Avatar

WELCOME SURVIVOR

Wir sind ein seid 2013 – bestehendes Endzeit Forum angelehnt an die Serie AMC's The Walking Dead. Die AMC-Serie dreht sich um eine Gruppe von Menschen, die sich plötzlich in einer postapokalyptischen Welt wiederfinden, die von Zombies übersät ist. Überleben heißt nun das oberste Gebot der Stunde. Alles hat damit angefangen als Rick Grimes aus dem Koma erwachte und sich in einer Welt voller Untoten zurecht finden musste und nach seiner Familie suchte. Ab dann begann ein Leben voller Ereignisse, die einen Menschen ewig prägen würden. Höhen und Tiefen, welche immer wieder eintraten. Die Story von TWD verläuft aktuell bei uns bis zu Negan's Gefangenschaft, ab dann handeln wir frei nach bestimmten Ereignissen und der Endzeitthematik. Aufgeteilt in vier, verschiedenen Kolonien und einzelnen Gruppen bieten wir Abwechslung und Spannung für jeden Seriencharakter und Freecharakter. Auch Charaktere aus den Schwesternserien AMC's Fear The Walking Dead & AMC's The Walking Dead: World Beyond sind bei uns mit angepasster Storyline spielbar. Egal wie du dich entscheidest – Dein Kampf gegen die Untoten und Lebenden erwartet dich hier.

Team

A CHANGE IS GONNA COME

Der Winter hat sich angekündigt. Die Minusgrade lassen alles und jeden gefrieren, Beißer werden dadurch langsamer oder frieren gar ganz fest. Mit leichten bis starken Schneefällen ist zu rechnen!

An Aus


#1

Schlafzimmer - Aaron & Paul

in Familie Marquand & Familie Rovia 16.11.2018 18:28
von The Walking Dead Team | 2.667 Beiträge
zuletzt bearbeitet 19.03.2021 21:32 | nach oben springen

#2

RE: Schlafzimmer - Aaron & Paul

in Familie Marquand & Familie Rovia 20.03.2021 12:59
von Aaron Marquand (gelöscht)
avatar

Richtig, die Flitterwochen. Mit dem Ziel wollte Paul Aaron ja überraschen, oder wie war das? Hmm ... dann sollten sie womöglich doch etwas Schlaf finden, bevor sie mit Muskelkater und total übermüdet durch die Gegend wanderten. Oder einfach noch den folgenden Tag durchschlafen und dann aufbrechen. Schwierig, schwierig. Vermutlich würde die Müdigkeit sie ohnehin irgendwann übermannen, sie waren ja auch nicht mehr die Jüngsten. xD

Also manchmal kam Aaron das alte Leben schon langweilig vor, so rückblickend betrachtet. Zumindest der Alltag. Die Zeit in Afrika war mit dem Adrenalin und den Gefahren schon mit jetzt zu vergleichen, aber sobald er und Eric wieder in Amerika gewesen waren, sich um die frustrierende Politik gekümmert und einfach ihr Paarleben gelebt hatten ... es war zweifellos schön gewesen und sie hatten das Gefühl gehabt, etwas zu bewegen. Aber die Zeit war einfach eine andere gewesen, mit ganz anderen Problemen als heute. Schon allein, dass man sich wegen Wäsche gestritten hatte ... heute war man froh, wenn man überhaupt die Möglichkeit fand, stinkende Klamotten mal auszuwaschen. Auch wenn sie im Cottage mittlerweile Einiges an Luxus wieder hatten.
Ach, es war aber auch unsinnig, sich nun solche Gedanken zu machen. Heute war es echtes Glück, wenn man wirklich alt miteinander wurde, und man hatte nicht mehr diese Illusion (die ohnehin nie wahr gewesen war), noch Ewigkeiten zu leben und dass schlimme Dinge immer nur anderen passierten. Das allein brachte mehr Demut in eine Beziehung und würde sie niemals langweilig machen, davon war Aaron überzeugt. Aber ein kleines Rollenspiel zwischendurch für die ›Entspannung‹ lag natürlich dennoch im Bereich des Möglichen. xD Insofern war der Plan mit den Pausen ein ziemlich guter. »Dabei könnte dir da etwas entgehen. Stell dir vor, ich mache den Abwasch nackt und tanze dabei noch herum.« Aaron grinste.

Er nahm den Kamm wieder entgegen und steckte sie in seine Tasche. »Dann ist das hier deine Bürste to go«, meinte er schmunzelnd und würde aufpassen, sie nun wirklich immer mit sich zu tragen. Denn vor Jesus war man nirgends sicher. Immer noch wurde der arme Aaron manchmal und plötzlich in die Büsche gezogen, wenn er nicht aufpasste. xD
Genauso verliebt wie Jesus zuvor blickte er nun zurück. »Hm ... ich werd versuchen, mich eine Weile zu beherrschen.« Denn mit Dutt sah Paul auch extrem sexy aus, er wollte diesen Anblick auch mal genießen.
Grinsend hob er die Schultern. »Maggie ist bestimmt nicht nervös, die schüttelt so eine Rede doch aus dem Ärmel. Bei Levi bin ich mir nicht so sicher. Er kennt niemanden außer uns hier so wirklich und ist nicht gerade der Extrovertierteste. Aber wenn er aufgeregt ist, kann er es sicher gut verbergen.« Leicht zu lesen war Levi schließlich nicht. Wenn man ihn gut kannte, registrierte man vielleicht etwas an seiner Stimmlage oder an der Tiefe der Falten beim Stirnrunzeln. Aaron und Zane würde also vielleicht was auffallen, dem Rest womöglich nicht.
Aarons Unersättlichkeit war wohl ziemlich offensichtlich, hm? »Aber ... unsere Gäste ...«, versuchte er sich an Vernunft, wusste aber ebenfalls schon, dass sie sich nicht würden beherrschen können. Er konnte es ja jetzt schon kaum.
Hand in Hand schlenderten sie mit einigen Unterbrechungen zum Cottage - wie es dabei nur bei Küssen blieb, war Aaron schleierhaft – und fanden sich beim Fest ein.

~~ Einige Stunden später ~~

Irgendwie hatten sie es geschafft, jedes Mal nach ihren Stelldicheins wieder zum Fest zurückzukehren. Als gefeiertes Ehepaar musste man doch schließlich bis zum Ende bleiben. Bald war aber der Zeitpunkt gekommen, dass sich auch die restlichen Gäste verabschiedeten und mehr oder weniger betrunken nach Hause torkelten. Die Aufräumarbeiten würden am nächsten Tag von ein paar freiwilligen Helferlein übernommen, während Jaaron schon auf dem Weg zu ihren Flitterwochen sein würden. So ganz leicht gefallen war ihnen das nicht, andere ihre Hinterlassenschaften wegräumen zu lassen, aber die Leute hatten zum einen darauf bestanden und zum anderen wollten Aaron und Paul zu diesem Anlass ja ein bisschen Egoismus zulassen.
Also war es ihnen vergönnt, mit dem letzten Gast die Scheune zu verlassen und heimwärts zu gehen. Wobei gehen nicht die richtige Bezeichnung war. Natürlich fingen sie fast sofort wieder an, sich zu küssen. xD Jesus zog Aaron vor Ungeduld mehrmals in ihre Stammgebüsche, doch bevor es ans Eingemachte gehen konnte, hielt Aaron jedes Mal inne und taumelte mit ihm wieder auf den Weg Richtung Bungalow. Diesmal wollte er es einfach gern nach Hause schaffen, damit sie sich endlich aller Klamotten entledigen konnten, sich nicht noch mal anziehen mussten und vor allem, damit sie es warm hatten. Allerdings hatten sie, als sie dort endlich ankamen, schon ihre Hemden aufgeknöpft, ihre Jacken irgendwo liegengelassen und Pauls Haar hing auch schon wieder gelöst über seine Schultern.
Knutschend fielen sie gegen die Haustür und Aaron tastete blind mit der Hand nach dem Knauf, um sie zu öffnen. So viel zum Thema, romantisch über die Türschwelle tragen. Irgendwie schafften sie es hinüber, ohne auf den Boden zu fallen, und Aaron schob die Tür mit dem Fuß wieder zu. So! Jetzt hielt ihn auch nichts mehr zurück. Weswegen er Paul gegen die Wand drückte, ihm Weste und Hemd endlich komplett von den Schultern schob und sich an seinem Oberkörper hinab küsste, dabei auf die Knie ging. Den Hosenknopf öffnete er mit der Hand und den Schieber des Reißverschlusses nahm er zwischen die Zähne, um ihn hinab zu ziehen. Dann folgten Hosen und Shorts. Aaron warf noch einen schelmischen Blick hinauf. Er wusste, wie angeheizt Paul sein musste, denn der Weg hierher war schon ziemlich ... uff ... es gab keinen Ausdruck dafür. Trotzdem wollte Aaron ihn noch ein wenig necken ... und verwöhnte Jesus Mitte aufreizend langsam.

@Paul Rovia


Levi Rosenthal hat dich im Auge
nach oben springen

#3

RE: Schlafzimmer - Aaron & Paul

in Familie Marquand & Familie Rovia 23.03.2021 21:51
von Paul Marquand-Rovia (gelöscht)
avatar

Richtig, mit dem Ziel würde Jesus Aaron überraschen. Und es fiel ihm verdammt schwer dicht zu halten, denn eigentlich war er jemand, der Aaron am liebsten alles sofort erzählen wollte! Aber diesmal sollte es eine Überraschung bleiben, weshalb er sich auf die Zunge biss. Es sollte ja so eine Art Hochzeitsgeschenk für Aaron werden und das durfte man nicht verraten.

„oh du darfst den Abwasch auch jetzt gerne nackt machen und dabei tanzen. Dafür müssen wir nicht erst streiten“
und Jesus würde ihm dann gerne auch beim Schrubben zur Hand gehen~.
Manchmal kam er sich wirklich vor wie ein Teenager, dessen Gedanken sich ständig nur um Sex drehten. Als würden seine Hormone völlig verrückt spielen. Was sie in Aarons Nähe aber auch tatsächlich taten. Und heute war sowieso alles erlaubt, schließlich war es ihr Hochzeitstag!!
Jesus war wirklich gespannt auf die Reden der Hochzeitsgäste und die Hochzeitsfeier selbst. Am aller meisten freute er sich aber trotzdem auf das was folgte.

Der Abend war wirklich lange, er war lustig, wirklich schön und rührend, keine Frage. Aber irgendwann hoffte Jesus nur noch darauf, dass endlich alle Gäste gingen. Denn die kleinen Stelldicheins reichten ihm nicht mehr. Er wollte diese Ehe endlich richtig und standesgemäß mit Aaron vollziehen! Zum gefühlt 10ten Mal. aber das war nicht dasselbe. Jesus hatte extra kaum was getrunken und sich bei den meisten von Zanes Trinkspielen rausgewunden, denn er wollte sicher nicht völlig kaputt mit Aaron ins Bett fallen. Er wollte diese Nacht gemeinsam mit ihm genießen und zwar in vollen Zügen.
Der Heimweg war wirklich… hart! und kam ihm so unendlich lang vor, was vielleicht daran lag, dass sie ständig irgendwo Pausen einlegten um zu knutschen oder sich zu betatschen. Aber schlussendlich schafften sie es küssend und mit bereits geöffneten Hemden bis nach Hause. Die Kälte machte ihnen heute schon lange nichts mehr aus und dennoch freute sich Jesus nun auf ein beheiztes, warmes Heim. Wo er mehr entblößen konnte als nur die wichtigsten Körperregionen.
Keuchend ließ er sich von Aaron gegen die Wand drücken und schob auch ihm hektisch das Hemd von den Schultern. Viel weiter kam er allerdings nicht. Denn Aaron ging vor ihm auf die Knie. Das hieß zwar einerseits Erleichterung, weil endlich seine Hose fiel. aber das Aaron ihn nun auf diese Weise verwöhnte…. passte ihm gar nicht! Kaum zu fassen, dass er das mal dachte oder? Denn natürlich war es schön und anregend keine Frage. Aber Jesus brauchte gerade wirklich nichts, das ihn noch mehr anheizte! Er wollte mit Aaron schlafen! Und zwar jetzt! Wenn nötig direkt an dieser Wohnungswand!
Weshalb er auch ein wenig verzweifelt zu ihm hinab blickte während Aaron ihn verwöhnte. Er versuchte sich ja zu entspannen aber.. es wollte einfach nicht so recht gelingen. Aber es wäre doch taktlos von ihm Aaron nun einfach zu unterbrechen oder? Ach was solls, sie wollten heute doch egoistisch sein und nur das tun, das ihnen beiden gefiel. Weshalb er sich letztlich dazu entschied Aarons Gesicht in seine Hände zu nehmen und ihn daran hoch zu ziehen. bis er endlich wieder vor ihm stand und ihm in die Augen blickte. Mit einem leicht.. flehenden Gesichtsausdruck
„ich will dich Aaron.. hier und jetzt.. besorgs mir endlich richtig!! ...... bitte“
Okay, bei diesen Worten färbten seine Wangen sich vielleicht minimal rot. Denn solche Töne kamen sonst eigentlich nicht über Jesus Lippen aber naja er war gerade… so verdammt scharf auf ihn. Und musste diesem Gefühl einfach Ausdruck verleihen!

