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Ihr wollt unbedingt Spannung, Action oder einfach nur einen Ausklang zu der modernen Welt? Dann seid ihr bei uns genau richtig. Die Welt ist nicht mehr die, die wir kannten. Untote wandeln alleine oder in großen Horden umher. Jedoch sind sie nicht die größte Bedrohung. Nach den Jahren wissen die Überlebenden, wie sie mit diesen umgehen müssen. Die größere Bedrohung sind wohl andere Überlebende, denn Gesetze oder Strafen gibt es nicht mehr. Deswegen haben sich einige zu Kolonien zusammengeschlossen, in denen jeder seine Aufgabe und einen sicheren Schlafplatz hat. Du kannst dich zwischen der Cottage by the Sea entscheiden, eine frühere Ferienanlaga direkt am Meer oder den Anarchy Riders, der Außenposten der Cottage, die in einem Clubhaus leben. Wie wäre es hoch oben in den Bergen in einem mittelalterlichen Dorf zu leben und sich selbst zu versorgen? Im Valley Balar ist es möglich. Als Nomade kannst du hin, wohin du willst und brauchst dich nur um dich kümmern. Vielleicht willst du dich auch dem Bösen anschließen, dann bist du bei der Company sehr gut aufgehoben. Egal wie du dich entscheidest, es wird dein Leben verändern.

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An Aus

#1

Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 03.01.2019 00:07
von Daryl Dixon | 6.489 Beiträge




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#2

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 23.04.2020 13:58
von Anna Avery | 273 Beiträge

Ihr Bruder reagierte genau so, wie es sich Anna gedacht hatte als er ihren Sarkasmus aufklärte, das tat sie natürlich nicht weil sie Jason auf irgendeine Weise belehren wollte oder sich auf irgendeine Weise schlauer als er fühlen wollte, sie wollte einfach nur das er verstand was sie wirklich meinte. Er lächelte darauf nur, nicht weil er wollte sondern weil er es für angebracht hielt, Anna konnte das mittlerweile in gewissen Situationen unterscheiden, schon gar wenn sie einer der Personen war, die ihm immer wieder riet wie es am besten war in gewissen Situationen zu reagieren. Einfach nur das er keine Schwierigkeiten bekam, schon gar konnte eine einzige falsche Mimik bei vielen Menschen das genaue Gegenteil von Zufriedenheit auslösen aber das wusste Jason wahrscheinlich selbst am Besten. Sie konnte noch nicht mal sauer sein wegen seines 'unehrlichen' Lächelns, er konnte ja nichts dafür und immer hin war er ihr Bruder. Wer könnte verständnisvoller für die eigenen Macken sein als die Familie selbst … oder eher gesagt was davon noch übrig geblieben ist. Auf seine Aussage das dieser Rick und wohl auch ein Daryl die Anführer dieser Kolonie waren sagte die Schwarzhaarige erst mal nichts dazu. Es war nicht so das sie nicht dankbar war über diese Entscheidung, das man sie erst mal am Leben ließ und schon gar aus diesem dunklen Kerker rausließ und dabei nur Jason's Wort als Argument hatten und darauf vertrauen musste, war mutig … Mutig aber vielleicht auch dumm. Es war nicht so das sie unbedingt Ärger machen wollte, jetzt wo sie sogar wusste das ihr Bruder hier lebte aber ehrlich gesagt wusste sie auch nicht wie es nun weitergehen würde. War es nun beschlossen das sie hier bleiben musste oder gar wollte? Nur weil ihr Bruder nun hier war? Die Dunkelhaarige wusste ehrlich gesagt noch nicht was sie von der ganzen Situation hier halten sollte, das es Anna überforderte. Schließlich hatte sie mit allem gerechnet aber nicht mit ihrem Adoptivbruder, der einfach mal in den dunklen Kerker hereinspaziert kam. Nun Jason hatte sicherlich auch mit anderen Dingen gerechnet. Dennoch wusste Anna noch nicht so recht was sie von der Kolonie halten sollte, erst recht nach dem man sie einfach so ohne Probleme rausließ. Anna war solches Verhalten von Überlebenden nicht gewohnt. Und diese Normalität, die diese Kolonie ausstrahlte war auch ein Grund welcher sie überforderte. War so was wie Normalität überhaupt noch möglich gewesen? Oder war das alles vielleicht sogar nur Show und Jason verheimlichte ihr etwas? Oder waren dies einfach nur typische paranoide Gedanken, die Überlebende bekamen wenn sie schon zu lange dort draußen waren? Anna wusste es nicht. Es war noch zu früh um sich ein Urteil zu bilden. Sie war einfach das erste mal in ihrem Leben wirklich ratlos. Oh und Anna mochte diesen Zustand überhaupt nicht. Bei der Erwähnung seines Eids konnte Anna nicht anders als den Kopf sanft zu schütteln. Es war etwas wofür sie Jason auf einer Seite bewunderte, auf der anderen Seite konnte sie wohl kaum glauben, das es ihm wirklich einfach fallen würde jemanden zu versorgen, der zum Beispiel vielleicht jemanden verletzt hat, der ihm wichtig war. Persönliche Gefühle konnten da sehr hartnäckig sein. Aber diesen Gedanken behielt die Dunkelhaarige für sich. „Ob die Entscheidungen deiner Anführer nun aufrichtig sind oder nicht, wird sich denk ich in den nächsten Tagen zeigen. Letztendlich ist es auch unwichtig. Wir alle haben Blut an den Händen … ob wir wollen oder nicht.“ tat sie das Thema damit ab. Anna würde sich ruhig verhalten, wenn ihr natürlich niemand krumm kam, dann könnte sie für nichts garantieren. Ihre Reaktion auf Jason's Antwort, was mit ihren Eltern passiert war, war in Anna's Augen nur logisch, auch ihre Reaktion empfand sie nicht als falsch. Gut ihren Frust und ihre Wut an ihrem Bruder auszulassen war falsch und Anna wusste es das er am wenigsten dafür konnte. Anna wollte eine Antwort und Jason gab sie ihr. Er hatte in dieser Situation nichts falsches gemacht aber Anna wusste sonst nicht wie sie ihre Gefühlen Luft machen konnte. Zu dem der Gedanke daran das ihre Eltern, sich so etwas angetan haben, sie so sehr verletzte das einfach in diesem Moment alles falsch schien. Eine normale Reaktion wenn man trauerte. Dann kam noch all das hier hinzu. Wie schon erwähnt das ihr Bruder lebte, freute sie wirklich sehr aber überforderte sie auch, ihn hier, Gott sei Dank gesund vor sich stehen zu sehen, dennoch dachte sie die ganze Zeit er sei tot. Und das er hier stand, alles hatte, ein deutlich besseres Leben führte das ließ Anna durchaus nicht kalt und vermittelte ihrem deutlich angeschlagenen Bewusstsein ein falsches Bild in den Kopf. Nach dem Anna sogar ihren Bruder angeschrien hat, atmete diese nur schwer aus, blickte diesen nur an. Sie wollte eine Reaktion sehen, irgendeine Gott verdammte Reaktion, selbst wenn es nur ein Zucken war aber Jason gab ihr diese nicht. Jeder andere wäre wohl ebenso wütend geworden, wahrscheinlich wäre die Situation eskaliert aber nicht Jason. Er blieb ruhig. So wie er immer ruhig blieb. Seine Worte waren Worte, mit welcher wohl keine Person in so einer Situation rechnen würde und womöglich wollten sie die meisten auch nicht hören, so wie Anna. „Gott verdammt Jason hast du mir überhaupt zugehört?! Ich will keinen verdammten Tee!“ antwortete die Dunkelhaarige immer noch deutlich aufgebracht aber Jason ließ sich davon nicht abhalten, verschwand durch eine offene Tür und ließ Anna stehen. Anna sah ihm einen Moment nur verständnislos hinter her, fühlte sich als wäre sie gerade im falschen Film. Ihre Wut verschwand nicht, wurde deutlich weniger und je mehr die Wut verschwand umso mehr stach die Trauer durch. Es war komisch aber auf einmal fühlte sie sich so allein, so das sie Jason schnell durch die offene Tür folgte, wie ein Hund der nach Aufmerksamkeit suchte. Jason stellte gerade den Kessel auf den Herd. Anna sah ihm einen kurzen Moment zu, sagte aber nichts bevor sie durch die Küche mit dem anschließenden Essbereich streifte und sich umsah. Alles sah hier so verdammt normal aus, als würden da draußen keine Toten umherlaufen. Doch bevor sie sich einfach auf einem Stuhl niederlassen wollte entdeckten ihre braunen Augen etwas. Eine Flasche Whiskey, wie sie einfach so da stand in einen der Schränken und Anna griff einfach danach. Gut sie hätte ihren Bruder vielleicht aus Höflichkeit fragen sollen aber Anna war es nicht nach Höflichkeit zu mute. Zu dem sie einfach nur das Gefühl hatte das es ihr jetzt nur mit Alkohol besser gehen könnte. Die Dunkelhaarige ließ sich auf einem der Stühle nieder, öffnete die Flasche, setzte sie an ihren Lippen an und trank einen großen Schluck, verzog noch nicht mal das Gesicht dabei. Während der Alkohol in ihrer Kehle herunter lief spürte sie schon wie sie sich entspannte. „Hm … Alkohol war schon immer die beste Medizin findest du nicht auch?“ zog Anna ihn auf und setzte die Flasche gleich nochmal an. Man konnte noch deutlich hören, das Anna aufgebracht war aber schon deutlich ruhiger als zu vor. „Ich werde keinen Ärger machen, falls es das ist was dich beunruhigt.“

@Jason Avery


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#3

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 29.04.2020 14:57
von Jason Avery | 85 Beiträge

Es war nur verständlich, für jeden anderen Menschen wohl auch nachvollziehbar, wie Anna reagierte. Auch Jason verstand, dass hinter ihrer Wut und dem Frust, den sie nun auf Jason ablud, eigentlich nur Schmerz und Trauer standen. Er verstand es, er wusste es, wie er wusste das der Hund auf Spanisch Perro hieß. Er hatte Gefühle zu erkennen gelernt, wie seine spanischen Vokabeln. Nur wollten die spanischen Worte einfach viel besser in seinem Kopf sein, mehr Sinn machen, als Gefühle. Spanisch sprach er fließend, fast wie seine Muttersprache, aber Gefühle. Sicher war er sich nie. Manchmal glaubte er sich sicher zu sein, aber so sicher wie das Perro Hund bedeutete, war er sich eben einfach nie. Er würde sich auf einer Skala für den Referenzrahmen von Fremdsprachen bei Spanisch auf C2, also annähernd Muttersprache, und bei Gefühlen wohl maximal auf A2, also grundlegende Kenntnisse, einschätzen. Schon seltsam, wenn man das Lesen von Gefühlen mit einer Fremdsprache verglich, aber für Jason war es so. Auch jetzt, die Wut, über die war er sich sicher, denn Anna schrie nur, wenn sie wütend war oder Schmerzen hatte. Und daraus resultierte auch seine Vermutung, dass der Schmerz über den Verlust ihrer Eltern im Hintergrund lauerte. Etwas Anderes konnte er sich nicht vorstellen, denn die Nachricht über den Tod der Eltern zu erhalten, war etwas emotional Aufwühlendes. Für… normale Menschen. Aber Jason war ja nicht normal.
Kaum hatte sie ihn angeschrien, wartete Jason einen Moment und verkündete dann, dass er ihr nun einen Tee machen würde. Denn er hatte von seiner Mutter gelernt, dass man aufgebrachten Menschen einen Tee kochte. Tee beruhigte den Geist, was auch immer seine Mutter mit „dem Geist“ gemeint hatte. Vermutlich die Psyche, dieses Etwas, das medizinisch nicht ganz erklärbar war und von daher für Jason einfach völlig irrelevant und unverständlich. Er konnte nur Dinge begreifen und verstehen, die er sehen, anfassen konnte, Dinge, die Materiell waren. Dass es aber noch andere Dinge gab, leugnete er nicht. Noch niemand konnte Fußreflexzonenmassage oder Akkupunktur beweisen oder auch nur erklären. Doch es funktionierte. Die Alternativmedizin war existent, für Jason aber einfach nichts. Das verwirrte ihn, überforderte ihn, also hielt er sich davon eher fern.
In der Küche angekommen stellte er den Kessel auf den Herd, ließ das Wasser darin langsam heiß werden. Anna war ihm nicht direkt in die Küche gefolgt, aus dem Augenwinkel sah er aber nun, wie sie durch die offene Tür trat. Er reagierte nicht auf sie, richtete den Kessel richtig auf dem Herd, spürte aber, wie sie sich hinter ihm in der Küche umblickte. Langsam drehte er dem Feuer den Rücken zu, lehnte sich gegen die Arbeitsplatte und verschränkte die Arme vor der Brust.
Sein heller Blick lag auf ihr, wie sie durch die Küche lief, alles mit ihren dunklen Augen ansah und dann schließlich etwas entdeckte, von dem Jason schon ganz vergessen hatte, dass es überhaupt dort stand: Seine Flasche Whisky. Die einzige Flasche Alkohol in seinem Haus, die wohl keinen medizinischen Grund hatte, hier zu sein. Ein Schmunzeln umspielte seine Lippen, als sie ungefragt danach griff und sie aus dem Regal zog. Jason konnte sich kaum daran erinnern, wann er das letzte Mal ein Glas Whisky getrunken hatte, aber er wusste, dass der Whisky ein guter Whisky war. Ein 15 Jahre alter Old Highland Whisky aus Schottland, denn, wenn Jason mal Alkohol trank, dann eher hochwertigen. So wie zuhause eben immer, dort gab es nur hochwertigen Alkohol. Stolperte er oder eine der Versorgungstrupps also mal über so ein exzellentes Getränk, dann nahm er es gerne mit. Diese Flasche hatte er tatsächlich vom Schmied erhalten, als Dankschön, dass Jason seiner Frau medizinisch geholfen hatte. Für Jason eine Selbstverständlichkeit, er wollte den Whisky schon gar nicht annehmen, aber der Schmied bestand darauf. Und so hatte er den Weg der geringsten Konfrontation gewählt und hatte den Alkohol einfach angenommen. Bisher fehlten vielleicht drei Gläser aus der Flasche, sie war also noch recht voll.
Kaum saß seine Schwester auf einem Stuhl, setzte sie auch schon die Flasche an die Lippen, trank einen Schluck daraus, ohne das Gesicht zu verziehen. Gut, bei so einem Whisky, wie dem, den sie gerade trank, sollte man auch nicht das Gesicht verziehen. Außer, man mochte einfach keinen Whisky. Er stieß sich von der Arbeitsplatte ab, als sie den Alkohol als die beste Medizin beschrieb. Er kannte das Sprichwort, wusste, dass es eine Art Witz sein sollte, denn es ging um die berauschende Wirkung des Alkohols und nicht, dass er medizinisch heilsam war. Also lächelte er nur sanft über ihre Bemerkung, auch wenn es in innerlich dazu drang ihr rational zu antworten, dass Alkohol in der Form zum Trinken garkeinen medizinischen Nutzen hatte. Auch nicht als sonderlich gutes Desinfektionsmittel, wie viele Leute glaubten. Dafür waren in Trinkalkohol zu viele andere Zusätze beigefügt worden, als, dass er noch desinfizierend wirkte. Das einzige, was er tat, war auf Schleimhäuten und offenen Stellen zu brennen. Deswegen dachten viele Leute, man würde damit das Gebiet reinigen, was aber nicht der Wahrheit entsprach. Doch er verkniff es sich, da er ja wusste, wie dieser Spruch gemeint war.
„Ich habe keine Angst, dass du Ärger machst“, antwortete er dann und stellte ihr ohne zu Fragen ein Whiskyglas hin, ging dann wieder hinüber zum Herd auf dem der Wasserkessel dampfte. Er holte eine Tasse aus dem Schrank, gab ein paar Kräuter in einen metallischen Teebeutel, hängte ihn in die Tasse, fein säuberlich dort, wo der Griff war, und goss dann das heiße Wasser in die Tasse. Ordentlich schüttete er das übrige Wasser in eine Flasche, er wollte kein Wasser verschwenden, obwohl sie davon hier reichlich hatten. Aber abgekochtes Wasser war auch im kalten Zustand nützlich für die Praxis.
Er stellte ihr die Tasse mit dem Tee hin, setzte sich dann ihr Gegenüber und lehnte sich auf dem Stuhl zurück. Er sagte wieder nichts, dann fuhr er sich mit einer Hand über die kurzen Haare.
„Ich kann mir vorstellen, dass das nicht leicht war für dich, dass zu hören“, fing er dann an und legte die Hand von seinem Kopf auf seine Brust, „Aber du musst mir glauben, dass es für mich auch nicht leicht war. Auch mir hat es wehgetan, ich weiß, das klingt absurd. Doch ich habe es eben schon gesagt, ich bin dort hingefahren Schwester, dort war nichts mehr als Asche und Rauch und viele Menschen, die eigentlich nicht mehr auf zwei Beinen stehen dürften, es aber trotzdem taten. Warum hätte diese Dame mich anlügen sollen? Was hätte sie davon gehabt? Es wäre nicht logisch gewesen, mich zu belügen. Diese Dame saß alleine am Feuer, sie hätte nur etwas davon, wenn es ihr Freude bereiten würde sich am Schmerz anderer Leute zu ergötzen. Wobei sie da bei mir wenig gesehen hat. Trotzdem wusste ich, wenn ich dich eines Tages wiedersehen sollte, würdest du es mir nicht verzeihen, nicht dorthin gefahren zu sein. Also habe ich es gemacht.“
Er schwieg und setzte sich dann aufrechter hin, stützte die kräftigen Arme auf die Tischkante, „Es tut mir Leid Anna. Hätte ich gewusst, dass du noch lebst und zuhause in Toronto bist, ich wäre zu dir gekommen. Doch es war mir die ersten Jahre der Apokalypse nicht möglich, nicht erlaubt, ja gar verboten nach dir zu suchen. Nach irgendwem meiner Familie zu suchen. Hätte ich mich geweigert, würde ich jetzt nicht hier sitzen.“
Sein Blick lag auf ihren Augen, er sah sie länger an als sonst, auch wenn er wusste, dass er in ihrem Gesicht keine Gefühle erkennen würde. Dann sah er wieder woanders hin und lehnte sich erneut in seinem Stuhl zurück.

