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Ihr wollt unbedingt Spannung, Action oder einfach nur einen Ausklang zu der modernen Welt? Dann seid ihr bei uns genau richtig. Die Welt ist nicht mehr die, die wir kannten. Untote wandeln alleine oder in großen Horden umher. Jedoch sind sie nicht die größte Bedrohung. Nach den Jahren wissen die Überlebenden, wie sie mit diesen umgehen müssen. Die größere Bedrohung sind wohl andere Überlebende, denn Gesetze oder Strafen gibt es nicht mehr. Deswegen haben sich einige zu Kolonien zusammengeschlossen, in denen jeder seine Aufgabe und einen sicheren Schlafplatz hat. Du kannst dich zwischen der Cottage by the Sea entscheiden, eine frühere Ferienanlaga direkt am Meer oder den Anarchy Riders, der Außenposten der Cottage, die in einem Clubhaus leben. Wie wäre es hoch oben in den Bergen in einem mittelalterlichen Dorf zu leben und sich selbst zu versorgen? Im Valley Balar ist es möglich. Als Nomade kannst du hin, wohin du willst und brauchst dich nur um dich kümmern. Vielleicht willst du dich auch dem Bösen anschließen, dann bist du bei der Company sehr gut aufgehoben. Egal wie du dich entscheidest, es wird dein Leben verändern.

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HOT HOT SUMMER ... endlich strahlt sie Sonne und wärmt unsere abgekühlten Körper. Die Damen haben gebräunte Haut und die Herren, lassen sich ein kühles Bier schmecken. Sonne satt und so langsam kommen wir echt ins schwitzen. Die Temperaturen liegen zwischen 20 und 34 Grad. Packt die Sonnencreme ein, verbrannte Haut kann sehr schmerzhaft sein.

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☀ Der Sommer ist da und wird sehr sehr heiß. Dürre und starke Gewitter sind keine Seltenheit ☀

#1

Dachterrasse

in Altenheim 29.06.2019 18:19
von The Walking Dead Team | 2.195 Beiträge

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#2

RE: Dachterrasse

in Altenheim 24.01.2020 09:07
von Arthur Winchester (gelöscht)
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Mit einem dumpfen Laut landete der, hoch auf die Dachterrasse, geworfene Rucksack auf dem dreckigen Boden dieser, gefolgt von einem Paar Hände, die nach dem alten, metallenen Geländer fassten und sich an diesem hochzogen, sowie drüber hievten, sodass die leichten, jedoch warm gefütterten, Stiefel endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatten. "I'm still standing better than I ever did, ..looking like a true survivor, ...feeling like a little kid..." Die Hände an die Kapuze gelegt, die, wie auch seine Jacke aus schwarzem Leder war, ähnlich wie die Jacke seines Dads, zog sich der junge Mann diese vom Kopf, fasste anschließend an das blaue Halstuch, was über Mund und Nase gezogen war, um auch dieses aus dem Gesicht zu ziehen. "I'm still standing after all this time, ....picking up the pieces of my life without you on my mind..." Trotz des grimmigen Blickes, den seine grünen Augen über die leere Dachterrasse des Altenheims, wandern ließ, war Gabe an sich guter Laune und hob erst einmal die Arme um sich ausgiebig an diesem Morgen zu strecken. Die ganze Nacht war er auf Achse gewesen, hatte ein paar Überlebende beklaut, sich in deren provisorisches Lager geschlichen und ein paar Kleinigkeiten mitgehen lassen, an sich sollte er ja zurück zu seinem Dad aber die Leute, die mal wieder an dessen Arsch klebten, gingen ihm einfach gegen den Strich. Außerdem war es ja nichts Neues, das der Wildfang nicht einfach still rumsitzen würde, während sein alter Herr irgendwelche Gestalten in einem alten Zoo besuchen ging. Klar wusste Gabe Bescheid, der hatte den Markt für die Nomaden lange schon ausgekundschaftet, sowie ein paar Sachen geklaut, als auch das Gebiet an sich erkundet, weshalb er sich die letzten Tage, hier auf der Dachterrasse, verschanzt hatte, um seine Ruhe zu haben. Hier oben auf der Dachterrasse des Altenheims, in dem sich innerhalb des Gebäudes noch einige Beißer befanden, die Gabe jedoch ziemlich egal waren, solange sie keine direkte Bedrohung für ihn darstellten, hatte es sich der gewitzte Dieb an sich ganz gemütlich gemacht.
War ja nicht neu für ihn im Freien zu überwintern, während sein Vater bei den Pissern von Rick Grimes, schön in ner Zelle hockte, trieb sein Sohn sich in der Wildnis rum, wohl wissend, dass er alleine eh nichts hätte tun können. Gabe mochte zwar dazu neigen, etwas aus der Haut zu fahren aber er war clever, den Anschein erweckte er oftmals nur nicht, aufgrund seiner großen Klappe, die, wie bei seinem Dad Negan, einfach nie stillzustehen schien. Immerhin war der alte Mann wieder auf freiem Fuß, nur leider nicht alleine, sodass sein Sohn vorerst, wie so oft früher schon, sein eigenes Ding machte. Als er über das Altersheim gestolpert war, hatte er überlegt seinem Dad Bescheid zu geben, wäre doch passend für den alten Mann gewesen, der Gabes eigenwilligen Sinn für Humor diesem ja nicht so übel nahm, zum Glück. Von irgendwem musste der Bogenschütze das ja haben.
Stattdessen hatte er sich hier Oben, aus etlichen Decken, sowie einem alten Zelt, ein gemütliches Nest gebaut, sowie eine kleine Feuerstelle, die er erst einmal entfachen musste.
Die im Kreis aneinander gereihten Steine hielten das Feuerholz in Position, etwas trockenes Stroh hatte Gabe zudem dabei, warum auch immer eines seiner Opfer, ausgerechnet Stroh in der Tasche hatte, allerdings führten die Leute manchmal echt kranken Scheiß mit sich. Er hatte mal jemandem nen Finger aus der Tasche geklaut, sowie ganz schnell, weit weggeworfen, weil das selbst ihm zu makaber gewesen ist. Besagtes Stroh entzündete er mit dem Zippo, das er ebenfalls geklaut hatte, bevor er damit in die Hocke ging und das Lagerfeuer entfachte, so wie er es früher als Pfadfinder gelernt hatte, bevor die ganze beschissene Welt unterging. Seinen hunnischen Kompositbogen zog er sich vom Rücken, legte ihn auf dem Boden neben dem Lagerfeuer und streckte die Hände in Richtung Wärmequelle, er trug keine Handschuhe, entsprechend eiskalt waren seine geschickten Finger, mit denen er die Leute beim Reden sogar bis auf die Unterwäsche ausrauben konnte, ohne das sie es merkten.
Nicht immer klappte das, zumal er im Grunde Hosen nur klaute, weil er es ungemein lustig fand! Lautlos kam der kleine Kauz angeflattert, um sich auf der Schulter seines Besitzers niederzulassen, HootHoot, ein Gnomen-Sperlingskauz, war Gabes einziger echter Freund und gefiederter Partner, der nicht mal ein Jahr alt war, es war sein erster Winter, weshalb Gabe umso mehr auf den Kauz acht gab, der gerade mal 15 cm groß ist.
Die kalten Hände aneinander reibend, starrten die grünen Augen des Diebes in die Flammen, sie wurden langsam größer, das Feuerholz knisterte und knackte, während die abstrahlende Wärme langsam in seine kalten Glieder kroch. Zum Glück war er abgehärtet was das anging, zumal er sich in einem Raum, vier Wänden plus Dach, nicht all zu wohlfühlte oder gar lange aufhielt. Kurz wanderte sein Blick zum einzigen Zugang, der vom Inneren des Gebäudes aus, hier rauf auf die Dachterrasse führte, er hatte nur eine alte morsche Bank davor geschoben, sollten doch mal ein paar Beißer sich nach Oben verirren. Sicher, er hätte sich die Mühe machen können, das ganze Gebäude zu säubern, nur warum? Er machte schon als Teenager Parkour, er brauchte keine Treppen, um irgendwo nach Oben zu gelangen und wählte lieber die Wege, welche Andere nicht mal in Betracht ziehen würden oder schlichtweg, körperlich, nicht fit genug waren um sie zu meistern.
"So ..schauen wir uns die Ausbeute mal an, was HootHoot?" Murmelte er seinem Kauz zu, den er mit dem Zeigefinger sachte das Köpfchen kraulte, woraufhin dieser seine großen gelben Augen genüsslich schloss. Seinen Rucksack hatte er mit zur Feuerstelle genommen, weshalb er diesen öffnete und hineingriff, jedoch kurz innehielt, sowie den Kopf hob, um über die Schulter in Richtung Geländer zu schauen. Hatte er was gehört? Nah, vielleicht lag es an der Müdigkeit, er war ja schon eine ganze Weile wach sowie Unterwegs gewesen, fiel aber wohl den meisten Überlebenden schwer, die draußen lebten, wirklich zur Ruhe, geschweige denn zum Schlafen, zu kommen.
Abgesehen davon, Beißer konnten zum Glück nicht klettern, und die wenigsten Überlebenden kämen ohne große Probleme hier rauf, er hatte schon seine Gründe, weshalb er lieber auf Dächern oder hoch oben in Bäumen, sein provisorisches Lager aufschlug, sowie stets die Möglichkeit zur Flucht mit einkalkulierte. So schnell machte ihm zwar keiner was vor, was das Bogenschießen betraf, er hatte bislang immer sein Ziel getroffen, steckte ja auch scheiß viel Training dahinter, aber generell ergriff er lieber die Flucht, als den Kampf zu suchen, außer er hatte keine Wahl. Als Teenie war das anders, da waren seine größten Sorgen aber auch nur die Schwachmaten aus der Stufe über ihm gewesen, heute wollte jeder Idiot, der eine Waffe auch nur gerade aus halten kann, dich schon umbringen für ein Paar Schuhe.



@Jesus


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#3

RE: Dachterrasse

in Altenheim 24.01.2020 20:59
von Paul Rovia | 251 Beiträge

Jesus hatte das Gerücht gehört, dass sich hier in der Nähe ein altes Lager eines Pharmaziekonzerns befinden sollte. Zwar hatte er das Gebiet schon des Öfteren durchstreift aber so ein Lager war ihm nie aufgefallen, weshalb es sich vielleicht lohnte ein weiteres Mal nachzusehen. Nicht weil er ein Junkie war, der auf der Suche nach dem nächsten Schuss sein Leben riskieren wollte, sondern weil es in seiner Gemeinschaft viele Kinder, Kranke und Alte gab, von denen manche auf gewisse Tabletten angewiesen waren. Er hatte immer schon diese aufopferungsvolle Art und wollte anderen Menschen helfen, die sich selbst nicht helfen konnten. Deshalb war es für ihn selbstverständlich diesem Gerücht nachzugehen. Denn auch die nächste Epidemie würde wahrscheinlich nicht lange auf sich warten lassen in diesen Zeiten. Medikamente waren mittlerweile wertvoller als Geld oder andere Besitztümer. Allerdings hatte Jesus leider kein Glück bei seiner Suche, denn alles was er fand, war ein brüchiges Altenheim. Aber vielleicht war es nicht gänzlich umsonst, in Altenheimen gab es immerhin auch jede Menge Pillen. Ein Blick lohnte sich also auf jeden Fall. Jesus war alleine unterwegs, so war er einfach schneller und unauffälliger und brachte keinen anderen in Gefahr. Zwar hieß es stets man sollte nicht alleine auf Versorgungstour gehen aber Jesus brauchte diese Zeit für sich manchmal dringend. Bevor er das Altenheim jedoch untersuchte, fiel ihm ein kleines Licht ganz hoch oben auf dem Gebäude auf. Das war kein Strom, denn Strom flackerte nicht. Und er konnte das Knistern des Feuers bis nach unten hören sowie die Funken sehen, die in den Nachthimmel aufstiegen. Vielleicht hatte sich jemand in diesem Heim niedergelassen? Vielleicht neue Überlebende, die Hilfe brauchten und auf der Suche nach einem sicheren zu Hause waren? Jesus wusste, es war gefährlich in dieser Zeit jemandem zu vertrauen. Dennoch gab er den Menschen immer wieder aufs Neue eine Chance. Denn er wollte nicht so abgestumpft und abgebrüht werden und jedem von grundauf misstrauen. Das war einfach nicht seine Art, er fand, jeder hatte eine Chance verdient. Weshalb er sich dazu entschied nachzusehen woher dieses Licht kam. Der Weg durch das Innere des Heimes war jedoch zu riskant. Er hatte es noch nicht gut genug ausgekundschaftet und wusste nicht wie viele Beißer sich darin befanden. Womöglich sollte er morgen früh noch einmal zurück kommen und alles bei Tageslicht untersuchen. Stattdessen entschied er sich für den unkonventionellen Weg, von Terrasse zu Terrasse. Und noch ehe Gabe es bemerken konnte, stand da plötzlich jemand hinter ihm und lehnte sich mit verschränkten Armen an das Geländer. Völlig lautlos hatte er sich nach oben bewegt und blickte nun hinab auf den jungen Mann, der das Feuer entfacht hatte.
„Schon schockierend nicht wahr? Wie sehr man sich an diese Geräusche gewöhnt hat“
Damit meinte er das Gurgeln und Schlurfen der Beißer, welches man deutlich aus dem Inneren hören konnte. Es war stets allgegenwärtig und dennoch hatte Jesus das Gefühl, dass er ohne diese Hintergrundgeräusche schon fast nicht mehr schlafen konnte. Jesus war nicht hier um den jungen Mann zu überfallen, er war bloß neugierig gewesen wer er war und was ihn hier her verschlug. von hinten erkannte er sein Gesicht auch nicht sofort. Vergessen hatte er es jedoch nicht. Jesus vergaß niemals ein Gesicht und erst Recht nicht das eines Saviors. Trotzdem gehörte er nicht zu der Fraktion, die der Meinung war, alle Saviors sollten hingerichtet werden. Jesus war bewusst, dass viele von ihnen nicht aus freien Stücken gehandelt hatten oder nur das taten was zum Überleben nötig war. Er verurteilte sie also nicht bereits aus Prinzip oder traf Verallgemeinerungen. Es gab immerhin auch einige frühere Saviors die sich gut bei ihnen integriert hatten.
„Hast du etwas dagegen wenn ich mich etwas an deinem Feuer aufwärme? Keine Sorge, ich habe nicht vor dich zu überfallen. Auch wenn das wohl jeder in so einer Situation sagen würde“
Trotzdem hoffte Jesus, dass der junge Mann ihn nicht sofort angreifen würde. Jesus hatte ja auch keine Waffe in der Hand. Er trug bloß seinen Ledermantel, seine Handschuhe sowie seine Mütze, die sein langes Haar bedeckte. Und natürlich eine Hose. Was auch so bleiben sollte.




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#4

RE: Dachterrasse

in Altenheim 25.01.2020 00:01
von Arthur Winchester (gelöscht)
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Gabe wühlte neugierig in seinem Rucksack herum, er hatte Einiges mitgehen lassen, nebst diesem bisschen Stroh, wovon er noch immer nicht sicher war, warum man sowas bei sich tragen sollte aber who cares?! Er hatte etwas Schmuck ergaunern können, ein paar Vorräte, von denen er sich eine kleine, verbeulte, Dose süßer Pfirsiche zur Seite stellte, darauf hatte er nun wirklich Lust und sein süßer Zahn triefte schon, mal davon ab, das in dieser Jahreszeit Obst nicht wirklich gegeben war, Zucker war zudem auch Mangelware. Sein stoppeliges Kinn kratzend, zog er aus dem Rucksack gleich mal drei Paar Hosen, alles unterschiedliche Größen und man sollte einfach nicht fragen, okay?! Alle drei knüllte er zusammen und warf sie achtlos bei Seite, im Grunde klaute er alles was nicht Niet- und Nagelfest war, manchmal sogar total nutzlosen Nonsens, der ihm weder beim Überleben half, noch eine tiefere Bedeutung hatte.
Verhielt sich etwas anders bei der Beretta die er hervorzog, warum hatte er noch gleich eine Knarre geklaut? Ah, ja richtig, scheiß Kleptomanie. Mit ein paar flinken, gezielten Handgriffen, ließ er das Magazin herausgleiten, zog den Schlitten zurück und ließ die Kugel im Lauf herausspringen, welche er flink mit einer Hand fing, sowie musterte. Summend prüfte er auch das Magazin, vier Kugeln, jetzt nicht das Wahre aber das konnte er definitiv eintauschen. Pistolen, Gewehre, Shotguns und allgemein diese lauten Knarren, waren nicht wirklich seins. Den Kram legte er jedoch nicht achtlos irgendwo hin, sondern brav aufgereiht auf dem Boden nieder, bevor er einen der vielen Comics, sowie Zeitschriften hervorholte, sowie ein altes, ziemlich abgegriffenes Buch über...Jack The Ripper. Okay, das würde er auf jeden Fall lesen und behalten, obwohl die Comics fast nen Tick verlockender waren, denn mal ehrlich, Mord, aufgeschlitzte Leichen und all den kranken Scheiß, den hatte er seit zehn Jahren stets um sich.
Und er fand rein gar nichts witzig daran oder kreativ, es schüttelte ihn, wenn er daran dachte, was sein Vater mitunter für ne kranke Scheiße abgezogen hatte, obwohl Gabe sich sicher war, es gab noch gestörtere Bastarde hier draußen aber war wohl noch mal nen Zacken schlimmer, wenn man den eigenen Dad dabei beobachten konnte, musste, als der solchen Scheiß abzog. Zugegeben, Gabe war auch kein Heiliger, er hatte auch Blut an den Händen. Flüchtig blätterte er durch die Comics, Spiderman, Batman, Superman. "Mäh, ..Superman ist lame."
Murmelte er vor sich hin, der war einfach zu perfekt und seine Tarnung ja wohl die Dümmste die es gab. Brille auf und 'Oh Nein, wo ist er nur hin?!', sogar für Comics war das extrem unrealistisch. So vertieft wie er war, beim Anschauen und aussortieren seiner Beute, bekam er tatsächlich nicht mit, wie sich jemand Zutritt verschaffte auf seine Dachterrasse! Wer rechnet denn auch damit, dass dem Dieb, ein ...anderer Dieb aufs Dach steigt, wortwörtlich, wenn man so will. Erst als HootHoot, der kleine Kauz auf seiner Schulter, plötzlich davon flog, auf einen erhöhten Punkt, stutzte Gabriel, denn in der Regel tat er das, nur wenn Leute in der Nähe sind. Nur anders als seine Eule, konnte Gabe, trotz seiner Gelenkigkeit, den Kopf nicht um 180° drehen.
Dafür fiel sein Blick auf den Bogen, den er direkt griffbereit bei sich liegen hatte und spätestens als die Stimme an seine Ohren drang, was mal strategisch ziemlich doof war, außer der Typ hatte ne Knarre, packte Gabe sich den Bogen, zog mit der anderen Hand gleichzeitig nen Pfeil, den er einspannte und sich ruckartig in der Hocke rumdrehte.
Mit grimmigen, wenn gleich auch irritierten Blick, weil er einfach nicht mit rechnete, das jemand über den Weg hier hochkam, den er nutzte, richtete er den Pfeil prompt auf Augenhöhe von ...Jesus.
Gabe blinzelte, hielt die gezogene Bogensehne gespannt fest, er kannte das Gesicht, er hatte sogar ein gutes Gedächtnis was das betraf, allerdings war das Problem, dass der Typ vor ihm, der halt echt aussah, wie der Kerl der faul am Kreuz rum hing, nicht zu den Freunden seines Vaters gehörte. Bis auf das Knistern des Feuers, sowie das Röcheln der Beißer, die sich irgendwo unter ihnen im Gebäude befanden, sodass es leise aber stetig ins Ohr reinging, war für einen Atemzug lang nichts zu hören. "Take me to church.. i'll worship like a dog at the shrine of your lies... I'll tell you my sins and you can sharpen your knife.." Brach es aus Gabe heraus, der echt seine Ticks besser unter Kontrolle bringen musste aber man sollte ihm mal jemanden zeigen, der nicht einen an der Klatsche hatte in dieser Welt. Okay, vergessen wir das, vermutlich war der langhaarige Ninja, der sich unbemerkt auf sein Dach geschlichen hatte, einer der Wenigen, der noch halbwegs normal ist.
Wie dieser das allerdings schaffte, war dem Bogenschützen definitiv ein Rätsel, der die Lippen zudem anschließend fest aufeinander presste und sichtlich mit sich selbst haderte. Da war nun mal der Savior, der Sohn, der nicht vergessen hatte, was er dank Rick und seiner Pissbande verloren hatte, zu was die seinen Dad mitunter getrieben haben und Nein, er nahm dessen Aktionen nicht in Schutz. Doch bis auf Jesus vielleicht, waren Grimes und seine Anhängsel genauso Schuld an der Scheiße damals, wie sein eigener Vater. Also ja, ihm kam der Gedanke, die Sehne loszulassen und dem Kerl einen Pfeil in seine blauen Augen zu jagen. Oder waren sie Grün? War auf die Entfernung und den Lichtverhältnissen nicht richtig zu erkennen aber das sollte auch keine Rolle spielen. Jesus war zudem unbewaffnet, ha, von wegen. Sein Körper war dessen Waffe und das nicht nur, weil er echt hübsch ist, sondern zusätzlich auch noch Grips hatte.
"...Was?.."
Er wollte sich am Feuer aufwärmen? Klar, logisch, es war scheiße kalt und Gabe wusste jetzt schon, auf irgendeine Art und Weise, würde er das bereuen aber er ließ den Bogen sinken, nahm den Pfeil, welchen er zurück in den Köcher schob, den er an der Hüfte, am Gürtel, trug und zog den Bogen wieder auf den Rücken. "Schön, von mir aus, ..." Gabe griff sogleich nach seinem blauen Halstuch, zog sich das rasch über Mund, sowie Nase und auch die Kapuze mit einem kurzen Handgriff tiefer ins Gesicht bevor er nach dem Rucksack fasste, sowie etwas zur Seite rückte, um Platz zu machen.
"...das ist strange...HootHoot..."
Gabe schielte zu seinem Käuzchen, das sich, in aller Seelenruhe, zu putzen gedachte während sein Besitzer, vermutlich sehr offensichtlich, sich gerade nicht so recht zu behelfen wusste aufgrund dieser Situation, dabei war er sonst nicht auf den Mund gefallen. "Nur damit das klar ist, versuch irgendwas Blödes und ich schubs dich vom Dach."
Richtete er seine kleine Warnung, die er mit einem recht mürrischen Blick untermalte, an den Langhaarigen, während Gabe jedoch aus Gründen versuchte nicht direkt oder dauerhaft anzusehen, schließlich wusste er nicht, ob Gottes Ninja-Sohn, sich an sein Gesicht erinnerte oder gar wusste, wer er ist.
Konnte natürlich auch nur ihm passieren, von allen Leuten, die da draußen rum gurkten, traf der Savior auf den Jesus von Hilltop, wobei die ganze Bagage ja jetzt irgendwo am Meer lebte.

@Jesus


zuletzt bearbeitet 25.01.2020 00:03 | nach oben springen

#5

RE: Dachterrasse

in Altenheim 25.01.2020 00:55
von Paul Rovia | 251 Beiträge

Die Frage warum hier Stroh lag, stellten sich schon viele Leute vor ihm. Und niemand fand je die Antwort, es blieb ein Mysterium des Universums. Aber jeder braucht ein Hobby, der eine sammelte Stroh, der andere Hosen. Es war eine verrückte Welt, in der jeder seine Eigenheiten entwickelte. Jesus beispielsweise hatte trotz allem noch dieses unerschütterliche Vertrauen in die Menschheit. Manch einer würde sagen, das sei die dümmste Eigenheit von allen aber es war etwas das Jesus sich einfach nicht nehmen lassen wollte. Ob es in Verbindung mit seinem Namen stand? Wer weiß, vielleicht hatten seine Freunde ihm den Namen nicht nur wegen seiner optischen Erscheinung gegeben sondern hatten noch andere Parallelen entdeckt. Leider konnte er sie das nicht mehr fragen, da sie alle dieser beschissenen, neuen Welt zum Opfer gefallen waren. Dennoch gab Jesus nicht auf und machte keine Anstalten Gabe anzugreifen, auch dann nicht als er den Bogen direkt auf ihn richtete. Stattdessen hob er nur beschwichtigend die Hände. Vielleicht gelänge es ihm auszuweichen, vielleicht aber auch nicht. Aus dieser kurzen Distanz war es eher unwahrscheinlich. aber Jesus ließ es darauf ankommen. er hatte einfach so ein Gefühl, dass der junge Mann ihn nicht erschießen würde. welches auch nicht schwand, selbst nachdem er sein Gesicht näher betrachten konnte und erkannte wer hier vor ihm saß und ihn mit dem Bogen bedrohte. trotz allem führte er seine Phrasen weiter
„oh good god let me give you my life. Ich bin nicht Gott, nur Jesus. Und ich will dein Leben nicht“
man könnte seine Worte auch falsch verstehen und ihn für einen verrückten, religiösen Fanatiker halten aber das war er nicht, sein halbes Leben lang nannte man ihn tatsächlich Jesus. Und er wirkte im Moment nicht im geringsten bedrohlich, als er Gabe mit seinen sanften, blauen Augen betrachtete. Welcher tatsächlich den Bogen sinken ließ und das Feuer mit Jesus teilen wollte. Dieser lächelte ein wenig und setzte sich im Schneidersitz zu ihm auf den Boden, ehe auch er seine Hände an dem Feuer wärmte.
„Nicht nötig dich zu bedecken, ich erinnere mich an dich..“
dafür war es also zu spät, Jesus hatte ihn längst erkannt und selbst wenn ihre beiden Kolonien eine sehr unschöne Vergangenheit hatten, Jesus wirkte trotzdem nicht so als hätte er vor Arthur deswegen etwas anzutun.
„Es ist kalt und du gestattest einem anderen Mann sich an deinem Feuer zu wärmen, ehe er seine weite Heimreise antreten muss. was ist daran seltsam für dich?“
Früher wäre so etwas doch eine Selbstverständlichkeit gewesen, zumindest für Jesus. Der wohl gerade wirklich ein wenig wie Jesus klang. doch heute schien jede gute Tat sofort mit Misstrauen betrachtet zu werden, ein wirkliches Armutszeugnis für diese Welt. und daran waren nicht die Beißer schuld.
„Käuzchen sind normalerweise nicht sehr zutraulich. Du musst ihn beeindruckt haben wenn er an deiner Seite bleibt“
er deutete auf die kleine Eule die sich gerade putzte. so ein schlechter Kerl konnte Gabe gar nicht sein, wenn er die Gunst dieses Käuzchens für sich gewinnen konnte. Dennoch war Jesus bewusst, dass Gabe zu den Saviors gehört hatte oder immer noch dazu gehörte. Zumindest zu dem was noch von ihnen übrig war. aber das hieß noch lange nicht, dass er genauso grausam war wie viele von ihnen. Wessen Sohn er war war ihm jedoch nicht bewusst.
„Etwas Blödes versuchen? Du meinst, so etwas wie dieses Schmuckstück dort zurück klauen, das du ursprünglich meinem Freund Gregory gestohlen hast? oder so etwas zu sagen wie.. lass uns einander kennen lernen, ungeachtet dessen was unsere Kolonien einander angetan haben?“
Was genau bedeutete es für Gabe das Jesus etwas Dummes tun sollte? das war kompliziert. auch wenn er bezweifelte, dass es Gabe gelingen würde ihn vom Dach zu schubsen aber Jesus war niemand, der seine Überlegenheit arrogant präsentierte. Jesus wäre aber wirklich dazu bereit Gabe unvoreingenommen kennen zu lernen, egal was in der Vergangenheit lag. Vergangenes konnte man nicht mehr ändern, seine Zukunft allerdings schon.

