Herzlich Willkommen

Ihr wollt unbedingt Spannung, Action oder einfach nur einen Ausklang zu der modernen Welt? Dann seid ihr bei uns genau richtig. Die Welt ist nicht mehr die, die wir kannten. Untote wandeln alleine oder in großen Horden umher. Jedoch sind sie nicht die größte Bedrohung. Nach den Jahren wissen die Überlebenden, wie sie mit diesen umgehen müssen. Die größere Bedrohung sind wohl andere Überlebende, denn Gesetze oder Strafen gibt es nicht mehr. Deswegen haben sich einige zu Kolonien zusammengeschlossen, in denen jeder seine Aufgabe und einen sicheren Schlafplatz hat. Du kannst dich zwischen der Cottage by the Sea entscheiden, eine frühere Ferienanlaga direkt am Meer oder den Anarchy Riders, der Außenposten der Cottage, die in einem Clubhaus leben. Wie wäre es hoch oben in den Bergen in einem mittelalterlichen Dorf zu leben und sich selbst zu versorgen? Im Valley Balar ist es möglich. Als Nomade kannst du hin, wohin du willst und brauchst dich nur um dich kümmern. Vielleicht willst du dich auch dem Bösen anschließen, dann bist du bei der Company sehr gut aufgehoben. Egal wie du dich entscheidest, es wird dein Leben verändern.

Team


Das 4-köpfige Team steht euch stets für Rat & Tat bei Seite. Du hast Fragen oder gar ein Anliegen? Kein Problem!
Hier findet ihr den passenden Ansprechpartner

Wetterbericht

Herbst ... Gerade noch habt ihr euch in der Sonne gebräunt, schon fallen die ersten bunten Blätter. Tja, das Leben zieht viel zu schnell an uns vorbei. Es wird kühler, es regnet viel. Stürme dürfen auch nicht fehlen und die Vögel ziehen in den Süden. Bereitet euch auf den Winter vor, dieser kommt schneller als ihr denkt!

🍁 Der Herbst rückt immer näher. Blätter fallen, es wird kälter, Zeit um Vorräte zusammeln 🍁
Avatar

Kolonien & deren Bewohner

----------------------- Aktuell: 90 Überlebende ----------------------- ---------------------- Cottage Sea: 21 Bewohner ---------------------- -------------------- Anarchy Riders: 25 Bewohner -------------------- ---------------------- Balar Island: 9 Bewohner ----------------------- -------------------- Krasnaya Luna: 10 Bewohner---------------------- ------------------------- Nomaden: 23 Bewohner -----------------------

Dringend gesucht

Walking Dead Charas: Ezekiel, Enid Taylor, Conni, Tara, Henry, Lydia, Eugene, Siddiq, Pamela Milton, Sebastian Milton, Mercer, Maxwell Hawkins Fear the Walking Dead Charas: Madison, Luciana, June, Daniel, Victor, Nick Auch viele Free Gesuche warten darauf, endlich in Empfang genommen zu werden. Auch ohne Serienwissen bist du bei uns gerne willkommen !!!

 

🍁 Bitte lasst uns eine Bewerbung eures Charakters da, ehe ihr euch in die Registrierung begebt 🍁

An Aus

#1

Yuris Unterkunft

in Wohnungen der Wächter 25.02.2020 20:39
von The Walking Dead Team | 2.232 Beiträge
nach oben springen