@Anna Avery



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#4

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 12.05.2020 10:48
von Anna Avery | 273 Beiträge

Nun gut sie hätte wohl Jason einfach fragen können ob sie sich den Whiskey schnappen könnte, dieser hätte wohl kaum was dagegen gehabt aber Anna war nicht in der sonderlichen Verfassung nett und höflich zu fragen, zu dem sie durch die Apokalypse diese einfachen Höflichkeitsformen schon längst abgelegt hatte. Anna nahm sich die Jahre da draußen schon immer das was sie wollte, egal wer sich dabei in den Weg stellte. Schließlich taten andere das auch also war es doch nur fair oder nicht? Die Welt nahm einem alles also nimmt Anna etwas von der Welt. Gleiches Recht für alle. Auch wenn man wohl in einer Apokalypse wohl nicht mehr von Rechten sprechen konnte. Der Stärkere und vor allem der Klügere überlebte, die Schwachen starben, so einfach war die Welt für die Dunkelhaarige geworden. Deswegen war sie sich immer sicher gewesen, das ihr Bruder nicht tot sein konnte, wie sie schon sagte war er einfach viel zu klug um zu sterben. Selbst als sie längst nicht mehr dran glaubte, wusste sie stets in ihrem Kopf das es nicht so war. Aber gut sie dachte das stets auch von ihrer Mutter und ihrem Vater. Letztendlich musste auch ihre Mutter dran glauben, jedenfalls dachte sie das und dann hörte sie von Jason das sie wohl überlebt haben sollte und auch noch ihren Vater fand und das sie dann beide einfach tot waren? Natürlich verletzte das Anna und es machte sie vor allem wütend. So sehr dass das Gefühl der Trauer schon längst in den Hintergrund gerutscht war. Es war unfair. Sie fühlte sich verlassen, wieder einmal. Ihre Mutter wusste doch das Anna, zu mindestens eines ihrer Kinder am Leben war. Auch wenn es für ihren Dad vielleicht zu spät war, hätte sie weiterkämpfen können. Für Anna. Für Jason, der hier quicklebendig vor ihr saß. Aber sie wählte den einfachen Ausweg. Anna's Gruppe würde ihre Mutter als schwach einstufen. Sie gehörte zu den Schwachen und diese Tatsache, dieser vorgelebte Gedanke machte sie gerade so wütend, da sie es stets nicht so war. Ihre Mutter war schließlich diejenige gewesen, die sie in der militärischen Quarantänezone in Toronto am Leben hielt …. aber vielleicht war es auch ganz anders gewesen. Vielleicht hielt Anna sie am Leben. Der Griff um die Whiskey Flasche wurde fester ehe sie schnell wieder einen großen Schluck daraus trank, bevor diese Wut sie wieder übermannte Als würde man Öl ins Feuer gießen. „Hast du nicht? Dabei war ich doch immer sehr gut im Ärger machen.“ schnaubte die Schwarzhaarige belustigt auf als sie die Flasche wieder ansetzte. Das Glas was er hinstellte, ignorierte Anna gekonnt. „Das steckte mir schon immer Blut, schon von Kleinauf.“ Anna blickte kurz zu ihrem Bruder hinüber der sich immer noch mit dem heißen Kessel beschäftigte. „Erinnerst du dich noch an diese langweiligen Business Partys die Dad immer schmiss als wir noch klein waren? Wir durften natürlich nicht dabei sein außerdem war es immer spät gewesen und wir mussten in unseren Betten bleiben. Ich hab mich immer runter geschlichen und mich immer unter dem Tisch versteckt, mit dieser schrecklichen, steril weißen, langen Tischdecke und habe immer die Snacks von den Tischen gestohlen und habe diese immer ganz stolz zu dir in dein Zimmer gebracht.“ Ein Lächeln schlich sich auf ihre Lippen als sie in diesen Erinnerungen schwelgte. Schließlich konnte sie das ja nie und wollte das ja auch nie. Aber schließlich war diese Person vor ihr Jason, ihr Bruder. Es war eine vollkommen andere Situation. „Das Bauchweh danach war übrigens immer gespielt gewesen … ich wollte einfach nur nicht alleine schlafen.“ sprach die Schwarzhaarige weiter und ihr Lächeln wurde breiter. Jason lief zum Tisch und stelle Anna tatsächlich eine Tasse Tee hin ehe er gegenüber Platz nahm. Das Gespräch wurde wieder ernster als der Tee heiß vor sich hin dampfte. „Manche Menschen sind einfach verrückt, Jason. Auch wenn sie nichts von deinem Schmerz hatte, vielleicht war sie einfach verrückt und erzählte es dir einfach … weil … weil es eben so ist.“ Anna schwieg danach kurz ehe sie laut durchatmete. „Es klingt nicht absurd … ich … ich habe mir nur eine andere Antwort auf meine Frage erhofft.“ kam nur doch der rationale Teil seiner Schwester durch. „Eine Antwort, die vielleicht nicht damit endete das sie tot sind.“ schüttelte die Dunkelhaarige den Kopf und diesmal war sie es die den Blick abwandte. „Ich glaube dieser Frau nicht aber ich glaube dir. Und wenn du es glaubst, dann glaube ich es auch.“ Ein Seufzen entwich laut aus ihrer Kehle. „Nein schon gut, du würdest unser zu Hause wohl jetzt sowieso nicht so sehen wollen … man kann es schon längst nicht mehr mit unserem zu Hause vergleichen. Aber hätte ich gewusst das du lebst und wo du wärst wäre ich wohl eher zu dir gekommen.“ Sie hatten beide einen langen Weg hinter sich, das wusste Anna und beide waren sie sehr weit von zu Hause weg. Es war beunruhigend aber gleichzeitig auch interessant. Wer hätte schließlich gewusst das sie einfach mal beiden in den Staaten enden würden und sich dann auch noch ausgerechnet hier finden. Die Welt war verdammt groß gewesen, jemand verlorenes unter diesen Umständen wieder zu finden grenzte an ein Wunder. Was wäre schließlich gewesen, wenn keiner von ihrer ehemaligen Gruppe verletz wurde. Dann wäre Jason niemals in den Kerker gekommen. Wer wusste es schon ob Jason überhaupt etwas von ihrer Anwesenheit mitbekommen hätte, hätte man sie einfach abgeknallt oder ihr einen Strick um den Hals gelegt, auch wenn Jason wohl stets an der Meinung klammerte, dass das ganze hier so anders war. Es war nicht anders. Anna war sich sicher das dieser Rick oder dieser Daryl genau so bereit waren, Dinge zu tun damit ihre Leute sicher waren. Und was ist schon ein Leben wenn man damit das Leben vieler anderer rettet? Die Dunkelhaarige lehnte sich ebenso zurück, die Whiskeyflasche noch fest in der Hand welcher sie aber seit dem Gespräch nun nicht mehr dran getrunken hatte. Ihr Blick glitt langsam wieder zu ihrem Bruder. „Mir tut es auch Leid. … Und das ich dich angeschrien habe.“ entschuldigte sich nun auch die Schwarzhaarige, was ihr wohl zu mindestens in dieser Welt noch nicht so ehrlich über die Lippen gekommen war. Anna hob wieder die Flasche an aber anstatt sie an ihren Lippen anzusetzen, setzte sie es an das Glas an und schüttete etwas mehr als die vorgegebenen zwei Finger Breite ein und schob es dann rüber zu Jason. „Trink.“ forderte die Dunkelhaarige ihn nur auf. Ihr Blick sagte deutlich aus das sich darüber nicht verhandeln ließ und sie keine Ruhe geben würde. „Ist ja nicht so das du in den nächsten Minuten eine Operation durchführen musst.“ grinste Anna dann. „Auf Mum und Dad … das sie uns ebenso alleine gelassen haben … ich meine ist ja nicht so das wir uns nicht damit auskannten.“ Dann setzte Anna die Flasche wieder an und ließ den Whiskey wieder ihre Kehle hinunterlaufen ehe sie die Flasche danach entgültig auf den Tisch abstellte und diese von sich wegschob.

@Jason Avery


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#5

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 15.05.2020 21:00
von Jason Avery | 85 Beiträge

Sie hatte nicht alleine schlafen wollen? Anna? Die immer so starke, eigenständige Anna, die von niemandem je Hilfe wollte geschweige denn brauchte? Diese Information war neu für Jason und er überlegte, was dies mit seinen Erinnerungen machte. Veränderte sie dies? Eventuell ein bisschen. Er hatte damals als Kind wirklich geglaubt, dass seine Schwester Bauchschmerzen gehabt hatte. Doch auch damals war Jason schon schlecht darin gewesen, Lügen oder Sarkasmus zu erkennen, das konnte er bis heute nicht. Lügen machten für ihn einfach keinen Sinn, warum sollte er jemandem nicht die Wahrheit erzählen? Seine Mutter hatte ihm mal gesagt, dass manche Menschen die Wahrheit nicht hören wollten, eine Lüge ihnen das Leben manchmal leichter machte. Aber dann lebten sie ja immer in einer verzerrten Form ihrer Welt, weil sie die Welt nicht so sahen, wie sie wirklich waren. Besonders in der Medizin wollte Jason nie lügen, es war viel zu wichtig, dass der Patient und dessen Angehörige genau wussten, worauf sie sich einließen oder vorbereiten mussten. Von einer Lüge hatte doch niemand etwas. Nein, Jason mochte keine Lügner.
Die Tatsache, dass seine kleine Schwester, damals nicht alleine hatte schlafen wollen, erfreute ihn, so seltsam das klang. Scheinbar war ihr seine Nähe wohltuend, sodass sie bei ihm besser schlief als allein. Die Beziehung zwischen Jason und Anna war auch schon immer recht eng, Anna war eine der wenigen Personen, die ihn auch mal länger umarmen durfte, oder die sich früher beim Fernsehen an ihn lehnen durfte. Heute durfte das niemand und Jason hatte bis heute Morgen auch gedacht, dass so eine Person nicht mehr existierte. Doch nun lebte Anna und sie dürfte dies wohl noch immer. Nur gab es kein Fernsehen mehr.
Anschließend lenkte Jason das Gespräch wieder auf die Situation mit ihren Eltern und der Dame, die ihm von deren Tod berichtet hatte.
„Du glaubst mir? Obwohl ich so schlecht darin bin, Lügen zu erkennen?“, hakte der Arzt etwas überrascht nach, dann nickte er nur, „Aber wie gesagt, ich wüsste nicht, warum sie hätte lügen sollen. Natürlich kann es sein, dass sie eine psychologische Störung hat und sich an dem Schmerz anderer Menschen ergötzt, aber du kennst meine Reaktion auf so etwas. Da sind wir verschieden…“
Dann schwieg er wieder, lauschte Annas Berichten von zuhause. Das man das große Haus, man könnte es wohl schon als Villa bezeichnen, in dem die Averys gewohnt hatten, kaum erkennen würde, oder das es zumindest sehr anders aussah, konnte sich Jason vorstellen. Seine Wohnung in New York war sicherlich auch schon geplündert und nicht mehr wiederzuerkennen. Ob es wohl überhaupt einen Ort gab, der noch so aussah wie damals? Er war sich nicht sicher, denn wenn er die Basis in den Rocky Mountains verlassen hatte, sah das gesamte Land anders aus. Die Basis, wenn sie noch existierte, sah vermutlich noch so aus, wie vor der Apokalypse. Doch sie war auch auf Situationen wie diese ausgelegt.
Der Gedanke, dass Anna nach ihm gesucht hätte, wenn sie eine Ahnung gehabt hätte, wo er war, ließ ihn ganz kurz, ganz leicht lächeln.
„Du hättest mich niemals gefunden“, murmelte der Bruder leise und zuckte mit den Schultern, blickte dann wieder zu Anna, als sie sich entschuldigte.
„Das brauchst du nicht. Du hast völlig menschlich reagiert, nicht jeder ist so emotionslos wie ich. Ich kenne dich, denn du bist meine Schwester“, wehrte er die Entschuldigung dann ab und beobachtete mit seinem hellen Blick, wie sie etwas der goldbraunen Flüssigkeit in das noch unbenutzte Whiskyglas schüttete. Als er es vor ihr abgestellt hatte, hatte sie es einfach ignoriert, wie seine Schwester eben einfach so war. Anschließend schob sie es zu ihm hinüber und forderte ihn auf, zu trinken. Jason betrachtete das Glas lange, überlegte, ehe er die Hand ausstreckte und es in die Hand nahm. Er bemerkte Annas Blick auf ihm, konnte daraus aber nichts lesen. Sollte er? Es konnte jederzeit sein, dass er gebraucht wurde, wenn er dann unter alkoholischem Rausch stand? Doch von einem Glas Whisky würde er nicht betrunken sein, nichts, was sich mit kaltem Wasser im Gesicht und Konzentration nicht lösen ließ.
„¡Salud!“, prostete Jason seiner Schwester zu, die die Flasche schon wieder an die Lippen setzte und auch er hob das Glas an, trank einen einfachen Schluck des Alkohols. Er schmeckte noch immer fantastisch, sehr weich und sanft, mit einer leichten Note von Honig und Rauch. Diese Flasche zu finden, war wirklich ein Glücksgriff gewesen.
„Lo que no mata te hace más dura" – Was dich nicht umbringt, macht dich härter“, sprach der Arzt dann und trank noch einen Schluck des Whiskys, diesmal war er größer, sodass das Glas fast leer war. Der Tee dampfe noch immer aus der Tasse, Anna hatte das heiße Getränk noch nicht angerührt.
„Trink. Es beruhigt, das hat Mum damals auch schon immer gesagt“, forderte er seine Schwester nun auf, endlich den Tee zu trinken. Mit der Aktion, dass sie die Flasche von sich geschoben hatte, meinte Jason zu interpretieren, dass sie genug Alkohol hatte.
Sie schwiegen eine Weile, Jason wusste nicht, was er sagen sollte, es war einfach schön seine Schwester hier zu haben.
„Erzähl… wie hast du es bisher geschafft? Was ist in Toronto passiert, als das alles hier vor zehn Jahren losging? Was ist dir in der Zwischenzeit passiert? Und wie bist du zu diesen Idioten gekommen, die wir da in die Zellen gesperrt haben?“, fragte er dann die obligatorische Frage. Er wusste wissen, was seiner Schwester widerfahren war in den zehn Jahren, die sie sich nicht mehr gesehen hatten. Sie verstehen, wie sie zu der Frau wurde, die sie jetzt war und nicht mehr das Mädchen von damals.
Sein Blick glitt zu der Uhr über der Tür, Carl war nun schon etwa eine Stunde am Schlafen, in einer weiteren würde er nochmal nach seinem Patienten sehen müssen. Es war Nachmittag, im Kopf überlegte er, was er heute zu Abend kochen würde. Jetzt, wo Anna da war, würde er ein wenig umdisponieren müssen.

@Anna Avery



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#6

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 22.05.2020 10:36
von Anna Avery | 273 Beiträge

Die Tatsache das Anna sich immer noch an all diese Dinge mit ihrer Familie und ihrem Bruder erinnern konnte und auch deutlich etwas dabei fühlte und dementsprechend reagierte, beweiste ihr das sie wohl doch nicht so ganz abgestumpft war, wie sie es all die Jahre gedacht hatte. Anna dachte das sie all das … nun nicht vergessen hatte aber verdrängen musste um zu überleben. Anfangs als sie noch in Toronto war und in der großen, verlassenen Villa der Averys saß, da wurde sie regelrecht von diesen Erinnerungen verfolgt. Meist saß sie immer auf dem Boden. Das Haus war damals schon staubig, man hatte direkt gemerkt das lange keiner mehr da war und das die Apokalypse nicht grundlos an dem Anwesen vorbeizog. Manchmal hatte sie ihr kindliches Lachen in den großen Räumen wahrgenommen oder das von Jason oder die Stimme ihres Vaters so das sie mehr mals gedacht hatte sie wären zurückgekommen und jedes mal wenn es nicht so war, brach sie immer unkontrolliert in Tränen aus. Davon hatte sie ihrer Mutter als sie sich zurück in die Quarantänezone schlich, nie etwas erzählt. Anna hatte schon selbst große Angst ihren Verstand noch zu verlieren … da brauchte sie nicht noch jemanden der das eventuell auch glauben würde. Doch als sie hier so mit Jason saß war es schon fast so als wollten diese Erinnerungen hochkommen, ganz unterschiedliche, durcheinander .. ohne einen wirklichen Sinn dahinter, zu mindestens für die Dunkelhaarige. Womöglich lag es einfach an der Tatsache das sie sich so darüber freute ihren Bruder zu sehen, wie er lebendig, unverletzt und atmend vor ihr saß. Besonders da sie eine zeit lang geglaubt hatte das er dies eben nicht mehr tun würde und nun … als würde das Schicksal sie komplett verarschen wollen, saß er einfach da, war hier. In diesem Ort wo Anna eigentlich glaubte ihre Ende zu finden und keinen … Anfang. Jason klang schon fast überrascht bei Anna's Aussage das sie ihm plötzlich glaubte aber es stimmte. Sie hatten vielleicht nicht das gleiche Blut aber Jason war Anna's Familie. Er war ihr Bruder und sie wusste das dieser sie nie hintergehen würde. „Ich glaube dir.“ wiederholte die Schwarzhaarige es nochmal. „Deine … 'Schwäche' irgendetwas auf gefühlstechnischer Ebene zu erkennen hat dich nie davon abgebracht zu wissen, selbst wenn es nur innerlich war, was richtig oder falsch ist. Ich hasse diesen Gedanken immer noch was mit ihnen passiert ist“ schüttelte Anna den Kopf. Sie konnte es nicht glauben, es wirkte einfach zu surreal für sie in diesem Moment. So wie Jason surreal wirkte. Vielleicht war sie auch gar nicht hier, vielleicht lag sie immer noch in diesem dunklen Kerker und ihr Verstand kapselte sich nun endgültig ab. Nein … Nein dafür fühlte sich das alles zu real ein, dafür schmeckte der Whiskey zu intensiv, dafür war Jason's Stimme zu real. Anna lehnte sich nur wieder zurück als er meinte sie hätte ihn nie gefunden. Wieso glaubte er das? Die Welt war groß, sicher aber hätte sie nur einen Anhaltspunkt gehabt das Jason lebte hätte sie ihn gesucht und nicht damit aufgehört bis sie ihn gefunden hatte. Vielleicht wäre auch so alles anders gekommen … wer wusste das schon. „Sag das nicht … ich bin ziemlich hartnäckig.“ schmunzelte die Dunkelhaarige. Anna lehnte sich wieder ein Stück nach vorne als Jason tatsächlich trank. Nun sie hätte nun wirklich nicht damit gerechnet das er es einfach so tat, Anna dachte sie müsste länger an ihm herumreden, das er zu mindestens mal einen Schluck davon trank, aber er leerte das Glas mit zwei Schlücken. Dieser Anblick war ziemlich ungewohnt für die jüngste Avery, es war schon fast so als würde sie ihren Bruder das erste mal Alkohol trinken sehen. Das es so war stimmte natürlich nicht. „Dein spanisch hast du wohl auch nicht verlernt … . Auf arabisch klingt dieser Spruch bescheuert. Irgendwie klingt auf arabisch alles härter.“ murmelte Anna nur nachdenklich. Komisch. Sie hatte den Tee schon fast verdrängt als Jason sie nun schließlich aufforderte zu trinken. Anna war nicht nach Tee trinken zu mute aber sie wollte nicht so sein, schließlich hatte ihr Bruder ihn auch extra für sie gekocht. „Ist das medizinisch hinterlegt das es eine beruhigende Wirkung haben soll?“ zog sie ihren Bruder auf und grinste und nahm die Tasse in die Hand, setzte diese an ihren Lippen an. Mittlerweile war er nicht mehr zu heiß gewesen, er war angenehm warm als sie einen großen Schluck daraus trank und die Tasse dabei weiterhin in der Hand behielt. „Sie sind keine Idioten.“ murmelte Anna und ihre Finger glitten etwas nervös auf der Oberfläche der Tasse hin und her. „Ich hab an dem Tag Mum abholen wollen bis das Militär uns eben evakuierte.“ Das Ereignis im Bereitschaftszimmer ließ sie bewusst aus, als ein Mann zombivieziert in das Zimmer eintrat und Anna ihm mehrmals die Lampe auf den Kopf schlug um ihn damit zu töten. Es war komisch, das sie sich für diesen Tod so schämte aber für viele andere nicht. „Mum war noch eine Weile bei mir, sie war Ärztin. Es war klar das sie sie nicht einfach so aus der Quarantänezone gehen lassen würden. Mum hat mir immer geholfen, das ich mich raus schleichen konnte, es war ihre Idee die Nachrichten in dem Haus zu hinterlassen für dich … und Dad. Aber wie du dir sicher denken kannst ging dies nicht immer gut. Ich wurde erwischt und na ja … sie haben mich eingesperrt.“ Anna konnte sich ein amüsantes Schnauben nicht verkneifen. „Kannst du dir das vorstellen? Als wäre ich eine Kriminelle, die jemanden umgebracht hätte. Letzten Endes bekamen sie ihr Karma, denn eine Horde Zombies überrannte die Zone. Es waren zu viele und sie waren knapp an Munition.“ Einen kurzen Moment überlegte sie ob sie Jason wirklich sagen sollte das sie bewusst ihre Mutter zurückgelassen hatte, doch irgendwie konnte sie das nicht. Sie hatte Angst wie Jason reagierte. Das er möglicherweise enttäuscht von ihr wäre, oder ihr die Schuld gab. „Ich wurde in dem Chaos von Mutter getrennt.“ Es war schließlich nicht ganz gelogen. „Ich weiß dann nur noch das ich einfach gerannt bin, keine Ahnung wohin ich gerannt bin aber ich rannte. So das ich noch nicht mal bemerkte das ich angeschossen geworden bin.“ Anna hob ihren Fuß an, stellte diesen auf dem Stuhl ab und krämpelte den Stoff ihres Hosenbeines hoch, am Unterschenkel konnte man eine deutlich Narbe erkennen. „Und na ja durch den Blutverlust bin ich eben irgendwann umgekippt, dämlich oder? Und na ja ich weiß nicht woher diese Leute kamen aber sie hatten mich gefunden und anstatt mich umzubringen, haben sie mich eben mitgenommen, mir geholfen.“ Anna trank wieder einen Schluck aus der Tasse. „Sie sind nicht deutlich schlechtere Menschen als du und ich. Aber ihr Fehler war das sie auf diesem Pfad ohne Gewissen und Moral blieben. Und irgendwie konnte ich mich auch nie von ihnen trennen. Wieso auch? Wir hielten uns schließlich gegenseitig am Leben.“ Auf Kosten anderer, manchmal aber so war die Welt gewesen. Ein Gedanke den die Dunkelhaarige aber nicht laut aussprach. Anna stellte die Tasse deutlich hörbar ab. „Los übertriff mich. So wie du es immer tatest. Ist deine Geschichte noch beschissener als meine?“ Natürlich war Anna neugierig gewesen wie Jason es nach all den Jahren schaffen konnte. Wie ihr deutlich schlaksiger Bruder von damals zu dem Mann werden konnte der er jetzt war. Allein der Gedanke das er all das durchstehen musste und Anna nicht auf ihn aufpassen konnte, tat ihr im Herzen weh. Menschen waren vor der Apokalypse schon hinterhältig, kalt und schlugen aus allem und jedem Profit heraus aber in der Apokalypse war es noch schlimmer gewesen, besonders da Jason nun mal die Schwierigkeit hatte Menschen einzuschätzen.

