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THE DEAD DON’T DIE
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#61

RE: Fluss durch den Wald

05.02.2022 00:29
Aaron Marquand Aaron Marquand (gelöscht)
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Wie hatte Aaron sich nur selbst so verlieren können? Alles, wofür er je gestanden hatten, alle Werte, die er vertreten hatte ... waren nur noch ein blasser Schatten. Er war bereit, sein altes Ich zu verraten, und konnte das sogar irgendwie vor sich rechtfertigen, weil sein Grund wichtig war. Es ging darum, seine Familie zu schützen. Zwar merkte er, dass sie bereits zerbrach und wenn er so weiter machte, es irgendwann nicht mehr umkehrbar sein würde. Wenn er zu Vidar ging und einen Deal mit ihm aushandelte, würde das womöglich der Todesstoß für ihre Ehe sein. Aber Aaron würde dieses Opfer bringen, wenn ihm so gewiss sein würde, dass Jesus in Sicherheit war. Natürlich hatte er sich da in etwas verrannt, tief im Inneren wusste er das. Es kam ihm so vor, als würde er nur noch wenig Zeit mit Jesus zusammen haben und um den Schmerz möglichst gering zu halten, ließ er keine Nähe zu. Das, was er im Waisenhaus gesehen hatte ... hatte das alles nur noch schlimmer gemacht. Zu was ließen sich die Menschen in ausweglosen Situationen treiben? Sie verrieten sich und alles und jeden, was und den sie liebten. Aaron würde das bald auch tun. Und somit war er der Unehrliche in dieser Beziehung, der alles aufs Spiel setzte. Jesus traf doch überhaupt keine Schuld.

Als sie von den Kids sprachen, meinte er aber nicht ihre Beziehung, sondern tatsächlich die vielen kleinen Leben. Die innerhalb der Apokalypse entstanden und allen Widrigkeiten zum Trotz gediehen waren.
Es dauerte einen Augenblick, bis Pauls Worte bei ihm angekommen waren, und sie wirkten sogar. Dieser Ausflug hatte ja auch ihr Gemeinschaftsgefühl stärken sollen. Und das hatte zumindest in dieser Hinsicht geklappt. Weswegen Aaron Pauls Hand nahm und sie fest drückte. »Gemeinsam!«, bestätigte er und lächelte.

Aaron wollte Paul keine Angst machen und auch nicht ihn verletzen, aber aus seiner Haut konnte er gerade auch nicht. Es war selten, dass er in so einer komischen Stimmung war, normalerweise machte er Witze und platzte fast vor Glück in Pauls Gegenwart. Und jetzt? War sein Licht irgendwie kurz davor, zu erlöschen.
Jesus zwang ihn, ihn wieder anzusehen, doch das hielt Aaron auch nicht aus, weswegen er sich an noch einem Kuss versuchte. Auch wenn das genauso verzweifelt rüberkam, wie es war. Und Jesus nur zur Ablenkung zu küssen ... seit wann tat er das? Das war doch nicht er! Er küsste ihn stets aus Sehnsucht, Zuneigung und Begehren, um ihn und sich glücklich zu machen und weiche Knie dabei zu bekommen. Aber das, was er gerade fühlte, war so weit weg von dem, was er sonst mit dieser Intimität verband ... dass es auch ihm begann, Angst zu machen.
Jesus unterbrach den Kuss und nahm sein Gesicht in die Hände. Für ein paar Sekunden konnte Aaron dem Blick standhalten, dann nahm er Pauls Arme und drückte sie sanft, aber bestimmt runter, damit sein Gesicht freigegeben wurde.
So hatte er ihn schon angefleht, nicht war? Als Jesus ihn tagelang nur angeschwiegen hatte. Aaron wusste genau, wie sich das anfühlte, ausgeschlossen zu werden. Und nun tat er es seinem Mann an. Gott, wie er sich gerade hasste.
Aber was sollte er sagen?
Er konnte einfach nicht in Worte fassen, was ihn so quälte. Und das, was er vor hatte erst recht nicht.
Doch er würde es auch nicht übers Herz bringen, Jesus nun von sich zu stoßen und ihn mit einem ›Mir geht es gut‹, abzuspeisen, das offenkundig einfach nicht der Wahrheit entsprach.
»Im Waisenhaus vorhin ... da war eine Tür, auf den ein kleiner und ein großer Engel gemalt waren, mit einem Schriftzug ... und dahinter ...«, Aaron unterbrach sich und blickte zu Boden. »Dahinter waren unzählige Überreste von Kindern. Sie ... müssen sie damals einfach erschossen haben. Oder sie sind verhungert, ich weiß es nicht.« Er schüttelte den Kopf. »Alles ist so vergänglich. Ein Wimpernschlag und es ist vorbei. Das vorhin ... hat mir irgendwie den Boden unter den Füßen weggezogen.«
Aaron hatte keine Ahnung, wie er erklären sollte, was deswegen in ihm vorging. »Ich weiß, ich bin gerade nicht der beste Ehemann. Aber ... ich will, dass du weißt, dass ich dich beschützen werde. Ich lasse dich niemals zurück oder gebe dich auf.« Egal, was es ihn kosten würde. So ein Fehler wie bei Eric würde ihm nie wieder passieren. Nie wieder!

@Paul Marquand-Rovia

zuletzt bearbeitet 05.02.2022 19:52 | nach oben springen

#62

RE: Fluss durch den Wald

07.02.2022 20:11
Paul Marquand-Rovia Paul Marquand-Rovia (gelöscht)
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Aaron wusste inzwischen doch dass…. Paul ebenfalls schon einmal diesen Weg beschritten hatte. Damals nach seiner Trennung von Gabe und als er Malik in diesen Kerker gesperrt hatte. Auch er hatte sich selbst in der Dunkelheit verloren und alle Werte verraten, die er sonst stets gepredigt hatte. Doch wer hatte ihn letztlich aus dieser Finsternis gerettet? Das war Aaron gewesen! Paul wusste also ganz genau wie er sich nun fühlte. Also.. er wüsste es, wenn Aaron sich ihm endlich öffnen würde. Und könnte ihm dann vielleicht ebenfalls helfen, so wie Aaron es damals für ihn getan hatte. Doch so lange er ihn nicht teilhaben ließ…… lief er wieder und wieder gegen eine undurchdringliche Mauer.
Aaron hatte wenigstens einen guten Grund, um diesen Pfad zu beschreiten. Den hatte Paul damals nicht gehabt. Also könnte er ihn wirklich deswegen verurteilen? Noch wusste Jesus immerhin nicht wie sehr Aaron sich auf seinem Weg verirrt hatte und wie weit er tatsächlich bereit war zu gehen, nur um ihn zu schützen.

Es begann bereits damit, dass Aarons Kuss unehrlich war und nicht von Herzen kam… das spürte er so deutlich, dass es ihm das eigene brach. Denn was versuchte er zu überspielen, nur um Paul keinen Blick darauf zu gewähren? War es so schrecklich und grausam was er verbarg? Natürlich machte das Paul Angst. Eine Heidenangst sogar.
Und nun konnte er ihm nicht mal mehr in die Augen sehen? Widerwillig ließ er seine Hände wieder sinken als Aaron ihn.. von sich drückte und senkte ebenfalls kurz den Blick. Jedoch nur für kurz, dann suchte er jenen von seinem Ehemann wieder und zwar gezielt.
Vielleicht half es? Und endlich begann Aaron zu reden! Weshalb Paul.. innerlich kurz aufatmete. Er musste nur hartnäckig bleiben und ihm beweisen, dass er mit ihm reden konnte… dann würde alles wieder gut werden.
Was er jedoch hörte.. ließ auch ihn wieder betroffen den Blick senken.. das klang wirklich furchtbar. Und Paul konnte sich vorstellen, wie sehr Aaron dieser Anblick schockiert haben musste. Weswegen er zaghaft nach seiner Hand fasste und sie fest drückte
„wie schrecklich…. es tut mir so Leid..dass du so etwas Furchtbares sehen musstest Aaron….“
man könnte meinen wenn man in der Apokalypse lebte war man irgendwann abgebrüht oder? Dennoch gab es immer wieder neue Dinge, die einen erschüttern konnten. Und dieses Erlebnis gehörte definitiv dazu. Weshalb Paul Aaron nun fest in die Arme schloss und prompt bereute, dass er nicht mit ihm gegangen war, um den Rest des Waisenhauses zu untersuchen. Doch viel mehr als sein Bedauern ausdrücken konnte Paul nicht, das wusste er. Und einfach da sein. Aaron halten und ihm Trost spenden..
Allerdings schien ihm noch mehr auf der Seele zu lasten? Weshalb er wieder etwas Abstand zwischen sie brachte, um ihm neuerlich in die Augen sehen zu können.
Jesus wusste nicht direkt woher diese Worte nun kamen. Denn das stand nicht wirklich im Zusammenhang mit dem Erlebnis im Waisenhaus oder? Zumindest erkannte Paul gerade keinen denn.. er hatte doch nie daran gezweifelt, dass Aaron ihn beschützen würde oder die Sorge gehabt, er könne ihn zurück lassen. Woher kamen diese Ängste von Aaron plötzlich?
Erneut legte Paul nun vorsichtig eine Hand an Aarons bärtige Wange und sagte mit einem schwachen Lächeln im Gesicht.
„Du musst nicht immer der beste Ehemann sein Aaron. Wichtig ist nur.. dass du MEIN Ehemann bist. Immerhin haben wir uns etwas geschworen. In guten wie in schlechten Zeiten, richtig? du musstest nun so lange… schlechte Zeiten mit mir durchmachen und bist dennoch geblieben. Warst für mich da und hast mich nicht im Stich gelassen. Ich weiß, dass du mich niemals aufgeben würdest. Daran.. habe ich niemals gezweifelt. Aber du musst.. mich nun auch wieder für dich da sein lassen okay? Und nicht mehr alles alleine schultern. Ich weiß ich habe dir in den letzten Monaten viele Sorgen bereitet und viel zugemutet.. aber damit ist nun Schluss. Ich möchte wieder stark sein. Und ich weiß.. mit dir an meiner Seite kann ich das. Das Leben mag vielleicht vergänglich sein Aaron… aber unsere Liebe ist es nicht. Egal wie viele Steine uns das Schicksal auch noch in den Weg legen mag… unsere Liebe wird immer einen Weg finden und uns zueinander zurück führen. Das weiß ich einfach.. es gibt nichts, das uns jemals entzweien kann..“
Sagte er in seiner endlosen Naivität die aber geboren war aus.. reiner und purer Liebe, die er für seinen Ehemann nun mal empfand.

