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WIR SIND EIN SEIT 2013 – BESTEHENDES ENDZEIT FORUM ANGELEHNT AN DIE SERIE AMC'S THE WALKING DEAD. DIE AMC-SERIE DREHT SICH UM EINE GRUPPE VON MENSCHEN, DIE SICH PLÖTZLICH IN EINER POSTAPOKALYPTISCHEN WELT WIEDERFINDEN, DIE VON ZOMBIES ÜBERSÄT IST. ÜBERLEBEN HEISST NUN DAS OBERSTE GEBOT DER STUNDE. ALLES HAT DAMIT ANGEFANGEN ALS RICK GRIMES AUS DEM KOMA ERWACHTE UND SICH IN EINER WELT VOLLER UNTOTEN ZURECHT FINDEN MUSSTE UND NACH SEINER FAMILIE SUCHTE. AB DANN BEGANN EIN LEBEN VOLLER EREIGNISSE, DIE EINEN MENSCHEN EWIG PRÄGEN WÜRDEN. HÖHEN UND TIEFEN, WELCHE IMMER WIEDER EINTRATEN. DIE STORY VON TWD VERLÄUFT AKTUELL BEI UNS BIS ZU NEGAN'S GEFANGENSCHAFT, AB DANN HANDELN WIR FREI NACH BESTIMMTEN EREIGNISSEN UND DER ENDZEITTHEMATIK. AUFGETEILT IN VIER, VERSCHIEDENEN KOLONIEN UND EINZELNEN GRUPPEN BIETEN WIR ABWECHSLUNG UND SPANNUNG FÜR JEDEN SERIENCHARAKTER UND FREECHARAKTER. AUCH CHARAKTERE AUS DEN SCHWESTERNSERIEN AMC'S FEAR THE WALKING DEAD & AMC'S THE WALKING DEAD: WORLD BEYOND SIND BEI UNS MIT ANGEPASSTER STORYLINE SPIELBAR. EGAL WIE DU DICH ENTSCHEIDEST – DEIN KAMPF GEGEN DIE UNTOTEN UND LEBENDEN ERWARTET DICH HIER.
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Nach dem Fall von Alexandria, Hilltopp & The Kingdom haben Rick & Co. sich in der Cottage by the Sea ein neues zu Hause aufgebaut.

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Die Anarchy Riders sind eine Kolonie, die aus einem Biker Club entstanden ist. Sie halten als Familie zusammen und stehen hinter den Werten ihres Clubs.

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Valley Balar, so hieß die Kolonie einst. Sie lebten friedlich in einem Dorf hoch oben in den Bergen. Durch einen Erdrutsch mussten sie fliehen und fanden ein neues zu Hause auf einer Insel.

HEAVENS PARADISE

Die Heavens Paradise ist eine Gruppe, welche sich schon vor dem Ausbruch gebildet hatte. Der Anführer, welche die Gruppe damals mit seinem Bruder gegründet hatte, glaubte schon immer an den Weltuntergang und bereitete sich auf diesen vor, was ihnen allen das Leben gerettet hatte.

NOMADEN

Menschen, die Gruppen angehören oder alleine überleben, um ihren Platz in der kaputten Welt zu finden.
Die ersten Schneeflocken sind gefallen. Über das Land zieht sich eine schwere, weiße Decke aus Schnee, überdeckt jedes Grün und jede Saat. Nahrung wird deutlich knapper. Die Temperaturen sinken bis unter die Minusgrade. Beißer werden durch die Temperaturen deutlich langsamer als sonst oder frieren gar sogar ganz fest. Nomaden trifft es besonders schwer und sollten sich dringend eine sichere Unterkunft suchen. Mit massiven Schneestürmen ist teilweise zu rechnen.

An Aus


#21

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 09.12.2020 20:01
von Jason Avery | 373 Beiträge

Jason durchsuchte ruhig und kontrolliert seinen Schrank mit den medizinischen Materialien. Anna war angetrunken oder betrunken, wie sehr der Alkohol ihr zusetzte konnte er nicht ganz einschätzen, dazu müsste er einen Bluttest machen. Aber dass sie sich in einem rauschartigen Zustand befand, konnte auch jeder andere sofort sehen, immerhin schwankte sie, ihre Sprache war verwaschen und ihre Handlungen waren unkoordiniert. Das Chaos versuchte sie wohl offensichtlich auf Galileo zu schieben, die einzige Katze die jemals in Jasons Haus war und die einzige Katze, die Jason auch in sein Haus ließ.
„Galileo würde nie ein solches Chaos veranstalten. Er weiß, dass es in diesem Raum nichts Essbares für ihn gibt und damit nichts Interessantes für ihn“, wiedersprach Jason emotionslos und sah aus dem Augenwinkel, wie Anna gegen die Behandlungsliege taumelte, sich dann darauf niederließ. Gut, dort würde sie nicht noch mehr Unordnung schaffen können. Sanft schüttelte der Dunkelhäutige nur den Kopf, griff dann den letzten Gegenstand und schloss den Schrank wieder. Geschmeidig setzte er sich auf den Hocker vor Anna, zog sich mit den Füßen so hin, dass er ihre Hand mit den gebrochenen Fingern gut behandeln konnte und besah sich die Finger genauer. Sie sahen zwar gebrochen aus, aber schienen alle beide eine einzige Bruchstelle zu haben, was sehr gut war. Ihr Versuch ihm die Gegenstände abzunehmen war kein wirklicher Versuch, Jason musste sich nicht großartig anstrengen um sie daran zu hindern.
„Nein, das kannst du nicht selbst. Du würdest nicht den nötigen Druck aufbringen und am Ende noch mehr kaputt machen. Also mache ich das. Ich bin der Arzt“, sagte er mit bestimmtem Tonfall und begann ihre Finger weiter zu untersuchen. Anna schwieg, er roch den Alkohol aus ihrem Atem, doch er blieb konzentriert auf die Finger. Wieviel Schmerz Anna aufgrund des Alkohols und aufgrund der Vergangenheit noch wahrnahm, konnte Jason schlecht einschätzen. Doch sie zuckte nicht wirklich, als er die Bruchstellen ertastete und mit einem kleinen Ruck die Knochen wieder so aneinanderstellte, dass sie gut verheilen konnten.
Etwas verwirrt hob er dann den Kopf bei ihren Worten, ließ ihn dann aber wieder sinken. Was meinte sie damit, dass sie ihre Vergangenheit umgebracht hatte? Die Vergangenheit war kein Lebewesen, nichts was man umbringen konnte. Ohne etwas zu sagen und weiterhin auf ihre Finger konzentriert, hörte Jason ihr einfach weiterhin zu und erfuhr so schon bald, was sie mit ihrer Aussage eigentlich meinte. Sie hatte den Rest ihrer Gruppe umgebracht. Das Blut in ihrem Gesicht war also nicht ihr eigenes. Daher kamen auch die Verletzungen, nicht von ihrer schlechten Ausrede, dass sie gestürzt wäre.
Überrascht weiteten sich kurz seine Augen, als er spürte wie sie ihm die Hand entzog, er diese dann an seinen Wangen spürte und sie ihn zwang ihn anzusehen. Er spürte wie ihm kurz das Herz aussetzte, ehe dieses wie in einem Galopp anfing zu rasen, alles in ihm schrie danach sein Gesicht ihr zu entziehen. Ansonsten war es okay, wenn Anna ihn berührte, wenn er es vorher wusste. Doch so plötzlich von ihr quasi gepackt zu werden, dass sie ihn schon förmlich dazu zwang ihn anzusehen, dass überforderte ihn. Doch er hielt es aus, denn dies war einer dieser seltenen Momente, wo er irgendwie in sich drin spürte, dass Anna dies brauchte. Er meinte in ihren Augen diesen Schmerz zu sehen und diese Sehnsucht danach, dass er es verstand. Dass jemand ihr sagte, dass sie kein böser Mensch war.
„Ich verstehe es Anna“, sagte er und nickte, ließ den Blick nicht von ihrem Gleiten, auch wenn dieser Moment der Erkenntnis schon langsam abebbte, „Ich verstehe es, es ist logisch Anna. Alles was logisch ist für mich, kann ich auch verstehen, dass weißt du doch. Aber bitte Anna… lass mich deine Finger richten. Ich möchte sie dir nicht abnehmen müssen…“
Er sah sie noch an, wartete, bis sie die Hände von seinen Wangen löste und richtete den Blick wieder auf ihre gebrochenen Finger. Erneut richtete er die beiden Gebrochenen, dann griff er zur Seite, ohne hinzusehen erwischte er die Bandagen, die er routiniert um ihre Finger band, ehe er beide in eine kleine Schiene legte. Danach band er die zweite Bandage herum, sodass ihre beiden Finger nun dick in weißes Mull eingebunden waren, aber von den Bandagen stabilisiert wurden.
„Sie haben eine Gefahr dargestellt“, fuhr er dann nach der Stille fort und kontrollierte seine Arbeit von unten, ehe er mit dem Stuhl zurückrollte und aufstand, „Selbst ich habe in dem Moment im Kerker gemerkt, dass dies keine guten Menschen sind. Rick und Daryl hätten sie sicherlich nicht getötet, eine Todesstrafe gibt es hier im Cottage nicht. Was für mich nicht logisch ist. Diese Menschen, wenn Rick und Daryl sie irgendwann hätten gehen lassen, wären sicherlich wiedergekommen und hätten hier noch mehr Chaos entfacht. Du hast sie getötet, der einzige zu 100% sichere Weg, diese Zukunft zu verhindern. Die einzige, logische Entscheidung um mit dieser Situation umzugehen. Wenn sie tot sind, können sie hier niemanden mehr verletzen und stellen keine Gefahr mehr da.“
Er holte eine Schüssel mit warmem Wasser und einem sauberen Stofftuch, setzte sich dann wieder vor Anna und tauchte den Stoff in das Wasser. Sanft strich er ihr damit über das Gesicht, entfernte das getrocknete Blut von ihrer Haut mit konzentrierten und präzisen Strichen.
„Ich hoffe aber, du hast die Wachen am Kerker nicht getötet. Sie sind unschuldig, auch, wenn es ein notwendiges Opfer gewesen wäre um eine logische Konsequenz zu ziehen. Dennoch, solltest du sie getötet haben und jemand herausfinden, dass du es warst, kann ich dich nicht vor Daryl und Rick beschützen. Immerhin sind auch unsere Wachen Mitglieder der Gemeinschaft. Auch, wenn sie meiner Meinung nach nicht sonderlich viel zur Gesellschaft beitragen. Man kann jedem Idioten eine Waffe in die Hand drücken“, sprach er weiter und zuckte mit den Schultern. Er hielt nicht viel von Soldaten, jeder Vollidiot konnte jemanden erschießen. Aber nicht jeder konnte ein Menschenleben retten. Oder ein Haus bauen, dass nicht bei der nächstbesten Windböe einstürzte…
Sanft griff er mit einer Hand an Annas Kinn, drehte ihren Kopf nach links und rechts. Er betrachtete ihre Nase, auf dieser war ein kleiner Cut, im Kampf mit den anderen Männern ihrer Gruppe hatte sie wohl etwas auf die Nase bekommen, aber diese sah nicht gebrochen aus. Es zeigte sich nur ein kleines Hämatom, welches aber in ein paar Tagen wieder weg sein würde. Nichts Dramatisches.
„Folge meinem Finger“, wies er sie dann an, klickte die kleine Taschenlampe an und leuchtete seitlich in ihre beiden Augen. Gut, es sah nichts nach etwas Neurologischem aus, zumindest mit den Tests die er so „einfach“ ausführen konnte.

@Anna Avery



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#22

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 15.12.2020 23:16
von Anna Avery | 1.338 Beiträge