#2

RE: Yuris Unterkunft

in Wohnungen der Wächter 27.03.2020 15:39
von Yuri Romanov (gelöscht)
avatar

-> Viehzuchtgehege

Natürlich machte der Russe sich, wie versprochen schlau, der sich gewiss auch nichts ausreden ließe in Bezug auf Lexi, er wollte ihm helfen, um jeden Preis und er schreckte dahingehend vor nichts zurück, natürlich wäre es leichter, für ihn zumindest, wenn er einfach alles umbringen könnte, denn das Töten beherrschte er auf einem sehr hohen, gar kreativen, Niveau. Darauf war er nicht stolz aber so beschützte er, vor allem in dieser neuen Welt, nun mal das Wenige was ihm lieb und teuer ist, allen voran Freunde, so wie Lexi. Allerdings war Yuri zwar, augenscheinlich, eine One-Man-Army aber er wurde nicht jünger, das Leben im Zoo gefiel ihm, trotz gewissen, weniger netten Umständen, ganz gut. Er war anpassungsfähig und der Zoo war, aus seiner Sicht, gar nicht so anders als die Welt früher, wie seine Heimat, Russland, was er so sehr vermisste an manchen Tagen, das er fast geneigt war, einfach zu schwimmen aber das würde seinen Tod bedeuten. Yuri hatte einen mörderischen Fahrstil, ob im Auto oder auf dem Motorrad, selbst zu Pferde, vermochte er es effektiv zu töten aber ein Segelboot bedienen, dies entzog sich seinen Fähigkeiten, zumal er tatsächlich nicht der Typ war, der gerne auf einem Boot über das Wasser schippert. Er zog festen Boden oder Asphalt unter seinen Füßen vor, auch Fliegen hatte er früher nicht gemocht, notwendig war es dennoch gewesen und wie gesagt, man gewöhnte sich an alles. Die Waffe zu zücken, um Lexi aus dem Arbeiterbereich zu holen, war demnach keine Option, es musste ein anderer Weg gefunden werden, der den Russen vor ganz andere Herausforderungen stellte aber Lexi zuliebe, würde er, wie immer, sein Bestes geben! Für ihn hieß das zudem improvisieren zu müssen, was er im Kampf stets tat, sich als sehr kreativ dabei erwies, doch eine Mission, ein gezielter Einsatz, bedurfte mehr Zeit zur Planung, Lexi würde ihm das Ganze wohl in Ruhe noch mal erklären müssen, dafür jedoch, brauchten sie einen Ort, wo niemand sie belauschte und seine kleine Wohnung, hier im Zoo, war dafür ideal. Der Russe informierte sich also, klärte was geklärt werden musste und nahm in Angriff, was nötig war, um den Grundstein zu legen für Lexis Rettung.
Aus dem Grund kreuzte er auch etwas später auf, als vielleicht angenommen, zumal der Russe nicht aus seiner Haut konnte, was er damit bewies, dass er sich anschlich, wie ein Raubtier an seine Beute, sowie einige Augenblicke lang schweigend lauschte, immerhin ließen die Leute, oftmals, Informationen beiläufig fallen, die für Andere womöglich keinen großen Sinn ergaben aber für ihn, allen voran als Wächter, durchaus von Wert sind. Dieser Carlos und die Duschen in diesem Bereich, schienen demnach ein Quell für Ärger zu sein, Yuri konnte sich denken was dort abging, was er definitiv unterbinden würde, musste aber das ging schlecht, wenn er nur heute als Vertretung eingeteilt war in der Viehzucht. Ein weiterer Grund, nach Lexi, für den Russen, um sich hier herversetzen zu lassen, sofern möglich, dass jedoch musste er mit Jesse besprechen, der sich um solche Dinge nun mal kümmerte, auch wenn Yuri es gerne vermeiden würde, er war immer noch etwas verstimmt und hätte der Lockenkopf, mit den blauen Augen, ihm nicht einst das Leben gerettet, wäre er wohl schneller dazu verführt, ihm eine rein zu hauen! Jedoch schien dieser Carlos, dessen Namen er nicht zum ersten Mal heute aufgeschnappt hatte, weiter oben auf seine Liste zu gehören, denn der Typ schien sich hier aufzuführen, unter den Arbeitern, wie ein mobbender Prolet, der sich Anderen aufdrängte, sie wohl unter Druck setzte, erpresste. Ein absolutes No-Go für den rechtschaffenen Russen, Lexi hatte für ihn natürlich Priorität, doch Yuri sah die anderen Arbeiter auch als Schützlinge an, sie hatten es schon nicht sonderlich einfach, da brauchte es Arschlöcher wie diesen Carlos nicht auch noch, der ihnen das Leben unnötig schwer machte. Vielleicht konnte Lexi ihm zu dieser Person mehr sagen, diesem einfach das Genick brechen war auch keine Option, die hiesigen Regeln gab es nicht grundlos, obschon Yuri der Selbstjustiz bereits vor dem Ausbruch nicht ganz abgeneigt war, weil das Rechtssystem für den Arsch gewesen ist in manchen Fällen, so war er vorbildlich und würde es schlichtweg melden, wohl wissend, dass sein junger Anführer hart aber fair ist, trotz seiner Unberechenbarkeit oder gar wilden Erscheinung.
Als Yuri sich bemerkbar machte, Lexi kaum merklich zusammen zuckte, im Vergleich zu dessen Kollegen, starrte dieser, in gewohnt grimmiger Manier, zu diesem rüber, fast noch bedrohlicher, als er dessen Unmut förmlich greifen konnte, der sich in dessen Gesicht abzeichnete. Solange es aber nur bei einem Blick blieb, sah er keinen Grund dazu, etwas zu tun oder dergleichen, ebenso wenig entschuldigte er sich, da Yuri es vorzog zu schweigen in der Regel. Es hatte nämlich durchaus auch taktische Gründe, weswegen der Russe, bewusst, den Eindruck erweckte als könne er nicht sprechen, denn manch Einer wurde dann unaufmerksamer, plapperte mehr, in der Annahme, der große Mann, im schwarzen, eleganten Anzug, würde es niemandem erzählen können. Yuri war grimmig, keine Frage, Englisch war die Sprache, welche er am schlechtesten beherrschte und große Probleme hatte, doch er war ein scharfsinniger, kluger Kampfhund aber dennoch ein Ausländer, in den Augen der Meisten, trotz der veränderten Welt. Die Menschen sind arrogant, engstirnig, früher wie auch heute, nicht alle aber viele, weshalb er es gewohnt war, dass viele Leute ihn nur deshalb für ein Stück Brot hielten, von der Intelligenz her, weil er deren Sprache nicht beherrschte. Yuri war nun mal Russe und kein verdammter Amerikaner! Er beherrschte mehrere, weitaus komplexere Sprachen, sogar Latein, fließend, verbal und schriftlich, der Mann fand Englisch nur einfach furchtbar, mal davon ab, dass er die meiste Zeit allein gereist war. Mit wem hatte er also reden sollen, noch dazu auf Englisch?
Das kleine Lächeln, welches Lexi ihm im Gegenzug schenkte, irritierte wohl nur dessen Kollegen, während der Russe, ihn lediglich anstarrte, nicht einmal mit der Wimper zuckte, was nicht bedeutet, dass ihn der Anblick nicht erfreute, denn es war schön, dass er Lexi nun einfach abholen und mitnehmen konnte in seine Wohnung. Der Brite war es zudem gewohnt, dass Yuri stets so schaue, als töte er jeden, der es nur wagte, in seine Richtung zu atmen oder zu schauen, mal davon ab, dass er hier nicht unnötig viel Zeit verplempern wollte, immerhin hatte er Feierabend, sowie Hunger. Jedoch brummte er leise, da er nicht damit rechnete von Lexi einen Kuss auf die Wange zu erhalten, für einen kleinen Moment, schaute der Russe dabei auch weniger finster drein, man könnte sich glatt einbilden, dass seine Gesichtszüge sogar etwas weicher wurden, ob dieser kleinen, liebevollen Geste, mit der er schlichtweg nicht gerechnet hatte. Daher nickte er nur und setzte sich mit Lexi in Bewegung, ziemlich zielstrebig steuerte er mit ihm das Tor an, die Blicke einiger Arbeiter, die ihnen entgegenkamen, mit deutlich gemischten Gefühlen, die ihnen aus den Gesichtern sprangen, ignorierte der Russe und fixierte stattdessen die Wache, an die sie letztendlich herantraten, sowie abklärten, dass Lexi ihn freiwillig begleiten würde.
Erst nachdem sie das Tor durchschritten hatten, blickte Yuri rüber zu dem kleineren Briten, der ein wenig aufgeregt schien, er wusste nur nicht, ob diese positiver oder negativer Natur ist, allerdings musste Lexi seine Neugierde wohl etwas zügeln, zumindest den Wächterbereich betreffend, denn der Russe konnte und würde ihn schlecht ausführlich herumführen durch diesen Bereich, als Arbeiter hatte er schlichtweg keinerlei Zutritt zu diversen Gebieten. Mal davon ab, dass Yuri im Augenblick, wirklich nicht unnötig mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollte, als im Arbeiterbereich, gut, dort war es durchaus beabsichtigt, das man sie zusammen gehen sah, jedoch war das eine Umstellung, die bei dem Russen nicht auf Knopfdruck ablief, er musste sich richtig darauf einstellen können, weswegen er so finster drein schaute die ganze Zeit über. Mit Lexi per se oder dem Geruch von Kuh, der ihm durchaus auffiel, sowie in die Nase stieg, hatte das wenig zu tun, der Russe brauchte nur manchmal etwas Bedenkzeit, das ist alles und kam nicht immer gut damit zurecht, wenn seine Routine gestört wurde.
Was seine Wohnung betraf, nickte Yuri, da Lexi absolut richtig lag, der Russe brauchte, vor allem allein lebend, nun mal nicht sonderlich viel Platz oder Dinge zum Leben, er war genügsam, jahrelang war sein Mustang sein Zuhause gewesen, im Vergleich zu dem Wagen, war seine Wohnung riesig aus Sicht des Russen. Dieser führte Lexi zum Wohngebäude, wo entweder Paare oder Einzelgänger wie er, bevorzugt wohnten, so etwas wie eine WG wäre für ihn undenkbar, obschon er sozial ist, brauchte er seinen ruhigen Safe Place, seinen Rückzugsort, er hatte auch ungern Besuch, da er sich eher davon gestört fühlte, wenn jemand auch nur an seine Wohnungstür klopfte. Lexi bildete dahingehend natürlich eine große Ausnahme, sie hatten im Auto den wenigen Platz geteilt, geschlafen, gegessen, darin eben gelebt, also wäre es seltsam, wenn er sich plötzlich an dessen Gegenwart stören würde. Den Schlüssel aus der Hosentasche gezogen, begab er sich in die zweite Etage des Gebäudes, den Gang entlang, bis zur hintersten Tür auf der rechten Seite, dort schob er den Schlüssel ins Schloss, entsperrte dieses und stieß die Tür auf, bevor er zur Seite trat, sowie Lexi bedeutete einzutreten, ganz Gentleman wie der Russe sein konnte.
Seine Wohnung war nicht all zu riesig, der schmale Flur, der sich direkt vor ihnen erstreckte war bescheiden, es standen genau zwei Paar Schuhe unterhalb der Garderobe, ein Paar alter Turnschuhe, sowie ein robustes Paar Wanderstiefel, an den Haken darüber hing auch nur eine einzige Jacke, Lexi erinnerte sich vielleicht sogar noch an das Kleidungsstück, denn nebst Anzügen, trug der Russe gerne seine alte Lederjacke, mit der er oft auf dem Motorrad auf den Highways entlang gebrettert war. Vor dem Ausbruch versteht sich. Der Flur führte direkt in das kleine Wohnzimmer, dort befand sich der Ofen, der nicht nur die Räumlichkeiten beheizte, sondern eben auch für heißes Wasser sorgte, nebst diesen, gab es eine alte Ledercouch, noch gut in Schuss, bequem und einen breiten Ledersessel, in dem es sich ebenfalls gut entspannen ließ. Typisch amerikanisch, befand sich die offene Küche, direkt mit dran, nur war die seine durch eine Durchreiche, vom Rest des Raumes abgetrennt, bot somit auch etwas Stauraum aber dennoch die Möglichkeit, durch die mittige Öffnung, Raum übergreifend problemlos zu kommunizieren.
Yuri zog sich sein Jackett aus, hängte es an die Garderobe und entschlüpfte den eleganten Schuhen, aus schwarzem Leder, die er jeden Morgen, vor Arbeitsantritt, auf Hochglanz polierte oder manchmal am Abend, je nachdem wie er Lust hatte oder daran dachte. Die Tür hatte er mit dem Fuß geschlossen, einfach zurück ins Schloss geschubst, ehe er den Schlüssel einsteckte, sowie abschloss. Macht der Gewohnheit, Lexi war gewiss kein Gefangener, zu dem er sich wandte und herantrat, da er nach der Jacke griff, aus der er dem Briten, anständig wie er ist, nur heraushelfen wollte, so wie er es nun mal früher gelernt hatte von seinen Eltern, die einen sehr respektvollen aber auch liebevollen Umgang miteinander gepflegt hatten zu Lebzeiten. "Bitte, ..... fühle dich .. wie zuhause." Yuri nahm Lexi die Jacke also ab, hängte sie an den dritten, noch freien Haken, seiner kleinen Garderobe und ging an ihm vorbei, um die Tür, gleich links im Flur, zu öffnen und das Licht einzuschalten.
"Hier ist das Bad, .... du kannst in Ruhe ...heiß duschen ... lass dir Zeit, ich gucke ... nach frischer Kleidung für dich, da?"
Er wandte sich Lexi zu, fasste nebenbei an seine schwarze Krawatte, löste die silberne Krawattennadel und anschließend den Krawattenknoten, bevor er sich die ersten drei Knöpfe seines, ebenfalls schwarzen, Hemdes öffnete, mit denen seiner Weste tat er selbiges. Ohne Jackett, kam auch das Holster an seiner linken Hüfte zum Vorschein, wobei er dieses aus Gewohnheit etwas versetzt, nach hinten hin, trug und darin seine Glock 34, natürlich gesichert, sowie gepflegt, als auch geladen, verstaut mit sich führte. Anders als die Arbeiter, waren die Wächter in der Regel stets bewaffnet, zumindest die Meisten und allen voran jene, die auf der Mauer Wache hielten oder als Wachhunde ein Auge auf die Arbeiter haben mussten. Yuri trug seine Bewaffnung nur nicht so zur Schau, wie manch anderer, der sich offenbar darüber profilieren musste, das größte Sturmgewehr oder eine Handfeuerwaffe, sichtbar, am Leib zu tragen aber gut, der Mann vollbrachte es auch, dich mit einem Stück Seife oder einem Bleistift zu töten. Er musste nicht protzen.
"Vom Wohnzimmer aus ... kommst du in die Küche, ...so wie ins Schlafzimmer, mehr Räume gibt es nicht, ... brauche ich nicht."
Wie Lexi bereits angenommen hatte, brauchte Yuri nicht viel Platz und seine kleine Wohnung war relativ neutral eingerichtet, schlicht, pragmatisch aber dennoch gemütlich, zumindest aus Sicht des Russen, der keinen Luxus brauche, keine teuren Teppiche, Möbel oder solchen Kram. Selbst sein Kleiderschrank war ziemlich trostlos eingerichtet, da er nur wenig Kleidung besaß und Mühe gehabt hatte, die fünf ersten Gratis-Garnituren, zusammenzusuchen. Das Nötigste, was er brauchte, hatte er ja noch bei sich, im Wagen, gehabt also hatte er das Lager tatsächlich nur zweimal, in den vergangenen Wochen, aufgesucht.
"Nimm dir ... was du brauchst, Lexi, da? .... was mein ist, ... ist auch dein ...."
Wie früher als sie im Wagen unterwegs waren, Lexi brauchte also keine Scheu haben, er konnte sich bedienen, egal ob das irgendwelche Hygieneartikel betraf, Kleidung, Gegenstände oder allen voran Lebensmittel, der Brite war nicht einfach nur Gast, nicht aus Sicht des Russen, der nebenbei die Knöpfe seiner Hemdärmel öffnete, da er einfach nur noch rauswollte aus der Kleidung und hinein in seine bequeme Jogginghose. Duschen würde er wohl nach Lexi oder morgen früh, das hatte er noch nicht entschieden aber er ließ diesem selbstverständlich den Vortritt.
"Magst du Pelmeni?"
Wollte er gerne wissen, schaute wieder auf, da er Lexi nicht anstarren wollte, deshalb hatte er zuvor einen imaginären Punkt am Boden fixiert, immerhin sah er nun weit weniger grimmig aus, als seine dunklen Augen in das hellere Blau sahen, dass er wirklich vermisst hatte in den letzten Monaten. Ja, Yuri vollbrachte es sogar, bei dem Anblick den Lexi bot, der etwas zerzaust, wirkte was sein wuscheliges Haar betraf, ein kleines Lächeln über seine Lippen huschen zu lassen. "... ich bin froh... dass du hier bist.. Lexi.." Gab er zu, vielleicht teilten sie nun nicht seinen Wagen, doch wenigstens für diese Nacht eine kleine Wohnung, wobei er hoffte, es ließ sich eine Möglichkeit finden, dass Lexi wenigstens regelmäßig bei ihm nächtigen konnte und nicht zurück zu den Baracken musste. Es stand für Yuri natürlich fest, dass er sein Bett dem Briten überlassen und selbst auf der Couch nächtigen würde. So wortkarg wie der Russe meist ist, war er nicht immer, denn mit Lexi redete er vergleichsweise viel aber früher oder später, würde er die Gebärdensprache anwenden, denn Englisch war anstrengend für ihn, er tat sich so schon schwer damit, sich Anderen mitzuteilen aber eine fremde Sprache anzuwenden, die er noch dazu nicht leiden kann, machte es noch schlimmer. Schließlich öffnete der Russe seine verbliebenen Hemdknöpfe, sah noch mal ins Bad rein und deutete auf den kleinen Schrank, neben der Toilette. "Da.... sind frische Handtücher drin .... wenn etwas ist, .... lass es mich wissen, da?"
Er kratzte sich am Bart, strich sich im Anschluss seine schwarzen, längeren Strähnen hinters Ohr und nickte schließlich knapp, Lexi fand sich schon zurecht, dessen war er sich sicher, weshalb er sich abwandte, um in sein Schlafzimmer zu gehen. Dort entledigte der Russe sich seines Anzuges, ebenso der Schutzweste, die er stets darunter trug, sowie alles, fein säuberlich, an einem Kleiderbügel auf hängte und im Kleiderschrank verstaute, vor diesem blieb er nicht nur der Jogginghose wegen stehen, nach der er griff, sowie hineinschlüpfte. Die wenigen Unterhemden, Shirts, gar drei Pullover, die er besaß, boten nun nicht sonderlich viel Auswahl aber Lexi störte sich wohl nicht daran, wenn er etwas weitere, somit durchaus bequeme Kleidung tragen konnte. Yuri nahm also ein hellgraues Bandshirt aus dem Schrank, ebenso frische Boxershorts, die Yuri nun mal bevorzugte meistens, wobei er einen Moment innehielt und letztendlich noch eine anschmiegsamere Unterhose nahm, weil er nicht sicher ist, was Lexi lieber trug dahingehend. Ein paar frischer Socken und seine andere Jogginghose, packte er oben auf den Stapel drauf, mit dem er sich zum Badezimmer begab, wo er selbstverständlich erst klopfte, sowie horchte. ".... ich bring ...dir etwas zum Anziehen..." Brummte er durch die Tür, wartete einen Moment und trat schließlich ein, jedoch hielt Yuri sich, aus reinem Anstand, die freie, rechte Hand vor die Augen, zumindest so, sodass sein Blick nicht versehentlich zur Duschkabine wanderte, deren Wände nun mal aus Glas waren und demnach durchsichtig. "...hast du alles, was du brauchst?" Erkundigte er sich, fixierte das Schränkchen in der Ecke, neben der Toilette und legte auf diesem den kleinen Stapel frischer Kleidung ab, ehe er zu jener sah, die Lexi den ganzen Tag als Arbeiter getragen hatte, zu dieser herab gebeugt, sammelte er sie ein. ".... ich wasche deine Sachen.. in der Küche ...beim Ofen.. sollten sie bis morgen früh..... trocken sein dann ...." Fasste der Russe den Entschluss, der zwar seine Kleidung meist in die Wäscherei gab aber sich oftmals auch in der Küche hinstellte, sowie selbst seine Kleidung sauber schrubbte, als Soldat musste man auch das können und Lexi würde sich, morgen mit Sicherheit, auch etwas wohler fühlen, in frisch gewaschener Kleidung, oder nicht?

@Alexis Ilex


nach oben springen

#3

RE: Yuris Unterkunft

in Wohnungen der Wächter 05.04.2020 13:42
von Alexis Ilex (gelöscht)
avatar

Die Wahrscheinlichkeit, dass Alexis Yuri früher kennengelernt und sich mit ihm angefreundet hätte, war wohl relativ gering. Klar, ihm zu begegnen war kein Ding der Unmöglichkeit gewesen, immerhin war Alexis der russischen und italienischen Mafia näher gewesen, als er je geahnt oder beabsichtigt hatte. Er hatte es irgendwie immer geschafft dem Ganzen halbwegs aus dem Weg zu gehen, obwohl er mit der Zeit natürlich mitkriegte, dass nur ein kleiner Schritt ihn von der organisierten Kriminalität trennte. Er hatte es nie so richtig realisiert, erst später, als ihm klar wurde in welchen Kreisen er sich dank Alistair eigentlich bewegte. Als Menschen verschwanden, mit denen er was zu tun gehabt hatte, egal ob im positiven oder im negativen. Ja, Alex war nicht dumm, er hatte angefangen Fragen zu stellen, die tatsächliche Antwort hatte er zwar nie erhalten, doch er konnte es erahnen.
Vielleicht waren Yuri und er sich sogar mal irgendwann begegnet ohne es zu wissen, ohne einander wieder zu erkennen. Und dennoch... Alex hätte Yuri niemals in sein Leben gelassen, hätte er von dessen Leben gewusst. Hätte er geahnt, dass dieser seinen Lebensunterhalt unter anderem damit verdiente, anderen Menschen das Leben zu nehmen.
Alex war pazifistisch heute sogar mehr als früher. Ja, früher als er noch jünger gewesen war, hatte er unter Alkohol- und Drogeneinfluss auch mal sein Maul aufgerissen. Manchmal hatte er sogar bewusst irgendwelche dummen Proleten provoziert, nur um ihnen dann zu entwischen. Ja, er hatte sich Ärger eingehandelt, mehr als einmal, nicht nur mit irgendwelchen Rowdeys, auch immer mal wieder mit der Polizei. In seiner beinahe linksextremen Lebensphase, hatte er Mercedessterne gesammelt und Regierungsgebäude vollgesprayt.
Nun war er ruhiger, deutlich gewaltfreier, versuchte wann immer möglich zu schlichten statt zu provozieren und doch, hin und wieder konnte er nicht aufs Maul sitzen, er war scharfzüngig, frech, wenn er wollte. Und doch grenzte es irgendwie an ein Wunder, dass er sich ausgerechnet mit einem Mann wie Yuri angefreundet hatte, der schweigsamer und zugleich brutaler nicht sein konnte. Yuri rettete ihm das Leben, mehr als einmal. Er nahm ihn bei sich auf, liess ihn mit ihm im Auto wohnen und aus der anfänglichen Zweckgemeinschaft wurde tatsächlich eine Freundschaft. Alex verurteilte Yuri nicht dafür, dass er eher mal zur Waffe griff, sich seiner Probleme entledigte indem er mit unverhohlener Entschlossenheit durchgriff und sich selbst und Alex schützte. Denn Alex erkannte, dass hinter dem gebrochenen Englisch, dem grimmigen Blick ein Herz aus Gold steckte. Yuri liess es kaum durchblicken, doch in ihm schlummerte eine Sanftmut, die man sich bei ihm kaum vorstellen konnte. Yuri war ein Killer, ein Kämpfer, er nutzte alles als Waffe, das ihm irgendwie zwischen die Finger geriet. Alexis hatte ihm oft zugesehen, sich oft derweil in Deckung gebracht und sein Killcount war nicht annähernd so hoch wie der des Russen. Und doch hatte er in den vergangenen Monaten in denen sie zusammen auf Achse gewesen waren, stets versucht auch zu verhandeln, wenn sie fremden MEnschen begegnet waren. Er hatte das Sprechen übernommen und erst wenn all das nichts mehr nützte, hatte er Yuri auf die Kerle losgelassen.
Manchmal hatte er deswegen ein schlechtes Gewissen. War er wirklich pazifistisch, wenn er mit einer Person wie Yuri befreundet war, die all seine Probleme für ihn löste? Die die Gewalt ausübte, der er selbst sich verweigerte? Den Gedanken hatte er nicht verdrängt, im Gegenteil, immer mehr zerdacht. Doch er hatte nie mit Yuri darüber gesprochen. Ihre Freundschaft war gewachsen und gewachsen und letztlich in einem Kuss gegipfelt, der jedoch nicht wirklich romantischer Natur gewesen war.
Yuri war hübsch, sehr sogar, etwas exotisches haftete ihm an, nicht davon anzufangen, dass seine schweigsame, bedrohliche Art ihn wie ein anziehendes Mysterium wirken liess. Ja, Alex hatte hin und wieder darüber nachgedacht, wie es wohl wäre ihm näher zu kommen. Ob er dazu überhaupt in der Lage war. Ja, er hatte auch Träume gehabt, in denen er Yuri durchaus sehr nah gekommen war, doch da er ohnehin eine ausgeprägte Fantasie hatte, hatte er die Träume sehr gut von der Realität unterscheiden können. Nicht einmal der Kuss war für ihn wirklich missverständlich gewesen. Ja gut, vielleicht ein wenig, weil er es von dem Russen einfach nicht erwartet hatte. Zumal sie nie darüber gesprochen hatten, warum es dazu gekommen war.
Bis jetzt zumindest. Nun wusste Alexis, dass Yuri sich einfach nicht anders zu helfen gewusst hatte, ihm quasi hatte das Maul stopfen wollen, weil er ihm derart auf die Eier gegangen war. Nicht sonderlich schmeichelhaft, wenn man genauer darüber nachdachte. Aber Yuri hatte sich eine galante Lösung ausgedacht. Respekt an ihn...
Und nun bot er ihm auch noch an, ihn zu beanspruchen. Yuri. Der wohl vom gesamten Zoo als asexuell betrachtet wurde. Das würde noch eine Herausforderung werden. Ob er da ein wenig die Führung übernehmen musste? Er versuchte es zumindest, da er bis auf den Kuss ja keine Ahnung hatte, wie Yuri dahingehend eigentlich tickte. Sie hatten weder darüber gesprochen, noch wären sie sich irgendwie näher gekommen. Alex wollte dem Russen auch nie zu nahe treten, wusste er doch, dass Russland eher homophob war. Was wiederum ein paar Fragen aufgeworfen hatte, als Yuri ihn von sich aus geküsst hatte. Aber naja, sie würden das bestimmt irgendwie hinkriegen. Alex musste sich nur rantasten, damit das Ganze irgendwie auch ein wenig glaubhaft wurde. Deshalb startete er schonmal mit diesem kleinen Kuss auf Yuris Wange, was diesen wohl ein wenig überraschte. Uff, war das schon zu viel gewesen? Er war sich nicht ganz sicher, liess sich jedoch nichts anmerken. Eigentlich wollte er ja nicht über das ZIel hinausschiessen. Doch irgendwo mussten sie ja wohl anfangen, oder?
Er behielt das Lächeln bei, als er an Yuris Seite zum Ausgang des Arbeiterbereiches schritt. Ja, sie waren eine seltsame Kombination. Der ernste, grimmige, mitunter brutale Russe, der so streng gekleidet war und von vielen für stumm gehalten wurde und er, der aufgestellte, jung gebliebene, fröhliche Brite. Sie sahen wohl eher aus, als würde Yuri ihn in die Arena begleiten, als dass er hier tatsächlich mit ihm in eine Wohnung ging. Aber Alex wusste, dass er Yuri vertrauen konnte und Yuri vertraute ihm. Er hatte ihn mehr als einmal zusammengeflickt, selbst als er es sich kaum zugetraut hatte, weil die Wunden so furchtbar ausgesehen hatten. Einmal hatte sich eine der Wunden trotz aller Vorsicht infiziert. Fast zwei Wochen lang hatte Alexis um Yuri gebangt, hatte alles getan um dessen Fieber zu senken und war ihm trotz allem nicht von der Seite gewichen. Und Yuri hatte, wie immer, gekämpft und die Infektion in einer sturen Selbstverständlichkeit besiegt. Er war nicht gestorben, war maximal ein wenig geschwächt gewesen aber er hatte das tapfer durchgestanden, ohne mit der Wimper zu zucken. Eigentlich waren sie ein gutes Team. Ein seltsames aber ein gutes Team...
Er folgte ihm bis zu dessen Wohnung, die sich in einem Block befand. Hier wohnten ein paar Leute, sie würden also einige Nachbarn haben aber das war in Ordnung. Hoch in den zweiten Stock, wo Yuri ihm die Tür aufhielt. Alex trat also ein und schaute sich erst um. Wahrlich viel gab es nicht zu sehen aber das hatte er auch nicht wirklich erwartet, wenn er ehrlich war. Die Jacke entlockte ihm ein kleines Lächeln. Er trat sogar zu ihr hin und strich mit den Fingern darüber.
"Klein aber fein", kommentierte er die Wohnung. Dabei lächelte er Yuri erneut an, der immer noch so steif und förmlich wirkte, obwohl sie doch eigentlich Freunde waren. Am liebsten hätte er gesagt, er soll doch mal ein wenig chillen und runterkommen, doch das war wohl gerade etwas zu früh. Stattdessen schaute er ihm für einen Augenblick dabei zu, wie er damit begann sich auszuziehen. Wie er die strenge Krawatte löste, das Jacket auszog worunter die Pistole zum Vorschein kam. Das Hemd, das ihm so gut stand wurde ein wenig aufgeknöpft... Ja, attraktiv war er verdammtnochmal tatsächlich sehr. Aber das was sie vorhatten musste auf rein professioneller Ebene passieren. Yuri machte nicht den Anschein, als hätte er auch nur annähernd Gefühle für ihn und er ... Naja, bisher kam Yuri für ihn aufgrund seiner Art eigentlich nicht wirklich in Frage. Er sah gut aus, mehr nicht. Für ihn war klar, dass Yuri wohl kaum wirklich auf Männer stand oder überhaupt irgendwie romantisch sein konnte.
"Oh... Duschen werde ich gern. Danke..." Er liess sich das Bad zeigen und auch sonst sagte ihm Yuri wo er was fand. Die Wohnung war aber klein genug, dass man sich darin definitiv nicht verlaufen konnte, also würde er sich durchaus zurecht finden.
"Pelmeni...?", fragte er, als er schon ins Bad getreten war, nachdem er sich die Schuhe ausgezogen und brav hingestellt hatte. "Ich denke schon. Ich esse fast alles..." Wenn er ehrlich war hatte er keine Ahnung was Pelmeni waren aber ... Es würde schon schmecken. "Aber du musst nicht extra für mich kochen. Ein wenig Brot und Käse tuts auch", fügte er an. Wohlwissend, dass Yuri es sich nicht ausreden lassen würde, für ihn zu kochen...
Schliesslich schloss er die Tür, zog sich aus und trat unter die Dusche. Erst liess er das Wasser warm laufen, war völlig fasziniert, als es tatsächlich mit der Zeit heiss wurde. Nicht brühend heiss aber doch deutlich wärmer als im Arbeiterbereich, wo es im besten Fall lauwarm wurde.
Er wollte das Wasser nicht verschwenden und doch gab er sich ein paar Minuten Zeit sich davon berieseln zu lassen. Seine verspannten Muskeln entspannten sich regelrecht unter dem heissen Strom an Wasser. Gerade als er sich die Haare einseifte hörte er, wie Yuri reinkam. Ihn hätte es jetzt nicht gestört, wenn der ihn nackig gesehen hätte, da es ohnehin schon ein paar Mal vorgekommen war. Alex war nicht sonderlich gehemmt. Er hatte sich schon einige Male vor Yuri nackt gewaschen oder sie waren schwimmen gegangen.
"Danke!", rief er nach draussen, als Yuri ihm die Klamotten hinlegte. Er nahm sich noch weiterhin etwas mehr Zeit, schrubbte sich den Dreck und den Geruch von der Haut und aus den Haaren. Es war himmlisch. Viel zu lange hatte er keine Dusche mehr für sich selbst gehabt. Er konnte sich Zeit lassen, sich einseifen ohne angegrabscht oder sonst wie dumm angemacht zu werden.
So dauerte es dann doch fast eine Viertelstunde, bis Alex aus der Dusche trat und nach dem Handtuch griff, um sich abzutrocknen. Hach ... herrlich...
Er seufzte. Ja, er fühlte sich wie neu geboren. Tief atmete er durch, trocknete sich ausgiebig, auch die Haare, weil es sowas wie einen Föhn heutztage wohl nicht mehr gab. Das war ein Luxus, den man sich selbst im Zoo nicht mehr leistete.
Dann kontrollierte er in aller Ruhe mal wieder seine ganzen Piercings, die er auch wusch und pflegte, besonders die im Genitalbereich, um die er sich sonst nicht so kümmerte, weil er fürchtete dafür wieder angemacht zu werden. Aber rausnehmen wollte er sie auch nicht. Sie gehörten eben einfach zu ihm.
Anschliessend wusch er sich gründlich die Hände und zog sich die frischen Klamotten an. Die waren ihm ein klein wenig zu gross aber sehr bequem zu tragen und vor allem rochen sie frisch. Nicht zwingend nach dem wunderbaren Spülmittel von früher aber definitiv besser als die Kuhklamotten, die Yuri ihm bereits abgenommen hatte.
Als er sich danach im Spiegel betrachtete, lächelte er sich selbst zu. Seine Haare standen ihm in alle Richtungen ab, weshalb er mit den Haaren kurz durchpflügte und sie so halbwegs in Ordnung brachte. Auch seinen Bart musterte er und beschloss ihn direkt ein wenig zu stutzen, da er ihm doch etwas zu viel gewachsen war in letzter Zeit. Zeit für eine anständige Rasur hatte er im Arbeiterbereich eher selten mal.
So verging dann doch fast eine Stunde, bis er endlich wieder aus dem Bad kam. Frisch gewaschen, frisch gestutzter Bart und die Haare noch ein wenig feucht, kam er zum Wohnbereich, wo er auch in die Küche sehen konnte. Dort war Yuri bereits am Werk, weshalb er sich zur Tür begab, wo er sich gegen den Rahmen lehnte.
"Danke. Das war richtig gut... Ich hab mich schon länger nicht mehr so ausgiebig duschen können. Ich fühl mich wieder wie ein Mensch..." Er grinste breit. "Kann ich dir beim Kochen irgendwie behilflich sein? Ich möchte nicht, dass du alles alleine machst, Yuri... Sonst lieg ich dir nur wieder auf der Tasche wie früher immer..."
Das wollte er wirklich nicht. Wenn Yuri ihm schon anbot dass er bei ihm schlafen durfte, dann wollte er sich auch nützlich machen. Und kochen konnte er sogar halbwegs. Zwar nicht wie ein Sternekoch aber er hatte früher schliesslich auch alleine gewohnt und auch auf der Ranch vor ein paar Jahren hatten sie sich mit Kochen ab und zu abgewechselt. DA hatte er hin und wieder mit Minerva gekocht, während sie vergeblich versucht hatte ihm russisch beizubringen.

@Yuri Romanov r


nach oben springen

#4

RE: Yuris Unterkunft

in Wohnungen der Wächter 09.04.2020 09:28
von Yuri Romanov (gelöscht)
avatar

Vermutlich war es nicht mal abwegig, das Lexi und Yuri, sich früher in gewissen Kreisen begegnet sind oder zumindest in solchen verkehrten, gerade als Bodyguard, bewegte der Russe sich in verschiedenen Gesellschaftsschichten, Etablissements und einer seiner, ehemaligen, Schützlinge, für den er mitunter am längsten gearbeitet hatte, war sogar hier im Zoo. Lew. Doch selbst wenn, Yuri hätte wohl kaum die Zeit gehabt, sich hübsche Briten anzusehen, wenn er arbeitete und sein Fokus darauf lag, seinen Schützling zu bewachen, sowie dessen Sicherheit zu garantieren, mal davon ab, dass sein Job ihn vollkommen einnahm. Lew bekam das volle Programm, der Russe war 24/7 immer auf Abruf gewesen, stets an seiner Seite, ein Privatleben hatte er nicht wirklich aber für ihn war dieser Umstand normal, sowie okay gewesen, da ihm eine Aufgabe im Leben wesentlich wichtiger war. Das hatte sich bis heute nicht all zu sehr geändert, nur dass er nun keine Einzelpersonen mehr beschützte, sondern eine kleine Herde zweibeiniger Schafe in einem entsprechenden Bereich des Zoos. Etwas das er sehr ernst nahm, selbst wenn er nur, wie heute, als Vertretung tätig war, setzte er die Messlatte, für sich selbst, besonders hoch und er passte auf, Yuri war schließlich pflichtbewusst, anständig, machte sich brav seine Vermerke, nicht nur Arbeiter betreffend, sondern auch andere Wächter, die er manchmal mehr im Fokus hatte sogar. Kein Wunder, es gab in ihren Reihen viele schwarze Schafe, die das Verhältnis zwischen Wächtern und Arbeitern, negativ erheblich beeinflussten, ihre Position diesen gegenüber schamlos ausnutzten, das war schlecht fürs Arbeitsklima aber allen voran für seinen Anführer, daher galt es sowas natürlich zu unterbinden. Scorpion kann nicht überall sein, doch dafür hatte er ja Leute wie den Russen, der sich nichts zuschulden kommen ließ, gerne arbeitete, sowie die Einhaltung der Regeln durchsetzte, egal ob für Arbeiter oder Wächter. Der Zoo mochte nicht perfekt sein, doch er wirkte auf den ersten Blick grausamer, abschreckender und wilder, als er in Wahrheit ist, sie haben ein vernünftiges System, den Kapitalismus, sie waren gut aufgestellt, Yuri arrangierte sich mit den negativen Dingen, da die Vorteile letztendlich überwogen und er hier Freunde fand, alte als auch neue. Er ging auf die sechzig zu, er wurde nicht jünger, es wäre schön, wenn er endlich etwas zur Ruhe kommen könnte. Natürlich bezweifelte er, dass er in den Ruhestand gehen könnte, dass er eine kleine Pension erhielt und seinen Lebensabend ausklingen lassen könnte, doch wenn es wirklich so weit käme, würde er sich einfach in seinen Mustang setzen, los fahren, sowie sich einen sicheren Platz suchen, an dem er seinen Lebensabend friedlich fristen kann. Soweit der Plan, ob er überhaupt so alt wurde, um in Rente gehen zu können und einen friedlichen Fleck für sich fand, stand noch in den Sternen.
Erst recht, weil er im Moment damit beschäftigt war, sich darum zu kümmern, Lexi aus dem Arbeiterbereich herauszuholen, den er hier im Zoo niemals vermutet hätte. Die Möglichkeit fiel schließlich weg, sich den Weg frei zu schießen, einfach alles zu töten, was ihm im Wege stand, denn bleiben wollte Yuri gerne und so effektiv, zielstrebig er auch ist, tatsächlich versuchte er Kämpfe zu vermeiden, obschon seine Lösung für Probleme in der Regel war, es einfach zu töten. Es war eben jenes Handwerk, dass er perfekt beherrschte aber er verweigerte sich anderen Lösungswegen nicht, wenn scheiterte es an der Sprachbarriere oder der Dummheit seines Gegenübers, weshalb Yuri dazu gezwungen war, kurzen Prozess zu machen. Das war auch nicht anders, als Lexi an seiner Seite war über Monate, der fröhliche Brite war, im Vergleich zu ihm, ein regelrechter Pazifist, noch dazu eine Quasselstrippe aber ein gutherziger Mensch, er weckte Yuris Beschützerinstinkt, der sehr stark ausgeprägt ist, er leistete seinen Beitrag, indem er sich um den Russen kümmerte, seine Verletzungen versorgte, ebenso um seinen Hund, der damals noch an seiner Seite gewesen war und ebenso zur Familie gehörte, wie Lexi letztendlich. Yuri war ein sehr reservierter Mann, er war höflich, schenkte jedoch den wenigsten Vertrauen, das musste man sich hart erarbeiten, da war auch Lexi keine Ausnahme, doch es war ihm gelungen und damit stand für Yuri fest, egal was kommt, er würde ihm helfen, sein Schild und Schwert sein, dass ihn beschützt, auch auf die Gefahr hin, dabei verletzt zu werden oder gar den Tod zu finden. Der Russe hatte nie viele Freunde gehabt, er setzte auf Qualität, nicht Quantität, doch wenn es einem gelang, seine Zuneigung, seine Freundschaft zu gewinnen, änderten selbst unzählige Jahre Abstand nichts daran, sah man ja an Lew, den er nach über zehn Jahren im Zoo wieder getroffen hatte und das Gefühl hatte, ein Stück Familie zurückbekommen zu haben. Dann war da Jane, ein weiteres Puzzlestück, Familie und letztendlich Lexi, den er besonders gerne hatte. Ja, Yuris Freunde könnten unterschiedlicher kaum sein, doch für jeden von ihnen würde er, ohne zu fragen, durchs Fegefeuer marschieren und alles kalt machen, was sich ihm in den Weg stellte.
Gut, der Kumpel von Lexi kam ungeschoren davon, als der Russe Lexi gedachte abzuholen, ein wenig von ihrem Gespräch hatte er mit bekommen, ließ dies aber vorerst außen vor, stattdessen überraschte ihn der Brite mit dieser herzlichen Begrüßung, an sich nicht wirklich, der Kleinere hatte ein fröhliches, herzliches Naturell, nur rechnete Yuri schlichtweg nicht damit, dass ihm ein Kuss auf die Wange zuteil wurde. Das empfand er nicht als schlimm, es kam lediglich unerwartet und er müsste sich wohl erst daran gewöhnen, dass solche Kleinigkeiten, wohl dazu gehörten, um es glaubhaft wirken zu lassen, dass zwischen ihnen Beiden romantische Gefühle im Spiel sind, die rechtfertigen, dass der Russe den Briten für sich beanspruchen konnte.
Wie viel es da noch so zu bedenken gab, wusste der Russe nun zwar, halbwegs, doch so richtig begriffen hatte er es noch nicht aber das lag wohl viel mehr daran, dass er sich schwerer tat mit solchen Dingen. Er war zum Kämpfen ausgebildet worden, abgerichtet zum Töten, zum Beschützen und so etwas wie eine ernsthafte Liebesbeziehung, hatte nie wirklich Platz gehabt in seinem Leben. Yuri war als Single sehr glücklich, zufrieden gewesen, er wollte nie Kinder, niemals heiraten, er war gerne für sich, nach Feierabend aber ja, damals gab es auch noch mehr Menschen, sowie Möglichkeiten, sozial zu interagieren. Heute tötete er die meisten Menschen, die ihm draußen begegnet waren, weil die Welt sich zum negativen verändert hatte, man dir schon eine Kugel in den Kopf jagen wollte, könnte, wenn du nur einen falschen Atemzug machst. Mit Lexi zu reisen war eine immense Umstellung gewesen, er redete so verdammt viel, ohne Punkt und Komma, noch dazu mit seinem britischen Akzent, den Yuri sehr sympathisch fand, gar ein bisschen niedlich, doch das Problem ist, dass er Lexi nicht mehr verstand, sobald er in seinem Redefluss war, über Gott und die Welt redete wie ein Wasserfall. Er hatte ja nicht ahnen können, dass er sein Gequassel tatsächlich einmal vermissen würde, doch dem war so und er umso erleichterter darüber, endlich Klarheit zu haben, Gewissheit darüber, dass Lexi ihn nicht verlassen hatte, sondern entführt wurde, sowie verkauft auf dem hiesigen Sklavenmarkt des Zoos.
Nun aber hatte Lexi eine Chance, raus zu kommen aus dem Arbeiterbereich, nicht sofort, zwar stand Yuri weit über den Arbeitern, doch auf der Seite der Wächter, gehörte er nicht zur Führungsspitze, er war ein Wach- und Kampfhund, nicht Alice, der die Bar betrieb, sie besaß und auch nicht Lew, der seine Finger, wie früher schon, in mehreren Bereichen drin hatte, sowie den Ton angab. Es gab durchaus eine Handvoll Leute, die über ihm standen, kein Problem für Yuri, er war es schließlich gewohnt, nicht die erste Geige zu spielen und sah sich selbst auch nicht als Führungsperson, er würde niemals eine Kolonie leiten wollen, seine Spezialeinheit damals hatte er angeführt, es war ein harter Job, wo er Verluste in Kauf nehmen musste, das war hart aber es härtete ihn extrem ab. Doch es war einfacher, sich allein durchzuschlagen, mal davon ab, dass er vielleicht zu nett oder zu strikt wäre, er wusste nicht mal, zu was er mehr tendieren würde aber so immens viel Verantwortung, wollte er auf seine alten Tage, schlichtweg nicht mehr stemmen müssen. Sollen Andere den Ton angeben, ihm egal, die Obrigkeit brauchte nur ein Ziel vorgeben und der Russe würde diesem an die Kehle springen, fertig.
Aber für heute hatte der Russe Feierabend, weshalb er Lexi abholte, den er mit zu sich in seine kleine Wohnung nahm, mit Sicherheit glaubten Einige, allen voran die Arbeiter, die ihnen auf dem Weg dorthin, begegnet waren, dass den Briten eine furchtbare Strafe erwarten würde. Schließlich musste etwas vorgefallen sein, wenn man ausgerechnet von dem Russen, der stets drein schaute, als töte er dich, sobald du einmal falsch oder zu laut atmest, abgeführt wurde. Allerdings wirkte Lexi dafür wohl etwas zu fröhlich, zu neugierig, auf der anderen Seite, könnte man nun einwerfen, dass er vielleicht noch nicht wusste, welch schreckliches Schicksal ihn erwartete.
Keines um ehrlich zu sein, denn Yuri brachte ihn in seine Wohnung, nicht in Einzelhaft oder gar die Arena, um dort zu landen, müsste er schon echt viel Mist gebaut haben, was der Russe zu bezweifeln wagte, Lexi war ein guter Mann, versuchte für Probleme gewaltfreie Lösungen zu finden, das hatte Yuri vor Monaten oft genug erlebt, wenn er dem Briten das Reden überließ, trafen sie doch mal auf Überlebende, die nicht sofort die Waffen zogen, aber dennoch stets das Risiko bestand, dass es eskalierte und der Kampfhund von der Kette gelassen wurde. Doch hier in seinen heimischen vier Wänden, musste Yuri nichts dergleichen sein, kaum fiel die Tür wieder ins Schloss, ging der Griff an seine Krawatte, lockerte diese, er ließ den strengen Wächter wo er hingehörte, vor der Wohnungstür, denn es gab einen gravierenden Unterschied, zwischen dem Wachhund und Yuri als Privatperson, da er aber kaum jemanden in sein Privatleben ließ, sowie sich generell eher abschottete, sobald er Feierabend hat, lernten die Meisten diese Seite niemals kennen.
Schön, Lexi bekam den Einblick, auch wenn der Russe noch immer so grimmig drein schaute, es war nichts Persönliches, sondern halt einfach seine Art und natürlich nun auch eine Umstellung, denn er hatte nicht erwartet Lexi im Zoo anzutreffen, noch weniger, diesen mit in seine Wohnung zu nehmen aber es war okay, seine Gesellschaft störte ihn nicht, schränkte ihn nicht ein, sondern erfreute den Russen sogar, obschon er es eben nicht so richtig zeigen kann.
"...Gut..." Nickte der Russe ab, Lexi muss sich nicht extra bedanken, nur weil er duschen durfte, so lange wie er möchte, denn für Yuri war es selbstverständlich, der Brite brauchte dringend eine heiße Dusche, außerdem war er sich sicher, dass Lexi sich anschließend viel wohler fühlen würde in seiner eigenen Haut. "Pelmeni, ... russische, gefüllte Teigtaschen... in Wasser oder kräftiger Brühe gekocht, ...Nationalgericht." Klärte er Lexi ein wenig auf, er nahm an, zumindest das würden die Leute wissen über Russland aber da hatte er sich wohl geirrt, nicht weiter tragisch, der Brite würde ja früh genug sehen, sowie probieren können, was Yuri gedachte zu kochen. "Net, .... ich koche nicht ...deinetwegen, ... ich koche immer Abends, .. nach Feierabend, weil ... tagsüber kaum Zeit dafür, ...und eine warme Mahlzeit am Tag, ..ist wichtig, da?"
Klärte Yuri ihn auf, er machte sich also keine extra Arbeit, nur weil er nun Lexi zu Gast hier hatte, sondern weil es zu seinem abendlichen Ritual, nach Feierabend, gehörte und ihm tagsüber schlichtweg die Zeit fehlte, um sich hinter den Herd zu stellen, das hatte er auch früher schon gemacht, wenn er dazu gekommen war. Damals konnte man auch einfach beim Chinesen um die Ecke anrufen, sich etwas liefern lassen aber in der Regel versuchte Yuri, früher wie auch heute, wenigstens am Abend etwas Anständiges zu essen. "Du ...duschen, .... ich kochen ..."
Arbeitsteilung, wenn man so will, wobei es für Lexi wohl eher Luxus sein würde, nach der langen Zeit, voller Entbehrungen, mal wieder heiß duschen zu können. Yuri würde später oder morgen früh, vor Arbeitsantritt, unter die Dusche hüpfen, er setzte eben Prioritäten und sein knurrender Magen, zeigte deutlich, was er als Nächstes tun sollte, doch zuvor brachte er Lexi was zum Anziehen ins Bad. Sicher, er hatte ihn schon nackt gesehen, störte sich eigentlich auch nicht daran aber Yuri war anständig erzogen worden, er ist doch kein Spanner, der sofort durchdrehte, bei dem Anflug nackter Haut, die ihm ein schöner Mensch bot. Dabei spielte es keine Rolle, ob Mann oder Frau, Yuri galt eh als asexuell und das er nicht gleich an der Duschwand klebte, nur weil da ein attraktiver, junger Mann, nackt, unter seiner Dusche stand, war da wohl nicht verwunderlich. Zumal der Russe eine ganz andere Generation ist als der Brite, er war fast zwanzig Jahre älter, wenn er sich recht entsann, was wohl ein weiterer Grund war, weshalb Yuri es tunlichst vermied, auch nur in Richtung Duschkabine zu linsen, sondern stur das Schränkchen anstarrte, auf dem er die frische Kleidung ablegte und sich auch prompt wieder zurückzog. Lexi hatte zudem im Arbeiterbereich, sicherlich genug unliebsame Aufmerksamkeit, sowie Blicke auf sich gezogen, Yuri wollte schlichtweg nicht, dass er sich unwohl fühlte und diesem war Privatsphäre selbst enorm wichtig, ebenso sollte man seinen personal Space berücksichtigen, der bei dem Russen relativ groß ausfiel in der Regel. Lexi jedoch hatte die Erlaubnis, diesen jederzeit, auch ungefragt, betreten zu dürfen, weil sie Freunde waren und einander vertrauten. Man konnte durchaus sagen, der Brite genoss einen Sonderstatus bei dem Russen, der sich im Anschluss gänzlich aus seinem Anzug schälte, sowie in seine bequeme Jogginghose schlüpfte, ehe er barfuß durch seine, kleine aber feine, Wohnung stiefelte und in der Küche die Zutaten zusammen trug, welche er für den Teig, allen voran aber für die Füllung der Pelmeni brauchte. In erster Linie, nämlich Fleisch! Natürlich konnte man sie auch anderweitig füllen, doch der Russe brauchte etwas Vernünftiges, Deftiges zum Abendessen, schließlich war sein Job als Wachhund körperlich anstrengend, ebenso wie der von Lexi, den er gewiss nicht, nur mit Brot und Käse abspeisen würde!
Nein, er kochte, überlegte einen Moment und entschied sich dafür, die Pelmeni als Beilage für eine deftige Suppe zu verwenden, nachdem er den Teig, sowie die gefüllten kleinen Teigtaschen gemacht, als auch in die Brühe geworfen hatte, nahm er sich ein Messer, sowie ein wenig Wurzelgemüse zur Hand, er holte auch vier Eier dazu, da er Eierstich in der Suppe haben wollte, für den Russen war es zudem akklimatisierend, wenn er Abends einfach in der Küche stand, sich etwas zu Essen machen konnte und offiziell Feierabend hatte, anstatt durchgehend, darauf achten zu müssen, dass sich niemand an ihn heranschlich oder bestehlen wollte. Das Leben im Zoo bot eine Normalität, die in den letzten zehn Jahren, nicht mehr selbstverständlich war. Es tat ihm gut und er hoffte, der Plan, um Lexi aus dem Arbeiterbereich herauszuholen, würde klappen, denn vielleicht sah er den Zoo in einem etwas anderen Licht, wenn er mit eigenen Augen sehen konnte, dass es nicht so schlecht war auf der Seite der Wächter.
Während Lexi duschte, köchelte die kräftige Suppe, mit ordentlicher Beilage, vor sich hin und der Russe konnte sich dem Nachtisch widmen, den er gedachte zu machen, er war sogar recht simpel gehalten, dafür musste er den Backofen nicht einmal anschmeißen, wobei er das Dessert auch auf andere Art machen könnte, welche dessen Benutzung beinhaltete. Dass Lexi gut eine Stunde im Bad verbrachte, war vollkommen in Ordnung, nur kurz hatte Yuri mal aufgehorcht, als er herumgewandert war, sowie das Büchlein aus seiner Jackentasche holte, da lief das Wasser noch und alles schien so weit in Ordnung, weshalb der Russe sich wieder dem Essen widmete. Wäre irgendwas, würde Lexi schon auf sich aufmerksam machen.
Als dieser das Badezimmer verließ, lief ja sogar ein wenig Musik in der Wohnung, Yuri hatte einen alten Plattenspieler, den er über Monate herumkutschiert hatte, er fand ihn nach Lexis verschwinden, konnte ihn aber selbst nicht reparieren, das war erst im Zoo möglich und ein paar Schallplatten hatte er auch gefunden, weshalb Abba leise im Hintergrund lief, während der Russe noch immer in der Küche zugange war. Jedoch ganz anders wirkte als draußen, der schwarze Anzug hing im Schlafzimmer, fein säuberlich, am Kleiderbügel, sodass in der Küche kein abgerichteter Kampfhund stand, sondern einfach nur ein großer, schwarzhaariger Russe, in bequemer Jogginghose und zerknittertem, weißen T-Shirt, dessen schulterlanges Haar, ein bisschen durcheinander war und nicht mehr so penibel, streng zurückgekämmt war, wie tagsüber. Ein Anblick der Lexi auch nicht so fremd sein dürfte, Yuri achtete sehr darauf, auch auf der Straße, sehr gepflegt zu sein, da trug er auch meist seinen Anzug aber in den warmen Monaten, fuhr er auch nur in Jeans und Shirt durch die Gegend.
