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WELCOME SURVIVOR

Wir sind ein seid 2013 – bestehendes Endzeit Forum angelehnt an die Serie AMC's The Walking Dead. Die AMC-Serie dreht sich um eine Gruppe von Menschen, die sich plötzlich in einer postapokalyptischen Welt wiederfinden, die von Zombies übersät ist. Überleben heißt nun das oberste Gebot der Stunde. Alles hat damit angefangen als Rick Grimes aus dem Koma erwachte und sich in einer Welt voller Untoten zurecht finden musste und nach seiner Familie suchte. Ab dann begann ein Leben voller Ereignisse, die einen Menschen ewig prägen würden. Höhen und Tiefen, welche immer wieder eintraten. Die Story von TWD verläuft aktuell bei uns bis zu Negan's Gefangenschaft, ab dann handeln wir frei nach bestimmten Ereignissen und der Endzeitthematik. Aufgeteilt in vier, verschiedenen Kolonien und einzelnen Gruppen bieten wir Abwechslung und Spannung für jeden Seriencharakter und Freecharakter. Auch Charaktere aus den Schwesternserien AMC's Fear The Walking Dead & AMC's The Walking Dead: World Beyond sind bei uns mit angepasster Storyline spielbar. Egal wie du dich entscheidest – Dein Kampf gegen die Untoten und Lebenden erwartet dich hier.

Team

A CHANGE IS GONNA COME

Der Herbst hat sich angekündigt. Der Monat in dem sich die Blätter färben und die Tage kürzer werden. Mit niedrigeren Temperaturen und langanhaltenden Regenfällen ist zu rechnen. Während es Morgens und Abends starker Nebel auftreten kann.
#1

Golfplatz

in Umgebung 25.12.2020 00:17
von The Walking Dead Team | 2.619 Beiträge
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#2

RE: Golfplatz

in Umgebung 26.12.2020 03:31
von Curt Davies | 114 Beiträge

← Fortsetzung von der Brücke


Auf dem Weg zum besagten Bergwerk wurden sie aber von einem Sturm überrascht, der plötzlich ohne Vorwarnung über ihnen zusammenschlug, als hätte eine Allmacht aus purer Lust an Häme in die Hände geklatscht und entfachte somit lange regnerische Bindfäden, die sogar einen dicken Parka ruckzuck durchnässten. Seine blonden Haare klebten an seinen Schläfen und weiter vorne konnte er aus seinen zusammen gekniffenen Augen an einer abzweigenden Straße ein Schild ausmachen. Rabbit gab Liz ein entsprechendes Handzeichen und ging mit zügigen Schritten voran. 'Go f Res r ' stand noch vereinzelt leserlich auf dem ziemlich verwitterten Schild, das übrigens durch Einschusslöcher so zugerichtet wurde und das Holz somit aufquellte.
"Ein Golf Resort? Wir müssen unser Glück wohl oder übel versuchen, Liz. Der Regen ist zu gefährlich ohne Unterschlupf. Wir hören nichts, außer das Rauschen!" Selbst seine Stimme wurde von dem gewaltigen Regen fortgespült und er musste fast Schreien, damit sie ihn verstehen konnte. Ein Dröhnen, das von einem Donner stammte, zersetzte den frühen Abend und wurde dicht von erhellenden Blitzen begleitet. Rabbit zog seine junge Begleiterin für einen Moment am Ellenbogen mit sich, dann setzte er sich in Bewegung und verfiel zuerst in einen Laufschritt, ehe er etwas beschleunigte, als er am Ende der abzweigenden Straße wirklich ein großes Gebäude ausmachen konnte. Er stoppte erst, als sie unter dem riesigen Vordach des Eingangs zum Stehen kamen und schaute vorsichtig durch die Glastür, die intakt war. Von hier draußen konnte er keine Bewegungen ausmachen, aber auch sonst sah der Golf Club sehr gepflegt und ruhig aus, was ihn umso gefährlicher machte. Entweder wurde er noch nicht entdeckt oder aber jemand kümmert sich um dieses Anwesen. Erst als er einen Blick in Lizzies Gesicht warf, streckte er die Hand aus und drehte den Knauf der Eingangstür in die entsprechende Richtung. Ein leises Klicken folgte, das ungehört im Sturm der Natur unterging und kurz darauf konnte Rabbit die Tür einen Spalt breit öffnen. Absolute Stille empfing ihn, als er sich langsam in den Empfangsraum schob und in die Düsternis horchte. Nichts...
"Sei auf der Hut," flüsterte er leise und wusste, dass es unnötig war, dies zu erwähnen, aber dennoch wollte er einfach nur auf Nummer sicher gehen. Er hörte, wie sich hinter ihm wieder die Eingangstüre schloss und sogleich wurde das störende Geräusch des Regens gedämpft. Langsam schlich er zu einem niedrigen Tisch, sah immer wieder in die Richtungen, die ein potentielles Versteck boten und konzentrierte sich weiter auf sein Ziel. Fast lautlos ließ er seinen Rucksack von den Schultern gleiten und stellte diesen auf besagtem Tisch ab, um eine Taschenlampe hervor zu holen, die kurz flackerte, als er sie anknipste, aber dann konstant zu leuchten begann. Gleichmäßig ließ er den Lichtstrahl über das Innere des Golf Clubs schweifen und musste feststellen, dass diese Unterkunft wirklich verlassen schien. Eine Oase im apokalyptischen Chaos. Konnte das sein? Sie mussten sich einen Überblick verschaffen!
"Sollte dieser Ort hier so verlassen sein, wie er wirkt, dann werden wir uns sogar mit Handtüchern abtrocknen." Selbst wenn er einen Scherz machte, verzog er selten seine Lippen zu einem Lächeln und so konnte kaum einer erkennen, ob er es nun ernst meinte oder humorvoll. Doch der Gedanke an Handtücher erzeugte in ihm eine Freude, die er sich selbst nicht einmal zugetraut hätte! War er schon so abgestumpft? An sein früheres Leben konnte er sich eh nur bruchstückhaft erinnern, also warum machte er sich einen Kopf?
"Schließ die Tür und folge mir." Seine Stimme war leise, aber klar und gut zu hören. Den Rucksack schnallte er sich wieder auf den Rücken und bewegte sich vorsichtig zu einer halb geöffneten, zweiflügeligen Türe, die ihn in einen großen Speiseraum führte.

@Lizzie Samuels (Ich hoffe, ich sprang nun nicht allzu weit.)







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#3

RE: Golfplatz

in Umgebung 26.02.2021 23:54
von Lizzie Samuels | 40 Beiträge

Erschöpft ließ sich Lizzie mit ihrem Gepäck bei der alten Eiche nieder. Sie hatte zuvor Curt gerufen, damit dieser wusste, dass die wieder da war. Aber sie war zu erledigt von der langen Nacht als dass sie ihn jetzt suchen würde. Auf dem Weg zur Eiche hatte sie noch einen Vogel pfeifen hören, doch dem Geräusch dann auch keine weite Beachtung geschenkt. Dass dies Curt gewesen war, der sie zum Baum locken wollte, ahnte sie nicht, doch auch ohne diese Erkenntnis hatte sie zu ihm gefunden.
Müde lehnte sie sich gegen den Baumstamm und holte das Essen aus dem Rucksack, nur um wie vom Blitz getroffen auf die Beine zu springen. Aus irgendeinem Grund war eine Decke vom Baum gefallen und direkt neben ihr gelandet. Damit hatte sie definitiv nicht gerechnet.
Mit einer Hand an dem Dolch an ihrer Hüfte sah sie sich um. Mit ihrem übermüdeten Gehirn kam sie erst wenig später auf die Idee nach oben zu sehen und erblickte so dann Rabbit, der gerade die Rucksäcke aus Astgabelungen borgte. Dass er die Decke zu ihr hinab geworfen hatte, kommentierte er mit: „Es ist kühl und du siehst müde aus.“
Erleichtert atmete Lizzie aus und ließ sich wieder zu Boden sinken. Durch den Marsch mit dem vielen Gepäck war ihr unerträglich warm, doch wenn sie stillsaß und der Wind wehte, dann spürte sie die kühle Luft um sich herum. Aus diesem Grund nahm sie die Decke und warf sie sich über die Schultern.
Nach dem Essen und der Auskunft was der Plan der Blondine war, packten sie auch schon zusammen und machten sich auf den Weg zum Grab von Ares und Kai und zukünftig auch Olivia. Obwohl sie schrecklich müde war, schaffte sie es lange durchzuhalten, doch bevor die Sonne unterging, forderte sie an, dass sie für heute genug gelaufen waren und bis zum Morgen rasten sollten. Kaum hatten sie einen sicheren Ort gefunden und waren ihr Gepäck vom Rücken losgeworden, war Lizzie auch schon eingeschlummert.

Die nächsten Tage waren ruhig und ereignislos. Das einzig auffällige war, dass die Temperaturen rapide sanken, doch im Moment war es immer noch warm genug ohne dass die Beiden sich Sorgen machen mussten, ob ihre Klamotten sie vor der Kälte schützen konnten.
Hin und wieder plauderten sie auch ein bisschen, doch eher über belangloses als über privates. Meist diente es dazu die Stille und Langweile bei dem Marsch zu vertreiben. Wenn sie nicht redeten und kein Beißer in Sicht war, summte die Blondine auch vor sich hin oder sang leise ein paar Strophen.
Als sie am nächsten Tag durch starken Regen liefen, hatte sich dies nicht geändert. Stattdessen sang sie lauthals, so als wolle sie den prasselnden Regen und den Donner so vertreiben. Untote konnte sie durch diesen Lärm, der durch das Gewitter verschluckt wurde, ja nicht anlocken, weswegen sie die Situation ausnutzte.

„Here comes the rain again
Falling on my head like a memory
Falling on my head like a new emotion
Here it comes again
Here it comes again“
Hypnogaja


Während sie sang hüpfte sie hin und wieder in eine Pfütze und hatte ihren Spaß an dem Unwetter. Anders als ihr Begleiter, der aussah, wie ein nasser Hund – sie sah wohlbemerkt auch nicht besser aus – und nach einer Unterkunft Ausschau hielt, worin sie sich flüchten konnten.
Gerade so bekam sie während ihrer Performance mit, wie Rabbit per Handzeichen Lizzie auf das Schild eines Golf Resort aufmerksam machen wollte. Mit zusammengekniffenen Augen, wie der Blonde es zuvor getan hatte, las sie die vergilbte Schrift und zeigte mit dem Daumen nach oben. Gleichzeitig schrie Rabbit ihr etwas zu, doch durch das immer stärker werdende Unwetter hörte sie ihn nicht. Bevor sie jedoch irgendwie darauf reagieren konnte, zuckte ein Blitz über den Himmel und lenkte sie ab. Fasziniert sah sie zu, wie weitere Blitze durch den Himmel Richtung Erde zuckten. Hätte Curt nicht die Geistesanwesenheit besessen sie am Ellenbogen zu packen und mit sich zu zerren, wäre sie dort noch eine Weile stehen geblieben und hätte das Schauspiel beobachtet.
Schnell erhöhte er das Tempo bis sie durch die matschige Straße zum Resort liefen und erst unter dem Vordach anhielten. Sofort war Lizzies Neugierde geweckt und sie blickte durch die Glastür hinein. Als erstes sah sie durch einen Blitz im Hintergrund nur ihr eigenes Gesicht. Ihre langen aschblonden Haare klebten ihr am gesamten Körper und ihre schwarze Schminke um die Augen herum, lief ihr über die Wangen. Nachdem das Licht durch den Blitz vergangen war, konnte sie den Raum begutachten, den Beißerfrei schien.
Da sie noch nie an solch einen Ort gewesen war, strahlte sie Rabbit an, welcher daraufhin zum Knauf griff und sich Zugang zum Golf Resort verschaffte. Die Türe war nicht abgesperrt, weswegen sie ohne Probleme eintreten konnten. Sonst hätten sie zur Not einfach das Glas einschlagen können.
Auf Rabbits Warnung, dass sie auf der Hut bleiben sollte, nickte sie nur und streckte ihm mit einem breiten Lächeln erneut den erhobenen Daumen entgegen. Während der Blonde aus seinem Rucksack eine Taschenlampe holte, schlich Lizzie durch den Raum und besah sich alles. Es standen ein paar Sofas herum mit dazugehörigen Tischen, sowie ein paar höhere Tische mit Stühlen drum herum. Auf einem Tisch konnte sie durch die Erhellung von ein paar Blitzen sehr altes verschimmeltes Geschirr finden, was darauf schließen ließ, dass wahrscheinlich sich niemand in diesem Ort wohnlich gemacht hatte. Sonst würde kaum hier dreckiges, schimmliges Geschirr herumstehen. Dann leuchtete ein Lichtstrahl von Curts Taschenlampe durch den Raum und Lizzies Vermutung bestätigte sich.
„Es scheint niemand hier zu sein. Das Geschirr ist ewig alt.“, gab die Samuels ihm die Auskunft.
Als Rabbit daraufhin von Handtüchern sprach, strahlte sie über das ganze Gesicht. Anders als ihre Begleitung sah man ihr immer sofort jegliche Emotion an. Meist war es Freude.
Auf Curts Anweisung schloss sie die Türe, sodass das Geräusch des Regens nicht mehr in den großen Raum eindringen konnte und nun bis auf das leise Prasseln des Regens an die Scheiben sie Stille umgab. Da Rabbit schon vorgegangen war, beeilte sich Lizzie, um wieder zu ihm aufzuschließen. Durch das fehlende Licht stieß sie gegen einen Tisch und rieb sich laut fluchend die Hüfte. Gleichzeitig fiel ein Glas, das am Rand des Tisches gestanden hatte, zu Boden und zerbarst. Da es zuvor so still gewesen ist, fühlte es sich an, als würde dieses Geräusch selbst den Sturm übertönen.
Da dieses Geräusch meist immer die Untoten anlockte, stand Lizzie still und horchte, ob sie den Tod angelockt hatte. Gerade als sie aufatmen wollte, hörte man hinten aus der Richtung wo Curt stand ein Knurren, was langsam anschwoll.
„Rabbit. Pass auf!“, rief sie ihm zu und versuchte dabei jedoch trotzdem nicht zu laut durch die Gegend zu brüllen. Anschließend überbrückte sie die wenigen Schritt zu ihm und versuchte in dem schwachen Licht eine Fluchtmöglichkeit auszumachen. Während sie dies tat, stießen weitere Beißergeräusche zu dem ersteren hinzu. Es waren wohl mehrere und es schien als wurden es immer mehr, so als hätten sie sich im Speisesaal zusammengetan und nur darauf gewartet, dass jemand dem trügerischen Schein einer sicheren Unterkunft erlag.
„In solch großen Gebäuden hat doch jede Küche einen begehbaren Gefrierschrank, oder?“, fragte dann Lizzie aus heiterem Himmel. Jeder, der nicht ihre Gedanken kannte, würde sich wohl fragen, weswegen sie genau in solch einem Moment dies wissen wollte, doch Lizzie hatte einen Plan. Vorausgesetzt die Küche besaß solch einen Raum.
„Ich habe eine Idee. Der Mist geht auf meine Kappe, also kümmere ich mich drum. Vertrau mir und such in der Zwischenzeit einen sicheren Raum, wo wir übernachten können. Am besten mit Handtüchern. ich find dich dann schon!“, meinte sie zu ihm und griff schon einmal in die Innentasche ihrer Jacke, worin sie ihre Beißermaske befand. Sie hatte durch das laute Gefluche und das Zerschellen des Glases die Beißer auf sie aufmerksam gemacht, wodurch sie diese nicht überrumpeln konnte. Aus diesem Grund wollte sie sich und ihren Begleiter in Sicherheit bringen. Zusätzlich wollte sie nicht, dass so viele Beißer auf einmal starben, weswegen sie diese hoffentlich mit ihren Whisperer-Fähigkeiten in den Kühlraum sperren konnte.
Inzwischen hallten aus dem Speisesaal ein Dutzend Stimmen der Untoten zu ihnen, die sich langsam, aber stetig, auf sie zubewegten.

@Curt Davies


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#4

RE: Golfplatz

in Umgebung 09.03.2021 04:36
von Curt Davies | 114 Beiträge

Wenn Rabbit sich zurück erinnerte und versuchte, seine Kindheit irgendwo in dieser Leere zu finden, dann fragte er sich, ob er überhaupt jemals diese kindliche Unbefangenheit erfahren hatte, so wie sie Lizzie hier präsentierte. Sie sang leise vor sich hin, beschäftigte sich mit Tanz in ihrer eigenen Welt, so schien es ihm und nahm wohl alles etwas einfacher, als es tatsächlich war. Er selbst wurde durch die anfängliche Suche nach sich selbst immer mürrischer. Womöglich verwandelte er sich auf seinem Weg der letzten Jahre vom Abenteurer hin zu einem verbitterten Außenseiter, der sich selbst nicht mehr kannte. Doch irgendwas trieb ihn an, denn es gab da etwas, für das es sich lohnte zu leben und zu versuchen, sich in diese Veränderung zu treiben. Was, wenn seine Suche erst jetzt begann?
Lizzie war eine zufällige Begegnung, die aber schon jetzt so einiges in seinen Gedanken veränderte und wenn es einzig die Motivation für ihn war, sie an einen sicheren Ort zu bringen. Wo sich dieser befand, stand zwar noch in den Sternen, aber es gab ihn und er? Er hatte eine Aufgabe und traf somit eine Wahl, sich für jemand anderen in Gefahr zu begeben. Vielleicht sollte das alles so sein, wie es nun war? Ein lauter Donner riss ihn aus den mürben Gedanken und erst jetzt merkte er, wie sehr er fror, durchnässt von dem Starkregen. Deutlich konnte man seinen warmen Atem sehen, der aber sogleich vom fallenden Wasser weg gerissen wurde und sich aber nach der kleinen Sporteinlage sogleich verlor, als sie sich nun im Innern des Resorts befanden.
Auf ihre Worte hin, dass womöglich niemand hier sei, verengte er nur die Augen und wiegte seinen Kopf hin und her. So ganz traute er der Stille nicht und dass dieser Ort so perfekt er auch schien, unbewohnt war, ließ ihn zweifeln. Er nickte ungesehen, als auch er die längst vergammelten Essensreste auf den Tellern sah und Lizzie dieses kommentierte. Seine Sinne waren dennoch zum Zerreißen gespannt, denn er lauschte in die drohende Dunkelheit, die er nur spärlich mit der Taschenlampe beleuchtete und genau das löste in ihm das Unbehagen aus: das Gefühl zu haben, dass die Gefahr irgendwo lauerte und er sie nicht sehen konnte. Genau aus diesem Grund fuhr ihm der Schrecken bis ins Mark, als hinter ihm ein Glas auf den einst edlen Marmorboden fiel, kurz bevor der Teppich begann.
"Lizzie!" Rabbit sagte ihren Namen nicht laut, aber deutlich gereizt und vielmehr aus dem ersten Affekt heraus, als 'Nachbeben' vom Schreck. Dann folgte das angespannte Schweigen und Lauschen in die Nacht, die Hoffnung zu hegen, dass es still blieb und ... beinahe ging sein Wunsch in Erfüllung, aber auch nur fast, denn verräterisch begannen sich neue Schatten im Schein der Taschenlampe zu bilden.
"Das wäre auch alles zu einfach gewesen," entgegnete er auf ihre Warnung hin und ging mehrere Schritte zurück. Kurz blickte er in die Richtung aus der Lizzies Stimme zu ihm herangetragen wurde und skeptisch zog er bei ihrer Frage die Augenbrauen zusammen.
"Wir haben keinen Strom. Womöglich sind die Sicherungen draußen. Wozu benötigst du einen...?" Er brachte die Frage nicht zu Ende, denn in diesem Augenblick machte er eine Bewegung ganz in der Nähe seines Kopfes aus und wich instinktiv zurück. Gleichzeitig wechselte er die Taschenlampe von der rechten in die linke Hand, um nun seine Axt aus dem Lederriemen zu lösen, welcher diese mit einem entsprechenden Halfter an Rabbits Gürtel hielt. Er musste nur einen Druckknopf lösen und schon hatte er das mörderische Werkzeug in der Hand. Ganz gleich, was Lizzie nun vorschwebte mit ihrer Tiefkühlung, sie wurden nun voneinander getrennt und zwar völlig ungeplant, denn zwei Untote erschienen im Lichtkegel, die erpicht waren, ihre modrigen Zähne in sein lebendiges Fleisch zu schlagen.
Lizzie verschwand irgendwo in der Dunkelheit und während Rabbit dem ersten Beißer die Klinge seiner Axt in den Schädel rammte, drängte der andere ihn weiter Richtung Ausgang, wieder zurück in den Empfangsbereich, welcher nun in kurzen Abständen von Blitzen erhellt wurde. Er holte bereits ein weiteres Mal aus und trennte dem zweiten Beißer schlichtweg den Kopf von den Schultern, was nur noch einen weiteren Feind zum Vorschein brachte. Diesen überwältigte er ebenso wie den ersten, indem er ihm Schneide durch den Schläfenknochen trieb und im Seitenblick etwas sah, das er nur kurz anleutete, aber womöglich durchaus ihr Glück sein konnte: den Sicherungskasten!
Ihm war bewusst, dass er Lizzies Sicherheit etwas länger hinauszögerte, indem er sich die Schaltfläche ansah, aber er musste es versuchen, denn in dieser Dunkelheit hatten sie keine Chance. Mit wenigen Schritten, war er hinter dem Empfang und erhellte den dortigen Sicherungskasten, den er mit flinken Fingern öffnete. So gut wie alle Sicherungen waren draußen! Nun durfte er nicht lange überlegen, sondern schlichtweg einen Schalter nach dem anderen umlegen und bereits beim zweiten erhellte eine kleine Lampe den Tresen neben ihm. Er hoffte, dass Lizzie nicht blutüberströmt am Boden lag, sondern sich selbst ihrer Haut erwehren konnte! Die Beleuchtung war nicht grell, aber sie erlaubte es, dass Umrisse gut erkennbar waren und sogar der große Speisesaal zum Großteil angenehm erhellt. Doch als Rabbit in diesen eintrat, umgab ihn erneut eine bedrückende Stille und erst nach wenigen Momenten konnte er Geräusche weiter entfernt wahrnehmen, die aber aus einem Raum kamen, der hinter dem Speisesaal lag. Ohne zu Zögern ging er nun in diese Richtung und machte sich auf alles gefasst...

@Lizzie Samuels (ich hoffe, ich habe deine Idee nicht zunichte gemacht mit meiner Aktion; melde dich sonst!)







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#5

RE: Golfplatz

in Umgebung 17.03.2021 00:47
von Lizzie Samuels | 40 Beiträge

Aufgrund dessen das Lizzie nichts sah, schmiss sie Ausversehen ein Glas zu Boden, welches nicht nur sie erschreckte, sondern auch Rabbit, der sie im Affekt daraufhin anzischte.
„Tut mir Leid!“, entschuldigte sie sich und sah ihn schuldbewusst an, auch wenn er dies nur sehen konnte, wenn er sie direkt anleuchten würde. Schließlich war dies keineswegs ihre Absicht gemacht und sie wollte auch keine Untoten damit anlocken. Denn Curt war ein Mann, der sie einfach tötete. So brachte sie nicht nur sie beide in Gefahr, sondern musste auch mitansehen wie ihre Freunde getötet wurden.
Nach ihren Worten blieb es erst einmal still und gerade als sie erleichtert aufatmen wollte, hörte sie das Fauchen und Stöhnen, was sie jahrelang begleitet hatte und sich so seltsam vertrau für sie anfühlt, als würde sie die Stimmen von alten Bekannten hören. Es waren viele, das konnte man schnell hören und wenn man einen Blick in den Lichtkugeln von Rabbits Taschenlampe warf, so sah man auch einige Gestalten auf sie zuwanken.
Auf ihre Frage hin, ob es in diesem Gebäude einen Tiefkühler gab, erwiderte der Blonde nur, dass sie keinen Strom hatten, den sie nur durch die Sicherungen wiedererlangen könnten. Somit hatte sie keine hilfreiche Antwort auf ihre Frage bekommen und musste ihr unterfangen auf gut Glück versuchen. Denn je länger sie nichts taten, desto mehr Untote kamen ihnen entgegen. Rabbit konnte nicht einmal zu Ende sprechen, da tauchte der erste in seiner Nähe aus dem Dunklen heraus auf und schien den Mann als seine heutige Mahlzeit erkoren zu haben. Als dies Geschah flackerte das Licht auch kurz umher, weswegen zwei weitere Untote auf Rabbit aufmerksam wurde und nicht zu Lizzie gingen. Diese kramte so schnell es ging ihre alte Maske aus der Innentasche ihrer Jacke und streifte sie sich über ihr Gesicht. Sofort umgab sie der Geruch vom Tod, der auf sie nicht abstoßend, sondern eher anziehend wirkte. So wie alles Morbide und Okkulte eine Faszination auf sie hatte, sowie der Tod an sich.
Ein glückseliges Lächeln legte sich auf ihre Lippen, das hatte sie für ihnen Geschmack schon lange nicht mehr gemacht, auch wenn sie erst seit dem Verlassen des Zoos die Maske aufgehabt hatte. In eine Gruppe Untoter zu laufen und sie mit sich zu führen, das war eine halbe Ewigkeit her. Der erste Beißer erreichte sie, doch er blieb fast schon irritiert vor ihr stehen und wandte sich dann um, um sich eine andere beute zu suchen, die noch schmackhaft war. Doch er steuerte nun auf Rabbit zu. Durch die Taschenlampe sah Lizzie nur noch wie die Axt von ihrem Weggefährten im Kopf eines anderen Beißers versenkt wurde, dann drehte Lizzie sich um Richtung Speisesaal.
Bevor noch weitere Untote zu Rabbit gingen, der eh schon mit insgesamt drei Walkern kämpfen musste, so wie Lizzie es im kurzen Schein der Lampe gesehen hatte, musste sie die ganzen anderen weglocken. Zu Rabbits Schutz und um all die unschuldigen, nur erkrankten Menschen zu schützen.
Mit der Sicherheit, dass die Maske wie immer verhinderte, dass die Untoten sie als Beute ansahen, schritt sie langsam auf die Beißer zu, die auch aus dem Speisesaal kamen. Ihre hatten sich minimal an die Dunkelheit gewöhnt, doch großartig mehr konnte sie deswegen auch nicht sehen. Satt sich also auf ihre Augen zu verlassen, folgte sie lieber den Geräuschen der kleinen Menge. Bald kam sie dort an und spürte, wie die Untoten nach ihr griffen, doch sie nicht verletzen wollten. Es war eher so als wollten sie sie abtasten und in ihren Kreisen willkommen heißen.
Nachdem ihre Freunde sich an sie in ihrer Mitte gewöhnt hatten, allerdings weiterhin zu dem Licht drängten, fing Lizzie an ein Lied zu summen, welches Rabbit schon oft gehört hatte nur noch nie ohne den Text dazu. Während der Zeit bei den Whisperern hatte sie die Technik von diesen erlernt, wie sie auf einer Frequenz sprechen konnte, die als Flüstern durchging, doch kaum oder gar keine Aufmerksamkeit der Untoten erregte. Da Lizzie nun einmal die Musik liebte hat sie nicht nur gelernt zu flüstern, sondern auch in dieser Stimmlage zu singen.
Vorsichtig, da sie lange nicht mehr zwischen den Walker geredet oder gar gesungen hatte, erhob sie ihre Stimme und sang die ersten Zeilen ihres Liedes:

„I'm not listening to you
I am wandering right through existance
With no purpose and no drive
'Cause in the end we're all alive, alive“


Die Untoten folgten ihr nun und wollten nicht mehr zu Rabbit. Ihr Plan ging also aus, vorausgesetzt der Golfplatz besaß einen begehbaren Kühlschrank, den sie absperren musste.
Bevor sie weitersingen konnte, ging plötzlich das Licht im Raum hinter ihr an und erhellte somit auch ihr den Weg, den sie im Speisesaal nahm. Abrupt blieb sie stehen und ein Beißer rempelte sie an. Anscheinend hatte sie sogar schon den Saal durchquert, denn der Boden unter ihren Füßen war gekachelt und sie befand sich zwischen zwei Küchenzeilen. In der Dunkelheit war sie weiter gekommen als gedacht.
Da Rabbit das Licht angemacht haben musste, drehte sie sich langsam zwischen den Beißern um – im Licht würde sie diese auf grob fünfzehn Schätzen – und sah Rabbit am anderen Ende des Raumes stehen. Nun würde er wohl erfahren, dass sie die Haut eines Untoten trug, doch um sein Leben vor den vielen Beißern zu schützen war ihr das wert. Damit er sich keine Sorgen machen musste, hob sie die Hand zum Grüß, damit er wusste, dass sie noch lebte und nicht eine Blitzverwandlung vollzogen hatte. Dann sang sie leise weiter, damit ihre kleinen Schäfchen nicht auch auf Rabbit aufmerksam wurde und zu ihm liefen.

„Two thousand years I've been awake
Waiting for the day to shake
To all of you who've wronged me
I am, I am a zombie“


Die Fließen in der Küchen ließen die Töne vom Lied an den Wänden abprallen und schickten sie durch den ganzen Raum bis hin zu Rabbit, zu dem so das Lied leise herangetragen wurde. Lizzie drehte sich wieder um und lockte durch die leisen Klänge die Beißer mit sich, ohne dass sie den Ursprung direkt orten konnten. Nun durch das Licht konnte sie auf der rechten Seite der Küche eine massivere Türe ausmachen, auf welche Lizzie auch gleich zusteuerte. Es sah ganz so aus als hätte sie ihren Tiefkühlraum gefunden.
Dort angekommen hatte sie das Glück, dass die Türe offen war und sie diese auch leicht weiter öffnen konnte, damit jeder der Beißer hineinkam.

„Again, again you want me to fall on my head
I am, I am, I am a zombie
How low, how low, how low will you push me
To go, to go, to go, before I lie down dead“


Drinnen angekommen ging sie ganz nach hinten und wartete bis alle Beißer bei ihr waren, bevor sie schnellen Schrittes wieder zur Tür lief und diese dann schloss. Als die Tür in die Angel fiel, beendete sie auch das Lied. Sofort drehte sie sich wieder um, um zu schauen, wo Rabbit war. Wenn er überhaupt noch sich hier aufhielt. Viele Menschen hatten schon Reißaus genommen als sie ihr wahres Ich gesehen hatte. Das Ich, dass keine Probleme hatte die Haut von einem Untoten zu tragen. Dass sich zwischen diesen verwesten Menschen wohl fühlte und dass Ich, dass in diesen Wesen Freunde sah.

@Curt Davies


Curt Davies gibt dir die Ghettofaust
1 Mitglied trinkt darauf einen
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#6

RE: Golfplatz

in Umgebung 15.04.2021 17:04
von Curt Davies | 114 Beiträge

Auf ihre gemurmelte Entschuldigung hin entgegnete Rabbit nicht mehr fiel, denn die Luft wurde gefühlt dicker und schon bald sah er sich mitten im Kampf. Nach der langen Reise und dem überraschenden Regen, erschien der Kampf doppelt so schwer, denn sein Körper war ausgekühlt und der Parka wog mehr an Gewicht, dank der Nässe. Schon bald verlor er Lizzie komplett aus den Augen, konzentrierte sich auf diese fleischfressenden Monster und war dank des dicken Stoffs seiner Jacke vor Bissen geschützt, denn er spürte, wie mehrere Zähne versuchten in seinen linken Unterarm zu graben. Sie lockerten sich sofort, als er mit der Axt auf den Nacken der Untoten schlug und der Kopf irgendwo in der Dunkelheit verschwand. Den letzten Vielfraß erledigte er erst im vorderen Bereich und merkte, dass er ihm lediglich die Schulter zertrümmert hatte, anstatt den Schädel, was er nun nachholte. Nachdem er endlich das Licht anschaltete und zurück im großen Speisesaal ankam, stieg er über die dort liegenden beiden Untoten hinweg, aber konnte nur diese entdecken, keine blutüberströmte Lizzie, an der sich zig andere Fresser labten.
Im Gegenteil, es war erstaunlich still und nur als er in den hinteren Teil lauschte, erklang ein leiser Singsang. Zuerst wollte er seinen Ohren kaum trauen, weshalb er weiter in diese Richtung ging und vorsichtig vor dem Durchgang stehen blieb, der womöglich in Richtung Servicebereich führte. Er lugte um die Ecke und erblickte die schlanke Statur seiner Begleiterin, aber als sie sich ihm zuwandte, verzog er mehr als irritiert das Gesicht. Gerade umklammerten seine Finger den Stiel der Axt wieder fester, als sie ihm zuwinkte und alles andere als unglücklich wirkte. Was zum Teufel hatte sie da in ihrem Gesicht? Eine Maske? Kopfschüttelnd lehnte er mit der Schulter an der Wand und hob die Axt ebenfalls zum Gruß an, ehe er sich mit dem Rücken über den Türbogen zurück in den Speisesaal rollte.
"Na, das soll sie mir mal erklären..." Er befestigte die Axt wieder an einem stabilen Lederriemen an seinem Gürtel, wodurch die Axt restlos unter dem Parka verschwand und machte sich daran, die umgeworfenen Tische wieder aufzustellen, was an sich der momentanen Situation etwas bizarr erschien. Aber für ihn musste diese Ordnung nun sein, denn womöglich war das seine Art, so mit dieser unerwarteten Kehrtwendung umzugehen. Ein junges Mädel dirigiert eine Gruppe Untoter in die Küche, indem sie ihnen ein hübsches Liedchen trällerte? War er hier nun der Verrückte?
Mit einem leisen Ächzen nahm er sich nun den Rucksack von den Schultern, platzierte diesen neben einem verstaubten Sessel auf den Boden und ließ sich in die Polster fallen. Es war ihm egal, dass der Stoff muffig roch, er war müde, erschöpft und nun schmerzte auch noch sein linker Unterarm. Gerade als er den Ärmel zurückziehen wollte, um zu sehen, ob ihn dort ein Hämatom erwartet, dank des Bisses der vergammelten Lady zu seinen Füßen, hörte er ein Geräusch. Dort war sie wieder: Lizzie von den Toten auferstanden.
"Schöne Wandlung. Und? Hast du mir irgendwas dazu zu sagen? Oder hättest du dich mit diesem Geheimtrick aus dem Staub gemacht, sobald wir von einer noch größeren Horde überrascht worden wären?" Er zeigte mit der Hand auf einen weiteren Sessel, der unweit seines eigenen stand und in dem recht gemütlich erleuchteten Raum erschien diese Einladung beinahe, als gäbe die Apokalypse nicht, sondern zwei Freunde trafen sich zu einem Umtrunk am Kamin, dessen Feuer nur noch entzündet werden musste.
"Nicht so schüchtern. Nimm Platz in meinem bescheidenen Heim." Natürlich straften die netten Worte seinen Blick Lügen, denn dieser war alles andere als freundlich und offenbarte vielmehr seinen Ärger, den er gerade empfand.

@Lizzie Samuels







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#7

RE: Golfplatz

in Umgebung 21.04.2021 02:03
von Lizzie Samuels | 40 Beiträge

Nachdem Lizzie mit ihrem leisen Gesang die Beißer in die Küche gelockt und sich dort dann, als Rabbit das Licht angeschaltet hatte, ihrem Weggefährten zu offenbaren. Seine Mimik war nicht anders als die der anderen, denn er verzog als erstes sein Gesicht als er sie sie mit ihrer Beißerhaut erblickte. Dann schüttelte er den Kopf während er an der Wand lehnte und hob seine Axt zum Gruß.
Es schien so als hätte sie ihn zumindest nicht verschreckt, da hätte er sicherlich anders reagiert. So wie die ganzen anderen Menschen, die sie dann einfach gemieden hatten. Ein Gruß hingegen nahm sie positiv auf. Sie mochte Rabbit, auch wenn er eher ein stiller Zeitgenosse bis jetzt gewesen war, und hatte keine Lust wieder alleine durch die Gegend zu ziehen. Sie mochte die damit einhergehende Stille nicht und das Gefühl von Einsamkeit.
Dann jedoch widmete sie sich wieder ihrer eigentlichen Aufgabe und führte die Untoten in den Kühlraum, den sie dann anschließend abschloss, damit das Dutzend Beißer keine Gefahr mehr für Rabbit war und auch Rabbit ihre neuen Freunde nicht tötete.
Anschließend durchquerte sie erneut die Räumlichkeiten, um wieder im Eingangsraum anzukommen und zog dabei ihre Maske wieder ab, die wieder sicher in ihrer Jackentasche verstaut wurde. Zum ersten Mal erblickte sie ihn bei Licht und es sah sehr gemütlich aus. Erfreut quiekte sie auf als sie einen schönen Flügel in der Nähe von einem Kamin entdeckte und wollte sich am liebsten sofort auf das Instrument stürzen.
Gleich darauf erblickte sie jedoch der sich es bei einem Sessel bequem gemacht und schon erblickt hatte. Anhand von seinem Blick erkannte sie, dass sie wohl erst mit ihm reden musste, bevor sie sich am Klavier austoben durfte. Deswegen näherte sie sich ihm gelassen und zog sich zuerst die Gitarre von der Schulter und dann den Rucksack. Beides stellte sie neben dem freien Sessel ab. Bevor sie sich jedoch setzte, schüttete sie das Wasser aus ihrer Gitarre. Leider hatte sie keinen wasserdichten Koffer, weswegen sie wohl oder übel in Kauf nehmen musste, dass das Wetter ihrem Instrument zusetzen konnte. Doch kaum jemand plünderte Musikgeschäfte, weswegen es ein Leichtes war, eine neue aufzutreiben.
Während sie dies tat, fing Rabbit an zu sprechen und forderte sie auf, sich zu erklären. Gleichzeitig warf er ihr versteckt in einer Frage vor, ob sie bei der nächsten Horde einfach mit ihrem Trick aus dem Staub gemacht hätte. Dies ließ sie beleidigt die Backen aufplustern. Sie kannten einander zwar nicht sehr lange und gut, doch sie würde niemals einen Kameraden zurücklassen. Auch wenn Lizzie nicht so handelte wie jeder andere Mensch, so würde sie keinen Menschen zurücklassen, den sie mochte. Und Curt gehörte irgendwie dazu.
Nach seinen Worten deutete er auf den Sessel, an dem schon Lizzies Sachen lehnten, und lud sie somit ein, sich dorthin zu setzen. Allerdings war dies eher ein Befehl als eine Einladung, denn sein Blick bei seinen nachfolgenden Worten sprach Bände. Bevor Lizzie jedoch tat, was er verlangte, kramte sie eine Flasche mit Alkohol aus ihrem Rucksack, öffnete sie und trank einen Schluck. Anschließend hielt die Rabbit hin. Das Gespräch würde eventuell dies benötigen.
Erst dann setzte sie sich hin und fing an zu reden: „Soll ich dir nun erklären wie es dazu kam oder lieber dir sagen, dass ich dich nicht einfach stehen gelassen hätte, wenn eine Horde auf uns zugekommen wäre?“
Herausfordernd blickte sie ihn an, denn dass er so von ihr nun dachte, das nagte an ihr. Selbst wenn sie einander noch nicht gut kannten, Lizzie vertraute den meisten Menschen bei der ersten Begegnung, weswegen es für sie selbstverständlich war, dass dies auch andere Menschen machten. Auch wenn der gesunde Menschenverstand jedem in dieser Zeit zu etwas anderen riet.
„Eine Kolonie, bei der ich mal gewesen war, hat gelernt mit den Untoten zu laufen, sodass diese einen nichts mehr tun.“, erzählte sie dann: „Dort habe ich gelernt die Beißer mit mir zu führen, sodass sie keinen Menschen schaden können… und dass kein Mensch ihnen schaden kann… Für mich sind sie nur kranke Menschen, die eventuell irgendwann geheilt werden können. Es sind meine Freunde!“
Sie hoffte, dass er sie nun nicht wie alle Menschen für verrückt erklärte und verließ. In all den Jahren hatte sie gelernt lange das vor ihren Weggefährten, Bekannten und Freunden zu verheimlichen, da kaum jemand erfreut bei dieser Information wirkte.
„Und ich hätte dich nicht im Stich gelassen. Sowas tun Freunde nicht!“, meinte sie dann und fügte hinzu: „Und du bist für mich ein Freund, denn wir haben ein gemeinsames Ziel. Wir kämpfen zusammen, überleben zusammen und helfen einander. Das ist doch Freundschaft?!“
Bei ihrer letzten Aussage klang sie jedoch etwas fragend, da sie nicht wusste, ob dies die korrekte Definition von Freundschaft war.
Dann schnappte sie sich wieder die Flasche mit Alkohol und trank noch einen Schluck. Heute würden sie nicht mehr rausgehen und zumindest sie konnte sich jederzeit leisten betrunken zu sein, da sie nicht vor den Untoten weglaufen oder sie bekämpfen musste. Notfalls halber konnte sie einfach mit der Maske auf dem Gesicht an Ort und Stelle einschlafen und eine Horde konnte kommen. Diese würde ihr nichts tun. Beta hatte dies zur Genüge bewiesen. Er zog so gut wie nie seine Maske ab und trank sehr viel. Eigentlich war er dauerhaft betrunken, weswegen kaum jemand einschätzen konnte, ob er wankte, ob wie ein Beißer zu wirken, oder da er betrunken war. Hin und wieder war er auch zwischen Zombies einfach eingeschlafen. Er hatte sich hingesetzt und geschlafen. Lizzie selbst hatte dies auch einmal ausprobiert und es hatte geklappt, weswegen sie sich nun sicher fühlte.

@Curt Davies


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#8

RE: Golfplatz

in Umgebung 03.05.2021 00:49
von Curt Davies | 114 Beiträge

Es mussten ganz andere Dinge geschehen, um ihn zu erschrecken und eine Beißermaske gehörte nicht dazu. Zwar fand er das ziemlich ausgefallen und hätte nicht damit gerechnet, diese neue Mode zu Gesicht zu bekommen, aber es waren auch verdammt sonderbare Zeiten, da konnte alles passieren. Auch hineinfließendes Wasser in eine Gitarre, das er übrigens beobachtete, wie es den Teppich dunkel färbte und erst dann setzte sich Lizzie in einen anderen Sessel, wobei ihr der fordernde Unterton in seiner Stimme nicht entging, das offenbarte ihm ihr Gesichtsausdruck. Dass es vielmehr mit seiner Unterstellung zusammenhing, sie ließe ihn einfach sitzen, knüpfte er nicht an. Die Frage war auch vielmehr, ob er wegen ihrem kleinen Geheimnis wütend war und bereits früher solche Überraschungen nicht mochte, doch das konnte er in diesem Moment nicht wissen, dank seiner Amnesie.
"Wie wäre es mit beidem?" In seiner Frage schwang Vorwurf mit und zugleich hob er seine Hand, um ihre dargebotene Flasche abzulehnen. Daraufhin erklärte sie ihm sehr glaubhaft, wie sie überhaupt zu dieser Halloweenmaske kam, welchen Nutzen sie hatte und dass sie nicht ohne ihn durchbrannte. Auch wenn er ihren Worten glaubte, merkte er, dass es ihm sehr schwer fiel anderen zu vertrauen und das nicht erst seit gerade eben. Vor einiger Zeit war er auf einer Ranch ansässig, half der Familie beim Überleben, versorgte sie mit Fleisch aus dem Wald und wurde sehr großzügig aufgenommen. Obwohl er wusste, dass sie ihm nichts antäten, so fühlte er beständig ein Misstrauen in sich und fügte diese Eigenschaft seinem eigentlichen Charakter hinzu. Einige Gedankengänge überraschten ihn, da sie sehr verschlagener Natur waren und ihm einen Menschen offenbarten, den er als sein Ich bezeichnete. Mitunter fragte er sich, ob er überhaupt wissen wollte, wer er wirklich war und doch schubste ihn seine Neugier immer weiter. Nun war aber nicht die Zeit, sich auf seinen Selbstfindungstrip zu konzentrieren, sondern auf das, was ihm Lizzie erklärte und währenddessen runzelte er immer wieder seine Stirn.
Bei ihrer Bemerkung, dass diese untoten Bastarde, die ihm vor wenigen Minuten noch ans Leder wollten, eines Tages geheilt werden konnten und ihre Freunde waren, starrte er sie ungläubig an, so als hätte sie ihm erzählt, dass sie noch am liebsten mit Barbies spielte. Doch bevor er etwas entgegnen konnte, drängte sich eine Erinnerung in seinen Verstand, die ihm glasklar eine Frau im Arztkittel zeigte und die ebenfalls von einer Heilung sprach. Er hörte sich in dieser Vergangenheit noch scherzend sagen, dass sein Name Rabbit hervorragend passte, da er nun ihr Versuchskaninchen war und wenige Augenblicke später versenkte sie eine Kanüle in seinem Oberarm, um ihm irgendeine Substanz zu injizieren. Irritiert schüttelte er kurz seinen Kopf, als diese spontane Sequenz abrupt endete, dann kramte er ohne weitere Worte zu verlieren in seinem Rucksack, um sein ziemlich gepflegtes Notizbuch heraus zu holen und schrieb seine Gedanken auf. Alle Erlebnisse, die zurück kehrten waren wichtig für ihn, denn das war sein Leben, sein früheres Ich! Sein Herz schlug bis zum Hals und als er das kleine Buch wieder zuschlug, blickte er Lizzie mit einem schwachen Lächeln an. Gedanklich bedankte er sich bei ihr, aber sie sollte weiterhin im Dunkeln tappen, denn niemand ging es etwas an, dass er sich an so gut wie nichts aus seinem früheren Leben erinnern konnte.
"Jeder von uns hat seine Visionen oder Ziele für die er kämpft." Ein abfälliges Schnauben ertönte aus seiner Nase, dann richtete er sich langsam auf, noch immer mit dem Notizbuch in der einen und dem Stift in der anderen Hand und bedachte sein blondes Gegenüber mit einem seltsamen Ausdruck in den Augen. Ihre Bitte, dass er ihr bestätigte, was Freundschaft war, ließ er aber außer Acht, denn er hatte keine Definition für sie parat und atmete einzig schwer aus, wobei gleichzeitig seine Schultern immer tiefer sackten. Er konnte nicht sagen, ob der wiederholte Schluck nach Alkohol ihm galt oder der allgemeinen Situation, aber eines wollte er ihr dennoch sagen.
"Aber deine ... Vision von Heilung und dass diese Mistgurken deine Freunde sind, ist weit verfehlt. Denkst du allen Ernstes, dass sie als Topmodels zurückkehren? Man ihnen ein Spritzchen in den Po haut und ihre Körper wieder unversehrt sind? Hör auf zu träumen, Lizzie und renn' nicht mit Scheuklappen durch die Gegend. Das hier ist die Realität und sollte ich eines Tages zu ihnen gehören, dann erwarte ich von dir, dass du mir ein Ende setzt." ...sofern wir bis dahin überhaupt noch gemeinsam unterwegs sind, fügte er in Gedanken hinzu. Er winkte nun ab, als stumme Kommunikation, dass er ihr Gespräch nicht mehr weiterführen wollte und um ehrlich zu sein, fühlte er sich verdammt erschöpft. Über ihnen gab es noch eine Etage und mit etwas Glück auch Betten, die vielleicht nicht nach frisch gewaschen dufteten, aber ihren Zweck erfüllten.
"Ich möchte nun schlafen. Wir haben für heute genug erlebt und um es realistisch zu betrachten gibt es hier vielleicht sogar noch funktionierende Duschen, sofern die Rohre nicht völlig verrostet sind. Ich gehe nun nach oben, wo hoffentlich niemand mehr auf uns im Dunkeln lauert." Rabbit klemmte den Stift unter dem Daumen, der auch das Notizbuch hielt und bückte sich nach seinem Rucksack. Er hatte nun keine Lust mehr, auf nichts, dann wandte er Lizzie den Rücken zu und spürte bei jedem Schritt, wie die Axt sachte gegen seinen Oberschenkel schlug.

