Herzlich Willkommen

Ihr wollt unbedingt Spannung, Action oder einfach nur einen Ausklang zu der modernen Welt? Dann seid ihr bei uns genau richtig. Die Welt ist nicht mehr die, die wir kannten. Untote wandeln alleine oder in großen Horden umher. Jedoch sind sie nicht die größte Bedrohung. Nach den Jahren wissen die Überlebenden, wie sie mit diesen umgehen müssen. Die größere Bedrohung sind wohl andere Überlebende, denn Gesetze oder Strafen gibt es nicht mehr. Deswegen haben sich einige zu Kolonien zusammengeschlossen, in denen jeder seine Aufgabe und einen sicheren Schlafplatz hat. Du kannst dich zwischen der Cottage by the Sea entscheiden, eine frühere Ferienanlaga direkt am Meer oder den Anarchy Riders, der Außenposten der Cottage, die in einem Clubhaus leben. Wie wäre es hoch oben in den Bergen in einem mittelalterlichen Dorf zu leben und sich selbst zu versorgen? Im Valley Balar ist es möglich. Als Nomade kannst du hin, wohin du willst und brauchst dich nur um dich kümmern. Vielleicht willst du dich auch dem Bösen anschließen, dann bist du bei der Company sehr gut aufgehoben. Egal wie du dich entscheidest, es wird dein Leben verändern.

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Winter ... Es ist wieder soweit. Wieder einmal müssen wir mit den Tücken des Winters kämpfen. Vorräte sollten weise verteilt werden. Wege sind vereist, also rutscht nicht aus! Ganze Häuser könnten zuschneien. Macht euch auf was gefasst!

❄️ Der Winter ist auch bei uns angekommen, passt es bitte eurem Play an ❄️
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----------------------- Aktuell: 90 Überlebende ----------------------- ---------------------- Cottage Sea: 21 Bewohner ---------------------- -------------------- Anarchy Riders: 25 Bewohner -------------------- ---------------------- Balar Island: 9 Bewohner ----------------------- -------------------- Krasnaya Luna: 10 Bewohner---------------------- ------------------------- Nomaden: 23 Bewohner -----------------------

Dringend gesucht

Walking Dead Charas: Ezekiel, Enid Taylor, Conni, Tara, Henry, Lydia, Eugene, Siddiq, Pamela Milton, Sebastian Milton, Mercer, Maxwell Hawkins Fear the Walking Dead Charas: Madison, Luciana, June, Daniel, Victor, Nick Auch viele Free Gesuche warten darauf, endlich in Empfang genommen zu werden. Auch ohne Serienwissen bist du bei uns gerne willkommen !!!

 

⛄ Bitte lasst uns eine Bewerbung eures Charakters da und wartet auf das Go eines Admins ab, ehe ihr euch in die Registrierung begebt ⛄

An Aus

#1

Earn your keep [Val + Azra]

in Archiv 07.01.2020 00:24
von Alexis Ilex (gelöscht)
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Es war nun beinahe zwei Wochen her, seit der Neue im Dorf war. Er hatte sich recht schnell Skadis Vertrauen geholt unter anderem auch, indem er ihr geholfen hatte sich Matanus genauer anzuschauen, welche sich dieses Jahr einfach zu weigern schien schlafen zu wollen. Nach Vals Erkenntnissen schien der Bärin aber nicht wirklich etwas zu fehlen.
Und heute wollte Azra ihn mal unter die Lupe nehmen. Einen fähigen Veterinär konnte er im Dorf gut gebrauchen, doch er selbst war deutlich skeptischer, als die kleine Skadi es war. Deshalb sollte der Schwede erst einmal beweisen, dass er vertrauensselig war. Azra glaubte grundsätzlich an das Gute im Menschen. Doch er war nicht so naiv, dass er einfach jedem blind vertraute. Natürlich konnte man sagen, dass jemand der Tiere mochte kein so schlechter Mensch sein konnte. Aber ... heutzutage wusste man eben nie. Wenn wer Neues ins Dorf kam, hatte sich Azra angewöhnt diese Person auf Herz und Nieren zu testen.
Und er wusste auch schon wie er das bei dem Neuling anstellen würde. Eines der Fohlen lahmte nämlich nun schon seit einiger Zeit und bisher hatte Azra die Ursache nicht herausfinden können. Er vermutete, dass es vom Huf selbst her kommen könnte und das war tatsächlich etwas, woran er sich ohne Fachwissen nicht so richtig traute. Darüber hatte er bislang auch kein wirklich gutes Buch gefunden. Er wusste, dass es manchmal Abszesse in den Hufen geben konnte ... Aber einfach Wild im Huf herumstochern war dann doch nicht das, was er machen wollte. Das konnte am Ende tragisch ausgehen...
Um Val zu testen, hatte er sich mit ihm beim pferdestall im Dorf verabredet. Aus diesem Grund kam Azra nun auf Akasha, der Schimmelstute, ins Dorf geritten. Er lenkte sie zum Stall, wo er nach dem Schweden Ausschau hielt.
Wenn alles klappte und einigermassen zügig behoben werden konnte, würde Azra ihn später noch mit auf die Jagd nehmen, damit er auch gucken konnte, was der Kerl sonst noch so drauf hatte, wenn überhaupt. Azra war ja grundsätzlich mal immer eher skeptisch.
Beim Stall angekommen schwang er sich aus dem Sattel, nahm die Zügel runter und führ Akasha in den Stall, wo er sie in einer freien Box platzierte. Sattel und Zaumzeug nahm er ihr ab und hängte das Zeug ordentlich hin. Dann blieb er noch rasch in der Box, streichelte Akasha über den Hals und gab ihr eine kleine Hand Voll Hafer zu fressen als Belohnung.