@Aaron Marquand



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#63

RE: Fluss durch den Wald

07.02.2022 21:06
Aaron Marquand Aaron Marquand (gelöscht)
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Natürlich wusste Aaron das ... aber er war nicht in der Lage, sich jemandem deswegen anzuvertrauen und erst recht nicht Paul. Weil er glaubte, das tun zu müssen ... mit Vidar zu verhandeln und schlimmstenfalls etwas Unmögliches als Gegenleistung zu erbringen. Jesus würde ohne Zweifel versuchen, ihm das auszureden, wie auch jeder andere mit ein bisschen gesundem Menschenverstand. Und das durfte Aaron nicht zulassen, denn sonst würde er sich womöglich umstimmen lassen. Dann hätte er wieder nicht genug getan, um seinen Ehemann zu schützen, und würde Pauls Leben jeden Tag aufs Neue riskieren, weil dieser entstandene Zwist zwischen Vidars Gruppe und ihnen immer noch ungeklärt war. Er machte sich keine Illusionen, es wäre einfacher, sie einfach umzubringen, aber das würde er allein niemals schaffen. Im Verhandeln war er besser. Außerdem wollte er nicht mehr Menschen mit hineinziehen, als es nötig war. Dass es oft ein sich selbst verstärkender Prozess war ... sah Aaron nicht. Er verschloss gerade vor ziemlich vielem die Augen und akzeptierte es, dass sein Leben in wenigen Tagen nur noch ein Scherbenhaufen sein würde. Das war immer noch besser, als wenn Jesus sterben oder erneut an einem Kreuz hängen würde.

Aarons Herz war schon längst gebrochen, wegen dem, was er bald tun würde und so fühlte sich auch jede Berührung und jeder Kuss wie eine Lüge und Verletzung an, die er Paul zufügte. Dass es jemals so weit kommen würde ... das hatte er wirklich nicht geglaubt. Er hatte sie jeden Sturm gemeinsam bestehen sehen, aber diesen hier ... dem würde er sich allein stellen, damit Jesus nicht untergehen würde. Es reichte, wenn einer von ihnen das tat. Also ja ... es war durchaus etwas Grausames, das Aaron verbarg. Und er tat das mit Berechnung und voller Absicht. Was womöglich schlimmer war als die geplante Tat an sich.

Doch er konnte Jesus nicht vollends von sich stoßen, das ... brachte er einfach nicht übers Herz. Immerhin war seine Liebe zu ihm so unfassbar stark, dass es ihn manchmal fast um den Verstand brachte. Er wollte nicht, dass er sich Sorgen machte und ausgeschlossen fühlte. Was Aaron im Waisenhaus gesehen hatte, war nicht der wahre Grund für die kühle Distanz zwischen ihnen, aber zumindest der, der sie gerade so unvermittelt heftig aufleben ließ. Also erzählte Aaron davon und ließ auch zu, dass Jesus seine Hand nahm.
»Ich hatte einfach gehofft, die Kinder von damals hätten es geschafft. Aber sie hatten nicht mal den Hauch einer Chance.« Vielleicht wurde jetzt auch klar, was Aaron eben in der Höhle gemeint hatte, als er gesagt hatte, die Kids, die sie nun gefunden hatten, hätten diese zumindest noch.
Nein, die weiteren Worte standen nicht im direkten Zusammenhang mit dem grausamen Fund. Aber irgendwie auch schon. Denn diese Kinder waren verlassen worden, man hatte sie aufgegeben. Natürlich wusste Aaron nicht, wie ausweglos die Situation damals gewesen war, aber er hätte sich lieber selbst für eine Ablenkung geopfert, als so viele Kinder zum Tode zu verurteilen. Und das würde er auch für Jesus tun. Das wollte er ihm sagen ... dass er ihn niemals aufgeben würde.
Nun hielt Paul einen kleinen Monolog ... der das Brennen in Aarons Herzen verschlimmerte und ihm die Tränen in die Augen trieb. Denn er wusste ... es stimmte nicht. Ihre Liebe würde keinen Bestand haben und sie würden womöglich nicht den Verrat überwinden, den Aaron im Begriff war, zu tun. Er würde dann immer noch über Jesus wachen, aber sie hätten diese besondere Verbindung zueinander dann sicher verloren. Aaron war sich dem so sicher, denn er fand sich jetzt schon verabscheuungswürdig, wie sollte Paul dann an der Liebe zu ihm festhalten?
Dieses Wissen führte dazu, dass Aaron auf nichts wirklich einging, von dem, was Jesus ihm sagte – was äußerst untypisch für ihn war. Er sagte lediglich: »Wenn du mir in den letzten Monaten eines bewiesen hast, dann, wie verdammt stark du bist. Du kannst alles schaffen ... ich glaube vollkommen an dich.« Von einem ›Wir‹ war nicht die Rede ... denn wie könnte es noch lange ein ›Wir‹ geben?

@Paul Marquand-Rovia

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#64

RE: Fluss durch den Wald

07.02.2022 21:43
Paul Marquand-Rovia Paul Marquand-Rovia (gelöscht)
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Natürlich würde Paul es ihm ausreden!! Oder ihn zumindest davon überzeugen nicht alleine zu gehen. Ob er selbst dabei sein könnte? Vermutlich nicht.. es wäre zu re-traumatisierend. Aber er sollte jemand anderen mitnehmen, der Aaron helfen könnte ,wenn diese Verrückten versuchen würden ihn zu überwältigen!! Oder wenigstens Wachposten in der Nähe aufstellen, die ein Auge auf ihn hatten, während er verhandelte. Aber das was Aaron da vor hatte, war einfach nur blanker Wahnsinn!
Wobei das Schlimmste daran tatsächlich nicht die Tat selbst war.. denn die war aus Liebe geboren. Aber die Tatsache, dass er Jesus seit Wochen anlog und ihr unerschütterliches Vertrauen ineinander so sehr verriet. Das, was sie immer schon ausgemacht hatte. Sie waren in den Augen vieler das perfekte Traumpaar, da sie immer zusammen hielten und es so wirkte, als könne nichts und niemand sie auseinander bringen. Aber offenbar gab es für jedes Paar irgendwo eine Grenze..

Noch ahnte Paul allerdings nichts von diesem Verrat und sorgte sich einfach nur um Aarons Seelenheil. Denn irgendwie wirkte diese Geschichte mit dem Waisenhaus zwar tragisch aber… Paul spürte tief in seinem Inneren, dass das nicht der wahre Grund für Aarons distanziertes Verhalten war. Dennoch war er dankbar dafür, dass er sich ihm nun öffnete. Ein kleiner Schritt nach dem anderen. Vielleicht brauchte er einfach noch etwas Zeit.
„Wir wissen nur all zu gut wie ungerecht und grausam die Welt sein kann Aaron.. aber wenigstens konnten die Kinder so.. im Kreis ihrer Familie sein als es zu Ende ging und mussten nicht den Tod durch die Zähne eines Beißers finden…“
Jesus wusste, das war ein schwacher Trost. Aber manchmal war ein gnadenvoller Tod doch besser als ein grausamer. Auch wenn er sich natürlich ebenso wünschte, dass man diesen Kindern ein Chance gegeben hätte.
Jesus versuchte Aaron durch seine Worte wieder den Glauben an ihre Liebe zurück zu geben. Denn seltsamerweise hatte er das Gefühl als… hätte er ihn verloren. Verstand jedoch nicht weshalb. Jesus gab sich selbst die Schuld daran und dem, was er ihm in den letzten Monaten zugemutet hatte. Denn was sollte sonst der Grund sein? Etwas anderes war doch nicht vorgefallen. Er hatte ihm vielleicht zu viel abverlangt. Wollte Aaron ihm damit vielleicht sagen das… er immer auf ihn aufpassen würde, sie aber nicht mehr zusammen sein konnten? Das er ihn beschützte aber nicht mehr… liebte? Diese Gedanken ließen schon wieder Panik in ihm hoch steigen. Erst Recht als Aaron nun wieder extra betonte wie stark Jesus war.. aber kein Wort von einem ‚Wir‘ von sich gab und auch sonst nicht auf seine liebevollen Worte einging.
Weshalb Jesus ihn nun an den Schultern packte und ein bisschen verzweifelt aber auch eindringlich ansah
„WIR können alles schaffen Aaron. WIR gemeinsam, okay?? Bitte verlier nicht den Glauben an uns…“
Das könnte Jesus einfach nicht ertragen. Dennoch bemühte er sich nun die aufkeimenden Tränen runter zu schlucken. Er wollte Aaron rütteln und ihn weiter ausfragen was mit ihm los war! denn das Waisenhaus konnte einfach nicht der Auslöser für all diese plötzlichen Zweifel sein. Aber wenn Paul eines in den letzten Monaten gelernt hatte dann…. dass Menschen Zeit brauchten, um sich zu öffnen und um über schwierige Dinge zu sprechen. Er hatte Aaron so oft mit Schweigen bestraft.. ihn im Ungewissen gelassen, dass es ihm nun irgendwie recht geschah oder? Und je mehr Aaron damals gedrängt hatte, desto mehr hatte Jesus sich zurück gezogen. Weswegen er diesen Fehler nicht begehen durfte und stattdessen… wieder von Aarons Schultern abließ und stattdessen seine Hände nahm
„Ich liebe dich Aaron. Von ganzem Herzen. Und ich bin da… sobald du.. bereit dazu bist, okay?“
Womit er ihm einfach nur sagen wollte, dass er warten würde… so lange wie es eben brauchte. so wie auch Aaron auf ihn gewartet hatte. Und bis dahin musste er diese grausame Ungewissheit und Distanz offenbar einfach ertragen…. also setzte er sich schweigend wieder neben Aaron, lehnte den Kopf an seine Schulter und.. schloss die Augen. Bis irgendwann der Morgen graute und sie die Kinder ins Cottage bringen konnten…

@Aaron Marquand



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#65

RE: Fluss durch den Wald

07.02.2022 22:23
Paul Marquand-Rovia Paul Marquand-Rovia (gelöscht)
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Seit der Sache im Waisenhaus war gut eine Woche vergangen. Jedoch eine sehr… frustrierende Wochen. Denn statt das Aaron sich ihm öffnete, verschloss er sich immer weiter und Jesus wusste einfach nicht, wie er an ihn ran kommen konnte. Niemand konnte das im Moment… selbst bei Gracie wirkte er nicht so lebensfroh wie sonst. Weswegen Jesus sich langsam wirklich große Sorgen um seinen Ehemann machte. 
und heute.. da war es am aller schlimmsten. Aaron war ungewöhnlich früh wach und erzählte irgendwas von einer Sache die er erledigen musste. Wurde dabei allerdings nicht konkreter. Und Paul wollte ihn ja nicht ausfragen, denn schon wieder war er so kurz angebunden und er sollte ja nicht das Gefühl bekommen, Paul würde ihm nicht vertrauen. Dennoch hatte er ein sehr seltsames Gefühl bei der Sache. Vor allem weil Aaron beim Abschied so.. wehmütig wirkte. Als würden sie einander nie wieder sehen.
Dieser Gedanke verursachte augenblicklich wieder Panik bei Paul. Und auch wenn er es eigentlich nicht wollte und sich mies deswegen fühlte… musste er Aaron einfach folgen und sehen was er vor hatte.
Und wohin sein Weg in dabei führte…… das hätte er niemals für möglich gehalten. Zurück zum Ursprung seines tiefsitzenden Traumas.
Paul hatte gedacht es ginge wieder bergauf. Er wäre wieder bereit dazu die Kolonie häufiger zu verlassen, kleine Aufträge zu übernehmen, wieder eigenständiger zu werden.
Doch nun erneut mit Vidar und seinen Erinnerungen konfrontiert zu werden… das warf ihn von einer Sekunde auf die nächste völlig aus der Bahn. Er kauerte panisch hinter einem Baumstamm und fühlte, wie er keine Luft mehr bekam. Während er trotzdem jedes Wort hören konnte, was die beiden sprachen.
Bestimmt würden gleich Vidars Lakaien auftauchen und Aaron mitnehmen… oder Jesus und ihn erneut……. seine Hände begannen zu zittern. Er schnappte hektisch nach Luft und fasste sich panisch an die Brust, als wolle er sich die Kleidung vom Leib reißen, weil sich alles so eng anfühlte.