@Aaron Marquand


nach oben springen

#4

RE: Schlafzimmer - Aaron & Paul

in Familie Marquand & Familie Rovia 25.03.2021 21:51
von Aaron Marquand (gelöscht)
avatar

Aaron war ziemlich neugierig, wo es am nächsten Tag hingehen würde. Aber er hatte sich vorgenommen, nicht nachzufragen, weil er wusste, dass es Jesus schwerfiel, nichts auszuplaudern. Zumindest hatten sie diesmal eine kleine Packliste geschrieben, damit sie nichts vergaßen und auch Medikamente und ein Funkgerät dabei haben würden. Denn so etwas wie bei der Berghütte sollte ihnen nicht noch einmal passieren, da waren sie sich einig. Ihre Rucksäcke standen bereits gepackt im Flur, sodass sie nach dem Frühstück sofort aufbrechen konnten.

Aber zuerst rief die Hochzeitsnacht. War es sehr unhöflich und verdorben, dass Aaron während der gesamten Feier an fast nichts anderes gedacht hatte? All die kleinen Quickies im Gebüsch waren nur Tropfen auf dem heißen Stein gewesen und nichts, was wirklich langfristig für Befriedigung gesorgt hatte. Dazu hatte er noch viel zu deutlich ihre kürzliche Nummer am Strand im Kopf. xD Die bisher kaum zu überbieten war, aber die Nacht war ja noch jung. Zum Glück.

Gut möglich, dass Paul nicht weiter angeheizt werden musste. Aber Aaron trieb es manchmal gern bis zum Äußersten, weil er es viel zu gern mochte, Jesus in dieser Hinsicht zum Wahnsinn zu treiben. Allzu lang ließ sein Mann es sich jedoch nicht gefallen und Aaron spürte Hände an seinen Wangen, die ihn dazu drängten, wieder aufzustehen. Also gab er dem nach und begegnete kurz darauf Pauls flehendem Blick. Eigentlich ... hätte das schon gereicht, um ihm nun endlich das zu geben, was er verlangte. Oder sie beide vielmehr. Aber dass es dann so deutlich eingefordert wurde ... überzog Aarons Körper mit einem verlangenden Kribbeln. Das sah Jesus gar nicht ähnlich, und vielleicht war es dieser Besonderheit geschuldet, die nun Aarons letzte Geduld verpuffen ließ. Eigentlich hatte er ihn noch zumindest bis zur Couch ziehen wollen. Aber das kam jetzt überhaupt nicht mehr infrage. Er griff Paul an der Schulter, um ihn brüsk umzudrehen und frontal gegen die Wand zu drücken. In dieser Stellung hatten sie sich heute schon oft geliebt, aber für alles andere hatten sie später noch Zeit. Ohne weiteres Zögern drängte er sich an ihn, so dicht und fest, dass Jesus sich wahrscheinlich kaum rühren konnte. Aber das musste er auch nicht, Aaron sorgte schon für genügend Bewegung, wobei er die Arme um Pauls Hüften schlang und den Kopf in seiner Halsbeuge vergrub.

@Paul Marquand-Rovia


nach oben springen

#5

RE: Schlafzimmer - Aaron & Paul

in Familie Marquand & Familie Rovia 31.03.2021 10:55
von Paul Marquand-Rovia (gelöscht)
avatar

Ja!! Es war sehr unhöflich und sehr verdorben und Paul….. ging es ganz genauso! Sie mussten während der Feier gar nicht viel miteinander reden, die Blicke die sie einander zwischendurch schenkten, während sie sich gerade mit jemandem unterhielten, sprachen bereits Bände. Nun mussten sie ihre Lust aber nicht mehr verstecken, um nicht undankbar oder unhöflich zu erscheinen. Nein, nun konnten sie ihr endlich freien Lauf lassen.
Auch wenn Aaron trotz allem ein kleiner Sadist war, der es liebte Jesus in den Wahnsinn zu treiben. Normalerweise da würde er ihn nicht so forsch dazu auffordern das bleiben zu lassen. Aber jetzt gerade in diesem Augenblick hielt er es einfach nicht mehr länger aus! Man könnte ja wirklich meinen, sie hatten Monate vor der Hochzeit abstinent gelebt, so wie sie sich gerade benahmen. Aber das war nicht der Fall. Sie waren einfach nur extrem.. von einander angetan und so ein erfüllendes Sexleben zu haben war doch wunderschön oder? Nichts wofür sie sich schämen mussten.
Nur für seine auffordernden Worte, ja für die schämte Jesus sich minimal, einfach weil er nicht so versiert in Dirty Talk war und nicht wollte, dass Aaron deshalb lachte. Was er natürlich nicht tat, weil er viel zu rücksichtsvoll war. Aber dennoch.. er wollte sich einfach nicht blamieren aber trotz allem nicht länger warten.
Und zum Glück…. weder lachte Aaron noch ließ er ihn länger warten. Ganz im Gegenteil. Ehe er sich versah, knutschte er plötzlich nur noch die Wand statt Aarons Lippen. Verdammt… so fest von ihm dagegen gedrückt zu werden war verflucht sexy. Ein Schauer lief über Jesus Körper, den man ganz deutlich an der Gänsehaut sehen konnte. mit den Händen stützte er sich minimal an der Hauswand ab, leistete aber keinerlei Gegenwehr, sondern genoss es unglaublich nun so bestimmend von Aaron behandelt zu werden. Wie viele Einrichtungsgegenstände wohl schon Kratzspuren von Jesus aufwiesen, weil er sich bei ihren… spontanen Stelldicheins so hinein gekrallt hatte? Die Tapete der Wand zumindest bekam ein paar kleine Risse, weil Jesus versuchte daran Halt zu finden. Aber naja.. so hatten sie ihr neues, gemeinsames Heim auch gleich eingeweiht oder? und eine Erinnerung an ihre gemeinsame Hochzeitsnacht, jedes mal wenn sie nach Hause kamen und im Vorzimmer standen.
Jesus keuchte sinnlich und legte den Kopf in den Nacken, ehe er endlich bereit war eine Hand nach hinten zu strecken, um statt an der Tapete an Aarons Nacken Halt zu finden. So fühlte sich alles noch viel intensiver an. Auch wenn Aaron ihn eisern festhielt, so bewegte Jesus sich seinem Ehemann dennoch immer wieder unbeirrt entgegen und hatte das Gefühl zu kollabieren, wenn das so weiter ging. Denn offenbar… war die Intensität, die sich während ihrer Nummer am Strand gespürt hatten, keine einmalige Sache gewesen! Sie überrollte ihn erneut und überwältigte ihn in einem Ausmaß, auf das Jesus echt nicht vorbereitet war. Fühlte sich so etwa die Ehe an? wenn ja dann… hätte Jesus ihm schon viel früher einen Antrag gemacht!
Es war ihm kaum möglich nach diesem Hochzeitsnachtauftakt wieder zu Atem zu kommen.. denn sein Herz wollte einfach nicht damit aufhören zu tanzen. Musste es aber auch nicht. Völlig atemlos aber glücklich drehte er sich langsam wieder zu Aaron um und vergrub den Kopf an seiner Schulter, um kurz wieder zu Atem zu finden.
„wenn das so weiter geht… brauchen wir nach dieser Nacht keine Flitterwochen sondern eine Woche Wellness..“
keuchte er ihm entgegen.. und biss ihm sanft ins Schlüsselbein. Erst danach löste er sich wieder von ihm und blickte ihm überglücklich lächelnd in die Augen
„ob wir es diesmal.. bis ins Bett schaffen?“
Denn heute war von Wellness bestimmt noch keine Rede. Weshalb Jesus noch den Rest seiner Hose abstrampelte und Aaron anschließend erneut küsste. nur um sich küssend mit ihm in Richtung Schlafzimmer vorzuarbeiten. Die Augen hatte er geschlossen, weshalb er erschrak, als er plötzlich auf einen Luftballon trat und dieser lautstark zerplatzte.

@Aaron Marquand


nach oben springen

#6

RE: Schlafzimmer - Aaron & Paul

in Familie Marquand & Familie Rovia 04.04.2021 20:59
von Aaron Marquand (gelöscht)
avatar

Andere Paare würden sie wohl um ihr ziemlich aktives und aufregendes Sexleben beneiden. In Relation waren sie erst kurz zusammen und nun bereits verheiratet. Also war es wohl nicht so verwunderlich, dass sie kaum die Finger voneinander lassen konnten. Allerdings konnte sich Aaron gar nicht vorstellen, dass es jemals anders sein würde. Nie für lange zumindest, denn selbst im letzten halben Jahr waren schon Dinge passiert, die sie erst hatten überwinden müssen, um wieder zueinanderzufinden. Allerdings war das immer äußeren Umständen und Traumata geschuldet gewesen, nie dieser befürchteten Sexflaute. Die würde bei ihnen sicher nie aufkommen!!!
Jesus musste sich gewiss nicht für seine direkten Worte schämen. Aaron dachte nicht eine Sekunde daran, zu lachen, ganz im Gegenteil. Er wollte ihn nun noch mehr, obwohl eine Steigerung der Sehnsucht kaum noch im Bereich des Möglichen lag. Manchmal fragte er sich, wie man so vernarrt ineinander sein konnte, dass es einfach NIE genug war. Obwohl er Jesus berührte und liebte, er vermisste ihn trotzdem. Seine Hände brannten vor Verlangen, wenn er über seine Haut strich, während sein Kopf benebelt von all den intensiven Gefühlen war. Und doch war es nie genug und heute war diese Empfindung besonders stark. Das klang vielleicht negativ, war es aber gar nicht. Es steigerte Aarons Verlangen schließlich ins Unermessliche und da es Jesus oft auch so zu gehen schien, mussten sie sich ja so oft davonstehlen. Auch wenn das für Außenstehende womöglich ein wenig bedenklich erschien, Aaron wollte es gar nicht anders haben.
So wie Jesus Angst hatte, seine direkten Worte würden ihn zum Lachen bringen, so hatte Aaron Bedenken, er könnte mal zu grob sein, weil sein Verlangen ihn überwältigte. Wie jetzt, denn von Rücksichtnahme konnte kaum noch die Rede sein. Jesus würde sich natürlich jederzeit befreien können, aber dass er ihn mal so festklammerte, und wo gegen drückte, dass er sich kaum rühren durfte, ihm vollkommen ausgeliefert war ... das war womöglich eine Premiere.
Trotzdem ließ er es zu, dass Jesus sich soweit von der Wand lösen konnte, um ihm eine Hand an den Nacken zu legen und sich mit ihm im Einklang zu bewegen. Das mochte Aaron ebenso gern wie er, weil sie so noch ein wenig näher beieinander waren und sich noch intensiver spüren konnten. Denn wie gesagt, es war ohnehin nie genug. Und doch war es ein gutes Zeichen, dass sie ihren bisherigen Sex immer und immer überbieten konnten. Was so eine Ehezeremonie alles auslösen konnte ... Aaron jedenfalls schwebte im siebten Himmel und hörte noch mehr Regenbogengeigen als sonst. xD
Nach dem Höhepunkt war es an ihm, sich mit der gesunden Hand an der Wand abzustützen, wobei der Metallarm um Pauls Hüfte geschlungen blieb und Aaron mit der Stirn an Pauls Schulter lehnte. Seine Atmung ging hektisch und wollte sich gar nicht mehr beruhigen. Als Jesus sich umdrehte, hob er den Kopf und nahm seinen Mann fest in die Arme. Wenn sie den Griff nur für eine Minute lösen würden, dann kippte einer von ihnen um, da war er überzeugt. Andererseits war es irgendwie auch verlockend, einfach hier zu Boden zu sinken und weiterzumachen. Wer brauchte schon ein Bett? Sie mit Sicherheit nicht.
Aaron grinste. »Mit sehr vielen Massageeinheiten und heißen Bädern.« Es war eigentlich nicht so zweideutig gemeint, aber egal. Aaron dachte an ihre armen überanstrengten und verspannten Muskeln. »Ich hoffe, wir müssen keinen Kletterparcours hinlegen bis wir zu dem Ziel kommen, das du dir ausgesucht hast.« Das könnte schwierig werden, aber alles andere würden sie wohl schaffen. Vielleicht mit ein paar Pausen mehr als sonst, aber sie waren eben nicht mehr die Jüngsten. Darauf konnte man die Erschöpfung ebenso schieben.
»Wenn du dich wieder wie ein Koala an mir festklammerst, trage ich dich ins Bett«, bot Aaron an und grinste. Mehr konnte er gar nicht sagen, da Jesus schon wieder wortwörtlich an seinen Lippen hing und ihn Richtung Schlafzimmer dirigierte. Zum Glück war der Grundriss ihres neuen Heims nicht ganz so anders als der vom Bungalow, sodass sie es schafften, fummelnd und mit geschlossenen Augen den richtigen Weg einzuschlagen.
Und dann ertönte plötzlich ein lauter Knall. Instinktiv drückte Aaron Paul fest an sich, um ihn mit seinem Körper abzuschirmen ... aber als er die Augen öffnete und sich hektisch umsah ... erblickte er die ganzen Luftballons und atmete auf. Eigentlich war er nicht so paranoid in ihren eigenen vier Wänden. Noch nicht. xD Trotzdem hatte ihn dieses abrupte Geräusch inmitten der Stille vollkommen aufgeschreckt.
»Damit hätten wir wohl rechnen müssen«, meinte er mit einem Lachen und löste sich von Paul, um die ganzen Herzballons auf dem Bett zur Seite zu schieben. Sie brauchten den Platz jetzt schließlich. Wobei er kurz innehielt. »Meinst du ... Zane hat hier irgendwo eine Kamera installiert?« Dem Lustmolch war doch alles zuzutrauen und womöglich war er immer noch enttäuscht, sie beim JGA nicht weiter bei zweideutigen Dingen beobachtet haben zu können.