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#7

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 24.05.2020 12:51
von Jason Avery | 85 Beiträge

Das Anna hartnäckig war stimmte. Aber sie hätte den Stützpunkt in den Rocky Mountains niemals gefunden. Jason selbst würde ihn vermutlich nicht mehr finden, auch wenn er die Gebirgsketten sich sehr gut eingeprägt hatte, die man von seinem Zimmer oder den verschiedenen Räumen der Station gesehen hatte. So im Nachhinein war es dort echt schön gewesen, die Aussicht mitten in den Rockys atemberaubend. Doch er würde die Station nicht mehr wiederfinden. Eine grobe Idee hatte er in welchem Teil der Berge sie sich befand, aber sicher war er sich nicht. Außerdem war sie nur per Helikopter oder kleinem Flugzeug zur erreichen, zumindest die Station, die in den Bergen lag. Nach zwei Jahren hatte er herausgefunden, dass es auch einen Fußweg gab, der aber mehrere Tage dauerte und Klettererfahrung beanspruchte. Dieser wäre aber nur für Notfälle angelegt worden. Er führte von der Bergstation hinab zur Talstation, diese war eine wahre Festung gewesen und auch sehr gut versteckt. Das er damals das Glück hatte dort zu landen konnte er immer noch kaum fassen. Aber gefunden hätte Anna ihn dort jedenfalls wirklich niemals, doch er sagte nichts weiter dazu.
„Nun, man sollte seine Fremdsprachenkenntnisse niemals verlernen. Wer weiß, vielleicht verschlägt es mich eines Tages nach Mexiko“, der Arzt zuckte mit den Schultern, „Da spricht man zwar Mexikanisch aber es ist dem Spanischen doch in vielen Anteilen recht ähnlich. Und Arabisch, ist rein von der Betonung, der Sprachmelodie und der Geschwindigkeit einfach völlig unterschiedlich. Es hat ja auch einen anderen Sprachursprung, das spanische ist Teil der romanischen Sprachen und gehört zur indogermanischen Sprachfamilie, das Arabische kommt aus der semitischen Sprache beziehungsweise afroasiatischen Sprachfamilie. Die romanischen Sprachen leiten sich alle ursprünglich vom damals im römischen Reich gesprochenen Latein ab, mit dem das arabische aber nichts zu tun hat. Auch, wenn das römische Reich in seiner Blütezeit bis nach Arabien reichte.“
Das Jason sowas wieder wusste würde manche Menschen nur zum Kopfschütteln bringen. Aber er hatte das halt mal irgendwo gelesen und sich gemerkt. So wie sich Jason immer irgendwelche Dinge merkte. Und sie einfach nicht mehr vergaß.
Als sie dann nach seiner Aufforderung endlich ihren Tee zu trinken, dass tatsächlich tat, freute er sich innerlich.
„Nun, wenn ich dir das jetzt erklären soll, dann sitzen wir bis morgen früh noch hier. Ich müsste im alten chinesischen Kaiserreich anfangen und so wie ich dich kenne, langweilt es dich spätestens nach einer halben Stunde“, antwortete er auf ihre Frage ehrlich. Dass seine Schwester ihn aufzog bemerkte er mal wieder nicht, er nahm die Frage völlig ernst. Wie immer.
Anschließend fragte er sie, wie sie dort gelandet war, wo sie nun war. Wie es dazu gekommen war, dass sie mit diesen Leuten dort unten im Kerker des Cottage eingesperrt wurde. So wie er seine Schwester in Erinnerung hatte, war sie eigentlich nicht so dumm sich erwischen zu lassen. Aber er hatte seine Schwester auch das letzte Mal vor mehr als zehn Jahren gesehen. So wie er sich verändert hatte, hatte sich auch Anna sicherlich verändert. Man konnte nicht durch zehn Jahre Apokalypse gehen ohne sich zu verändern, das hielt Jason für unmöglich.
Während sie erzählte, schwieg Jason, fuhr sich mit einer Hand durch den dunklen Bart an seinen Wangen. Seine hellen Augen waren auf die Wand hinter Anna gerichtet, huschten im Raum umher, langen ab und an sehr kurz auf dem Gesicht seiner Schwester. Sie hatten in der Villa Nachrichten für ihn oder ihren Vater hinterlassen? Vielleicht hätte er damals doch nach Hause gehen sollen, dann hätte er die Nachrichten gefunden und immerhin gewusst, dass seine Familie noch lebte. Doch am Anfang der Apokalypse hatte er dazu nicht die Möglichkeit und dann nach neun Jahren hatte Jason ehrlich nicht mehr damit gerechnet gerade bei sich zuhause eine Spur seiner Familie zu finden.
Ihr Schnauben ließ seine Augen kurz zu ihr schnellen, das Amüsement hörte er nicht heraus aber er nickte sanft. Naja, wenn man ehrlich war, war sie auch eine Kriminelle, denn sie hatte gegen die Regeln der Quarantänezone verstoßen. Was das Ganze mit Karma zu tun hatte, das die Zone am Ende überrannt wurde, konnte er nicht nachvollziehen. Immerhin kamen dadurch sowohl Anna als auch ihrer beider Mutter in Gefahr. Es wäre doch besser gewesen, wenn die Quarantänezone weiterbestanden hätte? Vermutlich war da wieder irgendwas dahinter, was Jason einfach nicht begreifen konnte. Das ganze Prinzip von Karma und wer es verdiente und wer nicht, erschloss sich dem dunkelhäutigen Arzt einfach nicht. Musste es auch nicht, bisher war er in seinem Leben auch immer ganz gut ohne es ausgekommen.
Weiterhin lauschte er Annas Erzählungen, wie sie von ihrer Mutter getrennt wurde. Offensichtlich musste sie dann ihren Vater wiedergefunden haben, denn sonst ergab die Geschichte der Fremden damals am Feuer ja garkeinen Sinn. Doch diesen Teil der Geschichte würden sie wohl nie erfahren, denn ihre Eltern waren ja beide tot.
Als sie ihre Hose hochkrempelte und er die Narbe der ehemaligen Schusswunde sah, nickte er langsam, betrachtete sie sehr genau. Man sah, dass es stümperhafte Arbeit war, hätte er diese Wunde genäht wäre sie nicht so hässlich geworden.
„Wer hat das denn genäht? Offensichtlich jemand, der wenig Ahnung von Nähten hat“, kommentierte er und lehnte sich im Stuhl wieder zurück.
Das sie vom Blutverlust umgekippt war, klang recht wahrscheinlich. Vielleicht hatte sie Pech gehabt und die Kugel hatte die Arteria tiabialis posterior erwischt, die wichtigste Arterie am Unterschenkel. Da würde sie natürlich recht viel bluten, von der Position der Narbe konnte das gut sein, dass sie dort getroffen wurde. Sie konnte von Glück sprechen, dass jemand sich um sie gekümmert und die Blutung gestoppt hatte. Dass sie bei ihnen geblieben war, war eine rein menschliche Reaktion. Sie empfand vermutlich noch immer Dankbarkeit und fühlte sich daher dazu verpflichtet, bei ihnen zu bleiben. Auch, wenn sie das womöglich nicht zugeben würde.
Als sie die Tasse lautstark abstellte, blickte er auf das Trinkgefäß und dann kurz in Annas Augen. Sie sah ihn an, direkt und er wich natürlich sofort dem Blick aus. Er mochte es nicht, wenn man ihn so ansah.
„Ich würde sie nicht als beschissen bezeichnen“, begann Jason und zuckte mit den Schultern, „Eher als glücklich. Zumindest nach den ersten paar Tagen. Ich war ja auf Arbeit in New York, wir hatten kurz vorher noch geschrieben. Ich hatte Glück, mein mich betreuender Oberarzt Dr. Logan Sullivan war in gutem Verhältnis zum Militär. Ich fasse mal zusammen, wir wurden evakuiert und nach drei Tagen der Reise war ich in einem Stützpunkt des Militärs mitten in den Rocky Mountains. Dort verbrachte ich knapp die ersten sieben ein halb Jahre der Apokalypse völlig abgeschottet und hatte keine Ahnung wie die Welt immer kaputter wurde. Natürlich habe ich anfangs versucht Kontakt zu euch aufzunehmen, doch als herauskam, dass ich verbotene Leitungen benutzte um Kontakt nach draußen herzustellen, wurde ich schon an die Wand gestellt. Wieder habe ich mein Leben Dr. Sullivan zu verdanken, er hat mir an dem Tag das zweite Mal das Leben gerettet. Danach durfte ich mir aber keine Fehltritte mehr leisten. Ich durfte nicht nach euch suchen, den Stützpunkt nicht verlassen. Im Stützpunkt lernte ich Schießen, das mache ich aber noch immer nicht gerne und hab ein paar Muskeln zugelegt. Auch habe ich offiziell meine Ausbildung zum Herzchirurgen beendet, aber wir haben dort alles operiert. Alles, was die Soldaten oder Mitglieder des Stützpunktes eben hatten. Auch haben wir viel geforscht, an einem Heilmittel, doch da habe ich nicht viel mitgemacht. Durfte ich gar nicht, ich hatte nur Sicherheitsstufe 3 und um dort alles mitzumachen brauchte man Stufe 5. Jedenfalls war ich den Anfang der Apokalypse sehr sicher…“
Er machte eine kurze Pause und fasste sich an die linke Schulter, unbewusst, dann fuhr er fort, „In Jahr sechs vertrauten sie mir soweit, dass ich den Stützpunkt ab und an verließ und endlich sah, wie die Welt tatsächlich war. Es war ein Schock. Da oben in den Bergen bekam man nichts mit als Erzählungen, doch diese konnten nicht annähernd beschreiben, wie es wirklich war. Tja, anschließend bin ich immer häufiger mit raus, denn ich hatte auch länger als üblich für meine Erlaubnis zum Außen Einsatz gebraucht. Dazu hatte auch ich die Grundausbildung machen müssen und musste körperlich fit sein. Bei einem Ausseneinsatz in der Nähe von Las Vegas wurde auch ich angeschossen, direkt in den Rippenbogen, es hatte knapp meine Arterie und Lunge verfehlt. Dr. Sullivan persönlich hat mich operiert, deswegen sieht meine Narbe auch so aus.“
Er zog sein TShirt hoch, sodass sie seinen mittlerweile doch sehr trainierten Körper sehen konnte. An seinem rechten Rippenbogen, knapp unter dem Ansatz des Brustmuskels sah man eine ganz leichte, etwas hellere, langezogene Naht. Natürlich hatte Dr. Sullivan den Brustkorb etwas eröffnen müssen, denn die Kugel war im Körper steckengeblieben und er hatte sie herausholen müssen. Anders, als bei Annas Durchschuss.
„Nach einigen Wochen ging es mir wieder gut und ich kehrte in meinen Alltag zurück. Tja, aber wie es ebenso häufig war, ging ein Ausflug schief und wir stürzten bei Chicago ab. Glücklicherweise konnten wir uns aber zum Stützpunkt bei Pittsburgh durchkämpfen und zurück in die Basis fliegen. Als ich aber gesehen habe wie viel schlechter die medizinische Versorgung in den Bodenstützpunkten war, wollte ich fest in Pittsburgh bleiben. Nach Wochen der Diskussion habe ich endlich den Bescheid bekommen und wurde nach Pittsburgh verlegt. Nach einem knappen Jahr dort wurde es aber zu viel und der Stützpunkt fiel, damit auch meine Sicherheit in der Apokalypse. Also fuhr ich mit Kollegen durchs Land, nach Kanada, um dort eben das Schicksal unserer Eltern zu erfahren. Anschließend fuhren wir nach D.C. aber unsere Gruppe wurde zerschlagen. Naja und irgendwie bin ich dann hier gelandet und wer sagt zu einem ausgebildeten Chirurgen und Arzt schon nein?“
Er lächelte leicht und kurz, tatsächlich mal eine Emotion die er mit seiner Mimik anzeigte. Er hatte geendet, stand auf und holte sich ein Glas Wasser, dass er austrank. So viel hatte er schon lange nicht mehr gesprochen.

@Anna Avery



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#8

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 12.06.2020 13:01
von Anna Avery | 273 Beiträge

Anna schüttelte nur den Kopf, warum es ihren Bruder ausgerechnet je nach Mexiko verschlagen könnte konnte sie sich beim besten Willen nicht vorstellen. Dort war die Hölle bestimmt genau so schlimm als in Amerika oder in Kanada auch. Auch wenn er mit einem Teil davon Recht hatte. Es war deutlich vorteilhafter, wenn man den gegenüber verstehen konnte wenn dieser eine Waffe auf einen richtete und man sich nicht gerade in der Position befand diese mit einem einfachen Handgriff sich selbst anzueignen. Anna jedenfalls hatte selten das Vergnügen arabisch sprechen zu müssen und im Grunde wollte sie das auch nie. Auch wenn man sicherlich dann einfacher seine Ruhe hatte, wenn die Leute einen nicht verstanden und sie deswegen erst Recht nicht versuchten mit einem zu kommunizieren. Es war nicht so das sie es nicht konnte oder gar hasste aber irgendwie empfand Anna da einen gewissen Scham und die Erinnerung an ihre richtige Mutter war einfach zu schmerzhaft. Anna liebte Paula über alles aber da war immer dieser Gedanke das sie nie ihre richtige Mutter ersetzen konnte, auch wenn Anna sie noch nicht mal richtig kannte. Schließlich war sie noch ein Baby gewesen als ihre Mutter alles riskierte und ihre streng religiöse Familie verließ um nach Amerika zu kommen und dann, weil das Schicksal ein mieses Arschloch ist, einfach umfiel als sie die Milch für ihr Baby vorbereitete und Anna tagelang durchschreien musste damit man überhaupt auf sie aufmerksam wurde. An das ganze erinnerte sich die Dunkelhaarige natürlich nicht. Nur an eine Sache und zwar an das pechschwarze Pferd das sich an ihrem Mobile das sich über ihrem Kinderbettchen immer wieder im Kreis drehte. Seitdem hegt Anna eine gewisse Abneigung gegen über diesen Tieren. Nicht weil sie sie hasste sondern weil sie unangenehme Erinnerungen auslösten. Wenn Anna das erzählen würde, wäre es sicherlich schräg, deswegen erzählte sie es auch nichts. Aber das war etwas worum sie Jason wieder beneidete. Er wusste nichts über seine vorherige Familie und manchmal hatte Anna sich schon gewünscht das sie einfach mit ihm tauschen konnte. Ob es viel besser war nicht zu wissen woher man seinen Ursprung hatte? Bestimmt nicht aber immer noch besser es zu wissen und nicht zufrieden damit zu sein. Anna stützte nur ihren Kopf auf ihrer Hand ab und schnaubte laut. Manchmal war es amüsant wenn Jason so abschwiff und ihr am liebsten wohl die ganze Weltgeschichte aufzählen würde, auf der anderen Seite war es manchmal nervig, aber Anna unterbrach ihn nie. „Danke für die Info, kannst du mir jetzt auch noch alle spanischen Könige in alphabetischer Reihe aufzählen?“ zog Anna ihn wieder auf, ehe sie merkte das Jason das ja nicht unterscheiden konnte und das womöglich wirklich machen würde ergänzte sie noch schnell - „Das war ein Witz! Bitte tu das nicht!“ Anna begann schließlich zu erzählen, was alles geschehen war, wie sie letztendlich hier gelandet war, was sie an diese Leute gebunden hat. Sie erzählte frei ohne einen wirklichen Hintergedanken, schließlich saß vor ihr ihr Bruder, sie konnte ihm vertrauen. Immer. Jason sagte nichts, so wie er es immer machte. Er hörte zu, wahrscheinlich analysierte er in seinem Kopf ihre Aussagen, bildete sich Meinungen, Aussagen die er darauf eventuell antworten könnte und sortierte diese ob es logisch gut wäre diese Worte auszusprechen. Wie als würde Jason ein Bücherregal in seinem Kopf sortieren. Jedenfalls hat es sich Anna als sie klein war sich das so oft vorgestellt und fand diese Vorstellung immer recht witzig. Ihr war klar das er seinen ärztlichen Stolz nicht ganz verkneifen konnte als Anna ihr Bein hochkrempelte und ihm die Narbe ihrer Schusswunde zeigte und denjenigen als deutlich ahnungslos bezeichnete der ihr wohl die Wunde genäht hatte. Ein eher trauriges Schmunzeln lag auf ihren Lippen. Sie versuchte sich das Gesicht dieser Person vorzustellen, doch sie konnte es nicht. Sie sah direkt den Strick um seinen Hals, die blau angelaufene Haut und die blutunterlaufenen Augen. Anna kniff kurz die Augen zusammen ehe sie den Stoff ihrer Hose wieder hinunterrollte. „Ja er hatte wirklich keine Ahnung gehabt.“ murmelte Anna ein wenig abwesend ehe Jason anfing zu erzählen. Anna platzierte ihr Bein wieder hinunter von dem Stuhl und hob nur eine Augenbraue an. „Glücklich?“ Nun Jason war wohl der erste der seine ersten Tage in einer Apokalypse als Glücklich bezeichnete. Auch er fing an zu erzählen und Anna hätte wahrscheinlich alles erwartet aber nicht das ihr Bruder in irgendeiner militärischen Geheimbasis sich irgendwo befand. Gut das hätte sich bei der Suche nach ihm doch ein wenig schwierig gestaltet. „Ich wusste schon immer das an diesem Dr. Sullivan irgendetwas Komisches war aber nicht das er sich mit dem Militär gut hielt.“ Anna kannte den Arzt, jedenfalls nur flüchtig vom Sehen als die Jason besuchte und ihn von der Klinik abgeholt hatte. Es war nicht so das sie ihn nicht mochte aber äußerlich hatte dieser für Anna immer etwas erhabenes an sich gehabt und natürlich hatte die jüngste Avery auch immer die Befürchtung gehabt das auch er Jason auf eine Weise ausnutzen konnte. Aber Jason selbst schien immer einen guten Draht zu diesem Menschen zu haben weswegen sie es einfach schlichtweg akzeptieren musste. Jason erzählte weiter ehe Anna sich wieder zurück an den Stuhl lehnte und ihre Arme verschränkte. „Warum wollten sie nicht das ihr Kontakt zur Außenwelt aufnehmt? Habt ihr da oben irgendwelche geheimen Experimente betrieben?“ Ein kurzes Grinsen schlich sich kurz auf Annas Lippen, auch wenn ihre Aussage teilweise sogar nicht als Scherz galt. „Natürlich magst du das Schießen nicht. Wer tut dies schon.“ stellte Anna fest. Das ihr Bruder es nicht mochte aber dennoch lernen musste war keine Überraschung für sie. „Du rettest Leben, du beendest sie nicht … nicht so wie ..“ Ich, wollte Anna ergänzen ehe sie sich doch anders entschied. „- wie gewisse andere Leute ...“ Als auch er erzählte das er angeschossen wurde und seine helle Narbe an seinem Rippenbogen präsentierte konnte sich Anna ein kurzes Zucken ihrer Mundwinkel nicht verkneifen. Sie empfand es natürlich nicht als witzig das Jason angeschossen wurde, eher über die Parallelen die das Schicksal für die Avery Geschwister parat hatte. „Nachmacher.“ schnaufte Anna amüsiert. „Ich wurde zuerst angeschossen. Dabei war ich doch die jenige die stets versucht hatte dir nachzueifern.“ Die Dunkelhaarige schüttelte sanft den Kopf als ihr Bruder schließlich aufstand und sich ein Glas Wasser nahm. „Du kannst froh sein das du hier gelandet bist. Es gibt da draußen auch deutlich andere Leute, denen ist es egal ob du Arzt wärst oder hätten es dir nicht geglaubt.“ murmelte die Schwarzhaarige während sie beobachte wie Jason das Glas Wasser leerte. Anna schwieg dann ebenso einen Moment. „Und wie geht es nun weiter? Bin ich jetzt automatisch gezwungen hier zu bleiben nur weil du auch hier bist?“ fragte Anna und erhob sich schließlich auch. Es war nicht so das sie ihren Bruder, jetzt wo sie ihn wieder gefunden hatte verlassen wollte. Nein er war ihre Familie, ihre einzige Familie und schließlich musste Anna doch auf ihn aufpassen, so wie sie es immer getan hat, erst Recht wo ihre Eltern jetzt nicht mehr da waren. „Selbst wenn deine Leute jetzt mit meiner Anwesenheit einverstanden sind, ist es keine endgültige Entscheidung und das weißt du. Du weißt sie könnten mich immer noch wegschicken und das deine Worte nur eine begrenzte Wirkung haben. Und du würdest dich doch schließlich auch nicht gegen deine eigene Schwester stellen … oder?“ Anna ging dabei deutlich ein paar Schritte auf ihren Bruder zu ehe sie ihre Hände hob und sie schließlich sanft auf seinen Schultern ablegte. „Oder wir gehen zurück …. nach Kanada du und ich ...“

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#9

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 23.06.2020 17:14
von Jason Avery | 85 Beiträge

„Dass er keine Ahnung gehabt hat, ist offensichtlich. Das du dich nicht an jemanden gewandt hast, der das besser machen hätte können“, kommentierte Jason ihre Aussage, dass der Typ der sie genäht hatte, nicht wirklich wusste, was er da an ihrer Wunde getan hatte. Dass sie das traurig und eher gedankenverloren sagte, vermutlich dahinter eine Geschichte war und diese Person schon nicht mehr auf dieser Welt war, erkannte Jason natürlich nicht aus ihrem Tonfall. Für ihn war es eine simple, einfache Feststellung gewesen, mehr nicht. Doch auch er wusste, dass seine Schwester ihm das nicht übelnehmen würde, sie war wohl die einzige. Außer vielleicht sein ehemaliger, guter Freund Jonathan, doch die Wahrscheinlichkeit das der ehemalige Soldat und Polizist noch lebte war verschwindend gering. Allerdings hatte Jason so auch über Anna gedacht und nun saß sie hier vor ihm. Trotzdem, wie wahrscheinlich war es dann, dass auch noch Jonathan überlebt hatte? Immerhin hatte er schon eine Art „Wunder“ miterlebt.
Als Anna geendet hatte, begann nun ihr Bruder zu erzählen, recht sachlich und zusammengefasst, wie man es von einem Mediziner eben erwartete. Er ging die Ereignisse chronologisch ab, wie sie in seinem Kopf eben geordnet und abgespeichert waren. Stück für Stück erzählte er von den Jahren in der geheimen Militärbasis und seiner Rettung durch Dr. Sullivan.
„Ich habe seinen Kontakt zum Militär schon vor dem Ausbruch der Apokalypse mitbekommen“, kommentierte Jason Annas Anmerkung zu seinem Mentor, „Ab und an waren besonders komplexe Fälle von Soldaten bei uns und ich hatte das Privileg Dr. Sullivan assistieren zu dürfen. Diese Patienten waren teilweise offiziell niemals in unserer Klinik, geschweige denn auf unserem Operationstisch gelegen. Ich bin dadurch auch einigen höherrangigen Offizieren und Generälen begegnet, alles sehr distanzierte Männer. Auch dadurch durfte Dr. Sullivan mich damals mit in die Basis nehmen. Ich habe diesem Mann viel zu verdanken, allem voran mein Leben. Ob er noch lebt weiß ich nicht, möglich wäre es, da er die Basis nie verlassen hat.“
Anschließend erzählte Jason weiter. Davon, dass er schon vor dem Ausbruch der Apokalypse mit Dr. Sullivan „geheime“ Operationen durchgeführt hatte, hatte bisher niemand aus seiner Familie gewusst. Er hatte seine Schweigepflichterklärung unterschreiben müssen, doch mit dem Zusammenbruch der Zivilisation und damit auch dem Recht, war diese nichtig geworden. Außerdem dachten Dr. Sullivan und der Rest der Besatzung der Basis sehr wahrscheinlich, dass Jason nicht mehr auf dieser Erde wandelte. Zumindest nicht mehr bewusst und im Begriff seiner Fähigkeiten und Taten.
„Richtig. Ich bin dazu ausgebildet Leben zu retten und nicht sie zu beenden. Anfangs war es für mich noch ein Interessenskonflikt die Beißer zu töten, da ich mir noch immer nicht sicher bin, wieviel des menschlichen Kortex noch in ihnen steckt. Trotz aller Forschung haben wir nie ein gesichertes, valides Ergebnis erhalten, dass uns in dieser Hinsicht Aufschluss hätte bieten können. Denn, wenn es noch einen menschlich aktiven Teil des Kortex geben würde, wäre es möglich die Leute eventuell zurück zu verwandeln. Aber über die neurologischen Folgen und Zustände in denen sich die Patienten danach befinden würden, nicht zu erahnen was dies psychologisch mit ihnen anstellen würde… nein, solange ich dort war haben wir keine positiven Ergebnisse erhalten und ich kann nicht glauben, dass es bisher einen Durchbruch gegeben hatte. Wie sagt das Sprichwort „Die Forschung steckt noch in den Kinderschuhen.“ Keine Ahnung was das bedeuten soll, aber einer der weniger wichtigen Wissenschaftler hat das immer gesagt“, berichtete Jason dann noch aus der Basis.
Anschließend zeigte Jason auch seine Schusswunde und beendete danach seinen Bericht über seine Zeit in der Apokalypse. Mehr gab es nicht zu erzählen, denn seit er hier im Cottage war, war nicht sonderlich viel passiert. Das Glas Wasser wirkte erfrischend und befeuchtete seinen Rachenraum wieder angenehm, sein Blick fuhr durch den Raum, während er sich mit der Hüfte gegen den Tresen der Küche lehnte.
Er hörte ihr zu, während sein Blick hinter ihr an der Wand lag, erst als sie direkt vor ihm stand, richtete sich sein Blick auf das vertraute Gesicht seiner Schwester. Die dunklen Haare die in sanften Wellen über ihre Schultern fielen, die Augen in den leichten grün und braun Tönen, mit sanften, dunklen Ringen darunter. Er sah ihr an, dass sie müde war, erschöpft, sie hatte deutliche Anzeichen für Fatigue.
Als sie ihre Hände auf seine Schultern legte, zuckte Jason zusammen, stieß sie aber nicht von sich, sondern schloss für einen Moment die Augen. Er nahm ihren Geruch war, der einfach so vertraut war, der ihn so an zuhause erinnerte. Und in diesem Moment passierte etwas in Jason, dass sehr, sehr selten passierte, denn er fühlte wirklich etwas. Es war wie ein warmes Gefühl, dass einfach seinen Körper durchströmte und ihn entspannen ließ. Anna war die einzige Frau, neben seiner Mutter, die ihn wirklich berühren durfte. Von anderen hielt Jason die Berührung nicht aus, sie war ihm unangenehm, ja man konnte sogar fast lästig sagen. Er mochte es einfach nicht, auch wenn er mit einer Frau schlief… es war okay, aber er versuchte ihre Berührungen so gut es ging zu verringern. Und wenn er ihre Hände dazu festbinden musste, dann tat er das eben. Doch bei Anna war es anders, es fühlte sich einfach gut an.
Langsam öffnete er die Augen wieder, seine Atmung war entspannt, hatte er sie kurz angehalten als er so zusammengezuckt war, blickte Anna direkt in die Augen.
„Du bist natürlich nicht gezwungen hier zu bleiben“, antwortete er dann ruhig, „Und das mein Wort hier nicht viel zählt, weiß ich. Doch ich kann mit Rick und Daryl reden, ich würde nicht zulassen, dass sie dich wegschicken. Diese Leute hier Anna, ich habe auch gebraucht um es zu realisieren. Natürlich haben sie Dinge getan, doch das hat jeder. Vielleicht sind sie für andere Gruppen die Bösewichte, vielleicht würden andere hier gerne jeden einzelnen der Bewohner umbringen. Aber es gibt ein einfaches Prinzip, „Survival of the fittest“. Es ist hart, aber so ist das Leben, und du weißt: Das Leben findet einen Weg.“
Ein leichtes Lächeln huschte über seine Lippen, als er den letzten Teil seines Satzes sagte. Es war ein Zitat des Charakters Dr. Ian Malcolm aus Jurassic Park, einen Film den Anna und Jason oft miteinander gesehen hatten. Bis heute konnte der Arzt nicht erklären, weshalb ihn der Film so fasziniert hatte, doch er hatte ihn sicherlich schon fünfzig Mal gesehen.
„Und was wollen wir in Kanada Anna? Dort ist nichts mehr für uns“, endete er dann auf ihren Vorschlag sie sollten zurück in ihre Heimat, „Dort wären wir wieder auf uns gestellt. Es war gefährlich. Hier haben wir Nahrung, Strom, eine sichere Mauer. Natürlich bin ich nicht naiv, ein gepackter Notfallrucksack steht immer in meinem Schlafzimmer, falls es doch alles zusammenbricht, aber ich denke immer weniger daran. Für dich ist das alles hier neu, ungewohnt, vielleicht auch einfach noch nicht greifbar und unglaublich. Gebe dir ein paar Tage Zeit, man gewöhnt sich schneller daran als man glauben könnte. Schlaf in einem richtigen Bett, esse mit mir heute Abend ein gutes Essen. Ich kann Mutters Nudeln mit Garnelen und Knoblauch machen, ich weiß wie gerne du die gegessen hast.“
Er hob seine Hände und legte sie auf ihre Hände, die noch immer auf seinen Schultern ruhten, dann wandte er nach all den Worten mal wieder den Blick von ihrem. Es war ungewöhnlich, dass Jason jemanden so lange anblickte, doch er wusste, dass seine Worte so eine andere Wirkung auf seine Schwester hatten.

@Anna Avery



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#10

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 06.07.2020 17:17
von Anna Avery | 273 Beiträge

Ein amüsiertes Schnauben entwich Anna's Lippen ehe sie ihren Kopf für einen Moment sank. Sie wusste das es ihr Bruder nicht böse meinte, er es nicht anders ausdrücken konnte, nicht erkennen konnte das sie dieser Erinnerung an diese eine Person doch eher traurig stimmte und sie bedrückte, etwas was bei der Schwarzhaarigen doch eher selten vorkam. Wenn er es wusste würde Jason sie sicherlich nicht so 'belehren' oder vielleicht eine andere Wortwahl nehmen. „Ist es nicht wichtiger das ich überlebt habe hm? Eine schiefe Narbe wird mich nicht komplett entstellen.“ Anna hob nur ihren Kopf wieder an. „Zu dem der Arzt dem ich vertraue eben nicht hier war. Ich weiß das du es besser gemacht hättest aber es war eben nicht so, daran können wir nichts ändern. Es hätte deutlich schlimmer sein können.“ seufzte die Dunkelhaarige dann, wollte gar nicht daran denken was noch alles hätte passieren können zusammen mit dem Gedanken das ihr Bruder dann alleine war. Ohne jemanden der ab und an auf ihn Acht gab. Auch wenn Jason ein deutlich besseres Leben hatte, besser als Anna dachte. Er war hier sicher. Er wurde hier gebraucht, konnte dem nachgehen worin er eben schon immer gut war. Das war kein Vorwurf, Anna war froh das es so gekommen war. Besser als wenn er bei solchen Leuten gelandet wäre wie Anna es war. Und so wie die Dunkelhaarige ihren Bruder gerade betrachtete kam es schon fast so rüber als würde er sie gar nicht brauchen. Er kam gut alleine zu recht. Vielleicht überforderte ihn auch Anna's Anwesenheit. So ganz genau konnte sie das schließlich nie erkennen. Nur Jason selbst wusste was in ihm vorging. Und so sehr sie diese Gedanken nie an sich ran lassen wollte, konnte sie es für einen Moment nicht unterdrücken. Es waren schreckliche Gedanken, unsinnige Gedanken aber dennoch waren sie da und diese versetzen ihr immer wieder einen Stich ins Herz. Anna versuchte sich wieder zusammen zu reißen als Jason seine Geschichte erzählte. Als Jason dann davon erzählte das er mit Dr. Sullivan schon vor der Apokalypse Arten von 'geheimen' Operationen durchgeführt hatte wurde Anna wieder hellhöriger. Ihr ging es direkt durch den Kopf, dass das ganze doch nicht legal sein konnte. Worauf sich ihr Bruder da nur wieder eingelassen hatte und ob er wirklich so dämlich gewesen sein musste... und vor allem das Dr. Sullivan womöglich Glück hatte das er immer noch in seiner Basis in den Rocky Mountains saß. „Verdammt Jason ...“ schüttelte Anna nur den Kopf. „War das überhaupt legal?“ konfrontierte sie ihn sofort damit. „Oder hat Mutter auch davon gewusst?“ Das wäre wohl für Anna der größere Schlag gewesen. Schließlich könnte sie so was doch nicht unterstützen. Auch wenn Dr. Sullivan Jasons Mentor war. Auch wenn alles wohl bereits lange in der Vergangenheit lag. „Ihr habt nach einem Heilmittel gesucht.“ fasste Anna's Jason komplexe Erklärung kurz zusammen. „Das eine Forschung in den Kinderschuhen steckt bedeutet das man noch ganz am Anfang steht und die Forschung noch keine Ergebnisse lieferte die einen weiterbrachte.“ erklärte sie ihrem Bruder, nicht weil sie oberschlau klingen wollte, sie wollte das ihr Bruder verstand was es bedeutete, da sie genau wusste das er mit solchen Sprichworten nichts anfangen konnte. „Vielleicht gibt es auch gar keine Heilung für das was da draußen ist.“ Anna blickte kurz aus dem Fenster ehe sie wieder ihren Bruder anblickte. „Egal ob es nun ein Virus oder gar eine Veränderung der eigenen DNA ist … und ich will gar nicht erst von den Theorien anfangen die sich manche zusammensponnen. Aber eins ist klar … es sind nicht die Untoten die der Welt Probleme bereiten.“ Anna glaubt nicht mehr daran, das es eine Lösung für dieses Problem in der Welt gab und selbst wenn jemand etwas finden würde, Anna glaubte kaum das die Menschen sich wieder so einigermaßen zusammenraufen konnten. Dafür war es zu spät. Dafür hatte man zu viel gesehen … zu viel getan. Zehn Jahre waren eine lange Zeit. Als die Dunkelhaarige aufgestanden war und ihre Hände auf die Schultern ihres Bruders gelegt hatte, dachte sie einen kurzen Moment das sie ihren Bruder nun überforderte. Sie wusste wie er Berührung gegenüberstand, doch die Anspannung in seinem Körper war nur von kurzer Dauer ehe sich ihr Bruder entspannte und seiner Schwester signalisierte das es für den Moment okay war. Seine erste Aussage zerrte ein wenig an ihrem Herz aber sie wusste das ihr Bruder der Letzte war der sie hier jetzt festhalten würde, nicht weil er nicht wollte das er sie hier blieb, weil er nun mal wusste wie seine Schwester tickte. Das Zitat das er mit seinen Worten in Verbindung brachte, ließen die Schwarzhaarige kurz erheitert Grinsen. Sie kannte dieses Zitat sehr gut und erinnerte sie an deutlich schönere Tage in dem auch noch alles schöner und unbeschwerter war als jetzt. Das Zitat stammt von keinem anderen als von Dr. Ian Malcolm aus dem Film Jurassic Park. Manchmal war es schwer anzusehen selbst für Anna ob Jason etwas mochte oder nicht aber bei diesem Film konnte sie ihrem Bruder deutlich ansehen das dieser Spuren bei ihm hinterließ auch wenn sich wohl die andere Hälfte des Filmes davon handelte wie die meisten vor den Dinosauriern davon liefen. „Sag das mal den armen Dinosauriern, die durch einen Vulkan ihr Ende fanden.“ lächelte die Dunkelhaarige. Es war das Selbe was sie ihm immer antwortete wenn er dieses Zitat erwähnte. „Vielleicht sind die Zombies ja unseres ...“ ergänzte Anna dann nur leise. Dann wurde auch Anna wieder ernster. Sie wusste nicht wieso aber Jasons Frage was sie denn in Kanada wollten versetzte ihr erneut einen Stich ins Herz. Nicht die Tatsache warum er das genau fragte sondern einfach weil er mit seinen folgenden Aussagen recht hatte. „Kanada ist unser zu Hause darum ...“ erwähnte Anna nur und schloss die Augen. Auch wenn Jason Recht hatte das es dort nichts mehr für sie gab, ganz zu Schweigen das es dort besser wäre. Das hatte man ihr über Amerika auch gesagt und Anna war einmal dumm genug gewesen das zu glauben. Ein zweites mal wäre sie nicht mehr so dumm. „Ich weiß ...das du Recht hast. Wie immer.“ murmelte die jüngste Avery nur leise und spürte seine Hand auf ihrer ehe sie diese langsam wieder wegzog. „Ich weiß es klingt vielleicht unlogisch für dich … aber es fühlt sich einfach falsch an alles zurückzulassen … Vielleicht ist es auch nur ein Gefühl.“ Anna schüttelte den Kopf, merkte wie emotional sie wieder wurde, etwas was sie ganz und gar nicht wollte weswegen sie nochmal um den Tisch lief und nach dem Whiskey griff und diesen wieder einmal an ihren Lippen setzte. Anna wirkte einen Moment nachdenklich. „Ich denke ein paar Tage kann ich bleiben ...“ kam dann nach einer Weile aus der jüngsten Avery die Worte heraus. „Du hattest mich schon bei Mutters Nudeln.“ lächelte die Dunkelhaarige sanft. Anna neigte nur den Kopf ehe sie ihren Bruder wieder anblickt. „Es gibt nur noch eine Sache.“ meinte Anna dann ehe sie die Flasche wieder laut auf dem Tisch abstellte und sich ihrem Bruder zuwandte. Ihre Stimme war ernst und fest. „Was passiert im schlimmsten Fall mit den Leuten, die im Kerker verblieben sind?“

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#11

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 12.07.2020 12:02
von Jason Avery | 85 Beiträge

Natürlich hakte Anna nach, ob die Operationen vor der Apokalypse zusammen mit Dr. Sullivan überhaupt legal waren. Doch Jason würde nie irgendetwas tun, dass nicht legal war, so dumm war er nicht.
„Sie waren legal Anna“, antwortete er mit ruhiger Stimme, „Das Militär hat dafür bezahlt, die Rechnungen wurden beglichen, der Soldat oder die Soldatin war offiziell als Patient in unserem Krankenhaus, zumindest stand er oder sie im Register. Natürlich wurde es nicht groß rumerzählt, wenn ein solcher Patient da war, aber ich würde mich nie auf illegale Dinge einlassen Anna. Das weißt du.“
Innerlich musste er zugeben, dass er etwas enttäuscht war, dass seine Schwester dachte, er wäre so dumm und würde so etwas machen.
„Und nein, Mutter hat davon nicht gewusst. Ich habe es auch Dad nicht erzählt, da ich eine Verschwiegenheitsklausel unterschrieben habe. In der Arbeit mit Dr. Sullivan habe ich eine Chance gesehen und sie ergriffen. Ich war über 21 Jahre alt, als ich unterschrieb. Jetzt, ohne Regierung und Gesetze, ist sie aber nichtig. Deswegen kann ich dir nun davon erzählen“, fuhr er seine Erklärung dann fort, sein Gesicht ausdruckslos.
Anschließend erzählte er weiter von der Basis in den Ricky Mountains. Als seine Schwester ihm dann erklärte, was der Ausdruck „In den Kinderschuhen stecken“ bedeutete, machte er sich gedanklich eine Notiz. Das bedeutete es also, interessant. Diesen Vergleich würde er sich merken, den fand er persönlich gar nicht schlecht. Es passte, denn auch ein Kind musste sich weiterentwickeln und viele, neue Dinge dazulernen. Auch war Jason bewusst, dass Anna ihm dies einfach erklärte, damit er es wusste. Denn seiner Schwester war auf bewusst, dass Jason es nicht mochte, Dinge nicht zu verstehen. Er hasste es schon fast.
„Nun, die Untoten bereiten der Welt auch Probleme. Es wäre falsch zu sagen, dass sie es nicht tun“, korrigierte er seine Schwester in ruhigem Tonfall, „Immerhin fürchtet sich jeder vor einem der Beißerbisse. Denn er bedeutet den sicheren Tod.“
Als Anna aufstand und ihm die Hände auf die Schultern legte, reagierte er, wie er immer reagierte, wenn ihn jemand woanders als an den Händen berührte: Er zuckte zusammen. Berührungen waren einfach nicht so sein Ding, er konnte es nicht erklären, aber er empfand sie immer als unangenehm. Doch bei Anna und auch bei seinen Eltern war das immer okay gewesen, nach dem ersten „Schock“ immerhin.
Das Anna so wie immer auf sein Zitat aus Jurassic Park reagierte, ließ ihn sanft lächeln. Ja, die Dinosaurier waren gestorben, aber dadurch hatten andere Spezies die Möglichkeit gehabt sich weiter zu entwickeln. Doch der Arzt sprach es nicht aus, denn er hatte dies Anna schon an die zwanzig oder dreißig Mal erklärt, jedes Mal wenn sie diesen Satz sagte.
„Vielleicht sind sie es. Die Zukunft ist und bleibt für uns rätselhaft“, murmelte Jason ebenfalls leise und das Lächeln auf seinen Lippen verschwand. Es konnte natürlich sein, dass sie durch die Beißer alle sterben würden und damit die Erde Gelegenheit bekam, sich zu erholen. Für die geschädigte Umwelt war die Apokalypse das beste gewesen, das hatte passieren können. CO2 Emissionen und der ganze Müll und Dreck waren so weit gesunken. Aber es gab auch keine Menschen mehr, die diese Werte im Blick hatten. Eventuell würden sie alle bald wegen radioaktiver Strahlung sterben, die von den ganzen nicht mehr beachteten Kernkraftwerken ausging. Die Zukunft war und blieb rätselhaft.
Wie immer hörte Jason seiner Schwester aufmerksam zu. Den Schmerz in ihrer Stimme erkannte er nicht, auch die Emotionalität die wohl gerade in ihre Augen stieg. Bewusst nahm er es nicht wahr, doch sein Unterbewusstsein ließ ihn seine Hände auf ihre legen.
„Kanada war unser Zuhause“, meinte Jason und es klang wohl sehr kalt und rational, „Es gibt kein Kanada, USA oder Mexiko mehr. Das sind keine Länder mehr, sondern nur Ortsbezeichnungen, um sich besser orientieren zu können. Es gibt keine Regierungen mehr, keine Pässe, keine Staatsangehörigkeiten. Unser Zuhause ist dort, wo wir beschließen, dass es ist. Meines ist hier und wenn du möchtest, kann es auch deines sein. Ich werde dich immer unterstützen Anna, denn du bist meine Schwester. Es war doch schon immer egal, dass wir nicht dasselbe Blut haben, wir sind beide Averys und halten zusammen. Und ich liebe dich.“
Es gab seltene Momente wie diese, wo man nicht direkt erkennen konnte, dass Jason Autist war. Die Worte, die er gerade gesagt hatte, klangen nicht nach seinem Zustand, seiner Art. Manchmal war er eben auch einfach nur ein Mensch wie jeder andere. Und hatte auch Gefühle, die er offenbaren wollte.
Als sich Anna dann von ihm löste, ließ auch er die Hände sinken und beobachtete, wie sie erneut einen Schluck des Whiskys trank. Er würde sich wohl eine neue Flasche besorgen lassen müssen, wenn Anna hierblieb. Irgendwie hatte er das Gefühl, diese Flasche würde bald leer sein.
„Ich weiß es nicht, ehrlich Anna“, antwortete er auf ihre Frage und stieß sich von der Arbeitsfläche ab, drehte sich um und holte aus einer der Schubladen ein Messer, nahm ein Schneidebrett zur Hand, „Diese Entscheidung müssen Daryl und Rick fällen, darauf habe ich keinen Einfluss. Sie werden aber nicht sterben, falls du das denkst. Eine Todesstrafe gibt es hier im Cottage nicht, sie haben nicht mal den größten Verbrecher namens Negan getötet. Und dieser hat mehrere Leute aus der ersten Gemeinschaft des Cottages getötet, auf sehr brutale Weise wie ich gehört habe. Von daher, kann ich es dir wirklich nicht sagen Anna.“
Langsam drehte er sich wieder zu seiner Schwester um und erwiderte ihren Blick kurz, dann ging er hinüber zum Kühlschrank.
„Hast du Hunger? So schön du bist Schwester, du könntest ein paar Kilo mehr vertragen. Nach deinem BMI will ich gar nicht fragen, ich bezweifle, dass ihr immer sonderlich gut und nahrhaft gegessen habt da draußen. Sonst hättet ihr wohl kaum versucht das Cottage zu bestehlen“, sprach er dann weiter und holte aus dem Kühlschrank die Garnelen, von denen er gesprochen hatte, „Außerdem, wenn du dich nicht weigerst, würde ich dich gerne untersuchen, sicherstellen, dass du gesund bist. Hast du irgendwelche Beschwerden? Alte Verletzungen, außer dieser furchtbaren Narbe an deinem Bein?“
Sofort war der dunkelhäutige Arzt wieder in seinem Metier, völlig auf der Gesundheitsschiene. Ihm war wichtig, dass es seiner Schwester gut ging, es ihr an nichts fehlte. Sollte sie sich in ein paar Tagen entscheiden, das Cottage zu verlassen, wenn Rick und Daryl das zulassen, wollte er sie in einem guten Zustand gehen lassen. Er könnte es sich nicht verzeihen, wenn Anna irgendetwas hatte und dann da draußen daran verstarb, nur, weil er sich nicht darum gekümmert hatte.

