Herzlich Willkommen

Ihr wollt unbedingt Spannung, Action oder einfach nur einen Ausklang zu der modernen Welt? Dann seid ihr bei uns genau richtig. Die Welt ist nicht mehr die, die wir kannten. Untote wandeln alleine oder in großen Horden umher. Jedoch sind sie nicht die größte Bedrohung. Nach den Jahren wissen die Überlebenden, wie sie mit diesen umgehen müssen. Die größere Bedrohung sind wohl andere Überlebende, denn Gesetze oder Strafen gibt es nicht mehr. Deswegen haben sich einige zu Kolonien zusammengeschlossen, in denen jeder seine Aufgabe und einen sicheren Schlafplatz hat. Du kannst dich zwischen der Cottage by the Sea entscheiden, eine frühere Ferienanlaga direkt am Meer oder den Anarchy Riders, der Außenposten der Cottage, die in einem Clubhaus leben. Wie wäre es hoch oben in den Bergen in einem mittelalterlichen Dorf zu leben und sich selbst zu versorgen? Im Valley Balar ist es möglich. Als Nomade kannst du hin, wohin du willst und brauchst dich nur um dich kümmern. Vielleicht willst du dich auch dem Bösen anschließen, dann bist du bei der Company sehr gut aufgehoben. Egal wie du dich entscheidest, es wird dein Leben verändern.

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Das 4-köpfige Team steht euch stets für Rat & Tat bei Seite. Du hast Fragen oder gar ein Anliegen? Kein Problem!
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Herbst ... Gerade noch habt ihr euch in der Sonne gebräunt, schon fallen die ersten bunten Blätter. Tja, das Leben zieht viel zu schnell an uns vorbei. Es wird kühler, es regnet viel. Stürme dürfen auch nicht fehlen und die Vögel ziehen in den Süden. Bereitet euch auf den Winter vor, dieser kommt schneller als ihr denkt!

🍁 Der Herbst rückt immer näher. Blätter fallen, es wird kälter, Zeit um Vorräte zusammeln 🍁
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Kolonien & deren Bewohner

----------------------- Aktuell: 90 Überlebende ----------------------- ---------------------- Cottage Sea: 21 Bewohner ---------------------- -------------------- Anarchy Riders: 25 Bewohner -------------------- ---------------------- Balar Island: 9 Bewohner ----------------------- -------------------- Krasnaya Luna: 10 Bewohner---------------------- ------------------------- Nomaden: 23 Bewohner -----------------------

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Walking Dead Charas: Ezekiel, Enid Taylor, Conni, Tara, Henry, Lydia, Eugene, Siddiq, Pamela Milton, Sebastian Milton, Mercer, Maxwell Hawkins Fear the Walking Dead Charas: Madison, Luciana, June, Daniel, Victor, Nick Auch viele Free Gesuche warten darauf, endlich in Empfang genommen zu werden. Auch ohne Serienwissen bist du bei uns gerne willkommen !!!

 

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An Aus

#1

Pferdestall

in Innenbereich 20.11.2018 21:20
von Daryl Dixon | 6.464 Beiträge




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#2

RE: Pferdestall

in Innenbereich 01.12.2019 19:59
von Seth Evans (gelöscht)
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Kurz nachdem Grace mit ihm zusammen und den Anführern des Dorfes alles hatte klären können, hatte Seth damit begonnen Arbeit aufzunehmen. Er half aus wo er konnte, vor allem aber im Landwirtschaftlichen und handwerklichen Bereich. Schliesslich hatte er früher auf dem Bau gearbeitet. Er konnte arbeiten. Allerdings war er noch immer eher mager von den Monaten, in denen er nicht richtig hatte essen können. Die Erfrierungen in seinem Gesicht waren ganz gut am Verheilen.
Anfangs hatte er noch nicht so lange durchgehalten mit Arbeiten, da er auch einiges an Muskelschwund hatte hinnehmen müssen. Nun konnte er wieder richtig essen und hier in Balar gab es sehr gute Nahrung. Also konnte er seine Körpermasse langsam wieder auf ein gutes Level bringen.
Heute kümmerte er sich mit einigen anderen um die Ställe. Das Dorf besass einige Pferde, die vielfach für Arbeiten eingesetzt wurden. Gerade war kaum eines davon da, die meisten wurden gerade gebraucht. Gute Zeit, um die Ställe auszumisten. Der Dung konnte als Dünger verwendet werden, was auch sehr nützlich war.
Der unangenehme Geruch, der mit dieser Tätigkeit einher ging, störte Seth schon lange nicht mehr. Er war froh hatte er etwas zu tun und konnte dabei seinen Kopf leeren. Noch immer litt er oft an Wahnvorstellungen und anderen Auswirkungen der traumatischen Ereignisse seiner Vergangenheit. Kaum jemandem hatte er wirklich viel davon erzählt. Selbst @Grace Evans, seiner kleinen Schwester, hatte er die schlimmsten Dinge vorenthalten. Sie hatte gerade erst zwei Kinder geboren und damit mehr als genug mit sich selbst und den beiden Kleinen zu tun.
Einzig und alleine die unfreiwillig erhaltenen Tätowierungen hatte er ihr gezeigt, weil zwei davon beriets seit längerem Zicken gemacht hatten und verarztet werden mussten.
Im Dorfleben zog sich Seth zurück. Er war noch nie der Gesprächigste oder Kontaktfreudigste gewesen und die letzten zehn Jahre hatten das nicht wirklich verbessert. Eher im Gegenteil. Er war froh, war er aufgenommen und konnte bleiben, doch er wusste, dass viele ihn auch ein wenig schräg fanden. Deshalb genoss er es, wenn er alleine war.
Gerade hatte er eine Schubkarre voller Mist raus gebracht, als er zu einer Box kam, die noch besetzt war. Eine junge Stute und ihr Fohlen waren darin, das erst kürzlich zur Welt gekommen war. Seth blieb stehen und legte die Unterarme auf die Boxenwand, als er hinein schaute. Die Stute hob den Kopf und beschnupperte ihn, also streichelte er ihre Nase. Das Fohlen schlief komplett auf dem Boden ausgestreckt. Nur seine Öhrchen zuckten hin und wieder, wenn sich eine Fliege drauf gesetzt hatte.
Eigentlich hatte Seth früher mit Tieren nicht viel am Hut gehabt. Doch die Arbeit mit Pferden tat ihm irgendwie gut. Die Tiere waren so sanft und sensibel ... Es beruhigte ihn gewissermassen. Gedankenverloren streichelte er die Stute, welche nun versuchte mit ihren Lippen an seinem Ohr zu knabbern.

