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WELCOME SURVIVOR

Wir sind ein seid 2013 – bestehendes Endzeit Forum angelehnt an die Serie AMC's The Walking Dead. Die AMC-Serie dreht sich um eine Gruppe von Menschen, die sich plötzlich in einer postapokalyptischen Welt wiederfinden, die von Zombies übersät ist. Überleben heißt nun das oberste Gebot der Stunde. Alles hat damit angefangen als Rick Grimes aus dem Koma erwachte und sich in einer Welt voller Untoten zurecht finden musste und nach seiner Familie suchte. Ab dann begann ein Leben voller Ereignisse, die einen Menschen ewig prägen würden. Höhen und Tiefen, welche immer wieder eintraten. Die Story von TWD verläuft aktuell bei uns bis zu Negan's Gefangenschaft, ab dann handeln wir frei nach bestimmten Ereignissen und der Endzeitthematik. Aufgeteilt in vier, verschiedenen Kolonien und einzelnen Gruppen bieten wir Abwechslung und Spannung für jeden Seriencharakter und Freecharakter. Auch Charaktere aus den Schwesternserien AMC's Fear The Walking Dead & AMC's The Walking Dead: World Beyond sind bei uns mit angepasster Storyline spielbar. Egal wie du dich entscheidest – Dein Kampf gegen die Untoten und Lebenden erwartet dich hier.

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A CHANGE IS GONNA COME

Der Herbst hat sich angekündigt. Der Monat in dem sich die Blätter färben und die Tage kürzer werden. Mit niedrigeren Temperaturen und langanhaltenden Regenfällen ist zu rechnen. Während es Morgens und Abends starker Nebel auftreten kann.

#21

RE: Jesse's Wohnung

in Wohnungen der Wächter 28.02.2020 18:57
von Valravn Vargström (gelöscht)
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Auf lange Sicht, würde die Wohnung in der Tat zu klein werden, für sie Beide, allen voran, für jemanden wie Valravn, der ja doch ein gewisses Maß an Platz benötigte, um sich entfalten zu können, allen voran in der Küche. Obschon er selbst, ziemlich eigenwillige, Rhythmen hatte, den Schlaf betreffend zum Beispiel, so war er, in Bezug auf Essen, natürlich etwas anders getaktet als sein Mann. Bedingt durch das Überleben in der Wildnis, aß er manchmal Tagelang nichts oder behalf sich, vor allem im Winter, mit dem Wenigen, was er fand, da hieß es auch mal, Insekten zu verspeisen aber hatte er eine gesicherte Nahrungsquelle, ein sicheres Plätzchen, zum zurückziehen, achtete er sehr darauf, sowohl ausgewogen, als auch regelmäßig zu essen. Daher lag es, für ihn zumindest, auf der Hand, dass er seinen Mann, wie früher schon, umsorgen und bekochen würde, selbst wenn er ihm nur ein belegtes Brot fertig machte, sowie mit auf den Weg gab, war ihm sehr daran gelegen, darauf zu schauen, dass Jesse nicht vom Fleisch fiel. Mehr als so schon, er war schon früher, trotz seines furchtbaren Junkfoods, alles Andere als fettleibig gewesen.
Und der Schwede selbst, er hatte einen beschleunigten Stoffwechsel, er nahm schneller ab als ihm lieb war, hatte aber große Probleme Gewicht zuzulegen, allen voran nach seiner Krankheit, war es fast schon ein Kraftakt gewesen, wieder zu stattlicher Größe bzw. Körperfülle zurückzufinden, die seinem gewohnten Bild entsprach.
Zum Glück hatte Jesse nun wieder den Mann an seiner Seite, der auf ihn aufpassen, sich um ihn kümmern würde, sowie darauf schaute, dass er auch regelmäßig, sowie vernünftig aß.
Recht zufrieden wirkend, nickte der Schwede seinem Mann, ob seiner Bemerkung hin, zu und lächelte sogar leicht, wobei, er war sich nicht zu 100 % sicher, dass Jesse, seinen guten Posten, innerhalb der Kolonie, zielstrebig angesteuert hatte oder, was wohl wahrscheinlicher ist, mehr hineingestolpert war. Sehr wahrscheinlich verdankte er seine Position, letztendlich, seinem Anführer, der intelligent genug war, um dessen Potenzial zu erkennen, sowie zum Vorteil zu nutzen, sein Mann war doch viel zu bescheiden, er verkroch sich eigentlich lieber, als sich ins Rampenlicht zu stellen. Was ihn wieder vollkommen von Valravn unterschied, der sehr wohl klare Vorstellungen davon hatte, was er in dieser Kolonie tun, als auch erreichen, wollte. Er weiß was er kann, wozu er fähig ist und vor allem, was er hier haben wollte, nebst Jesse versteht sich, doch der Schwede war immer schon jemand gewesen, der sich selbst, extrem hohe Ziele steckte, welche er umso hartnäckiger, zu erreichen versuchte.
Mit Erfolg wohlgemerkt.
Er strebte, wie so oft, seine eigene Niesche an, die ihm einerseits die Möglichkeit bot, sich über Andere zu erheben aber zugleich, ihn in Ruhe, seinen Gelüsten, Wünschen entsprechend, leben ließ, ohne stets behelligt zu werden. Valravn war ein Leitwolf, keine Frage, doch er hegte kein Interesse an einem Rudel, dahingehend, sollte es, zwischen ihm und Scorpion, hoffentlich, keinerlei Probleme geben dürfen, wenngleich sie beide Raubtiere waren, an der obersten Spitze der Nahrungskette. Dem Schweden hatte es damals schon genügt, unfähiges Personal, in seiner Praxis, beschäftigen, sowie stets korrigieren zu müssen, nein Danke. Es hatte Gründe, weshalb er kaum, ganz selten, im Laufe seiner Karriere, Lehrlinge aufgenommen hatte und der Einzige, dem er bereitwillig, mehr lehrte, als allen Anderen zusammen, war, sowie blieb, sein Mann.
Den er zum Löwen geformt hatte, sein Potenzial ausschöpfte, ihn forderte und förderte, bis er zum perfekten Jagdgefährten geworden ist, der sich, trotz allem, jedoch das weiche Herz bewahrte.
Ein Aspekt der Valravn, ebenso störte, wie er ihn auch an Jesse liebte.
Denn hätte er nicht solch mitfühlendes Herz, wäre er womöglich auch nicht dazu fähig, die Bestie zu lieben, die handzahm anmutend, ihm am Tisch gegenüber saß, leger gekleidet, mit offenbar guter Laune, da ihm der Anflug eines Lächelns, kaum von den Lippen weichen wollte, allen Anscheines nach.
Ebenso wenig seine Neugierde, denn die war wahrlich geweckt worden, er mochte es schließlich neue Orte zu entdecken! Und er wollte, so schnell wie möglich, wissen, wie dieser Ort funktionierte, ausloten, Grenzen testen, sein Revier abstecken und sich, dann ganz in Ruhe, dem heimischen Nestbau widmen, wobei auch dies noch geklärt werden müsste, mit dem hiesigen Anführer. Denn natürlich, bezog Jesse eine Wohnung, die sicher weit unter seinen Möglichkeiten lag, er war so schrecklich bescheiden aber da er, bislang, ohne Valravn, hier lebte sei es ihm verziehen. Wie immer galt aber erst einmal, ein Schritt, nach dem Anderen, selbst wenn dem Schweden, ähnlich wie seinem Mann, bereits tausend Dinge im Kopf herumschwirrten, die es zu erledigen galt. Tatsächlich musste er ein wenig schmunzeln, gar lachen, wegen Jesses Erläuterung zu Balar.
"Kaum zu glauben aber Balar ist, ganz offensichtlich, sogar dir zu bescheiden, was Liebling? Aber als Urlaubsziel wäre es toll gewesen."
Als wählbare Alternative für einen Urlaub, ein oder zwei Wochen, das wäre sehr romantisch gewesen, doch ein himmelweiter Unterschied dazu, dauerhaft so zu leben, zumindest wenn man, wie er, ziemlich hohe Ansprüche hatte. Und es war wahrlich nicht einfach Jesse zu vergraulen, der war schon früher genügsam, brauchte nicht viel Platz, nicht viel zum Leben, außer es ging um sein Boot, die Reitkunst, die Hunde oder guten Wein. "Aber ich verstehe dich, zumal ich mich gerne persönlich davon überzeuge, was diese Kolonie zu bieten hat und der erste Eindruck ist, erstaunlich, positiv." Und das nur Anhand der Wohnung von Jesse, den gelieferten Lebensmitteln und vor allem, der Möglichkeit, jederzeit heiß duschen zu können! Da soll noch mal einer sagen, der Schwede sei nicht genügsam. Der natürlich sofort aufhorchte, sowie die Augenbraue fragend nach oben zog, als sein Mann, so geheimnisvoll, wirkte und offenbar schon wusste, welchen Ort, er seinem Mann, als Erstes zeigen wollte. Tatsächlich ging er davon aus, dass Jesse es ihm verheimlichen würde, ihn überraschen wollte.
..... was ja immer so 'gut' ausging, wenn man Valravn überraschte.
Doch zum Glück spannte Jesse seinen Mann nicht auf die Folter, dem ja fast drohte, das Besteck aus den Händen zu gleiten, als sein Mann von Anzügen sprach, nun musste er Messer und Gabel wirklich bei Seite legen, ehe er sich zurücklehnte, sowie seinen Liebsten, einige Sekunden lang, förmlich anstarrte, mit regungsloser Miene. Solange, bis er sich ans Herz fasste und theatralisch seufzend seinen Gedanken dazu Preis gab.
"Oh Liebling, spiele nicht mit meinen Gefühlen, nicht mit einem ... Anzug! Mein... armes, altes Herz, würde dies nicht verkraften..."
Ja, er nahm sich selbst ein bisschen auf die Schippe, doch auch Valravn war dazu fähig, über sich selbst zu lachen, immerhin hatte auch er eine große Portion Humor, den verstand nur eben nicht jeder aber Jesse dafür umso mehr. Der ihm hier gerade Hoffnung machte, auf etwas, dass er ebenso begehrte wie seinen Mann und eine intakte Küche, nämlich stilvolle Kleidung, die seine stattliche Erscheinung, seine Überlegenheit und seine Eleganz unterstrich, deutlicher zum Ausdruck brachte. Es lag auf der Hand, dass Valravn nun definitiv, diesen Ort zu Gesicht bekommen wollte und dabei erneut, höchst erfreut, feststellen musste, dass sein Mann, die für ihn, bestmögliche, Position innerhalb der Kolonie erlangt hatte, die man sich vorstellen kann. Niemand würde ihnen unnötig auf den Zeiger gehen, nun hoffte er, denn die Zahl derer, die das Anrecht darauf hatten, hielt sich sehr in Grenzen und dies war ihm auch lieber so um ehrlich zu sein.
"Ein Hoch auf den Kapitalismus."
Gab der Schwede von sich und griff erneut zum Besteck, um den letzten Rest, seines Reibekuchens, zu verspeisen, gerade rechtzeitig, denn nur einen Augenblick später, erhob Jesse sich, der, wie so oft nach dem Essen, sich des Geschirrs annahm, sodass Valravn noch sitzen bleiben, sowie sich entspannt zurücklehnen konnte. Der Abwasch war tatsächlich eines der wenigen Dinge, welche der Schwede, seinen Mann, in der geliebten Küche, verrichten ließ, ohne gleich Panik zu bekommen, dass Jesse, diese in Brand steckte. Zu Beginn hatte er nicht einmal das gewollt, doch irgendwann, nach einem stressigen Tag, nachdem er dann, stundenlang, zusätzlich in der Küche gestanden war, nur damit sie etwas Leckeres zum Abendessen hatten, war er zu faul gewesen, um sofort aufzuspringen und den Abwasch zu tätigen. Jesse hatte sich dessen angenommen, trotz der Einwände, seines Mannes und seit dem, teilten sie auch dahingehend, fair, die Aufgaben, es war zudem auch ganz schön, sich selbst einmal zurücknehmen zu können, sitzen zu bleiben und Jesse, wie in diesem Moment, durch den Einblick in die Küche, dabei zuzusehen, wie er sich um das Spülen des Geschirrs kümmerte.
Die meiste Hausarbeit machte natürlich der Schwede, der auch erst lernen musste, dahingehend, ein bisschen, was abzugeben, zumal er Jesse, dauerhaft, auch nicht zu sehr verwöhnen wollte, trotz allem sind sie, eigenständige, Individuen und gewiss, nervte Valravn, seinen Mann oft genug mit seinem Putzwahn. Aber es war schön, je länger sie zusammen waren, umso mehr passten sie sich einander an, unter einem Dach, sie hatten ihre kleinen, meist stummen, Vereinbarungen, ihre Rituale. Sei es nun die Tatsache, dass Valravn, immer, die Seite des Bettes in Beschlag nahm, die der Tür zugewandt ist oder, wie jetzt, dass Jesse, den Abwasch machte, während sein Mann, sich einfach mal zurücklehnen, sowie zuschauen konnte, während sie sich unterhielten. Alexis betreffend, hörte er nämlich genau zu, hob lediglich die Hand, um sich über den gestutzten Bart zu streichen, während sein Blick auf Jesse ruhte, zu dem er dann doch gedachte, sich zu gesellen.
So erhob er sich, schlich, wie immer, regelrecht in die Küche, als Jesses Blick auf die Spüle gerichtet war, nur um dicht an seinen Mann heranzutreten, um dessen Bauch er, locker, die Arme von hinten schlang und sich etwas vorbeugte, sodass er den Kopf auf Jesses linker Schulter ablegen konnte. Über diese konnte er so zuschauen, sicher gehen, dass sein Mann den Abwasch auch ja gründlich machte und zugegeben, er wollte einfach ein wenig die Nähe zu diesem genießen.
"Das klingt nach ziemlich viel Pech, .... ich würde nun Mitgefühl vor heucheln, doch wir wissen beide, dass es mir egal ist aber ... ich muss natürlich fragen. Willst du ihn auch retten?"
Minerva lag auf der Hand, sie bedeutete Jesse sehr viel, sie war, wie sagte er noch gleich, wie eine kleine Schwester und es gab sehr große Unterschiede, dabei, wie sein Mann von ihr sprach, sowie gerade über diesen Alexis, der Teil derselben Gruppe gewesen ist. "Ich hoffe du hast deinen .. Sammelwahn, aus Mangel an Hunden, nun nicht auf ..die Schafe projiziert, Jesse. Obschon ich, natürlich, alles dafür tun werde, um denen zu helfen, die dir wichtig und hier auf der ... Verliererseite gelandet sind."
Versicherte er seinem Mann, denn unabhängig davon, was er davon hielt, er wollte Jesse glücklich machen, außerdem war er umso neugieriger darauf, nun auch diesen Alexis, in Augenschein zu nehmen. Hoffentlich kamen da nicht noch mehr 'Freunde' aus der Versenkung, welche sein Mann gerne retten möchte, sonst müsste er wirklich zusehen, dass er irgendwoher eine große Gefriertruhe bekam! Seit wann war sein Mann so furchtbar sozial?
Ist ja nicht zum Aushalten, doch der Schwede wollte seinen Fokus auf etwas anderes lenken, daher drehte er den Kopf ein Stück zur Seite, sodass er Jesse einen Kuss auf die Wange geben konnte, gleich darauf aber seine Lippen herab senkte zu dessen Hals, wo sich diese, länger, doch ebenso liebevoll, wie auch innig, an die zarte, warme Haut schmiegten.
"Oh, ich hoffe nicht, ich möchte mich gerne angemessen herrichten können, ehe ich dem jungen Mann unter die Augen trete. Außerdem mein Liebling, sagte ich doch erst vorhin, übernimm dich nicht, ... du bist so schlimm, willst schon wieder tausend Dinge auf einmal erledigen."
Tadelte er ihn gespielt, woraufhin er erneut seine Lippen, sanft küssend, an Jesses Hals schmiegte, den er auch nur bedingt ablenken wollte. Der Schwede hatte einfach einen Anflug von Romantik, sowie das Bedürfnis, ein paar kleine Zärtlichkeiten seinem Mann zuteilwerden zu lassen, der nun mal unwiderstehlich war und seit ihrem Aufbruch aus Balar, hatten sie nicht wirklich Zeit dafür gefunden. Sein Mann war so garstig, gereizt gewesen und Valravn ließ ihn dann auch in Frieden, doch heute schien Jesse, sichtlich ausgeruhter, sowie guter Laune zu sein, zumal der Schwede wohl keine Rechtfertigung oder Erlaubnis brauchte, wenn ihm der Sinn nach ein wenig Nähe stand. "Außerdem... bevor wir aufbrechen, solltest du dich erst einmal richtig einkleiden, mein Schatz. Ich werde dich wohl kaum in Unterhose und Shirt vor die Türe lassen."
Grummelte er förmlich gegen Jesses Hals, auf den er einen weiteren Kuss hauchte, sowie mit den Zähnen, ein wenig an ihm knabberte, da er schlichtweg zum Anbeißen ist. Wobei seine Hände es sich nicht nehmen ließen, während Jesses mit dem Abwasch beschäftigt waren, ungeniert, gar frech, sich unter den Stoff seines Shirts zu schieben, nur um zärtlich, mit den Fingerspitzen, über dessen Bauch zu streicheln, die warme Haut zu erfühlen, zu erkunden, unter der sich, spürbar seine zusammen zuckende Muskulatur bemerkbar machte. Es fiel ihm eben schwer die Finger von Jesse zu lassen, zudem nutzte er es gerne aus, wenn sein Mann, aufgrund irgendeiner Tätigkeit, gerade nicht wirklich dagegen vorgehen oder ihn davon abhalten konnte, schließlich schlich Valravn sich nicht grundlos, stets, an seine Beute heran. Er war ein heimtückischer, gerissener Wolf, der seinen Mann wahrlich abgöttisch liebte und nach den letzten, eher lieblosen, Tagen, aufgrund der Reise und damit verbundenen Anstrengung, ein bisschen die Gelegenheit nutzte, um zu schmusen. Gerade nach dem gestrigen Abend, wo er wahrlich Angst um seinen Mann hatte, nahezu selbst fast krank vor Sorge, zog es ihn umso mehr zu diesem hin.
Er würde alles tun was nötig ist, damit Jesse bei ihm blieb, gesund, munter, lebendig.