@Paul Marquand-Rovia


nach oben springen

#7

RE: Schlafzimmer - Aaron & Paul

in Familie Marquand & Familie Rovia 07.04.2021 10:49
von Paul Marquand-Rovia (gelöscht)
avatar

Sie sollten ihr ausschweifendes und unbeschwertes Sexleben jedenfalls so lange genießen wie nur irgendwie möglich….. man wusste schließlich nie was das die Zukunft für Grausamkeiten mit sich brachte…
Heute jedoch herrschte immer noch die Regel: No Drama!! Und bislang hatte das doch wunderbar geklappt oder? Die Trauung war wunderschön gewesen, die Hochzeitsfeier ebenso. Und der Sex.. aber hallo. Jesus hatte das Gefühl, sie hatten an diesem Abend ein vollkommen neues Level erreicht, das er nie wieder missen wollte.

Aaron konnte sich darauf verlassen, dass Jesus es sagen würde, sollten seine Berührungen ihm mal zu grob werden. Aber im Moment.. war das absolut nicht der Fall. Man traute es den beide Zuckerwattebärchen vielleicht nicht zu, doch im Bett konnte es es zwischen ihnen ganz schön heiß her gehen. Und insgeheim stand Jesus einfach ziemlich drauf wenn Aaron so dominant war. Nicht immer, denn den schmusigen Kuschelsex genoss er ebenso. Aber wenn er sich so unersättlich nach ihm verzehrte wie im Moment.. dann konnte es ihm gar nicht schnell und herb genug gehen. Dementsprechend überwältigt fiel auch seine Reaktion aus. und die seines Körpers, der gar nicht mehr zu wissen schien wo oben oder unten war, so hoch wie Aaron ihn auf Wolke Sieben hievte!
Und doch.. genoss er die Ruhephasen danach mindestens genauso sehr. Dann fühlte er sich Aaron immer so nahe.. als würden ihre Herzen im Einklang um die Wette rasen. Er brachte sein Herz auf so viele Weisen zum Durchdrehen.. Gott wie konnte man jemanden bloß so lieben und begehren.
Genau das sagte sein Blick aus, als er ihn nach ihrem gemeinsamen Höhepunkt betrachtete und einfach ein wenig zu Atem kam.
Locker schlang er die Arme um Aarons starken Körper und ließ sich einfach nur von ihm halten..
„ich denke…. das kann ich dir bieten…. und in der Broschüre stand… die Massagen werden mit sehr viel persönlicher Hingabe durchgeführt…“
Nämlich von Jesus selbst. Der nun ein bisschen schmunzelte. Denn er freute sich bereits wahnsinnig auf ihre Flitterwochen und konnte es gar nicht erwarten loszufahren.
„Kletterparcours? Na schön, sie wurden so eben aus dem Tagesprogramm gestrichen. Möchtest du stattdessen vielleicht noch einen anderen, speziellen Service buchen?“
Jesus würde versuchen ihm einfach jeden Wunsch zu erfüllen. Den er nicht ohnehin längst von seinen Lippen abgelesen hatte.

Lesen wollte er auf Aarons Lippen nun jedoch nicht.. sondern sie viel lieber einfach nur küssen. Und das tat er… bis sie gemeinsam ins Schlafzimmer taumelten und auf den Ballon traten. Auch Jesus schreckte hoch und sah sich hektisch um. Atmete jedoch tief durch als er sah was der Grund für den Lärm war.
„oh… wir sollten wohl froh sein, dass es nur Luftballons sind… und nicht etliche, kleine, mit Wasser gefüllte Becher, die uns den Weg zum Bett unmöglich machen!“
Jep, dieser Einfall stammt aus persönlicher Erfahrung xD
„oder das womöglich ein Callboy in unserem Bett auf uns wartet, um uns den Abend zu versüßen. Offenbar durfte Levi diesmal ein bisschen mitreden“
Denn wenn Zane das Zimmer hergerichtet hätte, dann sähe es hier wohl ganz anders aus. Die Luftballons fand Jesus demnach wirklich süß und freute sich darüber, dass Levi sie aufgetrieben hatte.
„Eine Kamera? ach was… Zane denkt doch mit Sicherheit wir hätten ohnehin nur Blümchensex und das sich das nicht lohnt. Aber falls doch…. wie wärs, wenn wir ihm das Gegenteil beweisen~?“
Denn so ein bisschen sexy war der Gedanke ja vielleicht schon, dass sie jemand beobachtete oder filmte? xD das sie leicht exhibitionistisch veranlagt waren war wohl unbestreitbar, so oft wie sie sich schon unter dem freien Sternenhimmel geliebt hatten. Also ob Kamera oder nicht… das war Jesus nun total egal, weshalb er Aaron nun einfach lachend aufs Bett schubste und sich augenblicklich neben ihn warf, nur um den nächsten, feurigen Kuss mit ihm aufzunehmen.

@Aaron Marquand


nach oben springen

#8

RE: Schlafzimmer - Aaron & Paul

in Familie Marquand & Familie Rovia 13.04.2021 21:13
von Aaron Marquand (gelöscht)
avatar

Eine Weile lang war alles wunderschön. So wunderschön wie es in einer Apokalypse nur sein konnte. Aaron und Paul hatten sich das Ja-Wort gegeben, eine unglaubliche Hochzeitsnacht miteinander verbracht und sich auf die Reise in die Flitterwochen begeben. Von Drama weit und breit keine Spur, genau, wie sie es sich gewünscht hatten. Man konnte beinah misstrauisch werden. Aber nur beinah. Immerhin hatten sie doch jetzt an alle Eventualitäten gedacht, also würde so etwas wie auf der Berghütte nicht noch einmal passieren. Kein Grund zur Sorge also.

Oh, wenn es doch so einfach wäre. Kaidans und Ivys Überfall hatte die Familie Marquand-Rovia kurz darauf ordentlich durchgeschüttelt. Doch auch wenn sie danach wachsamer gewesen waren, hatte das nicht gereicht. Wie so oft kam der Verrat aus den eigenen Reihen. Zane lockte Paul fort und brachte damit eine ganze Lawine zu Fall. Es war wie beim Rad der Fortuna ... wenn man oben hockte, konnte man die Aussicht genießen und leicht vergessen, wie es unten aussah. Sobald man dann an den Seiten hinunter rutschte, glaubte man noch daran, sich irgendwo festhalten zu können. Tja ... und kam man dann doch auf dem Boden an, wurde man vom Rad zermatscht und festgestampft.

Aaron spürte seinen Körper kaum noch vor Erschöpfung, als er mit den anderen zurück zum Cottage lief. Zwischen sich trugen sie Jesus, der inzwischen aschfahl war und wie zuvor schon auf nichts reagierte. Toru hatte medizinische Kenntnisse und vergewisserte sich immer wieder, dass Paul es schaffen würde, bis sie ins Cottage kamen. Das allein brachte ihm mindestens eine Nacht Asyl in der Siedlung.
Doch Aaron sprach kein Wort, mit niemandem ... er setzte einfach einen Fuß vor den anderen und war absolut erleichtert, als sie endlich vor den Toren des Cottage standen. Sie brachten Paul auf die Krankenstation, wo ... Aaron im Weg war und alles nur geschehen lassen konnte. Apathisch stand er in der Ecke rum ... es gelang ihm nur noch ein paar knappe Worte mit Levi zu wechseln. Trotz allem, was passiert war, bot er ihm noch einmal an, mit Zane und Liam ins Cottage zu kommen. Sie wussten nicht, ob diese Psychos noch irgendwo waren und die Säbel rasselten, oder ob sie tatsächlich ganz fort waren. Und auch wenn sein Hauptaugenmerk in der nächsten Zeit voll auf Paul liegen würde, wollte er seinen Bro doch trotzdem in Sicherheit wissen. Aber er lehnte ab und Aaron hatte nicht die Kraft, zu versuchen, ihn zu überreden. Also verabschiedeten sie sich ... und es war unklar, für wie lange.
Die Ärzte richteten währenddessen den Trümmerbruch an Pauls Arm, schienten ihn und wickelten Verbände darum. Alle anderen Wunden wurden gesäubert, gegebenenfalls genäht und mit frischen Bandagen versiegelt. Eine weitere Dosis Schmerztabletten und Antibiotika rundeten die Behandlung ab. Jesus verfiel daraufhin in einen Schlummer und der Arzt sagte, körperlich würde er mit Sicherheit heilen. Doch auch er konnte sich womöglich denken, dass Paul seelisch weitaus mehr gelitten hatte. Solche Wunden schlossen sie nicht so leicht und oft nie komplett.
Aaron verbrachte die Nacht am Krankenbett und irgendwann schlichen sich auch die Kids hinein. Als Aaron einmal unruhig erwachte, hatte sich Gracie mit einem Schlafsack zu ihm gelegt und Haru war zu Paul ins Bett geklettert und hielt seine eingewickelte Hand. Vielleicht ... würde er das ja irgendwie merken? Und es würde ihm Kraft spenden? Aaron hoffte es.

Am nächsten Tag konnten sie Paul nach Hause bringen. Immer noch sprach er nicht viel oder reagierte auf sie ... also blieb Aaron nichts anderes übrig, als ihn in ihr Bett zu legen und ... bei ihm zu bleiben. So schwer es den Kids auch fiel, Aaron bat sie, noch Rücksicht zu nehmen und Jesus nicht zu überfahren ... und sie hielten sich dankbarerweise daran. Aaron für seinen Teil wollte nicht, dass Paul sich einsam fühlte oder verlassen. Er wollte sich nicht ausmalen, was er an diesem Kreuz alles durchgemacht hatte und ob er sich womöglich ... im Stich gelassen gefühlt hatte. Aaron hatte zu lange gebraucht, das wusste er. Aber jetzt konnte und wollte er für ihn da sein.
Es war Abend, als er mit der nächsten Dosis Tabletten und einem kleinen Abendessen zu Paul kam und sich zu ihm setzte. Essen hatte er bisher auch nichts wollen, dabei war das so wichtig, damit er wieder zu Kräften kam ... Aaron würde ihn auch füttern, weil ... seine Hände waren noch längst nicht wieder zu gebrauchen. Doch für einen Moment saß er einfach nur da und sah seinen Mann an. Schweigend und besorgt, bevor er leise sagte: »Paul? Ich habe dir ... Okonomiyaki gemacht.« Man konnte ihm anhören, wie angestrengt er sich bemühte, das bloß richtig auszusprechen. xD Vielleicht würde seine Leibspeise Jesus aus dem tiefen Tal ziehen, in dem er sich gerade befand? Zumindest ein kleines Stück?

@Paul Marquand-Rovia


zuletzt bearbeitet 13.04.2021 21:21 | nach oben springen

#9

RE: Schlafzimmer - Aaron & Paul

in Familie Marquand & Familie Rovia 13.04.2021 22:08
von Paul Marquand-Rovia (gelöscht)
avatar

Jesus befand sich in einem seltsamen Zustand. Er bekam durchaus alles mit was mit ihm passierte, doch.. es wirkte nicht so als wäre er es, dem es passierte. Sondern als würde er einen Film schauen.. aus der Ego Perspektive. Er wollte etwas sagen.. irgendetwas tun aber… es ging einfach nicht. Seine Lippen wollten sich nicht bewegen. Und es kam ihm so vor, als würde alles was hier gerade geschah einfach nur an ihm vorbei ziehen. Als wäre er ein unbeteiligter Passagier.. in seinem eigenen Film und seinem eigenen Körper. Dabei waren Jesus und sein Körper durch die ganze Meditation und das Yoga sonst wirklich im Einklang. Gerade aber fühlte er das genaue Gegenteil. Sein Körper war so taub, sodass er die Schmerzen kaum noch spürte. Als Aaron und Levi ihn vom Kreuz holten fiel er einfach nur in sich zusammen, weil seine Beine ihn längst nicht mehr tragen konnten. Doch sie fingen ihn und legten ihn auf eine Trage. Sie deckten ihn zu und behüteten ihn.. doch trotz der Decke war ihm so schrecklich kalt. Er blickte auf das Bild das Aaron ihm vors Gesicht hielt und…. eine stumme Träne lief aus seinem Augenwinkel. Was Aaron zumindest bestätigte, dass Jesus noch irgendwo da drinnen war. Nur nicht fähig nun zu etwas zu sagen. Unter der Decke.. krallte er sich ganz leicht an das Bild, schloss dann jedoch die Augen und hörte alle Stimmen nur noch ganz dumpf und weit entfernt. War er eingeschlafen? war er ohnmächtig? er wusste es nicht.