@Tyler Evans


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#3

RE: Pferdestall

in Innenbereich 01.12.2019 22:12
von Tyler Johnson (gelöscht)
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Ich hatte gerade mein Werkzeug zusammengesammelt um im Stall ein paar Boxen zu reparieren. Eine Stute hatte gerade erst ein Fohlen zur Welt gebracht und dabei ihre Box etwas ramponiert. In einer anderen waren die beiden Pferde bereits untergebracht damit ich den Schaden in Ruhe ausbessern konnte. In letzter Zeit war ich ziemlich viel beschäftigt gewesen. Hatte wohl alles Vor. und Nachteile, wenn fast alles aus Holz zusammengebaut war. Wenigstens kam ich mir dabei sinnvoll vor. Ich hatte das Werkzeug in einer Holzkiste gelagert, die ich auf der Schulter zum Stall trug. Jemandem zu begegnen war dabei nicht unbedingt ungewöhnlich. Das kleine Dorf war doch schon etwas angewachsen.
Trotzdem blieb ich kurz stehen als ich Seth bei dem Pferd stehen sah. In etwa so wie ich auch Grace anfangs immer angeschaut hatte. Nicht ganz glaubend das er wirklich da stand. Ich hatte so viele Menschen sterben sehen, das es mir immer noch wie ein kleines Wunder vorkam so viele aus meiner Familie wiedergefunden zu haben. Bei all der Scheiße, die vermutlich jeder von uns durchmachen musste, hatte er aber wohl die Arschkarte gezogen. Zumindest wenn ich von dem ausging was ich bisher gehört hatte. Er sah so entspannt aus das ich fast noch länger da gestanden hätte. Aber auch ich musste mein Tagewerk vollbringen. "Hey Bruder. Stör ich dich bei der Arbeit?" Ich grinste leicht frech. Eigentlich wie ich immer war. Da konnte ich gar nicht anders. Langsam kam ich näher zu ihm und stellte den hölzernen Werkzeugkasten neben mir auf den Boden. "Alles klar?" Ich zog kurz eine Braue hoch und musterte den Huftritt in der Box neben ihm.
Keine Ahnung wie lang Seth genau bei uns war. Mein Zeitgefühl hatte ich vermutlich schon in den ersten Monaten des Ausbruchs verloren. Als schlimm empfand ich das aber weniger. Trotzdem war es irgendwie noch neu. Es war so viel passiert das man praktisch keine richtige Gelegenheit hatte um sich ausführlich und ernsthaft unterhalten zu können. Im Grunde hatte ich mich immer auf meine Art um meine Geschwister gesorgt, bloß seit dem Ausbruch war es schlimmer geworden. Oder eher ab dem Teil wo wir uns wiedergefunden hatten. Hätte ich an Gott geglaubt, würde ich ihm danken. Ich nahm den Hammer in die Hand und legt ihn nachdenklich über meine Schulter. Seth war wenigstens so lange hier um wieder besser auszusehen. Er war nicht mehr ein ganz so schlimmer Hungerhaken. Auch das beruhigte mich. Und vielleicht kam dieses Mal nichts dazwischen und man konnte sich ein wenig unterhalten. Obwohl ich nicht unbedingt mustergültig im Reden schwingen war.



@Seth Evans


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#4

RE: Pferdestall

in Innenbereich 02.12.2019 21:17
von Seth Evans (gelöscht)
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Seth kraulte die Stute an der Nase und mit der anderen Hand am Hals, während sie weiterhin mit ihrem Maul an ihm herum zupfte. Sie war jung und ziemlich verspielt. Azra hatte erwähnt, dass er sie zureiten würde, sobald das Fohlen alt genug war. Solange konnte sie erst einmal einfach nur Mama sein.
Seth grinste leicht und schaute zu dem Fohlen, das nun den Kopf gehoben hatte und sich neugierig umsah. Es war eine Weile her, seit er das letzte Mal so oft gelächelt hatte. Und er war dermassen beschäftigt, dass er Tyler erst gar nicht bemerkte. Erst als dieser das Wort an ihn richtete, schaute Seth zu ihm und trat einen Schritt zurück, als wäre er bei etwas Verbotenem erwischt worden. Die Stute verlangte aber trotzdem seine Aufmerksamkeit und stiess ihm die Nase vor die Brust. Also legte er die Arme locker darum und kraulte sie weiter.
"Ne... störst nicht", sagte er und blickte direkt wieder das Pferd an. Es war immer noch so surreal, dass nicht nur seins Schwester, sondern auch Tyler und Roan hier waren. Manchmal hatte er Angst, dass wenn er zu lange hinschaute seine Geschwister einfach verschwinden würden. Oder dass er sie sich bloss einbildete. Deshalb hielt er den Augenkontakt selten lange aufrecht. Bislang hatten Tyler und er nicht wirklich viel Gelegenheit gehabt miteinander zu reden. Und wenn Seth ehrlich war, war er einem richtigen Gespräch durchaus auch ausgewichen. Es würden Fragen aufkommen, die er vielleicht nicht beantworten wollte. Ausserdem... Sie hatten sich fast ein Jahrzehnt nicht gesehen. Sie waren zu unterschiedlichen Persönlichkeiten geworden. Vor zehn Jahren war er selbst gerade knapp erwachsen gewesen und hatte seinen ersten richtigen Job auf dem Bau gehabt. Und nun....? Nun war er ein gebrochener Mann, der paar Jahre älter aussah als er wirklich war, weil das Leben ihn wortwörtlich gefickt hatte. Er hatte irgendwie die letzten Jahre überlebt, ohne so recht zu wissen wie genau eigentlich und .... letzten Endes hatte er auf ganzer Länge versagt. Alle in seinem Umfeld waren gestorben oder hatten Qualen erlitten, während er selbst irgendwie immer mit dem Leben davon gekommen war, selbst wenn er sich oft genug gewünscht hatte, einfach sterben zu können. Er hatte Demütigungen über sich ergehen lassen, die er sich in seinem Leben nicht hätte vorstellen können.
Und nun...? Nun herrschte auf einmal Frieden. Er hatte seine Familie zurück. Er konnte arbeiten und sich langsam von seinem Trauma erholen. Selbst wenn er vermutlich nochmals zehn Jahre brauchen würde, um alles zu verarbeiten.
"Ja... ja alles klar. Bei dir?", fragte er leise und brummlig wie er eben war. Er wagte einen weiteren Blick. Tyler war noch immer da, hatte nach wie vor Werkzeug dabei ...
"Du kommst für die Wand, hm?", fragte er und schaute dann wieder die Stute an, die nun auch neugierig in Tylers Richtung die Nase ausstreckte.