Ein kurzes, dümmliches, betrunkenes Lächeln zog dich durch Anna's Gesicht als Jason sie mit fester Stimme belehrte, das sie sich eben nicht selbst verarzten konnte. Es war schon fast so gewesen als wäre er sauer gewesen, würde sein Gesicht dabei nicht so monoton bleiben, würde sie das sogar wirklich glauben. Zu dem sie sich kaum erinnern kann Jason richtig sauer gesehen zu haben oder einschätzen zu können das er wohl gerade Wut verspüren konnte unter diesen Augen, die alles im Raum analysierten, nur den Augenkontakt vermeidete. Gut vielleicht die ein paar Dinge, die Anna als Kind getan hatte. Mal seine Ordnung gestört damit sie eben seine Aufmerksamkeit hatte und das er mit ihr spielen sollte. Aber da war Anna eben noch ein Kind und hatte nie die Absicht gehabt ihren Bruder absichtlich zu verärgern. Das Grinsen verschwand aus Anna's Gesicht so schnell wie es gekommen war als sie der Schmerz ihrer Finger, die Jason gerade mit einer Schiene und einer Bandage versorgte - und der unausweichliche Drang übergriff, ihrem Bruder in die Augen zu sehen als sie davon erzählte was sie getan hatte. Sie hatte nicht direkt gesagt, das sie diese Leute getötet hatte aber ihr Bruder war schlau genug um es zu verstehen. Um die Dinge zusammen zu zählen, auch wenn ihre Aussage zuerst wohl keinen Sinn für ihn zu haben schien. Sie musste ihn ansehen, der Zweifel war da, das er sie für das verurteilen könnte. Schließlich haben sie sich eine sehr lange Zeit nicht gesehen, Anna ging ja davon aus das ihr Bruder schon längst tot sei, ob er je das Selbe geglaubt hatte, konnte die Dunkelhaarige nicht einschätzen. Es war eine Menge Zeit verändert und sie haben sich beide verändert, äußerlich wie auch charakterlich. Auch wenn Anna momentan nur die äußerlichen Veränderungen ihres Bruders aufgefallen sind, wird sich in den nächsten Tagen zeigen ob Jason auch eine andere Sichtweise entwickelt hat oder ob diese relativ gleich blieb, so wie sie ihn eben kannte. Ihr Bruder, der einzige Mensch, dem sie direkt blind vertrauen würde. Wo sie weiß das dieser sie nie hintergehen würde und umgekehrt. Niemals. Auch wenn ihr Blut nicht gleich war und Jason sie auch immer wieder darüber belehrte wenn Anna ihn als ihr Blut bezeichnete … - für sie war es so. Dazu brauchte sie keine wissenschaftliche Erklärung oder einen DNA Test. Sie war mit ihm aufgewachsen als Bruder und Schwester und an diesem Verhältnis würde sich nichts ändern. So wie sie ihre Adoptiveltern als ihre Eltern ansah, was nicht bedeutete das sie ihre richtige Familie verabscheute. Bis auf ihre Mutter, die schließlich gestorben war als die Dunkelhaarige ein Baby war, kannte sie ja niemanden. Auch wenn Paula es ihr nie verboten hatte, ihr sogar geholfen hätte, ihre wahren Wurzeln zu finden. Aber das wollte Anna nie. Vermutlich weil sie auch Angst hätte eventuell enttäuscht zu werden. Sie war glücklich, ihr hatte es an nichts gemangelt und sie hatte die Liebe einer Familie. So kitschig und auch gleichzeitig kalt es klang. Mehr Familie brauchte sie nicht und selbst wenn sie es doch wollte – Jetzt war es jedenfalls zu spät dafür.
Selbst als sie das Gesicht ihres Bruders mit ihren Händen festhielt, wirkten seine Augen, seine Mimik so unergründlich wie immer. Sie spürte die sofortige Unsicherheit die seinen Körper durchströmte und wahrscheinlich schrie gerade alles in ihm sich zu entziehen. Auch Anna hatte für einen kurzen Moment ein schlechtes Gewissen, ihren Bruder so zu überfordern. 'Ich verstehe es, Anna.' - Es war als würde ihr einen Moment lang der Atem aussetzen, als müsste sie diese einfachen Worte erst mal sacken lassen. Und Jason wäre nicht Jason wenn er nicht erklärte warum. Sie haben eine Gefahr dargestellt, Anna hatte richtig gehandelt. Es war die einzige Möglichkeit. Es war nicht so das er sie dazu ermutigte aber er verstand es, er sah es genau so. Sie hatte Recht. Aber warum fühlte es sich dann nicht so an? Und für einen Moment verschwand die autistische Ader. Mit fast schon zitternden Händen ließ sie ihren Bruder endlich los. Alles in ihr lag schwer und das zeigte sich auch in ihren Augen, die sich unmittelbar mit Tränen füllten. Es war selten das Anna wirklich weinte, es kam zu mindestens kaum vor. Es war das erste mal seit langem wieder, nach dem Jason ihr erzählte das ihre Eltern Tod seien. Er wusste wahrscheinlich gar nicht was er mit seinen Worten in ihr ausgelöst hatte. Teils war sie erleichtert, andererseits als würde man sie erdrücken. Ein paar Tränen liefen über ihre Wangen während sie ihre Hand einen Moment lang mit seiner umklammerte und ihm ihre Lippen kurz auf seine Handknöchel drückte ehe sie ihn vollständig losließ. „Warum fühlt es sich dann so an, als hätte ich etwas ganz Schreckliches getan?“ schüttelte Anna den Kopf. Scharf zog sie nur die Luft ein als Jason weiterhin an ihren gebrochenen Fingern hantierte. Anna hatte eine hohe Schmerzgrenze aber das hier... - das tat höllisch weh. Und wäre sie womöglich nicht noch angetrunken würde es sich noch viel intensiver und schmerzhafter anfühlen. Aber sie hielt still. Als er dann auf die Wachen zu sprechen kam, wischte sich Anna bereits die paar Tränen weg, die sich auf ihr Gesicht gekämpft haben. „Nein, sie haben mich nicht gesehen. Sie müssten bald wieder wach sein.“ versicherte sie ihm knapp. Anna blickte ihm kurz nach als er mit einer Schüssel, gefüllt mit Wasser zurückkam. Sanft, versuchte er ihr Gesicht von dem, mittlerweile getrockneten Blut zu befreien und Anna ließ es zu, schloss dabei kurz die Augen. Sie roch schon gar nicht mehr das Eisen, das Blut allgemein erst einen Geruch gibt. Als hätte sie sich daran gewöhnt. Die Dunkelhaarige schwieg kurz. „Mum wäre so stolz auf dich.“ hauchte sie ihm nur ehe ihre Mundwinkel kurz nach oben zuckten. „Das war sie zwar immer aber sie wäre es jetzt noch mehr.“ Anna schnaufte hörbar. „Ich hoffe diese Welt schätzt dich mehr, auch wenn sie ziemlich beschissen und aussichtslos ist. Aber du bist auf einem guten Weg.“ hauchte die Dunkelhaarige weiter ehe sie ein amüsiertes Schnauben von sich ließ. „Nicht so wie ich.“ Jason ließ sie los und Anna seufzte, ging nicht weiter auf die Aussage ein, befolgte eher seiner Anweisung und ihre Augen folgten seinem Finger. Bis auf ihre Finger fühlte sie sich auch nicht sonderlich schlecht. Ein wenig schwindelig und erheitert durch den Alkohol. „Eine Sache noch.“ Anna hob den Kopf wieder an. „Die verdammte Katze … du hast sie wirklich Galileo genannt.“ Anna schüttelte grinsend den Kopf ehe sie sich aufrichtete, deutlich taumelig ehe sie ihr Gleichgewicht hielt und ihre verbundenen Finger betrachtete. „Sieht fast aus wie neu. Du glaubst mir zwar nicht mehr das ich gefallen bin aber die anderen womöglich. Falls jemand fragt.“ Anna ließ ihre Hand sinken und taumelte zur Tür, das Sofa war ihr Ziel gewesen, sie wollte einfach nur noch die Augen zumachen. Irgendwie. „Ich werde bleiben.“ sagte sie dann leise aber dennoch hörbar. „Wenn du das willst.“ Sie wollte das was ihr Bruder hier hatte nicht kaputt machen oder verkomplizieren. Wenn er wollte das sie ging, dann würde Anna gehen ohne Widerworte.

@Jason Avery


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I only have fear

He was my only son, and they killed him. They stole him from me and murdered him, and they shall answer for it.


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#23

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 11.01.2021 19:50
von Jason Avery | 373 Beiträge

Was seine Worte in seiner Schwester auslösten, wusste Jason nicht, er hatte wirklich keine Ahnung. Immerhin gab er ja nur seine Sichtweise auf die Dinge, dass er damit vermutlich Annas psychologische Gesundheit rettet, ahnte er nicht. Doch Jason war immer ehrlich, immer, er konnte nicht lügen. Oder nur wirklich sehr schlecht. Jason war auch bewusst, dass manchmal eine Lüge besser war, aber das Konzept von Lügen machte für ihn einfach wenig Sinn. Er verstand nicht genau, wie eine gute Lüge funktionierte, weil zu einer guten Lüge auch viel Mimik, Gestik und Tonlage gehörten. Alles drei Dinge, die Jason… eher semi gut ausführen konnte.
Aber hier konnte er Anna offen und ehrlich antworten. Ja, diese Leute hatten eine Gefahr dargestellt und Anna war den Weg gegangen, der eine 100 prozentige Lösung gab, dass sie keine Gefahr mehr darstellten. Zumindest, wenn sie ihnen allen den Hirnstamm zerstört hatte. Sonst würden sie unfreiwillig eventuell den Weg zurück in das Cottage finden. Verraten konnten sie Anna als ihre Mörderin allerdings auch nicht mehr.
Als er ihre Lippen sanft an seinen Knöcheln spürte, ließ er das ganze unkommentiert über sich ergehen, sah sie nicht an und wartete einfach, bis sie ihre Geste zu Ende ausgeführt hatte.
„Nun, du hast mehrere Menschen getötet. In der weit verbreiteten Vorstellung von Gut und Böse, ist Töten etwas Böses. Zumindest einen Menschen zu töten ist etwas Böses. Das ist die Moral und Ethik, die uns unsere Eltern beibringen wollten. Völlig verständnislos und auch so unglaublich willkürlich gewählt meiner Meinung nach, aber es gab viele Menschen, die nach dieser Moralvorstellung gelebt haben“, antwortete Jason trocken und direkt auf ihre Frage, „Deswegen fühlt es sich falsch an. Du hast gegen die Moral verstoßen, die unsere Eltern uns beigebracht haben, nun… dir beigebracht haben. Das Konzept von Moral und Gut und Böse… naja, wie gesagt, erscheint mir nicht logisch. Jemand kann gefährlich sein… bedroht mich jemand mit einer Waffe, ist er gefährlich. Aber ist er gleich böse? Was ist böse?“
Er schüttelte ebenfalls sanft den Kopf. Nein, es gab bei dieser ganzen Moralgeschichte viel zu viele ungeklärte Fragen auf die Jason sein Leben lang immer die unzufrieden stellendste Antwort überhaupt bekommen hatte: Weil es eben so ist. Ende.
Ein wenig Erleichterung überkam den dunkelhäutigen Arzt schon, als Anna meinte, sie habe die Wachen nicht getötet. Es wäre schade gewesen, Anna so schnell wieder zu verlieren, wo er sie doch gerade erst gefunden hatte.
Als Anna dann davon sprach, dass ihre Mutter wohl stolz auf Jason wäre, es schon immer war, ließ das Jason Recht kalt. Das Prinzip von Stolz war auch etwas… diese ganzen Gefühle, die Menschen empfanden, egal ob über sich selbst oder über jemand anderen, das war für ihn alles so verwirrend.
„Ich führe das aus, was ich gelernt habe und das so gut ich kann“, gab Jason nur zur Antwort und ließ das Gespräch dann sein. Was Anna damit meinte er wäre auf einem guten Weg, keine Ahnung. Was sollte das bedeuten? Der Weg des Lebens? Als ob für jeden Menschen der Weg schon vorgegeben wäre, so ein Schwachsinn. Aber er hatte im Moment keine große Lust mit Anna über etwas zu diskutieren, auch, wenn es in seinem Hinterkopf weiternagen würde. Stolz… wie gerne hätte er ihre die Definition jetzt aufgezählt, dass es ein Gefühl von großer Zufriedenheit mit sich selbst war. Ob man nun selbst etwas getan hatte, dass einen stolz sein ließ, oder eine andere Person, deren Taten man sich aber auch irgendwie einen Anteil zuschrieb. Diese Freude, die der Gewissheit entsprang, etwas Besonderes, Anerkennenswertes oder Zukunftsträchtiges geleistet zu haben. Doch das hatte Jason nicht, er tat nur das, was er gelernt hatte. Das Wissen war ja nicht einfach in seinem Kopf entsprungen, er hatte es wie jeder andere Medizinstudent gelernt. Von daher… er war ja auch ebenso geboren worden, was konnte er denn dafür, dass er intelligent war? Er kannte es ja nicht anders. Doch er ließ es bleiben. Es war noch sehr früh, Anna angetrunken und verletzt, er wusste, dass mit ihr keine anständige Diskussion zu führen war. Und auch sie, auch wenn Anna es selten tat, würde ihm nur wieder dieselbe unzufrieden stellende Antwort geben: Weil es ebenso ist.
Dann ging das Gespräch zu seinem Kater und Jason lächelte tatsächlich sanft, „Ja. Er ist ein sehr intelligenter Kater und ich dachte mir, da bekommt er den Namen eines sehr intelligenten Menschen. Außerdem ist er genauso überzeugt von sich selbst, wie es Galileo Galilei von seinen wissenschaftlichen Erkenntnissen war.“
Auch Jason erhob sich schließlich, beobachtete wie sich seine Schwester etwas taumelnd erhob, doch er ließ sie alleine laufen. Ordentlich leerte er die Schüssel aus, kippte das Wasser in einen Behälter, es würde später gereinigt und wieder aufgewertet werden.
Langsam hob er den Kopf und betrachtete seine Schwester, wie sie da an der Tür stand. Wenn er das wollte.
„Ich möchte das du bleibst Anna. Du bist meine Schwester. Was wäre ich für ein… *kanadisches Schimpfwort das Anna kennt*, wenn ich es nicht wollen würde“, sprach Jason und lächelte über das Schimpfwort. Es war das einzige Schimpfwort, dass wirklich niemals bei ihnen zuhause fallen durfte. Gelernt hatten die beiden es durch ein Kind aus Annas Klasse, Jason hatte lange gebraucht es im richtigen Kontext zu verwenden, aber er hatte es irgendwann hinbekommen. Nach ziemlich vielen, für die anderen, lustigen Fehler.
„Und jetzt ruh dich aus. Ich werde für eine Stunde drüben im Trainingsraum sein, aber wenn du aufwachst, bin ich wieder da“, fuhr er nun mit einer etwas befehlerischen Stimme fort, stellte die Schüssel neben das Waschbecken. Sanft hörte er das Klicken der Tür, als Anna in seinen Wohnbereich verschwand, dann atmete er tief durch. Es war für ihn verwirrend und auch anstrengend, so viele Emotionen innerlich zu empfinden, sie aber nicht zeigen zu können. Anna war seine Schwester, natürlich fühlte er etwas. Aber er musste das ganze erstmal ordnen und mit der neuen Situation klarkommen. Immerhin hatte er bis vor zwei Tagen noch fest damit gerechnet, dass Anna tot war. Die Wahrscheinlichkeit hatte sehr dagegen gesprochen, dass seine Schwester noch lebte und erst Recht, dass sie sich wieder finden würden.

