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THE DEAD DON’T DIE
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#261

RE: Wälder

15.01.2023 21:02
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Alphonse starrte auf die blutige Sonne. »Scheiße, er ist es wirklich.« Warum war er hergekommen? Wie hatte er ihn überhaupt finden können? Feivel hatte doch darauf geachtet, möglichst keine Spuren zu hinterlassen. Oder war Ed in den Norden gekommen, um sich an der bösartigen Gruppe abzureagieren? Auch das wäre eine Option, aber irgendwie glaubte AJ eher, dass die Sonne eine Botschaft an ihn sein sollte. Was das für Gefühle in ihm hervorrief, war nicht so gut zu deuten. Gerade hatte er vornehmlich Angst um seinen Vater, auch wenn der bereits einige Feinde hatte niederstrecken können. Doch mit Haus Zorn war offenkundig nicht zu spaßen und ein einzelner Mann kam irgendwann zwangsläufig an seine Grenzen.
AJ war klar, dass er nicht selbst auf die Suche nach Ed gehen könnte. Nicht, ohne alles noch schlimmer zu machen. »Ich bin mir nicht sicher, ob er nicht vielleicht schon am Durchdrehen ist. Eventuell geht er längst davon aus, dass ich von euch gefangen wurde. Oder er ist aus anderen Gründen hier.«
Was nichts an den Tatsachen änderte. Da Feivel sich nicht entscheiden konnte, ob er seinem Herzen oder seinem Verstand folgen sollte, begann er erst mal, die ganzen Unterlagen in den Rucksack zu stopfen. Atticus’ Vertrauen ehrte ihn und er hatte vor, sein Versprechen zu halten. Noch ein Grund mehr, nicht ins offene Messer zu rennen und dem Gleichaltrigen das entgegengebrachte Vertrauen zurückzugeben. Indem er ihn darum bat, Edward zu suchen und ihn aus der Gefahrenzone zu lotsen. Eine große Bitte, die Atticus ohne Zweifel erneut in Schwierigkeiten bringen würde. Was Al mehr wehtat, als er zugeben würde.
Er nickte und merkte sich die Instruktionen. Vier Kilometer Richtung Südwesten, Trampelpfad, Spielplatz. Soweit so gut. Sie kletterten nacheinander die Leiter hoch und kamen ins Freie. In der Ferne waren Rufe zu hören, aber sie waren weit genug weg, sodass sie sich noch keine Sorgen machen mussten. Al wollte sich sofort auf den Weg zu dem Spielplatz machen, in der Erwartung, dass Atticus in eine andere Richtung aufbrechen würde. Stattdessen wurde seine Hand gegriffen und er schon wieder mitgezogen. AJ ließ es geschehen und zog eine seltsame Kraft aus dieser Geste. Er wollte die Verbindung nicht lösen. Selbst bei Ed war es manchmal zu viel Körperkontakt, aber bei Atticus konnte er so etwas einfach so zulassen? Das machte dem analytischen Teil in ihm große Sorgen. xD Der Rest war einfach nur dankbar für den Halt in diesem Chaos.
Irgendwann hatten sie eine unsichtbare Grenze passiert, denn Atticus wurde langsamer und es schien sicher genug zu sein, um wieder ein Gespräch zu führen.
»Mein Dad ist nicht der Geduldigste. Eine Zeitlang wird es ihm gelingen, sich zu verstecken, aber ...« Feivel ließ die Schultern hängen. »Was auch immer ihn antreibt, vielleicht sucht er den Kampf. Die Sonnen sind jedenfalls seine Botschaft. Wenn er tatsächlich wegen mir hier ist, wird er versuchen, eine Spur zu legen, der ich folgen könnte. Ich weiß nicht, ob er noch viele seiner gehäkelten Sonnen hat, also vielleicht malt er auch mal was in die Erde mit einem Stock oder so.«
Bevor sich Atticus zum Gehen wenden konnte, drückte Feivel noch einmal seine Hand und überwand sich zu einem leisen »Danke ...« Dann ließ er ihn los, war irgendwie peinlich berührt, und folgte der Wegbeschreibung zum Spielplatz.

@Atticus Keene

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#262

RE: Wälder

15.01.2023 21:42
Atticus Keene Atticus Keene (gelöscht)
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Feivel hatte das auch ziemlich gut gemacht. Sonst hätte Edward ihn schon viel früher gefunden. Aber schlussendlich gab es eben doch noch ein paar Tricks, die er ihm noch nicht beigebracht hatte. Er konnte ja nicht zulassen, dass Alphonse ihn bereits in jeder Hinsicht übertraf. Ein paar Dinge hatte der alte Hase also doch noch drauf, um seinen Sohn zu finden. Auch wenn es hart und beschwerlich gewesen war. Aber jetzt war er endlich auf der richtigen Spur. Und das wusste er. Sonst hätte er die Sonne dort nicht platziert.
„Na wunderbar.. hoffentlich erkennt er mich überhaupt in seinem Zustand“
Wenn er drauf und dran war jedes Ziel zu schnetzeln, machte er da vielleicht keinen Unterschied bei seinen Feinden. Aber Atticus würde es riskieren. Er konnte nicht zulassen, dass jemand dasselbe durchmachte wie er. Weshalb Feivel sich auf ihn verlassen konnte.
„Ich habe gesehen wie ihr einander umarmt und angesehen habt… damals in dieser Nacht mit der Herde. Er… ist deinetwegen hier Alphonse“
Sagte er deswegen nun voller Überzeugung. Noch nie hatte er so viel väterliche Liebe gesehen. Weil er sie selbst auch nie erfahren hatte. Und es hatte ihn berührt.. gleichermaßen aber auch traurig gemacht. Jedoch gönnte er es Al.. egal was der Anblick bei ihm auch angerichtet hatte. Er wollte trotzdem, dass sein neuer Freund glücklich war und geliebt wurde.

Noch war Al aber nicht aus der Gefahrenzone. Sie mussten die Truppen umgehen und nahmen einen Weg, auf dem nur selten patrouilliert wurde. Ein Restrisiko bestand trotzdem, doch sie schienen Glück zu haben.
„ich soll also nach Sonnen oder Zeichen in der Erde suchen…. verstanden“
Das würde schwierig werden, denn diese Zeichen würde ja jeder erkennen, also mussten sie wohl sehr unauffällig oder schwer zu finden sein. Doch nun hatte Atticus wenigstens einen Anhaltspunkt. Notfalls musste er wohl nur der Spur aus Leichen folgen und dann schneller sein als die anderen.
Es war sein Glück, dass er sich hier im Wald ausgezeichnet auskannte. Und deshalb ein paar Abkürzungen, Schleichwege oder Versteckmöglichkeiten kannte.
Als Al sich bei ihm bedankte lächelte Atticus zwar.. schüttelte dann aber den Kopf
„Dank mir erst, wenn dein Dad wieder bei dir ist und…. wir uns wieder sehen“
Denn noch gab es nichts zu danken. Er hatte seinen Vater noch nicht gerettet. Und wusste ehrlicherweise auch nicht, ob es ihm gelingen würde. Ohne es zu bemerken hielt er seine Hand während seinen Worten noch weiter fest, obwohl sie längst standen.. und ließ sie erst los… als er sich abwandte und in den Wald rannte.