@Jesse Redford


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#22

RE: Jesse's Wohnung

in Wohnungen der Wächter 29.02.2020 21:43
von Jesse Redford (gelöscht)
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Als Ferienausflugsziel wäre Balar wirklich schön gewesen. Einmal das Leben in voller Bescheidenheit geniessen, so leben wie es vielleicht einst die Wikinger taten, kein Strom, kein Internet ... einfach nur das pure Leben. Doch wenn genau dieses ständig in Gefahr war, weil die Annehmlichkeiten des früheren Lebens fehlten, waren die Strapazen eines Wikingerdorfes definitiv deutlich weniger reizvoll. Dann wurde es zu einem Kraftakt und man wünschte sich so rasch wie möglich wieder ein wenig Luxus her. Luxus, welcher der Zoo bot. Natürlich war auch hier nicht alles wie früher. Strom, heisses Wasser und Lebensmittel waren limitiert. Klamotten oft gebraucht, teilweise voller Flecken, welche die Wäscher nicht mehr raus brachten. Wenn man Glück hatte, waren die Löcher in den Klamotten gestopft worden, ansonsten musste man eben damit leben. Ja, die Zeiten hatten sich geändert, doch der Zoo versuchte zumindest sowas wie eine Zivilisation aufzubauen, ganz nach den alten Vorbildern von früher. Scorpion machte das ziemlich gut, trotz seines jungen Alters war er intelligent und schien genau zu wissen was er hier tat. Er besetzte die richtigen Positionen mit den richtigen Leuten, auch wenn Jesse sich sicher war, dass der Mann irgendein empathisches Manko haben musste, doch das schien ihn nicht daran zu hindern selbst gute Menschenkenntnisse zu haben. Oder vielleicht auch gerade deshalb.
"Früher war es rar sich mit der Natur verbinden zu können. Zeit zu haben sich an einen See zu setzen und weg zu sein von all dem Lärm und Stress. Heutzutage ist man froh, wenn man einen Ort gefunden hat an dem man nicht wie im tiefsten Mittelalter leben muss. Deshalb schätze ich das hier. Scorpion bemüht sich sowas wie eine Zivilisation aufzubauen. Auch wenn er selbst auf den ersten Blick etwas unzivilisiert erscheinen mag." Er hatte den Hünen noch nie in einem Anzug gesehen, er sah eher aus wie irgendso ein komischer Punk oder so. Definitiv nichts womit sich Jesse normalerweise abgegeben hätte, doch der Mann war nichtsdestotrotz irgendwie sehr faszinierend. Val würde es verstehen, sobald er ihm gegenüber trat.
Allerdings wollte dieser das nicht tun ohne entsprechende Klamotten. Jesse erwartete nichts anderes von seinem Verlobten, also würde er sein Möglichstes tun, diesem seinen Wunsch zu erfüllen. Sie konnten nur hoffen, dass im Lager auch wirklich etwas aufzufinden war. Nicht, dass er Val schon zu viel versprochen hatte und am Ende sprang doch nichts dabei raus.
"Ein Hoch auf den Kapitalismus", wiederholte er Vals Worte etwas leiser. Er kümmerte sich nun, wie so oft, um das Geschirr. Es war zu einer kleinen Tradition geworden, so wie sich solche Rituale in einem Haushalt eben einschlichen. Jesse hatte irgendwann damit angefangen und es letztlich durchgesetzt, sodass er nun oftmals derjenige war, der nach Vals Eskapaden in der Küche alles wieder aufräumte. er kannte seinen Verlobten mittlerweile auch gut genug, dass er wusste, wie dieser die Küche im Anschluss vorfinden wollte.
Und wie so oft ... kaum blickte er für einen Moment nur auf das Geschirr, schlich sich Val an ihn ran. Jesse zuckte kaum merklich zusammen, als er dessen Hände um sich spürte, welche sich an seinen Bauch legten, während sich dessen Brust gegen seinen Rücken schmiegte. Dann spürte er das Kinn auf seiner Schulter, was ihn leicht schmunzeln liess. Val neigte dazu solche Angriffe immer dann auf ihn auszuüben, wenn er sich aufgrund einer Tätigkeit nicht wehren konnte. So wie jetzt, die Hände komplett nass, Geschirr in den Händen, das er nicht versehentlich zerschlagen wollte.
"Ja, Pech ist es allemal...", meinte er zum Thema Alexis. Dieser tat ihm ja auch irgendwie leid. Es war definitiv nicht das Gelbe vom ein im Arbeiterbereich leben zu müssen. Das erzählte ihm auch Minerva und von seinen Besuchen wusste er das. Scorpion gab zwar sein Bestes, dass die Arbeiter wie auch die Wächter sich einigermassen fair behandelten und es nicht zu sehr zu Machtspielchen kam, doch ganz verhindern konnte er es nicht. Zumal der Zoo stetig wuchs und mit jeder Person mehr, wurde auch das Risiko grösser, dass etwas passierte Was Jesse natürlich nicht hoffte.
Auf Vals Frage hin seufzte er leise, stellte den gewaschenen Teller zur Seite und griff zum nächsten. "Ich weiss es ehrlich gesagt noch nicht. An und für sich ja. Er ist ein guter Mann, er hat nützliches Wissen und er ist nicht dumm. Er hat diese Seite des Zaunes nicht verdient. Allerdings kann ich nicht jeden retten..." Er musste sich versuchen davon abzuschirmen. Etwas, das ihm schon immer eher schwer gefallen war. So sehr Val auch versucht hatte, ihm die Empathie abzugewöhnen, gelungen war es ihm nicht. Er konnte es immer nachfühlen, wie es einer Person ging, was es ihm unheimlich schwer machte sich zu distanzieren. Im Gegensatz zu Val, der in jedem nur das Schaf sah und das reichte ihm dann auch. "Minerva hat Priorität. Bei Alexis werde ich sehen, was sich machen lässt...", beantwortete er die Frage, ehe er den Hals ein wenig reckte, weil Val frech war und sich bei ihm Zärtlichkeiten abholte.
"Aber ich würde mein Mitgefühl für Leute, die mit mir gemeinsam überlebt haben nicht unbedingt als Sammelwahn bezeichnen..." Auch wenn es natürlich Parallelen gab. Er hatte gerne streunende Hunde aufgesammelt oder sich in Tierheimen umgeschaut und hätte am liebsten jeden Hund nach Hause genommen, wenn es denn möglich gewesen wäre. Vielleicht hatte Val ja doch ein wenig Recht. Vielleicht sammelte er wirklich jetzt Schafe statt Hunde. Und das wäre Val sicherlich ein Dorn im Auge. Seit der Nacht in Balar, als er nackt und zitternd daran erinnert wurde, dass er ein Raubtier zu sein hatte, wusste er wieder auf was für eine Art Mann er sich eingelassen hatte. Val hatte es noch nie gerne gesehen, wenn er Kontakte pflegte. Etwas, wovor auch Bedelia versucht hatte ihn zu warnen. Val wollte nicht, dass er sich mit anderen Leuten ausser ihm abgab.
Sachte lehnte er sich gegen Vals stattlichen Körper, während er den nächsten Teller wusch. Die Küsse an seinem Hals, die Berührungen dazu wurden inniger und liebevoller. Jesse schmunzelte immer noch, stellte den Teller weg und kümmerte sich dann darum, dass auch noch die Tassen und das Besteck abgewaschen wurden.
"Keine Sorge, ich werde mir schon noch etwas anziehen. Ich kenne deine Aversion dagegen, dass Menschen mehr von mir sehen könnten als ihnen erlaubt ist. Abgesehen davon hat es draussen Minusgrade und Schnee. Und ich bin noch nicht verrückt geworden." Ja, auch er konnte manchmal über sich selbst und seine Eigenarten Witze reissen, die oftmals ziemlich trocken daherkamen. Es war ja offensichtlich so, dass er gerade dabei war wahnsinnig zu werden, immerhin halluzinierte er bereits. Umso bitterer war sein Humor gerade, obwohl er tatsächlich ganz gut gelaunt war.
Als er die letzte Gabel abgewaschen und weggelegt hatte, verblieb er noch einen Augenblick in Vals Armen, lehnte sich gegen ihn und genoss die Berührungen und die Nähe seines Verlobten. Die letzten Tage waren sie nicht wirklich zu viel Zärtlichkeiten gekommen. Er war garstig und genervt gewesen, hatte anderes im Kopf gehabt und gestern hatte er einen Anfall gehabt. Einer von der Sorte, die eine Lücke in seinem sonst makellosen Gedächtnis hinterlassen hatte. Er wusste nicht mehr, was in der Zeit passiert war.
Schliesslich trocknete er sich die Hände ab und drehte sich in Vals Griff, um ihn anzusehen. Abermals erfreut einen dermassen hübschen und stattlichen Mann seins nennen zu dürfen. Deswegen lächelte er ihn auch erneut liebevoll an. Doch diesmal stahl er sich keinen Kuss.
"Ich zieh mich dann mal richtig an."
Damit wollte er sich aus der sanften Umarmung schälen, welche jedoch sogleich fester wurde. Etwas irritiert schaute er Val an, dessen Blick sprach wohl Bände. Er wurde nicht entlassen ohne einen Kuss. Jesse atmete kurz durch, erfüllte jedoch den Wunsch seines Mannes und liess ihm noch einen zärtlichen Kuss zukommen, wobei er ihm sogar die Hand an die Wange legte. Erst als Val zufrieden war, spürte er, wie die Umarmung wieder lockerer wurde und es ihm somit erlaubt war, sich anziehen zu gehen.
Den hämmernden Kopfschmerzen zum Trotz verschwand Jesse also rasch ins Zimmer, holte sich eine Hose, sowie einen Pullover, den er über das Shirt anzog. Auch Socken, die bereits ein paar Mal geflickt wurden zog er sich an, ehe sie sich schliesslich bereit machten, um nach draussen zu gehen.
Zuerst wollten sie zum Lager. Sie verliessen das Haus, Jesse dick eingepackt in seine Jacke und mit Wollmütze, weil es gerade nicht sonderlich schönes Wetter war. Der Schnee knirschte unter ihren Schuhen, alles war eisig kalt gefroren. Jesse hoffte eigentlich darauf, dass das Wetter vielleicht endlich wieder ein wenig besser wurde. Etwas Sonne könnte er wirklich vertragen. Doch zumindest lag der Schnee nicht so ewig hoch wie in Balar, was das Ganze etwas erträglicher machte.
Mit Val an seiner Seite marschierte Jesse also erst einmal zielstrebig zum Lager. Er nahm an, dass eine elegante Garderobe seinem Mann gerade wichtiger war als den Rest des Zoos besichtigen zu können, weshalb das Lager jetzt erst einmal oberste Priorität hatte.
Das Lager befand sich im grossen Hauptkomplex des Zoos, quasi im Herzen, wo auch die lagerbaren Nahrungsmittel aufbewahrt wurden, weil es dafür die Räumlichkeiten gab. Dort herrschte tatsächlich sogar reges Treiben. Das Lager war eben ein beliebter Ort. Jesse ging die Tür zu und hielt sie sogar für Val auf, bevor er hinter ihm eintrat. Kurz sah er sich um, bis er bei der ehemaligen Rezeption die führende Lageristin sah, auf die er zuhielt.
"Guten Tag. Ich möchte mich in der Klamottenabteilung umsehen. Mein Mann hier ist neu hergekommen und möchte sich seine Garderobe gerne selbst aussuchen", meldete Jesse sich an. Die Frau, die vielleicht ein paar wenige Jahre jünger als er war, schaute sie beide kurz an, lächelte und nickte dann, bevor sie ihnen ein Formular, sowie einen Stift reichte. "Einfach alles notieren was ihr mitnehmt", meinte sie. Jesse lächelte sie an, nahm Papier und Stift entgegen und ging dann abermals sehr zielstrebig auf eine weitere Tür zu, die bereits offen stand, weil sie gerade nicht die einzigen waren, die hier sein wollten. Sie traten ein und standen in einem Raum voller Regale, Kleiderständer und kistenweise Klamotten, die soeben sortiert wurden. Jesse orientierte sich kurz, bevor er erneut losmarschierte, als wüsste er ganz genau wonach er suchte. Val würde an seinen Fersen haften bleiben, dessen war er sich sicher und da machte er sich keine Sorgen. Schliesslich kamen sie um einige Kleiderständer herum und Jesse fand die Ecke, welche er suchte. An einem Metallständer hingen einige Anzugjacken und Westen. Am Ständer daneben Hemden in allen möglichen Farben und Musterungen, jedoch auch die ganz formelle Version. Daneben hingen einige Anzugshosen, ebenfalls im formellen Schwarz oder Dunkelblau, doch es gab auch einige extravagante Farben darunter. Anzüge, welche komplett gefunden wurden, waren noch einmal getrennt von den Einzelteilen schön beieinander aufgehängt.
Jesse lächelte zufrieden bei dem Anblick. Die Auswahl war natürlich nicht so gross wie noch vor zehn Jahren, doch es wohl zumindest schonmal ein Anfang. Kurzerhand ging er zu einer Kommode, öffnete die obersten zwei Schubladen, wo Krawatten und sogar Krawattennadeln aufbewahrt wurden.
Er drehte sich zu Val um und breitete die Arme aus, bevor er auf die Klamotten deutete.
"Fünf Garnituren kriegst du umsonst, den Rest musst du bezahlen...", erklärte er ihm dabei noch, bevor er ihn erst einmal schmökern liess.

@Valravn Vargström


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#23

RE: Jesse's Wohnung

in Wohnungen der Wächter 07.03.2020 14:43
von Valravn Vargström (gelöscht)
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Nüchtern betrachtet war Balar, für Jesse vor allem, noch dazu mit seinen 'kleinen' Problemchen, die er schon mit sich führte, seit Valravn ihn kannte, nicht gerade der beste Ort zum Leben, dessen wurde der Schwede sich, nach dem gestrigen Abend, immer mehr bewusst und wie er gesagt hatte, er würde dem Zoo eine Chance geben, sich erst einmal einen Einblick verschaffen, ehe er überhaupt in Erwägung zog, eine endgültige Entscheidung zu fällen. Bislang jedoch, sprach so ziemlich alles hier dafür, zu bleiben und letztendlich, hatte für Valravn, das Wohl seines Mannes, stets die oberste Priorität. Diese Wohnung oder viel mehr, jene, welche sie hoffentlich, in absehbarer Zeit, mit mehr Platz für sie Beide, beziehen könnten, ließe sich gut sichern für den Fall, dass Jesse wieder anfing, des Nachts, herumzuwandern. Bei all den Dingen, die es hier gab, die an Komfort geboten waren, der früher selbstverständlich war und heute als Luxus galt, dachte der Schwede eben nicht nur an sich selbst, schließlich führten sie eine Beziehung, daher war es unumgänglich das Valravn, auch an Jesse dachte. Dieser hatte sich bereits hier eingelebt, etabliert, sein Mann hatte Struktur, welche er durchaus brauchte, die ihm guttat und vor allem seine Psyche wieder etwas stabilisierte, so hoffte Valravn, denn diese Halluzination, einhergehend mit dem, noch relativ leichten, gar harmlosen, Anfalls gestern in der Dusche, bereitete ihm Sorge. Mehr als abwarten und beobachten konnte er demnach vorerst nicht, jedoch hoffte er, dass dies einzig dem immensen Stress zugrunde lag, dem Jesse, die letzten Wochen, ausgesetzt war.
Selbst wenn diese nicht gänzlich schwinden sollten, womöglich half ein stabiles, gesichertes Umfeld dabei, damit diese wenigstens abflauten, für den Moment jedoch hieß es abwarten, sowie in Ruhe, wohl erst heute Abend, mit Jesse das Gespräch zu suchen, was diesen Vorfall betrifft, denn obschon der Schwede Geduld hatte, so war das Thema nicht vom Tisch und dessen war sein Mann sich bewusst. Valravn räumte ihm lediglich Zeit ein und bot ihm dadurch die Möglichkeit, von sich aus, auf ihn zuzukommen, um sich ihm anzuvertrauen, denn so egoistisch, bestimmend, dominant dieser auch sein mag, so ist er in erster Linie Jesses Mann, der stets nur sein Bestes will und stets da war für ihn. Nicht nur um ihm Gehör zu schenken, wie beim Frühstück, wo sie sich ein wenig unterhielten, über vieles, allen voran den Zoo aber nicht den gestrigen Vorfall.
Es lief ihnen ja nicht weg, zudem war es wichtig, dass der Schwede sich, so schnell wie möglich, einen Überblick verschaffte, darüber wie es hier lief, was es gab, welche Regeln aufgestellt wurden, damit diese Kolonie überhaupt funktionierte, denn gänzlich ohne Struktur, Richtlinien, wäre das Ganze, sehr früh, sehr schnell, zum Scheitern verurteilt. Menschen sind Schafe, sie brauchen einen Schäfer, der sie anleitet, führt, sie behütet, obschon die hiesigen Schafe wohl eher einem Löwen anheimgefallen sind, der es vermag sich als Behüter zu tarnen. Ja, Valravn war gespannt darauf, Scorpion kennenzulernen, je mehr er über den Zoo erfuhr, umso neugieriger wurde der Schwede.
Der es sich auch nicht nehmen ließ, wie früher schon, jede Gelegenheit, gar schamlos, auszunutzen, wenn Jesse, mit dem Rücken zu ihm gewandt, da stand, sowie die Hände voll hatte, sodass er sich, der Annäherung und auch Avancen, seines Mannes, nicht erwehren konnte, als dieser sich, von hinten angeschlichen, an seinen Liebsten schmiegte, sowie diesem zusah, wie er das Geschirr spülte. Nein, es hatte tatsächlich nichts damit zu tun, dass er sicher gehen will, dass Jesse dies richtig macht, er war sehr gründlich, das weiß er, aber er wollte ein wenig Nähe, was niemand ihm verdenken könnte, noch weniger ließ er sich diese verwehren, außer wenn Jesse und er mal stritten. Blieb ja nicht aus, dass auch sie einander, manchmal, die kalte Schulter zeigten oder deutlich machten, Abstand zu benötigen.
Der heutige Morgen jedoch war erstaunlich angenehm, man könnte glatt vergessen, für einen kurzen Augenblick zumindest, dass die Welt, wie sie diese gekannt hatten, darin aufgewachsen waren, sich kennen, als auch lieben lernten, längst untergegangen war und seitdem ungefähr ein Jahrzehnt vergangen sein muss. Dennoch standen sie hier, Jesse den Abwasch tätigend, Valravn an diesen geschmiegt, in einer schlichten aber doch sauberen Wohnung, geschützt vor Wind und Wetter, vor den Gefahren, die da draußen lauerten. Es war dieses Stück Normalität, welches die Leute, egal ob Arbeiter oder Wächter, sich wünschten, ersehnten, denn die meisten Überlebenden waren nun mal, noch, mit der Welt vertraut, die sie verloren haben. Die Generationen, die diese nicht kannten, sie nicht missen würden, waren erst geboren worden, noch kleine Kinder, doch Menschen wie Jesse, Valravn, ja selbst der junge Anführer dieser Kolonie, würden wohl niemals vergessen, bis zu ihrem Ableben, was ihnen der Ausbruch, die wandelnden Toten, geraubt hatten.
Es war schön, tat gut, mit Jesse in der kleinen, doch sehr feinen, normalen, Küche zu stehen, sowie dessen Stimme zu lauschen, während der Schwede sich, dreist wie er ist, seinem Mann ein paar, kleine doch feine, Liebkosungen zukommen ließ dabei, Valravn konnte eben auch handzahm, gar verschmust sein, sofern er wollte oder das Bedürfnis danach hatte. Für ihn war der schöne Mann, den er in seinen Armen hielt, beim Abwasch aber dadurch nicht behinderte, die Liebe seines Lebens, die Jahre ohne Jesse waren trostlos, einsam, er überlebte, weil er sich weigerte zu sterben, weil sein Überlebenswille zu stark ausgeprägt ist, aber er wusste, nie wieder hätte er das gefühlt, wie in diesem Augenblick, mit Jesse an seiner Seite. Obschon die Welt da draußen, sich verändert hatte, sie selbst auch nicht unberührt davon blieben, so war Jesse die Person, an dessen Seite er gehörte, sein wollte, er war derjenige welcher Valravn glücklich machte und zugleich die einzige Person, die es vermochte, den Schweden dort zu verletzen, wo sonst niemand herankam, an sein Herz. Es gehörte ganz allein Jesse.
Der deutlich machte, dass für ihn, die kleine Russin Priorität hatte und nicht Alexis, der dennoch zu seinen Freunden zählte, sich aber offenbar, deutlich besser, als Minerva, mit dem Leben hier zu arrangieren wusste. "Sobald wir, meine Wenigkeit betreffend, hier alles geregelt und in die richtigen Bahnen gelenkt haben, sowie ich einer Tätigkeit nachkomme, werde ich mir, bei Gelegenheit auch mal deinen Freund Alexis ansehen." Entschied er, jedoch setzte er es nicht an erste Stelle auf seiner Liste mit Prioritäten, allerdings gab es Gründe, weswegen Valravn sich diesen Arbeiter, gewiss noch, sehr genau anschauen, sowie das Gespräch mit ihm suchen würde. "Bist du dir da sicher, Schatz? Wobei, wären die Schafe für dich Ersatz für Hunde, hättest du Minerva und Alexis, längst herausgeholt, selbst wenn du hättest töten müssen, womöglich hinkt der Vergleich ein wenig aber du kannst Parallelen, nicht von der Hand weisen mein Liebling." Merkte Valravn an, dabei klang er gar ein wenig amüsiert, was eher der Vorstellung zugrunde lag, dass Jesse, vermutlich jeden, töten würde, der einen Hund bei sich hatte, nur um an das Tier heranzukommen. Sein Mann war halt ...eigen.
Einen Augenblick nur hielt er inne, zog den Kopf, zur Seite geneigt, ein Stück zurück und betrachtete seinen Man, ob dessen Äußerung, ehe er ein wenig zu schmunzeln begann, sowie Jesse, liebevoll, einen Kuss auf die Schläfe drückte. "Stimmt, du hast lediglich einen Mann, der ganz verrückt nach dir ist." Fügte er hinzu, ehe er Jesse, bewusst, einen ganz fetten Schmatzer auf die Wange gab, sowie seine bärtige Wange, an der seines Mannes rieb, um dies zu verdeutlichen, ja etwas rum schäkern konnte auch der Schwede aber er würde jeden Augenzeugen umbringen, schließlich gestattete er es nur Jesse, diese Seite von ihm, zu Gesicht zu bekommen. Der sich in seinen Armen drehte, sich ihm direkt zuwendete, nachdem er den Abwasch beendet hatte und Valravn, automatisch, wieder eine gerade, aufrechte Haltung annahm, die stolzer kaum wirken konnte, dennoch lag nicht der, gewohnt kühle, gar strenge, Blick auf Jesse, auf den der Schwede ein kleines Stück herab sah. Was sich jedoch sehr schnell änderte, als Jesse, sich von ihm lösen wollte, um sich anziehen zu gehen, schön und gut, das war richtig so aber Valravn entließ ihn nicht, sondern schlang die Arme, ein klein wenig fester, um seinen Mann. Natürlich erwartete, verlangte er einen Kuss von Jesse, sowie dieser vor dem Frühstück, als der Schwede den Arzt hatte bei Seite schieben müssen, damit er seinen Mann, angemessen, einen guten Morgen wünschte. Er sagte auch nichts, sein Blick sprach Bände und lange musste er auch nicht warten, bis sich Jesses, zarte Lippen, an seine schmiegten für einen liebevollen Kuss, der herrlich süß schmeckte, sowie den Schweden wohlig seufzen ließ, bevor er die Umarmung wieder lockerte, gar die Arme sinken ließ und somit Jesse erlaubte, sich zu entfernen, damit er sich einkleiden konnte. In der Zeit verräumte Valravn das Geschirr, welches er abtrocknete, sowie noch einmal die Spüle auswischte, bis er und Jesse sich auf den Weg machten. Er lieh sich eine von Jesses Jacken, die Valravn gerade so passte, da er schlecht mit Bärenpelz rumlaufen konnte, gut er könnte schon, schließlich kam er gestern wie ein wilder Wikinger hier an, doch das war nicht das Bild, welches der Schwede vorhatte hier zu vermitteln.
Daher war es richtig, vor allem wichtig, sich Kleidung zu besorgen, die seinem Naturell mehr entsprachen, seine Persönlichkeit angemessen widerspiegelten, sowie deutlich machten, dass er besser war als alle Anderen. Hoffentlich hatte Jesse nicht zu viel versprochen, neben dem er durch den Schnee schritt, auf dem Weg zum Hauptkomplex wie es schien, welcher als Lager dienlich war offensichtlich. Egal ob leger gekleidet, in einem Bärenfell oder gar einem Kartoffelsack, Valravn stolzierte immer auf seinem persönlichen Catwalk, hatte das Kinn gereckt, die Schultern gestrafft, während er neben seinem Mann lief, sowie sich die Umgebung einprägte aber vorerst schwieg. Er gedachte, nach wie vor, erst einmal zu beobachten.
Dass Jesse ihm die Tür zum Lager aufhielt ließ er unkommentiert, er schritt einfach hinein, ließ sofort den Blick über die vielen Leute gleiten, hier herrschte offenbar reges Treiben aber sein Fokus richtete sich rasch wieder auf seinen Mann, dem er zur Lageristin folgte, welche er kühl, ausdruckslos eingängig betrachtete aber ihr letztendlich sogar ein höfliches "Danke" zukommen ließ, nachdem Jesse bereits Stift und Papier an sich genommen hatte. Sein Mann war äußerst zielstrebig unterwegs, was Valravn wenig überraschte oder gar verwunderte, er folgte ihm einfach, durch die Räumlichkeiten, die Halle, unzählige Kleiderständer und Kisten, welche erst noch ausgepackt, sowie sortiert werden mussten. Zugegeben, solch eine immense Ansammlung an Kleidung hätte er nicht erwartet, vor allem solch Vielfalt, das war in der Tat ...beeindruckend.
Allerdings war das, was er zu Gesicht bekam, beim hindurchmarschieren, ein Witz im Vergleich zu der 'Abteilung' in die sein Mann ihn führte, denn kaum um die Ecke gebogen, herumgegangen um einen der Kleiderständer, eröffnete sich, zumindest im Auge des Schweden, das modische Paradies!
Ihm blieb fast das Herz stehen als er den Blick über die Kleiderständer, Fächer und Regale wandern ließ, Jacketts, edle Hemden, Westen, Anzughosen, doch viel wichtiger noch, .... Krawatten!!
Als Jesse die Schubladen der Kommode öffnete, diese Schmuckstücke, als auch Krawattennadeln, zum Vorschein brachte, musste der Schwede wahrlich an sich halten, er war womöglich ein bisschen überwältigt, was gewiss nicht jeder nachvollziehen könnte, doch für einen Mann wie Valravn war diese Auswahl, dieser Anblick, vergleichbar mit einem leckeren Stück Kuchen für ein Kind, das ewig keinen mehr gegessen hatte.
Nun, er würde gewiss nicht zu weinen anfangen, vor Freude, doch sein eisiges Pokerface wich allmählich, seine markanten Züge wurden weicher und in seinem dunkelbraunen Auge ließ sich ein, begeistertes, Funkeln erkennen, als dieses über die Auslage huschte, sowie am Ende auf Jesse zum Erliegen kam. Welcher ihm offenbarte, dass er fünf Garnituren kostenlos haben durfte! Oh, sein modebewusstes, versnobtes Herz schlug gerade Purzelbäume in seiner Brust, weshalb er urplötzlich auf Jesse zuging, dessen Gesicht in seine Hände nahm und diesem einen innigen, wenn auch kurzen, Kuss auf die Lippen gab. "Ich liebe dich!" Flüsterte er ihm entgegen, ließ von Jesse ab und rieb sich, voller Vorfreude, die Hände ehe er direkt die Ständer mit den Hemden in Augenschein nahm, er musste erst einmal nach seiner Größe suchen, doch es lag auf der Hand, dass Valravn wohl für mindestens eine Stunde oder gar zwei, nicht wirklich ansprechbar sein würde, denn nun galt es erst einmal, fünf Garnituren herauszupicken, so zusammenzustellen, sodass er genug Kombinationen damit zustande brachte.
Der Schwede hatte schließlich noch kein eigenes Geld, schließlich war er, offiziell, nur ein Gast im Moment aber das würde er rasch ändern, denn bei solch einer Auswahl, fiel es ihm schwer, zu widerstehen. Ja, sie würden definitiv bleiben und sei es nur so lange, bis Valravn, jeden, ihm passenden, Anzug hier sich unter den Nagel gerissen hatte! Er war halt etwas eigen und jeder setzte nun mal andere Prioritäten im Leben, doch es lag auf der Hand, dass Jesse ihm, zu Beginn, genau den Ort zeigte, welcher den meisten Eindruck schindete auf den Schweden. Valravn war mitunter nun mal ein Snob, ein sehr modebewusster Mann, der sehr auf sein Äußeres achtete, auf sein Erscheinungsbild, der sich darüber nicht profilieren musste aber es gerne tat, verdeutlichte, dass er ein Löwe war und kein blökendes Schaf.
Während Jesse hier, höchstwahrscheinlich, nur zehn Minuten bräuchte und alles an Klamotten zusammen getragen hatte, was er benötigte, brauchte sein Mann, sehr viel länger aber dieser war eben von einem anderen Schlag. Valravn entschied sich am Ende für zwei klassisch weiße Hemden, eines in Schwarz, sowie Rot und Hellblau, bei den Westen war er gerne etwas gewagter und auch in Bezug auf die Krawatten, plus entsprechende Krawattennadeln. Die Anzugjacken und Hosen hielt er klassisch, einmal in Schwarz, zwei Sets in einem dunklen Marineblau, einer davon gestreift, ein weiteres in Bordeaux mit weißen Nadelstreifen und eine erdfarbene karierte Kombination. Viel zu wenig für den Schweden, der am liebsten alles haben wollte, verständlich, denn damals hatte er kein Limit aber es war, hier im Zoo, wenigstens ein Anfang.
Dennoch liebäugelte der Schwede, nicht all zu unauffällig, immer wieder mit einem der kompletten Sets, die im Preis sicher nicht so einfach erschwinglich waren, für einen gewöhnlichen Arbeiter wohl unerreichbar. Doch einer der Anzüge erinnerte ihn sehr an ein Stück, was er in seinem Kleiderschrank verwahrt, sowie gerne getragen hatte, eine helle, freundliche Kombination aus einem beigefarbenen Hemd, goldener Krawatte und einem hellblauen, dezent karierten Dreiteiler. Hach, der Anblick ließ sein modebewusstes Herz nahezu dahin schmelzen, zumal er, rein zufällig, als er diesen näher in Augenschein genommen hatte, auch noch sah, dass es genau seine Größe ist!
Sein Problem war jedoch sein stolz, Valravn konnte nicht darum bitten, gar fragen, ob Jesse, sein Geld, für dieses Schmuckstück ausgeben würde, nur damit sein Mann, eine sechste Garnitur sein Eigen nennen konnte und bei aller Liebe, er würde auch nicht über seinen immensen Schatten springen, dies verbot ihm einfach sein stolzes Wesen. So sehnsüchtig er diesen Anzug also auch ansehen mochte, am Ende riss er sich davon los, ohne mit einem Wort zu erwähnen, wie gerne er dieses Set haben wollte aber nein, er hatte sich früher alles selbst gekauft, er würde gewiss nicht seinen Mann darum bitten!
Valravn würde arbeiten, sich das nötige Geld beiseitelegen und dann zurückkommen, sowie jeden Anzug kaufen, der seine Größe hatte. Für den Anfang mussten die fünf Garnituren genügen, die er zusammen gesucht hatte, weshalb er, flüchtig noch einmal zu dem Anzug schaute, sich dann aber wieder gänzlich zu Jesse wandte, ehe dieser ihm vielleicht noch einschlief, vor Langeweile.
"Wo finde ich die Schuhe?"
Fragte er stattdessen, schließlich brauchte er dringend neues Schuhwerk, nicht nur passend zu seiner neuen Garderobe, sondern generell, denn seine Fellstiefel, als auch Lederstiefel, die ihm draußen von großem Nutzen waren, würde er hier im Zoo eher selten brauchen, sofern er sie nicht gleich ganz zur Wiederverwertung abgeben würde. Womöglich konnte man etwas davon noch verarbeiten zu etwas Anderem, doch generell taugten sie als Schuhwerk nicht mehr viel.