In der Zwischenzeit hielt Vidar seelenruhig einen Plausch mit Aaron. Vielleicht redete er ja auch so lange um den heißen Brei herum, weil er seine Geduld testen wollte? Sehen wie viel es brauchte bis er durchdrehte und ausrastete? Was seine Leute Jesus angetan hatten, hatte er allerdings tatsächlich nicht angeordnet und es auch nicht unbedingt für gut befunden. Denn sie wollten doch nur Unwürdige töten, die anderen brauchten sie doch in ihrer neuen Weltordnung, sonst könnten sie den Zombies niemals Herr werden, allerdings konnte er das nun nicht sagen. Denn das hieße ja.. seine Leute würden ohne seine Zustimmung handeln und das wiederum, dass er sie nicht unter Kontrolle hatte. Was einen Deal hinfällig machen würde. Also stand er hinter ihnen und ihren Taten.
„Nun gut, wenn dem so ist.. gibt es noch etwas anderes, das ich begehre. Ich weiß ihr kennt die Kolonie, hoch in den Bergen, in welcher die Menschen sehr urtümlich leben. Ich habe sie kürzlich… genauer ausgekundschaftet. Und denke dort auf viele Gleichgesinnte zu treffen, die meine Überzeugungen teilen. Allerdings ist es schier unmöglich sich Zugang zu verschaffen… wenn man niemanden kennt. Jedoch weiß ich ebenso, dass Eure Kolonie mit jener verbündet ist und Ihr gewiss über Kontakte verfügt. Überzeugt einen von ihnen.. mich anzuhören.. lobpreist mich als Euren Freund und Verbündeten und sorgt dafür.. dass er mir und meinen Getreuen unbegrezten Zugang zu dieser Siedlung verschafft… und Euer Ehemann hat keine weitere Schmach zu befürchten~“

@Aaron Marquand



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#66

RE: Fluss durch den Wald

07.02.2022 22:53
Aaron Marquand Aaron Marquand (gelöscht)
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Hatte Aaron wirklich den Glauben an sie verloren? Ein bisschen schien es wohl so, obwohl es nicht unbedingt der Wahrheit entsprach. Doch es gab eine Grenze bei dem, was sie gemeinsam schaffen konnten, das erkannte er jetzt. Um Jesus zu schützen, musste er ihn zurücklassen. Und er durfte sich dabei auf keinen Fall beirren lassen. So schwer es auch war, ihn auszuschließen, es musste sein. Aber das hieß nicht, dass er ihn nicht liebte. Ganz im Gegenteil, das war neben Gracie gerade die einzige Konstante in seinem Leben. Er glaubte nur nicht, dass ihre Ehe noch viel mehr aushalten würde. Aber warten konnte er nicht länger. Dieser Ausflug hatte ihm gezeigt, dass Jesus immer noch auf sich selbst achtgeben konnte. Das war ihm enorm wichtig gewesen, zu sehen und zu wissen. Sonst hätte er sich noch nicht auf den Weg gemacht. Aber jetzt wusste er ... Paul war bereit, im Zweifel auch wieder ohne ihn klarzukommen.
An diesem Abend redeten sie nicht mehr weiter. Aaron nickte nur auf die verzweifelten Worte und ließ den Arm um Jesus geschlungen, als könnte er ihn so dazu bringen, auch in ein paar Wochen noch bei ihm zu sein.

Es vergingen noch ein paar Tage, nachdem sie die Kinder ins Cottage gebracht hatten, dann war Aaron halbwegs bereit, seinen Plan in die Tat umzusetzen. Als er die Kolonie verließ, tat er es in dem Wissen, dass bei seiner Rückkehr nichts mehr so sein würde wie zuvor. Auch wenn er davon ausging, sein Geständnis zuhause abzulegen, denn er musste es Jesus ja sagen. Sonst würde dieser weiterhin davon ausgehen, in Gefahr zu sein.
Aber so weit wollte Aaron noch nicht denken, er musste sich erst auf das Zusammentreffen mit Vidar konzentrieren. Vor dem er auch nach einem längeren Marsch stand. Seine Lakaien waren gewiss in der Nähe, jedoch nicht zu sehen. Auch hatte Aaron nicht mitbekommen, dass Jesus ihm gefolgt war und gerade eine Panikattacke hinter einem Baumstamm bekam. Noch wähnte er sich allein und nur in Gegenwart seiner Feinde.
Sie brauchten nicht lang, um zur Sache zu kommen, obwohl Vidar gern herum schwafelte. xD So bemühte sich zumindest Aaron, das Gespräch rasch in die richtige Richtung zu bewegen und ihm einen Deal abzuverlangen. Natürlich kannte er die Siedlung, von der Vidar sprach. Dieser wollte also dorthin, um mehr Gefolgsleute anzuheuern. Aaron sollte ihm den Weg hinein ebnen. Es klang ganz einfach. Doch ihm war bewusst, was es bedeutete. Er würde wissentlich einem absolut gefährlichen Menschen die Pforten hinein öffnen und zulassen, dass dieser dort für seine Machenschaften warb. Außerdem würde er lügen müssen. Etwas, das er in letzter Zeit ja zu Genüge getan hatte. Alles an dieser Forderung widersprach seinen Prinzipien, aber diese ehrte er derzeit ohnehin kaum noch. Trotzdem lag ihm noch eine Frage auf der Zunge: »Du willst nur mit den Leuten dort sprechen? Nicht sie bedrohen oder foltern, wenn sie nichts mit deinen Idealen anfangen können?« Ein wenig versuchte er noch, sich sein Seelenheil zu bewahren. Aber im Grunde könnte Vidar ihm ja sonst was versprechen, Aaron würde erst wissen, ob er die Wahrheit sagte, wenn ihn aus dem Dorf gegenteilige Berichte erreichten.

@Paul Marquand-Rovia

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#67

RE: Fluss durch den Wald

07.02.2022 23:37
Paul Marquand-Rovia Paul Marquand-Rovia (gelöscht)
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Wenn er glaubte, dass ihre Ehe nicht mehr viel aushalten würde, dann hieß das doch, dass er den Glauben an sie verloren hatte!! Genau das und nichts anderes. Sonst würde er mit Jesus reden und sie würden gemeinsam eine andere Lösung finden! Die Truppe jagen und einsperren, irgendetwas! aber nicht still und heimlich so eine… Selbstmordmission planen! Bei der er seine Seele verkaufen musste. Das hätte Jesus niemals zugelassen. Und das hatte seine Gründe!
Was brachte Aaron bitte zu der Annahme Jesus würde ohne ihn klar kommen?? Das würde er nicht, weil er seine große Liebe war! Er würde daran zerbrechen.. erneut. Und das wusste Aaron ganz genau. Etwas das für Paul noch viel schlimmer wäre als der Tod oder mit dem Risiko zu leben, dass sie in Gefahr waren.

Dennoch entschied Aaron sich dazu zu gehen.. und Jesus folgte ihm. Denn endlich konnte er seinen Instinkten wieder vertrauen. Endlich war er wieder etwas mehr er selbst… zumindest für eine kurze Zeit. Denn kaum sah er Vidar wieder und hörte wie die beiden miteinander verhandelten.. kam alles in ihm wieder hoch. Und ihm wurde wahnsinnig übel. Er zwang sich dazu zu atmen.. er wusste inzwischen, wie man Panikattacken besiegte. Weshalb am Ende wirklich die Übelkeit überwog, er aber trotzdem noch nicht dazu in der Lage war sich zu bewegen. Ihm war heiß und kalt zu gleich und seine Beine wollten sich einfach nicht bewegen.. sonst könnte er diesen Irrsinn jetzt und hier beenden!

Natürlich versuchte Vidar seine Forderung ganz harmlos und einfach klingen zu lassen. Aaron musste sich nicht die Hände schmutzig machen… niemanden töten. Er musste ihm nur eine Möglichkeit offenbaren. Alles weitere bekäme Vidar schon selbst hin. Allerdings war Aaron nicht dumm, er wusste genau wie mörderisch Vidar und seine Gefolgsleute waren und was das möglicherweise für die befreundete Kolonie bedeuten würde. Sollte man im Cottage herausfinden was Aaron getan hatte.. würde man ihn als Verräter in den Kerker sperren oder Schlimmeres! Aber das war Vidar natürlich egal. Durfte er sich eben nicht erwischen lassen oder sollte später alles abstreiten. seinen Kontakt zum Schweigen bringen.. ihm würde schon etwas einfallen.
Jedoch lächelte Vidar milde bei Aarons wirklich ausgesprochen naiver und süßlicher Frage.
Ob er ihm die Wahrheit sagen sollte? Eigentlich war er ein Mann, der stets die Wahrheit sprach. Bloß lediglich verpackt in kryptische oder hübsch gekleidete Worte. Zumal.. das hier auch eine gewisse Strafe für Aaron darstellen sollte. Ihm sollte bewusst sein was er tat.. es sich nicht zu leicht machen mit dieser Schuld zu leben, weswegen Vidar ihm wahrheitsgetreu antwortete. Für seine Verhältnisse wohlgemerkt.
„Ich bin kein Barbar Aaron.. ich foltere gewiss keine Menschen. Mein einziges Ansinnen ist es, diese Welt zu reinigen.. von der Armee der Riesen oder…. Beißer.. wie ihr sie gerne bezeichnet. Sowie all jenen.. die nicht bereit dazu sind für unsere Zukunft einzustehen.. jedoch handelt es sich doch um ein Dorf voll mutiger Krieger, nicht wahr? ich bin mir sicher.. sie werden sich ihrem Schicksal und ihrem Weg in eine bessere Zukunft nicht verwehren..“
Hatte er Aaron seine Frage damit beantwortet? Was er nun damit machte… war sein Problem. Wenn er nicht einmal bereit war diesen kleinen Preis zu zahlen.. dieses Fragment seiner Seele dafür herzugeben, dann war sein Wunsch seinen Ehemann zu retten wohl doch nicht so groß. Denn um etwas zu erlangen musste man nun mal Opfer bringen. Umsonst gab es nichts in dieser Welt. Also sollte Aaron sich gut überlegen, ob er auch diese Forderung ablehnen wollt. So wie sie es schon wegen Toru getan hatten. Denn ob Vidar geduldig genug wäre noch eine dritte zu stellen… das war wirklich fraglich.

@Aaron Marquand



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#68

RE: Fluss durch den Wald

07.02.2022 23:58
Aaron Marquand Aaron Marquand (gelöscht)
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Es hatte noch einen anderen Grund, weshalb Aaron nicht mit Jesus darüber reden wollte. Einen, der kompliziert in Worte zu fassen war und auch mit Eric zu tun hatte. Damals hatte Aaron nicht auf sein Bauchgefühl gehört und war nicht bei seinem Mann geblieben, um ihn zu verarzten, zu retten und zu einem Sanitäter zu bringen. Er hatte ihn allein gelassen ... ihn sterben lassen. Weil Eric ihn angefleht hatte, zum Kampf zurückzukehren, da jeder Soldat zählte. Und Jesus würde ihn ebenso anflehen, anders zu handeln, obwohl es seiner Sicherheit schaden würde. Aaron würde dann einknicken und vielleicht wieder seine große Liebe an den Tod verlieren. Nein. Das konnte er nicht zulassen, egal, wie groß der Verrat in dieser Sache war.
Vielleicht würden sie diesen ja überwinden. Aber falls nicht, würde Jesus sehr wohl ohne ihn klarkommen, nach einer Zeit. Er hatte Leute, die ihn auffangen würden. Und Aaron würde ihn im Auge behalten. Sofern seine Taten nicht rauskamen und er die Kolonie verlassen musste.