@Tyler Evans


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#5

RE: Pferdestall

in Innenbereich 03.12.2019 12:11
von Tyler Johnson (gelöscht)
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Wer hätte ahnen können das wir mal etwas ähnliches fühlen würden? Vor zehn Jahren sah das Ganze noch sehr viel anders aus. Auch wenn Seth schon immer eher der Ruhigere war. Bei mir war es gegenteilig. Irgendwie bin ich mit dem Alter erst zur Ruhe gekommen. Trotzdem musste ich grinsen als er gleich zurücktrat. Als ob er etwas angestellt hatte und erwischt worden war. Wobei das bei Seth wohl eher weniger zu denken war. Zwar war er auch nicht immer die Unschuld vom Land, aber wirklich schlimme Sachen hatte er wohl nicht angestellt. Ich grinste erneut als das Pferd damit nicht einverstanden war und gleich wieder gekrault werden wollte.
Auch für mich glich das einem Wunder die Familie hier fast vollständig zu sehen. Nur hatte ich nicht so arge Probleme wie mein kleiner Bruder. Wir mir jedenfalls schien. Er sah mich nur kurz an und war ansonsten auch ziemlich still. Keine Ahnung ob ich mich so jung gehalten hatte, oder er einfach Pech hatte, aber wir sahen fast gleich alt aus. Auch wenn da nicht sonderlich viele Jahre dazwischen waren. Es tat mir schon leid. Einerseits wollte ich natürlich wissen was mit ihm los war, aber andererseits konnte ich auch nachvollziehen das er nicht darüber reden wollte. Ich selbst hatte auch einen Haufen Dinge getan auf die ich wahrlich nicht stolz war. Aber jeder wurde leider früher oder später zu etwas getrieben das er nun bereute. Ich hatte keine Angst das er wieder verschwinden könnte. Wohin auch? Hier bei uns war er bestens aufgehoben.
Ob mit Seth wirklich alles in Ordnung war, wagte ich noch zu bezweifeln. Aber die Zeit würde ihm schon zeigen das er hier zu Hause sein konnte. Ich nickte vor mich hin und musterte noch einmal den Schaden in der Pferdebox. Eigentlich keine besonders anspruchsvolle Arbeit. Das würde schnell erledigt sein. Bei der Gelegenheit konnten wir uns aber gleich auch noch mal das Dach ansehen. Der Winter war nicht mehr weit und konnte hier oben wirklich sehr verbissen sein. "Du weißt doch, Unkraut vergeht nicht." Dabei lachte ich leicht und hielt den Hammer als Längenmaß auf die ramponierte Stelle im Holz. "Für einen Schreiner ist das hier eine echte Goldgrube. Obwohl ich mir sicher bin das in den Bergen auch noch ein paar Nuggets versteckt sind." Fragte isch nur ob die irgendwann wieder so wertvoll werden würde wie früher. Ich blickte rüber zu meinem kleinen Bruder und sogleich streckte auch das Pferd die Nase aus. Etwas skeptisch hielt ich die Nase der Stute mit dem Stiel des Hammers etwas auf Abstand. "Du nicht." Mahnte ich sie an und wusste das sie wohl kein Wort verstehen würde. "Das letzte Mal hättest du mich beinahe gebissen und dann hast du meine Box angegriffen." Ich konnte zwar reiten, weil das hier auch manchmal irgendwie erforderlich war, aber das bedeutete noch lange nicht das ich mich mit jedem Gaul verstand. Im Gegensatz dazu, schien sie Seth aber schon ins Herz geschlossen zu haben. Ich zuckte mit den Schultern und schüttelte leicht amüsiert den Kopf. "Das dauert nicht lang. Da muss nur eine Planke ausgewechselt werden." Betretende Stille war nicht unbedingt von mir erwünscht. "Hast du danach noch was zu tun, Seth? Das Dach müsste kontrolliert werden und dabei könnte ich etwas Hilfe gebrauchen." Ich hob den Fuß während ich auf seine Antwort wartete und drückte die Holzplanke einmal komplett durch. So konnte ich die zwei einzelnen Hälften ganz leicht und ohne viel Kraftaufwand raus brechen.




@Seth Evans


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#6

RE: Pferdestall

in Innenbereich 04.12.2019 12:21
von Seth Evans (gelöscht)
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Seth sah seinem Bruder zu, wie er das Brett komplett aus der Box riss. "Hm... Ich muss nur noch diese Box hier reinigen", sagte er und griff dann auch zu dem Halfter, das an der Tür hing. Er streifte es der Stute über und öffnete die Tür, um sie raus zu führen. Kaum bewegte sie sich, brummelte sie, um ihr Fohlen dazu aufzufordern ihr zu folgen. Dieses erhob sich etwas staksig mit den viel zu langen Beinen und machte einen kleinen übermütigen Hüpfer, bevor es beinahe in den Hintern seiner Mutter lief. Es konnte noch knapp ausweichen und trippelte an Seth vorbei, nur um dann etwas unsicher stehen zu bleiben. "Ich bring die beiden auf die Weide. Danach mach ich sauber und geh dir zur Hand", sagte er zu Tyler und führte die Stute dann durch den Gang nach draussen. Hinter dem Stall hatte es mehrere Weideabteile, eines davon war für sie reserviert.
Er selbst kam gut mit ihr klar. Auch wenn sie noch jung und genau wie ihr Nachwuchs etwas übermütig war. Mit grossen Schritten folgte sie Seth und wurde etwas ungeduldiger, als sie merkte, dass es zur Weide ging. Seth hielt den Strick etwas strammer, betrat die Weide und drehte die Stute mit dem Kopf zu sich, damit sie ihn nicht mit den Hinterläufen erwischte, falls sie vor Übermut ausschlagen würde. Dann löste er den Strick, trat einen Schritt zurück und liess die Stute gehen. Sie drehte sich, hob ein, zwei Mal den Hintern, verfiel aber schnell in einen Trab und blieb schliesslich stehen, um von dem Gras zu fressen. Ihr Fohlen tat es ihr gleich, nur rannte es noch ein paar Runden um seine Mutter, bevor es bei ihr stoppte und Milch trinken ging.
Das Fohlen war am selben Tag geboren wie die Kinder von Grace. Vielleicht lag es daran, dass er die beiden Tiere so mochte? Kurz beobachtete er sie, bevor er die Weide schloss und zurück ging, um die Box sauber zu machen.
Da hatte Tyler mittlerweile mit der Arbeit begonnen. Eine Weile lang schwieg er. Seth war noch nie gut darin gewesen Smalltalk zu beginnen. Auch nicht mit der Familie.
"Wie hast du die ganzen Jahre überlebt?", fragte er dann doch irgendwann. Wie gesagt ... so richtig miteinander reden konnten sie ja bislang nicht.

@Tyler Evans


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#7

RE: Pferdestall

in Innenbereich 13.12.2019 08:20
von Tyler Johnson (gelöscht)
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Ich hatte nicht damit gerechnet das er mir ein nein erteilte, aber ich war mir auch nicht sicher ob er nicht auch noch etwas anderes zu tun hatte. Arbeit gab es hier immer, egal in welcher Form. Also grinste ich zufrieden und nickte ihm zu, als er mir erklärte das er nur noch das Pferd raus bringen und den Rest der Box ausmisten musste. Einen Moment sah ich Seth hinterher als er mir zwangläufig beim Rausgehen den Rücken zuwenden musste. Zurückhaltend war er schon immer gewesen, aber heute wirkte er fast schon schüchtern auf mich. Auch wenn das vielleicht nur Einbildung war. Trotzdem war es in jedem Fall nicht besonders schön so etwas mit ansehen zu müssen. Aber die Welt forderte ihren Tribut, von jedem. Während mein Bruder Stute und Fohlen zur Weide brachte, fuhr ich mit meiner Arbeit fort und wechselte das nun fehlende Brett aus. Die beiden alten Stücke warf ich an den Eingang um sie später nicht zu vergessen. Das neue Brett musste nur noch angepasst werden und schon wenige Augenblicke später konnte ich es in die Lücke einsetzten.
Mittlerweile war auch Seth zurückgekehrt und brachte seinerseits die Arbeit zu Ende. Sicher war es auch besser so gewesen das er die Pferde raus gebracht hatte. Ich war nicht dafür bekannt leise arbeiten zu können. Einen Nagel konnte man immerhin auch nicht leise einschlagen. Erst als Seth doch noch den Mund aufmachte und fragte wie ich die Jahre über die Runden gekriegt hatte, sah ich ihn wieder direkt an. Ich verzog das Gesicht zu einer minimalen kurzen Grimasse und unterbrach für einen Moment meine Arbeit. "Ah, du kennst mich." Das war nicht wirklich eine Antwort, aber ich war mir nicht sicher ob mein kleiner Bruder solche Details hören wollte. Ob er überhaupt damit zurecht kam. Augenscheinlich hatte er es schlimmer als mich erwischt, das war selbst mir aufgefallen, nur wollte ich das nicht noch verschlimmern. Stattdessen beendete ich meine Arbeit an der Holzwand und betrachtete mein Werk. Alles musste sitzen und haltbar sein. Der nächste Winter war deutlich im Anflug und wir waren auf die Pferde und anderen Tiere angewiesen.
Ich packte mein Werkzeug zusammen und schob den groben Dreck zusammen. Nicht das Seth alles noch mal ausfegen musste. "Ich hab mich hin und wieder ein paar Gruppen angeschlossen." Fing ich dann schließlich doch an ein paar harmlose Dinge zu erzählen. Ich hatte bisher auch mit niemandem darüber geredet und vielleicht würde es mal ganz gut tun einen Teil davon loszuwerden. "Nachdem ich keinen von euch mehr finden konnte machte es auch keinen Sinn weiter in der Großstadt zu bleiben." Ich legte den Kopf leicht zur Seite und blickte zu ihm. "Eins führt zum Anderen, du weißt schon. Irgendwann bin ich dann hier gelandet. Eigentlich nur purer Zufall. Ich hatte nicht vor zu bleiben, aber dann wurde ich doch eines besseren belehrt." Ich ließ die blutigen Details dazwischen aus. Zum Einen weil ich ihm das nicht zumuten wollte und zum Anderen weil ich selbst nicht gern darüber sprach und mir die Erinnerung ersparen wollte. Ich schnappte mir die Leiter und schulterte sie indem ich einen Arm durch eine Sprossenlücke steckte und die Längsseite auf meine Schulter packte. Mit der anderen griff ich nach dem Werkzeugkasten und sah wieder zu Seth. "Bist du fertig?" Eigentlich hatte ich ihn genauso das Selbe fragen wollen, aber wenn ich meinen kleinen Bruder noch richtig einschätzen konnte, musste das von ganz alleine kommen.




@Seth Evans


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#8

RE: Pferdestall

in Innenbereich 27.12.2019 13:07
von Seth Evans (gelöscht)
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Der Stall war in Bälde wieder blitz blank und bereit für die Pferde, damit sie die kommende Nacht in einem gemütliche Stall verbringen konnten. Währenddessen flickte sein Bruder die Boxenwand, welche von der übermütigen Stute zerschlagen worden war. Die kaputten Bretter lud Seth direkt auf die Schubkarre auf, damit sie sie dann so mitnehmen konnten. Den Pferdemist lagerten sie hinter dem Stall auf einem Haufen, wo er kompostierte und anschliessend als Dünger für die Gemüsefelder benutzt werden konnte. so wie man es eben früher auch getan hatte. Hier in Balar fühlte sich alles wie im tiefsten Mittelalter an. Aber naja ... so war das Leben heutzutage nunmal einfach.
Auf seine Frage erhielt Seth allerdings nicht wirklich hilfreiche Antworten. Es schien ihm, als würde Tyler einfach nur ausweichend antworten. Warum auch immer .... Vielleicht mochte er selbst nicht so richtig darüber sprechen?
Und seine erste Antwort war auch direkt eine halbe Lüge. Kannten sie sich wirklich noch? Es war ein Jahrzehnt vergangen, seit sie einander das letzte Mal gesehen hatten. In so vielen Jahren konnte sich einfach einiges ändern.
Doch er sprach erst einmal nicht aus, was er dachte, sondern wartete ab. Tatsächlich kam noch mehr, doch das klang so wie die generische Geschichte, die beinahe jeder erzählte....
"Hm", machte er also und nickte. Er war fertig. "Also das Dach?", fragte er, bereit seinem Bruder zu helfen. Seine Arbeit hatte er ja nun erledigt.
Während sie den Stall verliessen und Seth die Schubkarre leerte und die Bretter wegstellte, dachte er darüber nach, ob und was er Tyler von sich erzählen sollte.
Als er dann aus dem Schuppen eine der ausfahrbaren Leitern geholt hatte und sie anstellte, damit sie aufs Dach gelangen konnten, seufzte er auf. "Als ich Grace auf der Wiese begegnet bin, dachte ich erst ich sei tot...", sagte er dann. "Hätte mich nicht verwundert ... Ich war kurz vorm Verhungern..."
Und dann hatte sie einfach dort auf dieser Wiese gestanden. "Das war schon ziemlich seltsam. Hab nicht damit gerechnet, dass irgendwer von uns noch am Leben ist...." Ausser er selbst natürlich. Aber er wäre wirklich bereit gewesen zu gehen .... und dann war aber doch irgendwie alles wieder anders gekommen.
"Hàtte sie mich nicht gefunden, wäre ich wohl nicht mehr hier.... Ich hatte das Kämpfen echt satt..."

@Tyler Evans


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#9

RE: Pferdestall

in Innenbereich 04.01.2020 13:22
von Tyler Johnson (gelöscht)
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Ich lauschte den Worten meines Bruders. Vermutlich war es wirklich so, dass wir uns erst wieder neu kennenlernen mussten. Grundwesentlich hatte sich unser Aussehen nicht drastisch geändert. Auch wenn hier und da ein paar Narben prangten. Allein die erzählten ihre Geschichte selbst. Ich setzte ein leichtes Grinsen auf und wartete das er die Leiter abgestellt hatte. Wortlos hörte ich ihm zu und stieg dabei die Sprossen der Leiter hinauf. Zuvor hatte ich einen Hammer an meinem Gürtel befestigt und eine Box mit Zimmermannsnägeln eingesteckt. Mehr sollten wir wohl erst einmal nicht brauchen.
Seine Geschichte klang traurig und ich wollte mir im Grunde nicht vorstellen wie das gewesen war. Natürlich kannte auch ich das Gefühl zu hungern, aber nicht so sehr das ich Angst gehabt hätte zu verhungern. Allerdings kannte ich das Gefühl eine Vatermorgana zu sehen. Immerhin war mir das selbst ziemlich oft passiert. Stumm stieg ich auf das Dach und wartete dabei auf Seth. Hier oben war immer noch mein Lieblingsplatz. Generell wohl auf jedem Dach im Dorf. Von hier hatte man einfach die beste Aussicht und darüber hinaus auch alles andere im Blick. Tief atmete ich durch und schloss für einen kurzen Moment die Augen. Hier oben musste ich immerhin keine Angst haben das mich etwas auffressen wollte. Jetzt war ich schon so lange hier und konnte diese Marotte einfach nicht ablegen. Vielleicht war es auch kein Wunder. Wenn einem dieses Verhalten mehrmals den Hals gerettet hatte.
Ich sah wie mein kleiner Bruder sich zu mir gesellte und stieg dann weiter zur Mitte des Daches. Es sah auf den ersten Blick noch sehr gut aus. Wir mussten wohl nicht viel ausbessern. "Du hättest einfach aufgegeben?" Zumindest hörte sich das für mich schwer danach an. Ich hielt ihn nicht für schwach, aber das Leben hatte ihn ganz schön gezeichnet. Obwohl wir uns darin wohl schon immer unterschieden hatten. Ich wurde das kämpfen wohl niemals leid. Bis zum letzten Atemzug hätte ich mich durch sämtliche Massen geschlagen. Ich hatte nicht unbedingt an diese ganzen nordischen Sachen geglaubt, aber ich musste zugeben das es trotzdem was für sich hatte. Vielleicht wollte ich das auch nur so sehen um mich zu rechtfertigen. In dem Fall konnte ich allerdings nicht mitreden. Ich war einfach noch nicht bereit zu sterben. Selbst wenn ich hätte ganz alleine leben müssen.
Das ich jetzt hier fast meine gesamte Familie um mich hatte, betrachtete ich schon als kleines Wunder. Die Chancen standen wohl besser von einer Horde verschluckt zu werden. Die Sonne schien uns auf den Rücken und hatte für diese Jahreszeit noch beachtlich viel Kraft. Es stimmte mich schon traurig zu wissen das Seth einfach aufgegeben hätte. Ob gewollt oder nicht. Mein Leben verlief anders als seins und ich schien mit den letzten Zehn Jahren besser klar zu kommen als er. Ich setzte mich rittlings auf den Dachfirst, ein Bein auf jede Seite und kontrollierte die oben liegende Naht der Schindeln. Oder von denen die noch übrig waren. Der Rest war bereits mit Holz und Stroh ersetzt worden. Aber auch hier schien alles noch gut auszusehen. "Ich hätte das zwar nicht gedacht, aber ein bisschen kann ich dich da schon verstehen." Es war keine Schwäche und auch kein Aufgeben, wenn man das Leid irgendwann nicht mehr ertragen konnte. Vielleicht war es irgendwann sogar besser und leichter. Nur hatte er jetzt wieder einen Grund zum leben. Mehrere sogar. Wieder war es eine Weile still zwischen uns. Ich war mir noch immer nicht ganz sicher was ich ihm erzählen konnte, was ich bereit war weiterzugeben, oder geschweige denn überhaupt preis zu geben. Ich ging jetzt zwar davon aus das mein Leben etwas leichter war als das meines Bruders, aber leider war es trotzdem nicht ganz ohne. "Ich kann dir nicht mal sagen wie viele Menschen ich auf den Weg hierher getötet habe." Ob freiwillig oder nicht. Manchmal hatte man keine andere Wahl. Ich kontrollierte dabei weiter das Dach und sah ihn nicht an. Nach ein paar Metern richtete ich meinen Oberkörper aber wieder auf und drehte die Schultern leicht. War ich nur zu alt, oder lag es gerade an der Situation? Ich drückte die flache Hand gegen meine Schulter und ließ den Hals seitlich etwas knacken. Vielleicht lag es auch an alten Verletzungen? Oder einfach daran das ich mal wieder nach Ausreden suchte. "Grace scheint ein Händchen für uns zu haben." Ich gluckste leicht und zog das Shirt leicht zur Schulter runter. "Vermutlich wäre ich an einer Blutvergiftung oder sowas drauf gegangen. Wenn da nicht die kleine unscheinbare Grace gewesen wäre." Ich zog den Stoff so weit runter das Seth die unschöne Narbe von der Schusswunde an meiner Schulter sehen konnte. Wie ich mir die eingefangen hatte, verschwieg ich lieber erstmal.


@Seth Evans
@Grace Evans |Nur damit du Bescheid weißt. |


Grace Murdock gefällt das
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#10

RE: Pferdestall

in Innenbereich 05.01.2020 22:02
von Seth Evans (gelöscht)
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Früher irgendwann mal, es fühlte sich an wie eine längst vergangene Ewigkeit, hatte Seth auf dem Bau gearbeitet. In der Höhe herumzuklettern und Schwerstarbeit zu leisten war sein Alltag gewesen. Für den Job hatte er ein gutes Gehalt erhalten und davon leben können, doch dafür war es auch sehr streng gewesen.
Rückblickend betrachtet, hätte er aber vielleicht nicht so lange überlebt, wenn sein Körper nicht auf diese Art Höchstleistung geschult gewesen wäre.
Seth hatte stets versucht durch die Apokalypse zu kommen ohne jemanden zu töten. Ihm war das Töten einfach nie wirklich richtig erschienen, ausser natürlich es war absolute Notwehr gewesen. Und nun ... Er konnte sich vorstellen, dass Tyler da anders war. Dass er vielleicht eher tötete. Aber wer konnte es ihm schon verdenken....?
Mit einem SEufzen folgte er Tyler aufs Dach, wo er es ihm dann gleich tat. Seine Worte hingegen liessen ihn kurz nachdenken. Hätte er aufgegeben...? Vielleicht nicht. Aber vermutlich schon. Zu dem Zeitpunkt war er nur noch Haut und Knochen gewesen, sein Gesicht war so von infektiösen Wunden zerfressen, dass es an ein Wunder grenzte, dass er nicht mehr Narben davon getragen hatte.
"Ich hatte monatelang gekämpft ....", brummte er. Ob er sich angegriffen fühlte? Vielleicht ein wenig.... Er hatte erst Jahre ums Überleben gekämpft. Danach war er in diese Gruppe geraten, hatte alles mögliche über sich ergehen lassen müssen. Alleine beim Gedanken, wie dieser widerliche Dreckskerl ihn wieder auf den Boden drückte und sich auf ihn wälzte ... Ihm kam die Galle hoch und automatisch presste er sich den Handrücken gegen den Mund. Er atmete tief durch, versuchte die Bilder aus seinem Kopf zu verbannen. Er wusste, dass das ein Flashback werden konnte, wenn er jetzt nicht aufpasste. Also presste er sich zusätzlich die Finger gegen die Nasenwurzel, da wo auch seine Haut zu verfaulen begonnen hatte und wo sie nun stark vernarbt war. Es schmerzte immer noch wenn er dagegen drückte, doch zumindest klärte das seine Gedanken irgendwie ein wenig. Es nützte. Die Übelkeit zog sich etwas zurück und er konnte wieder tief atmen.
"Ich habe es immer versucht zu vermeiden zu töten", sagte er dann leise, als sich auch seine zitternden Hände wieder beruhigt hatten. "Aber ..." Er stockte. "Diese widerlichen Kerle ... jeder von ihnen hat den Tod verdient..." Schade, dass er es nicht geschafft hatte sie zu töten. stattdessen war er abgehauen und zu allem Übel hatte er Riley zurücklassen müssen. Er hatte nicht für sie da sein können. Deshalb konnte er der jungen Frau nicht in die Augen schauen. Immer wenn er sie sah erinnerte es ihn an sein Versagen.
Seth sanke in wenig in sich zusammen und er begann Moos vom Dach zu klauben. Er hob den Blick erst, als Tyler ihm die Narbe zeigte. "Sieht unschön aus...", stellte er fest. Tyler konnte wohl auch von Glück sprechen, dass er noch am Leben war. Grace war eben doch irgendwie ein kleiner Engel... Er selbst wünschte sich, er hätte nur Narben davon getragen....
Langsam zog er sich die Jacke aus, dann drehte er sich und zog sein Shirt hoch, um Tyler seinen Rücken zu zeigen, der komplett volltätowiert war. Das meiste davon war abstruser Nonsense. Und das für ihn schlimmste Tattoo war die Strichliste über seinem Steiss. 48 Striche. 48 Mal hatte er den Kerl in sich gehabt und sich nicht dagegen wehren können. Und damit war er noch einer der Glücklichen gewesen. Es hätte ihn schlimmer treffen können.
"Die Leute ... diese Leute waren krank. Sie hatten Riley... und mich. Und ich konnte ihr nicht helfen..." Seine Stimme wurde zittrig. Eigentlich eher untypisch für den stoischen Seth. Doch erneut bahnte sich ein Flashback an und ruckartig zog er das Shirt wieder runter, während er am ganzen Körper zu zittern begann.

@Tyler Evans


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#11

RE: Pferdestall

in Innenbereich 16.01.2020 22:20
von Tyler Johnson (gelöscht)
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Es war nicht einfach über Dinge zu sprechen die man am liebsten vergessen hätte und die bisweilen irgendwo tief verborgen lagen. Aber leider wusste ich auch nur zu genau das so viel Scheiße im Kopf einen irgendwann einholte und auffraß. Seth war da wohl das nahe liegendste Beispiel. ruhig war er schon immer und im Gegensatz zu mir auch wohl besonnen. So in sich gekehrt und überaus still war neu für mich. Und es tat verdammt weh das mit ansehen zu müssen. Was auch immer bei ihm los gewesen war, hatte es in sich gehabt. Meine Narbe an der Schulter wirkte dagegen wohl wie ein Witz. Ich arbeitete einen Moment weiter am Dach. Es würde nicht mehr lange dauern bis der Schnee endgültig liegen bleiben würde. Und danach war es fast unmöglich die Dächer zu bearbeiten. Seth war mir dabei doch eine Hilfe. Er kontrollierte schon die erste Seite und befreite sie von allem was da nicht hingehörte. Das ersparte uns immense Zeit. Das hier war vor dem Winter zwar das letzte große Dach, aber es gab noch einige Türen und Fenster zu kitten. Obwohl ich auch da schon einiges erledigt hatte. Angefangen bei den Kleinsten und Ältesten und bei denen die schnell über die Bühne gingen. Nutztiere waren zwar sehr wichtig, aber nicht zwingend an erster Stelle bei meinen Arbeiten. Sie hatten ihr eigenes Fell und ihre eigenen Federn und waren damit teilweise besser geschützt als wir Menschen. Schweigend hörte ich Seth dabei einfach nur zu. Ich wollte ihn nicht unterbrechen oder gar abwürgen. Das wäre wohl eher kontraproduktiv. Ich war mit der Naht fast durch als er einen Moment schwieg. Verwundert hob ich nochmal den Kopf und blickte zu ihm. Dabei musste ich automatisch die Stirn runzeln. Sogar für einen emotionalen Krüppel wie mich war durchaus sichtbar das er gerade mit etwas kämpfte. Ich hatte mein Shirt längst wieder losgelassen und die Jacke anständig angezogen.
Die ersten Schneeflocken rieselten auf unsere Köpfe, waren aber noch vergleichsweise klein und blieben auch nicht dauerhaft liegen. Allerdings schmälerte das mein Zeitfenster noch mal um ein vielfaches. Ich hob den Kopf um die Wolken zu beobachten. Schwer und leicht grell vom Rest der Sonne waren sie langsam aber sicher über das Dorf gezogen. Seth regte meine Aufmerksamkeit wieder auf sich als er soweit war seine Erzählung fortzusetzen. Es erschrak mich und erklärte gleichzeitig vieles. Äußerlich ließ ich mir nichts anmerken. Bereits vor Jahren hatte ich mir ein mehr als dickes Fell zugelegt. So wie es nötig war, wie mir schien und wie es mir immer wieder bestätigt wurde. Das Bild über seine Vergangenheit bekam weitere Puzzleteile dazu und fügte sich wieder ein kleines Stück weiter zusammen. Auch wenn das Bild weniger sehenswert sein würde. Ich schaute ihn etwas skeptisch an als er sich dabei umdrehte und mir offenbarte was unter seiner Kleidung versteckt lag. Sofort zogen sich meine Brauen automatisch wieder nach oben. Was zum Teufel war das denn? Es wirkte auf mich wie eine Ansammlung von irgendwelchen Bildern die kleine Kinder gekritzelt hatten. Vielleicht war das auch nur so weil ich keine Ahnung hatte welcher Sinn dahinter steckte. Aber nicht einmal wenn ich alles einzeln betrachtete kam mir auch nur eine Idee. Hatte ich da so etwas wie Spender entziffern können? Ich legte den Kopf leicht zur Seite, ohne meinen Blick abzuwenden. Obwohl Seth es nicht sehen konnte, schien es ihn mehr als offensichtlich zu belasten. Allerdings reichte wohl schon das Wissen darum das all das eben immer bei ihm sein würde. Ich hätte wohl nachgefragt was das zu bedeuten hatte, aber nach seinen Erklärungen und wie er reagierte, konnte ich mir meinen Teil einfach schon selbst dazu denken. Dazu musste ich nicht erst wissen was dieses Gekritzel im Einzelnen bedeuten sollte. Obwohl ich zugeben musste das mir diese auffällige und höchst ominöse Strichauflistung mehr Sorgen bereitete. Auf was zum Henker sollte das Hinweisen? ich hatte nicht den Hauch einer Ahnung und ohne die Erläuterungen meines Bruder würde ich auch niemals darauf kommen. Aber vielleicht wollte er das auch so.
Was hätte ich dazu sagen sollen? Freiwillig war das auf gar keinen Fall entstanden. "Wie viele mussten dich dafür festhalten?" Zweifellos waren es wohl viele gewesen. Seth konnte im ersten Moment vielleicht etwas schmächtig wirken, aber ich hatte noch in Erinnerung das er im Ernstfall Bärenkräfte entwickeln konnte. "Die Blonde mit der Herde Kindern?" Es hatte mich von Anfang an gewundert das sie überhaupt mit verhältnismäßig so vielen Kindern überlebt hatte. Ich fragte mich auch ob das alles überhaupt ihre eigenen sein konnten. Im Grunde war das doch unmöglich. Soweit ich das beurteilen konnte sah sie noch relativ jung aus. Und die Größe, als auch das geschätzte Alter der Kinder machten eine direkte Verbindung unmöglich. Das würde aber auch erklären wieso sie in dem Alter bereits ach so viele Tattoos hatte. Was ziemlich unschön für ein so hübsches Gesicht war. Ich kannte sie nicht besonders gut, aber zumindest auf mich wirkte sie nicht so traumatisiert wie Seth. Vielleicht spielte sie das auch nur anderen vor. Möglich war es. Ich beobachtete Seth dabei wie er sein Shirt wieder runter zog, während ich kurz versuchte meine Gedanken zu ordnen um all das in ein logisches Bild zu rücken. Aber das war verdammt groß und brauchte selbst für mich etwas Zeit um richtig gesetzt zu werden. Alarmierend wurde es für mich erst richtig als Seth anscheinend seine Stimme verlor und er mehr als deutlich am ganzen Leib zu zittern begann. Sofort schwang ich mein Bein über das Dach und ließ mich noch im selben Moment zu ihm hinterrutschen. Bestimmend aber nicht zu fest packte ich ihn bei seinem Oberarm um zu verhindern das er dabei noch vom Dach fiel. Den Hals konnte er sich brechen wenn ich nicht dabei war. "Hey!" Fing ich an und brachte ihn dazu mich anzusehen. "Es war nicht deine Schuld, kapiert?" Logischerweise nicht. Das musste selbst er so sehen. "Es hätte ihr wenig gebracht wenn du dich nicht selbst retten könntest." Ich sah ihm ins Gesicht und musste unwillkürlich selbst schwer schlucken. Ich hatte mit der Wut zu kämpfen und mit meinen aufkommenden Rachegefühlen. "Sie ist jetzt hier ok. Und ihr seid beide am Leben." Ich wusste schon dass das alles leichter gesagt als getan war. Wie er hatte auch ich einigen Dreck am stecken. Und damit musste ich klar kommen, sowie er jetzt leider Gottes auch. "Du hast dir nichts vorzuwerfen. Sie tut es anscheinend auch nicht." Es wirkte immerhin so auf mich und wenn es meinem Bruder helfen konnte, war mir das recht. Dabei hielt ich nach wie vor seinen Arm fest. Teils damit er nicht plötzlich abrutschen konnte und teils damit er auch nicht vor mir davonrennen konnte. Auch wenn ich normalerweise niemand war der große Reden schwang oder überhaupt sinnvolles von sich gab. Meine Emotionen beschränkten sich seit nunmehr fast Zehn Jahren aus gutem Grund nur aus wenigen Funken die ich bewusst zuließ. Schuldgefühle gehörten dabei auf den allerletzten Platz.
So hatte das hier oben allerdings wenig Sinn. Das Dach war gänzlich ungeeignet für Anfälle jeglicher Art. Also blieb uns oder mir nicht viel anderes übrig, als Seth vom Dach zur Leiter zu lotzen und schließlich sicher auf den Boden. Da konnte er sich zumindest nicht sehr schwer verletzten wenn er umfallen würde. Ich klopfte ihm etwas fester als gewollt auf die Schulter und hatte so meine Propblem damit fertig zu werden. Leider machte der Winter uns einen Strich durch die Rechnung, denn da war noch eine Menge zu erledigen. Inklusive der Mauern. "Rede mit ihr. Oder mit Grace." Unsere quirlige kleine Schwester war wohl der Familienexperte was irgendwelchen Gefühlskram anging. Für mich gab es da nur zwei Optionen und Seth schien für keine von beiden auch nur ansatzweise bereit zu sein. Obwohl ich wohl selbst unfähig war ihm zu helfen. ich zog kurz die Brauen hoch, musste ihn und verabschiedete mich schließlich wortlos. Damit konnte ich tatsächlich weniger umgehen, weshalb eine Flucht da für alle Beteiligten besser erschien. Das ich nicht unbedingt das Dorf dafür verlassen musste war klar, allerdings musste ich ein paar Dinge erledigen die keiner weiteren Wartezeit mehr bedurften.



-> outside
@Seth Evans


zuletzt bearbeitet 16.02.2020 20:18 | nach oben springen


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