Schließlich hob er den Kopf, blickte über die linke Schulter nach hinten, in Richtung Tür, wo Lexi, frisch geduscht, in sauberen Klamotten, welche ihm eindeutig etwas zu groß waren, am Türrahmen gelehnt da stand. Schweigend starrte der Russe ihn einige Sekunden lang an, zuckte nicht einmal mit der Wimper, bis sein Blick sich ein wenig verfinsterte.
"Da!" Knurrte er förmlich, nahm etwas von dem Teller, auf dem sich das Dessert stapelte, und drehte sich damit zu Lexi, an den er herantrat, nur um ihm eine vermeidliche Kartoffel vor die Nase zu halten oder eher seinen Mund. "Kartoschka, ...süße Kartoffel ....russiches Törtchen, ... probier."
Das klang ja wie ein Befehl, ein sehr knurriger Befehl aber Yuri meinte es nicht böse, er hatte nur lange nicht die Gelegenheit gehabt, für jemand anderen, als sich selbst, zu kochen und Nachtisch zu machen, außerdem kannte Lexi das vermutlich nicht einmal, wie so vieles, was Russland betraf. Die vermeidliche Kartoffel war demnach keine Kartoffel, trug diesen Namen aber definitiv nicht grundlos, da dieses Dessert, durch Form und Farbe wirklich wie die Knolle anmutete. Yuri musterte ihn eingängig nebenbei, ihm fiel sofort auf, dass Lexi sich den Bart gestutzt hatte, außerdem roch er nun nicht mehr nach Kuh, sondern sehr angenehm, viel wichtiger aber ist, dass der Brite sich wieder wohlfühlte in seiner Haut.
"....du liegst mir nicht auf der Tasche, .... aber wenn du schon fragst, ...du kannst den Tisch decken, bitte."
Brummte der Russe ihm entgegen, auch wenn Lexi sich auch einfach aufs Sofa werfen könnte, bis das Essen fertig war, dass in wenigen Minuten so weit sein sollte, den Tisch hatte er aber noch nicht gedeckt, weil er mit dem Nachtisch beschäftigt war. "Was.. möchtest du trinken? ...ich kann Tee, Saft, Milch bieten ... oder Wein, Vodka, Whiskey, ...und... keine Ahnung, der Alkohol steht im Wohnzimmer, im Unterschrank der Vitrine."
Klärte er Lexi auf und überließ ihm die Wahl der Getränke, er selbst kehrte wieder an die Küchenzeile zurück, formte die letzten Kartoschkas aus, bevor er sich dem Hauptgang widmete, sowie den Herd abschaltete. Ein paar Minuten später, tischte der Russe schließlich auf, holte auch noch den Teller mit den Kartoschkas, die er zu einer Pyramide gestapelt hatte, schade dass er keine russische Kondensmilch hatte um daraus eine süße Creme zu machen, als Topping für das Dessert. Anschließend nahm er Platz, schaute auf den tiefen, vollen Teller und anschließend vor zu Lexi, der hoffentlich ordentlich Kohldampf hatte, denn klein war die Portion definitiv nicht. Nebst den Pelmeni, der kräftigen Brühe, sowie dem Eierstich und dem Gemüse, schwamm auch noch leckeres, zartes Bauchfleisch in der Suppe mit rum. Die Russen mögen es eben deftig und Yuri als Kämpfer, brauchte schon was Richtiges zum Essen, außerdem hatte er so viele Jahre nicht mehr richtig kochen können. Ein Sternekoch war er zwar nicht aber Hausmannskost bekam er sehr gut auf die Reihe, schließlich war er beizeiten sehr selbstständig erzogen worden, hatte von seiner Mutter das Kochen gelernt.
"Priyatnogo appetita....." Er griff zum Löffel, brummte und sah wieder zu Lexi vor, der kein Russisch beherrschte, was er gerne mal vergaß. "Guten ... Appetit, ich hoffe ... es schmeckt, ..." Schließlich begann der Russe zu essen, natürlich gesittet, schließlich hatte er Manieren, obschon er sich selbst nicht als zivilisiert bezeichnete, aufgrund dessen, dass er einzig im Töten, als auch in der Kampfkunst ein Meister ist. Immerhin ist es nicht zwingend positiv, wenn man verdammt gut darin ist, Leute zu töten und das tun konnte, ohne ein Gefühl der Reue oder des Zögerns, einfach, weil er so sehr darauf konditioniert war. In seinen vier Wänden jedoch, konnte Yuri einfach nur er selbst sein, sowie nach langer Zeit, endlich wieder mit Lexi gemeinsam essen, sogar mal an einem Tisch! Ein Gedanke, der seinen Mundwinkel kurz nach oben zucken ließ, ehe er den Blick auf den Briten richtete, ihn einen Moment lang schweigend ansah. "..... ungewohnt ... nicht auf dem Boden.. oder auf der Motorhaube zu sitzen ...und zu essen mit dir..." Sprach er es sogar an, gut er knurrte viel mehr wegen dem Akzent, doch Lexi konnte sich sicher sein, dass er der Feindseligkeit des Russen garantiert nicht zum Opfer fiel. Er mag ihn, sehr sogar.
"...du kannst das Bett haben, .... ich schlafe auf ..der Couch später."
Es war kein Vorschlag, Yuri würde darauf bestehen, dass Lexi das bequeme Bett bezog, immerhin wollte der Russe, dass der kleine, hübsche Brite, sich wohlfühlte und das es ihm vor allem gut ging, viel Luxus konnte er ihm zwar nicht bieten, da er selbst nicht viel zum Leben brauchte, als auch keine hohen Ansprüche hatte aber das, was er hier an Wohlstand hatte, sollte Lexi selbstverständlich bekommen, sowie nutzen können. In dem Punkt war Yuri auch extrem stur, eine Diskussion würde dahingehend nicht viel bringen, zumal er immer schon, mehr auf das Wohl Anderer schaute, als sein Eigenes. Man konnte wohl nicht leugnen, dass der Russe sehr selbstzerstörerisch veranlagt ist oder anders gesagt, keine Rücksicht nahm, weder auf seine Feinde, noch sich selbst und das eben nicht nur im Kampf. So grimmig wie er stets schaute, genauso selbstlos war Yuri in Wahrheit auch. Dessen Gesichtszüge sogar etwas weicher wurden, je länger er Lexi betrachtete, es lag auf der Hand, dass die Klamotten des Russen, ihm zu groß sein würden, zumal dieser es gerne bequem mag privat, daher auch öfter eine Nummer größer nahm. Zwar sah Lexi nicht aus wie ein Schluck Spucke in seinem Shirt, doch passen tat es auch nicht wirklich, dennoch fand er den Anblick ganz hübsch, gar niedlich, erst recht, weil Lexi so wuscheliges Haar hatte und ein so unschuldiges Gesicht, wobei ihm öfter mal der Schalk im Nacken saß.
Yuri mochte zwar asexuell erscheinen, schon früher, jedoch war er nicht tot oder gänzlich unempfänglich für gewisse Reize, Personen, der Russe war nur niemand, der gleich hechelnd, sabbernd, an der Scheibe klebte, sobald jemand vorbeilief, der ein schönes Gesicht hatte. Ja, Lexi war attraktiv, das würde der Russe nicht bestreiten, was er an ihm aber wahrlich schön, vielleicht auch ein wenig anziehend fand, war sein Charakter, der Brite hatte das Herz am rechten Fleck, den typisch trockenen, britischen Humor, er war klug, fürsorglich, friedfertig aber deshalb nicht auf den Mund gefallen, es geschah schnell, dass man Lexi für ein schüchternes, hilfloses Kerlchen hielt und auch Yuri, war davor zu Beginn nicht gefeit gewesen.
Er lernte aber sehr schnell, das Lexi zwar unschuldig aussah, deshalb aber weder auf den Mund gefallen ist, noch sich etwas bieten ließ, mal davon ab, dass er ziemlich frech sein konnte, was man ihm einfach nicht zutraute, weil er so lieb und süß aussah, angezogen zumindest. Seine Tattoos und Piercings sagten da wiederum ganz andere Dinge über den Briten aus. Er war mitunter wirklich irritierend für Yuri, der sich schließlich räusperte, sowie hinab auf seinen Teller sah, um weiter zu essen, da es ihm zum Glück noch schnell genug auffiel, dass er Lexi womöglich zu lange angesehen hatte, nicht so grimmig, gar feindselig, wie er in der Regel 98 % seines Umfeldes in Grund und Boden starrte, sondern mehr wie ein treudoofer Hund. Yuris dunkle Augen, die bei gewissen Lichtverhältnissen beinahe schwarz erschienen, hatten den Killerblick perfektioniert, keine Frage, aber er bestand auch aus mehr als schierer Disziplin, sowie seinem eisernen Willen.
"...ich werde dich, ... so oft es geht ... herholen, ...da? ...ich denke ... es sollte möglich sein, ..dass du Nachts hier schläfst... und tagsüber im Arbeiterbereich tätig bist. Ich ... muss mich damit ... noch.. im Detail ..befassen..."
Er seufzte, griff zu seinem Glas und trank einen Schluck Wein, nachdem ihm heute doch der Sinn gestanden war, nach so einer unerwarteten Wiedervereinigung mit Lexi. "....ich werde morgen Jesse .... sagen ... fragen .. ob er mich.. in deinen Bereich einteilen kann, ..dauerhaft, ...damit ich dich beschützen..kann.."
Er trank noch einen Schluck, ehe er weiter aß und sich letztendlich sogar noch Nachschlag holte, da er in der Regel tagsüber kaum oder auch gar nicht aß, glich er das beim Abendessen wieder aus. "Geht.... es dir ... jetzt etwas besser?" Erkundigte der Russe sich, nachdem er wieder Platz genommen hatte und Lexi, mit einem Anflug von Sorge, betrachtete, immerhin hatte er im Stall, heute Mittag, so fertig gewirkt, er war so aufgewühlt gewesen und Yuri ertrug es schlichtweg nicht, wenn es seinen Freunden schlecht ging, mehr noch, wenn er nicht wirklich helfen konnte oder gar Schuld daran war.

@Alexis Ilex


nach oben springen


Besucher
2 Mitglieder und 5 Gäste sind Online:
Shawn Greene, Jordan Hanson

Besucherzähler
Heute waren 96 Gäste und 25 Mitglieder, gestern 343 Gäste und 58 Mitglieder online.


disconnected Survive Talk Mitglieder Online 2
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen