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WILLKOMMEN! Wir sind ein Walking Dead Forum bestehend seit 2013 – Wir folgen der Storyline aus der TV-Serie bis Negans Fall 2015. Seitdem schreiben wir unsere eigene Geschichte, die allerdings einige Schlüsselmomente aus der Serie mit einbezieht. Wir schreiben in Szenentrennung und geben auch vielen Free-Charakteren ein wundervolles zu Hause. Zudem sind wir eine entspannte Community und verfolgen auch keine Blackliste mehr.
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01.01.26 Frohes neues Jahr!
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Der Plot um den Angriff auf die Heavens Paradise neigt sich dem Ende.
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THE DEAD DON’T DIE
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Mit halbem Ohr hörte Feivel, dass es draußen ein bisschen zu oft platschte. Schob es aber zunächst auf irgendwelche abstrusen Übungen, die Atticus vollführte. Vielleicht war er ja inzwischen auch über die Stränge geschlagen und bekam nichts mehr hin. Eine sehr amüsante Vorstellung, wegen der AJ schon fast versucht war, doch mal aufzustehen und sich das anzusehen.
Diese Gedanken rissen ihn lang genug aus dem Lesefieber, um auch andere Geräusche wahrzunehmen. Die von sich näherndem Röcheln, das viel zu laut war, um nur von einigen wenigen Beißern zu stammen. Gleichzeitig mit Atticus’ Ruf wankten auch schon die ersten wandelnden Leichen in die Höhle.
Hastig packte Feivel sein Buch in den Rucksack und setzte diesen auf. Seine Schmöker würde er immer retten, wenn er konnte, also ließ er sie sicher nicht einfach hier. Dann zog er das Katana und schnetzelte die Bedrohung nieder. Ein Beißer nach dem anderen fiel, doch es wurden irgendwie nicht weniger. Bald hatte sich AJ aus der Höhle herausgekämpft und konnte den Rest der Umgebung erkennen. Und auch, dass sich hier tatsächlich eine verdammte Horde eingefunden hatte. Sie strömte aus der Richtung, aus der er vor gerade mal einer Stunde gekommen war. Also auch aus der Richtung, in der das Lager lag. »Fuck«, raunte AJ zu sich selbst. Eine Heidenangst machte sich in seinem Bauch breit. Es war nicht das erste Mal, dass er sich innerhalb einer Herde befand. Aber sonst war immer Ed dabei gewesen. Und jetzt war er weit weg und womöglich trotzdem mittendrin. Vielleicht aber auch von ihr überrascht worden, so wie Feivel jetzt. So oder so war es eine ganz furchtbare Situation und AJ fühlte sich für einen Moment wie das Kind, das mit vier Jahren seine Mutter verloren hatte.
Doch er hörte nicht auf, sein Schwert durch matschige Beißerköpfe zu treiben. Vielleicht konnte er eine Schneise durch die Herde schlagen und so nach Hause kommen? Sein Verstand wusste längst, dass das unmöglich war, aber diesmal war es noch das Herz, das sich durchsetzen wollte, ausnahmsweise.
Was immerhin dazu führte, dass sich AJ weit genug durchschlug, um zu erkennen, dass auch Atticus sich noch tapfer hielt. Er war allerdings genauso umzingelt wie inzwischen auch Feivel. Zusammen hatten sie bessere Chancen, zu überleben. Es barg aber auch eine gewisse Gefahr. Vielleicht würde Atticus nicht zögern, ihn inmitten der Beißer zu stoßen, um sich Zeit zu erkaufen. Doch allein würden sie beide wohl ohnehin nicht überleben ... nicht bei diesen Massen, die auf sie einströmten.
Also führte Feivel seinen tödlichen Weg zu Atticus fort, bis er bei ihm ankam. Alle Beißer, die sie erledigt hatten, wurden gefühlt von zwei weiteren oder mehr ersetzt. Wo man hinsah ... überall nur die toten Fratzen. Lediglich an der Höhle tummelten sich nicht mehr so viele. Die meisten waren umgedreht, um AJ zu folgen. Das könnte eine Gelegenheit bilden.
Doch zunächst mussten sie sich Luft verschaffen. Weswegen sich Feivel wortlos Rücken an Rücken mit Atticus begab und mit ihm gemeinsam gegen die Untoten kämpfte.
@Atticus Keene



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Atticus wusste, lange würde er das hier nicht mehr durchhalten. Denn die Beißer wurden mehr und mehr. Es stand außer Frage, sie alle zu töten. Eine andere Lösung musste her. Doch alleine war das schwierig. Beißer waren zwar nicht kampferprobt aber genau darin lag die Gefahr. Sie bewegten sich nicht gezielt, sondern stürzten einfach planlos und ohne Rücksicht auf Verluste auf einen zu. Sie würden ihn auch unter sich begraben, nur um an sein frisches Fleisch zu gelangen.
Er warf einen Blick zu Alphonse, der sich ebenfalls aus der Höhle kämpfte. Na sieh einer an, er konnte mit dem Schwert ja tatsächlich umgehen und es war doch nicht nur Deko. Wäre die Situation nicht so brenzelig, würde er vielleicht sogar ein bisschen deswegen grinsen. Aber gerade befanden sie beide sich in Lebensgefahr. Deshalb war nun keine Zeit dafür.
Er rechnete ja eigentlich damit, dass Alphonse sich irgendwie aus dem Staub machte oder bei dem Versuch starb. Aber stattdessen kam er zu ihm in den See und stellte sich an seinen Rücken.
Genau das was Atticus nun brauchte. Rückendeckung war in solchen Momenten einfach das aller Wichtigste und lebensrettend.
Einander dissen konnten sie später wieder. Nun mussten sie zu einer Einheit werden und als Team agieren, wenn sie überleben wollten.
Doch noch waren ihre Schläge viel zu unkoordiniert und jeder machte sein Ding. Von Teamarbeit keine Rede.
„Hör zu, ich muss dort rüber zu meinem Rucksack. Da drin sind meine Waffen. Und gleich dahinter ist ein Baum, den wir gemeinsam von unten erklimmen können.“
Um sich so ein bisschen Zeit zu verschaffen. Denn die Herde zu zweit zu besiegen war utopisch.
„aber so klappt das nicht! ……. vertraust du mir?“
Was für eine Frage. Natürlich vertraute Alphonse ihm nicht. Und das war auch verständlich. Aber für diesen Augenblick da… musste er es.
Er sah über die Schulter zurück und in seine dunklen Augen. Mit einem Blick der sagte.. dass er nicht nur ein impulsiver Scheißkerl war, der kleine Nerds verprügelte.
Doch sie hatten nun keine Zeit einander das Herz auszuschütten. Sie mussten handeln und zwar sofort. Weshalb Atticus nur hoffen konnte, dass Alphonse mitspielte.
„Halt dein Schwert einfach vor dich und… lass zu was ich nun tue“
Er wusste ja noch nicht mit was für einem Egomanen er es hier zu tun hatte xD dennoch wollte er etwas versuchen, damit sie aus diesem See entkommen konnten.
Er packte Al kurz darauf nämlich an der freien Hand und… schleuderte ihn mit einer Drehbewegung in Richtung der Beißer.
Jedoch nicht um ihn zu opfern. Sondern mit dem Schwung den Atticus ihm gab, konnte er mit dem Schwert einen viel größeren Radius erreichen und ein Dutzend Beißer mit einem Schlag erledigen. Zumal Atticus auch gleich nachsetzte. Noch bevor Alphonse reagieren konnte, stieß er sich an dessen Rücken ab und sprang über ihn. Um mit einem Roundhouse Kick ebenfalls mehrere Beißer zu erledigen und zumindest einige von ihnen weiter zurück zu drängen, sodass sie endlich ein Stück voran kamen.
Sie hatten das Ufer inzwischen erreicht, es war nicht mehr weit bis zu seinem Rucksack und dem Baum. Bloß noch ein paar Schritte
@Alphonse Drummer



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Ob sich Alphonse aus dem Staub gemacht hätte, wenn sich die Gelegenheit dafür geboten hätte? Vielleicht, denn eigentlich lag sein Ziel darin, nach Hause zu kommen. Er musste unbedingt wissen, ob es Ed gut ging oder ob die Horde im Lager gewütet hatte. In seinem Kopf machten sich tausende Horrorvorstellungen breit und da sein Denkprozess sehr ausgereift war, hatte es wirklich etwas von einem Film, der sich da abspielte. Dabei verlor er jedoch nicht den Feind aus den Augen. Gefühlt tausende Arme streckten sich nach ihm aus. Es war einfach kein Durchkommen, außer, er ging in die Richtung, in der sich Atticus befand. Gemeinsam hätten sie eine Chance, zumindest eine ganz kleine. Und das war bedeutend mehr, als wenn sie im Alleingang zu überleben versuchten.
Also dauerte es nicht mehr lang, und die beiden Teenies standen Rücken an Rücken, dem gemeinsamen Gegner gegenüber. Sie wehrten ab, was ihnen zu nah kam. Aber so wirklich einen Fortschritt erzielten sie damit nicht, denn immer wieder nahmen neue Beißer den Platz der niedergestreckten ein. Sie brauchten einen Rückzugsort. Vielleicht die Höhle. Letztlich würden sie sich dort jedoch nur selbst in einer Sackgasse festsetzen. Es sei denn, es gab eine Abzweigung, die Feivel beim Auskundschaften übersehen hatte oder nicht ganz zu Ende gegangen war.
Atticus richtete das Wort an ihn, was AJ kurz zu dem Rucksack schielen ließ. Oder vielmehr zu der Wand aus Zombies, die den Weg verbarrikadierte. Aber der Baum könnte durchaus ein Ort sein, an dem sie sich kurzzeitig in Sicherheit bringen könnten. Bis die Beißer das Interesse verloren und weiterzogen. Oder zumindest bis ein Großteil der Herde dies tun würde. Allerdings konnte bis dahin sehr viel Zeit vergehen. Eine andere Möglichkeit sah aber auch Feivel im Moment nicht. Es musste jetzt schnell eine Entscheidung gefällt werden.
Ob er Atticus vertraute? Er verzog nur humorlos das Gesicht. »Gerade habe ich wohl keine andere Wahl.« Auch er blickte sich über die Schulter, sodass sich ihre Blicke trafen. AJ war tatsächlich überrascht. Er hätte gedacht, einen anderen Ausdruck zu sehen ... eben jenen, den er schon in der kurzen Zeit, die sie sich kannten, gewohnt war. Aber jetzt war Atticus vollkommen ernst und ließ für einen kurzen Moment zu, dass Al ihm in die Seele blickte. Also ja ... tatsächlich spürte er so etwas wie Zuversicht und Vertrauen.
Bei der Anweisung, was er zu tun hatte, verzog er allerdings wieder den Mund. Was sollte denn das bedeuten? Er hatte jedoch keine Gelegenheit, sich darüber Gedanken zu machen, sondern wurde bereits in Richtung Beißer geschleudert. Was irgendwie ein zwar beängstigendes, aber auch geiles Gefühl war. Denn er sah das Potenzial dieser Attacke. Das Schwert durchstieß Beißerfleisch und schon war ein Teil der Mauer zwischen Rucksack und ihnen eingerissen. Dann gab es einen Ruck in seinem Rücken und Atticus flog über ihn hinweg, kickte weitere Zombies beiseite. Es entstand tatsächlich eine Art Pfad vor ihnen, den sie entlangrennen konnten. Atticus beförderte Feinde ins Wasser, dessen Schläfen Feivel dann mit dem Schwert durchbohrte, damit sie liegen blieben. Und dann standen sie tatsächlich vor dem Baum. Hinter ihnen hatte sich die Horde schon wieder geschlossen und rückte auf. Es blieb kaum Zeit zum Durchatmen. Während Atticus sein Hab und Gut aufsammelte, begann Feivel schon mal, den Baum zu erklimmen. Den unteren Ast erreicht, lehnte er sich nach vorn, um seinem vorübergehenden Kampfgefährten zu helfen, schneller emporzuklettern.
@Atticus Keene



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Irgendwie standen AJs Ausflüge an diesen See nie unter einem guten Omen hm? Beim letzten Mal hatte ein Sturm ihn heimgesucht und Vater und Sohn getrennt. Diesmal war es eine Mauer aus Beißern. Deren Ausläufer tatsächlich auch ihr kleines Lager passiert und zerstört hatten.. natürlich war es Ed gelungen sich und Violet zu retten. Aber lebte er wieder in Todesangst, ob es seinem Sohn gut ging! Wenigstens wusste er diesmal wo er war. Weshalb er bereits auf dem Weg war und versuchte sich zu Feivel durchzukämpfen, koste es was es wolle!
Dieser hatte jedoch glücklicherweise kompetente Gesellschaft und musste sich der Herde nicht alleine in den Weg stellen.
Auch wenn Atticus so seine Zweifel gehabt hatte, doch Al war tatsächlich ganz hilfreich und ihre Attacken harmonierten gut miteinander. Er musste gar nicht viel sagen… die Bewegungen passierten einfach instinktiv. Er hatte ihm vielleicht einen kleinen Anstoß gegeben, aber der Rest kam ganz von selbst. Sie handelten ohne Worte. Gaben einander Rückendeckung und nutzten die Stärken des anderen als wären es die eigenen. Als wären sie in diesem Moment eins. Das war ein Gefühl, das Atticus auf diese Weise noch nie gespürt hatte.
Sonst kämpfte er eher gegen jemanden.. aber selten als Team. Obwohl er wusste wie wichtig das war.
Es war also ungewohnt aber irgendwie auch eine aufregende Abwechslung. Denn zwischen all dem Grauen schlich sich tatsächlich ein leichtes Grinsen auf seine Lippen, weil er das hier schon auch ein bisschen genoss.
Und tatsächlich.. gelang es ihnen bis zu seinem Rucksack vorzudringen. Welchen er blitzschnell schulterte. Das Skateboard daraus hervor zog und ein paar der sich nähernden Beißern mit der Seite den Schädel damit zermalmte.
Erst danach griff er Alphonse’ Hand, zog sich jedoch nicht richtig daran hoch, sondern nutzte sie nur als kleines Hilfsmittel, um am Stamm des Baumes hoch zu springen.
„Komm, weiter!“
Sie mussten noch ein kleines Stückchen höher. Da Winter war, konnten die Beißer sie zwar auch weiter oben sehen aber sie konnten sie dann zumindest nicht mehr erreichen. Und wenn sie sich ganz still verhielten.. und es dunkel wurde… würden sie vielleicht das Interesse verlieren.
Also klettern sie noch höher. So hoch es eben möglich war und wo die Äste noch stark genug waren, um ihr Gewicht zu tragen ohne zu bersten.
In einer Baumkrone ließ Atticus sich anschließend nieder und lehnte seinen Rucksack vorsichtig an einen der Äste, ehe er zu Alphonse sah. Nach wie vor… war da dieses leichte Grinsen in seinem Gesicht. Was wohl vom Adrenalin verursacht war. Und weil es einfach ein gutes Gefühl war.. eine so gefährliche Situation gemeinsam gemeistert zu haben.
Beim letzten Mal als sie einander begegnet waren, hatte Atticus einen echt beschissenen Tag gehabt. Weshalb er viel gereizter gewesen war als sonst. Heute… ging es ihm ein klein wenig besser. Weswegen er nicht mehr durchgängig wie 7 Tage Regenwetter drein schaute und Feivel nun sogar die Faust hin hielt, um mit ihm einzuschlagen.
„Ich muss zugeben, du hast ziemlich gut gekämpft“
@Alphonse Drummer



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AJ war es da schon mehr gewohnt, mit jemandem zu kämpfen, als wäre man eine Einheit. Er und Ed taten das eigentlich immer und Feivel liebte es. Denn ihre Herzen schlugen in so vielen Dingen gleich, und so auch beim Kämpfen. Mit Atticus war es etwas völlig anderes. Ungewohnt. Feivel wollte sich ihm eigentlich nicht so nahe fühlen, aber plötzlich tat er es. Sie harmonierten wirklich extrem gut miteinander und das alles hier machte trotz der großen Gefahr ... tatsächlich Spaß. Kurz rückten sogar die Sorgen um seinen Dad in den Hintergrund. Um Violet machte er sich übrigens keine. Ihm wäre es nur recht, wenn sie Beißerfutter wurde. xD Ed würde das schon verwinden. Oder? Und schon dachte er wieder an alle möglichen Szenarien ... was seinen Kampf gegen die Zombies aber nur noch entschlossener werden ließ.
Sie erreichten den Baum und hockten bald darauf auf den unteren Ästen. Das reichte aber noch nicht, sie mussten so hoch wie möglich. Also kletterte auch Feivel weiter empor, bis er ebenfalls im Wipfel saß und sich auf einen breiten, verzweigten Ast hockte. Den Rucksack wickelte er mit den Trägern vorsichtig darum und zog sich das Katana am Gurt auf den Schoß. So lehnte er sich langsam an den Baumstamm und zog die Beine hoch, um sie ebenfalls auf dem Ast abzulegen. War ja eigentlich ganz gemütlich, für den Moment. Wenn man das laute Röcheln und Stöhnen von unten ausblendete. Aber sogar das fand Feivel noch besser als Violets ekstatisches Geschrei.
Sein Blick wanderte zu Atticus, der ihn ebenfalls ansah. Dass er grinste, machte sein Gesicht gleich viel freundlicher. AJ war sich nicht sicher, ob er das mochte. Und auch nicht, ob er auf die Ghettofaust reagieren wollte. Ihre Hände hatten sich eben schon berührt, reichte das nicht?
Andererseits ging der Junge gerade metaphorisch einen Schritt auf ihn zu, nachdem ihre Bekanntschaft eher holprig begonnen hatte. Feivel war in der Regel ziemlich nachtragend. Allerdings hatten sie gerade mehr als einmal einander das Leben gerettet.
Weswegen er dann doch drauf einging und mit seiner Faust die von Atticus anstupste. Aber nur ganz kurz, dann zog er sie hastig wieder weg und vergrub sie schützend unter seinem Arm. Das reichte schon wieder an Körperkontakt.
»Natürlich hab ich das.« Stand doch außer Frage, dass er es drauf hatte. In seinen Worten schwang aber auch Dankbarkeit mit für das Kompliment, auch wenn er es nicht aussprach. »Und dein Sensei hat dir echt ein paar coole Moves beigebracht.« Die Al auch gern lernen würde. Er hatte Ed noch nicht danach gefragt, denn der würde wohl wissen wollen, wo er so was gesehen oder gehört hatte. Dann könnte Feivel nicht mal von einem Buch anfangen, denn sein Dad kannte alle, die er besaß und es war keins über Kampfkünste dabei. Leider.
@Atticus Keene



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Noch eines der Dinge, auf die Atticus wohl ziemlich neidisch wäre.. denn so eine Verbundenheit hatte er noch nie mit irgendjemandem gefühlt. Dabei war es genau das, was er sich mehr als alles andere auf der Welt wünschte.
Aber man konnte im Leben eben nicht alles haben. Besser er konzentrierte sich auf seine Rache. Das füllte die Leere in seinem Inneren schon irgendwie.
Jetzt aber musste er erst mal überleben, um Rache üben zu können. Und dank seiner Teamarbeit mit Alphonse, schien die Umarmung des Todes ihn heute noch einmal aus ihren Fängen zu entlassen.
Sie machten es sich also in den Baumwipfeln auf den Ästen bequem. Und diesmal.. da war es nicht mehr ganz so furchtbar miteinander eingesperrt zu sein. Erneut.
Denn nun hatten sie zwar auch gekämpft, allerdings nicht als Feinde sondern als.. Kameraden. Und auch wenn Atticus meist sehr abweisend und gefühlskalt war, so konnte selbst er nicht leugnen, dass solche Erlebnisse zusammen schweißten.
Da pisste ihn nicht mal seine arrogante Antwort besonders an, ja er musste sogar ganz kurz deswegen lachen. Sobald das Adrenalin sich gelegt hatte, war es damit hoffentlich wieder vorbei.
„Mhm.. um ehrlich zu sein ist das eine Kombination aus mehreren Kampfstilen. Ich habe das Kämpfen von verschiedenen Leuten gelernt“
Erst Mikael, nun Lorenzo und auch Mara brachte ihm das ein oder andere bei. Atticus musste also nur noch seinen eigenen Stil aus all den unterschiedlichen Eindrücken entwickeln. und bislang schien ihm das ganz gut zu gelingen. Aber der Großteil dessen stammte aus der alten Schule des Karate.
Atticus zog nun eine Flasche alte Limo aus seinem Rucksack, da das Training und das Beißer-Schnetzeln doch ziemlich anstrengend gewesen war. Kohlensäure hatte sie inzwischen natürlich keine mehr, dennoch schmeckte es ein bisschen besser als schnödes Wasser. Wirklich verderben konnte so etwas wegen all der Konservierungsstoffe ja ohnehin nicht. Weswegen Atticus sie öffnete und gleich mal ein paar große Schlücke trank, ehe er sie zögerlich.. auch Alphonse entgegen hielt, falls er ebenfalls davon trinken wollte.
Es zeigte sich also sehr deutlich, dass Atticus nicht durch und durch schlecht oder wütend war. Sie hatten einander lediglich auf dem falschen Fuß erwischt bei ihrem ersten Treffen.
„Sei ehrlich.. du wohnst nicht wirklich in dieser Höhle oder?“
@Alphonse Drummer



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Er bekam ein Lachen zur Antwort statt einem verbalen Seitenhieb? Oder einem Faustschlag ins Gesicht? Wobei sich Zweiteres hier oben schwierig gestaltete. Dennoch konnte sich Feivel noch nicht so ganz auf diese 180-Grad-Wendung von Atticus einlassen. Weswegen er noch skeptisch blieb und seine Faust ein bisschen mehr ballte. Er fühlte immer noch, wo Atticus’ Finger ihn berührt hatten und das wollte irgendwie nicht weggehen.
»Welche Kampfstile? Ein paar habe ich erkannt, aber nicht alle ...«, gab Feivel zu und so langsam kam dann doch seine Neugierde durch und verdrängte die Skepsis. »Du kombinierst alles, was du gelernt hast zu deinem persönlichen Kampfstil, oder? Das ist ... ziemlich schlau und effizient.« War sein Gegenüber wohl doch kein so großer Trottel wie gedacht. Heute hatte er ihm das definitiv gezeigt. Beim letzten Mal war der Kampf vergleichsweise kurz gewesen.
AJ beobachtete, wie Atticus die Limo aus seinem Rucksack zog und etwas davon trank. Da er selbst auch sehr durstig war, es im Moment aber noch nicht wagte, seine baumelnde Tasche wieder abzubinden, nahm er das Angebot zögerlich an. »Danke.« Manieren hatte Al schon gelernt, auch wenn er das Atticus bisher nur wenig gezeigt hatte. Er nahm einige kleine Schlucke und ließ sich das prickelnde Getränk auf der Zunge zergehen. Das war wirklich rare Kost. Er reichte die Flasche wieder zurück und lehnte sich dann wieder an den Baumstamm.
Auf die Frage hin überlegte Feivel kurz, dann ... nickte er. »Tu ich nicht. Ich kam nur her, um in Ruhe zu lesen. Aber mein eigentliches Lager gibt es wahrscheinlich auch nicht mehr. Die Horde ist aus der Richtung gekommen.« Sein Magen verkrampfte sich bei dem Gedanken daran.
Um sich abzulenken, sah er seitlich zu Atticus. »Ich würde dich ja fragen, woher du kommst, aber du wirst es mir vermutlich ohnehin nicht verraten. Dafür vertrauen wir uns nicht genug und so ...« Wissend lächelte er, denn diese Gespräche liefen am Anfang doch alle gleich. Niemand wollte mehr offenbaren als nötig.
@Atticus Keene



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Ach, auch hier oben könnte man wunderbar kämpfen. Bei einer von Lorenzos Lektionen hatte Atticus so lange trainieren müssen, bis er all seine Moves auf einem umgefallenen, wackeligen Baumstamm durchführen könnte. Also wenn nötig konnte er sich auch diesen Untergrund zu nutze machen. Gerade standen die Zeichen aber nicht auf Kampf. Sondern sie… unterhielten sich, tatsächlich einigermaßen normal. Kaum zu glauben.
Aber wenn Atticus ehrlich zu sich war, dann war ein Gespräch mit einem Gleichaltrigen… ja vielleicht doch nicht ganz so übel wie anfangs angenommen. Mit den Sklaven sprach er ja auch gerne. Dort konnte er eher er selbst sein.. musste nicht den Schein wahren. Und im Prinzip musste er das bei Alphonse auch nicht tun. Er war kein Teil der Wicked und konnte ihn deshalb hoffentlich nicht verraten. Auf der Hut musste man aber trotzdem bleiben. Denn auch das könnte nur eine weitere Finte von Lorenzo sein, um ihm irgendeine Lektion zu erteilen oder seine Loyalität zu testen. Er traute ihm alles zu.
„Vorrangig praktiziere ich Karate. Aber auch Kickboxen und verschiedene chinesische Techniken fließen in meine Art zu kämpfen ein“
Das war eben der Vorteil wenn man verschiedene Lehrer hatte. Sie alle brachten einem einen ganz anderen Stil bei. Und man konnte sich das daraus nehmen was am besten passte.
Bei seinem Kompliment erhellte sich sogar ganz kurz seine Miene zu einem Lächeln.
„Ein Kompliment aus deinem Mund? Wow.. bin ich da unten vielleicht doch von den Zombies aufgefressen worden und schon im Jenseits?“
Denn genauso wahrscheinlich erschien es, dass der kleine Streberjunge was Nettes zu ihm sagte. Dennoch freute Atticus sich insgeheim über das Kompliment. Gerade weil der kleine Nerd wohl nicht oft welche verteilte.
Sie teilten die Limo miteinander, nachdem Al fertig getrunken hatte, nahm Atticus die letzten Züge und warf die Flasche dann klirrend in den Wald, wo sie irgendeinem Beißer gegen den Kopf knallte. Vielleicht würden die Untoten ja durch das Geräusch endlich abziehen. Aber dafür war es leider viel zu leise. Also war das wohl sinnlos.
Alphonse lebte also nicht in der Höhle. Hatte er es doch gewusst. Aber er hatte ein Lager in der Nähe? Um das er sich ganz offensichtlich Sorgen machte, hm? Weswegen Atticus nun zögerlich fragte
„Sind dort…. deine Eltern?“
Von denen Feivel ja zuletzt so geschwärmt hatte. Ausnahmsweise fragte er diesmal aber nicht hämisch nach. Denn einen Elternteil zu verlieren… war eine schreckliche Sache über die er sich nicht lustig machen würde.
„mh.. ich würde dir ja sagen woher ich komme aber.. es ist besser für dich und deine Familie, wenn du nicht zu viel über diesen Ort weißt. Halt dich einfach.. fern vom Norden okay…?“
Auch das war kein böse gemeinter Ratschlag, sondern tatsächlich eine ernst gemeinte Warnung. Feivel hatte Menschen die ihn liebten. Man sollte ihn nicht…. aus deren Armen reißen, so wie die Wicked es bei Atticus getan hatten. Weshalb er ihnen zumindest diesen kleinen Hinweis geben konnte und damit durchaus verriet in welcher Richtung seine Kolonie lag. Aber das war ihm egal. Sollte Al zu einer Gruppe gehören und sie versuchen sie anzugreifen… würde er nichts lieber tun als ihnen beim Niederbrennen der Mauern zu helfen.
@Alphonse Drummer



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Sicher könnte man hier oben kämpfen, aber im Augenblick wäre das einfach nur dumm. Denn würde einer von ihnen dann doch fallen, würde er als Mahlzeit für die Beißer enden, die unten am Stamm kratzten und alles versuchten, um zu ihnen hochzukommen. Leider hatten sie die Anwesenheit der beiden Jungs offenbar noch nicht vergessen.
Erneut schlich sich ein Lächeln auf Feivels Gesicht. Was war denn da los? »Die Asiaten hatten es in Sachen Kampfkunst echt drauf.« Seine Gefechtsstrategien waren auch von jenen Einflüssen geprägt, dank Edward. Trotzdem unterschieden sie sich vollkommen von dem, was Atticus an den Tag legte. Aber so ergänzten sie sich ziemlich gut, was sie eben nur zu deutlich gemerkt hatten. Wieder schoss eine Fuhre Adrenalin durch seinen Körper, als er daran dachte. Es hatte sich ganz anders angefühlt als der Kampf als Einheit mit Ed, auch wenn er nicht so ganz sagen konnte, wie genau.
Das Lächeln verschwand augenblicklich. Zwar waren seine Worte mehr eine Feststellung gewesen als ein Kompliment, aber man könnte sie wohl auch so verstehen. Verdammt! »Gewöhn dich nicht zu sehr daran!«, grummelte er.
Leider sorgte auch der Wegwurf der Limo nicht dafür, dass die Beißer sich auf etwas anderes konzentrierten. Lediglich jene, die direkt um den Aufschlagort umher taumelten, drehten sich neugierig zu dem Geräusch um. Da sich dort aber kein Frischfleisch befand, verloren sie schnell das Interesse. Doch Herden zogen immer irgendwann weiter, das machte sie ja so gefährlich! Im Moment hatte sie sich jedoch auf diesen Ort eingeschossen.
Alphonse gab zu, dass er nur in die Höhle kam, um zu lesen. Das erwähnte Lager könnte nur ihm selbst gehören, aber warum sollte er dann hier die Einsamkeit suchen? Atticus kombinierte schon ganz richtig, AJ war nicht allein. Den Blick senkend wollte Feivel eigentlich der Frage ausweichen, denn sobald er an Ed dachte, wurde er fast rasend vor Sorge. Die Horde war so riesig, ganz bestimmt war sie auf das Lager getroffen. Und selbst wenn Ed überlebt hatte, brachte er sich garantiert in Gefahr, um zu seinem Sohn zu kommen. Während Feivel feige hier oben auf dem Baum hockte.
»Mein Vater ...«, gab er leise zurück. Nach wie vor wollte er dem Jungen nicht seine gesamte Lebensgeschichte erzählen. Also auch nicht, dass seine leiblichen Eltern tot waren, und er von seinem Onkel großgezogen wurde. Nein, das musste reichen.
Überrascht sah er zur Seite. Atticus würde ihm tatsächlich verraten, woher er kam? Vertrauten sie sich mehr als gedacht? Der Bursche hatte sich wirklich total gewandelt, weswegen sie hier fast ein vernünftiges Gespräch führten, wenn auch sehr wortkarg. Bisher hatte Atticus auch nichts Dummes mehr gesagt, bei dem Al ihn belehren müsste. Verrückt.
Die folgende Erklärung war dafür sehr kryptisch. Sie sollten sich fern vom Norden halten, denn offenbar hauste dort keine sehr angenehme Truppe. »Das klingt nicht sehr einladend. Und bist du gern bei diesen Leuten, vor denen man sich achtnehmen muss?« Genau wie er floh er ja an diesen Ort, um allein zu sein. Das hatte sicher Gründe, wie auch bei Feivel.
@Atticus Keene



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„Scheint so. Warst du als Baby mal dort?“
Er schätzte.. dass Alphonse ungefähr in seinem Alter war. Also musste er auch noch ziemlich klein gewesen sein, als die Apokalypse ausgebrochen war. Weswegen er wohl nicht viele Gelegenheiten gehabt hatte den einstigen Wohnort seiner Eltern zu besuchen. Aber wer weiß, vielleicht hatte er ja auch ein paar Jahre dort verbracht.
Als Al wieder zu Grummeln begann schmunzelte Atticus kurz unauffällig. So sehr seine arrogante Art ihn vor ein paar Tagen noch abgefuckt hatte, desto weniger störte es ihn jetzt plötzlich. Schon seltsam was so ein gemeinsamer Kampf plötzlich verändern konnte.
Alphonse war also mit seinem Vater unterwegs. Das könnte nun vieles bedeuten. Entweder war seine Mutter tot oder seine Eltern hatten sich bereits vor der Apokalypse getrennt oder währenddessen. Aber fest stand, er hatte zumindest noch einen Elternteil der sich um ihn sorgte oder im Moment wohl eher umgekehrt, das konnte man Feivels eisigen Gesichtszügen ansehen. Er hatte Angst, dass seinem Vater etwas passiert sein könnte. Eine Angst… mit der Atticus tagtäglich gelebt hatte, für viele Jahre. So gern hatte er seine Mum aus diesem höllischen Haus der Laster befreien wollen, in welches die Wicked sie verbannt hatten. Aber.. er war einfach nicht stark genug gewesen. Hatte nichts tun können, um ihr zu helfen.
Ein Gedanke der ihn kurz wieder die Faust ballen ließ, außer Rache.. konnte er seiner Ma rein gar nichts mehr zurück geben. Al hingegen konnte das schon bei seinem Dad.
„Naja.. wenn dein Dad dir beigebracht hat so mit dem Schwert umzugehen, wird er schon auf sich aufpassen können..“
War sein etwas unbeholfener Versuch ihn zu trösten oder ihm Mut zuzusprechen. Er war schlecht darin, da er wenig geübt war in solchen Gesprächen. Seit er Haus Greed verlassen hatte, sah er auch seine Sklaven-Ziehmutter kaum noch.. weshalb der einfühlsame Einfluss auf ihn mehr und mehr abnahm. Stattdessen drillte Lorenzo ihn dazu stets hart und eiskalt zu sein, keine Schwäche und keine Gnade zu zeigen. Ganz zum Erhärten hatte er sein Herz trotzdem noch nicht gebracht.
„Ist es auch nicht. Also geht niemals in diese Richtung, verstanden?!“
Denn man würde sie versklaven, ihnen weh tun und ihr Leben zerstören, so wie die Wicked auch das seine zerstört hatten. Und auch wenn Atticus ein bisschen neidisch auf das Leben war, welches Alphonse führte, so wollte er ihn trotzdem nicht ins Unglück stürzen. Zu so einem Arschloch war er noch nicht geworden.
„Gern?“
Nun musste er kurz bitter auflachen und schüttelte den Kopf
„Kann man nicht sagen, nein.. aber.. ich habe kein andere Wahl.“
Worauf er jetzt aber auch nicht näher einging. Doch es gab mehrere Gründe, weshalb Atticus nicht einfach gehen konnte. Man würde ihn suchen und hinrichten. Außerdem hatte er eine Mission zu erfüllen und die konnte er nicht einfach aufgeben, denn er hatte ihr sein Leben verschrieben.
@Alphonse Drummer



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Feivel schüttelte den Kopf. »Meine Mutter war noch schwanger mit mir, als sie Japan verlassen haben. Ich kenne nur Geschichten und Fotos.« Er wusste auch nicht, ob seine Eltern mit ihm hingereist wären, sobald er ein gewisses Alter erreicht hatte. Laut Edward hatten sie ziemliche Angst gehabt, von der Yakuza gefunden zu werden, und diese Gefahr wäre in Japan deutlich gewachsen. Doch jedes Mal, wenn er an die Erzählungen dachte und die Bilder, die er gesehen hatte, machte sich eine abstruse Form von Heimweh in ihm breit. Nach einem Ort, an dem er noch nie gewesen war. Schon crazy irgendwie. Aber was an Feivel war schon normal? Rein gar nichts, das war ihm schon bewusst.
Natürlich hatte er Angst, dass seinem Vater was passiert war!!! Daran änderte auch die halbherzige Beschwichtigung nicht, die Atticus ihm bot. »Eine Herde überschwemmt alles. Egal, wie stark und ausdauernd du bist. Und was, wenn er gerade geschlafen hat oder ...« Er sprach es mal lieber nicht aus, aber vor seinem inneren Auge hatte Ed sicher seine Anwesenheit genutzt, um es schon wieder ungehemmt mit Violet zu treiben. Sie war sicher Mitschuld, wenn ihm was passiert war!!!
Feivel schüttelte den Kopf. »Ich hab schon ausgerechnet, wie wahrscheinlich sein Überleben ist. Und das Ergebnis ist bestürzend niedrig.« Nur die Hoffnung und das Vertrauen in die Fähigkeiten seines Vaters hielten ihn davon ab, total vor Sorge und Zorn auszurasten. Trotzdem wurde es von Sekunde zu Sekunde unerträglicher, untätig auf dem Baum zu hocken. »Ich müsste jetzt bei ihm sein. Wenn er noch lebt, kommt er her und wenn er bisher Glück hatte, dann vielleicht nicht mehr lang.«
Doch genug von ihm und seinen Sorgen. Warum redete er überhaupt so viel darüber? Besser, er lenkte das Gespräch mal auf Atticus um. Oder versuchte es, denn eigentlich war ihm schon klar, nur kryptische Informationen zu erhalten. Das hielt ihn aber nicht davon ab, weiter nachzuhaken. »Ich habs kapiert. Der Norden ist tabu. Aber dass du keine andere Wahl hast, als dorthin zurückzugehen, stimmt nicht. Du bist doch hier, also hast scheinbar freien Ausgang. Also könntest du einfach nicht zurückkehren und irgendwo neu anfangen. Die Welt ist groß.«
@Atticus Keene



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„Wären sie doch besser dort geblieben, hm? Fragst du dich auch manchmal, ob die Welt überall so vor die Hunde gegangen ist?“
Eine Frage, die sich wohl jeder Mensch stellte. Hatten sie einfach nur Pech gehabt sich in Amerika aufgehalten zu haben oder waren auch die anderen Ländern von Zombies überrollt worden? Japan war eine Insel. Vielleicht hatten sie Glück gehabt und dort war noch alles einigermaßen normal oder überschaubar.
„Uns hat sie nicht überschwemmt!“
Sagte Atticus entschlossen, weil dieses Schwarzmalen Alphonse überhaupt nichts brachte. Das machte die Dinge nur schlimmer. Pessimismus war das reinste Gift für die Gedanken, auch etwas, das sein Sensei ihm beigebracht hatte.
„Er ist doch noch keine 80, wieso sollte er um diese Uhrzeit schlafen..“
Also er wusste nicht, ob er vielleicht schon ein alter Greis war xD aber er ging nun nicht davon aus. Langsam wurde es jedoch auch bei ihnen dunkel, wenn sie sich also ruhig verhielten, würden die Beißer vielleicht bald weiter ziehen. Zumindest manche von ihnen machten sich schon wieder auf den Weg. Weshalb sie vielleicht in 1 oder 2 Stunden endlich von hier verschwinden konnten.
„Ausgerechnet? Bist du..etwa so eine Art Genie oder was?“
Würde sein ständiges Klugscheißen erklären oder warum er mit seiner Nase stets in Büchern hing. Aber ging es auch über normalen Wissensdurst hinaus? Ein bisschen eigenartig war sein Gegenüber ja schon. Aber wer war das heutzutage nicht. Bislang dachte er sich noch nicht so viel deswegen.
„Sei doch dankbar dafür, dass er nach dir sucht!“
Plazte nun doch wieder kurz etwas Genervtheit aus Atticus hervor, weil Alphonse deswegen so rumzeterte. Atticus würde sich nichts mehr wünschen als… dass es eine Person gab, die nach ihm suchte. Die sich Sorgen um ihn machte und ihr Leben dafür riskieren würde, um ihn zu finden. Weshalb Feivels Worte echt undankbar wirkten. Er machte sich Sorgen um seinen Dad, schon klar.. aber trotzdem musste er deswegen nicht so rumheulen.
„Wenn du jetzt da runter gehst… warte, lass es mich kurz berechnen… stehen deine Chancen zu überleben bei 0,0%! Das nützt also niemandem etwas. Naja.. außer mir, weil ich die Höhle dann wieder für mich alleine hätte“
Versuchte er sich gar an einem kleinen, sarkastischen Scherz. Der nicht so biestig rüber kommen sollte wie seine Worte vielleicht klangen.
Dennoch sprach er lieber über Feivels Geschichte als über seine eigene. Denn da konnte er nur seufzen und ließ den Blick sinken.
„…das ist nicht so einfach. Ich.. habe meine Gründe dort zu bleiben…“
Jedoch war das kein Mädchen oder ein anderer trivialer Grund. Nein.. er wusste einfach, solange Luzifer atmete, würde er nicht in Frieden leben können. Nirgendwo. Egal wie weit er auch weg lief..
Edward lief in der Zwischenzeit ebenfalls. Und zwar so schnell er konnte in Richtung See. Er und Violet waren ebenfalls von der Herde eingekesselt worden. Doch sie hatten sich gerade noch so retten können. Er hatte sie in Sicherheit gebracht und sich anschließend sofort auf den Weg gemacht, um Feivel zu suchen. Er würde ihm fortan verbieten zu dieser Höhle zu gehen!!! Sie war viel zu weit weg und machte ihnen jedes Mal Ärger. Aber erst mal.. konnte er erneut nur hoffen, dass er noch lebte, um ihm dieses Verbot überhaupt zu geben. Deshalb lief er so schnell wie seine Beine ihn trugen, sodass er die Herde einholte. Scheiße. Sie waren also gerade an Ort und Stelle. Es dauerte also leider noch ein bisschen, bis er zu seinem Sohn gelangen würde, denn erst mal.. musste er jede Menge Zombies schnetzeln.. und sich einen Weg zu ihm durchschlagen.
@Alphonse Drummer



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»Hm«, meinte Feivel nur, denn nein ... seine Eltern wären mal nicht besser in Japan geblieben. Dort hätten Strafen und womöglich der Tod auf sie gewartet. Und ganz sicher der des kleinen AJs, den Cara nicht hätte behalten dürfen.
Die zweite Frage konnte er nur mit einem Kopfschütteln beantworten. »Bei der schnellen Ausbreitung damals ist es unwahrscheinlich, dass andere Länder nicht betroffen sind. Auch eine Insel wie Japan wird kaum drumherum gekommen sein. Touristen könnten die Seuche eingeschleppt haben oder Geschäftsreisende ... vielleicht auch importierte Ware oder wo auch immer das alles seinen Ursprung hatte. Glaub mir, überall auf der Erde sieht es so aus wie hier.«
Nein, die Horde hatte sie nicht überschwemmt, aber das war reine Glückssache gewesen. »Beinahe schon. Wären wir für uns geblieben und hätten wir nicht zusammengearbeitet, hätten wir nicht so gute Chancen gehabt.« Und Ed war allein. Feivel bezweifelte, dass er Violet mitgenommen hatte. Sie war nur dazu da, um hübsch auszusehen, ihn zu nerven und Edward zu befriedigen. Andere Talente hatte diese Frau echt nicht.
Die Frage, warum Ed zu dieser Zeit noch schlafen sollte, beantwortete Feivel mit einem Achselzucken. »Um sich vor mir auszuruhen, vielleicht?« Nun trat doch ein kleines, aber trauriges Schmunzeln auf seine Lippen.
Das schnell zu einem stolzen und überheblichen Grinsen wurde. xD »So könnte man es nennen. Ich bin hochbegabt und ich habe vor, jedes Fitzelchen meines Gehirns mit Wissen zu füllen. Rechnen ist eines meiner Steckenpferde.«
Atticus’ Stimmung wandelte sich erneut, diesmal mehr zu der Genervtheit und dem Zorn, den Feivel von ihrem ersten Aufeinandertreffen kannte. Erneut ging es um das Elternthema, wie schon in der Höhle. Sehr interessant. Vielleicht hatte Atticus seine verloren und war deswegen so abweisend, sobald es darum ging. Was Feivel verstand und nachfühlen konnte. Er wäre vielleicht genau so, würde es Ed nicht geben. Und der Rachedurst war auch in ihm groß. Für Cara konnte er Beißer schnetzeln, aber der Mörder von Alphonse senior könnte immer noch lebend herumlaufen. Solang das nicht geklärt war, würde auch in AJ eine Leere sein, die nur Vergeltung füllen konnte ... genau wie bei seinem Onkel.
»Bin ich doch, verdammt! Aber ich weiß, er geht dabei vielleicht zu weit und wird unvorsichtig. Und ja ja ... ich bleib schon artig hier sitzen und tu nichts.« Feivel schnaubte frustriert und trommelte mit den Fingern ungeduldig auf dem Heft seines Schwerts herum. Ein Glück wurde es so langsam dunkel und vielleicht verzog sich die Herde ja über Nacht. »Die Höhle kannst du eh haben. Mit dem ganzen Beißermatsch vor der Tür hat sie ohnehin ihren Reiz verloren. Du kannst dich also freuen, nach heute siehst du mich wohl nie wieder.« Denn er würde nicht mehr herkommen. Er wollte es nicht mehr und Ed würde es ihm wohl nach dieser Sache ohnehin verbieten. Und da ihr Lager sehr wahrscheinlich gefallen war, würden sie weiterziehen ... wer wusste schon, wohin.
Tja, und Feivel sprach lieber über Atticus’ Geschichte als über seine. xD Weswegen er bei der erneut kryptischen Antwort bloß die Augenbrauen hochzog. »Und welche Gründe sind so wichtig, dass du bei diesen Leuten bleibst, bei denen du so unglücklich bist?«
@Atticus Keene



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„Ich weiß nicht, ob ich diesen Gedanken beschissen oder beruhigend finden soll“
Denn wenn es überall auf der Welt so aussah, dann hieß das, es bestand Null Hoffnung darauf diese Seuche jemals zu besiegen. Wenn es andererseits aber nur bei ihnen so scheiße war, dann war das auch echt ungerecht. Denn irgendwie gönnte er es anderen Ländern nicht in Frieden zu leben, während sie Amerika ganz offensichtlich untergehen ließen. Aber Hoffnung hatte ohnehin kaum noch Platz in seinem Herzen. Ihm war klar.. er würde wohl bei dem Versuch sterben Luzifer zu töten. Doch es war ihm egal… die Hauptsache war nur, dass er ihn mit sich in den Tod riss.
„Aber wir leben noch. Obwohl deine Statistik uns sicher auch keine guten Chancen ausgerechnet hat. Also musst du bei deinem Dad auch daran glauben“
Manchmal brachte Mathematik einen nicht weiter und die Menschen konnten Unvorstellbares vollbringen, vor allem wenn sie von der Sorge um einen geliebten Menschen angetrieben waren.
„Ha.. ja ich glaube gerne, dass du wirklich anstrengend sein kannst“
Erwiderte er grinsend auf seine eigene Feststellung. Auch wenn es irgendwie bitter und ziemlich schwarzer Humor war. Aber mit irgendwas mussten sie sich ja ablenken.
„Hochbegabt? Und.. wie zeigt sich das genau?“
Alphonse war also wirklich ein Genie? Hm.. kurzzeitig streifte ihn der Gedanke, dass es günstig wäre jemanden in seinem Team zu haben, der so schlau war und ausgeklügelte Pläne fassen konnte. Vielleicht könnte ihm das für sein Rachevorhaben etwas nützen.. aber er… durfte ihn da nicht rein ziehen. oder doch? Lorenzo hatte ihm doch beigebracht, dass er keine Skrupel zeigen durfte, wenn er sein Ziel erreichen wollte. Und wenn Alphonse ihm in dieser Hinsicht helfen könnte…..?
Kurz wirkte er abwesend weil er darüber nachdachte. Aber wieso sollte der kleine Streber ihm helfen. Er hatte eine Familie und wollte sicher nicht mit jemandem wie ihm in den Krieg ziehen.
Kurz herrschte wieder betretene Stille zwischen ihnen, da Atticus kurz angepisst wirkte und Alphonse genauso bissig darauf reagierte. Aber zumindest schlugen sie einander nicht mehr die Schädel ein, und konnten nach ein paar Minuten das Gespräch wieder aufnehmen, sobald sich die innere Wut in Atticus wieder ein bisschen gelegt hatte.
Zumal es plötzlich irgendwie ein seltsames Unbehagen in Atticus auslöste, als Alphonse meinte… nach diesem Treffen würden sie einander nie wieder sehen.
Nach dem ersten Mal hatte er sich nichts anderes gewünscht. Aber jetzt.. führte diese Aussage irgendwie dazu, dass Atticus ganz kurz so eine Art von… Bedauern spürte? Er wusste nicht wie er dieses Gefühl beschreiben sollte. Aber es war keine Erleichterung. Denn irgendwie fand er diesen Gedanken fast ein bisschen schade. War aber auch zu stolz, um das nun zuzugeben.
„Na dann kann ich mich ja glücklich schätzen“
Erwiderte er stattdessen nur biestig darauf. Da Al ihn offenbar keinesfalls wieder sehen wollte, würde er sich jetzt auch nicht die Blöße geben und ihm zeigen, dass dieser Gedanke ihn irgendwie ein bisschen betrübte. Da zog er lieber wieder seine Mauer hoch und ließ nichts hindurch dringen.
Jedoch begann sie erneut ein bisschen zu bröckeln… als Alphonse wegen seinen Gründen nachbohrte bei den Wicked zu bleiben.
Atticus hob den Kopf an, um Alphonse direkt in die Augen zu blicken. Es war so… als würde er darin etwas suchen. Als würde er überlegen… ob er ihm dieses Geheimnis wirklich anvertrauen sollte. Inzwischen war er sich ziemlich sicher, dass das hier keine Finte von Lorenzo war und ihr Zusammentreffen wirklich zufällig zustande gekommen war.
Das er ihm nun so tief in die Augen blickte und dabei schwieg.. war ein Zeichen davon, dass er mit sich haderte. Was man ihm auch gut ansehen konnte. Bei den Wicked konnte er mit niemandem direkt über seine Pläne sprechen, das war viel zu gefährlich. Nur eine handvoll Leute wussten von seinem Vorhaben. Aber hier draußen? Irgendwie wäre es schön jemanden zu haben, dem er sich anvertrauen konnte. Der nichts von all der Scheiße wusste und nicht involviert war. Bei dem er sich auskotzen konnte, wenn alles schon wieder einfach nur furchtbar war.
Weswegen er nun den Mund öffnete und es ihm tatsächlich erzählen wollte, da er gerade irgendeine.. Art von Verbindung zwischen ihnen fühlte, die er sich nicht so richtig erklären konnte
„Es ist… ich muss…“
-Feivel!!!!!! FEIVEL!! Wo bist du?!-
Doch gerade als Atticus sich dazu überwunden hatte Alphonse einen Teil seiner Geschichte zu offenbaren, wurde die Umgebung von einem Schrei durchbohrt.
Die Beißer waren inzwischen sehr viel weniger geworden. Nur noch vereinzeltes Schlurfen war zu hören. Und plötzlich auch das Geräusch von kaltem Stahl, der durch gammeliges Fleisch schnitt.
Edward war von oben bis unten mit Bleißerblut besudelt. Man konnte ihn kaum noch von den Untoten unterscheiden, würde er sich nicht so agil bewegen. Aber seit Stunden tat er nichts anderes als sich durch diese Herde zu metzeln. Einen nach dem anderen von diesen Matschköpfen zu enthaupten. Und nun war er ENDLICH bei der Höhle angekommen, von der Feivel ihm erzählt hatte. aber da war er nicht… stattdessen lagen hier etliche Beißerleichen herum. Die definitiv zermatscht und enthauptet wurden. von einem Katana vielleicht?
Panisch sah Edward sich um, konnte die beiden Jungs in der Dunkelheit auf dem Baum allerdings nicht sehen.
@Alphonse Drummer



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»Die Welt ist, wie sie ist. Die Seuche ist jetzt ein Teil davon.« Feivel konnte es kaum glauben, dass es noch Menschen gab, die auf ein Ende von all dem hofften. Die Apokalypse herrschte nun schon über zehn Jahre und selbst Nomaden oder Leute in befreundeten Kolonien, die über die Grenzen nach Amerika von Mexiko oder noch weiter gegangen waren, hatten über dieselben Zustände berichtet wie hier.
Feivel wusste, nur Statistiken halfen in so einer Lage auch nicht weiter. Es gab noch andere Ebenen, die einbezogen werden mussten und wo man nichts berechnen konnte. Zufälle, Schicksale, Umstände, die er schlicht nicht kannte. Doch er war ... irgendwie dankbar, dass Atticus ihn nicht nur anfuhr, sondern auch Mut zuredete. Es wirkte, er fühlte sich schon wieder ein Stück hoffnungsvoller. Aber sagen konnte er das nicht. Also schwieg er und umklammerte sein Schwert fester, um Halt zu haben.
»Genauso anstrengend wie du«, gab er gleichzeitig amüsiert und missmutig zurück. Dann hob er den Kopf und rätselte, was die Frage bedeuten wollte. Wie sich Hochbegabung zeigte? »Es zeigt sich darin, dass ich dich in jedem Buchstabier- und Rechenwettbewerb in den Boden stampfen könnte. Dass ich eine Buchseite nur ansehen muss, und dann ist sie für immer in meinem Kopf gespeichert. Dass ich für das Erlangen von Wissen sehr viel riskiere und mein Gehirn immer wieder herausfordern möchte. Ich könnte dir noch mehr aufzählen, aber das reicht für den Einblick.« Was es noch bedeutete, würde er nicht vor ihm zugeben. Dass da noch mehr war, was manchmal bei hochbegabten Kindern vorkam. Probleme mit Gefühlen, Konzentration, Körperkontakt ... AJ wusste nicht, ob er deswegen so geworden war oder ob anderes mit hineinspielte. Doch dass er nicht so ganz tickte, wie ein Durchschnittsjugendlicher, war ihm schon längst klar geworden.
Eigentlich hatte er gedacht, es wäre eine Erleichterung für Atticus, dass sie sich hiernach nie wieder sehen würden. Hatte er doch von Anfang an nicht den Eindruck gemacht, er würde ihn mögen oder so. Klar, sie hatten gerade zusammen gekämpft und sie führten gerade tatsächlich ein interessantes Gespräch. Aber änderte das wirklich etwas?
Statt sich darüber noch mehr Gedanken zu machen und sich unliebsamen Feststellungen auszusetzen, fragte Feivel lieber nach, was Atticus bei der feindlichen Kolonie hielt.
Daraufhin bekam AJ einen Blick geschenkt, der ihm durch Mark und Bein ging. Er konnte gar nicht anders, als ihn zu erwidern und ihm so auf die ungestellte Frage eine Antwort zu geben. Dass er ihm vertrauen konnte. Sie waren gerade mit einem Mal so verbunden wie beim Kampf vorhin, nur auf einer anderen Ebene. Die Feivel eine Gänsehaut über den Rücken schickte. Etwas, das vorher noch nie zuvor bei einer Person passiert war, nicht auf ... diese Weise.
Gerade gab sich Atticus einen Ruck, dann erscholl eine wohlbekannte Stimme in der Nähe. Feivel hörte sie und er müsste eigentlich sofort antworten, aber irgendwie konnte er nicht. Er starrte weiter Atticus an und ... trauerte diesem Moment hinterher. Doch das Gespräch weiterzuzwingen wäre ... nun auch falsch. Weiterführen würden sie es vermutlich niemals. Und das war verflucht bitter. Weswegen er sich letztlich doch abwandte, und rief: »Wir sind hier oben!« Hastig band er seinen Rucksack vom Ast. »Komm mit«, sagte er zu Atticus. »Zusammen schaffen wir es in Sicherheit.« Das war erst mal nur eine Einladung, gemeinsam von hier abzuhauen. Wie es sich danach gestalten würde ... nun, eigentlich war er sich ziemlich sicher, sie würden getrennte Wege gehen und das machte ihn jetzt doch trauriger als vorhin noch.
@Atticus Keene



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Atticus schmunzelte auch nur bitter bei Alphonse’ Erwiderung. Ja, er konnte sicher auch ziemlich anstrengend sein. So zerfressen von Hass und Zorn wie er war. Aber anders als bei Feivel, da gab es niemanden, der sich wirklich darum scherte. Sein Sensei war zwar sein Vorbild und kam noch am ehesten an die Rolle einer Vaterfigur für ihn heran. Aber schlussendlich… würde er ihn für sein übergeordnetes Ziel trotzdem verraten. Und er war sich sicher Lorenzo würde ihn, wenn nötig, ebenfalls opfern. Es war also nur ein trauriger Ersatz für eine echte, väterliche Beziehung.. doch immer noch das Beste, das Atticus hatte.
Atticus nickte nur verstehend, als Al ihm ein bisschen was über seine Hochbegabung erklärte und kam letztlich zu dem Schluss
„Wie vermutet - ein totaler Nerd also“
Denn genau so klangen seine Erzählungen. Wer bildete sich denn heutzutage etwas darauf ein, jemanden beim Buchstabierwettbewerb zu schlagen? Und deshalb verkroch er sich so sehr in seinen Büchern.. weil er sich einfach alles, was darin geschrieben stand, merkte? Das war schon eine praktische Eigenschaft. Und er meinte seine Worte auch nur scherzhaft. Ihm war schon klar, dass etwas mehr dahinter steckte. aber deswegen würde er sein Gegenüber jetzt bestimmt nicht anders behandeln oder gar schonen.
Trotzdem änderte dieses Gespräch durchaus etwas zwischen ihnen. Vor allem die nächsten Minuten.. in denen Atticus sich dazu entschied ihm tatsächlich so etwas wie einen Vertrauensvorschuss zu geben. Und das, obwohl er im Leben schon so oft enttäuscht wurde.
Sein Herz pochte ein bisschen schneller, weil das… ein sehr großer Schritt für ihn war und er erst die richtigen Worte finden musste.
Ehe er sie jedoch aussprechen konnte, wurden sie unterbrochen. Und auch wenn Alphonse es nicht absichtlich tat.. so kam diese Unterbrechung dennoch einer neuerlichen Enttäuschung gleich. Als.. wolle das Schicksal ihn dafür bestrafen, dass er überhaupt darüber nachgedacht hatte sich jemandem zu öffnen.
Sein Mund schloss sich also wieder und stattdessen machte sich erneut dieses unangenehme Gefühl der Einsamkeit und Verlorenheit in ihm breit. Denn das war ganz offensichtlich Alphonse’ Vater.. der wie ein Verrückter nach ihm suchte.
Seine Enttäuschung zu zeigen kam jetzt aber nicht in Frage, weshalb er nur nickte und ebenfalls seine Sachen packte.
Edward schnetzelte sich bis zu ihnen durch, sodass sie wenig später vom Baum runter klettern konnten.
Noch war aber nicht die Zeit für große Wiedersehensgesten, denn es gab immer noch einige Beißer in der unmittelbaren Umgebung, die auf sie zuhielten.
Weshalb das Schlachten weiter ging. Aber diesmal waren sie zu dritt. Und kamen deshalb besser voran, in die entgegengesetzte Richtung der Herde, wo letztlich noch ein paar Nachzügler übrig waren. Der Rest war inzwischen weiter gezogen, weshalb sie nach einigen Metern endlich stehen bleiben und durchatmen konnten.
Doch kaum dass der Kampf endete.. machte sich ein seltsames Gefühl in Atticus Innerem breit.
Denn natürlich fiel Ed seinem Sohn sofort um den Hals, drückte ihn fest an sich und wollte ihn am liebsten nie mehr loslassen. Er war so fertig.. und erschöpft.. überall durch und durch mit Blut besudelt, jede Faser seines Körpers tat ihm weh, weshalb diese Umarmung auch ihm ein wenig Halt gab und er dringend etwas durchatmen musste.
Atticus stand einstweilen… etwas abseits und fühlte sich dabei total fehl am Platz. Während des Kämpfens hatte er es noch verdrängen können aber jetzt.. wurde ihm wieder schlagartig klar, wie verloren und alleine er sich eigentlich fühlte. Er beobachtete das Wiedersehen der beiden mit einem bitteren Lächeln. Denn klar.. natürlich freute er sich für Alphonse… auf der anderen Seite machte diese Szene ihn aber auch unfassbar traurig. Denn niemand würde kommen, um ihn zu umarmen. Um sich um ihn zu kümmern und ihn einfach nur fest zu halten. Nein.. stattdessen könnte er sich wohl eher noch eine Standpauke darüber anhören, weshalb er so unvorsichtig gewesen und die Herde nicht früher bemerkt hatte.
Weswegen Atticus irgendwann einfach den Kopf senkte, da er sich das Ganze einfach nicht länger ansehen konnte.
Irgendwann lösten Al und Ed sich ja auch wieder voneinander und der Ältere flüsterte seinem Sohn zu
-…wer ist das?-
@Alphonse Drummer



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Feivel sah die Bezeichnung als Nerd nicht als Beleidigung, also hob er nur die Schultern. Auch anders behandelt werden wollte er nicht. Er war wie er war und die Hochbegabung machte ihn nicht allein aus ... da war noch weitaus mehr.
Viel wichtiger war das, was sich danach abspielte. Dass sie sich ganz unverhofft und plötzlich auf derselben Ebene befanden und eine Verbindung zueinander knüpften, die Feivel bisher höchstens in ähnlicher Form zu Skadi empfunden hatte. Weil sie sich aufgrund ihrer Ähnlichkeit sehr schnell verstanden. Aber das hier war trotzdem vollkommen anders. Denn Atticus und er kannten sich zusammengerechnet erst wenige Stunden und Freunde waren sie noch lange nicht.
Feivel spürte, dass er gleich etwas erfahren würde, dem viel Bedeutung innewohnte und dem anderen Jungen sehr wichtig war. Und doch wurden sie in diesem Moment unterbrochen, weil Ed angerannt kam.
Eigentlich müsste AJ absolut erleichtert sein, doch ein wenig Bedauern schlich sich trotzdem in sein Herz. Wenigstens konnten sie jetzt von hier abhauen. Gemeinsam mit Atticus kletterte er den Baum runter, während Ed die Beißer erledigte, die unten am Stamm hausten. Jegliche Wiedersehensszenen mussten aber noch warten, sie waren noch längst nicht in Sicherheit. Erneut stand Kämpfen auf dem Plan. Von vorhin tat Feivel noch alles weh, aber das ließ er sich nicht anmerken. Erneut wirbelte er sein Katana und auch gab es den ein oder anderen epischen Kombo-Move sowohl mit Ed als auch mit Atticus. Fühlte sich verdammt gut an. Aber Feivel war trotzdem froh, als sie in den Schutz der Wälder tauchten und weit und breit kein Beißer mehr zu sehen war. Endlich!
Viel zu erschöpft, um sich wegen der Umarmung unwohl zu fühlen, ließ er sich in ebenjene fallen und drückte sein Gesicht an Eds Brust. Ihm war egal, wie blutverschmiert sie waren und wie sehr das alles stank. Jetzt nahm ihn die Erleichterung, seinen Vater nicht verloren zu haben, endgültig ein. Das alles hier hatte schon wieder viel zu sehr Ähnlichkeit mit Caras Ableben gehabt. Sie waren nun schon zwei Mal innerhalb kürzester Zeit an das Trauma ihres Verlusts erinnert worden und beide Male war es Feivels Schuld. Weswegen er tatsächlich ziemlich geknickt war und wirklich nie wieder herkommen wollte. Irgendwie war dieser See wohl verflucht.
Wer hier noch bei ihnen stand, vergaß er jedoch nicht, auch wenn er keinen Plan davon hatte, wie Atticus sich fühlte. Er könnte auch einfach wegsehen, weil er so viel Vater-Sohn-Liebe widerlich fand. Feivel konnte nicht so gut in anderen lesen.
Doch als Ed fragte, wer der andere Teenager war, zog Feivel ihn ein wenig näher zu dem Jungen. Dann stellte er sie einander vor. »Das ist Atticus. Wir haben uns an der Höhle kennengelernt und sind ... von der Horde überrascht worden.« Das klang absichtlich so, als würden sie sich erst seit heute kennen, Feivel hatte seinem Dad ja bisher noch nichts von dem Burschen erzählt. Was nun auch Atticus wusste.
»Ohne ihn wäre es echt brenzlig geworden. Ich wollte mich zu dir durchschlagen, aber ... es ging einfach nicht. Also sind wir auf den Baum geflohen und wollten ausharren, bis die Horde weiterzieht oder sich eine Gelegenheit bietet«, erklärte er weiter. Hielt dann aber endlich mal die Klappe, damit Atticus und Edward sich austauschen konnten.
@Atticus Keene



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Atticus verstand auch nicht, woher diese seltsame Verbindung plötzlich kam. Nur durch einen Blick in Alphonse’ Augen? Ausgelöst durch einen gemeinsamen Kampf? Er hatte durch seine Arbeit als Wächter schon häufig mit anderen zusammen kämpfen müssen. Doch so etwas war dabei nie entstanden. Könnte aber auch daran liegen, dass das nun mal ‚Arbeit‘ für ihn war, in welcher er sich durch und durch auf seinen Auftrag konzentrierte. Hier draußen war er mehr oder weniger frei.. zumindest fühlte es sich so an, obwohl sein Herz immer noch gefangen war.
Was auch immer es auslöste… es war so schnell vorbei wie es gekommen war, denn sie wurden unterbrochen und gerettet. Was eigentlich ein Grund zur Freude sein sollte. Doch wieder hallten Alphonse Worte in seinem Kopf wider. Dass sie einander nach diesem Tag nie wieder sehen würden und eine gewisse Bitterkeit machte sich in Atticus inneren breit. Die noch größer wurde… als er sah wie Vater und Sohn sich in den Armen lagen.
Schon bereute er wieder, dass er jemandem fast sein Herz geöffnet hatte. Ein Glück hatte er es nicht getan und sich von diesem Moment mitreißen lassen. Später hätte er sich dafür wahrscheinlich gescholten.
Also sollte er diesem Edward wohl dankbar für seine Unterbrechung sein.
Jetzt einfach wortlos zu gehen erschien ihm aber trotzdem irgendwie falsch. Also musste er warten.. bis die rührselige Szene vorüber war. Auch wenn das mitunter die größte Herausforderung des heutigen Tages war, denn dieser Anblick tat mehr weh als seine Knochen es vom Kämpfen je könnten.
Aber er hielt durch und betrachtete Edward eingehend, als dieser sich zu ihm drehte. Er sah aus wie ein ober Mafiosi. Das war also Feivels Dad? Irgendwie hatte er sich ihn anders vorgestellt. Auch wenn er trotz Apokalypse ebenfalls so penibel schick durch die Gegend lief wie Al. Passte also doch irgendwie. Sein Aussehen stand aber ein bisschen im Widerspruch mit seinem Handeln. Denn er erinnerte ihn gerade ein wenig an Lorenzo. Der würde ihn aber nie so liebevoll umarmen, also vielleicht trog der Schein in dieser Angelegenheit ja. Und hinter dem Schnauzer, den Tattoos und dem protzigen Schmuck steckte ein weiches Herz.
Naja, sagen tat Atticus trotzdem nichts. Weshalb Edward diesen Part übernahm und ihm die Hand hinstreckte
-dann bin ich dir wohl zu Dank verpflichtet-
Weil er seinem Sohn geholfen hatte in dieser Situation zu überleben. Er würde nie behaupten er habe ihn gerettet, denn Rettung hatte Feivel sicher nicht nötig gehabt.. aber manchmal war es gut Unterstützung zu haben.
Atticus bemerkte schon, dass Al seinem Dad wohl nichts von ihrem ersten Zusammentreffen erzählt hatte. Vielleicht hatte er ja nicht zugeben wollen, dass er von jemandem verprügelt wurde, also war das nicht weiter schlimm.
Atticus blickte auf die dargereichte Hand und.. zögerte. Denn er war unsicher, ob er sich auf diesen Kontakt wirklich einlassen sollte.
Es wäre besser, wenn er es nicht tat. Denn er durfte seine Aufgabe nicht aus den Augen verlieren und womöglich noch weich werden. Weshalb er seine Mauer rasch wieder hoch zog und sich gleichgültig gab.
Er zuckte mit den Schultern und ergriff die Hand nicht, sagte stattdessen nur
„Schon gut, Ihr Sohn hat sich ebenfalls wacker geschlagen“
Edward ließ die Hand wieder sinken und sah seitlich zu seinem Jungen. Ja.. das wusste er und er könnte stolzer nicht sein, egal wie groß seine Sorge zuvor auch gewesen war oder wie wütend ihn seine ständigen Alleingänge machten.
„naja, dann… machs gut kleiner Nerd!“
Sagte Atticus nun nur noch und warf sein Skateboard auf den Boden, um damit davon zu brausen. Sie hatten ihren Moment gehabt. Aber der war nun vorüber, weshalb Atticus wieder zur Tagesordnung über gehen musste. Egal wie schwer es ihm gerade auch fiel…
Edward hingegen runzelte die Stirn bei dem Abgang des Skater-Jungen und sah rüber zu seinem Sohn
-was war das denn eben?-
Kam ihm irgendwie seltsam vor aber naja.. Teenager waren eben alle ein bisschen eigen wie es schien.
@Alphonse Drummer



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Bei der Verabschiedung sank Feivels Herz. Dabei war er so etwas gewohnt. Er und Ed blieben nie an einem Ort und selbst wenn sie Freunde wie in Balar besuchten, gingen sie schon nach ein paar Tagen wieder. Es fiel AJ schwer, sich von Skadi zu verabschieden, unwissend, wann sie einander wiedersehen würden. Aber sie waren auch schon ewig befreundet. Warum es wehtat, Atticus ziehen zu lassen, konnte er sich echt nicht erklären. Die Fronten zwischen ihnen waren doch klar gewesen. Zumindest bis zu diesem einen Moment eben, wo sie sich angesehen hatten und Atticus im Begriff gewesen war, ihm etwas anzuvertrauen. Feivel wusste nun, der andere Junge fühlte sich nicht wohl in seinem Heim, zu dem er jetzt zurückkehrte, und war sich immer noch sicher, er könnte irgendwo neu anfangen. Egal, was ihn dort hielt. Aber wissen tat er es dennoch nicht. Er musste sich echt davon abhalten, ihm nichts hinterherzurufen und ihm anzubieten, ein paar Tage bei ihnen zu bleiben, bis die Horde ganz aus der Gegend abgezogen war und es wieder sicherer wurde, allein zu reisen. Aber der Abschied ging viel zu schnell und Feivel konnte nur noch dabei zusehen, wie Atticus mit seinem Skateboard davon brauste. Und die Bezeichnung ›kleiner Nerd‹ ... die ließ irgendwie seinen Bauch prickeln. Er wurde doch hoffentlich nicht krank. xD Vielleicht sollte er sich gleich doch mal nach einem Biss untersuchen.
An seinen Vater gewandt zuckte Feivel nur mit den Schultern. »Das war nur eine kurze Zweckgemeinschaft. Wir haben auf dem Baum ein bisschen geredet, aber wir liegen nicht so wirklich auf einer Wellenlänge.« Er sprach diese Lüge ohne mit der Wimper zu zucken aus und drehte sich dann ganz zu Ed um. »Allerdings hat er mich vor dem Norden gewarnt. Irgendeine gefährliche Truppe haust da. Du kamst, bevor ich mehr erfahren konnte.« Aber so wirklich mehr mussten sie ja nicht wissen, es reichte, wenn sie Kenntnis darüber hatten, welche Gebiete besser zu meiden waren.
Erst mal ging es zurück zu Violet, die Feivel überschwänglich begrüßte. Diesmal ließ er es tatsächlich zu, aber nur, weil Ed ihn gerettet hatte und er ihm einen guten Willen zeigen wollte. Das ging nur wenige Tage gut, denn AJ bereute dieses Vorgehen schnell wieder. Violet nicht mehr auf ihre Grenzüberschreitungen hinzuweisen sorgte dafür, dass sie diese komplett vergaß und wieder vollends zu dem Trampeltier wurde, das sie ganz am Anfang gewesen war. Sie konnte ihr Glück wahrscheinlich gar nicht fassen, weil er sie nicht mehr dauernd anfuhr. Die Wahrheit war jedoch, dass AJ immer in sich gekehrter wurde und sich allein fühlte, obwohl er mit der Person zusammen war, die er am meisten auf dieser Welt liebte: seinem Dad. Doch Violet vereinnahmte Ed vollends und selbst wenn sie zu dritt Zeit verbrachten, war es niemals so wie wenn Al allein mit seinem Vater war. Alles fühlte sich vollkommen falsch an. Deswegen bekam er auch nicht mit, wie ihre Reiserichtung plötzlich nicht mehr stimmte. Sonst hatte er da immer ein Auge drauf, aber diesmal war es nach innen gerichtet. In Grübeleien, Selbsthass und der großen Frage, wie dies auf Dauer gutgehen sollte. Denn so glücklich wie in diesen Tagen hatte er seinen Vater auch lang nicht mehr erlebt. Er schaute sich abends sogar seltener das Bild von Cara an. Ob er sie bereits vergaß?
Eines Morgens krabbelte Feivel aus seinem Zelt. Der erste Griff ging wie immer zu seinem Rucksack. Andere brauchten morgens Kaffe ... er einmal den Duft eines seiner Bücher. xD Aber seine Tasche war geöffnet und leer. Egal, wie viel Schlaf ihm noch in den Augen hing, er war sofort hellwach und auf den Beinen. Stob in das Lager ... Edward war wohl unterwegs, sein Rucksack war nämlich weg. Violet hingegen saß mit SEINEN Büchern am Lagerfeuer, kochte Kaffee und schmierte derweil mit einem Stift ... auf den Buchseiten herum.
»Feivel«, sagte sie erfreut. »Du redest doch die ganze Zeit davon, dass du eine Zusammenfassung von allem machen willst, damit du die Bücher an Skadi weitergeben kannst. Ich war so früh wach, ich dachte mir, ich nehme dir ein bisschen Arbeit ab.«
All das erreichte sein Ohr. Aber es schürte nur den Zorn und den Frust, der nun schon lang in ihm brodelte. Das hier war wirklich das Letzte. Sie machte alles kaputt. Teilweise hatte sie seine Anmerkungen schon durchgestrichen und überhaupt Unordnung in alles gebracht. Obwohl er ihr schon soooo oft gesagt hatte, sie solle seine Bücher in Ruhe lassen. Das wars! Das wars echt. Er stapfte auf sie zu und verpasste ihr einen Tritt, sodass sie rücklings auf dem Boden rollte. Dann begab er sich über sie und rammte ihr die Faust in das Gesicht. Auch noch ein zweites Mal. Und ein drittes Mal. Er benötigte sämtliche Selbstbeherrschung, um sie nicht zu Tode zu prügeln. »Meine Bücher sind tabu!!!!«, knurrte er. Am ganzen Körper zitternd erhob sich, sammelte sein Hab und Gut ein und stopfte es zurück in den Rucksack. Trotz des blinden Zorns realisierte er, was er getan hatte. Er hatte ... Eds Freundin geschlagen. Sie lag immer noch dort und regte sich nicht. Vielleicht war sie bewusstlos, vielleicht aber auch tot. Oder geschockt. Es war ihm seltsam egal. Aber was sein Vater dazu sagen würde ... das war ihm nicht egal. Er fürchtete sich davor. So sehr, dass ihm tatsächlich die Tränen kamen und er sie sich mit seinen blutverschmierten Händen aus dem Gesicht wischte.
»Feivel ...«, stöhnte Violet hinter ihm. Sie setzte sich auf, also war sie nicht tot. Aber gut sah sie auch nicht aus. Ein Entschluss formte sich endgültig, der schon länger in AJ brodelte. Weswegen er einfach nur sagte: »Mach ihn bitte glücklich, ja? Er hat das wirklich verdient. Mehr als ich.«
Und damit ging er. Denn Ed würde ihn nach der Sache sicher nicht mehr als Sohn sehen. Er würde ihn verstoßen und endlos enttäuscht sein. Dann konnte Feivel auch gleich gehen und ihnen beiden den Streit ersparen. Violet würde ihm schon erzählen, was vorgefallen war. Und letztlich konnten sie dann glücklich weiter zusammenleben. Vielleicht ja sogar noch ein Kind bekommen. AJ hielt seinen Vater doch nur zurück und in der Vergangenheit. Er war nun alt genug, um selber klarzukommen.
Feivel blickte nicht zurück, aber es war, als würde das Kind im Lager bleiben und nur eine leere Hülle in eine ungewisse Zukunft gehen.
@Atticus Keene



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Auch Atticus fiel der Abschied ungewohnt schwer. Vielleicht lag es daran, dass es zu Ende war, noch bevor es richtig beginnen konnte? Sie beide hatten diesen kleinen Funken gespürt, der eine mögliche Verbindung oder gar Freundschaft hätte entfachen können. Doch er wurde durch die Umstände sofort wieder im Keim erstickt. Und sie würden niemals herausfinden, was daraus vielleicht hätte entstehen können. Das war ein unbefriedigendes Gefühl aber leider nicht zu ändern.
Sie gingen dennoch beide ihrer Wege und schauten nicht zurück. Denn wenn Atticus das täte, würde er womöglich umkehren.. und das durfte er nicht. Also musste er stur weiter gerade aus fahren, bis er wieder in seiner Kolonie angekommen war.
Erklärungsbedarf hatte er bei Gott schon genug, denn eigentlich war es ihm nicht gestattet alleine so lange draußen unterwegs zu sein. Aber wenn man auf eine Herde traf, konnte man nun mal nichts dagegen tun, weshalb ihm gröberer Ärger erspart blieb.
Edward erschien ja fast ein bisschen enttäuscht weil Atticus und Feivel offenbar nicht auf einer Wellenlänge lagen. Er wünschte sich nämlich für ihn, dass er neben Skadi noch weitere Freundschaften knüpfte. Wusste aber auch, dass Feivel einem das nicht immer so einfach machte. Violet war das beste Beispiel dafür. Sie bemühte sich und bemühte sich.. doch statt an ihn ran zu kommen, schob er sie dadurch nur immer weiter von sich weg. Man musste wissen wie man mit AJ umging und ihn nahm. Und das war für Gleichaltrige wohl noch schwieriger als für Erwachsene.
„Und, denkst du wir können dieser Information vertrauen? Dann.. sollten wir wohl besser in eine andere Richtung weiter ziehen“
Gesagt getan machten sie das auch. Denn egal, ob die Info stimmte oder nicht, sie mussten kein unnötiges Risiko eingehen. Sie würden irgendwo schon wieder einen geeigneten Platz finden, wo sie ihr Lager aufschlagen konnten.
Es stellte sich in den nächsten Tagen so etwas wie trügerische Harmonie ein. Edward traute dem Frieden irgendwie nicht, während Violet total aus dem Häuschen war wegen Feivels Wandlung.
Edward bemerkte Al’s Veränderung ebenfalls, nur dass sie ihm eher Sorgen machte, statt ihn zu freuen. Denn er wusste… das war nicht er. Irgendetwas brodelte in ihm. Aber er wusste, wenn er es ansprach, dann würde Feivel sicher wieder nur dacht machen. Solche Gespräche lagen ihnen beiden einfach nicht. Weshalb Ed es bleiben ließ und hoffte, dass Feivel von sich zu ihm kommen würde, wenn er ihn brauchte.
Eines morgens war Ed unterwegs um Frühstück zu besorgen, nicht ahnend, welches Drama sich bereits in den frühen Morgenstunden in ihrem Lager abspielte.
Atticus wusste das ebenso wenig. Der hatte aber ohnehin seine eigenen Probleme. Er musste ein paar Strafstunden leisten, weil er zuletzt so häufig alleine draußen unterwegs gewesen war. Weswegen er ein paar extra Versorgungs- und Kontrolltouren aufgeschwatzt bekommen hatte.
Mit fünf weiteren Mitgliedern aus Haus Zorn sollten sie heute die nähere Umgebung sichern. Die Herde war nur knapp an der Kolonie vorbei gezogen und es gab immer noch einige Ausläufer, weshalb sie die Wälder wieder besser säubern sollten. Damit es auch für die anderen Häuser wieder ungefährlicher war zu reisen.
Und das taten sie. Sie streiften durch die Wälder und beseitigten Beißer, suchten nach möglichen Ressourcen oder Fremden, die sich in die Gegend verirrt hatten.
Für gewöhnlich waren diese Touren nicht sehr ergiebig, da es kaum Menschen in der näheren Umgebung gab. Aber manchmal gab es Ausreißer. Wie auch heute.
Denn gar nicht so weit entfernt von der Kolonie….. entdeckten sie plötzlich einen Jungen mit Katana.
Atticus…. blieb fast das Herz stehen bei dessen Anblick. Fuck!! Wieso war Alphonse hier??? Wo er ihn doch extra gewarnt hatte?
Atticus war leider nicht der Anführer der Truppe, immerhin war er erst 17, weswegen er den anderen keine Befehle erteilen konnte, die bereits kampfbereit ihre Waffen zückten.
Aber die Aufgabe der Wicked war es, andere Menschen nicht nur zu töten, sondern manche von ihnen auch zu rekrutieren.
Weswegen der Kommandant der Gruppe erst mal das Gespräch mit Feivel suchte und ihn fragte
-Was hast du hier zu suchen Junge??-
Atticus durfte sich seine Nervosität natürlich nicht anmerken lassen, er musste kühl wie immer bleiben, während er im Inneren bereits tausend Möglichkeiten durchging, wie das hier enden könnte. Oder eher.. wie er Alphonse hier heil wieder raus bringen konnte!
@Alphonse Drummer



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