@Valravn Vargström


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#2

RE: Earn your keep [Val + Azra]

in Archiv 07.01.2020 14:40
von Valravn Vargström (gelöscht)
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Noch immer war es ungewohnt für Valravn nicht mehr stundenlang durch die Wildnis zu ziehen, sondern einen festen Platz zu haben, ein Dach über dem Kopf, ein warmes Fleckchen zum Schlafen, sowie ausreichend Nahrung aber vor allem war er eines nicht mehr gewohnt: Menschen. Er lebte schon vor dem Ausbruch abgeschieden, abseits seiner damaligen Praxis, umgab er sich nur mit wenigen, auserwählten Leuten. Doch hier in Balar war es laut, voller Leben, dass was ihn am meisten schockte, war der Umstand, dass es hier auch Kinder gab, die tagsüber herumtollten, lachten oder Unfug anstellten. Die kleine Skadi hatte zudem sein Herz im Sturm erobert, obgleich ihm dieses, jedes Mal aufs Neue, in die Kniekehle rutschte, sobald ihre 'Schwester' Matanus an ihrer Seite war. Der Schwede litt an keiner Bärenphobie, er hasste diese Tiere auch nicht, es war nur dieses prägende Erlebnis mit einem Grizzly, dass seinem letzten Hund das Leben kostete, sowie beinahe auch das Eigene, was jedes Mal beim Anblick von Matanus dafür sorgte, dass die Erinnerungen hochkamen, sowie die alten Narben auf seinem Rücken schmerzen ließen, als hätten die Klauen sie ihm gerade erst in die Haut gerissen. Noch heute hörte er seine eigenen Knochen knacken, das Knirschen als der Bär ihm in die rechte Schulter biss, die ihm seit dem gerne mal Probleme machte und verhinderte, dass er jemals wieder einen Bogen spannen konnte. Seit dem Vorfall musste er gänzlich umsatteln, sowohl bei der Jagd, als auch beim Kampf. Die Narben an seinem Körper waren nicht das einzige Andenken an diese, unliebsame, Begegnung, sein Bärenpelz und die Krallen, die er an einem Lederband um den Hals trug, stammten von der Bestie. Doch um einen Bären, schien er sich diesmal nicht kümmern zu müssen, als man sich mit ihm im Stall treffen wollte. Soweit er wusste war dieser Azra, der offensichtlich nicht innerhalb der Dorfmauern lebte, nicht nur Jäger, sondern auch Besitzer der meisten Tiere im Dorf. Valravn hatte sich zuletzt Ivars Ziegen angeschaut, generell war der Schwede meist an der frischen Luft anzutreffen, sowie bei den Tieren, ob nun die gackernden Hühner, die Ziegen oder im Stall bei seinem eigenen Pferd Sleipnir. Die Tiere schienen sich generell von seinem grimmigen Blick nicht abschrecken zu lassen, ebenso wenig Skadi, wie das mit Azra laufen würde, keine Ahnung.
Valravn war vor Azra bereits im Stall, Sleipnir schien nicht all zu begeistert davon, in einer Box eingesperrt zu sein, weshalb er immer wieder ausschlug, um das Gatter der Box, aus den Angeln zu treten bis der Schwede geholt wurde. An sich ran, ließ der schwarze Hengst derzeit niemanden, dabei war er sonst freundlicher als sein Besitzer aber die Umstellung, plötzlich nicht mehr wild umher zu streifen, schien ihm ebenso schwerzufallen wie Valravn. Der nun seit gut drei Stunden bei seinem Pferd verweilte, sowie auch einen Spaziergang mit ihm durchs Dorf gemacht hatte, früher führte er seine Hunde Gassi, heute eben einen Rappen. Als er das Öffnen des Tores vernahm, stand er in der Box seines Hengstes, der deutlich ruhiger, sowie neugierig über das Gatter seiner Box lugte und so in den breiten Gang des Stalls schaute. Da kam ja nicht nur ein Mann, sondern auch noch eine Schimmelstute mit rein, was der Schwede im Detail zwar nicht bemerkte, jedoch die Hufe auf dem Boden hören konnte, als auch die Schritte der Person. Vorerst striegelte er Sleipnir aber fertig, damit dessen Fell wieder glänzte und gepflegt aussah, endlich konnte er das stattliche Ross sein, was er ist aber wichtiger noch, er war in Sicherheit. Denn natürlich hatte Valravn da draußen immer die Sorge, dass seinem Pferd etwas zustieß oder dieser sich einen doofen Scherz mit ihm erlaubte! Mit dem Striegel in der Hand, schob Valravn sich an seinem Pferd vorbei, öffnete das Gatter der Box und schlüpfte raus auf den Gang, ehe er es hinter sich schloss, sowie prompt den Pferdekopf vor dem Gesicht hatte. Der natürlich an dem ergrauten Haar herumzupfte, sowie den Schweden genervt ausatmen ließ, ein Wunder, dass er überhaupt noch Haare auf dem Kopf hatte, trotzdem hob er die freie Hand und strich Sleipnir zärtlich über die Stirn. Den Kopf zur Seite gedreht, fiel der grimmige Blick des Schweden auf die helle Stute, sowie deren Besitzer, der sie gerade in ihre Box führte. Sleipnir stupste ihn sogleich ein, fast als wolle er ihn auffordern die Beiden zu begrüßen, natürlich wusste der Schwede, dass er sich mit den Leuten arrangieren aber auch von sich überzeugen musste, nur würde er sich wohler dabei fühlen, wenn er wenigstens Eine von seinen Waffen dabei haben dürfte, aber die Regeln waren deutlich, sowie verständlich. Valravn hielt sich auch bislang vorbildlich daran, auch wenn hin und wieder der Gedanke aufkam, wenigstens einen seiner Skalpelle, in gewohnter Manier, im Ärmel versteckt mit sich zu führen. Aber dem gab er nicht nach, seine Chance hier bleiben zu können, wollte er sich nicht verbauen, denn für den Mann aus Skandinavien, war dieses 'Wikinger-Dorf', mit seiner altertümlichen Lebensweise, wie ein Stück Heimat, die er schmerzlichst vermisste.
Leise murrend sah er sein Pferd an, zupfte an den Ärmeln des schlichten Hemdes aus Leinen, das zwar schon tausend Mal geflickt wurde von ihm, doch zumindest seit langem Mal wieder sauber war. Ebenso seine Hose aus Wildleder, die ihm lieber war, als die schwarze Augenklappe über dem linken Auge, es fühlte sich unangenehm an sie zu tragen, das vernarbte Gewebe darunter war jedoch nicht all zu hübsch anzusehen, das wollte er den Kindern im Dorf nicht zumuten. Schließlich straffte Valravn die Schultern, nicht das Sleipnir ihn erneut anstupste, setzte sich in Bewegung und näherte sich der Box, worin die Stute untergebracht wurde. "Ihr seid Azra, nehme ich an?" Brummte der Schwede mit dunkler Stimme leise in Richtung von Pferd und Besitzer, dabei glitt nur flüchtig sein braunes, verbliebenes Auge über den Mann, bevor sein Fokus sich auf das stattliche Tier legte. "Geht es um diese Schönheit hier?" Oder wen sollte der Tierarzt sich Heute genauer ansehen, um zu beweisen, dass er eine Bereicherung für das Dorf und dessen Bewohner wäre, sowohl für die Tiere als auch die Menschen, falls nötig. Valravn fiel der Umgang mit den Kindern im Dorf deutlich leichter, sie waren so unbeschwert, keine wirkliche Bedrohung aber er wusste, wozu Erwachsene fähig sind, zu was er selbst fähig war, weshalb auf beiden Seiten wohl eine gehörige Portion Misstrauen in der Luft lag.