@Arthur Winchester




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#6

RE: Dachterrasse

in Altenheim 25.01.2020 10:21
von Arthur Winchester (gelöscht)
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Eigentlich wäre es einfach, Sehne loslassen und fertig, auf die kurze Distanz bräuchte Jesus verdammt viel Glück, um Gabes Pfeil auszuweichen, was nicht ganz auszuschließen ist, er wäre nicht mal verwundert, wenn der irgendwann einen Spaziergang übers Wasser machen würde! Gut, alles Klischees aber mal im Ernst, bei dieser Steilvorlage ist es verdammt schwer, keine blöden Bemerkungen vom Stapel zu lassen. Nur erwartete der Bogenschütze keinen solchen Konter, da hoben seine Augenbrauen sich prompt an und er blinzelte verdutzt, der Typ war schlagfertig, schaffte es gleichzeitig aber dennoch so ....freundlich zu wirken. Gabe hatte sich schon damals gefragt, warum der alte feige Sack Greg, Gregory, ach irgendwas mit G, die Hilltop-Kolonie anführte und nicht Jesus. Zwar hielt er selbst sich, sofern er mal dabei war, lieber im Hintergrund aber es war echt schwer jemanden wie den langhaarigen Ninja zu übersehen, obwohl der nun auch kein Hüne ist.
Vielleicht war Gabe es auch einfach leid, dessen müde, in jedem den Feind zu sehen, weswegen er den Bogen letztlich sinken ließ, konnten doch nicht alle Leute Arschlöcher sein, oder? An sich sollte er es besser wissen oder auch nicht, um ehrlich zu sein, er zweifelte in den letzten Jahren, wo sein Dad in der Zelle schmorte, so ziemlich an seiner eigenen Menschenkenntnis. "Na so lange du mir jetzt nicht die Bibel um die Ohren haust, ist alles okay."
Macht der Gewohnheit, Gabe konnte schlichtweg nicht anders, als irgendwelchen Nonsens von sich zu geben oder, wie auch jetzt, sein Gesicht zu bedecken. Was ihm ganz offensichtlich so viel brachte, wie eine Eismaschine einem Eskimo am Nordpol oder war es der Südpol? Spielte ja auch keine Rolle. Denn das Einzige was er sich dachte, in dem Moment, wo Jesus klarmachte, dass er sein Gesicht kannte, sprach er diesen Gedanken auch direkt aus. "Fuck." Das konnte doch nicht wahr sein, einen Moment lang starrte Gabe nur in die tänzelnden Flammen, die gierig das Feuerholz verschlangen und somit Wärme spendeten hier draußen, unter freiem Himmel. Schließlich fasste er ans Tuch, zog es runter, vermied es aber den Mann in seiner Nähe, am Feuer, anzusehen während er grüblerisch die Augenbrauen zusammen zog, sowie begann mit den Zähnen zu knirschen.
Er rieb sich neuerlich die Hände, hielt sie dem Feuer entgegen und schnaufte, Jesus hatte ja nicht Unrecht, er war nur irgendein Typ, der sich mit an seinem Feuer aufwärmen wollte, sogar noch ein Zuhause hatte. Tja, da hatte er Gabe demnach etwas Entscheidendes voraus.
"Dass der Mann, der sich an meinem Feuer aufwärmt, ehe er nach Hause geht, zum einen aussieht wie der Typ, der früher faul am Kreuz rum hing, halb nackt wohlgemerkt und zum anderen, mit Grimes und seinen Pissnelken, mein Zuhause in einen schweizer Löcherkäse verwandelt hat! Und ....ihr habt die einzige Familie, die ich noch habe, in eine Zelle geworfen."
Leise schlich sich da auch ein Knurren die Kehle hinauf und er holte tief Luft, als er es endlich vermochte, den Kopf zur Seite zu drehen, nur damit er Jesus mit seinen grünen, grimmigen Augen regelrecht fixieren konnte.
"Überraschung, ...du bist bei Negans einzigem Sohn..zu Gast und ich erinnere mich gut an dein Gesicht, sowie das der Anderen, genauso wie ich mich daran erinnere was ihr für Scheiße verzapft habt."
Er merkte förmlich wie die Wut in ihm hochkroch, sein Kiefer spannte sich an, seine Hände schlossen sich zu Fäusten und er biss die Zähne fest aufeinander, vielleicht hatte Jesus, ein bisschen zumindest, eine Ahnung davon, wie sehr es Gabe in den Fingern juckte, einem von ihnen mal richtig aufs Maul zu hauen. Allerdings bemühte Gabriel sich, seit er bei den Pfadfindern gewesen war, seine Impulse besser unter Kontrolle zu bringen. Klappte in den letzten Jahren besser als früher, könnte auch daran liegen, dass er sich in der Regel lieber fern hielt von den Leuten, außer um sie zu beklauen.
Angestrengt atmete er aus, tat im Grunde ja auch nichts mehr zur Sache, die Saviors waren aufgelöst, viele dieser Ratten sind übergelaufen oder haben sich in alle Winde verstreut, dennoch hatte Gabe sehr wohl das Recht wütend zu sein. "Und bevor du ne Debatte darüber starten willst, ...ich weiß am besten was mein Dad angerichtet hat, okay? Ich nehme seine Verbrechen ebenso wenig in Schutz, wie die euren ...aber mir hat eh keiner zugehört."
Sonst hätten manche Dinge sich vielleicht... friedlicher lösen lassen. Seine grimmige Miene entspannte sich, er seufzte nur und fuhr sich mit den Händen übers Gesicht, es war einfach ätzend, sowie anstrengend irgendwelche 'Feindschaften' zu pflegen. Klar, es gab ein paar Leute, bei Jesus Daheim, denen er zu gern ein Pfeil ins Knie oder ins Auge verpassen würde, doch der Großteil war ihm einfach egal. "Ich werde mich auch nicht entschuldigen, nur damit das klar ist, dein Anführer ist genauso Scheiße gewesen, wie mein Dad zu der Zeit."
Das wollte Gabe nur klarstellen, vieles hieß er nicht gut, krachte dafür auch oft genug zwischen Vater und Sohn, er hatte inzwischen auch aufgehört zu zählen, wie oft er, als die Saviors noch an der Spitze der Nahrungskette standen, seinem Dad wütend an den Kopf warf, dass er abhaute und nie wieder zurückkommen würde. Ja, er haute ab, für ein paar Tage aber kam ja doch immer wieder zurück. Familie halt.
Das Jesus auf HootHoot zu sprechen kam, ließ den Bogenschützen kurz stutzen, jedoch folgte er dessen Blick zu dem kleinen Kauz und pfiff, aus alter Gewohnheit, dieselbe Melodie wie sein Dad. Nur anders als die Saviors, die das gern mal zur 'Treibjagd' nutzten, verband Gabe damit nur Kindheitserinnerungen und es fuckte ihn ab, das so etwas, nach dem Ausbruch in den Dreck gezogen, mehr noch mit etwas Bösem in Verbindung gebracht wurde. Der kleine Kauz hielt inne, flatterte rüber und landete auf der Hand, welche Gabriel hochhielt, sodass er dem Kleinen über die Füße streicheln und man den Raubvogel aus der Nähe betrachten konnte. "Er heißt HootHoot, fand ihn auf dem Waldboden, muss wohl aus dem Nest gefallen sein also.. hab ich ihn mit genommen." Seine kleine Eule plusterte sich prompt auf, sodass sie wahrlich, wie ein kleiner Federball mit großen gelben Kulleraugen wirkte, die rüberstarrten zu dem Fremden, während Gabe, ganz selbstverständlich, den Kleinen mit dem Zeigefinger unterm Schnabel kraulte. Moment. Eigentlich sollte er dem Wasserläufer das gar nicht erzählen, den er auch prompt wieder grimmig ins Visier nahm oder versuchte, war ihm wohl anzusehen, dass es nur ein halbherziger Versuch war, denn eigentlich sah er nicht zwingend einen Feind am Feuer sitzen. Sondern, wie dieser zuvor doch gesagt hatte, nur einen Mann, der sich aufwärmen möchte, ehe er die Heimreise antreten würde.
"Wait..what?"
Okay, machte Jesus das mit Absicht? Ihm solche Phrasen an den Kopf werfen, wo er im ersten Moment nicht so recht wusste, was dieser nun von ihm wollte? Er überlegte kurz, ja er hatte Gregory, generell die Leute in seinem Umfeld, schon oft beklaut und konnte dagegen auch nichts machen. Es war ein Zwang, schon seit er ein Teenager war und das erste Mal einen Kaugummi hatte mitgehen lassen, einfach, weil er es probieren wollte und kein Taschengeld dabei hatte. Das sich daraus eine Kleptomanie entwickelte, nun ja, immerhin war sein Talent nützlich in der neuen Welt. "Willst du mich absichtlich verwirren? Not cool Jesus, not cool ... außerdem kenne ich dich, also vom sehen her und was man bei uns so geredet hat damals."
Gut, er kannte ihn nicht richtig aber völlig fremd war dieser ihm nun auch nicht, allerdings laberten die Leute viel Scheiß, weshalb auch nicht sicher war, dass das was er zu hören bekam, auch wirklich der Wahrheit entsprach. Da musste er sich wohl selbst nen Bild von machen. Kurz schaute er über die Schulter, zum Geländer hin, wo dieser zuvor noch angelehnt gestanden hatte, so als wäre er nur ein alter Freund, der zu Besuch kam. Was er nicht ist!
Kein Stück!
Seinen Kauz entließ er wieder, der, nachdem er Jesus lange genug angestarrt hatte, an Gabes Arm entlang und rauf zu seiner Schulter hüpfte, um es sich an seinem angestammten Platz gemütlich zu machen, so hatte dieser auch die Hände wieder frei um die Dose Pfirsiche zu greifen. Mit der anderen Hand fasste er unter seine Lederjacke, hinten am Steiß, um eines seiner beiden Kukri-Messer zu ziehen, mit dem er auf die Dose etwas ein stach, bis diese sich aufbrechen ließ. "Du machst also Parkour, hm?" Er schaute rüber zu Jesus und deutete mit einem Nicken in Richtung Geländer, gab ja keine Leiter oder so, demnach hatten sie wohl sogar eine Gemeinsamkeit. Oh Schreck!
Mit den Fingern fischte er ein Stück süßen Pfirsich aus der Dose, schob es sich in den Mund und leckte sogleich den süßen Saft von den Fingern, sein Blick fiel anschließend hinab auf die Dose, dann zu Jesus und zurück zur Dose, bis er sich murrend dazu überwand, ihm diese hinzuhalten, falls er auch was möchte.

@Jesus


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#7

RE: Dachterrasse

in Altenheim 25.01.2020 21:18
von Paul Rovia | 251 Beiträge

Jesus gehörte auch zu der Sorte Mann, die sich lieber im Hintergrund hielt. Das Anführen überließ er anderen, er fühlte sich wohler dabei in der zweiten Reihe zu stehen und zu beraten. Immerhin hatte es eine Zeit gegeben in welcher er aufgrund der Umstände der Anführer Hilltops gewesen war, in dieser Rolle hatte er sich aber nicht wohl gefühlt und war froh, dass die Umstände nun wieder andere waren. Das Gabe sich an ihn erinnerte war verwunderlich, immerhin hatte er nicht den Eindruck als wäre er jemand, der anderen so schnell im Gedächtnis blieb. Das waren Leute wie Rick, Maggie.. Anführertypen eben, die polarisierten. Aber Jesus? er hatte sich selbst nie als so wichtig genommen.
„Das deine Diebstähle gegen die 10 Gebote verstoßen weißt du bestimmt auch ohne, dass ich dir eine Bibel vor die Nase halte“
aber in der Hinsicht durfte Jesus ihn nicht verurteilen, denn auch er klaute, hatte dabei aber trotz allem einen gewissen Kodex, den er einhielt. Denn er bestahl nie jemanden, wenn er damit seine Existenz gefährden oder zerstören würde. Er beklaute nur all jene, die auch danach noch gut weiter leben konnten. Das Arthur ein Savior war wusste Jesus und er störte sich nicht daran. dass er ihm wenig später aber eröffnete Negans Sohn zu sein löste auch in Jesus etwas Unbehagen aus. Denn dann gehörte Gabe definitiv nicht zu den Leuten bei den Saviors die unterdrückt wurden , als Negans Sohn kamen ihm bestimmt ganz andere Aufgaben zu. Dennoch war es seltsam, dass er sich stets im Hintergrund aufgehalten hatte. Würde er vollständig nach seinem Vater schlagen hätte er das Rampenlicht doch viel mehr geliebt und sich brutaler eingebracht. Also vielleicht hatte er doch ganz andere Ansichten als sein Vater? Es führte bei Jesus zu etwas größerer Vorsicht, hieß jedoch noch lange nicht, dass er deshalb gehen oder ihn angreifen würde. Kinder und deren Eltern waren unterschiedliche Personen, jeder ging seinen eigenen Wert und es wäre unfair ihn nur aufgrund dessen zu beurteilen von wem er gezeugt wurde. Statt ihn zu verurteilen sagte er ihm stattdessen Folgendes
„Die letzten Jahre müssen hart für dich gewesen sein, als dein Vater in Gefangenschaft war“
Ja, Gabe hörte richtig. Statt Gabe nun den Hals umzudrehen oder ihm panisch ins Gesicht zu schlagen zeigte Jesus Mitgefühl. Immerhin war Negan Arthurs Familie und auch wenn seine Taten niemals vergeben werden konnten, niemand konnte von dem eigenen Sohn verlangen, dass er seinen Vater hasste.
„Ich möchte keine Debatte darüber starten welche der Kolonien im Recht oder Unrecht war, genauso wenig möchte ich aufwiegen wer die grausameren Entscheidungen getroffen hat. Ich denke wir alle haben in dieser Welt schon Dinge getan, auf die wir nicht stolz sind. Und du kannst mir glauben wenn ich dir sage, dass auch ich mit vielen Entscheidungen von Rick und den anderen nicht einverstanden war. Ich hieß ihre Grausamkeit nicht gut, habe versucht auf friedlichere Lösungen zu plädieren. Aber ich denke am Ende gab es einfach zu viel böses Blut zwischen Rick und deinem Vater. Zu viel war passiert, weshalb dieser Ausgang unausweichlich war.“
Jesus hatte sich die Zunge wund geredet, um Rick und die anderen zur Vernunft anzuhalten. Als er das erste Mal auf seine Gruppe getroffen war, war auch er schockiert über deren Grausamkeit und Abgebrühtheit. Sah aber dennoch auch Gutes in ihnen. Das sie am Ende diesen Krieg gewonnen hatten war Glück gewesen, es hätte auch ganz anders ausgehen können. Und leider gab es in einem Krieg eigentlich immer nur Verlierer und nie wirkliche Gewinner. Denn auch Ricks Seite hatte sehr viel Kostbares verloren in diesem Kampf. Das Gabe deswegen wütend war war nachvollziehbar und Jesus verübelte es ihm nicht. Doch vielleicht erkannte er durch Jesus Worte wenigstens, dass nicht alle von Ricks Truppe gleich waren oder seine Ansichten teilten. Denn Jesus verurteilte Gabe nicht dafür das er ein Savior war. Unter anderen Umständen, hätte er andere Leute getroffen, andere Beziehungen geknüpft hätte auch Jesus ein Savior sein können. Niemand konnte beeinflussen wem er begegnete oder wohin sein Weg ihn führte. weshalb er hoffte, dass auch Gabe ihn nicht für das verurteilen wurde was seine Gruppe getan hatte. Am Ende waren sie alle nur Menschen die versuchten zu überleben und sich dabei irgendwie noch ein Stückchen Menschlichkeit zu bewahren.
„Und auch wenn Rick ganz bestimmt nicht einverstanden damit wäre, dass ich dir das nun sage… aber dein Vater befindet sich nicht länger in unserer Obhut. Er ist geflohen.. und niemand weiß wo er sich aufhält“
Gabe war Negans Sohn, weshalb Jesus es unfair fände ihn darüber im Dunkel zu lassen, dass Negan nicht länger im Cottage gefangen war. Jedoch gefror Jesus das Blut in den Adern als er die Melodie hörte, die Negan stets gepfiffen hatte. das löste sehr unschöne Gefühle und Erinnerungen aus, weshalb er einen Moment lang etwas verbissen wirkte. Er lenkte seine Aufmerksamkeit lieber auf die kleine, süße Eule auf Gabes Arm.
„es ist wichtig in diesen Zeiten jemanden an seiner Seite zu haben. deine Eule scheint ein guter Wegbegleiter zu sein“
natürlich fragte sich Jesus wieso Gabe sich nicht bei den anderen Saviors aufhielt, die noch übrig waren aber eigentlich ging es ihn nichts an, weshalb er nicht danach fragte.
„ach ja? und was hat man bei euch so geredet damals?“
Jesus war bei den Saviors sogar bekannt gewesen? das überraschte ihn und natürlich machte es ihn neugierig was sie über ihn zu wissen geglaubt hatten.
„ich würde es nicht als Parkour bezeichnen. ich habe einfach früh gelernt mir die Dinge zu Nutze zu machen, die die Natur zu bieten hat und am liebsten im Freien trainiert“
es hatte sich sozusagen also einfach so ergeben, dass Jesus Wände hochlaufen oder Geländer ohne Treppen hochspringen konnte. Professionell gelernt hatte er das jedoch nie, anders als seine Kampfkunst. Jesus blickte auf die gereichte Dose und sah Arthur dabei in die Augen. Es war nett von ihm seine Beute mit dem Fremden oder nicht so Fremden zu teilen. Und Jesus musste zugeben, dass er Hunger hatte. Weshalb er ebenfalls nach einem der Pfirsiche griff und ihn sich in den Mund schob.
„Ich danke dir“
Es war doch ein gutes Zeichen mit einem vermeintlichen Feind das Brot zu brechen oder nicht? Auf diese Weise wurden schon früher Kriege beendet.

@Arthur Winchester




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#8

RE: Dachterrasse

in Altenheim 25.01.2020 23:30
von Arthur Winchester (gelöscht)
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"Diebstähle, ...." Er plusterte die Wangen auf als Jesus ihm so kam, er hatte natürlich total recht aber für Gabe war das Ganze ehrlich gesagt ein Spiel, nicht immer, meistens aber war das halt seine Form von Schabernack treiben. Gut, und er war Kleptomane, der gar nicht anders konnte, zumal er wie eine Elster scheinbar Alles sofort entdeckte, was nicht Niet- und Nagelfest war. Zwar mochte er seinen Zwang nicht unter Kontrolle haben, sich als Dieb mehr Feinde als Freunde machen, doch Gabe war dafür in der Regel fast schon schmerzhaft ehrlich, vieles verkniff er sich lieber, anstatt zu lügen, aber meist knallte er jedem seine Meinung an den Kopf, dass er dabei mitunter auch heftig fluchte, wie sein Vater, lag wohl auf der Hand. Er konnte nicht leugnen Negans Sohn zu sein, es gab einige Gemeinsamkeiten, die markanten Gesichtszüge, die große Klappe, die scheinbar nie still stehen konnte oder wollte, sein Temperament und mitunter das Talent andere einfach zu provozieren, mit einem etwas eigenwilligen Sinn für Humor. Manchmal liebte er auch große Auftritte, genug Selbstbewusstsein hatte Gabe, er weiß was er kann, das er nicht gerade hässlich ist und er lässt sich, bis auf seinen Dad, von Niemandem irgendwelche Regeln aufzwingen, geschweige Anweisungen geben. Jedoch hatte er auch Einiges von seiner Mum, die grünen Augen zum Beispiel, sowie das mitunter sanftere Wesen, sowie die kreative Ader. Tja, im Endeffekt sucht man sich seine Eltern nicht aus, dennoch rechnete er mit Allem, naja fast, denn anstatt eins auf die Fresse zu kriegen oder dergleichen, ließ Jesus ihm Mitgefühl zu kommen.
Kein Wunder, dass Gabe die Gesichtszüge förmlich entglitten, als Negans Sohn war er sowas nicht gewöhnt, entweder hasste man ihn im Voraus, provozierte ihn oder erhoffte sich Vorteile davon, zumindest früher, bei den Saviors. Wie er diese Speichellecker und Bitches alle gehasst hatte, ging auf keine Kuhhaut.
Einen Moment lang, kaum mehr als ein paar Sekunden, schaute der großmäulige Dieb den Holy Ninja nicht mehr so grimmig an, sondern viel mehr wie ein getretener Welpe, der gar nicht damit umzugehen wusste, wenn jemand ...nett war.
Seine typische Reaktion darauf erfolgte wie auf Knopfdruck, er griff sich an die Kapuze und zog sie tief ins Gesicht, murrte lediglich, weil er nicht wusste was er darauf sagen sollte. Schwäche zeigen war das Todesurteil in dieser Welt, auch bei den Saviors. Kannst du dich nicht behaupten, landest du schnell am unteren Ende der Nahrungskette, gerade als Sohn vom Boss musste Gabe stets mit dem Arsch zur Wand stehen. Deshalb lebte er lieber auf nem Dach, als in Räumlichkeiten, sein Zimmer damals war eher ein Lagerplatz für sein ganzes Diebesgut gewesen.
Jesus musste bestimmt nicht befürchten das man ihn zu vergiften versuchte oder solchen Scheiß. Klar konnte Gabe sich hinter seinem Dad verstecken, nur war das nie seine Art, er konnte sich selbst behaupten, schützen, weshalb er die letzten Jahre allein hier draußen auch zurechtkam. Er schloss sich Niemandem an, kundschaftete, klaute, überlebte und erlaubte sich manchmal nen Scherz mit Anderen, nur leider besaßen die meisten Leute keinen Sinn mehr für Humor.
Oder für seine Art von Humor.
Gabe konnte sogar seine Klappe halten, sowie einfach nur zuhören, während seine Gedanken um ganz andere Dinge kreisten oder er versuchte, das Ganze auch aus Sicht von Jesus zu betrachten, hatte er immer schon versucht, halt nicht nur eine Seite zu beleuchten. Nur manchmal schaffte das mehr Probleme als Lösungen und er wünschte sich, vieles einfach nicht bekommen zu haben, sein Problem war nur, seine Augen waren echt verdammt gut. Sonst wäre er als Späher wohl auch schlecht, manchmal sah er einfach zu viel, weshalb er anfing die Kapuze zu tragen, später dann das Halstuch um sich dahinter zu verstecken. "Unausweichlich sind nur der Tod und die Steuern, ....sagte man das nicht früher so? Heute ist es wohl nur noch der Tod."
Gabe holte Luft, setzte bereits dazu an noch etwas zu sagen, ließ es aber bleiben und entließ schnaufend wieder den Atem aus seinen Lungen.
War irgendwie seltsam mal mit jemandem zu reden, generell aber in dem Fall, war der Typ bei ihm auch noch ..vernünftig.
Er horchte auf, reagierte augenscheinlich aber nicht, als Jesus ihm von der Flucht seines Dads erzählte. Oh, das wusste er, auch wo der alte Mann sich aufhielt aber egal wie uneins sie sich oftmals sind, dieses kleine Detail würde er Jesus nun nicht unter die Nase reiben. "Thanks, ...ich mein, hättest das auch für dich behalten können."
Daher bedankte er sich wenigstens, war aus seiner Sicht nämlich nicht selbstverständlich, dass Jesus ihm sowas einfach mitteilte. Der Kerl war echt einer von den wenigen Guten, oder?
Stellte Gabe sich anstrengend vor, um ehrlich zu sein aber vielleicht auch nur aus dem Grund, weil es, gerade in dieser neuen Welt, sehr viel schwerer ist an etwas Gutem, Anständigen festzuhalten, anstatt einfach den leichten Weg zu gehen. Gabe fand es leichter zu töten, als einen friedlichen Ausweg zu finden, die Leute knallten sich über den Haufen, anstatt sich die Mühe zu machen, den anderen Standpunkt zu verstehen. Es war zum Kotzen ....
Daher zog er die Gesellschaft seiner Eule auch den Leuten vor. HootHoot war klein, niedlich, er scherte sich nicht um Kolonien, andere Meinungen oder was Gabe auf dem Kerbholz hatte. "Ja, das ist er, ...leider glaube ich, dass ich ihn nicht dazu bringen kann, Leute zu beklauen aber das ist okay, ...dafür ist er mega epic und kann Owl-Fu."
Haute Gabe raus, begann dabei unweigerlich auch zu grinsen, gar amüsiert zu klingen als er zu Jesus rübersah, sowie provokant die Augenbrauen anhob, nur damit er Bescheid weiß, dass sein kleiner Kauz ihm den Ninja-Hintern versohlt, sollte er Gabe ein Haar krümmen wollen.
Als die Frage aufkam, was man über Jesus geredet hat bei den Saviors, schob Gabe die Hand in seine Kapuze und kratzte sich am Hinterkopf. "Naja, das du aussiehst wie der Typ am Kreuz, nur angezogen ...Simon meinte mal, du bist klüger als gut für dich ist... als wir von Hilltop zurückgefahren sind. ...und zu der Sorte Mensch gehörst ...die zu nett ist ...naja ...sowie wohl der Einzige bist, der es schafft in dieser Welt Haare zu haben...die aussehen wie frisch aus der Shampoo-Werbung ...im Ernst..die haben über deine Haare debattiert manchmal...wie die Waschweiber."
Was Gabe die Schultern zucken ließ aber so aus der Nähe betrachtet, konnte er es nachvollziehen. Er hatte das mitunter ja sogar lustig gefunden, allerdings lag es auf der Hand, das er es tunlichst zu vermeiden hatte, auch nur mit einem aus den anderen Kolonien zu reden oder gar Sympathien zu entwickeln. Das mied er von sich aus, wohl weil er wusste, dass er sonst noch mehr damit hadern würde ...Dinge zu tun, die er eiskalt durchzog, jedoch nicht all zu sehr mochte.
Vielleicht trieb er deshalb lieber Schabernack, beklaute die Wachen und schmuggelte sie zu den Arbeitern, oftmals mopste er auch Sachen von nem Soldat der Saviors, den er nicht mochte, nur um die dann in nem Baum zu verteilen, sowie aus sicherer Entfernung zu beobachten, wie der Typ sie einzusammeln versuchte.
Klamotten stahl er natürlich nur von Typen, bei Mädchen, Frauen, gehörte sich das schlichtweg nicht, wie Gabe fand. Zumal dieser eher durch ein Fenster floh, sobald die auch nur gedachten ihm nahezukommen!
"Ha, Naturbursche, sagst du mir gleich noch, dass du übers Wasser läufst?"
Er schmunzelte ein bisschen vor sich hin bei der Vorstellung, wohl wissend, dass Jesus wohl seit Jahren ständig solche blöden Bemerkungen zu hören bekam, aber es bot sich einfach an. "Jetzt mal im Ernst ....Holy Ninja, was treibst du hier draußen? Solltest du nicht ...keine Ahnung ....hinter sicheren Mauern hocken, deine Haare in den Wind halten und einfach hübsch aussehen? ..Bin ja fast geneigt dich herauszufordern ... allerdings...weiß ich, dass man die nicht unterschätzen sollte, die harmlos aussehen."
Außerdem wäre es echt peinlich, vom Sohn Gottes auf die Bretter geschickt zu werden, das würde er seinem Dad eh niemals erzählen!
Noch weniger, dass er sogar seine Vorräte gewillt war zu teilen, mit dem 'Feind', der es Einem aber auch echt schwer machte ihn halt irgendwie nicht nett zu finden. Wie machte er das? Gabe schaffte es mit nur einem Atemzug eine halbe Kolonie zu verärgern, okay er beklaute die Leute halt ständig, und Jesus, den will man doch irgendwie einfach nur in Watte packen oder seine Haare anfassen. Die Gabe natürlich, trotz dessen Mütze, wunderbar sehen konnte, weil sie halt lang waren, nicht wie seine Eigenen, recht kurz. Immerhin rang er sich mal nen schiefes Grinsen ab als Jesus, die dargebotenen Pfirsiche, annahm. War zwar kein Brot und Wein, was Gabe bieten konnte, aber süßes Obst fand er eh besser.
"Nichts zu danken, ....ich hoffe nur, dass ich es nicht bereuen werde,..irgendwann. Mein Dad würde mir wohl nen Klaps geben, wenn er wüsste, mit wem ich am Feuer hocke."
Er rieb sich das stoppelige Kinn, verputzte noch ein Stück von den Pfirsichen und schaute wieder zu den Flammen vor, noch immer hockte er und wippte unruhig mit dem rechten Fuß, es fiel ihm wahnsinnig schwer lange still zu halten, geschweige denn richtig zur Ruhe zu kommen. "Ist es nicht anstrengend, ....immer so nett zu sein?"
Wollte Gabe schließlich gerne mal wissen, die meisten Leute von früher waren ziemliche Arschlöcher, nicht alle bei den Saviors aber viele davon. "Und nervig..wenn die Leute einem ständig mit blöden Jesus-Witzen kommen?"
Fügte er belustigt klingend hinzu, er gehörte ja auch dazu, wartete förmlich auf irgendeine Vorlage, auf die er aufspringen konnte. Tat ihm irgendwo leid aber lassen könnte er es dennoch nicht, so viel steht fest. "Oder warte...." Den Kopf zu ihm gedreht, verengte er kurz die Augen, fixierte ihn förmlich, so als überlege er angestrengt bis er sich sicher war, die Frage stellen zu können. "...lass mich raten, die meist gestellte Frage an dich ist: Darf ich deine Haare anfassen? ...Hab ich recht?" Oh Bitte, er wollte so gerne richtig liegen!