@Lizzie Samuels (Wir können gern in den nächsten Tag schreiben bzw. ich im kommenden Post, je nachdem wonach dir der Sinn steht)







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#9

RE: Golfplatz

in Umgebung 15.06.2021 23:38
von Lizzie Samuels | 40 Beiträge

Als Lizzie Rabbit verkündete, dass sie die Untoten als ihre Freunde sah und an eine Heilung glaubte, sah der Blonde sie ungläubig an, so wie es jeder tat, dem sie dies erzählte. Sofort verfinsterte sich auch ihre sonst so fröhliche Mine etwas, denn sie hasste es, wenn die Menschen, die sich um sich hatte und die sie mochte – zu denen gehörte tatsächlich auch Rabbit nach der kurzen Zeit – sie so ansahen. Als sei sie verrückt. Selbst wenn sie es war. Diese Gedanken gaben ihr Hoffnung und einen Halt in dieser Zeit. Zwar hatte sie schon als Kind düstere Gedanken gehabt, doch wollte niemand so angesehen werden. Ungläubig. Verständnislos. Negativ überrascht.
Gleich darauf zückte er jedoch ein Notizbuch aus seinem Rucksack und schrieb etwas dort hinein, so als schriebe er gerade wie ein Teenagermädchen in das Tagebuch und als hätte Lizzie ihm nicht zuvor Dinge erzählt, die wohl die wenigsten zu hören bekamen.
Nachdem er fertig geschrieben hatte, blickte er auf und sah zu ihr mit einem schwächeln Lächeln im Gesicht. Nun war die Blondine verwirrt. War doch Rabbit so anders, wie sie angenommen hatte und verurteilte und stempelte sie nach ihren Worten nicht als verrückt ab. Oder war er einfach nur nett und wollte seine Reisebegleitung nicht verlieren, indem er sie dies fühlen ließ. Dieses Lächeln lenkte sie auch von dem Notizbuch ab. Denn eigentlich hatte sie sofort, nachdem er sich wieder ihr widmete nachhaken wollen, was er denn da reinschrieb, wieso er dies tat nachdem sie ihre Gedankengänge offenbart hatte und ob das ein Tagebuch sei. Doch seine Mimik hatte sie erfolgreich von ihrem Schwall an Fragen in ihren Kopf abgebracht und ihre Gedanken in eine andere Richtung gelenkt.
Dann ließ er verlauten, dass jeder Visionen oder Ziele hatte, für die er kämpfte und sah sie danach seltsam an. Allerdings bestätigte er nicht ihre Ansicht von Freundschaft, was sie kurz grummeln ließ, was durch den Donner draußen unterging. Sein Blick jedoch, ließ sie nicht nachhaken, ob er die Definition von Freundschaft so wie sie sah. Stattdessen grübelte sie darüber nach, was sein Blick wohl zu bedeuten hatte. Auf eine Antwort kam sie nicht.
Nach seiner Ansprache, ob sie wirklich so dachte und dass diese Gedankengänge naiv waren. Gleichzeitig forderte er von ihr ein, dass sie ihn töten sollte, wenn er zu einem Untoten wurde. Dies ließ sie schlucken. Sie könnte niemals jemanden einfach so töten, den sie kannte. Allein bei den Leuten aus dem Zoo, die sie wenig zuvor erlöst hatte, war es ihr schwer gefallen. Sie hatte es nur getan, damit Rabbit sie nicht da schon als seltsam abstempelte.
Gerade als sie den Mund öffnete, um zu protestieren und ihm zu erklären, dass es immer Hoffnung gab und geben sollte, winkte er ab und die Blondine wusste, dass er nicht mehr weiter reden wollte. Obwohl sie oft verplant und neben der Spur wirkte, hatte sie Gespräche dieser Art schon viel zu oft geführt, weswegen sie wusste, dass sie diese Diskussion, die daraus entstehen würde, niemals gewinnen könnte.
Gleich darauf verkündete ihre Reisebegleitung, dass er nun schlafen gehen würde und wies sie gleichzeitig auf die eventuell noch funktionierenden Duschen hin. Diese Offenbarung ließ sie breit lächeln.
„Ich hoffe, dass sie funktionieren. Auch wenn ich komplett nass bin, wäre eine Dusche egal ob kalt oder warm einfach wundervoll!“, schwärmte sie und strahlte Rabbit breit an. Dann ging ihr Blick jedoch zu dem Klavier und sie wusste, was sie zuvor machen würde.
„Da du nun mein Geheimnis kennst, kann ich ja offen reden.“, meinte sie dann: „Ich würde mich gleich an den Flügel setzen, was allerdings weitere Untote anlockt. Wenn du schnell genug ein Zimmer findest, solltest du sicher sein und kannst dich dann auch unbesorgter morgen hier bewegen. Die Untoten werde ich wieder in den Kühlraum bringen.“
Somit wusste Rabbit was sie vor hatte, dass er sich keine Sorgen machen musste, wenn er sie Klavier spielen und die umherlaufenden Beißer hörte.
Nachdem der Blonde aufgestanden und gegangen war, trank Lizzie noch ein paar Schlucke vom Alkohol und setzte sich dann mit aufgesetzter Maske an das Klavier. So war sie sicherer und musste nur noch aufstehen und die Untoten weglocken, wenn sie durch ihre Musik angelockt wurden.
Ein paar Stunden später hatte sie weitere sechs Beißer in den Kühlraum gebracht und mehrere klassische Musikstücke – was die meisten niemals von ihr erwarten würden - auf dem Flügel gespielt. Ihre Lieder hatte sie immer mal wieder unterbrechen müssen, doch nur um die Beißer wegzuführen, weswegen Rabbit auf seinem Zimmer kaum ein Lied vollständig hören konnte. Wenn er überhaupt noch wach war.
Anschließend suchte sie sich auch ein Zimmer und legte sich hin. Erst in der Früh testete sie die Duschen, die tatsächlich noch funktionierten. Zwar lief nur kaltes Wasser, doch dafür, dass sie sich auf keine Dusche in den nächsten Wochen eingestellt hatte, war es ein Traum. Währenddessen sang sie wie immer lauthals, sodass Rabbit schnell ihr Zimmer auffindet machen könnte.