Er erinnerte sich nur noch daran, wie er irgendwann in einem Krankenbett wieder aufwachte. Die Behandlung selbst… war ihm jedoch völlig schleierhaft. So als hätte er alles nur geträumt. Was vielleicht auch besser so war. Denn noch mehr Schmerzen hätte er wohl kaum noch ertragen.
Er fühlte Harus Nähe.. konnte Aaron und Gracie schemenhaft erkennen. Er wollte Harus Hand drücken aber.. es ging einfach nicht. Weshalb er die Augen letztlich wieder schloss und weiter schlief. Dennoch spendete die Anwesenheit seiner Familie ihm Kraft. Sodass er noch einen Grund darin sah wieder aufzuwachen.

Seine Wunden waren versorgt, die Schmerzen hielten sich wegen der Schmerzmitteln in Zaum und den Schlafmangel hatte er ebenfalls einigermaßen wieder aufgeholt. Und dennoch.. gelang es Jesus einfach kaum ein Wort über die Lippen zu bringen. Was war los mit ihm? Er wollte doch mit seiner Familie reden. War aber irgendwie immer noch so erstarrt und.. hatte einfach das Gefühl nicht hier her zu gehören. Als wäre er falsch in seinem Körper. Als wäre seine Seele ein Fremdkörper, die einen Ausweg suchte. Vielleicht wollten seine Lippens ich dennoch nicht richtig bewegen? Weil er gar nicht über diesen Körper verfügen sollte? das war doch Schwachsinn. Paul war immer noch Paul… und nichts was diese Ivy ihm angetan hatte würde daran etwas ändern. Oder?
Er bemühte sich um Normalität. Aaron machte sich schon genug Sorgen. Und er wollte doch niemandem Sorgen bereiten. Dieser Zustand… würde bestimmt von selbst wieder verschwinden. ganz automatisch.
Doch viel mehr als herum zu liegen konnte er nun einfach nicht machen. Er sah völlig ramponiert aus. Hatte keinen Appetit, wollte einfach nur schlafen aber konnte es nicht, weil er ohne Schmerzmittel oder Schlaftabletten keine Ruhe fand. Denn kaum das er die Augen schloss… kamen diese Bilder wieder in sein Gedächtnis. Bilder die er irgendwo tief in seinem Inneren wegschließen musste, um nicht daran zu zerbrechen.
Wortlos schluckte er die Tabletten die Aaron ihm brachte und versuchte sich etwas aufzurichten, damit er sich nicht daran verschluckte. Er lehnte sich gegen das Kopfende des Bettes und blickte Aaron in die Augen. Und dennoch… waren seine Augen immer noch so leer als würde er einfach aus ihm hindurch sehen. Nicht mehr so schlimm wie in dem Moment als er ihn an dem Kreuz gefunden hatte, Paul war schon wieder ansprechbar, doch so richtig zurück gekehrt war er trotzdem noch nicht aus dieser Lodge wie es schien.
„danke…..“
sagte er leise. Eigentlich hätte er Aaron nun ja verbessert, weil er das Wort katastrophal aussprach. aber momentan ging das einfach nicht. Sein linker Arm war eingegipst, den konnte er kein bisschen bewegen. Doch die rechte Hand.. war zwar einbandagiert aber zumindest halbwegs einsatzbereit. Weshalb er zitternd nach der Gabel fasste. Er hatte keinen Appetit und ihm graute davor nun ein Stück von diesem japanischen Pfannkuchen zu nehmen aber… er wollte sich dazu zwingen. Aaron zu Liebe, damit er sich nicht solche Sorgen machte. Ein kleines Stück spießte er auf und wollte es zu seinem Mund führen, doch ehe er dort ankam, begann seine Hand so heftig zu zittern, dass er die Gabel wieder fallen ließ und sie klirrend hinab auf den Teller krachte.

@Aaron Marquand


nach oben springen

#10

RE: Schlafzimmer - Aaron & Paul

in Familie Marquand & Familie Rovia 13.04.2021 23:01
von Aaron Marquand (gelöscht)
avatar

Aaron sah die Träne, die an Pauls Wange hinab lief, aber ... er war nicht sicher, was sie bedeutete. Weinte Jesus aus Schmerz? Weil das Bild ihn berührte und er froh war, endlich dieser Hölle zu entkommen? Oder weil sein Körper schon nicht mehr anders auf äußere Reize reagieren konnte? Aaron wusste es nicht, denn Pauls Blick war leer. Da war nichts mehr. Nicht einmal ein Erkennen blitzte auf. Augen hießen nicht umsonst Seelenspiegel und im Moment war es so, als hätte Pauls wunderschöne Seele die Flucht ergriffen. Aaron konnte nur hoffen, dass sie zurückkam. Dass es ihm irgendwie gelang, diese schrecklichen Wunden zu heilen. Was auch immer hier passiert war ... denn so wie diese Ivy von Jesus geschwärmt hatte ... bezweifelte Aaron irgendwie, dass es nur bei diesen körperlichen Misshandlungen geblieben war. Er vergaß auch nicht das Leinentüchlein, das so nachlässig um Pauls Hüften geschlungen gewesen war. Und wie Ivy ihn geküsst hatte. Nein, hier war mehr passiert. Und es machte auch ihn taub vor Schock und Sorge. Weswegen er erneut nur funktionierte, bis sie im Cottage ankamen. Erst nach der Behandlung hatte er das Gefühl, endlich für Paul da sein zu können. Genau wie die Kids. Manchmal konnte man nur das tun ... anwesend sein. Dem anderen das Gefühl vermitteln, nicht alleine zu sein. Aufgefangen zu werden.

Vielleicht brachten die eigenen vier Wände wieder etwas Leben in Paul zurück? Vielleicht sollten sie aber noch einmal über einen Umzug nachdenken. Schließlich waren sie hier von Ivy und Kaidan überfallen worden. Was, wenn es ... nur etwas triggerte? Aber Aaron hatte nicht viel mehr, das er Paul bieten konnte. Hier war es immer noch besser als auf der kalten, sterilen Krankenstation, oder?
Immerhin war Jesus so halbwegs wieder ansprechbar ... auch wenn er einsilbig antwortete und seine Augen immer noch matt waren. Sie waren nicht länger die Ozeane, die Aaron förmlich überschwemmten. Vielmehr ein stiller See, der tief in der Nacht lag und nicht einmal vom Mond beleuchtet wurde.
Aaron lächelte, aber es war ein schmerzliches Lächeln. Weil er genau sah, wie schlecht es Paul ging. »Für dich ... nur das Beste.« Wenn sie japanisch kochten, gehörte Jesus die Küche, nicht ihm ... aber er hoffte trotzdem, dass er es halbwegs gut hinbekommen hatte.
Er platzierte das Essen auf Pauls Schoß und wollte gerade anfangen, ihm einen Happen an die Lippen zu führen, da nahm sein Mann die Gabel selbst auf. Aaron ließ es zu, denn ... das zeugte doch von Entschlossenheit, oder? Entschlossenheit, wieder zu alter Stärke zu kommen. Dabei musste er das noch nicht. Er war erst einen Tag wieder zurück, er ... konnte sich Zeit lassen mit der Genesung. Aber trotzdem war das grundsätzlich doch ein gutes Zeichen, oder?
Es war der Körper, der nicht mitspielte. Pauls Hand zitterte und die Gabel landete mit einem Klirren wieder auf dem Teller. Anstatt diese nun aufzunehmen ... legte Aaron seine gesunde Hand auf die von Jesus und ... ließ sie einfach dort, bis das Zittern sich beruhigte. Dabei sah er ihm mit einem beruhigenden Blick in die Augen. Doch die Sorge konnte er nicht so ganz daraus verbannen.
»Hey ... lass dem Ninja in dir noch etwas Zeit, okay? Und überlass mir die Ehre ... meinen Mann zu verköstigen.« Er sagte nun extra nicht füttern, damit sich Paul nicht wie ein Kind fühlte. Jetzt erst griff er nach der Gabel und tat das, was er ursprünglich vorgehabt hatte. In der Hoffnung, Jesus würde es zulassen.

@Paul Marquand-Rovia


nach oben springen

#11

RE: Schlafzimmer - Aaron & Paul

in Familie Marquand & Familie Rovia 13.04.2021 23:46
von Paul Marquand-Rovia (gelöscht)
avatar

Wenn Jesus das doch bloß selbst wüsste. Es war wohl eine Mischung aus allem. Dabei sollte er doch erleichtert sein, sich freuen, dass er gerettet worden war und vor allem…. das Aaron und seine Familie noch lebte. Aber es ging einfach nicht. Er hatte seine Emotionen und Gefühle in den letzten Tagen gänzlich abzuschotten versucht, weil er sonst nicht gewusst hätte, wie er den seelischen Schmerz hätte ertragen sollen. Und nun… nun da hatte er wirklich große Probleme damit sie wieder zurück zu holen. Denn diese Leere, dieses dumpfe Gefühl in seinem Inneren blieb. Obwohl er nun wieder in Sicherheit und im Kreise seiner Liebsten war. Er konnte sie ja noch nicht mal richtig umarmen! Zwar tat er es.. da vor allem die Kinder es sich natürlich nicht nehmen ließen aber Jesus fühlte dabei…. nichts. Rein gar nichts. Und das machte ihm verdammte Angst. wobei nicht mal das Gefühl der Angst wirklich präsent war. Im Moment hatte er das Gefühl.. einfach nur zu existieren und ein Zuschauer seines eigenen Lebens zu sein, welches bedeutungslos an ihm vorbei raste, ohne dass er wirklich daran teilnahm. So hatte er sich in all den langen Jahren seines Lebens wirklich noch nie gefühlt.

So traurig es klang aber… im Moment da war es ihm völlig egal, ob er in seinen eigenen vier Wänden war oder irgendwo anders. Ob Aaron bei ihm war…… oder nicht. Ehrlich gesagt war es ihm gerade fast lieber, wenn er es nicht war. Denn dann musste er sich nicht verstellen, nicht so tun als würde er irgendetwas dabei fühlen.
So versuchte er beispielsweise Freude zu zeigen wegen dem Gericht das Aaron für ihn gekocht hatte. Doch in Wahrheit.. da löste es bloß Übelkeit in ihm aus. Ihm graute davor nun einen Bissen davon nehmen zu müssen, einfach weil es von ihm erwartet wurde.
Dennoch versuchte er sich an einem schwachen, aufgesetzten Lächeln, denn er wollte nicht, dass Aaron ihn noch länger mit seinen besorgten und erwartungsvollen Augen anblickte. Vielleicht wäre er bei einem kleinen Lächeln zufrieden?
Vielleicht ja auch, wenn er einen Bissen runter gewürgt hatte? Würde er es dann wieder weg räumen? Oh hoffentlich würde er das..
Aber er schaffte es nicht. Sein Körper tat nicht wie befohlen und ließ die Gabel fallen.
Er schloss die Augen und versuchte tief durchzuatmen. Aarons Hand auf der seinen ließ er einfach nur zu aber… es hatte keinen Effekt beruhigenden Effekt auf ihn, wie sonst. Und doch wurde das Zittern wieder weniger. Also vielleicht ließ es ihn ja doch nicht völlig kalt? Er konnte es gerade nur einfach nicht erkennen?
Zögerlich nickte Paul auf Aarons ‚Scherz‘, nur diesmal wollte ihm leider kein Lächeln gelingen. Ein Bissen… er musste sich nur zu einem Bissen überwinden.
Doch kurz bevor die Gabel mit dem Essen seine Lippen berührte….. da schlug er ihm die Gabel plötzlich völlig geistesabwesend aus der Hand und weitete die Augen.
Denn wieder kamen diese Bilder in sein Gedächtnis… wie Ivy ihn immer gefüttert hatte, wie sie sich dabei an ihm gelabt hatte, er hörte ihr vergnügtes Kichern, konnte sie riechen, schmecken… fühlen. Weshalb er diese Geste nun einfach nicht zulassen konnte. Und wieder stiegen Tränen in seine Augen, die er nicht zuordnen konnte.
„ich kann nicht…“
presste er bloß schwer atmend zwischen seinen Lippen hervor. Er konnte nichts essen
„bitte… bitte räum es weg..“
Er wollte nicht undankbar sein. Er wollte Aaron nicht enttäuschen und doch… konnte er gerade nicht anders…

@Aaron Marquand


nach oben springen

#12

RE: Schlafzimmer - Aaron & Paul

in Familie Marquand & Familie Rovia 14.04.2021 00:06
von Aaron Marquand (gelöscht)
avatar

Aaron wollte Paul nicht mit seiner Fürsorge erdrücken oder ihm das alles noch schwerer machen. Er wollte sich einfach nur um ihn kümmern. Ihn irgendwie erreichen. Alles, was früher vielleicht geholfen hätte ... nichts davon wirkte. Vielleicht wollte er auch zu schnell zu viel. Immerhin war Jesus ja erst einen Tag wieder da und es würden sicher Wochen, wenn nicht Monate vergehen, bis sich eine Verbesserung seines Zustandes abzeichnen würde. Des seelischen, wohlgemerkt. Vermutlich würde er nie wieder der Alte sein, aber das war Aaron egal. Solang nur das Leben wieder in ihn zurückkehrte und seine Seele nicht mehr auf der Flucht war, sondern Heilung zuließ. Aber da mussten sie erst mal hinkommen. Aaron fühlte sich so hilflos und das war eine der schlimmsten Empfindungen, die es gab. Das Gefühl, nicht helfen zu können, obwohl man es so gern wollte. Dass nichts einen Unterschied machte, egal, wie man sich bemühte, den anderen zu erreichen. Und bei all dem keinen Druck aufbauen zu wollen. Denn Aaron erwartete doch gar nicht, dass Jesus sofort wieder quietschfidel war. Er sollte sich die Zeit nehmen, die er brauchte, und wenn es eine halbe Ewigkeit war. Doch er liebte ihn halt. Er wollte helfen und nicht bloß zusehen.

