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Ihr wollt unbedingt Spannung, Action oder einfach nur einen Ausklang zu der modernen Welt? Dann seid ihr bei uns genau richtig. Die Welt ist nicht mehr die, die wir kannten. Untote wandeln alleine oder in großen Horden umher. Jedoch sind sie nicht die größte Bedrohung. Nach den Jahren wissen die Überlebenden, wie sie mit diesen umgehen müssen. Die größere Bedrohung sind wohl andere Überlebende, denn Gesetze oder Strafen gibt es nicht mehr. Deswegen haben sich einige zu Kolonien zusammengeschlossen, in denen jeder seine Aufgabe und einen sicheren Schlafplatz hat. Du kannst dich zwischen der Cottage by the Sea entscheiden, eine frühere Ferienanlaga direkt am Meer oder den Anarchy Riders, der Außenposten der Cottage, die in einem Clubhaus leben. Wie wäre es hoch oben in den Bergen in einem mittelalterlichen Dorf zu leben und sich selbst zu versorgen? Im Valley Balar ist es möglich. Als Nomade kannst du hin, wohin du willst und brauchst dich nur um dich kümmern. Vielleicht willst du dich auch dem Bösen anschließen, dann bist du bei der Company sehr gut aufgehoben. Egal wie du dich entscheidest, es wird dein Leben verändern.

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HOT HOT SUMMER ... endlich strahlt sie Sonne und wärmt unsere abgekühlten Körper. Die Damen haben gebräunte Haut und die Herren, lassen sich ein kühles Bier schmecken. Sonne satt und so langsam kommen wir echt ins schwitzen. Die Temperaturen liegen zwischen 20 und 34 Grad. Packt die Sonnencreme ein, verbrannte Haut kann sehr schmerzhaft sein.

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Walking Dead Charas: Rosita, Ezekiel, Enid Taylor, Carol, Conni, Tara, Henry, Lydia, Eugene, Siddiq, Pamela Milton, Sebastian Milton, Mercer, Maxwell Hawkins Fear the Walking Dead Charas: Madison, Luciana, June, Daniel, Victor, Nick Auch viele Free Gesuche warten darauf, endlich in Empfang genommen zu werden. Auch ohne Serienwissen bist du bei uns gerne willkommen !!!

 

☀ Der Sommer ist da und wird sehr sehr heiß. Dürre und starke Gewitter sind keine Seltenheit ☀
#1

Wohnbereich

in Seths & Saschas Hütte 12.02.2020 13:27
von The Walking Dead Team | 2.194 Beiträge