@Azra


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#3

RE: Earn your keep [Val + Azra]

in Archiv 07.01.2020 19:49
von Alexis Ilex (gelöscht)
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Akasha knabberte glücklich den Hafer, den Azra ihr hin hielt. Gleichzeitig streichelte er sie mit der freien Hand. Er liebte dieses Pferd einfach. Sie war unglaublich gutmütig, kaum schreckhaft und ausdauernd. Er konnte sich voll und ganz auf sie verlassen.
Sachte streichelte er durch ihr dichtes weisses Fell. Hier oben in den Bergen war es gut, wenn man sich im Winter ein kuscheliges Winterfell zulegte. Das schien auch Akasha zu wissen. Im Moment glich sie eher einer pummeligen Fellkugel als dem grazilen Pferd, das sie im Sommer jeweils war. Doch das war okay. Er würde sich auch ein Winterfell wachsen lassen, wenn er die Möglichkeit dazu hätte.
Als sie den gesamten Hafer gefressen hatte, knabberte sie an seiner Jackentasche herum, in der Hoffnung, dass er erbarmen mit ihr hatte und ihr vielleicht noch eine Portion gab. Doch Azra war fies und gemein wie immer. Er schob ihre Nase mit einem leichten Lächeln weg. "Nachher", sagte er dabei sanft zu ihr.
In dem Moment hörte er Schritte und schliesslich eine tiefe Stimme, welche ihn ansprach. Ganz höflich und korrekt, was ihn im ersten Moment ein wenig irritierte. HIer waren schliesslich alle irgendwie per du.
"Hm, ja, das bin ich..." Er setzte ein Lächeln auf und reichte dem Kerl die Hand. Er war zwar eher eigenbrötlerisch und introvertiert, doch er gab sich wirklich Mühe nett zu sein, selbst wenn er jemanden noch nicht über den Weg traute. Grundsätzlich versuchte er davon auszugehen, dass alle Neulinge ihr Bestes gaben, um hier aufgenommen zu werden.
"Und nein, zum Glück geht es nicht um sie. Ihr gehts bestens..." Nochmals streichelte er der Stute über die Nase und gab ihr dann sogar einen kurzen Kuss. Erst danach kam er aus der Box heraus, verschloss die Tür und wischte sich die Hände an der Hose ab.
"Es geht um eines der diesjährigen Fohlen. Es lahmt seit ein paar Wochen und ich konnte die Ursache noch nicht herausfinden. Ich vermute, dass es ein Abszess ein könnte..." Während er sprach, winkte er Val mit sich in den hinteren Teil der Ställe, wo die deutlich grösseren Boxen für die Stutenherde mit den diesjährigen Fohlen stand. Sie hatten noch ein angebautes Paddock, konnten also nach draussen.
Azra hatte Seth gesagt, er solle das lahmende Fohlen von der Gruppe abtrennen, zusammen mit der Mutter. Nun standen die zwei auch in einer etwas grösseren Box und das Fohlen, das nun knapp halbjährig war, halste neugierig über die Wand zu ihnen. Azra trat auf es zu und öffnete die Boxentür. Dann griff er nach beiden Halftern, halfterte die Stute und dann das Fohlen an, welches sich das schon halbwegs gewöhnt war. Konnte aber auch sein, dass es den Eingriff der gleich kommen würde nicht so toll finden würde.
Die Stute band er in der Box an, das Fohlen hingegen führte er nach draussen.
"Ich führ ihn dir mal vor...", meinte er zu Val und begann das Fohlen den Stallgang auf und ab zu führen. Erst im Schritt, dann im Trab. Das Fohlen lahmte klar vorne links. Azra blieb wieder bei Val stehen und stellte sich vor das Fohlen, um es am Halfter festzuhalten.
"Und? Was meint der Experte? Eher Gelenkprobleme oder ein Problem mit dem Huf...?"