Er war schon zu tief in diesem Gedankensumpf, er kam dort nicht mehr raus. Also ging er tatsächlich zu Vidar, auch wenn er sich für jeden einzelnen Schritt hasste. Die Antwort auf seine Frage beruhigte ihn nur bedingt, doch er spürte, dass er nicht viel länger mit Vidar verhandeln konnte. Entweder er sagte jetzt Ja oder der Deal war geplatzt. Auch wenn ihm auf der Zunge lag, dass seine Lakaien gern Leute zu foltern schien ... aber Aaron sollte ja einzig Vidar den Zugang ermöglichen. Und dieser würde sich hoffentlich an sein Wort halten. Denn er hatte recht, das Dorf war voller Krieger und keiner von ihnen würde zögern, Beißer zu töten.
Dennoch dauerte es noch ein paar Sekunden, bis Aaron sich zu einer endgültigen Antwort durchringen konnte. »Okay. Ich mache es. Ich bringe dich ins Dorf und stelle dich jemandem vor, an den du dich wenden kannst. Sag mir, wann wir uns dort treffen ... es sollte bald sein, denn ich will diese Angelegenheit möglichst bald hinter mich bringen.«

@Paul Marquand-Rovia

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#69

RE: Fluss durch den Wald

08.02.2022 00:38
Paul Marquand-Rovia Paul Marquand-Rovia (gelöscht)
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Wenn man Aarons Vorgeschichte betrachtete… war seine Entscheidung durchaus plausibel. Aber ohne dieses Wissen würde es schwierig werden ihn zu verstehen. Und nur weil etwas einmal schief gegangen war, hieß das nicht, dass die andere Option besser gewesen wäre. Denn was wenn Aaron geblieben wäre? Vielleicht wäre er dann gemeinsam mit Eric gestorben oder von ihm gebissen worden? Und sie wären nun beide tot? Inwiefern wäre das besser??
Klar.. Aaron müsste dann nicht mit dieser Schuld leben aber dennoch… Aaron konnte doch nicht nur auf Basis dieser Erinnerung diesmal anders entscheiden, obwohl es völlig seinen Prinzipien widersprach.
Was wäre es für ein Leben wenn sie nicht mehr zusammen waren??? Da wäre Jesus lieber tot.. er kam mit Trennungen nicht so gut klar. Und wenn ihn die Liebe seines Lebens verlassen würde… wusste er nicht, ob er je wieder Lebensfreude fassen konnte. Mit ziemlicher Sicherheit nicht.

Ach das redete Aaron sich also ein? Das er nur Vidar Zugang verschaffte? Als gelänge es ihm nicht sein Gefolge danach ebenfalls in die Kolonie zu schleusen. Aber gut, wenn er das für sein Gewissen brauchte, dann sollte er daran eben festhalten.
„Nun gut, ich bin höchst erfreut über deine Zusage. Wir treffen uns morgen.. bei Sonnenuntergang…“
Besiegelte Vidar diesen Deal und reichte Aaron die Hand, um eine gewisse Verbindlichkeit zu schaffen.

Jesus… hatte alles genau gehört und konnte einfach nicht fassen was Aaron da tat. Das war nicht sein Ernst oder..? Es gab nur eine Person die Aaron in Balar besser kannte und die so naiv war… das er ihr einreden konnte Vidar wäre ein Freund. Seine gutgläubige Ex-Liebschaft aus der Vergangenheit. Wusste er denn.. welcher Gefahr er ihn damit aussetzen würde??? Und das gesamte Dorf?? Er konnte doch nicht… die Leben so vieler Menschen aufs Spiel setzen nur für Pauls Sicherheit!! Das war so… egoistisch und überhaupt nicht Aaron! Das Trauma und die Übelkeit fielen kurz von ihm ab und machten dem aktuellen Schock Platz… dem Schock über Aarons Tat und seine Zustimmung. Denn das hier war keine Finte? Das war kein Plan, um Vidar in eine Falle zu locken oder? Das war.. Aarons voller Ernst. Er fühlte es und es würde auch erklären… weshalb er sich so anders verhalten hatte. Das war schon lange geplant…. richtig? Aaron hatte all das hier längst… hinter seinem Rücken geplant und nun eiskalt ausgeführt. Nein.. er war von Sinnen. Das konnte er nicht zulassen!! Weshalb Jesus es irgendwie schaffte sich wieder auf seine Füße zurück zu kämpfen. Er hielt sich an dem Baumstamm fest und.. durch das Adrenalin das plötzlich durch seine Adern schoss, gelang es ihm auch plötzlich auf der Bildfläche zu erscheinen und die beiden zur Rede zu stellen.
„Aaron…. was tust du hier…? Bitte sag mir… dass das nicht dein Ernst ist! Du hast nicht wirklich vor das zu tun oder? Das darfst du nicht!!“
Vidar verdrehte genervt die Augen als Paul auftauchte… auf dieses Drama hätte er nun gerne verzichtet. Und er ging auch davon aus, dass ihr Deal damit wohl hinfällig wäre. Weswegen er genervt meinte.
-Damit erachte ich unsere Vereinbarung offenkundig als gescheitert…-
und er wollte sich bereits zum Gehen abwenden

@Aaron Marquand



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#70

RE: Fluss durch den Wald

08.02.2022 13:43
Aaron Marquand Aaron Marquand (gelöscht)
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Aaron würde Jesus nicht verlassen, aber er rechnete damit, dass dieser ihm nach dieser Sache nicht mehr in die Augen sehen könnte. Dass er ihn verachten und nicht mehr wiedererkennen würde ... und sich dann trennen würde. Wie könnte er ihn auch weiter lieben?
Aaron war die meiste Zeit mit sich und seinen Entscheidungen im Reinen. Es gab nur wenige Dinge, die er bereute, und das lag nur daran, dass er seinen Prinzipien trotz Apokalypse oft treu geblieben war. Aber so, wie er Eric zurückgelassen hatte? Das nagte an ihm. Genau wie jedes Leben, das er im Krieg gegen Negan genommen hatte. Alles, was in dieser Zeit passiert war ... suchte ihn oft in seinen Träumen heim. Wenn er bei Eric geblieben wäre, hätte er diesen vielleicht retten können. Er hätte Julien nicht erschossen und die schwangere Grace nicht allein im Stützpunkt zurücklassen müssen. Er hätte ... so viele Menschen nicht erschossen.
Andererseits ... hätte er dann auch nicht Gracie und auch nicht Jesus in seinem Leben. Das war ihm absolut klar. Dennoch ... die Angst, Paul würde niemals Ruhe vor Vidar und seinen Leuten finden und ständig in Gefahr sein, die war einfach zu groß. Seine Lakaien waren schon einmal ins Cottage gelangt. Wer sagte ihnen denn, dass es nicht noch mal geschehen würde? Nein, Aaron musste das zu Ende bringen! Kein Gedankengang würde das verhindern, sollte er noch so vernünftig sein. Besser, er zahlte den Preis, als dass Jesus es tun musste.

Vidar nannte ihm den Zeitpunkt und Aaron nickte. So würde es ihm auch erspart bleiben, noch einmal nach Hause zu gehen. Er würde gleich weiter reisen und dort auf Vidar warten. So könnte er auch schon das Treffen mit seiner Kontaktperson arrangieren. Bevor Aaron jedoch einschlagen und den Deal somit besiegeln konnte, ertönte eine Stimme hinter ihnen. Eine wohlbekannte ...
Für einen Moment erstarrte Aaron zu Eis. Jesus war ihm gefolgt? Hierher, an diesen Ort? Scheiße ... das musste die Hölle für ihn gewesen sein. Wie ging es ihm? War er okay? Die Sorge drängte sich vor alles andere in diesem Moment, und doch war Aaron nicht in der Lage, sich umzudrehen. Denn Vidar wollte den Deal platzen lassen und gehen. Dann wäre alles dahin! Das durfte nicht passieren, egal ... was Paul nun dachte oder sagte. Also blieb Aaron wie angewurzelt stehen und ignorierte seinen Mann zunächst. Dabei spürte er, wie sein Herz in tausend Teile zerbrach. »Warte!«, rief er Vidar hinterher und streckte erneut die Hand aus. »Kein Grund, die Abmachung als gescheitert zu sehen. Ich ziehe das durch!«

@Paul Marquand-Rovia

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#71

RE: Fluss durch den Wald

08.02.2022 14:37
Paul Marquand-Rovia Paul Marquand-Rovia (gelöscht)
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Jesus war zwar schwer schockiert von dem Schauspiel, welches sich ihm hier bot. Aber noch.. dachte er nicht darüber nach Aaron zu verlassen. Er hatte ihn hintergangen ja, war vom Weg abgekommen und hatte einen Fehler gemacht. Aber noch war es nicht zu spät umzukehren! Es war noch nichts geschehen.. sie würden den Vertrauensverlust überwinden, irgendwie. Doch Aaron musste nun dringend zur Besinnung kommen. Denn wenn er diese Sache wirklich durchzog dann….. sah die Sache gleich ganz anders aus.
Jesus würde einfach alles dafür tun, um Aaron davon abzuhalten, ihn wieder von dieser verrückten Idee abzubringen und einen anderen Weg mit ihm zu suchen.
Auch wenn sein Körper gerade nur funktionierte weil er unter Schock stand und mit Adrenalin vollgepumpt war. Wie lange er auf diese Weise durchhalten würde wusste er nicht. Aber er musste es einfach versuchen.
Weshalb er, obwohl sein Herz ihm bis zum Hals schlug und er förmlich damit rechnete gleich von Kaidan nieder geschlagen zu werden, einschritt. Für Aaron. Und damit dieser keine Dummheit beging, die möglicherweise etlichen Menschen das Leben kosten würde! Damit.. könnte Aaron doch nicht leben! Das war nicht er.. er nahm solche Dinge nicht einfach in Kauf. Egal für ihn. Das durfte er nicht. es würde ihn ewig quälen und verfolgen! das konnte Paul einfach nicht zulassen.

Vidar hingegen war wenig begeistert von Pauls Auftritt. Denn das änderte die Dinge für ihn durchaus. Nun wo sein Partner davon wusste.. würde dieser doch versuchen es zu verhindern. Und vielleicht würde Aaron nun wieder einknicken? Es sich doch anders überlegen? Ihm stattdessen eine Falle stellen? Oder Jesus würde es tun, hinter Aarons Rücken? Immerhin hatte er alles gehört. Weswegen Vidar zwar stehen blieb, Aarons Hand allerdings nicht ergriff. Er warf ihm über die Schulter bloß einen abschätzigen Blick zu und meinte.
„Durch diesen… unerwünschten Zwischenfall erhöht sich das Risiko für mich erheblich. Womit auch der Preis deutlich steigt. Zugang für mich und all meine Leute, morgen Abend. Sowie eine Ration eurer Essensvorräte. Oder unsere Vereinbarung ist hinfällig.. und du wirst die Konsequenzen dafür tragen.“
Sagte Vidar eiskalt und musterte Aaron abwartend. Denn wenn er nicht bereit war zu ‚liefern‘, würde er sich nicht die Mühe machen bis nach Balar zu reisen.
Paul hingegen.. konnte einfach nicht fassen, dass Aaron ihn einfach ignorierte. So behandelte als wäre er Luft und gar nicht existent!
„Aaron!!!“
Schrie er deswegen lauter und packte ihn an den Schultern.
„Das ist Irrsinn! Wir finden einen anderen Weg, du darfst dich darauf nicht einlassen, hörst du?!“
Auch wenn Paul innerlich…. vor Panik bebte… so gelang es ihm doch nun den Blick für einen Moment auf Vidar zu richten und mit zittriger Stimme zu sagen
„Die Vereinbarung ist hinfällig, nichts von alledem wird passieren! Und nun geh und lass uns in Ruhe!!“
Flehte er ihn förmlich an und spürte wie ihm Tränen in die Augen stiegen, die er aber sofort wieder fort kämpfte, er durfte nun nicht schwach und gebrochen vor ihm wirken…. auch wenn er es tief in seinem Inneren immer noch war..

@Aaron Marquand



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#72

RE: Fluss durch den Wald

08.02.2022 15:33
Aaron Marquand Aaron Marquand (gelöscht)
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Mit weit aufgerissenen Augen starrte Aaron Vidar an. Das Flehen, dass dieser nicht gehen sollte, stand ihm ins Gesicht geschrieben. Doch statt sich erweichen zu lassen, weitete der Mann seine Forderungen aus. Nun sollte Aaron auch noch diesen Schlächtern die Pforte öffnen. Das Essen war kein Problem. Diese Forderung aber schon. Vorher hätte er sich noch einreden können, dass nur der höfliche Vidar durch die Siedlung schreiten und Leute anheuern würde. Aber so ... bürdete er anderen das Schicksal auf, das Paul erfahren hatte. Da gab es schließlich auch potenzielle langhaarige Jesuse. xD War er wirklich in der Lage, dies zu tun? Konnte er alles verraten, wofür er stand? Es gab ... nicht mehr wirklich eine andere Option, oder? Aaron hatte Vidar aufgesucht und sich somit verletzlich gegeben. Er hatte ihn jetzt vollkommen in der Hand. Egal, ob Aaron sich nun zurückzog oder den Deal nachträglich platzen ließ ... er würde seine Lakaien ohne Zweifel erneut zu ihnen schicken. Denn Aaron wusste jetzt von seinem Plan, Balar unterwandern zu wollen. Und Jesus wusste auch davon. Jetzt war es wirklich die einzige Option, die Aaron hatte, um seine Familie zu schützen. Er musste diese Abmachung eingehen, ob er es wollte oder nicht.

Bevor er es tun konnte, wurde er herumgerissen und sah sich einem völlig fertigen und schreienden Jesus gegenüber. Aaron wusste nicht, wie das Folgende passieren konnte ... er beobachtete es so, als wäre er gar nicht mehr in seinem Körper. Was vielleicht auch irgendwie so war. Jedenfalls ... schubste er Paul so hart von sich, dass dieser womöglich sogar hinfiel. »Sei still! Wegen dir ist jetzt alles noch schlimmer«, brüllte er und sein Gesicht war nur eine Fratze aus Wut und Angst. Es war erbärmlich, die Schuld bei anderen zu suchen und Jesus trug sie ganz bestimmt nicht. Doch in Aarons Kopf ... überschlugen sich gerade tausende Gedanken und einer davon war ... dass er die Situation noch unter Kontrolle gehabt hatte, bevor Jesus sich gezeigt hatte. Vidar hatte die Forderung nur wegen seines Auftauchens angepasst. Tja, und spätestens jetzt ... war ihre Beziehung wohl endgültig hinüber. Aaron atmete ein paar Mal ein und aus ... nicht fähig, Paul anzusehen, er starrte irgendwo ins Gestrüpp. Dann wandte er sich um und stapfte zu Vidar, um dessen Hand zu nehmen und entschieden zu schütteln. »Wir haben einen Deal!« Die Aktion eben hatte Vidar wohl auch gezeigt, dass Aaron gerade jede Grenze überschreiten würde.

Dann wandte er sich um und packte sich Jesus, um ihn mit sich zu zerren. Er würde ihn nach Hause bringen und dann weiterziehen. Sein Schweigen war eisern und erdrückend. Wie könnte er auch irgendetwas sagen, das die Situation rettete? Es gab nichts mehr zu sagen. Die Dinge waren ihm entglitten, er selbst war sich entglitten ... jetzt fühlte er sich nur noch wie eine Maschine und der eigentliche Aaron war eingesperrt. Womöglich für immer.

@Paul Marquand-Rovia

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#73

RE: Fluss durch den Wald

08.02.2022 16:33
Paul Marquand-Rovia Paul Marquand-Rovia (gelöscht)
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Vidar empfand keinerlei Mitgefühl für Aaron. Er war in seinen Augen weder ein verlorenes Schäfchen.. noch würdig weiter auf dieser Welt zu wandeln, schließlich verschanzte auch er sich hinter Toren, statt sie einzureißen und für die Zurückerlangung der menschlichen Herrschaft zu kämpfen. Er war ihm also völlig gleichgültig. Schenkte ihm bloß seine Gnade weiter leben zu dürfen, weil er gerade nützlich für ihn war.
Sollten sie einander danach jedoch noch einmal begegnen.. würde Vidar diese Gnade vielleicht nicht mehr walten lassen.
Andererseits.. wenn er sich den Streit der beiden nun so besah, womöglich entwickelte Aaron sich gerade zu einem verlorenen Schäfchen? Er schien nämlich gerade alles zu verraten wofür er stand. Das konnte Vidar sehr deutlich erkennen. Und das waren wahrlich die besten Voraussetzungen, um ein Teil ihrer Gruppe zu werden xD. Vidar würde das im Auge behalten. Und genoss es bis dahin einfach nur, Aaron nun vollkommen in der Hand zu haben. Dabei hatte er nie geplant das Cottage erneut anzugreifen, um Rache an den beiden zu üben xD Aarons Aktion war also vollkommen umsonst. Vidar würde sich nur deswegen niemals in eine solche Gefahr begeben und es sich mit einer ganzen Kolonie verscherzen, solange seine Gruppe so verhältnismäßig klein war. Aber das musste Aaron ja nicht wissen. Stattdessen genoss Vidar lieber seine Überlegenheit.

Jesus versuchte verzweifelt Aaron von dieser Dummheit abzuhalten. Für gewöhnlich, da gelang es ihm doch auch zu ihm durchzudringen oder zumindest.. von ihm gehört zu werden. Ihn zum Nachdenken anzureden. Aber nicht diesmal. Denn statt das Aaron ihm ebenfalls verzweifelt sein Leid klagte…. traf ihn nur sein eiskalter Blick und im nächsten Moment fand Jesus sich auf dem feuchten und kalten Boden wieder. Normalerweise gelänge es niemandem Jesus einfach so.. zu Boden zu schubsen. Er würde ausweichen, parieren, kontern…. aber bei Aaron da…. kam dieser Stoß so vollkommen unerwartet, dass Jesus unmöglich darauf reagieren konnte. Denn Aaron hatte ihn noch nie so grob angefasst und von sich gestoßen als wäre er.. irgendein wertloses Stück Dreck.
Vollkommen geschockt und fassungslos starrte Jesus in seine Richtung. Er konnte einfach nicht glauben, dass das gerade geschehen war. Und als er ihm dann auch noch die Schuld an allem gab da…. zerbrach etwas, ganz tief in Jesus Herz. Denn egal wie oft sie auch schon miteinander gestritten hatten.. wobei das ja nicht all zu oft der Fall gewesen war. Doch egal wie oft sie auch bereits durch die Hölle gegangen waren… niemals..und zwar wirklich niemals… hatten sie sich einander dermaßen respektlos gegenüber verhalten. Ganz im Gegenteil. Für gewöhnlich, da wuchsen sie zu einer noch stärkeren Einheit zusammen, je schlimmer die Situation auch war, in der sie sich befanden. Aber nicht diesmal. Diesmal geschah das genaue Gegenteil davon. Aaron stieß Jesus von sich.. und zwar nicht nur metaphorisch gesprochen. Nicht nur emotional sondern auch mit seinen bloßen Händen. Und verbot ihm dann auch noch den Mund. Wäre Jesus gerade nicht so geschockt, würde er sich das wohl nicht so einfach bieten lassen. Aber es war… Aaron der es tat! nicht irgendwer sondern Aaron…seine große Liebe… er war also gar nicht fähig nun irgendetwas dazu zu sagen weil er einfach nur sprachlos war.
Vielleicht war da noch die klitzekleine Hoffnung in ihm, dass Aaron ihn auf Knien um Vergebung anflehen und ihm sagen würde, dass das alles nur Show für Vidar gewesen war ,nachdem dieser außer Sichtweite war. Das er es nur getan hatte um überzeugend zu wirken, er ihm in Wahrheit aber doch eine Falle stellen würde. Jesus klammerte sich fast krampfhaft an diesen letzten Grashalm, denn jede andere Option….. wäre einfach verheerend. Nicht nur für Balar sondern auch… für sie beide.

Aaron stapfte Vidar hinterher, um den Deal doch noch zu besiegeln. Während dieser nur besonnen lächelte und die Show schlussendlich doch ziemlich genossen hatte. Ehe er sich wortlos abwandte. In Balar würde er natürlich nicht alleine warten sondern mit Verstärkung. Denn trotz Aarons Versprechen.. rechnete er natürlich dennoch mit einer Falle. Aber das Risiko würde sich hoffentlich trotzdem lohnen.

Jesus saß immer noch total.. fassungslos im feuchten Gras und war gerade nicht mal fähig dazu zu weinen. Oder sich zu wehren als Aaron ihn einfach so harsch hoch zog und mit sich schleifte, als wäre er ein Sack Müll, den er entsorgen wollte.
Ein paar Meter lang… ließ er es einfach geschehen. Ehe er irgendwann doch wieder halbwegs zur Besinnung kam und Aaron zum Stehenbleiben zwang. Indem er selbst stehen blieb und sich von Aaron losriss.
„Wir sind weit genug weg du…. kannst nun mit dieser Show aufhören Aaron und mir sagen dass…. du all das nur getan hast, um überzeugend zu wirken und du in Wahrheit längst mit Daryl und den anderen ausgemacht hast sie in eine Falle zu locken….“
Vielleicht hatte er Jesus davon nur nichts erzählt, um ihn zu schonen. Damit er nicht erneut an seine Erlebnisse erinnert wurde. Weil er ihn von diesen Psychos fern halten wollte. Und hatte deshalb mit Daryl oder Rick alles in die Wege geleitet? Es musste einfach so sein! Weshalb Paul ihn trotz allem nun .. hoffnungsvoll und mit trauriger Zuversicht in den Augen anblickte. Und ihm einfach…. alles verzeihen würde, wenn er ihm doch nur sagte, dass das alles ein ausgeklügelter Plan gewesen war…

@Aaron Marquand



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#74

RE: Fluss durch den Wald

08.02.2022 17:02
Aaron Marquand Aaron Marquand (gelöscht)
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Aaron hatte auch nicht geglaubt, dass Vidar einen großangelegten Angriff auf das Cottage führen wollte. Aber Ivy hatte sich nicht gerade einsichtig gezeigt, als man ihr Jesus genommen hatte. Alles, was Aaron wollte, war ... eine Zusicherung, dass Vidar sein Amt als Anführer in dieser Sache ernst nahm und sie fortan daran hindern würde, Paul erneut zu entführen und zu missbrauchen ... und Kaidan, ihn an ein Kreuz schlagen. Aaron wollte diese Sicherheit, damit Paul endgültig heilen konnte und sich nicht immer fragen, ob ihm hinter der nächsten Ecke jemand auflauerte. Das war sein einziges Bestreben hier, aus dem diese furchtbare Tat geboren worden war. Und wenn er das später rückblickend betrachten würde ... würde er womöglich nicht mal mehr den Zeitpunkt benennen können, an welchem ihm die Dinge so entglitten waren und er den ersten Verrat an sich selbst und Jesus begangen hatte.
Die letzten Monate waren so ein graues Gemisch an Trauma, Drama und Abschottung. Aaron hatte jeden Fortschritt ehrlich gefeiert und Jesus mit seiner Liebe und alles, was er zu geben hatte, unterstützt. Aber es würde nicht reichen, er musste mehr tun. Hilflosigkeit ertrug er nicht länger, es ging einfach nicht. Und doch zerstörte er somit alles, was ihn und die Beziehung mit Jesus ausmachte. In vollem Bewusstsein.

Und es fiel ihm nicht mal mehr schwer. Wenn man einmal begann, Grenzen zu überwinden, wurde es leichter. In den letzten Tagen, da hatte der Verrat nur in seinem Kopf stattgefunden. Jesus hatte noch nicht gesehen, was er für ein Mann geworden war. Aber jetzt? Jetzt konnte Aaron es ihm ungefiltert zeigen, nicht wahr? Und das tat er dann auch, als er ihn ins Gras schubste und dabei nicht mal richtig anblickte. Das war das letzte Quäntchen, das es noch brauchte, um den alten Aaron wirklich zu verdrängen. Sein Herz existierte förmlich nicht mehr, es war nur ein Stück schwarzer Kohle, das sich nie mehr entzünden würde.

Vidar reagierte nur noch mit einem Lächeln auf den Deal und ließ Aaron dann einfach so stehen. Er hatte ihn aber auch nicht abgewiegelt, also schien die Abmachung Bestand zu haben. Gut. Dann konnte Aaron sich um alles kümmern und diesen Alptraum in naher Zukunft beenden. In welcher Form auch immer.
Paul ließ sich willenlos mitziehen. Ein Teil von Aaron wollte seine Hand greifen, aber verdammt ... dieses Recht hatte er für alle Zeiten verwirkt. Irgendwann riss sich Paul los und sie blieben stehen. Immer noch schaffte es Aaron nicht, seinem Mann in die Augen zu blicken. »Es war keine Show! Komm jetzt, ich bringe dich nach Hause, bevor ich nach Balar gehe.« Somit zerbrach er Pauls letzte Hoffnung auf ein Wunder. Aaron wollte ihn sich wieder greifen und weitergehen, da er sonst befürchtete, Jesus würde nicht mitgehen. Vielleicht sollte er sich auch überlegen, wie er ihn ... davon abhalten könnte, Aaron und seinen Plan zu verraten? Ja ... so weit war es jetzt schon. Diese Erkenntnis ließ den eingesperrten Aaron so sehr aufbegehren, dass die Maschine unvermittelt stehenblieb und ... ihm plötzlich übel wurde. So übel, dass er sich kurz an einem Baum festhalten musste. Doch Aaron bemühte sich, dieses Aufbegehren niederzuringen. Er durfte jetzt nicht wieder so schwach werden wie vorher.

@Paul Marquand-Rovia

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#75

RE: Fluss durch den Wald

08.02.2022 20:59
Paul Marquand-Rovia Paul Marquand-Rovia (gelöscht)
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Aarons Idee war zwar lieb gemeint… aber hatte so viele Denkfehler… die Jesus ihm alle noch genau vor Augen führen würde. Denn für ihn hieße so eine Zusicherung rein gar nichts! Wie kam Aaron auf die Idee, dass Vidar sein Wort halten würde? Jesus würde sich dadurch nicht sicherer fühlen. Sondern nur noch furchtbarer.. weil er wüsste was Aaron dafür geopfert hatte. Für das Wort eines fanatischen Verrückten….
Doch all diese Gefühle würden bald schon Realität werden. Oder würde es Jesus doch noch gelingen Aaron zur Vernunft zu bringen und ihn davon abzuhalten?
Noch klammerte er sich an seine naive Hoffnung… dass das alles nur ein großes Missverständnis war.

Aber wie hieß es so schön? Ein Betrug begann stets mit einer Fantasie im Kopf.. und wurde dann nach und nach zu einer immer konkreteren Idee, Gedankenkreisen.. bis die Gedanken irgendwann zur Tat wurden. Aaron musste also schon ganz schön lange darüber nachgedacht haben, wenn er inzwischen so weit war, seine Idee tatsächlich in die Tat umzusetzen. Und Jesus… der hatte nichts davon bemerkt. Wobei das nicht ganz stimmte. Das etwas nicht in Ordnung war hatte er gespürt. Aber das es in diese Richtung gehen könnte… Jesus hatte nicht den Hauch einer Ahnung gehabt. Immer gedacht alles läge an ihm und seiner Schwäche in den letzten Monaten. Was ja nun letztlich auch irgendwie stimmte. Denn wäre Jesus stärker gewesen.. hätte Aaron diese Idee wohl niemals geboren. Sonst würde er ihm zutrauen sich selbst schützen zu können..

Letztlich nahm Aaron ihm mit seinen Worten aber auch noch das letzte Stückchen Hoffnung, welches er sich in seinem Herzen bewahrt hatte und welches ihn daran gehindert hatte… sofort in Tränen auszubrechen. Naja das und der Schock unter welchem er immer noch stand. Erneut trafen ihn seine Worte wie ein Kugelhagel. Nein, diese Erkenntnis tat sogar noch mehr weh als die Wunde, die Caine ihm damals zugefügt hatte. Viel mehr.. denn sie trafen mitten in sein Herz. Und Paul weigerte sich immer noch zu glauben dass… Aaron das wirklich ernst meinte. Er erkannte ihn wirklich nicht mehr wieder.
Aber langsam mischte sich zu dem Schock und der Verzweiflung auch ein bisschen Wut denn… wie konnte Aaron das tun?? So viele Erkenntnisse prasselten gerade auf einmal auf ihn ein. und endlich konnte er Aarons seltsames Verhalten in den letzten Wochen besser einordnen.. weswegen Paul wie ein Fels stehen blieb und nun ganz sicher nicht mit Aaron mitgehen würde. Stattdessen sagte er mit einer ungewöhnlichen Ruhe in der Stimme
„…..du hast das hier bereits seit Wochen geplant oder? Und warst deshalb so… distanziert und abweisend zu mir..“
Und Paul hatte stets fieberhaft überlegt was er bloß falsch gemacht hatte. Ob er etwas getan oder gesagt hatte, das Aaron gekränkt oder verunsichert hatte. Doch nun wurde ihm klar was der eigentliche Grund gewesen war.
„wie konntest du… so eine Entscheidung einfach alleine treffen Aaron?? Ich meine.. wir haben doch immer über alles geredet! Und wichtige Dinge gemeinsam entschieden! Da zwei Köpfe mehr Ideen haben als einer. Wie oft habe ich dir schon gepredigt, was ich auch Maggie stets sagte?? das manche Entscheidungen einfach zu groß für eine einzelne Person sind? Das denke ich immer noch! Du kannst doch nicht einfach so über das Leben unschuldiger Menschen entscheiden, nur um ein einzelnes zu retten! das… bist einfach nicht du Aaron!!“
Nun wurde Jesus Stimme doch wieder unruhiger, da die Fassungslosigkeit und Entrüstung zurück kehrte. Sowie die Verzweiflung
„Wenn du diesen Monstern Zugang nach Balar gewährst, dann trägst du die Verantwortung für wohl zahlreiche Tode, Folterungen oder Schlimmeres! Und bevor du mir nun sagst, dass du diese Bürde gerne trägst, um das Leben deiner Familie zu schützen.. sage ich dir etwas. Ich möchte das nicht Aaron!!! Niemand soll meinetwegen solche Qualen erleiden. Die Last der Toten trägst dann nämlich nicht nur du alleine, nein jeder einzelne davon wird auch auf meinen Schultern lasten, da ich der Grund für diese Entscheidung war!! Und damit könnte ich niemals leben! Weshalb ich… das alles weder zulassen kann noch werde!“
Mit einem Mal wirkte Paul total entschlossen und energisch, da er einen Entschluss gefasst hatte. Nämlich zu verhindern, dass Aaron völlig in die Dunkelheit abglitt. Noch.. gab es Hoffnung für ihn. Aber wenn er diese Sache wirklich durchzog…. gab es vielleicht tatsächlich kein Zurück mehr für ihn. Und für… sie beide.
„außerdem.. hast du diese Sache jemals wirklich durchdacht Aaron?? Schlussendlich wird man im Cottage herausfinden was du getan hast… wenn sich die Nachrichten über Vidars Gräueltaten erst häufen. Und was dann? Dann werden sie dich als Verräter in den Kerker werfen oder dich verbannen. Ist es wirklich das was du willst?? Deine Familie im Stich lassen? Gracie und mich?? Nur… für das Wort eines Wahnsinnigen auf welches wir uns ohnehin nicht verlassen können??? Das ist Irrsinn!! Und wenn es sein muss…. halte ich dich mit allen Mitteln davon ab, die mir zur Verfügung stehen Aaron….“
Paul wusste nicht, ob er das tatsächlich könnte… handgreiflich Aaron gegenüber werden, so wie er es vorhin bei ihm getan hatte. Doch dieser Verrat.. der Vertrauensverlust, der rückte nun erst mal in den Hintergrund. Denn nun hatte Jesus nur noch vor Augen, wie er diesen Irrsinn verhindern konnte…

@Aaron Marquand



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#76

RE: Fluss durch den Wald

08.02.2022 21:35
Aaron Marquand Aaron Marquand (gelöscht)
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Aaron spürte es in dem Moment, an dem er sich wieder vom Baum löste und nach Jesus griff. Dass dieser nicht weiter so fügsam mit ihm gehen würde, sondern dass er erkannt hatte, was Sache war. Dass dies hier Aarons voller Ernst war und nur noch ein Schatten seiner selbst. Wahrscheinlich fielen jetzt alle Puzzleteile an ihren Platz und es ergab sich ein Bild. Aarons halbherzige Zärtlichkeiten und Ausflüchte. Das wenige Lachen und diese grausame Distanz, die zwischen ihnen herrschte. Sogar die Nudeln waren ihm in der letzten Zeit nicht so gut gelungen wie sonst. Alles führte zu diesem Moment hier. Und es passierte etwas, das keiner von ihnen je möglich gehalten hatte und ihrem Ehegelübde Lügen strafte.
Auf Pauls Frage antwortete Aaron also zunächst nur ein knappes »Ja.« Er musste es nicht mehr verheimlichen und Jesus hatte es sich ganz richtig hergeleitet, weshalb Aaron so abweisend gewesen war.
Dabei blieb es aber nicht. Paul beharkte ihn weiter und Aaron wusste, er hatte das verdient. Aber genau das hatte er vermeiden wollen. Dass Jesus ihm ins Gewissen redete. Nicht, weil er seine Meinung nicht hören wollte, sondern weil es in dieser Sache notwendig war, dass Aaron sich nicht beirren ließ.
Schweigend hörte er sich das alles an und hob dabei weiterhin nicht den Blick. Irgendwann holte er Luft, und es schien, als wolle er etwas sagen, aber ... nun, wo Vidar weg war und auch er etwas zu Besinnung kam, war es schwieriger. »Es ist meine alleinige Entscheidung, damit auch nur ich die Verantwortung trage. Und es ist meine Aufgabe, meine Familie zu schützen. Du bist schon so oft zu Schaden gekommen, seit wir zusammen sind und ... egal, was ich tu, es reicht nicht. Egal, was wir zusammen für Entscheidungen getroffen haben, sie waren nicht genug. Also sage ich dir genau das, was du nicht hören willst: Ich trage diese Bürde, damit du bestmöglich geschützt wirst. Damit ich sagen kann, ich habe alles getan, um das zu bewerkstelligen – egal, was du dagegen hast.«
Kurz pausierte er, überlegte, ob er das von Eric sagen sollte als Begründung. Doch er hatte sich schon zu sehr selbst verloren und schob tatsächlich etwas eher Gehässiges hinterher: »Und ganz ehrlich? Wer sich von Vidar einwickeln und anheuern lässt, ist selber Schuld. Im besten Fall wird sich einfach niemand anschließen. Er wird es kaum mit dem ganzen Dorf aufnehmen können, so wie er schon vor uns geflohen ist, als wir ... dich hier rausgeholt haben.« Er wies zur Lodge, die immer noch in der Ferne zu sehen war.
Paul wirkte ja richtig entschlossen, ihn aufzuhalten. Was Aaron eigentlich wachrütteln sollte. Es war komisch, seinen eigenen Ehemann als möglichen Feind zu betrachten, aber er konnte nicht anders, er ging kurz seine Möglichkeiten durch. Ihm war vollkommen bewusst, in einem ernsthaften Kampf war er Paul immer noch unterlegen. Und könnte er wirklich gegen ihn austeilen? Ihn gar ausknocken? Die Maschine, die er gerade war, würde das womöglich über sich bringen. Aber dann würden sicher keine Scherben der Ehe mehr übrig bleiben, die man aufkehren und wieder zusammensetzen könnte.
»Drohst du mir?«, fragte er und klammerte alles andere aus, was Paul gesagt hatte. Weil er wusste, wie recht er hatte, und das gerade nicht hören wollte. Er war schon viel zu weit gegangen. »Wenn ich nicht beim Treffpunkt auftauche, wirst du wieder am Kreuz hängen und Ivy wird sich wieder an dir erfreuen. Willst du das?« Auch nicht nett, ihn so mit seinem Trauma zu befeuern, und seine Schwäche dahingehend ausnutzen. Trotzdem tat Aaron es und hasste sich dafür.

@Paul Marquand-Rovia

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#77

RE: Fluss durch den Wald

08.02.2022 22:17
Paul Marquand-Rovia Paul Marquand-Rovia (gelöscht)
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Ja.. alle Puzzelteile fielen an ihren Platz aber.. am liebsten würde Jesus das Puzzle einfach wieder in tausend Stücke zerlegen, da es in seinen Augen einfach falsch zusammen gesetzt wurde!! Denn er wusste… es gab noch eine andere Seite dieses Puzzles… weshalb er versuchte alle Teile so schnell wie möglich wieder umzudrehen, damit am Ende alles.. an seinem richtigen Platz saß. an seinem WIRKLICH richtigen Platz.. wo es hin gehörte..

Aber das entpuppte sich diesmal als weit schwerer als sonst, denn egal was er sagte.. es wirkte als würde sich rein gar nichts dabei in Aaron rühren. Als hätte er seine Menschlichkeit einfach mit einem Hebel ausgeschaltet und war eine völlig andere Person. Das war verdammt beängstigend mit anzusehen!
Weshalb Jesus bei Aarons Erwiderung einfach nur ungläubig den Kopf schüttelte. Da Aaron doch nicht wirklich meinen konnte was er da sagte oder?
„Nein Aaron.. damit beschützt du deine Familie nicht. Damit zerstörst du sie… siehst du das denn nicht???“
Oder wollte er es nicht sehen? Mit dieser Aktion passierte nämlich genau das Gegenteil von dem, was er eigentlich wollte. Er würde diese Familie zu Grunde richten.. und am Ende würde nichts von ihr übrig bleiben, das es noch zu schützen gab…
„Wir leben noch Aaron! Also können die Entscheidungen die wir getroffen haben, nicht immer so schrecklich gewesen sein oder? Wir atmen noch und wir sind zusammen… und mehr braucht es nicht. Wir werden auch für dieses Problem eine Lösung finden. Aber nur gemeinsam! Lass uns doch.. nach Hause gehen und erst mal gemeinsam überlegen was wir sonst noch tun können, okay?“
Versuchte es Jesus nun noch einmal mit Geduld und Verständnis und hoffte, Aaron würde sich davon überzeugen lassen. Er leugnete ja gar nicht das Problem… er konnte nur mit Aarons Lösung nicht leben.

Allerdings war er erneut schwer schockiert von Aarons Worten als dieser so eiskalt über die Leute sprach, die sich Vidar möglicherweise anschließen könnten… fassungslos weitete er die Augen und… schritt nun doch auf Aaron zu, um ihn an den Schultern zu packen und etwas zu rütteln. Denn er wollte ihn wortwörtlich wachrütteln
„Hörst du eigentlich was du da redest Aaron??? Verdammt! Hör auf mit mir zu sprechen wie ein gefühlskalter Zombie… das bist doch nicht du! Dir sind andere Menschen nicht einfach egal! Du weißt genau wie überzeugend charismatische Sektenführer sein können. Und wie einfach es in Zeiten wie diesen ist ihre Verzweiflung und Ängste auszunutzen. Was ist wenn Gracie mal jemandem wie Vidar begegnet und auf seine Masche herein fällt? Ist sie dann auch selbst schuld?? Hat sie es dann auch verdient von ihm ausgenutzt und misshandelt zu werden??? In Balar leben Kinder, Teenager und unschuldige Familien!! Sie sind unsere Verbündeten und Freunde! Du kannst sie nicht einfach.. einem solchen Monster zum Fraß vorwerfen!“
Aaron sollte sich wirklich mal beim Reden zuhören denn… die Art und Weise wie er es tat brachte Jesus wirklich schon aus der Fassung, da er ihn so einfach noch nie erlebt hatte.
Lenkte den Blick aber bewusst nicht rüber zu der Lodge denn… dort wollte er nicht hinsehen. Dort konnte er nicht hinsehen.. da er nicht wusste was es in ihm auslösen würde. Und es auch nicht herausfinden wollte… es reichte schon dass er hier war. So nahe an dem Ort des Geschehens.. und dann musste er hier auch noch so ein Gespräch mit seinem Ehemann führen… vielleicht war es der Wahnsinn dieses Ortes der von ihm Besitz ergriffen hatte.. anders konnte Jesus sich das wirklich nicht erklären.

Aarons Verstand filterte aber nun wirklich nur die Dinge heraus.. die er hören wollte oder? Denn Paul hatte doch so viel mehr gesagt als das.. dennoch hörte er nur die vermeintliche Drohung. Weswegen Paul nun wieder von ihm abließ und erneut den Kopf schüttelte.
„Nein Aaron. Ich würde dir niemals drohen. Aber ich tue das… wovon du denkst es ebenfalls zu tun… nämlich dich zu beschützen“
In diesem Fall offensichtlich vor sich selbst.
Trotz all des Wahnsinns hatte Paul nämlich nach wie vor nicht das Gefühl, dass alles verloren war. Er wollte darum kämpfen Aaron zurück zu bekommen, naja…. bis zu dem Moment, als er die folgenden Worte aussprach.
Die nun endgültig dazu führten, dass Jesus völlig die Gesichtszüge entglitten und er einen Schritt zurück wankte.
„…. ob ich …das…. erneut…..will…?“
fragte er ihn gerade ernsthaft, ob er erneut am Kreuz hängen und misshandelt werden wollte? nach allem was Aaron in den letzten Monaten gesehen und miterlebt hatte? nach allem was er mit Paul mitgemacht hatte??? Diese Frage war so…… unfassbar daneben das Paul wirklich… für den Augenblick sprachlos war. Wie konnte Aaron so etwas zu ihm sagen? wie konnte er nur??? Weshalb es diesmal Jesus war, der eine Kurzschlussreaktion hatte. Nämlich indem er Aaron plötzlich eine schallende Ohrfeige verpasste. Und seine Augen sich nun auch endgültig mit Tränen füllten
„….wie kannst du mich so etwas bloß fragen……“
Die Tränen tropften unaufhörlich aus seinen aufgerissenen Augen, mit denen er ihn fassungslos und mit zitternder Unterlippe einfach nur anstarrte…

@Aaron Marquand



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#78

RE: Fluss durch den Wald

08.02.2022 22:58
Aaron Marquand Aaron Marquand (gelöscht)
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»Doch ... doch, das sehe ich. Und wenn es sein muss ... dann zerstöre ich sie eben. Die Hauptsache ist, dass du lebst und nichts mehr vor ihnen zu befürchten hast.« Nun sprach Aaron doch ausnahmsweise mal nicht wie ein Roboter, sondern ließ die Angst, die er um Jesus hatte, deutlich rausklingen. Es war ja nicht so, dass er alles von der Hand weisen wollte, was Paul sagte. Er würde wirklich gern mit ihm zusammen über eine andere Lösung nachdenken, aber ... Nun, er konnte es so langsam nicht mehr vor sich selbst rechtfertigen, je mehr Jesus ihm ins Gewissen redete. Trotzdem schüttelte er den Kopf. »Welche andere Lösung soll es geben? Willst du lieber einen Mörder als Ehemann haben? Entweder wir bringen sie um oder ringen ihm diesen Deal ab. Anders werden sie dich niemals in Ruhe lassen. Du brauchst diesen Abschluss, um wirklich zu heilen. Und wenn ich ihn dir nur so geben kann, dann ... mach ich das. Ich wusste, du würdest es mir ausreden wollen. Wir sind ... einfach zu sanft für diese Welt. Und du sollst auch so bleiben. Du ... bist der liebevollste Mensch, den ich kenne, und hast schon viel zu viel Schlimmes erlebt. Ich mach das doch nur, um dich zu beschützen, und dabei ... will ich ausnahmsweise nicht von dir gerettet werden, okay? Es ist nun ohnehin zu spät dafür.«

Weswegen er unbedingt wieder seine Fassade hochziehen musste. Jesus durfte nicht zu ihm durchdringen, er durfte es einfach nicht! Aber es war schwer, diesen Vorsatz zu erfüllen, denn sein Mann wusste natürlich ganz genau, was er sagen musste, auf welche Knöpfe er drücken musste, um Aarons erkaltetes Herz zu berühren. Gracie ... und in Balar gab es auch Kinder ... Verrat an Verbündeten war nicht einfach hinzunehmen. In seinem Kopf fiel einfach niemand auf Vidar rein, aber wer wusste schon, ob es wirklich so sein würde. Und ob Kaidan und Co nicht doch hier und da nachhelfen würden. Aaron biss die Zähne zusammen und sah weg. Er konnte dazu nichts sagen, denn es gab nichts, womit er diese Argumente entkräften konnte. Außer das, was er bereits gesagt hatte – dass es nun ohnehin zu spät war.

Ja, er hörte nur die Drohung, denn es war doch ganz klar, dass Jesus ihn aufhalten wollte, und zwar mit allen Mitteln. Genau wie Aaron mit allen Mitteln seinen Weg gehen wollte. Jetzt gab es wirklich kein ›Wir‹ mehr.
Aaron sprach nun aus, was Sache war, und zwar ziemlich deutlich. Wenn er nicht beim Treffpunkt auftauchte, würde es Jesus schlecht ergehen. Denn es war Fakt, dass Vidar das nicht auf sich sitzen lassen würde. Es war zu spät, einen Rückzieher zu machen, und das musste Paul begreifen. Vielleicht hätte Aaron es netter sagen können, aber ... nun war es zu spät.
Zu sehen, wie sehr es Jesus traf, war schlimm. Aaron war einfach nicht diese Maschine, die er vorgab zu sein und somit gelang es seinen eigentlichen Charakterzügen doch hin und wieder, die Oberhand zu gewinnen. Wie auch in dem Moment, in dem Paul ihm eine Ohrfeige gab und anfing, zu weinen. Danach herrschte Schweigen, bei dem das Klatschen nachhallte, sowie die Worte von Paul in der Luft hingen.
Aaron rang derweil um Fassung, auch seine Augen wurden feucht und wenig später auch seine Wangen. Die Stimme klang kratzig, als er endlich antwortete: »Ich muss ... das durchziehen, damit das nicht passiert, Paul.«
Also nein ... er würde sich immer noch nicht von diesem Weg abbringen lassen. Eigentlich war er noch entschlossener als vorher, da Paul so krass auf diese Frage reagiert hatte. Er hatte es noch nicht verwunden und würde es vielleicht auch nie. Ergo musste Aaron sich darum kümmern, dass Vidar und seine Leute ihn für immer in Ruhe ließen.

@Paul Marquand-Rovia

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#79

RE: Fluss durch den Wald

08.02.2022 23:31
Paul Marquand-Rovia Paul Marquand-Rovia (gelöscht)
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Jedes weitere Wort das Aaron sprach, machte die Sache eher schlimmer als besser und Jesus wusste wirklich nicht wie viele Dinge Aaron noch sagen konnte, die ihn verletzten.
„… ‚dann zerstöre ich sie eben‘? du redest hierbei von unserer… Ehe Aaron!! Und nicht von irgendeiner kleinen Belanglosigkeit…“
doch genau so klang es wenn er sagte ‚dann zerstöre ich sie eben‘. Als könnte man das mit einem Schulterzucken abtun, als hätte es keinerlei Bedeutung. Als wäre es Aaron…. nicht mehr wichtig was sie hatten. Oder hatte er sie wirklich schon völlig aufgegeben? Es schien so. Und das zu hören tat wahnsinnig weh!
„Du solltest besser wissen als jeder andere, dass es einen Unterschied gibt zwischen ‚überleben‘ und ‚leben‘…. und ohne dich an meiner Seite.. wäre es kein Leben mehr Aaron.. ich brauche dich. Und zwar wirklich DICH und nicht diese Fassade die.. du mir seit Wochen zeigst…“
Aaron wusste wie es war die Person zu verlieren, die man von allen am meisten liebte. Er hatte bereits einen Ehemann verloren. Wieso… wollte er das ein weiteres Mal durchmachen? Denn wenn Paul weiter lebte, sie aber getrennt waren.. wäre das doch eine noch viel größere Qual als wenn der Tod sie schied! Zumindest Paul empfand es so. Das wäre die schlimmste Strafe für ihn. Tür an Tür mit Aaron zu leben ihm aber trotzdem nicht nahe sein zu können… so ein Leben wollte er nicht führen. Da nahm er lieber die Risiken in Kauf, die von Vidar und seinen Leuten ausgingen.
„Nein Aaron… ich möchte nur DICH als Ehemann! Und zwar genau so wie du bist. Ein Mörder ist am Ende jeder von uns.. aber wie wir mit unseren Taten umgehen.. und in Zukunft unsere Mitmenschen behandeln, das ist es, was uns ausmacht. Und du bist weder ein Verräter noch ein brutaler Mörder. Du bist klug und mitfühlend. Und gibst für gewöhnlich nicht auf… bevor du nicht eine Lösung gefunden hast, die nicht deine Seele verschlingt! Doch wenn du das gerade nicht kannst dann… lass mich dir helfen. Lass mich.. nun für dich da sein. Wir werden eine Lösung finden. Davon bin ich überzeugt. Wir könnten den Anführer von Balar warnen. Dafür sorgen… dass Vidar und seine Leute sofort dort in Arrest kommen, sobald du ihnen vermeintlichen Zugang gewährt hast. Wir müssen ihnen doch nur erzählen… wozu sie fähig sind. Dann werden sie ihnen niemals Asyl gewähren…“
Das war nur eine der Ideen, die Jesus sich rasch in seinem Kopf zusammen spann, einfach nur um Aaron zu sagen, dass es noch andere Wege gab. Und er sicher noch nicht alle Optionen durchdacht hatte. Sie das aber gemeinsam tun konnten!
„Ich werde niemals damit aufhören dich retten zu wollen Aaron… du bist mein Ehemann. Und das kannst du nicht von mir verlangen“
Als würde Aaron es tun wenn Jesus ihn darum bat. Tat er im Grunde ja, indem er wollte, dass Aaron diesen Deal abblies. Aber auch er konnte es nicht. also wie sollte es Paul nun gelingen ihn einfach aufzugeben und gehen zu lassen?

Durch Aarons wirklich grausame Worte.. .schwand allerdings auch Jesus Kampfgeist und Optimismus. Denn der Schubs und das Mund Verbieten vorhin war schon schlimm genug gewesen… aber nun auch noch absichtlich mit seinem Trauma konfrontiert zu werden.. und ihm zu unterstellen er würde sich das alles noch mal wünschen das… ging einfach zu weit. Viel zu weit. Und Jesus Grenze an Verständnis war wirklich seeehr weit gefasst. Die zu überschreiten war wirklich eine Kunst. Die Aaron gerade mit Bravour meisterte.
Eine Ohrfeige folgte… für die Paul sich im ersten Moment nicht mal schämte.
Und nun war er es… dessen Worte kühl und distanziert klangen.
„Nein… das musst du nicht Aaron. Du weißt genau.. dass man sich im Leben immer anders entscheiden kann. Aber langsam habe ich das Gefühl… du möchtest das gar nicht. Du willst ja nicht mal versuchen einen anderen Weg in Betracht zu ziehen..“
Jesus schüttelte sachte den Kopf und.. nun war er es der resigniert zu Boden blickte, auf den weiterhin stumme Tränen tropften.
„wenn du mich verlassen willst… hättest du das auch einfacher tun können als.. eine Kolonie zu verraten und unschuldige Menschen in den sicheren Tod zu führen……“
Murmelte er letztlich gebrochen vor sich hin. denn am Ende würde es doch darauf hinauslaufen, nicht wahr? Paul würde zwar leben aber.. was hatte das dann schon noch für eine Bedeutung, wenn einfach alles andere in Trümmern lag…

@Aaron Marquand



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#80

RE: Fluss durch den Wald

09.02.2022 00:03
Aaron Marquand Aaron Marquand (gelöscht)
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»Ich weiß, wovon ich rede. Unsere Ehe ist keine Belanglosigkeit und glaub mir, ich möchte sie nicht aufgeben. Aber wenn sie der Preis für deine Sicherheit ist ... dann ...« Ja ... dann war das so. Aaron hatte sich diese Sätze immer wieder eingeredet, mit der Hoffnung, der Vertrauensbruch würde nicht so schlimm sein. Und es wäre vielleicht doch noch etwas zu retten. Vielleicht wäre das auch der Fall gewesen, wenn Paul ihn nicht auf frischer Tat ertappt hätte. Aber so ... war viel mehr zwischen ihnen passiert. Aaron hatte Paul geschubst und angebrüllt und er würde noch Schlimmeres tun, indem er ihn ohne Vorwarnung an sein Trauma erinnerte. Er war wirklich großartig darin, das Licht seines Lebens zu zerstören.
Als Jesus jedoch den Verlust von Eric andeutete, ballte Aaron eine Hand zur Faust. »Du ... wirst wieder glücklich. Ganz bestimmt.« Er war es doch auch wieder geworden, für eine Zeit zumindest. Diese Worte hinterließen eine grausame Leere in Aaron, eine die sich tief in ihn einbrannte. Es würde kein Zurück mehr geben, jetzt wirklich nicht mehr. Es war schon zu viel gesagt worden. Selbst wenn er jetzt klein beigab, der Schaden war angerichtet, nicht wahr? Aaron hatte alles kaputt gemacht. Einfach alles.
»Paul ... jeder hat eine Grenze. Ich habe meine erreicht. Wir haben schon viel gesehen, du und ich. Aber solche Boshaftigkeit? Ich ... würde es einfach nicht ertragen, dich wieder in ihren Fängen zu wissen oder ... dass sie wieder in unserem Schlafzimmer stehen. Was auch immer dein Schutz fordert, ich gebe es bereitwillig. Und wenn ich deine Liebe dabei verliere ... so wirst du zumindest leben und irgendwann wieder glücklich werden.« Er wiederholte sich, das wusste er ... aber das waren all die Parolen, die er sich die letzten Wochen eingebläut hatte, mit denen er alles rechtfertigte. Natürlich fand er Pauls Ideen gut und er würde gern auf sie eingehen, doch er war in diesem Kreislauf gerade einfach gefangen. Er kam da nicht raus, so sehr sich der eingesperrte Aaron gerade auch befreien wollte.
Wenn Jesus es nicht so begreifen wollte, dann vielleicht durch grausamere Worte. Bei denen Aaron sich wirklich fragte, wie er diese ausgesprochen bekommen hatte. Sein Mund brannte danach, als würde auch dieser wissen, dass ihm unter normalen Umständen niemals so etwas über die Lippen gekommen wäre.
Eigentlich hatte Aaron sein Ziel jetzt erreicht, er hatte Pauls Widerstand gebrochen. Doch es fühlte sich nicht wie ein Sieg an. Nicht im Geringsten. Er war auch nicht besser als Ivy, nicht wahr? Sie hatte Paul auch gebrochen.
»Ich will dich nicht verlassen«, flüsterte er mit erstickter Stimme und kniff die Augen zusammen, aus denen weitere Tränen perlten. »Ich will dich doch nur retten.«

@Paul Marquand-Rovia

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