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#2

RE: Wohnbereich

in Seths & Saschas Hütte 12.02.2020 16:33
von Sascha Svaritas (gelöscht)
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Wie lange war sie inzwischen hier? Zwei Wochen, ein paar Tage mehr oder weniger, so genau konnte die kleine Albino das nicht mal sagen, zumal Alles zuletzt nur noch an ihr vorbeigerauscht war. Es hatte sie, sowie ihren pelzigen Begleiter, den großen, tiefschwarzen Wolfshund, bis rauf in die Berge verschlagen, einfach nur, weil sie weiter nach Norden wollte, die vage Hoffnung hatte, vielleicht eine alte Jagdhütte oder dergleichen zu finden, wo sie überwintern konnte. Dieses Jahr hatte sie wirklich Pech, sie hatte keinen geeigneten Platz gefunden, keine Gelegenheit zum Horten, war immer weiter gezogen, zu Fuß, was das vorankommen im Schnee, der immer höher wurde, je weiter rauf sie in die Berge wanderte, enorm erschwerte.
Ab einem gewissen Punkt, war sie schon so weit, sich einfach in den Schnee zu setzen, sowie einzuschlafen, um nicht mehr aufwachen zu müssen, zumindest nicht als lebendiges, denkendes Wesen, mit Charakter, Sorgen, Wünschen und Zielen. Doch zum Untoten werden wollte sie nicht, zumal sie wusste wie man draußen überlebt, den Großteil verbrachte sie allein, einer Gruppe hatte sie sich nie angeschlossen, Menschen sind einfach gruselig, böse, gefährlich, bis auf ein paar wenige Ausnahmen, die sie aber an einer einzigen Hand abzählen konnte.
Bislang hatte sie es, erfolgreich, vermeiden können, zu nah an eine Siedlung zu gelangen, meist war der Lärm, das rege Treiben, so enorm, dass sie einen Bogen um diese Gebiete machen konnte, obschon es, da wo es viele Menschen gab, gewiss auch Möglichkeiten gegeben hätte etwas zu tauschen oder, man hätte bei Sichtkontakt sofort etwas unternommen, um ihr die Lichter auszuknipsen. Nein, Menschen waren gefährlich und das galt für sie, ebenso wie alle Anderen, das Katana, was sie stets bei sich trug, sowie ihre Desert Eagle, waren schließlich keine Zierde, sondern haben ihr, mehr als einmal, das Leben gerettet oder Vorräte beschert. Richtig problematisch wurde es jedoch als das Wetter umschlug, die erste Nacht, in der das Schneegestöber zu toben anfing, kaum mehr war als ein Vorbote, ein kleiner Vorgeschmack, auf das, was noch kommen würde, hatte sie gerade so, mehr schlecht als recht im Freien überstanden. Aus Geäst hatte sie sich einen notdürftigen Unterschlupf gebaut, ein Feuer gemacht und ihr Wolfshund wärmte sie, beide sich gegenseitig, bis sie am nächsten Tag weiter ziehen konnten. Keine Ahnung, ob es Glück, Zufall oder gar Schicksal war, als sie, nicht nur einen großen Bergsee erreichte, sondern am gegenüberliegenden Ufer ein Dorf, wäre nicht in gewissen Abständen Rauch aufgestiegen, vermutlich von wärmenden Feuern, hätte sie diesen Ort wohl für ausgestorben gehalten, zumindest auf die Entfernung.
Ihr wäre es wohl auch lieber gewesen, wenn der Ort, lange schon, verlassen gewesen wäre, dann hätte sie sich dort vielleicht verschanzen, einquartieren können. Doch zu ihrem Leidwesen, war der Ort tatsächlich bewohnt, obschon es wohl gut so war, denn bis sie um den See herum gekommen war, war der halbe Tag vergangen und das nächste, winterliche, Unwetter zog herauf, von den Beißern, die sich langsam in dem Gebiet eingefunden hatten, ganz zu schweigen. Sie konnte wohl von Glück reden, sich keinen Pfeil eingefangen zu haben, auf die Entfernung muss sie selbst wie ein Untoter gewirkt haben, wäre nicht das Erste Mal, dass man sie mit Einem verwechselte, aufgrund ihrer weißen Haut und dem schlohweißen Haar, aufgrund der Kälte, der Unterkühlung, bewegte sie sich auch ganz anders, zudem war der Schnee hier oben viel höher als im Tal, wäre ihr pelziger Freund nicht gewesen, hätte sie es womöglich nicht mal in die Nähe der Mauer geschafft.
Kein Tier lief bei einem Untoten oder attackierte einen Anderen, der seiner Besitzerin, zu nahe gekommen war, ohne das sie es merkte, weil ihr Körper, aufgrund von Erschöpfung, Übermüdung und Unterkühlung auf Sparflamme lief. Bis zu diesem Punkt, wo das Knurren ihres Wolfshundes an ihre Ohren gedrungen war, das Röcheln, das erst näher kam, dann ruckartig wieder auf Abstand ging, durch den Angriff ihres Begleiters, bekam sie noch das Meiste mit bis Alles in einem rauschenden Wirrwarr unterging.
Ganz allein da draußen hätte für sie wohl das letzte Stündlein geschlagen, sie hatte keine Vorräte mehr, die Kleidung am Leibe, war für die Berge nicht geschaffen, geschweige denn, dass sie einem ausgewachsenen Schneesturm hätten Stand halten können, der das Dorf eisern im Griff hielt letztendlich. Mehr denn je war sie nur ein Geist, halb erfroren, fast verhungert, bekam sie gar nicht mehr wirklich mit was um sie herum geschah, nicht mal das ihre Waffen beschlagnahmt wurden, denn sonst hätte sie sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, ohne ihr Katana war sie schließlich nichts und völlig schutzlos.
Ihr Wolfshund schnappte hier und da zwar nach den Leuten, jedoch nur um seine Herrin zu beschützen, ernsthaft attackieren tat er niemanden, spätestens als der Veterinär auf den Plan trat, gerufen wurde, verwies dieser den Mischling problemlos auf seinen Platz um sich der zarten Person anzunehmen und sie zu versorgen.
Sie erinnerte sich noch an die Augenklappe, dass er Skandinavier war, wie sie, vermutlich hatte sie nur noch vor sich hin gemurmelt in ihrer Muttersprache, isländisch, was dem alt norwegisch sehr stark ähnelte, zumindest ihren Namen konnte er so hervorlocken, weil er der Sprache mächtig war. Und was war da noch, was sich in dem ganzen rauschenden Chaos hervorheben konnte? Ein Paar blauer Augen, das war alles, bis sie gänzlich eingenommen wurde von der Müdigkeit, traumloser Dunkelheit, welche die Albino mehrere Tage durchschlafen ließ.
Ihr Körper war völlig am Ende, ausgelaugt, erschöpft, der Winter war härter als der Vorige, ihr kam zu viel dazwischen, als dass sie sich rechtzeitig vorbereiten konnte. Ihr tierische Begleiter war der Einzige der ununterbrochen bei ihr verweilte, zumindest so lange bis er einen Geruch witterte, der ihm vertraut war, der ihn aus der kleinen Hütte lockte, um der Fährte zu folgen und letztendlich auf Seth zu stoßen. Jemanden aus dem Dorf war ein erschrockener Laut, gar Aufschrei, entwichen, als das große, schwarze Tier sich urplötzlich, sehr gezielt, auf den Mann zu bewegte, gar rannte und diesen ansprang, einem Angriff gleich kommend, warf er ihn förmlich um, doch das pelzige Ungetüm schlug nicht seine Zähne in dessen Hals, versuchte nicht ihn zu fressen, zu zerfleischen, sondern wedelte freudig mit dem Schweif und leckte den schweigsamen Mann ab.
Saschas pelziger Begleiter hatte ihn nicht vergessen, sein Geruch war ihm vertraut, bei ihrer ersten Begegnung hatte er Seth für einen Untoten gehalten, in seinen Schuh gebissen, an ihm gezerrt und diesem einen gehörigen Schreck eingejagt, doch diesmal, ironischerweise erneut im Winter, sprang der Wolfshund ihn erneut an, doch nicht um ihn zu attackieren, sondern um ihn freudig zu begrüßen. Zumindest so lange, bis er diesen wieder auf die Beine kommen ließ, dann erst schnappte das Tier nach dessen Ärmel, jedoch nicht um ihn zu beißen, sondern dazu zu bringen ihm zu folgen, zu seiner Herrin.
Die sich letztendlich nicht mehr in der einsamen kleinen Hütte wiederfand, sondern im Haus von Seth offenbar, als ihr Körper genug Schlaf, sowie Erholung bekommen hatte, wusste sie eh nicht wo sie sich befand, ihre erste Panikreaktion war es, nach dem Aufwachen, sofort nach ihrem Schwert greifen zu wollen, was nicht mehr da war!
Sie ist fast wahnsinnig geworden, hatte das Zimmer, in dem sie schlafen konnte, förmlich auf den Kopf gestellt und sich am Ende nur noch, weinend, heillos überfordert, in die hinterste Ecke zusammen gekauert, solange bis ihr Mischling wieder zu ihr zurückgekehrt war, an dessen schwarzes Fell sie sich klammerte. Nichts was ihr gehörte war in greifbarer Nähe, weder ihr Schwert, noch ihr Rucksack und am aller wenigsten ihr geliebter Mr. Whooly.
In den vergangenen Tagen, nachdem sie wach geworden war, verließ sie das Zimmer auch nicht, bei jedem kleinen Geräusch, was das Haus nun mal machte, versteckte sie sich unter dem Bett, verkroch sich in die Ecke und wollte einfach nur, dass Alles verschwand. Dass es wieder still wurde, wie draußen im Wald, obschon dieser auch nicht wirklich totenstill war. Seit dem Ausbruch war sie da draußen gewesen, die ersten zwei Jahre zwar nicht allein, doch in übelster Gesellschaft, danach, bis sie ihren Welpen fand, gänzlich auf sich gestellt und hielt sich bewusst von Menschen fern, die ihr einfach eine Heidenangst machten, nur ohne ihre Waffen konnte sie sich nicht schützen.
Angriff war ihre beste Verteidigung, zumindest dann, wenn sie nicht fliehen konnte. Die wenigen Bekanntschaften, die sie gemacht hatte, die zumindest aufzeigten, dass nicht jeder Mensch schlecht ist, verliefen sich rasch im Sande. Am längsten bei ihr war Seth gewesen, den sie im Winter vorigen Jahres aufgelesen hatte, ihn, mehr als einmal, gedachte zu töten, weil sie sich bedroht fühlte von seiner schlichten Anwesenheit aber, so gefährlich er auch anmutete, aus ihrer Sicht, er war friedlich gewesen, nett, gar hilfsbereit. Und er hatte dieses metallene Ungetüm im Gesicht, auch als ihre Wege sich trennten, nachdem der Winter langsam wieder von dannen gezogen war, die Überlebenden draußen, nicht länger dazu zwang sich zu verschanzen in einem Wohnmobil.
Auf sie hatte er immer den Eindruck eines verletzten Tieres gemacht, dass ihr nicht unähnlich war in der Hinsicht, sie hatten wohl beide, mehr als nur gute Gründe, weshalb sie so scheu, zurückgezogen waren, gar wortkarg.
Umso ironischer, dass es nun die vier Wände, plus das Dach, seines Zuhause war, indem sie nun Zuflucht fand, wenngleich sie derzeit das Gefühl hatte, mehr Gefangene, als Gast zu sein, aber sie war es auch nicht mehr gewohnt. Ohne ihre Waffen fühlte sie sich so schutzlos, hilflos, noch kleiner als sie es eh schon war und sie traute sich einfach nicht raus, nicht mal aus diesem Zimmer, obwohl sie inzwischen wusste, wer hier Zuhause ist.
Kein Fremder, sondern jemand den sie kannte, gar mochte und doch war sie in dem Moment, als sie das erste Mal, nach ihrem Aufwachen, mit ihm konfrontiert war, so erschrocken, dass sie ihn gekratzt hatte, bloß weil er, ihrem Empfinden nach, eine falsche Bewegung gemacht hatte. Außerdem trug er nicht mehr diesen Maulkorb, sie hatte in der Zeit, wo sie zusammen überwinterten, nie sein Gesicht vollständig gesehen und in dem Moment, befand sich ihr Sichtfeld unterhalb seiner Nase, kein Wunder das sie völlig panisch reagiert hatte aus Angst.
Selbst als sie ihn gänzlich im Blick hatte, brauchte sie eine Weile, bis sie das Bild, was sie von ihm im Kopf hatte, mit dem, welches er jetzt darbot, abgeglichen und miteinander vereinbart hatte. Das war jetzt vielleicht sechs Tage her, plus minus, da sie kein Zeitgefühl hatte, spielte es für sie auch keine große Rolle, das schlechte Gewissen stellte sich automatisch ein und bislang hatte sie keinen Mucks von sich gegeben, nur fürs Nötigste, schlich sie sich aus dem Zimmer, meist inmitten der Nacht, nur um sich dann schnell wieder zu verschanzen, während ihr Wolfshund sich frei im Haus bewegte, sowie auch außerhalb, wenn er Seth, wie zuletzt, begleitete zu den Ställen. Das schwarze Ungetüm nahm sogar Anweisungen an, die Gängigsten, die sich dieser womöglich gemerkt hatte, denn die Kommandos, die Sascha ihm beibrachte, wenn es darum ging zu töten, hatte sie gewiss nicht an Seth weiter gegeben. Zudem reagierte ihr Mischling auf Handzeichen genauso gut, wich dem schweigsamen Mann draußen kaum von der Seite, definitiv war er kein Kuscheltier, kein freundlicher Vierbeiner, der Aufmerksamkeit der Menschen wollte, er war mehr Wolf als Hund. Wollte er Zuneigung, kam er von selbst, ansonsten wachte er, erkundete im Umkreis das neue Gebiet, machte sich vertraut aber behielt stets Sichtkontakt zu dem Zweibeiner.
Beide waren nicht da, als Sascha sich, heute ganz bewusst, dazu entschieden hatte, endlich das Zimmer zu verlassen und sich vertraut zu machen, mit der Bleibe von Seth. Zaghaft öffnete sie die Tür, nachdem sie sich, nachdem aufstehen, ein schlichtes, graues Kleid aus Leinenstoff, angezogen hatte, sowie frische Unterwäsche. Ihr schlohweißes Haar wirkte noch etwas zerzaust, war nicht zu Recht gemacht oder zu zwei Zöpfen gebunden, wie es sonst der Fall ist, als sie hinausspähte fiel der lange Pony wirr in ihr weißes Puppengesicht.
"Seth?"
Rief sie ins Blaue, wobei von Rufen kann nicht die Rede sein, ihre Stimme war noch weniger als ein zartes Flüstern im Wind, eigentlich baute sie darauf, dass ihr Vierbeiner zu ihr kam, doch es war totenstill, alles was sie vernahm, war das Knistern des Feuers im Kamin, das Knacken eines Holzscheites, was sie sofort zusammen zucken ließ vor Schreck. Ihr kleines Herz raste schon wieder, sie zögerte, schloss die Tür sogar beinahe wieder ganz, bis sie innehielt, sich dazu selbst ermahnte, dass sie sich nicht ewig verstecken kann, obschon sie darin sehr gut ist, sowie hartnäckig in der Hinsicht. Noch einmal sprach sie sich innerlich Mut zu, umfasste die Türklinke fester, ehe sie, etwas zu energisch womöglich, die Tür aufriss und einen Schritt hinausmachte aus dem Zimmer. Den Atem hatte sie dabei sogar angehalten, die Schultern hochgezogen und die Hände zu Fäusten geballt, vor lauter Anspannung, natürlich rechnete sie immer mit dem Schlimmsten aber es blieb still, keine Beißer, keine anderen Menschen, keine gruseligen Kinder oder eine andere Art von Bestie, die sie zu zerfleischen gedachte.
Nach einigen Sekunden, vielleicht auch Minuten, in denen sie erst mal Alles auf sich wirken ließ, sanken ihre Schultern wieder und sie begann zu erkunden, verschaffte sich erst einmal einen Überblick, spähte in die Küche hinein oder zumindest den Raum, der als solcher ausreichend ausgestattet war, danach schlich sie, barfuß, fast lautlos, durch den Wohnbereich und verweilte einige Minuten beim Kamin um sich etwas zu wärmen. Niemand schien da zu sein, es war fast etwas unheimlich, denn das Haus schien größer zu sein, als die Hütten, welche sie, beim Blick aus einem der Fenster, hatte sehen können.
Lebte er hier wirklich ganz allein? Vor allem wie lange war er schon hier? Und ...so viele Fragen, die sich jedoch nicht allein auf den Mann bezog, der nicht selten so traurig anmutete, wie die kleine Albino selbst.
Auch wenn sie sich umschaute, so stöberte sie nicht rum, sie verschaffte sich nur einen Überblick, lief die Wege ab, welche sie sich nur Nachts, wenn es totenstill war, zu gehen wagte, um sich rasch mal zu erleichtern oder so.
Rum schnüffeln gehörte sich schließlich nicht, obschon sie als Plünderin, natürlich den Drang verspürte, sämtliche Dielen abzuklopfen auf der Suche nach Verstecken für Vorräte.
Sie tat es natürlich nicht, sondern nutzte die sturmfreie Bude, um sich vertraut zu machen, als auch frisch, allen voran ihre langen Haare, wollte sie wieder ordnen. Im Dunkeln war es ihr nicht aufgefallen, doch alles hier wirkte irgendwie altmodischer konnte man sagen, kein Warmwasser, kein Strom, nicht das es sie groß störte aber sie fühlte sich ein bisschen so, als stünde sie in einem Museum oder einem Dorf, dass dem früheren Leben und Standards nachempfunden, sowie ausgestattet wurde.
Sie wusste noch nicht, was sie davon halten sollte, vor allem als sie feststellen durfte, musste, dass es keine Dusche oder Badewanne gab, sondern einen Zuber. Schön, es war auf jeden Fall mehr, sowie besser, als im kalten See baden zu müssen.
Unruhig begann sie auf ihrer Unterlippe herumzukauen, sie wusste nicht, ob es okay wäre sich selbst zu bedienen oder ob es nicht besser war, auf Seth zu warten.
Sie wollte ja nicht unverschämt wirken, nur hatte sie das Gefühl, dass sie es dieses Mal ist, die dringend eine gründliche Reinigung nötig hatte. Schon erstaunlich, wie sich das Blatt wenden konnte und die Rollen vertauschte, bei dem Gedanken huschte sogar ein Lächeln flüchtig über ihre vollen Lippen. Auf der anderen Seite, ertrug sie es schlichtweg nicht, dreckig zu sein, wenn sich ihr die Möglichkeit bot, sich zu waschen, weshalb sie sich dazu entschied den Zuber mit Wasser zu füllen, sie brauchte ja nicht viel und wusste sich schon zu behelfen, schließlich ist sie kein abhängiges, unfähiges kleines Mädchen.
Selbst wenn sie, aufgrund ihrer Statur, ihrem Gendefekt und puppenhaften Gesichtszügen, sehr zierlich, vor allem jung anmutete, ging sie schon auf die Dreißig zu.
Trotz knurrenden Magen, ignorierte sie die vorhandenen Vorräte im Haus, sie wollte nicht mehr anrühren oder nutzen, als im Moment notwendig war und noch weniger, ohne vorher zu fragen. Sie beschränkte sich auf das Nötigste, selbst das Wasser erhitzte sie nur bedingt auf der Kochstelle in der Küche, ehe sie es mit kaltem Wasser vermischte, sowie damit den Zuber füllte, natürlich nicht ganz. Sie hatte nicht vor ein heißes Bad zu nehmen, obschon die Sehnsucht danach, trotz der vielen Jahre, nicht gänzlich geschwunden war aber im Moment wollte sie nur sauber werden. Anhand dem Stand der Sonne, schien es erst Mittag zu sein, also hatte sie womöglich ein ausreichendes Zeitfenster um sich zu waschen, den Dreck vom Körper, als auch aus den Haaren zu schrubben, bis sie sich wieder, problemlos, nackt in den Schnee werfen und damit ultimativ tarnen könnte.
Was sie definitiv nicht tun wird, weil das wäre sehr wahrscheinlich ihr Tod.
Sie beeilte sich auch, hinterließ alles so, wie sie es vorgefunden hatte, obschon sie gut zwei Stunden dafür in Anspruch nehmen musste. Dafür lohnte es sich am Ende aber auch, sie fühlte sich deutlich wohler in ihrer eigenen Haut, ihr schlohweißes, langes Haar ließ sie offen und da Hosen, ihr erklärter Erzfeind sind, beließ sie es bei dem schlichten Kleid, dass ihr bis zu den Knien reichte, sowie mehr zweckdienlich, als hübsch anzusehen war aber besser als gar nichts. Da Seth, als auch ihr Vierbeiner, noch immer nicht zurück waren, setzte sie sich im Wohnraum vor den Kamin, zog die Knie an ihren Oberkörper und schlang die Arme um diese, bevor sie ihr Kinn, auf diesen bettete, sich gewohnt klein machte, während ihre ungewöhnlichen, hellblauen Augen, mit dem pinken Stich darin, die tänzelnden Flammen beobachteten. Es hatte etwas Beruhigendes an sich, wärmte sie und trocknete zeitgleich ihr feuchtes Haar, dass sich ein wenig wellte, aufgrund des Mangels eines Glätteisens oder Föhns.
"Sweet dreams are made of this.. Who am I to disagree? Travel the world and the seven seas ... Everybody's looking for something. ...Some of them want to use you... Some of them want to get used by you... Some of them want to abuse you... Some of them want to be abused..."




@Seth Evans


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#3

RE: Wohnbereich

in Seths & Saschas Hütte 23.02.2020 15:04
von Seth Evans (gelöscht)
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Die letzten Tage waren unheimlich stürmisch und verschneit gewesen. Das Dorf war beinahe komplett im Schnee versunken, welcher sich Meterhoch auf den Dächern der Hütte gesammelt hatte. In dieser Zeit glich es einem Selbstmord da draussen herumzuwandern. Selbst Seth, der oftmals einfach etwas zu tun haben musste, um nicht komplett wahnsinnig zu werden, hatte seine Arbeit lediglich darauf beschränkt die ihm zuteilten Tiere zu versorgen, allen voran die Pferde, welche in den Ställen ausharren mussten, bis das furchtbare Wetter vorbei war. Nicht nur sah man vor lauter Schnee kaum die Hand vor Augen, es war auch noch bitterkalt und ein unangenehmer Wind pfiff um jede Ecke. Teilweise war es sogar schwierig sich im Dorf zu orientieren, weil man die Häuser nicht mal mehr wirklich sah. Ausgerechnet zu dieser Zeit wurde draussen vor den Toren eine Frau aufgegabelt, die völlig erschöpft und unterkühlt gewesen war. Seth kriegte es im ersten Moment nur am Rande mit, er beteiligte sich nicht so oft am Leben des Dorfes, abgesehen von Grace, deren Kinder und ab und zu Riley, einfach weil sie sich noch von vorher kannten. Tyler hatte das Dorf verlassen. Wofür genau hatte Seth auch nicht wirklich mitgekriegt.
Nach ein paar Tagen legte sich der Sturm wieder ein wenig, der Schnee war zwar immer noch hier, doch immerhin konnte man sich wieder ungehindert durch das Dorf bewegen, dessen Wege sie in gemeinsamer Arbeit gepflügt hatten.
Seth war auf dem Weg vom fertig geputzten Pferdestall gewesen, zurück zu seiner Hütte, um sich etwas zu Mittag zu gönnen, als ein Aufschrei ihn aus seinen Gedanken riss. Er fuhr herum und sah nur noch ein schwarzes Knäul auf ihn zurennen. Bevor er reagieren konnte, wurde er von den Füssen gerissen, er landete in einem schneehaufen am Strassenrand und schliesslich spürte er eine warme Zunge auf seinem Gesicht. Er brauchte einen moment, bis er den Hund wiedererkannte. Und dieser wich ihm nicht mehr von der Seite, zerrte gar an seinem Ärmel, um ihn da hin zu zerren, wo sein Frauchen schlief. Seth erkannte Sascha natürlich, sie hatten einige Zeit miteinander verbracht, sich dann jedoch wieder trennen müssen. Er hatte die Frau, welche deutlich jünger anmutete als sie eigentlich war, ein wenig ins Herz geschlossen. Umso mehr war er erfreut sie zu sehen. Allerdings bangte er auch ein wenig um ihr Leben, denn sie war kurz vor dem Erschöpfungstod gestanden, wie er hatte erfahren müssen. Sie schlief die ganzen Tage mehr oder weniger komplett durch und Seth beschloss sie in seine eigene Hütte zu nehmen, wohin er sie persönlich trug. Er wusste wie vorsichtig und vor allem ängstlich Sascha war. Vielleicht würde es ihre Verunsicherung ein wenig mildern, wenn sie ihn erkannte, sobald sie wieder richtig aufwachte. Nun, der Plan ging eher mittelmässig aus, als sie aufwachte, zerkratzte sie ihm erst einmal die Arme und benahm sich wie eine Furie, was er ihr allerdings nicht wirklich übel nahm. Er liess es eher stoisch über sich ergehen, bevor er sie erneut in Ruhe liess. Auch die kommenden Tage warf er maximal einen Blick in ihr Zimmer, das zuvor Grace gehört hatte. Mittlerweile hatte er auch damit angefangen ihr morgens einfach etwas zu essen und zu trinken vor die Tür zu stellen, bevor er arbeiten ging und sie ansonsten nicht zu stören. Er wusste, sie wanderte ab und zu umher, allerdings liess er ihr die Zeit, die sie benötigte, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.
Am heutigen Tag war er wieder seiner normalen Arbeit nachgegangen, wobei der Hund ihn begleitete. Erst mistete er alle Pferdeboxen, liess die Pferde auf die weide und beobachtete sie einen Moment lang, wie sie das kalte Wetter genossen und im Schnee herumstoben, um sich auszupowern. Anschliessend hatte er noch ein wenig Feuerholz verteilt und auch noch geschlagen und zum Trocknen fürs nächste Jahr gestapelt, bevor er die Pferde wieder reingeholt und nochmals gefüttert hatte. Als er allmählich zu seiner Hütte zurückkehrte, war die Sonne bereits nur noch knapp über dem Horizont. Es dämmerte und Seth war auch langsam ein wenig durchgefroren. Mit dem Hund an seiner Seite spazierte er zurück zu seiner Hütte. Er klopfte seine Schuhe ab, um sie vom Schnee zu befreien, bevor er die Tür leise öffnete und eintrat. Die schweren gefütterten Arbeitsschuhe stellte er hin, nachdem er sie ausgezogen hatte, während der Wolfshund direkt ins Wohnzimmer spazierte. Seth entledigte sich der Jacke und dem Schal, sowie den fingerlosen Wollhandschuhen, die ihm gestrickt worden waren, bevor er in den sich vor ihm öffnenden Raum trat. Im Kamin knisterte noch immer das Feuer, was bedeuten musste, dass ...
Er warf einen Blick ins Wohnzimmer und sah Sascha dort sitzen. Sie hatte sich offenbar gewaschen und trug ein frisches Kleid. Sie sass auf dem Boden, ganz klein, die Arme um sich selbst geschlungen.
"Hey", grüsste er sie mit seiner tiefen Stimme, versuchte aber sanft zu klingen, um sie nicht zu erschrecken. Er selbst hatte sich im letzten Jahr sehr verändert. Seine Haare waren gekürzt und ordentlich, der Bart gepflegt, welcher die Narben von den Erfrierungen verdeckte. Nur die Narbe auf seiner Nase konnte er nicht kaschieren, wollte es aber auch nicht. Das war noch die unauffälligste von all den Dingen, die er an seinem Körper unfreiwillig mit sich rumtrug.
Er sah gepflegter aus, als damals als sie sich das erste Mal begegnet waren. Das Blatt hatte sich irgendwie ein wenig gewendet zwischen ihnen. Trotzdem war er immer noch etwas überfordert was Menschen anging, besonders so verstörte wie Sascha. Obwohl er sie bereits kannte. Es war eine Weile vergangen, seit sie sich das letzte Mal gesehen hatten.
Also liess er sie für einen Moment noch in Ruhe, ging rasch in die Küche, wo er etwas Milch hernahm, die im Fenster stand, damit sie schön kühl blieb. Er goss zwei Gläser davon ein, nahm beide und kam zurück ins Wohnzimmer, wo er sich mit etwas Abstand auf der anderen Seite des Kamins hinsetzte und Sascha das Glas hin schob. Dabei lächelte er sie aufmunternd an.
"Wie geht es dir?", fragte er sie dabei, während er sich in den Schneidersitz setzte. Er trug nur noch seinen Pullover und die Hose, welche unten vom Schnee noch etwas feucht war und vermutlich roch er nach Heu und Pferd.
"Du bist hier in Sicherheit... Nahezu meine ganze Familie ist hier ..." Der grosse Hund hatte sich zu Sascha gelegt, er warf einen kurzen Blick zu ihm. "Hier sind alle nett ... Niemand wird dir hier etwas tun. Und es freut mich, dass es dir gut geht..." Er hob die Mundwinkel erneut und trank dann selbst einen Schluck von der Milch.
"Hast du schon etwas gegessen....? Wenn du willst und Lust hast, können wir gerne zusammen kochen..."

@Sascha Svaritas


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#4

RE: Wohnbereich

in Seths & Saschas Hütte 01.03.2020 19:35
von Sascha Svaritas (gelöscht)
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Das knisternde Kaminfeuer war wirklich beruhigend, sie mochte das ganz gerne, die wohlige Wärme auf ihrer weißen Haut, die so empfindlich war und das Leben, während des Hochsommers, wirklich erschwerten für die Albino, selbst im Winter, früher zumindest, benutzte sie oftmals Sonnencreme, weil sie so schnell Sonnenbrand bekam. Kein Wunder, dass sie lieber bei schlechtem Wetter draußen war, sie liebte den Regen, wenn unzählige Tropfen, plätschernd, trommelnd, gegen die Fensterscheiben trafen, den Dreck wegspülten und die Leute, sich meist eilig, einen Unterschlupf suchten oder Schutz unter den Regenschirmen suchten. Sie hingegen fand es toll, allen voran im Sommer, wenn der Himmel bewölkt war und die Tropfen vom Himmel fielen, ein wenig Abkühlung brachten. In ihrer eigenen kleinen Welt, die in ihrem Kopf, in die sich meist flüchtete, mutete alles so viel friedlicher an in solchen Momenten.
Auch wenn der Schnee fiel im Winter, der wie Zuckerguss, alles in ein friedliches Weiß tauchte, in dem sie sich, als Albino, wunderbar tarnen konnte und wohl auch täte, wäre es selbst ihr, auf Dauer, nicht irgendwann zu kalt.
Je länger sie in die tänzelnden Flammen schaute, umso schwerer wurden ihre Lider, obschon sie sich, langsam aber sicher, erholte, lag immer noch eine bleierne Schwere auf ihrem Körper, eine Müdigkeit, die wohl daher rührte, dass sie selten und nur wenig schlief, sowie da draußen war, ununterbrochen.
Sie kannte es gar nicht, länger als für den Winter, einen Unterschlupf zu haben, nur inspizierte sie diese selbst, suchte sie sich aus, sicherte das Gebiet, verschaffte sich Zutritt zu den notwendigen Ressourcen, sie überlebte auf eigene Faust, entschied eigenständig was sie tat und wohin ihr Weg sie führte. Doch hier, jetzt, wo sie sich in einem Haus befand, nicht wissend, wo genau sie ist und was das für ein Dorf, für eine Gemeinde, war, fand sie sehr beunruhigend, gruselig. Eigentlich hätte sie, nach dem Aufwachen, sofort die Flucht ergreifen sollen aber ihr Körper war so geschwächt, sie hätte es nicht weit geschafft, noch weniger ohne ihre Sachen, ihre Waffen und ihren Wolfshund. Noch immer war sie sich nicht ganz sicher, war sie hier Gast oder doch mehr eine Gefangene?
Vielleicht beides?
Sie wusste es nicht, senkte den Kopf, legte ihn auf den, heran gezogenen, Knien ab und schloss die Augen, leise vor sich hin summend, während das Kaminfeuer sie wärmte. Tatsächlich schlief sie ein oder verfiel zumindest in einen ruhigen, dösenden Zustand, um Kraft zu schöpfen, sodass sie gar nicht merkte, wie die Zeit verstrich. Das laute Knacken, bersten, eines Holzscheites, ließ sie irgendwann hochschrecken, ruckartig den Kopf gehoben, geblinzelt, schaute sie sich panisch um und zog die Arme enger um ihre Knie. Es brauchte einen Moment, bis sie realisierte, erkannte, dass es derselbe Ort ist, dasselbe Wohnzimmer, wo sie zuvor eingenickt ist, als ihr dies bewusst war, entließ sie den, zuvor angehaltenen, Atem wieder aus ihren Lungen und blickte vor auf das Feuer im Kamin. Schließlich erhob sie sich, nahm zwei Scheite, von dem kleinen Stapel, neben dem Kamin, um diese nachzulegen, ehe sie zurück in ihre vorige Sitzposition kehrte.
Wo wohl ihr Vierbeiner steckte? Sonst war er immer an ihrer Seite, ihm war hoffentlich nichts passiert, oh Gott! Was wenn doch, wenn diese bösen Menschen, die hier lebten, ihm etwas angetan haben? Sofort begann ihr Herz schneller in ihrer Brust zu schlagen und sie schüttelte energisch den Kopf, versuchte diese negativen Gedanken zu vertreiben, immerhin lebte Seth hier und er war ein guter Mann, der Freundschaft geschlossen hatte, nicht nur mit ihr, sondern zuerst wohl sogar mit ihrem Vierbeiner, damals.
Also wenn er hier lebte, sich frei bewegte, dann, war es vielleicht kein so böser Ort?
Sie wusste es nicht, auf die unzähligen Fragen, die in ihrem Kopf herumschwirrten, fand sie allein keine Antwort, diese konnte ihr wohl nur Seth geben. Der wenig später scheinbar zurückkehrte, als sich die Haustür öffnete, erstarrte sie regelrecht, blickte mit großen Augen, den Atem anhaltend, ins Feuer und lauschte auf die Geräusche, welche leise, doch unvermeidlich waren, beim Betreten des Hauses. Sie hoffte zumindest, dass nur Seth hier Zutritt hatte!
Doch ehe sie sich in etwas hinein steigern konnte, dass sie in Panik versetzte, hörte sie das kratzende, klackende Geräusch der Krallen ihres Wolfshundes auf dem Boden, der sogleich zu ihr kam, freudig mit dem Schweif wedelnd, drückte sich die feuchte Nase direkt an ihre Wange, bevor das große Ungetüm ihr über diese zu lecken begann und der kleinen Albino sogar ein leises Lachen entlockte. Sie flauschte das schwarze Tier, das den totalen Kontrast zu ihr bildete, als wäre er ein zahmes Kuscheltier aber Sascha hatte dieses Prachtexemplar selbst groß gezogen, aufgepäppelt als Welpe, ihn erzogen, soweit er es zuließ und ihn abgerichtet, sodass sie, in den letzten vier Jahren, ein unzertrennliches, wie auch gefährliches Gespann darstellten, sowohl für die Beißer als auch die Menschen, wenn sie denn mal welchen begegneten.
Seth war eine, der wenigen, Ausnahmen, die eine Begegnung überlebten mit der Albino, mehr noch, die gewillt war ihm zu helfen und ganz offensichtlich, war dies die richtige Entscheidung gewesen, denn hätte sie anders gehandelt, wer weiß, ob sie jetzt hier Zuflucht finden würde oder man ihr Schlimmes antäte. Schließlich schob sie ihren Wolfshund von sich, verwies ihn auf seinen Platz, wo auch immer der hier sein mochte, doch offenbar hatte er sich schon einen Ort gesucht, den er gerne in Beschlag nahm, nämlich das Sofa, auf das er hinauf sprang, sowie sich lang machte, als gehöre es einzig ihm.
Vielleicht lag es daran, wenn er nicht in ihrem Zimmer war, dass er dort Seth Gesellschaft leistete und sich streicheln ließ? Sie konnte das nicht ausschließen, ihr Wolfshund vertraute ihm, zudem sah ihr tierischer Begleiter gut aus, das hieß, während sie geschlafen und sich verschanzt hatte, kümmerte Seth sich gut um den Vierbeiner. Allein dafür war sie diesem schon unendlich dankbar.
Beim Klang der tiefen Stimme, hielt sie prompt inne, ebenso die Luft an, zumindest im ersten Moment, bis sie sich etwas zur Seite gedreht hatte und ihr Blick auf Seth fiel, der so anders aussah, dennoch aber dieselbe Person ist, der sie vor Monaten begegnet war. "Hi.." Erwiderte sie flüsternd, nachdem sie den Atem, ein wenig zittrig, entlassen hatte und sich die Hände rieb, dennoch huschte ihr, wenngleich zaghaft, ein Lächeln über die blassen Lippen, bei seinem Anblick.
Nein, sie hatte keine Angst, trotz der Monate, die zwischen ihrer letzten Begegnung, Unterhaltung, lagen, es war viel mehr Nervosität, Aufregung, welche sie gepackt hatte, die Ungewissheit, darüber wie sie zueinander standen aber sie hoffte zumindest, dass sie immer noch Freunde sind. Seth hatte, kein Stück, eingebüßt, was seine große, stattliche Erscheinung betraf und um ehrlich zu sein, schien diese sogar noch offensichtlicher zu sein, er wirkte gesund, bei Kräften, gepflegt vor allem, was sie trotz Abstand gut erkennen konnte. Dennoch vermochte sie es nicht, für den Moment, länger als ein paar wenige Sekunden, den Blickkontakt aufrecht halten zu können, stattdessen blickte sie auf ihre zierlichen Finger, welche damit begonnen hatten, nervös an ihrem schlichten Kleid zu zupfen. Sie sah rüber zu ihrem pelzigen Freund, der einfach nur auf dem Sofa sein Leben chillte, wie es schien, er streckte sich lediglich, nachdem er es sich, auf der Seite liegend, schmatzend, bequem gemacht hatte, oh ja, er fühlte sich ganz offensichtlich wohl hier und nicht so, als wären diese vier Wände ein beengender Käfig. Allerdings hatte er Seth auch begleitet, hatte Bewegung, konnte erkunden, draußen an der kalten Luft sein und auf den Zweibeiner aufpassen, mit dem er gerne auch mal etwas raufte.
Sie hingegen horchte auf, blickte zu der Stelle, wo Seth eben noch gestanden war, nur um diesen, mit großen Augen, voller Verwunderung, aus der Küche kommend, zu betrachten oder besser gesagt die beiden Gläser, welche er dabei hatte. War das Milch? Neugierig hob ihr Wolfshund den Kopf, spitzte die Ohren, natürlich war er prompt zur Stelle, als Seth sich zum Kamin begab, sowie etwas in den Händen hielt, es könnte schließlich etwas für ihn dabei sein, also begab sich das Tier sofort wieder auf den Boden, lief zu ihm und um diesen herum, aufmerksam nach oben schauend zu dessen Händen. Zumindest so lange, bis Sascha, mit der Zunge schnalzte, dessen Aufmerksamkeit erlangte und an ihre Seite deutete, sowie das Handzeichen für Platz gab, das schwarze Ungetüm gehorchte, bezog an ihrer Seite Stellung, wo er sich auf den Boden legte, sowie mit den dunklen Augen, aufmerksam Seth beobachtete oder viel mehr das Glas, welches dieser, nachdem er auf dem Boden Platz genommen hatte, abstellte, sowie Sascha zuschob.