@Valravn Vargström


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#4

RE: Earn your keep [Val + Azra]

in Archiv 10.01.2020 16:43
von Valravn Vargström (gelöscht)
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Einen Augenblick lang sah Valravn hinab auf die, ihm gereichte, Hand bevor er schließlich mit der Rechten diese ergriff, sowie Azra begrüßte. Der Schwede war das gar nicht mehr gewohnt, hatte aber noch immer einen festen Griff, wobei er natürlich auch darauf achtete, wie jemand die Hand gab. Für ihn sagte das bereits Einiges über die Person aus, außerdem sah er dem jüngeren Mann vor sich eisern in die Augen mit gewohnt grimmiger Miene. Guckte er weg oder hielt er seinem eindringlichen Blick stand? Auch das verriet bereits viel über sein Gegenüber. Eigentlich sollte der Schwede sich aber wohl lieber den Tieren widmen, sowie deren Körpersprache analysieren, anstatt des Besitzer von der weißen Stute aber Valravn konnte nun mal alte Gewohnheit nicht ablegen. Einem alten Wolf bringt man nun mal keine neuen Tricks bei. "Gut zu wissen, hoffen wir, dass die Lady so schnell meine Dienste nicht benötigt." Meinte Valravn jedoch weit freundlicher, als er gerade drein schaute, doch der Ton machte stets die Musik, was er aber viel mehr wegen der Stute so handhabte und weniger wegen Azra, dessen Hand er auch wieder freigab, sowie einen Schritt zurückging, damit dieser gänzlich aus der Box treten konnte. Dieser erzählte ihm auch sogleich wer denn sein Patient sein würde, nicht die Stute, sondern eines der Fohlen, die dieses Jahr das Licht der Welt erblickt hatten. Jedoch zuckte seine Augenbraue, kaum das Azra von Vermutungen sprach, oh ja, der Tierarzt 'liebte' solche Äußerungen, ungefähr so wie einen Kaktus auf den er sich drauf setzte! Bauchgefühl ist eine Sache, Valravn wusste, dass manche Reiter und Pferdebesitzer, ein feines Gespür für ihre Tiere hatten, sodass sie im Vorfeld etwas erahnten, während selbst der Tierarzt noch keine Anzeichen für eine Krankheit entdecken konnte, die aber später dennoch auftrat. Ja, er kannte da jemanden, der wahrlich ein Händchen für diese edlen Tiere hatte und Valravn sogar noch ein paar Dinge von diesem lernen konnte. Kurz glitt sein Blick hinab auf seine Hand, während Azra das Fohlen holen ging, immerhin hatte er schon dafür Sorge getragen, dass dieses, samt Muttertier, von der Herde abgetrennt wurde. "Ich stelle keine Vermutungen an, ich schaue mir das Tier an, untersuche es und dann sehen wir weiter. Vorab eine Vermutung zu stellen, beeinflusst unnötig die Beurteilung, man bildet sich ein, bestimmte Anzeichen zu erkennen und übersieht was wirklich Sache ist. Also bitte.... keine Vermutungen anstellen." Gab Valravn schließlich von sich, rieb sich die Hände an der Hose ab und nahm sich seine kleine Tasche zur Hand, die mit einem schlichten Lederband versehen war, sodass er sich diese problemlos umhängen bzw. schultern konnte. Ja, die Leute meinten sowas nie böse aber in der Regel, schlug Valravn sich ungern mit Tierbesitzerin rum, wenn er deren Lieblinge vor sich hatte. In der Praxis früher, kümmerte seine Tierarzthelferin sich darum, diese nervlichen Wracks, zu beschäftigen, sodass er sich in Ruhe auf die Tiere fokussieren konnte. Gut möglich, dass er dadurch etwas harsch oder unfreundlich wirkte, nur ging ihm das ziemlich am Arsch vorbei, hätte er Menschen behandeln wollen, wäre er wohl kaum Tierarzt geworden. Azra nahm es hoffentlich nicht persönlich.
Der Schwede wartete demnach auf dem Gang, nachdem er diesen zur hinteren Box begleitet hatte, sein Blick wanderte dabei über die Stute, welche ebenso wie ihr Fohlen gehalftert wurde, nur dass das Muttertier in der Box verblieb und ihr Fohlen hinausgeführt wurde. Wortlos nickte er Azra zu und verschränkte die Arme vor der Brust, dieser führte ihm das Fohlen auf dem Gang vor, erst im Schritt, dann im Trab, sowie in gerader Linie von ihm weg bzw. zu ihm hin, sodass der Schwede die Bewegungsabläufe genau beobachten konnte. Es belastete das rechte Vorderbein sichtlich stärker als das Linke, Valravn hob schließlich den Blick und atmete tief durch, nachdem Azra wieder vor ihm gestanden war. "Den Röntgenblick habe ich zwar leider noch nicht erlangt aber bevor ich dazu etwas sage, sei so gut und führe ihn mir noch mal vor. Ich will mir den Bewegungsablauf von der Seite noch mal genau ansehen." Weswegen der Schwede in die Mitte des Ganges trat, sowie dicht an eine der Boxen heran, die er somit im Rücken hatte und neugierig von Sleipnir, der sich in dieser befand, an den Haaren beschnuppert wurde. Allerdings zuckte Valravn nicht mal mit der Wimper dabei. "Jetzt nicht Sleipnir." Gab er seinem Hengst ruhig zu verstehen, der ihm, beinahe trotzig, in den Nacken schnaubte, sowie an seinem Hemd, das seine Schulter bedeckte rumknabberte. Schließlich nickte er Azra zu, damit dieser das Fohlen erneut vorführte, den Gang rauf und wieder runter, im Schritt als auch im Trab, während Valravn sich auf das Gesamtbild und nicht auf das betroffene Bein konzentrierte.
"Du sagtest, es lahmt seit einigen Wochen, weißt du noch, ob es sich verletzt hatte oder eine Verstauchung zugezogen hat? Hast du das Bein gekühlt, als dir auffiel, dass es lahmt? War eine Schwellung zu sehen?" Wollte der Schwede wissen, stieß sich von der Box ab und begab sich zu Azra mitsamt dem Fohlen, dass vermutlich lieber bei seiner Mutter wäre als nun hier auf dem Gang. Wenn die Lahmheit schon länger bestand, war das gar nicht gut, trotzdem wollte der Schwede erst mal eine Routineuntersuchung machen, ehe er sich zu einer Diagnose hinreißen ließ. Außerdem konnte er sich so einen allgemeinen Überblick verschaffen, was den Gesundheitszustand des Fohlens betraf, da mussten am Ende auch die anderen Tiere noch durch in den kommenden Tagen. Oh, das brachte viel Papierkram mit sich und so gut sein Gedächtnis auch sein mag, es war hilfreich alles niederzuschreiben, sowie eine Akte anzulegen. Nicht zu fassen, dass die erste Akte seiner tierischen Patienten, die eines Schwarzbären war.
Valravn deutete Azra an bei Seite zu gehen, sowie das Halfter festzuhalten, während er selbst etwas in die Knie ging, um er erst mal den Kopf des Fohlens zu untersuchen. Augen, Ohren, Nüstern und natürlich das Maul, er musste doch gucken, ob es alle Zähne hatte, Zahnprobleme vorlagen oder eine Verfärbung der Schleimhäute zu sehen war. "Erzähl mir was über die Herde, gab es Krankheits- oder Todesfälle in den letzten Monaten? Bist du auch für die anderen Tiere verantwortlich, die hier leben? Also bis auf Matanus, Bäh und Mäh, deren Besitzer kenne ich ja bereits." Allerdings war Valravn neu, er kannte natürlich noch nicht jeden oder hatte zu jedem Gesicht einen Namen, während er sich bei dem Fohlen also erst mal einen Überblick verschaffte, wollte er die Gelegenheit natürlich nutzen, nicht nur über die Tiere etwas in Erfahrung zu bringen. Der Schwede trat an die Seite des Fohlens, tastete gezielt Nacken und Rücken des Tieres ab, womöglich lag hier auch eine Verspannung vor, die ebenfalls Einfluss auf die Lahmheit haben könnte. Manche Probleme bei Pferden kamen nun mal vom Rücken, auch wenn das Fohlen, noch lange nicht so weit war um auch nur daran zu denken, es zuzureiten. "Ich nehme an,...Azra ist die Kurzform von Azrael? Dem Engel des Todes aus dem Koran?" Fragte der Schwede und schaute kurz auf, sowie zu diesem rüber bevor er in die Knie ging, um die Beine des Fohlens abzutasten. Warum er fragte? Reine Neugierde und weil sie Beide ungewöhnliche Namen trugen, der Seine bedeutete schließlich 'Rabe der Toten', eigentlich nicht sehr schmeichelhaft, bei näherer Betrachtung, wenn man sein Kind so nannte.