@Anna Avery



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#12

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 21.07.2020 13:50
von Anna Avery | 273 Beiträge

Anna atmete hörbar erleichtert aus als Jason ihr erzählte das die geheimen Operationen alle irgendwo gerechtfertigt waren, er sich nicht in irgendwelche krummen Dinge mit reinziehen ließ. Sie wusste schließlich wie sehr Dr. Sullivan einen Einfluss auf ihren älteren Bruder hatte. Wer wusste was er ihm ins Ohr gesetzt hatte. Anna selbst hatte diesen Mann wenige male getroffen als sie bei Jason war und schon damals fand die Dunkelhaarige das er die Nase viel zu weit oben trug aber sein Fachwissen war wirklich unschlagbar gewesen, das musste sie mehr oder weniger ungerne zugeben. Natürlich wusste sie das ihr Bruder klug war, er würde merken wenn etwas nicht stimmte, man konnte ihn nicht für dumm verkaufen. Aber das musste man auch nicht, manchmal konnte man Menschen auch so manipulieren das sie das Falsche plötzlich als Richtig ansahen. Das ging einfacher und schneller als man dachte und Anna fand dies schon fast unheimlich wie schnell man den Willen eines Menschen brechen konnte. So wurde es teils mit Menschen bei der Army gemacht, in denen man ihnen Weiß machte das sie eine gute Sache für ihr Land tun würden, es beschützen würden aber das einzige was sie taten war den Kreis der Gewalt nur zu erweitern, sorgten dafür das dieser endlos weiterging. Sie waren die Bauern in dem Schachspiel mehr nicht. Anna war das schon früh bewusst geworden, spätestens als sie erfuhr wie ihr leiblicher Vater gestorben war und als Jonathan damals sich entschied zur Army zu gehen. Ein erleichterter Atemzug entfloh erneut von ihren Lippen als sie das ganze nur benickte. Sie vertraute Jason, sie vertraute ihm wirklich aber manchmal machte die ständige Sorge um ihren Bruder die Dunkelhaarige ziemlich blind und verschaffte ihr solche Gedanken. Auch wenn ihre Sorge noch nicht mal berechtigt war. Jason schien hier gut zurecht zu kommen und sich sogar wohl zu fühlen, eine Tatsache wo Anna dachte das dies nur in ihrem zu Hause oder auf seiner Arbeit möglich war. „So wie eine Kugel oder eine Klinge“ antworte die Dunkelhaarige dann wieder mit einem leichten Schmunzeln. Es war nicht so das Anna die Untoten für ganz ungefährlich hielt. Nein das tat sie ganz bestimmt nicht. Sie hielt sie nur leichter zu überwältigen, man konnte sie eher einschätzen als einen Menschen, der plötzlich ganz irrational handeln konnte. Anna schloss nur kurz bei Jasons nächsten Worten ihre Augen, kniff diese fast schon gequält zusammen. Kanada WAR ihr zu Hause. Irgendwie traf die Schwarzhaarige das mehr als sie zugab. Anna war niemand der in der Vergangenheit stehen blieb, sie hatte sich immer irgendwie weiter voran gekämpft aber so schwach es vielleicht klingen mochte, sie vermisste es zu Hause zu sein. Selbst wenn es ihre Mutter war, die immer wieder versuchte Anna den Beruf der Ärztin schmackhaft zu machen, ihr Dad wie er von seinen neuen Kunden erzählte die er angezogen hatte oder das sanfte Klavierspiel das durch die Halle wie ein Echo tönte, wenn Jason spielte. Ja, das vermisste sie sogar am meisten, denn sie konnte dort stundenlang zu hören und ihren Bruder beobachten. Es war schon fast wie hypnotisierend gewesen, so seltsam es klang hatte Anna das Gefühl, das so ihr Bruder seine Gefühle ausdrücken konnte. „Es gibt fast keine Grenzen, was ich nicht tun würde um das zu schützen was ich liebe, vergiss das nie. Ich liebe dich mehr.“ lächelte Anna nun wieder deutlich mehr. Solche Momente, solche Worte von Jason waren eher selten, das er so wirklich für einen Moment seine Gefühle zeigen konnte oder es zu mindestens so wirkte. Jedenfalls wirkte er nicht mehr wie ein gängiger Autist und manchmal tat es weh ihn so zu sehen. Sicher manche würden sagen das Jason sich aufgrund der fehlenden Funktion seine Gefühle zu äußern, sich eine Menge Ärger womöglich ersparte aber dem war nicht so. Er würde immer von den meisten Menschen falsch verstanden werden, falsch eingeschätzt werden. Niemand könnte ihn so verstehen wie Anna oder beider Eltern es taten. Es war unfair und wenn Anna könnte würde sie diesen Zustand Jason abnehmen. Denn er war immer gut gewesen, hatte zu mindestens nie bewusst aus schlechter Absicht gehandelt, im Gegensatz zu Anna. Sie war nicht immer gut gewesen, sie versuchte zwar keine Reue zu zeigen aber sie hätte es deutlich mehr verdient als ihr Bruder es tat. Anna fuhr sich nur mit der flachen Hand über das Gesicht. Gott fast hätte er ihr schon die Tränen mit seinen Worten in die Augen gejagt. Anna war einfach erschöpft. Doch der Schluck des Alkohols tat wieder gut und betäubte ein wenig mehr ihre Sinne. So langsam fühlte sie sich doch ein wenig schlecht, sie würde Jason wohl oder übel eine neue Flasche besorgen müssen, auch wenn er diese vielleicht nicht so trank wie Anna es tat. Sie wollte Jason nicht das Gefühl geben das sie sich jetzt hier einfach einnisten und seine Sachen zu ihrem Eigentum beanspruchen würde. Die Antwort auf ihre Frage, was denn mit ihren Leuten passieren würde, gefiel der jüngsten Avery ganz und gar nicht. Sie unterdrückte nur ein lautes 'Nein sie dürfen sie nicht am Leben lassen', weil sie genau wusste was passieren würde wenn sie es taten. Jason konnte nichts dafür, er war nicht der Anführer, er konnte das nicht entscheiden, weder noch würde Anna ihn darum bitten ihren Anführern einzureden das sie sie umbringen sollen. Die Dunkelhaarige atmete nur langgezogen aus. „Ich sehe schon … das heißt ich werde das ganze noch abwarten müssen.“ antworte Anna nur seltsam ruhig auf die ganze Sache während sie bei ihren Worten kurz die Wand anstarrte. Sie wusste schon immer das man gewisse Dinge manchmal selbst in die Hand nehmen musste. Keine Todesstrafe, was für ein Blödsinn. Manche Menschen hatten es einfach nicht verdient hier zu sein, anderen Leid zu zufügen. Sicher konnte man darüber streiten, das man nicht selbst die Person war die in einer Position war über ein Leben zu entscheiden aber Anna sah das anders. Seit dem Ausbruch der Apokalypse entschieden die Menschen nun für Leben und Tod. Als Jason erneut sprach wandte sich der starre Blick von der Wand ab. Seine Frage zauberten ihr wieder ein Lächeln ins Gesicht. „Ob ich Hunger habe? Immer.“ gab die Dunkelhaarige zu. Gut, Essen aus einer Konserve oder Wildfleisch konnte man nicht wirklich als nahrhafte Ernährung bezeichnen. Aber da draußen war es immer wichtiger gewesen das man etwas zu Essen fand und nicht hungern musste, da gab man wenig Wert auf irgendwelche Nährstoffe oder Kalorien. Anna sah Jason nur dabei zu wie er sich bereits ans Werk machte und sie merkte wie sich ihr Magen ein wenig zusammenzog. Sie hatte wirklich verdammten Hunger. „Zählen Kratzer und Schrammen auch?“ grinste die Schwarzhaarige nur ehe sie ernster wurde. Ihr Bruder war wieder in seinem Element, etwas was Anna nicht störte und sie würde sich auch ganz bestimmt nicht weigern wenn ihr Bruder sie untersuchen wollte. „Ich kriege in letzter Zeit wieder öfters Fieberschübe.“ gab Anna dann zu. „Nicht das sie mich umhauen würden aber sie … schwächen mich. Ich bin mir sicher dass das kein Grund ist in Panik zu verfallen oder ich sterben werde.“ scherzte die Dunkelhaarige wieder. „Ich schätze ich brauche einfach nur Schlaf und etwas gutes zu essen.“ Anna stützte sich nur vom Tisch weg und ging wieder ein paar Schritte auf ihren älteren Bruder zu. „Aber nun muss ich dich etwas sehr wichtiges und ernstes fragen ...“ Anna atmete nur tief durch. „Auf einer Skala von Eins bis Zehn …. wie schlimm rieche ich?“ Ihre ernste Miene fiel und die junge Frau grinste wieder. „Also ich gebe mir eine Dreizehn.“

@Jason Avery


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#13

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 09.08.2020 10:58
von Jason Avery | 85 Beiträge

Jason wusste natürlich nicht, welchen Hintergedanken seine Schwester bei der Frage nach ihren Kollegen hatte. Für ihn gab es etwas wie Hintergedanken nicht, er verstand es nicht, wenn jemand nur zum Schein etwas fragte. Wenn er eine Frage hörte, war diese Frage für ihn Alles, etwaige versteckte Zusatzfragen die sich in Betonung und Aussprache verschiedener Worte fanden, die entdeckte er nicht. Immerhin waren für ihn auch unterschiedliche Betonungen nicht zu verstehen, so hörte er keine sarkastische oder bedrohliche oder lustvolle Tonlage. Für ihn hörte sich das alles gleich an. Wenn ihn jemand nicht anschrie, war ihm auch nicht immer sofort bewusst, dass sein Gegenüber sauer auf ihn war. So konnte er auch das langgezogene Ausatmen nicht in den Zusammenhand mit seiner Antwort bringen, bemerkte nicht, dass Anna mit dieser Antwort nicht zufrieden war. Sie hätte es ihm wohl erklären können und er hätte es verstanden. Obwohl Jason selbst geschworen hatte Menschen zu heilen und nicht zu töten, hatte er kein Problem damit, wenn es andere taten. Moral war für ihn ein sehr, sehr schwer begreifliches Konstrukt der Menschen. Wenn jemand hundert Menschen tötete, einfach aus Gier oder Hass oder Langeweile, dann verstand er es, wenn die Angehörigen dieser Hundert verlangten, dass er starb. Warum einen solch schrecklichen Mörder am Leben lassen? Und wenn niemand kam um sich darüber zu beschweren, warum sich dann mit vergangenen Taten belasten? Man konnte seine Vergangenheit nicht mehr ungeschehen machen.
„Abwarten ja. Aber ich denke nicht lange, Daryl und Rick treffen solche Entscheidungen schon Recht schnell. Immerhin waren sie damit einverstanden, dass ich dich in meine Obhut mitnehmen darf. Auch, wenn du nicht ohne mich einfach im Cottage herumspazieren darfst“, antwortete Jason und begann für das Abendessen vorzubereiten. Die Nudeln von denen er gesprochen hatte, waren nicht sonderlich aufwendig schmeckten dafür aber umso besser.
Auf seine Frage, ob sie Hunger hatte, antwortete sie so, wie er es erwartet hatte. Übertrieben. Natürlich hatte sie nicht immer Hunger, das war einfach nicht möglich. Wenn der Magen etwas zu verdauen hatte, dann empfand man kein Hungergefühl mehr. Doch Jason beschloss einfach seinen Mund zu halten, wusste er selbst, dass auch Anna dies bewusst war. Sie verwendete eine Hyperbel um ihren Worten mehr Ausdruck zu verleihen. Dies hatte er erkannt, dies hatte er gelernt zu erkennen. Und in solchen Momenten zu verkneifen sie zu berichtigen. Bei Anna hätte er es vielleicht machen können, andere Menschen reagierten auf so etwas häufig mit einer anderen Emotion als Belustigung. Auch das hatte er schon lernen müssen.
Während er also Wasser in einen Topf füllte, Salz hinzugab und es auf den Herd stellte, fragte er sie nach etwaigen Verletzungen. Natürlich musste er sich als Arzt auch darum kümmern, dass es seiner Schwester aus medizinischer Schicht gut ging. Wie sollte er auch nicht. Immerhin schien er auch dank seiner leichten Inselbegabung dafür geboren zu sein, sich als Arzt zu betätigen.
Als sie dann zu erzählen beginnt, machte er sich in seinem Kopf einige Notizen. Fieber war ein klassisches Entzündungszeichen, vielleicht hatte sie eine Infektion ohne davon zu wissen? Keine allzu lebensbedrohliche, aber eine Entzündung die immer wieder für leichtes Fieber sorgte, konnte auch irgendwann gefährlich werden. Er würde ihr also ein wenig Blut abnehmen und dieses untersuchen.
Schlaf und etwas Gutes zu essen? Nun klar, durch ihre Unterernährung könnte es auch zu einer Immunreaktion kommen, aufgrund von Mangel an Nährstoffen. Dies könnte ebenfalls das immer wiederkehrende, leichte Fieber auslösen. Ihre Ernährung wird auch recht proteinreich gewesen sein, allerdings fehlten ihr dadurch Vitamine und Kohlenhydrate. Die Folgen einer unausgewogenen Ernährung bemerkte man erst später. Eine Blutuntersuchung würde er also auf jeden Fall durchführen, vielleicht würde er sie auch überreden können für ihn in einen Becher zu pinkeln um Auskünfte über ihre Nieren zu bekommen.
Als sie auf ihn zukam, riss sie ihn ein wenig aus seinen Gedanken. Etwas wichtiges und Ernstes?
„Das ist keine korrekte Angabe Anna“, konnte er sich diesmal nicht verkneifen sie zu verbessern, „Du kannst mir nicht eine Skala mit festen Werten vorgeben und sie dann einfach ignorieren und einen Wert angeben, der sogar drei Werte über dem maximalen Wert liegt. So funktioniert das nicht. Woher soll ich jetzt wissen, dass meine Angabe valide ist?“
Er fährt sich mit einer Hand über den Hinterkopf und schüttelte den Kopf dann sanft.
„Wenn ich mich also an deine angegebene Skala halte würde ich dir eine sieben geben“, antwortete er nun ehrlich und warf einen Blick auf das Wasser, es war noch weit davon entfernt zu kochen.
„Komm, ich zeige dir das Bad, dort kannst du dich frisch machen. Und ich lege dir frische Unterwäsche und Kleidung heraus“, fuhr er fort, während er sie durch den kleinen Wohnbereich führte. Weshalb er Frauenkleidung hier hatte, ließ er unerklärt. Es hatte zwei Gründe: einerseits für weibliche Patienten, falls diese nicht aus dem Cottage waren. Wenn sie kräftig genug waren sich richtige Kleidung anzuziehen, wollte er sie auch in diesem Bereich versorgen können. Nicht jeder seiner Patienten war vorher schon Mitglied der Cottage gewesen und hatte seine eigene Kleidung dabei. Andererseits kam es schon auch mal vor, dass er mit einer Frau hier seinen Spaß hatte und dabei ein Shirt oder ein Höschen zerriss. Es war also immer praktisch ein wenig Kleidung für jedes Geschlecht zu besitzen.
Während er Anna im Badezimmer dann alleine ließ, legte er ihr eine neue, dunkle Hose heraus und dazu ein helles Shirt, dazu ebenfalls frische Unterwäsche. Ihre Größe hatte er einfach mal geschätzt, wenn es nicht passte, hätte er auch noch andere Größen da. Immerhin war jeder Patient unterschiedlich gebaut, auch, wenn seit der Apokalypse er deutlich weniger adipöse Patienten hatte.
Jason kehrte also wieder zurück in die Küche, gerade als das Wasser zu kochen begann und gab die Nudeln hinein. Anschließend schälte er die Garnelen und den Knoblauch, holte eine weitere Pfanne heraus, gab etwas Butter hinein und warf die frischen Garnelen und den Knoblauch hinein. Er mochte es zu kochen. Wäre er kein Arzt geworden, hätte er vermutlich eine Karriere in der Gastronomie eingeschlagen, als Koch. Entspannt kümmerte er sich um das Essen, während er darauf wartete, dass Anna sich frischgemacht hatte.

@Anna Avery



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#14

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 16.08.2020 13:42
von Anna Avery | 273 Beiträge

Anna zeigte nur eine kurze Reaktion auf Jason's Aussage das sie vorerst ohne ihn gar nicht einfach so im Cottage herumlaufen dürfte wie es ihr beliebt, hob sie nur kurz den Kopf. Nun das machte das ganze und ihr eigentliches Vorhaben ein wenig komplizierter aber nicht unmöglich. Es war sowieso etwas worin sie ihren Bruder nicht reinziehen würde, es war ihre Verantwortung, ihre Entscheidung und sie würde diese tragen mit den folgenden Konsequenzen, sollte denn etwas passieren. Aber es bewies das die Leute hier nicht dumm waren und ganz so leichtgläubig wie die Schwarzhaarige anfangs dachte. Natürlich dürfte sie hier nicht einfach rumlaufen, schließlich wusste man nicht ob man ihr trauen kann und nur weil sie die Schwester des Arztes war brachte ihr nicht gleich das Vertrauen ein, nur den kleinen Bonus das sie wohl nicht mehr in diesem dunklen Kerker eingesperrt war mit den Gesichtern die gleichzeitig ihre Rettung aber auch ihr Verderben waren. Die verantwortlich dafür waren das Anna ihre Schussverletzung im Bein überlebte aber dadurch so viel mehr durch sie auch verlor. Bei dem Gedanken griff die Dunkelhaarige nur unbewusst an ihren Bauch und atmete nur schwer durch. Sie war jetzt hier, bei ihrem Bruder, er lebte und das war eine der glücklichsten Dinge die ihr in den letzten Jahren passiert waren. Nur war sie sich nicht ganz sicher ob es eine gute Idee wäre wirklich hier zu bleiben, bei ihm, in einer Kolonie die sie ausrauben wollte. Mit den Wachen würde sie wohl keine Freundschaft mehr schließen können. Zu dem ging es ihrem Bruder gut, er hatte hier sein gewohntes Umfeld, ein stabiles Umfeld, etwas was er immer brauchte und konnte dem nach gehen wofür er eben geboren wurde. Anna hingegen … sie hatte nichts mehr wofür sie wirklich geboren wurde außer womöglich andere Menschen zu töten und ihnen weh zu tun. Sie wollte sein Leben nicht verkomplizieren, kein Durcheinander hineinbringen, immer hin kannte sie ihn. Und wer wusste nicht was das Beste für ihn sei als seine eigene Schwester. Aber dies waren alles Gedanken für später, jetzt wo sie ihn gerade wieder gefunden hatte wollte sie ihn nicht verlassen. Sie hatten beide schon so viel verpasst und sie glaubte einfach nicht das schon alles ausgesprochen sei. Zu dem sie sich ja auch wirklich versichern wollte das es ihm hier gut ging, denn wenn sie gehen sollte dann war das ihre einzige Bedingung. Ihre Aussage gegenüber ihrem Bruder ergab keinen Sinn, war unlogisch und widersprüchlich und Jason verbesserte sie sofort, so wie sie es von ihm gewohnt war und war gleichzeitig brutal ehrlich. „Eine 7?“ fragte Anna gespielt empört. Deswegen liebte sie ihren Bruder so, weil er einfach ehrlich war, ihr nichts vor heuchelte, selbst wenn er es auf irgendeine Weise wollen würde, er konnte es nicht. Anna würde es direkt durchschauen. „Gut … du bist wirklich mein Bruder.“ grinste Anna dann. „Sie haben dich also nicht einer komischen Gehirnwäsche unterzogen … oder dich durch einen Roboter ausgetauscht.“ zog sie ihn wieder auf, als Jason schließlich vorschlug ihr das Badezimmer zu zeigen, ließ sich die jüngste Avery das nicht zwei mal sagen. Ein richtiges Badezimmer … eine richtige Dusche, der Gedanke wirkte stets noch surreal bis Jason sie eben in diesen Raum führte. Es war … nun eben ein Badezimmer aber nicht eins wie man es in einer Apokalypse erwartet hätte und es gab wirklich eine verdammte Dusche. „Kommt da auch wirklich richtiges Wasser raus?“ Ihr Blick glitt zu ihrem Bruder. „Das war ein Scherz .. und nun raus mit dir.“ scheuchte sie ihn auch direkt mit einem Grinsen raus ehe sie sich langsam ihre schmutzigen Kleidung entledigte. Schmerzvoll verzog die junge Frau nur ihr Gesicht, ihr Oberkörper war von mehreren, blauen Flecken geziert ehe sie in die Dusche stieg und langsam das Wasser aufdrehte. Ohne zusammen zu zucken lief das zuerst kalte Wasser über ihren Kopf ehe es sich langsam erwärmte. Schon fast ein kleines, aufgeregtes Lächeln fiel ihr über die Lippen ehe sie dann schließlich ihre Hände über ihren Körper gleiten ließ um sich zu waschen. Natürlich ließ sich Anna zeit, sehr, sehr, sehr viel Zeit. Wie könnte sie auch nicht, womöglich klebte ihr noch der Dreck von paar Monaten an ihr, an denen sie sich schon fast gar nicht mehr erinnerte. Zu dem wusste sie nicht wann sie denn je wieder in den Genuss kam so einen Luxus wie eine Dusche zu benutzen. Als Anna mit einem Handtuch umwickelt aus dem mittlerweile voll Dampf stehenden Bad trat, griff sie nach der Kleidung die Jason natürlich ordentlich für sie rausgelegt hatte. Sie hinterfragte nicht woher die Kleidung kam, woher Jason sie hatte und weshalb er sie aufbewahrte. Wenn Anna etwas nicht tat dann war es hinterfragen, manchmal wollte man die Antwort auch gar nicht wissen. Das hatte sie auch nie getan bei ihrer Gruppe, woher die plötzlich vielen Konserven kamen die sie tagelang satt hielten. Die Kleidung war ihr ein wenig zu groß, etwas was sie aber eher weniger störte und einem kleinen Knoten im Oberteil an der unteren Seite gelöst werden konnte. Als Anna wieder ihren Weg zurück in die Küche fand roch es bereits sehr gut. So gut das Anna das Wasser im Mund zusammenlief. Es war ewig her seit dem sie so etwas gutes gerochen hatte und gleichzeitig erinnerte es sie an Zu hause … wenn ihre Mutter eben gekocht hatte und Anna sich als Kind stets immer in der Nähe des Geruchs aufhielt, aus Angst sie könnte das Essen verpassen. „Es riecht wirklich wie bei Mum.“ sprach Anna dann ihren Gedanken laut aus und erweckte somit wieder Jason's Aufmerksamkeit und lächelte ihn kurz an. „Danke für die Sachen.“ sprach sie auch gleich hinter her und ging auch schon auf ihn zu, blickte über seine Schulter in den Kochtopf. „Ich bin echt am verhungern.“ murmelte diese weiter ehe sie einfach einen Schrank öffnete und als hätte sie instinktiv gewusst das Teller darin standen, standen diese auch da und sie griff einfach zwei heraus. Schließlich wollte sie nicht untätig herumstehen und sich von ihrem Bruder bedienen lassen. Wenn sie schon ein paar Tage hier blieb wollte sie ihrem Bruder nicht zur Last fallen. „Was ist dein Ziel?“ fragte sie schließlich aus dem Nichts während sie die Teller auf den Tisch platzierte „Ewig hier zu leben? Leute zu heilen bis du alt bist? Glaubst du wirklich es ist möglich solch eine normale Gesellschaft wieder herzustellen?“ Es war kein Vorwurf, klang auch wie keiner. Sie wollte wissen was ihr Bruder vorhatte, schließlich musste er doch irgendwelche Pläne haben.

@Jason Avery


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#15

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 06.09.2020 10:37
von Jason Avery | 85 Beiträge

Es dauerte exakt 32 Minuten bis seine Schwester aus dem Badezimmer kam. Jason wusste das, er hatte natürlich auf die Uhr gesehen, bevor sie die Badezimmer Tür vor ihm geschlossen hatte und als er ihre Schritte auf dem Flur vernahm, war sein Blick erneut zu der Uhr in der Küche geglitten. Kurz sah er sie an, betrachtete ihr Aussehen mit den frischen Klamotten. Sie passten ihr nicht ganz, sie war doch dünner als erwartet, doch wie immer hatte sie sich zu helfen gewusst. Kurz runzelte er die Stirn, als er den Knoten in dem Shirt sah, wollte schon sagen, dass er ihr auch ein anderes Shirt geben könnte, überlegte es sich dann anders. Sie würde es sowieso ablehnen, warum also sich die Mühe machen überhaupt den Mund zu öffnen. Dafür kannte er seine Schwester tatsächlich zu gut. Natürlich hätte sie sich in den letzten zehn Jahren verändern können, hat sie sicherlich auch, doch es fiel Jason nicht auf. Es dauerte doch immer eine Weile, bis ihm so etwas auffiel. Wenn es ihm überhaupt auffiel. Also presste er kurz die Lippen aufeinander, ehe er sich wieder der Pfanne zuwandte.
Ihre Worte, dass es wie Zuhause bei ihrer Mutter roch, erfreuten ihn. Immerhin gab er sich große Mühe, dass es genauso schmeckte wie seine Mutter es immer gekocht hatte, obwohl dies wirklich kein komplexes Rezept war. Nudeln kochen für etwa sieben Minuten, die Garnelen schälen, waschen und mit Knoblauch, Zwiebeln, etwas Thymian und Salz und Pfeffer anbraten. Anschließend mit etwas Weißwein ablöschen, etwa zwei Minuten warten bis der Alkohol verkocht ist, dazu ein paar kleingeschnittene Tomaten um der Soße noch etwas mehr Textur zu verleihen. Er sah die Seite des bläulich-grauen Kochbuchs noch vor sich, wie seine Mutter es immer gegen den Messerblock gelehnt hatte, sodass sie im Zweifelsfall hineinsehen konnte. Doch das Essen hatte sie schon so häufig gekocht, sie benötigte das Rezept gar nicht mehr. Allerdings hatte sie gewusst, dass ihr autistischer Sohn es nicht aushalten würde, wenn sie einfach ohne Rezept gekocht hätte. Jason hatte nachvollziehen müssen, was sie tat. Jeden Schritt in dem Kochbuch kontrollieren müssen, dass er auch korrekt ausgeführt wurde. Während Anna hinter ihnen am Küchentisch irgendetwas gespielt hatte, war er neben seiner Mutter gestanden und hatte sie im Zweifel korrigiert. Bis heute hatte der Arzt ein Problem mit Rezeptangaben wie „Eine Priese“ oder „Ein Schuss“, deswegen waren in den wenigen Kochbüchern die er besaß, diese Angaben durch genaue Mengen ersetzt worden. Das Kochbuch mit diesem Rezept allerdings war in ihrem Haus bei Toronto verloren gegangen. Deswegen war es eines der wenigen Rezepte, die er aus seiner Erinnerung kochte. Natürlich könnte er es aufschreiben, doch er kannte es so gut, es erschien ihm unnötig, immerhin kannte er es in- und auswendig.
„Verhungern ist ein anderer Zustand Anna“, meinte er und schüttelte leicht den Kopf, „Du hast nur Hunger. Ich verstehe das, auch mein Magen knurrt. Es ist fast 6 Uhr, ich esse immer um 6 Uhr zu Abend. Wie immer.“
Ein typisches Zeichen seines Autismus. Er aß immer um 6.30 Uhr Frühstück, Mittagessen um 1 Uhr und um 6 Uhr Abendessen. Jason brauchte das, diese Regelung, er wurde unruhig, wenn das nicht funktionierte. Natürlich, wenn er dringen gebraucht wurde bei einem Patienten, dann konnte es mal passieren, dass er nicht pünktlich um 1 sein Mittagessen einnehmen konnte. Er rastete deswegen nicht komplett aus, doch es ließ ihn dann nicht los. Es war wie ein nagendes Gefühl an seinem Kopf, dass ihn die ganze Zeit dann begleitete. Und wenn er um 5 erst sein Mittagessen einnehmen konnte, er aß dennoch um 6 zu Abend. So war sein Plan. So musste er es machen. Jeden Tag.
Konzentriert sich nicht zu verbrennen goss er die Nudeln in ein Sieb, sah aus dem Augenwinkel wie Anna auf dem Tisch das Geschirr deckte. Zunächst sagte er nichts zu ihren Fragen, Fragen waren immer so fordernd, erwarteten eine konkrete Antwort. Also vollendete er zunächst seine Arbeit, kippte die Nudeln in die Pfanne und wendete sie in der Pfanne, bis sie alle mit der Soße bedeckt waren. Anschließend stellte er die Pfanne auf einen Untersetzer auf den Tisch.
„Es ist mein Beruf Menschen zu heilen Anna“, antwortete er schließlich, während er zwei saubere Gläser aus dem Schrank holte, sie fein säuberlich im exakt gleichen Abstand rechts oben von den Tellern stellte.
„Ich habe das gelernt und hier wird mein Fachwissen benötigt“, fuhr er dann fort und holte aus einer Schublade Besteck, legte auch dieses ordentlich im perfektionistischen Abstand zum Teller. Anschließend holte er aus dem Kühlschrank noch eine Flasche mit Wasser, stellte diese auf den Tisch.
„Bitte, setz dich Anna“, forderte er sie auf und deutete auf den Stuhl. Manierlich wartete er, bis Anna saß, dann ließ auch er sich auf seinem Stuhl nieder. Er griff nach der Nudelkralle, gab Anna dann auf ihren Teller und dann ebenfalls sich, bevor er ihnen beiden die exakt gleiche Menge Wasser in die Gläser füllte.
Sein eisblauer Blick hob sich zu ihr und er sah sie an, ehe er den Blick wieder abwandte, „Natürlich bleibe ich dort, wo ich gebraucht werde. Es wären in der kurzen Zeit die ich auch erst hier wohne schon viele Menschen an einfachen Verletzungen gestorben. Manche auch an schweren. Ich habe hier Strom, warmes Wasser, kann die Menschen zwar nicht so behandeln wie davor in einem Krankenhaus, aber es ist besser als dort draußen im Wald. Hier ist es sauber. Und ordentlich. Ich mag Sauberkeit und Ordnung. Ich brauche Sauberkeit und Ordnung.“
Er schwieg, trank dann einen Schluck Wasser.
„Ich werde dir Blut abnehmen nach dem Essen. Um deine Werte zu kontrollieren, zumindest in dem Rahmen in dem ich es kann. Das Fieber ist kein gutes Zeichen Anna, das weißt du“, sprach er dann von einem völlig anderen Thema wieder, „Danach würde ich dich gerne untersuchen, wenn das für dich in Ordnung ist. Ich kann mir denken, dass es nach zehn Jahren für dich vielleicht anders ist dich vor mir auszuziehen, aber ich verspreche dir, für mich ist es nicht anders. Du bist auch nur ein Mensch wie jeder andere, mit einem Körper wie jeder andere. Nun, jeder Mensch hat natürlich seinen eigenen, individuellen Körper, der sich von anderen unterscheidet. Außer bei eineiigen Mehrlingen. Aber das ist bei dir nicht der Fall.“
Gekonnt wickelte er die Nudeln um seine Gabel und schob sie sich in den Mund. Jason war zufrieden. Sie schmeckten wie bei seiner Mutter.

@Anna Avery



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#16

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 03.10.2020 16:16
von Anna Avery | 273 Beiträge

Anna lächelte nur als Jason sie erneut belehrte. Wenn er nur wüsste wie sehr sie das schon fast vermisst hatte. Wie sehr sie ihn vermisst hatte. Für manche war es wohl unverständlich wenn Jason so etwas tat. Hielten ihn womöglich für einen Klugscheißer oder fühlten sich gar angegriffen davon obwohl Jason es noch nicht mal böse meinte. Manche Menschen waren einfach nicht offen oder in der Lage für Verbesserungen. Doch Anna fühlte nie so. Als Kind war er für sie immer der große, schlaue Bruder, der alles wusste. Zu dem sie immer mit Büchern aller Art rannte damit er ihr es erklärte und sich danach erfreute das er so viel wusste. Nur als Anna älter wurde, auf der Suche nach sich selbst war und sich oft von alles und jedem missverstanden fühlte, kam es öfter vor das sie ihren Bruder in seinen Belehrungen unterbrach, weil sie wusste das er Recht hatte. Und sie hatte es gehasst wenn er es tat. Sie hatte es zu diesem Zeitpunkt gehasst das ihr älterer Bruder sie besser kannte als sie sich selbst. Doch jetzt. Jetzt war es anders. Weswegen Anna gar nicht mehr nachdachte was sie sagte, egal wie bizarr ihre Antwort war, wie die Sache mit dem Verhungern nun. Es erinnerte sie an zu Hause, an eine schönere Zeit, weit weg von all dem was jetzt gerade war. Auch wenn kein kleinstes Detail ihrer Umgebung, sie an zu Hause erinnerte. Es fehlten nur noch zwei andere besondere Menschen und dieser Gedanke versetzte der jüngsten Avery einen erneuten Stich in ihr Herz. Sie fühlte sich so verwundbar. So schwach. Als hätte sie etwas tun können um das ganze zu verhindern. Doch dem war nicht so. Sie hatte stets gedacht das ihre Mutter bereits tot sei als sie sie verließ, das sie überlebt haben könnte kam ihr nie in den Sinn. Und ihr Vater … sie wusste noch nicht mal wo sie ihn suchen wollte, wie er jetzt aussah, ob er selbst noch am Leben war. Genau so wie es bei ihrem Bruder war. Anna schluckte diesen dicken Klos in ihrem Hals nur herunter, wollte nicht wieder emotional werden um ihren Bruder damit unnötig verwirren, warum ihr jetzt die Tränen kamen obwohl sie nur den Tisch deckte. Zu dem war ihr Hunger auch deutlich stärker als der Rest des Sturmes, der unendlich in ihr tobte. Konzentriert wie in allem was Jason immer tat, gießte er die heißen Nudeln in ein Sieb, bereitete alles vor ehe er schließlich auftischte und Anna bat sich zu setzen, was sie auch direkt tat. Anna gab zu, es fiel ihr in diesem Moment ein wenig schwieriger sich unter Kontrolle zu halten. Dafür roch das Essen zu gut und es war wirklich schon sehr lange her das sie was wirklich gutes zu Essen hatte, was gar sogar noch richtig warm war. Das sie Jason die Nudelkralle nicht aus der Hand schnappte um sich den ganzen Topfinhalt auf den Teller zu kippen war wohl alles. Doch so viel Selbstbeherrschung hatte die Dunkelhaarige noch um nicht gleich wie ein wildes, unzivilisiertes Tier auf ihren Bruder zu wirken als er ihr auch was auf den Teller tat. Als Anna die Gabel mit den Nudeln umwickelte und diese zu ihrem Mund führte und den ersten Bissen spürte schloss diese nur einen Moment deutlich zu frieden die Augen und atmete langgezogen aus während sie auf den Nudeln kaute. Wie gut das schmeckte. Wie verdammt gut das schmeckte … . Und wie sehr es sie an ihre Mutter erinnerte... . Anna öffnete nur wieder die Augen als Jason ihre Frage nun endlich beantwortete, während sie zwar etwas eilig aber dennoch ruhig aß. Zuerst schwieg die Dunkelhaarige einen Moment ehe sie mit ihrer Gabel in ihren Nudeln herumstocherte. „Ich bin froh das du hier bist. Hier bei diesen Leuten.“ sagte sie schließlich. Und das war sie wirklich. Auch wenn Anna ihnen noch nicht traute, schien es ihr Bruder zu tun. Sie schienen ihn gut zu behandeln, ihn anzunehmen wie er war. Nun ihnen blieb schließlich auch keine andere Wahl. Gute Ärzte fielen heut zu Tage nicht von Bäumen. Und er schien … zufrieden, selbst unter den vielen Leuten hier. Und das war alles was Anna je für ihren Bruder wollte. Das er ein gutes Leben führen konnte mit den Menschen, die ihm wichtig waren. Mit Leuten, die ihn akzeptierten und liebten. Wer war Anna schon um ihm das zu zerstören. Dennoch hatte sie das Gefühl, das sie das mit ihrer Anwesenheit tut. Genau so wie es ihre anderen Gruppenmitglieder hier taten, auch wenn diese eingesperrt waren. Es fühlte sich an als seien sie und Anna das Geschwür im Magentrakt. Die Dunkelhaarige wusste nicht ob sie sich hier einleben könnte, ob sie sich anpassen könnte, ob sie normal leben könnte. Selbst wenn sie wollte oder es ihrem Bruder zu Liebe tun wollte. Sie konnte nicht alles einfach hinter sich lassen. Und wenn Jason wirklich alles von Anna wusste … wer wusste ob er ihr sie überhaupt noch ansehen konnte. Nachdenklich schob sie sich die Gabel wieder in den Mund. Anna war schwierig, das wusste sie aber seit der Apokalypse war sie noch schwieriger geworden. Auch wenn der Gedanke weh tat, war es vielleicht ganz gut gewesen das Jason beim Ausbruch nicht bei ihr war. Wer wusste schon wie es verlaufen wäre wenn sie beide in der selben Gruppe mit diesen Leuten gewesen wäre. Vielleicht wäre Jason aber auch zusammen mit ihren Eltern gestorben oder umgekehrt. Anna hinterfragte selten etwas. Doch in letzter Zeit war es umso häufiger, das so etwas passierte. Das sie sich fragte ob es etwas geändert hätte, hätte sie sich anders verhalten. Und jetzt da sie wusste das ihr Bruder hier war und lebte und sie nun wirklich wieder einen Menschen hatte den sie liebte und der auch sie liebte, wurden diese Gedanken stärker, lauter … . Ihr war wieder etwas wichtig. „Ich hatte als Kind so oft Fieber Jason … ich mache mir darum keine Sorgen mehr.“ schnaufte die Dunkelhaarige amüsiert. Es nahm je älter Anna wurde deutlicher ab aber es war nie ganz verschwunden. Man hatte es stets auf ihre schwere Enzephalitis geschoben als Anna noch ein Baby war. Und womöglich war dies auch so. Anna hatte auch nie Schmerzen. Ihr war stets nur ziemlich heiß gewesen wenn sie sich in so einer Lage befand und war einfach nur unglaublich müde. „Ich weiß, das du mir sowieso keine Ruhe lässt also bring ich es wohl gleich hinter mich.“ lächelte die Dunkelhaarige. Wenn es Jason beruhigt würde Anna es tun. Zu dem war es doch auch ganz gut zu wissen ob man einigermaßen gesund war und nicht durch irgendeine Krankheit dahinrafft. Nachdem sie gegessen hatte fühlte sich Anna erstaunlicherweise satt obwohl sich das Loch in ihrem Bauch so groß anfühlte. Sie fühlte sich gut und gestärkt wie schon lange nicht mehr. Nach dem sie Jason geholfen hatte das Geschirr wegzuräumen folgte sie ihm in das Behandlungszimmer. Nachdem sich Anna auf der Liege niedergelassen hatte zog sie das frische Oberteil, das Jason ihr gab aus. Natürlich trug sie noch etwas drunter. Ihre etwas dunklere Haut, war deutlich von mehreren blauen Flecken übersät, Spuren der Gewalt, manche älter, manche frischer. Anna schnaubte nur amüsiert. „Wenn ich dir sagen würde, das ich eine Treppe runter gefallen wäre, würdest du mir das wohl nicht glauben oder?“ Anna blickte sich im Untersuchungsraum um. Wenn manche wüssten was Jason hier alles hatte. Dinge mit denen er wirklich Leute behandeln konnte, dafür würden viele töten und mehr. Doch ihr Blick blieb hängen bei einer Box in denen sich medizinische Utensilien befanden, neben sich. Ein kleines Skalpell lukte heraus oder eher gesagt konnte Anna erkennen. Sie wusste nicht was ihr da durch den Kopf ging aber ehe sie sich versah und Jason ihr den Rücken zudrehte, griff sie flink und unauffällig danach, ließ es in ihrem Hosensack verschwinden. Sie räusperte sich nur als Jason sich wieder zu ihm umdrehte und lächelte ihren Bruder nur an.

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#17

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 28.10.2020 10:43
von Jason Avery | 85 Beiträge

Es war ungewohnt für ihn, plötzlich mit jemandem gemeinsam zu essen. Hatte er all die Zeit die er hier wohnte immer alleine gegessen, denn er brauchte nicht viel Gesellschaft. Die Gesellschaft die er wollte, hatte er sich selbst organisiert und zu den Zeiten, wo er sie gerne hätte. Nachts. Besonders nachts. Ansonsten gab es in seinem Leben keine Menschen, die ihn großartig interessierten, als das er gerne mehr Zeit mit ihnen verbringen wollte. Dazu kamen natürlich noch seine ganzen Patienten, die er jeden Tag sah. Jeden Morgen um neun kamen einige der Cottage-Bewohner für ihre täglichen Untersuchungen, Tablettenausgabe, manche auch einfach nur um sich umsorgt zu fühlen. Er war zwar eigentlich Chirurg, führte hier aber doch meist die Arbeit eines Allgemeinmediziners aus. Er wurde geholt, wenn einer der älteren Bewohner nicht mehr aus dem Bett kam oder sich jemand den Rücken verrissen hatte. Innerlich war er auch ganz froh über die Hilfe von Enid und den anderen, die zwar kein fundiertes medizinisches Wissen wie er hatten, sich aber viel von ihm abgeschaut und von ihm gelernt hatten. So musste er sich nicht immer um alles kümmern, sondern konnte sich im Notfall um die wirklich schwierigeren Fälle kümmern. Es lastete eine große Verantwortung auf ihm, das wusste er, aber es gab ihm auch ein Gefühl der Sinnhaftigkeit. Immerhin war das auch das, was er gelernt hatte. Das wäre als würde ein Schreiner benötigt werden und dieser weigerte sich seine Arbeit zu machen. Nur, dass in Jasons Falle Menschen sterben würden.
Zufrieden mit seinen Kochkünsten aß er ruhig das Abendessen, während Anna sprach. Sie war froh, dass er hier war. Natürlich. Immerhin war er am Leben. So wie auch er froh war, dass Anna jetzt hier war, denn sie war am Leben. Das war das wichtigste. Also antwortete er auf diese Aussage eigentlich nicht, sondern aß einfach weiter. Dies bedurfte keiner Antwort, ihr musste ja klar sein, dass Jason sich freute, dass Anna lebte. Immerhin war sie seine Schwester, es müsste schon viel passieren, dass er keine Gefühle mehr ihr gegenüber hätte.
Als er dann erklärte, dass er sie nach dem Abendessen gerne untersuchen würde, da ihr Fieber ihm doch bedenklich vorkam, antwortete sie seinen Erwartungen entsprechend. Natürlich machte sie sich darüber keine Sorgen mehr.
„Das ist dumm Anna“, meinte er emotionslos und sah seine Schwester an, „Fieber ist immer ein Entzündungszeichen. Das weißt selbst du.“
Er wollte sie nicht abwertend behandeln, aber da sie kein medizinisches Personal war, konnte man nicht davon ausgehen, dass sie das wusste. Aber mit der Familie von Anna und einem Bruder wie Jason, da konnte man schon davon ausgehen, dass sie das wusste. Zu seiner Zufriedenheit wehrte sie sich aber nicht mehr dagegen, sondern gab sich ihm geschlagen. Das mochte er, wenn man nicht unnötig diskutieren würde. Immerhin würde er nicht aufgeben.
Nach dem Abendessen räumte Jason das Geschirr ordentlich auf die Arbeitsfläche, er würde es später abspülen, zuerst musste er sich um Anna kümmern. Also gingen sie gemeinsam rüber ins Behandlungszimmer, dort ließ sich Anna auf einer der Liegen nieder. Jason war nun voll in seinem Arztmodus, er holte die Sachen heran, die er benötigte und ließ sich dann auf dem Rollhocker nieder, mit einer Bewegung die er seit Jahren so machte. Geduldig wartete er darauf, dass sich Anna ihres Shirts entledigte, ließ den Blick dann über ihre Haut gleiten. Sein Gesicht war ausdruckslos wie immer, während er sich die Hämatome grob ansah, in seinem Kopf evaluierte was der Grund dafür sein könnte.
„Nein“, antwortete er nur ehrlich und sah Anna an, „Das sind keine Hämatome wie man sie von einem Treppensturz bekommt. Die harten Kanten der Treppen hinterlassen linienförmigere Hämatome, außerdem häufiger an harten Körperstellen, wie dem Ellbogen oder dem Unterarm, dort wo der Knochen nahe unter der Haut liegt. An weichen Körperstellen entstehen Hämatome nur von stumpfen Traumen, die anders verursacht wurden.“
Wie immer erklärte er sich sofort, wie er auf den Gedanken kam. Zumindest Anna hatte er sich immer sofort erklärt, bei anderen war das nicht so. Aber es war ihm schon immer wichtig, dass Anna ihn verstand, seine Gedankengänge.
„Achtung, ich berühre dich jetzt“, warnte er vor, dann griff er an die Hämatome an ihren Armen und Schulter, drückte ab und an gewisse Stellen, nickte dann zufrieden. Keine Brüche, zumindest keine schlecht verheilten Bruchstücke. Das war eine der größten Gefahren da draußen, dass ein Bruch nicht gut behandelt wurde, schlecht zusammenwuchs und damit instabil wurde. Oder andere Strukturen darum herum zerstörte.
„Okay. Leg dich hin“, forderte er sie auf und wartete bis sie seiner Aufforderung nachkam. Er wusste, dass Anna kein Problem mit Blutabnahme hatte oder Blut zu sehen, doch er wollte kein Risiko eingehen. Bei ihrer Malnutration und dem Zustand ihrer Fatigue, konnten Dinge passieren mit denen nur ein Arzt rechnete. Deswegen legte er sie vorsichtshalber schon mal hin.
Er wandte sich von ihr ab, holte die benötigten Utensilien und band ihr dann einen Schlauch um den Oberarm.
„Pumpen“, murmelte er und deutete auf ihre Hand, während er mit dem Desinfektionsmittel über ihre Armbeuge fuhr und ihm sofort eine ihrer Venen entgegensprang. So war das natürlich perfekt. Vermutlich hatten sich Annas Venen über die letzten Jahre ein wenig erholt, wurde sie vor der Apokalypse aufgrund ihres häufigen Fiebers von Paula natürlich regelmäßig kontrolliert. Die etwas helleren Stellen sprachen noch von dieser Zeit des ständigen Stechens. Ohne zu zögern schob er die kleine Nadel in die Vene, löste den Schlauch und das Blut floss regelmäßig, intensiv rot in die kleine Ampulle die Jason an das andere Ende der Nadel hielt. Kein Vergleich zu den moderneren Methoden, aber anders ging es nicht mehr.
„Drauf drücken“, forderte er sie wieder auf, als er die Nadel herauszog und reichte ihr ein Stück weißen Stoffes, „Fest.“
Schnell machte er einen Stöpsel auf die Ampulle mit Annas Blut und schüttelte sie kräftig. Auf den ersten Blick sah das Blut gut und gesund aus, keine Verfärbungen oder ähnliches. Mit wenigen Schritten war er an dem kleinen Mikroskop, dass er sich sehr aufwendig aus D.C. geholt hatte, nahm eine der Glasscheiben zur Hand und ließ einen Tropfen darauf fallen. Konzentriert sah er durch das Mikroskop, betrachtete das Leben, dass sich in dem roten Saft so befand. Zum Glück keines, dass dort nicht sein sollte. Zufrieden gab er das restliche Blut in eine kleine Apparatur, die ihm Plasma und Hämatokrit teilen würden. Viele Untersuchungen konnte er ja nicht machen, aber die, die er machen konnte, würde er machen.
„Okay… sieht sowas unnormal aus. Mehr wissen wir erst später“, kam er zurück zu Anna an die Behandlungsliege, stand dann neben ihr.
„Bist du schwanger? Oder hast gerade deine Periode? Probleme mit dem Stuhlgang?“, fragte er drei Fragen, die man so wohl nicht erwarten konnte. Aber er war Arzt, er würde eine wildfremde Person die Fragen stellen, genauso wie er sie seiner Schwester stellte. Völlig ohne Hintergedanken, nur aus rein medizinischem Interesse. Immerhin gab es Kontraindikationen, die einen daran hinderten, einfach so in den Bauch hineinzudrücken. Das konnte Jason ja nicht von außen sehen.

@Anna Avery



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#18

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 30.10.2020 12:34
von Anna Avery | 273 Beiträge

Anna verzog keine Miene während Jason anfing ihren Rücken abzutasten: Es war nicht so das Anna keine Schmerzen hatte aber sie war doch über die Jahre was das anging deutlich weniger schmerzempfindlich geworden. Es war eher wie ein unangenehmes Ziehen, einen unangenehmen Druck den Anna verspürte als Jason wohl davon ausging, das Anna nicht mit irgendwelchen schlecht verheilten Brüchen umherzog. Das er ihre eher scherzhafte Aussage nicht glaubte, konnte sie direkt aus seiner Stimme und seinen Worten heraushören. Natürlich tat er das nicht, selbst wenn Anna versucht hätte ihm das glaubhaft zu machen, was sie nicht tat, wäre ihr Bruder viel zu schlau gewesen und hätte das ganze bereits durchschaut. „Nun mein Gegenüber sah deutlich schlimmer aus.“ schnaubte Anna amüsiert als er ihr erklärte warum ihre Hämatome nicht von einer Treppe abstammen konnte. Nun eine Treppe war sie wirklich nicht runter gefallen, aber einen kleinen Vorsprung in einer Lagerhalle einer alten Firma, als sie einem anderen Plünderer ausweichen wollte und einen Schritt zu weit nach hinten setzte. Die meisten blauen Flecken waren wohl doch eher von anderen Menschen, selten das Anna aufgrund von Tollpatschigkeit irgendwo herunterfiel. Anna war nämlich nicht tollpatschig. Aber ob es eine gute Idee war ihrem Bruder das zu erzählen? Wohl kaum. Sie wollte ihn nicht unnötig beunruhigen und zu dem war ihr Bruder klug genug um das bereits zu wissen oder zu mindestens davon auszugehen. Als ihr Bruder sie aufforderte sich hinzulegen, kam Anna der Bitte nach. Sie hatte wohl keine Brüche, sonst hätte Jason ihr das wohl schon mitgeteilt oder Anna hätte es an den Schmerzen gespürt. Als sie sah das Jason Sachen für eine Blutabnahme vorbereitete musste die Dunkelhaarige leicht schmunzeln. Wirklich? Hatte er nun Angst das sie womöglich umkippen würde und das nach einem so guten Essen? Der Spruch lag ihr schon auf den Lippen, doch sie beließ diesen auch dort. Anna pumpte ohne Widerworte mit der Faust. Er würde keine Schwierigkeiten haben bei ihr etwas zu finden. Ihr Blick wisch wieder von ihrem Bruder hoch zur Decke. Den Stich der Nadel spürte sie kaum, zuckte auch nicht zusammen. Es war deutlich zu sehen das Anna so etwas wie Blutabnahmen gewohnt war, es war wunderlich das sich überhaupt noch ein Tropfen Blut in ihrem Körper befand. Die leichten hellen, Einstichstellen, die auf ihrer Haut hinterblieben sind waren der Beweis dafür. Ihre Mutter hatte es regelmäßig kontrolliert und Anna durfte nicht widersprechen. Zu mindestens war das der Deal, das sie dafür nicht ins Krankenhaus musste um dort regelmäßig ihre Blutabnahmen zu bekommen. „Weißt du noch als ich damals einen richtig schlimmen Fieberschub hatte. Man hatte mich in ein anderes Krankenhaus gebracht als in das, in dessen unsere Mutter arbeitete. Und der zuständige Arzt dachte wirklich, ich würde mir regelmäßig irgendeine Substanz spritzen, aufgrund der Einstichstellen an meinem Arm. Oh man … Mum war so sauer gewesen, das sogar mir schon fast der Arzt leid tat.“ schmunzelte die Dunkelhaarige erheitert und blickte wieder zu ihrem Bruder, der stets konzentriert in seiner Arbeit, ihr das Blut entnahm ehe er die Nadel entfernte und Anna fest auf den weißen Stoff drückte. „Dabei war ich immer so unausstehlich gewesen wenn ich Fieber hatte. Wenn ich nicht die Zeit damit verbracht hatte, den ganzen Tag zu schlafen.“ hauchte die Dunkelhaarige leise und schon fast nachdenklich als Jason mit dem Röhrchen Blut zu einem Mikroskop verschwand. Anna beobachte ihn dabei, wie er da saß, mit dem Augen durch das kleine Mikroskop blickte. Es war schön … wie normal Jason wirkte. Für Anna war ihr Bruder ja auch normal mit seinen Besonderheiten eben. Aber während sie ihn so betrachtete kam ihr mehr der Gedanke, was wirklich gewesen wäre wenn Jason damals bei ihrer Mutter und ihr gewesen wäre. Sie zweifelte nicht daran das ihr Bruder nicht überlebt hätte sondern eher ob er kopftechnisch mit all dem klar kam. Jason hatte schon immer seine Routine gebraucht, die hätte er da draußen nicht gehabt. Wer wusste schon was dies mit ihm gemacht hätte. „Ich sagte dir doch, es ist alles in Ordnung.“ meinte die Dunkelhaarige nur als Jason wieder zu ihr kam und ihr mitteilte das er nichts Auffälliges gesehen hatte. Anna richtete sich wieder auf, hoffte das sie nun damit durch waren und Jason nun auch ein wenig beruhigt war. Aber fertig war ihr Bruder wohl noch lange nicht. Die Dunkelhaarige fror kurz in ihrer Bewegung ein als er ihr eine Frage stellte, nun eher mehrere, die sie nur im Hintergrund mitbekam. Eine normale Frage, die wohl jeder Mediziner einer Frau stellte oder gar stellen musste. Etwas was in Anna jedoch eine unausweichliche Welle an Gefühlen auslöste. Sie in diese eine Nacht zurückversetzte. Sie wieder diesen unaushaltbaren Schmerz spürte, der ihr letztendlich das Bewusstsein damals raubte. Das Blut, das an ihren Beinen runter lief …. . Anna's Atmung beschleunigte sich, von jetzt auf gleich wurde sie kalt schweißig Ehe dieses Knäuel an Gefühlen sich immer und immer weiter auf bahnte und raus wollte. Und das tat es auch. Leider gegen ihren Bruder, der nichts dafür konnte. Anna wusste das, sie wusste es wirklich. „Oh wirklich Jason?! Ist das jetzt dein Ernst?!“ fragte die Dunkelhaarige schließlich, deutlich lauter und … wütend. „Das geht dich einen Scheiß an. Wofür brauchst du diese Information hm?! Das hat rein gar nichts mit dem Fieber zu tun.“ Anna hatte sich mittlerweile wütend aufgesetzt, sah ihrem Bruder direkt in die Augen … ehe sie merkte was da gerade vor sich ging. Anna atmete nur aus, fuhr sich mit beiden Händen durch das Gesicht. „Scheiße...“ fluchte sie leise. „Tut mir Leid.“ murmelte direkt der rationale Teil aus ihr heraus. Es war wirklich nicht ihre Absicht gewesen ihren Bruder anzugehen aber mit dieser Frage … hatte er einfach den wundsten Punkt der Dunkelhaarigen getroffen. Und wenn Anna etwas mehr hasste war es verwundbar zu sein, an etwas erinnert zu werden was ihr bis heute noch so schrecklich weh tat. „Ich bin einfach müde Jason.“ keuchte Anna angestrengt. „Können wir … - Können wir nicht einfach morgen früh weitermachen. Bitte. Ich möchte einfach nur schlafen.“ versuchte Anna dann auch noch ihr merkwürdiges Verhalten zu erklären. Man sah der Dunkelhaarigen an, das sie nicht darüber diskutieren wollte, sie nicht weiter machen wollte. Diesmal war es Jason der sich dem Willen seiner Schwester beugen musste.

Jason hatte ihr das Sofa so gemütlich eingerichtet, wie es nun mal ging. Anna beschwerte sich nicht. Sie gab sich schon immer mit den kleinen Dingen zufrieden und ein Sofa war deutlich bequemer als ein harter Zelt- oder Waldboden. Zu dem war es auch mal ganz nett zu wissen, das man auf etwas schlief worauf sich nicht eine halbe Blutlache befand und man wusste das darauf wohl schon mehr als eine Person gestorben war. Anna legte sich nur wortlos hin, zog sich direkt die Decke bis zu ihrem Hals, schloss einen Moment die Augen. Wie weich und bequem sich das anfühlte. Wenn ihr Bruder nur wüsste wie sehr sie das schätzte. Als sie seine Schritte zum gehen ansetzte hörte, richtete sich die Dunkelhaarige ruckartig auf. „Jason.“ sprach sie nur und zwang ihn damit um seine Aufmerksamkeit. Einen Moment lang blickte sie ihren Bruder an, als müsste sie sich alles noch einmal einprägen, als würde sie am nächsten Morgen aufwachen und alles vergessen. „Du bist echt? Und das alles hier ist kein Traum oder? Ich wache nicht morgen wieder im Wald auf?“ fragte sie ihn schon fast naiv. Wie unlogisch es wohl in seinen Ohren klingen musste. Es klang ja sogar schon in Anna's Kopf unlogisch, das die Dunkelhaarige kurz nach dem sie die Worte ausgesprochen hatte ihre Mundwinkel nach oben zuckten. Eigentlich brauchte Anna keine Antwort darauf, sie wusste es, doch hielt sie die ganze Sache immer noch zu surreal. „Ich bin froh das du hier bist.“ murmelte die Dunkelhaarige leise. „Gute Nacht.“ Anna's Kopf fand sich wieder in dem weichen Kissen nieder. Als Jason das Wohnzimmer verließ, kramte die Dunkelhaarige unter ihrer Decke umher, ehe sie das Skalpell herauszog und nur langgezogen ausatmete.

Es vergingen vielleicht zwei Stunden, zwei Stunden die Anna abwartete. Es war so verdammt ruhig im Haus. Anna hätte schlafen können, sich diesem verdammten Gedanken entledigen können. Doch diese Leute hier waren so gut. Wenn sie ihren Leuten, genau die selbe Chance gaben wie Anna oder sie frei ließen … es würde nur im Blutbad enden. Vielleicht nicht direkt. Aber irgendwann später. Die Leute, die für ihr Leben verantwortlich, für gutes aber für so viel mehr schlechtes. Sie würden das hier zerstören, vielleicht nicht ganz aber eine tiefe Narbe hinterlassen. Jason würde sein zu Hause verlieren. Seine Normalität. Seine Aufgaben. Alles. Und dieser Gedanke trieb Anna dazu sich an diesen in ihrem Kopf festzuklammern und aufzustehen. Die Dunkelhaarige stopfte das Kissen mehr unter die Decke, damit es aussah das jemand darin lag. Natürlich war ihr Bruder nicht dumm, würde er aufstehen und an dem Sofa vorbeilaufen, würde er es erkennen. Aber warum sollte ihr Bruder auch mitten in der Nacht aufstehen. Er würde schlafen. Zu mindestens ging die jüngste Avery davon aus. Leise aber dennoch flink zog sich die Dunkelhaarige ihre Kleider über, schlüpfte in die dunkeln Stiefel. Als Anna Richtung Tür schlich blieb sie unerwartet stehen, als sie etwas vor der Tür sitzen sah und die Dunkelhaarige mit großen Augen betrachtete. Ein graufelliger Kater. Verplext blickte sie das Tier vor sich an. Jason hatte doch kein Haustier, oder etwa doch? Oder war das streunende Tier irgendwie hier rein gelangt? Obwohl das Tier vor ihr nicht wirklich wie ein Streuner aussah. Jedenfalls hatte Anna keine Zeit sich damit zu beschäftigen, jedenfalls jetzt noch nicht. Laut miaute der Kater ihr entgegen und Anna schüttelte nur den Kopf. „sssh! Sei gefälligst still.“ scheuchte den Kater davon, der brummend an ihr vorbei lief. Anna atmete nur aus, öffnete die Tür und ließ diese leise hinter sich in das Schloss fallen.