Paul ließ die Gabel fallen, aber er hatte versucht, etwas zu essen. Aaron dachte nicht daran, dass er ihm nur einen Gefallen tun wollte. Er musste doch etwas essen, er konnte nicht ewig hungern. Also beruhigte er ihn, oder versuchte es zumindest, und wollte ihm dann helfen beim Essen. Doch bevor die Gabel seinen Mund erreichte, schlug Paul sie fort. Das Stück Pfannkuchen landete auf dem Teller und blieb dort mit einer erschreckenden Endgültigkeit liegen. Aaron sah Jesus an ... erkannte das Grauen in seinem Gesicht und ja ... jetzt auch in seinen Augen. Wenn sich dort etwas regte, dann war es der Abgrund der Hölle, in die Paul hinabgezwungen worden war. Es flackerte nur kurz auf, aber es reichte ... um Aaron erkennen zu lassen, dass er mit all seinen Vermutungen richtig lag. Paul war nicht ›nur‹ ans Kreuz genagelt worden. Ivy hatte noch mehr getan. Auch wenn er immer noch nicht genau wusste, was – sich aber natürlich allerhand ausmalte.
Schweigend nahm Aaron den Teller fort und brachte ihn in die Küche. Dort blieb er für einen Moment mit hängenden Schultern stehen ... bevor sie anfingen zu beben, weil Aaron die Tränen nicht länger zurückhalten konnte. Was ... was sollte er nur tun? Wie sollte er Jesus helfen? Es brach ihm einfach das Herz ... ihn so zu sehen. So nah und doch so fern. Vielleicht für immer unerreichbar. Selbst wenn das Fall wäre, würde Aaron bei ihm bleiben. Er würde ihn niemals im Stich lassen.

Es dauerte einen kurzen Moment, bis er sich wieder beruhigt hatte. Na ja ... so halbwegs zumindest. Er wischte die Tränen fort und atmete tief durch, bevor er zu Paul zurückkehrte und wieder neben ihn aufs Bett krabbelte. Dort aber sitzen blieb ... ohne ihn zu berühren. Obwohl er es so gern täte ... wollte er ihn einfach nicht überfordern. Sie konnten normalerweise gut miteinander schweigen, aber dieser Tage ... nahm es eine Schwere an, die wie ein schwarzes Loch zwischen ihnen hing und alles aufsaugte, was sie sich eigentlich sagen wollten. Aaron versuchte trotzdem noch einmal sein Glück. »Paul ... wie kann ich dir helfen? Sag es mir ... bitte.«

@Paul Marquand-Rovia


nach oben springen

#13

RE: Schlafzimmer - Aaron & Paul

in Familie Marquand & Familie Rovia 14.04.2021 01:04
von Paul Marquand-Rovia (gelöscht)
avatar

Das tat er nicht.. Aaron war bezaubernd. Wie immer. Er war einfach der perfekte, liebevolle und fürsorgliche Ehemann, den jeder Mensch sich wünschen konnte. Das Problem war nur…. Paul war im Moment alles andere als perfekt. Er war zerbrochen, kaputt, abwesend.. und er machte diesen perfekten, liebevollen Ehemann neben sich mit seinem Verhalten traurig. und das war eigentlich die schlimmste Strafe von allen. Natürlich wollte Aaron es sich nicht anmerken lassen. Aber Jesus konnte es sehen. Und natürlich war das verständlich! ihm an seiner Stelle würde es doch nicht anders gehen. Aber Jesus konnte damit gerade einfach nicht umgehen. Normalerweise trug er sein Herz auf der Zunge, sie konnten über alles reden, für alles gemeinsam eine Lösung finden. das war doch ihre Spezialität, sie waren immerhin Jaaron!! das kitschigste Pärchen aller Zeiten, das einfach alles zusammen hinbekam. Aber in diesem Fall.. hatte Jesus nicht das Gefühl als könne er mit Aaron reden. Denn wie sollte er verstehen was Paul durchgemacht hatte? Das konnte er nicht. Und wenn er ihm alles darüber erzählte, dann würde Aaron nur noch trauriger werden. Noch wütender und verzweifelter. Er würde nie den Blick in seinen Augen vergessen, als er Jesus dort am Kreuz hängen sah. Vielleicht war er völlig abwesend gewesen in diesem Moment, aber Aarons Blick hatte sich eingebrannt. So viel Schmerz und Wut auf einmal… er wollte niemals, dass sein Anblick solche Gefühle in Aaron hervor brachte. Niemals! Also vielleicht war es deshalb gerade so schwer für ihn seine Nähe zu ertragen. Weil er das Gefühl hatte, dass Aarons Blicke und Worte alles nur noch schlimmer machten, das er ihn nicht mehr ansehen konnte, ohne dieses Bild vor Augen zu haben, wie Jesus dort halbnackt hing. Denn tief in seinem Inneren fühlte Paul nicht nur Schmerz und dieses Trauma, das er erlitten hatte…. sondern auch schwere Schuld. Immerhin hatte Aaron Recht. Ivy hatte mehr getan als ihn nur zu kreuzigen. Und.. das konnte er Aaron einfach nicht erzählen. Er würde ihn doch verlassen wenn er es wüsste. Doch selbst diese schwachsinnigen, irrationalen Gedanken konnte Jesus gerade nicht fassen. Sie waren irgendwo als Ängste in seinem Unterbewusstsein begraben, tief begraben. Weshalb sie wohl noch für eine lange Zeit nicht hervor brechen würden.. gerade konnte er nichts davon in Worte fassen, obwohl er es so gerne würde. Damit Aaron sich nicht hilflos fühlte. Denn er wusste wie schrecklich dieses Gefühl war, er wusste es zu gut.

Und auch wenn sein Herz sich gerade ziemlich taub anfühlte… so regte sich trotzdem etwas in ihm, als er sah, wie enttäuscht Aaron den Teller zurück in die Küche brachte. Er hatte sich so bemüht ihm etwas zu kochen was er liebte und Jesus war so undankbar. Offenbar war es ihm gerade nur möglich negative Gefühle zuzulassen, vielleicht weil das das einzige war, das ihn in den letzten Tagen begleitet hatte. Als Aaron wieder kam, konnte Jesus sehen, dass er geweint hatte. Und es war seine Schuld. Erneut hatte er negative Gefühle in Aaron hervor gerufen, genau wie durch seinen Anblick am Kreuz.
Und seine Frage… die machte es wirklich nicht besser. Denn Paul wollte ihm so gerne darauf antworten. Ihm etwas sagen, das die Last von Aarons Schulter nahm und ihm das Gefühl gab ihm helfen zu können. aber Fakt war, Jesus hatte keine Ahnung was Aaron tun konnte. Er wusste nur…. was er nicht tun sollte, weshalb er zögerlich sagte
„hör auf…. mich so anzusehen…..“
so erwartungsvoll, so liebevoll, so verständnisvoll, so mitfühlend, so… bitterlich betrübt. Er ertrug das nicht. Er ertrug diesen Blick nun einfach nicht.
Weshalb er sich letztlich langsam wieder aufs Bett legte und die Augen schloss, damit er gar nicht erst sehen konnte welche Reaktion seine Worte bei Aaron auslösten.
„leg dich… einfach zu mir.. ok?“
kam er ihm dann aber doch entgegen. Nicht weil es das war, was Paul gerade brauchte oder wollte. Sondern schlichtweg weil… er es nicht ertrug Aaron weiter traurig zu machen. Also wollte er ihm irgendetwas geben. Irgendeine Möglichkeit Paul zu helfen. Oder ihm zumindest das Gefühl zu geben, dass seine Nähe es nun konnte…

@Aaron Marquand


nach oben springen

#14

RE: Schlafzimmer - Aaron & Paul

in Familie Marquand & Familie Rovia 14.04.2021 09:16
von Aaron Marquand (gelöscht)
avatar

Auch das kitschigste und liebevollste Ehepaar der Welt kam wohl mal an seine Grenzen. Sie hatten schon öfter gedacht, sie erreicht zu haben, doch sie waren über sich hinaus gewachsen. Aaron musste daran glauben, dass ihnen das jetzt auch gelingen würde. Sicher, er würde nicht direkt nachfühlen können, was Paul durchgemacht hatte. Er hatte selbst nie so etwas durchleiden müssen. Aber er war sehr empathisch. Er konnte sich ... reinfühlen, auch wenn es das sicher nicht im Ansatz ersetzte. Und wenn Jesus sich es von der Seele redete, würde das vielleicht einen Teil der Last von ihm nehmen. Aaron würde diese Bürde zu gern zum Teil schultern. Er würde einfach alles für Paul tun. Jetzt hätte er sie wieder gern – diese Fähigkeit, Schmerzen zu nehmen. Doch die einzige übernatürliche Macht, die ihnen die Natur gegeben hatte, war die Wiederauferstehung nach dem Tod. Begleitet von einem seelenlosen Dasein und schrecklichen Hunger auf Menschenfleisch. Danke für nichts!
Gut möglich, dass Aaron gerade immer wieder an dieses Bild denken musste, wie Paul am Kreuz hing. Weil es einfach noch so frisch war. Er konnte auch nicht vergessen, was er da gesehen und gehört hatte. Und gefühlt. Aber das würde irgendwann verblassen und nur noch in dunklen Stunden auftauchen. Es war nun Teil ihrer Geschichte, ob sie es wollten oder nicht. Doch Schuld? Die würde Aaron niemals Paul geben. Aber die Opfer solcher Misshandlungen dachten wohl selten rational. Und wenn Aaron irgendwann davon erfahren sollte ... würde er auch hier alles dafür tun, damit Jesus dieses Trauma überwand und sich nicht mehr für die grausamen Taten anderer selbst kasteite.

Aaron war nicht enttäuscht, als er den Teller zurückbrachte. Was er fühlte, war eher eine Mischung aus absoluter Sorge, Angst und Hilflosigkeit. Aber ja ... das waren allesamt negative Gefühle. Allerdings geboren aus der Liebe zu Jesus. Das sollte man nie vergessen. Und das war eigentlich ein sehr positives Gefühl, das Aaron niemals abstellen konnte. Paul war es auch im Moment also sehr wohl möglich, auch gute Empfindungen in ihm auszulösen. Selbst wenn die Quintessenz mit Tränen gespickt war, die Aaron einfach nicht aufhalten konnte. Das, was er selbst jetzt durchmachte ... die Erinnerungen, die ihn quälten, wenn er an die Lodge dachte ... das war nichts im Gegensatz zu Pauls Trauma. Also durfte er es nicht in den Vordergrund lassen. Er musste stark sein und seinem Liebsten ein guter Ehemann. Eine Stütze. Also schüttelte er die Tränen ab und ging zu Paul zurück.
Machte dort aber wieder einen Fehler, indem er direkt fragte, wie er helfen könnte. Aber vielleicht gab es ja etwas, das Jesus wollte? Und ja ... das gab es, auch wenn es nichts war, mit dem Aaron gerechnet hatte. Er wusste, es war nicht böse gemeint. Denn er hatte es ja selbst schon eine Weile kaum ertragen, so sorgenvoll von Paul angesehen zu werden. Damals, als sie Eric gefunden hatten. Es machte die Schuld, die man in sich trug – gerechtfertigt oder nicht – noch größer. Weil es einem in Erinnerung rief, dass man gerade nicht so funktionierte wie sonst, aber trotzdem nichts daran ändern konnte. Das alles wusste Aaron, und doch tat diese Bitte von Jesus weh. Natürlich gewährte er sie ihm dennoch und wandte den Blick ab.
Und legte sich auch neben ihn, nachdem er das Licht gelöscht hatte. Auf seine Bettseite und mit dem Blick zur Decke. Er hätte sich jetzt so gern zu Paul umgewandt und ihn gehalten, aber ... das war im Moment wohl keine Option. Vielleicht wenn er fragte? Nein ... vielleicht fühlte sich Jesus dann zu etwas verpflichtet, das er im Moment nicht wollte. Aaron lag also da und starrte an die Decke, während neben ihm die Liebe seines Lebens stumm litt. Grotesk. Kaum auszuhalten. Trotzdem fiel Aaron irgendwann in einen unruhigen Schlaf.

@Paul Marquand-Rovia


nach oben springen

#15

RE: Schlafzimmer - Aaron & Paul

in Familie Marquand & Familie Rovia 14.04.2021 10:11
von Paul Marquand-Rovia (gelöscht)
avatar

Irgendwie kamen sie in letzter Zeit ganz schön häufig an ihre Grenzen. Dabei war doch alles so gut gelaufen und Paul hatte wirklich fest an diese wunderschöne Welt geglaubt, die sie zusammen erschaffen wollten. Doch nun? Nun lag diese Welt wieder vollständig in Trümmern und nichts mehr war an dem Ort, wo es sein sollte. Selbst Jesus… fühlte sich einfach nur fehl am Platz und hatte den Eindruck hier nicht mehr hin zu gehören. Ivys Gehirnwäsche hatte also durchaus Wirkung gezeigt. Denn irgendwann hatte er selbst zu glauben begonnen, dass das was sie ihm angetan hatte, vielleicht seine Bestimmung war. Völliger Schwachsinn und sobald er wieder klarer bei Verstand war, würde ihm das auch bewusst werden. Aber gerade im Moment waren seine Gedanken einfach alles andere als rational. Und er fühlte sich so… fremd in seinem eigenen Heim.
Er wusste wie empathisch Aaron war. Aber vielleicht war das ja auch das Problem? Denn Jesus wollte gar nicht, dass Aaron verstand oder nachempfand wie er sich fühlte. Immerhin hatte er irgendwann einfach aufgegeben.. nachdem Kaidan ihm gesagt hätte, seine Familie wäre tot. Dabei hätte er doch weiter kämpfen und nicht einfach alles hinnehmen und wortlos mit sich machen lassen sollen. Er hätte alles dafür tun müssen, um diesen Ort wieder zu verlassen! aber das hatte er nicht. Stattdessen hatte er Ivys Taten stumm über sich ergehen lassen, ohne auch nur irgendeine Form von Gegenwehr zu leisten. Auch dafür schämte er sich. Denn war es dann nicht irgendwie.. in seinem Einverständnis passiert? Gott! Seine Gedanken waren so schrecklich konfus und er konnte Aaron einfach nicht davon erzählen, er schämte sich so sehr dafür. Immerhin war er doch ein Ninja, er hätte sich doch gegen ein verrücktes Mädchen behaupten müssen, schließlich war Kaidan nicht immer im Raum.

Trotz all seiner Lethargie sollte Aaron aber auch nicht vergessen, dass Jesus ebenso empathisch war. Und das Aaron nun versuchte seinen Schmerz vor ihm zu verbergen machte es auch nicht besser. Bei genauerer Betrachtung… konnte Aaron gerade nichts richtig machen. Denn wenn er seine Sorge und Trauer zeigte belastete es Paul, wenn er es jedoch nicht tat, dann hatte er das Gefühl als schwach von ihm angesehen zu werden, weil er nicht damit umgehen konnte. Gerade da.. konnte Aaron einfach nur verlieren. Und es ließ sich nicht vermeiden, dass Paul ihn verletzte. Obwohl das auf Gottes Erden das verdammt Letzte war was er tun wollte!! aber es ließ sich einfach nicht verhindern. Weshalb er den Blick auch abwandte nachdem er Aaron darum gebeten hatte. Er wusste, dass ihm diese Worte weh taten… er wusste es ganz genau. Aber wenn er sie nicht aussprach, dann würde er unter seinem mitfühlenden Blick einfach zerbrechen.
Also war er dankbar, dass Aaron tat wie ihm geheißen.. und sich anschließend wortlos neben ihn legte. 
Jesus drehte Aaron den Rücken zu. Blickte starr zur Seite und erneut liefen stumme Tränen über seine Wangen, die manchmal einfach automatisch hervor traten, selbst wenn Paul gerade nicht all zu viel fühlte.
Gerade war er wohl traurig weil… er Aarons Nähe einfach nicht zulassen konnte. Er wollte nicht von ihm berührt werden, nicht getröstet, nicht in den Arm genommen werden. Er wollte einfach nur die Decke fest um sich schlingen und hoffen, dass diese schreckliche Kälte irgendwann weniger wurde, die seinen ganzen Körper seit Tagen nicht mehr los ließ. Vielleicht kam sie auch von Innen? Gut möglich, denn eigentlich war es in ihrem Haus doch ziemlich warm. Dennoch fror Jesus.. er fror schrecklich.. und zitterte ein bisschen. Und doch wollte er Aarons Wärme nicht, obwohl sie ihm sonst so viel Trost spendete.
Also lag er stumm da und versuchte zu schlafen. Vielleicht konnte er dann ein bisschen Ruhe finden. Falsch gedacht, denn immer wenn er die Augen schloss waren da plötzlich wieder all diese Bilder. Und immer kurz bevor Jesus vor Erschöpfung einnickte, riss er die Augen wieder auf. Es ging nicht. Es ging einfach nicht. Sein Geist wollte nicht in den Schlaf finden. Keine Ahnung wie viele Stunden bereits vergangen waren, es war noch dunkel.. dennoch fühlte es sich an wie eine Ewigkeit. Wie lang die erdrückende Stille der Nacht bloß andauern konnte.
Kurz drehte er sich zu Aaron, der offenbar endlich eingeschlafen zu sein schien.
Jesus hingegen setzte sich langsam auf und machte das Licht auf seinem Nachtkästchen an. Neben seinem Bett stand ein kleiner Spiegel. Jesus nahm einen Hocker und setzte sich schweigend vor diesen Spiegel, um sich zu betrachten.
Erneut… fühlte er sich so fremd in seinem Körper und erkannte sich kaum wieder. Er blickte auf die vielen Verbände und selbst wenn sie die Verletzungen verdeckten, die sich darunter befanden… Jesus konnte die Löcher an seinen Handgelenken immer noch spüren. So stark als würden immer noch Nägel darin stecken. Automatisch begann er ein bisschen daran zu kratzen.. zumindest an jener Hand, die nicht eingegipst war. So lange… bis das Loch unter dem Verband wieder zu bluten begann.
Er wusste auch nicht wieso er das tat! und starrte gedankenverloren auf die Stelle, an welcher der Verband sich wieder rötlich färbte. nun war es besser… irgendwie. und auf sehr ungesunde Art und Weise.
Er blickte weiterhin in den Spiegel, betrachtete sein Gesicht, sein Haar…. sah förmlich die Dornenkrone noch, die darauf gesessen hatte. Weshalb er begann seinen Haaransatz zu kratzen. 
Jesus.. das alles war ihm nur passiert wegen seinem Spitznamen. Und weil er aussah wie Jesus! Vielleicht hatte er das verdient, weil eine höhere Macht das alles als Blasphemie empfunden hatte. Denn wie vermessen war es von jemanden sich selbst als Jesus zu bezeichnen??? da durfte er sich doch nicht wundern in das Visier von Fanatikern zu geraten. Weshalb Paul… nun plötzlich ganz geistesgegenwärtig nach einer Schere griff, die in seiner Nachttischschublade lag. Er blickte auf die Schere. Er blickte auf sein Gesicht. Er blickte auf seine eingegipste Hand, die er nicht bewegen konnte. Dann würde es so gehen. Denn plötzlich führte er die Schere an seine Haare. Schnitt schweigend eine Haarsträhne davon ab. Sie rieselte zu Boden, Jesus folgte den Haaren mit den Augen, sah dann jedoch wieder in den Spiegel. Das war zu wenig… viel zu wenig. Weshalb er plötzlich damit begann wild und völlig unkontrolliert sein Haar abzuschneiden. Mit einer Hand ging es schließlich nicht besser als irgendwie schief herum zu schnipseln. Immer schneller, immer zorniger wurde er dabei und wieder liefen ihm stumme Tränen über die Wangen bis er plötzlich laut aufschrie und die Schere gegen den Spiegel donnerte sodass er zerbrach.

@Aaron Marquand


nach oben springen

#16

RE: Schlafzimmer - Aaron & Paul

in Familie Marquand & Familie Rovia 14.04.2021 12:22
von Aaron Marquand (gelöscht)
avatar

Hier gehörte Jesus hin. Zu seiner Familie, zum Cottage. Nicht an ein Kreuz genagelt, um eine Irre zu ergötzen. Aaron würde Paul helfen, wieder dieses Verständnis zu erlangen. Auch wenn er gerade wirklich nicht wusste, wie. Vielleicht würde Zeit helfen. Zeit und Geduld. Wenn alles andere nichts brachte, dann das. So schwer es Aaron auch fallen würde, nur zuzusehen ... blieb ihm wohl nichts anderes übrig, als Pauls Geist so heilen zu lassen. Und zu hoffen, sein Mann würde es ihm sagen oder zeigen, sobald er wieder in der Lage war, Hilfe anzunehmen.
Pauls Gedanken jetzt zu kennen, würde ihm auf jeden Fall das Herz brechen. Nein, Schweigen und Stillhalten war kein Einverständnis. Paralyse war ein Schutz. Ein Innehalten der Seele und sie nutzte es dann, um sich einzukerkern. Man konnte nicht bestimmen, wie und ob man sich wehrte und wann man resignierte. Jesus hatte es doch versucht, zu entkommen. Und Kaidan war vielleicht nicht immer im Raum gewesen, aber stets in der Nähe. So schwer verwundet wäre Jesus nie weit gekommen. Natürlich wusste Aaron nichts davon. Und er wusste auch nicht, dass diese Psychos Paul erzählt hatten, seine Familie wäre auf grausamste Art gestorben. Aaron wusste ... nichts. Außer das, was er sehen konnte. Deswegen konnte er Paul nicht helfen und ihm diese Gedanken und Zweifel nehmen. Und dieses Wissen, dass etwas noch Furchtbareres vorgefallen sein musste, als die körperlichen Wunden ... das brachte Aaron schier um den Verstand. Aber er hielt sich zurück. Er akzeptierte, dass Paul nicht darüber reden wollte, und hoffte darauf, dass er es irgendwann vielleicht konnte. Dann würde Aaron da sein und ihm durch die Flashbacks helfen. Ihn halten und trösten und gegen all die Zweifel und Schuldeingeständnisse anreden.

Nein, Aaron konnte gerade wohl wirklich nichts richtig machen. Es war ein schreckliches Gefühl und doch eines, das er einfach ertragen musste. Und sich mit dem Glauben behelfen musste, dass dies kein Dauerzustand war. Er hörte und sah, wie Jesus ihm den Rücken zudrehte, und blinzelte die Tränen fort. Sie beide zerbrachen auf unterschiedliche Weise, doch Aaron hielt zusammen, was noch da war. Die Fetzen schreckten ihn nicht mehr, er hatte sie schon oft wieder zusammen genäht. Das änderte trotzdem nichts an dem Schmerz, den er gerade fühlte. Selbst jetzt, wo er Pauls Zittern sah ... traute er sich nicht, ihm Körperwärme zu spenden. Lediglich ... seine eigene Decke zog er über den krampfenden Körper. Ein schwacher Ersatz. Aber den toten Stoff einer Decke konnte Paul vielleicht eher akzeptieren, als Aarons Nähe.

Über diesen Gedanken schlief Aaron schließlich ein. Tiefer, als gedacht, denn er wurde von dem Anknipsen des Lichts oder den Geräuschen nicht wach. Zunächst. Bis Pauls Schrei ihn aus dem Schlaf riss. Kerzengerade saß er im Bett und wühlte sich hinaus. Seine Hand lag auf dem Messer, das immer auf seinem Nachtschrank lag und kampfbereit ... stand er dann im Raum. Nur war hier niemand. Nur ... Paul. Der auf einem Hocker saß ... bedeckt von Dutzenden Haarsträhnen. Und auch das frische Blut auf dem Verband sah Aaron. Und die Scherben des Spiegels. Ja, er sah das alles ... und es schnitt ihm ein weiteres Mal durchs Herz. Benommen legte er das Messer wieder fort und ging langsam um das Bett herum. Jetzt war er es, der vor plötzlicher Kälte zitterte. Denn so einen ... Ausraster hatte er nicht kommen sehen. Und doch glaubte er, zu verstehen, was vor sich ging. Ivy hatte einen Jesus-Fetisch. Paul war wie Jesus am Kreuz gelandet. Er musste glauben, ihre Fixierung aufheben zu können, wenn er nicht mehr wie Jesus aussah, oder? Oder ... bestrafte er sich damit? Es tat ... einfach nur schrecklich weh, ihn so zu sehen. Nicht mal wegen der Haare, die Aaron so abgöttisch an Paul liebte. Die waren wirklich zweitrangig gerade. Aber die Tatsache, dass Jesus sie so wütend abgeschnitten hatte und dabei in eine Art Rage verfallen war ... sprach einfach Bände.
Wortlos ließ Aaron sich auf der Bettkante nieder und saß so neben Paul. Er griff nach der Schere und sah kurz darauf nieder. Sicher, er war kein Friseur, aber in der Apokalypse musste der Haarschnitt auch nicht perfekt sitzen. Doch dieses Durcheinander ... war wohl kaum das, was Paul sich wünschte. Oder?
Aaron wollte ihm helfen, also erhob er sich wieder und trat hinter seinen Mann. Begann dann langsam, einzelne Haarsträhnen abzuschneiden und alles auf eine gleichmäßige Länge zu bringen. Es tat weh, ja. Sicher, es waren nur Haare. Aber trotzdem fühlte es sich für Aaron an, als würde er einen Teil von Pauls Identität wegschneiden. Was Jesus im Moment sicher auch wollte. Aber ... das machte es nicht unbedingt einfacher für Aaron, ganz im Gegenteil.

