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Ihr wollt unbedingt Spannung, Action oder einfach nur einen Ausklang zu der modernen Welt? Dann seid ihr bei uns genau richtig. Die Welt ist nicht mehr die, die wir kannten. Untote wandeln alleine oder in großen Horden umher. Jedoch sind sie nicht die größte Bedrohung. Nach den Jahren wissen die Überlebenden, wie sie mit diesen umgehen müssen. Die größere Bedrohung sind wohl andere Überlebende, denn Gesetze oder Strafen gibt es nicht mehr. Deswegen haben sich einige zu Kolonien zusammengeschlossen, in denen jeder seine Aufgabe und einen sicheren Schlafplatz hat. Du kannst dich zwischen der Cottage by the Sea entscheiden, eine frühere Ferienanlaga direkt am Meer oder den Anarchy Riders, der Außenposten der Cottage, die in einem Clubhaus leben. Wie wäre es hoch oben in den Bergen in einem mittelalterlichen Dorf zu leben und sich selbst zu versorgen? Im Valley Balar ist es möglich. Als Nomade kannst du hin, wohin du willst und brauchst dich nur um dich kümmern. Vielleicht willst du dich auch dem Bösen anschließen, dann bist du bei der Company sehr gut aufgehoben. Egal wie du dich entscheidest, es wird dein Leben verändern.

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HOT HOT SUMMER ... endlich strahlt sie Sonne und wärmt unsere abgekühlten Körper. Die Damen haben gebräunte Haut und die Herren, lassen sich ein kühles Bier schmecken. Sonne satt und so langsam kommen wir echt ins schwitzen. Die Temperaturen liegen zwischen 20 und 34 Grad. Packt die Sonnencreme ein, verbrannte Haut kann sehr schmerzhaft sein.

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Walking Dead Charas: Rosita, Ezekiel, Enid Taylor, Carol, Conni, Tara, Henry, Lydia, Eugene, Siddiq, Pamela Milton, Sebastian Milton, Mercer, Maxwell Hawkins Fear the Walking Dead Charas: Madison, Luciana, June, Daniel, Victor, Nick Auch viele Free Gesuche warten darauf, endlich in Empfang genommen zu werden. Auch ohne Serienwissen bist du bei uns gerne willkommen !!!

 

☀ Der Sommer ist da und wird sehr sehr heiß. Dürre und starke Gewitter sind keine Seltenheit ☀

#41

RE: Straße

in Umgebung 12.01.2020 18:52
von Carl Grimes • 1.480 Beiträge

Nachdem wir alles zusammengesucht und gut verstaut hatten, samt der Geschenke wegen der wir losgeschickt wurden, machten wir uns auf den Weg zu unseren Verbündeten. Die Riders waren nicht allzu weit weg von uns. Vielleicht eine Stunde mit dem Wagen. Es war also auch kein Problem mit einem sicher ans Ziel zu kommen. Dachte ich. Eine Stunde war nicht sonderlich viel, also machte ich mir keine großen Sorgen und keine umschweifenden Gedanken. Wozu auch? Aber eine halbe Stunde mit dem Auto konnten zu Fuß gut mal eine Stunde dauern. Zwar sicherten wir immer wieder die Gegend ums Cottage, gingen aber in weniger Abständen weiter außen vor. Meist wurde das kontrolliert wenn eine Tour raus fuhr. Nach knapp der Hälfte des Weges sackte der Wagen allerdings ab und gab unmissverständliche Rauchzeichen von sich. Da brauchte keiner von uns unter die Haube sehen. Der war hinüber. Eine stunde zu Fuß lag also mindestens noch vor uns. Wir berieten uns kurz und stimmten dann überein keine Pause zu machen, sondern gleich weiterzugehen. Roman übernahm dabei den Proviant und ich trug die Geschenke. Er traute mir einfach nicht zu die Sachen gerecht aufzuteilen. Obwohl er dabei grinste und seine Witze riss. Ich rollte grinsend mit den Augen und ging voran. Ein kaputtes Auto war nicht das Problem. Das der Winter vor der Tür stand war schon etwas lästig. Der Wind war hier zwar nicht ganz so stark wie am Meer, hatte aber immer noch klirrende Kälte dabei. Eine Gänsehaut fuhr über meinen Rücken und ich war ganz froh nicht allein unterwegs zu sein. Auch wenn wir im Grunde niemals allein unterwegs waren. Die ersten Schneeflocken gesellten sich zu uns und erschwerten die Reise ein wenig. Aber darauf war ich vorbereitet. Ganz so dumm war ich auch nicht. Kalter Wind bedeutete dicke Klamotten. Und im Gegensatz zu Roman hatte es mich weniger gejuckt wie das aussah. Ich grinste als er nach ein paar weiteren Minuten einen seiner Wutanfälle bekam. Irgenwie gehörte das zu ihm. Leider hatte ich nicht damit gerechnet das er gleich die Aufmerksamkeit einer ganzen Horde Beißer auf uns richten würde. Der Boden war schon gut gefroren und dem entsprechend hart. Die Untoten hatten es damit leichter und brachen kaum noch in Löchern aus. Wir hatten den Wagen gerade so weit hinter und gelassen, das wir ihn nicht mehr sehen konnten. Ein paar Minuten blieben wir stehen, bis Roman sich wieder beruhigt hatte. Der Proviant in seinem Rucksack hatte darunter ganz schön zu leiden. Das gab wohl nur noch Brösel für uns. Zum Glück waren die Geschenke für die Kinder nicht besonders schwer. Das Meiste waren Klamotten. Selbst genäht und gestrickt von den Leuten im Cottage. Wir schätzten unsere Verbündeten. Und das da Zwillinge geboren werden sollten war für alle etwas positives. Carol hatte ein paar Kekse dazugelegt, ihr Brot lag bei Roman um Rucksack. Wir kamen auf eine Anhöhe mit einer ziemlich scharfen Kurve. Roman stellte gerade die Frage wie viele Idioten hier wohl schon einen Abflug gemacht hatten, als es an der Leitplanke wackelte und zitterte. Es war so seltsam ebenmäßig das es auch ein Erdbeben hätte sein können. Joch war nur ein paar wenige Meter weiter ein Beißer der sich darin verfangen hatte. Wie auch immer so etwas manchmal passieren konnte. Darauf war ich nicht gefasst und hatte mich ordentlich erschrocken. Auch wenn ein eingeklemmter Zombie nicht unbedingt eine große Gefahr darstellte. Stirnrunzelnd beugten Roman und ich uns vor als sich hinter der Planke noch etwas tat. ich wusste nicht das es dort einen Vorsprung gab. Dem entsprechend waren wir beide unerwartet erschrocken als sich zwei massige Arme nach uns ausstreckten und über die Leitplanke zogen. Ich versuchte mich von dem Arm freizumachen, hatte aber nicht ganz so viele Chancen. Was nicht verwunderlich war, wenn einem langsam die Luft ausging. Also schnappte ich mir die erstbeste Waffe an die ich ran kam. Mit meinem Messer schnitt ich dem Kerl der Breite nach über den Arm, sodass er mich loslassen musste. Leider war mir nicht in den Sinn gekommen das sich unter uns kein Boden befand. Der Fall war kein Problem. Vielleicht ein einziger Meter freier Fall, dann landete ich unsanft auf dem steilen Abhang und rutschte noch einige Meter weiter runter. Roman war so geistesgegenwärtig und hatte sich am Metall der Leitplanke festhalten können. Hätten wir besser aufgepasst, hätten wir auch bemerkt das die Horde viel näher war als man dachte. Ich war so damit beschäftigt auf den Kerl zu zielen das ich nicht viel mitbekam. Zwar war ich wieder relativ treffsicher, aber die zwei waren zu nah beieinander. Er packte Roman erneut am Hals und drohte ihm irgend etwas an, das nicht bis zu mir nach unten durchdrang. Ich konnte nicht viel machen, außer auf die Füße des Fremden zu zielen und so viele Treffer zu landen wie ich konnte. Es ärgerte mich sofort das ich nicht mehr Munition mitgenommen hatte. Trotzdem saßen wohl ein paar Treffer ganz gut und Roman konnte sich befreien. Er ließ auch nicht lang auf sich bitten und rutschte jetzt seinerseits den Abhang hinunter. Dichte gefolgt von dem nun verletzten Kerl, der sich bei der Rutschpartie die Füße hielt. Zwar feuerte ich Roman an schneller zu machen, aber das brachte ihm vielleicht zwei Sekunden Vorsprung ein. Er fiel mir in die Arme und drehte sich prompt mit mir um. Ich war etwas verwirrt darüber, sah dann aber auch, was uns hätte sofort ins Auge springen sollen. Die Horde hatte uns eingeholt und war jetzt zum Greifen nah gekommen. Ich fluchte lautstark vor mich her und nahm das Messer wieder in die Hand. Mit der anderen zog ich Roman weg von den zig ausgestreckten Armen. Er verlor dabei den Rucksack an dem er festgehalten wurde. Hinter uns war der bullige Kerl aber doch noch unerwartet wieder auf die Beine gekommen. Irgendwie ging grade alles viel zu schnell. Und es gab nicht besonders viele Optionen. Zu sterben war eigentlich keine davon. Jetzt war es Roman der mir einen winzigen Vorsprung verschaffen wollte. Er brachte sich direkt vor mich als der Typ anscheinend eine Waffe ziehen wollte. Was zum Henker wollte der überhaupt von uns? Hatte der so lange da gehockt bis jemand zufällig vorbei kam? Er schien jedenfalls seinen Spaß daran zu haben und verzog nicht einmal wirklich das Gesicht. Was da vor mir abging wurde mir erst klar, als sich Romans linke Seite dann doch ziemlich schnell blutrot einfärbte. Selbst die Jacke konnte den Blutfluss anscheinend nicht so sehr aufhalten. Schnell lief es ebenso am Hosenbein entlang nach unten. Ich war schlichtweg geschockt und starrte mit offenem Mund entsetzt vor mich. Automatisch wollte mein Hirn mir sofort weiß machen das alles nur halb so schlimm war wie es aussah. Roman wehrte sich auch tatsächlich noch und rief mir die ganze Zeit zu das ich abhauen sollte. Ich konnte ganz einfach nicht. Ein Stöhnen hinter mir brachte meine Beine dann aber doch dazu sich wieder zu bewegen. Ich versuchte ihn zu befreien, aber der Kerl war für zwei Halbstarke wie uns eine Nummer zu groß. Er lachte rau und faselte andauernd irgend einen Scheiß vor sich her. Von wegen Menschen in unserem Alter würden eine Menge Kohle einbringen. Und irgendwas von Privilegien. Mehr bekam ich nicht mit. Ich versuchte weiterhin seinen fast schon eisernen Handgriff von Roman zu lösen, aber alles was ich erntete war ein Faustschlag ins Gesicht der sich gewaschen hatte. Für einen Augenblick sah ich mich auf dem Boden liegen und Sterne zählen. Vielleicht war ich es auch nicht gewohnt verdroschen zu werden. Als ich mich wieder aufgerafft hatte war er direkt vor mir und bot uns die Wahl. Ich fragte mich zwar nicht wofür, da es für mich auf der Hand lag, aber Roman war schneller. Vielleicht lag es am Adrenalin, aber seine Antwort kam schneller als meine. wir boten uns beide als Opfer für den jeweiligen Anderen an. Aber Roman war schon immer verdammt schnell gewesen. Seine Reaktionszeit war bombastisch und meine Stimme ging in der seinen unter. Wo nahm er nur diese Festigkeit her? Ich zog sofort meine Waffe, feuerte aber nur noch leere Schüsse ab. Wieder wurden wir ausgelacht, was mich so langsam aber sicher nicht nur wütend machte. Die Waffe zu werfen machte auch wenig aus. Die Klinge des Messers war zu kurz, konnte aber noch einiges anrichten. Wenn ich denn dazu gekommen wäre. Dem hässlichen Kerl schien die Entscheidung zu gefallen, er lachte sogar dabei und nickte irgendwas ab. Instinktiv sprang ich auf ihn zu und streckte meine Hand dazwischen, als ob es irgend etwas hätte bewirken können. Die Klinge des Fremden glitt längst zwischen die Lücken meiner Finger und bohrte sich in Romans Körper als wäre er aus Butter. Wieder war ich so erschrocken das ich keinen Schmerz merkte. Er sah mir direkt in die Augen bevor ihm die Lider zufielen und seine Arme ebenso leblos nach unten sackten. Es vergingen nur wenige Sekunden und das Gekrächze der Herde konnte ich in dem Moment mehr als gekonnt ausblenden. Waren das wirklich nur so wenige Momente in denen alles den Bach runtergehen konnte? Der Griff des Fremden wurde lockerer und ich fing Roman auf bevor er auf den Boden aufschlagen konnte. Zwar sackte ich mit seinem Gewicht selbst auf den Boden, aber das juckte mich nicht. Wenigstens würde er nicht zurückkehren. Das hatte Roman nicht verdient. Ein Rinnsal warmer Flüssigkeit bahnte sich seinen Weg über mein Gesicht. Wieder blieb mir nur ein winziger Augenblick um ihn ein letztes Mal halten zu können. Denn nur einen Moment später spürte ich eine ziemlich große und starke Hand im Nacken. Unsanft wurde ich so auf die Beine gezwungen und an den muskelbepackten Mörder hinter mir gedrückt. War der etwas auch noch pervers, oder was? Ich verstand nicht ganz was der Kerl mit seiner Aussage gemeint hatte. Aber ich hielt es für einen Witz. Gab es wirklich so widerwärtige Leute die andere Menschen verkauften? Für was auch immer? Ich wollte mir das eigentlich gar nicht ausmalen. Ich rammte ihm meinen Ellbogen gegen die Brust, aber hatte gerade nicht einmal mehr annähernd genug Kraft. Das sollte dann wohl auch mein Ende sein. Langsam aber sicher schien ich den Boden unter den Füßen zu verlieren. Ich riss und kratze an seiner Hand und seinem Arm, aber das schien ihm nichts auszumachen. Erst da bemerkte ich durch meine Hand das meine alte Wunde wieder aufgeplatzt war. Nicht unbedingt förderlich. Das Blut machte meine Hände eher rutschig und so war es kein Wunder das ich keinen Halt fand. Aber eher würde ich hier mit Roman sterben als diesem ätzenden Kerl die Genugtuung zu verschaffen und ihm in die Karten zu spielen. Lieber war ich tot als ein lächerlicher Sklave. Oder was auch immer das alles zu bedeuten hatte.




@Cassandra Dixon



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#42

RE: Straße

in Umgebung 12.01.2020 20:11
von Cassandra Dixon | 402 Beiträge

# First Post …

Brauch ne Auszeit … mach dir keine Sorgen, bin bald wieder da. C Die Satteltaschen bereits gepackt und über ihre rechte Schulter geworfen, kritzelte Cassandra die kurze Nachricht an ihrem Bruder Daryl bevor sie das Blatt Papier gut sichtbar auf dem Küchentresen des Bungalows gelegt hinter sich ließ um hinaus in die spürbar kältere Meeresbrise trat. Der Winter stand vor der Tür … man konnte ihn fast schon riechen und einen Moment lang schloss die dunkelhaarige ihre Augen um diesen ersten unverkennbaren Boten des Winters tief einzuatmen. Ja bald schon würde es schneien, womöglich schon in weniger als einer Stunde. Es wurde also Zeit aufzubrechen bevor noch jemand auf die glorreiche Idee kommen könnte, ihr nahezu legen doch den ersten Schnee abzuwarten, bevor sie sich raus wagte.

Und so war es gekommen, noch bevor Daryl von was auch immer er gerade machte zurückgekehrt war, hatte sie noch vor dem Bungalow ihr Pferd gesattelt und sich auf dessen Rücken geschwungen und kaum ein paar Minuten später passierte sie das große Tor der Anlage und den eher mäßig erfolgreichen Versuch des Hinterfragens wo sie denn alleine hin wollte. Dumme Fragen zu ignorieren war hier wirklich eine sehr erfolgsversprechende Methode die eigenen Pläne umgesetzt zu bekommen. Die Typen am Tor hatten zumindest inzwischen kapiert, dass sie kam und ging wann sie wollte und letztlich wenn überhaupt ausschließlich Daryl ihr etwas zu sagen hatte. Auch wenn das nicht bedeutete dass manche sie nicht dennoch mit diesem übermäßig anstrengendem Gemeinschaftsscheiß nervten. Nicht das Cassandra in den vergangenen Monaten nicht durchaus zu verstehen begonnen hatte, warum Daryl so an diesem Ort und seinen Bewohnern hing und so manches Risiko für eben diese einging. Doch man konnte die Erfahrungen und Angewohnheiten von einem halben Leben nun einmal nicht in sechs Monaten verändern und erst Recht nicht wenn so manches Mal pure Bitterkeit in einem aufstieg, wenn man mit ansah wie nah manche sich waren und wie fremd sie sich immer und immer wieder hier fühlte. Die anfängliche Wut auf den Lauf des Schicksals war längst verflogen, sie konnte mit der Realität durchaus umgehen, dennoch gab es Tage und Wochen, in denen sie nur zwei Dinge im Cottage hielten. Daryl und die Hoffnung dass Alex irgendwann am Tor auftauchen würde. Doch von letzterem war einfach nichts mehr zu hören. Cas wusste nicht wo er steckte und was er tat, aber je länger sie an einem Ort war, umso schwerer konnte sie damit umgehen, dass Alexander scheinbar vom Erdboden verschluckt worden war. Vielleicht war das ja auch der Grund dafür, dass sie einfach … raus musste. Sie spürte das ihre ohnehin erschreckend niedrige Frustrationsgrenze ausgereizt war, wusste selbst, dass sie bereits Kleinscheiß krampfhaft die Faust ballen ließ. Sie brauchte etwas Zeit für sich und so kurz vor dem Winter, war es ohnehin fällig geworden ihr letztes Depot noch einmal aufzusuchen und dieses zumindest soweit zu leeren, dass sie alles hatte, was sie in einem womöglich harten Winter brauchen könnte. Es war also nicht der Weg hoch in die oberen Waldlagen, den die 28-jährige an diesem Tag einschlug, nein es war der Weg Richtung Nord-Osten der sie durch den eisigen Wind und die ersten Schneeflocken in diesem Jahr führte. Dank Charlies Trittsicherheit und den neuen Eisen mit spikeähnlichen Noppen musste sie auch nicht die viel längere Route auf der Straße nehmen, sondern konnte zumindest einiges der Strecke Querfeldein nutzen. Doch immer ging das leider auch nicht. Für einzelne Abschnitte ihrer Reise in die mehr oder weniger Vergangenheit musst sie auf die Straße zurückgreifen und nach einer Weile war es eben eine dieser Straßen die Cassandra aus ihren Gedanken erwachen ließ „Ruhig mein Süßer…“ gut einige Meter von ihr entfernt war im Schneetreiben ein Auto aufgetaucht. An sich ja wirklich nichts ungewöhnliches aber … der Wagen der nun neben ihr war, den kannte sie. Ihr Pferd beruhigend glitt Cassandra kurzerhand aus dem Sattel um sich den Wagen genauer anzusehen. Scheinbar waren die Leute aus dem Cottage liegengeblieben und warne zu Fuß weiter. Doch da der Wagen nicht einmal mehr warm war … musste das eine Weile zurück liegen. Tja sie würden sicher schon längst zurück sein und selbst wenn nicht, es war nicht ihr Job den Babysitter für Fremde zu spielen. Warum also umkehren und nach ihnen Suchen? Das würde sie einen ganzen Tag kosten und wer wusste schon wie lange der Fluss noch passierbar war, den sie durchqueren musste? Nein sich versichernd das weder Waffen noch nötige Ausstattung im Wagen zurückgeblieben waren, entschied Cas weiter zu ziehen und schwang sich wieder in den Sattel um nun ein Stück weit der Straße zu folgen um dann Querfeldein den direkten Weg an ihr Ziel in Angriff zu nehmen.

Das monotone Klackern der Hofe klang durch die von eisigem Wind und stetig stärker werdenden Schneetreiben geprägte Landschaft, als Cas schließlich an einer Stelle der Straße lang kam, die von einer scharfen Kurve und einem alten Pickup Wrack dominiert wurden war es das knurren und schnauben eines Freaks, der sie sich im Sattel aufrichten ließ, um Charlie zum einen Sicherheit zu vermitteln und ihm zum anderen zu signalisieren das er langsamer werden sollte „Alles gut mein Großer … der scheint festzustecken.“ Sprach so wie so oft beruhigend auf ihren treuen Begleiter ein als sie sich entschied dennoch auf Nummer sicher zu gehen. Aus dem Sattel gleitend und zeitgleich ihr Messer ziehend ging sie die wenigen Schritte zu dem Beißer um ihm obgleich er eingeklemmt war den Rest zu geben und dann wie erstarrt innezuhalten. Es waren nicht die offensichtlichen Rutschspuren, die sie innehalten ließen, nein es waren die Stimmen die von etwas tiefer zu ihr vordrangen. Eine tiefe, gefühlskalte die sie nicht kannte, eine die sie meinte irgendwann schon einmal gehört zu haben und „Fuckkkk“ glitt es ihr leise über die Lippen als sie realisierte dass sie die dritte Stimme aber absolut sicher kannte. Das war Carl. Die Augen zu schmalen Schlitzend kneifend versuchte sie durch das Schneegestöber Carl auszumachen. Sie brauchte einen Moment um das Terrain abzusuchen und schließlich eine ziemlich brenzlige Situation mit anzusehen. Da waren Carl, ein Junge den sie schon mal gesehen hatte und ein Typ der ihnen ordentlich zusetze. Binnen der Dauer eines Herzschlages zog sie ihren Bogen über Kopf und linke Schulter um auch schon im nächsten Augenblick einen Pfeil aus dem Köcher zu ziehen und ihn in die Sehne einzulegen. Doch in dem flüchtigen Moment, den Cas brauchte um den Bogen zu heben, schien es auch schon zu passieren. Sie hörte einen erstickten Schrei der klar nach Carl klang und dann sah sie auch schon wie der andere Junge vortaumelte und gemeinsam mit Carl fiel „FUCK“ das eskalierte eindeutig und auch wenn ihr so ziemlich jeder im Cottage abseits ihres Bruders am Arsch vorbei gehen konnte, Carl war ein Freund. Sie würde nicht mitansehen wie irgendwer ihm einfach weil er es konnte die Lichter ausblies. Apropos blasen, der Wind nahm zu und da es der Schneefall auch tat, geschah nun das, was wohl irgendwie Murphys Law zuzuschreiben war. Für einen Moment konnte sie schlicht weg nichts mehr sehen und einfach so blind den Pfeil seinen Weg suchen zu lassen? Oh nein das war zu riskant. Am Ende wäre es sie, die Carl die Lichter ausblies. Also Glitt Cassandra über die alte Abgrenzung der Straße um direkt hinter der Leitblanke in die Hocke zu gehen und einen sicheren Stand für ihren Schuss zu bekommen und endlich … der Schneenebel lichtete sich und „Fuck … mach dich von ihm los Junge, so wird das nichts.“ Nun sah sie Carl und den Fremden wieder. Nur konnte sie nicht schießen. Der Mistkerl war viel zu nah an Carl. Weder Kopf noch Körper waren eine sichere Sache. Ein paar Sekunden lang wartete Cas, hoffte darauf dass Carl es irgendwie schaffen würde, sich so weit loszureißen, um ihr genau das Zeitfenster zu verschaffen, das nötig war um den Mistkerl auszuschalten. Aber das Gerangel schien zu nichts zu führen und mit einem Mal blitzte etwas silberne sauf. Messer? Pistole? Egal, Cas konnte nicht abwarten sie musste etwas tun, also zog sie ihr Messer, ließ den Bogen über den sandigen Abrang rutschen und nahm den direkten Weg um Carl zu helfen. Sie rutsche über loses Steine und sandigen Untergrund, um mit einem leis dumpfen Geräusch gut drei Meter vor den Beiden zu laden.

Carl schien ein wenig verwirrt zu sein, Cas brauchte kurz einen Moment um sicheren Stand zu finden, der schmierige Kerl jedoch leckte sich doch glatt die Lippen URGHS scheinbar fühlte er sich grad wie der Jackpot Gewinner im MGM. „Hey Arschloch … willst du´s nicht mit jemanden in deiner Größe probieren?“ aber gut, das konnte für Cas ein Vorteil sein. Männer waren ab und an wirklich dümmer, als gut für sie war. Nur weil sie mehr Gewicht auf die Waage, brachten dachten sie immer, sie würden jede Frau mit Leichtigkeit auf Links ziehen und diese jämmerliche Ausgabe von menschlichem Abschaum schien genau das auch zu denken. Einen Moment lang schien er zu überlegen, blickte gar auf Carl um diesen dann mit voller Wucht gegen einen kantigen Teil des Abhangs zu schleudern und mit gezücktem Messer auf Cas zu zu kommen. „Carl?“ keine Bewegung außer Acht lassend, versuchte Cas noch sicherzustellen, dass es dem ältesten Grimms-Spross gut ging, da kam auch schon der erste Angriff den sie mit einer flinken Rechtsdrehung gerade so ausweichen konnte. „Verdammt red mit mir!“ Was ihr jedoch die Möglichkeit gab direkt einen kräftigen Stoß mit ihrem Ellbogen in den Rücken des Fremden zu platzieren. Nur leider war sandiger leicht abschüssiger Boden echt nicht die perfekte Grundlage für sowas. Der Schlag war nicht perfekt platziert und noch bevor Cas sich ganz herumgewandt hatte, bekomm sie auch schon einen ziemlich harten Schlag an ihre Seite, der sie glatt taumeln ließ. Wow hatte der Typ nen Hammer. Fast wie ihr Daddy wenn er so richtig in Fahrt gewesen war …

OCC ich mach hier mal nen Cut damit ich dir nicht zu viel wegschreibe ;)
@Carl Grimes


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#43

RE: Straße

in Umgebung 12.01.2020 22:31
von Carl Grimes • 1.480 Beiträge

An Hilfe dachte ich derzeit überhaupt nicht mehr. Wie sollte ich auch? Wir waren hier praktisch in einer Grube und bald hatte uns der Schnee bedeckt. Egal ob er lange liegen blieb oder nicht. Mir war das alles gar nicht aufgefallen. Ich hatte genug zu kämpfen. Das hatte ich jetzt davon, wenn ich mich ein mal sicher fühlte. Roman hatte gerade sein Leben für mich geopfert und mein eigenes hing an Messers Schneide. Meinte dieser Kerl das ernst? Ich versuchte die ganze Zeit über mich zu befreien. Riss und kratzte an seinen Fingern, seiner Hand und letztendlich auch an seinem Arm. Die Schnittwunde an seinem Arm schien nicht tief genug zu sein. Was zum Teufel hatte dieser Typ nur eingeworfen das er so stark war? Mein Fluchen brachte mich nicht weiter, meine Tritte brachten mich nicht weiter. Hatte ich so daneben gezielt? Oder spürte dieser Muskelprotz vor lauter Rausch gar nichts mehr? Ich kam nicht um nach Luft zu ringen. Und es war wohl auch nur eine Frage der Zeit bis sie mir dann doch ausging. Ich hätte niemals gedacht das man so lange an seinem Hals hängen kann ohne dabei drauf zu gehen. Aber noch hielt ich es aus. Ich musste mir nur was einfallen lassen. Und das möglichst schnell. Egal wie oft ich den Kerl traf, es schien ihm nichts auszumachen. Vielleicht lag es aber auch daran das mich so langsam aber sicher meine Kräfte verließen. Wenigstens musste ich dann nicht mehr miterleben was der Spinner noch vor hatte. Das Einzige das für mich gerade zählte war, das ich mehr oder weniger nur den grauweißen Himmel sehen konnte. Weder die näher rückende Horde, noch Roman am Boden fielen in meinen Sichtbereich. Das erleichterte mich zwar nicht, aber das letzte was ich sehen wollte war nicht unbedingt eine Horde von Beißern. Zumal mir klar war, das ich ihr nächstes Mittagessen sein würde. Sofern dieser Koloss hier sich nicht bald bewegte.
Ich versuchte es ein letztes Mal und war erstaunt das der Kerl sich rührte. Hatte ich da eine Stimme gehört? War das eine Frau? Quatsch, das hatte ich mir mit Sicherheit nur eingebildet. Wo sollte denn hier so plötzlich jemand herkommen? Trotzdem drehte dieses Monster sich um. Leider in die falsche Richtung. Ich konnte nicht wirklich sehen ob und wer es denn gewesen war. Allerdings merkte ich das hier irgendwas im Gange war. Der Griff veränderte sich, doch ehe ich reagieren konnte flog ich auch schon durch die Luft. Das hatte ich jetzt davon nur ein Halbstarker niemand zu sein. Ich sah binnen Sekunden den Abhang auf mich zurasen. Oder war es eher ich der dann schmerzhaft gegen die vorstehende Kante flog? Es tat höllisch weh und aus den Sternen vor meinen Augen wurde tiefste Dunkelheit. So bekam ich nicht das Geringste mit. Auch nicht, das Cassandra die ganze Zeit versuchte mit mir zu reden. Geschweige denn, das ich überhaupt bemerkt hatte das es Cassandra war die mir da den Hintern gerettet hatte.

Der Kerl dagegen war überhaupt nicht davon angetan das eine Frau ihn unterbrochen hatte. Zwar wurde er von Cass niedergestreckt, aber er konterte gleich indem er ihr einen saftigen Schlag in die Seite verpasste. Tatsächlich brachte ihn das wieder zum Lachen. Vielleicht war der Typ auch einfach nur krank? Er rappelte sich wieder auf und lallte irgendwas von Arbeit und Aufgaben und das starke Menschen viel Geld einbrachten. Hatte er sich vorgenommen auch Cassandra einzufangen? Ich hätte ja gesagt. Er wandte sich um und teilte gleich wieder ein paar Schläge aus. Mit geballten Fäusten versuchte er jetzt sie mit jedem Schlag zu treffen. Cass konnte wohl einpacken wenn sie noch ein paar Schläge einkassierte. Auf welchen Drogen der Kerl auch war, sie schienen ihn unbesiegbar zu machen. Er trieb die junge Retterin immer weiter Richtung Abhang. Dann hatte sie den steilen Hang im Rücken und die Herde Beißer auf der anderen Seite. Vor ihr ließ der Mann seine Finger knacken. Es gab nur einen Ausweg, wenn sie versuchte zu flüchten. Er nahm wieder sein blutverschmiertes Messer zur Hand und versuchte Cass so einzuschüchtern. Sicher rechnete er damit das sie zur einzig freien Seite ausweichen würde. Allem Anschein nach ging er auch nicht davon aus das sie einen direkten Angriff auf ihn wagen würde. Immerhin saß sie in einer Zwickmühle und die Zeit arbeitete ganz eindeutig gegen Cassandra. Interessanterweise bot er auch ihr etwas an. Jedoch wollte er keinen der beiden töten, sondern nur etwas entstellen. Auch wenn er es als markieren bezeichnete. Sollte er zuerst die agile Frau einfangen und malträtieren, oder sollte er in aller Seelenruhe mit dem bewusstlosen Jungen am Boden beginnen? Es schien ihm Spaß zu machen und ganz langsam und immer die Augen auf sie gerichtet, ging er seitlich immer weiter auf den nichts ahnenden Jungen zu. Schließlich hatte erpressen bisher immer funktioniert. Er stellte seinen geschundenen Fuß auf den Kopf des am Boden liegenden und drückte ihn langsam und sichtlich erheitert in den, durch den Sturz, aufgerüttelten Schnee und leicht in den Sand. Soweit es eben möglich war. Wieder geschah alles in nur wenigen Momenten. Oder war es doch wesentlich länger?

Die Bewusstlosigkeit klang langsam ab und ehe ich mich versehen konnte, war da wieder ein unschöner, stechender Schmerz. Automatisch riss ich meine Arme hoch und spürte da doch allen ernstes einen Fuß auf meinem Kopf. Mir war immer noch ganz schwummerig und ich wusste im ersten Moment überhaupt nicht was los war. Aber ganz wie von selbst und instinktiv bohrten sich meine Finger in ein Loch am Schuh. Ich hatte wohl verdammtes Glück das ich ausgerechnet eine Schusswunde von mir erwischt hatte. Er krähte jedenfalls auf und zog seinen Fuß zurück. Der Schmerz war zwar noch da, aber ich wurde zumindest nicht mehr auf den Boden gedrückt. Wie das Schicksal es wollte hatte ich heute Morgen zufällig einen neuen Verband um mein Auge gewickelt, der den meisten Sand und Dreck abhielt. Trotzdem war der weiße Stoff jetzt Blut getränkt und an der Seite sandig. Wie mein halbes Gesicht dazu. Wenigstens hatte der Sand das Blut von meiner Wange aufgesaugt. Ich stöhnte kurz und brauchte einen weiteren Moment um mich zu orientieren. Um mich zu erinnern was überhaupt war. In meinem Kopf war alles durcheinander geraten und schwirrte wahllos umher. Für den Augenblick hielt ich mir den Kopf. Was ich sofort bereute. Denn hinter mir wurde das Geglucker und Gekrächze der Herde stetig lauter. Ich riss den Kopf hoch und stand mit einem Mal auf. Auch wieder ein absoluter Fehler. Sofort setzte ein unmissverständlicher Schwindel ein der mit das Frühstück wieder hoch zwang. Spiegeleier auf Brot machten sich halb verdaut sehr gut im Sand. Ich spürte fast gleichzeitig einen Stoß im Rücken und schaffte es gerade eben so noch über die Pfütze drüber zu steigen. Praktischerweise hatte ich noch den Ruck auf dem Rücken der den Stoß abfing und abfederte. Wie gut das hauptsächlich Stoff darin zu finden war. Ich drehte mich um, um zu sehen von wem das gekommen war. Heute schien wieder so ein Tag gewesen zu sein, an dem ich besser nichts getan hätte. Ich sah mich einer Klinge gegenüber und einer Cassandra, die ihren Gegner im Auge hielt. Ich öffnete den Mund um etwas zu sagen, aber nichts als ein heiseres Nichts stieg aus meiner Kehle. Ich hielt mir die Hand vor den Mund und die andere ausgestreckt um den Kerl auf Abstand zu halten. Was so gar nicht klappen wollte. "Wo zum.." Brachte ich immer noch heiser hervor und fuchtelte dabei mit der ausgestreckten Hand herum. Natürlich wollte ich Cass fragen wo sie so zufällig her kam. Oder ob Daryl oder Rick sie geschickt hatten. Ich traute es beiden zu. Leider achtete ich bei meiner verfluchten Verwirrung nicht darauf wie nah der Typ mir gekommen war. Ein sauberer Schnitt in meine Handfläche ließ mich wieder zusammenfahren. War ich gerade so bescheuert gewesen? Schon wieder? Ich versuchte auszuweichen, denn Cassandra hatte sich in Bewegung gesetzt. Sicher hatte sie einen Plan und ich wollte nicht im Weg stehen. Ergo ließ ich mich einfach wieder auf den Boden fallen. Das bisschen Schnee das noch unberührt war, war dabei dann aber dich definitiv hilfreich. Kaum hatte ich meine Hand in das kühle Weiß gedrückt, ließ der Schmerz etwas nach. Ich beobachtete meinen Angreifer weiterhin und fragte mich kurz ob das immer noch ein Traum war. Cass konnte richtig gut kämpfen. War das wirklich nicht nur ein Traum? Oder fing ich jetzt ganz an zu spinnen? Der Kerl holte wieder aus, aber in Richtung Cassandra. Die Kälte am Boden hatte meinen Kopf wieder etwas klarer werden lassen. Leider hatte es mich auch daran erinnert was zuvor passiert war. Sollte ich gerade jetzt anfangen zu heulen? Wohl unter keinen Umständen. Ich war viel zu alt dafür und darüber hinaus hatten wir auch keine Zeit dafür. Ich stieß mich wieder vom Boden ab. Dieses Mal aber wesentlich bedächtiger. Während Cass sich mit dem verrückten Typen anlegte, hatte ich gerade nur einen Gedanken den ich klar vor mir sah. Ich konnte Roman nicht hier zurücklassen. Ich konnte es auch nicht ertragen das er als Zombiefutter endete. Ich war in nur wenigen Schritten bei ihm angekommen und griff sofort einen Arm und ein Bein. Etwas umständlich hiefte ich ihn auf meine Schulter und schwankte wieder, schaffte es aber mich auf den Beinen zu halten und lief einfach los. Das war nicht gerade fair von mir. Aber ich brachte Roman ein gutes Stück in Sicherheit. Nach Luft ringend schnappte ich mir seine Pistole und zielte auf den Kerl. Die erste Kugel ging daneben. Sogar Meterweit, wofür ich auch prompt wieder ausgelacht wurde. Man was ging mir dieser Affe auf die Nerven. Faselte dummes Zeug, schlug wie ein Neandertaler um sich und lachte die ganze Zeit über. Aber wenigstens war ich mir so jetzt ganz sicher das es wirklich Cassandra war. Wie zum Henker hatte sie uns hier finden können? Ich verzog das Gesicht. Zu viel nachdenken war gerade absolut nicht gut für meinen Kopf. Ich zielte erneut. Dieses Mal nicht auf ihn sondern auf ein paar Beißer die uns zu nahe gekommen waren. Das brachte zwar nicht sehr viel, aber aus Erfahrung wusste ich das jede Sekunde zählen konnte. Meine Stimme wurde mit jedem Fluchen aber dann auch tatsächlich wieder fester. Wie sollte man diesen Kerl loswerden, wenn er anscheinend keinen Schmerz empfand? Verwirrt und ratlos sah ich wieder zu Cass. Sie hatte mir den Hintern gerettet, vielleicht konnte sie auch ihren eigenen retten? Ich hoffte es. Denn der Typ nahm Anlauf und glich dabei einem Stier. Ich hatte zwar noch ein paar Kugeln im Lauf, aber er stand in direkter Linie zu Cass. So konnte ich unmöglich etwas unternehmen.


@Cassandra Dixon



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#44

RE: Straße

in Umgebung 12.01.2020 23:18
von Cassandra Dixon | 402 Beiträge

Würde Cassandra in diesem Moment auch nur eine Millisekunde Zeit darauf verschwenden, sich einen Überblick über ihre Verfassung zu machen, sie würde kein sonderlich gutes Ergebnis zusammenbekommen. Der heftige Schlag in ihre Seite hatte vermutlich zwei drei Rippen geprellt, gebrochen waren sie nicht, soweit war sie sich gerade noch sicher. Doch das Problem mit Schmerzen am Rippenbogen war, man bekam schlechter Luft und das in Verbindung mit einem eisig kalten Winterwind und einsetzendem Starkschneefall … war ein Problem für sich. Zudem war da noch immer das Problem dieses klotzigen Kerls, der sie nun gar auslachte und irgendwas vor sich hin faselte.

Ja alles in allem war die Lage echt nicht zum Vorteil der Dunkelhaarigen. Aber hatte sie sich je davon abhalten lassen? Hatte sie aufgegeben, als sie Tagelang in der Box gewesen war? Nein, hatte sie aufgegeben wenn sie windelweich geprügelt worden war? Nein. Hatte sie aufgegeben wenn sie alleine durch diese vollkommen abgebrannte Welt gewandert war? Nein verflucht! „Alter was auch immer du dir…“ begann sie nun also den Mut zu sammeln, der sie immer davor bewahrt hatte gänzlich unter die Räder zu kommen „…reingepfiffen hast, das Zeug ist höllisch.“ Manche hatten ihr gesagt es wäre der verrückte Mut eines Selbstmörders, der dann doch noch eine letzte gute Tat vollbringen wollte. Aber das war es nicht. Cas hatte sich vor Jahren geschworen niemals wieder in die Knie zu gehen und zwar nicht körperlich sondern emotional. Sie hatte sich geschworen dass sie es packen würde, dass sie jedes Hindernis überwinden würde, ganz gleich wie verflucht weh es tat. Sie konnte einfach nicht kapitulieren. Das würde bedeuten das einzige aufzugeben, dass sie immer selbst kontrolliert hatte. „Hey Arschloch …“ Also tat sie es auch jetzt nicht. Sie richtete sich langsam auf um die Aufmerksamkeit von diesem Typen wieder auf sich und somit weg von dem scheinbar bewusstlosen Carl zu lenken „Schlägst fast so hart wie seine kleine Schwester…“ provozierte sie den Typen nun offen heraus und legte all ihren biestigen Redneck-Charme in das breite und abfällige Grinsen, dass nun auf ihren Lippen lag. „Na los komm schon … ich werde grade warm.“ Denn was immer sie auch tat oder eben nicht mehr tun konnte. Carl war bewusstlos und das Arschloch hatte mit seinem Fuß dessen Kopf in diese uncoole Mischung aus Schnee und Sand gedrückt. Verflucht hoffentlich atmete der Junge noch. Es wäre nämlich wirklich uncool, wenn sie sich gleich mit einem überstarken Arschloch für jemanden anlegen würde, der über kurz oder lang aus ihr ein Steak machen wollen würde.

Doch wenn Carl noch lebte, hatte er jetzt bessere Chancen. Denn Anabolika-Boy hatte sich von ihm entfernt um nun wieder auf sie zu zukommen. Soweit, nach Plan. Dachte Cas noch bei sich als dieser Mistkerl auch schon auf sie einzuschlagen begann und so riskant es nun auch sein mochte, ihm das Gefühl zu geben dass er sie zu Brei schlagen können würde, sie musste vom Abhang weg und hinter ihn und das ging … am besten unter ihm durch. Also steckte sie ein, drei harte Schläge auf ihren Körper die ihr die Luft aus den Lungen pressten und sie kurzfristig verschwommen sehen ließen. Dann kam ein Hammer an ihr Bein und sie knickte nicht nur weg weil sie es wollte, sondern weil ihr Körper meinte dass er das musste. Doch das gab ihr eine Möglichkeit. Gegen den Schmerz atmend und alle verbliebene Kraft sammelnd trat sie gegen seinen hinteren rechten Knöchel und brachte ihn damit endlich mal zum Straucheln und damit war die Zeit gekommen. Rumrollen auf die Beine kommen dem Mistkerl mit voller Wucht eine mitgeben und das war´s. Das war zumindest der Plan. Doch weit kam sie leider nicht. Sie rollte sich zu schwerfällig rum und kam nur halb auf die Knie. Da hatte sich dieser ihre auch schon wieder zu ihr umgewandt. „Echt jetzt?“ um sie von Kopf bis Fuß zu mustern während er seine Fingerknöchel knacken ließ. Das war nie ein gutes Zeichen. Das war es absolut nicht. Einige sehr tiefe und schnelle Atemzüge nehmend versuchte sie die Kraft aufzubringen die sie brauchte, gerade als sie Carl in ihrem Blickwinkel wahrnahm. Er kroch über den Boden auf etwas oder nein jemanden zu „Echt jetzt?“ um diese Person dann kurzerhand wegzuschleifen oder naja vermutlich sollte das trage sein. Egal da war … kurz verschwamm alles um sie herum und sie hatte das Gefühl zu fallen. „Weißt du Arschloch.“ Sie musste endlich hoch kommen. STEH AUF schrie sie sich selbst in Gedanken an während sie sich hochzwang. „Du legst dich echt mit den falschen Leuten an.“ So heftig war sie schon lange nicht mehr in die Knie gegangen. Aber egal sie stand, schwankend aber sie stand und Carl schien dann doch noch sowas wie Eier gefunden zu haben, denn anstatt abzuhauen wie es für Cas noch Sekunden zuvor gewirkt hatte, feuerte er nun scheinbar auf die Beißer die OH SHIT keine zehn Meter mehr entfernt waren. Ok Zeit das Weite zu suchen und das war es wirklich. Alle Reserven die sie hatte mobilisierend kickte sie den Anabolika oder was auch immer der Typ genommen hatte Typen genau auf seine gerade noch verschlungenen Finger und JAAA er verlor auf dem sandigen Grund den Halt und begann nach hinten oder besser gesagt nach unten wegzurutschen.

Das war der Moment der Momente. Sich mit einer Hand die Seite haltend kam Cas strauchelnd und stolpernd in die Gänge sie hielt direkt auf Carl zu, der noch immer versuchte die Freaks mit seiner Knarre auf Distanz zu halten „Abflug … los!“ keuchte Cas kaum das sie bei ihm angekommen war, um auch schon einen halbherzig klingenden Pfiff auszustoßen „Mach das du hochkommst … der Typ … er ist noch nicht erledigt und die da … haben Hunger.“ Verflucht fiel es ihr gerade schwer zu atmen, zu laufen und zu reden. Aber Carl musste endlich in die Gänge kommen sonst würden sie das hier nicht überstehen und mal ganz ehrlich, wenn Cas drauf ging dann doch bitte für Alex oder Daryl oder weil´s einfach scheiße gelaufen war, aber nicht weil ein verrückter Irrer ihnen die Lichter ausknipste oder weil er sie so lange fertig machte, bis die Beißer das für ihn übernehmen würden.


@Carl Grimes


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#45

RE: Straße

in Umgebung 12.01.2020 23:49
von Wechselchara | 40 Beiträge

Er sah sich seine Beute höchst genau an. Die Kleine immer noch im Visier haltend, fing sie dann auch noch an ihn zu beleidigen. Ein wirklich fataler Fehler. Wenn er wirklich wütend wurde, war er nicht mehr aufzuhalten. Wie eine Bestie die sich ihre Opfer eingeprägt hatte. Obwohl sie es schaffte ihn abzulenken und der kleine Junge deshalb aus seiner Reichweite entkommen konnte. Sollten sie nur laufen. Er hatte einen verdammt langen Atem und er kannte sich mit Schmerzen aus. Viel mehr als die zierliche Frau jemals aufbringen konnte. Trotzdem war er auch leicht verwundert. Hatte der Junge gerade seinen Freund gerettet, den er noch vor wenigen Minuten abgestochen hatte? So viel emotionale Bindungen kannte er nicht. Nicht einmal zu seinen ganzen Kindern. Geschweige denn zu einem Toten.
Er nahm sich den Spaß und drängte die Frau in die Enge. Das war ihr Ende. Dachte er zumindest, aber sie schaffte es schon wieder zu entkommen und brachte ihn darüber hinaus auch noch zu Fall. Ihn höchst persönlich! Das durfte nicht ungesühnt bleiben. Keinesfalls. Er war immer der Stärkste gewesen. Der Beste gewesen. Die Nummer Eins gewesen. Er hatte sich alle Vorteile und Privilegien selbst erarbeitet. Da würde er sich doch nicht von einer vorlauten Frau niedermachen lassen. Die Horde im Hintergrund interessiert ihn herzlich wenig. Selbst wenn sie alle nur noch einen Schritt weit entfernt waren, würde er immer noch schneller als sie sein.
Er lachte schon wieder kehlig auf. Die zwei Ameisen versuchten wirklich abzuhauen. Leider konnten sie das getrost vergessen. In Junge in dem Alter und eine so willensstarke Frau die noch alle Gliedmaßen hatte, würde ein Vermögen einbringen. So viel das er davon eine Weile leben könnte. Aber da war auch noch der Spaßfaktor. Viel zu oft hatte er es schnell erledigt und war danach unausgelastet. "Lauf nur davon Kleine. Ich kriege dich und deinen Freund doch noch." Brüllte er ihnen amüsiert hinterher. Mit Absicht lief er etwas langsamer hinter ihnen her, gab ihnen sogar einen freundlichen Vorsprung. "Lauf nur, lauf, bevor du mich richtig reich beschenkst." Könnte sogar in jederlei Hinsicht. Mit Sicherheit war er durch seine Masse nicht der Schnellste, aber er kannte sich hier draußen aus und er wusste sehr genau wie man Spuren las. Sie konnten ihm also keinesfalls entkommen. Sollten die Beiden sich ruhig in Sicherheit wiegen. Das brachte ihm nur wesentlich mehr Spaß ein.


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#46

RE: Straße

in Umgebung 13.01.2020 00:36
von Carl Grimes • 1.480 Beiträge

In meinem Kopf spielte sich alles immer noch viel zu schnell ab. Mir schwirrte der Schädel aber irgendwas musste ich schließlich machen. Ich hatte Cassandra weit weniger unterstützt als sie mich. Sie sah so aus wie ich mich fühlte. Keine Ahnung wie ich aussah. Trotzdem erkannte ich immer noch jede Menge Ähnlichkeiten und Parallelen zwischen Cass und Daryl. Sie hatte ein genau so freches und vorlautes Mundwerk. Ob das gerade so wirklich von Vorteil war wagte ich zu bezweifeln. Aber es lag wohl kaum an mir sie zu kritisieren wenn sie mir schon den Hintern freiwillig gerettet hatte. Trotzdem konnte ich auch Roman nicht einfach im Stich lassen. Vor geraumer Zeit hatte er mir auch das Leben gerettet. Ich wünschte mir nur Cass wäre ein kleines Bisschen früher zu uns gestoßen. Nur konnte ich es jetzt nicht mehr ändern.
Ich atmete selbst hektisch durch als Cassandra zu mir aufschloss. Gleichzeitig war ich aber auch verwirrt. Wollte dieser verrückte Kerl uns einfach entkommen lassen? Wie kam er darauf das er uns dann überhaupt wiederfinden würde. Ich hoffte gerade einfach nur das die Horde ihn mit sich reißen würde, obwohl ich mir sicher war das er mir den Gefallen nicht machen würde. In meinen Ohren rauschte es. Mein Kopf pochte und ich hatte das Gefühl das mir gleich der Kragen platze. Cass schien trotzdem einen Plan zu haben. Sie veranlasste mich dazu gänzlich wieder im Hier und Jetzt zu sein. Irgendwie hatte ich mich von meiner Lädiertheit einnehmen lassen. Vielleicht wollte ich da auch. Bis eben hatte ich auch noch gedacht das es mein Ende wäre. Das es jetzt doch nicht so war, hatte ich immer noch Cass zu verdanken. Sie riet mich dazu an endlich mit ihr zu verschwinden.
Sie hatte sich für mich ein paar wirklich heftige Schläge eingefangen und ich wunderte mich schon selbst das sie noch stehen konnte. Das ich noch stehen konnte. Aber natürlich hatte sie auch Recht. Die Horde saß uns im Nacken. Viel zu dicht auf der Pelle. Dieser Typ war nicht kleinzukriegen. Und wir hatten keinen fahrbaren Untersatz. Erst als ich den Blick hob erkannte ich so eben das ein Pferd auf der Straße stand. War so viel Glück überhaupt noch Zufall? Wenn man es überhaupt Glück nennen konnte. Ich hatte zwar keine Angst mehr, aber den Kerl die ganze Zeit im Nacken zu haben war weniger prickelnd. Der wollte ernsthaft Katz und Maus mit uns spielen. Ich schüttelte leicht den Kopf als Cass mich noch mal aufforderte mich zu bewegen. "Ich kann ihn nicht hier lassen." Es tat mir für Cass ausgesprochen leid und ich konnte verstehen wenn sie meine Beweggründe nicht nachvollziehen konnte, aber lieber ging ich hier mit Roman drauf als ohne ihn von hier zu verschwinden. Also schnappte ich mir wieder seinen Körper und warf ihn mir ächzend über eine Schulter. So hatte ich beide Hände frei und konnte mich wenigstens an der Erde festhalten. Es dauerte viel länger hinaufzukommen als den Hand runter zu fallen. ich rutschte hier und da leicht ab, schaffte es aber schließlich doch die Leitplanke ganz oben zu erreichen und mich daran festzuhalten. Glück im Unglück. Auch wenn das hier eine Katastrophe war.
Ich buchsierte ihn rüber und rollte mich dann selbst auf die Seite der Straße. Wieder tanzten kleine Sterne um meine Augen und ich hatte das Gefühl das ich gleich meinen ganzen Magen zu Hals rauswürgen musste. Nach ein paar tiefen Atemzügen schaffte ich es aber wenigstens wieder etwas zu erkenne. "Wie hast du uns gefunden?" Meine Stimme war immer noch ein wenig bröckelig, jedoch schon etwas stärker als zuvor. Mein Blick glitt automatisch zu Roman herüber. Es tat verdammt weh ihn so zu sehen. Er lag bäuchlings auf der Straße mit geschlossenen Augen. Würde ich es nicht besser wissen, hätte ich gedacht er schläft lediglich. Aus diesem Blickwinkel war kein Blut zu sehen. Trotzdem raffte ich mich schnell wieder auf und riss die Waffe hoch. Der Beißer an der Planke war allerdings schon tot. Und zwar endgültig. Dann hielt ich mich an dem Metall der Leitplanke fest und spähte in den Abgrund. Die Horde war beachtlich. Nicht so groß wie ich es schon gesehen hatte, aber immer noch bedrohlich groß genug. Und der durchgeknallte Kerl hatte bereits den Abhang erreicht. Ich zielte mit der Pistole auf ihn, aber alles was zu hören war, war ein leises und verdächtiges Klicken. Das Magazin war natürlich leer. Wie sollte es auch anders sein. Die Gefahr war auch eindeutig noch nicht vorbei. "Wir müssen hier weg." Und zwar ziemlich schnell. Ich schlug Cassandra vor Roman mit aufs Pferd zu nehmen und ich würde einfach laufen. Ich konnte nur spekulieren wie es ihr ging, aber sie sah nicht wirklich gut aus. Außerdem war es ihr Pferd gewesen, also würde es auch auf sie hören. Ich sah mich abermals kurz um. Den Weg zurück aus dem wir gekommen waren. Das Cottage lag auf halbem Weg und die Riders zur anderen Seite. Etwa in der selben Entfernung. Mit dem Pferd würde es schneller gehen und wir konnten wohl davon ausgehen das unsere Verbündeten und Freunde uns auf alle Fälle helfen würden. Allerdings musste man dazu auch erst einmal einen von Beiden erreichen. Klar war mein erster Gedanke nach Hause zu gehen. Aber es war mir auch unangenehm gleich auf der Hälfte des Wegen kehrt zu machen. Ich sah Cassandra erwartend an. Es war immerhin ihre Entscheidung. Ich machte mich derweil daran Roman zumindest vom Absatz der Straße weg zu bekommen. Die Horde würde den Hang wohl nicht so ohne Weiteres überwinden können, aber dieser Typ hatte uns mit Sicherheit gleich wieder eingeholt. Sein Gefasel hatte mich wirklich verwirrt. Der hatte sich doch irgendwelche Drogen rein gehauen. Anders konnte ich mir eine solche Stärke nicht erklären. Ich wollte ach mit Sicherheit nicht als irgendeinen Gegenstand betrachtet werden. Das konnte er ja von mir denken wenn ich tot war, aber noch war ich es nicht. Ich presste mir die Hand auf den Verband und fluchte leise vor mich her. Jetzt war diese Sache schon so lange her und trotzdem hatte ein einziger gezielter Schlag das Ganze wieder aufreißen lassen. Meine Rüber gleich mit dazu. Ich hatte das Gefühl als ob der restliche Verstand der mir noch geblieben war, sich durch das Loch verabschieden würde. Ich wollte das ganz einfach alles nicht mehr. Ich konnte Lori nicht retten und musste sie obendrein auch noch im Gefängnis zurücklassen. Das würde mir hier nicht noch einmal passieren. Ganz gewiss nicht. Ich forderte Cass also noch einmal dazu auf. "Oder hast du einen besseren Plan?" Vermutlich war der Kerl jeden Moment hier oben bei uns gewesen. Und noch so eine Runde würden wir beide tatsächlich nicht überstehen.



@Cassandra Dixon



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#47

RE: Straße

in Umgebung 13.01.2020 12:22
von Cassandra Dixon | 402 Beiträge

Jeder einzelne Atemzug ließ eine wahre Explosion aus Schmerz und Schwindel in Cassandras inneren aufwallen. Verflucht noch eins, der letzte Schlag von diesem Psycho war fast zu heftig gewesen. Dennoch, Cas Wille zu überleben war schlicht weg stärker, als ihr Zustand es vermuten ließ. Sie war nicht durch all den Scheiß gegangen, um jetzt von einem gedopten Wahnsinnigen zerlegt zu werden. Sie hatte schlimmeres hinter sich, schlimmeres als simplen körperlichen Schmerz und da war noch immer die Unwilligkeit sich einfach in die Knie bekommen zu lassen. Cassandra konnte durchaus einem Muli gleich sturer als sonst was sein, vielleicht war sie mit den Jahren in den Mühlen der Foster Care noch sehr viel Starrköpfiger geworden als selbst ihre Brüder es zu ihren besten Zeiten gemeinsam gewesen waren, vielleicht hatte sie inzwischen aber auch weit mehr Gründe, als den simplen Überlebensinstinkt um nun nicht innezuhalten. Doch das war jetzt irgendwie nicht wichtig. Wie auch immer, sie schaffte es sich schwankend aufzurappeln und zu Carl aufzuschließen und irgendwie … kämpften beide sich dann auch einen mühsamen Schritt nach dem nächsten voran. Stetig weg von dem beständig lauter werdenden Lauten der Beißer und des Wahnsinnigen der … jetzt auch noch gesprächig wurde. Oh wie sie das doch hasste.

Den sandigen Abhang wieder hoch zukommen stellte sich als echte Sisyphos Herausforderung dar. Einen schweren Schritt nach oben, einen halben zurückrutschend. Das lag zum einem am Untergrund zum anderen aber auch daran, dass Carl ausgerechnet jetzt seine Emotionen scheinbar nicht in den Griff zu bekommen schien. Hätten sie nicht Beißer und einen Psycho im Rücken, sie hätte ihm vermutlich schon am Fuß des Abhangs klar gemacht, dass es im Leben wichtigeres gab, als aus Gefühlen heraus Selbstmord als echte Option anzusehen. Doch das Knurren und Schnappen wurde immer Lauter und die Stimme des Wahnsinnigen ebenfalls. Also packte Cas so gut sie in ihrem angeschlagenen Zustand eben konnte mit an und gemeinsam schafften sie es dann auch endlich den Abhang hoch. „Doch kannst du …“ und kaum dort angekommen versuchte Cas irgendwie ihre Chancen abzuschätzen. Der bullige Kerl war zwar noch immer einen ganzen Abhang hinter ihnen, aber er schien nicht aufzugeben. Es war also nur eine Frage von Minuten bis er hier oben war und die Beißer unten, würden ihnen leider nicht zum Vorteil werden. Denn die scheiterten an dem sandigen Abhang auf voller Länge. Als Carl also erklärte, dass er wer auch immer das war nicht zurücklassen konnte, wechselte Cas endgültig in den altgewohnten Überlebensmodus, der schlicht weg keine Emotionen zuließ. „Entweder er bleibt hier oder wir liegen bald neben ihm … wach auf Kleiner.“ Keuchte sie ihm also entgegen als sie auch schon an den unruhigen Charlie herantrat um die Zügel über seinen Hals zu werfen. Dank dem Pferd hatten sie eine echte Chance genug Distanz zwischen sich und den Verrückten zu bekommen, um ihn abzuhängen. Denn ihn zu töten … war definitiv ein Job für mehrere. Verflucht da könnte sie einmal Daryl´s Backup echt gebrauchen und „Los hoch…“ egal, ändern ließ sich das nun auch nicht. Also wies sie Carl einfach an aufzusteigen. Doch in just diesem Moment schienen zwei Welten mit Lichtgeschwindigkeit aufeinander zu prallen. Carl wollte nach wie vor seinen Freund nicht einfach so zurück lassen und Cas, wollte einfach nur überleben. „Sorry Kleiner …“ und als die Stimme des Verrückten näher und näher zu kommen schien, offenbarte sich, dass Cas wirklich nur wenig bereit war nicht zu tun. Einen Freund auszuknocken … gehörte definitiv nicht dazu und so trat sie an den ältesten Grimms-Spross heran, packte mit einer Hand seinen Oberarm um ihm mit der Rechten mit voller Wucht aufs Kinn zu schlagen.

Die Zeit schien unendlich langsam zu vergehen und doch waren es vermutlich kaum mehr als zwei Minuten, die vergangen waren seit Carl bewusstlos gegen Charlie gesunken und von Cas Griff gehalten worden war. Mit mehr Kraftaufwand als der 28-jährigen recht hätte sein können, hatte sie ihn zunächst einmal bäuchlings auf den Rücken des Pferdes gezogen um ihn dann in eine halb liegende halb sitzende Position auf Charlie zu bugsieren und kaum hatte sie das endlich geschafft, quälte sie sich nun hinter Carl in den Sattel um Charlie nur Sekundenbruchteile später die Hacken in die Flanke zu drücken und gerade in dem Moment los zu preschen, als der Verrückte am oberen Rand des Abhangs erschien. Nun hieß es gutes altes Fersengeld zu geben, um irgendwie genügend Abstand zwischen sich und den Wahnsinnigen zu bekommen, um in Richtung Versteck abzudrehen und die eigenen Spuren zu verwischen. Ach und ausreichend Abstand zu haben, um Carl vermutlich ein zwei Antworten zu geben wenn der wieder zu sich kommen würde …

@Carl Grimes


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#48

RE: Straße

in Umgebung 13.01.2020 14:08
von Wechselchara | 40 Beiträge

Er sah sie beide davon laufen. Den Abhang samt Gepäck schwerfällig hochkriechen. Es gefiel ihm zu sehen wie sich immer weiter Panik in seinen Opfern breit machte. Sie würden ohnehin nicht weit kommen. Die letzten Zehn beschissenen Jahre hatte er nichts anderes getan als verfluchte Spuren zu lesen. Nicht einmal eine Ameise konnte sich vor ihm verstecken. Dennoch war er noch nicht ganz zufrieden gestellt. Etwas fehlte noch. Und so nahm er nun selbst den Abhang in Angriff. Natürlich hatte er es schwerer, seine Masse zog ihn immer wieder nach unten. Zwei Schritte hinauf, einer nach hinab. Er wuchtet sich gerade über das eiskalte Metall, als das Klappern von Hufen und das Schnauben eines Pferdes zu hören war. Selbstverständlich blickte er automatisch gleich in selbige Richtung und sah die Frau davon reiten. Vermutlich waren beide auf dem Gaul, denn hier war kein kleiner Junge zurückgeblieben. Und sie hätte sich wohl kaum die Mühe gemacht ihn zu retten, nur um ihn dann hier zurück zu lassen. Frauen waren da doch anders. Dumm, aber anders. Um seine Beute aber nicht ganz aus den Augen zu verlieren, machte er sich dann auch an die Verfolgung.


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#49

RE: Straße

in Umgebung 13.01.2020 18:37
von Carl Grimes • 1.480 Beiträge

Die Horde von Beißern war zunächst also keine akute Bedrohung mehr für uns. Obwohl wir uns darum irgendwann wohl zwangsweise kümmern mussten. Das Cottage würde so viel Beißer nicht allzu lange abwehren können. Aber auch das war erst einmal mehr als Nebensache. Es brachte keinem etwas wenn wir hier sterben würden. Trotzdem konnte ich das Gefühl, das immer weiter in mir aufstieg, nicht unterdrücken. Ich konnte einen Freund nicht im Stich lassen, niemals. So war ich einfach nicht. Die obskuren Laute der Horde wurde zwar nicht lauter, allerdings auch nicht weniger. Und bald würden sie mit ihrem Lärm noch viel mehr angelockt haben.
Cassandra zog meine Aufmerksamkeit wieder auf sich, indem sie mich deutlich anwies auf das Pferd zu steigen. Aber ich konnte einfach nicht. Vielleicht wollte ich auch nicht. Es war also kein Wunder das ich sie meinerseits dazu anwies Roman mitzunehmen. Ich wollte ihr gerade antworten und ihr unmissverständlich klar machen das ich dem unter keinen Umständen zustimmen würde, als vom Abhang her ein tiefes und erschreckend lautes Schnaufen kam. Das war definitiv kein Untoter. Und der Kraft in der Stimme nach zu urteilen, war unser verrückter Verfolger wirklich angepisst. Noch so eine Begegnung würden wir nicht schaffen. Dieses Monster war eine Aufgabe für ein ganzes Team. Und der war nicht mehr besonders weit entfernt von uns. Es brachte alles nichts. Die Zeit lief uns immer noch davon. Es war meine Schuld das wir noch immer hier standen und wohl möglich riskierten noch einmal erwischt zu werden. Nichts desto trotz konnte ich mich nicht überwinden. Das Gefühl lag mir schwer im Magen und das Stechen in meinem Innern nahm mir fast die Luft. Vielleicht lag es aber auch nur an der Prügel von eben. Mir schnürte sich die Kehle zu. Im selben Augenblick merkte ich eine Hand an meinem Arm, auch wenn mir Cassandras Worte nicht ganz in den Kopf wollten. Nur den Bruchteil einer Sekunde später durchzog ein neuer stechender Schmerz meinen Kopf und schon wieder ging mein Bewusstsein flöten. Ich sackte weg und nur durch den Griff von Cass landete ich nicht mit dem Gesicht auf dem Boden. Sie schaffte es meinen schlaffen Körper auf das Pferd zu drapieren und schon trieb sie unsere Flucht steil voran.
Ich hatte keine Ahnung wie lang wir bereits unterwegs gewesen waren, als mein Bewusstsein aus dem schwarzen Nichts wieder in die Gegenwart zurück driftete. Es fühlte sich ein wenig so an als würde ich fliegen. Vielleicht im Landeanflug. Das Flugzeug schien durch eine Turbulenz zu fliegen, so wie es unter mir rappelte. Mit den Turbulenzen kam aber auch etwas anderes wieder zurück. Der Schmerz. Es zog wie ein verdammt präziser Nadelstich durch meinen Schädel. Es dauerte einen weiteren Moment bis mir auch wieder in den Sinn stieg was passiert war und wieso ich dieses Mal wieder ko gegangen war. Augenblicklich richtete ich mich gänzlich auf, oder versuchte es zumindest. Ein unmögliches Fluchen kam aus meiner Kehle und ich versuchte Halt an dem Pferd zu finden. "Was zum.." Mehr brauchte ich wohl nicht um unmissverständlich klar zu machen das ich wissen wollte wo wir waren und was das zu bedeuten hatte. Meine Sicht war noch nicht wieder ganz klar. Was vielleicht auch daran lag das es nicht mehr ganz so hell war. Vielleicht bildete ich mir das auch nur ein? "Cass?" Fragte ich dann doch noch einmal separat und ordentlich heiser nach. Ich hatte keine Orientierung und keinem blassen Schimmer wo wir waren. Geschweige denn wohin überhaupt. Irgendwie schien die Anspannung langsam aber sicher von mir abzufallen. War die Gefahr wirklich vorüber? Es machte den Anschein. Mit der Erkenntnis machte sich auch der übrige Schmerz bemerkbar. Ich zog scharf die Luft ein. Es fühlte sich an als ob jeder Knochen in meinem Körper weh tat. Wie musste Cassandra sich dann erst fühlen. Sie hatte mehr einstecken müssen als ich. Allerdings hatte sie auch mehr ausgeteilt als ich. Außer den Schmerz wollte ich gerade auch nichts anderes zulassen. Geklappt hatte das allerdings nicht sonderlich. Ich stütze mich leicht mit einer Hand auf dem Pferdchen ab. "Kehr um." Leicht drückte ich gegen den Hals des Pferdes, auch wenn es sich für mich gerade feste angefühlt hatte. Aber der sture Hengst ließ sich nicht erweichen. Er lief brav weiter geradeaus. Ich hätte mich wohl zu Cass umgedreht, um ihr zu zeigen das ich nicht ganz damit einverstanden war, aber das war mir im Moment einfach nicht möglich. Schon den Kopf zur Seite zu drehen, brachte den Rest der Welt sich auch zum Drehen. Wir ritten stumm eine Weile daher. Vielleicht lag es auch daran das ich nichts hören wollte. Dieses Starrköpfige hatte ich eindeutig von meinem Vater geerbt. Nach und nach klärte sich auch mein Blickfeld wieder auf. Wir waren nicht mehr auf dem Weg, soviel erkannte ich schon mal. Das war nicht die Straße die uns zu den Ridern bringen sollte. Auch nicht die Straße die uns wieder zurück zum Cottage brachte. Also wo zum Teufel waren wir? Und was hatte Cassandra hier draußen vor? "Wo sind wir?" Vielleicht bekam ich eine zufriedenstellende Antwort darauf. Mit Sicherheit hatte Cass einen Plan. Sie würde sicherlich nicht einfach so Querfeldein irgendwo lang reiten, wenn sie die Umgebung nicht kannte und eventuell auch noch einen irren Verfolger an den Versen hatte. Obwohl von dem gerade nichts zu sehen war. Was bei mir gerade nicht viel zu bedeuten hatte. Es war leise beinahe zu still. Cass hatte es wohl geschafft mit Hilfe des Pferdes den Kerl abzuschütteln. Meine Gedanken drifteten immer wieder in die selbe Richtung und ich zwang mich fast im Sekundenabstand immer wieder dazu an etwas anderes zu denken. Ganz egal an was. Außer an die Geschenke in meinem Rucksack. Daran dachte ich schon lange nicht mehr. Es grenzte an ein Wunder, das ich den Kram überhaupt noch dabei hatte. Es war wohl auch Glück das es nur ein kleiner Rucksack war. "Wo willst du hin?" Meine Stimme wollte sich irgendwie nicht so ganz erholen und das Getrappel der Hufe war fast lauter als ich.


@Cassandra Dixon



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#50

RE: Straße

in Umgebung 13.01.2020 19:42
von Cassandra Dixon | 402 Beiträge

Diesen bulligen Verrückten abzuhängen, hatte sich als verflucht schwer herausgestellt. Stunden waren vergangen, seit sie das getan hatte, was sie nun einmal tun hatte müssen, auch wenn Carl das vermutlich nicht so sehen würde. Stunden in denen sie immer wieder innegehalten und sich umgesehen hatte und kurz davor gestanden hatte ihr Spüren ein für alle Mal im Nirwana der mehr und mehr verwilderten Gegend verschwinden zu lassen und in denen sie diesen Verrückten dennoch immer wieder am Horizont hatte ausmachen können. Je weiter sie geritten war, umso klarer war ihr eines geworden … es ging nicht ohne absolutem Abtauchen. Sie mussten in Bewegung bleiben bis sich eine andere Option geboten hatte und so hatte sie irgendwann über verschlungene Umwege jene Richtung eingeschlagen, die zu ihrem eigentlichen Ziel führen würde. Ein paar weitere Stunden später begann es nach und nach zu dämmern und obwohl sie noch ein gutes Stück vor sich hatten, würden sie es vor der Nacht schaffen, an Cassandras letztem Unterschlupf anzukommen und sich dort in der Sicherheit der alten Mienenanlage ausruhen zu können. Vielleicht noch eine Stunde … mehr würden sie nicht brauchen, um das schwere Eisentor, das die Anlage schon vor dem Ausbruch vor allerlei unerwünschten Besuchern bewahrt hatte zu erreichen und all die Gefahren hier draußen schlicht weg auszuschließen. Der Gedanke daran war erschreckend verlockend, denn auch wenn sie es bisher geschafft hatte die Aufmerksamkeit nicht schleifen zu lassen, sie brauchte eine Pause, einen guten Druckverband um ihren Oberkörper und einen Moment der Ruhe um nachdenken zu können. Denn genau das gelang ihr nicht, wenn sie einerseits Carl davor bewahren musste, vom Pferd zu fallen und zeitgleich ständig die Augen in alle vier Himmelsrichtungen gleiten lassen musste, um zu sehen, wie sicher oder unsicher sie womöglich gerade waren.

Gerade war ihr Blick wieder einmal gen Norden gerichtet, während Charlie in einem inzwischen durchaus gemächlicheren Tempo durch das kniehohe verschneite und gefrorene Gras trottete als sie eine Veränderung an Carl wahrnehmen konnte. Seine Hand zuckte erst, dann veränderte sich die Spannung in seinem Körper und irgendwann schien er dann doch wieder zu sich zu kommen. Als würde ein Stein von ihr abfallen atmete sie lautlos tief aus. Ein Glück … die Sorge dass er vielleicht ernsthaft Verletzt war konnte sie damit zumindest ein Stück weit von sich schieben. Wahrscheinlich war er einfach nur so erschöpft gewesen, dass sein Körper die Gunst der Stunde für sich in Anspruch genommen hatte. Darauf hatte sie die vergangenen Stunden über gehofft, als sie immer wieder einmal seinen Puls und seine Atmung gecheckt hatte, weil er einfach ungewöhnlich lange weg gewesen war und sie sich eben doch langsam aber sicher nicht mehr ganz sicher gewesen war, wie schwer er verletzt worden war oder wie heftig der Stoß gegen die Felskante ihn erwischt haben könnte. Doch jetzt war er wach und „Wenn wir umkehren enden wir in genau der verfickten Scheißsituation in der ich dich gefunden hab…“ er wollte doch schon wieder umkehren. Verflucht noch eins, konnte er nicht mal jetzt entweder einfach still sein oder vernünftig sein? Na ganz offensichtlich nicht, denn er wollte weiter umkehren, doch da hatte er eben die Rechnung ohne Cas gemacht. Charlie war nicht nur ein Pferd, er war ihr Begleiter, Pferd und Reiterin waren eine Symbiose eingegangen, was bedeutete dieses Hengst hörte wenn überhaupt dann nur auf Cas und die wollte weiter. Am besten schneller als langsamer, denn auch Cas Kräfte hatten stark gelitten und wäre sie nicht ein Stück weit gewohnt über ihre Grenzen zu gehen, wäre sie vermutlich längst seitlich vom Pferd gerutscht um im kalten Schnee zu erfrieren. So also erhielt der nun nach und nach wieder in die kalte Realität zurückgekehrte Carl kaum Antworten auf seine knappen Fragen. Nicht weil Cas nicht antworten wollte, sondern weil sie einfach selbst am Ende ihrer Kräfte angelangt war und alles an Aufmerksamkeit darauf richtete, sicher am Versteck anzukommen.

TBC Versteck
OCC wie abgesprochen Rest kommt sobald wir den Thread haben ;)
@Carl Grimes


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#51

RE: Straße

in Umgebung 31.01.2020 12:11
von Carl Grimes • 1.480 Beiträge

Das Universum konnte mich mal. Ich glaubte nicht an irgendeinen Mythos oder Vorsehung, oder Schicksal. Reaktion und Aktion, der Reflex entschied darüber. Und meiner war verdammt schlecht gewesen. Ob es nun an der körperlichen Beeinträchtigung lag oder nicht. Auf ganzer Linie versagt zu haben war alles andere als ein schönes Gefühl gewesen. Zu wissen das mein Dad Recht hatte, war vielleicht nur der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte. Der verhinderte das ich das ständige Ziehen in mir nicht abstellen konnte. Aber es war wohl einfacher die Schuld bei jemand anderem zu suchen. Hier stand meine eigene Schuld allerdings außer Frage. Das alles war meine Schuld und niemand würde Zweifel daran haben. Ich war mir nicht mal sicher ob ich den Weg überhaupt überstehen würde. Körperlich vermutlich. Cassandra verstand es einige Wunden zu versorgen. Nur mein Kopf belastete mich zusehnst. Ich schaffte es nicht meine Gedanken vernünftig zu ordnen und geriet dadurch immer wieder auf den selben Punkt. Bei dem selben Gefühl. Obwohl es eigentlich ein ganzer Haufen an Gefühlen war. Nur war keines davon auch nur ansatzweise positiv einzuordnen. Wie auch? Da wunderte es mich weniger das ich kein Zeitgefühl hatte und noch weniger das sich der Weg vor uns versperrte. Wie hätte es auch anders sein sollen. Es musste wohl so kommen, damit das Bild perfekt scheiße blieb. Cass befestigte das Seil an ihrem Pferd und das hatte sichtlich damit zu kämpfen. Der Boden war durchgefroren, glatt und teilweise rutschig. Weder eine gute Kombination für Räder, noch für Hufe. Wobei der Vierbeiner trotzdem im Vorteil war. Ich versuchte derweil den Wagen von der anderen Seite anzuschieben. Ob es viel ausmachte, oder überhaupt eine Wirkung erzielte war mir nicht klar. Aber ich konnte nicht einfach zusehen und nichts tun. Dieser verdammte Weg ging auch auf meine Kappe und ich rechnete es Cassandra hoch an, das sie das alles überhaupt auf sich genommen hatte. Ich hieß den Schmerz erneut willkommen. Zum Einen weil ich ihn verdient hatte und zum Anderen weil ich mir so sicher sein konnte noch am Leben zu sein. Vielleicht war ich auch schon draufgegangen und wusste es nur noch nicht. Es dauerte weniger lang als erwartet um die Straße freizuräumen. Als der erste Wagen an den Rand rollte, waren die nächsten ein Kinderspiel. Vermutlich weil sie mittiger standen und etwas besser geschützt waren. Der Pickup passte genau durch die geschaffene Lücke und eckte kaum merklich an den Außenspiegeln an. Fast keine Kratzer, eins A durchgelotst. Ob das gut war wusste ich allerdings noch nicht. Ich brachte kein Wort heraus und stieg stattdessen stumm wieder in den Wagen. Beinahe hätte ich einen Rückzieher gemacht, aber mein Fuß reagierte automatisch und brachte den Pickup wieder in Fahrt. Es fühlte sich an wie ein paar lächerliche Minuten und doch wurde der Schmerz in meiner Brust, mit jeder Meile die wir hinter uns brachten, deutlich stärker. Ab hier brauchte ich keinen Wegweiser mehr von Cassandra. Ich erkannte diese Kurve sofort und mein Hals schnürte sich zu. Von einem Verfolger war zwar noch nichts zu sehen, aber ich machte mir auch da nichts vor. Zwar war es eiskalt hier draußen gewesen, aber dieser Muskelprotz hatte so viel Stärke gehabt, dass er die Kälte vielleicht gar nicht bemerkt hatte. Als Cassandra so prompt mit Charlie anhielt wusste ich schon auf was ihr Augenmerk gerichtet war. Ich wollte es mir nicht vorstellen und doch ließ ich den Wagen noch etwas näher rollen. Die Horde war deutlich hörbar noch dort unten, vereinzelt war ein Krächzen und ein Zischen lauter geworden. Das spielte für mich aber keine Rolle mehr. Mein Kopf blendete es automatisch aus. Vielleicht auch weil einzelne Beißer schon lange keine Gefahr mehr für mich darstellten und in Anbetracht der restlichen Horde unwichtig erschienen. Ich stieg aus dem Wagen und hatte das Gefühl das meine Beine taub waren. In meinem Kopf rauschte es. Meine Augenbraue zockte verdächtig als Cassandra Anstalten machte mir den Weg zu versperren. Aber auch hier hätte mich eine Cassandra Dixon nicht aufhalten können. Ich brauchte ihr also nicht zu sagen das sie mir lieber aus dem Weg gehen sollte. Sie tat es von selbst und war bereits vor mir angekommen. "Nicht..." Meine Stimme war kratzig, rau und leise, tat fast weh in meinem Hals. Aber ich wollte nicht das sie ihn berührte. Es war ein wenig leichter da sie mit ihrer Anwesenheit bereits diese garstigen Krähen verscheucht hatte. Trotzdem hatte ich das Gefühl das mein Herz bei dem Anblick mehr als einen Moment aussetzte. Es war anders als in meiner Erinnerung. Bei dem Wetter und dem Schnee wohl aber kein bedeutsames Wunder. Mir stockte erneut der Atem als ich neben Roman kniete und nach seinem Arm griff. Ich wusste nicht wieso. Ich hatte doch nicht ernsthaft einen Puls erwartet? Vielleicht schon. Vielleicht hatte ich gehofft es mir nur eingebildet zu haben, oder geträumt. Allerdings vermittelte mir Romans eiskalte Haut das Gegenteil. Er war unwiderruflich tot, wegen mir. Ich hatte Probleme zu atmen und alles was ich in dem Moment tun konnte war, meine Verzweiflung laut raus zuschreien. Ob das klug war oder nicht. Ich konnte schlichtweg nicht anders. Ich brauchte schier endlos lange Minuten um einen einzelnen Atemzug zu machen. Besonders schlau war das mal wieder nicht von mir gewesen. Wie so oft in letzter Zeit. Es fühlte sich an als wäre mein Körper mit Blei gefüllt gewesen. Roman lag nach wie vor auf dem Bauch, was wohl unbewusst geholfen hatte es den Krähen schwer zu machen. Sie hatten längst versucht sich ihrer Beute habhaft zu werden und das konnte ich nicht bestreiten, aber durch das eisige Wetter war wohl auch der Körper schneller abgekühlt und so hatte er weniger Blut verloren als es vielleicht im Sommer der Fall gewesen wäre. Ich hatte Cassandra längst mit ausgeblendet und das tat mir leid, aber selbst jetzt wollte ich ihre Hilfe nicht annehmen. Es war schwer genug für mich Roman überhaupt zu bewegen. Der Winter hatte in vollen Zügen zugeschlagen und ich hatte da wohl keine andere Wahl als mit der eingepackten Plane zu arbeiten. Obwohl es mir schlicht egal war ob der Wagen darunter leiden und dreckig werden würde. Vermutlich hatte Cass auch mit nichts anderem gerechnet. Es fühlte sich an als würde ich meine eigene Leiche zum Pickup tragen. Schwer, schuldbewusst und voller Schmerz. Wobei die körperlichen Blessuren rein nebensächlich waren. Ich spürte sie kaum als ich Roman transportfähig machte. Was ich dabei nicht gesehen hatte war, dass meine Lautstärke die Untoten anlockte, die bereits die Hürde des Abhangs irgendwie hinter sich gebracht hatten. Vielleicht nicht so bedrohlich viele wie noch unten auf uns lauerten, aber genug um selbst Cassandra und mich zu verschlingen. Obwohl ich das alles noch nicht registriert hatte, als ich meine Stirn für einen Moment gegen Romans legte und mich entschuldigte. Auch wenn ihm das herzlich wenig bringen würde. Meine Aufmerksamkeit änderte sich erst als das Pferd von Cassandra nervös wurde und Cassandra selbst wohl schneller geschaltet hatte als ich. Die Untoten kamen vereinzelt auf uns zu und schnitten uns den Weg zurück ab. Ich brauchte einen Augenblick um wieder klar denken zu können. Bis dahin hatten sie sich aber schon zusammengeschlossen und würden uns die letzten Meilen bis zum Cottage locker folgen können. Je schneller mein Herz schlug, desto mehr von denen schienen aufzutauchen. Es gab nicht sonderlich viele Optionen für uns. Entweder wir gingen zurück zum Cottage und lockten sie damit auch dorthin, oder wir machten einen Umweg um sie vom Weg abzubringen und vielleicht zu separieren. Einzeln waren sie immerhin keine große Gefahr mehr. Nur kam dabei leider der Pickup nicht in Frage. Der Sprit reichte vermutlich gerade so zum Cottage, wenn überhaupt. Das bedeutete das wir auf das Pferd setzten mussten. Oder auf unsere Füße. "Cass..." Meine Stimme war immer noch nicht sonderlich belastbarer geworden. Mein Tonfall sollte ihr aber wohl durchaus vermittelt haben das ich an spontanen Ideen litt. "Nehm das Auto, ich lenk sie solang ab und bring sie auf einen anderen Weg." Das wäre schließlich nicht das erste Mal das so eine Aktion gelang. Ich musste sie nur von hier wegbringen damit Cassandra sicher zu Hause ankommen würde. Sie hatte schon genug für mich einstecken müssen, das hier war also nicht ihre Angelegenheit gewesen.



@Cassandra Dixon



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#52

RE: Straße

in Umgebung 03.02.2020 21:26
von Cassandra Dixon | 402 Beiträge

CF Overplay

Trotz winterlicher Kälte und so mancher Unwegsamkeit hatten sie es am Ende doch noch vor der Dämmerung geschafft … genau genommen dürfte es um drei Uhr nachmittags sein, doch genau war das schwer zu sagen so ganz ohne Uhr und einer klar sichtbaren Sonne. Dennoch es war noch hell genug um jedes noch so flüchtige Detail der Landschaft vor ihnen ausmachen zu können. Die kantige Felswand auf der einen Seite der schmalen Straße und die beschädigte Leitplanke an der anderen. Hätte Cassandra einen genauen Blick dort hin geworfen, hätte sie vermutlich sogar die roten Lackreste ausgemacht, die davon zeugten, dass irgendwann einmal ein roter Wagen die Leitplanke gestreift hatte. Doch im Augenblick war diese Leitplanke nicht weiter wichtig, wichtiger war der Grund warum sie überhaupt schon jetzt hier waren …

Einfach nur dazustehen und nichts zu tun, war ungewöhnlich schwer in diesem Moment. Sie hatte schon ein paar Mal Leute auf der Suche nach ihren Liebsten begleitet und leider endeten solche Suchen viel zu oft wie an diesem Tag. Mit einem toten Körper auf dem nackten Boden oder einem wandelnden Toten, der erst noch ein letztes finales Mal getötet werden musste. Bislang war es ihr leicht gefallen, weitestgehend Teilnahmslos dazustehen und abzuwarten. Was vermutlich daran lag, dass die meisten, denen sie bei einer solchen Suche geholfen hatte, letztlich keine wirkliche Nähe zu Cassandra aufgebaut hatten. Ja sie hatte ihnen beim Suchen geholfen, aber nicht aus tiefer Verbundenheit heraus, sondern in der Regel entweder weil es nötig gewesen war, oder weil etwas anderes sie dazu bewogen hatte. Doch heute war das alles ein Stück weit anders. Sie mochte Carl und sie hätte ihm das hier nur zu gerne erspart. Ja es mochte grausam und herzlos anmuten, aber ein kleiner Teil von ihr hatte gehofft das Roman nicht mehr hier sein würde, wenn sie ankommen würden. Denn dann hätte Carl nicht tun müssen, was er nun – wie die 28-jähjrige durchaus nachvollziehen konnte – alleine tun musste. „Ich kümmere mich um den Wagen.“ So also versuchte sie erst gar nicht Carl davon zu überzeugen, das nicht alleine tun zu müssen oder gar ihn davon abzuhalten. Sie wartete einfach bis er die Kraft gefunden hatte auf Roman zuzugehen, bevor sie an die Ladefläche des Pickups herantrat um Platz für den Körper zu schaffen und als das getan war, stand sie einfach nur am Rand der Szenerie und betrachtete mit wehmütigen Blick, wie Carl sich der wohl schwersten Aufgabe stellt, die man im Leben dieser Tage erfüllen konnte.

Während Cassandra also die ganze Zeit über dagestanden und Carl beobachtet hatte, hatte sie auch steht’s die Umgebung wahrgenommen. Das Keuchen und Schnauben der Beißer war schwerlich zu überhören gewesen, doch es kam von unterhalt des Abhangs und war somit nun wirklich keine Gefahr und bislang hatte sich auch der Verrückte nicht mehr gezeigt. Dennoch hätte sie wohl mehr Augenmerk auf ihre eigentliche Umgebung richten sollen und sie hätte das auch an einem anderen Tag unter anderen Umständen. Hier und heute jedoch, war ihr Blick beständig auf Carl gerichtet und so bemerkten Carl wie auch Cassandra die drohende Gefahr erst, als Charlie unruhig wurde und darauf drängte von hier zu verschwinden „Ruhig mein Großer…“ sprach Cas kurz auf den Hengst ein um dann dem aufgeregten Blick des Tieres zu folgen und FUCK eine nicht zu unterschätzende Anzahl an Beißern die Straße in ihre Richtung hin schlurfend zu erblicken. „Ich seh sie…“ Carl musste sie ebenso gesehen haben und das er darauf reagierte, war definitiv mehr Aufmerksamkeit, als andere an seiner Stelle hätten aufbringen können. Dann jedoch kam er auch schon auf sie zu und schlug ihr vor mit dem Wagen abzuhauen um ihn den Fuchs spielen zu lassen „Fuck nein!“ war die erste Reaktion der Südstaatlerin bevor sich ihr Blick auch schon merklich ernster auf den jungen Mann vor ihr richtete „Dein Job hier ist noch nicht erledigt …“ begann sie dann mit einer Stimme, die keine Widerworte zu dulden schien „Du wirst ihn von hier wegbringen und ich versuch sie über den Wald wegzulocken … wir treffen uns in zwei Stunden an der alten Mühle.“ Denn auch wenn sie sein Angebot schätzte, einmal nur auf sich achten zu können, Carl würde es sich nicht verzeihen können, wenn er das was er grade eben erst begonnen hatte, nicht zu Ende bringen würde. Verflucht wäre das Alex … sie könnte sich nicht einmal dazu überwinden, irgendjemanden in ihrer Nähe zu ertragen bis es getan war. „Nimm Charlie mit … wenn er anfängt wie gerade eben heißt es abhauen verstanden?“ also war es erst gar keine Frage wer diese kleine Horde von der Straße zum Cottage locken würde. Und weil es so war, trat Cas nur kurz an die Beifahrertüre des Pickups um sich für den Fall der Fälle noch eine Pistole einzustecken und Charlie daran zu befestigen. „Na los … wir haben ihn nicht geholt um ihn gleich wieder zu verlieren.“ Drängte sie dann noch Carl einzusteigen bevor sie sich in Richtung der Beißer wandte um deren Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und sie zunächst in den verschneiten Wald zu locken. Dort würde sie im Vorteil sein, weil sie wendiger war als die Beißer und mit zwei Pistolen, ihrem Bogen und ihrem Messer war sie durchaus bereit im Fall der Fälle die Horde kurzerhand ein wenig zu reduzieren.

TBC folgt

@Carl Grimes


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#53

RE: Straße

in Umgebung 07.02.2020 18:34
von Carl Grimes • 1.480 Beiträge

War das alles wirklich erst vor so wenig Zeit passiert? Ich hatte das Gefühl bereits tausend Jahre hinter mich gebracht zu haben. Stumm dankte ich Cassandra das sie nichts gesagt hatte und mich einfach machen ließ. Richtig aufnahmefähig war ich aber wohl irgendwie immer noch nicht. Als Roman gut verstaut war und die nächste aufkommende Horde von Beißern sich zusammenrottete, gab es auch keine Zeit zu verlieren. Trotzdem hätte ich wohl widersprochen, wenn es unter anderen Umständen gewesen wäre. Ich hasste es Beißer laufen zu lassen, oder eben jemand anderen damit zu betrauen obwohl es offensichtlich meine Angelegenheit war. Schließlich war ich wohl auch schuld daran das sie überhaupt zu uns gefunden hatten. Ihr scharfer Ton, gekoppelt mit ihren Worten ließen aber kein Wenn und Aber mehr zu. Da hätte ich auf voller Linie versagt. Schon wieder. Ich war leicht nervös, auch wenn ich keine Ahnung hatte warum gerade jetzt, aber ich sah zu wie sie ihr Pferd am Wagen befestigte und schließlich ihre Position an der Beißerfront annahm. Wieder dankte ich ihr mit einem Nicken und befürwortete ihren Plan damit, wenn auch nur höchst widerwillig. Ich atmete tief durch, ließ den Wagen so leise es ging an und sah Cass im Rückspiegel mit den Beißern verschwinden. Es war meine Schuld und jede Faser in mir schrie danach sofort umzudrehen um das richtig zu stellen. Aber Cassandra hatte recht gehabt. Wie so oft in den letzten Stunden. Und allein bei dem Gedanken verknotete sich mein Magen erneut zu einem harten Stein. Die Last lag schwer und ließ sich nicht abstreifen. Vielleicht wollte ich das auch nicht. Hin und wieder riskierte ich einen Blick in den Rückspiegel. Teilweise um die Straße im Blich zu behalten, schließlich war nicht ausgeschlossen das noch mehr Beißer unterwegs waren, teilweise aber auch um einen Blick auf Roman zu werfen. Oder das was er mal gewesen ist. Es war nur ein schwacher Trost das ihn der Tod nie gestört hatte. Vielleicht hatte er das aber auch nur behauptet. Wenigstens war ich in dem Moment allein, mehr oder weniger. Das Pferd würde sich kaum darum scheren ob ich im Pickup heulte oder nicht. Obwohl ich mir immer wieder trotzig die Tränen wegwischte. Ich kannte den Weg zur alten Mühle. Nicht nur einmal war ich dort schon gewesen. Ein beinahe vergessener Ort an dem man selten jemandem begegnete. Weder Mensch noch Beißer. Nicht einmal viele Tiere schienen sich dort wohl zu fühlen. Trotzdem dauerte es eine Weile dieses winzige Fleckchen Erde zu erreichen. Ein Umweg war eigentlich nicht geplant und äußerst ungünstig. Der Sprit würde kaum bis zurück zum Cottage reichen. Das ging dann wohl auch auf meine Kappe. Ich bekam ein schlechtes Gewissen weil ich auf meinem Weg zum vereinbarten Treffpunkt bisher noch keinen Schwierigkeiten begegnet war. Die Straße wurde hier enger und ich drosselte mein Tempo um Charlie die Möglichkeit zu geben ein wenig zu verschnaufen. Auch wenn ein Pferd derzeit den besten Motor von allen hatte. Ich beruhigte mich etwas als ich die abgebrochenen Flügel der teilweise verfallenen Mühle sah. So sah sie bereits aus als wir sie entdeckt hatten. Und trotzdem was das Dach immer noch wasserdicht. bisher zumindest. Allerdings war von Cassandra noch keine Spur zu sehen. Vielleicht auch kein Zufall. Immerhin war ein Auto schneller als ein Mensch und sie musste sich durch den angrenzenden Wald drängen. Weshalb mein Blick auch gleich in dessen Richtung glitt. Ich stellte den Motor sofort ab um den Rest an Sprit zu sparen. Da konnte ich schlecht abschätzen wie weit ich damit noch kommen würde. Einen Moment saß ich da und biss mir auf die Unterlippe, um meinem Gewissen überhaupt in irgend einer Form entgegen zu wirken. Was nicht wirklich etwas brachte. Ich blieb einen weiteren Augenblick sitzen und starrte in den Wald, bis sich ein eisenhaltiger Geschmack auf meine Zunge legte. Ich hatte nicht einmal gemerkt das meine Lippe geblutet hatte. Oder eher schon wieder. Ich schluckte schwer und stieg dann aus, lief in langen Zügen um die Ladefläche und kam nicht um mir erneut auf die Unterlippe zu beißen. Kein bisschen Schmerz kam dadurch zum Vorschein. Ich zog mich auf die Ladefläche rauf und hieß wenigstens diesen Schmerz etwas willkommen. Körperlich weniger als das Bild das sich vor mir auftat. Ich schniefte unverwandt und setzte mich zu Roman, legte ganz wie von selbst eine Hand auf seine Brust. Was hatte ich wieder erwartet? Natürlich war da nichts mehr. Nichts außer der Eiseskälte, die bereits in seine Knochen gefahren war. Ich konnte meine Hand trotzdem nicht wegnehmen. Am Liebsten hätte ich wohl meinen Kopf auf seine Brust gelegt, so wie ich es noch vor wenigen Tagen durchaus gern getan hatte. Nur fürchtete ich dass das gerade nicht mit dem aufgeplatztem Loch in meine Kopf konform ging. Jetzt wo ich nicht mehr auf die Straße achten musste und mein einziges Ziel zu warten war, kehrte der Schmerz allmählich wieder zurück und erinnerte mich daran das ich nicht gestorben war. Was mein schlechtes Gewissen mit einem leider kommentierte. Ich schloß kurz die Augen um meine Gedanken irgendwie ordnen zu können. Was mir dabei aber nicht aufgefallen war das ich einen Verfolger auf dem Weg auf mich aufmerksam gemacht hatte. Er hatte sich wirklich gut versteckt für seine enorme Größe und war leiser als geahnt. Der verrückte Kerl schien seine Fährte wiedergefunden zu haben, vielleicht hatte er sie auch nie verloren. Jedenfalls hatten wir ihm eine fette Beute beschert und ich war so leichtsinnig und hatte nicht einmal richtig auf das Pferd geachtet. Vielleicht war es auch nicht so nervös wie an der schlimmen Kurve, weil es sich nicht um einen Beißer handelte. Ich merkte das allerdings erst als sich hörbare Schritte näherten und fast im selben Moment etwas an meinem Arm riss. Erschrocken und verwundert wollte ich mich automatisch mit dem anderen festhalten, aber Romans Körper gab nicht gerade einen guten Griff ab. Es tat weh über die Ladefläche gezogen zu werden und darüber hinaus auch über die, wenn auch kurzen, Wände. Eigentlich war es Glück im Unglück das ich nicht besonders schwer war, aber gebrachte hatte mir das gerade nicht viel. Obwohl ich spätestens bei der grässlichen Lache des Typen genau wusste wer ich da am Arm in die Höhe zog. Wie konnte man nur so penetrant sein. Ich versuchte mich mit der anderen Hand loszureißen, hatte aber wenig Chancen. Als ich nach der Waffe an meinem Holster griff hätte ich wohl wesentlich schneller sein müssen. Ich kam nicht mal in die Nähe des Stahls, da hielt er mir bereits den anderen Arm fest. Sofort versuchte ich ihn dann mit den Füßen zu erwischen, was wohl mehr Erfolg hatte. Ich landete unsanft auf dem Boden und raffte mich sofort auf um wenigstens etwas Abstand zu gewinnen. Ich kam gerade mal bis zur Beifahrertür um das Pferd zu befreien, das auch gleich auf Abstand ging. Allerdings endete meine Flucht da schon denn irgendwas traf mich ziemlich unsanft an der Schulter. Automatisch drehte ich mich um und merkte da schon das er den Teil meiner Schulter ziemlich präzise getroffen hatte. Wenigstens war es keine Kugel. Trotzdem hatte sich dadrin etwas lautstark bewegt, auch wenn ich hoffte das die lästige Schulter nur ausgerenkt war. Trotzdem war ich irritiert als die Worte von diesem Kerl langsam in meinem Kopf ankamen. Sonderlich Lust verkauft zu werden hatte ich nicht. Und irgendwie konnte ich mir das auch nicht so recht vorstellen. Aber sein Griff war immer noch eisern und meine Waffe längst weg. Mit einer kaputten Schulter und einem festgehaltenen Arm in die Ecke gedrängt zu werden war nicht sonderlich aussichtsreich. Vielleicht wollte er mich doch lieber töten. Was vermutlich besser wäre als alles andere. Der Kerl war wohl nicht auf Mitleid aus und erstickte jeden meiner Fluchtversuche noch im Keim. Wie standen auch die Chancen mit einer Wand im Rücken und einem Riesen vor sich. Zeit für ein Stoßgebet gab es da leider nicht wirklich. Der Typ schien sich irgendwas eingeworfen zu haben. Wie konnte er so stark sein das ich mich wie ein kleines Kind neben ihm fühlte? Mit einem schmerzverzerrten Keuchen landete ich auf dem kalten Boden und hielt kurz meine Schulter. Meine Beine brauchten einen Moment zu lang und ehe ich mich versah riss er meine Arme auf den Rücken um sie mit zwei Kabelbindern aneinander zu fesseln. Ich zappelte mit den Beinen, aber dieser durchgedrehte Muskelmann wog mindestens eine gefühlte Tonne als er sich auf mich setzt um ein Seil an den Kabelbindern zu befestigen und mir damit fast die Luft aus den Lungen quetschte.





@Rick Grimes
@Maggie Greene
@Shiva
@Cassandra Dixon |Falls du noch mitlesen bzw. dazukommen willst.^^|



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#54

RE: Straße

in Umgebung 07.02.2020 19:55
von Shiva | 243 Beiträge

Eine ganze Weile waren sie schon unterwegs und Shiva hatte zwar eine Spur gefunden und war dieser auch gefolgt, doch diese Spur schien immer weiter zu führen, sie roch das Blut schon ehe sie es sah und brummte ungehalten auf. Ja es war nicht nur das Blut von Carl und Roman sondern auch das von Cas was sie knurren ließ. Das war nicht gut das war auch ihr mehr als Bewusst und man konnte spüren das sie nervös wurde. Die Menge an Blut welche dort war konnte nichts gutes bedeuten, doch sie ließ sich nicht Beirren nachdem sie den Ort abgesucht hatte, fand sie eine andere Spur, einen zusätzlichen Geruch den sie nicht kannte und eines war klar entweder hatte dieser ihnen geholfen oder war der Verursacher des Blutbades. Shiva stellte die Ohren auf und lauschte ob sie noch in der nähe waren doch da war nichts, etwas weiter entfernt konnte sie noch vereinzelt das stöhnen der Beißer hören welche sich aber von ihnen entfernten.
Ihre Krallen Gruben sich in den Schnee unter ihren Pfoten und sie schüttelte sich leicht, der Schnee brannte an ihren Pfoten und sie wusste das sie weiter mussten denn sie mussten Carl und die anderen beiden finden. Auch das Pferd war bei ihnen welches verlockend roch doch es war wie sie ein Teil des Cottage und daher tabu für sie, dennoch war dieser Geruch Stärker und so folgte Shiva diesen da Carls Spur verloren ging, er musste wohl einen Wagen genommen haben oder aber getragen werden von dem Pferd.
Shiva lief ein wenig schneller und lauschte aber aufmerksam in den Wald hinein, sie durfte nichts übersehen, und ihre beiden Begleiter warnen wenn sie etwas hörte.
Immer wieder sah sie hinter sich, @Michonne und Rick schienen mehr als angespannt und Rick´s Flüstern welches er von sich gab zeigte ihr das er sich mehr als Sorgen machte.
Es Roch nach Tot das war unverkennbar und Shiva wurde schneller. der Wind trug einen Geruch ihr entgegen welcher sie sich anspannen ließ und welcher nichts gutes bedeuten konnte. Immer schneller wurde sie mit jedem Schritt, wobei sie am ende kaum noch mit allen Pfoten gleichzeitig den kühlen gefrorenen Boden berührte.
Das man ihr so schwerer folgen konnte war ihr Bewusst doch sie spürte das Carl in Gefahr war und das er schnell Hilfe brauchte.
Ihre scharfen Augen erfassen auch schon einen Typen welcher auf Carl hockte und ihn wohl zu fesseln schien. Gezielt sprang sie ohne das sie sich vorher bemerkbar machte den Typen von der Seite her an und riss ihn förmlich von dem jungen Grimes runter. Ihre Zähne Bohrten sich sofort in die Schulter und den unteren Hals seitlich des Mannes und verbiss sich darin. Ihre Hinterpfoten Krallten sich in den Boden wobei die Vorderpfoten den Mann umschlungen fest auf den Boden Hielt. Nein er würde sicher nicht mehr entkommen und Shiva würde ihn töten, sie würde ihn nicht mehr loslassen.
Das Michonne und Rick nur eine Halbe Minuten nach ihr an dem Ort ankamen merkte sie nicht. Nein das Blut welches in ihrem Mund sich sammelte ließ sie immer wilder werden. Sie versuchte ihn zu reisen und Biss immer wieder fest und unerbittlich zu.

@Carl Grimes


Leg dich niemals mit einem Tiger an, es könnte dein letzter Atemzug sein

zuletzt bearbeitet 07.02.2020 19:57 | nach oben springen

#55

RE: Straße

in Umgebung 07.02.2020 20:27
von Michonne (gelöscht)
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Wir waren gefühlte Stunden unterwegs in denen kaum jemand etwas wahrhaftiges äußern konnte. Die Sorge um die Jungs schien mit jeder Minute zu steigen. Wir hatten Rick längst in unsere Mitte genommen, damit er nichts unüberlegtes tat. Wie einfach loszulaufen. Normalerweise war Rick sehr vernünftig und gerissen, aber wenn es um seine Familie ging, stieg er buchstäblich über Leichen. Ich atmete schwer aus als Shiva einer konkreten Spur folgte. Wir kamen an dem liegen gebliebenen Auto von Carl und Roman vorbei. Keiner war in Sicht, dafür war die Motorhaube nicht geschlossen. Anscheinend hatte der Wagen auf halber Strecke schlapp gemacht. Was wir aber in weiteren Metern entdeckten ließ auch mir den Atem stocken. Eine scharfe Kurve die einem reinsten Blutbad glich. Maggie und ich hatten damit zu kämpfen Rick festzuhalten damit er nicht einfach drauflos rannte. Hier war niemand zu sehen, also waren sie auch nicht mehr hier. Aber das viele Blut machte mich unweigerlich noch nervöser. "Sie sind nicht hier. Also zieh keine voreiligen Schlüsse, Rick." Es war nicht so einfach ihn davon zu überzeugen. Sein Gesicht sprach Bände und ich konnte sehr gut nachempfinden was gerade in seinem Kopf vorgehen musste. Ich ließ den Blick erst wieder von ihm als Maggie fluchte und nach uns rief. Mit gerunzelter Stirn ging ich zu ihr um über die Klippe zu sehen. "Scheiße...." Entfuhr es mir als ich die Horde an Beißern sah, die sich am Absatz der Klippe unter uns tummelten. Aufgeregt und nervös suchte ich einen Moment die Gesichter der Beißer ab, konnte aber Gott sei Danke nichts bekanntes entdecken. Erleichtert zog ich die kalte Luft in meine Lungen und sah auch schon wie Shiva einer weiteren Spur folgte. "Da." Gab ich an Rick und Maggie gleichzeitig weiter und deutete mit dem Kinn auf die Tigerdame die sich wieder auf den Weg machte. Sie schien definitiv etwas in der Nase zu haben. Schnell rannten wir ihr hinterher. Wobei ich mich ziemlich anstrengen musste um sie nicht aus den Augen zu verlieren. So schnell konnte nun mal kein Mensch rennen. Wir waren noch auf halbem Weg als ich erkannte wohin sie uns führte. Die alte Mühle ging mir durch den Kopf und nur einen Augenblick später tönte ein Schreien durch den weißen Wald. automatisch runzelte ich meine Stirn. Das war nicht Carls Stimme gewesen, auch nicht von Roman. Diese Stimme war zwar männlich, aber definitiv älter gewesen. Was es nicht besser machte. Jetzt spielten sich in meinem Kopf erst recht die schlimmsten Dinge ab. Ich kam vor Maggie und Rick an und kniff leicht die Augen zusammen um einen besseren Überblick zu erhalten. Shiva hatte bereits einen fremden Mann angegriffen und ich würde sie kaum davon abbringen können. Zumal ich das auch nicht wollte. Sie verdeckten mir aus diesem Blickwinkel aber die Sicht auf den dahinter liegenden Carl. Was zum Teufel war hier los? Kurz nach mir kamen auch die anderen Beiden an und Rick preschte gleich weiter drauf los. Ich zog mein Schwert aus der Scheide, sicher war sicher, bevor ich weiter heran trat.



@Maggie Greene
@Rick Grimes


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#56

RE: Straße

in Umgebung 07.02.2020 20:57
von Rick Grimes | 349 Beiträge

Wie lange sie schon unterwegs waren wusste er nicht, nur das die beiden Frauen ihn inzwischen in die Mitte genommen hatten, schon einige Male hatte er einfach vor laufen wollen, doch ihm war klar geworden durch die Hilfe der beiden das es keinen Sinn hatte einfach drauf los zu rennen, sondern überlegt zu handeln so wie er es eigentlich immer tat.
Ja wenn es um seine Familie ging da ging er wirklich Wort wörtlich über Leichen. Das sie an dem Liegengeblieben Auto ankamen ließ Rick dagegen treten, Scheiß karre machte einfach schlapp.
Er hätte Carl nicht fahren lassen dürfen ohne selbst noch mal nach dem Wagen zu sehen. Und sie hatten sich zu guter letzt noch gestritten. Er machte sich verdammt noch mal Sorgen um Carl und Roman.
Das sie nach einigen Metern auf ein Meer aus Blut stießen ließ ihn sich anspannen und er wollte schon losrennen und weiter Suchen. Das Michonne und Maggie mühe hatten ihn zurück zu halten war ihm klar, doch Michonnes Worte ließ ihn tief durch atmen er wusste das sie recht hatte und das er sich entspannen musste, sie mussten überlegt handeln.
Er schritt schnell zu Maggie und sah nach unten. Verdammt was sollte das denn jetzt?
Die Horde da unten ließ ihn noch nervöser werden doch er konnte weder Carl noch Roman da unten sehen.
Das Shiva sich schon wieder auf den Weg machte ließ ihn sofort reagieren und er eilte Michonne und Shiva hinterher.
Er war nicht ganz so schnell wie die beiden doch als er dann endlich ankam konnte er nur eines sehen Shiva auf einem Fremden Mann und hinter ihnen erkannte er nur einen Fuß der eindeutig Carl gehörte. Ohne groß zu überlegen rannte er auf ihn zu und sank neben ihm auf die Knie. Das Michonne ihr Katana gezogen hatte wusste er und er vertraute ihr das sie ihn und Carl beschützen würde. Schnell löste er den Kabelbinder und drehte Carl vorsichtig um nur um ihn sanft mit dem Kopf auf seine Knie zu ziehen. Er weitete die Augen als er die Verletzungen seines Sohnes sah und ballte eine Hand zur Faust. Doch der Typ würde eh nicht mehr lange leben und er würde sicher nichts tun Um Shiva davon abzuhalten, Shiva griff nie ohne Grund an. "Carl.... "Man konnte die Sorge in seiner Stimme hören als er ihm leicht über die Stirn strich. "Ich bringe dich nach Hause. Michonne Carl ist hier." Er sah sich um und konnte aber Roman nicht entdecken das dieser Tot auf der Ladefläche lag konnte er nicht ahnen, und er hatte ihn auch nicht gesehen da er nur auf Carl fixiert war.

@Carl Grimes




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#57

RE: Straße

in Umgebung 07.02.2020 21:55
von Carl Grimes • 1.480 Beiträge

Das ich unerwartete Hilfe bekam registrierte ich zunächst nicht. In meinem Kopf rauschte das Blut und meine Lungen hatten Probleme damit genug Sauerstoff aufzunehmen. Erst als das belastende Gewicht plötzlich weg war und ich wieder nach Luft ringen konnte, merkte ich das hier noch jemand sein musste. Ich hustete ein paar mal gedämpft, auch wenn das in den Schreien etwas unterging. Prustend und nach Luft keuchend drangen weitere Stimmen zu mir durch. War das mein Dad gewesen? Sicher hatte ich mir das nur eingebildet. Wie hätte er uns denn hier finden sollen. Die alte Mühle lag Meilenweit weg von der geplanten Route. Vielleicht war ich längst tot und träumte gerade, während sich das restliche Leben aus meinen Gliedern verabschiedete. Durch den Sturz und den unsanften Aufprall war die Wunde vom Vortag an meinem fehlenden Auge wieder aufgeplatzt und hatte den Verband erneut Blut getränkt. Wenigstens waren Cassandra und ich dazu gekommen das alte Blut halbwegs gut abzuwaschen. Allerdings war das immer noch weit entfernt von sauber. Während auf der einen Seite das hervorquellende Blut dominierte, zierten dicke blaue Flecken die andere Seite. Sogar einen leichten Blaustich hatte ich am Kinn, den ich wohl Cass zu verdanken hatte. Obwohl sie mir damit das Leben gerettet hatte. Ich schaute in die besorgten Augen meines Vaters und war mir noch immer nicht ganz sicher ob er wirklich hier war. Vielleicht war ich auch nur peinlich berührt das er mich retten musste. Ich hob meine bandagierte Hand und griff nach seinem Arm. Erst als er sich nicht in Luft aufgelöst hatte, fing ich an zu glauben das ich nicht unbedingt träumte. "Dad?" Meine Stimme war rau und flüsternd. Das er nach Michonne rief sollte mich eigentlich nicht wundern. Ich wollte mich aufrichten, bereute es aber gleich wieder. Die mittlerweile grünen und blauen dicken Fingerabdrücke an meinem Hals brachten mich dazu nicht wirklich lauter zu reden. "Wo..." Nuschelte ich weiter vor mich her als ich endlich auch mal registrierte das sie uns wohl durch Shiva gefunden hatten. Irgendwie war es etwas erleichternd zu sehen das der Kerl endlich die Luft ausging. Dachte ich zumindest. Er wurde zwar vom Tiger angefallen, aber das hielt ihn nicht davon ab ein Messer zu ziehen und es in Shivas Schulter zu jagen. Er fluchte laut und versuchte sich zu befreien. Stolperte dabei aber aufgrund seiner Verletzungen. Dennoch fuchtelte er mit seinem Messer herum und beleidigte jeden einzelnen von uns bis aufs Blut, selbst Rache drohte er uns an und irgendwie glaubte ich ihm. Bisher war das ein wirklich unberechenbarer Kerl gewesen. Es hätte mich nicht weiter gewundert wenn er auch das überstehen würde. Eine Vorstellung die mir einen Schauder über den Rücken jagte. Endlich erkannte ich auch Michonne und sogar Maggie war gekommen. Und ich lag mal wieder wie so oft am Boden und brauchte Hilfe. Was für eine erbärmliche Vorstellung. Schon wieder mal. Ich wollte mich auf die Füße ziehen als der Kerl mit seinem Arm nach mir griff. Erschrocken zuckte ich zurück und überließ ihn Shiva. Nicht das ich etwas dagegen hatte. Der Schnitt in meiner Hand brannte. Sicher war auch diese Naht wieder aufgeplatzt, auch wenn die feste Bandage von Cassandra noch hielt. Wieder zuckte ich bei dem erneuten Versuch aufzustehen, denn die Schulter brachte mich so langsam um. Da ich aber noch ein Gefühl in Hand und Fingern hatte war wohl nichts gebrochen, vielleicht war der Arm nur ausgekugelt. Mit Hilfe von Rick schaffte ich es aber schließlich auf die Beine. Das Pferd von Cassandra schnaufte etwas verstört im Hintergrund. Offenbar hatte es wegen Shiva zu viel Angst um näher zu kommen, wollte aber anscheinend auch ohne Cassandra nicht abhauen. Meine Welt drehte sich gerade zu sehr um mir ernsthafte Sorgen um den Hengst zu machen. "Cass. Wir wollten uns hier treffen." Ich räusperte mich um das Kratzen im Hals loszuwerden. Wohl erfolglos. "Sie hat die Beißer weggelockt." Ich hatte nicht die geringste Ahnung wie viel Zeit überhaupt vergangen war. Aber ohne Cassandra würde ich hier nicht verschwinden. Egal ob mir jeder Knochen im Leib weh tat oder nicht. Gut nur das man den Rest unter meinen Klamotten nicht sehen konnte. Mein Blick viel dabei wieder auf die Ladefläche des Pickups, wo Maggie gerade im Begriff war unter die Plane zu sehen, in die Romans Körper eingehüllt war. Ein ziemlich großer Kloß bildete sich darauf schon wieder in meinem Hals, den ich dieses Mal nicht runterschlucken konnte. Wenigstens gab der Typ jetzt Ruhe, nachdem die Tigerin ihm den Rest gegeben hatte. Ungeachtet dessen fauchte ich Maggie leise an damit sie Roman nicht anfasste, auch wenn ich das nicht böse gemeint hatte und hoffte das sie mich verstehen würde. Ich stützte mich mit der bandagierten Hand an die Ladefläche des Wagen um auf ihn aufzupassen. Hatte aber ganz und gar nicht damit gerechnet das sich mein Körper schneller in Sicherheit wiegte als mein Kopf. Mein Arm knickte fast gleichzeitig zu meinen Beinen ein ehe ich mich versah verschwand alles wieder in ein mir mittlerweile gut bekanntes, schwarzes Nichts.



@Rick Grimes
@Maggie Greene



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#58

RE: Straße

in Umgebung 07.02.2020 22:25
von Rick Grimes | 349 Beiträge

^^




zuletzt bearbeitet 07.02.2020 22:26 | nach oben springen

#59

RE: Straße

in Umgebung 07.02.2020 22:29
von Shiva | 243 Beiträge

Das der Typ unter ihr sich wehrte und versuchte frei zu kommen merkte sie deutlich doch so leicht würde sie es ihm sicher nicht machen. Das der typ ihr ein Messer in die Schulter rammte ließ sie fauchen und taumelte etwas zurück sie knurrte ihn böse an und leckte sich das Blut von ihren Levzen. das der typ Rache schwor verstand sie nicht doch allein der Ton seiner Stimme ließ sie böse fauchen, das sie ihre Vorderpfote nicht mehr richtig belasten konnte störte sie gerade nicht. Als der Typ wieder nach Carl griff stürzte sie sich erneut auf ihn und biss ihm diesmal direkt in die Kehle, so das er nur noch kurz Röcheln konnte ehe er für immer Schwieg, immer fester biss sie zu und riss ihm ein Stück heraus was sie aber fallen ließ. Nein sie fraß ihn sicher nicht, sondern hinkte dann Richtung Michonne, und stupste sie leicht an. Sie sollte ihm den Schädel spalten, nicht das er noch zum Beißer werden würde.

Vorsichtig setzte sie ihre Pfote ab und mauzte leise denn es tat weh und das Blut lief über ihre Schulter nach unten.

Sie sah auf als Carl so fauchte und legte die Ohren an ehe sie sich ihm näherte und sich an ihn schmiegte. Leise schnurrte sie vor sich hin und wollte ihm damit zeigen das sie da war. Als er dann zusammen brach fiepte sie leise.
Sie machte sich Sorgen um Carl.


Leg dich niemals mit einem Tiger an, es könnte dein letzter Atemzug sein

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#60

RE: Straße

in Umgebung 07.02.2020 22:48
von Michonne (gelöscht)
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Das alles ging ziemlich schnell und ziemlich unkontrolliert. Aus meiner Sicht hatte ich keinen Blick auf Carl werfen können. Er war hinter diesem bulligen Typen verschwunden. Shiva hatte sich bereits um den Kerl gekümmert und Rick war längst zu Carl gelaufen. allerdings bekam auch ich einen Schrecken als ich ihn da liegen sah. Kurz blieb mir die Luft weg, was sich aber änderte als Rick festgestellt hatte das er noch lebte. Ich atmete erleichtert aus und ließ mein Schwert ein Stückchen sinken. Vergaß dabei aber nicht die Umgebung und folgte Maggie als sie die Ladefläche des Wagens inspizierte. "Oh nein...." Schwer auszumachen wann und wo das passiert war. Aber ich vermutete dann das all das Blut bei der Kurve von Roman stammen musste. Das erklärte auch wieso Carl nicht wollte das Maggie ihn anfasste. Die Zwei waren in den letzten Wochen ständig zusammen gewesen. Ich nahm es ihm nicht übel, auch wenn das der armen Maggie gegenüber nicht faire war. Sicher konnte auch sie das verstehen. Trotzdem hob ich meine Klinge erneut als der Kerl sich tatsächlich noch mal regte. Ziemlich taff mit so einer tiefen Bisswunde. Aber Shiva kam mir zuvor und ich kam ihrer stummen Bitte nach, und jagte ihm mein Schwert durch den Kopf. Ich wischte es an seinen schlecht sitzenden Klamotten ab und steckte es zurück in die Schwertscheide. Genau in dem Moment wo Carl augenscheinlich schlapp machte. Sicher war das etwas zu viel für ihn gewesen. Auch wenn er sich selbst für sehr erwachsen hielt, war er trotzdem noch ein halbes Kind. Rick und ich griffen gleichzeitig nach ihm um zu verhindern das er auf den Boden prallte. Ich schluckte schwer und sah meinen Mann besorgt an. Vieler Worte bedurfte es da wohl nicht, also überließ ich ihm selbstverständlich seinen Sohn und hockte mich stattdessen zu Shiva. "So ein feines Mädchen." Ich streichelte sie ganz vorsichtig und war mir nicht sicher wie schlimm ihre Stichverletzung wirklich war.


@Rick Grimes


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