@Anna Avery



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#24

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 14.03.2021 15:43
von Anna Avery | 1.338 Beiträge

'Was ist böse?' - Eine Frage dir ihr Bruder berechtigt stellte und welche ihr noch eine Weile im Kopf hallen würde. Vielleicht hätte Anna eher eine Antwort erhalten, wenn sie mit einem Priester oder Ähnlichem geredet hätte. Ob es sowas überhaupt noch auf dieser Welt gab? Richtige Priester, die nach all dem Scheiß an Gott glauben konnten und auch noch den Mut dazu haben es anderen Aufzutischen. Denn etwas anderes würde ihr so jemand in diesem Moment tun und wohl etwas von Vergebung quatschen. Wenn sie so darüber nachdachte war ihr die logische Sicht ihres Bruders dann doch lieber gewesen. Auch wenn sie ihm diese Frage nicht wirklich beantworten konnte und dennoch löste sie etwas in der Dunkelhaarigen aus. Trauer, die ihr die Kehle zuschnürte. Trauer die so viel schlimmer war als die als sie vom Verlust ihrer Eltern gefahren hatte. Was war böse? Nur ein Wort. Aber vor allem ein Schmerz. Kein Mensch wurde Böse geboren, nicht mal die schlimmsten Serienkiller in der Geschichte. Es hatte immer einen Grund gehabt, ob gar eine psychische Erkrankung oder andere Menschen, die denjenigen so geformt hatten. Anna schluckte dieses Gefühl so schnell wieder runter wie es nur ging. Womöglich lag es am Alkohol oder gar an den Schmerzen, die Anna noch nicht ganz so wahrnahm. Natürlich hatte Anna auch nicht gerechnet als sie ihrem Bruder mitteilte das ihre Mutter stolz auf ihn wäre das er sie breit anlächeln würde, wie es jeder andere Mensch tun würde. Es war ihm schon fast anzusehen wie er nicht ganz wusste damit umzugehen, genau so wie man es ihm auch ansehen konnte wenn er verwirrt war. Nun zu mindestens Anna konnte es mittlerweile. Sie war ja schließlich auch mit ihm aufgewachsen, da war es nur normal das sie da ein paar Dinge über die Mimik und Gestik ihres Bruders wusste. „Scheiße Jason.“ schnaubte die Dunkelhaarige amüsiert fluchend. „Es war ein Kompliment. Es reicht wenn du dafür einfach nur Danke sagst.“ Nun sprach deutlich wieder der Alkohol aus der Dunkelhaarigen. Die Beschwipstheit die der Alkohol mit sich brachte mit den passenden Gefühlsschwankungen. Anna hatte sich von dem ein oder auf den anderen traurig gefühlt und nun... war sie deutlich glücklicher wieder gestimmt. Besonders als Jason's Lippen ein Schimpfwort verließ. „Du hast es gesagt.“ grinste die Dunkelhaarige betrunken. „Mum wäre so sauer, Dad auch aber eigentlich würde er es innerlich auch ziemlich witzig finden.“ Die Dunkelhaarige schüttelte erneut den Kopf. „Natürlich willst du nicht das ich gehe. Jetzt noch nicht. Aber warte mal ein paar Tage ab. Vielleicht gehe ich dir nicht auf die Nerven aber deutlich den anderen. Hm .. Freunde finden werde ich hier glaub ich nicht, schließlich wollte ich ihr geliebtes Heim beklauen … das mit dem Wachdienst kann ich mir wohl auch abhaken was?“ grinste die Dunkelhaarige, deutlich signalisierend das sie ihre Worte nicht ernst meinte. „Das heißt … ich muss wohl doch ewig an deiner Backe hängen.“ Ihr Gesichtsausdruck war ernst ehe sie wieder schmunzelte. „Das war ein Witz.“ erklärte sie ihm direkt. „Es ist nicht so das du mich nicht ewig an der Backe haben wirst. Ich meine du hast es ja auch all die Jahre über ohne mich geschafft, das würdest du die restlichen Jahre deines Lebens auch noch.“ Anna's Grinsen verschwand und sie seufzte ehe sie sich taumelnd aufrichtete aber ihr Gleichgewicht schnell wieder fand. Anna taumelte Richtung Tür,konnte sich aber eine letzte Aussage nicht ganz verkneifen. „Seit wann trainierst du? Doch nicht um dich mit Beißern zu prügeln.“ Anna schüttelte grinsend den Kopf während sie aus dem Raum zur Couch taumelte. Mit einer hektischen Handbewegung scheuchte sie Galileo vom Sofa auf ehe sie sich nur wie ein nasser Sack in den weichen Stoff fallen ließ und direkt vom Schlaf übermahnt wurde. Ohne zu wissen das der Kater zurückkam um sich auf Anna's Bauch niederzulassen und laut zu schnurren.

Anna verschlief den Morgen, öffnete erst gegen Mittag ihre verkaterten Augen, nur um dann in die Augen von Galileo zu blicken. Anna schreckte auf, realisierte im ersten Moment nicht das es sich um den Kater ihres Bruders handelte. „Shit!“ fluchte sie laut und der Kater lief aufgeschreckt davon. „Ah fuck ...“ Anna hielt sich den Kopf, natürlich hatte sie Kopfschmerzen, verdammte Kopfschmerzen und natürlich taten ihr auch ihre gebrochenen Finger weh. Kurz blitze die kleine Szenerie wie eine Erinnerungslücke von der Rangellei am Strand in ihrem Kopf auf. Das Knacken ihrer Finger … . Anna hob zitternd die Hand an, betrachtete den Verband und die Schiene, den ihr Bruder ihr im frühen Morgen angelegt hatte. Anna fühlte sich mies. Richtig beschissen. Nicht nur weil sie sich nach einem Tod so dämlich betrunken hatte, sondern auch weil sie so leichtsinnig Schwäche gezeigt hatte. Anna schnaufte erneut, fuhr sich durch ihre zerzausten Haare als es an der Tür klopfte. Anna wartete einen Moment lang ab. Es war schließlich das Haus ihres Bruders. Sie würde nicht einfach so die Tür öffnen. Doch das nächste Klopfen ließ nicht lange auf sich warten und war deutlich aggressiver. Anna raffte sich auf, strich im Gehen noch ihre dunklen Haare glatt während sie schließlich die Tür öffnete und in ein all bekanntes Gesicht blickte. Nun eines das sie gehofft hatte die nächste Zeit nicht mehr zu sehen. Es war die Wache vom Kerker. Die selbe die auch Anna und ihre Leute eingesperrt haben. Die selbe die wohl nicht deutlich erfreut darüber war das die Anführer der Cottage so leichtsinnig waren und jemanden wie die Dunkelhaarige einfach in Jason's Obhut gaben. „Deine Freunde sind weg.“ war sein erster Satz gewesen und Anna wusste direkt was er damit andeuten wollte. Sein Blick schielte zu ihren Fingern und Anna ließ diese direkt hinter ihrem Finger verschwinden. „Hab sie mir in der Tür gequetscht. Und ja sowas passiert auch in einer verdammten Apokalypse.“ Anna schnaufte durch. Unterdrückte ihre Wut. Sie wusste das der Typ auf Krawall aus war. „Was willst du damit sagen? Das ich zwei, erfahrene Wachen ausgeknockt habe und sie dann befreit habe? Glaubst du das wirklich? Scheiße … ich bin sogar viel kleiner als du.“ tat es die Dunkelhaarige mit einem Schmunzeln ab. Doch das der Typ nicht zum Spaß hier war zeigte sich im nächsten Moment deutlich ehe er die Dunkelhaarigen deutlich auf die Pelle rückte. „Du kannst hier niemandem was vormachen. Ich weiß das du es warst und du weißt es auch. Und ich hab keine scheiß Ahnung wie sehr dein Bruder da noch mit drin steckt oder du ihn dazu gezwungen hast. Aber ich werde das hier beschützen und nicht von einem dahergelaufenen Miststück zerstören lassen, das keinen Platz auf der Welt hat. Also wenn ich erfahre das deine Freunde zurückkommen und -“ „Das wirst du nicht.“ unterbrach ihn die Dunkelhaarige und blickte ihm in die Augen. „Wie du schon sagtest, du weißt es. Ich weiß es.“ Anna lächelte nur. „Niemand sonst. Solltest du jetzt nicht irgendwo sein und Wache schieben? Um das hier zu beschützen? Hm?“ Man konnte es dem großgewachsenen Mann ansehen wie er mit den Zähnen knirrschte ehe er schließlich einen Schritt zurücktrat und wieder Abstand zwischen den Beiden aufbaute. Er betrachtete die junge Kanadierin noch einen kurzen Moment ehe er ohne ein Wort abzischte. Anna schloss leise schnaufend die Tür. „Echt nette Leute hier im Cottage!“ rief Anna genervt durchs Haus. Anna rieb sich die Augen als sie erstmal ins Badezimmer taumelte und sich erstmal eine ziemlich lange und vorallem heiße Dusche genehmigte. Angezogen und mit immer noch feuchten Haare fand sie ihren Bruder in der Küche. Der Kater war Anna immer noch im Gesicht geschrieben. „Wann warst du das letzt mal draußen gewesen?“ fragte Anna ihn dann einfach ohne Kontext. „Sie lassen dich doch raus?“ hakte Anna gleich nach. Jason war wertvoll für die Kolonie, wohl wertvoller als Geld oder sonst irgendwas in der Welt, darüber gab es nichts zu diskutieren. Er war eben Arzt. Anna wusste das es damals in der Quarantänezone mit ihrer Mutter nicht so war.

@Jason Avery


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#25

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 05.04.2021 13:50
von Jason Avery | 373 Beiträge