@Paul Marquand-Rovia


nach oben springen

#17

RE: Schlafzimmer - Aaron & Paul

in Familie Marquand & Familie Rovia 14.04.2021 13:59
von Paul Marquand-Rovia (gelöscht)
avatar

Die Zeit heilte irgendwann schließlich alle Wunden, wenn auch niemals gänzlich. Aber mit Sicherheit.. würde es dadurch etwas leichter werden. Zumal Paul ja wirklich gute Gründe hatte, um zu kämpfen und nicht einfach aufzugeben, wie er es an dem Kreuz getan hatte. nun wusste er schließlich, dass seine Familie noch lebte. Und für sie würde er immer versuchen stark zu sein. nur im Moment da ging es einfach nicht.. und da mussten sie für ihn stark sein.

Ja, Jesus hatte versucht zu entkommen. Aber war das wirklich genug gewesen? Er hätte kämpfen müssen bis zum Tod! Um sich davon zu überzeugen, ob seine Familie wirklich ermordet worden war oder nicht! Er hätte nicht einfach aufgeben dürfen. Er fühlte sich gerade wahnsinnig schwach und erbärmlich. Eben einfach nicht wie er selbst. Und er fragte sich, ob Aaron ihn wirklich noch wollte…. sollte er ihm erzählen was geschehen war oder wo Ivy ihn… berührt hatte. Vielleicht konnte er ihm nicht vergeben. Vielleicht würde es wieder werden wie nach Erics endgültigem Tod, als er kaum noch Intimität und Nähe von Paul zuließ. So wie Jesus es jetzt bei Aaron tat. Dabei wussten sie doch eigentlich, dass es nichts gab, das sie jemals entzweien könnte. Sie waren nun ein Ehepaar! Und schworen einander - in guten wie in schlechten Zeiten-. dieser Schwur hatte etwas bedeutet, das wusste Paul. Aber er musste sich erst wieder darauf zurück besinnen und generell wieder etwas zur Besinnung kommen. Vielleicht war es nun aber einfach zu früh dafür. Das Trauma und die Wunden waren noch ganz frisch. Bald schon würde er hoffentlich wieder klarer sehen können.

Im Moment jedoch, da ertrug er sein eigenes Spiegelbild kaum. Und es reichte nicht, einfach nur den Spiegel einzuschlagen. Es gab so viele davon in diesem Haus!! Er konnte sie doch nicht alle kurz und klein schlagen. Also.. könnte er schon. aber es würde ihn nicht vor der grausamen Wahrheit beschützen.
Also griff er geistesabwesend zu einem weit drastischeren Schritt. Aaron hatte mit seiner Vermutung absolut Recht. Natürlich hoffte er Ivys Fixierung auf ihn aufzuheben, indem er sich selbst verunstaltete. Denn nichts anderes war es, das er hier tat. Gut, dass sie keinen Rasierer in der Nähe hatten, sonst hätte Paul sich den Kopf wohl echt noch glatt rasiert. So jedoch, fielen nur seine langen Haarsträhnen. Jahrelang hatte er sich geweigert seine Haare abzuschneiden. Er erinnerte sich eigentlich kaum noch an die Zeit, als er zuletzt kurze Haare gehabt hatte. Schon vor der Apokalypse hatte er sie lange getragen. Und sie waren ihm immer extrem wichtig gewesen. Sie gehörten eben zu ihm, seinem Charakter.. auch wenn er niemals so vermessen wäre sich mit dem echten Jesus zu vergleichen so… hatte dieser Look ihm dennoch stets gefallen. Doch nun? Nun hatte Ivy all das kaputt gemacht. Nun verabscheute er dieses Aussehen.. und mit dem Fall seiner Haare, starb auch ein kleiner Teil in ihm selbst. Von seiner Identität. Und doch musste er diesen Teil seiner Selbst nun einfach weg schneiden… raus aus seinem Innersten. Denn Paul hatte nicht vergessen, dass Ivy immer noch dort draußen war. Und jederzeit zurück kommen und ihn wieder mit sich nehmen konnte. Also vielleicht wäre er so nicht mehr interessant für sie?

Der Spiegel war teilweise kaputt, nur noch ein paar Splitter saßen an ihrem rechtmäßigen Platz, sodass Jesus jedoch noch sehen konnte, wie Aaron auf ihn zuging. Sich wortlos hinter ihn stellte und…. begann ihm die Haare ordentlich zu schneiden. Paul schloss die Augen und… ließ es zu. Ehe er irgendwann kühl meinte
„ich möchte nicht.. dass du oder irgendwer anderer mich weiterhin Jesus nennt….“
Damit verabschiedete er sich nicht nur von seinen Haaren, sondern auch von seinem so lieb gewonnenen Spitznamen. Das war schon ein großer Einschnitt in seine Persönlichkeit. aber gerade, da musste er ihn einfach machen. Weil er nicht wusste, wie er sonst weiter machen sollte. wortlos ließ er Aaron seine Arbeit verrichten. So lange Haare in Form zu bringen dauerte schließlich seine Zeit. eine Bitte hatte Jesus aber noch
„könntest du… mir bitte auch den Bart stutzen…“
nicht völlig abrasieren aber er wollte ihn ebenso kurz tragen wie seine Haare. der Rauschebart war Geschichte. Seine Mähne waren Geschichte.

@Aaron Marquand


nach oben springen

#18

RE: Schlafzimmer - Aaron & Paul

in Familie Marquand & Familie Rovia 14.04.2021 14:27
von Aaron Marquand (gelöscht)
avatar

Es gab nichts zu vergeben. Jesus hatte nichts falsch gemacht. Aber das konnte Aaron ihm nicht sagen, solang er nicht wusste, was geschehen war. Und ja ... alles was sie einander gesagt hatten bei der Hochzeit, war wahr gewesen. Es hatte etwas bedeutet und das tat es immer noch. Aber auch wenn jede Minute im jetzigen Zustand schmerzhaft war ... Aaron gab Paul Zeit und Geduld. Er tat es wirklich. Jesus war erst einen Tag zurück, da war es doch vermessen, schon auf Antworten zu hoffen. Nein, Aaron würde alles ertragen, bis Paul sich besser fühlte. Alles. Egal, wie lang es dauern würde.

Es war nachvollziehbar, warum sich Jesus die Haare schnitt, und Aaron akzeptierte es. Wollte ihm gar dabei helfen. Denn vorrangig hatte er gerade Angst, dass Paul sich selbst verletzte. Auch wenn Haare keine Schmerzen spürten, hatte diese Attacke auf sie schon diesen Effekt. Und warum Pauls Handgelenk wieder blutete? Aaron sah, dass der Verband verschoben war. Er sah es ganz genau. Selbstverletzung war ein Schritt dahin, wieder etwas spüren zu können. Erleichterung zu erfahren. Aber umso gefährlicher, weil es eine Sucht werden konnte. Eine, die den Morast, in dem Jesus gerade steckte, noch zäher machen würde. Mit einem Schlag fühlte sich Aaron noch hilfloser als vorher, obwohl das kaum möglich sein sollte. Er wollte ... Paul doch helfen, mit allem umzugehen. Wie sollte er verhindern, dass sein Mann die ganzen negativen Gefühle, die in ihm schlummerten, gegen sich selbst richtete? Begonnen hatte er schon und Aaron war nicht dagewesen, um es zu verhindern. Er hatte geschlafen. Bei Gott, er hatte geschlafen ...
Aber Aaron würde auch nicht aufgeben und Paul den Rücken kehren. Ja, er fühlte sich gerade überfordert, aber das war kein Grund, jemanden im Stich zu lassen. Stattdessen reagierte er ... eben so, wie eine Seele manchmal reagierte. Und war damit nicht besser oder schlechter als Paul. Es zeigte einfach, dass er auch nur ein Mensch war. Denn auch er schloss seine Seele ein, für die Zeit zumindest, in der er Paul die Haare schnitt. Es ging einfach nicht anders, denn er half dabei, einen Teil auszulöschen in dem Mann, den er liebte. Dadurch wurde seine Liebe gewiss nicht weniger, aber es war ein Verlust, der schmerzte. Und davor musste er sich ein bisschen schützen, sonst würde auch er einfach zerbrechen. Es war Tag eins von vielen schlimmen, die noch folgen würden. Er musste stark bleiben für Paul und wenn er dafür auch ein wenig von sich selbst begraben musste ... würde er das eben tun.

Jesus ließ es zu, dass Aaron ihm die Haare schnitt. Und richtete währenddessen nur einmal das Wort an ihn. Und bat ihn, seinen Spitznamen nicht mehr zu benutzen. Niemand sollte das mehr tun. Aaron hatte damit schon aufgehört, seit er ihn am Kreuz gesehen hatte. In Gedanken nannte er ihn noch so, aber er sprach ihn seitdem nicht mehr damit an. Doch diese Forderung so ... kalt und abgeklärt zu hören, tat weh. Aaron musste sich bemühen, nicht zusammenzuzucken. Letztlich nickte er nur. »Okay.« Er würde es den Kindern sagen und ihren Freunden. Sie würden seinen Wunsch mit Sicherheit akzeptieren.
Schweigend vollendete Aaron sein Werk und trat einen Schritt zurück. Und agierte weiter wie ein Roboter, als Jesus ihn auch noch bat, den Bart zu stutzen. Er nahm dieselbe Schere dafür. Und nun waren ihre Gesichter nah beieinander und auf Augenhöhe. Läge nicht alles in Scherben ... würden sie jetzt normalerweise rumblödeln. Sich vielleicht küssen. Aber nichts davon passierte. Sie schwiegen sich an und das Einzige, was die Stille zerteilte, war das Geräusch der Schere.
»Fertig«, sagte er irgendwann und merkte, wie tonlos seine eigene Stimme jetzt klang. Er hasste sich dafür, aber ... er konnte eh nichts richtig machen. Selbstschutz war seine einzige Möglichkeit, weiterhin für Paul da zu sein. »Komm ... leg dich wieder hin.« Dann würde er die Scherben und Haare wegräumen und die Schere ... und einfach alles, was Paul nehmen konnte, um sich selbst wehzutun.

@Paul Marquand-Rovia


nach oben springen

#19

RE: Schlafzimmer - Aaron & Paul

in Familie Marquand & Familie Rovia 14.04.2021 20:44
von Paul Marquand-Rovia (gelöscht)
avatar

Ja.. die Haare so grob abzuschneiden hatte schon ein bisschen was von Körperverletzung, zumindest wenn man es bei anderen tat. Doch bei sich selbst? hmm.. ja war wohl ebenfalls eine Form von selbstverletzendem Verhalten, auch wenn Jesus bei dieser Aktion andere Hintergedanken hatte. Doch die Art und Weise wie er es tat… war schon sehr bedenklich. Denn ginge es ihm wirklich nur um seine Optik, so hätte er Aaron oder Maggie morgen bitten können ihm die Haare in Ruhe und schön zu schneiden. Hätte sie aber nicht so brutal einfach abgesäbelt.
Und auch die Sache mit dem Handgelenk erkannte Aaron wohl ziemlich gut, verstand was in Paul vorging, noch bevor dieser es selbst wusste. Denn ihm war dieser Zusammenhang nicht bewusst. Er stand so neben sich, dass ihm nicht klar war, dass es ihm dabei wohl darum ging wieder etwas zu fühlen. Etwas außer Leere und dieser unerträglichen Taubheit in seinem Inneren. Und für einen Moment.. da funktionierte es wirklich und diese Taubheit wurde für den Bruchteil einer Sekunde unterbrochen. Es stellte sich Erleichterung ein, die aber wohl nicht all zu lange andauern würde. Es war doch gut, dass Aaron geschlafen hatte… denn.. wäre er wach gewesen, hätte Jesus all das wohl nicht getan. Es wissentlich vor Aarons Augen zu tun das… kam gar nicht in Frage. Weshalb er es still und heimlich tat, wenn er sich unbeobachtet fühlte. Was natürlich ein Hinweis darauf war, dass ihm bewusst war, dass dieses Verhalten nicht ‚normal‘ oder gesund war. Dennoch hatte er diesen unbändigen Drang und konnte ihn gerade nicht kontrollieren. Weshalb es fast eine Erleichterung für ihn war, wenn Aaron schlief und ihn mal nicht ansah oder.. ihm nicht helfen wollte. Und dann hasste er sich wieder für diese grausamen Gedanken! Wie konnte er so darunter leiden, dass Aaron ihm etwas Gutes tun wollte? das war doch wirklich… traurig.

Jesus war froh darüber, dass Aaron seinen Wunsch einfach nur akzeptierte und nicht weiter kommentierte. Auch dafür, dass er ihm die Haare und den Bart schnitt. Nun war er nicht mehr Jesus. Nun war er nur noch Paul. Ein stinknormaler Kerl von nebenan, der niemandem auffallen würde. Je unscheinbarer er aussah.. desto besser. Je weniger Menschen ihn ansprachen… desto besser. Denn selbst die Nähe von Vertrauten ertrug er gerade kaum.
„danke..“
Murmelte er bloß leise und blickte sich gedankenverloren in den Spiegel. Er war wirklich kaum wieder zu erkennen. Aber für den Moment fand er das gut. Mehr als gut. Denn vielleicht hatte er damit auch einen Teil des Traumas weg schneiden können. Wenn es doch nur so einfach wäre..
Wortlos nickte er und legte sich dann wieder ins Bett. Nun war er zumindest soweit zufrieden… dass er ein paar Minuten Schlaf finden konnte.

Die folgenden Tage verliefen sehr ähnlich. Paul sagte kaum etwas und reagierte auf noch weniger. Selbst den Kindern gegenüber war er ziemlich distanziert und abwesend. Er bemühte sich zwar ihnen ein wenig entgegen zu kommen, genau wie Aaron aber… so richtig klappen wollte es einfach nicht. Alles wirkte wohl eher gezwungen als herzlich. Einfach weil es von ihm erwartet wurde und Jesus diese Erwartungen erfüllen wollte. Er hatte eine Rolle zu spielen.. den ganzen Tag lang.. weshalb er abends wirklich froh war, wenn er endlich Ruhe hatte. Tief in seinem Inneren wusste er, dass all diese Menschen ihn liebten und ihm nur helfen wollten. Aber ihre Gegenwart war im Moment einfach… schier unerträglich für ihn. Und es wurde von Tag zu Tag eher schlimmer als besser. Denn es fiel ihm immer schwerer diese Rolle zu spielen, obwohl er innerlich doch einfach nur schreien wollte. Er wollte alles rausschreien was ihn beschäftigte aber.. kein Ton trat zwischen seinen Lippen hervor. Als hätte man ihm die Stimmbänder rausgerissen. Was Ivy ausnahmsweise nicht getan hatte, doch metaphorisch hatte sie ihn zum Verstummen gebracht.
Weshalb Jesus eines nachts…. einfach nicht mehr konnte. Es wurde ihm schlichtweg alles zu viel. Er wollte nur noch weg! Nur noch alleine sein!! Er schreckte aus einem seichten Schlaf hoch und sein Herz raste wie verrückt. Er erinnerte sich an Kaidans Gesichtsausdruck als er ihm gesagt hatte, dass seine Familie tot war. Sofort blickte er rüber zu Aaron und.. war froh, dass es nur ein Traum war. Aber warum kam es ihm dann nicht vor wie einer? und wieso…. bekam er das unbändige Bedürfnis aus diesem Raum zu fliehen, statt Aaron vor Erleichterung zu umarmen?? er sollte doch glücklich und dankbar darüber sein, dass er noch lebte oder? und doch.. konnte er gerade einfach nicht bei ihm bleiben. Er konnte es selbst nicht erklären. Vielleicht war es die Angst die ihn packte, dass man Aaron und den Kids etwas antun konnte wenn er blieb. Oder einfach nur die Tatsache, dass er sich immer noch wie ein Fremder in seinem eigenen Körper fühlte und sein vertrautes Körpergefühl… einfach nicht zurück kommen wollte. Er es nicht länger schaffte so zu tun als würde er Fortschritte machen, obwohl er sich mehr und mehr von sich selbst entfremdete. Was auch immer ihn dazu brachte nun völlig durchzudrehen, es führte dazu, dass Jesus mitten in der Nacht plötzlich aufsprang. Eine Tasche aus dem Kasten holte und fast fluchtartig ein paar seiner Sachen in die Tasche warf. Die er eben zum Leben brauchte… dabei ließ er Schränke, Schubladen, alles offen. Nur mit der Tasche in der Hand, ohne Schuhe oder sonstiges, lief er verwirrt aus der Wohnung. Wusste im ersten Moment nicht wohin, bis ihm sein alter Bungalow einfiel. Dort würde er Ruhe haben….. dort wäre er alleine. Weshalb er dort hin floh. Die Tür fiel hinter ihm ins Schloss aber er sperrte nicht ab, da er daran gar nicht dachte. er verkroch sich nur auf seiner Couch und begann zu zittern. Denn endlich musste er sich nicht mehr zusammen reißen sondern konnte seinen Bedürfnissen freien Lauf lassen. Sein gebrochener Arm war zumindest soweit verheilt, dass er nur noch eine Schiene tragen musste und keinen Gips mehr. Also hatte er wieder etwas mehr Bewegungsfreiheit. Das erste was er tat war es, sich die Verbände von den Handgelenken zu reißen, die leider immer noch nicht verheilt waren da… Jesus sie immer und immer wieder aufkratzte. Inzwischen sahen die Verletzungen wirklich hässlich aus. und doch konnte Paul einfach nicht anders. Er tat es erneut. Kauerte sich auf der Couch zusammen wie ein Embryo und begann zu kratzen bis es blutete. und so verharrte er einfach für….. Stunden.

@Aaron Marquand


nach oben springen

#20

RE: Schlafzimmer - Aaron & Paul

in Familie Marquand & Familie Rovia 14.04.2021 21:41
von Aaron Marquand (gelöscht)
avatar

Aaron hatte in seiner Zeit bei der Beratungsstelle einiges gesehen. Sich zu outen und die Reaktionen, die dann über einen hereinbrachen, konnte einem Menschen viel abverlangen. Manche wurden von zu Hause rausgeworfen. Manche erfuhren Gewalt. Manche wurden geächtet. Viele wollten im Gespräch mit Aaron nur zu sich selbst finden und für ihren Weg Mut erhalten. Aber oft wurde ihm auch das Herz ausgeschüttet und dann sah er die Traumata, welche die Menschen mit sich trugen. Und was das mit ihnen machte. Er war mit Sicherheit kein Psychologe und hielt wegen der Therapie, der er selbst über sich hatte ergehen lassen müssen, auch nicht viel von diesem Berufszweig. Aber man musste auch kein Psychologe sein, um eins und eins zusammenzuzählen. In Afrika hatte er Kindersoldaten gesehen, deren Augen so tot waren wie von Jesus im Augenblick. Es war ein grausamer Erfahrungsschatz, auf den er im Moment zurückgreifen musste, aber wenigstens checkte er so recht schnell, was los war. Und versuchte, das Schlimmste zu verhindern. Süchtige fanden im Zweifel trotzdem ihren Weg ... so wie Paul immer wieder heimlich seine Wunden aufkratzen würde. Aaron konnte leider nicht immer überall sein und Jesus ständig überwachen. Er wollte ihn ja auch nicht erdrücken. Aber wenn er die Gefahren zumindest minimieren konnte, war das ein Erfolg. Der sich jedoch nicht wie einer anfühlte.

Die nächsten Tage verliefen mehr oder weniger gleich. Paul bemühte sich, das sah man, doch sobald die Kids im Bett waren, verfiel er sofort wieder in Lethargie. Mehr als oberflächliche und einsilbige Gespräche waren nicht drin. Aaron verlor Paul jeden Tag ein Stückchen mehr. Und sich selbst auch. Geduld zu haben war mit einem Mal nicht mehr so leicht, aber wie auch, wenn man jeden Tag sah, wie der Partner litt? Wie sollte man das aushalten und dabei noch die Hände im Schoß falten? Das funktionierte einfach nicht. Aber irgendwann kam er sich nur noch vor wie ein Überwacher. Dass Paul genug trank, aß und nicht seine Verbände abrupfte. Und hoffte dabei immer, dass er sich ihm anvertrauen würde. Wenn er es schaffen würde, mit Aaron zu sprechen ... dann wäre das doch ein wichtiger Schritt, oder?
Die Nächte waren fast am schlimmsten. Wenn sie nebeneinanderlagen, doch mit Abstand zueinander. So voneinander abgetrennt zu sein fühlte sich unnatürlich an. Trotzdem blieb Aaron auf seiner Seite und ertrug es. Schlief allerdings oft tränenüberströmt ein, auch wenn er dabei stumm blieb.

Eigentlich schreckte Aaron mehrmals in der Nacht hoch und schaute, ob Paul noch da war. Aber heute ... war ein schrecklicherer Tag gewesen als sonst. Er war absolut ausgelaugt und erschöpft und war sofort eingeschlafen, als sein Kopf das Kissen berührte. Und war bis zum Morgen nicht aufgewacht. Jetzt fielen die ersten Sonnenstrahlen ins Zimmer und Aaron schlug blinzelnd die Augen auf. Ein Blick zur Seite sagte ihm, dass Jesus schon aufgestanden war. Was ... unüblich war. Aber vielleicht ein kleiner Hoffnungsschimmer? Wie schön war die Vorstellung, dass er gerade in der Küche stand und Kaffee für Aaron und Tee für sich kochte? Aaron wusste, es konnte fatal sein, so eine Hoffnung zuzulassen, und ... als er sich aufrichtete, stürzte sie auch sofort wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Alle möglichen Schubladen und Schranktüren waren offen, teilweise waren Klamotten auf dem Boden verteilt. Aaron sprang förmlich aus dem Bett, sein Herz klopfte wie verrückt. Es sprang ihm fast aus der Brust. Das hier ... sah nicht aus, wie eine Entführung. Sondern ... wie eine Trennung. Paul hatte seine Sachen gepackt und war gegangen. Weiß Gott, wohin. Aaron zog sich in Windeseile an, seine Prothese schnallte er sich eher nachlässig um. Weil es Paul gestern richtig dreckig gegangen war, hatte Aaron die Kids zu den Grimes gebracht. Was sich jetzt als ganz gut herausstellte, so bekamen sie von diesem Drama gar nichts mit.
Im Bad zögerte Aaron kurz. Versuchte, sich zu beruhigen, was überhaupt nicht gelang. In seinem Kopf malte er sich alle möglichen Dinge aus. Und er nahm geistesabwesend den Erste Hilfe Kasten mit. Er glaubte nicht, dass Paul sich umbringen wollte, warum sollte er dann Klamotten mitnehmen? Aber vielleicht tat er sich anderes an. Und es war eh nicht ... planbar. Der Kopf legte einen Schalter um und dann tat man es einfach. Aaron musste damit rechnen, das hatten ihm die letzten Tage gezeigt. Auch, dass Paul irgendwann gehen würde, hatte sich im Grunde abgezeichnet. Und doch ... zog es Aaron gerade den Boden unter den Füßen weg.

Wo sollte er nur suchen? Wenn Jesus das Cottage verlassen hatte, gab es im Grunde keine Möglichkeit, ihn zu finden. Er war gut darin, seine Spuren zu verwischen und wenn er nicht gefunden werden wollte ... dann würde Aaron ihn auch niemals aufspüren. Das war ein schrecklicher Gedanke. Der ihm einen weiteren Splitter aus dem Herzen sprengte. Vollkommen durch den Wind rannte Aaron durch die Straßen und fragte jeden, den er traf, nach Paul. Niemand hatte ihn gesehen. Am Tor die Menschen auch nicht. Was ein bisschen Mut machte, denn über die Mauer zu klettern würde Jesus in seinem jetzigen Zustand nicht schaffen. Aber über den Strand könnte er verschwinden. Aaron wollte als Nächstes dorthin rennen und kam dabei an Pauls altem Bungalow vorbei ... wo er innehielt. Jesus hatte die Schlüssel nie zurückgegeben. Sie hatten, vor diesem ganzen Mist, sein altes Heim noch manchmal genutzt für ... Dinge, die sie jetzt nicht mehr taten. Es war der perfekte Rückzugsort, oder? Aaron kratzte einen Rest Hoffnung zusammen, als er sich der Tür näherte und klopfte. Keine Antwort. Alle Vorhänge waren zugezogen, somit gab es keine Möglichkeit, hineinzuschauen. Also blieb nur noch, zu prüfen, ob die Tür offen war. Wenn nicht ... würde er sie eintreten. Aber das musst er gar nicht.

Aaron hielt die Luft an, als er eintrat. Eine Tasche war achtlos im Eingangsbereich stehengelassen worden. Paul war also sehr wahrscheinlich hier. Es war absolut still im Haus und Aaron musste sich zwingen, einen Schritt nach dem anderen zu tun. Er hatte solche Angst, was er hier finden würde. Aber er musste es trotzdem herausfinden. Also ging er ins Wohnzimmer und fand Paul dort auf der Couch liegend vor. Vollkommen eingeigelt, mit geschlossenen Augen. Sein Oberteil war voller Blutflecken und die Verbände lagen auf dem Boden. Die Handgelenke und Arme waren mit verkrustetem Blut verschmiert. Für einen Moment sah es aus, als ... wäre Paul einfach an Ort und Stelle verendet. Ein weiteres Bild, das Aaron nie vergessen würde. Augenblicklich traten ihm Tränen in die Augen und er rannte zur Couch. Ließ sich auf die Knie fallen und rüttelte an Jesus Schultern. Rief dabei ein paar Mal seinen Namen. Er war doch nicht wirklich tot, oder? Er hatte sich nicht umgebracht, das ganze Blut ... kam nicht aus seinen Pulsadern, sondern .. aus den schon vorhandenen Wunden. Und ... er war nicht verblutet. Es durfte nicht sein! Durfte einfach nicht! Sicher, er könnte den Puls prüfen oder sehen, ob Paul atmete. Vielleicht machte Jesus gleich auch die Augen auf und war ein Beißer ... würde sich auf ihn stürzen und ihm das Fleisch von den Knochen reißen. Aber ... an all das dachte Aaron gerade nicht. Er war einfach voller Panik.

@Paul Marquand-Rovia


zuletzt bearbeitet 14.04.2021 21:42 | nach oben springen


disconnected Survive Talk Mitglieder Online 8
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen