf, in denen er völlig fremde Menschen sah und ihn zum einen mit gebührendem Abstand ansahen, andere wiederum ihn empfingen wie einen guten Freund. Er musste irgendwann einmal in einer Wäscherei gearbeitet haben, denn selbst jetzt konnte er diesen Geruch nach Seife riechen, als stände er neben diesen riesigen Behälter mit randvoll gefüllter Wäsche oder die erhitzte Leinen, wenn sie durch eine Mangel gedreht wurden. Doch was geschah mit dieser Wäscherei? War das das Gebäude in welchem er sich vorfand, völlig zerstört und zerbombt?
Irgendetwas schlummerte in ihm, er konnte es fühlen, aber nicht benennen und genau dieses Etwas bescherte ihm schon so manche Erkenntnis aus der Vergangenheit, in die er sich immer wieder zurück gesetzt fühlte, wenn er wieder einmal aus einer Kolonie vertrieben wurde oder sogar Hals über Kopf fliehen musste. Die Ranch von vor zwei Wochen war einfach perfekt gewesen. Nun gut, er hatte nur kaltes Wasser, aber wenigstens konnte er duschen und einen Herd, wenn auch nur mit Holz zu befeuern. Die Familie wohnte bereits seit dem Ausbruch dieser Seuche dort - selbst diese Information musste er sich wieder mühsam zusammen sammeln - und nahm ihn bereitwillig auf. Besonders mit Mike, dem älteren der drei Söhne, konnte er sich fast den ganzen Tag vertreiben, ohne dass sie sich auf den Nerv gingen und sie standen sich schnell nahe wie gute Freunde. Rabbit lehrte ihm sogenannte Marker in der Natur setzen, also auffällige Bäume, Bäche oder anderen Hinweise so zu merken, dass sie den Weg nach Hause wiesen. Dass Rabbit all dies einst von seinem Vater lernte, weil sie oft auf Jagd waren, wusste er nicht, denn erlernte Fähigkeiten sprachen ein anderes Hirnareal an, als Erinnerungen und so konnte der Blonde unerklärliche Dinge, die er selbst nicht vermutet hätte. Mit Mike plünderte er leerstehende Häuser, Autos, Fabriken, alles was sie mit den Pferden in einem weiten Umkreis erreichen konnten und kehrten an dem ein oder anderen Tag reicher zurück, als zuvor. Das Reiten musste ihm seine Gastgeberin beibringen, aber er lernte schnell und hatte einen guten Umgang mit Tieren, selbst mit den Hühnern.
Leider hielt diese Idylle zwar lange an, aber endete jedoch jäh und das alles war nur seine Schuld, das wusste er. Wie jedes Mal im Übrigen... Er konnte sich selbst nicht er klären, warum es stets an denen Tagen eskalierte, wenn er diese alles vernichtenden Kopfschmerzen hatte, die ihm fast den letzten Nerv raubten und eine erschreckende Aggression entfachten. Er wusste nicht, ob der mittlere Sohn auf der Ranch noch lebte, atmete oder bereits als Untoter seine neuen Wege beschritt.
Nun befand sich Rabbit aber hier, mitten in der Wildnis, zumindest in einer Jagdhütte und das ließ ihn doch etwas hoffen, dass er wenigstens die Nächte mit einem Dach über den Kopf gut verbrachte. Morgen früh wollte er eigentlich weiter nach Süden gehen, auch weil von dort neulich der Wind einen Geruch entgegen brachte, der nur einer Siedlung angehören konnte. Er hatte es sich angewöhnt, gerade dann für zwei bis drei Tage an einem einigermaßen sicheren Unterschlupf zu verweilen, sich die Gegend anzusehen oder potenzielle Anwohner zu beobachten, aber nichts änderte sich an seiner Einsamkeit, bis auf jetzt...
Kopfschüttelnd lauschte er dem leisen Singsang jener Fremden - diese Stimme gehörte de facto einer Frau - und während das leise Knarren der Stufen von einem langsam erscheinenden Blondschopf gekürt wurde, hätte er unter anderen Umständen sicherlich hämisch gelacht, wenn er sie beim Stolpern beobachtete. In dieser Situation aber nicht, denn er lauerte und wartete auf den richtigen Moment ... die perfekte Höhe, um... Mit dem flachen, oberen Ende der Axt stieß er nun über die geöffnete Luke zwischen ihre Schulterblätter und zwar mit soviel Schmackes, dass sie gar nicht anders konnte, als nach vorn zu fallen. Ganz gleich, ob sie sich abfing oder abrollte, er war allein von seiner Position aus schneller, packte einen dicken Strang ihrer langen Haare und schleifte sie einige Schritte tiefer in den Raum, wo er ihr zur Feier des Tages das Knie in den Rücken drückte, womit er sie besser fixieren konnte. Nur ein flüchtiger Blick zurück zur offenen Luke, um sich zu vergewissern, dass nicht doch jemand empor stieg, den er nicht gehört hatte, aber niemand war zu sehen. Stattdessen wandte er sich nun an die junge Frau, so viel konnte er dank ihres Seitenprofils erkennen und flüsterte, aber so laut, dass sie es gut hören konnte.
"Ich sage es nur einmal: Versuch erst gar nicht, mich mit billigen Tricks ausknocken zu wollen, also lass deine Hände dort, wo ich sie sehen kann." Um seiner Drohung noch den nötigen Schliff zu verleihen, zog er ihren Kopf mit einem kurzen Ruck an den Haaren etwas in den Nacken.
"Wer bist du und woher kommst du?" Prinzipiell war jeder Mensch, der durch die Prärie strich, ein potentieller Feind und dieses Geschöpf hier unter ihm wäre nicht die Erste, die ihm vielleicht ans Leder wollte. Er hatte zu Beginn - nach seinem Erwachen vor ungefähr drei Jahren - wirklich viele Leichtsinnsfehler gemacht und unglaublich daraus gelernt, wem er überhaupt vertraute. Am besten niemandem. Dazu gehörte übrigens auch er selbst... Die Rancher hätten ihm nicht vertrauen dürfen...

@Lizzie Samuels Ähem... sorry...







zuletzt bearbeitet 05.03.2020 22:39 | nach oben springen

#46

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 11.03.2020 23:11
von Lizzie Samuels | 40 Beiträge

Gerade noch sang die Blondie fröhlich vor sich hin und dachte auch noch scherzhaft, dass in einem Horrorfilm die Blondine wohl als erste starb, wenn sie alleine auf den Dachboden einer verlassenen Hütte im Wald ging, dann wurde durch einen heftigen Stoß in ihrem Rücken die Luft aus den Lungen gepresst, sodass sie keinen Atem mehr zum singen fand. Zumal man bei einem möglichen Kampf normalerweise nicht sang. Lizzie tat dies zwar hin und wieder trotzdem, wenn sie gerade in Musik- und Kampflaune war, passte es schließlich auch gut zusammen. So jedoch dachte sie sich jedoch nur, dass sie es sich zuvor hätte sparen können sich abzufangen, denn nun lag sie sowieso auf der Treppe. Der einzige Unterschied war, dass sie zuvor gestolpert war und so auf der Treppe oder gar am Boden gelandet wäre und nun geschlagen wurde, sodass sie zu Boden befördert wurde.
Mit dem einen Knie schlug sie gegen die Kante der Treppe mit den Händen versuchte sie noch ihren Sturz abzufangen. Zu ihrem Leidwesen war ihr Rucksack noch vorne bei dem Regal, wo sie das Geschirrtuch und die Ofenhandschuhe in diesen gestopft hatte. Denn hätte sie den Rucksack auf dem Rücken gehabt, so wäre sie zwar weiterhin gestürzt, allerdings würde die Stelle zwischen ihren Schulterblättern nicht so schmerzen, wie sie es jetzt gerade tat.
Bevor sie einen weiteren Gedanken fassen oder gar sich wieder aufrappeln konnte, griff ihr jemand in die Haare und zog sie in den oberen Stock. Ziemlich unsanft, sodass sie ihr Knie ein weiteres Mal anschlug, welches nun auch brannte. Wahrscheinlich hatte sie es sich nun am Holz aufgerissen. Mit den Händen stemmte sie sich gegen den Boden, sodass sie nicht am Ende vollkommen auf diesen gepresst wurde und nicht am Ende komplett hilflos war. Schließlich reichte ein weiterer Stoß aus und sie würde vollkommen auf dem Boden liegen, wenn sie sich nicht mit den Händen abstützen würde. Dafür nahm sie auch in Kauf, dass der Angreifer ihr wohl einige Haare bei dieser Aktion ausriss.
Gerade als sie nicht mehr von dem Mann, zumindest sah die Statur der Person, die sie herumschleifte, stark nach einem Kerl aus, an den Haaren durch die Gegend gezogen wurde und schon zur Gegenwehr ansetzen wollte, spürte sie schon sein Knie im Rücken. Musste der auch an alles denken und nicht so ein Idiot sein, die ihr sonst so über den Weg liefen, die sie leicht mit ihren Nahkampftechniken außer Gefecht setzen konnte. Zumindest hatte sie in der Firma ein gutes Training erhalten, wodurch sie im ein-Mann-Kampf sich zu wehren wusste. Wurde sie jedoch überrumpelt, wie gerade eben, sah es schon deutlich schlechter aus.
Kurz hatte sie eine Pause und es war nach der kurzen Aktion beängstigend ruhig in dem Raum. Sie ruckte mit dem Kopf hin und her, doch der Griff in ihre Haare war fest und durch das Knie im Rücken würde sie auch sich schwer befreien können. Einzig und allein ihr Knie bewegte sie etwas, sodass ihr Gewicht nicht auf die offene Stelle drückte. Ihre Position war schon ungemütlich genug, da musste nicht noch zusätzlich ihr Knie schmerzhaft pochen.
Dann wurde schon die Stille von der Stimme des Mannes durchbrochen und nun konnte Lizzie sich auch sicher sein, dass dies ein Mann war. Die erste Drohung sprach er aus und bevor Lizzie nicken konnte, zog er noch einmal unsanft ihr an den Haare, weswegen sie stattdessen verbal antwortete: „Aye, Sir! Keine krummen Dinge.“
Nach ihrer Antwort hob sie ihre Hände auch nach oben, sodass er diese im Blick hatte. Dadurch dass der Mann in ihrem Rücken stand, konnte sie nicht einschätzen, ob er eine Waffe in der Hand hatte oder nicht. Denn was sie am Rücken getroffen hatte, konnte sie nicht erahnen. Es könnte ein abgebrochenen Stuhlbein gewesen sein. Ein Messerknauf oder eine Pistole. Also spielte sie die brave Blondine, die sich dem Kerl beugte. Würde er sein Knie von ihrem Rücken nehmen, würde ihr Kopf sofort nach hinten schnellen und ihm eine Kopfnuss in die Eier verpassen. Denn dadurch dass sie kniete war sie auf der perfekten Höhe für so eine Aktion. Und da bekanntlich dies eine schmerzhafte Stelle bei den Männern war, hätte sie anschließend eine gute Möglichkeit die Oberhand zu gewinnen.
Nach der Drohung ging er dann auch gleich zum Smalltalk über und wollte ihren Namen wissen und woher sie kam.
„Also ich bin Lizzie Samuels. Ich komme aus North Carolina aus Durham. Aber da war ich schon etliche Jahre nicht mehr. Aktuell wohne ich in DC.“, erzählte sie einfach drauf los. Sie mochte es zu reden, also plapperte sie einfach vor sich hin. Gerade blieb ihr auch nichts anderes übrig als ein Gespräch mit dem Mann zu führen: „In einem Zoo, aber da sind keine abgefahrenen Tiere mehr! Wie ist dein Name und woher kommst du? Und kannst du bitte dein Knie etwas höher oder tiefer tun. Du presst es genau auf die Stelle, wo du mich gerade geschlagen hast und das tut verdammt weh!“
Sie war zwar nicht in der Position Forderungen zu stellen, doch sie kam nicht aus ihrer Haut raus und war selbst in einer Situation wieder dieser etwas frech und sehr gedankenlos bei dem was sie sagte. Nun konnte sie nur noch hoffen, dass der Mann ihrer Bitte nachkam und diese nicht als heimtückischen Plan ansah, ihn doch angreifen zu können.
„Wenn du wegen den Geschirrtuch und den Ofenhandschuhen mich angegriffen hast, kann ich die dir gerne wieder zurückgeben!“, meinte sie dann zum Schluss noch, denn wer wusste schon, ob der Mann nicht wie sie einen Knacks weg hatte und nur deswegen sie so hinterlistig geschlagen und dann durch den Raum gezogen hatte.

@Rabbit

// es hat mit dem verschieben geklappt ^^ Wir sind nun hier ^^ Ich freu mich schon auf die Bildchen :D :D :D


1 Mitglied lacht sich schlapp
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#47

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 24.03.2020 23:12
von Curt Davies | 111 Beiträge

Waren es die wechselnden Umstände, die einen Menschen veränderten oder die daraus resultierende Art zu Denken? Diese Frage stellte sich Rabbit oft und umso mehr er darüber nachdachte, desto schwieriger erschien ihm die Antwort darauf. Er konnte sich nicht an sein vorheriges Leben erinnern, zumindest nicht, wenn er es wollte, aber manchmal gab es dieses bekannte Gefühl und eine Weise sich zu verhalten, die für ihn gewohnt schien. Mittlerweile beherbergte er eine kleine Sammlung an Flashbacks, die ihm in all den Jahren wieder in den Sinn kamen und jede davon notierte er akribisch in sein kleines Notizbuch, zwar nicht alle, aber die wichtigen, wie Gesichter von Menschen, deren Namen ihm wieder einfielen oder Orte. Zu einigen hatte er noch keinen richtigen Bezug, sondern kannte die Person, aber nicht die Beziehung zu dieser, da fehlte ihm manchmal der letzte Schliff. Ihm huschte oft ein junger Mann durch den Kopf mit dem Namen Art (Info @Arthur Winchester ), aber in welcher Verbindung er zu ihm stand war wie weggefegt oder dieser andere ohne Namen, ebenfalls ein Mann, etwas älter als er selbst und stets dieses charismatische Lächeln auf den Lippen (Info @Negan Winchester ). An diesen musste Rabbit sogar ziemlich oft denken und fühlte sich diesem sehr vertraut, eine Wärme, die man unter guten Freunden kannte.
Sein Gedächtnis musste wohl einst einen verdammt harten Schlag verarbeiten und vielleicht verließ ihn diese Amnesie nie wieder restlos, aber zu seiner Verteidigung gab es nun einmal auch niemanden, der ihm auf die Sprünge half. An manches konnte er sich sofort erinnern, wie die Apokalypse und dass er einer Gruppe angehört hatte, die so etwas wie Familie war. Dennoch gab ihm die Notiz, welcher er in seiner Hosentasche fand - nun vorne in seinem Notizbuch steckte - noch immer zu denken auf. Jemand hatte ihm zum Mord anstacheln wollen. Wurde er unvorsichtig? Im Gegenteil jetzigen Zeitpunkt gab er sich alles andere als das und zog jedes Register auf Nummer sicher, was auch eine ziemlich unwirtliche Ruppigkeit mit sich brachte, ebenso einer Frau gegenüber.
Diese Fremde wollte er zwar einen deftigen Stoß geben, aber dieser war nun womöglich ein Ticken zu derbe und dennoch musste er zufrieden feststellen, dass er damit sein Ziel erreichte: Sie stürzte und nun konnte er das zweite As auf den Tisch legen indem er sie zudem mit einem überwältigenden Griff weitestgehend außer Gefecht setzte.
"Klug von dir. Wenigstens zeigst du in dieser Hinsicht Einsicht und scheinst nicht immer so unvorsichtig zu sein wie gerade eben." Vollends kaufte er ihr diese Unterwürfigkeit zwar nicht ab, aber fürs erste reichte ihm ihre Kooperation und dass sie sich an seine Vorgaben hielt. Könnte auch weniger bequem ablaufen. Hatte er alles schon dann und wann gehabt...
"Lizzie ... so so..." Weiter ihren Worten lauschend, hob er für einen Moment seine Augenbrauen, dann legte er sachte die Klinge der Axt an ihren Nacken, während er ihr erklärte "Lizzie, ich werde mein Knie aus deinem Rücken nehmen, aber wenn du auf dumme Gedanken kommst, dann bist du einen Kopf kürzer," dann drückte er ihr den kühlen Stahl gegen den Hinterkopf und positionierte sich leicht seitlich neben ihr, aber immer noch hinter der Schulter, so als wollte er jeden Moment einen Holzscheit zerteilen.
"Ich scheiß auf dein Geschirrtuch und die Ofenhandschuhe." Gut, das war ein äußerst deutliches Statement, aber für ihn waren ganz andere Dinge mehr von Belang, nämlich den erwähnten Zoo. Zwar eine sehr seltsame Wahl der Unterkunft und zudem besorgniserregend, wo die Tiere abgeblieben waren, aber eine größere Siedlung ... was gäbe er darum? Sich wieder zu integrieren, einer richtigen Gemeinschaft anzugehören, eine Aufgabe zu erfüllen und ohne dass er viel tun musste, kam ihm eine Erinnerung, in welcher er in ein tiefes, erdenes Loch sah, in welchem ein Toter lag. Rabbit blinzelte und schüttelte knapp den Kopf, dann legte er diesen wie so oft leicht schräg, um das Seitenprofil der recht jungen Blonden zu betrachten.
"Ich möchte dir nicht noch einmal weh tun, werde es aber, wenn du versuchst mich zu verarschen und dir diesen Zoo grade ausdenkst." Erneut zog er seine Augenbrauen hoch und dann brachte sein rechter Mundwinkel ein einseitiges Lächeln zustande, ehe er weiter sprach. "Ich bin nämlich rein zufällig auf der Suche nach einem neuen Zuhause und nun noch einmal: Gibt es diesen Zoo tatsächlich und wenn ja wo?" Das mit dem Vertrauen war so eine Sache und er wusste, dass er vorsichtig sein musste, denn wer weiß, wie die Kleine vor ihm so tickte. Natürlich konnte sie ihm die Wahrheit erzählen, ihn zu diesem berüchtigten Zoo begleiten und was dann? Er hatte nicht im Mindesten eine Ahnung, was ihn dort erwartete und nun gut, das war ein Risiko, doch das war es in dieser Zeit überall... Also, was hatte er groß zu verlieren, außer sein Leben?

@Lizzie Samuels







zuletzt bearbeitet 24.03.2020 23:13 | nach oben springen

#48

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 29.03.2020 20:43
von Lizzie Samuels | 40 Beiträge

Nachdem Lizzie von der Treppe in das Obergeschoss der heruntergekommenen Hütte gezogen wurde, schneller als es ihr lieb und jemals aus eigener Kraft möglich gewesen wäre, befand sie sich kniend vor dem Mann, der sie in diese missliche Lage gebracht hatte. Ihr Knie und der Punkt zwischen ihren Schulterblättern taten weh, während sie ihre Hände in die Luft streckte, damit der Rüpel sah, dass sie keine Waffe in den Händen hatte und somit keine Dummheiten anstellen konnte. Dann schon verkündete der Mann in ihrem Rücken auch schon, dass eben diese Geste eine kluge Entscheidung von ihr gewesen war und das sie wohl doch nicht so unvorsichtig war, wie gerade eben. Kurz bevor ihr über die Lippen kam, dass er sich da irrte und sie meist immer unvorsichtig war, biss sie sich auf die Lippen, denn diese Aussage würde ihr absolut nichts einbringen. Denn Lizzie war zwar sehr impulsiv, sagte oft unbedacht gerade das was ihr durch den Kopf ging und tat einfach was sie wollte, doch dumm war sie trotzdem nicht. Sie wusste, wann es besser war zu schweigen oder sich wie es auch der Fall war, einfach mal zu ergeben. Denn aus ihrer aktuellen Lage konnte sie sich nicht herauskämpfen. Dazu war der Mann einfach zu stark und hatte sie eindeutig in der Hand.
Doch für seine Taten würde sie sich definitiv noch irgendwie revanchieren, denn so ließ sie nicht mit sich umspringen. Zumal es an ihren Ego kratze, dass sie absolut nichts tun konnte außer zu reden, um aus dieser Situation zu kommen. Da war das ganze Training in der Firma komplett umsonst gewesen und die Skrupellosigkeit durch die Zeit der Whisperer brachte ihr da auch nichts. Ihr Plan mit einer netten Kopfnuss in seine Kronjuwelen verfestigte sich dabei in ihrem Kopf und ein kleines vorfreudiges Lächeln zierte ihr Gesicht. Zu ihrem Glück konnte der Mann dies im Moment nicht sehen, da er immer noch in ihrem Rücken stand.
Nachdem sie dann ein bisschen nach seiner Aufforderung über sich erzählt hatte und schlussendlich ihrer Forderung, sein Knie aus ihrem Rücken zu nehmen, nach kam, wollte sie schon nach hinten rucken mit dem Kopf. Doch bevor sie dies tun konnte spürte sie schon etwas metallenes an ihren Hinterkopf und bekam im Augenwinkel mit, wie er sich nun leicht seitlich neben sie stellte. So als wäre sie ein Holzscheit, was er jedem Moment in zwei teilen wollte. Nur das der Holzscheit in diesem Fall ihr Kopf war. Frustriert atmete sie laut aus. Weshalb musste der Mann so vorsichtig vorgehen. Anders als viele andere Menschen, die ihr über den Weg gelaufen waren.
Als er sie dann fast schon anfuhr, dass er auf ihr Geschirrtuch und die Ofenhandschuhe schiss, zog sie eine Schmolllippe. Da wollte sie nur freundlich sein und er kackte sie dann so an. Wer wusste denn schon, was den Leuten in der heutigen Zeit plötzlich so wichtig war und weshalb sie einen angriffen. Sie hatte ja nur die beiden Sachen entwendet, also schien es ihr logisch, dass wenn es einen materiellen Grund hatte, er wegen den Sachen sie so behandelte.
„Wenn du mir nicht wehtun willst, dann kannst du einfach die Waffe wegnehmen und wir unterhalten uns wie normale, zivilisierte Menschen. Und nicht wie ein Grobian und eine unterwürfige Frau, die vor dem Kerl auf den Knien rumrutschen muss. Was im Übrigen langsam echt ungemütlich wird.“, gab sie auf seine Worte zurück, reckte erst einmal entschlossen das Kinn hoch und drehte leicht den Kopf in seine Richtung, um ihn auch endlich mal mustern und gleichzeitig provokant anfunkeln zu können. Der Mann hatte blonde Haare, die ihm bis knapp über die Schulter fielen, dazu einen dunklen Drei-Tage-Bart und Augen in einem etwas dunkleren blau als ihre blickten sie an.
„Meine Leute sagen zwar ich hätte viel Fantasy, doch ich glaube nicht, dass ich mir einfach eine Kolonie ausdenken könnte. Sowas hat ja richtig viele Details und man muss sich verschiedene Menschen erfinden, die dort sind!“, grübelte sie anschließend, da der fremde Mann zu ihr meinte, dass sie hoffentlich nicht sich die Kolonie ausgedacht hat. Kurz grübelte sie weiter, ob sie einfach aus dem Stehgreif sich eine Kolonie in einem Zoo ausdenken konnte, dann beschloss sie: „Nein! Mir ist gerade nichts eingefallen, wie man einfach so eine Kolonie in einem Zoo aufbauen könnte und dort zu leben.“
Während ihrer Überlegung hatte sie verträumt an dem Mann vorbei in die Ferne gestarrt und wie er leicht den Kopf schief gelegt, bis sie wieder gesprochen hatte. Nun schaute sie ihn mit festen Blick an.
„Wenn ich nicht mehr vor dir Knien muss und keine Waffe auf mich zeigt, dann erzähl ich dir gerne mehr und führe dich da hin! Aber ich sag dir nicht, wo er ist, sonst kannst du mich einfach töten und ohne mich dahin gehen. “, bot sie ihm an und in ihrem Kopf wusste sie nun, was sie mit dem Mann anfangen konnte. Er hatte sie bis jetzt nicht wirklich nett behandelt, aber sie würde ihm bei seiner Suche nach einem neuen Zuhause behilflich sein. Schließlich konnte sie ihn einfach zum Zoo führen und am Eingang als Arbeiter verkaufen. Kräftig genug war er ja gebaut, um ordentlich anpacken zu können. Ein Dach über den Kopf, eine Arbeit und viele Menschen um ihn herum hätte er ebenfalls, also konnte er sich nicht beschweren. Sie gab ihm das was er wollte, nur auf ihre Art und Weise und konnte ihm so auch noch eins auswischen, dass er sie geschlagen und vor ihm hatte knien lassen. Sie kniete wenn überhaupt vor @Scorpion und dieser Mann hatte es verdient, dass man sich ihm unterwarf. Zumal sie ihren Anführer auch deutlich besser kannte und leiden konnte.
Dabei fiel ihr ein: „Wer bist du eigentlich? Wie ist dein Name?“

@Rabbit


1 Mitglied kümmert sich drum!
1 Mitglied trinkt darauf einen
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#49

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 17.04.2020 00:38
von Curt Davies | 111 Beiträge