@Jesus


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#9

RE: Dachterrasse

in Altenheim 26.01.2020 13:23
von Paul Rovia | 251 Beiträge

Unbewusst hatte Gabe in Hilltop damals für ziemlichen Aufruhr gesorgt. Denn als Gregory aufgefallen war, dass ihm dieses wertvolle Schmuckstück fehlte, hatte er so ziemlich jeden aus Hilltop des Diebstahls bezichtigt. Es herrschte eine ganze Weile Misstrauen und schlechte Stimmung zwischen den Bewohnern, weshalb Jesus sich auch noch so gut an dieses Objekt erinnerte. Gabes Blick, nachdem Jesus ihm Mitgefühl wegen seines Vaters entgegenbrachte, war der Grund weshalb Jesus immer noch an seinem Lebensstil festhielt. Denn dieser Blick zeigte ihm, dass nett zu sein der richtige Weg war. Wenn auch leider mittlerweile eine Rarität. Aber es funktionierte und war die einzige Möglichkeit den wirklichen Charakter von jemandem zu sehen. Denn wie ein Arschloch konnte jeder sich benehmen, das war einfach. Aber Ehrlichkeit und Freundlichkeit waren in der heutigen Zeit Mangelware. Und deshalb umso wichtiger. aber Arthur schien noch nicht vielen freundlichen Menschen begegnet zu sein, zumindest ließ seine Reaktion Jesus das erahnen.
„Damit hast du Recht. Aber trotz meines Namens kann auch ich leider keine Wunder vollbringen. Ich habe getan was in meiner Macht stand, um diesen Ausgang zu verhindern.“
das war nicht nur eine leere Phrase, Jesus hatte wirklich getan was er konnte. Was nicht so einfach war aufgrund der Tatsache was Negan Maggie angetan hatte, welche nun mal zu seinen engsten Vertrauten gehörte. Doch Saviors mitten in der Nacht abzuschlachten erschien ihm dennoch falsch. und er versuchte Maggie immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, dass Rache zu nehmen jemanden sehr verändern konnte. Sie alle mussten versuchen auch in Zukunft noch mit ihrem Spiegelbild leben zu können. Sie mussten dafür sorgen eine Welt für die künftigen Generationen zu schaffen die lebenswert war, die so etwas wie Mitgefühl und Zusammenhalt kannte. Und keine Welt in der nur Misstrauen und Gewalt reagierte. Jesus also versuchte seinen Prinzipien trotz all der Scheiße die passiert war treu zu bleiben aber alles verhindern konnte er nun mal auch nicht. Und Rick sowie die anderen waren irgendwann an einem Punkt angelangt, wo sie nicht mehr zu stoppen waren. Nicht für einen Einzelnen.
„du bist sein Sohn, du hast das Recht es zu erfahren. vielleicht hätte man dir sogar gestattet ihn unter Aufsicht zu besuchen wenn du gefragt hättest“
Doch in den letzten Jahren hatten sie Arthur nie zu Gesicht bekommen. also fragte Jesus sich automatisch, ob er ihn nicht besuchen wollte oder ob er die Sorge gehabt hatte, dass man ihn gleich zu ihm in die Zelle sperrte wenn er zugegeben hätte wessen Sohn er war.
Die Eule war auf jeden Fall ein besseres Gesprächsthema als Negan, denn auch wenn Jesus ziemlich vernünftig wirkte hieß das noch lange nicht, dass er Gabes Dad gegenüber freundlich gesinnt war. Das war nicht der Fall, er hielt nur nicht viel von dieser Auge um Auge Mentalität.
„Owl-Fu? dann lege ich mich lieber nicht mit ihm an“
Jesus musste nun sogar ein bisschen schmunzeln, denn die Vorstellung wie der kleine Federball Kung-Fu Bewegungen machte war einfach niedlich.
Ja nun musste er sogar lachen als Gabe ihm davon erzählte was die Saviors sich für Geschichten über Jesus erzählt hatten. Aber wenigstens hatten sie ihn nicht nur ausschließlich auf seine Optik reduziert sondern auch erkannt, dass er nicht dämlich war. Spielte nun aber auch keine Rolle, denn er war trotz allem nicht klug genug gewesen, um diesen Konflikt zu beenden. Stattdessen hatte er nach ihren Regeln gespielt und nur versucht zu beruhigen, damit es nicht zu unliebsamen Vorfällen kam, als sie die Vorräte abholen kamen.
„Ich habe mich immer schon gefragt wieso meine Haare so polarisieren. Immerhin bin ich doch nicht der einzige Mann mit längeren Haaren“
wieso also war es bei ihm so etwas Besonderes? dann sähe doch jeder Kerl mit langen Haaren aus wie Jesus. aber er hatte sich an diesen Vergleich gewöhnt und stellte sich mittlerweile ja auch selbst als Jesus vor. Dieser Spitzname war nun mal eines der Dinge, die ihn noch an die frühere Welt erinnerten. Der Abend an den er diesen Namen bekam, war ein sehr schöner und lustiger gewesen, weshalb er gerne daran zurück dachte. Selbst wenn es stets einen bitteren Nachgeschmack hatte, denn keiner seiner damaligen Freunde war heute wohl noch am Leben.
„Natürlich bin ich schon übers Wasser gelaufen. Mehrmals sogar…… im Winter keine besondere Herausforderung, meinst du nicht?“
Jesus war an diese Sprüche gewöhnt und es störte ihn nicht, es brach zumindest manchmal ein wenig das Eis, weshalb er auch über sich selbst lachen oder Scherze machen konnte. Daher stieg er auch auf den von Gabe ein, über einen zugefrorenen See zu laufen war schließlich nichts wirklich Göttliches. Als Gabe ihn danach fragte was er hier draußen so ganz alleine machte schwieg Jesus einen kurzen Moment. Bevor er auf seine Frage antwortete stellte er aber eine Gegenfrage
„du findest also ich sehe hübsch aus?“
hatte er doch immerhin gerade gesagt. und Jesus schmunzelte ein bisschen verschmitzt bei seiner Frage. Gabe wirkte zwar so als hätte er eine große Klappe, auf der anderen Seite jedoch auch ein bisschen unbeholfen irgendwie. es wäre Jesus lieber nun nicht auf diese Frage antworten zu müssen und weiter Scherze zu treiben. Denn plötzlich schwand das Lächeln von seinen Lippen und seine hellblauen Augen wirkten auf einmal betrübt. Sorge war darin zu erkennen.
„ich bin auf der Suche nach jemandem. Eine Person, die mir sehr wichtig ist, ist vor ein paar Tagen hier in der Gegend verschwunden.Ich weiß nicht wieso oder was passiert ist. Und als ich das Licht hier oben sah, da dachte ich für einen kurzen Moment lang….“
naja, Gabe wusste bestimmt was Jesus gehofft hatte, nämlich das es dieser Person irgendwie gelungen war sich hier rauf zu flüchten. Sie sich hier verschanzt hatte, vielleicht nur etwas verletzt war und deshalb nicht zurück kommen konnte. aber das schien nicht der Fall zu sein. Was Gabe nun nicht als Beleidigung auffassen sollte. aber Jesus würde nicht ruhen ehe er diese Person wieder gefunden hatte. Er seufzte schwer, denn er fühlte sich deswegen seit Tagen schrecklich. Gabe war der erste dem es gelungen war ihn mal für ein paar Minuten abzulenken mit ihrem Gespräch. Weshalb Jesus auch wieder versuchte seine Aufmerksamkeit auf ihn zu lenken.
„Maggie und die anderen wahrscheinlich eben so. Aber das hat mich noch nie davon abgehalten Kontakte mit anderen Menschen zu knüpfen.“
da war er starrsinnig und unbelehrbar, da er nun mal jedem eine Chance gab. damit hatte er anderen wohl schon viele graue Haare beschert.
„Ich empfinde es nicht als anstrengend, sondern als das einzig Richtige. Außerdem bin auch ich nicht immer nett, das kannst du mir glauben“
auch Jesus hatte Dinge gesagt oder getan auf die er nicht stolz war. Aber er versuchte sich selbst treu zu bleiben, so gut es eben möglich war in dieser Welt. Nun schaffte es Gabe ihm nach seiner kurzen Phase der Betrübtheit aber sogar erneut ein leichtes Lächeln zu entlocken.
„Man gewöhnt sich daran. Und ich müsste mich ja nicht als Jesus vorstellen sondern könnte ihnen auch meinen wirklich Namen nennen. Da fällt mir ein.. du hast mir deinen noch nicht verraten“
denn nur weil er sich an Gabes Gesicht erinnerte hieß das leider nicht, dass er auch seinen Namen kannte. Simons kannte er gut, wie auch den vieler anderer Saviors. aber Gabe hatte sich immer im Hintergrund gehalten, es hatte stets so gewirkt als wäre er keine besonders wichtige Person in den Reihen der Saviors. Wie man sich doch täuschen konnte.
„Fast richtig. Die meist gestellte Frage an mich ist, wo ich mein Shampoo her bekomme. Danach fassen sie meine Haare meist ohne zu fragen an oder versuchen es wenigstens“
denn wenn Jesus das nicht wollte dann gelang das auch niemandem.
Nach dieser kleinen Offenbarung rieb Jesus sich etwas die mittlerweile warmen Finger, ehe er seine Handschuhe wieder überzog und sich erhob.
„ich will dich aber auch gar nicht länger in eine moralische Zwickmühle bringen durch meine Anwesenheit. Danke, dass ich mich an deinem Feuer wärmen durfte.“
Doch jetzt musste Jesus wieder los, immerhin war er nicht zum Spaß hier, sondern wollte jemanden finden. Er blickte also über das Geländer hinab auf den Boden, musste zu seinem Missfallen jedoch feststellen, dass gerade jetzt eine ziemlich große Herde an Beißern vorbei zog. Jesus war zwar gut und lautlos.. aber sie blockierten genau den Weg, den er nach unten nehmen musste. und die Kraft sich durch eine ganze Herde zu kämpfen hatte er nun leider auch nicht mehr. es war schließlich schon spät und er den ganzen Tag bereits auf den Beinen. Weshalb er erneut genervt seufzte und nach hinten zu Gabe sah. Möglicherweise musste er seine Gastfreundschaft doch noch ein bisschen länger in Anspruch nehmen.

@Arthur Winchester




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#10

RE: Dachterrasse

in Altenheim 26.01.2020 16:34
von Arthur Winchester (gelöscht)
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"Dir glaube ich das sogar." Murmelte Gabe vor sich hin und rieb sich das Kinn, kratzte sich darunter und hob anschließend die Arme, um sich etwas zu strecken, die Kapuze behielt er noch immer tief ins Gesicht gezogen, denn leider ja, mit netten Leuten hatte er die letzten Jahre nicht all zu viel zu tun gehabt. Nicht jeder war so unvoreingenommen wie der Ninja am Feuer neben ihm, Gabe gelang es auch nicht immer neutral zu sein, er versuchte es, doch ließ er sich, mehr früher als heute, natürlich auch beeinflussen von Anderen. Man musste zudem ehrlich sein, es war verdammt leicht es sich bei ihm zu verscherzen und wenn er erst ne Abneigung gegen eine Person hatte, war es schier unmöglich daran was zu ändern, er hatte gar nicht so viele Pfeile im Köcher, wie er Leute bei den Saviors und auf Jesus' Seite hatte umlegen wollen damals.
War wohl auch ganz gut so, zumal nur noch mehr Blut floss, sobald man damit angefangen hatte. In den Spiegel gucken konnte der Bogenschütze noch, mal mehr, mal weniger lang und sein moralischer Kompass, den er zumindest versuchte im Gleichgewicht zu halten, war stets die Frage: Was seine Mom von ihm denken würde, wenn sie ihn Heute sehen könnte?
Allerdings lachte Gabe bitter auf und zog die Augenbrauen misstrauisch zusammen. "Oder sie hätten mich auf der Stelle erschossen, ...vor den Augen meines Dads, ...um ihm eins reinzuwürgen. Ich traue Grimes nicht mal so weit, wie ich dich werfen könnte Jesus. Ich mach vielleicht, bewusst, nicht den Eindruck besonders Helle zu sein aber ...bei aller Liebe, ich riskier meinen Hals nicht leichtfertig. Außerdem hätte Dad das nicht gewollt, dass ich mich unnütz in Gefahr bringe, nur um was... ihm "Hi" zu sagen oder an den Kopf zu werfen, was er für ein Idiot sein kann? ...."
Schnaufend sah er zu den Flammen, er liebte seinen Dad, das verhinderte aber nicht das sie oftmals lautstarke Debatten führten, wobei Gabe derjenige war, dessen Temperament schnell mal überkochte, sowie ihn lauter werden ließ. Gabe war nicht dumm, vorlaut ja, er hatte aber nicht nur Muskeln, sondern auch ne ordentliche Portion Grips, sowie ein gutes Gespür für Gefahren. Wäre er dumm wie Stroh, würde er wohl nicht allein im Wald leben und überleben können, anders als Jesus, gehört er keiner Kolonie an oder einer Gruppe die Schutz bieten könnte. Brauchte er auch nicht und HootHoot leistete ihm eh bessere Gesellschaft als die meisten Menschen. Seine Eule war immerhin friedlich, süß und versuchte nicht aus allem nen Vorteil herauszuschlagen. "Ich habe bis heute gute Gründe, weshalb ich nicht damit hausieren gehe, wessen Sohn ich bin."
Vielleicht verstand der Langhaarige es, vielleicht auch nicht aber die Menschen sind schnell dabei ein Urteil zu fällen und Gabe war ein Teenager, der plötzlich damit konfrontiert wurde, nur aufgrund seiner Verwandtschaft, von Leuten als Feind betrachtet zu werden, obwohl er denen nie was getan hatte. Im Vergleich zu Jesus war Gabe auch nicht all zu geduldig, weder mit Anderen, noch mit sich selbst, seine einzige Freundin, die wie eine Schwester für ihn war, hat er seit Jahren nicht mehr gesehen und es war leichter sich oberflächlich anzupassen, die Leute aber auf Abstand zu halten. Jeder ist sich selbst der Nächste.
Die Lektion hat er schon zu Beginn gelernt.
Sein Humor war auch nicht für jeden was aber offenbar hatte er es doch noch drauf, wenn er mit seiner Owl-Fu-Bemerkung dem Ninja nen Schmunzeln entlocken konnte, Gabe musste ja selbst grinsen, er fand seine eigenen Witze nun mal lustig, ok?! Gab ja bis auf HootHoot meist keinen der mit ihm rumalberte und an sich war er nen kleiner Schelm, nur gab es für die in dieser Welt wohl auch nicht so viel Platz mehr, genauso wie für Leute wie Jesus. "Besser so, der Kleine ist richtig furios, sobald er loslegt." Schmunzelte er ein bisschen, obwohl sein Verstand ihn laufend dazu ermahnte gefälligst nicht so ...nett zu sein. Wie kam das denn rüber? Menschlich und normal vermutlich. Früher haben die Leute ja auch einfach geredet, ohne sich gleich ne Knarre an den Kopf zu halten, die Mehrheit vermied sowas zumindest. Aber jetzt? Wo du sogar auf der Hut vor deinem Schatten sein musst, gefühlt. Er wollte gar nicht wissen, wie sein Dad reagieren würde, wenn er wüsste, mit wem sein Spross hier friedlich am Feuer hockte.
Schulter zuckend schob Gabe sich die Kapuze etwas zurück, kratzte sich am Kopf und sah auf die lange Mähne des Anderen. Vermutlich würde er in hundert Jahren nicht die Länge erreichen aber wollte er auch nicht.
"Das nicht aber deine Haare sehen halt echt verdammt gepflegt aus, so seidig glatt, sag ja...wie aus einer Shampoo-Werbung." Bei den Saviors gabs auch Leute mit längeren Haaren, also Kerle, nur sahen die nicht mal im Ansatz so gepflegt aus wie bei Jesus. Es war ein Rätsel aber gut, vielleicht war dies, die göttliche Gabe an Jesus. Sein perfektes schön glänzendes Haar.
Was auch Gabe echt gerne anfassen würde, es juckte ihn schon in den Fingern, allerdings konnte er sich zurückhalten, er wollte ja auch nicht einfach angetatscht werden von irgendwem, wobei die Leute irgendwie lieber seinen Waschbrettbauch anfassen wollten, wenn er ohne Oberteil rumgelaufen war im Sanctuary. Im Sommer war es aber auch echt unerträglich heiß. Schwere körperliche Arbeit scheute er zudem auch nicht, nur hatte er selbst mit 22 damals noch nicht gecheckt, warum manche Leute ihn anstarrten oder ihn auf ihr Zimmer einluden. Ja, einige kaputte Fenster gingen mitunter auf Gabes Konto, weil er einfach hindurchsprang, egal ob geschlossen oder offen, das prüfte er vorher ja nicht und es dauerte bis es mal Klick machte was das Mädel im selben Raum von ihm wollte. Kaum zu glauben aber Gabe war in der Hinsicht, tatsächlich das krasse Gegenteil zu seinem Vater, dem alten Casanova und Schürzenjäger.
"Okay....ich fange an dich gar nicht so übel zu finden, könntest du das bitte lassen? Ich versuche angestrengt dich, als Feind zu betrachten." Er musste nämlich unweigerlich lachen, ob dieser doofen Bemerkung mit dem übers Wasser laufen, das war voll sein Humor und es machte Jesus sympathisch, dass er kein Problem damit hatte, auch sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Gabes Bemerkung klang auch viel zu amüsiert, als das man sie ernst nehmen konnte und doch steckte ein Funke Wahrheit drin, er versuchte eine Abwehrhaltung einzunehmen, einfach zu blocken aber das war mitunter so anstrengend, es machte keinen Spaß. Und Gabe wollte doch nur spielen.
Dem ganz schnell das spitzbübische Grinsen verging als Jesus offenbar den Spieß mal rumdrehte. Prompt ging sein Blick gerade aus, fixierte über die Flammen hinweg, das Zelt, was er zu seinem Nest gemacht hatte mit zig Decken, Kissen, Kram den er geklaut oder gefunden hat. "Ehm.....ja? Habe ich? ..naja...ich meine..du bist nicht hässlich! Ich glaube, das kannst du besser beurteilen als ich und ...eh ist ja wohl nichts dabei, es gibt auch hübsche Männer, nicht nur Frauen und..." Ihm wurde schrecklich warm auf einen Schlag, sein rum Gestammel machte es wohl auch nicht besser, er vermied es tunlichst auch nur in die Nähe von Jesus zu blicken und starrte sein Zelt an während ihm ein bisschen die Hitze in die Wangen kroch. Schuld daran war natürlich bloß das Feuer! Jedoch horchte er auf und überwand sich dazu doch mal rüber zu Jesus zu schielen, der irgendwie besorgt wirkte, gar betrübt würde Gabe fast schon sagen. "Oh, ...verstehe...tut mir leid."
Tat es wirklich, einen Moment lang musterte er den Langhaarigen etwas eingehender, er nahm den ganzen weiten Weg auf sich und das nur um jemanden zu finden? Muss ja ne verdammt wichtige Person sein oder gehörte Jesus, wie sein Namensvetter, zu der Sorte, die auch jede Katze retten würde, die sich nicht mehr vom Baum traute? Gabe setzte ja sogar dazu an, um ihm anzubieten bei der Suche zu helfen, aber das konnte er beim besten Willen nicht machen. Zumal es ihn auch nichts anging und es war leichter sich aus Allem raus zu halten! Es war ...einfacher.
Aus dem Grund sagte er nichts und schloss den Mund wieder, lenkte seinen Blick zurück aufs Feuer und biss auf die Innenseite seiner Wange. Er nahm Jesus auch nicht übel, dass es für ihn wohl eine herbe Enttäuschung sein musste, anstatt der vermissten Person, ausgerechnet auf Negans Sohn zu treffen. Blöd gelaufen oder Karma? Allerdings konnte er sich nur schwer vorstellen, dass Jesus was getan hatte, was sein Karma ihm ne Ohrfeige verpassen ließe.
Nebenbei genehmigte er sich noch etwas Pfirsich, schaute zu seiner Schulter, auf der HootHoot saß und in Ruhe sein Gefieder putzte, normalerweise blieb er nicht, wenn Fremde in unmittelbarer Nähe sind, jedoch war Jesus wohl keine Bedrohung in den Augen des kleinen Kauzes. "Du standest mit in der ersten Reihe als der Krieg kurz vor der Entscheidung stand, ich bin mir im Klaren darüber, dass du mehr als hübsche Deko gewesen bist und genauso Blut an den Händen kleben hast, ...wie wir alle."
Gabe war da keine Ausnahme, er fand die freundlichen, unschuldig anmutenden Leute mitunter gefährlicher als jene wie seinen Dad, dem man schon ansah, das er gefährlich ist. Deshalb wollte und sollte er bei Jesus mehr auf der Hut sein. Außerdem musste man manchmal hässliche Dinge tun, sei es um selbst am Leben zu bleiben oder um diejenigen zu beschützen, die einem am Herzen lagen. Gabe hatte nur den Vorteil, dass sein Dad der Einzige war, der ihm noch irgendwas bedeutete, selbst wenn es mitunter schwierig ist und er konnte beim besten Willen Jesus keinen Vorwurf machen, dass er gegen die Saviors am Ende gekämpft hat. Niemand lässt sich gerne unterdrücken, beide Seiten hatten ihre Gründe für den ganzen Mist.
Zudem war die Grenze zwischen Gut und Böse, Richtig oder Falsch, manchmal sehr verschwommen.
"Was, du willst mir sagen dein richtiger Name ist nicht Jesus? Du Hochstapler!" Empörte Gabe sich gespielt und schaute ihn mit großen Augen, theatralisch pikiert an, er fasste sich sogar ans Herz wobei er entsetzt nach Luft schnappte, ob dieser schrecklichen Offenbarung. "Hm?" Blinzelnd ließ er die Hand sinken, neigte den Kopf zur Seite und nickte ganz langsam, stimmt, woher sollte Jesus wissen wie er hieß. Er trug kein Namensschild um den Hals oder diesen auf der Stirn geschrieben, trotz allem war er ja kein Savior gewesen. "Gabriel, ...also eigentlich Arthur Gabriel, ...eigentlich ziehe ich Gabe vor aber nenn mich wie du willst." Stellte er sich lässig vor und überließ Jesus selbst wie er ihn ansprechen wollte, konnte ja nicht schlimmer werden als gewisse andere Begrifflichkeiten die ihm ständig, nebst Kugeln manchmal, um die Ohren flogen als Dieb.
Amüsiert glucksend rieb er sich den Nacken da er sich gut vorstellen konnte, wie die Leute versuchten Jesus Haar anzufassen und dieser einfach laufend auswich. "Du solltest irgendwas dafür verlangen, wenn man dir ständig an die Haare tatschen will. Kuchen oder so ..." Allein bei dem Gedanken an Kuchen triefte ihm der Zahn, weshalb er rasch den Kopf schüttelte, sowie sich ruckartig erhob, er konnte nicht länger in der Hocke verweilen und schüttelte die Füße erst mal aus. Seine grünen Augen fielen jedoch prompt auf Jesus, der sich offenbar genug aufgewärmt hatte, verständlich, niemand blieb länger als nötig in der Nähe eines Saviors. Schon gar nicht freiwillig.
"Schon okay, nichts zu danken...und ...viel Erfolg bei deiner Suche. Ich drücke dir die Daumen." Gesagt, getan, weshalb er beide Hände hob und die Daumen drückte, so sarkastisch wie es sich vielleicht anhörte, war es gar nicht mal gemeint. Er hoffte für Jesus das er fündig wurde und ließ die Hände sinken, lediglich mit den grünen Augen verfolgte er diesen bis hin zum Geländer. Stirn runzelnd zog er die Kapuze komplett vom Kopf, öffnete die Jacke nebenbei und hob langsam die Augenbraue, denn Jesus stand da einfach nur rum. Höhenangst hatte der sicher nicht, also woran lag es das er nicht einfach wie ein Ninja wieder verschwand? Klar, er hörte die Beißer bis hier oben hin, vor allem wenn sie sich in Scharen herumtrieben, sowie zusammen rotteten zu einer Herde, dann war es echt schwer das Geröchel auszublenden.
"Lass mich raten, ...Rückweg versperrt? Hm,..dachte, die Herde wäre noch weiter weg. Soll ich dich schubsen?"
Haute er frech grinsend raus, nebenbei schob er sich die Lederjacke von den Schultern und lief um das Feuer herum, zu seinem Zelt wo er diese hineinwarf, sowie selbst kurz darin verschwand. Nur zwei Atemzüge später streckte er den Kopf wieder raus, trat zurück in die Kälte und wechselte das schwarze T-Shirt gegen einen kuschligen schwarzen Pullover mit Rollkragen. Jesus stand immer noch da also lag er wohl richtig, sein Rückweg war versperrt. Während er das tat, saß HootHoot nicht mehr auf seiner Schulter, sondern auf seinem Kopf und zupfte an den kurzen dunkelbraunen Haaren seines Besitzers, um ihn zu putzen. Ja, er war furchteinflößend ohne Zweifel!
"Tja, das heißt dann wohl ...wir haben die ganze Nacht um Freunde zu werden, yaaaay." Sarkasmus! Nebenbei rieb er sich die Hände und wippte mit den Augenbrauen, das schelmische Grinsen auf seinen Lippen schwand auch nur halb, während er zu dem Ninja schaute. "...du kannst den Schlafsack haben, wenn du willst.. und das Zelt... bin da nicht so." Bot er ihm weitaus ernster an, streckte sich und verschränkte die Hände hinterm Kopf, Jesus konnte demnach ohne schlechtes Gewissen seine Gastfreundschaft in Anspruch nehmen. Gabe war ja kein Unmensch, ein bisschen schräg vielleicht aber kein so übler Kerl. "Nur Finger weg von HootHoot und meiner Jacke, sowie meinem Bogen. Ansonsten ....feel free."


@Jesus


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#11

RE: Dachterrasse

in Altenheim 27.01.2020 21:14
von Paul Rovia | 251 Beiträge

Jesus glaubte nicht daran, dass man Gabe hingerichtet hätte, nur weil er seinen Vater besuchen wollte. Wenn sie so skrupellos und abgebrüht wären, dann hätten sie Negan ebenfalls umgebracht und nicht in einen Kerker gesperrt. Allerdings wusste er auch, dass es durchaus viele Leute gab, denen diese Entscheidung sauer aufstieß. Die gegen diese Entscheidung rebellierten und vielleicht auf eigene Faust gehandelt hätten. Deshalb konnte Jesus nicht vollkommen ausschließen, dass es ein Risiko für Gabe dargestellt hätte ihn zu besuchen. Vielleicht wäre nicht Rick direkt das Problem gewesen. Aber es gab andere, die vielleicht noch viel gefährlicher waren. Er verübelte ihm seine schlechte Meinung über die Bewohner des Cottage demnach nicht. Sie war teilweise berechtigt und dessen war Jesus sich bewusst. Er war niemand der die Augen vor der Wahrheit verschloss, selbst wenn sie verstörend war oder ihn betrübte.
„Um ehrlich zu sein bin ich überrascht darüber, dass nach der Inhaftierung deines Dads nie ein Angriff unternommen wurde ihn zu befreien.. beispielsweise angeführt von seinem Sohn. Wieso bist du hier oben so ganz alleine und nicht bei den anderen ehemaligen Saviors?“
das er anders tickte als Negan hatte Jesus bereits durchschaut aber das hieß noch lange nicht, dass er als Nomade leben musste. Er wirkte nicht wie die Art von Person die gerne völlig alleine war. Jesus war früher auch nicht der geselligste gewesen, doch er hatte sich verändert, gemeinsam mit der Welt. Denn durch die Zombieapokalypse war ihm klar geworden wie wichtig menschliche Kontakte in solch einer trostlosen Welt eigentlich waren. Aber vor allem, wie vergänglich das Leben war. Weshalb er sich nicht mehr zurück halten wollte, wenn man ein kleines Stück Glück für sich haben wollte, dann musste man dafür auch etwas tun und riskieren. und Körperpflege war auf jeden Fall etwas worauf er nach wie vor Wert legte.
„naja, wir haben immer noch fließend Wasser und etwas das sich Haarbürste nennt. Ich habe manchmal den Eindruck, die Tatsache, dass es überall nach Verwesung riecht, verwenden manche Leute als Ausrede dafür sich auch nicht länger pflegen zu müssen“
weil es keine Rolle spielte und sie sowieso ständig dreckig wurden? Sei es durch Blut, Matsch oder Gedärme. aber für Jesus war das kein Grund sich völlig gehen zu lassen, er pflegte seine Haare nun mal und das war auch schon das einzige Geheimnis. Selbst im Cottage gab es ja einige die das nicht taten und echt stanken wie ein Iltis. also wenn Gabe ihm den Deal vorschlug, dass er dessen Waschbrettbauch anfassen durfte als Gegenleistung für die Berührung seiner Haare würde er ganz sicher einwilligen.
„du siehst dich doch offenbar nicht länger als Savior. Also wäre es wirklich so schrecklich für dich mich nicht ganz so übel zu finden?“
wollte Jesus von ihm wissen, der fand das nämlich alles andere als furchtbar. Völkerverständigung war so wichtig in der heutigen Zeit und vielleicht irgendwann der Schlüssel zu einem Zustand der Frieden zumindest ähnelte. Das Gabe nicht immer eine große Klappe hatte bemerkte Jesus als dieser plötzlich verlegen zu stammeln begann. das war schon irgendwie lustig und auch ziemlich süß ehrlich gesagt. die meiste Männer waren ja sowieso hetero und Jesus wusste, dass es anderen Männern deshalb oftmals schwer fiel einem anderen Mann ein Kompliment zu machen weil sie Sorge hatten dann gleich als schwul abgestempelt zu werden. deshalb benahmen sich viele wohl wie bekloppte Machos obwohl sie es gar nicht waren.
„Ich finde dich auch ziemlich hübsch“
Jesus hatte ja weniger ein Problem damit das zuzugeben. Und es war nun mal eine Tatsache. Gabe sah wirklich sehr gut aus. aber dem war er sich ganz sicher bewusst. Im Moment war es Jesus lieber, dass Gabe nicht wegen der vermissten Person nachfragte die Jesus suchte, denn es tat ihm gut einmal an etwas anderes zu denken und heute Nacht könnte er leider nicht mehr viel ausrichten. Vielleicht hatte ihre Begegnung nichts mit schlechtem Karma zu tun, sondern gar mit Schicksal? allerdings glaubte Jesus an so einen Quatsch ehrlich gesagt nicht, nur an sehr seltsame Zufälle. Womit Gabe Recht hatte hatte er aber Recht. Jesus war während des Krieges nicht nur hübsche Deko gewesen. auch wenn ihm langsam auffiel, dass es sich häufte, dass er ihn als hübsch bezeichnete. Aber ausnahmsweise wollte er ihn deswegen jetzt nicht aufziehen. er war ja kein Arschloch der mit Absicht jemanden in Verlegenheit brachte. Er hatte das früher auch nicht gemocht, als er noch keine so klaren Vorstellungen davon hatte zu welchem Geschlecht er sich hingezogen fühlte. stattdessen nickte er nur mit einem bitteren Lächeln, denn niemand von ihnen war unschuldig. und sie alle kämen wohl nicht länger in den Himmel. wenn es den überhaupt gab. Da brachte es noch nicht mal was wenn man Jesus hieß.
„nein, ich muss dich enttäuschen. Verbrennst du mich nun auf deinem Scheiterhaufen?“
er war zwar keine Hexe aber Hochstapler wurden damals doch auch verbrannt. eines stand jedenfalls schon mal fest, sie hatten eine ähnliche Art von Humor. da war es wirklich schwer den jeweils anderen nicht zu mögen oder sympathisch zu finden.
„Gabriel? dann bist du wohl genauso heilig wie ich“
immerhin gab es ja auch den Engel. so saßen Gabriel und Jesus also um ein Feuer und teilten das heilige Brot. also wenn das kein Schicksal war.
„und mich fühlen wie eine Ziege im Streichelzoo? ist nicht unbedingt mein Ding, auch nicht für Kuchen.“
die Idee war zwar ganz lustig aber Jesus mochte es nicht besonders wenn man seine Haare anfasste. also nicht generell aber eben nur von Leuten denen er nahe stand. es hatte schon eine ganze Weile lang niemand mehr seine Haare angefasst. aber eigentlich hatte er gar nicht die Zeit sich nun Gedanken darüber zu machen, denn er sollte nun besser wieder weiter ziehen. auch wenn die Wolken am Himmel immer dichter und düsterer wurden, kein besonders gutes Zeichen wenn man in der Natur übernachten wollte. vielleicht sollte er sich im Wald irgendwo einen Unterschlupf suchen?
„Danke. und ich hoffe auch du findest bald den richtigen Weg für dich“
ein bisschen seltsam wenn man sich bereits verabschiedet hatte und dann doch nicht gehen konnte. kein Wunder das Gabe ihn seltsam ansah weil er nicht einfach runter sprang.
„ja, sieht ganz danach aus. Du kannst es versuchen, dann würdest du jedoch mit mir fallen“
und sie würden beide in den Mäulern der Beißer landen, also nicht wirklich die beste Option. vielleicht sollten sie wirklich einmal zusammen trainieren, denn Gabe machte Jesus nur noch neugieriger auf seine Fähigkeiten so wie er hier rum tönte. sein Sarkasmus war ja schwer zu überhören, weshalb Jesus erneut schmunzelte und mit den Schultern zuckte
„zu blöd, dass ich meine Gitarre vergessen habe.“
sonst könnten sie Pfadfinderlieder gemeinsam neben dem Lagerfeuer singen. er wusste doch nicht das Gabe wirklich mal Pfadfinder war. zu allem Überfluss begannen nun auch noch dicke Schneeflocken vom Himmel zu fallen und die Temperatur kühlte noch mal um ein paar Grad ab. es war wirklich eine miese Nacht um zu zelten. Und Gabe lebte den ganzen Winter über unter freiem Sternenhimmel? das war selbst für den Ninja etwas zu heftig.
„du überlässt mir deinen Schlafsack und dein Zelt?“
fragte er ihn ungläubig. denn das war wirklich zu viel der Gastfreundschaft. das konnte er doch nicht annehmen. Trotz dessen warf er einen Blick in das Zelt und legte seinen Rucksack daneben ab. zumindest eine dünne Decke hatte er auch noch dabei. er streckte den Kopf dann jedoch wieder aus dem Zelt hervor und sagte besorgt
„Das Feuer wird nicht die ganze Nacht brennen. Hier draußen holst du dir den Tod, egal wie abgehärtet du bist. In deinem Zelt ist genug Platz für zwei. Und ich bin nicht besonders groß. also…“
ja, Jesus schlug vor, dass sie sich das Zelt teilten. denn hier draußen würden sie erfrieren, weshalb wirklich nicht der richtige Moment für falsche Schüchternheit war. es ging darum nicht zu erfrieren oder sich zumindest eine ordentliche Lungenentzündung einzufangen, was in der heutigen Zeit auch nicht lustig war. Weshalb Jesus nicht fand, dass etwas dabei war wenn sie sich gemeinsam das Zelt teilten. so war es einfach ein bisschen wärmer..