Etwas zögerlich streckte sie die Hände danach aus, nahm das Glas an sich und schaute, staunend regelrecht, auf dieses hinab. "Danke." Soviel Zeit und Manieren mussten ja wohl sein, immerhin war das sehr aufmerksam von ihm, zumal sie Durst hatte, sich aber nicht traute, sich einfach zu bedienen, doch gleich darauf nahm sie einen Schluck. Es war tatsächlich Milch! Was ihr sogar einen seufzenden Laut entlockte, weil es Jahre her war, dass sie Milch getrunken hatte und dabei liebte sie diese total, sie war förmlich süchtig danach gewesen, als man früher noch in den Supermarkt gehen konnte. Erdbeermilch war ihr immer die Liebste gewesen. Sie wischte sich rasch den Milchbart von der Oberlippe, hob zaghaft den Blick, wobei ihre hellen Augen, mit dem pinken Stich darin, nur bis zu Seths Kinn hinauf wanderten, es war so ungewohnt, ihn ohne das Metall im Gesicht zu sehen aber sie war erleichtert, freute sich sogar darüber, dass er es los geworden ist.
"..ich ... glaube es geht mir soweit ..gut?"
Antwortete sie etwas zögerlich auf seine Frage, noch immer war ihre Stimme, kaum mehr, als ein Flüstern und sie sah sich, immer noch zutiefst verunsichert, darüber was sie von dem Ort halten sollte, hektisch um, allen voran in Richtung der Fenster. Ihre Finger umklammerten das Glas Milch fester, hastig nahm sie noch einen Schluck, zum einen um ihre Nervosität zu überspielen und zum anderen, weil sie durstig war, sowie endlich wieder Milch trinken konnte. "Ich ..fühle mich ..nackt ...wo sind meine Waffen?"
Es lag auf der Hand, dass dies ihre größte Sorge war, ihre Finger verkrampften in dem Moment regelrecht, sie zog die Schultern hoch und biss, wie so oft, fest auf ihre Unterlippe, während ihre feucht glänzenden Augen, direkt in Seths blickten. Er hatte sie kennengelernt, wusste wie ängstlich, scheu, sie war und das vor allem, wenn sie ihre Waffen nicht hatte, die nun mal für sie absolute Sicherheit, Schutz und Stärke darstellten. Ohne diese war sie... nichts.
Kein Wunder also, dass sie seine Worte anzweifelte, nicht einfach blindlings glauben würde, dass dies hier ein Hort der Sicherheit war, die kleine Albino blickte zerknirscht drein, biss neuerlich auf ihre Unterlippe, ehe sie das Glas wieder anhob, um einen weiteren Schluck zu trinken. Seth hatte also Familie hier, besser gesagt, die Seine wiedergefunden?
"Das ist ..schön? ..ich.. ich meine ich freue mich für dich.."
Ihr zartes Stimmchen verzagte immer mehr, so viele Eindrücke, so viele Neuigkeiten und dabei war sie sich sicher, Seth schont sie noch, denn gewiss gab es hier noch viel mehr zu erfahren. Unruhig huschten ihre, meist traurig wirkenden, Augen über den Boden, blieben für einige Sekunden am Kamin hängen, ehe sie das Glas zur Seite stellte, sowie ihre Sitzposition änderte, indem sie sich etwas nach vorn beugte und auf die Knie ging. So war sie ein Stück näher an Seth, doch nicht zu nah, der im Schneidersitz da saß, sie musterte ihn, fing bei den nassen Enden seiner Hosenbeine an, draußen lag immer noch viel Schnee, kein Wunder, dass diese da nicht unbehelligt blieb. Immerhin schien er Kleidung zu haben, die ihm auch wirklich passte und nicht von irgendwelchen Untoten stammten oder gar voll mit Geziefer sind.
Er sah gut aus, er roch auch anders, so genau konnte sie es nicht zuordnen. War das Heu? Allerdings war seine neue Garderobe, nicht wirklich das, was sie in Augenschein nehmen wollte, seid ihr bewusst war, dass Seth hier lebte und sich um sie kümmerte, ihr den nötigen Freiraum, vor allem aber die Zeit ließ, die sie brauchte, um von sich aus, aus dem Zimmer zu kommen. Vor dem sie immer was zu Essen und zu Trinken vorfand, damit sie auch nicht verhungerte.
Das Blau seiner Augen, in das sie blicke, war immer noch dasselbe, als würden die ihre Farbe ändern, doch es war ein vertrauter Anblick, was beruhigend war für die kleine Albino, die ihn eingängig zu betrachten begann, als müsste sie ihn, noch mal ganz von Neuem, kennenlernen und sich jedes Detail einprägen. Sein Haar war viel kürzer als damals, gepflegt, er war sauber, unverletzt, ohne den metallenen Maulkorb, konnte sie, endlich einmal, richtig die Konturen seines Gesichtes sehen, sich dessen Züge einprägen und es bestätigte ihr, was sie schon damals erkannt, erahnt hatte. Seth war wirklich ein sehr attraktiver Mann.
Trotz der Narben, die er an sich trug, die sich in seinem Gesicht aber in Grenzen hielten, die auf seiner Nase sprang ihr natürlich förmlich entgegen aber sie fand das nicht tragisch, viel auffälliger, für sie zumindest, war der Bart, den er sich hatte stehen lassen und nach dem sie, unterbewusst, die zierlichen Finger ihrer rechten Hand ausstreckte um sein Kinn zu berühren.
Sie waren beide ja recht kontaktscheu, ihre Berührung kam auch nicht plötzlich, da sie selbst so schreckhaft war, man in ihrer Nähe darauf achten sollte, sich nicht hektisch zu bewegen, vermied sie selbiges ebenfalls, Seth konnte also sehen was sie vorhatte aber anders als er, war sie eben klein, zierlich, eine junge Frau, die keine Bedrohung darstellte.
Was auch nicht ganz stimmte, in der Zeit, wo sie gemeinsam überwinterten, hatte Seth sie kämpfen sehen und mit ihrem Katana, war sie gewiss kein, scheues, harmloses Reh, sondern eine kleine Wölfin.
Ganz vorsichtig, so als habe sie Angst ihm weh zu tun oder Sorge, dass er einfach verpufft, sobald sie ihn berührte, fuhren ihre Fingerspitzen über sein bärtiges Kinn, es kitzelte, kratzte ein wenig aber das mochte sie, obschon sie wohl einfach nur zu der Sorte Frau gehörte, die etwas anfassen muss, um sicherzugehen, dass es auch wirklich real ist. Bei ihrem Hintergrund wäre das nicht einmal unwahrscheinlich, wenn sie, ihre richtig schlimmen Phasen hatte, allein da draußen, konnte sie nicht oder nur schwer, unterscheiden, was sie sich einbildete und was real ist.
Denn ganz ehrlich, das Alles hier könnte auch ein Hirngespinst sein, vielleicht hatte sie sich den Kopf gestoßen, womöglich starb sie auch gerade, weshalb ihr Hirn irgendetwas zustande brachte, das ein wenig tröstlich ist? Es leichter machte? Sie wusste es ehrlich gesagt nicht.
Als er vorschlug zusammen zu kochen, nickte sie leicht, nur lag ihre Aufmerksamkeit weniger auf dem Gesagten, ihre Augen ruhten zwar auf seinen, sich bewegenden, Lippen, sie vernahm auch den genauen Wortlaut aber hörte nur mit einem Ohr vermutlich zu, während ihr Finger sich ganz vorsichtig, behutsam, von seinem Kinn hinauf tasteten und seine weichen Lippen berührten. Fast ein bisschen zu fasziniert, betrachtete sie diese, während sich auf den ihren ein kleines, sanftes Lächeln schlich.
"Du bist ... das furchtbare Ding .. los geworden..."
Was ihm im Gesicht geklebt hatte, ihn so furchteinflößend anmuten ließ, obwohl Seth, alles andere als ein wildes, gefährliches Tier ist, dass man fürchten musste. Er hatte ihr nie ein Haar gekrümmt, im Gegenteil, er war äußerst rücksichtsvoll gewesen, hilfsbereit, sie waren beide stets darauf bedacht gewesen, dem Anderen nicht zu Nahe zu kommen oder gar zu verschrecken, das machte es nicht gerade einfacher, bei einem Schneesturm, im selben Unterschlupf zu verweilen, der auch nur begrenzt Platz bot aber sie gewöhnten sich aneinander. Sie schloss Seth ins Herz, der in Wahrheit auch ein verwundetes Tier war, wie sie selbst, dass nur versuchte, in der neuen Welt, zu überleben, nur das sie auf Bedrohungen, in erster Linie sofort mit Angriff reagierte und Seth, dahingehend, erst diesen Weg wählte, wenn man ihm wirklich keine Wahl mehr ließ.
Es mutete wohl gar ironisch an, dass der große Mann, mit der kräftigen Statur, den blauen Augen tatsächlich der Friedfertigere von ihnen war oder ist, während Sascha, einer Amazone gleich kommend, zum Schwert griff, um jegliches Risiko, potenzielle Gefahren, zu töten. Sie fackelte da nicht lange.
Doch so kämpferisch, wie sie mit dem Schwert ist, ebenso zerbrechlich war sie und das nicht nur von ihrem Aussehen her. Langsam hob sie den Blick wieder an, während ihre Fingerspitzen, noch auf Seths Lippen lagen, deren Konturen folgten und sie, aufs Neue, in dessen blaue Augen sah. Sie hatte nicht gedacht, irgendwann wieder in diese blicken zu können, für tot hielt sie Seth nicht einmal aber es erschien ihr, weniger unwahrscheinlich, als einfach nur sehr gering, die Chance, ihm noch mal zu begegnen. Und doch saß er direkt vor ihr, gesund und munter, in einem Stück, in einem warmen, großen Haus, das mehr bot, als Schutz vor der Witterung.
".....du... du siehst gut aus .. also... gesund.. meine ich und ...."
Auf ihre bleichen Wangen schlich sich eine zarte Röte, die einherging mit der Wärme, die in ihren Kopf hinauf stieg und ihr Blick fiel, erneut, ein Stück hinab, blieb an seinen Lippen hängen, bis sie realisierte, dass sie ihn einfach anfasste, rasch zog sie die Hand zurück und wurde umso verlegener. "Entschuldige.. ich.. ich wollte nicht.."
Ihm zu nahe treten, sogleich biss sie nervös, gar beschämt auf ihre Unterlippe und krallte sich in den Stoff ihres Kleides, was machte sie denn für dummes Zeug? Sie wusste ganz genau, dass Seth, wie sie selbst, es nicht mag, einfach angefasst zu werden und sie Beide, sehr schlechte Erfahrungen gesammelt hatten, die begründeten, weshalb sie lieber Abstand zu anderen Leuten hielten. Sogleich senkte sie auch den Blick, atmete ein wenig zittrig ein und wieder aus, sie war immer noch so angespannt, nervös.
"...Kochen..du sprachst von Kochen, nicht wahr? Ich .. ich hab mich nicht getraut...etwas zu nehmen.." Flüsterte sie, hob die Hand und strich sich hastig eine Strähne, ihres schlohweißen Haares, hinters Ohr, weil sie es, sehr selten, gänzlich offen trug und nicht zusammen gebunden hatte. "...und... also ..Kochen klingt gut! ..."
Stammelte sie ein wenig herum, flüchtig huschte ihr Blick wieder über ihn, rauf zu seinem Gesicht und es gelang ihr sogar, für ein paar Sekunden, den Blickkontakt aufrecht zu halten, sowie ihm ein zaghaftes Lächeln zu schenken. Sie würde gerne mit ihm kochen.