@Azra


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#5

RE: Earn your keep [Val + Azra]

in Archiv 11.01.2020 10:53
von Alexis Ilex (gelöscht)
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Der Händedruck des Europäers war angenehm fest. Azra hasste es, wenn manche Leute die Hand gaben, als wäre sie ein nasser Lauch oder so. Er drückte selbst immer ordentlich zu. Nicht übertrieben aber fest und selbstbewusst. Den Blick des Älteren erwiderte er dabei genauso durchdringend. Schliesslich ging es hier darum, dass der Veterinär sich bewies. Und obwohl Azra eher zur introvertierten Sorte Mensch gehörte und zu viele soziale Interaktion eher vermied, so knickte er deswegen noch lange nicht ein, selbst wenn der Schwede eine Aura hatte wie der Anführer eines Wolfsrudels. Nun war nur die Frage, ob er ein Einzelgänger war oder ob er sich einfügen konnte.
Auf seine Vermutung hin gab der Tierarzt erst einmal eine Antwort, die Azra erst einmal schmunzeln liess. Klar hatte Val damit recht. Es war noch ungewohnt für ihn, dass er nun jemanden hier hatte, der ziemlich sicher mehr Ahnung von den Krankheitsbildern hatte als er, der das Ganze nur in Büchern gesehen hatte.
"Ok", antwortete er darauf also, bevor er das Hengstfohlen vorführte. Anschliessend musste es für den Tierarzt stillhalten, obwohl es nicht gut um seine Geduld gestellt war. Es knabberte ungeduldig an Azras Jacke herum und hob den Kopf, als der Tierarzt ihm ins Maul schauen wollte. Kurz machte es sogar Anstalten zu steigen, doch dafür fehlte ihm die Kraft. Azra konnte den Kleinen noch unten halten, obwohl er in dem halben Jahr ordentlich gewachsen war.
"Shhht... Ruhig Junge", redete er sanft auf das Fohlen ein und versuchte es damit abzulenken indem er ihm über die Schnauze streichelte.
Auf die Fragen des Tierarztes dachte er einen Augenblick lang nach. "Nun, es lahmte eines Morgens. Seth hat es mir gesagt, weshalb ich etwas früher vorbeigekommen bin. Verletzungen hab ich nicht gesehen in dem Augenblick. Es sah soweit alles normal aus, geschwollen oder erwärmt war auch nichts. Ich dachte...." Er stockte. Gerade wollte er wieder eine Vermutung anstellen, liess es dann aber. "Und auffällige todesfälle oder Krankheiten hatten wir eigentlich nicht. Ein Fohlen haben wir verloren kurz nach der Geburt weil es einfach nicht fit war und nicht trank. Ansonsten sind die Tiere soweit alle fit, bis auf den Kleinen hier..."
Er hoffte nur, dass sie es beheben konnten. Das arme Fohlen hatte seit Wochen Schmerzen und er konnte ihm einfach nicht helfen. "Ab und zu hatte ich das Gefühl es wird wieder besser aber dann hat sich der Zustand wieder verschlechtert."
Er dachte nochmal nach, ob ihm sonst etwas aufgefallen war. "Ich bin für den Grossteil der Tiere verantwortlich. Vor allem die Pferde. @Skadi hab ich mit Matanus auch öfters mal geholfen was die Erziehung anging. Aber um ehrlich zu sein, mein Wissen hab ich hauptsächlich aus den Büchern, die ich in der freien Zeit lese. Ich bin da irgendwie reingewachsen, weil ich gut mit Tieren klarkomme..." Besser zumindest als mit Menschen.
Mit der nächsten Frage brachte Val ihn ein wenig aus dem Konzept, was man ihm auch für ein paar Sekunden ansehen konnte. Auf seinen Namen war er bislang eher selten angesprochen worden. Die wenigsten hinterfragten ihn. Und bisher hatte kaum einer auf Anhieb gewusst worum es sich bei dem Namen handelte.
Val tastete den Rücken des Fohlens ab, das sich damit beschäftigte an Azras Hand zu fummeln mit der Oberlippe und immer wieder versuchte zu knabbern, doch Azra zog seine Hand stets früh genug wieder weg.
"Ähm ja... Das stimmt", beantwortete er die Frage. "Aber es ist nicht mein richtiger Name. Eher eine... Erinnerung an Früher..."

@Valravn Vargström


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#6

RE: Earn your keep [Val + Azra]

in Archiv 11.01.2020 14:28
von Valravn Vargström (gelöscht)
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Angenehm überraschend war es, dass der Händedruck von Azra, nicht dem eines Waschlappen glich, sondern fest und kräftig war, jedoch im richtigen Maße, was von Charakterstärke zeugte, aus Sicht des Schweden. Dessen Blick sein Gegenüber sogar stand hielt, natürlich konnte man das als kleinen Test, seitens Valravn, sehen und es wäre eine Lüge, etwas anderes zu behaupten. Zumindest in der Hinsicht hatte er sich nicht groß verändert, sondern war dahingehend immer noch der Alte, der Einem, nur mit einem Blick, das Gefühl geben konnte, die Beute eines Wolfes zu sein, der nur auf ein winziges Zeichen von Schwäche wartet, um dich zu zerfleischen. Azra schien jedoch nicht das hilflose Häschen zu sein, falls doch, so überspielte er es geschickt aber Valravn war nicht hier, um den Pferdebesitzer zu analysieren, sondern sich des Fohlens anzunehmen, welches lahmte, sowie dieser Prozedur mit wenig Begeisterung beiwohnte. Verständlich, es hatte Schmerzen und der Schwede ließ es sich noch mal vorführen, um seinen Gang von der Seite aus betrachten zu können. Dem jungen Fohlen wurde heute wohl viel abverlangt, sowie Azra, der das Tier nicht nur ruhig halten und ablenken musste, sondern Fragen beantworten sollte aber was vermutlich wirklich ungewohnt war, ist die Tatsache, dass mit dem Schweden ein echter Tierarzt im Dorf war. Der Eine sah dies als Bereicherung, ein Anderer vielleicht als unliebsame 'Konkurrenz', Menschen tickten seltsam, daher mochte Valravn Tiere immer schon lieber, er wusste nicht als was Azra ihn sah aber trotz des grimmigen Blickes, hoffte der Schwede auf eine friedliche Co-Existenz. Vielleicht trank man doch mal, irgendwann, ein Met zusammen und wechselte ein paar Worte. Valravn war nicht darauf aus sich Freunde zu machen, derzeit wahrte er den Abstand so weit es möglich war, in einem Dorf voller Leute, jedoch wollte er die Bewohner besser kennenlernen, das schloss Azra mit ein.
Zu diesem blickte der Schwede flüchtig hinauf, hörte zu und fuhr mit der Untersuchung fort.
Valravn konnte am Rücken des Tieres keine Verhärtung ausfindig machen, ebenfalls schien auch kein Nerv geklemmt zu sein, dass Fohlen war zwar ungeduldig, zeigte aber keine ungewöhnlichen oder auffallenden Reaktionen auf das Abtasten. Immerhin etwas Gutes. "Hast es sich schonen lassen?" Dumme Frage, allerdings sah Azra es ihm hoffentlich nach, denn Valravn hatte früher oft mit Besitzern zu tun, die lieber keine Tiere halten sollten. Er musste sogar mal jemanden anzeigen, weil er ein, gesundes Tier einschläfern sollte, bloß weil der Besitzer keinen Bock mehr darauf hatte und natürlich, hatte er oft Fälle von misshandelten Tieren auf seinem Tisch. Neben der Praxis setzte sich Valravn ehrenamtlich im Tierschutz ein und behandelte kostenlos Tiere aus Auffangstation oder Tierheimen. Da musste man sich auch ein dickes Fell aneignen, nicht jeder Patient schaffte es und nicht jedes Tier konnte er bei sich aufnehmen. Verständlich also irgendwo das Valravn die Menschen nicht sonderlich mochte, denn Tiere waren ihnen meist hilflos ausgeliefert. Azra schien jedoch nicht zu diesen Leuten zu gehören, seine Tiere waren, auf den ersten Blick, in guter Verfassung, außerdem sprach die Art, wie er mit seiner Stute oder dem Fohlen umging, für seine Tierliebe und sein Einfühlungsvermögen in diese Lebewesen.
Als der Name der Bärin fiel, lief Valravn ein Schauer über den Rücken und er atmete hörbar aus, Matanus war ein Thema, dass ihm momentan noch Probleme bereitete, weniger wegen der Bärin an sich, bislang hatte sie sich nicht feindselig ihm gegenüber verhalten, sondern vorsichtig. Vermutlich diente Skadi ihm, als auch Matanus, als Beschützerin, wenn die Drei aufeinander trafen.
"Scheint so, als würdest du deine Sache gut machen. Hab mir zwar noch nicht alle Tiere im Dorf angesehen, doch auf den ersten Blick, machen sie einen guten Gesamteindruck. Hast du davor schon mit Tieren gearbeitet?" Wollte der Schwede wissen, der sich, nach Prüfung der Hinterbeine, sowie Hufen, einmal um das Tier herum bewegte und Azra bedeutete auf die andere Seite zu gehen, sodass er sich das rechte Vorderbein ansehen konnte. Das linke Bein war betroffen, jedoch hieß das nicht, die anderen Läufe einfach zu überspringen, schließlich könnte sich durch Überbelastung auch in dem gesunden Bein eine Lahmheit einstellen und das konnten sie noch weniger gebrauchen, vor allem das Fohlen. Die Hufwände und Strahl waren intakt, er konnte beim Abtasten auch keine übermäßige Erhitzung des Hufes spüren, weswegen er dessen angehobenes, rechtes Bein wieder runterließ und sich aufrichtete. Der Schwede traf bei Azra, bezüglich des Namens, offenbar ins Schwarze, dem er wieder andeutete, zurück auf seine vorige Position zu gehen, sodass Valravn sich nun dem betroffenen Bein zuwenden konnte und mit der Schulter etwas gegen das Fohlen lehnte, das bereits beim entlang tasten, des Beines unruhiger wurde. Spätestens als er unten an der Fessel angelangt war, versuchte es zu steigen, sodass Azra gefragt war, um das Tier im Zaum zu halten.
"Ich weiß Kleiner, das tut weh, aber wenn du mir eine verpasst, kann ich dir schlecht helfen." Sprach er ruhig zu dem Tier, er ließ zwar kurz ab, jedoch nur so lang bis es halbwegs ruhig war, danach ging er erneut in die Knie und hob das Bein an, legte es auf sein Knie und besah sich die Hufe genauer. Wie Azra sagte war keine Schwellung zu sehen, es fühlte sich nicht übermäßig erwärmt an, weshalb das Übel wirklich im Huf selbst stecken musste. Vielleicht hatte es sich etwas eingetreten, einen Nagel, der herumgelegen war zum Beispiel. "Es liegt eine Stützbeinlahmheit vor, ein Bruch zum Glück nicht, das wäre auch schlecht zu übersehen gewesen. Gab es zuletzt Reparaturen hier drinnen oder draußen, bei den Zäunen, sodass vielleicht ein paar Nägel rumgelegen sind?"
Valravn atmete schnaufend aus, da er nur mit einer Hand die Fessel des Fohlens festhalten musste und mit der Anderen, in seine Tasche griff, die er bei sich trug, mit dem nötigen Besteck das er brauchte. Eine Hufzange hatte er auch dabei, ein Geschenk von der Gruppe, welche ihm vor einem Jahr Sleipnir, zum Dank für die Rettung ihrer Tochter, mit gegeben hatten, sowie auch den alten Striegel und Vorräte.
Mit dieser in der Hand, übte der Schwede entsprechenden Druck an gezielten Punkten der Hufe aus und wie zu erwarten, versuchte das Fohlen prompt, ihm das Bein zu entziehen, kaum das er die Stelle traf, wo sich der Grund für den Schmerz befand. Einen eingetretenen Nagel oder Stein war es nicht, weswegen Azra scheinbar wirklich ein gutes Gespür für die Pferde hatte. Valravn entließ das Fohlen endlich aus seinem Griff, trat zur Seite weg und packte die Zange wieder in die Tasche, ehe er sich an den Besitzer wendete.
"Euer Bauchgefühl war richtig, so wie die Sache aussieht, haben wir es hier mit einem Abszess im Sohlenhorn zu tun, der noch nicht ganz ausgereift ist, sonst wäre er schon ausgebrochen. Das heißt wir müssen einen Angussverband verband anlegen, um den Huf aufzuweichen, damit der Abszess reifen kann und ausbricht. Zusätzlich sollten wir mit einem Hufmesser das Sohlenhorn, an der Stelle, wo die Zangenprobe positiv war, abtragen, so lässt sich das Geschwür vielleicht direkt öffnen. Auf jeden Fall brauchen wir Watte oder etwas Ähnliches, sowie einen wasserabweisenden Schutz für Außen. Ich bezweifel dass ihr Tape da habt?"
Der Schwede klopfte sich die Hände an der Hose ab, bevor er dem Fohlen behutsam über den Hals strich, es war noch so jung und es stand außer Frage, alles zu versuchen, damit das Tier wieder gesund wurde. "Mir wurde gesagt ihr habt eine Kräuterfrau im Dorf, wenn sie Belladonna hat, lässt sich daraus ein schmerzlinderndes Mittel für das Fohlen machen."



@Azra


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#7

RE: Earn your keep [Val + Azra]

in Archiv 15.01.2020 21:59
von Alexis Ilex (gelöscht)
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Der erste Eindruck war ja bekanntlich der Wichtigste. Er blieb einfach für gewöhnlich bestehen und es war nur schwer ihn noch zu berichtigen, besonders wenn man es verkackt hatte.
Azras erster Eindruck von Val war, dass dieser Mann schon unheimlich viel erlebt haben musste. Er wusste nicht ganz genau wie alt Val war, doch fünfzehn bis zwanzig Jahre waren es auf jeden Fall. Dem Mann haftete eine bemerkenswerte Aura an, welche recht widersprüchlich wirkte. Einerseits wirkte er elegant und edel, die Art wie er sich bewegte verriet, dass er über eine gute Körperbeherrschung verfügte. Dagegen fühlte Azra sich wie ein Bauerntrampel, der er wohl gewissermassen auch war. Gleichzeitig war Val auch irgendwie streng und ernst, der Blick mit dem verbliebenen Auge konnte beinahe töten und man fühlte sich von ihm immerzu beobachtet. Wäre er Lehrer gewesen, er hätte seine Klasse sicherlich gut im Griff gehabt. Zu seinem eher groben Äusseren und den vielen Narben stand sein sanfter Umgang mit den Tieren.
Obwohl das Fohlen jung und noch etwas zapplig war, wurde es mit der Zeit etwas ruhiger. Vals Art schien es nicht in grössere Aufregung zu versetzen als nötig, was ganz sympathisch war.
"Nun, soweit sich ein Fohlen schonen lässt, ohne dass man es in die kleinste Box sperren muss, ja", sagte er. Es war schwierig eine geeignete Lösung zu finden. Auf jeden Fall hatte er die Stute getrennt von den anderen gehalten, damit der Kleine nicht in Versuchung gerat mit den Gleichaltrigen zu raufen. Ganz auf Bewegung wollte er ihn aber nicht verzichten lassen, weil die ja nunmal erforderlich war für einen gesunden Aufbau der Knochen und Muskeln.
Erneut streichelte er dem jungen Tier über die Schnauze. Dabei hoffte er, dass Val mit seinem Fachwissen vielleicht herausfand, was man tun konnte, um ihm zu helfen. Es tat ihm so leid, dass es bisher einfach Schmerzen hatte und er nicht wusste, was er dagegen tun konnte.
"Hm... Danke..." Das Kompliment des Veterinärs war natürlich nett. Er gab sich Mühe sich so gut wie möglich um die Tiere zu kümmern, die in Balar lebten, auch wenn er das natürlich nicht komplett alleine tat. Und er war froh hatte er nun fachkundige Hilfe. Sofern Val die Probezeit überstand.
"Ich habe vor dem Untergang eine Weile lang in einem Tierheim gearbeitet... Da hab ich wohl die meiste Erfahrung her. Irgendwie lagen mir Tiere schon immer mehr als Menschen..." Abgesehen davon, dass er ein furchtbarer pubertierender Jugendlicher gewesen war. Was man ihm heute wohl kaum noch gab. Doch in seiner Jugend hatte er oftmals über die Stränge geschlagen.
Indes nahm der Tierarzt die Hufe des Fohlens unter die Lupe, wovon es nun auch nicht sonderlich begeistert war. Vor allem bei der Probe mit einer Zange reagierte es stark und versuchte erneut zu steigen. Also doch etwas im Huf...
"Eine unserer Stuten hat eine der Boxen zerschlagen. Das wurde repariert", antwortete er nach kurzem nachdenken. Das war das einzige, das ihm einfiel. Darum hatten sich Seth und Tyler gekümmert, die beiden Brüder von Grace, wenn er das richtig im Kopf hatte.
"Vielleicht wurde da etwas liegen gelassen..." Aber er war sich nicht sicher, ob das Zeitlich ungefähr passte. Aber unmöglich war es nicht. So ein Nagel konnte auch längere Zeit unentdeckt rumliegen...
Als Val sich wieder aufrichtete und das Fohlen erst einmal in Ruhe liess, seufzte Azra auf. Tape? Nein, sowas hatten sie hier nicht. Also ja, vielleicht irgendwo...
"Ginge es auch mit Leder und Harzkleber?", fragte er etwas skeptisch. Das war so das Erste, das ihm einfiel. Leder wies Wasser ganz gut ab, wenn richtig gegerbt und mit dem Harzkleber konnte man es vielleicht festmachen. Allerdings hatte er das noch nie ausprobiert.
"Und ja, ich werde nachfragen, ob wir was davon da haben. Damit der Kleine vielleicht etwas Entlastung von seinen Schmerzen kriegt..." Er strich dem Fohlen über den Hals und gab ihm nun doch noch was zu knabbern. Als Belohnung, dass es so gut mitgemacht hatte.

@Valravn Vargström


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