@Arthur Winchester




I always found it hard getting close to anyone - neighbors, friends.... boyfriends


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#12

RE: Dachterrasse

in Altenheim 28.01.2020 02:17
von Arthur Winchester (gelöscht)
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Gabe war nicht dumm genug, auch wenn manch Einer ihm dies gern unterstellte, um sich auf die Gnade oder Nächstenliebe Anderer zu verlassen, er war ein Savior. Punkt. Die meisten Leute scherte nur dieser eine Fakt, den sie als Begründung anführen würden, um eine Berechtigung zu haben und Gabe ne Kugel in den Kopf zu jagen. Hatte doch schon unter den Saviors nicht geschert, was hinter Negans Sohn steckte, allein das er der Sohn vom Boss war, ist, reichte doch um was gegen ihn zu haben. Die Menschen waren schnell mit ihren Urteilen, wen wundert es da, dass Gabe das Leben in den Schatten, auf Bäumen und Dächern, dem innerhalb einer Gemeinschaft vorzog. Sich versteckte, hinter seinem blauen Halstuch, seiner Kapuze und dem losen Mundwerk, was er ganz klar von seinem Dad geerbt hatte.
Sicher, es hatte Vorteile der Sohn vom Boss zu sein, Gabe war quasi unantastbar gewesen, hätte nur ein Wort sagen müssen, damit jemand, den er nicht mag, vielleicht ne kleine Auszeit in der Zelle bekam aber so verlockend das auch sein mochte, es war nie seine Art. Seine Probleme löste er selbst, auf eigene Faust, wer ihn nicht mochte, egal. Er hatte seinen Bogen, seit fast einem Jahr HootHoot aber es gab einen feinen Unterschied, zwischen allein sein zu wollen, zu können und allein sein zu müssen. Das kleine Großmaul mochte zwar nicht in einer Zelle versauert sein, wie sein Dad die letzten paar Jahre, doch selbst der hatte wohl mehr Kontakte vom Fenster aus geknüpft als Gabe hier draußen im Wald. Jesus Frage war wohl nicht ganz unbegründet, man sollte wohl meinen, dass Gabe nen Versuch starten würde, um seinen Dad zu befreien, nach dessen Inhaftierung aber das hatte er nicht. Darauf antwortete er auch nicht, zumindest nicht sofort, da ehrlich gesagt etwas brauchte, um sich die passenden Worte zurechtzulegen. Als er diese gefunden hatte, sah er rüber zu den blauen Augen, die ihn nicht so feindselig anschauten, mitunter verachtend, wie viele im Sanctuary damals.
"Weil er es verdient hatte."
Sagte Gabe ehrlich und räusperte sich, wischte sich flüchtig über die Augen, blinzelte ein paar Mal während er lieber ins Feuer sah, anstatt in das Gesicht eines Mannes, der die Grausamkeit der Saviors, aus nächster Nähe miterlebt hatte. Der ebenso unter ihnen zu leiden hatte, wie die anderen Kolonien, die sie sich unter den Nagel gerissen hatten. "Ihr kennt alle nur Negan, den Anführer der Saviors, .... ich kannte den Mann, der er vorher war, .. vor all der Scheiße, ...weil er mich verdammt noch mal groß gezogen hat..mit meiner .... Mom." Sein Kiefer spannte sich an, im Grunde jeder Muskel seines Körpers, je verbissener, wütender er zum Lagerfeuer vorsah und die Hände zu Fäusten ballte, so fest, dass die Knöchel weiß hervortraten. Gabe war nicht gut darin seine Gefühle Preis zu geben, geschweige denn damit umzugehen, zumindest wenn es was Anderes war als Wut. Wut ging immer und er war ständig sauer, angepisst, gereizt, vielleicht nicht in den letzten Jahren während sein Dad in der Zelle schmorte, doch davor. An manchen Tagen war er nicht mal mehr sicher, ob es überhaupt noch was Anderes gab, außer ständig zornig zu sein. Sei es auf seinen Dad, die Saviors, Grimes und sein Pack, diese ganze beschissene Welt oder sich selbst.
"...außerdem bin ich kein guter Anführer, ich ..kann gerade mal auf mich aufpassen, ist schwer genug ..und andere Saviors? Du meinst die Überläufer, die feigen Ratten, ....diejenigen, die lieber den Kopf meines Dads auf nem Spieß sehen wollten? Klar, es gab, gibt, sicher noch welche die loyal waren, sind...what ever. Ich geb nen Fick auf sie, ...mein Dad ist derjenige, der nen Talent für hat Leute für sich zu begeistern, ....tja,...ich hab das Talent sie tierisch abzufucken. ..All die Arschkriecher,..diese elenden Bitches ...du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr ich sie gehasst habe. Mir hätte es gereicht, ...allein mit meinem Dad..hier draußen zu sein ....tja, darin liegt wohl der Unterschied. Er braucht seine Bühne, ...ich bastel lieber Pfeile..."
Warum zur Hölle erzählte er ihm überhaupt sowas!? Das fragte sich Gabe ja schön während sein Mund sich bewegte, Worte formte und mit belegter Stimme von sich gab, es ging Jesus nichts an. Zwar konnte er jemandem die Hosen vom Leib klauen, ohne erwischt zu werden, aber Worte zurückholen ging ja schlecht. Hastig rieb er sich die Nase, schniefte kurz und fuhr sich fahrig durch das kurze dunkle Haar, das garantiert keiner Sonderpflege bedurfte.
Da befasste er sich ja wirklich lieber mit dem Thema Haarpflege oder generell Hygiene, worauf er ja auch schon achtete, bloß halt nicht mal eben duschen gehen konnte, im Winter schwimmen zu gehen härtet ab, macht sauber aber es war verdammt arschkalt. Auch wenn Gabe es manchmal einfach brauchte, abzutauchen, unter Wasser zu sein, was er mit viel Training bis zu vier Minuten lang konnte und einfach alles mal still war. Die Welt unter Wasser war einfach ...friedlich.
"Naja, in freier Wildbahn hat, stinken wie ein Iltis, den Vorteil, dass die Beißer dich nicht so schnell wittern aber ...wait, war das gerade der freundliche Hinweis darauf, das ich stinke?"
Da musste er kurz mal an sich riechen, dabei war er gestern erst schwimmen gewesen, also nein, er stank noch nicht wie ein Iltis, hoffte er einfach mal. Auch wenn es ihn nicht mal wundern würde, sollte Jesus plötzlich nen Deospray aus seinem Ärmel schütteln, allein die Vorstellung war belustigend, weshalb Gabe, wohl scheinbar aus unerfindlichen Gründen, heiser auflachte und sich den verspannten Nacken grob massierte.
"Einmal Savior, immer Savior..."
Murmelte er weit weniger amüsiert und fasste sich an die Nasenwurzel, rieb sie, er war diese ganze Savior-Masche wohl immer noch nicht ganz los geworden, saß wohl tiefer als ihm lieb ist. Schnaufend stieß er den Atem, der in weißen Wölkchen, aufgrund der Kälte, zum Himmel aufstieg, aus. "Aber nein, ich glaub ...es ist nicht soooo schlecht dich nur ..halb so übel zu finden wie den Rest eurer Bagage. Gosh,... du hast diesen Spitznamen echt nicht nur wegen deines Looks, hm?" Stellte Gabe mehr für sich selbst fest, das war ja richtig anstrengend aber vielleicht auch gar nicht so übel?
Allerdings stieß Gabe einen, man konnte es wohl panisch niedlichen, Laut nennen aus, bei dem Kompliment, was wirklich dafür sorgte, dass er das Gefühl hatte gleich zu dampfen oder hochrot wie eine Tomate zu werden. Es glich ja einem Wunder, dass er nicht sofort fluchtartig über das Geländer sprang oder dergleichen, obwohl er den Blick über die Dachterrasse wandern ließ, so als gäbe es irgendwo ein Loch, in das er sich verkriechen kann, weil er null für so eine Bemerkung gewappnet war.
"D-danke?"
Er schlug sich nur die Hände ins Gesicht und nuschelte irgendwas Unverständliches in diese hinein, es war schon schräg für ihn, wenn Mädchen, also junge Frauen, ihm irgendwie schmeichelten, sein Ego war wahrlich groß genug, er brauchte sowas auch gar nicht aber er konnte mit sowas nicht umgehen. Noch weniger wenn ein Kerl ihm plötzlich ein Kompliment machte, weil das ging einfach nicht. Also es ging schon, nur Gabe war total verkorkst, der das Gefühl hatte gerade Hitzewallungen zu bekommen, wie ne Frau in ihren Fünfzigern und dabei war er nur halb so halt.
Zumindest musste man Jesus wohl zugutehalten, dass er Gabe nicht noch damit aufzog, mit seiner Unfähigkeit mit nett gemeinten Worten entsprechend umgehen zu können, sowie einem Kompliment. Das rechnete er ihm hoch an, während er krampfhaft versuchte, nicht zur Signalleuchte zu mutieren, die man vielleicht sogar aus dem All hätte sehen können. Allerdings musste Gabe wohl nicht extra erwähnen, dass er ihm nen Pfeil ins Auge jagt, sollte er auch nur im Ansatz jemandem davon erzählen, was er hier gesehen und gehört hat. Klar!?
"Ich glaube, wenn ich dich auf dem Scheiterhaufen verbrennen will, trifft mich der Blitz also ..nah, mal davon ab, ich bin ein Dieb. Würde auch nicht wollen, wenn du mich erwischst, dass du mir die Hände abhackst."
Vermutlich würde Jesus ihn auf die Bretter schicken bevor Gabe auch nur "Hi" sagen konnte, er selbst konnte zwar Kickboxen, hatte sich in den Jahren aber nun mal aufs Bogenschießen fokussiert. Also war er womöglich etwas eingerostet. Ein bisschen verdutzt jedoch schaute er drein als Jesus was von heilig faselte, es brauchte einen kleinen Moment bis es Klick bei Gabe machte, der hatte es nicht so mit Religion, wie man sich wohl denken kann.
"Tja, nen Erzengel bin ich zwar nicht ..und mehr scheinheilig, als heilig aber ... könnte schlimmer sein?"
Es war auf jeden Fall eine seltsame Konstellation, die sich hier zusammen gefunden hatte, wobei Gabe sich wohl noch etwas schwerer tat damit, als sein Gast am Feuer. Der, mit seinen Bemerkungen, schon ein bisschen die lebhafte Fantasie des Diebs ankurbelte, denn der stellte sich nun einen Jesus-Streichelzoo vor und presste die Lippen fest zusammen, um eben nicht blöde vor sich hin zu grinsen, ganz gleich wie lustig er diese Vorstellung auch finden mochte.
Wobei, es war fast noch lustiger, dass Jesus offenbar nicht nach Hause kam und Gabe, sich länger an dessen Gesellschaft erfreuen durfte, denn, auch wenn er es sagte, würde er den Langhaarigen gewiss nicht übers Geländer schubsen, bloß um ihn loszuwerden. Er hob ja auch sogleich abwehrend die Hände, denn nein, er hatte keinen Bock darauf, mit ihm in die Tiefe zu stürzen, nur um sich fressen zu lassen oder selbst dann rum zu krebsen als Beißer.
"Nope, ich verzichte. ...wait, du kannst Gitarre spielen? Ich hab, mal eine geklaut, nur war das Teil viel zu sperrig auf lange Sicht."
Schade, er liebte Musik, er konnte sogar singen aber hütete dieses Geheimnis wie seinen gefiederten Augapfel HootHoot, der auf seinem Kopf thronte, sowie Gabes Haare putzte oder daran rumzupfte, das leichte Ziepen störte ihn schließlich nicht groß. Nur einnisten konnte der Kleine sich bei ihm auf dem Kopf nicht, da wäre Jesus wohl viel verlockender mit seiner langen Mähne.
Seine grünen Augen lösten sich jedoch von dem Holy Ninja als eine kalte Schneeflocke auf seiner Nasenspitze landete, aus Reflex wischte er sie prompt weg und schaute nach Oben.
"Oh come on, really? ...."
Schnee, natürlich, wenn es mal Scheiße lief, dann kam aber auch alles zusammen. Murrend lief er um das Zelt rum, nahm etwas Feuerholz, das er hier oben gehortet hatte und lief zu dem Lagerfeuer, um gleich mal Futter für die Flammen nachzulegen, das würde zwar nicht all zu viel bringen aber besser als nichts. Und trotz der ersten Flocken, die lediglich Vorboten waren, einer bitterkalten, ätzenden Nacht, war Gabe gewillt sein gemachtes Nest gänzlich Jesus zu überlassen. "Klar, warum nicht? Ist nicht mein erster Winter hier draußen und ...will ja nicht Gottes Sohn aufm Gewissen haben, wär mega übel für mein Karma."
Beliebte er zu scherzen und scharrte mit dem Stiefel über den Boden der Dachterrasse, zwar hatte er sich einen Pullover über gezogen aber das würde kaum für die Nacht reichen, seine Jacke müsste er wohl mit Papier ausstopfen, sowie am Feuer hocken bleiben aber wäre ja nicht das erste Mal. Gabe folgte Jesus lediglich mit den Augen und fasste rauf zu seinem Kopf, wo HootHoot ihm auf den Zeigefinger kletterte, sodass er die kleine Eule runterheben, sowie etwas unterm Schnabel kraulen konnte.
Sonderlich viel, außer nem Haufen Decken, ein paar Kissen, sowie Gabes Lederjacke lag da drinnen nicht.
Na ja, bis auf die hinterste Ecke im Zelt, wo sich zum einen ein paar Comics stapelten, Schmuck, zwei Wasserflaschen, Knabberzeug, drei Bücher von H.P. Lovecraft, eines über Anatomie, ein weiteres über die Kunst des Bogenschießens aus dem Mittelalter und ein kleines, abgegriffenes Büchlein mit schwarzem Ledereinband, auf dem sich ein abgenutzter Bleistift befand, mit dem Gabe sich immer mal was aufschrieb.
Nein, er schrieb kein Tagebuch, nicht so wirklich, sondern Songtexte. Jeder braucht ein Hobby.
Jedoch glaubte er, sich gerade verhört zu haben, entsprechend zog er erst die Augenbrauen zusammen, runzelte dann die Stirn nachdenklich und guckt ein paar mal vom Zelt zu Jesus und wieder zurück. "Tja, bin ich auch nicht."
Was Gabe nicht all zu sehr störte, hatte Vorteile als Dieb, wenn man kein Hüne ist und ja, Platz war wohl wirklich genug in seinem Zelt für Zwei, auch wenn in erster Linie sein Kopf darauf beharrte, lieber draußen zu bleiben!
"Schön, von mir aus..." Gab er schließlich nach, grummelte und brummte zwar, doch ehrlich gesagt hatte er null Bock draußen zu pennen, vor allem weil es wirklich immer mehr anfing zu schneien.
"...aber Finger weg von meinem Zeug." Warnte er Jesus vor und deutete mit ner Kopfbewegung an, dass er zuerst reinsollte, er selbst legte noch mal Feuerholz nach, ehe er kurz darauf den Kopf, grimmig drein schauend, ins Zelt reckte, sowie HootHoot den Vortritt ließ. "Na komm Kleiner, bei dem Wetter bleibt keiner draußen...hopp."
Der kleine Kauz, der sich aufgeplustert hatte, schüttelte sich, flatterte schließlich vom seinem Finger aus ins Zelt hinein, wo er sich kurzerhand bei Jesus auf der Schulter niederließ, um an einer seiner Strähnen herum zu zuppeln. Einen Moment lang guckte Gabe nur schweigend zu den Beiden vor, kratzte sich am Kinn, blinzelte und musste den Anblick erst mal verarbeiten.
"Du bist echt wie so ne fucking Disney Prinzessin, oder?"
Haute Gabe raus, kam gänzlich ins Zelt und warf sich förmlich auf seine kleine kuschelige Ecke, auf den Rücken gedreht, bog er diesen etwas durch, stemmte sich mit den Füßen etwas hoch und griff mit beiden Händen unter seinen Pullover, nur um seine beiden Kukri-Messer, zwischen Hosenbund und Steißbein, hervorzuziehen, sowie neben sich abzulegen, bevor er sich, wie ein Sack Kartoffeln, ächzend hinlegte sowie die Beine ausstreckte.
"HootHoot....haut sonst immer ab vor Anderen..." Brummte er, schob die Hände unter seinen Kopf und streifte nebenbei die Stiefel von den Füßen. Seine Eule war nicht weniger scheu als Gabe könnte man fast meinen, wobei der Kauz einfach keine anderen Menschen kannte, bis auf diesen, also nicht verwunderlich, dass der kleine Raubvogel für gewöhnlich das Weite suchte. "Wie heißt du eigentlich richtig?"
Fragte er, nachdem er den Kopf etwas seitlich zu Jesus gedreht hatte, diesen genauer in Augenschein nahm, während HootHoot die Unverfrorenheit besaß, sich am Holy Hair des Holy Ninjas zu vergreifen, allerdings lohnte sich das bei diesem vermutlich auch mehr für den kleinen Raubvogel. Immerhin zuckte Gabes Mundwinkel nach oben, war strange zu sehen, dass sein kleiner gefiederter Freund bei wem anders, als ihm selbst saß, aber das sprach dann wohl sehr stark für Jesus. Das anfängliche, flüchtige, Grinsen verging ihm genauso schnell wieder, wie es sich in seinem Gesicht abgezeichnet hatte, je länger er seinen Kauz beobachtete oder eher den Mann, bei dem der Federball verweilte, ganz selbstverständlich.
Unter anderen Umständen hätten sie vielleicht sogar Freunde werden können, wenn sein Dad die Dinge anders geregelt hätte, Gabe hatte Hilltop ganz schön gefunden, lauter Wald rings rum, Natur, nicht dieses kalte, trostlose Gebäude, auf dessen Dach er sich eingenistet hatte damals. Sie hatten ja sogar Tiere, worauf er immer ein bisschen neidisch gewesen war, die konnten sie im Sanctuary nicht halten und früher hatte er immer einen Hund haben wollen, keinen Großen, sondern einen Mops, er fand die so drollig. Na ja, jetzt hatte er einen Kauz, der war für ein Leben auf Dächern oder hoch oben in Bäumen, eh viel besser geeignet. An sich wollte er ja was sagen, wusste nur nicht recht was, weshalb er wieder rauf zur Decke des Zeltes schaute, sowie mit den Zähnen etwas knirschte und mit dem rechten Fuß wippte, er wollte Jesus auch nicht die ganze Zeit anstarren. Wie so ein Gemälde oder so, wobei, hätte er ein festes Dach über dem Kopf, könnte er sich das schon vorstellen, sowas hinzuhängen aber das war nicht der Fall, außerdem war es, unhöflich?
"...die Person die du hier draußen suchst, ....und dann bedauerlicherweise über mich gestolpert bist, ....ist mehr als nur ein Freund, ..Freundin?"
Fragte Gabe etwas zögerlich nach, er war neugierig, auf der anderen Seite redete er ja selbst nicht gern über ..im Grunde alles was ihn persönlich betraf. "..Sorry, geht mich nichts an....ich sollte mir mal merken, nicht so neugierig zu sein." Etwas auf der Unterlippe rumkauend, grübelte er und schielte im Anschluss rüber zu Jesus. " ...wenn du Hilfe brauchst ...also ...ich bin sicher HootHoot hilft dir gern, ....naja und ...der hat mich im Schlepptau, demnach ...könnten wir dir bei der Suche vielleicht behilflich sein?"
Bot Gabe ihm sogar an, wenn auch wohl etwas unbeholfen und zögerlich, er war halt nicht gut in sowas, tat sich schwer damit ..nett zu sein. Was eher damit zusammen hing, das er es an sich war, nur nicht sein sollte.


@Jesus


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#13

RE: Dachterrasse

in Altenheim 28.01.2020 10:41
von Paul Rovia | 251 Beiträge

Jesus hatte nicht das Gefühl Gabe wäre dumm. Ganz im Gegenteil, vielleicht ein bisschen unbeholfen und aufbrausend in mancher Hinsicht aber mit Sicherheit nicht dumm. Was sich auch an seiner Antwort wegen Negan zeigte. Ja, er hatte es verdient in dieser Zelle zu sitzen, nur würde wohl niemand erwarten, dass sein eigener Sohn die selbe Meinung teilte. Es kam überraschend und doch irgendwie nicht. Denn die Unterschiede zwischen Negan und Gabe waren deutlich zu erkennen. Er schien in vielerlei Hinsicht nach seiner Mutter zu kommen. Auch wenn die Erwähnung von ihrem Namen bei vielen Leuten bereits Panik auslöste, immerhin hatte Negan sie zu einem grausamen Tötungswerkzeug gemacht. Was sie früher aber bestimmt nicht gewesen war.
„Ich hoffe er hat etwas daraus gelernt“
denn natürlich war die Angst groß, dass er erneut Überlebende um sich scharen und ein neues Sanctuary aufbauen würde. Das würde zwar eine Weile dauern, doch zuzutrauen wäre es Negan durchaus. Was bedauerlich wäre, da es zuletzt so gewirkt hatte, als würde er tatsächlich Einsicht zeigen. Ein klein wenig zumindest. Blieb nur zu hoffen, dass dieser Eindruck Jesus nicht täuschte. Jesus hörte einfach nur zu als Gabe tatsächlich ein paar Gefühle Preis gab wegen seines Dads. Das er nicht mit einem von Draht umwickelten, blutigen Baseballschläger auf die Welt gekommen war lag auf der Hand.
„Leider bringt diese Welt in den meisten Menschen vor allem ihre schlechten Seiten zum Vorschein.. jeder hat seine eigene Art mit diesen Veränderungen umzugehen. Ich bin mir sicher dein Dad ist kein durch und durch böser Mensch. Nur hat er seinen inneren Dämonen etwas zu viel Spielraum eingeräumt“
denn genau darum ging es doch. seine inneren Dämonen zu besiegen, sie weg zu sperren und trotz all der Verlockungen dennoch an seiner Menschlichkeit fest zu halten. Es war schwierig, denn diese Welt bot so viele Möglichkeiten Böses zu tun, sich einfach über andere zu erheben und sie zu unterdrücken. Vielleicht lag es auch in der Natur des Menschen, früher war es immerhin nicht anders, die Sklaverei existierte. Nur heute sollten die Menschen es eigentlich besser wissen. Und probieren gegen diese Versuchungen anzukämpfen. Den einen gelang es besser den anderen schlechter aber das bedeutete für Jesus noch lange nicht, dass jemand nur gut oder nur böse war. Jesus wollte gerne fragen was mit seiner Mum passiert war aber die Zeit dafür war noch nicht gekommen. Er wollte es nicht über strapazieren wenn Gabe ihm etwas das Herz öffnete, denn es schien ihm so schon schwer genug zu sein und er wollte einfach ein guter Zuhörer sein. Es war Gabes Entscheidung wie viel er von sich Preis geben wollte, Jesus würde niemals nachhaken.
Er musste sogar ein wenig Lachen als Gabe ihn danach fragte, ob er stank. Dabei zuckte Jesus schmunzelnd die Schultern
„Ich weiß es nicht, ich kam dir noch nicht nahe genug, um das zu beurteilen“
Aber wenn Gabe es unbedingt wissen wollte, rückte Jesus eben ein Stück näher an ihn heran und schnupperte an seiner neuen Bekanntschaft
„nein, alles gut. du riechst bloß ein bisschen nach Seetang. Da bekomme ich Lust auf Sushi“
was ein Scherz war. aber Jesus war klar, dass Gabe wohl keine heiße Dusche zur Verfügung hatte und sich deshalb mit dem behalf was er fand.
„naja, ein Savior zu sein kann doch auch etwas Gutes bedeuten“
immerhin bedeutete der Begriff ja nichts anderes als ‚Retter‘. Und Gabe selbst entschied was er aus diesem Begriff machen wollte. Ob er ihn wortwörtlich umsetzen wollte oder sich bloß hinter der Zuschreibung versteckte, die Negan diesem Begriff gegeben hatte. Jesus lächelte nur und zuckte mit den Schultern bei Gabes Feststellung, womöglich hatte er seinen Namen nicht nur wegen seines Aussehens aber es wäre arrogant so etwas selbst von sich zu behaupten und das war nicht seine Art. Bei Gabes Reaktion auf Jesus ernst gemeintes Kompliment, war es für den holy Ninja schier unmöglich ihn nicht sympathisch zu finden. Denn er fand ihn gerade wirklich ziemlich süß. und schmunzelte deshalb noch etwas mehr, würde ihn deswegen aber nicht aufziehen. er genoss es bloß innerlich ein bisschen.
„ich bin sicher das hörst du nicht zum ersten Mal“
Gabe besaß doch schließlich einen Spiegel. und er hatte im Leben bestimmt schon oft Komplimente bekommen, alles andere war unrealistisch. Doch sein Geheimnis war bei Jesus sicher. Er musste sich also keine Sorgen um seinen Ruf machen. Jesus kannten auch nur die wenigsten wirklich gut. Er öffnete sich nicht jedem oder vertraute sich jedermann an, zuvor musste er etwas Vertrauen zu dieser Person fassen.
„Ich bin vielleicht nicht Jared Leto aber ich kann ein bisschen spielen, ja. Du etwa auch?“
wieso sonst hätte er eine Gitarre klauen sollen? Optisch sah er dem Sänger und Schauspieler vielleicht etwas ähnlich, da man ihn ja auch gerne mit Jesus verglich aber sein Talent hatte er leider nicht. Bei ihm reichte es nur für ein bisschen ‚Old McDonald had a farm‘ und dergleichen. Irgendwie schien das Schicksal nicht zu wollen, dass ihre Wege sich bereits wieder trennten, denn erst die Beißer und nun der Schnee, keine idealen Bedingungen, um weiter zu ziehen.
„Mein Namensvetter lief früher nur mit einem Tuch um die Hüften durch die Gegend.. also sollte ich eigentlich abgehärtet sein“
Scherzte er erneut ein wenig, denn leider war er nicht so abgehärtet, dass er bei Schnee unter freiem Himmel übernachten wollte. im Zelt wäre es schon kalt genug, doch das bot zumindest etwas Schutz vor dem Schnee. Und Jesus hatte keine Hintergedanken als er Gabe vorschlug, dass sie sich das Zelt teilten. es war einfach wesentlich wärmer, denn der Körper kühlte nicht so schnell ab wenn er sich in der Nähe einer weiteren Wärmequelle befand.
„ich beklaue niemanden, der mir seine Gastfreundschaft anbietet“
tat er wirklich nicht, das wäre echt mies. und wenn Gabe Wert auf Privatsphäre legte, dann würde er sein Zeug nicht anfassen, er respektierte das. der Schlafsack und ein Kissen war bereits mehr als er erwarten konnte. Gerade öffnete er den Schlafsack um hinein zu schlüpfen als der kleine Kauz zu ihm herein geflogen kam und sich auf seiner Schulter nieder ließ. weshalb er noch einen Moment lang sitzen blieb und seitlich zu ihm schielte. er durfte mit seinen Haaren spielen, das war okay. Ganz langsam hob auch Jesus seine Hand, um damit ganz vorsichtig das Gefieder des kleinen Federballs zu berühren.
„dabei habe ich nicht mal gesungen“
erwiderte er amüsiert auf Gabes Worte. das HootHoot sich zu ihm gesellte, obwohl er sonst so scheu war, war ein gutes Zeichen oder? Jesus zumindest empfand es als Ehre, denn Tiere hatten meist das beste Gespür für andere Lebewesen.
„mein richtiger Name ist Paul. Paul Rovia. nur hat mich so ewig schon niemand mehr genannt. Aber wenn es dir besser gefällt ist es okay für mich“
es war Gabe überlassen wie er ihn nennen wollte. meist stellte er sich schon gar nicht mehr als Paul vor, da ihn ohnehin kaum jemand unter diesem Namen kannte. Nun wollte auch Jesus sich hin legen, weshalb er HootHoot seinen Finger hin hielt, damit er von seiner Schulter ‚absteigen‘ konnte
„Vorsicht kleiner Freund“
sagte er zu dem Käuzchen und verkroch sich anschließend ebenfalls in seinem Schlafsack. nur drehte er sich nicht auf den Rücken, sondern zur Seite, um zu Gabe rüber sehen zu können. seine Hand schob er dabei unter das Kissen, so war es einfach viel gemütlicher. er hatte auch seine Mütze vom Kopf gezogen und strich sich etwas das lange Haar nach hinten. HootHoot durfte gerne daran herum spielen, so lange er kein Nest daraus baute störte es ihn nicht.
„woran denkst du?“
wollte er von Gabe wissen, weil der plötzlich so ernst und nachdenklich wirkte. Ein Penny für seine Gedanken. das wäre nun wirklich hilfreich.
und es wäre ihm lieber seine Gedanken zu kennen als Gabes Frage beantworten zu müssen. Nicht weil er etwas verheimlichen wollte, sondern weil jeder Gedanke daran sich anfühlte wie 1000 schwere Steine in seinem Magen. deshalb schwieg er auch ein paar Augenblicke lang und drehte sich nun selbst auf den Rücken, um auf die Decke des Zeltes zu schauen. danach sagte er nachdenklich
„er verschwand bevor wir das herausfinden konnten…“
und das war eines dieser Dinge das Jesus an der neuen Welt einfach schrecklich fand. Sie war so furchtbar vergänglich. Kaum kam man jemandem näher, fasste Vertrauen, entwickelte Zuneigung.. wurde einem diese Person schon wieder entrissen. Sei es durch andere Menschen oder die Beißer. Dabei versuchte Jesus wirklich stets optimistisch zu denken, doch er war auch Realist. Wenn jemand mehrere Tage nicht zurück nach Hause kam, dann war die Chance gering ihn unversehrt wieder zu finden. Dennoch würde Jesus nicht aufgeben bis es ihm gelungen war und sei es nur, um ihn zu erlösen. Denn die Vorstellung, dass Menschen die ihm wichtig waren dort draußen als Beißer herum liefen, war noch viel schlimmer als die Vorstellung von ihrem Tod selbst. Durch seine Worte machte Jesus aber zumindest deutlich zu welchem Geschlecht er sich hingezogen fühlte, was Gabe nun hoffentlich nicht unnötig nervös machte. Er hatte schon häufig erlebt wie andere Kerle sich plötzlich seltsam verhielten, nachdem Jesus sich geoutet hatte. So als glaubten sie nur weil man schwul war, wollte man plötzlich mit jedem Kerl ins Bett. Was totaler Schwachsinn war. Aber Homophobie war leider ein weit verbreitetes Phänomen, auch heute noch. Jesus drehte sich nun wieder zur Seite, um Gabe erneut ansehen zu können bei seiner Entschuldigung.
„kein Grund sich zu entschuldigen. wenn ich auf etwas nicht antworten möchte, dann sage ich es dir“
aber Jesus hatte im Grunde kein Problem darüber zu reden, es tat bloß einfach nur weh. aber das war nicht Gabes Schuld. das dieser ihm jedoch plötzlich seine Hilfe anbot kam wirklich überraschend für Jesus. er weitete als verwundert die Augen und sah ihn fragend an
„wieso solltest du das tun?“
immerhin hatte er vor wenigen Minuten noch deutlich gemacht, dass er es furchtbar fände ihn sympathisch zu finden oder besser kennen zu lernen. und doch bot er ihm seine Hilfe an? Jesus hatte sich eigentlich vorgenommen alleine zu gehen, um niemanden in Gefahr zu bringen. Aber Gabe schien auf sich aufpassen zu können und er lebte in der freien Natur, weshalb Jesus sich seine Worte durch den Kopf gehen ließ. Er konnte nicht abstreiten, dass es manchmal ätzend war alleine unterwegs zu sein und er sich eigentlich Gesellschaft wünschen würde, jedoch niemanden darum bitten wollte.
„ich meine, wenn das wirklich dein Ernst ist dann.. nehme ich dein Angebot gerne in Anspruch. Manche Situationen da draußen sind alleine wirklich schwer zu bewältigen“
zwar war er ein Ninja und konnte auch sehr gut auf sich alleine aufpassen, dennoch gab es immer wieder heikle Situationen die alleine einfach verflucht gefährlich waren. und sterben wollte Jesus einfach noch nicht. dafür lebte er viel zu gerne. sein Blick wurde nun auch sanfter als er Gabe direkt in die Augen schaute und lächelte. Er legte ihm sogar ganz kurz die Hand auf die Schulter und drückte sie etwas
„ich danke dir“
als er sich bedankte. er hatte immerhin nur gesagt er soll sein Zeug nicht anfassen aber nichts davon das er Gabe nicht anfassen durfte.

@Arthur Winchester




I always found it hard getting close to anyone - neighbors, friends.... boyfriends


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#14

RE: Dachterrasse

in Altenheim 28.01.2020 15:08
von Arthur Winchester (gelöscht)
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Mehr als die Schultern zu zucken, sowie ein missmutiges Schnauben von sich zu geben, konnte Gabe in Bezug auf seinen Dad nicht, er kannte ihn und doch wieder nicht, schließlich schockierten selbst ihn manche Dinge, zu denen sein Vater fähig war und das Bild, aus seiner Kindheit bekam Risse. Tiefe Risse, Furchen und Kerben, ob dieser also was gelernt hatte, in den letzten Jahren in seiner Zelle, wusste Gabe nicht zu beantworten. Er hatte momentan den Eindruck, die Antwort darauf war ein Nein, darauf begründet, wer ihm am Arsch klebte und wohin er sie gedachte zu führen.
Wahrscheinlich blieb ihm am Ende nichts weiter als die vage Hoffnung, dass sein Dad nicht wieder dieselben Entscheidungen traf, dieselben Fehler beging oder sich zu etwas hinreißen ließ, was zu viele Leben kosten würde, womöglich noch sein Eigenes oder das seines Sohnes, der trotz allem seinem alten Herrn den Rücken frei halten würde. Was tat man nicht alles für die Familie, nicht wahr?
Er stieß den Atem hörbar aus, nickte knapp und fuhr sich mit der Hand über Mund, sowie Kinn. "Er hat seine guten Seiten, ..irgendwas muss er ja richtig gemacht haben, ..bei mir ....aber dennoch...." Murmelte er mehr zu sich selbst, als an Jesus gewandt, denn eigentlich hatte sein Dad, trotz all der Scheiße, was Richtig gemacht, wenn man bedachte, dass Gabe sich in vielen Dingen, so stark von ihm unterschied und nicht gleich zog mit diesem. Ein Heiliger war sein Dad früher auch nicht, Gabe hatte ihm nie verziehen, dass er seine Mum betrog, mehr als einmal und das er ihren Namen in den Dreck zog, indem er dieses Ding, nach ihr benannte, womit er Leuten den Schädeln zu Brei schlug. Das Bittere ist, der Baseballschläger gehörte früher Gabe, der sich in jeder Sportart an der Schule ausprobierte, darunter auch Baseball.
"...da ist er wohl kaum der Einzige, ...das Problem ist..Gut und Böse ..liegt stets im Auge des Betrachters. Dad hat Leute gerettet, ...und genauso viele getötet, ..aber auch wenn er das getan hat, ...es war nie mehr als nötig...zwei,...zwei Leute von euch... und ihr schlachtet unseren Außenposten feige in der Nacht ab zuvor. ...mein Dad steht zumindest dazu nen Arschloch zu sein, während Grimes sich hinter seinem Geschwafel versteckt hat ...wie gesagt, alles eine Frage der Perspektive."
Äußerte Gabe sich dazu und holte tief Luft im Anschluss, der Sheriff war ein Heuchler in seinen Augen, im Grunde waren er und sein Dad sich gar nicht unähnlich gewesen. Eine erschreckende Erkenntnis, wie zwei Seiten einer Medaille, von der keine weder völlig Gut, noch völlig Böse war.
Leider schienen beide Seiten, damals, vielleicht auch noch heute, nicht wirklich dazu fähig zu sein das mal näher zu beleuchten. Die hätten sich über den Haufen geschossen, beim ersten Sichtkontakt. Demnach konnte Gabe wohl froh sein, dass Jesus ...seinem Namensvetter nicht nur optisch ähnelte. "Wait..what?" Moooment. Das machte er nicht ernsthaft, oder? Ein wenig ungläubig sah er zu Jesus, der sich echt etwas rüberlehnte um an ihm zu riechen, na vielen Dank auch. Immerhin kippte er nicht um, demnach stank er wohl doch noch nicht wie ein Iltis? "Sushi ....ist das nicht roher Fisch auf Reis? ..Bitte iss mich nicht, ich bin eine arme, unschuldige Alge, die fröhlich vor sich hin existieren möchte."
Ein bisschen musste er einfach darauf eingehen, auch wenn er sich dezent verarscht fühlte aber Gabe konnte sich selbst auch auf die Schippe nehmen, wäre tragisch, wenn dem nicht so wäre. Ein Armutszeugnis in seinen Augen wäre das. Das Brummen, was der Dieb, neben dem anderen Dieb, welch Ironie, von sich gab, sprach bereits Bände. Er konnte dem Begriff 'Savior' nichts Gutes abgewinnen, es klebte so verdammt viel Blut an dieser Bezeichnung, außerdem sah er sich nicht als Retter, höchstens von HootHoot vielleicht aber da hörte es auch schon auf.
Anders als Jesus, was fast schon auf der Hand lag, zumindest aus seiner Sicht, hatte Gabe niemanden gerettet, vielleicht versucht aber ziemlich erfolglos würde er behaupten. Dabei hatte er vielleicht sogar Qualitäten, die ihn gar nicht zu einem so üblen Anführer machen, würden aber er hatte stets die Sorge im Hinterkopf, das er dann werden würde wie sein Dad. Dass es ihm zu Kopf stieg, das er sich verleiten ließe und das Risiko war ihm zu hoch, es passierte einfach zu schnell, schleichend, ohne das man es merkte und man wurde vom Held seiner eigenen Geschichte, zum Alptraum für alle Anderen.
War bei seinem Dad so und gewiss bei einigen anderen Leuten, die da draußen rum krebsten, Leute um sich scharten, sowie davon überzeugt waren, das Richtige zu tun.
Energisch schüttelte dieser ja auch den Kopf, Jesus lag richtig, Gabe bekam nicht das erste Mal ein Kompliment und er war stolz auf sein Aussehen, sowie seinen Körper, daraus machte er auch keinen Hehl, bloß tat er sich schwer mit ernst gemeinten Äußerungen diesbezüglich. Er checkte es ja auch ewig nicht, wenn ihn Eine im Sanctuary direkt angeflirtet hatte und Gabe einfach nur glaubte, die ist nett. Im Grunde wollte er doch nur spielen, ein bisschen klauen, ein bisschen Schabernack treiben, schließlich war das Leben in dieser Welt ernst genug und man starb schneller als einem lieb ist.
Das Ganze war zudem noch mal etwas ganz Anderes, wenn das Kompliment nicht von einer Frau kam, sondern in dem Fall von Jesus, der bitte Gnade haben sollte und Gabe nicht sagte, dass er sein Verhalten süß fand. Sonst würde er wirklich noch mit Anlauf über das Geländer springen, sowie den Beißern freiwillig in die Arme, weil er dezent überfordert war.
Dazu kam wohl noch, dass er sich nie mit solchen Dingen befasst hatte, schon vor dem Ausbruch nicht, er war ein Spätzünder, der sich eher für Sport als Weiber interessierte, wobei er nicht mal wusste, ob er auf die stand und das war wohl sein größtes Problem. Er war Negans Sohn, da erwartete man doch förmlich, dass Gabe genauso ein Schwerenöter und Casanova ist, der Alles flach legt, was bei Drei nicht auf dem Baum ist. Tja, Überraschung, das Gegenteil war der Fall und in der Regel setzte er sich mit sowas auch nicht näher auseinander, sonst erfuhr er vielleicht noch etwas über sich selbst, was er lieber nicht wissen wollte.
War halt leichter Alles zu verdrängen, was womöglich zu unschönen Erkenntnissen führen würde, dabei war er nicht mal homophob, ihm war es Schnuppe, wer sich zu welchem Geschlecht hingezogen fühlte.
Beim Thema Musik war Gabe aber auf jeden Fall voll dabei, kurz stutzte er, musste sich den Sänger erst mal ins Gedächtnis rufen, bis er tatsächlich merkte, dass es ne kleine Ähnlichkeit zwischen den Beiden gab. Lag aber wohl eher am Haar, sowie dem Bart. "Der hatte ne tolle Stimme, ...und ja, habs mir selbst beigebracht, kann sogar Klavier spielen aber finde mal eines im Wald."
Das war eines der wenigen Dinge, die er aus dem Sanctuary vermisste, sie hatten ein Klavier, im Salon, wo sich die Bitches seines Vaters meist aufhielten, Nachts schlich Gabe sich dann oftmals da rein und spielte ein bisschen für sich selbst.
Musik half ihm einfach Dinge besser zu verarbeiten, sich auszudrücken, ohne reden zu müssen oder dafür jemand Anderen zu brauchen. "Kannst du singen?"
Hakte Gabe natürlich nach, wenn sie schon beim Thema Musik sind, bot sich das einfach an und es machte ihn neugierig. Schon schade, dass sie keine Gitarre hier hatten, zum einen hätte Gabe echt gern gesehen, sowie gehört, was Jesus an dem Instrument drauf hatte und zum anderen war Musik, nebst dem Tauchen, etwas wo selbst er mal zur Ruhe kommen konnte. Ohne wie ein Duracell-Häschen auf Energydrinks zu wirken. "Oh, really? ...falls ich dich beklauen sollte, sorry. Ist bei mir ...krankhaft, zwanghaft."
Gabe klaute wirklich aus Zwang, nicht weil er es kann, also schon auch aber er konnte diesen Impuls nicht bremsen, kontrollieren, manchmal gab er zumindest was zurück aber es juckte ihn ständig in den Fingern, sobald er was sah, eine Gelegenheit zum Stehlen witterte, musste er dem Bedürfnis einfach nachgeben.
Selbst wenn er wollte, könnte Gabe demnach nicht garantieren, an Jesus Stelle, auch seinen Gastgeber zu bestehlen, immerhin war Jesus vorgewarnt. Zumal es generell sehr viel schwerer ist einen Dieb zu bestehlen, auch wenn Gabe das Ganze fast als Aufforderung auffasste, eine kleine Herausforderung, um zu sehen, wer der bessere Dieb ist. Jedoch wohl besser nicht bei dem Wetter und zu dieser Stunde, wo sie Beide schon den ganzen Tag auf den Beinen gewesen sind, die Voraussetzungen, für einen fairen Wettstreit wären einfach nicht gegeben aber er behielt es sich mal im Hinterkopf.
Zumal er beinahe ein schlechtes Gewissen entwickelte, Jesus beklauen zu wollen, mehr oder weniger, als er sah wie sein Käuzchen auf dessen Schulter verweilte. Ja, Tiere hatten ein ausgezeichnetes Gespür für Menschen, kein Wunder das viele Zweibeiner deren Gesellschaft, der eigenen Spezies, vorzogen, zumal diese sich nicht beeinflussen ließen durch Vorurteile.
Nachdem er sich der Messer erst mal entledigt hatte, sowie endlich lang lag, griff er sich einer der dickeren Wolldecken, warf sie über seine Beine und gab sich damit vorerst zufrieden, jedoch reichte er zwei davon, die sogar zusammen gelegt waren, in die Mitte, damit Jesus sie sich nehmen kann, falls der Schlafsack nicht ausreichen würde, um die Kälte fernzuhalten.
"Paul Rovia." Wiederholte Gabe noch mal ganz in Ruhe für sich, klang gar nicht so übel.
"Ich finde Holy Ninja aber immer noch am besten." Grinste er schließlich vor sich hin, behielt den Blick aber zur Decke des Zeltes gerichtet, für gewöhnlich musste er nicht darauf achten, sich dieses beizubehalten, war man allein, ist die einzige Person, der man was vormachen konnte, man selbst.
Sein kleiner Kauz hatte Schauspielerei nicht nötig, er brauchte keine Masken, keine Tücher, keine Fassaden, er war einfach er selbst. Ein süßer kleiner Raubvogel, der zunächst an Jesus Finger knabberte mit dem Schnäbelchen, jedoch nicht hackte, sondern letztendlich auf diesen drauf kletterte, um runtergehoben zu werden, von dessen Schulter. Mit ein paar Flügelschlägen, flatterte HootHoot schließlich rüber zu Gabe, landete auf dessen Brust, die sich ruhig hob, sowie senkte, und der die Hand hob, damit er ganz behutsam seinen kleinen Freund streicheln konnte, der daraufhin sogar genüsslich die großen Augen schloss.
Wenigstens einer hier konnte gänzlich abschalten, sowie sein Dasein fristen, ohne sich Sorgen um irgendwas machen zu müssen. HootHoot konnte sich selbst versorgen, obgleich Gabe immer was zu fressen für ihn dabei hatte oder auftrieb, nur damit sein kleiner gefiederter Freund etwas im Magen hatte. Er selbst verzichtete da schon öfter mal, im Winter jagte es sich schwerer als im Rest des Jahres.
"Vieles...nichts." War seine leise werdende Antwort, Gabe konnte sehr wohl, sehr ernst sein und nicht nur dummes Zeug von sich geben. "Just keep smiling, ..you can't kill them all.." Mehr als ein kratziges Flüstern waren seine Worte in dem Moment nicht mehr, als er rübersah zu Jesus, war es dieser, der sich auf den Rücken drehte, sowie den Blick abwandte. Wunder Punkt.
Lag auf der Hand, sonst würde er bei Gabes Frage wohl nicht so reagieren, an sich rechnete dieser auch nicht mit einer Antwort aber erhielt sie doch, wobei er es fast ein wenig bereute überhaupt das Thema angeschnitten zu haben.
Manchmal war sein Mundwerk einfach schneller als der Rest von ihm und seine Neugierde machte es nicht zwingend besser. Tatsächlich brauchte es ein paar Sekunden bis bei Gabe durchsickerte was Jesus' Antwort implizierte, merkte man wunderbar daran, dass seine grünen Augen einen Moment lang größer wurden und ein leises "Oh" seine Lippen verließ, bevor er ganz schnell wieder den unsichtbaren Punkt, an der Decke des Zeltes, fixierte.
Seine Reaktion bezog sich nicht darauf, wie vielleicht vermutet oder nahe liegend, dass Jesus offenbar auf Männer stand, sondern er offenbar jemanden gefunden hatte, mit dem mehr sich hätte entwickeln können. Selbst wenn Gabe dahin gehend ein unbeschriebenes Blatt ist, so wusste er zumindest das die Liebe fast noch seltener zu finden war, als ein freundliches Gesicht, dass dich nicht gleich für deine Schuhe über den Haufen schießen will.
Dabei sollte es Gabe nicht mal groß überraschen, er hatte Augen im Kopf, lag doch auf der Hand, dass Jesus mehr zu bieten hatte als ein hübsches Gesicht und sein Holy shiny Hair, bei ihm mussten die Typen doch eigentlich Schlange stehen, oder nicht? Was am Ende wohl auch gar nicht ausschlaggebend war, allerdings was wusste er schon, gar nichts um ehrlich zu sein.
Auch wenn Jesus meinte, er brauche sich nicht entschuldigen, fände Gabe es einfach nicht richtig, gar taktlos und das wollte er beim besten Willen nicht sein. Zumindest nicht immer, er traf mit Worten genauso tief ins Schwarze, wie mit seinen Pfeilen, wenn er das möchte, jedoch hatten die Leute es in der Regel dann auch verdient und das traf bei Jesus, Paul, ganz gewiss nicht zu.
Noch immer streichelte er HootHoot ein wenig, ließ ihn auf seinen Zeigefinger steigen und hob ihn schließlich über seinen Kopf hinweg zu dessen Nest, natürlich hatte Gabe ihm ein kleines Nest ins Zelt gesetzt, wo der kleine Kauz sich niederlassen konnte, sowie mit der Pflege seines Gefieders begann.
So gut er kann, kümmerte er sich eben um seinen kleinen Gefährten.
Vermied es dafür aber umso vehementer zu Jesus zu schauen, dessen verwunderten Blick er förmlich auf der Haut spüren konnte, könnte man fast schon sagen und nein, es wunderte ihn nicht, dass Gabes Angebot ihn überraschte. Es überraschte ihn selbst, ok!?
Er schaffte es nur, sich das nicht anmerken zu lassen, sondern brummte wieder stattdessen bevor er sich mit der Hand übers Gesicht fuhr, sowie unterm Kinn kratzte. ".....keine Ahnung, ich hab noch Platz in meinem Terminkalender frei und ..." Innehaltend zog er grimmig schauend die Augenbrauen zusammen, biss neuerlich auf die Innenseite seiner Wange und sprach es dann doch aus. "....und weil ich vielleicht ein wenig das gut machen will, was mein Dad angerichtet hat.... glaub ja nicht, dass ich das jedem aus eurer Truppe anbieten würde. Du bist ne Ausnahme, klar?"
Grummelte Gabe und schaute entsprechend 'bedrohlich' zu Jesus, ok, er konnte tatsächlich sehr böse gucken, den finsteren Killerblick seines Dads hatte Gabe bravourös drauf, der hielt nur nicht lange stand, wenn sein Gegenüber, in dem Fall Jesus, kein richtiger Feind war oder jemand den der Bogenschütze zutiefst verachtete.
Daher entspannten seine Gesichtszüge sich genauso schnell wieder, wie er dazu fähig ist, umzuschalten von Happy Thief zum Savior, der dir einen Pfeil ins Auge jagt, wenn du ihm auf den Sack gehst.
Er tat es dem Langhaarigen sogar mal gleich, drehte sich auf die Seite und schob den Arm unters Kissen, auf das er seinen Kopf gebettet hatte, seufzend atmete er aus, rieb sich mit der anderen Hand über die Augen, ehe er sie auf die Decke unter sich sinken ließ, sowie unruhig mit den Fingern trommelte auf dem Stoff.
Jesus konnte seine Hilfe annehmen, ebenso gut ablehnen, Gabe drängte sich gewiss nicht auf, vielleicht hoffte er insgeheim auch auf die Ablehnung seiner Hilfe aber nach, scheinbar reiflicher, Überlegung nahm der Ninja sie sogar an?
"Wäre es nicht mein fucking ernst,...Paul, ...würde ich dir meine Hilfe nicht anbieten. Ich bin kein guter Samariter wie du, ...im Grunde ist es mir egal, wem du hinterher jagst, wem du helfen willst ...ich ertrag es halt nur nicht ...wenn du so traurig guckst mit deinen blauen Puppy Eyes. .... ich kann zwar keine Leute anführen, hab nicht so shiny Hair wie du ... und ich rette die Leute nicht, ...aber ich kann Spuren lesen, ...sowie dir den Rücken frei halten."
Gabe wirkte so bitterernst als er das sagte, guckte entsprechend grimmig in die blauen Augen ihm gegenüber, denen man nur schwerlich was abschlagen kann und stand zu seinem Wort, zu seiner dargebotenen Hilfe. Er schaute so biestig wie sein Dad und klang doch mehr wie seine Mom, die sicherlich nicht wollen würde, dass ihr Sohn einfach wegschaut, wenn er die Möglichkeiten, gar Fähigkeiten dazu hat um jemand Anderem zu helfen.
Als die Scheiße losging hatte er auch nicht weggesehen, sondern geholfen, seinen eigenen Hals riskiert und sich Tagelang, gar Wochen, in einem Ferienlager um die Kids, als auch die Erwachsenen gekümmert, die in der Wildnis ziemlich aufgeschmissen waren ohne die beiden Pfadfinder, Gabe und Roxy. Außerdem war er sich sicher, wäre seine beste Freundin heute hier, würde sie Gabe in den Arsch treten, wenn er einfach so tun würde, als ginge es ihn nichts an, wenn jemand Hilfe brauchte, aber vielleicht nicht zu fragen traute. An die Jesus ihn vielleicht auch ein bisschen erinnerte, von der Art her, obwohl sie ebenfalls nicht auf den Mund gefallen war, war sie sein Ruhepol, der ihn runterholte, wenn sein Temperament überkochte und er die Fäuste einsetzte, wenn ihm wer auf den Sack ging. Sie war anständig und deshalb auch gegangen irgendwann, während Gabe sich nicht entscheiden konnte, wollte. Familie ging immer vor, blöd halt, dass sie das für ihn auch war, seit der ersten Klasse.
Wirklich entspannen taten sich seine Gesichtszüge nicht, der grimmige Blick wich zwar, ebenso presste er die Lippen aufeinander und rang sich, halbherzig, gezwungen, nen schiefes Grinsen ab als Jesus sich bedankte, sowie seine Schulter sanft drückte, aber es fiel ihm verdammt schwer, so zu tun als wäre ihm Alles egal oder nur ein Spiel.
Jesus war nicht sein Dad, er war kein Savior, niemand vor dem er sich beweisen oder ihm gegenüber behaupten musste, der Typ war so scheiß nett, seit Jahren, wohl mehr als Gabe wirklich bewusst war, einer der Wenigen, der ihm mal ein Lächeln schenkte. Der totale Overkill für Gabe in dem Moment, der zwar merkte, wie der Knoten ganz tief in ihm zu platzen drohte, den er krampfhaft zusammen hielt, aber weder das tiefe Luft holen, noch blinzeln etwas daran ändern konnte, dass ihm die Sicht leicht verschwamm und er schnell die Hand hob, um sich die Augen zu reiben.
Harte Schale, weicher Kern, war wohl nicht ganz unpassend was Gabe betraf, der zittrig wieder ausatmete, sowie es tunlichst vermied in das sanfte blaue Augenpaar vor ihm zu schauen, sondern stattdessen den Fokus auf einen anderen Punkt richtete, eine von Jesus Haarsträhnen eignete sich super dafür als Ankerpunkt. "...die Leute deiner Kolonie wissen...dich hoffentlich zu schätzen ...weil..wenn nicht, klaue ich das nächste Mal vielleicht nicht nur was zu essen..., sondern dich gleich mit..und dein Shampoo..."
Haute Gabe raus um, wie so oft in Wahrheit, zu überspielen was wirklich in ihm vorging, jeder hatte eben seine ganze eigene Form von Selbstschutz, bei ihm war es mitunter sein Humor, das Tuch und die Kapuze zum Verstecken und das lose Mundwerk.