Nun verfluchte er sich schon wieder für sein Versprechen. Das konnte doch unmöglich gut gehen. Bevor er weiter suchen konnte, musste er sich zuerst bei seiner Truppe zurück melden, damit sie ihn nicht noch für verschollen erklärten. Sagte ihnen, dass er einer heißen Spur gefolgt war, die jedoch im Sand verlaufen war. Und ließ sich die neuesten Infos über den möglichen Standort des Feindes geben. Hm… in dem Bereich, in dem sie gerade nach ihm suchten, gab es ein ziemlich gutes Versteck. Eine Reihe umgefallener Bäume, verdeckt von Geäst und Gestrüpp.. die darunter einen kleinen Hohlraum bildeten. Von dort aus konnte man die Geschehnisse auch ziemlich gut beobachten. also wenn Als Dad sich wirklich wo versteckte und darauf wartete, dass sein Sohn die Fährten richtig las.. dann mit Sicherheit dort.
Atticus kapselte sich erneut unauffällig von seiner Gruppe ab und suchte nach kleinen Zeichen im Laub oder der Erde. Und tatsächlich fand er etwas… das mit viel Fantasie wie eine Sonne aussehen konnte. Vor allem aber, weil sich das Zeichen alle paar Meter wiederholte. Das konnte kein Zufall sein. Führte ihn aber von dem Versteck weg, das er eigentlich vermutet hatte. Woanders hin.. zu einem alten Baumhaus, das ziemlich gut versteckt in den Wipfeln eines großen Baumes lag. Es sah baufällig aus und nicht sehr vertrauenserweckend. Aber hier endete die Spur. Weshalb Atticus nach oben sah. Doch auch das schien nur ein Ablenkungsmannöver zu sein. Denn im nächsten Augenblick wurde er plötzlich von hinten gepackt und hinter einen dicken Baumstamm gezerrt. der Mund wurde ihm zugehalten und er weitete die Augen.
Wie hatte er sich so an Atticus anschleichen können, ohne dass er es bemerkt hatte? Er musste wirklich noch einiges lernen.
Er schmeckte Blut an seinen Lippen, weil die Hände des Mannes völlig blutbesudelt waren. Er erkannte noch nicht, um wen es sich handelte, weshalb Atticus natürlich instinktiv versuchte sich zu befreien. Dafür hatte sein Sensei ihm einige Techniken gezeigt, weshalb es ihm gelang sich mit einem gezielten Schlag in die Rippen seines Gegners aus dem Griff heraus zu winden.
Edward ließ ihn los, durchbohrte ihn allerdings mit wütendem Blick. Er hatte Atticus erkannt, sofort sogar. sonst hätte er ihm längst das Genick gebrochen, ihn ausgeknockt oder enthauptet. Stattdessen durchbohrte ihn aber nur sein Blick und nicht sein Schwert als er wütend sagte
-Wo ist mein Sohn???? Ich weiß, dass er hier war! Und ich schwöre dir, wenn du und deine Leute ihm etwas angetan habt…. verfolge ich euch wie ein Schatten und schlitze jedem einzelnen von euch die Kehle auf!-
Seltsamerweise… musste Atticus bei dieser Drohung nicht bibbern sondern lächeln. weil er es schön fand, wie sehr Edward seinen Sohn liebte. Das er einfach alles für ihn riskieren würde. Es war ein bitteres Lächeln.. aber ein Lächeln.
„Es geht ihm gut. Ich habe ihn aus der Gefahrenzone gebracht.. er ist etwa fünf Kilometer Südw….. Scheiße! Sie sind da!“
Ein Geräusch unterbrach ihr Gespräch. Eine Truppe war im Anmarsch und hatte sie gefunden. Weshalb Atticus Ed anwies ihn als Geisel zu nehmen und ihn zu bedrohen. Was er auch tat. Er hielt ihm sein Katana mitten an die Kehle. Konnte dabei nicht verhindern ihn ein wenig zu schneiden, es sollte immerhin echt aussehen und jede kleine Berührung damit reichte bereits, um die Haut anzuritzen
-Verschwindet!! Oder euer Freund ist Geschichte-
Drohte er dem Trupp, die jedoch nur heiser auflachten. Zusammenhalt war in Haus Zorn nicht unbedingt groß geschrieben. Weshalb sie sich davon nicht beeindrucken ließen und dennoch mit ihren Waffen auf die zwei zustürmten. Wenn sie Atticus durchbohren mussten, um dadurch Edward zu erwischen, dann würden sie nicht zögern es zu tun. Was auch Ed schnell erkannte und den Jungen deshalb fluchend von sich schubste und in den Angriff über ging. Sie waren zu siebt. Und Ed inzwischen doch ziemlich angeschlagen. Weshalb das ein harter Kampf werden würde. Atticus wurde natürlich sofort angewiesen mit zu kämpfen. Was er auch tat… zumindest versuchte er den Anschein solange aufrecht zu erhalten, bis Ed wirklich in großen Schwierigkeiten war. Erst dann… zückte er sein Messer und trieb es einem ‚seiner‘ Leute in den Nacken. Das war ein scheiß Gefühl! und er wollte keinen von ihnen töten aber.. es ging nicht anders. Zumal jeder Wicked es verdient hatte zu sterben, wenn er sich freiwillig diesem Verein angeschlossen hatte. Er wusste allerdings nichts über die Geschichte dieses Mannes…. vielleicht wurde er dazu gezwungen, genau wie Atticus. Aber das würde er nun auch nicht mehr herausfinden. und so kämpften die beiden zu zweit. Bis jeder von ihren Feinden gefallen war. Wodurch Atticus nun wohl auch Edward bewiesen hatte, dass er auf der richtigen Seite stand. Und ihm erzählte, wo er Feivel finden konnte.
Er selbst? Er musste Schadensbegrenzung betreiben… erneut. Aber wenigstens hatte Alphonse heute nicht seinen Dad verloren.

@Alphonse Drummer



'I can’t be my own worst enemy, but you could be.'
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#263

RE: Wälder

15.01.2023 22:03
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Alphonse sah betroffen zur Seite und versuchte, seine Gefühle wegen seines Vaters zu verbergen. Es gelang ihm nur schlecht, das war ihm klar. Und er hasste es. Er wollte wieder abgeklärt und kühl sein, so wie vor der ganzen Scheiße mit Violet. »Seitdem hat sich ... etwas geändert. Ich habe ihm von der Gefahr im Norden erzählt. Vielleicht ist er auch nur hier, um sich abzureagieren.« Und selbst wenn er doch wegen Feivel hier war, dann musste das nicht im Guten sein, sondern um ihn zu strafen, wegen dem, was er getan hatte.
Doch es kam auf keinen Fall infrage, ihn hier sterben zu lassen. Weswegen Feivel seinen Freund um Hilfe bat und selbst an dem von Atticus gezeigten Spielplatz warten würde. Er nickte ihm noch einmal zu, bevor sie getrennte Wege gingen. Es beruhigte ihn, dass auch er mit zurückkommen würde. Denn auch bei ihm wollte Feivel sicher sein, dass es ihm gutging, bevor er das Revier der Wicked verließ. Und ausmachen, inwieweit sie sich bald wiedertreffen könnten. Jedenfalls wollte er nicht einfach gehen, ohne ihn noch einmal zu sehen und zu sprechen.

Allein beim Spielplatz zu verharren, fühlte sich richtig beschissen an. Bei jedem Knarren und Rascheln im Wald wappnete sich Feivel für einen Gegner, der nie kam. Nur einmal taumelten zwei, drei Beißer auf ihn zu, die er so lautlos und schnell wie möglich killte. Dann hieß es wieder warten und warten ... und warten.
Die Gedanken standen in dieser Zeit nie still. Wie würde Ed drauf sein, wenn er hier ankam? Würde er ihn verprügeln, ihn schelten und anbrüllen? Würde er dankbar sein, ihn gefunden zu haben? Liebte er ihn noch oder verspürte er Abscheu ihm gegenüber? Hatte Violet überlebt oder war sie ihren Verletzungen erlegen? Und was war mit Atticus? Welche Zukunft erwartete ihn hier und wie würde es jetzt weitergehen?
AJs Kopf rauchte. Da gab es so viele Fragezeichen und das fand er furchtbar. Er konnte dem nicht mit Logik oder Strategie begegnen, sondern nur abwarten.
Bis es erneut im Gebüsch raschelte und Feivel sich hinter der Rutsche versteckte, um nicht sofort gesehen zu werden.

@Atticus Keene

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#264

RE: Wälder

15.01.2023 22:16
Edward Drummer Edward Drummer (gelöscht)
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Atticus wusste nicht, was zwischen Al und seinem Dad vorgefallen war. Er hatte ihm ganz offensichtlich nicht davon erzählen wollen, weswegen der Teenager nun nicht viel dazu sagen konnte. Lediglich das beschreiben konnte, was er gesehen hatte. Und das war pure Liebe gewesen. Die Art von Liebe… die nur Eltern verspüren konnten. Er erinnerte sich dunkel daran, dass seine Mutter dieses Gefühl ebenfalls bei ihm ausgelöst hatte. Deshalb war er sich sicher… egal was der kleine Klugscheißer auch getan hatte, sein Dad würde ihm vergeben. Herausfinden musste er das aber selbst. Denn das war nicht Atticus Geschichte. Er konnte nur versuchen das Schicksal der beiden wieder zusammen zu führen, damit sie hoffentlich eine bessere Zukunft haben würden als er.
Atticus schickte Edward fort… ging aber nicht mit ihm. Das konnte er nicht, nicht so lange hier noch die Scheiße am Dampfen war.
Er musste nun hier präsent sein, bei der Suche helfen und gute Miene zum bösen Spiel machen.
Was das für Alphonse und seine Unterlagen hieß… das wusste er nicht. Und er hatte auch keine Zeit mit Ed darüber zu reden. Vielleicht würden die beiden einfach abhauen, sobald sie einander wieder hatten. Was Atticus auch verstehen könnte. Es wäre ihr gutes Recht, Ed wollte seinen Sohn bestimmt nicht in solche Schwierigkeiten verwickeln. Aber dann wäre all seine Recherchearbeit umsonst gewesen und er müsste von Neuem beginnen.
Mehr als dieser Gedanke, schmerzte jedoch jener…. Alphonse nicht mehr wieder zu sehen. Auch wenn es für sie alle so vielleicht das Beste wäre. Aber darüber konnte er nun auch nicht weiter nachdenken… denn er hatte zu tun.

Edward gelang es tatsächlich zu verschwinden. den ein oder anderen Feind musste er auf seinem Weg noch erledigen und konnte nur hoffen, dass der Junge ihn nicht in eine Falle lockte sondern ihm tatsächlich die Wahrheit erzählt hatte. Und siehe da.. irgendwann fand er besagten Spielplatz und sah gerade noch, wie sich Feivel hinter der Rutsche versteckte.
Er war wütend…. nein, er war stinksauer auf seinen Sohn. Aber dennoch fiel ihm ein Stein vom Herzen, als er ihn wohlauf erblickte. Er betrat den Spielplatz und meinte bloß
„Ich dachte dafür wärst du inzwischen eigentlich zu alt…“
Er bemühte sich darum locker zu wirken. Auch wenn er das keineswegs war. Aber er wusste.. er durfte dieses Gespräch nun nicht damit beginnen ihn anzuschreien. Sonst würde es sofort eskalieren. Edward sah richtig beschissen aus nach den letzten Tagen. Vor allem die letzten Stunden hatten an ihm gezehrt. Er war genauso dreckig und blutverschmiert wie beim letzten Mal. Diesmal nur mit mehr Menschenblut statt dem von Beißern. 
So viel war zwischen ihnen geschehen. Es gab so viele Dinge, die sie klären mussten. Und Edward wusste nicht wohin mit seinen Gefühlen, denn er wollte Feivel gleichzeitig umarmen wie auch anschreien und ihm einen Schlag ins Gesicht verpassen, weil er so wütend war! Er konnte aber nicht alles auf einmal machen. Weshalb er ein bisschen… überfordert und unschlüssig vor der Rutsche stehen blieb und seinen Sohn betrachtete. Keine überschwängliche Umarmung. Aber auch kein Schlag ins Gesicht. Sie waren beide nicht gut in solchen Gesprächen.. und in Edward brodelte es ohne Ende. Aber wenn er dieses Ventil einmal öffnete…. dann würde das hier definitiv noch unschön werden, weshalb er gerade sehr mit seiner Beherrschung kämpfte. Wie gut, dass er gerade etliche Leute getötet hatte, als Ausgleich war das wirklich hilfreich gewesen.

@Alphonse Drummer


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#265

RE: Wälder

15.01.2023 22:32
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Alphonse realisierte erst, wer den Spielplatz betrat, als er Eds Stimme hörte. Der Scherz wegen der Rutsche erreichte ihn jedoch nicht. Wie paralysiert blieb er an Ort und Stelle stehen und packte sein Katana so fest, dass die Fingerknöchel weiß hervorstachen. Natürlich war er enorm erleichtert, dass sein Dad lebte und hier war. Aber jetzt kamen auch all die anderen verdrängten Gefühle zurück, die ihn seit der Attacke auf Violet bedrängten. AJ kämpfte ebenfalls mit verschiedenen Impulsen. Er wollte seinen Vater umarmen, ihn um Verzeihung bitten. Aber er wollte auch kühl bleiben und auf die Trennung bestehen, weil er nur so Ed nicht weiter in den ›Feivel-Sumpf‹ ziehen würde. Und die Angst vor dem, was sein Vater ihm gleich noch an den Kopf werfen würde, trieb ihn außerdem fast dazu, einfach wegzulaufen und der Konfrontation weiter aus dem Weg zu gehen.
Das Einzige, was er schaffte, war, den Schutz der Rutsche zu verlassen und sich seinem Vater gegenüberzustellen. Ihm in die Augen zu sehen, ihn zu mustern ... damals bei der Herde hatte er schon schlimm ausgesehen. Aber jetzt? Das war noch mal eine andere Hausnummer. Und es schürte seine Bedenken nur noch weiter.
Feivels Hände zitterten, je fester er das Katana hielt. Sein Blick zuckte einmal in die Wälder und zurück zu Ed. »Wo ist Atticus?«, fragte er monoton. Das war die letzte Sache, mit der er Zeit schinden konnte. Und es interessierte ihn auch wirklich, denn um den Jungen machte er sich ebenfalls mehr Sorgen, als er zugeben wollte.

@Edward Drummer

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#266

RE: Wälder

15.01.2023 22:50
Edward Drummer Edward Drummer (gelöscht)
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Edward bemerkte natürlich wie angespannt Feivel war. Ihm selbst ging es nicht anders. Sie beide standen kurz davor zu explodieren, nur dass das bei Ed meistens anders aussah als bei Al. Während dieser verbal explodierte, rum schrie und rum wütete, wurde Feivel meist nur noch provokanter und gehässiger. Eigentlich war es ein Wunder, dass noch nie etwas Schlimmeres bei ihren Streits passiert war, denn das war eine gefährliche Kombination. Aber Edward liebte Feivel.. weshalb er ihm niemals richtig weh tun könnte, selbst wenn er es manchmal vielleicht verdient hätte!
So wie auch jetzt.
Denn als er hervor trat… galt die erste Frage diesem Jungen? Den er gerade mal ein paar Tage kannte??? Nach allem was Feivel getan hatte, war DAS alles was er wissen wollte?! Okay. Diesmal dauerte es wirklich nicht lange, bis es AJ gelang das Fass zum Überlaufen zu bringen. Denn diese Worte reichten, damit Ed seine Zurückhaltung nicht länger aufrecht erhalten konnte, sondern auf Feivel zustapfte und ihm eine schallende Ohrfeige verpasste.
„DAS ist das einzige das dich interessiert?????“
Er könnte sich ja zumindest mal erkundigen, ob Violet noch lebte, nachdem er sie brutal zusammen geschlagen hatte. Oder ob Ed okay war. Aber stattdessen fragte er nur nach Atticus. Doch kaum, dass Ed das Brennen seiner eigenen Hand fühlte….. wurde ihm bewusst….. dass er selbst Schuld daran hatte, dass AJ so war wie er war. Er… hatte in der Erziehung vollkommen versagt und ihn zu dem gemacht. Konnte sich selbst ja offenbar auch nicht beherrschen, also wie sollte es Feivel gelingen? Er lebte ihm nichts anderes vor.
Damit er ihn nun nicht noch weiter verletzte ging er wieder auf Abstand und fuhr sich schreiend übers Gesicht. Schlug sich gegen die Wangen und trat mit dem Fuß gegen den alten Mülleimer, der sofort das Fliegen lernte.
„Bist du seinetwegen an diesen scheiß gefährlichen Ort gegangen? Wolltest mir damit eins auswischen??? Ist das deine Art plötzlich zu rebellieren?!? Oder hast du einfach nur Todessehnsucht????“
Edward.. konnte sich nicht zurück halten, natürlich schrie er Feivel nun lautstark an, weil ihn gerade alles einfach so furchtbar sauer machte! Die Erleichterung, dass er noch lebte… hatte seinen Ärger nur kurz in Zaum gehalten.
Beantworten tat er ihm seine Frage nun aber mit voller Absicht nicht. Denn sollte Feivel wirklich etwas an diesem Jungen liegen…. dann sollte er nun mal selbst erleben wie es sich anfühlte, wenn man sich schreckliche Sorgen um jemanden machte!!!

@Alphonse Drummer


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#267

RE: Wälder

15.01.2023 23:10
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Tatsächlich war Feivel gerade eher weniger davor, gehässig und provokant zu werden. Er hatte Edward aus freien Stücken verlassen, die Gründe dafür gingen ihm jedoch unter die Haut. Sie beschäftigten ihn, zerrütteten ihn und er sah sich mehr als je zuvor fehl am Platze. Vielleicht sogar wie ein Monster, das einfach nicht zu anderen Menschen passte. Die Gedanken eines Teenagers konnten dahingehend ziemlich selbstvernichtend sein. Daran änderte auch Hochbegabung und ein hoher IQ nichts. Die Pubertät forderte ihren Preis immer.
Feivel hatte Angst vor der Konfrontation mit seinem Vater, aus sehr vielen verschiedenen Gründen. Obwohl er genau wusste, dass Zeit zu schinden der falsche Weg war, ging er diesen. Und fragte nach Atticus.
Edward stapfte wutentbrannt auf ihn zu und brüllte herum. Das war nichts Neues bei einem Streit. Feivel wusste trotz allem nicht, was ihn nun erwartete. Rechnen tat er damit, geschüttelt zu werden. Vielleicht auch geschubst. Jedoch nicht mit einer Ohrfeige.
Er spürte den brennenden Schmerz, bevor er das Klatschen hört. Sein Gesicht wurde zur Seite manövriert, das Katana fiel ihm aus den Händen, obwohl er das Schwert so festgehalten hatte. Die Wucht ließ ihn sogar einen Schritt zurücktaumeln. Seine Augen füllten sich mit heißen Tränen. Was war er nur für ein Wurm? Er hatte Violet viel schlimmer zusammengeschlagen und sie hatte danach sogar noch seinen Namen gerufen und sich nach ihm umgesehen. Und er heulte schon wegen einer Ohrfeige.
Feivel richtete sich wieder auf, mit einer hochroten Wange, und wischte sich mit dem Ärmel über die Augen. Tränen akzeptierte er nicht, auch wenn er schwer an sich halten musste, nicht total verzweifelt vor Ed auf die Knie zu fallen.
»Ich bin wegen Violet gegangen«, brachte er hervor und musste sich dazu zwingen. Jetzt, wo er im Begriff war, es auszusprechen, merkte er, wie bescheuert das alles eigentlich klang. »Damit du mit ihr glücklich werden kannst und ich ... nicht mehr dazwischen stehe. Ich halte dich nur auf. Ich erinnere dich an alles, was du verloren hast. Deinen Bruder, Mom, dein altes Leben in Japan ...« Seine Stimme brach. Ach scheiße, jetzt kamen die Tränen schon wieder. Sollte Ed doch rumbrüllen so viel er wollte. Feivel nahm sein Katana wieder auf und schüttelte den Kopf, wischte sich erneut über die Augen. »Geh wieder zurück zu ihr, okay? Und lass ... lass mich einfach gehen.«

@Edward Drummer

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#268

RE: Wälder

15.01.2023 23:40
Edward Drummer Edward Drummer (gelöscht)
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Edward hatte noch nicht den Hauch einer Ahnung, was die ganze Zeit über eigentlich in Feivel vorgegangen war. Er hatte nie mit ihm geredet. Klar, er hatte bemerkt, dass er Violet nicht mochte. Aber dass er zu solch drastischen Schritten greifen würde? Dieser Zusammenhang war ihm noch nicht bewusst. Trotzdem wollte er seine Sicht der Dinge dazu hören und nicht nur die von Violet. Auch wenn er sich ziemlich sicher war, dass sie nicht gelogen hatte. Vielleicht aber übertrieben oder etwas missverstanden.. wie so oft.
Kaum dass Edward ihm die Ohrfeige verpasst hatte, fühlte er sich schrecklich deswegen!! Statt sich nun jedoch dafür zu entschuldigen.. ging er weiter in die Luft. Eine Reaktion der Überforderung. Weil er es nicht besser wusste und konnte! Damit vielleicht überspielte, was er gerade getan hatte. Davon ablenken konnte. Auch wenn das unmöglich war. Er hatte ihn beim Training schon immer hart ran genommen, Blessuren waren entstanden.. aber nie so. Niemals auf diese Weise. Ein tadelnder Schlag auf den Hinterkopf war stets das höchste der Gefühle gewesen. Doch jetzt hatte er eine Grenze überschritten, von welcher es kein Zurück mehr gab. Damit würde er leben müssen.. selbst wenn er die Beziehung mit seinem Sohn damit zerstörte…
Aber Angriff war die beste Verteidigung, weshalb er einfach weiter schrie, egal wie sehr sein Herz gerade brach. Und Feivels Tränen machten das nicht besser. Er weinte nämlich nur… extrem selten.
Womit er jedoch nicht rechnete, war der folgende Gefühlsausbruch von Feivel. so ehrlich.. hatte er ihm wohl noch nie gesagt was in ihm vor sich ging. Weshalb Ed auch diesmal völlig überfordert und überrumpelt zurück blieb und ihn mit geweiteten Augen anstarrte. Deswegen war er abgehauen? Weil er wollte… das Ed und Violet glücklich wurden? Er sich selbst nur als Bürde sah? Scheiße…..
„Deine Eltern würden sich vor Enttäuschung im Grab umdrehen, wenn sie dich nun reden hören könnten…..“
allerdings meinte Edward damit nicht, dass sie sich für Feivels Verhalten schämen würden. Sondern…
„…und mir vorwerfen, wie ich jemals zulassen konnte, dass du so schlecht von dir denkst…..“
Es fiel ihm wie Schuppen von den Augen. Cara und Al Senior hatten ihm Feivels Erziehung anvertraut… wenn auch nicht freiwillig. Doch Edward hatte auf der ganzen Linie versagt. Wenn AJ wirklich dachte, dass er ohne ihn besser dran war. Wenn ihm nicht bewusst war wie sehr Edward ihn liebte und dass er das aller Wichtigste in seinem Leben war. Was hatte er bloß falsch gemacht?? Hätte er ihm häufiger sagen müssen, wie er fühlte? Doch nicht nur der ‚coole‘ Daddy-Ersatz sein sollen? Er dachte immer.. ihre Beziehung zueinander wäre etwas Besonderes. Eben weil sie so anders war. Stärker als jede andere Bindung. Aber offenbar hatte er sich darin vollkommen getäuscht und einfach alles falsch gemacht, um Al so ein Gefühl zu geben.
Erneut stapfte er auf ihn zu. Diesmal jedoch.. um ihn am Handgelenk fest zu halten, damit er nicht wieder abhauen konnte
„Den Teufel werde ich tun! Violet ist weg und spielt von nun an keine Rolle mehr in unserem Leben.“
Es tat Edward so weh Feivel so gebrochen und traurig zu sehen. Da verflog nach und nach sogar die Wut über sein Handeln. vor allem weil er es nun… besser verstehen konnte. Verprügeln hätte er Violet trotzdem nicht müssen. Aber wer war Edward ihm deswegen jetzt einen Vortrag zu halten, nachdem er ihn ins Gesicht geschlagen hatte? Ein verdammter Heuchler. Wie sollte er ihm nun bloß begreiflich machen, dass all seine Thesen falsch waren? Wo AJ doch so ein Problem damit hatte, falsch zu liegen.
„Es stimmt.. du erinnerst mich an meinen Bruder, deine Mum und mein Leben in Japan. Allerdings sehe ich in dir nicht das was ich verloren habe… sondern all das Gute meiner Vergangenheit! Und meiner Zukunft. Verdammt Feivel….. du bist einfach alles was ich noch habe! Das Beste in meinem Leben! Und du hast dich geschnitten wenn du denkst, dass du mich einfach so zurück lassen kannst. Ich werde dich finden. Und zwar überall! Immer und immer wieder, verstanden?!“
Fuck! Füllten Edwards Augen sich gerade etwa auch mit Tränen? Nein, das musste der Wind sein.

@Alphonse Drummer


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#269

RE: Wälder

16.01.2023 00:07
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Feivel kämpfte das abstruse Verlangen nieder, Ed daran zu erinnern, dass Cara kein Grab besaß, in dem sie sich herumdrehen könnte. Klugscheißerei in allen Ehren, aber gerade wäre das echt nicht dienlich. Oder würde noch einmal unterstreichen, was für ein kaltes Monster er war. Feivel wusste aber auch nicht, was er sonst sagen sollte. Weswegen er erst kurz schwieg.
»Ich habe genug Selbstbewusstsein und weiß, worin ich gut bin«, hielt er schließlich dagegen. »Deswegen mache ich mir aber auch keine Illusionen. Im Zwischenmenschlichen bin ich eine Niete und daran kann niemand etwas ändern. Ich bin einfach so. Und deswegen hab ich euch alle drei enttäuscht.« Feivel wollte nichts davon hören, dass sein Dad Fehler gemacht hatte. In seinen Augen hatte er das nicht, ganz im Gegenteil. Und um wenigstens etwas davon zu honorieren und seine Liebe auszudrücken, war AJ gegangen. Die Sache mit Violet war das i-Tüpfelchen gewesen, der letzte Funken, an dem Feivel erkannt hatte, dass er Eds Glück immer zerstören würde, wenn er im Begriff war, einen Teil seiner Liebe an jemand anderen zu verlieren.
Als Edward auf ihn zukam, wich Alphonse zurück. Kurz dachte er darüber nach, sich auch hier mit Gewalt zu wehren. Einen Abgrund zwischen ihnen entstehen zu lassen, absichtlich herbeigeführt und einen, der niemals wieder überbrückt werden konnte. Indem er auf seinen Vater losging, ihm wehtat und zwang, auch gegen ihn zu kämpfen. Aber das konnte er einfach nicht. Weswegen er sich letztlich doch festhalten ließ.
Violet war also weg. »Ist sie tot?« Seine Stimme klang monoton und tatsächlich war ihm ihr Leben nach wie vor egal. »Sie war nicht die einzige Frau in deinem Leben und wird es auch nicht bleiben. Du wünschst dir doch jemanden an deiner Seite oder nicht? Das wird mit mir nicht funktionieren, ich ... ich kann das einfach nicht ertragen. Ich habs wirklich versucht, es geht nicht. Und deine nächste Freundin schlage ich dann vielleicht nicht nur zusammen, die bringe ich dann um. Und dann? Dann wünschst du dir bestimmt, ich wäre verschwunden und du hättest mich niemals zurückgehalten.«
Edwards weiteren Worte ließen die Tränen schon wieder aufkeimen. Letztlich war Feivel unter der neunmalklugen Art und allem, eben doch ein unsicherer Teenie, der mit seiner Gefühlswelt noch mehr überfordert war als ein Durchschnittsjugendlicher. Er bemerkte erst, wie sehr er sich solch eine Offenbarung durch seinen Ziehdad gewünscht hatte, als er das alles hörte ... und wie wenig er es dann trotzdem annehmen konnte.
»Du ... du denkst das vielleicht jetzt noch. Aber ... wenn du genug Zeit ohne mich hattest, dann ... bist du bestimmt glücklicher als jetzt.« Feivel ballte die Hände zu Fäusten und starrte zu Boden. Alles in ihm schrie danach, seinem Dad um den Hals zu fallen und sich endlich wieder vollständig zu fühlen. Nicht mehr so zerrissen und allein. Aber er konnte diese Hürde noch nicht erklimmen, er hatte das einfach nicht verdient.

@Edward Drummer

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#270

RE: Wälder

16.01.2023 08:52
Edward Drummer Edward Drummer (gelöscht)
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Klugscheißerei wäre jetzt wirklich das Zünglein an der Waage, um die Situation noch weiter kippen zu lassen. Glücklicherweise hielt Feivel sich zurück, was man von Ed leider nicht behaupten konnte. Der hatte aber gerade auch eine verdammt anstrengende Schlacht hinter sich und befand sich nach wie vor halb im Blutrausch, da ihm das Adrenalin nur so durch die Adern schoss. Weshalb er nur hoffen konnte, dass Feivel ihm seinen Ausraster später verzeihen und ihm die Ohrfeige nicht all zu übel nehmen würde.
„Violet zu verprügeln war beschissen mies von dir Alphonse, das will ich nicht beschönigen, denn ich habe dir definitiv beigebracht anders mit Frauen umzugehen. Aber du bist 17…, hochbegabt und lebst in einer Apokalypse. Ich selbst war es, der dich zum Töten erzogen hat.. also kann ich nicht erwarten, dass du niemals Fehler begehst…“
Auch wenn diese Fehler gefährlicher waren als bei anderen Teenies. Die hauten vielleicht mal ab, um sich Alkohol zu besorgen. Feivel hingegen brachte womöglich jemanden um. Aber dennoch hasste oder verurteilte Ed ihn nun nicht dafür. Sie lebten in einer beschissenen Welt und wenn jemand das Recht hatte mal auszurasten, dann war das AJ. Er hatte es nicht anders von seinem Dad gelernt, musste mit seiner Hochbegabung und seinen pubertären Hormonen klar kommen. Edward hatte wohl zu viel von ihm erwartet und das fiel nun auf sie beide zurück. Er hätte besser für ihn da sein und ihm das Gefühl geben müssen, dass er mit ihm über alles reden konnte… denn das hatte er offenbar nicht.

Es brach Ed das Herz wie Feivel zurück wich, als er erneut auf ihn zukam. Aber was hatte er erwartet nach der Aktion mit der Ohrfeige? Trotzdem tat es weh.. denn das letzte das er wollte war, dass Al Angst vor ihm hatte… nicht auf diese Weise.
„Nein, ist sie nicht.“
Violet war einfach nur weg. Und Ed ging nicht näher auf die Umstände dessen ein. Natürlich hatte er sie nur wegen Feivel weg geschickt und im Stich gelassen aber das wollte er ihm nun nicht so unverblümt sagen, da sein Sohn offenbar ohnehin schon mit einem schlechten Gewissen kämpfte, was Edwards Frauengeschichten betraf.
„Das ist nicht so einfach zu beantworten Alphonse. Du warst noch nie verliebt oder.. wurdest von einem Mädchen geliebt. Natürlich ist es schön und fühlt sich gut an begehrt zu werden. Es macht manche Dinge einfacher. Aber dennoch wirst immer DU an erster Stelle für mich stehen. Mir war nicht klar, dass du neben Violet offenbar nicht mehr das Gefühl hattest es wäre so..“
Das hatte er nie gewollt, sondern einfach darauf vertraut, dass die zwei sich schon irgendwie zusammen raufen würden. Aber da hatte er sich wohl getäuscht. Ed wusste auch nicht, ob Feivel sich jemals verlieben würde und verstehen konnte, was es bedeutete. Vielleicht war es aber auch einfach zu früh für eine neue Beziehung. Sein Sohn war 17 und brauchte ihn nun offenbar noch mehr als gedacht. Vielleicht sah es in ein paar Jahren anders aus, wenn AJ selbst erwachsen war und sich weiter entwickelt hatte. All das stand noch in den Sternen, weshalb Ed nicht ausschloss, dass die Dinge sich besserten. Doch auch er musste einsehen, dass eine neue Freundin….. nun sehr lange keine Option mehr sein würde. Aber das war okay. Darauf hatte er sich eingelassen.. in dem Moment, als er Feivel als seinen Sohn aufgenommen hatte. Seine Pflicht als Daddy war es für ihn da zu sein, ihn groß zu ziehen.. und offenbar hatte er auch ein paar Fehler gemacht, die er wieder gerade bügeln sollte. Also keine weiteren Ablenkungen mehr durch Frauen. Und wenn… dann eben weiterhin nur durch One Night Stands.
„Sag mir nicht, was ich mir wünsche Feivel, davon hast du nämlich keine Ahnung! Ich bin dein Dad und ich trage die Verantwortung für dich, ein Leben lang. Die Beziehung mit Violet war.. eine nette Abwechslung in dieser scheiß Welt. Aber ich komme ohne sie klar…. nicht jedoch ohne dich. Diese ständige Angst in den letzten Wochen, dich vielleicht nie mehr wieder zu sehen.. hat mich fast umgebracht! Also untersteh dich nun erneut abzuhauen oder mich einfach weg zu schicken, unter dem Vorwand es sei das Beste für mich! Das entscheidest nicht du! Ich bin hier der Erwachsene und durchaus dazu fähig meinen Weg selbst zu wählen.“
Redete er nun Klartext mit seinem Sohn wegen all der Dummheiten, die da gerade aus seinem Mund kamen und die Ed schon wieder ziemlich aufregten.
„Also hör schon auf so einen Schwachsinn zu reden und komm endlich her!“
Statt einer weiteren Ohrfeige, zog Ed Feivel diesmal am Handgelenk ruckartig an sich, um ihn fest in die Arme zu schließen.
„Wir zwei gegen den Rest der Welt.. und das wird auch immer so bleiben“
Flüsterte er ihm zu und fühlte seit Wochen, endlich wieder eine richtige Verbindung zu Feivel, die ihnen zuletzt irgendwie abhanden gekommen war. Das.. wollte und durfte nie wieder passieren, weshalb er nun sogar sagte
„Es tut mir Leid.. dass ich nicht erkannt habe, wie unerträglich die ganze Situation für dich war. Und naja…. die Ohrfeige… das kommt nie wieder vor, ich verspreche es dir“
Bei diesen Worten drückte er ihn noch fester an sich, weil er sich wirklich beschissen deshalb fühlte und sich unbedingt an dieses Versprechen halten wollte. Er liebte seinen Sohn so sehr.. und keine Frau dieser Welt war es wert, diese Verbindung aufs Spiel zu setzen.
Und wenn Ed ehrlich zu sich war…. dann gab es ohnehin nur eine Frau in seinem Leben. Hatte es schon immer und würde es immer. Alles andere war nur ein billiger Ersatz für Cara..

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#271

RE: Wälder

16.01.2023 09:39
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Al biss die Zähne zusammen. Sein Dad meinte es nicht so, das wusste er, und doch hörte Al gerade nur heraus, wie sehr er ihn enttäuscht hatte. Weil er Fehler gemacht hatte. Er war 17 und hochbegabt, ja. Aber hieß das dann nicht, dass er alles besser im Griff haben sollte? Stattdessen fühlte er sich seiner Pubertät geradezu ausgeliefert und die Angst, seinen Dad zu verlieren, verspürte er, sobald eine Frau um sie herumschwirrte, so sehr als wäre er wieder ein kleines Kind. Es war egoistisch, seine Liebe allein für sich zu beanspruchen und doch tat er es. Er wäre gern der fehlerlose und perfekte Sohn, damit Ed es nicht so schwer mit ihm hatte. Aber der Zug war schon längst abgefahren. Das Einzige, das Feivel jetzt noch versuchen konnte, war ... es in Zukunft besser zu machen. War sich aber bereits sicher, zu scheitern. Er spürte immer noch die Genugtuung, die ihn eingenommen hatte, als er Violet geschlagen hatte. Offenbar gab es dann doch einen weitreichenden Unterschied zwischen Vater und Sohn. Feivel war das Geschlecht der Person egal, gegenüber der er Zorn und Abscheu hegte. »Tut mir leid, dass ich deine Erwartungen nicht treffe. Ich versuch’ wirklich, dich stolz zu machen, aber ich schaff’ es nicht und werde es wohl nie schaffen.« Das war nun mehr als offensichtlich. Und auch der Abgrund zwischen ihnen klaffte tiefer nach diesen Worten, egal, ob Ed tatsächlich enttäuscht von Feivel war oder nicht. »Vielleicht war das mit der Hochbegabung ja nur eine Fehleinschätzung. Sonst würde ich doch alles richtig machen, oder?«

AJ wich nicht aus Angst zurück, sondern weil er die Berührung nicht wollte. Dass Violet einfach nur weg war und nicht tot, löste ... eine gewisse Erleichterung in ihm aus. Ihr Leben war ihm vielleicht egal, aber Edward nicht. Und wenn sie gestorben wäre, würde ihr jetziges Gespräch womöglich ganz anders verlaufen. Doch wer hatte nun wen verlassen? Spielte das überhaupt eine Rolle? So oder so war Alphonse sicher in irgendeiner Form der Auslöser. Für Ed tat es ihm leid, weil er jetzt wieder allein war und Violet sein Herz doch berührt hatte. Doch dies auszusprechen würde sicher heuchlerisch wirken, also schwieg Feivel dazu. Er versuchte auch nicht zu erklären, warum er Violet so hasste. Und auch zum Thema Mädchen und Verlieben sagte er nichts. Was auch? Ed hatte ja recht und AJ konnte sich auch nicht vorstellen, jemals so viel für eine andere Person zu empfinden - geschweige denn körperliches Verlangen. Dass seine Gedanken kurz zu Atticus drifteten, verwirrte ihn ... aber sicher hatte es nur damit zu tun, dass er sich immer noch um seinen Verbleib sorgte und der Zeitpunkt des Gedankenganges war nur Zufall. So musste es sein!
Edward sprach ungerührt weiter. Natürlich konnte Feivel nicht wissen, was sich sein Dad wünschte, aber vielleicht ahnte es dieser ja selbst nicht. Doch AJ verrannte sich da in etwas, das wurde schnell klar. Die Familienbande war bei den Drummers so stark, sie ließ sich niemals durchtrennen. Selbst Alphonse senior und Cara waren ständig bei ihnen, obwohl sie tot waren. Allein die Tatsache, dass Edward sie im Herzen trug, sorgte dafür. AJ hatte einfach unterstellt, dass er die Bande kappen wollte oder vielmehr, dass es besser für sie beide sein würde. Das war totaler Schwachsinn, kapierte er jetzt auch endlich. Weswegen sein Widerstand brach und er sich in Eds Arme ziehen ließ.

Spätestens jetzt wurde aus dem Teenager wieder ein kleiner Junge. Von seinem Vater getrennt zu sein hatte ihm alles abverlangt, auch wenn er es irgendwie überspielt und verdrängt hatte. Das gelang ihm jetzt nicht mehr. So eine Geborgenheit wie jetzt gerade konnte ihm niemand sonst schenken. Er schlang ebenfalls die Arme um Ed und drückte sich ganz fest an ihn. Dabei war es ihm auch total egal, wie viel Blut an dessen Klamotten hing und ob davon etwas auf seiner Kleidung und seinem Gesicht landete. Und die Tränen ... die ließ er jetzt einfach mal laufen. Vor wem sonst, wenn nicht vor seinem Dad. Es hatte sich enorm viel angestaut, das ertrug Feivel nicht mehr. Natürlich schämte er sich für diese Schwäche, aber er wusste jetzt auch, sein Vater würde ihn immerzu auffangen und akzeptieren.
»Die Ohrfeige hab ich verdient ...«, flüsterte er irgendwann nur zurück. »Und mir tut es auch leid. Alles. Ich wird’ in Zukunft versuchen, mit dir zu reden, sollte ich ... jemals noch mal so fühlen wie in den letzten Wochen.«
Feivel löste sich ein wenig und trat einen Schritt zurück. Er wischte sich über die Augen, was er heute schon viel zu oft hatte tun müssen. Nun waren sie also wieder vereint und nur zu zweit. Sie könnten jetzt einfach gehen und irgendwo neu anfangen. Aber Feivels Beine bewegten sich nicht.
»Ich kann trotzdem noch nicht gehen. Was ist mit Atticus? Er gehört zwar zu diesen Leuten, aber ... er ist nicht wie sie. Und er hat mir geholfen, ich kann ihn nicht im Stich lassen.« Hilfesuchend blickte Feivel seinem Dad in die Augen, was auch selten genug vorkam. Sie hatten zwar Freunde hier und da, welche sie besuchten und unter verschiedenen Umständen kennengelernt hatten. Aber Feivel war noch nie in die Verlegenheit gekommen, sich derart für einen von ihnen einsetzen zu wollen, da sie in der Regel wohlbehütet in Kolonien lebten. In freundlichen Kolonien. Die Wicked waren das genaue Gegenteil von sicher, und da Feivel wusste, wie unglücklich Atticus bei ihnen war, konnte er das nicht ignorieren. Außerdem war sein Rucksack voll mit empfindlichen Informationen.

@Edward Drummer

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#272

RE: Wälder

16.01.2023 10:41
Edward Drummer Edward Drummer (gelöscht)
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Das hatte Edward damit doch nicht sagen wollen! Feivel verstand gerade aber auch wirklich alles falsch oder? Wahrscheinlich weil er gerade in allem nur das Negative sah. Weswegen Eds Augenbrauen nach oben wanderten und er sich fragte, ob seine Worte gerade wirklich so rüber gekommen waren. Kommunikation war wirklich eine schwierige Angelegenheit. Und bei manchen Themen hatten sie den Dreh wohl beide noch nicht so richtig raus. Vor allem was Gefühle betraf. Sie sprachen zwar endlich drüber, doch scheinbar kamen die Dinge vollkommen falsch bei einander an. Weswegen Ed nun fast wieder ein bisschen sauer wurde, wegen dem Schwachsinn den Al da heraus posaunte.
„Sag mal, hast du dir irgendwo den Kopf gestoßen?? Du hast in letzter Zeit vielleicht etwas öfter Scheiße gebaut als sonst, ja… aber deswegen bin ich doch nicht weniger stolz auf dich! Hochbegabung hin oder her, du bist trotzdem kein Roboter sondern ein Teenager. Es wäre verdammt unheimlich, wenn du perfekt wärst und nie etwas falsch machen würdest. Denkst du etwa ich habe in deinem Alter nie Fehler begangen? Das gehört nun mal zum Erwachsenwerden dazu.. aber deswegen habe ich keine geringere Meinung von dir. Du erfüllst meine Erwartungen nicht nur, du übertriffst sie jeden Tag aufs Neue Feivel!“
War es wirklich nötig ihm das so klar und deutlich zu sagen? Offensichtlich. Aber nur weil er intelligenter war als andere Kids, schützte ihn das noch lange nicht vor Fehlern. Ed konnte nur hoffen, dass er das endlich kapierte und daraus lernte. Was vor allem das Weglaufen betraf…. denn das war das Schlimmste für ihn gewesen. Nicht zu wissen wo sein Sohn war, ob es ihm gut ging.. und ob er noch lebte.

Edward wollte nicht weiter über Violet reden. Es spielte nämlich keine Rolle, richtig. Sie war weg. Und das war alles das zählte. Ed würde darüber hinweg kommen und er würde Feivel deswegen keine Vorwürfe machen.
Familie stand bei ihnen stets an erster Stelle und es brach Ed das Herz, dass Alphonse wirklich daran gezweifelt hatte. Hoffentlich tat er das nach diesem Tag und dieser Umarmung nie wieder.. in der seine sämtliche Liebe und Zuneigung für AJ lag.
Er strich ihm sogar sachte durch das wilde Haar, damit er sich beruhigen konnte. Fand es sogar schön, dass Feivel mal ein paar Emotionen zeigte. Klar, er hatte ihn dazu erzogen stark zu sein. Aber das hieß nicht, dass er durch und durch gefühlskalt sein sollte. Manchmal war es in Ordnung zu weinen.. zumindest für Teenager. Er selbst versuchte die Contenance zu bewahren und nun mit voller Stärke für seinen Sohn da zu sein, ganz egal wie es ihm gerade selber ging.
„Das will ich hoffen. Und sollte ich… wieder nicht zuhören, dann bringst du mich dazu, verstanden?“
Denn rückwirkend betrachtet hatte es schon ein paar Momente gegeben, in denen Ed sich gefragt hatte, ob Al ihm etwas bezüglich Violet sagen wollte. Doch er hatte nicht hingesehen. Nicht auf seinen Vaterinstinkt vertraut, sondern war davon ausgegangen, dass Feivel das schon alles hinkriegen würde, statt mal nachzufragen, wie es ihm damit ging. Auch das war nicht richtig gewesen. Aber er hatte für ein paar Wochen wohl einfach gern mal jedes Drama aussparen und dieLeichtigkeit des Lebens genießen wollen. Doch das war ein Fehler gewesen. Das konnte er tun sobald Al ‚ausgezogen‘ war und vielleicht selbst eine Beziehung führte.

Fürs erste war nun aber hoffentlich wieder alles zwischen ihnen gut und geklärt. Ed ließ von Feivel ab, als dieser Abstand zwischen sie brachte und blickte ihm in die Augen. War darin wirklich so etwas wie Sorge zu erkennen, als er erneut über diesen anderen Jungen sprach? Das war absolut ungewöhnlich für Alphonse, weswegen es Edward ein wenig irritierte.
„Ich weiß nicht wo er ist AJ. Zurück zu seinen Leuten gegangen, vermute ich. Er hat mir den Weg zu dir erklärt und ist dann im Wald verschwunden. Aber.. wir können nichts für ihn tun. Ich meine, er hätte schon mehrfach mit uns abhauen können, wenn er das gewollt hätte. Hat er aber nicht, also scheint er freiwillig bei diesen Leuten zu sein. Mit denen ich mich ganz bestimmt nicht anlege.. für einen so gut wie fremden Jungen. Diese Gruppe von Psychos ist skrupellos, brutal und grausam. Und sie sind immer noch auf der Suche nach uns, weshalb wir hier weg müssen Feivel.“
Sie konnten nicht warten oder zurück gehen, um Atticus zu holen. Das wäre Selbstmord. Sie hatten es doch gerade erst so irgendwie geschafft von dort zu entkommen.
„aber.. weshalb ist dir das so wichtig? Immerhin haben uns schon viele Leute auf unserem Weg geholfen“
Und bei keinem dieser Menschen hatte Feivel das Bedürfnis entwickelt sich zu revanchieren oder gar Ambitionen gezeigt, sich für sie einzusetzen. Wieso tat er es bei Atticus?
„Magst du ihn etwa?“

Er meinte das jetzt nicht im romantischen Verständnis, das kam ihm überhaupt nicht in den Sinn. Aber irgendwas an diesem Jungen schien Al wohl nicht loszulassen.. und Ed wollte gerne wissen was das war.

@Alphonse Drummer


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#273

RE: Wälder

16.01.2023 11:18
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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»Ich wäre aber gern ein Roboter«, hielt Feivel dagegen und schnaubte, nun auch wieder erzürnt. »Diese ganze Scheiße mit den Gefühlen ...da könnte ich echt drauf verzichten.« Oder? Ihm taten diese Worte ja fast sofort wieder leid. Denn ohne Gefühle könnte er auch für Ed nicht so viel Liebe empfinden, mit allem, was dazu gehörte. Oder seine Mom vermissen, so schmerzhaft das auch war. Aber die Pubertät, die würde er trotzdem gern überspringen. Die hielt ihn auf und das nervte.
Edward sagte ihm jetzt sogar freiheraus, dass Feivel seine Erwartungen stets übertraf? Da pochte sein Herz doch stolz und fester für ein paar Sekunden. In bestimmten Dingen wusste er, dass es so war. In den Dingen, die er hatte lernen können, wie das Kämpfen oder strategischen Denken. Aber in Sachen Gefühlswelt glaubte er, eine reine Enttäuschung zu sein. Dem war offenbar nicht so. Oder es war das Gesamtpaket, das für Ed zählte. Im Grunde war das auch egal, seine Worte bedeuteten Feivel die Welt und ja ... es war wohl nötig gewesen, das einmal so deutlich auszusprechen. Man konnte lang davon ausgehen, sich auch ohne Worte zu verstehen, aber offenbar musste das ein oder andere doch gehört werden.

Die folgende Umarmung brauchte Feivel so dringend wie die Luft zu atmen. Auch, sich mal kurz gehen zu lassen, nicht mehr länger stark zu sein ... sich vom Vater auffangen zu lassen. Er nickte wegen dem Zuhören, und in ihm formte sich der Wunsch, Ed auch noch etwas deutlich zu sagen. Jetzt, wo seine Gefühle so offenlagen ... denn das würde nicht so bleiben. Irgendwann später würde sich AJ sehr schämen und verfluchen, weil er es so weit hatte kommen lassen. Egal, wie nötig es gewesen war. Sich emotional nackt zu machen war fast noch schlimmer als unerwünschter Körperkontakt. Weswegen solch eine Situation weiterhin eine Rarität bleiben würde.
»Dad ... ich hoffe, du weißt, dass alles, was du mir gesagt hast, auch für dich gilt. Auch als Vater muss man nicht perfekt sein. Vielleicht haben wir ja beide was gelernt. So oder so ... bist du der beste Papa, den ich mir vorstellen kann. Ich hab mich ... furchtbar ohne dich gefühlt.« Jetzt musste er ihm doch noch einmal um den Hals fallen. Diese Aussprache würden sie beide wohl niemals vergessen und Feivel war nach wie vor ziemlich mies, das, was sein Herz fühlte, in Worte zu fassen. Aber er hatte es nun versucht und hoffentlich kam die Botschaft richtig an.

Atticus konnte Feivel trotzdem nicht vergessen. Er sorgte sich um ihn mehr, als er es für möglich gehalten hatte. Sein Vater schien aber nicht zu wissen, wohin er verschwunden war? Dabei hatte Atticus doch gesagt, er würde mit hierher kommen. Die Dinge hatten sich wohl anders entwickelt. Letztlich war die Hauptsache, dass der Gleichaltrige sein Gesicht wahren konnte und keinen Ärger bekam. Feivel hoffte, es war so.
»Er kann nicht so einfach abhauen, selbst wenn er es tief im Herzen will.« AJ stockte. Woher wollte er denn wissen, wie es im Herzen des anderen aussah? Nur weil sie eine Nacht lang Unterlagen sortiert und über Gott und die Welt gesprochen hatten? »Ich ... ich hab ihm versprochen, ihm zu helfen. Könnten wir wenigstens in der Nähe bleiben?« Das war riskant, das wusste Feivel. Doch außerhalb des Wicked-Reviers war es ja vielleicht halbwegs sicher. Dafür mussten sie die Grenzen allerdings erst mal kennen – was nicht der Fall war. In Atticus’ Notizen war dazu auch nichts vermerkt.
AJ hielt in seinen Gedanken inne. Warum ihm das so wichtig war und ob er den anderen Jungen ... mochte? Sofort drohte er, sich dem Gespräch zu sperren. Was schon alles aussagte ... Mist!
»Ich hab ihm Hilfe versprochen und er hat das Angebot angenommen. Wenn ich jetzt gehe und nicht mehr zurückblicke, lasse ich ihn im Stich.« Der Mögen-Frage wich er mal total geschickt aus. Ein Versprechen hatte doch eine gewisse Gewichtung, die auch nicht zu ignorieren war, oder?

@Edward Drummer

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#274

RE: Wälder

16.01.2023 11:59
Edward Drummer Edward Drummer (gelöscht)
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„Wäre zwar ganz praktisch.. so ein eigener, kleiner Terminator. Aber ich mag uns so verkorkst wie wir sind“
Sagte er nun sogar mit einem leichten Schmunzeln. Denn Ed war gefühlstechnisch nun auch nicht das beste Vorbild. So wie er einem Geist hinterher trauerte und seine Gefühle oft für sich behielt. Kein Wunder, dass Feivel damit auch Schwierigkeiten hatte. In der Hinsicht fehlte ihm nun mal der weibliche Einfluss. Etwas das Ed nie kompensieren können würde. Manche Dinge.. waren einfach der leiblichen Mutter vorbehalten. Und offenbar auch keiner Ersatzmutter.. denn dieser Versuch war gerade ordentlich nach hinten los gegangen.
Edward wusste wie kostbar und selten Momente wie diese waren. Sowohl für Feivel als auch für ihn selbst. Denn auch er hatte Schwierigkeiten damit, seine Gefühle so direkt auszusprechen. Nun war es aber notwendig, weshalb er über seinen Schatten sprang.
Und Alphonse? Der tat dasselbe. Was so gut wie nie vorkam. Weswegen Eds Augen nun doch noch mal feucht wurden, weil ihn seine Worte so sehr berührten.
Da schlang er erneut ganz fest die Arme um seinen Sohn und hielt ihn dicht an sich gedrückt. Presste die Lippen aufeinander, um nun nicht ebenfalls los zu flennen, sondern sich zusammen zu reißen.
„Und ich ohne dich. Bitte jag mir nie wieder so einen Schrecken ein, okay? Ich kann dich nicht auch noch verlieren…“
Diese Ungewissheit war die schlimmste Strafe von allen für ihn gewesen. Sollte Al ihn nächstes Mal anschreien, schlagen, beschimpfen, beleidigen aber er sollte nie wieder.. einfach so abhauen.