Nachdem Anna zu Bett gegangen war, hatte auch Jason sich noch eine Stunde Schlaf genehmigt. Als der Wecker nach der Stunde klingelte, begann Jason seinen Tag wie immer, nur noch etwas leiser, Weil Anna tief und fest auf dem Sofa schlief. Bei der Menge an Alkohol die sie vor wenigen Stunden erst getrunken hatte, würde sie aber wohl kein Geräusch gerade wecken können.
Anschließend war Jason gegen 7.30 Uhr morgens heute in seiner Praxis, um 8 Uhr kamen die älteren Bewohner der Cottage und holten sich eventuelle Medikamente ab, wenn Jason diese vorrätig hatte. In der Stunde bevor die Patienten kamen, kontrollierte er seinen Medikamentenschrank, machte sich eine Liste welche der Patienten er heute mit leeren Händen wieder wegschicken musste. Und damit auch gleichzeitig eine Liste, welche Medikamente auf den nächsten Vorratsrunden dringlich gesucht werden sollten. Natürlich hatte der dunkelhäutige Arzt nicht für jeden Patienten die richtige Medikation, immerhin waren sie in der Apokalypse und nicht in der normalen Welt. Allerdings hatte sich Jason in der Zeit seit er im Cottage war auch sehr viel in die Heilkunde der Pflanzen eingelesen und so durch Experimente für so manches Medikament eine annähernd so gut wirkende, pflanzliche Alternative gefunden. Krankheiten wie Diabetes oder andere ließen sich dadurch natürlich nicht behandeln. Die Entwicklung einer Immunstörung in einer Welt wie dieser, in der sie nun lebten war… schlicht und weg ein Todesurteil, wenn es sich nicht durch zum Beispiel die Ernährung regeln ließ. Doch solche harten Wahrheiten gehörten zu Jason zum Alltag und er hatte kein Problem damit, dies seinen Patienten mitzuteilen. Manche würden ihn wohl als herzlos bezeichnen, doch Jason konnte ja nichts dafür. Durch seine eigene Erkrankung, der Asperger Autismus, kannte er Emotionen wie Mitgefühl oder Einfühlsamkeit nicht. Er sah im Regelfall nur die Fakten und verstand auch das Konstrukt einer Lüge in diesem Falle nicht. Es waren klare Tatsachen, wenn er bestimmte Krankheiten nicht behandeln konnte und die Folge ohne Behandlung der Tod war, musste sein Patient oder seine Patientin dies wissen. Damit sie oder er die letzten Tage, Wochen, Monate auf dieser Welt noch so gut verbringen konnte, wie es möglich war. Eigentlich ganz fair, oder nicht? Zumindest sah Jason es als die einzige, wirklich logische Entscheidung und so verließen auch an diesem Morgen leider ein älteres Ehepaar die Praxis mit einem eisern dreinblickenden Mann und einer alten Frau der die Tränen über die Wangen liefen.
Was Jason allerdings gut konnte, dank dem Strom und den teilweise technischen Mitteln, die er hier in der Cottage hatte, war zu operieren. Natürlich, an einer Schusswunde konnte jeder sterben, oder einem Messerstich, aber sie hatten hier in der Cottage bei Jason deutlich höhere Überlebenschancen. Wenn die Kugel nicht direkt in den Kopf oder die Klinge direkt ins Herz ging. Das hatte er gelernt, dank dem EKG und dem kleinen Röntgengerät, dass sie aus einem kleinen, ländlichen Krankenhaus besorgt und wiederhergerichtet hatten, hatte er deutlich bessere Chancen zur Diagnostik. Auch das Mikroskop und die Zentrifuge, die in erstaunlich gutem Zustand aufgefunden wurde, erleichterten ihm dies. So konnte er Blutuntersuchungen durchführen, schneller und besser herausfinden, was die Leute krankmachte. Ob er dann aber die passende Behandlung bieten konnte… war immer die eigentlich wichtigere Frage.
Als die meisten der Patienten fertig waren, zog Jason gerade den Vorhang zurück und der Mann, der vor ihm saß, zog sich das Shirt herunter. Er war laut Terminplan der letzte, ein unschöner Ausschlag, etwas, was Jason hier häufig zu Gesicht bekam.
„Deine Frau soll heute Abend den Verband abnehmen und erneut etwas dieser Salbe auftragen“, erklärte Jason, „Wenn es nicht besser wird, kommst du nochmal vorbei und wir versuchen einen anderen Therapieansatz.“
Jason reichte dem Mann eine Dose voll mit Salbe und nickte ihm dann zu, entließ den letzten seiner morgendlichen Patienten. Ordentlich dokumentierte er, wie immer, was er behandelt hatte, mit was er behandelt hatte und die genaue Uhrzeit zu der er die Salbe aufgetragen hatte. Wie immer alles perfekt, alles ordentlich, alles logisch. So wurde die Akte unter dem Buchstaben „L“ eingeordnet und abschließend die Schublade mit den restlichen Akten geschlossen. So war der Vormittag schon geschafft. Heute Nachmittag musste er noch zu zwei Bewohnern des Cottages gehen, einer von ihnen hatte sich vor zwei Wochen den Unterschenkel sehr… schwerwiegend gebrochen, sodass Jason diesen auch operieren musste. Die andere Alternative wäre nur eine Amputation gewesen und diese hatte der dunkelhäutige Arzt vermeiden wollen. Noch war dieser Patient aber nicht ausgeheilt und eine Amputation konnte auch nach zwei Wochen noch nötig sein. Der andere Patient war eine alte Dame, die für Jasons Einschätzung im finalen Stadium war. Von daher war immer eine der Wachen im Haus, falls die Seniorin in der Nacht verstarb und dann von dieser Wache behandelt wurde, dass sie nicht wieder aufstand. Eine Vorsichtsmaßnahme, die bei vielen finalen Patienten in der Cottage hier so gemacht wurde. Auf psychologischer Basis gab es keine 100 prozentige Sicherheit, dass ein naher Angehöriger in der Lage war, im Fall des Falles so rational zu handeln. Deswegen eine unparteiische Wache. Jason selbst hatte dies auch schon des Öfteren durchgeführt, für ihn war es… leicht. Er hatte kein Problem damit einer Leiche sein Messer seitlich hinter dem Ohr in den Kopf zu treiben. Es musste getan werden, war seit Beginn der Apokalypse in seine Routine übergegangen.
Es war kurz nach zwölf Uhr Mittags, als Jason also die Praxis sauber und aufgeräumt verließ, die Tür öffnete die in seine Wohnung führte. Er hatte jetzt Zeit nach Anna zu sehen, ob sie noch schlief oder schon wach war.
“Du weißt es. Ich weiß es. Niemand sonst. Solltest du jetzt nicht irgendwo sein und Wache schieben? Um das hier zu beschützen? Hm?“, hörte er noch Annas Worte und wie die Tür leise ins Schloss gedrückt wurde. Der Eingang der Praxis lag um die Ecke, sodass Anna nicht sehen konnte, dass Jason gerade dabei war die Wohnung zu betreten, als sie laut ins Haus rief, was für nette Leute es doch im Cottage gab. Jason blieb einen Moment stehen, ehe er die Wohnung komplett betrat. Sein Kopf ratterte, versuchte irgendeinen Sinn aus den Worten zu spinnen, die er gerade gehört hatte. Ehe er aber die Eingangstür zu seiner Wohnung erreicht hatte, hörte er schon im Bad das Wasser der Dusche rauschen.
Ein lautes Maunzen ließ seinen Blick nach unten fallen auf seinen Kater Galileo, der sich um seine Beine strich und ihn aus seinen stechenden Bernsteinaugen ansah, ehe er erneut miaute.
„Ja, Mittagessen. Ich weiß“, murmelte Jason und lächelte sanft, ehe er vorsichtig sich aus Galileos Umarmung um seine Beine befreite und in die Küche trat. Zuerst versorgte er Galileo, der Kater hatte definitiv Hunger, so gierig wie er die Fleisch- und Fischreste in seinem kleinen Schälchen fraß. Während es sich sein Kater also schon schmecken ließ, griff Jason in seinen Vorratsschrank und zog daraus ein in ein Küchentuch gewickeltes Laib Brot, aus dem Kühlschrank holte er ein Glas Marmelade heraus und aus einem Schrank ein Glas mit Erdnussbutter, was er alles auf die Arbeitsplatte stellte.
Als er hinter sich ein Geräusch vernahm, Anna hatte das Badezimmer verlassen, öffnete er eine Schublade und holte ein scharfes Brotmesser heraus. Ordentlich und in perfekten ein Centimeter dicken Scheiben schnitt er zwei davon herunter und legte sie auf das Brett neben sich.
„Letzte Woche“, antwortete er Anna dann auf ihre Frage, legte das Messer gerade ausgerichtet neben das Brett auf die Arbeitsfläche und öffnete das Erdnussbutterglas. Mit einem Löffel holte er zwei perfekt abgemessene Löffel Erdnussbutter heraus und verstrich sie exakt bis zum Rand auf der Weißbrotscheibe. Anschließend stellte er das Glas zurück in den Schrank, korrigierte dessen Position und so, dass man das Etikett perfekt lesen konnte, auf dem in schön geschwungener Schrift „Erdnussbutter für den beiden Doc“ stand und daneben ein kleines Herz gemalt war. Etwas, was Jason komplett ignorierte, auf Anna aber wohl… wirken musste. Immerhin wusste sie, was solche versteckten Botschaften manchmal bedeuteten. Jason tat das nicht.
„Ich war auf einer Patrouille. Es gibt hier ein recht bergiges Areal, welches mit motorisierten Gefährten nicht befahrbar ist und auch für Pferde kaum betretbar. Zu Fuß ist es aber keine Herausforderung, meistens begleite ich die Patrouille aber. Falls etwas passiert, würde es länger dauern, bis man die Gruppe erreicht. So bin ich gleich dabei“, erklärte er sich weiter und Schloss den Schrank, als er das Glas erneut korrigiert und nun an einer zufriedenstellenden Position gelassen hatte.
Galileo stupste mit seiner Nase gegen seine leere Schüssel, was ein helles Geräusch verursachte und Jasons Blick zu ihm nach unten richtete.
„Du hattest genug. Geh und beschäftige dich draußen!“, sprach er mit dem Kater kurz, als würde er mit einem Menschen sprechen. Ein weiteres Miauen von Galileo, doch Jason richtete seine Aufmerksamkeit wieder dem Brot vor sich zu. Das verstand auch der Kater, welcher sich abwandte, Anna aus seinen hellen Augen betrachtete und dann die Küche verließ. Er hatte es der dunkelhaarigen noch nicht verziehen, dass sie ihn aus der Mittagsruhe so unsanft vertrieben hatte.
„Ich habe begonnen zu trainieren, als ich die Grundausbildung der Soldaten machen musste um auf Feldeinsätze gehen zu dürfen“, antwortete Jason dann auf Annas Frage, die sie noch gestellt hatte, bevor sie in den frühen Morgenstunden ins Bett gegangen war. Ob sie sich überhaupt noch an die Frage erinnerte? Jason jedenfalls tat es. Natürlich tat er es.
„Nur, wenn man auch die physischen Voraussetzungen erfüllte, durfte man den Stützpunkt in den Rocky Mountains verlassen. Da ich nach einiger Zeit nur im Stützpunkt mal wieder“, er lächelte, weil er stolz war, dass er das Sprichwort richtig verwendete, „frische Luft schnappen wollte, musste ich also die Grundausbildung absolvieren. Und der gesundheitliche Vorteil einer guten Physis ist mir dadurch sehr bewusst geworden, also erhalte ich diesen. Außerdem… kann ich dabei gut nachdenken. Und man lässt mich dabei alleine. Also mehrere gute Argumente dafür.“

@Anna Avery



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#26

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 21.05.2021 15:46
von Anna Avery | 1.338 Beiträge

Anna's Kopf brummte als dieser Jason's Stimme vernahm. Obwohl er natürlich in gewohnter Lautstärke sprach, nahm sie aufgrund des durchaus ansehbaren Katers das ganze deutlich lauter war. Zwar hatte die warme Dusche, die Tatsache und das Gefühl als hätte sie ein Zug überrollt etwas gelindert aber noch lange nicht gebessert. Zu dem da auch noch ihre zwei gebrochenen Finger dazu kamen, die Jason gestern noch verbunden hatte. Anna wusste nicht mehr so ganz was sie alles ihrem Bruder gestern gesagt hatte. Doch sie hoffte innerlich das es nur das Nötigste war. Nicht das sie ihrem Bruder etwas verheimlichen würde. Sie sah es nur als weitere Schutzmaßnahme an Jason nicht direkt … alles wissen zu lassen. Nicht weil sie ihm nicht vertraute. Sie wollte ihn nicht belasten, zu dem konnten Informationen auch einen schnellen Tod bedeuten, wenn die falsche Person davon erfahren sollte. Sie überlegte gerade ob es dreist wäre ihren Bruder nach einem Schmerzmittel zu fragen, nach ihrer Dummheit von gestern und die Tatsache das sie sein Behandlungszimmer in Unordnung hinterlassen hatte. Anna versuchte ihre Finger unter dem Verband leicht zu bewegen, ließ es aber direkt wieder und unterdrückte das schmerzvolle Ziehen. Sie hatte schon deutlich schlimmeres durchgestanden, machte die Tatsache aber auch nicht besser. Letztendlich entschied sie sich dagegen Jason zu fragen und hielt den Schmerz aus. Anna hob den Kopf an als Jason Galileo nach draußen schickte, als würde er ein freches Kind tadeln. Anna verkniff ein Schmunzeln als Jason endlich ihre Frage beantwortete. „Das ist gut. Das sie dich nicht festhalten meine ich.“ Anna stützte ihren Kopf auf ihrer gesunden Hand ab. „Sie haben sie nie raus gelassen Mum meine ich. Damals in der Quarantänezone in Kanada. Sie war Ärztin. Sie war wertvoll. Sie konnten nicht riskieren sie an einen einfachen Beißer zu verlieren. Das hat sie manchmal echt verrückt gemacht und -“ Anna stockte und brach ihren Satz einfach ab. Es schmerzte sie über ihre Adoptivmutter zu reden. Es schmerzte sie immer noch sie zurückgelassen zu haben. Zu wissen das sie überlebt hatte und Dad wiedergefunden hatte. Wäre Anna bei ihr geblieben hätte sie ihn womöglich auch noch einmal gesehen. Sie hätte vielleicht verhindert, das beide gestorben wären. Oder … sie wäre mit gestorben, wer wusste das schon. Und Jason wäre ganz alleine auf der Welt gewesen. Irgendwie löste dieser Gedanke Übelkeit in ihr aus. Übelkeit, welche sie schnell wieder unterdrückte. Um sich schnell von diesen Gedanken abzuwenden konzentrierte sie sich lieber darauf wie Jason das Glas mit Erdnussbutter richtig positionierte, das er seinen Frieden damit finden konnte. Bei der Aufschrift konnte sie sich ein Zucken ihrer Mundwinkel nicht verkneifen. „Hm .. da will dich wohl jemand mit Erdnussbutter verführen.“ sprach die Dunkelhaarige aus. „Wegen dem Herz.“ erklärte sie ihre Aussage auch schon gleich. „Das bedeutet das dich da jemand gern hat.“ Anna wandte ihre Aufmerksamkeit wieder von dem Glas ab, ließ es dabei. Es war nicht ihr Recht Jason nun auszufragen und in seinem Privatleben herumzuschnüffeln. Sie fand es schön wenn da jemand war, der ihren Bruder mochte. Und solange diese Person keine bösen Absichten hatte, hatte diese auch nichts zu befürchten. Anna wäre die Letzte, die sich zwischen das Glück ihres Bruders stellen würde. Sie hörte nur zu wie Jason von dem Stützpunkt in den Rocky Mountains erzählte ehe sie um den Küchenblock lief und ihm frech das Toast aus der Hand nahm bevor er abbeißen konnte und selber abbiss, so wie sie es früher immer gemacht hatte. „Ich habe besonders eine Sache in der Apokalypse gelernt“ sprach die Dunkelhaarige mit vollen Mund und blickte ihren Bruder an. „Und zwar das alle Leute beim Militär entweder die reinsten Arschlöcher sind oder kleine Bauern in einem Schachspiel. Und letztendlich konnten sie uns auch nicht beschützen. Du solltest nur auf deine eigene Meinung vertrauen Jason … oder auf meine.“ schmunzelt die Dunkelhaarige. „Ich hoffe ich habe dir gestern mit keinem betrunkenen, geschwisterlichen Liebesbeweis das Ohr abgekaut.“ lenkte die Kanadierin wieder vom Thema ab. Kurz verharrte die Dunkelhaarige im Stillen. „Pack dein Zeug wir gehen raus. Ich muss dir was zeigen, was ich auf dem Weg hier her entdeckt hatte.“ Anna aß das letzte Stück des Brotes. „Keine Sorge es wird niemand Ärger machen. Schließlich bist du dabei und ich denke mein Freund bei der Wache hat mich lieber außerhalb der Kolonie als innerhalb.“ Anna machte deutlich das sie keine Widerrede duldete ehe diese aus der Küche verschwand und zurück ins Wohnzimmer lief, wo sie noch bis vorhin auf der Couch geschlafen hatte. Dort befand sich auch ihr Rucksack. Bis auf ihr Messer, hatte man ihr die Waffen abgenommen. Verständlich. Sie wären auch dämlich wenn nicht. Aber Anna reichte das Messer und zur Not hatte Jason auch eine Waffe dabei, die sie nehmen konnte, sollte es darauf ankommen. Aber das was sie Jason zeigen wollte, war nicht all zu Weit von hier weg und bis auf den ein oder anderen Beißer sollte dort niemand sein. Als sie ihren Rucksack anhob, flog etwas daraus und landete mit einem leisen, dumpfen Geräusch auf dem Boden. Hektisch hob Anna dieses Etwas wieder auf. Ein Walki-Talki. Es war das einzige in ihrem Rucksack, was sie nicht abgegeben hätte, nicht freiwillig und ihr auch Gott sei Dank nicht abgenommen wurde. Anna drückte auf den Knopf an der Seite, ein Rauschen war zu hören ehe sie es an ihre Lippen presste und etwas sagen wollte. ...Aber sie konnte nicht. Deutlich wütend über ihre Reaktion schaltete sie das kleine Gerät wieder aus und ließ es in ihrem Rucksack wieder verschwinden.