@Jesus


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#15

RE: Dachterrasse

in Altenheim 28.01.2020 22:53
von Paul Rovia | 251 Beiträge

Hoffentlich bewahrheitete sich Jesus Sorge nicht, denn wenn Negan wirklich nichts aus seiner Zeit im Gefängnis gelernt hatte und er erneut das Cottage angreifen würde, dann hieße das wohl, dass sie sich schon bald erneut in einem Krieg gegenüber stehen würden. Dann hätten sie wirklich einen handfesten Gewissenskonflikt. Denn Jesus würde es wahrscheinlich bereits jetzt schon nicht mehr übers Herz bringen Gabe zu töten. Jesus war ja selbst der Ansicht, die Entscheidung den Außenposten der Saviors nachts zu überfallen und sie im Schlaf abzuschlachten, war wohl die fatalste, die Rick im Rahmen seiner Rolle als Anführer getroffen hatte. denn von diesem Moment an, gab es kein Zurück mehr.
„lass uns nicht weiter darüber sprechen, in Ordnung? all diese Dinge liegen in der Vergangenheit und sowohl dein Dad als auch Rick dachten stets die richtigen und notwendigen Entscheidungen für die Menschen zu treffen, die ihnen wichtig waren.“
ob es nun gute oder richtige Entscheidungen waren oder nicht spielte doch jetzt keine Rolle mehr. die Toten waren tot und nichts und niemand konnte daran jetzt noch etwas ändern. Natürlich war Jesus der Ansicht, dass Negan diesen Krieg provoziert hatte und das sein Verhalten der Auslöser für all das gewesen war. aber was hätte es für einen Sinn deswegen mit Gabe zu streiten? absolut keinen. Es würde nur zu bösem Blut zwischen ihnen führen, was aber einfach nicht notwendig war. dennoch war es wohl besser gewisse Themen auszuklammern. das war es doch viel schöner über Sushi zu debattieren.
„da hast du Recht, dann mache ich eben Maki aus dir. Schmecken sowieso besser.“
leider hatten sie nicht alle nötigen Zutaten um Maki selbst herzustellen, weshalb Jesus sich kaum noch daran erinnern konnte wann er zuletzt so etwas gegessen hatte. und so ein Gabe-Maki stellte er sich schon ziemlich lecker vor. Das Gabe so ein Spätzünder war lag vielleicht auch daran, dass er nicht werden wollte wie sein Dad? Wenn dieser seine Mutter betrogen hatte, dann musste er das doch furchtbar finden. Jesus für seinen Teil könnte verstehen, dass er deswegen bislang wenig Interesse an einer Partnerin oder einem Partner gezeigt hatte, denn niemand sah wohl gerne dabei zu wie eine Ehe zerbrach weil einer der beiden fremd ging. vielleicht hatte er einfach nur Angst, dass ihm dasselbe passierte. Ob nun als Betrogener oder als Betrüger. Musste aber schwierig sein als Negans Sohn nicht zu wissen was man wollte oder zu wem man sich hingezogen fühlte, denn die Leute hatten bestimmt gewisse Erwartungshaltungen an Gabriel. ob sein Dad wohl damit klar kam, dass Gabriel in der Hinsicht so anders tickte wie er? das wusste Negan nicht. aber er wollte auch nicht nachfragen, denn das wiederum ging ihn einfach nichts an.
Musik war ein besseres Thema, er lachte auch kurz wegen der Vorstellung, dass da einfach irgendwo im Wald ein Klavier herum stand.
„versuch dein Glück in einer Kirche. aber der Transport könnte schwierig werden“
und laut waren Klaviere auch, die zogen nur unnötig Beißer an, weshalb er diesem Hobby wohl leider nicht mehr nachgehen konnte. schon bitter wie viel verloren ging an Kultur in der heutigen Zeit.
„ein Mitglied in unserer Kolonie war früher Musiklehrer, er ist immer auf der Suche nach neuen Instrumenten und Noten und sammelt sie. was nun keine Aufforderung für dich sein soll ihn zu beklauen!“
Das betonte er besser noch mal, denn offenbar musste man bei Gabe wirklich aufpassen was man sagte. wie seine Kleptomanie wohl entstanden war? als er ihn fragte, ob er singen konnte kratzte Jesus sich ein bisschen verlegen am Hinterkopf
„Leider gibt es einen Unterschied zwischen können und machen. Ich singe leidenschaftlich gerne und habe wirklich viel Spaß dabei. Ob meine Zuhörer das auch so sehen kann ich nicht wirklich sagen“
in seinem früheren Leben war Jesus gerne mal Karaoke singen oder hatte sich irgendwo auf eine Bühne gestellt und etwas abgerockt mit einer Band. allerdings tat er das nur aus Spaß, er hatte keine gesangliche Ausbildung und war wohl auch nicht wahnsinnig talentiert. aber er machte es gerne und darauf kam es schlussendlich wohl an. ein Star war allerdings nicht an ihm verloren gegangen. Jesus würde morgen früh wohl aus Reflex seine Taschen kontrollieren wenn Gabe schon zugab zwanghaft zu stehlen. Zum Glück hatte er nichts wirklich Wertvolles dabei, also wäre es halb so schlimm.
„wann hast du deine Karriere als Dieb gestartet?“
Jesus hatte immerhin bereits in sehr jungen Jahren damit angefangen, als er im Waisenhaus gelebt hatte. So ein Verhalten musste schließlich irgendwo seinen Anfang genommen haben und Jesus hatte großes Interesse daran zu erfahren wann dieser Zeitpunkt bei Gabe gewesen war.
„Holy Ninja ist auch okay“
Jesus schmunzelte erneut, denn so hatte ihn noch nie jemand genannt. er fand die Bezeichnung aber ziemlich amüsant. dabei war er weder holy noch ein Ninja aber naja. was solls.
„Ich kann verstehen wieso du ihn so gern hast“
sagte Jesus plötzlich während HootHoot ein wenig an seinem Finger pickte. Der kleine Kerl war schrecklich niedlich. Ob Jesus damit meinte, dass er verstand wieso Gabe die Eule so gern hatte oder umgekehrt, ob er verstand weshalb HootHoot so gerne bei Gabe verweilte, durfte er interpretieren wie er wollte. Das es sehr wohl auch möglich war ernstere Gespräche mit Gabe zu führen wurde ihm schon bald bewusst und Jesus fand es ehrlich gesagt gut. Spaß war schön und gut aber um einander wirklich kennen zu lernen war es zu wenig. Sofern Gabe es zuließ. Denn er schien immer noch seine Skrupel deswegen zu haben, weil er sein ‚Heim‘ mit Jesus teilte. So recht einzuordnen wusste er Gabes Reaktion auf seine Antwort jedoch nicht. erneut wüsste er wirklich gerne was gerade in seinem schönen Köpfchen vor sich ging. Allerdings irrte Gabe sich wenn er dachte die Männer würden bei Jesus Schlange stehen. Früher war es einfach jemanden kennen zu lernen, der ebenfalls schwul war. Es gab so viele Bars, Apps, Möglichkeiten. Doch heutzutage war das wirklich schwierig. Vor allem weil die Vorlieben bei jemandem wirklich schwer erkennbar waren. Bei Jesus hatte lange niemand etwas von seiner Orientierung gewusst, bis er sich irgendwann Maggie anvertraut hatte. aber wenn jemand nicht so offen dazu stand wie Jesus, dann war es komplizierter. Und nur weil man jemanden fand, der die gleiche Orientierung hatte war das doch noch lange kein Garant dafür, dass man auch zueinander passte. Und dennoch war da irgendwie dieser Druck es versuchen zu müssen, einfach weil die Optionen so rar waren. Jesus wusste also selbst nicht, ob er von Liebe reden konnte. Er wusste es nicht.. da sie nie so weit gekommen waren, um es herauszufinden. Ja er fühlte sich hingezogen zu der Person die er suchte. Nur wie das Ganze sich entwickelt hätte? er konnte es nicht einschätzen. Doch diese Ungewissheit war noch viel schlimmer als ein Scheitern. Denn wenn er ihn nie wieder fand oder er gar tot war, dann würde er sich wohl stets fragen was hätte sein können. aber so direkt wollte er seine Gedanken nun nicht mit Gabe teilen, so gut kannten sie sich noch nicht und Gabe war es ganz offensichtlich unangenehm über solche Themen zu sprechen. Weshalb Jesus ihn damit verschonen wollte. stattdessen stellte er ihm eine Gegenfrage, die für Gabe wohl ebenso schwer zu beantworten war. Eigentlich würde Jesus darauf nun erwidern, dass es nicht seine Schuld war, das es nichts gab, das er wieder gut zu machen hatte, immerhin war es sein Dad gewesen und nicht Arthur. aber Jesus hatte irgendwie das Gefühl, dass Gabe diese Begründung brauchte. Um sich selbst erklären zu können wieso er ihm half, weshalb Jesus ihm das nicht weg nehmen wollte. stattdessen lächelte er schwach und nickte
„ist angekommen“
natürlich schmeichelte es ihm, dass er in Gabes Augen eine Ausnahme war. und niemand würde ihm verübeln, dass er anderen Leuten aus seiner Truppe nicht helfen wollte. es war verständlich. stattdessen lächelte er ein bisschen und sah ihn ungewollt noch etwas sanfter mit seinen blauen Augen an.
„Dann muss ich mich wohl bei meinen Eltern für meine Augen bedanken.“
versuchte er auch die eigentlich vorherrschenden Gefühle ein wenig zu überspielen, da er Gabe nicht in eine unangenehme Situation bringen wollte. Fakt war, er musste kein guter Samariter sein und seine Beweggründe waren auch nicht wichtig. Für Jesus zählte nur, dass Gabe ihm seine Hilfe anbot. Was ihn in seinen Augen augenblicklich zu einem guten Mensch machte, ganz egal was er sich auch selbst einredete. oder sich einreden musste, um kein schlechtes Gewissen seinem Dad gegenüber zu haben. doch offenbar hatte Jesus irgendetwas in Gabe ausgelöst, das seine Dämme brechen ließ, es musste aber auch wahnsinnig anstrengend sein ständig so zu tun als hätte man keine Gefühle oder als wäre einem alles völlig egal. wie hatte er so überleben können? ohne einen Gesprächspartner mit dem er auch einmal offen reden konnte? ohne Sorge zu haben verurteilt zu werden nur weil er ein paar Gefühle zeigte. Ohne solche Kontakte wäre Jesus wohl längst zu Grunde gegangen. und es fiel ihm schwer mit anzusehen wie Gabe deshalb gerade mit sich haderte. Er konnte deutlich sehen, dass er nun auch vor Jesus versuchte nicht zu viel an Emotionen zuzulassen aber das war nicht notwendig… nicht vor ihm. weshalb Jesus diesmal auch ausnahmsweise nicht auf seinen Scherz einging, mit dem er erneut nur zu überspielen versuchte was gerade wirklich in ihm vorging. stattdessen sah er ihn einfach nur schweigend an. konnte selbst seinen Atem sehen, als er ausatmete, weil die Luft hier drinnen trotz Decken ziemlich kalt war. er könnte nun einfach lachen, so tun als könnte er nicht spüren wie Gabe sich gerade fühlte. aber das wollte er nicht. weshalb er einfach instinktiv handelte. er rutschte mit seinem Schlafsack ein Stück näher, bevor er seine Hand an Gabes Rücken legte und ihn dicht an sich heran zog, sodass dieser sein Gesicht an Jesus Schulter vergraben konnte. Seine Hand ruhte an dem Rücken des Saviors und strich diesen ganz langsam und sachte entlang, während er ihm zuflüsterte
„es ist okay….“
was auch immer gerade in ihm vorging. es war in Ordnung. er konnte mit Jesus darüber reden, musste es aber nicht. denn vielleicht reichte es auch einfach nur da zu sein. und egal unter welchen Umständen sie sich kennen gelernt hatten oder welche Vorgeschichte sie teilten, auch Jesus war jemand, der nicht einfach weg sah wenn jemand Hilfe brauchte. Außerdem würden sie so auch nicht mehr so frieren.

@Arthur Winchester




I always found it hard getting close to anyone - neighbors, friends.... boyfriends


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#16

RE: Dachterrasse

in Altenheim 29.01.2020 18:46
von Arthur Winchester (gelöscht)
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Es stimmte wohl, sie sollten das Thema lieber nicht weiter breit treten, zum einen änderte es rein gar nichts, machte nicht rückgängig was geschehen war und es killte die Stimmung, mal davon ab, dass es Gabe unnötig wütend machte und der war an sich mal froh, wenn er nicht dauerhaft in diesem Gemütszustand verweilte. Daher nickte er zustimmend, obgleich er im selben Moment ein Brummen von sich gab, der zumindest ein wenig seinem Unmut gestattete sich zu verdeutlichen. Jedoch hob er fragend die linke Augenbraue nach Oben, weil Jesus von Dingen redete, die Gabe tatsächlich nichts sagten oder er zumindest nicht sofort ein Bild vor Augen hatte.
"Okay, doofe Frage aber ...was ist Maki?"
Gabe hatte noch nie im Leben Sushi gegessen, der hing damals lieber im Fast-Food-Restaurant ab, wenn er mal etwas Geld zusammen geklaut oder Taschengeld bekommen hatte, für seine Bestnoten in erster Linie. Die Sportskanone hatte nämlich ordentlich was im Köpfchen, war kulinarisch aber nicht so bewandert wie der Holy Ninja offenbar, um ehrlich zu sein war er auch kein sonderlich guter Koch. Zwar musste er ...lernen, sich auch selbst mehr zu machen als ein Sandwich oder wie man etwas in die Mikrowelle schiebt, doch mehr als Pancakes, Rührei, Speck und vielleicht noch Steak, bekam er nicht auf die Reihe. Wobei, doch eines konnte Gabe sogar verdammt gut kochen, Spaghetti Bolognese, was er von seinem Dad gelernt hat. Hier draußen im Wald jedoch lebte er von Dosenfutter oder dem was er sich, mithilfe des Bogens, jagte und da genügte es schon, dass Fleisch aufgespießt über dem Feuer zu braten.
Ja, klingt eintönig, ist es auch, zumal Gabe, vor allem jetzt im Winter, nicht so viel zum Jagen hatte, wie er eigentlich essen konnte und Fisch mochte er nicht sonderlich, Vorräte zu plündern war inzwischen auch mehr ein Glücksspiel, zumindest wenn man nur zu Fuß Unterwegs ist um weite Strecken zu bewältigen. Half ihm ja nicht viel, dass er Autos knacken und kurzschließen konnte, wenn die Karre völlig hinüber war oder keinen Sprit mehr besaß, zudem vermied Gabe es ja Lärm zu machen.
"Bah, Kirche, ich hab Angst ich zerfalle zu Staub, sobald ich mich nur der Türschwelle nähern würde." Scherzte Gabe, auch wenn er das verlockend fände, mal wieder Klavier zu spielen oder gar an einer Orgel, das wäre der Hammer und so ziemlich das Dümmste, was er tun könnte.
Dennoch behielt er sich diese Option im Hinterkopf, doch mit leichtem Gepäck zu reisen, stets auf Achse zu sein, bedeutete nun mal auf vieles zu verzichten, jeder unnötiger Ballast bedeutete für Gabe Einschränkungen, sei es in der Bewegung oder in Bezug auf seine körperliche Ausdauer, sowie Wendigkeit. Er überlegte sehr genau was er behielt, selbst die Bücher, die er hatte, waren im Grunde nur Ballast aber selbst er brauchte mal Ablenkung, irgendwas um in eine andere Welt abzudriften, denn sowas wie Alkohol oder Pilze, Drogen generell, nahm Gabe nicht.
Da war er sogar richtig anständig, mag man kaum glauben. Nur das Jesus echt aufpassen sollte, was er vor Gabe ansprach, denn der begann sofort schelmisch zu grinsen, der Schalk blitzte ja förmlich auf in den grünen Augen, da er prompt hellhörig wurde, wegen dem Musiklehrer. "Oh, really? ...aber Nein, ich würde doch niemals bei euch ins Cottage einsteigen, nur um euren Musiklehrer zu beklauen."
Er bemühte sich ja nicht mal ansatzweise darum, so zu tun als würde er nicht schon einen Plan aushecken, sein Grinsen wurde nur noch breiter und es juckte ihm prompt in den Fingern. Allerdings implizierte seine Reaktion auch, dass Gabe ihre Kolonie ziemlich gut im Auge behalten hatte, sowie vermutlich schon mal was gestohlen hat. Er war bei den Saviors als Späher am liebsten tätig gewesen, seine Neugierde, seine guten Augen und das Talent, ungesehen, überall einsteigen, rumschleichen und rumklettern zu können, zahlte sich eben aus in der neuen Welt.
Gabe knackte Schlösser innerhalb weniger Sekunden, hatte eine verdammt gutes Gedächtnis und da er nicht sonderlich groß ist, ohne seine Lederjacke und das Tuch eher unauffällig, sollte es Niemanden verwundern, wenn die gerissene Elster schon mal gemütlich durch das Cottage spaziert ist. Nur weil er nicht versuchte seinen Dad zu befreien, bedeutete das nicht, dass Gabe nicht nachsah, dass der noch lebte. Eines der H.P. Lovecraft Bücher stammte sogar aus der Sammlung des Cottage.
Sein Vorteil lag wohl auch darin, dass er sich nie als Negans Sohn aufgespielt, sowie in den Vordergrund gedrängt hatte, weshalb er relativ unbehelligt war und Übung darin hatte, Kolonien auszukundschaften. Hilltop, Alexandria, das Königreich, ein paar mehr vielleicht, hatte Gabe in den vergangenen Jahren ziemlich ausführlich beobachtet, bis alles den Bach runter ging.
In erster Linie tatsächlich bloß aus Neugierde, weil er sehen wollte, wie andere Menschen in der neuen Welt lebten. Ihm ging es dabei gar nicht darum, deren dunkle Geheimnisse oder Pläne zu erfahren.
"Jetzt machst du mich neugierig,...hätte ich gewusst, dass ich heute nen Gast bei mir habe, der eventuell sogar singen kann, hätte ich mir ne Gitarre vorher besorgt aber so ..."
Er grübelte kurz und zog gar in Erwägung in das Gebäude, unter ihren Füßen, einzusteigen, allerdings müsste er erst die Beißer alle beseitigen, das war mühsam, dreckig, er hatte keine Lust darauf, nur um am Ende vielleicht eine jämmerliche Triangel zu finden. War im Moment den Aufwand einfach nicht wert möchte er mal behaupten, zumal er müde eh nichts tun würde, was sein Überleben unnötig gefährdete. Seine Konzentration ließ so schon schnell nach, sobald ihn was langweilte, was schnell passierte in seinem Fall, das wiederum würde bedeuten, er passt nicht auf, reagiert langsamer.
Nope, er macht sich jetzt nicht auf die Suche nach einem Instrument.
Lange überlegen musste er auch nicht dahingehend was seine Kleptomanie betraf, beizeiten hatte er angefangen zu klauen. "Mit acht vielleicht? Hab vorher immer schon Bonbons oder so aus den Taschen meiner Eltern gestohlen,.naja versucht, ..Dad hat es immer gemerkt. Aber im Laden hab ich das erste Mal, was mit zehn mitgehen lassen, eine Packung Kaugummi, Wassermelonen-Geschmack, die Mum ....die ..die ich halt unbedingt haben wollte aber es hieß... entweder Kaugummi oder ein Snickers."
Da Gabe aber ungern Entscheidungen traf, sowie eine Naschkatze war, wollte er natürlich nicht auf das Andere verzichten, also hatte er es in einem passenden Moment, einfach eingesteckt und sein süßes Puppy Face, was er damals noch hatte, aufgesetzt als sie den Laden verlassen hatten.
Einmal Blut geleckt, in dem Fall Wassermelonen-Kaugummis, machte Gabe es öfter und wurde eben besser, so verdammt gut, dass er mit Zwölf die Brieftaschen der Erwachsenen klaute, sowie mehr als einmal auch erwischt wurde aber egal wie oft er die Predigten zu hören bekam daheim, er konnte es nicht lassen. "Was ist mir dir? Wann hast du damit angefangen?"
Vor allem..wie alt war Jesus eigentlich?
Gabe war nicht gut darin sowas einzuschätzen, gefühlt würde er tatsächlich behaupten, Jesus ist in etwa so alt wie er selbst, vielleicht ein oder zwei Jahre älter. Der Typ sah aber auch echt jung aus!
Oder es lag einfach mehr an seinem Wesen, der sympathischen, friedfertigen Ausstrahlung, die dieser an den Tag legte und selbst HootHoot offenbar in seinen Bann zu ziehen schien, denn der kleine Kauz fühlte sich sichtlich wohl, er hätte nämlich sonst böse gehackt, sobald der Versuch aufkam ihn zu streicheln. Stattdessen konnte Gabe beobachten, wie sein kleiner gefiederter Freund, zutraulich agierte, wie bislang nur bei ihm selbst.
Nein, er war deshalb nicht neidisch oder gar eifersüchtig, warum sollte er? HootHoots Reaktion zeigte nur auf, was Gabe eh schon wusste, sich aber nur schwer eingestehen wollte oder anders ausgedrückt, nicht so recht damit umgehen konnte, dass in seinem Zelt jemand saß, der halt kein Arschloch ist.
Vermutlich konnte er auch froh sein, dass er sich nicht den Kopf darüber zerbrechen musste, ob er einen Partner, eine Partnerin jemals finden würde. Mit dem ganzen romantischen Kram und Beziehungsquatsch hatte Gabe bislang nichts am Hut, er hatte keine Ahnung wie das ist, jemanden zu haben, mit dem man Alles teilen würde, möchte, ehrlich gesagt wusste er nicht mal wie es sich anfühlte verliebt zu sein. Er kannte bei den Themen nur die Theorie, wenn er sich mal damit befasste aber es war ihm meist zu unangenehm, wohl wegen der Ehe seiner Eltern, dem Harem, den sein Vater sich hielt und alles in ihm sträubte sich gegen diese Dinge. Abgesehen davon, wenn man jemanden an sich ran ließ, ganz gleich auf welcher Ebene, bedeutete das man ließ einen Schwachpunkt zu, man lief Gefahr diese Person zu verlieren, durch was auch immer und Gabe konnte mit Verlusten noch schlechter umgehen, als mit seinen eigenen Gefühlen, die er meist unter Verschluss hielt.
Er war bis heute nicht über den Tod seiner Mum hinweg, darüber dass seine beste Freundin ging, weil sie mit der Scheiße der Saviors nichts am Hut haben wollte und Gabe an den Kopf warf, feige zu sein. Dass es ihn noch umbringen würde, wenn er blind, wie der Welpe der er war, weiter seinem Dad nach dackelte und so tat als ginge ihn all das nichts an, was dieser verbrochen hat. Ganz Unrecht hatte sie wohl nicht, Gabe fing sich mehr Kugeln oder Messerstiche ein, in der Zeit bei den Saviors, als die letzten Jahre hier draußen im Wald.
Das machte diese Begegnung mit Jesus auch nicht weniger ironisch in seinen Augen, Roxy hätte den Langhaarigen wohl auf Anhieb gemocht, jemanden wie ihn hätten die Saviors wohl brauchen können, nicht wegen seines shiny Hairs oder seinen Holy Ninja Moves, sondern mehr als moralischen Kompass. Allerdings, dessen war Gabe sich sicher, wäre er von dem Pack Hyänen wohl eher zerfleischt worden, als irgendwas zu ...verändern.
Eine bittere Erkenntnis, auf der anderen Seite daher wohl besser, das Jesus zum Cottage gehörte, auch wenn Gabe von einigen Leuten, die dort lebten, keine hohe Meinung hatte, gar Rachegelüste hegte, waren sie wohl der bessere Umgang für den Holy Ninja. Der ihn bitte nicht so anlächeln sollte, das war so ...entwaffnend!
Gabe konnte damit nicht umgehen, zumal es ihn dazu verleitete, länger als beabsichtigt Jesus zu betrachten und er wollte gewiss keinen falschen Eindruck erwecken. Er ist schließlich nicht homosexuell.. also er wusste es nicht, weil er sich damit nicht befasste aber allein die Erwägung dessen, dass dies der Grund dafür ist, sein könnte, dass er lieber durch ein geschlossenes Fenster sprang, sobald sich ein Mädchen nur das Oberteil auszog, sowie seinen Fluchtinstinkt auslöste, durfte einfach nicht sein!
Er war Negans Sohn, es wäre eine Schande, mehr als das, der totale Weltuntergang, zumal Gabe nur noch seinen Vater hatte an Familie und nicht wusste, wenn dem so wäre, ob das zum Problem werden würde.
Ja, wie Roxy ihm wohl zu Recht an den Kopf geworfen hatte damals, er war feige und es war immer leichter sich selbst was vorzumachen, als sich mit der, vielleicht beängstigenden, unangenehmen, Wahrheit auseinandersetzen zu müssen.
Gabe war ja nicht mal bewusst, wie vorhin, dass er eventuell ein bisschen zu oft erwähnte, wie hübsch Jesus ist, aber was hatte dieser auch so schönes Haar? Auch wenn seine blauen Augen da Gabe wohl etwas mehr gefielen, zumal er die Farbe generell sehr mochte aber zugleich das Gefühl hatte, der Holy Ninja durchschaute ihn wie eine Glaswand.
Kein angenehmes Gefühl für jemanden, der in seiner Kolonie, darauf getrimmt war, sich gegen Alles und jeden behaupten zu müssen, seine soften Seiten lieber verbarg, nur damit man sie nicht ausnutzte, gegen ihn verwendete. Die Hierarchie gabs ja nicht umsonst, bist du zu schwach, zu weichherzig, nicht loyal genug, landest du ganz schnell unten in der Nahrungskette.
Sein Dad regierte mit Angst, gemischt mit seinem Charisma, makaberen Humor und strenger Hand. Gabe konnte es sich da wohl kaum leisten, den ganzen Tag singend am Klavier zu sitzen.
Zumal er noch nie vor wem gesungen hatte oder ein Instrument gespielt hat, immer nur für sich selbst, heimlich.
Im Grunde war Jesus in vielerlei Hinsicht richtig beneidenswert, er hatte Freunde, ne sichere Kolonie, ein festes Dach über dem Kopf, sofern er nicht hier draußen rumlungerte und, was wohl noch wichtiger ist, er war mit sich selbst im Reinen. Gabe ...er hatte HootHoot, den er sogar auswildern wollte, weil er keinen Schwachpunkt haben will, nichts was man gegen ihn verwenden könnte, dessen Verlust ihm den Boden unter den Füßen wegzog. Doch der kleine Kauz konnte fliegen, er kam jedes Mal zurück, also gab er es auf ihn ...loswerden zu wollen, mehr zu müssen, denn der kleine Vogel hatte sein Herz doch eh im Sturm erobert.
HootHoot war aber wohl nicht der Einzige, der es Gabe schwer machte, seine Fassade aufrecht zu halten, vor Leuten die er nicht mag, kein Problem. Allein? Kein Problem.
Und Jesus konnte sein Holy Shampoo darauf verwetten, dass es Gabe nun wesentlich lieber wäre, wenn er einfach übersah, was so offensichtlich war, wenn er einfach auf seine blöde Bemerkung eingehen würde, anstatt ...plötzlich näherzurücken. Was tat Jesus da? Also Gabe sah es, sein Hirn realisierte es aber schaltete einfach nicht so schnell wie sonst, weil er mit vielem rechnete, generell aber wohl am allerwenigsten damit, dass er plötzlich Jesus Hand an seinem Rücken zu spüren bekam, sowie in eine, halbe Umarmung konnte man sagen, von diesem gezogen wurde.
Er hielt sogar den Atem an im ersten Augenblick, unter dem Stoff seines Pullovers spannte sich spürbar jeder Muskel an, beinahe wie erstarrt, ob dieser unerwarteten, mitfühlenden Geste, welche den vorlauten Dieb eiskalt erwischte und schockierte.
War ihm ja nicht fremd nur..ungewohnt, daher brauchte sein Verstand wohl einen kleinen Augenblick bis er verarbeitet hatte was hier gerade passierte, bis sein Körper fähig war auch darauf zu reagieren.
Seinem ersten Impuls, der gewesen wäre, Jesus sofort von sich zu stoßen, sowie das Zelt fluchtartig zu verlassen, konnte Gabe gar nicht nachgeben, weil er damit schlichtweg nicht gerechnet hatte, aber vielleicht war es ganz gut so.
Denn dem zweiten Impuls gab Gabe nach, als er den angehaltenen Atem aus seinen Lungen entließ, nach anfänglichen Zögern sich dann aber doch traute, die Hand, die er kurz sogar wieder ein Stück zurückgezogen hatte, beinahe so als habe er sich verbrannt oder die Angst davor, auf Jesus Rücken zu legen und die Finger im Stoff zu vergraben.
Ebenso das Gesicht an dessen Schulter, da nun gänzlich alle Dämme brachen bei Gabe, welcher Jesus sogar fester an sich drückte, ihm aber hoffentlich nicht dabei all zu sehr weh tat, denn Kraft hatte Gabe durchaus und seinen kräftigen, athletischen Körperbau hatte er gewiss nicht nur vom Klettern.
Nur das er daran gerade weniger dachte, eigentlich gar nicht mehr denken wollte in dem Moment, es war so anstrengend immer darauf zu achten, was er tat, wie es wirken könnte, sollte oder eben nicht. Zwar tat er schon was dafür um, unter mehreren Leuten, wie so ein kleiner Macho und Angeber zu wirken, in Wahrheit aber war er von der Sorte, der sich lieber Daheim in ne kuschlige Decke eingehüllt hätte, um nen Film zu gucken, anstatt fett Party zu machen. Natürlich bemühte Gabe sich, wenigstens einen Funken Fassung aufrecht zu halten, nur gelang es ihm nicht, er konnte die Zähne noch so fest aufeinander beißen, bis sein Kiefer zu schmerzen anfing, aber dennoch nicht verhindern, dass ihm ein Schluchzen entwich, ein leises Wimmern, während die Tränen, die sich auf seinen kalten Wangen, schmerzhaft brennend anfühlten und einfach nicht versiegen wollten.
Sein ganzer Körper begann zu zittern, ihm war dabei nicht mal kalt, er fror nicht, es waren viel mehr die Nerven, die blank lagen, dieser stetige Druck, Zwang, jemand sein zu müssen, den er zum Teil nicht mal mehr mag, manchmal schon hasste und das nur um nicht ganz unterzugehen in dieser Welt.
Eigentlich hätte er Jesus auch sofort widersprechen sollen, es war nicht okay, er sollte sich nicht die Blöße geben, hier nicht rumheulen wie ein Mädchen, dass sich den Fingernagel abgebrochen hatte und deshalb die ganze Welt für sie unterging. "I ..feel... like i'm fading..." Selbst seine Stimme wollte ihm in dem Moment versagen, brachte kaum mehr hervor als einen erstickten Laut, während seine Fingerkuppen schon weiß wurden, so fest grub er sie in Jesus Mantel am Rücken. Nichts war okay, kein Stück, vor seinem Dad konnte er nur teilweise seine Gefühle zeigen, wenn überhaupt, und wann er sich das letzte Mal wohlgefühlt hatte, in der eigenen Haut, gar geborgen, konnte er nicht mal mehr sagen. Es gab einfach keinen Lichtblick in dieser Welt für ihn, daher war es leicht in den Schatten zu bleiben, nichts lockte ihn hervor, weil es nichts gab, wofür es sich lohnte mal den Blick zu heben und bislang fuhr er damit ganz gut oder konnte es sich zumindest einreden.
Konnte er ja nicht ahnen, das ein Holy Ninja, mit Shiny Hair und blauen Puppy Eyes daher kam, das Geländer seiner Dachterrasse überwand und sämtliche Mauern, die Gabe über die Jahre um sich herum errichtet hatte, einriss. Und womit?
Mit ein bisschen Mitgefühl, ner Prise Charme und Humor.
Es bedurfte einiger Minuten bis Gabe sich langsam wieder zu beruhigen schien, wohl eher die Erschöpfung zuschlug, weswegen der krampfhafte Griff an Jesus Rücken locker wurde, jedoch nicht von diesem abließ, vielleicht auch, weil es ziemlich kalt war und er angenehm warm. Immerhin entspannte sein Körper sich allmählich, sein zuvor stockender, zittriger Atem wurde wieder ruhiger, gleichmäßiger und eigentlich sollte er lieber Abstand nehmen, nur wollte er nicht so recht. Nur ein paar Sekunden, vielleicht eine Minute noch, nahm er sich zumindest vor, sofern es okay war. Den Kopf beließ er an der Schulter von Jesus, Paul, gebettet und drehte ihn nur ein Stück zur Seite, sodass sein Blick auf eine von dessen langen Haarsträhnen fiel. Da lagen ihm gleich wieder blöde Bemerkungen auf der Zunge, doch ausnahmsweise hielt Gabe mal die Klappe, zumal er echt nicht gut in sowas ist, nicht mal eine seiner üblichen Androhungen brachte er über die Lippen.
Dafür hatte er einen Kloß im Hals, sein Mund fühlte sich trocken an und er konnte nicht leugnen, dass es etwas ungemein beruhigendes hatte ...mal nicht allein zu sein. Man konnte sogar fast ein bisschen neidisch werden, auf den Kerl, nachdem Jesus suchte.




@Jesus


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#17

RE: Dachterrasse

in Altenheim 29.01.2020 22:11
von Paul Rovia | 251 Beiträge

Fragte Gabe ihn gerade tatsächlich was ein Maki war? Selbst wenn man kein Liebhaber der Asiatischen Küche war, so kannte doch Jeder Sushi und Maki. Zumindest hatte Jesus das gedacht, weshalb sich ihm prompt eine Frage aufdrängte
„du hast noch nie Maki gegessen? … wie alt warst du als die Welt sich verändert hat?“
Vielleicht war Gabe vor dem Ausbruch der Zombieapokalypse noch zu jung gewesen um Mal rohen Fisch zu probieren? Das würde ihn allerdings überraschen. Zwar ging er davon aus, dass der Savior jünger war als er selbst, schließlich war er Negans Sohn und der war zwar älter aber nicht so steinalt um ein Kind in Jesus Alter zu haben. Also eigentlich schätzte er ihn so um die 30. doch dann sollte er Makis doch schon mal gesehen haben. Aber er wollte nicht darüber werten, denn vielleicht war diese Art der Kulinarik einfach nicht seins.
„Maki sind kleine Rollen, umhüllt mit Seetang, darunter Reis und in der Mitte verschiedene Zutaten wie beispielsweise Gurken, Garnelen, roher Fisch. Eigentlich kann man sie mit allem füllen worauf man Lust hat“
er würde ihm die Kunst des Maki-Rollens ja gerne näher bringen, er als Ninja musste das natürlich drauf haben. Nur leider hatte er seit dem Ausbruch keine Nori-Blätter mehr gefunden, wie man den gepressten Seetang nannte. Aber vielleicht könnten sie ihn selbst trocknen und pressen. Nur ob das so lecker wäre? Aber er fand auf jeden Fall dass Gabe etwas verpasst hatte wenn er niemals Sushi probiert hatte. Und generell schien er kulinarisch sehr genügsam zu sein. Wäre ihre gemeinsame Vorgeschichte nicht so kompliziert würde er nicht zögern ihn mal zu sich nach Hause einzuladen, um ihm dort was zu kochen. Immerhin hatten sie ausreichend zu Essen, natürlich eingeteilt in Rationen. aber da sie gewisse Dinge selbst herstellten gab es zurzeit keinen Engpass und es wäre kein Problem mal einen Gast einzuladen. Vielleicht wenn sie niemandem sagten wer Gabe war, allerdings wäre das Risiko hoch, dass sich vielleicht doch jemand an ihn erinnerte. Aber er könnte ja mal etwas kochen und dann einfach zu ihrem Treffpunkt mitnehmen. Sofern aus dieser Begegnung wirklich so etwas wie Freundschaft entstehen würde. Das wusste Jesus jetzt noch nicht aber er hatte irgendwie so ein Gefühl, dass er Gabe wirklich gut finden könnte.
„Nicht wenn ich dich vorher segne“
Erwiderte Jesus ebenfalls scherzend auf seine Furcht davor eine Kirche zu betreten. Das Problem wäre es wohl eher wieder lebend raus zu kommen wenn er die Orgel betätigte und so ziemlich jeden Beißer in der näheren Umgebung damit anlockte. Wäre besser wo ein E-Piano mit Kopfhörern zu finden. Aber diese Wahrscheinlichkeit war leider ziemlich gering.
Oh ganz toll, er hätte das mit dem Musiklehrer nicht erwähnen sollen. Nun ging es auf Jesus Kappe wenn plötzlich Instrumente aus dem Cottage verschwanden.
„Er behandelt seine Instrumente wie Babies. Und du willst doch keine Babies klauen richtig?“
außerdem würde Jesus sie dann einfach wieder zurück klauen damit kein Unglück passierte. Das könnte noch lustig werden, Gabe klaute und Jesus wäre damit beschäftigt die Dinge ständig wieder zurück zu stehlen bevor es jemand merkte. Naja jeder brauchte ein Hobby richtig?
„wenn du mich tatsächlich begleitest, vielleicht bekommen wir ja noch die Möglichkeit dazu“
wenn sie wirklich für eine gewisse Zeit einen gemeinsamen Weg gehen würden, dann fänden sie ganz sicher irgendwo eine Gitarre oder ein anderes Instrument, genau wie einen Moment wo sie zusammen singen konnten. auch wenn Jesus wusste, dass er kein Rockstar war, er hatte einfach unglaublichen Spaß daran.
„Wie hat dein Dad reagiert wenn er dich dabei erwischt hat?“
fragte Jesus nach, weil ihn interessierte wie Negan vor all dem Wahnsinn drauf gewesen war. Hatte er seinem Sohn eine Ohrfeige verpasst? hatte er ihn angeschrien? ihm Hausarrest erteilt oder Schlimmeres? war schwierig sich vorzustellen wie er einfühlsam auf ihn eingeredet hatte, selbst wenn Negan damals auch Carl kein Haar gekrümmt hatte. aber als richtig guten Vater konnte er sich ihn trotzdem nicht vorstellen.
„hm, warte..“
Jesus fasste in eines der kleineren Fächer seines Rucksackes und zog plötzlich ein altes Päckchen Kaugummi heraus, er hatte es vor kurzem gefunden und es war tatsächlich mit Wassermelonen-Geschmack, weshalb es das Mindeste war was er Gabe als kleines Gastgeschenk geben konnte.
„waren es vielleicht diese hier? hab ich in einem alten Automaten gefunden, der noch nicht vollständig geplündert war“
er hielt sie ihm entgegen damit er sie nehmen konnte. Jesus brauchte sie nicht unbedingt, aber alles was gefunden wurde wurde natürlich eingepackt. Vielleicht auch genau aus solchen Gründen, um jemand anderem eine Freude machen zu können.
„Das erste was ich geklaut habe war eine Portion Wackelpudding als ich 6 war. Meine Eltern starben, da war ich gerade mal fünf Jahre alt. Deshalb wuchs ich in einem Waisenhaus auf. Kein besonders schöner und kinderfreundlicher Ort damals. Wer sich nicht zu benehmen wusste, bekam eines auf die Finger und ihm wurde der Nachtisch gestrichen. Allerdings habe ich es schon damals als ungerecht empfunden, dass mir der Nachtisch weggenommen wurde, nur weil wegen meiner Eltern geweint habe oder wütend war wenn jemand Witze über sie machte. Also begann ich damit mich selbst um meinen Nachtisch zu kümmern als die Erzieher schliefen. Anfangs tat ich das nur für mich.. da dieser Pudding für mich mehr bedeutete als bloß eine süße Mahlzeit. Ihn zu stehlen fühlte sich damals an wie ein Stück Gerechtigkeit das ich mir durch meine Taten zurück holen konnte. Anfangs hatte ich viel Streit mit den anderen Kindern in unserem Waisenhaus aber irgendwann haben wir erkannt, dass nicht wir der Feind sind. Sondern die Erzieher, die noch sehr steinzeitliche Methoden anwandten, um uns zu erziehen. Weshalb es mir irgendwann gelungen ist alle Kinder dazu zu bringen sich zu verbünden, zusammen zu halten und einander zu helfen. Und so kam es.. das ich bald täglich Nachtisch oder andere Dinge klaute, für unsere Gemeinschaft.“
Sie hatten doch nichts und dann wollten die Erwachsenen ihnen, nur um ihre Macht zu beweisen und sie zu züchtigen, auch noch die wenigen guten Dinge weg nehmen, die sie besaßen. Wie beispielsweise ihren Nachtisch oder ihr Spielzeug. Das konnte Jesus einfach nicht zu lassen und diese Zeit hatte ihn so sehr geprägt, dass er auch heute noch alles tat, um die Menschen zusammen zu führen, statt sich mit anderen zu bekriegen. Sie alle waren Menschen und sie alle lebten auf diesem Planeten. Also wieso war es so schwierig an einem Strang zu ziehen?
Jesus war tatsächlich schon ein paar Jährchen älter als Gabriel. Aber für ihn spielte das eigentlich keine Rolle. Klar wirkte er manchmal in seinen Bewegungen oder seinem Verhalten noch ein bisschen kindlich aber er war ein erwachsener Mann. Und seine mitunter etwas unbeholfene Art fand Jesus eher süß als abschreckend. Das er etwas jünger war zeigte sich aber auch schon dadurch, dass er offenbar noch nie eine Beziehung geführt hatte oder noch nie verliebt war oder gar wusste was seine Vorlieben waren. Er hatte noch einen langen Weg vor sich bis er wirklich wusste was er wollte wie es schien.
Natürlich war es schrecklich diejenigen zu verlieren, die einem wichtig waren. Das war auch für Jesus ein Grund wieso er etwas länger brauchte, bis er jemanden an sich heran ließ. Aber es nicht zu tun war einfach keine Option für ihn. denn dann wäre das Leben viel zu leer und trostlos. Er brauchte diese sozialen Kontakte, um aufzublühen. Denn was wäre das Leben wert wenn man niemanden hatte, mit dem man es teilen konnte? Da nahm er auch das Risiko in Kauf die Person irgendwann zu verlieren. Selbst wenn in dieser Welt der Schmerz meist länger andauerte als die schönen Momente. Doch auch Erinnerungen waren kostbarer denn je. Und wenn man keine Erfahrungen machte, gab es auch keine Erinnerungen, die einen nachts warm hielten.
Natürlich fand Jesus es schrecklich ohne Eltern aufgewachsen zu sein, doch manche Dinge machte es auch einfacher. Er hatte sich nie Sorgen darüber machen müssen, ob sein Outing sie vor den Kopf stoßen würde. Ob es irgendwen gab, der ihn deswegen enterbte. Er konnte einfach dazu stehen was er fühlte und für wen er es fühlte und wer ein Problem damit hatte, der musste sich ja nicht mit ihm abgeben. Auf der anderen Seite war es natürlich auch traurig, da er seine Partner nie seinen Eltern vorstellen konnte und seine Freuden mit ihnen teilen konnte. Es hatte eben alles seine Vor- und Nachteile. Aber es gab Nächte da vermisste er sie schrecklich, selbst wenn er sich kaum noch an sie erinnerte.
Jesus empfand Gefühle nicht als Schwäche. Aber genau das machte wohl auch den Unterschied aus wie bei den Saviors geherrscht wurde und wie es damals in Hilltop ablief. Sie wurden lange Zeit von den Saviors unterdrückt ja, dennoch hatte Jesus seine Leute nie als schwächer empfunden. Ganz im Gegenteil, sie waren einfach klug genug zu erkennen, dass sie manche Situationen alleine nicht lösen konnten. Und das war eine positive Eigenschaft und kein Zeichen von Schwäche.
Genauso wenig empfand er Gabes Reaktion nun als Schwäche. Es wirkte einfach nur so als hätte er schon sehr lange Zeit niemanden gehabt mit dem er ehrlich reden und sich ihm anvertrauen konnte. Dabei war das doch so ungemein wichtig, hätte er diese Möglichkeit nicht würde Jesus daran zu Grunde gehen. Es wunderte ihn also nicht das Gabe am Rande der Verzweiflung stand, so ganz allein, nicht wissend wohin mit sich in dieser Welt. Wo sein Platz war, das er sich stets verstellen musste und dabei schon fast vergessen zu schien wer er eigentlich wirklich war. Natürlich wusste Jesus nicht wie Gabe nun auf seine Berührung und sein Handeln reagieren würde. Es könnte ohne weiteres sein, dass er ihm einfach die Faust ins Gesicht schlug, ihn als Schwuchtel oder Weichei bezeichnete und ihn von sich stieß. Mit all dem rechnete Jesus, doch es war ihm egal. Sollte das der Fall sein würde er es ertragen und akzeptieren. doch im Moment dachte er gar nicht so viel darüber nach, sondern handelte einfach instinktiv. Da er hier einen jungen Mann sah, dem es nicht gut ging und der dringend jemanden brauchte, der ihm Trost spendete. es war für ihn also selbstverständlich, dass er ihm half. selbst wenn sie sich erst vor wenigen Augenblicken kennen gelernt hatten, Jesus konnte es fühlen wenn er zu jemandem eine Verbindung hatte. und bei Gabe war dieses Gefühl vom ersten Moment an da gewesen, weshalb er auch nicht zögerte bevor er ihn halb in die Arme nahm. Und offenbar lag Jesus richtig mit seiner Vermutung, Gabe hatte es dringend nötig seinen Gefühlen endlich einmal wieder freien Lauf zu lassen. Er würde schon sehen, danach fühlte er sich besser, wieder etwas freier. Zumindest Jesus fiel in solchen Momenten stets eine immense Last von seinem Herzen. Als er nun wirklich anfing bitterlich zu weinen fuhr Jesus mit seiner Hand weiterhin beruhigend seinen Rücken entlang, auch hoch zu seinem Hinterkopf, wo er ihm etwas durch sein kurzes Haar streichelte. Ja, es mochte für Außenstehende eine befremdliche Vorstellung sein sich bei einem völlig fremden so fallen zu lassen und sich plötzlich so nahe zu sein, für Jesus war es aber einfach nur menschlich und gut.
Jesus nahm nun auch eine der Decken und zog sie über Gabe und sich, selbst wenn das Zittern nicht von der Kälte kam, Wärme war dennoch gut, um sich wieder zu beruhigen. Jesus selbst schloss ja ebenfalls die Augen während er ihn einfach nur fest hielt und durch seine Haare fuhr.
Gabe schaffte es ja sogar Jesus anzuvertrauen was ihn denn so sehr mitnahm, denn offensichtlich litt er sehr darunter jemand sein zu müssen, der er nicht sein wollte und hatte Angst sich selbst in all dem Mist dieser Welt zu verlieren. Weshalb Jesus kurz Inne hielt, ein klein wenig Abstand zu Gabe gewann, um seinen Kopf ein Stück anheben und ihm in die Augen sehen zu können
„Du hilfst mir bei meiner Suche und ich werde dir helfen wieder zurück zu dir selbst zu finden, in Ordnung?“
Denn Gabe war noch nicht verschwunden. Jesus war sich sicher, dass der echte Gabe noch irgendwo da drinnen war, begraben unter vielen Masken und Schichten der Lüge und des Selbstschutzes. Aber er würde ihm dabei helfen sich davon zu befreien, einen Weg zu finden wie er er selbst sein konnte ohne deswegen in dieser Welt unter zu gehen oder am unteren Ende der Nahrungskette zu landen. danach ließ er aber auch wieder von seinem Kinn ab und schloss ihn wieder in die Arme. Denn sie würden nicht mehr heute damit beginnen daran zu arbeiten.
Jesus Atmung war sehr ruhig und gleichmäßig, fast schon beruhigend konnte man sagen. Und nachdem Gabe endlich alles raus gelassen hatte, schien auch sein Körper wieder langsam zur Ruhe zu kommen. Natürlich hätte Jesus jetzt von ihm ablassen können aber wieso sollte er? es war schön warm in seiner Nähe und wenn Jesus ehrlich war, dann brauchte er diese Umarmung genauso sehr wie Gabe. Geredet hatten sie für heute jedoch genug, sie beide brauchten dringend ein wenig Ruhe, weshalb Jesus einfach weiterhin in dieser Position mit Gabe verweilte, dabei die Augen schloss und irgendwann friedlich einschlief.

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#18

RE: Dachterrasse

in Altenheim 30.01.2020 19:11
von Arthur Winchester (gelöscht)
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"Ich war ...15 als die Scheiße losgegangen ist,... also doch kaum älter als du?" Könnte ja sein das Jesus vielleicht aus nem gut betuchten Haus kam, weswegen er solch feinen Kram, wie Sushi oder Maki, zu essen bekommen hatte, während Gabe gerade mal den Unterschied kannte zwischen einem Schnitzel und einem Steak. Für ihn klang Sushi nach gehobener Küche, das war doch das Zeug, was sich die ganzen Anzugträger reinpfiffen oder irgendwelche Hipster, die sich für so mega einzigartig hielten, da sie ja so gar nicht Mainstream sind oder viel mehr waren. Nach wie vor ging Gabe auch davon aus, dass Jesus und er in etwa gleich alt seien, schließlich sah er jung aus, was sicher nicht nur seinem shiny Hair zuzuschreiben war, sondern wohl auch der Tatsache, dass er sich körperlich ziemlich fit hielt.
Das Jesus aus dem Stegreif erklärte, was Maki ist, ließ Gabe schon etwas verdattert drein schauen, rümpfte aber sogleich die Nase etwas bei der Beschreibung dieser Speise. "Gurke ist okay aber der Rest, ....bah, hab nie verstanden, warum man gerne rohen Fisch isst. Schmeckt doch nach nichts." Man ahnte es vielleicht schon aber Gabe wäre eher in ein Steakhouse, anstelle einer Sushi-Bar gegangen, wenn er die Möglichkeiten gehabt hätte aber um ehrlich zu sein, er konnte nicht beurteilen ob Maki schmecken würde. Er hatte es nie probiert und um die Ecke, den nächsten Baum links, gabs auch keinen Japaner, der mal eben welches machen könnte. Schade eigentlich, denn neugierig genug wäre er auf jeden Fall, um seinen kulinarischen Horizont zu erweitern, aber selbst Jesus konnte die benötigten Zutaten wohl nicht herbeizaubern. Schade eigentlich.
Hm, no risk, no fun hieß es doch, nicht wahr?
Für eine gute Mahlzeit würde Gabe wohl einige Gefahren in Kauf nehmen oder auch nicht, gewitzt, gar dreist genug, war er ja um sich ins Cottage zu schleichen, um was zu stehlen. Wenn Jesus nicht aufpasste, hatte er wirklich eines Tages die diebische Elster auf seinem Fensterbrett hocken, allerdings wohl eher des Nachts als tagsüber. Jedoch grinste Gabe noch breiter als Jesus fragte, ob er Babys stehlen würde. "Ich klaue alles."
Ob Instrumente oder Babys, who cares! Er konnte seinem Zwang nicht viel entgegensetzen, zumal ein echtes Baby eher lästig wäre, laut, was soll er damit? Aber Instrumente, das ist wiederum was ganz Anderes, weshalb Jesus womöglich noch bereuen würde, diesen Musiklehrer angesprochen zu haben. Für Gabe wäre es nicht mehr als ein Spiel, was er wohl derbe lustig fände, sollte er aus dem Cottage stehlen, nur damit Jesus dann die Sachen zurückklaute. Würde sich am Ende wohl die Frage stellen, wer von beiden hatte die größere Ausdauer, um das lange durchzuziehen? Der hibbelige Dieb würde es auf jeden Fall austesten wollen, zumal sein Kampfgeist garantiert geweckt werden würde, schließlich war Jesus auch ein professioneller Dieb, wenn man so will. Klar würde er da gerne wissen, wer von ihnen der Bessere ist.
Man konnte Jesus natürlich den Vorteil zuschreiben, er machte das vermutlich länger als Gabe, auf der anderen Seite war der Jungspund durchweg damit beschäftigt anderen die Taschen zu leeren oder gar die Hosen vom Leib zu klauen. Wie von Zauberhand, Talent und das nötige Geschick konnte er demnach auch vorweisen. Jedoch nahm er nicht an, dass es Jesus interessierte, wie sein Dad darauf reagiert hatte, sobald er Gabe ertappte. Was er immer tat, bis heute! Was mega frustrierend war, für dessen Sohn aber zugleich anspornte, noch besser zu werden, bis er irgendwann seinen Dad bestahl, ohne das dieser es merkte. Jeder brauchte irgendein Ziel vor Augen, oder nicht? Mehr oder weniger. Klar überlegte Gabe, ob er das sagen sollte oder nicht, entschied sich aber in dem Fall sogar mal dafür, aus Gründen.
"Naja, solange ich nur Bonbons gemopst habe war es nicht weiter wild, ....die Predigten kamen erst als ich anfing den Leuten die Börsen, Uhren, Schmuck, solchen Kram halt, zu stehlen oder ne Karre. Da wurde auch Dad dann mal lauter aber ...er hat nie die Hand gegen mich erhoben, wenn du darauf anspielen solltest. Vielleicht ist er nicht Ehemann oder Dad des Jahres, weder damals, noch heute aber ....seinen Job als solchen hat er nicht so übel gemacht. Früher war er mein Vorbild, ...zugleich mein Ansporn, ich wollte besser sein als er ...und im Sanctuary, da hat, es ihn nicht groß geschert, wem ich die Taschen geleert hab. Wichtig war nur, dass ich ihm seine Sachen brav zurückbringe."
War er gewillt ein wenig Preis zu geben und zuckte anschließend mit den Schultern, sein Dad war nicht der beste Dad der Welt aber auch nicht der Schlimmste, Gabe wusste, er tat sein Bestes, zumal er es seinem Vater auch nicht immer leicht machte. Es gab vieles was er von ihm gelernt hat, wo er sehr nach ihm schlug vom Wesen oder Verhalten her, er musste wohl nicht erwähnen, dass er lieber den Mann zurück haben wollte, der er früher gewesen ist, bevor diese Welt seinen Dad so gravierend beeinflusst, als auch verändert hatte. Nicht zwingend zum positiven, leider.
Ein wenig verwundert beobachtete er wie Jesus in seinem Rucksack zu kramen begann, da kribbelte es prompt in den flinken Fingern des Diebes, der am liebsten gleich das Teil an sich reißen wollte, nur um Alles zu durchwühlen, in der Hoffnung was Gutes zu finden. Allerdings konnte er sich gerade so noch beherrschen, was sich offenbar sogar für ihn lohnte, denn was Jesus hervorholte, hatte Gabe ewig nicht mehr gesehen. "F-für mich?" Gabe traute seinen Augen kaum, nicht nur das Jesus Kaugummi dabei hatte, der zwar steinalt sein musste aber who cares, nein er schenkte ihm die kleine Packung sogar? Einfach so? Kurz gezögert, schnappte er sich die Packung dann aber doch und fing ein bisschen zu grinsen an. "Danke.." Ein paar Manieren hatte er ja schon mit auf den Weg bekommen, außerdem hatte ihm ewig Niemand mehr was geschenkt, weshalb diese Geste an sich schon Bände sprach. Jedoch verstaute er den Kaugummi, den gönnte er sich später und würde ihn sich einteilen, erst Recht weil er auf die Geschmacksrichtung Wassermelone total abfuhr früher, wie auch jetzt scheinbar noch.
Nebenbei erfuhr er ja auch wann Jesus mit dem Diebstahl anfing, wobei das anfänglich, freudige Grinsen, sehr schnell aus Gabes Gesicht entschwunden war und er mitfühlend zu dem Holy Ninja sah. Er hatte nicht erwartet so ne Story erzählt zu bekommen, wobei er ehrlich gesagt nicht wusste, was er für eine Vergangenheit erwarten sollte bei jemandem wie Paul. Gabe konnte zumindest mehr Zeit mit seiner Mum verbringen, ehe sie starb und bis heute blieb ihm zumindest sein Dad erhalten, während Jesus wohl Niemanden so wirklich hatte, der auf ihn aufpasste. Scheinbar übernahm er diese Rolle beizeiten und kümmerte sich um die anderen Kids, nein, dass wiederum überraschte Gabe nicht wirklich, scheinbar hatte der Langhaarige immer schon sein Herz am rechten Fleck und wohl eine fürsorgliche Ader. Kein Wunder warum die Leute ihn Jesus nannten, ob er den Spitznamen schon vor dem Ausbruch gehabt hatte? Gabe könnte fragen, meist tat er das auch, ohne drüber nachzudenken aber die Zeit davor war ..anders.
Es gab Themen die sprach er nicht an und vor allem die Älteren hatten weit mehr verloren, als Gabe, der war ein halbes Kind als der Mist losging, sowie schneller dazu fähig sich anzupassen, klar trauerte er auch einigen Sachen hinterher. Computerspielen zum Beispiel, die Möglichkeit einfach ein heißes Schaumbad nehmen zu können oder ...Süßkram an jeder Ecke zu kriegen. Na ja und es war unwahrscheinlich, dass er jemals einen Hund haben würde, selbst wenn er Einen finden würde, der nicht verwildert ist, hätte er keinen Verwendungszweck dafür, weil er die meiste Zeit auf Bäumen oder Gebäuden verbrachte, als am Boden. Davon ab, dass es nur eine Rasse gab die Gabe früher haben wollte. Einen Mops. Er liebte Möpse! Also die Hunderasse!!
Daraus würde zwar nie etwas werden aber er hatte seinen Kauz, der mega cooles Owl-Fu beherrschte. Sowie Gabe nicht dafür verurteilen würde mal ein paar Gefühle zu zeigen, schließlich konnte er das bei Tieren, da fiel es aber Leuten wohl auch generell leichter etwas aus sich heraus zu kommen, diese verurteilten einen schließlich nicht, sie lügen und betrügen nicht, sie akzeptieren dich so wie du bist. Weswegen HootHoot sicherlich vieles zu erzählen hätte über Gabe, doch der kleine Kauz konnte nicht mehr als einen kurzen Laut von sich geben, als dessen gelbe großen Augen zu seinem Besitzer und Jesus blickten.
Der zu überrumpelt war, um sich zu sträuben und am Ende, unverkennbar, eine Umarmung bitter nötig hatte, vielleicht fiel es ihm auch deshalb leichter, weil Jesus, trotz allem, einen gewissen Abstand zu all den Dingen hatte.
Den Holy Ninja kannte Gabe früher nur vom Sehen her, selbst wenn er gedurft hätte, wäre er wohl nie über seinen Schatten gesprungen und hätte diesen angesprochen, schließlich waren die Saviors die Wölfe, die Leute von Hilltop die Schafe. Kein Wolf schließt Freundschaft mit einem Schaf, dieser Mentalität beugte er sich, widerwillig. Er wusste es halt nicht besser und jetzt? Jetzt hatte er eigentlich keinerlei Grund mehr, um sich an diese Regeln zu halten, aber man wurde alte Gewohnheiten wohl nur schwerlich wieder los, diese Hürden im Kopf hatte Jesus wohl weniger, nur war der auch ein kleines bisschen länger auf der Welt als Gabe, den Anstelle von roher Gewalt eher Mitgefühl schockierte.
Dabei fühlte es sich gar nicht so schrecklich an, wie er es sich einredete, einfach mal im Arm gehalten zu werden, alles raus zu lassen und dafür nicht verurteilt zu werden von Anderen. Gabe hätte bei jemand Anderen womöglich auch feindselig reagiert, dem ersten Impuls nachgegeben, anstelle des Zweiten, der zuließ, dass er etwas seelischen Ballast loswerden konnte, indem er die Tränen nicht zurückhalten musste. Die warme Decke, die Jesus über sie zog, spendete zusätzlich wohlige Wärme und gänzlich leugnen konnte Gabe es wohl nicht, dass es sich ganz angenehm anfühlte, als Jesus von seinem Rücken hinauf wanderte mit der Hand, wo er ihm stattdessen durchs Haar strich. Was leider nicht so schön shiny oder lang war wie das von dem guten Samariter, allerdings würde Gabe der Stil an ihm selbst auch null gefallen. An sich war es ihm auch so schon unangenehm genug überhaupt zu weinen, wofür er sich später wohl in Grund und Boden schämen würde oder einfach so tat als wäre das niemals passiert. Verdrängungen fiel ihm halt leichter als die Auseinandersetzung bei solchen Dingen.
Nur konnte er nicht mal wirklich den Rückzug antreten in diesem Moment, denn das hieße sich der kleinen Umarmung zu entziehen, die an sich guttat, dennoch schluchzte er auf, presste aber sogleich die zittrigen Lippen fest aufeinander, sodass sie nur noch eine schmale Linie ergaben als Jesus, nur etwas, Abstand nahm und sein Kinn ein Stück anhob. Eigentlich spielte es doch eh keine Rolle mehr ab dem Punkt, also könnte Gabe sich gänzlich geschlagen geben, anstatt sich Gedanken darüberzumachen, was in dem Kopf des Anderen vor sich ging, als er diesen aus glasig grünen Augen ansah wie ein hilfloser Welpe, der weder vor noch zurückkam und noch weniger verhindern konnte, dass ihm weitere Tränen über die Wange liefen. Nen Mucks bekam er zwar nicht raus, doch auf Pauls Vorschlag hin, nickte Gabe etwas zögerlich, dabei spielte es nicht mal eine Rolle ob dieser seine Worte ernst meinte, ob sich irgendwas ändern würde aber es war einfach tröstlich. Ebenso das ihm gestattet wurde noch ein wenig länger so zu verweilen, auch nachdem er sich langsam wieder gefasst hatte, dafür aber einfach nur fertig war, als wäre er einen Marathon gerannt, fühlte er sich einerseits ein wenig leichter ums Herz aber zugleich auch erschöpft.
Nicht weiter verwunderlich, wenn er da sogar einschlief, den Kopf an Pauls Schulter ruhend, während die Decke, sowie die Nähe zueinander für ordentlich viel Wärme sorgte, während es draußen vor sich hin schneite. Im Laufe der Nacht drehte Gabe sich jedoch, in gewohnter Manier, wieder zurück auf den Rücken und zog sein göttliches Kuscheltier automatisch etwas mit sich, schlang die Arme sogar fester darum, nur damit die Wärmequelle noch etwas länger blieb.
Als der nächste Morgen graute wurde Gabe auch nur wach, weil ihm eine verdammte Haarsträhne die Nase kitzelte, weshalb er sich diese energisch im Halbschlaf rieb, sowie erst das eine, dann das andere Auge öffnete, wenn auch nur einen Spalt breit, weil es erst dämmerte. Er hatte ja keinen geregelten Tagesablauf, weshalb er so lange schlief bis er ausgeruht war, sofern er nichts Interessantes entdeckt hatte, was er am nächsten Morgen auskundschaften wollte und daher die innere Unruhe, die Neugierde überwog. Gähnend hob er die Hand, rieb sich die Augen, bis sein Blick auf das Shiny Hair fiel, was definitiv nicht ihm gehörte und plötzlich weitete er vor Schreck die Augen, die Decke angehoben, spähte er lieber mal drunter aber ihre Klamotten hatten sie noch an. Einen winzigen Augenblick lang war er nicht sicher, sollte er froh oder traurig, ob dieses Umstandes sein.
Woraufhin ihm prompt schrecklich warm wurde, es war ihm, nun wo sein Kopf in die Gänge kam, sowie den gestrigen Abend Revue passieren ließ, unglaublich peinlich, dass er geweint hat wie ein Schlosshund ...vor Jesus.
Ihm kroch die Hitze nicht nur in die Wangen, sondern überall hin, weshalb er gar überlegte die Decke wegzuziehen, allerdings bekam er Herzklopfen, als er zu Jesus sah, sowie nicht wusste, sollte er sich jetzt bewegen oder lieber nicht? Fast schon Hilfe suchend legte er den Kopf etwas zurück, schaute zum Nest von HootHoot, der darin hockte und friedlich schlief, nun wo Gabe munter wurde, gönnte sein Kauz sich den ersehnten Schlummer. Er war zwar teilweise tagaktiv aber immer noch eine Eule. Abgesehen davon wäre ihm sein Eulchen wohl auch keine sonderlich große Hilfe im Moment, zumindest innerlich war er erleichtert darüber, dass seine Hand brav am unteren Rücken von Jesus verweilte, nicht das ihm noch irgendwer vorwerfen würde, er nutzte irgendwas schamlos aus. Er ist ja nicht sein Dad.
Wobei sollte er die Hand lieber wegnehmen? "Okay....keine Panik..." Flüsterte er ganz leise zu sich selbst, er machte sich nur unnötig verrückt, ganz bestimmt, weshalb er die andere Hand über seine Augen legte, diese sogar neuerlich schloss und tief durchatmete, um etwas runterzukommen. Was er nicht sah, konnte ihn nicht beunruhigen, nervös machen oder gar aus der Fassung bringen, weshalb es ihm tatsächlich manchmal half sich die Augen einfach zuzuhalten. Die aufgetretene Anspannung ließ auch langsam wieder nach, ließ ihn sich sogar entspannen und seine Atmung wieder gleichmäßiger, ruhiger werden. Schließlich war alles halb so wild, immerhin überlebte man im Winter erfolgreicher, vor allem Nachts, wenn man sich zusammen raufte, halt ..kuschelte.
Nein, er musste einen anderen Begriff dafür finden, weil er sonst gleich wieder die Krise bekommen würde und das lag wahrlich nicht an Jesus, ok irgendwie schon aber aus anderen Gründen.
Die Finger über den Augen leicht gespreizt, spähte er auch zu dessen Shiny Hair, was wirklich verlockend wirkte, es sah so schön seidig, glänzend und weich aus, sodass man es einfach anfassen wollte, aber Jesus hatte selbst gesagt, er ist keine Ziege im Streichelzoo, weshalb Gabe seine unruhigen Finger sogar im Zaum hielt. Stattdessen wartete er einfach, denn wecken wollte er den Holy Ninja tatsächlich nicht, also blieb er liegen und rührte sich nicht weiter.


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#19

RE: Dachterrasse

in Altenheim 30.01.2020 21:35
von Paul Rovia | 251 Beiträge

Gabe dachte er wäre älter als Jesus? Sah er wirklich so jung aus? Jesus hatte ihn ungefähr richtig eingeschätzt, allerdings musste er wohl Gabes Vermutung etwas zerschlagen.
„Ich war 26. Also ein ganzes Stück älter als du“
aber das spielte für ihn keine Rolle. 9 Jahre Unterschied waren doch nicht die Welt. Heutzutage sowieso noch weniger als damals, denn in dieser Welt mussten die Kinder leider sehr viel schneller erwachsen werden und hatten kaum noch die Chance wirklich Kinder zu sein. Die Kinder lernten bereits in frühen Jahren zu kämpfen, zu schießen, sich zur Wehr zu setzen, weil es notwendig war. die kleine Judith war dafür das beste Beispiel und sie war echt ein taffes Mädchen. Dennoch hatte Jesus manchmal ein bisschen Mitleid mit ihr, denn sie würde so viele Dinge die die alte Welt zu bieten hatte niemals kennen lernen. Genau wie auch Gabe japanisches Essen. Allerdings war Sushi doch keine Kost für feine Leute. Maki gab es an jedem kleinen Asiastand, die waren doch wirklich nicht all zu außergewöhnlich. Aber auch nicht lebenswichtig. Es gab also schlimmere Dinge als nicht zu wissen wie Maki schmeckten.
„deswegen gibt es ja auch Wasabi, eine grüne, ziemlich scharfe Paste, vermischt mit Sojasauce ist das wirklich eine Geschmacksexplosion“
da triefte ihm ein bisschen der Zahn, Wasabi sollte vielleicht noch irgendwo aufzutreiben sein, das hielt sich schließlich ewig und Sojasauce ebenso. Vielleicht sollte er sich mal auf die Suche nach einem verlassenen Asia-Restaurant begeben, irgendwie musste es doch möglich sein die benötigten Zutaten zusammen zu bekommen. Denn es wäre irgendwie schade wenn er Gabe nie zeigen konnte wovon er redete. In der Theorie klang das alles vielleicht nicht aufregend aber in der Praxis war es dafür umso leckerer.
Jesus wusste nicht so Recht, ob er die Bemerkung mit den Babies ernst nehmen sollte. Gabe würde er das allerdings wirklich zutrauen, auch wenn er nicht wie jemand wirkte, der gerne Kinder stahl. aber Jesus würde jedenfalls aufpassen und ihn natürlich sofort verdächtigen sollte etwas aus dem Cottage fehlen! das könnte tatsächlich noch eine ganz amüsante Challenge werden zwischen ihnen beiden.
„Ich habe es ihm nicht unterstellt. Dennoch denke ich, dass die Apokalypse niemanden zu einem völlig anderen Menschen macht, sondern nur Neigungen verstärkt die auch vorhin schon da waren. Aber ich bezweifle nicht, dass er dir ein guter Vater war, wäre er es nicht gewesen, dann hätte er dich nicht so gut hinbekommen“
denn das konnte doch nicht nur der Einfluss seiner Mum gewesen sein. Und Gabe war doch eigentlich ganz gut geraten. So ein paar Eigenheiten hatten sie alle. Aber wer die nicht hatte war seltsam.
„Ja, vorausgesetzt du magst sie immer noch?“
denn nur weil Gabe als Kind Wassermelonenkaugummis gemocht hatte hieß das leider nicht, dass sie ihm immer noch schmeckten. Geschmäcker veränderten sich schließlich und süßen Kaugummi aßen ja doch eher Kinder, weshalb Jesus sich auch noch nicht daran vergriffen hatte. Er wollte damit lieber jemand anderem eine Freude machen und wie es schien gelang ihm das bei Gabe. Was für ihn tausend Mal schöner war als den Kaugummi selbst zu essen. Jesus verlangte dafür auch keine Gegenleistung. Das war eher so ein Ding der Saviors, die ja für alles eine gewisse Bezahlung verlangten. Aber so war Jesus nun mal nicht. Er hätte früher wohl sogar den Saviors einen Teil ihrer Ernte freiwillig gegeben, wenn sie einfach nur nett gefragt hätten.
Ja, vielleicht war Jesus heute so wie er war, eben weil er keine Eltern gehabt hatte. Und sehr schnell selbst die Rolle eines Erwachsenen übernommen hatte, der sich für andere verantwortlich fühlte. Wer weiß wie es gekommen wäre wenn er in einer Familie aufgewachsen wäre? vielleicht wäre er dann egoistischer oder weniger reif, er weiß. Es brachte ihm nichts darüber nachzudenken, da er niemals erfahren würde was unter anderen Umständen aus ihm geworden war. Und dafür das er so früh auf eigenen Beinen stehen musste fand Jesus, dass er sein Leben eigentlich ganz gut auf die Reihe bekommen hatte.
Wieso war es so unrealistisch für Gabe sich um einen Hund zu kümmern? Daryl hatte so gesehen ebenfalls einen. Natürlich hielt er ihn nicht wie einen Haushund aber er war ihm des Öfteren ein guter Begleiter. Selbst wenn ein Hund nicht auf Bäumen schlafen konnte, er konnte es darunter tun, weshalb es ihm doch möglich wäre sich diesen Wunsch irgendwann zu erfüllen. Ob er jedoch einen Mops finden würde war wohl eher zu bezweifeln. Die kleinen Kerlchen hatten wohl nur unwahrscheinlich überlebt mit ihren kurzen Beinchen.
Aber sag niemals nie. Vor wenigen Stunden hatte Gabe wohl auch nicht daran geglaubt heute Nacht in den Armen eines ehemaligen Hilltop Bewohners einzuschlafen, nicht wahr? Das Leben hielt manchmal sonderbare Wendungen für einen bereit. Doch das machte es am Ende wohl auch so spannend und lebenswert.
Jesus empfand es ebenfalls als entspannend Gabe durch sein kurzes Haar zu streichen. Er hatte lange niemanden mehr so berührt. Auch wenn er es nur tat, um ihm Trost zu spenden. Er konnte nicht abstreiten, dass es sich schön anfühlte wie sein weiches Haar durch Jesus Finger glitt. Immer und immer wieder.
Jesus meinte jedes Wort ernst das er zu ihm sagte. Es war nicht das erste Mal, dass er jemanden traf, der das Gefühl hatte sich selbst verloren zu haben. Auch bei ihnen im Cottage gab es schon häufig Bewohner die schwere Sinneskrisen durchmachten oder drohten zu jemandem zu werden, der sie eigentlich nicht waren. Jesus war also fast geübt darin Menschen in solchen Situationen zu helfen. Er hatte einfach immer ein offenes Ohr für sie, was manchmal bereits mehr half als jedes Wort das er sagen konnte. Und so war es im Moment wohl auch bei Gabe. Denn viel sagen musste Jesus nicht und noch weniger brauchte Gabe ihm zu antworten. Die Zukunft würde zeigen, ob er dem jungen Mann in seinen Armen wirklich ein bisschen den Weg weisen konnte oder nicht. Aber er würde es versuchen.
Nun brauchten sie beide aber dringend Schlaf, so zu verweilen war viel angenehmer als würde jeder zusammen gerollt in seiner eigenen Ecke liegen. Denn so stieg die Chance, dass sie sich keine hässliche Erkältung einfingen. Jesus drehte sich automatisch mit, als Gabe sich auf den Rücken rollte, weshalb es nun sein Kopf war, der auf Gabes Brust ruhte, während er halb auf dem Bauch lag. Sein holy hair fiel ihm dabei etwas ins Gesicht aber das störte ihn nicht, er war daran immerhin gewöhnt. Den Arm hatte er automatisch um Gabes Bauch geschlungen und die andere Hand unter das Kissen geschoben.
Am nächsten Morgen fühlte Gabe sich nach dem Aufwachen wohl wie nach einer wilden, durchzechten Nacht. so ein Seelenstriptease schien wohl einen ähnlichen Effekt zu haben wie ein Kater oder Blackout, sonst müsste er nicht kontrollieren, ob sie beide noch Klamotten trugen. Worüber Jesus wohl etwas gelacht hätte, wäre er bereits wach um es zu sehen. Doch er schlummerte noch tief und fest und hatte dem Arm weiterhin um Gabes Bauch gelegt. Erst nach einer guten Stunde erwachte der holy Ninja aus seinem Dornröschenschlaf. Gabes Glück, dass er ihn nicht erst küssen musste damit er wieder aufwachte. Das gelang Jesus auch so. Und er fühlte sich ehrlich gesagt ziemlich erholt nach dieser Nacht. Was seltsam war, denn normalerweise hatte er ein Bett in dem er schlief und eine warme Unterkunft. Und dennoch hatte er geschlafen wie ein Stein. Er öffnete langsam die Augen und selbst er brauchte einen ganz kurzen Moment bis er realisierte wo er war und auf wessen Sixpack seine Hand gerade lag. Allerdings bekam er deswegen keine Panik, sondern hob den Kopf nur ein kleines Stück an, um Gabe mit einem verschlafen wirkenden Lächeln zu begrüßen
„Guten Morgen..“
Er hatte die Augen nur halb geöffnet und obwohl sein Haar so holy war, wirkte es nun ein bisschen unordentlich und fiel ihm teilweise ins Gesicht. Er hatte ja gesagt, auch sein Haar benötigte Pflege und musste täglich gebürstet werden. Selbst Jesus sah nach dem Aufwachen nicht sofort aus wie aus dem Ei gepellt. Aber seine Haarbürste hatte er stets mit dabei. Und wenn nicht reichte es meist auch sich ein paar Mal mit den Fingern durch sein Haar zu fahren, um es ein wenig zu ordnen.
Natürlich wollte er Gabe aber nicht zu nahe treten, weshalb er sich langsam wieder aufsetzte und auch die Hand von seinem Bauch weg zog. Er konnte sich nämlich vorstellen, dass Gabe die gestrige Nacht womöglich etwas peinlich war. Schon interessant, normalerweise kam die Scham am nächsten Morgen nur nach einem betrunkenen One Night Stand. Bei Gabe kam sie wohl durch seinen Gefühlsausbruch. Aber er musste keine Angst haben, Jesus würde ihn nicht darauf ansprechen, da er sich schon vorstellen konnte, dass es ihm wohl unangenehm war, so sehr wie er gestern dagegen angekämpft hatte es nicht zuzulassen.
Das Dach des Zeltes war mittlerweile völlig mit Schnee bedeckt, was wohl auch hieß der Boden war voll davon. Das machte ein Weiterkommen stets beschwerlich, aber früher mochte Jesus Schnee. Heute führte er nur leider zu viel zu vielen Problemen.
„bist du schon lange wach?“
wieso hatte er ihn nicht geweckt? wie lange lag er denn schon da und tat einfach.. nichts? Jesus wusste noch nicht genau auf welche Reaktion von Gabe er sich nun gefasst machen sollte. Gut möglich, dass er ihn, nun wo sein Verstand wieder richtig funktionierte, mit großem Gepolter aus dem Zelt werfen würde, weil er erkannt hatte, dass der gestrige Abend ein Fehler war. Oder aber er reagierte einfach gelassen und erwachsen auf die ganze Sache? Wie dem auch sei, Jesus wirkte alles andere als angespannt oder so als würde er irgendetwas bereuen. Denn das tat er nicht, in seinen Augen war es gut, so wie es war.

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#20

RE: Dachterrasse

in Altenheim 31.01.2020 17:20
von Arthur Winchester (gelöscht)
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"WHAT!?" Gabes Stimme überschlug sich ja fast als ihm die Gesichtszüge entglitten und er Jesus ungläubig anstarrte, mit halb offenem Mund, wie eine Kuh, wenn es blitzt. Der Holy Ninja verarschte ihn doch gerade, oder? War er so viel älter als Gabe? "Duuuuuude...." Da konnte er nicht anders, als sich etwas rüber zu lehnen, ihn ganz langsam, sehr genau, von oben bis unten zu mustern, wobei er auch die Augen etwas misstrauisch verengte. "Du verarschst mich, ..du gehst nicht ernsthaft auf die vierzig zu? Holy fuck ...ich bin geschockt, ich ..ich hätte angenommen du bist maximal drei Jahre älter als ich aber das...damn, wäschst du dir die Haare im Jungbrunnen oder was?" Darauf kam Gabe echt nicht ganz klar, also ihm war es Schnuppe, er war einfach nur baff, weil Jesus echt um so vieles älter war als er selbst, schön der verhielt sich generell wohl auch reifer als der Jungspund. Nur war das bloß die eine Seite der Medaille, im Sanctuary war er immer bitterernst und grimmig gewesen, weil Alles in abfuckte aber das innere Kind hatte Gabe sich dennoch bewahrt. Jesus ja auch irgendwo, er wirkte halt lockerer, machte Scherze, bewegte sich auch nicht wie ein alter Mann, weshalb man Gabe nicht verdenken konnte, dass er bis eben noch glaubte, sie wären in etwa gleich alt. Okay, alt war Jesus in dem Sinne ja auch noch nicht, lag, wie alles Andere auch, eh stets im Auge des Betrachters.
"Wasabi?" Da horchte Gabe auf, neigte den Kopf zur Seite und überlegte kurz, bis der Groschen fiel und er die Augenbrauen anhob, dazu hatte er wenigstens ein Bild im Kopf. "Du meinst Eutrema japonicum, japanischer Meerrettich oder auch Wassermeerrettich genannt, Angehöriger der Familie der Kreuzblütengewächse? Wächst, als Wildpflanze, soweit ich weiß in sumpfigem Gelände am Rand von Fließgewässern in Japan. Tja, ich glaube hier wirst du keinen finden, außer vielleicht mit extrem viel Glück in den früheren Spezialgeschäften, die auch echte Knollen vertrieben haben. Na ja, oder irgendwelches Wasabi-Pulver oder Tuben. ....überrascht?"
Wollte Gabe wissen, der nicht nur mit den Augenbrauen wippte, sondern auch noch dieses spitzbübische Grinsen auf seinen Lippen hatte. Nein, er hatte nie Sushi oder Maki gegessen, kannte aber Wasabi und Sojasauce, außerdem hatte er mal irgendwann aus Langeweile ein Buch über Heilkräuter aus China gelesen, natürlich auf Englisch übersetzt, doch Wasabi galt auch als Heilpflanze im asiatischen Raum. Da war Jesus geplättet, was? Gabe hatte ordentlich was im Kopf aber keinen grünen Daumen, bei ihm würde sogar ein Kaktus aus Plastik sterben.
"Allerdings ist das Zeug derbe scharf, wenn ich mich nicht irre, ...mag kein scharfes Essen. Vertrag ich nicht, ..Magen sagt: Nein."
Haute er raus, den süßen Zahn hatte er sich bis Heute bewahrt und scharfe Speisen vertrug er nicht, dabei fand er gutes Chilly oder Curry echt lecker aber er starb danach tausend Tode. Was ihm wohl ein wenig lieber wäre, als zu hören zu bekommen, dass sein Dad offenbar was richtig gemacht hatte bei Gabe. Er wäre wohl etwas weniger entrüstet, ob dieser Worte, wenn sie nicht gerade von Jesus kämen, der aus erster Hand wusste, welcher Mensch Gabes Dad in dieser Welt geworden ist.
"Schätze, mal ...das ist nen Kompliment? ..." Was sollte er dazu groß sagen, er fand, nicht dass er zu den guten Menschen gehörte aber schlimmer ging wohl immer, sah er ja, wenn er bei seinem Dad rumlungerte oder den Ort auskundschafte, wo Gabe zumindest viel zum Stehlen finden würde. Was den Kaugummi anging, da nickte Gabe nur eifrig, er war noch immer eine Naschkatze, weshalb man mit Süßkram generell punkten konnte bei ihm, außerdem waren seine Geschmacksnerven sicherlich auch mal froh darüber, demnächst was Anderes zu bekommen, als nur gegrilltes Fleisch oder Dosenfraß, sofern Gabe noch fündig wurde in der Hinsicht. Die wenigen Ressourcen, die er dahin gehend noch hatte, neigten sich dem Ende, obschon er gewiss nur einen winzigen Teil vor Ort lagerte.
Hier draußen hatte er sich angewöhnt, großflächig, zu horten wie ein Eichhörnchen, indem er kleine Verstecke anlegte, deren Lage allesamt in seinem Kopf gespeichert waren. Die Meisten befanden sich zudem nicht am Boden, sondern schwer zugänglichen, gar gefährlichen Orten. Also Bitte, Daryl lebte ja wohl kaum auf dem Baum, Gabe verbrachte ungefähr 80% seiner Zeit über dem Boden, sofern möglich und machbar, bewegte er sich von Ast zu Ast, schließlich konnte er gut springen, dass dies auch stets das Risiko barg abzurutschen, der Ast ihn nicht trug und er somit zu Boden klatschte, wie ein graziler Stein, nahm er in Kauf.
Schon als kleiner Stift kletterte er überall rum, er war so oft von wo runtergefallen, hatte sich so oft verletzt, gar die Knochen gebrochen, dass er irgendwann aufhörte zu zählen und was noch wichtiger war, er ließ sich davon niemals abschrecken, sondern stand wieder auf, klopfte den Dreck ab, nur um rasch wieder nach Oben zu klettern.
Gabe war wohl wie eine Mischung aus Katze und Eidechse, da er offenbar überall hochkam, wenn er wollte und mitunter das nötige Werkzeug hatte, selbst er brauchte eine Steigaxt, wenn er vorhaben sollte an einer gänzlich glatten, unversehrten Gebäudewand hochklettern zu wollen.
Wie sollte er da also einen Hund halten? Zumal es Möpse wohl nicht mehr gab, leider.
Ein Wunder das er kein Eichhörnchen hatte als Begleiter, allerdings machten Nagetiere ihn nervös, er aß sie höchsten aber mochte sie nicht, vor allem Hasen, er konnte ihnen nur fünf Sekunden lang beim Mümmeln zusehen, ehe er das Gefühl hatte durchzudrehen. Lag vielleicht daran, dass er selbst von der unruhigen, hibbeligen Sorte war, mit viel zu viel Energie und hohem Bewegungsdrang, nervöse Leute oder Tiere, machten den Zustand nur noch schlimmer bei ihm.
Im Vergleich dazu war Jesus wohl das genaue Gegenteil, der strahlte eine Ruhe aus, welche Gabe gänzlich fehlte, außer er konzentrierte sich beim Bogenschießen aber das tat er auch nicht 24/7. Der Langhaarige hatte ohnehin eine Art an sich, der Gabe wohl mehr abgewinnen konnte, als er zugeben würde, er schien mit sich im Reinen, ausgeglichen zu sein und puschte den unruhigen Dieb nicht noch mit seinem Verhalten, sondern holte ihn stattdessen sogar so weit runter, dass er mal fähig dazu war, seinen Gefühlen etwas freien Lauf zu lassen. Unter anderen Umständen würde Gabe wohl fragen, ob er ihn behalten darf, als sprechendes Baldrian.
Obgleich Jesus ebenso Grund dafür war, dass Gabe, am nächsten Morgen, innerlich schon wieder wie ein Kreisel rotierte, während sein Körper fast die Ruhe selbst zu sein schien, es beruhigte ihn das sie noch Klamotten anhatten, wobei sogar er sich Sorgen machen würde, wenn er nicht merkte, dass er sich auszog!
Womit er tatsächlich kein großes Problem hatte, selbstbewusst genug war er dahin gehend und er hätte gewiss nicht gleich Panik, dass ihn jemand ansprang, nur weil die Person homosexuell war. Dafür war er wohl nicht eingebildet oder Macho genug. Hatte er früher schon nicht verstanden, warum manche Typen nahezu 'allergisch' reagierten, wenn ihnen ein Homosexueller ein Kompliment machte. Hieß ja, nicht dass die jedem nach sabbern, wäre auch strange, zumal ..mal ehrlich, die hatten meist einen verdammt guten Geschmack!
Aber damals war Gabe eh zu jung um sich näher mit solchen Dingen zu befassen, da war er lieber bei den Pfadfindern oder trieb Sport, wenn Roxy mal keinen Bock zum zocken oder Zeit zum Klettern hatte. Er bekam also nicht gleich Panik, weil Jesus den Kopf auf seiner Brust ruhen hatte und seinen Arm um Gabes Bauch geschlungen, tatsächlich war seine größere Sorge, dass sein Herzschlag so verdammt laut war, dass Jesus jeden Moment hochschrecken könnte. Was er nicht tat für ne Stunde vielleicht oder so? Tatsächlich war Gabe kurz davor wieder einzunicken, bis plötzlich Bewegung aufkam, automatisch zog er da den Bauch ein, hielt den Atem in den Lungen gefangen und schob langsam nur die Hand rauf zur Stirn um wieder freie Sicht zu haben.
Erst als diese blauen Augen ihn anschauten, entließ Gabe langsam wieder den Atem, sein Mundwinkel zuckte sogar nach Oben, obwohl er nicht so wirklich wusste, wie er jetzt am besten reagieren sollte.
"..Morgen, ....gut ..geschlafen?" Fragte er immer leiser werdend, es kribbelte schon wieder in seinen Fingern als er Jesus betrachtete, der noch so verpennt wirkte, sein holy Hair, dass ihm ein wenig wirr ins Gesicht fiel, der Blick und dann noch dieses verschlafene Lächeln. Oh Gott, wie konnte man nur so unglaublich süß sein?
Gabe war sogar versucht die Hand zu heben, was er tatsächlich tat, wenn auch unbewusst, nur um Jesus eine seiner wirren, holy Strähnen aus dem Gesicht und hinters Ohr zu schieben, was ihn erst die Augen weiten ließ als er den Blick von Jesus Puppy Eyes zu seiner eigenen Hand lenkte. Als habe er sich verbrannt zog er natürlich sofort die Hand zurück und ermahnte sich innerlich dazu, sowas nicht noch mal zu tun. Jesus ist keine Ziege im Streichelzoo und man fasst Leute nicht einfach ungefragt an, nicht das Gabe fragen würde, das traute er sich ja doch nicht.
"..Sorry." Warf er da auch gleich räuspernd hinterher und wich einen Moment lang aus, indem er rüber zur Seite sah, jedoch nur so lang bis sich Jesus aufsetzte, ebenso nahm er die Hand von Gabes Bauch, den das nicht so sehr gestört hat, eigentlich aber nun wohl kaum sagen würde: Touch me again!
Stattdessen tat er es ihm gleich, setzte sich auf und rieb sich erst mal die Wangen, die ganz leicht erwärmt waren, anschließend boxte er nach oben gegen die Decke des Zeltes, damit sich der Schnee, der über Nacht sich dort angesammelt hatte, auf der glatten Oberfläche runterschlitterte und es zumindest ein bisschen heller wurde. "Nope, nicht wirklich ...warum? Hätte ich einen Termin, den ich deinetwegen verpasse, hätte ich es dich wissen lassen."
Da war es wieder, das freche Grinsen ehe Gabe sich den Pullover auszog, sowie neben sich griff nach dem schwarzen T-Shirt, welches er erst mal entwirren musste und anschließend anzog, nachdem er mal dran gerochen hatte. Wenn er unterwegs war, geriet er eher ins Schwitzen, weshalb er den Pullover nur Nachts trug, außerdem fühlte er sich sonst unnötig eingeschränkt als Bogenschütze, gut, seine Lederjacke hatte er noch aber die schützte besser vor Wettereinflüssen als ein kuschliger Pulli.
"Bock auf Frühstück? ..ich könnt ein ganzes Rind verdrücken aber die wachsen leider noch nicht auf Bäumen, außer ein Tornado fegt übers Land."
Nebenbei griff er zu seinen Stiefeln, zog diese wieder an und stopfte die Hosenbeine rein, er wollte ja nicht beim Klettern oder stehlen irgendwo hängen bleiben, anschließend zog er seine geliebte Lederjacke wieder an, beließ die Kapuze vorerst aber unten und wuschelte sich stattdessen durchs kurze Haar. Das reichte bei ihm ja schon, während Jesus wohl deutlich mehr Aufwand benötigte um seine Mähne zu bändigen, auf diese schaute Gabe auch wieder etwas länger und musste einfach ein bisschen schmunzeln, fast so als warte er darauf das Jesus einmal den Kopf schüttelte, sodass sein Haar im Nu wieder perfekt saß.
"Ich glaube, ich hab sogar noch irgendwo eine Dose mit Tee, ...oder war es Kaffee? ..muss ich nachschauen aber Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit am Tag ...also ...kümmer ich mich mal darum." Weshalb er nach dem Reißverschluss vom Zelt griff, dieses öffnete und den Kopf rausstreckte, den Blick schweifen ließ und prompt wieder einzog, sowie zu machte.
"...ich hasse Schnee."
Brummte er, griff nach seinen beiden Messern und schob sie sich, hinten am Steißbein, wieder unter den Bund seiner dunklen Hose, ebenso nahm er seinen Köcher mit Pfeilen, welchen er an seinem Gürtel befestigte, nur half ja alles nichts, weshalb er doch wieder das Zelt öffnete und hinaushuschte, um sich anschließend ausgiebig zu strecken. Seine Jacke schloss er zumindest bis oben hin, auch sein Halstuch holte er hervor, band sich dieses locker um den Hals und befreite die eingeschneite Feuerstelle erst mal vom lästigen Schnee mit ein paar raschen Handbewegungen. Ebenso nahm er seinen Bogen wieder an sich, befestigte ihn auf seinem Rücken und holte hinter dem Zelt neues Feuerholz, was zumindest abgedeckt war, mit etwas Glück brauchte er dann keine zehn Jahre um dieses zu entzünden.
"Brauchst du irgendwas ...für dein holy shiny Hair oder so?" Fragte Gabe sogar nach, der das Holz schichtete, als auch etwas Stroh, was er noch über hatte, anzündete mit einem seiner verbliebenen Streichhölzer, dieses zwischen das Holz legte, nach unten gebeugt, sowie die Hände schützend um den Bereich gehalten, pustete er ganz sachte. Ein bisschen brauchte es aber die kleine Flamme griff auf das Holz über, was aufgrund der Kälte, erst mal laut stark knackte. Da Gabe auch der totale Selbstversorger hier draußen war, kam es ihm nicht mal in dem Sinn vielleicht Jesus drum zu bitten das Feuer zu entzünden oder dergleichen, zumindest war er kein so übler Gastgeber, oder? Nachdem sich zaghaft das Feuer entzündet hatte, setzte Gabe sich gleich wieder in Bewegung, rutschte wegen dem Schnee sogar aus, fing sich jedoch rechtzeitig, sodass ihm eine peinliche Bruchlandung erspart blieb. "Sagte ich schon, wie sehr ich Schnee hasse?!"


@Jesus


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