@Jesse Redford


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#24

RE: Jesse's Wohnung

in Wohnungen der Wächter 10.03.2020 14:10
von Jesse Redford (gelöscht)
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Nun, Jesse war womöglich nicht sonderlich subtil damit, wie sehr er wollte, dass Val hier im Zoo blieb. Denn die Entscheidung lag definitiv bei seinem Mann und wenn dieser entschied, dass sie zurück nach Balar gingen oder vielleicht gar ihre Pferde packten und ein Nomadenleben führten ... dann würde Jesse wohl oder übel mit ihm gehen. Da würde Val kein Pardon kennen und auch nicht mit sich diskutieren lassen. Jesse wünschte sich jedoch, hier bleiben zu können, wo er sich bereits eine Art neues Leben aufgebaut hatte, ähnlich wie damals auf der Ranch, nur noch stabiler, noch strukturierter und vor allem mit einem System, das ihm erlaubte sich Luxus gönnen zu können. Auf der Ranch hatten sie für jeden Happen Nahrung hart und körperlich arbeiten müssen, doch nun übernahmen das Andere für sie. Er selbst hatte zwar eine grosse Aufgabe, war er beinahe soetwas wie Scorpions rechte Hand und war entsprechend viel beschäftigt, doch manch ein Wächter musste gar nicht so viel körperlich tun. Gerade die Wachposten standen mehr oder weniger den ganzen Tag nur rum, hatten aber auch eine grosse Verantwortung inne.
Er war sich auch sicher, dass sie genügend Arbeit für Val finden würden. Sie hatten hier einiges an Tieren, die medizinische Versorgung genauso nötig hatten, wie die Menschen, ausserdem waren Ärzte ohnehin immer Mangelware. Er selbst konnte zwar notfalls auch Menschen versorgen, gar Operationen durchführen, allerdings hatte er im Gegensatz zu seinem Mann keinen Doktortitel. Auch wenn das heutzutage ohnehin nicht mehr viel zählte. Die meisten Menschen waren froh, wenn sie irgendwie halbwegs gescheit geflickt wurden, sollte etwas passieren. Val war auf jeden Fall die bessere Alternative, als die junge Ärztin, welche derzeit oft unterwegs war und weniger Empathie als ein Stein besass. Die wenigsten mochten sie so richtig. Val war zwar durchaus streng bis angsteinflössend, doch er arbeitete gut mit Patienten, gewissenhaft und zumindest meistens dem ärztlichen Kodex folgend.
Deshalb war Jesse eigentlich sehr optimistisch, dass Val hier einen Platz für sich finden könnte und eventuell konnten sie womöglich wirklich eine grössere Wohnung beantragen, nun da sie zu zweit waren. Wenn sie beide genug verdienten, würden sie sich das auf jeden Fall auch leisten können. Nun galt es einfach nur noch Val davon zu überzeugen hier zu bleiben. Was nicht einmal so sonderlich schwierig sein dürfte, Jesse kannte seinen Mann und er wusste, was für Schwächen er hatte. Man konnte es vielleicht nicht erahnen, wenn man ihn gestern noch gesehen hätte, mit den langen Haaren, der Fellbekleidung, den Narben... er hatte eher irgendwie etwas Vikingermässig gehabt, als der wunderbare, stilvolle Mann, der er eigentlich war. Deshalb war er sich sicher, dass Val spätestens, wenn er die Anzüge sah wohl einigermassen einknicken würde.
So betraten sie das Lager, Jesse wie immer sehr zielorientiert, ohne lange herum zu eiern. Er wusste ja, Val interessierte sich nicht wirklich für herkömmliche, bequeme Klamotten. Also brachte er ihn direkt zu den Anzügen, welche in der heutigen Zeit nur von wenigen Personen noch getragen wurden. Entsprechend wenig Leute stritten sich darum, da Komfort heutzutage wichtiger war als das Aussehen.
Kaum waren sie bei den Anzügen angekommen, konnte Jesse beobachten, wie Vals Laune sichtlich besser wurde. Es ging sogar so weit, dass dieser an ihn herantrat und ihm einen freudigen Kuss aufdrückte. Jesse schmunzelte leicht. "Ich liebe dich auch. Und jetzt tob dich aus..", meinte er zu ihm. Er beobachtete seinen Mann dabei, wie er sich das nicht zwei Mal sagen liess und sich vermutlich jedes einzelne Kleidungsstück genau ansah. Er ahnte schon, dass sie eine ganze Weile dafür brauchen würden. Beziehungsweise, Val würde eine ganze Weile dafür brauchen, denn der liess sich immer Zeit, wenn es um soetwas ging.
Jesse blieb erst einmal im Hintergrund, ging dann aber zu den Schuhregalen und hielt Ausschau nach Schuhen in Vals Grösse. Da Jesse nie etwas vergass, hatte er auch das im letzten Jahrzehnt nicht vergessen.
Wahnsinnig viel Auswahl gab es dahingehend jedoch nicht, sodass er letztlich nur vier Paar finden konnte, die Val womöglich vom Stil her passen konnten. Zwei schwarze, die nicht mehr ganz so auf Hochglanz poliert waren, jedoch noch einigermassen brauchbar aussahen, sowie ein Dunkelbraunes und ein Hellbraunes Paar Lederschuhe. Er stellte alle vier vor einen Stuhl, auf den er sich setzte, die Beine überschlug und einfach den Kopf in den Nacken legte. Seine Kopfschmerzen hämmerten immer noch viel zu sehr in seinem Schädel. Es war zum Kotzen. Aber immerhin verhinderte es, dass er nun einfach einschlief, während Val sich durch die Klamotten wühlte. Hin und wieder warf er ihm einen kurzen Blick zu, bevor er die Augen jeweils wieder schloss, um sie ein wenig auszuruhen.
Ihm war bewusst, dass ihm noch ein Gespräch bevorstand. Bis jetzt hatte Val ihn nicht weiter wegen der Sache von gestern bedrängt oder gar wissen wollen, was sonst noch alles so passiert war, hinsichtlich derartiger Halluzinationen. Jesse konnte nicht sagen, dass er dem Gespräch absichtlich aus dem Weg ging, er fühlte sich einfach gerade selbst noch nicht bereit dazu. Er wusste ja nicht, was wirklich abging, konnte nicht mit Sicherheit sagen, wann er das erste Mal halluziniert hatte, da ihm vermutlich erst viel später gesagt wurde, dass manche Dinge die er sah nicht wirklich existierten. Auch wenn es nur selten so ausgeartet war wie gestern, als das Ganze in einem Anfall gipfelte.
Nun war er geplagt von Kopfschmerzen, die ihm kaum erlaubten richtig zu denken, weshalb er es heute noch nicht angesprochen hatte. Dabei war er Val auch dankbar, dass er bislang nicht nachgefragt hatte, wohlwissend, dass sein Mann durchaus das Thema noch besprechen wollen würde. Da kam er wohl nicht drum herum, egal wie unangenehm es ihm war.
Jesse dachte auch darüber nach sich heute Nacht noch ein paar Schlaftabletten zu gönnen. Vielleicht half das auch etwas gegen die Kopfschmerzen, wenn er noch einmal eine Nacht einigermassen durchschlafen konnte.
Mal sehen, wie er dieses Thema am besten anschnitt. Val und Schlaftabletten... Nichts was Jesse gerne mit ihm beredete. Allerdings konnte er sich fast sicher sein, dass sein Mann die Dosen mit den Tabletten längst entdeckt hatte. Er würde es vermutlich also auch merken, wenn er sie nun woanders versteckte.
Das hiess, darüber würde er auch noch mit ihm reden müssen, was ihn jetzt schon derart anschiss, dass er davon nur noch mehr Kopfschmerzen kriegte.
Nach einer Weile merkte er, dass Val offenbar voran kam, denn er schlug die Augen auf und sah schon, wie er sich die eine oder andere Garnitur zurecht gelegt hatte. Nahm er wirklich NUR Anzüge? Ihm war bewusst, dass er vielleicht noch eine Jacke oder so brauchte?
Jesse seufzte leise. Er hatte eigentlich damit gerechnet, dass Val vielleicht drei Anzüge zusammenstellen würde und zumindest zwei normale Garnituren, die für das Wetter geeignet waren. Nur weil es allmählich Frühling wurde, hiess das noch lange nicht, dass die Temperaturen sprunghaft ansteigen würden. Aber na gut, das konnte er Val wohl ohnehin nicht ausreden...
Er lehnte sich im Stuhl etwas vor, während er ihn weiter beobachtete, sah wie er immer wieder zu einem kompletten Set äugte, einem blauen Anzug, der noch dazu ganz edel anmutete. Jesse hob leicht die Augenbrauen, warf dann aber einen Blick zu den ausgewählten Klamotten. Wie lange sass er nun schon hier? Eine Stunde? Zwei...? Er wusste es nicht. Auf jeden Fall viel zu lange.
Er ergriff Papier und Stift und schrieb alles auf, was sich Val bislang ausgesucht hatte. Auf seine Frage nach den Schuhen nickte er zu jenen, die er ihm bereits hingelegt hatte, wie der liebende Ehemann den er nunmal war.
"Hier, die sind in deiner Grösse", meinte er dabei zu ihm, während er sich erhob und die Grössen der Klamotten ebenfalls notierte. "Bist du dir absolut sicher, dass du nur Anzüge willst? Keine warme Jacke? Oder zumindest eine Übergangsjacke? Hast du vor ausschliesslich im Anzug unterwegs z u sein...?", hakte er nochmals nach. Konnte ja sein, dass VAl das nicht bedacht hatte, auch wenn er ein paar Zweifel daran hegte.

@Valravn Vargström


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#25

RE: Jesse's Wohnung

in Wohnungen der Wächter 10.03.2020 19:05
von Valravn Vargström (gelöscht)
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Man musste wohl zugeben, dass Jesse den Vorteil hatte, Valravn wirklich zu kennen, all seine Stärken, seine Ecken und Kanten, gar seine Schwächen, denn trotz allem, verbarg der Schwede sich vor seinem Mann nicht. Schicht für Schicht gab er, über Jahre hinweg, mehr von sich Preis, zeigte Jesse sein wahres Wesen und dieser ... akzeptierte ihn. Liebte ihn und das bis heute, wahrlich keine Selbstverständlichkeit, doch Jesse war auch anders, besonders, für Andere seltsam aber für den Schweden pure Faszination, Genie und Wahnsinn, so dicht beieinander, noch dazu eingefasst in einen wunderschönen Körper, dessen Anblick bereits genügte, um unzählige Emotionen, Sehnsüchte, Wünsche als auch Begierden in dem Schweden zu wecken. Er wusste, dass Jesse sich dieses Wissen, manchmal, zunutze machte, um seinen Mann in die, von ihm gewünschte Richtung, zu schubsen oder zumindest zu locken. Valravn war sich im Klaren darüber, dass Jesse seine Schwächen nutzen, seine Vorlieben bedienen würde, einzig damit der Schwede letztendlich die Entscheidung traf, für sie Beide, hier im Zoo zu verweilen und obschon er sich dessen bewusst war, ließ Valravn diese Manipulation, seinerseits, tatsächlich zu.
Er spielte das Spiel mit, wenn man so will.
Nur anders, als bei Jesse, waren diese Art der Manipulationen bei dem Schweden, im Umgang mit Anderen, weit weniger harmloser Natur aber für den Moment, hatte er kein Interesse daran, Fäden zu spinnen, Leute gegeneinander auszuspielen oder aus reiner Neugierde heraus, die Leute an ihren Verstand zweifeln zu lassen, nur um zu schauen, wozu sie dann fähig waren, wenn die Fesseln, die Hemmschwellen, der alten Gesellschaft, zerrissen waren.
Schließlich musste er sich hier erst einmal einen Platz sichern, sich unentbehrlich machen, so wie Jesse es bereits, unbewusst, getan hatte aber der Schwede war mehr als zuversichtlich, er hatte viele Talente, war vielseitige einsetzbar, moralisch höchst flexibel und vor allem scheute er sich nicht davor, sich die Finger schmutzig zu machen. Als Veterinär blieb das schließlich nicht aus und Blut war dabei, wahrlich, noch das Harmloseste. Dazu kam sein umfangreiches Wissen im Bereich der Humanmedizin, schließlich war er ebenso Psychiater, seine Leidenschaft für Anatomie und auch Psychologie, hatten ihn, wie besessen, damals, in jungen Jahren, studieren lassen. Seine zwei Doktortitel kamen ja nicht von irgendwo her, darauf war er, bis heute, überaus stolz, obschon die heutige 'Gesellschaft', sofern man einen Haufen Überlebender, als solche Bezeichnen möchte, wohl nicht mehr viel Wert darauf legte aber der Schwede war, aufgrund seines Alters, seiner Erfahrung, von weitaus größerem Wert, eine Bereicherung, im Vergleich zu unerfahrenen, jungen Halbstarken.
Zwar war Valravn nicht gerade der emotionalste Mensch, doch im Umgang mit Tieren, was Jesse ausgiebig bezeugen konnte, legte der distanzierte Schwede, sehr viel Feingefühl, als auch Verständnis, an den Tag und was war der Mensch? Nichts anderes als ein Tier, dass sich, in seiner Arroganz, über die anderen Spezies erhoben hatte. Also ja, auch bei Menschen hatte er Feingefühl, Empathie und er hielt sich an seinen hypokratischen Eid, welchen er vor vielen Jahrzehnten abgelegt hatte. Zumindest dann, wenn er tatsächlich, als Arzt praktizierte, in seiner Freizeit war er da natürlich ...flexibler.
Zusätzlich hatte er Jesse an seiner Seite, sie waren ein eingespieltes Team, nicht nur auf der Jagd, auch sein Mann war medizinisch bewandert, hatte sein Studium zwar nie beendet, doch setzte dieses, indirekt, in der Beziehung mit Valravn fort, wenngleich nicht unbedingt dazu, um Menschenleben zu retten.
Und selbst wenn er als Arzt nicht gebraucht werden würde, so war Valravn immer noch ein ausgezeichneter Kämpfer, schön, nicht mehr der Jüngste aber dafür umso unerbittlicher, erfahrener, er war seit Jahrzehnten ein Raubtier, dass mit zunehmenden Alter nicht ungefährlicher oder gar harmloser wurde. Im Gegenteil.
Die letzten zehn Jahre haben manche Seiten forciert, stärker gefördert, als Andere. Nicht alle Narben an seinem Körper verdankte er dem Grizzlybären, jene in seinem Gesicht, das Brandzeichen auf seinem Rücken, sie zeugten davon, dass der Mensch immer noch das gefährlichste Wesen von Allen war auf diesem Planeten.
Trotz allem war der Schwede jedoch ein Raubtier mit Stil, dass sich eine Garderobe wünschte, die seiner Erscheinung besser schmeichelten, als das Bärenfell, die Trophäe, welche ihn in den letzten Wintern kuschelig warm gehalten hatte und vor dem Erfrierungstod bewahrte. Sollten sie hier bleiben, dann würde er dieses Fell nicht an den Nagel hängen, doch es ließe sich im Schlafzimmer oder auf dem Boden, im Wohnzimmer, vor dem Ofen, sicherlich gut in Szene setzen, sofern es nicht einfach als Decke diente, in einer kühleren Nacht.
Jedoch wollte Valravn den Wilden da belassen, wo er hingehörte, im Wald, im Abfluss, wohin gestern, der ganze Dreck hinab gespült wurde als er nach zehn Jahren, endlich wieder, eine heiße Dusche hatte nehmen können und sein Antlitz, wieder mehr dem Mann entsprach, der er vor dem Ausbruch gewesen ist. Ein ausgezeichneter Schachzug seines Mannes also, Valravn zuerst zum Lager mit der Kleidung zu bringen, wo Jesse ihn sehr zielgenau, was Anderes erwartete der Schwede auch nicht, in die Abteilung brachte, wo dessen versnobtes Herz garantiert höher schlagen würde. Seiner überschwänglichen Freude, Begeisterung, verlieh er mit dem Kuss Ausdruck, welchen er Jesse gab und es sich, gewiss nicht zweimal, sagen ließe, sich auszutoben, denn das tat er! Es war vielleicht keine edle Herrenboutique, kein Besuch bei seinem persönlichen Schneider aus Stockholm, doch es war ein kleiner Rausch, in den der Schwede verfiel und alles Andere, augenscheinlich, ausblendete, da er so sehr darauf fixiert war, sich eine angemessene Garderobe zusammenzustellen. Selbstverständlich erwählte er nur Anzüge, setzte sich seine eigenen Sets zusammen und einen kurzen Augenblick hielt er inne, als er bei den Hemden, eines fand, das Grasgrün war.
Bei dessen Anblick presste der Schwede die Lippen aufeinander, musste das Grinsen unterdrücken, welches sich auf sein Gesicht schleichen wollte, es war nicht seine Größe aber die von Jesse, weswegen er nicht widerstehen konnte und den Kleiderbügel mit dem Hemd, von der Stange nahm, sowie sich damit zu seinem Mann herumdrehte.
Dieser saß auf einem Stuhl, abwartend, gar etwas abwesend, weshalb der Schwede sich räusperte und dann, überspitzt begeistert, zu Jesse meinte. "Sieh nur Schatz!! Es hat deine Größe, es wäre perfekt für dich!"
Er wusste ganz genau, dass Jesse Hemden in der Farbe Grün, ganz gleich welche Nuance des grünen Spektrums, hasste und dies, warum auch immer, einfach nicht in seinem Kopf miteinander vereinbaren konnte. Vermutlich lag es an seiner Synästhesie oder daran, dass er ein bisschen seltsam ist, mitunter sehr anstrengend.
Doch ganz gleich wie kompliziert es manchmal war, ist, mit Jesse zusammen zu sein, Valravn nahm ihn, mit all seinen Ecken und Kanten, liebte, schätzte und respektierte ihn, sowie sein Mann dies bei ihm tat. Sie waren, definitiv, nicht frei von Fehlern und sonderbar auf ihre Art, doch zusammen harmonierten sie.
Einen Moment lang sah er seinen Mann auch nur an, bevor er, leise lachend letztendlich, das grüne Hemd zurück an seinen Platz hängte, er hatte, zu Jesses Glück, noch kein eigenes Zoogeld, also musste sein Mann nicht befürchten, dass der Schwede es kaufen würde, einzig um ihn etwas zu necken.
Nur leider konnte er sich, aus Mangel dessen, auch nicht sofort die kompletten, edel anmutenden Sets aneignen, die hier ebenfalls ausgestellt waren, zum Kauf zur Verfügung standen, doch bald, ganz gewiss bald, würde er sich diese Schmuckstücke, sofern sie seine Größe hatten, wie der Hellblaue, unter den Nagel reißen.
Nun gut, er hatte seine Garnituren alle beisammen, während sein Mann, geduldig, sowie brav, stillschweigend gar, gewartet hatte und mehr als das, sogar passendes Schuhwerk herausgesucht, auf das er Valravn aufmerksam machte. Dieser folgte sogleich seinem Deut hinab zum Stuhl, wovor die vier Paar standen. Valravn schaute von den Schuhen auf, blickte Jesse, ausgesprochen verzückt, entgegen und schenkte seinem Mann ein strahlendes Lächeln, ein sehr seltener Anblick, doch es bedurfte dafür auch keiner Worte. Jesse machte ihn damit unfassbar glücklich, aus dem Grund musste er die Schuhe auch nicht anprobieren, sein Mann kannte seine Schuhgröße, sein Gedächtnis war, fast, lückenlos und präziser als Valravn mit dem Skalpell, ebenso scharfsinnig war der hübsche Lockenkopf auch.
Auf Jesses Nachfrage hin stutzte Valravn, man könnte fast meinen, er sei empört, aufgrund des Blickes, welchen er seinem Mann zuwarf und sich diesem gänzlich zuwendete. "Schatz, ich habe zehn Jahre lang Kleidung getragen, von Toten unter anderem, Sachen die auseinander fielen irgendwann, Kleidung die ich mir selbst zusammen flicken musste, Leder, Felle. Ich weigere mich, auch nur eine einzige Sekunde länger, in eine Garderobe zu schlüpfen, die mir zutiefst widerstrebt, nur aufgrund eines leichten Wetterumschwungs vielleicht."
Glich fast einem Wunder, dass er die fünf Garnituren nicht sogleich, behütend, beschützend, an sich drückte, damit Jesse, ja nicht auf die Idee käme, sie ihm wieder wegzunehmen. Doch das würde nicht passieren und noch weniger gelingen, denn der Schwede war entschlossen, es war sinnlos mit ihm vernünftig über die Wahl seiner Garderobe zu diskutieren, denn er selbst sah das Ganze nicht so eng. "Wir haben ein Dach über dem Kopf, sobald ich mein eigenes Geld hier verdiene, werde ich meine Garderobe aufstocken aber ich lasse mir diese ... Schätze gewiss nicht durch die Lappen gehen. Zumal ich länger diese Anzüge tragen werde, als irgendeine Übergangsjacke, um rasch von A nach B zu gelangen."
Er war ein sturer Mann, das weiß Jesse, es war zwecklos, er würde diese Garnituren nicht eintauschen, allen voran deshalb nicht, weil die Anzüge für ihn wie eine zweite Haut sind, in der er sich wohlfühlte. Jesse mochte es leger, bequem, darin fühlte er sich wohl, es passte zu ihm, seinem Naturell und so war es bei dem Schweden, der nur ganz andere Ansprüche hegte, sowohl an sich selbst, wie auch an seine Garderobe.
Schließlich trat der Schwede dichter an Jesse heran, blickt hinab auf den Zettel, auf dem er alles notiert hatte, was sie mitnehmen würden, schweigend sah er darauf einige Sekunden herab, bis er den Blick anhob, sowie sich zu Jesse beugte, mit den Lippen streifte er dessen rechten Wangenknochen aber stoppte nicht. Dies tat er erst nahe an seinem Ohr, in welches er leise, mit gesenkter Stimme und stoischer Ruhe hineinflüsterte. "Sollte mir kalt werden, so kann ich mich immer noch an meinen, überaus reizvollen, wunderschönen Mann, schmiegen, sowie wärmen. Falls das nicht reichen sollte, nun, dann werde ich dir einfach die Kleidung vom Leib reißen und dich, hier zum Beispiel, zwischen den ganzen Kleiderständern, sowie Regalen ..nehmen."
Raunte, drohte beinahe schon, Valravn zum Ende hin seinem Mann ins Ohr, der sich gewiss gut daran erinnern konnte, dass sein Mann, der so prüde, zugeknöpft erschien, allen voran in seinen Anzügen, ein ziemlich gewiefter, leidenschaftlicher Mann ist, der nicht selten, an ungewöhnlichen, vor allem neuen, Orten gerne mal über seinen Mann herfiel und sich dies wohl auch bis heute nicht geändert hatte. Ebenso wenig die Tatsache, dass er es liebte, Jesse ein wenig in Verlegenheit zu bringen, mit seiner, oftmals unverblümten, sehr direkten Art.
"Ich gestehe, ich hätte durchaus Lust darauf, dich hier und jetzt, gegen eines der Regale zu drängen, meine Hände unter deine Kleidung zu schieben, dich zu berühren, ...während du dich darum bemühst ..leise ... zu sein, aufgrund der vielen Leute, die sich hier tummeln."
Seine dunkle Stimme wurde untermalt von einem erregt anmutenden Knurren, welches seine Kehle hinauf gekrochen kam und seine Worte nur noch verruchter klingen ließen. Valravn konnte überaus spontan sein, vor allem in Liebesdingen, obschon ihm manchmal schon die reine Vorstellung dessen, was er hier und jetzt, mit Jesse tun könnte, gerne tun würde, genügte aber am liebsten setzte er so etwas natürlich auch in die Tat um. Er senkte den Kopf ein Stück, streifte mit der Nasenspitze Jesses Hals, ehe er tief einatmete, seinen Duft einsog und ihm, nur leicht, einen zarten Kuss auf die warme, weiche Haut hauchte. "Ich denke wir haben alles, bringen wir die Garnituren nun vor zur Lageristin? Was kommt als Nächstes, Jesse?"
Fragte er flüsternd, im selben Ton, seinen Mann, denn so gerne der Schwede die Kontrolle übernahm, er kannte die hiesigen Gepflogenheiten und Abläufe noch nicht, daher orientierte er sich, selbstverständlich, erst einmal an Jesse, der hier schon eine ganze Weile lebte, sowie wusste, wo der Hase lang läuft.



@Jesse Redford


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#26

RE: Jesse's Wohnung

in Wohnungen der Wächter 14.03.2020 12:55
von Jesse Redford (gelöscht)
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Wenn man eine Menge Zeit mit einer Person verbrachte, lernte man automatisch deren Eigenartig früher oder später kennen. Besonders, wenn man dabei so tief ging, dass man gar gemeinsam mordete. Val hatte eine gute Selbstbeherrschung, Jesse war also überzeugt, dass alles was er von ihm wusste, von diesem auch beabsichtigt war. Etwas vom wenigen, das Val nicht geplant hatte, womöglich sein grösstes Geheimnis, war damals gewesen, dass er Leute tötete. Ausgerechnet das hatte Jesse versehentlich von sich aus entdeckt. Damals war er schockiert und verängstigt gewesen, insbesondere, weil Val ihn damals überwältigt und ruhig gestellt hatte. Doch schon damals schien Val wild entschlossen gewesen zu sein, dass sie irgendwann gemeinsam auf die Jagd gehen würden. Denn er liess ihn am Leben. Gab ihm Zeit, nachzudenken, das Ganze sacken zu lassen, bis Val eines Tages wieder vor seiner Haustür stand und Jesse seine helfende Hand reichte, als er im Affekt eine junge Frau tötete und sich nicht anders zu helfen wusste.
Bedelia, Vals Exfrau, klärte ihn später darüber auf, dass der einzige ungewollte Zufall im Ablauf dieser Geschichte jener Moment gewesen war, als er ahnungslos in Vals Küche trat. Das war der Moment gewesen, den Val nicht einberechnet hatte, doch vielleicht hatte es dessen Entscheidungen beschleunigt. Das, was er aus ihm machen wollte.
Bedelia war felsenfest davon überzeugt, dass Val ihn manipulierte und ihn längst in seinem Spinnennetz gefangen hielt. Sie prophezeite ihm ebenso, dass er gar keine andere Wahl hatte, als sich dem mörderischen Leben des Schweden anzuschliessen, denn sollte er sich weigern, würde er als nächstes auf dem Teller landen.
Damals hatte Jesse sich geweigert ihr zu glauben, doch je länger er darüber nachdachte, desto mehr begann er zu realisieren, dass sie Recht hatte. Val hatte ihre damalige Trennung schon nicht akzeptiert, die Scheidung, welche Bedelia eingereicht hatte, hatte er nur so lange geduldet, wie sie mitgespielt hatte. Kaum hatte sie angefangen sich zu wehren... war sie des Todes gewesen.
In den letzten zehn Jahren hatte Jesse immer und immer wieder darüber nachgedacht, wie sehr er sich von Val hatte einlullen lassen... und bis zum heutigen Tage konnte er nicht sagen, wie viel davon er letztlich kontrolliert hatte. Er hatte sich nach Val gesehent, ihn vermisst und vor allem nie damit gerechnet, dass er so lange ohne ihn weiterleben konnte. Er war sich sicher, dass er diesen Mann liebte, dass die Zuneigung echt war.
So wie jetzt, als er ihn noch ein wenig beobachtete, während Val ganz verzückt seine neue Garderobe zusammenstellte.
"Oh natürlich liebst du ihn. So wie der Drogensüchtige seine Drogen liebt", hatte Bedelia damals zu ihm gesagt. Konnte es sein, dass sie Recht gehabt hatte? War Val seine Droge? In den letzten Jahren hatte er realisiert was Val in ihm geweckt hatte, was für ein Ungeheuer er in ihm hervorgebracht hatte. Wie ein abgerichteter Jagdhund stürzte er sich auf seine Beute, wenn es sein musste, Val brauchte nur ein Wort zu sagen und er würde auf Kommando jemandes Kehle durchschneiden.
Und nun hatte er ihn wieder und ... er wollte ihn nie wieder gehen lassen... All ihrer Höhen und Tiefen zum Trotz wollte er an Vals Seite bleiben und immer zu ihm gehören. Obwohl es nicht immer einfach war mit ihm und er sich den Regeln zwischen ihnen beugen musste. Zugegeben, es fiel ihm etwas schwerer nach zehn Jahren Selbstständigkeit die alten Bahnen wieder einzunehmen, weshalb es ja erst zu der Situation in Balar gekommen war, als Val ihn daran erinnert hatte, wer und was sie waren.
Val riss ihn aus seinen Gedanken, als er ihn wegen eines Hemdes ansprach. Jesse musterte es für einen Wimpernschlag, bevor er den Mund verzog. Nein, er würde dazu gar nicht erst etwas sagen. Wenn Val sich das bescheuerte grüne hässliche Hemd kaufen wollte, musste er einfach damit rechnen, dass er dann vorerst im Hotel schlafen würde oder das Ding direkt im nächsten Ofen verbrannte. Er hasste grüne Hemden und konnte dabei noch nicht einmal rational erklären warum. Es war einfach so. So wie er jeden Kalender vernichtete in dem die Wochentage die falsche Farben hatten... War eben so eine Eigenart von ihm.
Val war aber immerhin geistesgegenwärtig genug das Hemd wieder weg zu hängen, bevor er dann allmählich zu einem Ende kam. Also erhob sich Jesse, um sich zu notieren, was Val alles ausgesucht hatte.
Der offensichtlich nicht im Traum daran dachte auch nur eine einzige Klamotte einzupacken, die nicht irgendeinen Anzug ergab. Aber gut, Val war ein erwachsener Mann, er würde ihm da sicherlich nicht dazwischen reden. Zumal er auch verdammt stur war was sowas anging, sodass Jesse gar nicht erst eine Diskussion anfangen würde. Er würde ohnehin verlieren.
Akribisch, wie er von Natur aus war, notierte er Grösse, Farbe und Art der Kleidungsstücke. Seine Schrift war dabei wie immer irgendwo zwischen geschwungen und leicht krakelig. Sehr speziell.
Als Val näher kam und sich zu ihm beugte, achtete Jesse erst gar nicht gross auf ihn, sein Kopf zuckte gar ein wenig zur Seite, als er dessen Lippen an den Wangenknochen spürte, wenn auch nur hauchzart. Er war gerade konzentriert, weshalb er das sogar unbewusst machte.
Doch als Val ihm dann ins Ohr raunte - trotz seiner Konzentration saugte sein Verstand jedes davon glasklar auf - stockte er dann doch kurz. Val war dahingehend echt hinterhältig, seine Worte liessen ihm die Haare zu Berge stehen, weil er sich richtig gut vorstellen konnte, wie er hinter die Kleiderständer gezerrt und vernascht würde. Val scherzte bei sowas eher selten, in der Regel zog er sowas durch. Jesse wusste jedoch trotzdem nie welche Reaktion nun angebracht war, ob er einfach mitspielen sollte oder sich dagegen aussprechen.
Ihm wurde ein wenig heiss bei der Vorstellung und gleichzeitig hoffte er, dass Val ihn nur wieder aus der Fassung bringen wollte. Also räusperte er sich, sein Atem zitterte dabei ein klein wenig.
"Also ähm...", begann er. "Ich weiss es wirklich zu schätzen, dass du mich nach wie vor unwiderstehlich findest aber ... Doch nicht hier, Val!", murrte er und hob die Augenbrauen, bevor er sich schon umsah, ob jemand dieses Gespräch mitkriegte. "wir haben hier schon 2 Stunden wertvolle Arbeitszeit verplempert, weil du so unglaublich lange brauchst, um überhaupt ein Outfit zu finden. Denkst du wirklich wir haben jetzt noch Zeit für solche Spässe....?" Ja, da schwang ein Vorwurf mit drin, denn er hätte die fast zwei Stunden eigentlich gerne für anderes genutzt, allerdings war er sich fast sicher, dass Val es ihm übel genommen hätte, wenn er ihn hier einfach hätte stehen lassen wie ein Kind, das man ins Kinderparadies stellt oder so... Zumal er ihm versprochen hatte sich heute Zeit für ihn zu nehmen, damit er sich so rasch wie möglich selbst im Zoo zurechtfand. Was wohl am wichtigsten war, damit er ihn alsbald alleine losziehen lassen konnte.
Deshalb würde er sich jetzt einfach so selbstbewusst wie möglich zeigen, damit Val ja nicht auf falsche Ideen kam. Er drehte sich Val ganz zu, faltete das Papier zusammen, wobei er den Blickkontakt nicht abbrach. Ja keine Schwäche zeigen, sich nicht beeindrucken lassen. Als das Papier fein säuberlich gefaltet war, steckte er es sich in die Brusttasche seiner Jacke, ohne den Blick zu senken. Dann beugte er sich ein wenig vor.
"Du kannst mir die Kleider vom Leib reissen, sobald wir Zuhause sind. Aber nicht hier. Wir fangen nicht wieder mit schlechten Angewohnheiten an, klar?", raunte er und hob dann leicht die Augenbraue, mit einem ganz dezent herausfordernden Lächeln.
Es kostete ihn tatsächlich auch ganz viel so spielerisch zu sein, denn sein Kopf hämmerte noch immer übelst, weshalb er am liebsten einfach grumpy wäre. Doch gleichzeitig fühlte er sich auch noch immer erfrischt von so viel Schlaf, was es ihm wiederum ein wenig erleichterte Val die Stirn ein wenig zu bieten.
"Also pack deine Klamotten zusammen. Ich lasse sie direkt zu uns bringen. Anschliessend ... Entweder wir schauen nach Sleipnir oder ich führe dich noch ein wenig durch den Zoo. Zeige dir den Nomadenbereich, die Bar, die Arbeiterbereiche..." Sein Blick war nach wie vor ein wenig herausfordernd, fast ein wenig tadelnd.
"Aber nur wenn du dich zusammenreisst und brav die Finger von mir lässt. Verstehen wir uns...?"

@Valravn Vargström


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#27

RE: Jesse's Wohnung

in Wohnungen der Wächter 25.03.2020 18:56
von Valravn Vargström (gelöscht)
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Hätte der Schwede schon sein eigenes Geld, er hätte eiskalt das grüne Hemd gekauft, jedoch ohne Jesse im Schlepptau, dann hätte er es nämlich noch hübsch eintüten können, als Geschenk präsentiert und, was sehr wahrscheinlich war, dabei zusehen dürfen, wie sein Mann, das Stück Stoff, eiskalt, im Ofen verbrannte. Er verstand bis heute nicht, wie man so eine Aversion gegen grüne Hemden haben konnte, Jesse vermochte es auch nicht, dies zu erklären aber irgendwo amüsierte es den Schweden ungemein, denn die grünen Hemden für Jesse, waren genau dasselbe, wie Jogginghosen für Valravn. Ein absolutes No Go! Doch der kleine Scherz, auf Kosten seines Mannes, war im Nu wieder vorbei, das böse grüne Hemd wurde wieder zurückgehängt, sodass der Schwede sich, letztendlich soweit ausgetobt, sowie rumgestöbert hatte, bis er die fünf Garnituren perfekt zusammen gestellt hatte. Dank seines Mannes, der zwar keinerlei Modestil besaß, dafür aber ein ausgezeichnetes eidetisches Gedächtnis, musste der Schwede sich auch nicht herumplagen, mit der Suche nach dem passenden Schuhwerk, dies hatte Jesse bereits erledigt. Zu seiner höchstens Zufriedenheit passten sie farblich auch perfekt zu den Kleidungsstücken, für den Moment hatte er also alles Nötige, was er brauchte, haben wollte und Jesse tat gut daran, keine Diskussion darüber zu beginnen, ob es nicht ratsam wäre, etwas wettertaugliche Kleidung an sich zu nehmen. Sein Mann kannte die Antwort, wusste, wie der Schwede reagieren würde und dass solch eine Diskussion absolut zwecklos ist, in Bezug auf seine Garderobe, war Valravn absolut unnachgiebig. Der es sich nicht nehmen ließ, etwas dichter an seinen Mann heranzutreten, während dieser sich, ganz akribisch in seiner typischen Handschrift, alles notierte, was sein Mann dazu auserkoren hatte, um in ihrem Kleiderschrank zu landen.
Den müsste er eh, sobald er sein eigenes Geld verdiente hier im Zoo, völlig ausmisten, sowie Jesse gänzlich neu einkleiden, weil das, was er bislang sein Eigen nannte, einfach absolut nicht ging. Zwei Paar Hosen! Gefühlt tausendmal dasselbe oder ähnliche Shirts, das war einfach eine Katastrophe, war denn gar nichts hängen geblieben, von den unzähligen Stunden, der Stilberatung, welche der Schwede seinem Mann, regelmäßig, gegeben hatte, wenn auch eher unfreiwillig, bis er Jesse endlich so weit war, nachgab und sich die Kombinationen merkte, welche zu gewissen Anlässen Pflicht waren für ihn.
Der Schwede war dahingehend unnachgiebig, wenn er Jesse schon nicht dazu bewegen konnte, ihn zu seinem Schneider zu begleiten, so musste er sich, bezüglich seiner Garderobe, eben dahingehend anpassen, wenn Valravn ihm, Stück für Stück, neue Kleidung kaufte nach Augenmaß, denn shoppen mit seinem Mann, wäre dem Schweden damals schon ein Graus gewesen und umgedreht. Während Valravn sich stundenlang in einer Herrenboutique aufhalten konnte, sowie höchste Freude dabei empfand, war Jesse wie der unleidige, jammernde, typische Ehemann, der nur dazu taugte, in der Ecke abgestellt zu werden und später die Tüten zu schleppen. Es glich ehrlich gesagt einem Wunder, das Jesse, in den vergangenen beiden Stunden, nicht einen Mucks, kein Wort des Unmuts, über seine Lippen brachte oder Valravn dazu anhielt, sich zu beeilen, was ohnehin zum Gegenteil führen würde, denn der Schwede ließ sich nicht hetzen.
Ebenso wenig abwimmeln, denn Valravn hatte an Kleidung was er begehrte, doch das war bei weitem nicht alles, was seine Begierde weckte, nur äußerte sich diese deutlich anders, denn um sie zu befriedigen, bedurfte es einer zweiten Person, nämlich niemand geringerem als seinen Mann. Dieser stockte, seine Reaktion war zunächst kaum merklich, da er konzentriert war, damit die Kleidungsstücke akribisch aufzulisten, der perfekte Zeitpunkt für den Schweden, der es liebte, Jesse stets dann zu überrumpeln, wenn er nicht damit rechnete oder die Möglichkeit hatte ihm auszuweichen. Denn obschon dieser Bereich groß war, befand Jesse sich im hinteren Teil der Sackgasse, vor sich seinen Mann habend, dessen dunkelbraunes Auge, jedes noch so feine, kleine Detail in Jesses wunderschönen Gesicht erfasste. Er brachte ihn aus dem Konzept, sein Mundwinkel hob sich daraufhin an aber sonst behielt der Schwede sein perfektes Pokerface aufrecht, abwartend beobachtete er Jesse, seine etwas weicheren, feineren Gesichtszüge, die ihn, im Vergleich zu seinem Partner aus Schweden, viel sanftmütiger aber nicht weniger männlich erscheinen ließen. Jesse war ein wunderschöner Mann, dem er so lange entbehren musste, ganze zehn Jahre, ja da sollte man meinen ein paar Tage, vielleicht auch eine Woche, wären da leichter zu ertragen aber dem ist nicht so, schon gar nicht, wenn man wie Valravn, ein überaus leidenschaftlicher Mann ist. Jesses Anflug von Empörung, Unsicherheit, wich rasch dem Versuch des Protestes, den er zunächst schweigend zur Kenntnis nahm, nichts sagte oder eine anderweitige Reaktion aufzeigte. Verplempert? Valravn neigte den Kopf minimal zur Seite, sein Blick aus dem dunklen Auge, wurde stechender, bohrte sich, mit unnachgiebiger Strenge, förmlich in seinen Mann hinein, der natürlich die Zeit hier als Verschwendung betrachtete. Was auch sonst. Jesse war einfach ein absoluter Modemuffel und zu allem Überfluss nicht sonderlich geduldig, etwas das er sich trotzdem nicht erlauben konnte, sollte, bei seinem Mann aber für gewöhnlich, würde Valravn auch ohne Jesse Kleidung besorgen aber er war neu hier. Es lag auf der Hand, dass sein grumpy schlurfender Schlumpf namens Jesse, dazu angehalten ist, seine Zeit dafür zu opfern, dem Schweden alles im Zoo vertraut zu machen.
Schweigend schenkte er Jesse Gehör, in seinem Gesicht regte sich gar nichts, er starrte ihn einfach nur durchgehend an, ohne auch nur einmal zu blinzeln, eine hohe Kunst, welche Valravn meisterhaft beherrschte und bereits aufzeigte, dass Jesses Argumentation nicht zwingend das war, was er nun hören wollte. Jedoch kam es noch besser, Jesse fand den Mut ihm die Stirn zu bieten, natürlich durchaus gern gesehen von seinem Mann, sofern es im richtigen Kontext geschah oder sich mehr in einem Spiel äußerte, welches sich fließend, schleichend, ganz zufällig manchmal in ihren Alltag, früher wie heute, einfand. Es gab bei ihnen in dem Sinne kein Startsignal, die Übergänge, Grenzen, waren bei ihnen Beiden verschwommen, ein harmonisches Ganzes, das manchmal die eine Facette ihrer Beziehung stärker zum Vorschein brachte, als andere. Jesse hielt den Blickkontakt aufrecht, mal sehen wie lange, sobald er merkte, dass Valravn bitterernst war, obschon sein Pokerface wie in Stein gemeißelt anmutete, regungslos, würde er nicht atmen, könnte man glatt befürchten es stünde eine Statue vor dem Kleineren.
Valravn ließ Jesse ausreden, der wahrlich Mut bewies, sich selbstbewusst zeigte aber der Schwede roch es förmlich, es war nur Show und sein Mann pokerte, er gab sich aus der Not heraus so, könnte man meinen aber damit kam er nicht weit, denn der Schwede atmete tief durch, reckte das Kinn ein Stück, während sein strenger Blick noch unnachgiebiger auf seinem Mann ruhte. "Ich habe also deiner Meinung nach zu lange gebraucht?"
Begann er streng, dennoch in gewohnt ruhiger, monotoner Manier das Wort zu ergreifen und machte einen Schritt auf Jesse zu, darauf bauend, gar verlangend, dass er automatisch zurückwich, als fühle er sich, wie ein gleich gepolter Magnet, von dem größeren Schweden abgestoßen, dessen schiere Präsenz wohl den gesamten Zoo zu füllen vermochte, wenn Valravn dies wollte aber im Augenblick, reichte dieses Lager vollkommen aus.
"Du hältst die Wahl der passenden Garderobe für einen ... Spaß?"
Fuhr er fort, tätigte einen weiteren Schritt auf Jesse zu, den er förmlich festnagelte mit seinem eindringlichen Blick, der nicht weniger einnehmend, durchbohrend war als früher, nur dass Valravn heutzutage eine schwarze, lederne schmale Augenklappe auf der linken Seite trug. Etwas, das ihn ehrlich gesagt nicht harmloser erscheinen ließ. Sein Kiefer spannte sich an, deutlich erkennbar trotz Bart, den er aber soweit runtergekürzt hatte, sodass er einen gepflegten Dreitagebart ergab, der trotzdem dichter, stärker, wenngleich auch inzwischen überwiegend ergraut, gar weiß, in Erscheinung trat als bei Jesse.
"So so, schlechte Angewohnheiten, sehe ich das richtig? So empfindest du also den Aspekt, dass ich meinen Mann, nach all den Jahren, trotz unserer unverdienten Trennung, durch eine simple Krankheit und den Fall der Gesellschaft, noch immer so anziehend und begehrenswert finde, wie früher? Und du willst dies unterbinden?"
Bohrte er verbal nach, jedoch so ungerührt, auf eine Art und Weise, wie es nur Valravn vermochte, der dennoch dadurch aufzeigte, dass ihm Jesses Wortwahl nicht all zu sehr gefiel. Noch weniger dessen, sehr erbärmlicher, Versuch, seinen Mann zu zügeln, zu zähmen. Valravn konnte nicht leugnen, dass er Jesses verspielten, zugleich herausfordernden Blick reizvoll fand aber nicht hier und nicht jetzt, denn es war mehr eine Provokation, man könnte vielleicht sogar von einer Frechheit sprechen, Respektlosigkeit ihm gegenüber, da Jesse ihn ..... beinahe tadelte.
Wie ein kleines Kind, dass etwas Süßes will, aber Papa sagt nein.
Das Problem hierbei ist, dass Valravn von ihnen Beiden wohl eher das Zeug zum Daddy hatte und früher tatsächlich Vater war, weshalb Jesse diesen Ton, diese Wortwahl, sehr schnell unterlassen sollte. Im Augenblick triggerte er damit nicht zwingend Valravns Spieltrieb, vielleicht ein bisschen, doch er lockte den Wolf aus seiner Höhle, der sich dazu genötigt sah, einem aufmüpfigen Welpen, einem Jungwolf seine Grenzen aufzuzeigen.
Spätestens als Jesse ihn herumscheuchen wollte, wenngleich nicht so ernst gemeint, wie man wohl vermuten könnte, trat der Schwede noch einen Schritt auf ihn zu, er drängte seinen Mann in Richtung der Regale, den Kleiderständern, immer weiter weg vom 'Ausgang' dieses Bereiches.
"Du gehst nirgendwo hin."
Teilte der Schwede ihm mit, auf eine Art und Weise, die Anderen inzwischen wohl ein mulmiges, ungutes Gefühl bescheren würde, vor allem da sein Blick sich unnachgiebig in die blauen Augen seines Mannes hinein bohrten, den er, dieses Mal mit zwei schnellen, Schritten zügiger zurückdrängte. Er bewegte sich ruckartig dabei, direkt auf Jesse zu, dessen Reflex hastiger zurückzuweichen, ohne nach links oder rechts zu schauen, er somit triggern wollte und ihm in die Augen starrte, wie das Raubtier seinem Beutetier, dass zu spät bemerken würde, dass es bereits in der Falle saß. Obschon der Schwede keinen Anzug trug, wie früher in solchen Momenten, so tat es seiner dominanten Ausstrahlung, seiner enormen Präsenz, keinerlei Abbruch, nur in Jeans und einem khakifarbenen Langarmshirt vor Jesse zu stehen. Natürlich wäre ein Anzug die Krönung aber er hatte es nicht nötig, es war nicht der Anzug, der ihn zum Raubtier machte, es war seine Körpersprache, seine Art sich zu bewegen, sein Blick, der dunkle ruhige Klang seiner Stimme und seine Ausstrahlung, die ihn zu einem absoluten Spitzen-Predator und gefährlichen Mann machte.
"Jesse...."
Er raunte ihm leise, mit gesenkter Stimme und strenger Miene, seinen Namen entgegen, kaum, dass er seinen Mann da hatte, wo er ihn haben wollte, mit dem Rücken an einem der Regale, in denen sich, fein säuberlich zusammen gelegt, Stapelweise Kleidungsstücke befanden. "Vergreif dich nicht im Ton, ich bin keiner deiner hiesigen Lakaien." Der Schwede klang ruhig, viel zu ruhig, was bei Valravn selten ein gutes Zeichen war aber befürchten musste Jesse nichts, das brauchte er doch nie, denn sein Mann liebte ihn. Einen halben Schritt diesmal, kam Valravn näher, baute sich vor seinem Mann auf, der er trotzdem nicht berührte, weder mit den Händen, da er diese hinter dem Rücken behielt, und auch nicht mit seinem Körper, da eine halbe Hand breit Abstand zwischen ihnen bestand. Schließlich beugte er sich etwas nach vorn, kam Jesse entgegen, dem er unerbittlich in die blauen Augen sah, zunächst schweigend, einige Sekunden lang, wohl wissend, dass sein Mann irgendwann einknickte, da er den Blickkontakt zu ihm zwar nicht mehr scheute, wie früher einst, aber diesem dennoch nicht auf Dauer gewachsen ist. Er wartete, lauerte förmlich und blieb unnachgiebig, Valravn war die Selbstbeherrschung in Persona in diesem Moment, zeigte deutlich auf, wer in ihrer Beziehung die Hosen anhatte und wer am Ende die Entscheidungen traf, die Jesse natürlich mit beeinflusste, sie waren immerhin Partner, ein Liebespaar, stets auf einer Stufe und Augenhöhe aber es gab nun mal dieses starke Gefälle zwischen ihnen. Valravn blinzelte noch immer nicht, starrte Jesse nur an, unentwegt in die herrlich blauen Augen, bis er sich die Lippen leckte, diese befeuchtete und sie anschließend teilte, um zu sprechen. Dabei entschied der Schwede sich bewusst, inmitten des Satzes in seine Muttersprache zu wechseln, wohl wissend, dass Jesse sie verstand, beherrschte und die immense Bedeutung dahinter kannte, wenn der Schwede sich nicht länger dazu herab ließ, die englische Sprache zu verwenden.
"Who's your Daddy, min undergiven tik?"
Verlangte er zu erfahren, flüsterte regelrecht dabei und es war nicht der Schwede, der darauf schauen musste, sollte, brav zu sein, denn nicht er war der submissive Part in ihrer Beziehung, sondern Jesse. Es oblag diesem, sich zu fügen, auf seinen Ton zu achten, seinen Platz zu kennen und sie wissen beide, dass er es liebte, es brauchte, am wohlsten fühlte er sich doch stets unter Valravn, wenn er sich seinem starken, stattlichen Mann einfach hingeben, sich fallen lassen konnte, der mit sanfter Strenge seinen Liebsten beschützte, liebte, auffing und ganz neue Seiten an sich selbst aufzeigte.



@Jesse Redford


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#28

RE: Jesse's Wohnung

in Wohnungen der Wächter 26.03.2020 01:30
von Jesse Redford (gelöscht)
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Wenn man ganze zwei Stunden brauchte, um sich fünf Garnituren zusammen zu stellen, dann war das aus Jesses Sicht höchst ineffizient. Er selbst verbrachte hier drin maximal zehn Minuten im Durchschnitt, denn für ihn waren Klamotten in erster Linie ein Mittel zum Zweck. Man zog sie an, um nicht zu frieren und um bedeckt zu sein. Punkt. Zu mehr waren Klamotten nichts nütze. Dinge wie Krawatten hatten ihren Sinn und Zweck seit zehn Jahren definitiv verloren. Warum um alles in der Welt sollte man sich Seide um den Hals binden? Weil irgendwer vor zig Jahren mal beschloss, dass das schick war und sich für die männliche elegante Garderobe gehörte?
Einst waren auch Strumpfhosen für Männer in Mode und wer trug das heutzutage noch so? Genau. Niemand. Aber nun, sein Mann war eben von einem anderen Schlag, für Val war das Auftreten, der Stil, die modische Bekleidung alles. Obwohl ausgerechnet er in den letzten Jahren offenbar Tierhäute und Felle getragen hatte, verfiel er sofort ins alte Muster, kaum hatte er wieder sowas wie Anzüge zur Verfügung. Ein Kleidungsstück, das weder sonderlich komfortabel noch nützlich war in der heutigen Zeit. Zumindest wenn man Jesse fragte. Doch der hatte in Sachen Klamotten ohnehin nicht sonderlich viel zu melden. Ihre modischen Interessen waren schon immer deutlich auseinander gegangen, einer ihrer grössten Streitpunkte ihrer gemeinsamen Partnerschaft. Jesse hatte es irgendwie vollbracht nicht ein einziges Mal den Fuss in den Laden des persönlichen Schneiders seines Mannes zu setzen. Dafür hatte Val ihm über die Jahre hinweg eine Garderobe zugelegt und immer mal wieder von ihm verlangt, dass er ein spezifisches Set an Klamotte für den korrekten Anlass zu tragen hatte. Diese Dynamik schien sich auch zehn Jahre nach dem Untergang der Zivilisation nicht geändert zu haben.
Jesse wohnte nun knapp ein Jahr hier im Zoo und hatte die letzten Monate die Freiheit seiner Klamottenwahl durchaus geniessen können. Während er nun Vals Auswahl an Kleidungsstücken niederschrieb schwante ihm bereits, dass Val ziemlich sicher zeitnah dafür sorgen würde, dass sein jetziger Kleiderschrank ausgemistet wurde. Spätestens wenn er hier sein erstes eigenes Geld verdienen würde war es mit der Freiheit vermutlich vorbei.
Wie so oft neigte Jesse dazu sich morgens jeweils einen ungefähren Zeitplan zurecht zu legen und nun waren sie bereits im Verzug, obwohl er eigentlich wirklich genug Zeit für die Klamotten einberechnet hatte. Er wusste, Val würde sich nicht innerhalb von fünf Minuten entschieden haben. Er wusste, Val würde jedes Hemd, jede Anzugjacke, jede Hose genauer unter die Lupe nehmen, die Farben perfekt aufeinander abstimmen. Er war froh, dass er ihm zumindest schon eine passende Auswahl an Schuhen hinstellen konnte, die dank der vorgegebenen Grösse indiskutabel war. Jesse hatte jedoch nicht damit gerechnet, dass Val doch ganze zwei Stunden benötigen würde und, dass er anschliessend gut genug gelaunt war, um zu versuchen ihn aus dem Konzept zu bringen. Indem er einen Vorschlag machte von dem Val ziemlich genau wusste, dass er bei Jesse nicht auf unverhohlene Begeisterung stossen würde.
Jesse war deutlich verklemmter, gar prüde als Val und dachte nahezu nie daran ausserhalb der eigenen vier Wände ein leidenschaftliches Liebesspiel zu betreiben. Für ihn gehörte sowas ins Schlafzimmer, unter Umständen auch mal ins Wohnzimmer oder in den Flur dazwischen. Doch ausserhalb der eigenen Wohnung war es für ihn immer noch nicht wirklich eine Option die er in Betracht zog, obwohl er es mittlerweile besser wissen sollte. Gut, es waren auch in dieser Hinsicht zehn Jahre vergangen, sodass Jesse es nicht mehr so gewöhnt war, dass Val auf einmal auf die glorreiche Idee kommen könnte, dass irgendein völlig zufälliger Ort geradezu perfekt für ein spontanes Liebesspiel war.
Jesse war allerdings schon früher nie sonderlich gut darin gewesen, etwas dagegen einzuwenden, da Val stets vorbereitet gewesen war. Im Gegensatz zu ihm sah dieser die Welt in dieser Hinsicht eher als gross angelegter Spielplatz und hatte deshalb stets alles nötige irgendwie dabei, um spontan loslegen zu können, während Jesse wenn er glücklich war, vielleicht ein paar Papiertaschentücher einpackte für den Fall der Fälle, sie jedoch in der Regel ohnehin im Auto vergass.
Dass Val ihm also hier ein unmoralisches Angebot machte, ihm Vorschlug sich zwischen die Kleiderständer zu verziehen und ihn dort zu vernaschen, kam einerseits für Jesse überraschend und andererseits... war es so unglaublich Val, dass er sich selbst fragte, wie er nicht damit hatte rechnen können. Ein Techtelmechtel war jedoch auch nicht wirklich in seinen genauen Tagesablauf eingeplant und obendrein hatte er tierische Kopfschmerzen, weshalb er eigentlich hoffte Val näher bringen zu können, dass jetzt im Augenblick nicht der richtige Zeitpunkt für spontanen Sex war.
"Nun... Zu lange gebraucht ist relativ...", antwortete er schon etwas vorsichtiger, denn noch während er zuvor gesprochen hatte, hatte er gesehen, wie sich Vals Blick verändert hatte. Nicht unbedingt zum Positiven. Sein Blick wurde bohrend, der Verlust des einen Auges tat dem keinen Abbruch, eher im Gegenteil.
"Wir haben heute lediglich einiges vor und ich möchte alles schaffen..." Er wich im Gleichschritt zu Val einen Schritt zurück, als dieser auf ihn zukam. Mehr unbewusst als bewusst, denn Vals schiere Präsenz vermochte es ihn zurückweichen zu lassen. Er wusste auch, dass wenn er stehen blieb ... Vals Stimmung schlug um. Nicht in etwas Bedrohliches, Jesse hatte keinen Grund seinen Mann zu fürchten, auch wenn es auf etwaige Aussenstehende womöglich so wirken könnte. Doch Jesse wusste wo seine Grenzen lagen, wann er sich Val besser ergab, bevor dieser tatsächlich verstimmt war.
Noch hielt er dem bohrenden Blick stand, fixierte sich darauf, während sein Verstand die wenigen Regungen in Vals Gesicht blitzschnell analysierte, um dessen Verhalten möglichst vorauszuahnen. Doch wie so oft entdeckte er in Vals Auge nicht, was er eigentlich wollte, da war zu wenig Information, er hatte das Gefühl da müsste mehr sein.
"Von Spass war nie die Rede. Ich ... ich weiss, dass dir Klamotten wichtig sind, deswegen sind wir ja zuerst hierher gegangen... Ich..."
Er stockte als er für einen Augenblick realisierte, dass Val ihn rückwärts trieb, weg vom Ausgang. Er legte den Kopf leicht zur Seite ohne den Blick von Val zu wenden, reckte das Kinn dabei ein wenig. Ihm war bewusst, dass er getrieben wurde, dass Val ihn einkesselte und doch konnte er sich nicht von ihm losreissen, denn er wusste ganz genau, wenn er einen Schritt aus der Bahn machte, zur Seite, würde Val ihn streng wieder auf den richtigen Weg drängen. Ihm blieb nur ein Weg.
"Ich...denke nur, das Lager ist kein geeigneter Ort um... kannst du nicht bis heute Abend war....", versuchte er zu verhandeln, bis Val ihm streng, bestimmend klar machte, dass er nirgends hingehen würde. Nicht ohne dessen ausdrückliche Erlaubnis. Val würde bestimmen wann sie wo hingehen würden, wie lange sie an einem Ort verweilten.
So wie es schon früher stets der Fall gewesen war.
Ihm stellten sich die Nackenhaare ein wenig auf und im selben Moment kam Val schneller auf ihn zu. Jesse wich im selben Tempo zurück und prallte dabei mit dem Rücken gegen eines der Regale. Nach wie vor schaute er Val an, las in seinem Gesicht so gut dieser es zuliess was als nächstes kommen würde. Er wurde von ihm niedergestarrt, Jesse ahnte mittlerweile, dass Val diese aufmüpfige, spielerische Art in der Öffentlichkeit nicht dulden wollte. Vor all den Leuten, wenn sie draussen unterwegs waren hatte er seinen Platz zu kennen, wusste wo er stehen musste. Er hatte Val die Führung abzugeben und sein Wort war hier draussen Gesetz. Jesse blickte immer noch zu ihm auf, behielt den Blickkontakt, selbst als sein Name fiel. So streng und ruhig zugleich gesprochen. Leise atmete er durch. Er hatte es wohl also doch ein wenig zu weit getrieben. Nicht schlimm, sonst würde Val ganz anders mit ihm umspringen. Doch er hatte seine Grenze wohl um ein kleines Stück übertreten. Das hier war nur eine kleine Mahnung, ein Wink, dass er seine Kompetenzen gerade drohte massiv zu überschreiten.
Noch immer hielt er dem Blick stand, mit einer Hand hielt er sich mittlerweile am Regel hinter sich fest, wogegen er sich leicht lehnte, als wünschte er sich darin versinken zu können. Was selbstverständlich nicht klappte. Val kam unentwegt näher, Jesse fühlte sich ein klein wenig erdrückt, obwohl sein Mann ihn in keinster Weise berührte. Eine Handbreit Platz war noch immer zwischen ihnen, als sich Val etwas mehr vorbeugte und er endlich nicht mehr standhalten konnte.
In dem Moment als Val den Mund öffnete, schlug er die Augen nieder. Bei seinen Worten dann, ging ein kurz stärker werdender Schauer durch seinen Körper. Für einen kurzen Augenblick hielt er den Atem an.
Obwohl sie zehn Jahre älter waren, alle beide, änderten sich gewisse Dinge wohl nie. Wann immer Val seine aus Jesses Sicht doch beinahe obszönen Anwandlungen hatte, entwaffnete er ihn damit komplett. Er wusste nach wie vor nicht so richtig wie er damit umgehen sollte, wenn Val ihm sowas entgegen raunte.
Es war so obszön, so erotisch auf eine sehr verruchte, schmutzige Art und Weise, voller Tabus... Jesse verspannte sich ein wenig, der Griff um das Brett im Regal wurde fester, sodass es sogar ganz leise knackte. Mit seinem Blick fixierte er Vals Schulter, dort wo der Stoff seines Kragens aufhörte und seine nackte Haut zu sehen war.
Nur für einen minimalen Augenblick huschten seine Augen zurück in Vals Gesicht, als möchte er sich vergewissern, dass er das soeben wirklich zu wissen verlangt hatte. Ihm erneut auf schwedisch die Worte gesagt hatte, die ihn komplett erschaudern liessen, ihn entwaffneten.
"...Du ... är min Daddy ... alltid. B-men vi kan inte göra det här ... Det skulle vara fel ...", flüsterte er und vorsichtig hob er den Blick wieder an.

@Valravn Vargström


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#29

RE: Jesse's Wohnung

in Wohnungen der Wächter 11.04.2020 10:28
von Valravn Vargström (gelöscht)
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Jesse hatte keine Ahnung von Mode, er war wahrlich der Letzte, der sich darüber beschweren durfte, dass sein Mann, nur, zwei Stunden brauchte, denn früher hätte er wahrlich den halben Tag in einer Boutique verbracht, natürlich einer besonderen Edelboutique für Herrenmode, wo man ihm Champagner dazu gereicht hätte, während er, ganz exklusiv, sich der teuren Schmuckstücke widmete oder seinen persönlichen Schneider aufsuchte. Selten hatte der Schwede von der Stange gekauft, in erster Linie holte er sich Inspiration für einen neuen Dreiteiler, kaufte vielleicht, spontan, eine schöne Krawatte, welche ihm ins Auge gesprungen war. Natürlich liebte er den klassischen, schwarzen Anzug oder Nadelstreifen, doch Valravn scheute keine Farben oder Muster, weder bei seinen Krawatten, noch bei dem Rest seiner Garderobe, kein Wunder, dass er damals ein begehbares Ankleidezimmer hatte mit unzähligen Anzügen darin. Es war quasi seine eigene kleine Boutique für daheim und obschon Jesse, sich gerne darüber pikierte, vielleicht mal eine bissige Bemerkung vom Stapel ließ, so hatte es ihn wohl nicht so sehr gestört, wenn sein Mann, schön gekleidet, vor ihm herumlief und ihm etwas fürs Auge bot. Natürlich lag es auf der Hand, dass von ihnen, eindeutig der versnobte Schwede, die Diva ist, kaum vorstellbar, wenn man ihn gestern noch in Bärenfell, sowie Tierhäuten und Leder, wild wie ein Wikinger, hatte auf Sleipnir reiten sehen, mit dem Schwert auf dem Rücken, der Streitaxt am Gürtel und dem grimmigen Blick. Gut, der grimmige Blick war geblieben, ebenso das Pferd, welches jedoch im Stall untergebracht war und das Bärenfell, nun, dies diente ab sofort dazu, um sich auf dem Sofa damit zuzudecken oder sich darauf zu lieben, auf dem Boden, denn auch dies schloss der Schwede nicht aus.
Für den die Welt nun mal ein Spielplatz ist, ein Ort mit vielerlei Möglichkeiten und er war, anders als Jesse, nicht nur dazu geneigt, spontan über ihn herfallen zu wollen, sondern auch jemand, der es aufregend fand, an verschiedensten Orten sich einander hinzugeben. Man sollte meinen, Jesse hatte sich, über die Jahre, daran gewöhnt, rechnete damit, dass seinen Mann, jederzeit, die Lust packen könnte und er gedachte ihn zu vernaschen, doch wie schon früher, erwischte der Schwede ihn eiskalt, unvorbereitet, was ihn mitunter amüsierte aber natürlich ließ er es sich nicht gefallen, dass Jesse, ihm gegenüber, hier versuchte den Ton anzugeben, bloß weil der Schwede dessen Zeitplan über den Haufen warf.
Valravn wusste, wie wichtig Routine für Jesse ist, doch der heutige Tag fiel nicht unter diese Kategorie, es war eine Ausnahme, denn trotz allem würde der Schwede, die Arbeit seines Mannes, nicht negativ beeinflussen oder gar sabotieren wollen. Das hatte er schon damals nicht, weder auf dem Gestüt, noch wenn sein kleiner Schlumpf am Laptop saß, um seinen nächsten Roman zu verfassen. Er hatte höchsten Respekt davor und würde sich, weitestgehend, auch hier heraushalten aber im Gegenzug erwartete er natürlich, dass sein Mann nicht vergaß, wen er vor sich stehen hatte. Mag sein, dass es im Zoo eine Hierarchie gab, doch Jesse würde dennoch, niemals, über ihm stehen, zumal es gänzlich seiner Natur widersprechen würde und es sich sehr schnell aufzeigte, dass Valravn, jeden winzigen Anflug, von Jesses Übermut, im Keim erstickte, denn die zehn Jahre, vermeidlicher, Freiheit haben seinem Liebling definitiv nicht gutgetan. Zwar musste er nicht von vorne beginnen aber der Schwede hatte, bezüglich seines Mannes, nun doch Arbeit vor sich, musste dessen Fehlverhalten wieder korrigieren, ihm die Flausen austreiben und ihm, erneut, vor Augen führen, dass diese, angebliche, Freiheit, seinem Mann nur schadete, dass er damit in Wahrheit nicht umzugehen wusste, wie die meisten Schafe. Doch Jesse war kein Schaf, außer Valravn degradierte ihn wieder dazu, denn letztendlich verdankte Jesse es einzig seinem Mann, dass er noch lebte, dass er lernte zum Wolf, zum Löwen zu werden, in dieser Welt und über sich hinauszuwachsen!
Es war nicht so, dass Valravn es missfiel, wenn Jesse etwas frecher wurde, gar verspielte Anwandlungen hatte oder ihm gar versuchte die Stirn zu bieten. Dies geschah immer in einem gewissen Rahmen, Valravn war streng mit seinem Mann, Außenstehende würden ihren Umgang, ihre Beziehung, vermutlich falsch interpretieren, in dem Schweden eine Gefahr sehen, für den, ach so unschuldigen, sonderbaren, kleinen Mann mit den herrlich blauen Augen. Selbst wenn sie das herrschende Dominanzgefälle, dass sich in ihrer Partnerschaft etabliert hatte, damals nicht sonderlich stark nach außen getragen haben, sickerte es oftmals durch, besonders feinfühlige Menschen wurden darauf aufmerksam, manche Leute äußerten sich besorgt, andere wiederum nahmen es schweigend hin, hinterfragten es nicht, weil es sie schlichtweg nichts anging! Jesse wurde nicht unterdrückt, selbst wenn es so erscheinen mochte, Valravn zwang sich seinem Mann niemals auf, er wies ihn lediglich in seine Schranken, wenn er die, von ihm festgelegten, Grenzen überschritt und brachte ihn dann, meist mit sanfter Strenge, wieder in die Spur. Oftmals genügte bereits ein Blick, ein paar wenige Worte, damit Jesse realisierte, dass er seine Kompetenzen überschritt und sich gefälligst daran entsinnen sollte, dass vor ihm sein Mann stand, dem er gefälligst in einem anständigen Ton, respektvoll, entgegen treten sollte. So, wie es auch Valravn, stets tat. Sein Mann war schließlich kein Spielzeug, er war sein Partner, der durchaus eine strenge Führung brauchte, so seltsam es klingen mag, erst dann vermochte er sich, richtig zu entfalten, wenn Valravn seine schützenden Hände über ihm hatte und darauf schaute, dass Jesse wohlbehütet ist, keiner unnötigen Reizüberflutung zum Opfer fiel. Der Schwede mochte ihn zurechtweisen, gar tadeln wie ein ungezogenes Kind, ihn in seine Schranken weisen aber, wie so oft, ist dies nur eine Facette ihrer Beziehung, ihre Liebe, Partnerschaft, reichte viel tiefer und entzog sich dem Verständnis der Anderen.
Es war ihm ganz recht, denn außer Jesse, brauchte der Schwede niemanden.
Und Jesse brauchte niemanden, außer seinen Mann!
Der, einem Raubtier gleich, damit anfing, seinen Liebling zu fixieren und einzig mit seiner Körpersprache, seiner schieren Präsenz, in Bewegung zu setzen, in die von ihm gewollte, angestrebte Richtung, nämlich zurück, tiefer in den Raum hinein, dem vermeidlichen Ausgang, mit seiner lockenden Freiheit, sich entfernend. Als Jesse den Mund aufmachte, auf Valravns Frage zu antworten gedachte, es gar versuchte, neigte dieser, kaum merklich, nur wenige Millimeter vermutlich, den Kopf ein wenig zur Seite und war ganz Ohr, obschon es ihm beinahe lieber wäre, sein Mann würde schweigen. Doch auf der anderen Seite, verlangten seine Fragen, selbstverständlich, nach einer Antwort, es war nur schwierig bei Valravn festzustellen, wann solche Fragen rhetorisch gemeint sind, im Grunde keiner Antwort bedurften und wann doch. Das zu wissen war schwer, Jesse musste sich darüber den Kopf zerbrechen, der noch immer den Blick aufrecht hielt, zu erkennen, erhoffen versuchte, in Valravns dunkelbraunem Auge sehen zu können, was er dachte, von ihm verlangte, wollte in diesem Moment aber da war nichts. Der Schwede erlaubte es ihm nicht, ihn zu lesen aber Jesse durfte es gerne weiter suchen, denn sein Körper reagierte automatisch, unbewusst, genau so, wie Valravn es verlangte, wie es immer schon bei ihnen der Fall gewesen ist. Er machte einen Schritt auf ihn zu, Jesse wich zurück und stoppte in der Regel erst, wenn er gegen ein Hindernis stieß, meist eine Wand, eine Leiter oder wie in diesem Fall, ein Regal.
Könnte er versuchen auszubrechen? Zur Seite gehen? Ja, natürlich könnte er das, wenn er beabsichtigte, den Jagdtrieb seines Mannes zu triggern, der ebenso kultiviert, wie auch animalisch, leidenschaftlich, gar tödlich ist. Seine Ex-Frau Bedelia, bezeichnete ihn damals nicht grundlos, als ein Raubtier im schicken Anzug, eine Bestie, ein Monster, das sich als Mensch tarnte, und zwar in einer Perfektion, bei der es ihr eiskalt den Rücken hinab lief.
Jesses Ton schlug um, er wurde vorsichtiger, wählte seine Worte mit mehr Bedacht seinem Mann gegenüber, vor dem er zurückwich, doch den Blick, noch, aufrecht hielt, mal sehen wie lange. Natürlich ging Valravn nicht weiter auf die Thematik ein, Jesse versuchte sich zu erklären, bemühte sich, ihn zur Vernunft zu ermahnen oder viel mehr startete er den Versuch, mehr schlecht als recht, an ihn zu appellieren, bis heute Abend zu warten, um ihn zu vernaschen.
Als würde Valravn sich einen Termin im Kalender ankreuzen, sowie eine Uhrzeit festmachen, wann er Sex mit seinem Mann haben wollte. Der Schwede war zwar akribisch, penibel und perfektionistisch, sowie jemand, der alles im Griff haben wollte, musste aber doch nicht bei solch einem Thema! Wo bliebe da die Leidenschaft, wenn Spontanität in ihrem Liebesleben völlig verschwinden würde? Aber gut, Jesse war verklemmt, prüde, obschon er und sein Mann, Dinge taten, bei denen andere mit hochrotem Kopf, die Flucht ergreifen würden. Seinem Mann wäre es am liebsten, wenn sie nur im Dunkeln, in ihrem Ehebett miteinander schlafen würden aber da war er bei Valravn an der falschen Adresse, der so zugeknöpft, prüde erschien, versnobt und doch war der Schwede, sehr aufgeschlossen, neugierig, hatte viele Dinge in seinem Leben probiert, ließ sich nicht abschrecken, von der vorgefassten, meist negativ behafteten Meinung über diverse Fetische, Neigungen. Er war immer schon experimentierfreudig gewesen, bewegte sich in Kreisen, wo man den eleganten Veterinär nicht vermuten würde, nahm teil an diversen Partys, führte Gespräche oder ließ sich, manchmal, auch mit einbeziehen, nur um seine Neugierde zu befriedigen, sich näher mit der Thematik zu befassen. Bondage, BDSM, Rollenspiele und was es nicht noch alles gab, faszinierten ihn bereits in jungen Jahren, Valravn war vieles, doch gewiss nicht prüde oder jemand, der nur etwas schmusen will im Bett. Es hatte schließlich Gründe, weshalb er es liebte, an seinem Mann, ein schönes, anschmiegsames Halsband aus weichem Leder sehen zu können, oh, er hoffte im Zoo, war auch dahingehend etwas geboten. Hier im Lager vermutlich weniger aber alles zu seiner Zeit.
Im Moment war es wichtiger, Jesse in seine Schranken zu weisen, ihm deutlich zu machen, dass sie erst das Lager verließen, wenn Valravn es wollte und nicht, wie sein Mann es beabsichtigte, geplant hatte. Er begrüßte es ja, dass er so viel seinem Mann zeigen möchte, ihn vertraut machen will mit dem Zoo, den hiesigen Gepflogenheiten aber im Moment, da wollte Valravn etwas ganz anderes und Jesse würde es ihm geben, freiwillig, weil er es auch wollte, sobald der Schwede ihn lediglich aus der Reserve gelockt hatte. Wie sagte er so gerne, Jesse bekam in der Regel erst beim Essen Appetit.
Sein Mann senkte schließlich den Blick, so ist es brav, dachte sich der Schwede aber sprach es nicht aus, dafür war es noch zu früh, solch Lob erhielt Jesse erst, wenn es auch wirklich begründet ist, wenn er wahrlich ein braver Junge ist, der sich diese liebevollen, lobenden Worte verdient hatte. Das wollte Jesse doch auch, nicht wahr?
Jesse war so empfänglich für diese Dinge, Valravn hatte schon damals vermutet, festgestellt, dass dies seiner strengen Erziehung mitunter zugrunde lag, aber es war nur die Spitze des Eisberges, sein Mann war kompliziert, widersprüchlich, zudem abgeschreckt, von vielen Dingen, die sich mit der Sexualität befassten. Alles war ein obszönes Tabu!
Völliger Schwachsinn aus seiner Sicht, Jesse war einzigartig, perfekt für den Schweden, sein passendes Gegenstück, dass sich seiner, extrem dominanten Art bereitwillig fügte, es willkommen hieß, wenn er die Führung übernahm, den Ton angab und sein Liebling sich fallen lassen kann, wohl wissend, dass Valravn nichts tun würde, das ihm ernsthaft schadet oder ihn zutiefst widerstrebt. Sicher, manchmal musste er ihn etwas in die Ecke drängen, ein wenig locken, provozieren, damit Jesse sich auf ein spontanes Liebesspiel einließ, doch dies gehörte nahezu zum guten Ton in ihrer Beziehung, so sind sie nun mal und niemand, außer ihnen Beiden, musste das verstehen können.
Die Reaktion seines Mannes sprach Bände, er hatte ihn genau da, wo er ihn haben will und doch, fing Valravn gerade erst an, mit wenigen Worten, die fließend in seine Muttersprache übergingen, wohl wissend, wie sehr sie Jesse entwaffneten, dieses Kribbeln in ihm auslösten, welches er ebenso liebte, wie auch hasste. Hach, sein Mann war so unbeschreiblich faszinierend, umwerfend, einzigartig.
Zögernd, man könnte fast sagen verunsichert, huschten die blauen Augen über sein Gesicht, so als wolle Jesse sich vergewissern, dass Valravn wirklich solche Worte ausgesprochen hatte, die Antwort darauf war ja. Es brauchte einen Moment, bis Jesse den Mut fand, vielleicht auch erst die richtigen Worte suchen musste, bis er seine süßen Lippen öffnete, ihm auf Schwedisch entgegnete, was der Veterinär hören wollte und Wohlgefallen in ihm auslöste, ja, er zog auch in gewisser Weise Lust daraus, dass Jesse ihn 'Daddy' nannte. Es klang bei seinem Mann so beschämt, reizvoll dadurch, weil er wusste, wie schwer es Jesse fiel, so etwas über seine Lippen zu bringen, war es doch so ... schmutzig, obszön, gar pervers.
Begriffe die nur verklemmte Schafe verwendeten, die sich weigerten, sich näher mit solchen Thematiken zu befassen und den, oftmals viel tieferen, komplexeren Sinn dahinter nicht verstanden.
"Varför? Är du rädd för att bli fångad eller gillar du tanken på den?"
Wollte Valravn wissen, beließ die Stimme gesenkt, ruhig wie immer und fixierte seinen Mann, seine Hände nahm er derweil auch hinter dem Rücken hervor, fasste nach denen seines Mannes, löste die Hand von dem Regal, die versuchte daran Halt zu finden, bevor er ihm die Hände über den Kopf zog. Überkreuzt drückte er Jesses Handgelenke gegen eines der Regalbretter, umschloss sie Beide mit einer Hand, sanft aber doch bestimmend, falls sein Mann gedachte, sich aus seinem Griff lösen zu wollen aber das wollte er gar nicht, richtig?
Er fuhr sich mit der Zungenspitze über die Lippen, befeuchtete diese, während sein unnachgiebiger Blick, sich hineinbohrte in Jesses wunderschöne, blaue Augen, die er so sehr liebte. "Gör det dig kåt?" Fragte er ihn, in solch ruhiger, gefasster Manier, als würde er von ihm wissen wollen, ob er noch ein Glas Wein haben möchte, doch waren seine Worte weit aus .... anstößiger, zumindest aus Sicht seines Mannes vermutlich. Dem er zeitgleich, als er die Frage an ihn richtete, das rechte Knie zwischen die Beine drängte, sich Platz schaffte und ein wenig anhob, zu seiner Mitte, als wolle er sicher gehen, dass sein Mann nicht hinab rutschte an dem Regal, sondern eine kleine Stütze hatte oder er wollte einfach nur sehen, wie er reagierte.
Die Hand, welche er noch freihatte, schob er ungeniert unter Jesses Pullover, dass darunter befindliche T-Shirt ebenfalls, bis er gänzlich seine warme, nackte Haut berührte und sich seinen Bauch hinauf tastete, gezielt wanderten seine Finger höher, schoben die Stoffschichten automatisch ein Stück weit mit hinauf, bis der Schwede seinem Mann, ungeniert, mit ungerührter Miene, in die linke Brustwarze kniff. Die kleine Erhebung zwischen Daumen und Zeigefinger nahm, ein wenig neckte, massierte, während er ihm unverhohlen in die Augen starrte, jede noch so kleine Regung sehen wollte, in dem bildhübschen Gesicht, seines jung gebliebenen, Mannes. "Do you like that?"
Raunte er ihm fragend ins Ohr, zu dem sich Valravn rüberlehnte, sein warmer Atem, ebenso seine Lippen, streiften dabei Jesses Ohrmuschel, in diesem Moment kniff er zeitgleich auch zu, bevor er sanft über seine Brustwarze strich, abließ und die Hand langsam, rüberschob zur anderen, die er nicht gedachte zu vernachlässigen. "Be quiet." Ermahnte er Jesse natürlich, wohl wissend, dass es ihm furchtbar schwerfiel, keinen Mucks von sich zu geben, noch weniger, wenn sein Mann, ihm eiskalt die Möglichkeit nahm, sich die Hand auf den Mund zu pressen. Im Grunde scheiterte Jesse immer kläglich daran, doch Valravn verlangte es immer wieder von ihm, gerade in solch prekären Situationen, wo man sie doch hören, erwischen konnte aber es ging ihm auch nur darum, zu sehen, wie lange es Jesse schaffte, sich zurückzuhalten, still zu sein. Was gemein war, denn Valravn tat in der Regel alles, um seinem Mann die süßesten Laute zu entlocken. Allerdings mochte er diese Spielchen, ergötzte sich daran, wenn er seinen Mann, manchmal nur mit Worten oder kleinen, hauchzarten Berührungen, schier um den Verstand bringen konnte, die Lust in ihm weckte und das Verlangen nach mehr. Valravn wusste halt, welche Knöpfe er drücken muss bei Jesse.
An dessen Ohrläppchen er sich zusätzlich mit seinen Lippen, seinen Zähnen, knabbernd, saugend, leckend verging und es dabei vermochte, selbst jetzt noch, die Beherrschung in Persona zu bleiben aber das gehörte schließlich dazu, dass Valravn die Kontrolle behielt, auch über sich selbst, dass er es vermochte, seinem Mann die süßesten Laute zu entlocken, ihn dazu zu bringen, sich vor Lust zu winden, vielleicht sogar den Mut zu fassen, nach mehr zu verlangen. Das wäre kaum möglich, wenn der Schwede keinerlei Selbstbeherrschung hätte, er war doch kein Tier, obschon er sehr leidenschaftlich ist, so entfesselte der Schwede diese meist erst viel später im Laufe ihres Liebesspiels.
Er knurrte Jesse lediglich, mit einem Anflug von Erregung, ins Ohr, in dem Moment, wo seine Hand über dessen wunderschönen Oberkörper glitt, seine Fingerkuppen, mit etwas mehr Druck, über Jesses Bauchmuskeln wanderten, bis sie den Hosenbund trafen, welcher kein Hindernis darstellte, sondern dessen Verlauf er nur ein Stück folgte, bis er den Hosenknopf fand, öffnete und abließ vom Ohr seines Mannes. Stattdessen zog er den Kopf leicht zurück, fixierte das schöne Gesicht vor ihm, indem er lesen, entdecken wollte, was Jesse fühlte, als sich seine Finger ungeniert in seine Hose, ebenso Unterhose, schoben und tiefer wanderten, ihn ein wenig zu verwöhnen gedachten.
"Lass die Hände oben."
Befahl er ihm in ruhiger Manier, lockerte den Griff um Jesses Handgelenke, wartete einen Moment und zog die Hand dann zurück, ließ sie sinken, die Fingerspitzen über seinen rechten Arm hinab wandern, bis er die Hand an Jesses Wange legte, dem er mit dem Daumen zärtlich über den Wangenknochen strich. Immerhin verbot er Jesse nicht, sich an dem Regal festzuhalten, er sollte die Hände lediglich oben behalten und es ja nicht wagen, sich den Mund zuhalten zu wollen, um länger still bleiben zu können. War der Schwede gemein? Nein, natürlich verlangte er seinem Mann auch etwas ab, Gehorsam in erster Linie, ein gewisses Maß an Kontrolle über sich selbst, wohl wissend, dass Valravn ihn dafür belohnte, wenn er folgsam war, sich an seine Anweisungen hielt und sein Bestes gab, dahingehend, sich zu zügeln, wenn es verlangt wurde. Eine süße Qual, Folter, die der Schwede gerne seinem Mann zuteilwerden ließ, sein Verhalten dafür aber umso intensiver belohnte, wenn es ihm gelang, dessen Erwartungen zu erfüllen.
Seine Hand glitt ein Stück hinab, seine Fingerspitzen berührten, den schön gepflegten Dreitagebart seines Mannes, den er sehr mochte, Jesse damit einfach reifer, stattlicher wirkte und nicht wie ein Schuljunge. Mit dem Daumen strich er über Jesses Lippen, presste diesen sanft gegen diese, als wolle er ihn weiter dazu anhalten still zu sein, während er mit seiner anderen Hand, zwischen Jesses Beinen, eigentlich das genaue Gegenteil bezweckte. Der Schwede leckte sich die Lippen, sah seinem Mann eindringlicher in die blauen Augen, denen er diesmal nicht gestattete, sich von ihm zu lösen oder einen Punkt zu fixieren, der etwas unterhalb in seinem Gesicht lag. Schließlich drängte er die Fingerspitze seines Daumens zwischen Jesses Lippen, er musste nichts sagen, sein Mann wusste ganz genau, was von ihm erwartet wurde, was Valravn von ihm wollte und wartete daher nur so lange, bis seine süßen Lippen sich teilten, sodass er den Daumen zwischen diese schieben konnte.
"Such a good Boy~."
Lobte er seinen Mann dafür selbstverständlich auch, es erregte ihn, wenn Jesse so unterwürfig war, so folgsam, es ihm gestattete in seinem Mann die Lust zu wecken, andere Seiten an ihm herauszulocken und sich seiner Führung hinzugeben. Der Schwede liebte es, ihn dabei zu beobachten, zu sehen, zu fühlen, zu hören und oftmals auch zu schmecken, wenn sich Jesses Verstand in den Hintergrund schob, wenn andere Gefühle, Wünsche, Bedürfnisse in den Vordergrund traten. Sicher, dass er sich an seinen Zeitplan halten wollte? Wollte er noch immer, dass Valravn Vernunft walten lässt und sie gehen? Oder wollte er mehr? Wollte er, dass Valravn ihn, mit seinem Körper gegen das Regal presste, ihn küsste und einfach nahm, was ihm gehörte? Würde Jesse es über die Lippen bringen, wenn Valravn vielleicht doch gedachte, ihn zappeln zu lassen?

@Jesse Redford


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#30

RE: Jesse's Wohnung

in Wohnungen der Wächter 11.04.2020 19:48
von Jesse Redford (gelöscht)
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Wer Jesse kannte wusste, dass es ihm wichtig war einen geregelten Tagesablauf zu haben. Es musste keine strenge Routine sein die keinen Millimeter abweichen durfte, überhaupt nicht. Doch Er hatte sich im verlaufe der Jahre einiges angewöhnt, bei dem er nicht gerne gestört wurde. Ausserdem tendierte er dazu sich seinen Tag morgens kurz nach dem Aufstehen im Kopf zurecht zu legen, plante alles ein und je mehr sich sein eigentlicher Zeitplan verschob, desto ungeduldiger wurde er. Er hatte Ticks und Marotten, Angewohnheiten und starke Abneigungen, die durchaus an eine Zwangsstörung grenzten, wie beispielsweise seine Unfähigkeit eine gewisse Weste mit einem anderen Kleidungsstück zu kombinieren, das nicht blau war. Oder sein purer Hass auf grüne Hemden, seine Angewohnheit Kalender in den Müll zu werfen, wenn für die Wochentage falsche Farben benutzt worden waren.
Er gehörte definitiv nicht zu den flexibelsten Menschen, wurde unleidig wenn er seine Pläne über den Haufen werfen musste und auch sonst brauchte es manchmal nur Kleinigkeiten um seine Stimmung ins Schwanken zu bringen.
Umso grösser war für ihn die Herausforderung gewesen mit Val zusammen zu leben. Der zwar auch sehr ordentlich, korrekt und penibel war, doch auf einem völlig anderen Gebiet als er. Während Jesse sein Chaos beherrschte und Zustände kriegte, wenn ihm da jemand reinpfuschte, musste für Val alles säuberlich seine Ordnung haben. Eine Kombination, die für einige Konflikte sorgen konnte. doch dafür fanden sich oftmals auch Kompromisse. So hatte Jesse seinen Arbeitsbereich in dem es Val verboten war aufzuräumen, egal wie es ihn in den Fingern juckte, während Jesse keinen Aufstand machen, wenn in allen anderen Bereichen Vals Ordnung herrschte. Das funktionierte eigentlich immer sehr gut.
Nur hinsichtlich ihrer Spontanität fanden die sich nie gänzlich. Insbesondere in sexueller Hinsicht. Während Jesse wohl gänzlich ohne Liebesleben klar gekommen wäre, kompensierte dies sein Mann mit einer kaum zu bändigen Lust. Erneut eine seltsame Kombination, denn Jesse war streng und sehr prüde erzogen worden. Etwas, was ihn für sein Leben geprägt hatte. Er hatte nahezu seine gesamte Sexualität mit Val zusammen erkundet und war entsprechend auch sehr von diesem mit geformt worden. Und doch war es dem Schweden nie gelungen aus ihm einen ebenso lustvollen, aktiven Mann zu machen wie er selbst war. Jesse verweigerte sich Val allerdings auch eher selten. Nur in manchen, wenigen Situationen, in denen Jesse wirklich absolut keine Lust hatte und er es ihm absolut vehement mitteilte. Dann liess auch Val stets von ihm ab, liess ihn in Ruhe.
Dies war jedoch in erster Linie zu Beginn noch passiert, wenn Jesse schlicht und ergreifend überfordert gewesen war. Insbesondere, als Val das erste Mal versucht hatte ihm in der Öffentlichkeit näher zu kommen, was Jesse damals so gar nicht begrüsst hatte. Für ihn gehörte Sex nicht nach draussen, es war schmutzig, ein einziges Tabu. Damals benötigte es ein paar Anläufe, bis Jesse das erste Mal bereit gewesen war, sich Val ausserhalb des eigenen Hauses hinzugeben.
Das war auch die Zeit gewesen in der er gemerkt hatte, wie sehr er es tatsächlich liebte von Val dominiert zu werden. Obschon es ihm eigentlich schon fast nach ihrem ersten gemeinsamen Mal hätte klar gewesen sein sollen. Die Situation von damals hatte sich nur wenig unterschieden, von jener, in der er sich soeben befand.
Sein Körper reagierte automatisch auf Vals Präsenz, auf seine Ausstrahlung, der man nicht entfliehen konnte. Schritt für Schritt ging er rückwärts, wohlwissend, dass Val ihn in seine Schranken weisen würde. Dass er mit seiner Reaktion genau das Gegenteil bewirkt hatte von dem was er hatte bewirken wollen. Ja, er wollte heute vorankommen, wollte Val den Zoo zeigen. In seinem Kopf, der noch immer ordentlich dröhnte, vermutlich vom gestrigen Anfall, war kein Platz für ein spontanes Liebesspiel. Und doch wusste er im Prinzip bereits, dass er verloren hatte, als er das Regal im Rücken spürte. Damals, vor mehr als zehn Jahren war es die Wand in seinem eigenen Wohnzimmer gewesen zu der er zurückgedrängt worden war. Nun war es ein Regal voller Klamotten, das ihm gegen das Kreuz drückte, als Val sich vor ihm aufbaute. Nun klar, wenn er wirklich nicht wollte, könnte er das Val begreiflich machen. Sein Mann drängte sich ihm nie auf, wann immer sie miteinander schliefen fühlte Jesse sich nicht genötigt. Val wusste wie er die Lust in ihm wecken konnte, so wie eben jetzt, als er sich an das Regal klammerte und bei den auf schwedisch gesprochenen Worten leicht errötete.
Er war leicht in Verlegenheit zu bringen, denn die ganzen sexuellen Spielarten waren für ihn einfach aufregend, tabuisiert, schmutzig. Doch das Schlimmste und dennoch Schönste an alldem war, dass er Lust daraus zog, diese Grenzen für sich selbst zu überwinden. Der Gedanke, dass Val bestimmte wann und wo er sich ihm hinzugeben hatte, dass Val sich einfach nahm was ihm gehörte, allein das reichte schon aus, um dieses Kribbeln in seinen Lenden auszulösen. Val wusste das... Val wusste, dass er insgeheim darauf stand von ihm dominiert zu werden. Mehr als das... Selbst wenn er den Eindruck machte, es nicht zu wollen, dazu gedrängt zu werden, so gehörte es zu ihrem Spiel irgendwie dazu. Oft schon hatte Jesse sich dabei erwischt, wenn er nachts wach lag und Val neben sich ruhig atmen hörte, wie aufregend es nun wäre, wenn Val aufwachen und ihn einfach besteigen würde, weil ihm gerade danach war. Er wollte von ihm benutzt werden. Die Scham, seine Unfähigkeit sich diese in seinem Kopf kranke Spielart einzugestehen verlieh dem ganzen nur eine weitere besondere Würze. Er war eben nichts anderes als eine unterwürfige kleine Schlampe, er gehörte Val und als dessen Besitz entschied er über ihn. Und das war einer der Gründe, weshalb sie trotz ihrer Unterschiede so gut zueinander passten. Sie gehörten zusammen, zweifellos.
Jesse warf einen flüchtigen Blick an Val vorbei. Auch wenn er wusste, dass Val bereits gewonnen hatte, dass er ihn wohl kaum noch von seinem Vorhaben würde abbringen können, war da nichtsdestotrotz der Fakt, dass das hier das Lager war. Hier waren andere Leute, sie waren nicht alleine und die Klamotten boten nur bedingt einen Sichtschutz. Zumal die Dame vom Empfang auch wusste, dass sie hier waren, sie musste auch wissen, dass sie bereits seit mehreren Stunden nicht aus dem Lager gekommen waren, obwohl jesse für gewöhnlich selten länger als zehn bis fünfzehn Minuten hier verweilte. Vielleicht würde sie sich Sorgen machen und nachsehen? Was würde passieren wenn man sie erwischte? Es konnte seinem Ruf schaden, man könnte über sie reden... Und doch versagte seine Stimme, als er Val davon überzeugen wollte bis zum Abend zu warten, wenn sie wieder in ihren sicheren vier Wänden waren und tun und lassen konnten was ihnen beliebte. Val wollte ihn hier und jetzt, wollte, dass er sich ihm hier und jetzt hingab, ohne zu zögern, ohne zu widersprechen.
Seine Frage liess ihn sich kurz auf die Lippen beissen. Er wusste, Argumentation war längst zwecklos aber er wollte Val auch keine Antwort schuldig bleiben. Noch während dieser seine Hände nach ihm ausstreckte, seine Handgelenke packte und nach oben drückte, wo er die Kante eines Regals im Gelenk spürte, dachte er darüber nach, ob er überhaupt noch etwas sagen sollte.
"Om någon fångar oss ...? Vad sägs om vårt rykte...?", sagte er dann doch kleinlaut, wohlwissend, dass er sich die atemluft wohl hätte sparen können. Es war nichts, worüber er sich Gedanken machen musste. Das konnte er Val überlassen, wie so manches in seinem Leben.
Deshalb senkte er auch leicht den Blick und seine Anspannung liess ein klein wenig nach. Seine körperliche Gegenwehr, die ohnehin schon kaum vorhanden gewesen war, verschwand gänzlich. Er gehörte ganz Val. Solange er ihn wollte.
Mit den Händen über dem Kopf, lehnte er sich leicht mit dem Rücken gegen das Regal hinter sich und blickte dann erst wieder auf, nur um Vals durchbohrenden Blick zu begegnen. Selbst mit einem Auge war er noch immer in der Lage ihn mit seinem Blick regelrecht festzunageln.
Jesse hing mit dem Blick an Vals Auge, es störte ihn nicht im Geringsten, dass er das zweite eingebüsst hatte.
Als dieser erneut das Wort an ihn richtete, spürte er zeitgleich, wie Val sein Knie zwischen seine Beine schob. Nicht schnell, nicht fest, aber spürbar, mit Nachdruck. Jesse zuckte leicht zusammen, seine Nasenflügel bebten, als er scharf Luft holte, als Reaktion auf den Druck zwischen seinen Beinen, der nicht zwingend unangenehm war.
Sein Körper reagierte automatisch, heisse und kalte Schauer jagten über seinen Rücken, in seinen Lenden zog es, in seinem Bauch kribbelte es. Sein Herzschlag wurde schneller, sein Mund ein wenig trocken. Er konnte das Pulsieren seines Herzens in seinem ganzen Körper spüren, bemerkte wie das Blut rasch und stetig zu seiner Körpermitte gepumpt wurde. Nein, das ging definitiv nicht spurlos an ihm vorbei, auch wenn er sich vielleicht minimal wünschte, es wäre so. Denn er konnte die anderen Leute hören, wusste, sie waren nicht alleine. Jeden Augenblick konnte jemand um die Ecke kommen und ihn in dieser Lage sehen. Von seinem Mann gegen ein Regal gedrängt in eindeutiger Absicht.
Noch einmal atmete er ein und wieder aus. "Ja...", erwiderte er kaum hörbar, seine Stimme war tonlos, kaum mehr als ein leichtes Keuchen.
Noch immer wagte er es nicht seinen Blick von Vals Gesicht zu nehmen. Val sah ihn an, als wollte er jede seiner Reaktionen genauestens beobachten können. Er spürte dessen Hand unter seine Klamotten wandern, spürte sie auf seiner Haut. Seine Muskeln zuckten unter der Berührung ein wenig, ein Schauer folgte ihr. Auf seinem Bauch und Brust bildete sich eine Gänsehaut, er spannte alles ein wenig an, sodass er gar ein klein wenig zitterte. Dabei biss er die Zähne zusammen und er blinzelte flatternd, als Val mit den Fingern über seine Brustwarze strich und letztlich auch hineinkniff. Ein kurzer, süsser Schmerz liess ihn erschauern und er unterdrückte einen stöhnenden laut. Doch gleich darauf kamen die nächsten Worte, eine weitere Frage und mit der Frage ein erneutes Zwicken in seiner linken Brust, das ihn leicht zucken liess. Sein Brustkorb hob und senkte sich deutlich unter den Berührungen, ihm wurde warm und die Brustwarze kribbelte leicht.
"Please...", wimmerte er leise. Es war keine Antwort auf die Frage, doch er schämte sich einfach zu sehr darauf eine Antwort zu geben. Doch vielleicht liess Val ja Gnade walten, wenn er ihn darum bat...
Val, der nun noch näher kam, der sein Ohrläppchen liebkoste, dessen heissen Atem er daran spüren konnte. seinen Körper, der sich ganz leicht an den seinen drückte, die Hand auf seinem Oberkörper, die nun langsam nach unten wanderte. Und natürlich verlangte er von ihm, leise zu sein. Das hätte er auch von sich aus versucht, denn nach wie vor befanden sie sich in der Öffentlichkeit. Jesse wollte auf keinen Fall Aufmerksamkeit auf sich haben von irgendwem anderes ausser Val. Er hätte also so oder so versucht still zu sein, doch mit der Aufforderung erhielt das Ganze mehr Bedeutung. Zumal er nun wusste, dass Val alles daran setzen würde, ihm so viele Geräusche wie möglich zu entlocken.
Als er die Hand an seinem Unterbauch spürte und merkte, dass der Hosenknopf geöffnet wurde, keuchte er unweigerlich auf. Nein, nein, nein! Wenn Val da nun ....
Er biss sofort die Zähne zusammen, als die Hand in seine Unterhose wanderte. Gleichzeitig legte er den Kopf ein wenig in den Nacken, jedoch ohne den Blickkontakt abzubrechen. Er kam dabei Val sogar leicht entgegen, weil er sich so zurückhalten musste nicht zu stöhnen. Dann atmete er zitternd wieder ein, liess den Kopf wieder zurücksinken gegen das Regal, während die Lust nun deutlich zu ziehen begann. Seine Hose fühlte sich trotz des offenen Knopfes etwas zu eng an, seine Erregung wuchs spürbar und fast schimpfte er seinen Körper einen elendigen Verräter. Was Val mit ihm tat gefiel ihm spürbar und genau in dem Moment, als er fast versuchte seine Handgelenke zu befreien, um sich die Hand auf den Mund zu legen, gebot Val ihm, die Hände oben zu behalten. Er musste sich zusammenreissen, kurz öffnete er den Mund, ein tonloses Stöhnen entwich ihm, für einen Augenblick schloss er die Augen und statt die Hände runter zu nehmen, krallte er die Finger regelrecht in das Regal über ihm.
Erst als er Vals Hand an seiner Wange spürte, konnte er sich wieder richtig auf ihn fokussieren, den Blick erwidern. Um weiterhin still zu bleiben, trotz der Bemühungen, welche in seiner Hose stattfanden, presste er die LIppen aufeinander. Val quälte ihn, es war eine reine, süsse Tortur, der er hier ausgesetzt war. So sehr sogar, dass er bis auf das Rausch des Blutes in seinen Ohren und Vals Stimme kaum mehr etwas hörte. Die Umgebung spielte keine Rolle mehr, obwohl sein Verstand nach wie vor alles wahrnahm, schaffte er es, den HIntergrund auszublenden. Dafür nahm er den Moment umso intensiver wahr, spürte regelrecht jedes Härchen an seiner Wange über das Vals Daumen strich, hörte das Blut regelmässig in seinen Ohren Pumpen, hörte wie sich seine Lungen stossweise mit Luft füllten, während er Val noch immer ansah. Irgendwo zwischen erregt, verzweifelt und flehend, sein Blick sprach Bände. Er war ihm ergeben, wollte, würde sich ihm hingeben, seinen Befehlen nachkommen, nur um dafür Erlösung erfahren zu dürfen.
Als er den Daumen an seinen Lippen spürte, öffnete er diese bereits ein kleines bisschen, doch erst als Val tatsächlich den Druck verstärkte, gewährte er ihm ohne zu zögern Einlass. Er öffnete den Mund ein wenig, gerade genug, dass der Daumen darin verschwinden konnte und er ihn mit der Zunge leicht umspielen konnte. Doch mit dem leicht geöffneten Mund konnte er auch die Geräusche weniger zurückhalten. Ein leises Stöhnen entwich seinen Lippen, das Holz über ihnen knarzte, als Jesse sich noch fester daran festhielt, beim Versuch den Drang, sich mit Geräuschen Erleichterung zu verschaffen, auf seine Körperspannung umzuleiten. Er wollte die Hände runter nehmen, doch er durfte nicht, er hielt sich so sehr fest, dass seine Fingerspitzen weiss wurden. Sein ganzer Körper zitterte ein wenig, eine Mischung aus Anspannung und purer Erregung. Ihm wurde heiss, er wollte nur noch aus den Klamotten raus und sich Val hingeben. Obwohl er es nicht aussprach, war er sich sicher, Val konnte es sehen, rein an seiner Körpersprache... und vermutlich konnte Val es sogar riechen, wie bereit und willig er für ihn nun war.

@Valravn Vargström


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#31

RE: Jesse's Wohnung

in Wohnungen der Wächter 24.04.2020 10:24
von Valravn Vargström (gelöscht)
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So zugeknöpft wie Valravn, bereits früher war, in seinen schicken, maßgeschneiderten Anzügen, erweckte er wohl nicht einmal im Ansatz den Eindruck, ein leidenschaftlicher Liebhaber zu sein aber hinter seiner strengen, höflich distanzierten, Fassade, dem beherrschten, perfekt anmutenden Pokerface, verbarg sich eine Flamme der Leidenschaft, die einmal entfacht, scheinbar alles zu verschlingen schien. Obschon der Schwede selbst dahingehend sehr beherrscht ist, die Kontrolle nicht abgab und noch weniger, jemandem über sich erlaubte, höchstens in Ausnahmefällen, wenn Jesse, den Mut fasste oder seinem Mann, eine besondere Freude machen wollte, indem er ihn ritt, sodass Valravn die Aussicht genießen konnte. Doch selbst dann, war es Valravn, der die Kontrolle behielt, er ließ sich nicht dominieren, von niemandem, dahingehend war Jesse ja auch so perfekt für ihn, er wirkte so scheu, prüde, es war ein Kinderspiel, für ihn, seinen Mann zum Erröten zu bringen, wie in diesem Augenblick, und der Schwede genoss es immer wieder aufs Neue. Er liebte es, Jesse zu trietzen, egal ob mit Worten oder Berührungen, er genoss es ihn dabei zu beobachten, wie die Schamesröte in sein schönes Gesicht stieg, seine Wangen verfärbten, wohl wissend, dass sein Puls sich beschleunigte, sein Mann dieses Kribbeln verspürte, was dieses tabuisierte Thema stets auslöste.
Für Jesse gehörte Sex, wenn überhaupt, ins dunkle, verschlossene Schlafzimmer, schön und gut, Valravn liebte ihn gern im gemeinsamen Bett, im Wohnzimmer, unter der Dusche oder auf dem Boden des Flurs, wenn die Lust sie doch so sehr übermannte, dass sie es schlichtweg nicht schafften, bis zum Schlafzimmer. Doch Valravn war unberechenbar, wie immer, sowie neugierig, er schämte sich weder seines Körpers, noch seiner Sexualität oder Leidenschaft, wenn er Jesse wollte, dann nahm er ihn sich in der Regel, unabhängig davon, zu welcher Tageszeit oder an welchem Ort. Mitunter war er sehr spontan, verspielt könnte man auch sagen, denn es war ein Spiel, ein sehr aufregendes, wenn die Gefahr bestand, erwischt zu werden, wenn sie einander hingaben, wenn der Schwede sich schlichtweg nahm, was ihm gehörte. Jesse.
Sein Mann war zuletzt so unleidig, nachvollziehbar, erst recht nach dem gestrigen Anfall und dem, was diesem vorausgegangen war, dennoch hatte Valravn Lust, zehn Jahre hatte er gelebt wie ein Mönch, der das Zölibat für sich selbst auferlegt hatte. Damit hatte er keine Probleme, es störte ihn nicht, doch in Jesses Gegenwart fiel es ihm deutlich schwerer, die Finger bei sich zu behalten, sein Mann war eine Versuchung auf zwei Beinen, nicht nur wunderschön, sondern auch noch intelligent, einzigartig, devot und in jeglicher Hinsicht, sein perfektes Gegenstück. Hatte er geplant, seinen Mann im Lager, der Kleiderkammer, vernaschen zu wollen? Nein, es überkam ihn spontan, er hätte es vielleicht sogar ignoriert, wäre Jesses Wunsch nachgekommen, hätte er nicht versucht, von vorne rein, seinem Mann Vorschriften zu machen, obschon nett formuliert, doch die Kernaussage verbergen konnte Jesse dennoch nicht. Valravn fühlte sich herausgefordert, dazu angehalten, zu verdeutlichen, wer hier die Entscheidungen am Ende traf und dies war, unabhängig von seiner Position innerhalb des Zoos, nun einmal nicht Jesse. Von dem er sich wünschte, er würde ihm manchmal mitteilen, was ihm so durch den Kopf ging, welches Szenario er sich, in ihrem Liebesspiel, vorstellte, ersehnte aber dafür war er zu prüde, zu verkorkst worden, durch seine strengen Eltern. Wenngleich Valravn sehr auf seine Aussprache achtete, auf eine gehobene Ausdrucksweise, ließ er sich im Liebesspiel, ganz gern, manchmal, zu ein wenig Dirty Talk hinreißen, wenn auch nur in kleinen Dosen und akribisch ausgewählten Worten. Er wusste, wie er Jesse aus der Reserve lockte, wie er seinen Verstand, mehr noch seinen Körper, in Brand stecken konnte, mit dem Feuer der Leidenschaft, es war ein Spiel, dass schleichend in ihren Alltag einfloss, manchmal ignorierte er es, doch jetzt, in diesem Moment, war der Schwede gewillt es auszureizen.
Jesse dabei zu locken war eine Herausforderung, obschon er genau weiß, was er tun musste, um seinen Mann zu ködern, welche Wortwahl ihn erschaudern ließ, ihn beschämte aber zugleich erregte, ja er war eine kleine, devote Schlampe aber vor allem war er Valravns, kleine devote Schlampe, über die er verfügen kann, nach Lust und Laune. Jedoch stets in einem, von Valravn kontrollierten Rahmen, damit Jesse sich sicher, aufgefangen fühlte, zwar drängte sein Mann ihn, schubste ihn gar, wenn es nötig war, in die richtige Richtung aber nichts von dem, was sie miteinander taten, was er mit Jesse tat, geschah unter Zwang. Jesse konnte immer 'Nein' sagen, ihn dazu anhalten zu stoppen, es zu unterlassen, wenn er wahrlich keine Lust hatte und Valravn akzeptierte dies, respektierte seinen Mann, den er dann auch wirklich in Frieden ließ. Jedoch kam dies, im Laufe der Jahre ihrer Beziehung, immer seltener vor, vermehrt zu Beginn, als Jesse noch so, unendlich, viele Barrikaden im Kopf hatte, Hemmschwellen, die er nicht zu überwinden wagte oder ohne Hilfe, von seinem Mann, der ihn an die Hand nahm, führte, als auch schützte, erklimmen konnte. Musste er dahingehend wieder von vorne anfangen?
Nein.
Sein Liebster reagierte auf ihn, wie immer, auch wenn er sich dessen bewusst war, dass er mit dem Rücken, an der Regalwand, landen würde, hatte er immer die Wahl, er konnte Valravn, ausdrücklich, klarmachen, dass er keine Lust hatte aber sie wissen beide, er hatte Lust oder zog zumindest Lust daraus, dass der Schwede sich nehmen würde, was ihm gehört, dass er sich nicht abhalten ließ von Worten, von der Möglichkeit erwischt zu werden, schließlich war das doch der Reiz, diese kleine Prise eines aufregenden Gewürzes, was dem Gericht, eine spezielle Nuance gab.
Er ignorierte die Worte seines Mannes, den kläglichen, wenn auch süß klingenden, Versuch, ihn doch noch dazu zu bewegen, innezuhalten aber die Antwort blieb Nein. Valravn konnte sogar nicht anders, als sich, für einen winzigen Augenblick, einem süffisanten, gar diabolisch anmutenden Grinsen, hinzugeben, als Jesse, erneut, ansprach, dass man sie erwischen könnte. Die Art und Weise, wie er seinen Mann dabei ansah, sich die Lippen leckte, sollte wohl deutlich machen, dass es ihm genau darum ging, dass dies den Reiz ausmachte und die Lust verstärkte, die der Schwede, beim Anblick seines Mannes, verspürte. Es war nicht nur der Aspekt, dass man sie erwischen könnte, der vermehrt seinen Körper, das Blut in seine Körpermitte pumpen ließ, sondern auch das Wissen, seinerseits, dass Jesse es ebenso prickelnd, aufregend fand, sich jedoch nicht eingestehen konnte.
"Om du ger mig fler motsägelser drar jag dig framåt och knullar dig framför alla andra. Så att alla vet vilken liten underdanig tik du är, bättre sagt att du är min!"
Teilte er seinem Mann mit, in gewohnt strenger Manier, mit einem unnachgiebigen Blick, der seinen Mann förmlich durchbohrte, wohl wissend, dass solch eine Drohung, gemischte Gefühle, in Jesse auslösten, allein die Vorstellung davon, dass Valravn es tun würde, könnte, musste unglaublich verboten, obszön wirken. Zumal der Schwede, solch Worte fähig wäre, umzusetzen, einzig um Jesse eine Lektion zu erteilen, ihm klar zu machen, dass sein Mann, ihn sich da nahm, wo er es will, wann er es will und wie er es will. Valravn erschien dabei auch so ungerührt, strikt, vor allem aber entschlossen, wenn Jesse, noch einmal, den Mund aufmachte und den Versuch unternahm, seine Meinung, seine Entscheidung abzuändern. Auch wenn Jesse, bedauerlicherweise, kein Halsband trug, im Moment zumindest, denn der Schwede würde eines finden, sowie ihm schenken, wie damals schon, lag ein imaginäres doch längst um dessen schlanken, schönen Hals. Jesse war sein Partner, den er liebte, schier besessen von ihm ist, sein Ein und Alles, ebenso so war er aber auch sein Besitz, er gehörte Valravn, mit jeder Faser seines Körpers, er brauchte niemanden, außer seinem Mann. Am Ende konnte Jesse niemand das geben, was Valravn ihm gab.
Der so ungerührt erschien, während er seinen Mann beobachtete, seine Reaktion, sein Atem der schwerer ging, seine langen Wimpern, die deutlicher zum Vorschein kamen, als Jesse flatternd die Augenlider senkte, dem strengen, unnachgiebigen Blick nicht standhalten konnte für den Moment. Valravn liebte es, diese kleinen Details, Regungen, beobachten zu können, zu spüren, unter seinen Fingerkuppen, was seine Berührungen auslösten, und auch zu hören, Jesses Wimmern war wie Musik in seinen Ohren, ja, er konnte sogar riechen, wie angetan sein Mann in Wahrheit ist. Wie erregt. Sein Körper schrie ihm förmlich entgegen, wie bereit und willig er war, wie sehr er es genoss, diese süße Qual, die Valravn ihm zuteilwerden ließ, mit nur wenigen, doch umso gezielteren Berührungen und auch Worten, die ins Schwarze trafen. Er fühlte die Anspannung, das leichte Zittern, dass dieser zugrunde lag aber auch von der Erregung, der Lust, zeugte, welche er aus Jesse heraus kitzelte, hervorlockte. Valravn entschied sich bewusst dagegen, seinen Mann gänzlich zu entkleiden, obschon es für ihn nichts Schöneres gab, als dessen nackten Leib zu betrachten, das Fleisch gewordene Meisterwerk, das so wunderschön, ästhetisch war und der Schwede sich nicht daran satt sehen konnte.
Doch er kannte jeden Zentimeter an Jesses Körper auswendig, hatte ihn vor seinem geistigen Auge, wusste, wie wunderschön er ist, wie sich die Muskeln unter seiner Haut hervorhoben, wenn Jesse sich unter ihm wand, räkelte und aufbäumte vor Lust. Ja, er sah es nicht im Detail, wie sonst, er konnte es aber erfühlen, sich vorstellen, was einen zusätzlichen Reiz auf ihn ausübte, seine Lust wachsen ließ und der Jeansstoff, sich beengend bemerkbar machte, da es ihn schließlich nicht kaltließ, was er mit Jesse tat, diesem abverlangte. Er liebte es, ihn dabei zu beobachten, wie er sich bemühte, seinen Anweisungen nachkam und noch immer mit sich haderte, gegen seinen Verstand ankämpfte, der ihm sagte, wie unanständig es war, was sein Mann mit ihm tat. Im selben Atemzug jedoch, sagte seine Körpersprache etwas ganz anderes aus, Valravn spürte es deutlich zwischen seinen Fingern, die er in Jesses Hose geschoben hatte, seine Lust förmlich in Händen hielt, pulsierend, hart, heiß. Sein Mann mühte sich ab, gab keinen Mucks von sich und das Regal knarzte, da sich Jesse so fest hineinkrallte, eine Alternative suchte, um der wachsenden Anspannung Herr zu werden, wo ihm untersagt war, mit Geräuschen diese kund zu tun. Ein reizvolles Spiel, denn sie Beide wussten, wenn Valravn seinem Mann abverlangte, still zu sein, würde er alles tun, um ihm die süßesten Laute zu entlocken. Er labte sich an dem Anblick, genoss es, dabei zuzusehen, wie Jesse sich bemühte, folgsam, brav war, sogar den Blick aufrecht hielt, der wahrlich Bände sprach, so flehend, verzweifelt und erregt zugleich, wie dieser auf dem Schweden ruhte. Der es wortwörtlich in der Hand hatte, darüber entschied, wie weit er Jesse trieb, ob er ihm Erlösung verschaffte und gestattete, seinen Gipfel der Lust zu erreichen.
Die Antwort darauf war .... Nein.
Valravn neigte den Kopf ein wenig zur Seite, betrachtete seinen Liebsten, dem er, noch, wohlwollend, massierend, Lust bescherte mit seinen geschickten Fingern, genau wissend, wie es Jesse mochte, welche Knöpfe er drücken muss, um ihm die größte Wonne zu bereiten. Er war sogar gnädig, zumindest dahingehend, dass er Jesse davon kommen ließ, ihn nicht dazu nötigte, drängte, seine, zuvor gestellte, Frage zu beantworten. Warum? Weil er es konnte, weil ihm danach war, vielleicht auch, weil die Art und Weise, wie Jesse ihn darum bat, dem Schweden einen heißen Schauer über den Rücken gejagt hatte. Sein Mann hatte eine angenehme, sanfte Stimme, dieses Beben, Zittern vor Erregung, dass in seinen gehauchten Worten mitschwang, sorgte dafür, dass sich bei Valravn die Nackenhaare aufstellten, das Ziehen in seinen Lenden stärker wurde.
Obschon sich sein Mann, in der unterwürfigen Rolle befand, dort sein Platz war, er sich wohlfühlte, seinem Naturell entsprechend, bedeutete dies nicht, dass er nicht ebenso Einfluss hatte, dass er seinen Schweden nicht auch locken, erregen konnte. Valravn zog Lust daraus, zu sehen, was er in seinem Mann auslöste, was er mit ihm anstellen konnte, durfte, da sie einander vertrauten, es war die Art wie Jesse ihn ansah, das leise Keuchen, welches ihm über die Lippen kam, während er sich, beinahe schon krampfhaft, am Regal über ihm festhielt. Durch seine passive Art, seinen Platz, den er brav einnahm in ihrer Beziehung, bereitete er Valravn Lust, er gestattete seinem Mann, frei über ihn zu verfügen, die Situation zu kontrollieren, darüber zu entscheiden, wie weit er ging, wie weit sie Beide gingen und er fügte sich brav, gehorsam. Jesse gab seinem Schweden so viel, obschon er augenscheinlich nichts tat, außer sich dem Älteren hinzugeben, bedingungslos, willig.
Wie von ihm erwartet, schweigend verlangt, hieß er Valravns Daumen zwischen seinen Lippen willkommen, umschloss ihn sanft mit diesen, der Schwede atmete angestrengt aus, spürte die freche Zunge, die seinen Daumen umspielte, seine Fantasie anregte, die Vorstellung, Erinnerung aufrief, wie es sich anfühlte, an anderer Stelle seines Körpers, von Jesse auf die Weise liebkost, befriedigt zu werden. Fellatio war ja auch ein Thema, das Jesse höchst unangenehm war, während sein Mann, diesen ebenso gern praktizierte, wie auch selbst in Empfang nahm, für ihn gehörte es dazu, zum Liebesspiel und es gab so viele Dinge, die man mit seinem Partner tun kann, ohne aufs Ganze zu gehen, egal aus welchen Gründen.
Allerdings stand ihm danach nicht der Sinn, nicht hier und jetzt, denn er löste seine Finger, zog die Hand zurück, raus aus Jesses Hose, deren Reißverschluss er ergriff, hinab zog. Ebenso entzog er seinem Mann seinen Daumen, ließ die Hand sinken und fasste an den Hosenbund, links und rechts, an seiner Hüfte, schob den Stoff, einschließlich seiner Unterhose, hinab, während er Jesse förmlich fixierte, dessen süßen Lippen näher kam, doch sie nicht küsste, nicht einmal neckend hineinbiss, sondern nur stoßweise ausatmete, sodass sein warmer Atem dagegen prallte. Ein unterschwelliges Knurren war zu vernehmen, kroch seine Kehle hinauf, während Valravn einen Moment lang überlegte, es gab so viele Möglichkeiten, Stellungen, die er mit Jesse einnehmen konnte, gern nahm er ihn sich von hinten, liebte es, wenn er sich ihm anbot, vorwiegend auf den Knien oder mit dem Oberkörper auf einem Tisch liegend. Gerade dann ging es dem Schweden in erster Linie darum, seine Dominanz auszuleben, deutlich hervorzuheben und Jesse auf seinen Platz zu verweisen, das Dominanzgefälle zwischen ihnen war dann viel stärker präsent, mitunter ging es dann auch etwas wilder, rauer zu. Genauso konnten sie einander aber auch eng umschlungen, liebevoll, hingeben, es hing ganz davon ab, worauf sie Lust hatten, sie Beide, denn es ging stets darum, dass sie Beide in den höchsten Genuss kamen. Valravn würde niemals zulassen, dass Jesse unbefriedigt zurückblieb oder das Gefühl bekam, übergangen zu werden, alles, was der Schwede mit ihm tat, tun durfte, basierte auf Vertrauen, Respekt und dem Einverständnis beider Seiten.
Selbst jetzt noch, an diesem Punkt, wo Valravn Jesse die Hose so weit hinab schob, bis die Schwerkraft den Rest erledigte, könnte sein Liebster die Notbremse ziehen, ihn stoppen, wenn er wahrlich nicht wollte aber das würde, hier und jetzt, wohl nicht mehr eintreffen. "Vill du ha mig?"
Raunte er Jesse gegen die süßen Lippen, die Gürtelschnalle klimperte, als Valravn diese bei sich öffnete, gefolgt von dem Knopf und Reißverschluss, seiner unliebsamen Jeans, die längst eine ausgeprägte Wölbung aufwies, von der Erregung zeugte, die er empfand, welche Jesse in ihm auslöste. Knurrend näherte er sich Jesses Lippen an, so nah, bis kaum mehr als ein Zentimeter Abstand zwischen ihnen bestand, sein bohrender Blick lag auf dem herrlichen Blau, das er so liebte, so faszinierend, wie auch schön fand.
"Säg det!"
Verlangte er seinem Mann ab, dem er so verflucht nahe blieb, jedoch diesmal nicht berührte, nicht im geringsten, obschon er ihm so nahe ist, waren seine Hände damit beschäftigt, Valravns eigene Hose, samt Unterhose hinab zu schieben, jedoch nicht gänzlich, wie bei Jesse, sondern nur so weit, um sich genug Platz, Freiraum zu schaffen, bevor er nach Jesses Unterschenkeln fasste. Ruckartig, problemlos, hob er seinen Mann hoch, drängte sich gänzlich zwischen dessen Beine und ihn somit auch fester gegen das Regal, er knurrte, obschon er nicht mehr aussah wie ein wilder Wikinger, wusste Jesse, nur zu gut, welch Bestie in seinem Mann schlummerte und verborgen lag. Er lockerte den Griff seiner rechten Hand, drückte die Fingerkuppen der Linken jedoch fester in Jesses erhitzte Haut, er sollte die Beine um seine Hüfte schlingen, sich selbst etwas Halt verschaffen, da Valravn seine rechte Hand, kurz darauf, von seinem Unterschenkel löste und an das hölzerne Regal fasste, um eine bessere Stütze zu haben.
Einnehmend, beinahe ungestüm, im ersten Moment zumindest, küsste er seinen Mann, nahm seine weichen, süßen Lippen in Beschlag, weil sie ihm gehörten, wie alles andere auch in Bezug auf Jesse, den er sich einfach nahm, zwischen den Regalen und Kleiderständern, unabhängig davon, dass man sie erwischen, bemerken konnte. Gerade dies war so aufregend, reizvoll. Es ging um weit mehr, als den Reiz des Verbotenen, er wollte seinen Mann, hier und jetzt, indem er ihn so bestimmend küsste, seine Lippen versiegelte, zwischen die er seine Zunge schob, die Seine lockte, verführte zu einem aufregenden Tanz, gestattete er Jesse auch, sich geräuschvoll fallen zu lassen. Der feurige Kuss würde ihre Laute dämpfen, schon dafür sorgen, dass man sie nicht erwischte, denn sonst müsste Valravn die Leute umbringen, weil er es niemandem erlaubte, seinen Mann in solch einer Lage zu sehen, ihn betrachten zu können. Der Schwede war da sehr eigen, gar herrisch, doch Jesse gehörte ihm.
Die Leute im Zoo würden dies auch noch, auf die ein oder andere Art, sehr schnell aufgezeigt bekommen, vor allem Jesse bekam es ja zu spüren, denn für den Schweden ging es hier, als er ihn zwischen den Regalen vernaschte, um weit aus mehr, als die Befriedigung ihrer Lust, der Verführung seines Mannes. Er hatte es gewagt ihn, hier im Zoo, zu verraten, zu betrügen, das würde der Schwede nicht auf sich sitzen lassen, dem dieser Gedanke unweigerlich kam, aufblitzte, wie ein Funke im Dunkeln, den er im Keim ersticken würde, indem er das ausmerzte, was es gewagt hatte, seinen Besitz anzufassen. Valravn war zu stolz, um es anzusprechen, zumal er Jesse deutlich gemacht hatte, was seine erste Amtshandlung hier sein würde, er würde diese erbärmliche, widerwärtige Amöbe töten.
Doch sein Mann hatte, wie immer, Vorrang, den er vielleicht, einen Augenblick lang, spürbar härter, gröber ran nahm, gegen das Regal presste, als beabsichtigt, in dem Moment, wo ihm kurz im Hinterkopf das Geständnis aufflackerte, was Jesse ihm, im Zuber, in Balar, gemacht hatte. Valravn hatte ihre Auszeit damals nicht als Trennung betrachtet, lediglich als Pause, räumliche Trennung, damit Jesse sich besinnen, beruhigen konnte, nach der Enthüllung, dass sein Partner ein Serienmörder und Kannibale ist. Wie konnte Jesse glauben, annehmen, dass zehn Jahre und Ungewissheit, eine Begründung, gar Ausrede für den Schweden sind, um ihm fremdzugehen?! Das war schlichtweg töricht. Er hätte es besser wissen sollen...
Am liebsten würde er den Zoo niederbrennen, gut, das wäre womöglich etwas theatralisch, dann würde er eben Plan B umsetzen, indem er Jesse, in jeder verdammten Ecke des Zoos, vernaschen würde, nicht nur um seinen Besitz zu markieren, zu verdeutlichen, sondern auch, um sein Revier abzustecken, sowie deutlich zu machen, dass niemand, seinem Mann das bieten kann, was Valravn ihm gab.
Jesse kam ihm so einfach auch nicht davon, weswegen wohl eine weitere, gute Stunde verging, da sein Schwede, ganze zweimal über ihn herfiel, ihn sich dann doch noch von Hinten nahm, seine Dominanz verdeutlichte und die Entscheidung traf, seinen Mann so zu vernaschen, wie er es verdient hatte, wie die kleine undergiven Tik, die er ist, die sich ihm hinzugeben, anzubieten hatte. Selbstverständlich hatte er da wieder still zu sein, denn diesmal konnte, würde, ein Kuss ihre Laute nicht dämpfen, doch zumindest Valravn konnte sich dahingehend behelfen, was sich an Jesses Nacken, sowie seiner rechten Schulter deutlich zeigte, in Form von geröteten Stellen, die von den Liebesbissen zeugten, die sein Mann ihm zuteilwerden ließ in völliger Ekstase.

@Jesse Redford


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