@Seth Evans


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#5

RE: Wohnbereich

in Seths & Saschas Hütte 24.03.2020 12:27
von Seth Evans (gelöscht)
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Als die Welt noch nicht aus den Fugen war, man noch einem geregelten Job nachging und sich bewegen konnte, ohne fürchten zu müssen von Untoten oder irren Menschen angegriffen zu werden, schon damals hatte Seth mit einer Frau zusammengelebt. Jedoch nicht im romantischen Sinne, so weit kam es in seinem Leben bisher nicht, sondern mit seiner Schwester Grace damals. Sie stand eines Tages vor seiner Haustür und wollte bei ihm wollte, weil sie es, wie alle ihrer Geschwister, nicht mehr mit den Eltern aushielt. Weshalb sie ausgerechnet zu ihm kam und nicht zu ihrem Zwilling wusste er zwar nicht, doch er hatte auch nichts dagegen einzuwenden gehabt.
So war er es sich jedenfalls gewöhnt eine Frau im Haus zu haben, zumal er mit Sascha ja auch schon ein wenig Zeit verbracht hatte, bis sich ihre Wege eines Tages trennten. In erster Linie weil er sich als Last für sie empfunden hatte, obwohl ihre Fürsorge ihn gestärkt hatte, hatte das Metallteil ins einem Gesicht mit der Kette dran einen derartigen Lärm gemacht, dass es beinahe unmöglich gewesen war, zur Jagd zu gehen. Er hatte also entweder sie alleine gehen lassen müssen oder er hätte das ganze Wild verscheucht, weshalb er irgendwann beschloss, dass sie ohne ihn ohnehin besser dran war. Er wollte ihr Leben nicht unnötig gefährden, zumal sie bewiesen hatte, dass sie verdammt was auf dem Kasten hatte.
Er ja eigentlich auch, er war nur etwas friedfertiger als er. Oftmals schlug er seine Gegner einfach nur bewusstlos, ohne sie zu töten, weil er einfach nicht einsah, warum er alles und jeden umbringen sollte. Selbst wenn er sich nur verteidigte, versuchte er es zu vermeiden. Bislang tatsächlich erfolgreich.
Als Sascha schliesslich hier im Dorf auftauchte, jedoch nicht voller Energie, wie er sie kennengelernt hatte, sondern kurz vor dem Sterben, hatte Seth sich natürlich doch auch Vorwürfe gemacht. Hätte er das verhindern könne, wäre er bei ihr geblieben? Was war geschehen, dass sie so hoch hinauf in die Berge gekommen war? Hatte sie sich vielleicht verirrt? Ihre Klamotten waren nicht wirklich für das hiesige Wetter geeignet und wie es aussah hatte sie auch länger nicht allzu viel gegessen. Selbst der Hund war magerer geworden.
Selbstverständlich meldete er sich freiwillig, für sie zu sorgen. Ausserdem wusste er, dass sie wohl komplett durchdrehen würde, wenn sie bei jemandem im Haus landen würde, den oder die sie nicht kannte. Sascha war da etwas eigen. Genau wie er war sie misstrauisch und vorsichtig, hatte auch ihn nur schwerlich an sich ran gelassen. Dass sie ihn gerettet statt den Gnadenstoss gegeben hatte war wohl beinahe ein Wunder gewesen.
Nun hatte sich das Blatt gewendet, nun war sie auf ihn angewiesen, er konnte sich dafür revanchieren, dass sie ihn einst rettete und aufpäppelte. Statt in einem alten Wohnwagen befanden sie sich nun sogar in einer Hütte, die von einem Feuer erwärmt wurde, es gab eine Küche und auch einige Lebensmittel. Allem voran Gemüse, jedoch auch Fleisch und Fisch. Selbst Früchte hatten sie für den Winter eingelegt.
Dass Sascha tatsächlich nicht in ihrem Zimmer verbarrikadiert war, als er nach Hause kam, hatte Seth nicht wirklich erwartet. Sie im Wohnzimmer vor dem Feuer zu sehen überraschte ihn - auf angenehme Weise. Weshalb er sie nicht erschrecken wollte. Ihm fiel es aber auch schwer sofort die richtigen Worte zu finden, immerhin war er nicht sonderlich geschickt mit Worten, war er noch nie gewesen. Wohl mit einer der Gründe, weshalb er kaum je was mit Frauen angefangen hatte. Sascha kannte er aber zum Glück, was i hm den Umgang mit ihr ein wenig erleichterte. Er wusste, dass sie schnell auch mal panisch wurde. Das hier musste für sie der reinste Horror sein. Vermutlich fühlte sie sich auch eingesperrt. Umso mehr war Seth überrascht, dass sie noch nicht das Weite gesucht, sondern tatsächlich brav im Haus geblieben war. Obwohl sie natürlich keine Gefangene war. Zumindest nicht im klassischen Sinne.
Als er sich mit dem Glas Milch zu ihr setzte, nahm sie es freudig entgegen und trank auch sogleich einen Schluck. Dies entlockte Seth ein leichtes Lächeln. Er hatte durchaus auch befürchtet, dass sie vielleicht schwermütig werden könnte, schwermütiger als sonst. Zwar hatte sie das von ihm angebotene Essen jeweils gegessen, trotzdem fürchtete er, dass sie vielleicht den Appetit verlor, den Umständen wegen. Auch er nahm einen Schluck, bevor er ins Feuer blickte. Es gehörte sich nicht, Damen anzustarren, dahingehend war er sehr höflich.
Als ihre zarte Stimme erklang, die oftmals kaum mehr als ein Flüstern war, neigte er den Kopf leicht in ihre Richtung. Sie meinte, dass es ihr gut ginge, was ihn natürlich freute. Sie sah auch schon etwas besser aus. Ihr Anblick war zwar, nun nach der zeitlichen Trennung, erneut irgendwie sonderbar. Ihre so helle Haut, das noch hellere Haar, die seltsam gefärbten Augen... Sie strömte eine Faszination aus, die man nicht leugnen könnte. Es war natürlich, dass Menschen wohl irritiert auf sie reagierten, weil sie definitiv anders war, doch Seth hatte sie kennengelernt, sah über ihre Erscheinung hinweg und mochte sie als der Mensch, den sie war. Auch wenn selbst ihr Verhalten manchmal sonderbar erschien. Er konnte sie leiden und war froh, dass sie wieder ein klein wenig Farbe im Gesicht hatte, ihre Haare wieder gepflegter erschienen, da sie sie offensichtlich gewaschen hatte. Überhaupt war sie von Schmutz und Schweiss befreit, was sie sofort auch wieder gesünder erscheinen liess. Nun musste sie nur noch etwas mehr auf die Rippen kriegen.
"Hmm...", machte er auf ihre Worte bezüglich seiner Familie. Er war auch froh hatte er diese wieder, da er nicht wirklich damit gerechnet hatte, sie alle je wieder zu sehen. Nun bis auf Tyler, der einfach abgehauen war und sich nicht mehr blicken gelassen hatte. Allerdings wollte er gerade nicht weiter darauf eingehen, konnte er auch kaum, denn sie rührte sich auf einmal, richtete sich auf. Er wandte ihr den Kopf zu und ihre Blicke begegneten sich für einen Moment.
Sie war ihm etwas näher gekommen und er liess zu, dass sie ihn musterte. Vermutlich musste auch sie erst einmal wieder fassen, dass sie einander erneut gefunden hatten. Vielleicht glaubte sie noch nicht richtig daran, dass das hier real war, dass sie nicht nur einen Fiebertraum erlitt. Obwohl es ihm für gewöhnlich unangenehm war, wenn manche Menschen ihn so musterten, bei ihr war es durchaus okay. Sie gehörte für ihn zu seiner Familie und er war wirklich glücklich, dass sie wieder da war. Vielleicht würde er sogar versuchen sie dazu zu bewegen hier zu bleiben. Wenn sie wieder gesund, munter und vollkommen fit war.
"Deine Waffen sind derzeit noch in Gewahrsam", erklärte er ihr. "Weil du neu bist und die Leute dich nicht kennen, darfst du erst einmal keine Waffen besitzen. Für einen Monat. Sofern du hier bleiben möchtest... Es steht dir frei zu gehen, wenn du dich fit genug fühlst..."
Was er aber irgendwie nicht wollte. Er hatte sie in den Monaten durchaus ein wenig vermisst, immer mal wieder an sie gedacht, sich gefragt wo sie sich wohl rumtrieb. sie war zwar kontaktscheu, vermutlich noch scheuer als er, doch Balar wäre bestimmt auch ein guter Ort für sie. Sie könnte sich einfügen und wäre in Sicherheit. Müsste nicht mehr rastlos durch die Weiten streifen, stets in Gefahr. Doch dafür brauchte sie wohl erst einmal das benötigte Vertrauen.
Er fragte sie, ob sie gemeinsam kochen wollten, weil irgendwie musste er ja Kontakt zu ihr aufbauen, die erste Hürde überwinden, welche die Zeit zwischen ihnen wohl wieder aufgebaut hatte. Doch sie kam ihm zuvor, als sie die Hand ausstreckte und ihre zarten Finger, welche ein Katana so tödlich führen konnten, über seinen Kiefer strichen. Er liess sie gewähren, blickte sie nur ein wenig fragend an, jedoch ohne jeglichen Vorwurf in seinem Blick. Wenn sie das gerade brauchte, um Sicherheit zu kriegen, würde er still halten. Langsam wanderten ihre Finger weiter, zu seinem Kinn, bewegten sich dabei leicht gegen seinen Bart, den er sich hatte stehen lassen, ein guter, dichter Dreitagebart, nichts wild wucherndes, bis ihre Finger den Weg zu seinen Lippen fanden. Noch immer hielt er still, beobachtete sie bei ihrem Tun, wie ihre Augen über sein Gesicht huschten. Es war, als wäre sie in Gedanken. Ja, es interessierte ihn sogar ein wenig, was wohl in ihrem Kopf vorging.
Als sie erwähnte, dass er das Ding losgeworden war, nickte er bloss leicht. Eine Antwort musste er ja nicht geben, es war offensichtlich und darüber reden wollte er nicht. Er hatte den Maulkorb viel zu lange getragen, das Ding hatte ihm einige Narben beschert und er konnte von Glück sprechen, hatte er keine schwerwiegenden Infektionen davongetragen. Gerade im Gesicht konnte sowas schnell tödlich enden.
Während sie ihn weiter anfasste, liess er sie nach wie vor gewähren. Gerade störte es ihn nicht. Stattdessen beobachtete er sie lediglich weiter, bis sich auf einmal ein leichter Rotton auf ihre Wangen legte. Ihre Worte liessen ihn lächeln, ja, er lachte sogar fast verlegen etwas auf, als sie ihren Satz leicht missverständlich formulierte.
"Danke... Mir geht es auch gut. Hier ist es ruhig..." Und er hatte Zeit gehabt sich ein wenig zu erholen, auch wenn er nach wie vor sehr litt. Die Halluzinationen waren sogar ein wenig besser geworden, doch konnte er natürlich nach wie vor nicht sagen, wenn etwas echt war und wann nicht. Er orientierte sich einfach oft am Verhalten seiner Mitmenschen. Viel zu oft sah er plötzlich Leute in den Schatten der Häuser, die abartigen Menschen die ihn festgehalten und gequält hatten. Sie verfolgten ihn, da war er sich sicher. obwohl es nun eine ganze Weile her war, seit er ihnen entkommen war, war er davon überzeugt, dass sie ihn bis an sein Lebensende verfolgen würden.
"Hm... Du hättest dich ruhig bedienen können. Du bist keine Gefangene, Sascha...", sagte er sachte, bevor er das Glas Milch austrank und sich erhob. Er hielt ihr die Hand hin, damit er ihr aufhelfen konnte, wenn sie das wollte, bevor er mit ihr in die Küche ging.
Früher hatte er hin und wieder auch für Grace gekocht. Er war zwar kein Starkoch, doch er schaffte es immerhin für sich zu sorgen. Er war nicht so furchtbar unselbstständig, wie er manchmal erschien. Ja, für ihn war kochen keine Kunst, sondern ein Mittel zum Zweck. Er würde also keinen Gourmet mit seinem Essen überzeugen, doch es reichte um den Magen zu füllen und oftmals schmeckte es noch nicht einmal so furchtbar.
Gerade im Winter boten sich Eintöpfe und Suppen natürlich an. Für heute hatte er an eine dickflüssige Erbsensuppe gedacht, in der er Schweinefüsse, Ohren, Zunge und Schnauze mit einkochen würde. Heutzutage gingen sie wieder weniger verschwenderisch mit dem Fleisch um, sie benutzten zum kochen alles. Ausserdem schmeckten auch diese Teile eines Schweines vorzüglich, insbesondere in einer Erbsensuppe.
Die Erbsen und das Fleisch hatte er bereits ein wenig gekocht, da die fast zwei Stunden brauchten, um schön durch zu sein. Er stellte den Topf aber direkt wieder auf den Herd, den er mit Feuer einheizte.
"Ich hoffe du magst Erbsensuppe", meinte er dabei zu ihr, als er anfing Gemüse raus zu holen. Karotten, Kartoffeln, Lauch als Hauptbestandteile, wobei der Lauch eingelegt gewesen war, da er ansonsten verdorben wäre, während Karotten und Kartoffeln gut zu lagern waren während der kühlen Jahreszeiten.
Eine Erbsensuppe hatte auch gut Kalorien, machte satt und würde auch Sascha sicherlich helfen, wieder richtig zu kräften zu kommen. Da sie sich bislang nicht aus dem Zimmer getraut hatte, hatte Seth ihr lediglich Brot, manchmal Kartoffeln oder ein wenig Brühe angeboten, da er nicht wusste, wann sie jeweils aus dem Raum kam, um sich das essen zu holen. Umso mehr benötigte sie nun endlich mal eine kräftige Portion guten Essens, das sie richtig sättigen würde.
"Wenn du was Süsses zum Nachtisch haben möchtest, könnten wir flambierte Birnen machen", schlug er vor und nickte zu einem Regal, wo eingelegte Früchte in Gläsern standen.
Zu flambierten Birnen gehörte eigentlich auch eine Vanillesosse, die sie aber wohl oder übel weglassen mussten, doch es würde auch so gut schmecken. Stattdessen konnte er einfach etwas Milch mit Honig einkochen oder so. Immerhin war er ein Improvisationstalent.
Er reichte ihr ein Messer, damit sie ihm helfen konnte das Gemüse zu schneiden, bevor er irgendwann anfing, das Fleisch aus dem Topf zu fischen, um es ebenfalls in Mundgerechte Stücke zu schneiden, bevor er es zurück in den Topf warf, in dem es mittlerweile leicht blubberte. Die Knochen und alles, was nicht geniessbar war, legte er für den Hund zur Seite, damit der auch etwas davon hatte.
Als die Suppe dann soweit fertig war und nur noch ein wenig kochen musste, damit auch das Gemüse schön weich wurde, holte Seth Teller und Besteck hervor. Immer mal wieder warf er flüchtige Blicke zu Sascha. Ob er ihr sagen sollte, dass er es schön fand, dass sie wieder hier war? Er dachte wirklich darüber nach, obwohl er die mehr oder weniger herrschende Stille auch genoss. Er war eben kein Mensch vieler Worte, schon gar nicht, wenn es dabei auch noch ein wenig emotional werden sollte. Doch er genoss es wirklich in vollen Zügen mit ihr gemeinsam dieses Abendessen zuzubereiten und er war mächtig froh, dass sie sich endlich aus ihrem Zimmer getraut hatte. Weshalb er ihr auch jedes Mal wenn sich ihre Blicke begegneten, ein kurzes Lächeln schenkte.

@Sascha Svaritas


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#6

RE: Wohnbereich

in Seths & Saschas Hütte 25.04.2020 10:41
von Sascha Svaritas (gelöscht)
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Einfach die Flucht zu ergreifen wäre eine Möglichkeit gewesen, kein Zweifel, doch Sascha hatte einen ausgeprägten Überlebensinstinkt, sie war scheu, mitunter ziemlich gefährlich und, trotz ihrer sonderbaren Art, nicht dumm, in diesem Haus schlich sie Nachts umher, wenn sie glaubte sicher zu sein, unbeobachtet, wenn die Gefahr gering war, jemandem zu begegnen, auch wenn hier nur Seth lebte. Dieses Wissen war tröstlich, sie konnte sich, in den letzten Nächten etwas vertraut machen mit der neuen Umgebung, dass Seth hier unter demselben Dach lebte, ihr jeden Tag, obschon sie sich verschanzte, in ihrem Zimmer versteckte, Verpflegung vor die Tür stellte, war nicht nur ein Trost, sondern half ihr auch dabei, sich an den Ort zu gewöhnen. Sie war nicht so dumm, aus Panik heraus, normalerweise, in ihr unbekanntes Gebiet, völlig überstürzt, vorzudringen, schon gar nicht ohne Waffen. Sascha war sehr vorsichtig, sie plante ihre Streifzüge sehr akribisch, ausführlich, sie überlegte lange, ob sie Gebäude betreten und durchforsten sollte, ob sich ein Konflikt mit Beißern oder auch Menschen lohnte. Hier fehlten ihre Waffen, Grund genug für sie, um in eine Panikattacke zu verfallen, mehr als einmal, als ihr diese Erkenntnis bewusst geworden war, in ihrem Zimmer. Zwar beherrschte sie Mixed Martial Arts, genug um sich zu schützen, auch ohne Waffen, gegen deutlich größere Gegner, zu behaupten aber sie war keine Meisterin darin. Sie betrieb ihr halbes Leben lang Kendo, nur dazu brauchte sie ein Schwert, ihr Schwert, ohne dass sie sich so nackt fühlte, hilflos, ausgeliefert in dieser grausigen Welt. Sie wollte nicht abhängig sein, auch nicht von Seth, obschon er wenigstens ein guter Kerl ist, sie mochte ihn, sehr sogar, und manchmal hatte sie seine Gesellschaft ziemlich vermisst, nachdem ihre Wege sich getrennt hatten.
Dann ertappte sie sich, manchmal zumindest, dabei, wie sie einfach losredete, als stünde er direkt neben ihr, Nachts aufwachte und seinen Namen flüsterte, weil sie nicht schlafen konnte, sie hatte ein Weilchen gebraucht, bis sie sich wieder daran gewöhnt hatte allein zu sein, nur mit ihrem Wolfshund. Und sie musste sich wieder die Frage stellen, hätte sie ihn vielleicht begleiten und darauf beharren sollen, dass er sie mitnahm? Bislang hatte sie darauf keine Antwort gehabt, doch offenbar war dies auch nicht nötig, sie fanden einander erneut, wenngleich für sie aus weniger erfreulichen Gründen. Doch nun saßen sie hier, vor einem Kamin, in dem das Feuerholz knisterte, knackte, seine wohlige Wärme im Wohnzimmer verströmte und ihr gegenüber befand sich ein Mann, der ihr vertraut ist, zugleich aber so anders wirkte, den sie erst wieder neu kennenlernen musste.
"....einen Monat? ...ohne meine Waffen.."
Wiederholte sie flüsternd, hauchzart und ihr Stimmchen zitterte, ebenso ihre vollen Lippen, die sie, bei dieser Hiobsbotschaft, fest aufeinander presste, tief Luft holte, das Milchglas umklammert hielt, als wäre es ihr Fels in der Brandung. Sie verstand die Logik dahinter natürlich, die Notwendigkeit, doch wie sollte sie einen Monat überleben ohne ihre Waffen? Das Haus würde sie definitiv nicht verlassen, in ihr keimte das Bedürfnis auf, sofort rauf zu rennen, zurück in ihr Zimmer und sich zu verstecken, bis ein Monat vergangen war. Und was, wenn sie sich ein Küchenmesser nahm? Sich einfach eine Waffe bastelte? Nachts hinaus schlich, die Waffenkammer suchte und sich wiederholte, was ihr gehörte? Auch das war eine Möglichkeit, die ihr in den Sinn kam, während ihre glasigen Augen, einen imaginären Punkt auf dem Sofa, zu ihrer Rechten, fixierte und es ratterte in ihrem Köpfchen.
"Das.... das überlebe ich nicht..."
Kam es ihr schließlich gehaucht über die blassen Lippen, ihr Blick fiel wieder zurück auf Seth, wie sollte sie ohne ihre Waffen hier überleben? Selbst wenn sie nicht damit kämpfte, sie benötigte sie, ihr Schwert war ihre Stütze, es gab ihr Sicherheit, es war ihr Freund! Wie soll sie das packen? Würde Seth sie so lange beschützen? Auf sie aufpassen? Alles Böse fern halten, was da draußen lauerte? Er war friedfertiger als sie, zumindest wenn es darum ging, Leute zu verschonen, statt eiskalt zu töten, wozu Sascha sehr schnell tendierte, um sich zu schützen. Sie weiß er kann kämpfen, außerdem ist er groß, kräftig, sie konnte und würde sich, sehr wahrscheinlich, einfach hinter ihm verstecken, unbemerkt bleiben, weil sie viel kleiner, zierlicher war. Oh Gott, was wenn seine Familie hier vorbeikam? Ihr Herz klopfte schneller, ihr Magen verkrampfte sich, bei der bloßen Vorstellung, unbewaffnet, andere Menschen zu Gesicht zu bekommen. Was, wenn die ihr weh tun wollen? Sie komisch anstarren? Als Albino war sie das zwar gewohnt, es hatte aber viele gute Gründe, weshalb sie so scheu ist, Menschen misstraute, ihre Gesellschaft eher mied, statt sie zu suchen. Sascha war als Einsiedlerin sehr glücklich, zufrieden, dann hatte sie weniger Angst.
So wie jetzt bei Seth, dessen Gesellschaft beruhigend war, vielleicht auch, da er, anders als sie, Heimvorteil genoss, deutlich ruhiger aber auch, für seine Verhältnisse, entspannter wirkte, was ihr wiederum das Gefühl von Sicherheit gab. In den vier Wänden hier, solange er da war, würde ihr nichts passieren, richtig?
Deshalb musste sie sich wohl auch vergewissern, darüber, dass er echt war, was nun mal am besten ging, indem sie ihn anfasste, ganz behutsam, vorsichtig, man könnte fast meinen, sie habe Angst sich zu verbrennen, so zögerlich, wie sie dabei vorging, so behutsam, wie sie mit den Fingerspitzen ein wenig seinen Bart erkundete, bis diese weiter rauf zu seinen Lippen wanderten. Seth hatte sie nie bedrängt, auch nie so angesehen, wie manch anderer Mann, dem sie in ihrem Leben begegnet war, er hatte ihr, in der Zeit, wo sie zusammen überwinterten, nie wie ein Stück Fleisch betrachtet oder irgendwelche Anmerkungen von sich gegeben, die ihr ein ungutes Gefühl vermittelten. Nein, er war ein anständiger Mann, kaum zu glauben, für sie zumindest, denn die Zahl derer, die anständig waren, konnte sie an einer Hand abzählen. In seiner Nähe hatte sie keine Angst, also nicht mehr, schließlich mussten sie einander erst kennenlernen und das taten sie, weshalb Seth, hier und jetzt, natürlich einen kleinen Bonus hatte, einen Vorschuss, was ihr Vertrauen betraf. Denn einmal ins Herz geschlossen, ließ Sascha niemanden fallen, obschon die letzten Monate ihn vielleicht auch sehr verändert hatten, so glaubte sie, bei ihm zumindest, schlichtweg an das Gute und daran, dass er noch immer derselbe Mann ist, den sie im letzten Winter kennengelernt hatte.
Die Röte ihrer Wangen nahm zu, als er leise auflachte, wegen ihrer, etwas unglücklichen, Formulierung, obschon auch daran etwas Wahres dran ist. Seth sah wirklich gut aus, in vielerlei Hinsicht, das ließ sich nun mal nicht bestreiten, es überraschte sie ehrlich gesagt auch ein wenig, dass er allein hier lebte, wenn das hier ein Dorf war, gab es sicherlich ein paar Personen, die ihn gerne näher kennenlernen wollten. Gut, auf der anderen Seite, war Seth ebenso scheu wie sie, es war nicht leicht an ihn heranzukommen, sie genoss wohl den Vorteil, dass sie ihm damals geholfen hat, das abscheuliche Ding in seinem Gesicht gesehen hatte, die Angst und den Schmerz, in seinen blauen Augen, die ihr Herz erweicht hatten, sodass sie ihn mit sich nahm, anstatt auf dem eisigen Boden zu töten, um ihm den Gnadenstoß zu geben. Jetzt war sie, mehr denn je, froh darüber, ihr Katana damals wieder weggesteckt zu haben, ihn mit in ihren Unterschlupf zu nehmen und etwas aufzupäppeln, so gut es halt möglich war. Dadurch gewann sie nicht nur einen Freund, sondern verbrachte den Winter nicht allein und Seth, er gab ihr, durch seine Art, zumindest einen winzigen Funken Hoffnung zurück, dahingehend, dass eben nicht alle Menschen schlecht sind oder böse Monster, die ihr weh tun wollen.
Ob er inzwischen etwas besser schlief, nun wo er einen Ort hatte, der ihm Sicherheit bot?
"Ich... ich weiß doch nicht wie... du hier Lebensmittel technisch aufgestellt bist.."
Begann sie und rieb sich nervös die Hände, senkte verlegen den Blick und betrachtete den Boden, auf dem sie noch immer kniend verweilte, allerdings hob sie sofort den Kopf, als auch den Blick, der zurückfiel auf Seth, weil dieser sich bewegte. Sie unterdrückte den Drang, zurückzuweichen, Seth war keine Bedrohung, obschon er mitunter wirklich gefährlich wirken kann, vor allem wenn er grimmig guckt, doch er war ihr Freund, sie musste keine Angst haben vor ihm. ".... deshalb habe ich gedacht, ich warte lieber, bis du zurück bist." Mit Vorräten muss man doch sparsam sein, sie war da doch sehr sorgsam, rationierte, wo sie nur konnte, um möglichst lange über die Runden zu kommen da draußen. Mit den Augen folgte sie ihm, schaute hinauf zu ihm und ja, aus ihrer jetzigen Position, wirkte Seth nur noch größer, beeindruckender, würde sie ihn nicht kennen, hätte sie nun wahrlich Angst vor ihm, doch so fiel ihr Blick auf die gereichte Hand. Ein zartes Lächeln legte sich auf ihre Lippen, bevor sie diese ergriff, sich aufhelfen ließ und ein leises 'Danke' dabei von sich gab. Ja, Seth war sehr höflich und zuvorkommend.
Natürlich hob ihr tierischer Freund sofort den Kopf, als die Beiden sich in Bewegung setzten, in Richtung Küche, wohin er ihnen sofort folgte aber sich brav setzte, gar hinlegte und sie beobachtete, er würde nicht betteln, jedoch aufmerksam schauen, was seine Menschen da fabrizierten, schließlich könnte etwas zu Fressen abfallen für den Wolfshund. "Ich hoffe, er hat dir keinen Ärger gemacht?"
Erkundigte Sascha sich diesbezüglich bei Seth, sie schaute einen Moment lang schweigend zu ihrem großen Vierbeiner, der neben ihr noch beeindruckender, gefährlicher anmutete, als vermutlich neben Seth, sie wusste er würde auf ihn hören, er hatte diesen schließlich vor ihr ins Herz geschlossen, als Teil des kleinen Rudels akzeptiert. Ihr Vierbeiner würde Seth ebenso beschützen, vor Beißern und Menschen, wie er es bei Sascha tat, das war seine Aufgabe, sein Job. Sie wusch sich in der Küche erst einmal die Hände, wie es sich gehörte, das Glas hatte sie natürlich mitgenommen, stellte es in die Spüle und ließ neugierig, wenn auch nur für wenige Sekunden, den Blick aus dem Küchenfenster wandern. Jedoch fiel ihr Fokus rasch wieder auf Seth, der Gemüse hervorholte und Sascha, bei seiner Frage, sogleich nickte, als auch zaghaft lächelte.
"Sehr gerne sogar."
War sie überrascht, dass er kochen kann? Nein, nicht wirklich, schließlich hatten sie überwintert, bereits da haben sie sich die Arbeit geteilt, auch mal zusammen gekocht, aufgrund seines Maulkorbs, der rasselnden Kette daran, konnte sie Seth zur Jagd nicht mitnehmen, jedoch im Anschluss seine Hilfe gut gebrauchen, vor allem wenn sie doch mal ein Reh erwischte. Das war nun mal schwer für eine kleine Isländerin wie sie! Das Häuten, sowie ausweiden übernahm sie gerne selbst, ihr machte das tatsächlich Spaß, lag aber auf der Hand, dass sie, wenn sie den halben oder ganzen Tag auf Jagd gewesen ist, Abends dann zu müde war, um sich groß an den Herd zu stellen. Mal kochte sie, mal er oder sie Beide zusammen, was ganz schön gewesen ist und Sascha sich, hier und jetzt, demnach darauf freute, ihm helfend zur Hand zu gehen. Beim Gemüse schälen und schneiden. Sie nahm sich der Karotten an, griff sich ein entsprechendes Messer und starrte einen Moment lang hinab auf die Klinge, in der sie sich widerspiegelte, für ein paar Sekunden, vielleicht auch nur einen Atemzug lang, driftete sie etwas ab. Ihr stieg der metallische Geruch von Blut in die Nase, ihre bleichen, zierlichen Finger, umklammerten den Griff des Messers eisern, während vor ihr, auf dem kleinen Schneidbrett, die wehrlose Karotte lag. Diese begann sie schließlich kleinzuschneiden, langsam, bedächtig, hoch konzentriert könnte man meinen, wobei das Gegenteil der Fall war, sie viel mehr angestrengt versuchte, den Geruch zu ignorieren, der so penetrant in ihrer Nase lag.
Sie ließ den Blick über die Arbeitsfläche wandern, rüber zu Seth, der den Topf mit den Erbsen, sowie dem Fleisch, was er schon eingekocht hatte, hervorholte, da war kein Blut. Sie roch es, sah es aber nicht, demnach spielten ihre Sinne ihr bloß einen Streich, mehr nicht. Dennoch schaute sie über ihre Schulter hinter zu ihrem Wolfshund, der lag friedlich da, schmatzte lediglich und döste, er wirkte normal, unbekümmert, demnach musste alles in Ordnung sein. Wäre Blut geflossen, würde er anders reagieren, trotzdem wuchs ihre Anspannung, ihr Magen verkrampfte sich, könnte auch der nagende Hunger sein oder der Fakt, dass sie in einer intakten, sauberen Küche stand, die sich gewaltig von der Unterschied, die sie Zuhause hatten, als sie noch klein war, ein Zuhause gehabt hatte und eine Familie. Ihre leibliche Familie. Klang vielleicht seltsam, doch sie hielt sich ungern in Küchen auf, um ehrlich zu sein. In dem Wohnmobil war das weniger ein Problem gewesen, da war alles auf engstem Raum zusammen gebracht worden, was in einer Wohnung oder einem Haus, wie hier, auf einzelne Räume verteilt ist. Einschließlich der Küche.
Sie atmete tief durch, versuchte es zu ignorieren, sich stattdessen darauf zu konzentrieren die Karotten zu schneiden, auf die sie wieder hinab blickte und innehielt, kaum, dass sie die Klinge durch das Gemüse gezogen hatte, eine Scheibe abtrennte, die lieblos da lag, während sich der rote Lebenssaft langsam ausbreitete auf dem Brett. Seit wann bluten Karotten? Das ist Gemüse, das kann nicht bluten, dennoch quoll aus der Möhre das dunkelrote Blut, breitete sich langsam, stetig aus, ihr Blick ging zu dem Messer in ihrer Hand, dass nicht mehr sauber war, sondern Blut verschmiert, ebenso ihre weißen Hände, auf denen der rote Lebenssaft einen noch intensiveren Kontrast bildete. Sie ließ das Messer sofort los, trat einen Schritt zurück und starrte auf ihre Hände, die anmuteten, als habe sie etwas ausgeweidet, sie roch es deutlich, spürte aber nicht die flüchtige Wärme, wie sonst, wenn sie einen Hasen oder ein Reh aufbrach, zerlegte.
"Það er ekki raunverulegt...."
Flüsterte sie sich selbst zu in ihrer Muttersprache, es war nicht real, echt, sondern nur ein Streich ihres Verstandes, ihres Kopfes, der ein wenig anders tickte, als bei den meisten Menschen. Sie war nicht verrückt, vielleicht ein bisschen, in erster Linie war sie schwer traumatisiert und das bereits lange vor Ausbruch. Zumindest war es ihr diesmal bewusst, mehr oder weniger, dass sie es sich einbildete, ihr Kopf einfach nur Schabernack trieb, es lag mit Sicherheit an der Umgebung, der Küche, welche Dinge hervorholte, die sie tief in ihrem Inneren vergraben hatte oder es zumindest versuchte. Wieder ging ihr Blick zu ihrem Wolfshund, er lag noch immer ruhig da, döste, seine Ohren waren gespitzt, zuckten leicht, da er den Geräuschen lauschte, welche die Menschen machten. Menschen! Genau, Seth war mit ihr in der Küche, weshalb sie zu ihm sah, dann zu dem Brett, mit der blutenden Karotte, wo sich die Lache inzwischen so weit ausgebreitet hatte, dass das Blut anfing, von der Arbeitsfläche hinabzutropfen. Dabei mutete es mehr an wie zäher Sirup, langsam, dickflüssig, träge, bahnte es sich den Weg, der Schwerkraft erliegend, nach Unten, tropfte auf den Boden, es klang so schrecklich laut, fast wie ein Donnerschlag, als der erste Tropfen aufschlug, sie zusammen zucken ließ. Ihr stockte der Atem, der nächste Tropfen schlug ebenso lautstark auf dem Boden auf, ließ sie neuerlich zusammen zucken und einen weiteren Schritt zurückweichen.
"..Seth?"
Ihre Stimme schien ihr gänzlich zu versagen, kämpfte sich erstickt, mühsam, hinauf und über ihre Lippen, nur um auf sich aufmerksam zu machen, sie wusste, er hatte ähnliche Probleme, dass seine Sinne ihm auch manchmal böse Streiche spielten, für gewöhnlich war sie allein, nahm vieles demnach einfach so hin, hinterfragte es nicht aber im Augenblick war sie nicht allein. ".... blutet die Karotte?"
Vermutlich eine sehr seltsame Frage, die sie sonst nicht stellen würde, weil sie sich unsicher war, schämte, Angst davor hatte, für verrückt erklärt und eingesperrt zu werden. Doch Seth hatte selbst solche Momente, wo er Dinge sah, die nicht da sind, wo es manchmal half, sich an anderen zu orientieren, und Sascha war die Letzte, die ihn für wahnsinnig erklären würde deswegen, sie hatte schon damals unglaublich viel Verständnis für seine, mitunter seltsame, Art. Einfach, weil sie ihn verstand, mit ihm mitfühlen konnte, es selbst kannte und ihn demnach nicht verurteilte. Sie waren nicht verrückt, sie waren einfach ... gezeichnet, vom Leben, von den schlimmen Erfahrungen, die sie machen mussten. Sascha versuchte auch sich loszureißen, von der Karotte, dem vermeidlichen Blut, was sich den Weg bahnte, auf dem Boden sammelte und ihren Fokus auf etwas anderes zu lenken, auf Seth am besten. Dieser verhielt sich normal, schien nichts zu riechen, was auf Blut im Raum schließen ließ, er hatte zuvor auch irgendwas von flambierten Birnen gesagt, das hatte sie noch mitbekommen, wenngleich sie nur halbherzig zugehört hatte, als ihre Nase den metallischen Geruch von Blut wahrgenommen hatte.
Daran sollte sie sich orientieren, vielleicht ging es dann von selbst vorbei, verschwand wieder.
Ihr kam der Gedanke, dass sie ihm womöglich davon erzählen sollte, was in der Küche ihres Elternhauses passiert war, als sie gerade mal sechs Jahre alt gewesen ist, warum sie, bis heute, an einem alten Stoffschaf hing, mit dem sie redete, wie mit einem Menschen, dass sie hütete wie einen Schatz. Schließlich schloss sie die Augen, holte tief Luft, legte die Hände auf ihre Ohren und ging in die Hocke, machte sich klein und versuchte, krampfhaft, das Bild wieder aus dem Kopf zu kriegen, was vor ihrem geistigen Auge aufflackerte. "Every whisper of every waking hour,... I'm choosing my confessions... Trying to keep an eye on you, like a hurt, lost and blinded fool. Oh no, I've said too much.... I haven't said enough." Sie hatte das Gefühl, je mehr sie versuchte, diese Erinnerungen unter Verschluss zu halten, umso penetranter versuchten sie, sich wieder in ihr Gedächtnis zurückzukämpfen. Die Bilder aus ihrer Kindheit, der Spalt, durch den sie lugte, sehen konnte, wie ihre Mutter, vom Wahnsinn gepackt, vom Zorn geblendet, immer wieder mit dem Küchenmesser auf ihren Mann ein stach, wie eine Furie. 21 mal. Das Blut, was spritzte, durch die Luft flog, sich überall verteilte, die weißen Fliesen Rot färbte. Sie konnte es riechen, immer noch hören, wie sich die Klinge ins Fleisch bohrte, auf Knochen traf, das Röcheln, Gurgeln ihres geliebten Vaters, dem Menschen, der ihre Welt einst bedeutete, den sie über alles geliebt hatte. "Consider this,.. consider this, the hint of the century... Consider this, the slip, that brought me to my knees, failed.... What if all these fantasies come, flailing around... Now I've said too much...." Es mochte seltsam erscheinen, doch in der Regel half es ihr, einfach zu singen, um nicht gänzlich den Halt in der Realität zu verlieren, dies war der einzige Anker, nebst Mr. Whooly, ihrem Stoffschaf, den sie selbst hatte schaffen und in den Boden, der Tatsachen, schlagen können, um sich nicht gänzlich zu verlieren, da draußen, in der grausigen Welt. Diesem Alptraum, aus dem sie, seit sie klein ist, nicht erwachen konnte. Ihr zartes Stimmchen, dass sonst nur flüsterte, fand dann eine Kraft und Ausdrucksstärke, die man ihr gar nicht zumuten würde, wobei es auch darin Unterschiede gab. Sang sie aus Spaß an der Freude, aufgrund guter Laune oder einfach nur so, tat sie es relativ leise, eben auch, weil sie keine Beißer oder anderweitige Aufmerksamkeit, von Menschen zum Beispiel, auf sich ziehen wollte. "I thought that I heard you laughing .... I thought that I heard you sing .... I think I thought I saw you try... but that was just a dream... Try, cry, why try ... That was just a dream ...just a dream.." Doch ihr zartes Stimmchen war ebenso in der Lage, kraftvoll, klar und deutlich, den Schmerz zum Ausdruck zu bringen, den sie sonst unter Verschluss hielt, sowie die Verzweiflung, Angst, die sie packte, wenn ihr Verstand wieder drohte, ihr den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Sie wusste, man konnte sie nicht mehr einweisen, auf Medikamente einstellen, es gab keine Anstalten mehr, in die man sie einsperren konnte, wie früher, da war niemand mehr, der in ihrem Kopf rumwühlen wollte und würde, trotzdem war die Sorge, nach all den Jahren, noch immer präsent. Mit einer der Gründe, weshalb sie Menschen lieber mied, sie war anders, nicht nur, weil sie an Albinismus litt, so sonderbar aussah, was manche verstörte, andere wiederum zu faszinieren schien. Niemand sollte diese Seiten sehen, sie dafür verurteilen, bewerten können, weshalb sie lieber für sich blieb.
Als sie plötzlich die feuchte Nase an ihrem Knie spürte, schreckte sie auf, riss den Kopf hoch und starrte zu ihrem Wolfshund, der zu ihr gekommen war, scheinbar spürte, dass es ihr nicht gut ging in dem Moment. Sie schaute zur Küchenzeile, die sauber war, der metallische Geruch war ebenfalls verschwunden, stattdessen stieg ihr der Duft der Erbsensuppe in die Nase, ließ ihren Magen knurren, an den sie ihre Hand legte und einen leichten Schwindel verspürte, der wohl von ihrem Hunger herrührte. Zumindest war es leichter für sie, es darauf zu schieben, ihr beschleunigter Puls brauchte ein wenig, bis er sich wieder beruhigte, einpegelte und sie ihren Fokus wieder auf etwas lenken konnte, dass sie beruhigte. " ..... ich mag Birnen.."
Sagte sie, scheinbar aus dem Zusammenhang gerissen, doch das war das Letzte, was sie noch mitbekommen hatte, seitens Seth. Sie richtete sich wieder auf, sah rauf in die blauen Augen, die sie wenigstens nicht so verurteilend, bewertend, anschauten wie viele andere, die sie früher in ihrer Nähe erdulden musste, wie in der Schule zum Beispiel. "Darf ich?"
Ein feuchter Glanz legte sich, neuerlich, auf ihre sonderbaren Augen, die sie heutzutage, leider, nicht mehr mit farbigen Kontaktlinsen verbergen konnte, so wie sie es früher gemacht hatte und damals auch, vor allem als Cosplayerin, ihr weißes Haar gerne unter Perücken versteckte, einfach um ein bisschen weniger aufzufallen. Sie fragte Seth nicht grundlos, an den sie etwas näher herantrat, so scheu sie auch sein mag, Sascha war dennoch auch bloß eine junge Frau, die eine starke Schulter zum Anlehnen brauchte oder eine schlichte Umarmung. Bei Seth hatte sie da auch keine Angst, Bedenken oder Sorgen, er nutzte ihre schwachen Momente nicht schamlos aus, eben weil er anständig war, und sie fragte natürlich vorher, weil er ja auch nicht so einfach war, für ihn Körperkontakt auch nicht so prickelnd ist, ebenso wenig wollte sie ihn überfordern oder in eine unangenehme Situation bringen. Wenn nicht, war das völlig in Ordnung für sie, aber wenn er eine kleine Umarmung ertrug, sowie ihr erlaubte, wäre das natürlich sehr schön, als sie zu ihm rauf sah, den Tränen scheinbar so nahe, lächelte sie ihn dennoch sanft an, damit er sich keine Sorgen machte. Sie war nur ein bisschen durch den Wind, passiert halt manchmal aber so unangenehm es ihr auch war, gleichzeitig war sie froh darüber, dass Seth bei ihr ist. Es war schön, ihn wieder um sich zu haben, sie hatte ihn wirklich vermisst.

@Seth Evans


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