Das Töten hatte ihm noch nie Spaß gemacht. Weder jetzt noch ... ja, noch damals? Wann und wo war damals? Verflucht sollte sein Filmriss sein, die alles verschlingende Amnesie und war sie es vermutlich, die ihn so wütend machte? Die Vergesslichkeit? Lenkte sich seine Wut auf die Frau vor ihm, weil ER es ist, der sich immer wieder etwas ausdenken musste? Weil ER ein Lügner war? Eigentlich wusste er wenigstens, dass er schon vor diesen ganzen Gedächtnislücken ein Betrüger war, der verheiratete Frauen um einiges an Geld erleichtert hatte, denn das war ihm seltsamerweise recht schnell eingefallen und um ehrlich zu sein, schämte er sich keineswegs dafür. Irgendwie gab es einen radikalen Cut zwischen dem Leben ohne Untote und ein völlig anderes mitten im Überlebenskampf, so als hätte er die Dimensionen gewechselt und befand sich noch immer in der selben Welt, nur in verschiedenen Sphären. Strange things happen...
Natürlich misstraute er der blondhaarigen Frau und das änderte sich gewiss auch eine ganze Weile nicht, da war es nur gut, dass er ihre Gedanken nicht kannte mit dem Revanchieren und so weiter und so fort. Ganz gleich was sie tat, Rabbit war verdammt nachtragend. Was seine Vorsicht anbelangte: Die schien irgendwie ein angeborenes Talent zu sein, denn ganz gleich wo er sich in seinem Leben bisher befunden hatte, er musste stets umsichtig vorgehen. Auch wenn er sich dato noch nicht daran erinnerte, aber als Kind begann er früh, sich um sich selbst zu kümmern, weil seine Mutter lieber das Geld für für ihren Methkonsum ausgab, anstatt anständiges Essen dafür zu kaufen oder Kleidung. Vielleicht lernte er gerade in dieser Zeit, was es bedeutete, seine Vorteile aus Situationen zu ziehen, die anderen eher schadeten, nämlich Diebstahl. So wurde wohl der Meilenstein eines Betrügers gelegt, der es verstand, gute Miene zum bösen Spiel zu machen.
"Zivilisiert? Ist nicht dein Ernst? Seit wann ist diese Welt noch zivilisiert?" Aber da er nach wie vor ein Gentleman war und unter all seinem Misstrauen noch ein Funken Gutmütigkeit zu finden war, lockerte er tatsächlich die Klinge der Axt. Ganz gleich was es auch war, vielleicht der Klang ihrer Stimme oder gar seine eigene Resignation, er entfernte sich schlussendlich einen halben Schritt, so dass sich ihre Blicke trafen.
"Lizzie, ganz allein im Wald. Komm ja nicht auf die Idee mir erzählen zu wollen, dass du die Großmutter besuchen willst, denn genauso unglaubwürdig hört sich deine Geschichte mit dem Zoo an. Aber gut, ich will mir nichts nachsagen lassen ... zum Beispiel, dass ich mich unzivilisiert benehme." Auch er konnte durchaus fantasievoll denken und oftmals behielt er sogar recht, denn sein Bauchgefühl drängte ihn in eine gewisse Richtung, wie auch in diesem Fall. Er hatte das Empfinden, dass sie die Wahrheit sprach, auch wenn er sie für recht vertrauensselig hielt, außer es waren mehr aus ihrer Sippe dort draußen und gerade deshalb gab sie sich so sicher. Rabbit verlor vor einiger Zeit das Vertrauen in die Menschen, denn er sah, wozu sie im Stande waren, wozu ER selbst im Stande war und wusste, woher das Ammenmärchen von angeblichen Monstern stammte. Abgesehen von den schlurfenden, waren es die Menschen, welche das größte Monstrum von allen waren, denn sie besaßen Vernunft ... angeblich.
"Das Wort einer Frau." Ein leises Seufzen, dann einen weiteren Schritt zurück, woraufhin noch einer folgte, bis er rückwärts laufend neben einem der schmalen Fenstern zum stehen kam, um dort hinaus zu spähen. Niemand war zu erkennen. Das war zwar nicht der Grund, warum er die Axt nun mit einer Hand hielt, was fast schon etwas lockeres an sich hatte, aber er dachte sich, wenn dort draußen tatsächlich mehr waren, was für Chancen blieben dann groß für ihn übrig? Womöglich wagte die junge Frau sich noch nicht zu bewegen, deswegen löste er nun diese angespannte Situation auf, was nicht bedeutete, dass er ihr nicht zutraute, ihm eine Klinge in den den Rücken zu treiben.
"Steh auf. Dort neben dir ist eine alte Kiste, auf die du dich setzen kannst und hey! Behalte deine Hände dort, wo ich sie sehen kann." Mit seiner Anweisung ignorierte er zwar erst einmal ihre Frage, aber lange ließ er sie nicht im Dunkeln tappen.
"Nenn' mich einfach Rabbit." Sein Kinn zeigte flüchtig auf das Fenster, dann sah er sie wieder recht abschätzend an. "Warum solltest du mich mit zu diesem Zoo nehmen, hm? Plötzlich löse ich soviel Vertrauen in dir aus, nachdem ich dich über den Boden schleifte, dass du mich in deinen oder euren Unterschlupf einlädst?" Sein 'Vater' beugte sich mit dem Bierglas ihm entgegen und stieß mit ihm an. "Denk dran, Sohn, pass immer auf, dass die Ehemänner nicht zuhause sind, sonst kommst du einen Kopf kürzer zurück." Irritiert blinzelte er, als ihm diese Sequenz aus seinem früheren Leben in den Sinn kam und zog seine Augenbrauen zusammen. Nun denn ... entweder er kalkulierte nun recht spendabel oder - nun ja - verlor sein Leben.

@Lizzie Samuels







zuletzt bearbeitet 17.04.2020 00:44 | nach oben springen

#50

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 12.05.2020 17:03
von Lizzie Samuels | 40 Beiträge

Nachdem Lizzie dem fremden Mann in einem eher grimmigeren Tonfall vorgeschlagen hatte, dass sie sich auch zivilisiert unterhalten konnten und nicht wenn eine Person vor der anderen wie bei ihrer Hinrichtung kniete, konterte er auch schon, dass nichts mehr in der Welt zivilisiert sei.
„Na und? Kannst ja dann als gutes Vorbild vorangehen!“, kam es sofort mit funkelnden Augen von ihr zurückgeschossen. Soll er sich doch nicht so haben. Nur weil alle normal waren, wurde Lizzie schließlich auch nicht normal. Man musste ja nicht mit allen mitziehen, sondern konnte seinen eigenen Weg gehen.
Doch ehe sie sich versah, spürte sie nicht mehr die Waffe in ihrem Nacken und fühlte sich augenblicklich etwas freier. Mit einem ehrlichen Lächeln sah sie ihn an und nickte ihm zu ehe sie sich kurz streckte und ihre verkrampften Muskeln in ihrer weiterhin knienden Position lockerte. Er hatte zwar entschlossen die Waffe wegzunehmen, was jedoch nicht hieß, dass sie sich von ihrem Platz bewegen durfte. Dies kannte sie einerseits aus der Firma, wo man nach dem Essen immer noch nicht aufstehen durfte, erst wenn ihr Anführer das Essen für beendet erklärt hatte, hatte sie sich bewegen dürfen. Oder bei den Whisperern, wo eine nette Geste noch lange nicht hieß, dass die Person einen mochte. Wenn sie bei der Kolonie mal Essen geschenkt bekommen hatte, so wurde meist die Tage danach eine Gegenleistung erwartet. Aus diesem Grund bleib sie auch bei dem Fremden erst einmal an Ort und Stelle bis er ihr etwas anderes sagte.
Nachdem er sich einen halben Schritt entfernt hatte und Lizzie gerade dabei war ihre Arme auszuschütteln, da diese schon leicht komisch kribbelten durch das hochhalten, machte der Blonde eine Anspielung auf Rotkäppchen, um ihr zu verdeutlichen, wie sehr er ihren Worten über den Zoo Glauben schenkte.
Leicht naiv gab sie zurück: „Naja, meine Großmutter ist tot! Also sie könnte ich hier gar nicht besuchen. Und meine Schwester wohnt woanders. Zumindest meinte das meine beste Freundin.“ – sie machte eine Pause und wurde dann ungewohnt leise und hatte auch einen leicht traurigen Blick – „… aber ich glaube eh nicht, dass Mika mich sehen wollen würde….“
Zwar kannte sie den Mann nicht, allerdings musste sie einfach an ihre Schwester denken und plapperte deswegen einfach frei heraus. Diese war die einzige Verwandte, die sie noch hatte. Doch nachdem sie versucht hatte umzubringen, woraufhin Carol sie erschießen wollte, wusste die Blondine, dass sie bei diesen Menschen wohl eher nicht mehr willkommen war. Zumindest nahm sie das an. Denn es war einige Zeit vergangen und man würde ihr eventuell eine zweite Chance geben.
Dass die Rockerin nicht erzählen sollte, weshalb ihre Schwester sie nicht sehen wollen würde, das wusste sie. Sie hatte es gerade geschafft, dass der Mann die Waffe entfernt hatte, da sollte sie nicht ein Misstrauen wieder erschaffen, welches die vorherige Situation heraufbeschwören sollte.
Anschließend sagte er nochetwas, seufzte und ging rückwärts zu einem schmalen Fenster, wo er stehen blieb. Erst nachdem er hinausspähte, sie jedoch auch nicht aus den Augen ließ, kam ihr der Gedanke, dass er vermutete, dass Menschen in der Nähe waren, die zu ihr gehörten. Dies kommentierte besser einfach nicht. Sie hatte ihre Leute beim Pinkeln verloren und die Whisperer hatten nicht einmal die wenigen Minuten auf die Blonde gewartet. Diese Fakten würden auf ihre Kolonie kein gutes Licht werfen und somit womöglich einen Interessenten wie den Mann ihr gegenüber wohl nicht verschrecken. Denn im Zoo ging es ziemlich rau zu. Man musste sich beweisen könnten und wahre Freundschaft fand man dort eher selten. Meist nutzte eine andere Person einen nur aus oder umgekehrt. Jeder war auf seinen Vorteil bedacht. Was jedoch auch nicht hieß, dass man nicht ein freundschaftliches Verhältnis zu anderen führen konnte. Doch man sollte immer damit rechnen, dass man ein Messer im Rücken haben könnte, wenn es zum Vorteil der anderen Person wäre. Nur @Olivia Luna Winter konnte sie zu ihren wahren Freunden zählen, da sie die junge Frau schon gute sechs Jahre kannte. Sie war auch nicht das liebe Mädchen von nebenan, doch sehr loyal ihrer Familie und ihren Freunden gegenüber.
Nach seinem vorsichtigen Spähen aus dem Fenster bot er ihr schlussendlich dann doch einen Platz auf einer Kiste an. Jedoch gleichzeitig mit der Ermahnung, dass sie ihre Hände dort lassen sollte, wo er sie sehen konnte. Erleichtert stand Lizzie auch sofort auf und streckte sich im Stehen gleich mal weiter. Ihr Knie brannte dabei leicht und sie spürte wie die Stelle warm war und etwas Flüssiges versuchte in der engen Lederhose ihr Bein hinabzulaufen. Ihr Knie hatte wohl nicht nur eine leichte Abschürfung, sondern war wohl doch tiefer als angenommen. Ein leichter Schmerz, den sie gut wegstecken konnte. Nach dem Training in der Firma und der harten Behandlung bei den Whisperern war dies ein Klacks.
Erst nachdem sich ihre Muskeln nicht mehr so steif anfühlten stapfte sie auf die Holzkiste zu – sie versuchte nicht zu humpeln oder sonstige Anzeichen zu geben, dass sie wohl leicht verletzt war – und setzte sich auf diese drauf. Gemütlich lehnte sie sich an die Wand und verschränkte die Arme vor der Brust. Gleichzeitig kam ihr der Gedanke, dass er zu ihr gesagt hatte, dass er immer ihre Hände sehen wollte. Doch wenn ihm verschränkte Hände nicht passen sollten, dann musste er dies ihr wohl dann sagen, zuvor würde sie nichts machen.
Nachdem er sich ihr dann vorgestellt hatte, schlich sich ein breites, amüsiertes Lächeln auf ihr Gesicht. Rabbit!
„Hast du etwa so viel gepoppt wie die Karnickel oder weshalb hast du den Namen bekommen?“, fragte sie ihn auch sogleich und egal wie respektlos die Frage war, sie brannte ihr so sehr auf der Zunge, dass sie einfach sich nicht zurückhalten konnte: „Mich nennt man auch Panda!“
Während sie ihren Spitznamen nannte, löste sie ihre verschränkten Arme und deutete auf ihre schwarz geschminkten Augen, um in auf den Ursprung ihres Namens hinzuweisen.
Dann wurde sie wieder ernst, als er sie auf den Zoo ansprach. Ein leichtes Schmunzeln verschwand jedoch nicht von ihren Lippen.
„Naja, du scheinst kein Idiot sein, sonst hättest du mich nicht so gut in den Griff bekommen, wie so einige Männer vor dir, die mich angegriffen haben. Zudem bist du stark. Also auf jeden Fall eine Bereicherung für meine Kolonie. Den Boss würde ein Mann wie dich sicher nicht einfach wieder wegschicken wollen.“, erklärte sie ihm und gab ihm einfach eins zu eins das wieder, weshalb sie vorhin in ihren Rachegedanken für einen guten Sklaven abgestempelt hatte. Nur dass sie ihm nicht verriet, was sie eigentlich mit ihm vorhatte.
„Und vertrauen tue ich dir ja nicht. Wenn du mich noch einmal so behandelst, auf dem Weg dahin oder in der Kolonie, dann würdet du dir wünschen, das nicht getan zu haben!“, funkelte sie ihn schlussendlich auch nochmal warnend an. Nur weil er sie einmal wehrlos erlebt hatte, so hieß das nicht, dass sie dies nicht war oder am Ende nicht dann doch ein paar Fans von ihren Kneipenkonzerten mit ihm abrechnen wollten.
„Hast du eine Lampe oder anderes für Licht da? Die Sonne geht bald unter?“, fragte dann Lizzie ihn, so als hätte sie Rabbit nicht wenige Sekunden zuvor gedroht. Mit dem Kinn nickte sie zu dem Fenster, wo er immer noch stand und wies auf den leicht orangenen Himmel hin.
„Etwas zu Essen im Magen wäre auch nicht verkehrt und wenn du dich bei mir entschuldigst und nett ‚bitte, bitte‘ sagst, dann kriegst du was vom Schnaps ab, wenn du willst!“, schlug sie ihm vor. Wenn sie zusammen zum Zoo gehen wollten, sollten sie langsam eine Basis aufbauen, sodass sie wenigstens auf dem Weg sich so minimal vertrauten, damit sie sich am Ende nicht vor Schreck noch abknallten oder sonstiges in der Art. Zwar hatte die Blondine keine guten Sachen mit ihm vor, doch eine Weile wären sie trotzdem zusammen unterwegs, also musste sie sich auch mit ihm so lange arrangieren, denn ihn als Gefangenen zu nehmen würde sicherlich niemals klappen.

@Rabbit


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#51

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 27.05.2020 01:45
von Curt Davies | 111 Beiträge

Rabbit war niemand, der verlangte, dass man zu ihm aufschaute oder darauf bedacht war mit gutem Gewissen voran zu gehen, denn dafür sah er sich selbst in einem viel zu schlechten Licht. Doch er konnte auch gegen seine Prinzipien verstoßen, da wurde er nicht sonderlich zimperlich und wenn ihn eine Dame freundlich fragte, warum sollte er ihr dieser Bitte nicht nachkommen? Also entfernte er die Axt und verließ sich auf seinen Instinkt, wie so oft...
"Ich gehe für niemanden voran und wenn du dich ungerecht behandelt fühlst, dann ist das dein Problem, nicht meins. Schließlich bist du hier ... in mein Refugium vorgedrungen, nicht umgekehrt, also beschwer dich nicht und sei froh, dass du noch lebst." Er ist weder wütend, noch fühlt er sich von der Blonden angegriffen, sondern legt nur seine Sicht der aktuellen Lage dar und entfernte sich einen Schritt von ihr, auch um sie besser im Auge zu behalten. Seine Entscheidung ihr mehr Freiheit zu geben, schien ihr durchaus bewusst zu sein, denn sie lockerte ihre Gelenke, was ihn die Stirn runzeln ließ. War sie nun diejenige, die ihm sehr schnell Vertrauen schenkte? Vielleicht war er tatsächlich etwas zu streng gewesen. Er musste vorsichtiger werden, auch mit diesem ständigen sich selbst hinterfragen, das war ungesund...
"Komm schon, erspar mir deine Familienhistorie und erzähl mir keinen Scheiß, der mich nicht interessiert oder siehst du mich den Tisch decken, um ein Kaffeekränzchen mit dir zu halten? Steh auf." Da war es, sein Alter Ego, das aus mürrischen Antworten und Direktheit bestand, wenn es darum ging, dass ihm andere etwas erzählten, das gefühlsbetonter war. Obwohl er nun immer weiter gen Fenster ging und die Augen hinaus richtete, so war er mit den Ohren bei seiner neuen Bekanntschaft und hörte jede ihrer Bewegung, die sie tätigte. Auch wenn sie nun tat wie ihr geheißen, bedeutete das nicht, dass sie nicht irgendetwas im Schilde führte oder gar nur auf eine passende Gelegenheit wartete, um Alarm zu schlagen, damit eine handvoll Leute dieses Versteck stürmten und dann standen seine Chancen alles andere als gut. Wenigstens kam sie seiner Aufforderung nach und setzte sich auf die Kiste, wohl bedacht, die Hände sichtbar zu halten, wenn auch verschränkt. Sie erinnerte ihn an jemanden, aber es war vielmehr ein Gefühl, kein konkretes erkennen eines Gesichts und aus diesem Grund war er sich sicher, dass es aus seiner Vergangenheit stammte. Hatte er einst eine jüngere Schwester?
Bei dem Vergleich mit den Karnickeln musste er nun doch erheitert auflachen, aber diese positive Gestik hielt nicht lange an, denn sogleich wurde seine Mimik wieder ernster und in der Stimme schwang ein bedrohlicher Unterton mit.
"Panda... Wenn ich also angeblich wild durch die Gegend fickte aufgrund meines Namen, dann müsstest du breit und stark sein. Bist du aber nicht. Ich hoffe, die Schlichtheit deiner Assoziationen hält sich gegenüber anderen Dingen in Grenzen." Rabbit konnte so garstig sein, wie charmant und mit beidem jonglierte er nach Lust und Laune, eher wenn er sich beleidigt fühlte. "Und dein Boss - lass mich raten - trägt auch einen Tiernamen?" Die Frage sollte vielmehr auf Sarkasmus gründen und dabei ahnte er nicht, wie nahe er der Wahrheit kam. Erneut verzogen sich seine Lippen bei ihren nächsten Worten zu einem Lächeln, obwohl er selten einen Grund dafür hatte, schoben sich seine Mundwinkel nur allzu oft in diese Position und erreichte damit natürlich auch die ein oder andere Provokation, ob nun willentlich, als auch versehentlich.
"Ich wäre eine Bereicherung? Wunderbar. Schön. Ein Traum wird wahr, da fühl' ich mich gleich schon besser und geborgen." Einen Moment zog er seine Augenbrauen nachdenklich zusammen, denn er war sich nicht sicher, ob er bereit dazu war, sich wieder jemanden zu unterwerfen, nach Regeln tanzen, die vielleicht nicht seinem Takt entsprachen, weil er einen ganz anderen Rhythmus bevorzugte. Natürlich konnte er auch weiterhin als Nomade durch die Gegend ziehen, die Wahl lag bei ihm. Die Frage, ob er in einer Gemeinschaft sicherer war, konnte er nicht beantworten, denn ein Konflikt entstand recht schnell und das Gericht war dann oft der Anführer auf dessen Gedeih und Verderb er sich zuvor unterwarf. Dieser eine dunkelhaarige Mann, an den er sich oft erinnerte, stand ihm sehr nah und er konnte sich nicht daran entsinnen, ob jener für ihn eine höhere Instanz bildete. Er wusste nur, dass die Notiz, welche er in seiner Hosentasche fand, eine Verbindung zu eben diesem Mann darstellte, denn das Gesicht tauchte umgehend vor seinem inneren Auge auf und das ungute Gefühl von schlechtem Gewissen.
"Vertrauen ist etwas zu überschwänglich formuliert, denn das brauche ich von dir nicht, ebenso wenig wie du das meine. Und nein, ein Licht habe ich nicht, ist Luxus geworden, diese kleinen länglichen Dinger namens Batterien. Wir sind in der Dunkelheit schlecht zu sehen und das ist auch gut so! Die Untoten bewegen sich stets zum Licht und genau das brauchen wir nicht. Der Mond ist heute hell genug!" Was auch tatsächlich stimmte, denn der Himmel war klar und als wollte das Universum selbst noch die Theatralik mit ins Spiel bringen, schien heute der nächtliche Begleiter im vollen Gewand. Erst die nächsten Worte brachte Rabbit nun dazu, sich wieder seiner spontanen Begleiterin zuzuwenden und beinahe traute er seinem Hörvermögen nicht, aber dann blinzelte er ernüchternd.
"Seit wann bitte ich um etwas, das ich nicht wünsche?" Mit der Schulter stieß er sich vom Fensterrahmen ab und schritt selbstbewusst auf sie zu, aber blieb in einem gebührenden Abstand vor ihr stehen, der sich mit einer Armlänge berechnen ließ. Kurz nickte er mit dem Kinn auf ihr Knie.
"Du bist verletzt. Die Wunde muss versorgt werden." Vor ungefähr einem Jahr hatte er einen jungen Mann am Wundstarrkrampf elendiglich verrecken sehen und er war nicht erpicht darauf, das erneut mitzuerleben, schon gar nicht bei jemandem, der ihm noch behilflich werden konnte. "...also schlage ich vor, du hältst nun die Klappe mit deinem Westernscheiß und führst mich nun zu deinem Zoo. Mit etwas Glück schaffen wir es noch ehe es völlig dunkel ist." Was sich nur im Kopf der Blonden abspielte war, dass Rabbit niemals aus Schreck irgendwen oder -was abknallte... Was er wiederum nicht wusste: Sie hatte wohl Schwierigkeiten den Weg zurück zu finden und wer weiß, wie er darauf reagierte, zumindest war das nicht sonderlich Vertrauen erweckend.

@Lizzie Samuels







zuletzt bearbeitet 27.05.2020 03:25 | nach oben springen

#52

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 19.07.2020 19:38
von Lizzie Samuels | 40 Beiträge

Nachdem Rabbit Lizzie an den Kopf warf, dass sie in sein Revier eingedrungen sei und froh sein sollte, dass sie noch lebte, ließ sie schmollen und patzig antworten: „Woher hätte ich denn wissen sollen, dass sich oben auf dem Dachboden sich jemand versteckt? Sah hier ziemlich leer und verdreckt aus. Mehr nicht!“
Ob ihre Antwort klug gewesen war oder den Blonden am Ende doch provozierte, konnte sie nicht sagen. Ihre Zunge war jedoch mal wieder schneller als ihr Gehirn, weswegen sie das Gesagt nicht unausgesprochen machen konnte. Mit den Konsequenzen, wenn es welche gab, musste sie wohl dann leben.
Endlich konnte sie sich dann aus ihrer ungemütlichen Position lösen und sie lockerte als erstes ihre Muskeln, die durch ihre vorherige Haltung angespannt waren. Gleich darauf blaffte er sie schon erneut an, dass ihn ihre Familiengeschichte einen Dreck interessierte gepaart mit bissigen Bemerkungen, auf welche sie frech antwortete: „Wenn du Kuchen dabei hast, würde ich zu einem Kaffeekränzchen nicht nein sagen. Aber an den Kuchen von Marta wird er wohl kaum rankommen. Frischen Apfelkuchen gibt es rund um die Uhr im Zoo!“
Mit leuchtenden Augen, wie immer, wenn sie über Süßspeisen sprach, schwärmte sie von diesem Gebäck und nahm sich vor, dass sie sich im Zoo sofort wieder solch einen kaufen würde, wenn sie dort ankam. Zwar hatte sie am Tag vor ihrer Abreise zuletzt einen gegessen, was nicht lange her war, doch von Süßkram konnte Lizzie nie genug bekommen.
Während sie von dem Kuchen redete schritt der Blonde immer weiter zum Fenster, sah sie nicht einmal an. Doch Lizzie wusste genau, dass der skeptische Mann weiterhin auf sie achtete, wodurch sie auch keinen Angriff oder Fluchtversuch wagte. Die Axt war schon Bedrohung genug, doch auch ohne Waffe wäre der Mann ihr körperlich deutlich überlegen.
Nach seiner Aufforderung, dass sie sich auf die Kiste setzen sollte oder könnte, tat sie dies auch. Durch ihren frechen Kommentar, dass er seinen Namen durchs Vögeln wie ein Karnickel haben könnte, musste der Angesprochene lachen und auch Lizzie grinste ihn breit an. Dieser Umstand blieb jedoch nicht lange und der Blondhaarige wurde schnell wieder erst. Mit bedrohlichen Unterton erklärte er ihr, dass sie besser nicht immer so oberflächig denken sollte, denn sie wäre schließlich auch nicht so breit und stark wie ein Panda. Lizzie starrte ihn nur grimmig an. Sollte er mal lernen Spaß zu verstehen. Sie war zwar tatsächlich schlicht vom Denken her. Aber meist genoss sie einfach nur das Leben so wie es ihr gegeben wurde und sie wollte sich den Kopf nicht über Dinge zerbrechen, an denen sie nichts ändern konnte oder wollte. Lieber arrangierte sie sich mit den Situationen und machte das Beste daraus. So wie sie es auch in dem Moment tat. Lizzie hatte es schließlich schon geschafft, dass Rabbit ihr keine Klinge mehr an den Hals hielt und wenn ihr Plan aufging konnte sie ihn schlussendlich beim Sklavenmarkt verkaufen.
Als er sarkastisch fragte, ob ihr Anführer auch einen Tiernamen trug, zerbröselte ihre grimmige Miene und sie schmunzelte: „Er heißt Scorpion. Woher sein Name kommt weiß ich nicht, aber ich denke, es könnte an der riesigen Sense an seinem Arm liegen, mit der er zusticht wie ein Skorpion mit dem Schwanz!“
Auf ihre Antwort hin, dass er eine Bereicherung war, kam von ihm wieder etwas in einem Tonfall zurückgeworfen, wodurch Lizzie wusste, dass er seine Worte keinesfalls ernst meinte. Lizzie verstand meist nur Sachen, wenn man ihr klar und deutlich sagte, was man verlangte. Wenn jemand ironisch oder sarkastisch wurde, hatte sie schon größere Probleme dies zu verstehen. Hauptsächlich durch Gestik, Mimik und Tonfall konnte sie dann eher erahnen wie die Worte gemeint waren. Oder durch ihr Bauchgefühl.
Anschließend fragte sie nach Licht, woraufhin Rabbit nur erwiderte, dass dies ein Luxus war, den er nicht besaß. Das licht zog zudem die Untoten an, welche jedoch für die Blondine keine Gefahr darstellten. In der Innentasche ihrer Jacke hatte sie die Beißermaske aus der Whispererzeit, mit welcher sie sich zwischen den Untoten bewegen konnte. Einzig und allein für Rabbit wären die Untoten dann eine Gefahr. Doch selbst wenn Lizzie oft genug sprach ohne zuvor nachzudenken, wusste sie in diesem Fall, dass sie besser nichts über ihre speziellen Fähigkeiten und ihrem Denken bezüglich der Beißer äußern sollte. Die meisten Menschen verstanden sie nicht und fanden ihre Art sich zwischen den Untoten zu bewegen abstoßend. Da sie Rabbit jedoch zum Zoo bringen wollte, schwieg sie bei dem Thema vorerst.
Nach ihrem Angebot, das für eine Entschuldigung Alkohol kriegen würde, bekam sie nur wieder eine Antwort, die sie nicht erwartet hätte. Die Entschuldigung hätte nicht mal ernst gemeint sein müssen. Aber der Herr war sich dazu wohl zu fein und trank auch nicht mit Fremden etwas zusammen. Sie zuckte nur mit den Schultern, dann hatte sie halt mehr für sich selbst.
Anschließend schritt er auf sie zu und kommentierte ihre Wunde am Knie, welche durch seine harsche Behandlung zuvor entstanden war. Immer noch spürte sie wie sich das Blut sich unter der Lederhose sammelte, doch keinen Weg hinab oder sonst wohin fand. Auch pochte und ziepte die Verletzung leicht, doch die Blondine war schlimmeres gewohnt. Einige Narben an ihren zierlichen Körper bewiesen dies und nicht selten wäre sie um ein Haar abgekratzt. Sei es durch das Training bei Ares in der Firma oder das Recht des Stärkeren, welches bei den Whisperern herrschte.
„Ich habe nichts zum Verbinden da. Und so schlimm ist das auch nicht. Nur eine Schürfwunde, die etwas blutet, mehr nicht.“, gab Lizzie zurück. Wenn Rabbit etwas zum Verarzten dabeihatte, dann würde sie sich damit versorgen, falls er es ihr Anbot. Wenn nicht, dann nicht.
Damit sie sich jedoch selbst vergewissern konnte, dass ihre Worte der Wahrheit entsprachen, stand sie kurzerhand auf und zog dich Hos bis zum Knie herunter. Da die Lederhose ziemlich eng lag, konnte sie diese nicht einfach hochkrempeln, sondern musste mehr oder weniger blankziehen. Für Lizzie jedoch absolut kein Problem. Bei ihren Auftritten in der Zoo-Kneipe bot sie den Zuschauern meist eine viel besser Show als gerade. Dass Rabbit etwas versuchen könnte, war ihr dabei durchaus bewusst. Doch hätte er sich an jemand wehrlosen vergreifen wollen, hätte er dies wahrscheinlich schon früher versucht. Und selbst wenn Lizzie schwächer war als er, so würde sie diesen Kampf auf keinen Fall verlieren wollen.
Als sie die Lederhose über das Knie gezogen hatte, lief eine dünne Blutspur ihr Bein hinab, doch wie sie gesagt hatte, war es nur eine Schürfwunde. Weder sehr tief noch sehr groß.
Gleichzeitig schlug Rabbit vor, dass sie sich bald auf den Weg zum Zoo machen könnte, worauf Lizzie erwiderte: „Dann müssen wir uns beeilen, ich weiß nicht, ob ich im Dunklen noch zurückfinde!“
Dass sie wahrscheinlich nicht einmal im Hellen zurückfinden würde, verschwieg sie vorerst einmal. Diese Information würde sie ihm erst stecken, wenn es notwendig war oder er fand dies selbst heraus.

@Rabbit


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#53

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 02.08.2020 21:01
von Curt Davies | 111 Beiträge

Über Leben und Tod entschieden die Umstände oder jene Entscheidungen, welche man traf und die einen wiederum in eine Situation führten, die man sich zuvor nicht im Entferntesten wünschte. Was jedoch die junge Frau vor ihm über die verstreichenden Sekunden dachte, in welchen sie sich in der Gewalt eines Mannes befand, den sie nicht im Mindesten kannte, wusste er nicht und wenn er ehrlich zu sich selbst war: Er sorgte sich mehr darüber, dass er sich ein durchgeknalltes Blümchen an Land gezogen hatte, das zu einem ernsten Problem heranwachsen konnte. Rabbit war aber noch nie ein Typ gewesen, der gewisse Umstände dämonisierte, aber auch niemand, der nicht ausreichend vorsichtig war und in dieser Zeit stellte Voraussicht eben ein wichtiger Punkt dar. Besonders, wenn er allein durch die Gegend schlenderte. Ihre Worte ließ er ohne Kommentar und beobachtete sie beim Aufstehen, auch um sich ein Bild ihres körperlichen Zustandes zu machen. Klar, die Zimperlichkeit hielt sich in Grenzen und heutzutage konnten selbst Kinder gefährlich Mörder sein, warum dann nicht auch eine zierliche, blonde Frau?
Rabbit fühlte sich von ihren Worten nicht provoziert, was einigen übrigens am Ende selbst in Rage brachte, die als ursprüngliches Ziel das Gegenteil in Betracht gezogen hatten und genau diese stoische Ruhe ließ ihn noch atmen. Doch ... womöglich könnte diese Ruhe doch etwas angekratzt werden, wenn er diese kuriosen Antworten weiterhin erhielt und zog vorerst nur seine Augenbrauen irritiert zusammen. Irgendwie kam es ihm manchmal vor, als redete sein Gegenüber am Thema vorbei oder schmückte es mit einem völlig anderen Verhältnis aus. Aus diesem Grund deutete er erneut auf die Kiste und sie setzte sich endlich. Ein amüsiertes Lachen drang aus seiner Kehle, als sie ihn so grimmig ansah, als er ihr klar machte, dass sie keinerlei Ähnlichkeit mit der Statur eines Pandas aufwies und ja, das machte ihm Spaß einen wunden Punkt zu treffen, auch wenn er vielleicht nur einmal vorhanden war. Tatsächlich waren sich die beiden in dem Punkt gar nicht so unähnlich, dass sie den Moment genossen, anstatt sich alles ins kleinste Detail zu planen, weil es einfach diese Welt nicht mehr zuließ!
"Sei nicht traurig, Blondi. Morgen scheint die Sonne auch wieder für dich." Wenn sie beide jetzt schon gewusst hätten, wie sehr sie bald voneinander abhängig waren, dann wären sie womöglich netter zueinander, aber so verzog er nur seine Lippen, als sie ihm bestätigte, dass der Anführer Scorpion hieß. Leicht schüttelte er den Kopf und überlegt einen Moment, ob er sich umtaufen sollte, aber dann standen die Chancen schlechter, dass ihn jemand namentlich erkannte. Schließlich hieß nicht jeder zweite Rabbit.
"Nun gut, er kann gut mit einer Sense am Arm umgehen... Originell, das muss ich ihm lassen." Normalerweise kommunizierte er auch sehr klar und brachte oft seinen Sarkasmus so an, dass ihn nur einer von 10 heraus hörte. Außerdem kam noch hinzu, dass er eh nicht der große Redner war und dann sprach, wenn es auch was zu sagen gab. Stille konnte er gut aushalten, ganz gleich ob sich eine fremde oder bekannte Person neben ihm befand. Stundenlang saß oder lag er früher mit seinem Stiefvater im Wald auf der Lauer, an das er sich kaum erinnern konnte, aber womöglich aus Gewohnheit noch in sich trug. Auch ließ seine Freundlichkeit heute wirklich zu wünschen übrig und er benahm sich wie ein verbitterter Waldschrat. Er war einfach schon zu lange unterwegs und die Erinnerungen an seinen letzten Aufenthaltsort machten ihm noch zu schaffen, aber trotzdem entschuldigte er sich nicht für sein Benehmen.
"Was machst du denn da?!" Die Frage stellte er aus einer Mischung mit Unglauben und einer leichten Empörung, als Lizzie ihre Hose bis in die Kniekehle hinunter streifte. Zuerst hatte er ihr zugesehen, wie sie aus heiterem Himmel aufstand und dann begann ihre Lederhose zu öffnen. Danach fiel sein Blick auf eine rosafarbene Unterhose, auf der ein großer, niedlich dreinschauender Kopf von Pingu prangte und langsam schloss er seine Augenlider, die er am Ende mit einer Hand beschattete, so als wollte seine Körpersprache sagen: "Das darf doch alles nicht wahr sein..." Doch stattdessen ließ er sie für einige Sekunden gewähren, ehe seine blauen Augen wieder zum Vorschein kamen und zwar mit einem weniger freundlichen Ausdruck darin.
"So, Schluss jetzt mit dem Unsinn. Zieh die Hose wieder hoch, ich habe nichts, womit ich dir helfen kann. Los jetzt!" Langsam kam er einige Schritte auf sie zu, dann hob er die Axt an, um sie mit der flachen Oberseite anzuschubsen und drückte diese in ihren rechten Oberarm.
"Du gehst voran und sagst mir, wo die Sonne am Abend untergeht, wenn du den Zoo verlässt." Ohne sie aus den Augen zu lassen, geht Rabbit zu seinem Rucksack, untersucht das Umfeld, damit er nichts vergisst, schließt die Schnallen und schultert sich diesen am Ende. Nun zeigte es sich, ob sie die Wahrheit sprach und der Zoo tatsächlich ein realer Ort war, an den er einkehren konnte. Gerade als er den zweiten Träger etwas enger zog, hörte er von unten erneut ein Geräusch, das sich wie ein Scharren mit einem Stiefel anhörte. Sofort starrte er die Blonde alarmiert und warnend zugleich an, denn sollten das nun irgendwelche Begleiter sein, die sie ihm verschwiegen hatte, wäre er imstande, sie mit der Axt zu erschlagen. Die Frage war, ob er es tatsächlich täte, aber mit seiner Körperhaltung und dem Ausdruck in seinem Blick wollte er es ihr zumindest so verdeutlichen.

@Lizzie Samuels







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#54

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 06.09.2020 20:46
von Lizzie Samuels | 40 Beiträge

Sein amüsiertes Lachen ließ Lizzie noch mehr schmollen. Sie wusste zwar, dass sie bis auf ihre schwarzen Augen keine Ähnlichkeiten zu einem Panda aufwies, doch sie mochte die drolligen Wesen und fand es schade, dass Rabbit ihr diesen Umstand nochmal vor Augen führte. Dann meinte er, dass morgen wieder für sie die Sonne scheinen würde, was sie freudig lächeln ließ. Anscheinend kannte der Mann sich mit der Natur gut aus und wusste, dass es morgen nicht regnete. Dann musste sie wenigstens nicht bei kaltem Wetter durch die Gegend ziehen. Dass dies nur ein Spruch war, registrierte sie in diesem Moment nicht, spätestens am nächsten Tag, wo es regnen würde, würde ihr dies auffallen.
Kurz danach meinte er, dass man ihre Schürfwunde am Knie versorgen sollte, weswegen sie sich die Hose bis zu den Kniekehlen herunterzog. Dass der Blonde damit nicht den aktuellen Moment meinte, sondern die nahe Zukunft wurde ihr erst bewusst als er fassungslos die Hand über seine Augen legte und daraufhin meinte, sie solle sich wieder anziehen. Dann sollte sich der Herr besser ausdrücken, empfand Lizzie, doch sagen tat sie nichts. Auch war ihr dies nicht peinlich, denn aus ihrer Sicht hatte sie keinen Fehler gemacht. Doch sie tat was er sagte und zog sie wieder an. Dabei schwang sie die Hüften von links nach rechts, damit sie schneller wieder in die enge Lederhose hineinkam. Gleich darauf spürte sie schon wieder das kalte Eisen an ihrem Oberarm und folgte seinen stummen Befehl, dass sie nun aus dem Dachzimmer und dann zum Zoo gehen sollten.
Auf dem Weg zur Treppe wollte Rabbit wissen, wo die Sonne beim Zoo unterging, wenn sie ihn verließ. Kurz überlegte sie, dann zeigte sie erst in Richtung Norden und dann Richtung Osten.
„Kommt drauf an wo man rausgeht. Wir haben mehrere Tore. Aber beim Haupteingang ist es, glaub ich, die Richtung!“, sie deutete erneut Richtung Norden. Während sie überlegte, sprach und gestikulierte, schulterte ihr anscheinend neuer Weggefährte seinen Rucksack. Bevor er dies zu Ende erledigen konnte, hörten die beiden zeitgleich ein Geräusch aus dem unteren Stockwerk.
Lizzie sah zu Rabbit und legte einen Finger an ihre Lippen. Dann ging sie langsam und vorsichtig zur Treppe. Dort kniete sie sich hin und spähte nach unten. Kurz darauf hörte man von ihr ein verzücktes Geräusch, da sie einen Waschbären sichtete. Dann jedoch registrierte sie, dass dieses Tier sich an ihrem Rucksack zu schaffen machte, der noch im unteren Raum sich befand.
„Hey, kusch!“, rief sie und wedelte energisch mit ihrer Hand herum. Doch das Tier keckerte sie nur wütend an und zog die Sachen aus ihrem Rucksack.
„Dieses Drecksvieh will sich wirklich an meinen Sachen vergehen?!“, kam es erbost von ihr. Ohne zu zögern zog sie aus ihrem Stiefel einen kleinen Dolch, beugte sich noch etwas weiter über die Dachzimmerluke und warf die Waffe auf das Tier. Dieser hielt gerade etwas Trockenfleisch in den Händen und keckerte frech Lizzie an. Wenige Sekunden später lag es aufgespießt am Boden.
„Verdient!“, schnaubte Lizzie und kletterte die Trepper herunter, die sie zuvor hinabgefallen war. Dass Rabbit sie zuvor mit der Axt bedroht hatte und sie ihm nun ihr geheimes Waffenversteck offenbart und ihren sauberen Umgang mit der – in diesem Fall – Wurfwaffe gezeigt hatte, war ihr in dem Moment egal. Sie wollte zu ihrer erlegten Beute.
Die Blondine zog den Dolch aus dem Leib des Tieres und strich das Blut an dessen Fell von der Klinge. Anschließend verschwand das Messer wieder an seinen vorherigen Ort. Sekunden später präsentierte sie schon Rabbit stolz das tote Tier: „Ich glaube ich weiß was wir heute zu Abend essen!“, grinste sie ihm entgegen.

@Rabbit


Curt Davies findet das nice
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#55

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 02.10.2020 04:58
von Curt Davies | 111 Beiträge

Es war seltsam Dinge zu wissen, aber nicht woher dieses Wissen erworben wurde. Es fühlte sich an, als suchte er nach einem Wort, das ihm auf der Zunge läge und nur darauf wartete, endlich wieder in Erinnerung zu kommen. Mittlerweile schien es aber vielmehr, als wäre es gar nicht das Schlechteste, gewisse Dinge nicht mehr zu wissen, denn über eines war er sich sicher: Er hatte Menschen getötet und nicht alle aus Notwehr oder weil er andererseits keine Wahl hatte. In allen Fällen spürte er, dass dieser Mann namens Negan eine Verbindung hatte und wichtig für ihn war. Warum driftete er überhaupt wieder in diese Gedanken? Weil er zu ihr sagte, dass morgen wieder die Sonne schien... Tat sie aber nicht.
Ein verunglücktes Lachen, das vielmehr einem missbilligenden Ausatmen glich, kam ihm über die Lippen und er hatte nicht im Mindesten ein schlechtes Gewissen, dass er ihr den Panda madig machte, im Gegenteil, es war ihm gleichgültig. Die Striptease-Einlage überraschte ihn, denn er fand Lizzie äußerst vertrauensselig und so eine Aktion konnte ziemlich nach hinten los gehen. Nicht jeder Mann scherte sich so wenig um eine halbnackte Frau und nach ihrer Naivität zu urteilen, erging es ihr in dieser Hinsicht rosiger als anderen Frauen. Verbrechen geschahen in dieser Zeit und niemand ahndete sie, außer sie geschahen innerhalb einer Gruppierung.
Während er kurz darauf lauschte, wie Lizzie den Ausgangspunkt des Zoos beschrieb, kreierte er einen imaginären Lageplan, aber trotzdem hatte er das Gefühl, dass sie sich nicht ganz sicher war, wo denn nun die Sonne aufging. Wenigstens wusste er ungefähr, dass sie in südliche, eher südöstliche Richtung gehen sollten. Doch das besagte Geräusch unterbrach ihn in der Koordinierung und dennoch konnte er sich vorstellen, welcher der vorerst logische Weg war. Mit gebührendem Abstand folgte er ihr zur Treppe und schloss nicht aus, dass es ebenso Freunde von ihr sein konnten, die nun endlich eintrafen, um sie zu treffen. Woher sollte er gewisse Riten oder Sitten hier kennen? Erst ein Geräusch auf ihren Ausruf brachte ihn weg vom Gedanken einer List, denn der Laut des frechen Tieres war ihm sehr wohl bekannt. Rabbit beobachtete ihr Vorgehen und runzelte erneut die Stirn, erst recht, als sie einen Dolch aus dem Stiefel zog und diesen hinab warf. Tief atmete er die Luft ein, dann folgte er ihr hinab und schüttelte als stumme Antwort den Kopf auf ihre Anspielung, was es zum Abendessen gab.
"Ich bevorzuge eher das Essen in deinem Zoo." Das nahm er sich übrigens als hehres Ziel vor: Heute Nacht in einem Bett zu liegen! Die Dämmerung mochte noch zwei Stunden anhalten und diese Zeit musste genutzt werden. Erneut bewegte er die Gurte des Rucksacks in eine bequemere Position, dann nahm er die Axt mittig am Stiel, so dass sie sich vom Gewicht her auspendelte und trat hinaus, um die Umgebung noch einmal genauer in Augenschein zu nehmen. Zwei Wege gabelten sich links vom Eingang und einer führte seitlich der Hütte weiter nach Norden, das wäre die falsche Richtung. Wie immer richtete er sich nach seinem Bauchgefühl und wählte den rechten der beiden Optionen, auch, weil dieser im weiteren Verlauf wohl etwas heller wurde und aus dem Wald führte. Zumindest hoffte er dies und setzte sich wieder in Bewegung, ohne auch nur einen weiteren Blick über die Schulter zu werfen, um sich zu vergewissern, dass ihm Lizzie folgte.
Unterwegs seufzte er nicht nur einmal, denn ganz egal an welcher Kreuzung sie vorbei schritten, seine Begleiterin war sich selten sicher, in welche Richtung sie gehen sollten und schob es wohl auf die Dunkelheit. Die Zeit rückte voran und seine Hoffnung auf ein warmes Bett schmälerte sich beängstigend... Ebenso wurde sein Magen stetig leerer und der Apfel in seinem Rucksack rückte sich immer öfter in den Mittelpunkt seiner Gedanken. Gerade wollte er seinen Rucksack abschnallen, um sich das Obst einzuverleiben, als der Waldweg auf einer Landstraße mündete und unweit davon thronte eine alte Brücke. Gerade wollte Lizzie an ihm vorbei schreiten, als er sie mit der linken Hand zurück hielt und auf den sehr deutlichen Wegweiser nickte.
"Sagt dir wenigstens diese Brücke etwas?" Eine verräterische Bewegung im Halbdunkel unter der Brücke ließ ihn die Augen verengen und er meinte, dass dort ... ja, es bestätigte seine Vermutung.
"Vorsichtig... Ich glaube, dort kauert ein Untoter oder doch ein Mensch?" Sie mussten nun bedacht vorgehen, denn sollte der Zoo in der Nähe sein, dann wäre die Brücke zumindest für sie ein guter Ort für eine kurze Rast, da sie nur von zwei Seiten Gefahr zu erwarten hatten. Doch dass der Zoo im Allgemeinen mittlerweile für beide unwirtlich war, wusste er natürlich noch nicht und auch sein Hunger blieb vorerst ein zweiter eiserner Begleiter.

Brücke

@Lizzie Samuels // Ich wollte erst einmal vorsichtig voran schreiten. Hoffentlich passt es so in etwa. ^^ Ich schreibe noch einen Start an der Brücke.







zuletzt bearbeitet 02.10.2020 04:59 | nach oben springen

#56

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 26.02.2021 21:36
von Duo Maxwell | 1.209 Beiträge

cf: den Ridern

Duo konnte es noch immer nicht wirklich fassen. Erst der Erdrutsch, der ihr ganzes zu Hause zerstört hatte, dann mussten sie bei den anderen Kolonien unterkommen und ein neues Gebiet finden, wo sie ihr Dorf wieder aufbauen konnten. Das alles hatte sie schon irgendwie mitgenommen. Ihr Dorf war ihr zu Hause gewesen und sie alle hatten sich dort sehr wohl gefühlt. Zum Glück hatte Ivar was neues gefunden und wenn Duo ehrlich war, dann in seinen Augen auch was Besseres. Sie waren nicht mehr so einsam abgeschieden und hatten nun auch ein paar Annehmlichkeiten. Zudem war das Dorf weitestgehend fertig gewesen. Sie mussten die Häuser nur reparieren. Es gab eine Wasserversorgung und auch ein Abwassersystem. Sie bekamen dadurch auch wieder etwas mehr zurück. Natürlich musste auch da viel wieder Heile gemacht werden. Zudem mussten sie Windräder bauen, die den Strom liefern würde. Denn ohne diesen konnte auch die Wasserversorgung nicht arbeiten. Aber die hatten es endlich geschafft und das bevor der Winter kam.
Der Schneider hatte auch sein eigenes Heim wieder bekommen und sogar einen Arbeitsplatz. Er konnte sich jetzt viel besser ausbreiten und hatte auch die Möglichkeit, seine Stücke auszustellen. Alles in allem war das wirklich ein unheimlicher Glückgriff gewesen. Und das beste an allem, sein riesiges Sahnehäubchen, war sein Freund Brandon! Sie waren jetzt schon eine kleine Weile zusammen und der Langhaarige schwebte immer noch auf Wolke sieben. Auch wenn ihr erster Abend etwas stürmisch war, da sie von einer Wildsau überrascht wurden und verletzt, so war es doch umso schöner. Bran war einfach unglaublich! Schön, stark, romantisch, sexy, süß, witzig und er sah einfach unverschämt gut aus! Gerade in der ersten Zeit, als Duo wieder in Balar gewesen war, hat er vor jeden von seinem Freund geschwärmt. Der ein oder andere war da sicherlich auch schon mehr als genervt gewesen.
Und dann hatte einer von den Ridern, der Koch, einen Freund aus der Vergangenheit gefunden. Noch immer kam es Duo wie ein Traum vor, dass nun Mikael bei ihm war. Der Jüngere lebte nun bei ihm in Balar und sie verstanden sich wirklich gut. Er hatte ihn bei sich einziehen lassen, da er das Nähzimmer nicht unbedingt brauchte. Wenn er zu Hause noch weiterarbeiten wollte, dann machte der Schneider das im Wohnzimmer. In dieser ganzen Zeit pendelte er oder Brandon zwischen Balar und den Ridern hin und her. Denn der eine wollte nicht auf den anderen verzichten.
So war es auch heute. Duo war bei Bran gewesen und zusammen wollten sie nun nach Balar. Bei den Ridern hatte es wirklich schlimm gehagelt und nicht nur ein Dach war kaputt gegangen. Auch die Temperaturen waren ziemlich arg gesunken. Alle waren fleißig am Reparieren und Arbeiten. Auch wenn das nicht die beste Zeit war, so wollte Duo zurück. Vielleicht war bei ihnen ebenfalls Hagel runtergekommen und so viele Leute waren sie nicht mehr, dass jede Hand gebraucht wurde. Brandon hatte sich gleich angeboten mitzukommen und auch Grace wollte sie begleiten und helfen. Sie waren mit dem Auto los, welches ihnen aber auf halber Strecke liegen geblieben war. Also mussten sie zu Fuß weiter gehen. Später würden sie mit einem Kanister Benzin wiederkommen und das Auto holen. Stehlen tat es sicher keiner.
Weit waren sie aber nicht gekommen. Das Wetter wurde immer schlechter. Ein regelrechter Schneesturm tobte und riss an ihren Klamotten. Duo hatte sich seinen Schal schon fast komplett um sein Gesicht gebunden, dass nur noch die Augen zu sehen waren. Lange würde das so nicht mehr gut gehen. Mit einer Hand hielt er die von Brandon, dass sie sich nicht verlieren würden. Auf dem anderen Arm hatte er Liliana, denn Grace hatte ihre Kinder mitgenommen. Brandon hatte seinen Neffen Julian auf den Arm und Grace hielt sich bei ihrem Bruder fest. Sie wollten sich nun wirklich nicht aus den Augen verlieren. Gerade mit den Kindern war es nicht wirklich einfach.
Doch was war das? Da hinten, zwischen den Bäumen, dass sah aus wie eine Hütte. „Bran? Grace? Da ist glaub ich eine Hütte!“, rief der Langhaarige gegen den Sturm. Sie mussten sie nur noch erreichen. Einen Vorteil hatte das Wetter, die Beißer konnten sich kaum bewegen. Ihnen fehlte einfach die Kraft dazu. Tatsächlich handelte es sich um eine Hütte, die sogar einen alten Kamin hatte. Es gab nicht viel. Es war ein einzelner Raum, in dem ein kaputtes Bett stand, eine alte Kochzeile und zwei zerbrochene Stühle. Aber die Wände hatten kaum Löcher und man konnte die Tür schließen. Ein Untoter bewegte sich in der Ecke, welchen Duo gezielt mit einem Messer in den Kopf ausschaltete. „Hier sind wir einigermaßen sicher vor dem Sturm. Hoffentlich ist es morgen besser, so dass wir nach Balar kommen.“, meinte er zu den anderen, nachdem er sich den Schal vom Gesicht gezogen hatte und auch Lilian wieder absetzte. "Gehts euch gut?", fragte er, vor allem die Kinder. Etwas Essen hatten sie dabei und auch Wasser war da. Aber Tagelang würden sie damit nun nicht auskommen. Hoffentlich war der Sturm morgen wirklich wieder vorbei.

@Brandon Murdock



zuletzt bearbeitet 26.02.2021 22:57 | nach oben springen

#57

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 27.02.2021 01:25
von Grace Murdock | 297 Beiträge

Zusammen mit Duo und dem gesamten Dorf war Grace vor einer gefühlten Ewigkeit aus Balar vor den Erdrutschen geflohen. Lange hatte sie angenommen, dass dort oben, versteckt zwischen den Bergen, ihnen nicht passieren konnte. Gleichzeitig hatte sie die Zeit bei den Saviors und Negan hinter sich gelassen. Nicht da sie vor den bösen Taten der Saviors geflüchtet war, sondern da Rick und seine Leute erst ihr Zuhause im Außenposten zerstört und ihren Mann umgebracht hatten und dann das Hauptquartier. Nicht war ihr mehr geblieben, weswegen sie froh war in dem Bergdorf ein neues Zuhause gefunden zu haben. Ein Ort, wo ihre Kinder in Sicherheit und allem Nötigen aufwachsen konnten.
Als wäre dies nicht schlimm genug für sie gewesen, dass sie ihr Zuhause und die damit eingehende Sicherheit hatte aufgeben müssen, so hatten sie bei niemand anderen Unterschlupf gefunden als bei den Mördern ihrer Freunde, ihrer Ziehfamilie während der Apokalypse und den Mördern ihres Mannes und dem Vater der Zwillinge. Zu ihrem Glück erkannte niemand sie. Denn an dem Schicksalshaften Tag hatte nur der Mörder von Julien ihr Gesicht gesehen und bei den sonstigen Angriffen war sie auch nur selten dabei gewesen, da sie schwanger gewesen ist. Zuvor hatte sie immer mal wieder mit Leuten vom Königreich verhandelt, wenn Simon oder andere nicht konnten, doch diese waren nur wenig im Cottage vertreten und erkannten sie auch nicht wieder.
Trotzdem fühlte sie sich unwohl und hatte Angst, dass sie Juliens Mörder begegnete. Denn obwohl sie eine fröhliche und sanftmütige Person war, so wüsste sie nicht, ob sie einfach ohne große Worte den Mann an Ort und Stelle erschießen würde, der ihr alles genommen hatte.
Wenige Tage nach ihrer Ankunft erfuhr sie einerseits, dass sie nun sich in der Nähe von Baltimore, ihrer Heimatstadt befanden und andererseits, dass sich dort eine Kolonie aus Bikern befand. Sehr wahrscheinlich den Motorradfahrern, die früher ihre Familie gewesen war. Doch nichts garantierte ihr, dass sie dort ihre Familie vorfinden würde. Am Ende hatten sie es nicht geschafft und weitere schlechte Nachrichten konnte sie nicht ertragen.
Duo, ihr bester Freund, der von ihrer Vergangenheit wusste, zog vorübergehend dorthin, bis sie wieder eine neue Bleibe gefunden hatte. Als er ihr davon erzählte vertraute sie ihre Vermutung bezüglich der Biker an und bat ihn, dass er Ausschau nach ihrer Familie halten sollte. Ein Woche später schien der glücklichste Tag ihres Lebens – nach der Geburt der Zwillinge und der Hochzeit mit Julien – denn Duo kam zurück und berichtete ihr, dass er ihren Bruder Brandon aufgefunden hatte. Als sie ihren Bran wiedersehen wollte, begegnete sie sogar dem Rest ihrer leiblichen Familie @Zyan Murdock mit seiner Nichte @Lexie Murdock, die nun ein Teenager war, und auch ihr Bruder im Herzen @Emilio Martinez und seine Familie hielten sich dort auf. Ausnahmsweise gab es für die Brünette mal nur gute Nachrichten nach den vielen Schicksalsschlägen.
Nach dem Wiedersehen fackelte die Murdock nicht lange und zog zum Clubhaus, weg von den Mördern ihrer Freunde und Familie bei den Saviors, hin zu ihrer leiblichen Familie. Seitdem lebte sie dort und hatte sich auch schweren Herzens von Balar und ihrer Freundin @Gwen Lou Johnson verabschieden müssen. Da jedoch die neue Unterkunft von Balar nicht weit von den Ridern entfernt war, konnte sie regelmäßig dort vorbeischauen. Auch Duo hatte sich entschieden weiterhin dort zu leben, obwohl er und ihr Bruder Bran sich nähergekommen waren. Freudig hatte sie den beiden Verliebten dabei zugesehen, wie sie zusammengekommen waren und konnte so ihren besten Freund nun auch offiziell zur Familie zählen. Zuvor war dieser jedoch für sie eh schon ein Familienmitglied und er war sogar Patenonkel von Lilian.
Inzwischen war ein circa halbes Jahr vergangen. Grace hatte sich mit den Zwillingen an ihre alte, neue Heimat gewöhnt und dort einen Platz gefunden. Da sie um die Zwillinge kümmern musste, konnte sie keiner Tätigkeit nachgehen, die sie lange von ihren Kindern trennte, weswegen sie Wissen für die Rider, Balar und das Cottage sammelte. Alle nötigen Anleitungen für alle möglichen Gegenstände, die sie benutzen oder gebrauchen konnten, zeichnete sie. Damit konnten die Kolonien wieder vermehrt die Technologien aus alten Zeiten benutzen oder neu herstellen und so etwas komfortabler leben. Vorausgesetzt sie konnten diese Sachen nachbauen. Die Zeichnungen von Grace waren dabei sehr verlässlich, da sie niemals ein Bild vergaß, was sie gesehen hatte und durch die Informationen der andere konnte sie auch die Kleinteile richtig beschriften. Ansonsten half sie hier und dort aus, je nachdem wo man sie für ein paar Stunden brauchte, wenn die Kinder mal beschäftigt waren und sie kein Auge auf sie werfen musste oder wenn ihre Nichte oder jemand anderes sich um die Zwillinge kümmerten.
In den letzten Tagen hatte es bei den Ridern stark gehagelt, wodurch sie einige Reparaturen an den Dächern durchführen mussten. Doch im Clubhaus befanden sich genug helfende Hände, sodass dies schnell erledigt sein würde. Anders sah es in Balar aus. Sie hatten genug Mitglieder, um für jeden wichtigen Bereich jemanden zu haben, und die Kolonie war jung und sie hatten es gerade mal geschafft sich auf den Winter vorzubereiten und die Häuser so herzurichten, so dass sie dort wohnen konnten. Auf solch ein Unwetter wären sie nicht gefasst und würden jede Hilfe gebrauchen. Aus diesem Grund beschlossen Duo, Brandon und Grace, dass sie dort, falls notwendig, ihre Hilfe anbieten würden. Da die zweifache Mutter nicht wusste, wie lange sie dortbleiben würde, entschloss sie sich dazu, ihre Kinder mitzunehmen. Mit dem Auto brauchten sie eine knappe halbe Stunde bis Stunde, das wäre das einzige Risiko in ihren Augen. In Balar selbst konnte sie die Kinder sicher in der Burg unterbringen - Skadi würde mit Freude auf die beiden Racker aufpassen – sodass sie diese dort in Sicherheit wähnte.
Denn auch wenn bei den Ridern genug Leute auf Julien und Lilian aufpassen konnten und sie jeder Person absolut vertraute, so waren die Kinder es nicht gewohnt länger als einen Tag von ihrer Mutter getrennt zu sein. Zudem konnte Grace es ebenfalls nicht über das Herz bringen, ihre Kinder länger nicht zu sehen.
Doch es kam, wie es kommen musste und ihr Auto blieb auf halber Strecke liegen, da das Benzin ausging. Innerlich verfluchte Grace sich dafür, dass sie den Benzinstand nicht vor der Abreise überprüft hatte und so ihre Kinder bei Schnee durch die Wildnis laufen mussten. Das einzig positive war, dass die Kleinen warm in Schneeanzügen eingepackt waren, da sie in Balar eventuell bei gutem Wetter draußen gespielt hätten. In einem größeren Rucksack hatte sie zudem Wechselklamotten für sich und die Kinder eingepackt, sowie etwas Essen, da Julien wie die Raupe Nimmersatt war. Wenn er bei den Anarchy Ridern herumstromerte, landete er meist immer bei Keisuke in der Küche, in der Hoffnung bei ihm etwas zu Essen, im Besten Fall zu Naschen, sich erschnorren zu können. Mit seinen großen blauen Augen, die er von Grace hatte, klappte dies meist sogar.
Bevor sie aus dem Auto ausstiegen, setze sie den Zwillingen die Kapuzen auf, wickelte ihre Schäle ums Gesicht und zog ihnen die Handschuhe an, sodass ihnen ja nichts in diesen Schneesturm passierte. Auch wenn sie so aussah als wüsste sie was sie tat, betete Grace stumm, dass ihren Kindern in dem Schneesturm nichts passierte und gleichzeitig verfluchte sie sich, dass sie lieber ihre Kinder bei sich wissen wollte, als in Sicherheit. Was war sie nur für eine Mutter?
Da Duo und Bran die Zwillinge auf den Arm nahmen, schulterte Grace die restlichen Sachen von ihnen. Anschließend stapften sie durch den Schnee in der Hoffnung eine Unterkunft zu finden, worin sie den Sturm aussitzen konnten. Um sich nicht zu verlieren, achteten sie darauf, dass jeder einen der anderen zufassen bekam, damit man selbst bei einer längeren Schneeböe sich nicht aus den Augen verlor. Regelmäßig blickte Grace zu ihren Kindern, um sich zu vergewissern, ob bei ihnen alles gut war. Doch Julien starrte nur verträumt in die Gegend und betrachtete die umhertanzenden Schneeflocken und Lilian betrachtete ebenfalls die Gegend, jedoch weitaus ängstlicher als ihr Bruder.
Sie waren schon eine gefühlte Ewigkeit unterwegs als Duo eine Hütte entdeckte. Diese Information entlockte Grace ein freudiges Lächeln und sie atmete erleichtert aus. Wenig später waren sie schon dort angekommen. Während Duo sich innen umsah und schaut, ob sie dort sicher waren, klopfte Grace den Schnee von den Körpern ihrer Kinder. Erst als der nun tote Beißer nach draußen getragen wurde, damit sie nicht seinem Gestank ertragen mussten, ging die dreiköpfige Familie ebenfalls in de Hütte. Während der Beißer an ihnen vorbeigetragen wurde, zog Grace die Zwillinge dicht zu sich, sodass sie möglichst wenig von dem verwesten Körper sehen mussten. Die Kinder wussten zwar, was es mit den Wesen auf sich hatte und wie sie sich ihnen gegenüber verhalten mussten, doch Grace wollte ihnen immer noch eine möglichst schöne Kindheit ohne tote Körper bieten. Auch wenn sie sich früher oder später der grausigen Realität stellen mussten. Doch bis dahin war hoffentlich noch Zeit.
„Ja, ich denke auch, dass wir hier den Sturm aussitzen sollten. Da draußen ist es viel zu gefährlich, selbst wen es nur noch wenige Minuten bis zur Insel wären. Im schlimmsten Fall verirren wir uns, da wir die Hand nicht mehr vor den Augen sehen können.“, gab Grace auf Duos Aussage zurück.
Dann erkundigte sich der Asiate nach ihrem Befinden und Grace nickte als Zeichen, dass bei ihr alles passt und sah sofort zu ihren Kindern, die jedoch ebenfalls bejahten. . Trotzdem beugte sie sich runter zu den Beiden und rieb mit ihren behandschuhten Händen über die Arme von ihnen, damit ihnen bloß warm blieb, bis sie ein Feuer gemacht hatten. Anschließend gab sie die Frage zurück und wollte wissen, ob auch bei Duo alles gut war
„Zum Glück haben wir einen Kamin, aber ich sehe kein Holz.“, meinte sie dann: „Da wir ein Feuer brauchen, vor allem wenn es Nacht wird oder der Sturm noch länger geht, sollten wir mal schauen, ob sich hinten am Haus ein Holzschuppen befinden. An den Seiten habe ich nichts gesehen, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob der Schnee das eventuell verdeckt hatte. Zur Not können wir die Stühle verwenden.“

@Brandon Murdock
@Duo Maxwell


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zuletzt bearbeitet 27.02.2021 15:02 | nach oben springen

#58

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 18.03.2021 22:46
von Duo Maxwell | 1.209 Beiträge

Info: Brandon ist nicht mehr in dem Play zugegen. Er lebt noch, blieb aber bei den Ridern um zu helfen nach dem Hagel. Dieses Play spielt vor dem Plot!

Duo und Grace hatten es mit den Kindern durch diesen Sturm geschafft. Ausgerechnet heute musste es ihnen passiere, dass ihr Auto defekt war! Die meisten der Wagen waren nicht mehr neu und hatten deutlich bessere Tage gesehen. Es kam nicht selten vor, dass auch mal eins liegen blieb. Nur meistens passierte einem das nicht in dem schlimmsten Schneesturm, den man seit Jahren gesehen hatte! Es kam einem schon fast vor, dass seit der Seuche auch das Wetter die Menschheit umbringen sollte. Waren wir so schlimm?! Gut, solche Gedanken machte sich der Langhaarige tatsächlich nicht in seinem Leben. Es nahm alles so wie es kam. Ändern konnte er es so oder so nicht mehr. Dafür war aber auch einfach schon viel zu viel geschehen.
Aber jetzt war es wichtiger zu schauen, dass sie sich hier sichern konnte. Erst einmal musste die Leiche hinaus, damit die Kinder nicht noch mehr Angst bekamen. Das erledigte der Schneider, während Grace sich um die Zwillinge kümmerte. Duo hatte sich noch mal in dem Sturm begeben und den Toten dort im Schnee entsorgt. Gerade kam er zur Tür wieder herein, als seine beste Freundin den Kamin ansprach. „Das machst du mit Absicht, oder?“, grinste er breit und meinte das natürlich nicht ernst. Selbst in so einer Situation konnte er Späße reißen! Aber so war der Schneider aus Balar einfach. Julian kam auch gleich zu ihm und wollte helfen. „Das ist total klasse, Großer! Aber am meisten hilfst du mir, wenn du deiner Schwester und deiner Mama hilfst, dass wir es hier drinnen ein bisschen gemütlicher haben!“, wuschelte er dem Jungen durch die Haare.
Nachdem Grace etwas dazu sagen konnte, machte er sich noch einmal auf den Weg nach draußen. Der Wind hatte noch mal etwas mehr zu genommen und biss kalt in dem Gesicht des 30 Jährigen. Hinter dem Haus fand er tatsächlich einen alten Schuppen. Etwas Holz befand sich noch in diesem. Viel war es nicht mehr, würde aber für die Nacht reicht. Wenn der Sturm dann immer noch anhalten sollte, würde Duo wohl am Tage noch mal Holz besorgen müssen. Aber jetzt, wo es immer dunkler wurde, machte das keinen wirklichen Sinn. Das ein oder andere an Ästen, was er so greifen konnte, nahm er noch mit. Besser als nichts.
Mit dem Holz kam er zurück und schüttelte sich erst einmal in der Tür. Der Langhaarige war voller Schnee. „Also noch mal geh ich nicht da raus!“, meinte er und brauchte das Holz zum Kamin. Grace hatte es wirklich geschafft, dass man es hier aushalten konnte. Decken hatten sie zum Glück dabei und ein altes Fell lag auf dem Boden. Es war groß genug, dass sie darauf gut sitzen konnten. Die Kinder würden später die alte Matratze nehme. „Na dann machen wir es mal warm!“, grinste er und kümmerte sich um das Feuer. Da sie in Balar nichts anderes kannten als Kamine im Winter, war auch schnell ein Feuer an. „Der Rauch zieht ab, sollte also frei sein.“, lächelte er erleichtert. Langsam wurde es auch wärmer in dem kleinen Raum und sie konnten sich zumindest die Jacken ausziehen. „Die Nacht werden wir dann wohl hierbleiben und morgen schauen wir weiter!“, meinte Duo dann zu Grace.

@Grace Murdock

//Ich hab den Beitrag von Brandon gelöscht :-*
Grace und Duo können die Nacht ja mal gut nutzen um mal ein bisschen zu plaudern :D



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#59

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 24.03.2021 01:09
von Grace Murdock | 297 Beiträge

Auch wenn Grace immer eine helfende Hand anbot, ließ sie ihren Freund die Beißerleiche allein aus dem Haus schleppen, sorgte jedoch dabei, dass ihre Kinder abgelenkt waren und den Toten nicht sahen. Für sie standen die Kinder immer an erster Stelle, weswegen sie ihre helfende Art in solchen Momenten doch links liegen ließ. Doch die Murdock wusste, dass Duo dies immer verstand und der Schneider war selbst jemand, der immer half und ihre Kinder ebenso liebte wie sie selbst.
Sobald der Untote aus dem Haus war, ging die dreiköpfige Familie hinein. Leicht müffelte es nach Verwesung, doch es war allemal besser als draußen im Schneesturm zu stehen. Als Duo dann wieder zu ihnen reinkam, sprach Grace das Feuer an und schickte somit indirekt auch gleich wieder den Asiaten in die Kälte, da sie einen Holzschuppen hinter dem Haus vermutete. Nach ihrer Aussage grinste er breit und warf ihr vor, dass sie das mit Absicht gemacht hat.
„Ich wollte nur, dass du kurz die Kälte hier drinnen genießt, damit du ins noch Kältere wieder hinauskannst und schließend dich freust wieder zurückzukommen!“, erwiderte sie schmunzelnd und stieg auf seinen Spaß mit ein. Auch wenn ihre Situation nicht sonderlich erfreulich war, tat es gut auch in solch einem Moment noch herumalbern zu können. Dies vermittelte das Gefühl, dass es nicht so schlimm war wie es eigentlich war und auch die Kinder würden sich entspannen. Ein Blick zu Julien und Lilian zeigte auch, dass die beiden ebenfalls grinsten.
Julien wollte auch gleich mithelfen und fragte Duo, ob er mitdurfte. Auch wenn er von Duo eine sehr liebe Absage bekommen hatte und er kurz traurig war, strahlte er gleich als Grace zu ihm meinte: „Du darfst gerne hier drinnen die schweren Arbeiten übernehmen, Julien.“
Durch die Rider hatte er sich abgeguckt, dass es immer einen Mann im Haus geben musste und da sein Vater verstorben war – was Grace ihren Kindern schonend beigebracht hatte als sie alt genug waren, um es zu verstehen – war er nun der Mann im Haus. Aus diesem Grund wollte er auch solche Aufgaben nun gerne erledigen, wo er sonst früher immer lieber vor sich hingeträumt hätte.
Dann war schon Duo wieder draußen und stellte sich dem Wetter, während Grace die Hütte wenigstens ein wenig wohnlich machen wollte. In der Ecke stand zum Glück ein Besen, womit sie schon einmal den Boden fegte. Die Zwillinge durften dabei die Matratze ausklopfen, sie hatten dabei ihre Schäle hoch über die Nase gezogen, da der Staub ihnen entgegengeschleudert wurde, und anschließend wischte Lilian mit Schnee den Tisch sauber. Julien half dabei seiner Mutter das Fell vor der Tür auszuschütteln, damit sie sich darauf gemütlich niederlassen konnten ohne, dass es plötzlich überall auf ihnen krabbelte und sie eingestaubt wurden. Als letztes durfte Julien die Feuerstelle ausschaufeln, sodass die ganze Asche weg war und diese durch ein neues Feuer durch den Raum wirbelte.
Gerade als Julien den schweren Eimer zur Tür trug, damit Grace ihn gleich ausleeren konnte, und Grace und Lilian zusammen die Decke auf das Bett legten, kam Duo wieder mit viel Holz zurück. Sofort verkündete er, dass er nicht noch einmal da rausgehen würde und Grace lachte.
„Dann geh ich das nächste Mal!“, bot sie an. Während Duo das Holz zum Kamin brachte, ging Grace zur Tür, leerte den Eimer mit Asche und Kohle aus und schloss die Tür, damit der Wind nicht noch mehr Schnee in die Hütte pustete.
Als Duo das Feuer entfachte, sahen die Kinder wie immer dabei gebannt zu.
„Wieso zieht der Rauch nach oben? Und wohin geht er?“, fragte dann Julien und Lilian nickte eifrig, da es sie auch interessierte.
„Ja, Onkel Dudu. Wieso geht er nach oben? Wenn man was nach oben wirft, fällt es doch immer runter!“, meinte dann auch Lilian.
Grace schmunzelte bei den Fragen ihrer Kinder. Es musste nur ein Zwilling eine Frage stellen und sofort prasselten weitere auf einen herab. Dieses Mal war Duo das Opfer ihrer Kinder, der diese Fragen beantworten musste.
Nachdem die Fragen geklärt waren, starrte Julien verträumt in das Feuer und Lilian zupfte Fussel aus dem Fell, auf welchen sich die Kinder niedergelassen hatten. Wären sie nicht durch den Schneesturm in dieser kleinen Hütte gefangen, so hätte Grace diesen Moment als friedlich empfunden und später auf einem Bild verewigt. Doch so war weiterhin die Angst da, dass sie länger als eine Nacht dort verweilen mussten und es nicht klar war, ob sie dann genug zu essen und zu trinken hatten. Oder ob sie irgendwann nichts mehr für ein Feuer auftreiben konnten, wodurch sie erfroren. Doch Grace schüttelte bestimmt den Kopf und wollte nicht noch weitere solche Gedanken zulassen.
„Ja, heute haben wir noch genug zu essen, trinken und für das Feuer. Aber ich hoffe, wir können morgen wieder weiter. Länger als zwei Tage können wir nicht hier bleiben!“, erklärte Grace ihrem Freund und dämpfte ihre Stimme, damit ihre Kinder, die miteinander plauderten und lachten, nicht ihre Sorgen mitbekamen.
„Was sollen wir tun, falls es so weit ist. Beim Schneesturm in Balar hatten wir wenigstens genug Ressourcen, um das auszusitzen, aber jetzt?“, fragte dann die Künstlerin: „Wenigstens können sie noch unbeschwert sein und wissen nicht wie ernst die Lage werden könnte…“

@Duo Maxwell


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#60

RE: Hütte im Wald

in Umgebung 10.04.2021 21:33
von Samuel Murdock | 344 Beiträge

Samuel war seit Monaten unterwegs, weit weg von zu Hause und nun auch noch mit diesen Zombies um sich herum. Es hatte eine Weile gedauert, bis er begriff was hier gelaufen war, immer hin saß er knapp zwölf Jahre hinter Gittern. Mexico hatte ihm eindeutig nicht gut getan. Er war ziemlich dünn geworden, die harte Arbeit dort war wirklich nicht ohne. Die Insassen mussten sich selbst versorgen, Ackerbau betreiben, Vieh züchten und was noch so alles anfiel, sodass sie erst nichts von diesem Ausbruch mit bekamen. Erst vor kurzem hatte er so richtig mit bekommen was die Seuche angerichtet hatte. Sämtliche Städte waren wie ausgestorben. Dennoch ließ er sich nicht davon abbringen nach Baltimore zurück zu kehren. Er wollte wissen ob es die Rider noch gab und ob seine Familie überlebt hatte.
Hin und wieder traf er auf ein paar Überlebende, denen er sich anschloss um irgendwelche Infos zu bekommen, wo vielleicht noch einige mehr überlebt hatten. Danach machte er sich immer wieder auf die Suche nach einem Motorrad oder eben nach einem Wagen um einfach wesentlich weiter zu kommen, als zu Fuß. Er hatte es sogar vor kurzem geschafft sich für eine gewisse Zeit Resourcen zu zu legen. Er wusste, das es zu dieser Zeit, langsam auf den Winter zu ging. An jedem Haus, an jeder Tankstelle und an jedem Gebäude blieb er eine Weile um aus zu kunschaften, wo er was bekommen konnte. Demnach hatte er zuletzt den Pickup voll packen können um in die nähe von Baltimore zu kommen. Doch der Schneesturm kam ihm zuvor. Langsam wurden die Straßen immer glatter und der Schnee peitschte gegen das Fenster seines Pickups. Die Straßen waren kaum noch zu erkennen. Er beschloss sich irgendwo hin zu begeben, um den Schneesturm zu entkommen. Es würde ihm nichts bringen, weiter zu fahren um dann eingeschneit zu werden und dann gegebenfalls im Wagen zu erfrieren, denn Benzin war nunmal knapp und die Heizung des Pickups war nun nicht mehr die Beste. Er fuhr noch ein Stück weiter und erkannte ein Umriss eines Hauses. Die Einfahrt war gerade noch zu erahnen, dennoch hatte Sam seine Probleme dort hoch zu fahren. Als er näher kam, sah er ein kleines Licht im Fenster flackern. Scheinbar war dort wirklich jemand. Wenn er glück hatte, konnte er zumindest bis zum Morgen dort bleiben um dann weiter zu kommen. Oder aber es befanden sich Beißer dort. Also musste er auf der Hut sein. Er schaltete den Motor und das Licht des Trucks aus und wartete einen Moment bevor er ausstieg. Er beobachtete die Fenster und checkte die Umgebung soweit es eben ging. Erst dann stieg er aus. Seine Hand lag an seiner Waffe, für alle Fälle. Leise schlich Sam zum Fenster, wo er eben noch ein Licht flackern sehen hatte und versuchte durch das Fenster zu sehen. Viel konnte er nicht erkennen, hörte aber einige Stimmen, was ein Zeichen für ihn war, das sich drinnen keine Beißer aufhielten. Erst jetzt ging er zur Tür. Dort konnte er Kinderstimmen vernehmen, was ihn dazu brachte, seine Waffe los zu lassen um den Personen drinnen keinen schrecken zu verpassen. Kurz klopfte Sam an die Türe und zog sich den Kragen der Jacke etwas höher. Die kälte war echt das schlimmste was es gab. Dann trat Sam einige Schritte von der Tür weg. Nicht das dann doch noch jemand ihm direkt eine Waffe unter die Nase halten konnte und wartete.
@Duo Maxwell @Grace Murdock //hoffe das passt erstmal so :D



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