@Curt Davies

//falls es irgendwie wirr ausgedrückt ist oder sonstiges in der Art: Habs einen Tag nach meiner Impfung geschrieben, wo ich nicht ganz vom Kopf da war und nun hab ich gerade nicht den Kopf, um es Korrektur zu lesen :D :D :D Aber so hast du mal was zum Antworten ^^


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#10

RE: Golfplatz

in Umgebung 23.06.2021 15:51
von Curt Davies | 114 Beiträge

Ein böser Traum, der niemals endet, weil er zur Realität wurde. Warum kam ihm immer wieder dieser Gedanken in den Sinn? Er gab dieser Realität keine Grenzen, auch um sich selbst vor Enttäuschungen zu bewahren und Lizzie war ein gutes Beispiel dafür, zumindest was die Grenzen betraf. Aus einigen Erinnerungen konnte er sich bereits ein gutes Profil von sich selbst erstellen und wusste im Großen und Ganzen was für ein Mann er früher gewesen sein musste, auch dass er sich stets auf seinen Instinkt verließ und es noch immer tat. Lizzie stufte er definitiv nicht in die Sparte ein, die ihn enttäuschte, aber trotzdem hielt er sie auf einem sicheren Abstand und dieser wurde gerade vielmehr zu ihrer Enttäuschung, denn er konnte ihr Zögern erkennen, sah ihren Gesichtsausdruck, als er ihr die Freundschaft nicht bestätigte. Sprach er denn über solche Dinge? Wurde ihm vor gar nicht allzu langer Zeit gegen den Kopf geworfen und er musste zugeben, dass es durchaus schwierig sein konnte, nicht zu wissen, woran man war. Für ihn spielen die Gefühle anderer nicht so eine große Rolle, weil er sie nicht sehen konnte. Rabbit machte alles von Worten und Verhalten abhängig, denn das waren Dinge, die er hören und sehen konnte. Empathie zog in diesem Fall den Kürzeren.
Schlechte Menschen leben länger, denn sie sind fähig zu töten. War er hier der böse Wolf? Ja, das war er einst gewesen... Er war ein Mörder, das wusste er, denn er musste nur einen Blick auf die letzte Seite seines Tagebuchs schauen und dort die Striche zusammen zählen, welche für Menschen standen, die er 'beerdigt' hatte. Mittlerweile waren es ... viele... Es kamen bestimmt mit der Zeit noch einige mehr hinzu und doch empfand er keine Reue? Nein, denn sie trafen ihre Wahl und diese führte sie zu einem Punkt, der ihnen nur die Sackgasse bot. Die erste Erinnerungssequenz erhielt er damals in einer kleinen Kolonie, seiner ersten, wo er helfen sollte Kartoffeln umzugraben. Das Gefühl eine Schaufel in der Hand zu halten war wie eine alte Tätigkeit wieder aufnehmen, die ihm zuvor jahrelang in Fleisch und Blut überging. Erschreckend waren diese Erinnerungen nicht gewesen, sondern vielmehr überraschend! Ab diesem Moment wurde er zu einem Schatzsucher, der die Fährte zu seinem einstigen Ich aufnahm und diesem immer näher kam.
Wie nahe er einem alten Bekannten mittlerweile war, vermochte er noch nicht zu erahnen, denn der morgige Tag veränderte alles, aber bis dahin waren es noch einige Stunden Zeit. Nun stockte er mitten im Gehen, als er Lizzies Stimme vernahm und wandte einzig seinen Kopf zur Seite. Ihre Beschreibung des abendlichen Ausklangs erzeugte bei ihm zuerst nur einen zustimmenden Laut und als er wieder nach vorne sah, zuckte er mit den Schultern.
"Tu was dir beliebt, aber komm' mir mit diesen Matschbirnen niemals in die Quere." Kein leeres Versprechen, auch keine Drohung, die ihr zulasten ging, sondern eine Warnung für ihre kleinen Haustiere und die Bestätigung, dass er diese ohne mit der Wimper zu zucken tötete. Für heute war alles gesagt, was gesagt werden musste und die Erkundung des oberen Stockwerks stand bevor. Rabbit stieg dennoch die Treppen leise empor, denn unvorsichtig wollte er gewiss nicht werden und dies machte sich auch in wenigen Minuten bezahlt. Die Melodie von Chopins Andante zog sich durch die Flure und untermalte die Kulisse mit einer anmutenden Bizarrheit, welche kurioserweise passte. Bewegung kam in den oberen Stock, als das Klavierstück diesem verwitterten Gebäude wieder Leben einhauchte und hinter der zweiten geschlossenen Tür konnte Rabbit sehr deutlich hören, wie ein Untoter immer wieder gegen diese lief, um hinunter zu gelangen. Mit einem Ruck öffnete er sie und warf den ausgemergelten Beißer zu Boden, um im nächsten Moment mit seiner bereits im Vorfeld gelöste Axt dessen Schädel zu spalten. Völlig routiniert öffnete er eines der Fenster, die widerwillig nachgaben und warf die Leiche hinunter vor die Veranda.
Der gesamte Golf Club war schwach erleuchtet seit er unten die Sicherung eingedreht hatte und dieses Zimmer schien einst eine Art Salon für die Herren gewesen zu sein, da über einem hohen Spiegel viele verschiedene Krawatten und Fliegen hingen. Erst nachdem Rabbit seinen Rucksack auf das Bett ablegte, öffnete er den großen Kleiderschrank und verzog sein Gesicht mit einem schmalen Lächeln., denn er fand auf der einen Seite viele unterschiedliche Smokings und auf der anderen typische Polohemden, die so manchen spießigen Golfer eine helle Freude bereitet hatte. Als er einen nachtblauen Smoking ausmachen konnte und mit den Fingerspitzen über den glatten Stoff strich, versank er in einer neuen Erinnerung, in welcher er sich vor einem Schaufenster stand, um einen Anzug zu begutachten. Er selbst konnte sich in der Spiegelung erkennen: Rasiert, leicht vor sich hin grinsend, um im nächsten Moment einen verwegenen Blick in die Richtung einer Frau zu werfen, definitiv älter als er war. Wieder eine, der er das Geld aus den Taschen gezogen hatte...
Sachte tätschelte er nun den Kleiderbügel, der sich unter dem Smoking befand und dann kam ihm eine Idee, die vielleicht in dieser Zeit oder besonders diesem Ort als verrückt galt, aber warum nicht? Doch zuerst wollte er unter die Dusche und mit etwas Glück passten ihm einige der Kleidungsstücke, damit er seine waschen konnte. Ein angrenzendes Badezimmer bot ihm tatsächlich den Luxus von fließendem Wasser, das aber erst nach gefühlten Ewigkeiten die gewohnte Transparenz erhielt und jeglichen braunen Schleier im Abfluss mit sich riss. Alles schien, als wäre es nur für ihn vorbereitet worden: Handtücher hingen über einem silbernen Gestänge, welche etwas staubten, als er sie ausschüttelte und erst dann zog er seine Kleidung aus, um sie im Waschbecken zu ertränken, samt einem Schuss Duschgel. Manche Dinge schienen nie zu verfallen und erfüllten ihren Dienst wie vor acht Jahren, indem sie schäumten, als sie auf nasser Haut aufgetragen wurden oder ebensolchem Haar.
Auch wenn das Wasser kalt über sein Gesicht rann, so schmiedete er sein Vorhaben gedanklich zur Perfektion und vielleicht mochte der morgige Abend die entstandene Kluft zwischen Lizzie und ihm wieder kitten, indem er ihr eine Einladung unter dem Türspalt zukommen ließ, sobald er wusste in welchem Zimmer sie nächtigte.
In dieser Einladung stand schlichtweg, dass sie das schönste Kleid im Schrank tragen und sich bei Sonnenuntergang im roten Salon einfinden sollte. Mehr nicht. Es war eine Überraschung und er hatte morgen den ganzen Mittag Zeit, sich auf die Suche nach jenen Utensilien zu machen, die er für einen gelungenen Abend brauchte. Schließlich stand ihm nun niemand mehr im Wege und die Küche, wie auch der Vorratskeller wurde soeben gesäubert. In der Kühlkammer befand sich sowieso nur Gammelfleisch, das was er nicht wollte. Ihm war bewusst, dass es nicht gerade förderlich war, wenn er sich nun von Lizzie entfremdete, denn sie hatten einen gemeinsamen Plan und der führte sie zu einer ominösen Villa.
Ja, Loyalität war wichtig, auch wenn Rabbit vorerst nur sich selbst traute...

> Nach Sonnenuntergang im Plot mit Negan.

@Lizzie Samuels // Entweder du antwortest im Plot oder ich oder du antwortest noch einmal hier, das überlasse ich vollends dir! Den Post für den Plot schaffe ich womöglich erst morgen!







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