Nach dem auch Jason sich fertig gemacht hatte, lief Anna mit ihm zum Tor. Das Tor was sie vor ein paar Tagen noch von außen betrachtet hatte. Dort angekommen blickte die Dunkelhaarige nach oben, wo sie auch schon gleich die Wache wiedersah, die noch heute Morgen an der Tür der Praxis geklopft hatte. Wenn Blicke töten können, wäre die dunkelhaarige Kanadierin wohl nun tot umgefallen. Nur widerwillig öffnete dieser das Tor. „Pass auf dich auf, Jason.“ waren die einzigen Worte die er wechselte, während er die Dunkelhaarige nur mit Blicken bestrafte. Anna verzog nur das Gesicht und war die Erste, die aus dem Tor trat. Auch auf dem Weg bis zum Tor hatte sie ihrem Bruder immer noch nicht verraten, wo sie hingehen. „Komm schon Jason, Es ist nicht weit.“ zog sie wieder seine Aufmerksamkeit zu sich und lief los. Der Weg führte sie in den naheliegenden Wald, wo sie noch auf andere Mitglieder der Cottage stießen, die die Umgebung patrouillierten und nach Beißern Ausschau hielten. „Das ist keine schlechte Idee.“ dachte Anna laut. „Nur gehen sie es falsch an. Es bringt ihnen nichts in der Umgebung die Beißer zu töten, wenn sie nicht den Kern, das Nest von ihnen ausfindig machen.“ sprach die Dunkelhaarige weiter aber nur um ihren Bruder an ihrem Gedanken teilhaben zu lassen. Wohl etwas was beide Avery Geschwister mit sich teilten. Anna wandte ihre Aufmerksamkeit wieder dem Waldweg zu. Dort wo sie hin wollte, war sie schon einmal vorbeigekommen als sie auf dem Weg zum Cottage waren. Als sie es gesehen hatte, musste sie sofort an ihren Bruder denken und war sich sicher das es ihm gefallen würde. Anna wusste nicht warum sie ausgerechnet heute dort hin wollte. Womöglich hatte sie Angst das sie es ihm sonst nie zeigen würde. Noch war nicht klar ob Anna bleiben konnte, selbst wenn sie es wollte. Ihr Ziel war vielleicht eine gute dreiviertel Stunde Fußweg von der Kolonie entfernt. In der Zeit sprach die Dunkelhaarige nur erstaunlich wenig. Nicht weil sie mit Jason nicht reden wollte, schließlich haben sie sich ziemlich lange nicht mehr gesehen, den anderen für tot geglaubt aber irgendwie fühlte Anna sich anders. Jason hatte sich für die Kanadierin nur äußerlich verändert, charakterlich schien er wie immer zu sein, doch Anna … sie fühlte sich gerade nicht wie seine Schwester, wofür Jason nichts konnte, sondern eher wie eine fremde Person. Als Anna den vertrauten, Steinweg entdeckte blieb sie stehen und drehte sich zu ihrem Bruder um. „Okay mach die Augen zu.“ wies sie ihn an. „Mach schon.“ lächelte sie. „Vertrau mir. Schließlich bin ich deine Schwester.“ Sie wusste das Jason so was nicht mochte. Überraschungen. Etwas so unvorhersehbares. „Nicht lange nur für ein paar Minuten, versprochen.“ versuchte sie ihren Bruder weiterhin zu überreden und grinste kurz als dieser ihrer Aufforderung nachkam. Kurz wedelte sie mit ihrer Hand vor Jason's Gesicht herum, um sicher zu gehen, das er wirklich nichts sah. „Okay. Ich hol dich jetzt an der Hand, so wie früher ja? Auch nicht für lange, versprochen.“ Anna wusste das wenn sie eine Berührung ankündigte, es vielleicht etwas weniger schlimm für Jason war und er sich darauf vorbereiten konnte. Langsam nahm sie ihren Bruder bei der Hand. „Okay?“ versicherte sie sich nochmal ehe sie dann langsam loslief. „Und schön die Augen geschlossen halten!“ warnte sie ihn direkt hinterher ehe sie den Weg entlang lief. „Vorsichtig Stufe.“ wies sie ihn an und öffnete langsam die Tür. Es war eine Glastür gewesen, schon längst kaputt, zu hören an den kaputten Scherben auf die Anna zuerst trat und dann war nur noch das dumpfe Geräusch, echoartig, von kaltem Marmorboden zu hören. Sie ließ ihren Bruder los. „Okay bleib genau hier stehen!“ Kurz konnte man noch Anna's Schritte vernehmen wie sie sich von ihm entfernte. „Okay mach die Augen auf.“ Anna grinste als sie ihre Arme nach einem großen Fossil eines Spinosaurus ausstreckte. „Tadaaah.“ grinste die Dunkelhaarige. Anna hatte ihn in ein Museum für Naturkunde geführt. „Hm .. mit der Musik von Jurassic Park war es deutlich cooler in meinem Kopf.“ stockte Anna dann in ihrer Bewegung und blickte ihren Bruder mit einem Lächeln an. „Bin ich die beste Schwester oder bin ich die beste Schwester ?“

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@Jason Avery


I don't have love here
I only have fear

He was my only son, and they killed him. They stole him from me and murdered him, and they shall answer for it.


zuletzt bearbeitet 21.05.2021 15:47 | nach oben springen

#27

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 16.06.2022 17:33
von Jason Avery | 373 Beiträge

Verwirrung. Überforderung. Wut. Enttäuschung. Frustration. Traurigkeit. Hilflosigkeit. Verwunderung. Respektlosigkeit. Schwäche. Furcht. Einsamkeit. Verletztheit.
Gefühle die er vorher noch nie so wirklich unterscheiden konnte, und es ihm auch jetzt schwerfiel. Emotionen die zu einem großen Brei zusammengeworfen wurden, sich einfach nur anfühlten wie eine heiße Metallkugel die in seiner Brust zu leben schien. Als würde sie gleich rausbrechen wollen und ihn selbst einfach komplett leer und ausgebrannt zurücklassen. Irgendwie sehnte er sich diesen Moment herbei, denn dann wäre es wenigstens vorbei, all das aus ihm heraus. Ähnlich, wie wenn einem seit Stunden schlecht ist, man dauerhaft dieses flaue Gefühl im Magen hat und sich dann endlich erbricht. Alles raus ist, auch, wenn es nicht schön ist. Danach fühlt man sich zwar schwach, aber irgendwie doch besser. Und er wartete nur auf diesen Moment, hoffte und bangte ihm gleichermaßen entgegen.
Sein eisblauer Blick glitt zu dem Zettel, der auf dem Küchentisch lag, mittlerweile war das Papier schon ganz weich, vom immer wieder in die Hand nehmen. Etwas knittrig, etwas abgenutzt. Er verstand es einfach nicht, sein Verstand schien es nicht begreifen zu wollen, was gerade mit ihm passierte. Weshalb er sich so fühlte, wie er sich eben fühlte. Und weshalb auf dem Küchentisch neben dem Zettel eine leere Flasche Scotch lag, in seiner Hand die zweite, welche ebenfalls nicht mehr sonderlich viel Inhalt hatte. Sein Blick war auch nicht mehr ganz klar, sondern etwas verwischt, verschwommen, ungenau. Als er sich von der Küchenzeile abstieß und zurück zum Küchentisch ging, wankte er zunächst ein Stückchen nach links, ehe er sich wieder gefangen hatte und hilfesuchend eine Hand in die Tischplatte krallte.
„Fuck“, fluchte er leise, was er ja sonst nie tat.
Jason Avery war betrunken. Und zwar sehr. Und der Grund dafür war dieses kleine Schriftstück auf seinem Küchentisch. Langsam suchte er mit der Hand nach dem Stuhl, schob ihn ein Stück zur Seite um sich darauf zu setzen. Doch er war zu ungeschickt, der Stuhl rutschte weiter und er setzte sich auf den Hosenboden.
„Fuck!“, fluchte er lauter und mit einem lauten Klirren, zerbarst die mehr oder weniger leere Alkoholflasche an der Wand. Glassplitter flogen durch die Küche und als sich Jason mit der Hand aufstützte um wieder auf die Füße zu kommen, bohrte sich einer von ihnen in seinen Daumenballen. Es interessierte Jason nicht in dem Sinne, dass er die Scherbe herauszog. Nein, er starrte seine Hand an, wie das Blut über die Haut lief und auf den Küchenboden tropfte.
Interessant.
Er fühlte so viel in seiner Brust, so viele Gefühle, die sich darin zusammenballten. Aber den Schmerz, den er eigentlich spüren sollte, da die Scherbe doch recht tief in seiner Hand steckte… spürte er nicht.
Sein rationaler Teil des Gehirns riet ihm in die Praxis zu gehen, die Scherbe herauszuziehen, die Wunde zu reinigen und abzudecken. Am nächsten Tag, nachdem er sich ausgeschlafen hatte, die Wunde erneut zu betrachten und im Zweifelsfall mit einem Stich zu nähen. Aber in seinem jetzigen Zustand brauchte er nicht mit einer Nadel zu hantieren.
Sein emotionaler Teil des Gehirns riet ihm dazu eine weitere Scherbe aufzuheben und seine Theorie der Schmerzlosigkeit zu überprüfen, weiter dem Grund hinterher zu gehen, weshalb sein Herz zu zerbersten drohte, der Schmerz in seiner Brust so gewaltig war, er aber eine Wunde an der Hand nicht spürte.
Letzten Endes… siegte die Erschöpfung und die Wirkung des Alkohols. Er schaffte es doch noch sich auf den Stuhl sinken zu lassen, sich an den Tisch zu ziehen. Seinen Blick immer wieder über die 3 bzw 2 Worte gleiten zu lassen. Mehr stand nicht auf dem Zettel.
I’m sorry
Mehr stand da nicht. Mehr hatte sie nicht geschrieben. Mehr war er ihr nicht wert. Keine Erklärung. Keine Begründung. Nichts außer eine Entschuldigung, die nichts wert war. Mit diesen zwei Worten war sie einfach verschwunden. Eigentlich hätte es ihn nicht überraschen sollen, hatte sie das doch schon öfter auf diese Art und Weise getan. Ohne zu gehen. Doch diesmal war es anders. Ihre Worte, ihre Entschuldigung, oder was auch immer diese zwei Worte bedeuten sollten, waren eine Verabschiedung. Für immer. Sie würde nicht mehr wiederkommen. Und das tat weh. Diese Erkenntnis tat weh. Und Jason hatte so etwas noch nie gefühlt. Dieses Gefühl verlassen zu werden, dass sich aktiv jemand, der ihm wichtig war, gegen ihn entschied. Das war neu. Und er wollte es nie wieder spüren. Er hasste es. Das sie ihm erst so viele gute, positive, tolle Emotionen geschenkt hatte, ihn sich so gut fühlen hatte, wie noch nie. Und nun das. Es fühlte sich an, als wäre er in einem tiefen Loch, das immer tiefer wurde, immer weniger Licht ihn am Grund des Lochs erreichen konnte.
Sie hatte ihn verlassen. Und alles, was sie ihm ließ waren diese Worte.
I’m sorry
Die Wut brach hervor, erneut, mit seiner blutigen Hand, packte er den Zettel, zerknüllte ihn, war kurz davor ihn zu zerreißen, ehe er ihn dann doch wieder locker ließ, ihn auseinander faltete. Erneut mit verschwommenem Blick auf die Schrift starrte, er ihre Stimme in seinem Kopf hörte, genau wusste, wie sie die Worte aussprach. Und es tat wieder weh. Seufzend ließ er den Zettel auf dem Küchentisch liegen, nun mit den Flecken seines Blutes besprenkelt. Ohne nachzudenken packte er die Scherbe, zog sie sich aus der Hand, Blut lief auf den Küchentisch, welchem er dabei zusah.
„Fuck“, fluchte er ein drittes Mal, stand schwankend auf, ging zu seinem Küchenschrank hinüber. Kräftiger als nötig riss er die Tür auf, griff nach der dritten und letzten Flasche Scotch die darin stand. Mit einem befriedigenden Knacken brach das Siegel, mit den Zähnen zog Jason den Korken heraus und setzte das Getränk an die Lippen, ließ es heiß seine Kehle hinablaufen. Nachdem er drei oder vier Schlucke getrunken hatte, hob er die Hand, ließ den Alkohol über die noch immer blutende Hand laufen, spürte es brennen und hörte wie es auf den Boden platschte. Nun spürte er den Schmerz doch, es brannte, ziemlich fies. Was ihn seine Hand gegen seinen Bauch drücken ließ, was den Schmerz irgendwie ein wenig verbesserte. Den Schmerz in seiner Hand, nicht in seinem Herzen. Müde und erschöpft ließ er sich einfach mit dem Rücken an dem Schrank hinabrutschen, in den Fleck aus Scotch und Blut hinein, die eine Hand am Bauch, die andere um die Scotchflasche. Sein Blick leer und verschwommen, ausgebrannt. Er wusste nicht mehr weiter.
Das Klopfen an der Praxistür und an seiner Wohnungstür bekam er gar nicht mit. Oder er ignorierte es. So wirklich wusste er es nicht.

@Anna Avery



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#28

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 25.06.2022 17:51
von Anna Avery | 1.338 Beiträge

Es war noch früh am Morgen als Anna ihren Kopf leicht von dem Kissen ihres Bettes anhob, in welches sie gerade noch so entspannt ihr Gesicht hineingedrückt hatte. Das Meer brachte eine angenehme Briese durch ihre Fenster, sehr zu ihren Gunsten, nach dem die Tage ziemlich heiß verlaufen waren, begleitet mit den ersten sanften Lichtstrahlen, welche sie aus dem Schlaf herausgekitzelt hatten. Anna lag auf dem Bauch, drehte ihren Kopf etwas seitlich ehe sie ihn leise seufzend wieder in den Stoff des Kissens ablegte, ihre Hand sanft über den kalten Saum des Bettlakens strich, wo noch vor wenigen Tagen jemand neben ihr gelegen hatte. Es wäre wohl übertrieben für Anna zu sagen das sie diesen silberhaarigen Klotz, was eher ein liebevolles Wort von Anna's Lippen war, vermisste. Aber sie tat es tatsächlich. Sie wusste nicht wann er wieder kommen würde. Die Dunkelhaarige war schließlich nicht sein Babysitter gewesen, zu dem sie beide Verpflichtungen gegenüber ihren Kolonien zu erfüllen hatten. Zach war wohl einer der wenigen Personen, dessen Aktionen und Entscheidungen sie eher weniger hinterfragte. Sie vertraute ihm. Ein kurzes Zucken ihrer Mundwinkel nach oben als sie auf der Kommode den dunkeln Stoff seines Hemdes liegen sah. Am Anfang dachte sie wirklich noch der Silberhaarige wäre einfach nur schusselig, würde immer mal wieder etwas bei der Dunkelhaarigen vergessen. Mittlerweile wusste die junge Frau das es Absicht war. Sie hatte ihn nie drauf angesprochen und das musste sie auch gar nicht. Sie wollte nämlich nicht das es aufhörte. So sehr sie auch lieber noch eine Weile im Bett gelegen hätte und in den schöneren Tagen von vergangenen Tagen geschwelgt hätte, stand die Dunkelhaarige auf, streckte sich komplett durch, ließ das ein oder andere Gelenk knacksen ehe sie unter den erfrischenden Wasserstrahl ihrer Dusche verschwand. Nach dem sie in lockere Kleidung geschlüpft war, welche für wärmere Temperaturen geeignet war, strich sie nur lächelnd über den dunklen Stoff des Hemdes, welches auf ihrer Kommode lag. Anna würde natürlich niemals laut aussprechen das es ihr momentan mehr als nur gut ging. Sie diese gewissen Schmetterlinge im Bauch hat, auch wenn sie dies niemals so bezeichnen würde und wohl eher in ein offenes Feuer springen würde. Aber sie fühlte sich so gut wie schon lange nicht mehr. Sie wusste das es ein Gefühl war welches nicht lange andauern könnte, umso mehr genoss sie es. Es machte sie aber dennoch nicht weniger unvorsichtig. Sie war immer noch genau so allergisch gegen Bullshit wie früher auch. Aber sie war nicht mehr so … angespannt wie in den letzten Monaten, lächelte doch etwas mehr als man von ihr gewohnt war, wogegen dem Silberhaarigen wohl einige sehr dankbar waren in der Cottage. Heute stand nicht sonderlich viel an, was die Dunkelhaarige aber nicht sonderlich störte. Die Hitze war mehr oder weniger Schuld. Man konzentrierte sich hauptsächlich auf die Wasservorräte und auf darauf das die Ernte nicht durch die Hitze dahinraffte. Gerade jetzt war so ein verdammtes Meer vor der Haustür mehr als nur praktisch. Anna nippte gerade an dem ersten Schluck ihres Kaffee's als jemand laut und fest gegen ihre Tür klopfte. Ihr Gesicht verzog sich deutlich ehe sie die Tasse abstellte und zur Tür lief. Als sie diese öffnete blickte sie in das leicht verschwitzte und schon fast aufgebrachte Gesicht von Leo. Er war Krankenpfleger .. na ja mal gewesen .. oder war es Sanitäter. Anna wusste es nicht mehr genau, jedenfalls half er medizinisch in der Cottage aus, erledigte Aufgaben wo man ihren Bruder nicht benötigen würde. Anna wollte gerade schon fragen was los war ehe der junge Mann ihr zuvorkam. „Hat sich Dr. Avery heute abgemeldet?“ fragte er außer Atem. „Was?“ blinzelte die Dunkelhaarige nur verwirrt. „Ob sich Jason heute abgemeldet hat? Ob er irgendwo hin ist?“ fragte der junge Mann mit deutlichem Nachdruck in seiner Stimme. „Woher soll ich das wissen? Er ist mein Bruder, ich bin aber nicht seine Babysitterin. Was ist los?“ fragte die Dunkelhaarige nun deutlich passiv aggressiv, machte deutlich das ihr der Ton des Gegenübers gar nicht gefallen hatte. Ja, Anna hatte ein Auge auf ihren Bruder, kümmerte sich um ihn wenn er etwas brauchte. Aber Anna hatte schon früh in ihrer Anfangszeit in der Cottage bemerkt, das Jason sie nicht so brauchte, wie sie ihn brauchte. Er kam zu recht und konnte für sich selbst sorgen. Der junge Mann atmete etwas verzweifelt auf. „Er macht nicht auf.“ Eine Antwort welche die Dunkelhaarige nur wieder verwundert ihre Augenbrauen anheben ließ. Sie mochte es nicht, wenn jemand nicht zum Punkt kam. „Er ist nicht da. Jedenfalls weiß ich das nicht. Seine Praxis ist zu und er reagiert auf kein Klopfen, noch sonst was. Die Leute warten und -“ Anna hob nur ihre Hand, hatte deutlich genug gehört. Auch wenn ihre Gesichtszüge sich kaum verändert hatten, machte sie sich nun Sorgen. Sie kannte ihren Bruder. Mehr als sich selbst vielleicht. Nicht pünktlich zu sein oder gar die Menschen, denen er half warten zu lassen ohne einen ersichtlichen Grund, war nicht seine Art. Ganz und gar nicht … . Anna schnappte sich nur ihre Schuhe. „Such dir mit den Leuten einen anderen Ort, meinetwegen auch den Ratshaum.“ sprach die Dunkelhaarige während sie in ihre Schuhe schlüpfte. „Aber-“ „Kein Aber. Ich kläre das. Es gibt sicherlich einen Grund für das Ganze. Du wirst schon fertig mit den kleinen Weh-Weh'chen.“ klopfte sie ihm auf die Schulter ehe sie die Tür hinter sich schloss und den jungen Mann einfach stehen ließ, welcher erstmal durchatmen musste.

Anna's Schritte waren schnell und eilig, weswegen es nur wenige Minuten brauchte bis sie an der Praxis ihres Bruders ankam. Wenige Minuten später auch Leo, der die wartenden Leute bat ihm zu folgen. Das kleine Chaos welches sich vor den Türen ihres Bruders versammelt hatte, verschwand langsam und zurück blieb der Anblick eines Fellknäuls, welches geduldig vor der Tür saß und diese ab und an anmauzte. Galileo. Der Kater schenkte der Dunkelhaarigen wie immer wenig Beachtung, mauzte ein weiteres Mal etwas unglücklich auf als Anna ihn mit einem sanften Drücken ihres Fußes an der Seite signalisierte das er von der Tür weggehen sollte. Anna klopfte. Laut. „Jason!“ rief sie ehe sie ein weiteres mal klopfte.“Jason? Bist du da? Ich bin's Anna.“ rief sie weiter ehe sie nach wenigen Minuten ihr Ohr gegen die Tür presste, versuchte irgendein winziges Geräusch dadurch wahr zu nehmen. Anna klopfte wieder. Diesmal härter. „Das ist nicht lustig. Ich trete deine Tür ein. Du weißt das ich das mache.“ versuchte sie ihren Bruder mehr oder weniger zu locken. Anna hatte einen Schlüssel, welchen sie aber wirklich nur in einem Notfall benutzen würde. Auch wenn sie seine Schwester war würde sie seinen Freiraum und Privatsphäre akzeptieren. Auch wenn der Schlüssel wohl die einfacherer Methode gewesen wäre, wäre Anna nicht Anna wenn sie nicht nach ihrem eigenen Kopf handeln würde. Anna trat gegen die Tür aber anstatt das sich diese so einfach öffnete wie in diesen Krimi Filmen, tat ihr Fuß nun weh. „Fuck!“ fluchte Anna laut und blickte den schnurrenden Galileo an. „Jaja … das du dich daran erfreust war mir klar.“ haucht die Dunkelhaarige genervt und zog den Schlüssel aus ihrer Hosentasche und sperrte die Tür auf. Galileo huschte direkt zwischen ihren Beinen hinein. Anna folgte dem Kater in die Praxis. Der Schmerz in ihrem Fuß bereits schneller verschwunden wie er gekommen war. „Jason?“ hallte ihre Stimme nun durch die Räume. Anna schwörte sich schon innerlich wenn ihr Bruder keine Erklärung für das ganze Chaos, was einfach nicht für ihn sprach, hatte würde er ihr einen Jahresvorrat an Erdnussbutter schulden. Die Dunkelhaarige lief durch das Wohnzimmer, blieb mit ihrem Fuß an einer leeren Flasche Scotch hängen. Anna hob diese nur auf und roch daran, verzog direkt das Gesicht. „Uff .. hoffentlich hast du keinen Besuch. Ich werde sonst traumatisiert mein Leben lang sein.“ murmelte die Dunkelhaarige eher zu sich selbst. Es war für sie bereits schon ausgeschlossen das Jason diese nicht getrunken haben kann. Jason trank nicht. Zumindestens keine ganze Flasche Scotch. Anna hob den Kopf als sie das Maunzen von Galileo aus der Küche vernahm und diesem folgte. Eine weitere Scotch Flasche auf dem Küchenthresen stich ihr sofort ins Auge ehe ihr Blick langsam zu der Person herüberglitt welche angelehnt am Küchenschrank auf dem Boden lag. Auf der Küchenzeile darüber war Blut. Und Anna's Herz machte direkt einen Aussetzer. „Jason!“ rief sie erneut, eilte sofort zu ihm, ließ sich auf die Knie rutschen und nahm sein Gesicht sofort in ihre Hände. Mit deutlichem Druck klopfte sie gegen seine Wange um irgendeine Reaktion von ihm zu bekommen. „Fuck … Fuck … Fuck.“ fluchte Anna hektisch, fast schon ein wenig Panisch. Sie wusste nicht was passiert war. Sie hatte ihren Bruder nie so gesehen. Natürlich hatte sie eine scheiß Angst. Erst als Anna den Alkohol roch, kam sie etwas runter. Ihr Bruder war betrunken. Anna versuchte diesen Gedanken mehrmals in ihrem Kopf zu widerholen um diesen wirklichen glauben zu können. IHR Bruder. Jason ist betrunken und das nicht gerade wenig. Ihr Blick glitt schließlich zu seiner blutigen Hand, an dieser er sich offensichtlich verletzt hatte. Es war ein Schnitt, nichts lebensbedrohliches...dennoch wusste Anna das erste Mal in ihrem Leben nicht was sie machen sollte. Sie kannte ihren Bruder so nicht. Was machte man schließlich wenn ein Autist verdammt nochmal betrunken war. Musste sie auf irgendwas achten. Konnte sie Jason überhaupt anfassen, was sie eh zwar schon getan hatte aber ja wusste das es ihr Bruder überhaupt nicht mochte. Anna schüttelte ihren Bruder ein wenig an seinen Schultern in der Hoffnung das er die Augen aufmachen würde. „Hey! Sag mir was ich tun soll Jason. Was soll ich tun?“ - „Fuck.“ ließ sie ihn dann los. Anna wünschte sich gerade nichts sehnlicher als ihre Mutter oder ihren Vater. Die Dunkelhaarige überlegte nicht mehr lange und legte den Arm ihres Bruders um ihre Schulter und mit einem deutlich angestrengtem Keuchen zog sie ihn mit sich auf seine Beine, stütze deutlich mehr seines Gewichts als er in der Lage war zu tun. „Fuck.“ Anna fluchte heute sehr viel. „Du bist wirklich schwer geworden.“ Anna trug und zerrte mehr oder weniger ihren Bruder zurück ins Schlafzimmer, ließ ihn unabsichtlich auf das Bett zurückfallen ehe sie etwas erschöpft ausatmete und eilig aus dem Zimmer verschwand um ein paar Dinge aus seiner Praxis zu holen. Jason würde ihr die Unordnung schon verzeihen. Als sie zurückkam packte sie sein Handgelenk, fing an die Wunde an seiner Hand zu desinfizieren. Ein großer Schnitt aber nichts was man nähen musste weshalb Anna nur einen Verband etwas strammer um seine Hand anlegte. Deutlich ausatmend ließ sie sich auf einen Stuhl fallen, betrachtete für einen Moment dieses mehr als ungewohnte Bild, die regelmäßigen Atemzüge ihres Bruders und fragte sich immer wieder wie es überhaupt dazu kommen konnte. Jason war wohl kaum so dämlich gewesen um Alkohol mit einem anderen Getränk zu verwechseln. Aber sie konnte immer noch nicht glauben das er alleine zwei Flaschen oder gar mehr Scotch getrunken haben musste. Vielleicht hat man es ihm untergejubelt. Sollte es das gewesen sein, hätte dieser jemand bald nichts mehr zum Lachen. Anna blieb eine Weile einfach nur dasitzen ehe sie realisierte das es nichts brachte ihrem Bruder stundenlang zu zu sehen wie er sich seinen Rausch ausschlief. Würde er wach werden, würde er sich schon bemerkbar machen. Anna ging zurück in die Küche, stellte dem mittlerweile ungeduldigen Kater etwas zum Fressen hin, ehe sie anfing das mehr oder wenigere Chaos in der Küche ihres Bruders aufzuräumen. Die Scherben … das Blut … die leeren Flaschen. Anna griff gerade nach dem zerknüllten Zettel, wollte diesen geradewegs zu dem restlichen Müll werfen ehe sie innehielt. Es war eher ein Instinkt, der ihr sagte es nicht zu tun und stattdessen das zerknüllte Papier auseinander zu falten. Etwas verwirrt und mit erhobener Augenbraue las sie die zwei einfachen Worte „I'm sorry.“ Anna drehte das Papier um. Nichts. Kein Name, noch sonst etwas. Anna legte das Stück Papier zurück auf den Thresen. Sorry wofür? Schoss es Anna direkt in den Kopf und die gewohnten Hintergedanken kamen wie ein Wirbelsturm in ihren Kopf zurück. Doch eine Antwort würde sie wohl kaum erhalten, nicht solange ihr Bruder noch schlief. Sie ließ ihm die Zeit. Zeit sich auszuschlafen aber Anna würde eine Erklärung erwarten. Eine Erklärung wie er überhaupt zulassen konnte, dass das was gerade passiert war überhaupt passiert war. Wie er ihr solche Angst machen konnte. Es verging eine Weile und Anna saß mittlerweile wieder bei Jason im Schlafzimmer. Sie hatte ihm neben sein Bett ein Glas Wasser und ein Erdnussbutterbrot hingestellt. Anna selbst blätterte in ein paar Büchern rum, die Jason in seinem Regal herumstehen hatte. Sie hob nur den Kopf an als ihr Bruder sich langsam regte, die Augen öffnete. Anna beugte sich leicht über ihn, wusste nicht ob Jason schon wirklich verstand was sie sagte. „Na sieh mal einer an wer von den Toten auferstanden ist und bevor du gleich schon etwas sagst, es ist eine Metapher für – was zur Hölle ist mit dir los?!“ konnte sich die Dunkelhaarige dann doch nicht zurück halten.

@Jason Avery


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#29

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 13.07.2022 21:10
von Jason Avery | 373 Beiträge

So richtig mitbekommen, was Anna mit ihm machte, tat Jason es nicht. Kaum war er unterhalb des Küchenschranks auf dem Boden zusammengesunken, kickte der Alkohol so richtig stark. Er hatte das Bedürfnis sofort zu schlafen, sich nicht mehr zu bewegen, fühlte sich benommen und es trat der Zustand ein, den er so oft schon von anderen Leuten erzählt bekommen hatte und den er mit dieser Aktion angestrebt hatte: Seine Gefühle wurden dumpf. Abgeschwächt. Leise. So, wie Jason es gewohnt war. Alles fühlte und hörte sich an wie in Watte gepackt, so angenehm still, sein Herz nicht mehr schwer vor Schmerz. Nein, jetzt fühlte er sich okay, neutral, wie es normal war. Er wollte einfach wieder in diesen Zustand von vorher, bevor das alles losging, er nicht diese dummen Gefühle entwickelt hatte. Am liebsten die Zeit zurückdrehen und sich vor dieser bescheuerten Aktion warnen, sich selbst sagen, dass er diese Neugierde und Entdeckerdrang den er Ihr gegenüber empfunden hatte, vergessen sollte. Weg damit, wie mit allen anderen Gefühlen. Es würde ihn nur verwirren und wehtun, was am Ende nun passiert war.
Wie lange er dort zusammengesunken in diesem Dämmerzustand saß beziehungsweise halb lag, konnte Jason nicht sagen. Immer wieder waren ihm die Augen zugefallen, der Alkohol machte ihn müde. Wie sich seine Schwester an seiner Tür halber den Fuß brach, unlogischer Weise die Heldin spielen wollte statt einfach von vornherein ihren Schlüssel zu verwenden, bekam er auch nicht mit. Ihr lautes Rufen seines Namens und die grobe Berührung auf seinen Wangen ließen ihn wieder etwas aus seinem Dämmerzustand erwachen, doch seine Augenlieder waren so schwer.
Anna. Seine Schwester. Adoptivschwester, aber das hatte Jason nie interessiert.
Mit viel Anstrengung öffnete er schließlich die Augen einen Spalt, sah sie vor sich sitzen, ihre Hände an seinen Schultern an denen sie ihn geschüttelt hatte. In der Lage ihr zu Antworten war er allerdings nicht, weshalb er die Augen einfach wieder zufallen ließ. Sie waren so schwer!
Der Arzt grummelte, als Anna seinen Arm um sie legte, ihn hochzog, er versuchte sein Gewicht auf die Füße zu bekommen, was ihm nicht so ganz gelingen wollte. Doch sie stützte ihn und gemeinsam schafften sie es in sein Schlafzimmer zu kommen, wo sie ihn dann auf dem Bett ablegte. Erneut war da dieser schwarze Vorhang, der sich vor alles schob, kurz zuckte er ein wenig zusammen, als Anna die Wunde an seiner Hand versorgte.
„Aua…“, kam es nur aus seinem Mund, was sich aber wohl einfach nur wie ein betrunkenes Geräusch anhören musste. Deutlich konnte Jason in diesem Zustand definitiv nicht sprechen.

Das erste, was ihn begrüßte, als er aufwachte, war das Gefühl von Übelkeit. Irgendwie hatte er ein Bild im Kopf wie sich der Inhalt seines Magens immer weiter seinen Oesophagus hinaufkämpfte. Zusätzlich dazu fühlte er sich als wäre er mehrere Kilometer gelaufen, sein ganzer Körper fühlte sich unendlich schlapp und kraftlos an.
Blinzelnd öffnete er seine hellen Augen, seufzte leise und hob einen Arm, fuhr sich durch das bärtige Gesicht. Und völlig überraschend war das plötzlich das Gesicht seiner Schwester. Ihre Worte hörte er, nur brauchte er einfach für ihn ungewöhnlich lange, bis er sie verarbeitet und wirklich verstanden hatte.
„Ich habe Alkohol konsumiert“, antwortete er trocken und schob Anna zur Seite, als er sich aufsetzte, kurz eine Pause machte und sich mit einer Hand an den Bauch fasste.
„Ich werde mich übergeben“, stellte er weiterhin fest, stand auf und ging ins Bad, schloss die Tür ordentlich hinter sich, ehe er zur Toilette ging, den Deckel öffnete und – sich erbrach.
Anschließend ging es ihm besser. Weshalb er sich seiner Kleidung entledigte und unter die Dusche stellte, woraufhin es ihm noch besserging. Das flaue Gefühl in seiner Magengegend war weg und er fühlte sich sauber, seine Muskeln nicht mehr so extrem müde und erschöpft. Doch mit dem Abebben des Alkohols kam wieder dieses Gefühl zurück. Dieses Gefühl, welches er einfach nicht einordnen konnte. Schwer stützte er sich mit den Händen auf dem Waschtisch ab, betrachtete sich im Spiegel. Unter seinen Augen waren Augenringe, seine sonst so hellglänzenden, aufgeweckten Augen wirkten irgendwie müde, matt und… traurig. War er dann traurig? Fühlte sich so Trauer an? Empfanden das Menschen, wenn jemand verstarb, der ihnen nahestand? Das war ja… furchtbar. Der Verband an seiner Hand war nun nass, weshalb er diesen entfernte und durch einen neuen ersetzte, natürlich hatte Jason auch in seinem Badezimmer einige Verbandsmaterialien. Das hatte Anna vor einigen Stunden aber natürlich nicht gewusst.
Mit dem Handtuch um die Hüften öffnete er die Zimmertür des Bads wieder und trat zurück ins Schlafzimmer, wo Anna noch immer war.
„Danke, dass du mich aus der Küche ins Bett gebracht hast und meine Hand versorgt hast. Ich war dazu nicht mehr selbständig in der Lage“, sprach er und hob die Hand mit dem frischen Verband. Langsam lief er zu seinem Bett und ließ sich darauf nieder, stützte sich mit den Händen links und rechts auf der Matratze ab, sein Körper sank in sich zusammen. Er spürte es zwar nicht direkt, aber der Alkohol hatte ihm einiges an Kraft aus seinem Körper genommen. Es würde wohl noch eine kleine Weile dauern, bis er wieder vollkommen bei Kräften war. An seinem Nachtkästchen blieb er mit dem Blick hängen, griff dann nach dem Glas Wasser und trank es in einem Zug leer, stellte es zurück, genau dort, wo Anna es zuvor hingestellt hatte. Das Erdnussbuttersandwich rührte er noch nicht an, dazu war sein Magen von dem Erbrechen vor wenigen Minuten noch zu gereizt.
„Paula wäre jetzt enttäuscht von mir, oder?“, fragte er dann in die Stille hinein, schnaubte aus. Es war ungewöhnlich für ihn so hypothetische Fragen zu stellen. Doch diese ganze Situation in der er sich gerade befand, war so ungewöhnlich, ungewohnt und neu für ihn. Sein Herz, es fühlte sich so schwer an, wie ein Stein. Er wollte es sich aus der Brust reißen, was natürlich unmöglich war und ihn sofort umbringen würde. Aber… am liebsten… nein, er konnte es gar nicht in Worte fassen, wie er sich fühlte. Es war seltsam, so anders, so hatte er sich noch nie gefühlt. Wie beschrieb man etwas, das sich nicht beschreiben ließ?
„Sie ist gegangen. Ohne etwas zu sagen. Athene. Sie hat mir nur einen Zettel dagelassen mit den Worten i]“I’m sorry.“[/i]. Mehr nicht“, sagte er dann sachlich, seine Stimme komplett monoton. Und klärte damit wohl für Anna einiges auf. Er selbst war immer noch völlig verwirrt und überfordert.

@Anna Avery



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#30

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 07.08.2022 10:27
von Anna Avery | 1.338 Beiträge

Anna bekam natürlich nicht die Antwort, die sie sich erhofft hatte. Na ja irgendwie schon aber nicht auf eine Weise die Anna passte. Wenn sie nicht mit Jason zusammen aufgewachsen wäre oder ihn als ihren Bruder ansehen würde, wäre das eine Situation in welcher die Dunkelhaarige und sicher auch viele andere denken würde der Arzt der Cottage würde sie für dumm verkaufen wollen mit seinen Antworten als würde er genau erklären wollen was jetzt passiert weil es die Person gegenüber nicht verstehen würde. Der Dunkelhaarigen war durchaus klar das Jason Alkohol konsumiert hat. Es war schließlich kaum zu übersehen und auch der Geruch von Alkohol war kaum zu ignorieren. Aber Anna wollte wissen WIESO. Wieso ihr Bruder gerade jetzt zu solch einem Verhalten neigte, welches er davor nie gezeigt hatte. Oh es gab deutlich schlimmeres als sich zu betrinken aber diese Handlung war einfach … sie machte einfach keinen Sinn für eine Person wie ihren Bruder. Aber darauf würde sie vorerst keine Antwort bekommen, was natürlich die Anspannung der jungen Frau sich deutlich erhöhen ließ. Anna war schon immer die deutlich impulsivere der Avery's gewesen aber nicht nur weil sie Jason's Verhalten verärgert hatte sondern auch weil sie sich Sorgen machte. „Jason.“ sprach sie nur, doch der junge Mann ließ sich nicht stoppen und verschwand anschließend im Badezimmer. Was im Nachhinein doch die bessere Idee gewesen war, nach den deutlichen Geräuschen das er sich gerade übergab, hätte es wohl kaum seine Schwester besänftigt wenn ihr eigener Bruder ihr noch auf die Stiefel gekotzt hätte. Anna schnaubte hörbar aus als Jason's Übelkeit sich langsam zu beruhigen schien. Aber anstatt das er wieder rauskam war das nächste was Anna vernahm der Wasserstrahl der Dusche worauf die Dunkelhaarige nur brummend ihren Kopf in den Nacken legte und durchatmete. Sie wusste das er es nicht absichtlich machte und sie warten lies. Anna wartete also ab, sie würde sich auch keinen Moment von der Stelle bewegen ehe ihr Bruder nicht die Situation und diesen ganzen Aufwand, welchen er damit ausgelöst hat erklärte. Anna hob nur den Kopf als die Tür des Badezimmers sich öffnete und Jason mit einem Handtuch bekleidet raus lief Sie konnte irgendwie nicht sagen ob er sich nun besser fühlte, er hatte auch davor kaum den Anschein gemacht das er einen Kater hätte. Man hatte ihm noch nicht mal die Übelkeit angesehen. Anna nickte nur als Jason sich schließlich bedankte. „Du bist schwer geworden.“ entgegnete sie ihm nur. „Ich kann dich vielleicht nicht mehr so herumzerren wie ich es als Kind getan habe aber mein Erinnerungsvermögen funktioniert noch recht gut und ich wage mich zu erinnern das Selbstverletzungen ein Teil deiner Art war.“ sprach die Dunkelhaarige nur scharf. Anna war vielleicht nicht die geborene Ärztin wie ihr Bruder aber sie konnte durchaus unterscheiden, das die Wunde an seiner Hand ganz bestimmt nicht durch einen Sturz in einen Glassplitter entstanden ist. Sie folgte Jason nur mit ihrem Blick als dieser sich auf das Bett niederließ … und irgendwie .. konnte Anna nicht mehr sauer sein. Vielleicht war es nur ein falscher Winkel oder das Licht schien komisch im Raum aber irgendetwas an Jason's monotonen Gesichtsausdruck war anders. Sie wusste nicht ob es wirkliche Traurigkeit war … oder ob er einfach nachdenklich wirkte. Es führte dennoch dazu das Anna's Gesichtszüge weicher wurden, nicht mehr so hart wirkten und sie sich schließlich mit einem deutlichen Plumpsen in der Matratze neben ihn niederließ. Anna blickte ihren Bruder nur einen Moment an als er sich fragte ob ihre gemeinsame Mutter nun enttäuscht sein würde. Nein womöglich nicht. Jason war ihr so viel ähnlicher als Anna es war. Damit wollte sie nicht sagen das Paula Jason mehr liebte, keines Wegs aber die beiden hatten durch die Medizin durchaus mehr was sie verband. Sie würde jetzt irgendeine dieser Erklärungen suchen weshalb Jason es getan haben könnte und ihn in Schutz nehmen. „Nein wäre sie nicht.“ antworte die Dunkelhaarige nur ehrlich ehe sie wieder zu ihm rüberblickte. „Aber ich bin es und ist das nicht genau so schlimm?“ Sie würde Jason nicht bedrängen in dem sie erneut fragte wieso er es getan hatte. Er würde es ihr selbst sagen, schließlich wusste er das sie ihn sonst nicht in Ruhe ließ. Und sie behielt Recht. Es dauerte nicht lange und Jason sprach schließlich weshalb er es getan hatte. Anna schloss einen Moment lang die Augen. Es gab mal eine Zeit als sie noch jünger war, da wollte sie unbedingt in etwas besser sein als ihr Bruder. Sie wollte mit irgendwas hervorstechen, was er nicht so gut konnte. Das es aber ausgerechnet die Liebe sein würde hinterließ irgendwie einen bitteren Nachgeschmack. Sie würde jetzt nicht so etwas sagen wie, ich hab es dir doch gesagt, sie ist eine schlechte Person. Aber ja sie war eine schlechte Person dennoch hatte diese schlechte Person es auch geschafft die Dunkelhaarige in der letzten Zeit zu täuschen, das sie wirklich gute Absichten mit ihrem Bruder hatte. Sie war wütend auf diese Person und das war noch deutlich milde ausgedrückt. Und das Jason sie gemocht hatte, war in seiner jetzigen Reaktion kaum zu übersehen, denn sonst würde er sich keine Gedanken machen, es ihn nicht so mitnehmen das ihm andere Dinge in seinem Tagesablauf egal schienen und er sich betrank. Doch auch Anna wusste das sie ihren Bruder nicht vor allem beschützen kann … ganz besonders nicht wenn man ihm das Herz brach. Jason war erwachsen und muss seine Entscheidungen im Leben treffen mit all seinen Vorteilen und Konsequenzen. Natürlich hatte sie das Bedürfnis ihren Bruder in den Arm zu nehmen aber sie wusste das dies zu viel für Jason in dem Moment wäre weswegen sie nur ihre Hand auf seinen Handrücken legte, diesen kurz drückte bevor sie wieder locker ließ. „Weißt du Jason...“ fing die Dunkelhaarige an. „Manchmal tun Menschen Dinge, die wir einfach nicht verstehen können. Selbst wenn wir es versuchen. Wenn wir an jeden Moment zurückdenken, an jedes gesprochene Wort, an jede Bewegung … wir versuchen zu analysieren was hätte der Auslöser sein können, werden wir nie eine Antwort darauf finden. Manchmal tun sie Dinge, die sie noch nicht einmal selbst verstehen und das macht es für uns unverständlicher.“ Anna blickte geradeaus, starr zur Wand. „Und es gibt keine Worte, keinen Trank welches das was dich so fühlen lässt wie du es jetzt tust verschwinden lässt. Du wirst es nicht vergessen können egal wie viel Alkohol du konsumierst, egal wie sehr der Schmerz der Wunde dich die wenigen Minuten davon abgelenkt hat. Du wirst immer daran denken und auch immer daran wie dein Körper sich gefühlt hat. An manchen Tagen vielleicht weniger. An anderen wieder mehr.“ Anna war ehrlich. Vielleicht ein wenig zu ehrlich. Sie wollte auch keineswegs damit ihrem Bruder ein schlechtes Gefühl vermitteln oder ihn gar damit verletzen. Aber sie würde ihn nicht belügen oder ihm irgendwelche falschen Hoffnungen machen. Sie würde ihre Worte nicht mit blumigen Aussagen beschmücken, welche ihr Bruder vorne rein nicht verstand. „Aber..“ blickte sie ihren Bruder wieder an. „Es ist okay. Und es wird besser werden … wie eine Wunde die langsam zuheilt aber ab und an noch ein wenig juckt.“ Anna hob langsam ihre Hand wieder von seiner und betrachtete ihren Bruder einen Moment lang. „Wir können zu dem Museum zurück von damals wenn du das magst.“ stupste die Dunkelhaarige schließlich mit einem leichten Lächeln ihren Bruder kurz mit der Schulter an. „Oder wenn du irgendetwas zerschlagen willst gibt es da draußen genug Untote oder Schrott, den eh niemand braucht.“ Anna dachte einen Moment nach. „Odeeer. Ich entwende den Filmprojektor und wir gucken uns zum ein millionsten Mal Jurassic Park an, du weißt schon der Film mit den Dino's, soll gut sein.“ zog sie ihren Bruder auf. Sie wusste das ihr Bruder es nicht verstand und sie nun wieder belehren würde und das war okay. Das durfte er. Solange er wollte und es ihn besser fühlen ließ …

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#31

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 02.10.2022 13:28
von Jason Avery | 373 Beiträge

Schweigend lauschte Jason den Worten seiner Schwester, sein eisblauer Blick auf den Boden seines Schlafzimmers gerichtet. Langsam verfolgte er die Rillen in den Brettern, betrachtete die Unregelmäßigkeit der Ritzen, bis er den Blick anhob als es ihm zu viel Unregelmäßigkeit wurde. Er sollte den Boden neu verlegen lassen, mit regelmäßigeren Brettern, welche mit ihren chaotischen Rillen ihn nicht so aufregten. Wie konnte ihm das vorher noch nicht auffallen? Vermutlich, weil Jason wenig Zeit seines Lebens damit verschwendete einfach auf den Boden zu starren.
Ihre Hand auf seiner fühlte sich warm an, aber nicht unangenehm, wie es sonst oft war. Meistens hielt er es einfach aus, wenn andere Leute ihn berührten, an den Händen war es auch meist recht erträglich, aber diesmal war Annas Hand… willkommen auf seiner. Athenes Einfluss auf Jason war ja nicht nur schlecht, nun wo sie weg war. Seit er sie kennengelernt hatte, waren bestimmte Berührungen erträglicher geworden für ihn. Die junge Frau hatte ihn sogar an Stellen berühren dürfen, wo es sonst wirklich NIEMAND durfte, außer ihm. Was eigentlich die meisten Stellen an seinem Körper waren, abgesehen von seinen Händen und Armen vermied er es überall so gut es ging berührt zu werden. Dennoch konnte er nun Berührungen von Fremden auch an der Schulter besser tolerieren oder an seinem Rumpf. Aber immer nur mit Kleidung bei anderen Menschen. An den Armen und Händen ging es auch ohne Kleidung dazwischen.
Dennoch – dieses Gefühl was er im Moment noch immer empfand, dass war es nicht wert gewesen. Er würde am liebsten die Zeit zurückdrehen und all dies hier vermeiden. Doch natürlich war ihm klar, dass dies nicht ging und auch sinnlos war sich dies zu wünschen, da sich die Vergangenheit nun mal nicht ändern ließ. Es verwirrte ihn nur so sehr, dass eine Person ihn solche Gefühle empfinden lassen konnte, jetzt, wo sie weg war. Diesen Schmerz. Der ja eigentlich nur psychologisch war, aber sich so physisch anfühlte.
„Ich möchte jetzt keinen Film sehen. Außerdem haben wir Jurassic Park, ein Film über einen Dinosaurier Park, bisher nur 42 Mal gesehen und nicht eine Million. Das wäre zeitlich nicht möglich gewesen, da der Film 123 Minuten dauert, was bedeutet wir haben bereit 86 Stunden damit verbracht diesen Film zu sehen. Hätten wir ihn bereits eine Million Mal gesehen wären das 2.050.000 Stunden, was 85.416 Tage wären, was in etwa 234 Jahre sind. Soll ich dir noch weiter erklären, weshalb deine Aussage keinen Sinn ergibt?“, antwortete er trocken, sah kurz zu ihr hinüber ehe er wieder wegsah, einen Moment schwieg.
„Ich wusste, dass Gefühle eine intensive Erfahrung sein können“, sprach er dann weiter, den Blick noch immer auf die Kommode gegenüber gerichtet, „Ich habe es gesehen. Bei anderen Menschen, wie sie weinen und schreien, wenn jemand verstirbt, der ihnen wichtig war. Sich ihre Hände in ihre Brust krallt, oder sie sich an der Leiche festklammern, als würde das etwas verändern. Bisher habe ich nicht verstanden, wie der Verlust eines Menschen jemanden physisch so betreffen kann. Dass sie das Bewusstsein verlieren, physische Schmerzen haben oder eben vokal versuchen damit umzugehen. Es ergibt keinen Sinn und es ergibt auch noch immer keinen Sinn, weshalb der menschliche Körper so reagiert. Aber ich habe diese intensive Erfahrung nun auch gemacht, kann nun… nachvollziehen, was in diesen Menschen vor sich geht. Vielleicht macht mich das jetzt zu einem besseren Arzt. Dennoch frage ich mich jetzt, warum Menschen sich aktiv dafür entscheiden, das Risiko einzugehen solche Empfindungen zu erfahren. Weshalb suchen sich Menschen einen festen Partner oder Partnerin, verbinden sich auf so emotionale Art und Weise mit jemand anderem, wo doch immer das Risiko besteht den anderen zu verlieren? Natürlich, Eltern oder Geschwister kann man sich nicht aussuchen, aber wieso suchen Menschen aktiv nach der Liebe, wenn sie einem auch so viele negative Emotionen verschaffen kann?“
Jason atmete langgezogen aus, ehe er den Kopf hob und Anna direkt in die Augen an, „Wieso suchst du danach Anna? Weshalb bist du mit Zachary in einer emotionalen Verbindung, wenn du weißt, wie sehr es dich physisch und psychisch verletzten kann, sollte er gehen oder versterben?“
Seine Frage war ehrlich, alleine schon daran zu erkennen, dass er seiner Schwester direkt in die Augen sah. Was er nur selten tat, es sonst eigentlich nie machte. Doch sein Blick konnte schon fast ein wenig suchend wirken, er wollte wirklich verstehen, weshalb Menschen soetwas machten. Sich immer wieder neu verliebten, mit dem Verlust von Menschen umgehen wollten, sich ja aktiv dazu entschieden. Die Menschen wussten doch, dass dem jeweils anderen ja etwas passieren konnte, in einer Apokalypse wie dieser sogar sehr schnell. Wieso ließen sie sich emotional auf andere Menschen ein, nur um dann doch wieder Schmerz und Trauer zu erfahren? Das ergab doch einfach überhaupt keinen Sinn. Jason hatte sich auch Athene eingelassen, weil sie spannend war, aufregend, anders. Sie in ihm etwas ausgelöst hatte, was er vorher noch nie empfunden hatte. Er war neugierig geworden, eine Neugierde die ihm nun zum Verhängnis geworden war. Und ihm nun definitiv eine Lektion erteilt hatte, die er nicht mehr vergessen würde. Nein, er würde sich nicht mehr emotional auf jemanden einlassen, nie wieder. Die einzige die für ihn nun noch wichtig war, war Anna. Denn wie vorher schon zu ihr gesagt, seine Familie konnte man sich immerhin nicht einfach so aussuchen. Und Anna verlieren oder wegstoßen, das wollte Jason auch nicht, da ihm sowieso schon bewusst war, dass er dennoch traurig wäre, wenn Anna etwas passieren würde, selbst, wenn es versuchen würde sich emotional von ihr zu distanzieren. Es würde nicht funktionieren, dafür hatte er zu viele positive Erinnerungen mit der jungen Frau neben ihm, zu viel was ihn und sie verband. Soetwas ließ sich nicht einfach auflösen, auch, wenn man es noch so sehr versuchte. Aber mit jemand Fremden, jemanden, den man erst kennenlernte, da konnte man sich ja aktiv entscheiden, ob man dies wollte oder nicht. Man hatte eine Wahl „nein“ oder „ja“ zu sagen. Wieso also entschieden sich so viele Menschen dafür „ja“ zu sagen?
@Anna Avery



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#32

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 29.11.2022 17:14
von Anna Avery | 1.338 Beiträge

Anna konnte ein kleines, trockenes Schmunzeln nicht ganz verkneifen als Jason ihr wortwörtlich die Anzahl und die Stunden und Minuten aufzählte, die sie quasi damit verbracht hatte einen Film zu gucken den die Dunkelhaarige hauptsächlich wegen ihres Bruders schaute. Na ja Anna musste doch zugucken, das sie den Film nach dem zweiten Mal schauen doch gut fand. Wenn es um Filme ging war doch eher Jason immer denjenigen gewesen der einen ausgesucht hatte. Anna hatte es einmal mit einem Gruselfilm bei ihrem Bruder versucht aber sie wusste direkt das es Jason nicht gefiel. Nicht nur aus dem Grund das er sich nie erschreckte, weil er es vielleicht auch nicht konnte oder einfach der Tatsache zu verschulden das in solchen Filmen vieles schon sehr vorausschauend war. Zu dem in den neueren Varianten die Filmcharaktere meist nie logisch oder ihrer Natur entsprechend reagierten und sie wusste wie sehr es Jason nicht mochte oder einfach schnell das Interesse daran verlor. Aber mit dieser einfachen Frage ob er einen Film mit ihr schauen würde, konnte sie ihn schon immer ein wenig locken, wenn sie ihn etwas ablenken oder Zeit mit ihm verbringen konnte. Das es diesmal nicht wie gewohnt klappte hinterließ doch einen bitteren Nachgeschmack. So kannte Anna ihren Bruder nicht und sie wusste auch ehrlich gesagt nicht wirklich welche Worte sie am Besten verwenden konnte, das er sich ein bisschen besser fühlen konnte. Jason klammerte sich nur an die reine Logik, an etwas Emotionales konnte er sich vorher nie wirklich festhalten. Das diese Intensität an Neuheiten auch ihn auf eine gewisse Weise überforderte war also bis zu einem Punkt für die Dunkelhaarige verständlich. „Intensive Erfahrung klingt noch milde ausgedrückt. Es ist wie wenn man mit seiner Hand einen Stromzaun packt, sich verbrennt, einem die Luft zum atmen wegbleibt, sich an einem scharfen Messer schneidet ...“ sprach Anna ein wenig nachdenklich und es klang in erstem Moment wohl eher nach etwas Schlechtem und Schmerzhaften. „Aber es ist auch warm, als würde man vor einem warmen Lagerfeuer sitzen, als würde keine Schwerkraft existieren und man könnte schweben, wenn das Herz so intensiv klopft und man bewusst wahr nimmt und spürt das man wirklich am Leben ist.“ Anna wollte ganz gewiss nicht kitschig klingen, romantisch war sie alles andere aber sie wusste sonst nicht wie sie es anders beschreiben sollte. Bei seiner Frage blickte sie ihn immer noch nicht. „Liebe zeigt sich nicht nur durch Verlust Jason. Der Verlust zeigt nur wie sehr man liebte oder in gewissen Fällen geliebt wurde.“ Erst jetzt entgegnete sie seinem Blick und es war wohl wirklich einer der seltensten Momente wo die beiden Geschwister wirklich richtigen Augenkontakt hielten. Einer, welcher etwas mehr als nur wenige Sekunden anhielt. „Es geht hier nicht nur um Zach. Ich liebe dich ebenso, weil du mein Bruder bist und mein Herz würde genau so zerreißen wenn du nicht mehr da bist. Schlimmer als du dir vielleicht je vorstellen kannst Jason.“ Sie wollte nicht das Jason seinen Blick wieder abwendete und ehe er ihrem Blick wieder ausweichen konnte, legte sie ihm nur einen kurzen Moment ihre Hand an seine Wange. Es war schon fast so als würde sie die blauen Augen ihres Bruders zum ersten Mal richtig sehen. Auch wenn sie wusste das diese schon immer so tiefgründig dreinblickten. „Ich habe nicht nach so einer Verbindung zu Zach gesucht. Manchmal passieren sie einfach oder sind schon längst vorhanden wie bei uns Geschwistern. Und nicht immer ist uns auf dem ersten Blick klar wie sehr ein Fremder oder eine Fremde zum wichtigsten Menschen unseres Lebens werden kann. Manchmal müssen wir viele verschiedene Hürden überwinden um diesen Menschen zu finden. Manchmal täuschen wir uns auch und glauben wir hätten mit diesem gewissen einen Menschen dieses Band. Und es mag bitter schmecken Jason. Aber du hast dich getäuscht, du hast dich geirrt.“ Sie zog langsam ihre Hand wieder zurück. „Das was du gefühlt hast war alles echt aber es war nicht die richtige Person und das ist okay. Auch du darfst dich irren, denn das macht dich menschlich. Denn das bist du. Auch wenn du nicht wie alle anderen bist, bist du besonders und das habe ich schon immer geliebt.“ Sie drückte noch einmal fest seine Hand. „Die Wunde wird heilen Jason, auch wenn es sich jetzt noch nicht so anfühlt. Aber deine kostbaren Gehirnzellen weg zu saufen oder dich selbst zu verletzen wird dich nicht weiter auf diesem Weg des Heilungsprozesses bringen.“

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