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#19

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 13.11.2020 17:09
von Jason Avery | 85 Beiträge

Während er ihr das Blut abnahm und es dann so gut untersuchte, wie er konnte, erzählte Anna ein wenig aus ihrer beider Kindheit, ihren Fieberschüben und wie unausstehlich sie damals war.
„Ein Erreger und eine Krankheit kann sich auch auf das Gemüt des Patienten auswirken. Aber du weißt auch, wenn du mich damals nicht angeschrien hättest, hätte ich nicht mal mitbekommen, dass du wütend oder emotional aufgebracht bist“, kommentierte Jason nur von seinem Mikroskop aus, während er konzentriert alles was es dort zu sehen gab beobachtete und betrachtete. Wenn Anna Fieber gehabt hatte, dann auch sehr häufig recht hoch, dass wusste er. Damals hatte er es natürlich noch nicht verstanden, doch er hatte sich schon öfter mit seiner Mutter über den Zustand seiner Schwester unterhalten. Auf medizinischer Basis natürlich. Er wollte wissen, was mit Anna los war, damit er im Ernstfall helfen konnte. Auch, wenn er in New York war und der Rest seiner Familie in Toronto. Vielleicht wäre er auch nach dem Abschluss seines Facharztes zurück nach Canada gekommen, aber es war müßig darüber nachzudenken. Immerhin war es nie dazu gekommen, diese Entscheidung zu fällen. Deswegen beschäftigte sich Jason nicht mit solchen Eventualitäten die sowieso nie mehr auftreten würden.
Was darauf folgte, auf dieses eben noch so ruhige und normale Gespräch, ließ ihn nur etwas überrascht die Augenbrauen hochziehen. Er stellte ihr drei Fragen, drei völlig medizinisch adäquate Fragen in dieser Situation und sie reagierte sehr emotional und unruhig. Jason konnte nicht ganz deuten welche Emotion Anna zeigte, ob es Wut oder Schmerz oder Angst war, dass diese Frage in ihr ausgelöst hatte. Er wusste nur, dass er seine Schwester mit einer dieser drei Fragen emotional aufgebracht hatte. Mit dem Ausschlussverfahren, war er selbst der Meinung es müsste die erste der drei Fragen gewesen sein, ob sie schwanger war.
Ihr plötzliches Aufsetzen ließ ihn mit seinem Hocker etwas nach hinten fahren, sodass sie ihm nicht so nahe war und er sah wie immer einfach auf seine Hände hinab, nur nicht in ihr Gesicht. Weshalb sie die Frage so aufbrachte, ob sie schwanger war, wusste Jason nicht. Es war für ihn auch keine Antwort auf die Frage, noch immer wusste er nicht, ob sie denn schwanger war oder nicht. Nun ja, er würde es spätestens in ein paar Monaten wissen, wenn sich ein Schwangerschaftsbauch entwickeln würde. Dennoch störte es ihn, dass er keine Antwort bekommen hatte, er fühlte sich unvollständig.
„Natürlich. Lass uns morgen damit fortfahren“, stimmte er ihrer Bitte zu, stand auf und schob den Hocker ordentlich an seinen angestammten Platz zurück. Er kannte seine Schwester, wusste, dass er sie jetzt zu nichts überreden konnte. Außerdem hatte sie nicht Unrecht, die restlichen Tests könnte er auch am nächsten Tag machen. So auf den ersten Blick schien Anna gesund zu sein.
„Komm. Ich mache dir das Sofa schlaftauglich. Es ist nicht so bequem wie ein richtiges Bett, aber wir haben ja alle schon deutlich ungemütlicher geschlafen da draußen“, sprach er dann weiter und ging mit ihr zurück in seinen Wohnbereich. Dass es ihn massiv störte, dass er keine Antworten von seiner Schwester bekommen hatte, ließ er sich nicht anmerken. Es war aber ein unerträgliches Nagen in seinem Hinterkopf.
Gerade als er gehen wollte, sprach ihn Anna nochmal an und er wandte sich ihr zu, sah sie aber nur einen Moment an, ehe er den Blick wieder woanders hinrichtete.
„Natürlich bin ich echt. Was ist das für eine Frage Anna?“, hakte Jason verwirrt nach. Weshalb sollte er auch eine Halluzination sein? Anna hatte keinerlei Drogen genommen, die Halluzinogene enthielten. Auch die Menge an Alkohol, die sie vor dem Essen konsumiert hatte, war nicht ausreichend um eine solche Halluzination hervorzurufen.
„Gute Nacht Anna“, verabschiedete er sich dann und löschte das Licht, schloss die Tür zum Wohnzimmer. In seinem Schlafzimmer entledigte er sich seiner Kleidung und schlüpfte anschließend unter seine Decke. Ordentlich legte er sich auf den Rücken, die Decke bis kurz unter dem Hals, die Arme neben dem Körper. Wie er immer schlief. Wenn seine Arme nicht neben ihm lagen, dann auf seinem Bauch. Eine andere Schlafposition gab es für ihn nicht.

Jason schlug die Augen auf. Einen Moment lauschte er in die Stille hinein. Da! Erneut das Geräusch von dem er erwacht war, es war keine Sinnestäuschung gewesen. Schwungvoll setzte er sich auf und an die Bettkante. Draußen wurde es langsam dämmerig, die Sonne war wohl aber noch nicht über dem Meer aufgetaucht. Vielleicht war Anna schon früh erwacht, Jason erinnerte sich noch selbst gut daran, dass er sich am Anfang erstmal wieder daran gewöhnen musste, so gut und ruhig und vor allem auch lange zu schlafen. Da draußen schlief man nicht gerne lange, man musste ja immer irgendwie unterwegs sein, nur nicht zu lange an einem Ort verweilen. Ein Blick auf seinen Wecker sagte ihm, dass es kurz nach fünf war, er wäre also sowieso in weniger als einer Stunde aufgestanden. Bevor die ersten Bewohner zu ihm kamen, machte Jason gerne sein Workout, damit startete er gut in den Tag. Es war sein Tagesablauf. Dennoch, er wollte den Ursprung des Geräusches erfahren. Auf dem Stuhl in seinem Schlafzimmer lag, wie immer, vorbereitet sein Trainingsshirt und die Jogginghose, in diese Schlüpfte er hinein, ebenso in seine Schuhe. Vorsichtshalber schnappte er sich sein Messer, dass immer auf dem Nachttischchen lag. Obwohl sie in einer sicheren Kolonie waren, bei den älteren Bewohnern konnte man nie wissen, wann es soweit war. Leise öffnete er seine Schlafzimmertür, nur um als erstes seinen Kater Galileo an seinen hellen Augen in der Dunkelheit zu erkennen. Er lag auf dem Sofa, aber nicht auf Anna, sondern auf einem leeren Sofa. Vorsichtig ging er hinüber, legte die Hand auf die Decken um zu testen, wie lange Anna schon auf war. Die Decken waren kalt, sehr kalt, als hätte lange dort niemand gelegen. Nachdenklich zog Jason die Augenbrauen zusammen und umgriff das Messer fester, ehe er dem Geräusch weiter folgte. Es führte ihn in die Praxis, was machte Anna dort?
„Shit“, hörte er sie nur leise zischen und öffnete die Tür, schaltete das Licht an. Sofort erkannte er Anna, die mitten in ihrer Bewegung einfror.
„Anna, was machst du hier?“, fragte Jason ehrlich, scannte den Raum mit seinem Blick und legte dann das Messer zur Seite, „Geht es dir nicht gut? Du hättest mich wecken sollen, du machst hier nur Unordnung wie ich sehe.“
Seine Stimme war trocken, ohne Emotionen, als er das Chaos betrachtete, dass Anna veranstaltet hatte. Es war ihm unangenehm, er mochte kein Chaos.
Dann betrachtete er Anna wieder, diese sah noch anders aus, als er sie zu Bett gebracht hatte. Sofort fiel sein Blick auf ihre Hand, zwei Finger sahen pathologisch verformt aus.
„Was ist mit deinen Fingern geschehen?“, fragte er weiter, während er in seine Hosentasche griff. Darin war der Schlüssel für den Schlüsselschrank, aus diesem entnahm er einen und sperrte einen der Schränke auf. Darin waren wichtige medizinische Materialien, welche er verschlossen hielt. Er wollte ja nicht, dass hier mal jemand einbrach und Dinge stahl, die wirklich wichtig waren. Jason fragte seine Schwester nicht, wo sie war. Es war ihm in diesem Moment egal. Es war nicht wichtig, wo sie war, oder was sie getan hatte. Ihn interessierte nur, ob es ihr gut ging, was mit ihren Fingern passiert war. Sein Fokus lag auf dem medizinischen, er konnte sich nur auf eine Sache fokussieren. Und ihre Finger kamen ihm zumindest in dieser Situation wichtiger vor.

@Anna Avery



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#20

RE: Küche mit Essbereich

in Wohnbereich Jason Avery 23.11.2020 14:58
von Anna Avery | 273 Beiträge

Der kalte Wind klatschte Anna ins Gesicht, als wäre sie gegen eine Wand gelaufen. Sie blieb vor der Tür einen Moment stehen. Sie konnte es sich immer noch anders überlegen. Sie konnte sich immer noch umdrehen, die Tür öffnen und sich zurück auf das Sofa legen. Ihre Vernunft, ihr Herz riet es ihr auch, schrie förmlich danach. Doch wie so oft siegte in dieser Hinsicht nicht das Herz, sondern der Kopf. Keine Vergebung, kein Mitleid, auch wenn diese Leute nicht grundlos böse waren und Anna ihnen auch zum Teil ihr Leben verdankte, waren die guten Leute, die kleinen Lichtblicke schon längst fort. Und der Dreck, die Reste blieben zurück und würden all dies hier niederbrennen wenn sie könnten. Anna tat ihnen damit nur einen Gefallen, der Kolonie auch wenn sie dieser nichts schuldig war. Aber vor allem tat sie es für ihren Bruder, auch wenn er nichts davon wusste oder er es womöglich zu dem jetzigen Zeitpunkt nicht verstehen konnte. Zu dem war es doch stets klüger, die Gefahr zu eliminieren bevor sie zur richtigen Gefahr wurde … . Das war etwas gutes. Das war nichts schlechtes. Anna war nicht schlecht. ...Oder? Es war jedenfalls zu spät darüber nachzudenken und sich in ihrem Kopf einig zu werden, denn ihre Füße hatten sich schon längst Richtung Kerker bewegt in welchem auch sie noch vor wenigen Stunden ihre Zeit verbrachte. Natürlich war dieser bewacht. Die Menschen hier wären auch ziemlich dumm gewesen wenn sie dies nicht täten. Den Wachen würde Anna nichts tun, sie wusste das sie immer mal wieder ihre Position wechselten. Deswegen wartete Anna ab bis es einer der Männer tat ehe sie sich hinter ihn schlich und mit einem gekonnten Schlag ins Land der Träume versetzte. In ihren Armen ließ sie die Wache leise zu Boden gleiten ehe sie sich zu dem Zweiten anschlich und genau das selbe Spiel sich abspielte. Tief durchatmend blickte sie auf ihr Werk hinab. Nun gab es wirklich kein Zurück mehr und ihre Zeit lief. Anna beugte sich hinab, schnappte sich mit einem flinken Griff die Schlüssel der Zellen von der Wache ehe sie die Treppen hinab zum Kerker hinunterstieg. Es war fast so als hätte sie selbst niemals diesen Kerker verlassen, denn die wenigen die übrig geblieben sind saßen noch genau so dar. Mit dem einzigen Unterschied das der Verletzte weiterhin lebte, dank ihres Bruders. Ob Jason sauer wäre, das seine Schwester das Leben nehmen würde, was er gerettet hatte? Anna schloss gequält ihre Augen als sie die Stimme von Jackson wahrnahm. „Ah die Schlange kehrt in ihre Nest zurück.“ zischte dieser abwertend. „Hier um uns zu besuchen hm?“ ergänzte er direkt. Anna öffnete ihre Augen und kam näher, hielt nur den Schlüssel hoch, was kurze Verwirrung in den Gesichter der übrigen Gruppenmitglieder auslöste. „Unten am Strand sind Boote … wir nehmen diese und verschwinden von hier.“ ging Anna erst gar nicht auf die Aussage darauf ein. Anna drehte den Schlüssel im Schloss, ehe sie die Zellentür mit einem Ruck öffnete. „Ich würde euch niemals hintergehen.“ hauchte die Dunkelhaarige und streckte Jackson ihre Hand hingegen um ihm aufzuhelfen. Dieser zögerte sichtlich ehe er aber seine Hand mit ihrer verschränkte und sich aufrichtete. „Wir haben nicht viel Zeit.“ murmelte Anna während ihr Blick über die drei Gesichter hinter Jackson schwiff. Die Dunkelhaarige ging voraus, während sie sich zwischen den Bungalows versteckt zum Strand hinunter schlich. Das war die Schwäche dieser Kolonie gewesen. Sie konnten Zäune … Mauern um sich herum ziehen aber sie konnte keine Mauern um das Meer herum ziehen. Das Meer war der einzige Fluchtort, wenn man von hier wirklich fliehen wollte und es war auch der einfachste Weg wohl hineinzukommen, wenn man denn ein Boot besaß, was in der heutigen Zeit ziemlich schwierig war aber nicht unmöglich. Anna spürte wie ihre Schritte deutlich mehr einsackten, die Luft salziger roch und das ruhige Wellenrauschen in ihrem Ohr dröhnte. Sie sah den ganzen Weg über kein einziges Mal zurück. Spielte sogar mit den Gedanken diese Menschen einfach ziehen zu lassen ehe dieser Gedanke direkt durch eine Aussage zerstört wurde. „Ich schwöre bei Gott ich werde zurückkommen und diesen verfluchten Ort niederbrennen.“ fluchte Jackson. Anna blieb stehen, ließ die Vier an sich vorbeigehen. „Da vorne.“ brach Anna's Stimme schon fast. Ihre Augen waren glasig. Ihr Herz fühlte sich so schwer an. Warum hatte sie das Gefühl keine Luft zu bekommen? Warum wirkte alles so schwer? Anna's Hand fuhr leicht zitternd zu ihrem Hosenbund ehe sie das Skalpell herauszog. Anna schloss die Augen und dann ging plötzlich alles ganz schnell für sie. Das Zögern, dieses schwere Gefühl fiel. Anna packte die Erste von hinten, hielt ihr den Mund zu und rammte das Skalpell in ihren Hals. Diese riss nur die Augen auf, ging instand zu Boden, verblutete. In ihrer Bewegung riss die Dunkelhaarige das Skalpell mit einem Ruck wieder aus ihrem Hals und rammte es dem nächsten, der direkt neben der ersten Person stand in den Hals. Spätestens jetzt wurden die beiden Übrigen aufmerksam. „Was tust du da?! Bist du verrückt geworden?!“ rief Jackson wütend ehe Anna nun entscheiden musste wen sie nun attackierte. Es wäre besser Jackson gewesen doch Anna entschied sich für den ehemaligen Verletzten, den ihr Bruder am Vortag noch vor dem sicheren Tod bewahrt hatte. Anna rannte diesen förmlich um, stach mit dem Skalpell einmal, zweimal … dreimal in den Oberkörper ein ehe sie keine Bewegung mehr unter sich wahrnahm, ehe sie ein weiteres Mal zustechen wollte, spürte sie wie sie etwas von dem leblosen Körper runter riss Sofort spürte sie eine Faust in ihrem Gesicht, eine Faust, dann noch eine. Anna biss die Zähne zusammen vor Schmerz ehe ihr Instinkt einfach reagierte und sie das Skalpell Jackson in die Seite rammte, es diesmal aber nicht mehr herausziehen konnte. Schmerzend zischend ließ er von ihr ab, richtete sich auf. Auch Anna richtete sich auf. Wütend schnaubend riss er sich das Skalpell aus der Seite, warf es ins Meer. „Du verdammtes Miststück, wir hätten dich in Kanada verrecken lassen sollen.“ schnaubte dieser und lief wie ein wild gewordener Bulle auf die Dunkelhaarige zu, riss sie wieder mit zu Boden, legte seine Hände um ihren Hals und drückte zu. Anna trat ihm mit ihrem Knie in die Magengrube, befreite sich von der Position. Nun war sie es die ihn schlug. Und das nicht nur einmal und mit aller Kraft die sie konnte ehe Jackson seinen Mund aufriss, Anna in die Faust biss. Anna schrie schon fast schmerzvoll auf ehe sie nur noch das Knacken ihrer Finger hörte und eine Welle des Schmerzens durch ihren Körper fuhr. Gleichzeitig erweckte es nur noch mehr Wut und Frust in ihr. Sie riss sich los und schlug weiter, auch wenn der Schmerz ihrer gebrochenen Finger unerträglich war. Anna hörte nicht auf. Tränen liefen ihrem blutigen Gesicht hinab und selbst als sie schon längst keine Bewegung mehr unter sich spürte, schlug sie weiter bevor sie erschöpft sich seitlich fallen ließ. Schwer atmend und schluchzend hielt sie ihre Hand, ihre Finger die so verdammt weh tat und sich anfühlten als würden sie jeden Moment abfallen. Anna unterdrückte einen Schmerz, auch wenn sie gerade einfach nur schreien wollte. „Shit.“ stoß sie nur wütend unter Wuttränen heraus, während sie mit ihrer anderen Faust in den Sand schlug. Anna hoffte einfach in diesem Moment das irgendwer vom Cottage auf sie aufmerksam wurde und ihr einfach eine Kugel verpassen würde. Aber diese Vergebung und dieses Mitleid konnte ihr heute wie so oft niemand geben.

Der Horizont hinter dem Meer wurde mit jeder Stunde heller, schon bald würde sich die Sonne erneut hoch kämpfen und einen neuen Tag ankündigen. Anna saß neben der Leiche von Jackson. Die anderen waren schon längst nicht mehr gesehen, wurden bereits von den Wellen des Meeres davon getrieben Der Wind wehte durch ihre schwarze Mähne. Ihr Blick war starr zum Meer gerichtet. Anna hielt immer noch ihre gebrochenen Finger mit ihrer anderen Hand fest. Sie schüttelte den Kopf ehe sie sich langsam aufrichtete. „Wir hätten eine Chance gehabt, wären wir nicht von Anfang an so dumm gewesen.“ hauchte Anna, als könnte sie der leblose Körper noch hören. „Es ging nie um die Gruppe. Es ging nie um eine Familie. Kane hat uns stets gelehrt sobald wir uns aus dem Unschuldsstadium befreit haben und die Realität erkennen, werden wir frei sein aber er hat stets gezeigt das einzig und allein das eigene Leben zählt, die eigenen Interessen. Mir geht es gut. Alles andere interessiert nicht.“ Anna schnaufte. „Das war dumm.“ keuchte Anna die letzteren Worte und packte Jackson unter den Schultern an und zog ihn näher zu den Wellen, so wie sie es mit den anderen getan hatte. Anna zog ihre Nase hoch als auch sie zusah wie Jackson von dem Meer verschlungen wurde als wäre er nur ein kleiner Fisch. Anna presste ihre Lippen nur aufeinander. Ihr Verstand und ihr Instinkt riet ihr nun zu Gehen, bevor es noch heller wurde und sie jemand sehen würde. Und wie so oft war es das Einzige gewesen auf was die Dunkelhaarige vertraute.

Als die Dunkelhaarige Jason's Haus betrat, fühlten sich die Räumlichkeiten noch fremder an als sie es sich sowieso schon anfühlten. Anna torkelte fast benommen durch den Flur, eigentlich war Jasons Behandlungszimmer, das was sie ansteuerte. Schließlich war sie verletzt gewesen und es wäre klüger sich erst mal zu verarzten. Doch als Anna an der Küche vorbeihuschte, könnte sie ihren Blick nicht von der Whiskeyflasche abwenden an dieser sie schon am Vortag daraus getrunken hatte. Alkohol ließ vergessen, es tat alles weniger weh. Das war eine reine Lüge, das wusste Anna, doch es war ihr egal. Die Flasche fand schnell in ihre Hand und vor allem schnell zu ihrem Mund, so das Anna wenige Zeit später wirklich deutlich angetrunkener in Jasons Behandlungszimmer eintrat. Der einzige Haken an dieser Sache war, das die Dunkelhaarige sich gar nicht auskannte und nicht wusste wo ihr Bruder etwas aufbewahrte. Weswegen Anna nicht lange zögerte und in Jason's gewohnte Ordnung, eine gewaltige Unordnung brachte. Je eher sie nicht das fand was sie brauchte, desto schlimmer und wütender wurde Anna ehe sie gegen ein Regal torkelte und eine Schale mit Utensilien laut auf den Boden auf knallte „Shit!“ fluchte Anna laut und schmerzgeplagt, als sich in diesem Moment die Tür öffnete und ihr Bruder dastand. Die Dunkelhaarige kickte schnell die leere Whiskeyflasche unter das Regal, als hätte ihr Bruder sie bei etwas erwischt. Natürlich fragte er was sie hier trieb, was mit ihr passiert war. Nur sein Gesichtsausdruck passte wie üblich nicht zu der Situation, genau so wie sein Ton, der nun aufgebracht klingen sollte, was er aber nicht war. Anna keuchte und konnte sich ein amüsiertes, verzweifeltes Schnauben nicht verkneifen. „Das war ich nicht. Das war diese Katze, die in dein Haus eingebrochen war. Aber keine Sorge … ich habe sie verjagt.“ säuselte der Alkohol aus seiner Schwester heraus. Anna taumelte zurück gegen die Behandlungsliege, die ihr in diesem Moment wie gerufen kam. Sofort setzte sich Anna darauf, sonst wäre sie wohl geradewegs einfach hinterrücks umgekippt. „Ich bin hingefallen.“ lachte Anna, wohl wissend das ihr Bruder ihr das nicht glauben würde. Anna beobachtete wie ihr Bruder mit einem Schlüssel einen der Schränke aufsperrte. Natürlich hatte er sein wichtiges Zeug weggesperrt. Alles andere wäre auch ziemlich unklug. Etwas was niemals zu ihrem Bruder passen würde. Anna's amüsantes Grinsen verschwand als ihr Bruder sich wieder auf diesen Hocker vor sie setzte. „Ich kann das selbst.“ murmelte sie und wollte Jason die Utensilien abnehmen, war aber deutlich zu angetrunken dafür, weswegen sie schnell aufgab. Ihr Finger waren schon längst angeschwollen. In ihrem Gesicht klebte immer noch das trockene Blut. „Ich hab meine Vergangenheit umgebracht.“ flüsterte Anna schließlich nach einer Weile. „Sie werden nicht mehr zurückkommen. Sie werden niemanden mehr weh tun. Sie werden nicht mehr dir weh tun können.“ sprach Anna leise weiter ehe sie ihre Hände anhob und damit schon fast das Gesicht ihres Bruders packte. Sie wusste wie ihr Bruder zwecks Berührungen reagierte, besonders wenn diese unvorhersehbar war aber Anna war es in diesem Moment egal, sie wollte das er sie ansah. „Verstehst du das?“ „Sag das du es verstehst!“ flehte Anna schon fast, als wäre ihr Bruder der Einzige der ihr vergeben könnte.

@Jason Avery


There is something more dangerous in this world than a humiliated man
A nasty woman

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