Hoffentlich auch nicht wegen besagtem Jungen, über den sie im Anschluss sprachen. Edward bemühte sich ja um Verständnis. Aber Feivels Schutz stand trotzdem über allem. Jetzt, wo er ihn fast verloren hatte, noch mehr denn je. Andererseits wollte er ja auch seine Kontakte zu Gleichaltrigen fördern. Aber warum musste Al sich dafür gerade einen Kerl aussuchen, der bei einer psychotischen Meute von Psychokillern lebte??? Und Ed erkannte Psychopathen wenn er sie sah. Das war früher sein tägliches Brot gewesen.
AJs Worte kamen ihm hingegen verdächtig unüblich vor. Er sprach davon was dieser Atticus in seinem Herzen wollte? Okay.. da runzelte er nun doch die Stirn.
„Und warum kann er das nicht?“
Ed wusste nichts über ihn oder seine Geschichte. Also vielleicht konnte Feivel mal eben etwas Licht ins Dunkel bringen, damit Ed ihn nicht weiter verwirrt anstarren musste wie ein Autobus.
Es gefiel ihm nicht, dass Feivel versprochen hatte zu helfen und in der Nähe bleiben wollte. Also.. irgendwo fand er es ja schon gut, er lernte Verantwortung zu übernehmen und sich für andere einzusetzen. Aber.. wieso gerade in so einer gefährlichen Angelegenheit??
„und wie stellst du dir das vor Alphonse? wie genau möchtest du ihm denn helfen, wenn er die Kolonie nicht verlässt, wir aber nicht mehr dorthin zurück gehen können?“
Denn das stand außer Frage. Sie würden sich NICHT mit diesen Verrückten anlegen! Also was konnten sie für Atticus tun? Außer ihn da raus zu holen, fiel Edward nun nichts Kluges ein.
Er fand es ja anständig von Feivel, dass er sein Versprechen halten wollte… dazu hatte er ihn auch erzogen. Aber im besten Fall hätte er es ihm einfach nicht geben dürfen!

@Alphonse Drummer


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#275

RE: Wälder

16.01.2023 12:29
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Verkorkst ... ja, das waren sie wirklich. Aber Feivel liebte das, ebenso wie Ed. Das machte sie eben aus. Weswegen auch er schmunzelte und nickte. Ihr beider Leben hätte ganz anders verlaufen sollen und wer wusste schon, was dann aus ihnen geworden wäre. Aber nun waren sie die Individuen, die sie eben waren und ... so wie AJ für Ed das Wichtigste auf der Welt war, so war es umgekehrt doch auch so. Sonst wäre Feivel niemals weggerannt, so paradox das auch klang. Das war aus Liebe geschehen und dem Wunsch, dass Ed glücklich wurde.
Und sie wussten nun beide, dass Cara niemand ersetzen konnte, so bitter dies auch war. Denn sie würde nicht zu ihnen zurückkommen, egal wie sehr sie sich das auch erträumen mochten.
Wenn man so selten über die Gefühle sprach, beinhaltete jedes Mal etwas Besonderes und sie würden diesen Moment für immer in ihren Herzen bewahren. Feivel wusste eigentlich, wo die Grenzen seiner Aufmüpfigkeit lagen. Ed diese Ungewissheit anzutun, nach allem, was sie durch hatten, war grausam gewesen. Zumal er es so oft und so kurz hintereinander getan hatte. Aber damit war nun Schluss, das nahm er sich ganz fest vor.

Weswegen er auch die Sache mit Atticus ansprach. Es war allerdings schwierig, da Feivel noch ein anderes Versprechen gegeben hatte. Nämlich, keinen Verrat zu begehen. Gemeint waren vor allem die Wicked gewesen, aber es bezog womöglich auch Edward ein. »Das ist ... nicht so leicht zu erklären. Ich dachte ja ... na ja, dass ich dich nie wiedersehe. Also hab ich ihm auch versprochen, mein Wissen niemandem weiterzugeben.« Betroffen sah Feivel zur Seite. Dass er so einen Schwur nicht hätte leisten können, wenn sein Vater mit involviert gewesen wäre, war klar. Dann hätte er das bei Atticus angesprochen und darauf plädiert, den Erwachsenen mit einzubeziehen. Aber das war nun nicht geschehen und dementsprechend schwer tat sich Feivel damit, auszupacken. »Ich bin übrigens auch nicht mit Vorsatz hier gelandet. Wie weit ich vom Weg abgekommen war, merkte ich erst, als ich ... dem Feind gegenüberstand. Atticus hat mir geholfen und mich versteckt.« Was Edward nun auch deutlich machen sollte, wie viel dem Gleichaltrigen zu verdanken war, da er bereits mit den Kriegern der Wicked Bekanntschaft geschlossen hatte. Aber auch, wie sehr Feivel wegen dem Bruch mit seinem Vater durch den Wind gewesen war, da er sich verlaufen hatte.
»Mein Hilfsangebot bezieht sich auf ... Recherche und Gedankenstützen. Er will ... ein paar Sachen über seine Leute herausfinden, aber du hättest das Chaos bei ihm mal sehen sollen.« Feivel schnaubte missbilligend, so langsam fand er zurück zu seinem eigentlichen Wesen. »Auf sich allein gestellt wird er keine Fortschritte machen, er braucht jemanden, der ihm beim Kombinieren und Ordnen hilft. Also mich.«
Ob er damit schon zu viel verraten hatte? Feivel konnte es schlecht einschätzen. »Ich will mich ja nur regelmäßig mit ihm treffen können, an einem sicheren Ort.«

@Edward Drummer

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#276

RE: Wälder

16.01.2023 13:30
Edward Drummer Edward Drummer (gelöscht)
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Nun war wohl alles gesagt. Hoffentlich würde keiner von ihnen diese Worte so schnell vergessen, selbst dann nicht, wenn sie sich mal wieder zofften. Denn das war relativ häufig der Fall. Änderte aber trotzdem nichts an Edwards Liebe für seinen Sohn. Woran er nun hoffentlich nie wieder den Glauben verlor und dachte, er wäre ohne ihn besser dran.
Doch kaum schien ein Problem gelöst, tauchte bereits ein neues auf. Das Leben gönnte ihnen eben keine Verschnaufpausen.
Edward hörte sich an was Feivel zu Atticus zu sagen hatte und es gefiel ihm ganz und gar nicht.
Erneut tat es weh zu hören, dass Al wirklich gedacht hatte, sein Dad würde ihn nicht suchen… aber sie hatten das geklärt. Er durfte darauf nun nicht weiter rumreiten sondern musste die erneut aufkeimenden Gefühle deswegen runter schlucken. Und einfach weiter für seinen Sohn und seine Sorgen da sein. Wenn er ihm endlich mal ein bisschen was davon erzählte, was ihn umtrieb.
„Ich bin aber nicht irgendwer. Und wenn dein Versprechen ihm gegenüber Gefahr für dich bedeutet.. dann kannst du es mir nicht verschweigen Feivel. Denn dann bedeutet es Gefahr für uns beide.“
Schwur hin oder her. Manche Dinge wurden in jugendlichem Leichtsinn versprochen. Und auch wenn Edward es ja gut fand, dass AJ seinen neuen Freund.. oder was auch immer er war.. nicht verraten und sein Versprechen halten wollte, so gab es Geheimnisse, die durfte man nicht verschweigen. Manche Dinge waren für Jugendliche einfach noch zu schwierig zu lösen und sie brauchten die Hilfe von Erwachsenen.
Dass Atticus ihm geholfen und ihn versteckt hatte war ja toll von ihm… auch dass er Ed im Kampf geholfen und ihn zu Feivel geführt hatte. Aber dennoch… hatte Edward einfach ein schlechtes Gefühl bei dem Jungen. weswegen er auch nur ein nachdenkliches ‚hm‘ als Reaktion darauf von sich gab.
Er wollte ihm also bei Rechcherchearbeiten helfen? Was diese Wicked betraf? Das schrie ja förmlich danach, dass es nach hinten los gehen würde, wenn Atticus aufflog.
„Selbst wenn er dich gerettet hat Feivel, ich möchte trotzdem nicht, dass er dich in seine Fehden mit hinein zieht. Ich kenne Jungs wie ihn… und sie bedeuten so gut wie immer Ärger“
Das war nun vielleicht eine Generalisierung und ein Vorurteil. Aber hinter den meisten Vorurteilen steckte auch ein stückweit Wahrheit. Und Edward hatte ein Auge dafür, welche Menschen Ärger bedeuteten und welche nicht.
„Dein blaues Auge damals? Kam das von ihm?“
Edward war nicht dumm. Er hatte nie geglaubt, dass ihm ein Buch auf den Kopf gefallen war. Und Edward konnte 1+1 zusammen zählen. Die beiden hatten sich in der Nacht auf dem Baum nicht zum ersten Mal gesehen. Das stand außer Frage.
Auch wenn Ed ja schon fast schockiert über sich selbst war. Weil er plötzlich so seriös und wie ein total reifer Erwachsener klang. Das war nicht immer so gewesen. Und eigentlich gefiel es ihm auch nicht. Aber in manchen Situationen musste man wohl den spießigen Erwachsenen raushängen lassen.
Allerdings fiel es ihm auch schwer, Feivel diesen Wunsch nach regelmäßigen Treffen auszuschlagen. Er brannte selten für irgendetwas und schien diesen Atticus echt gern zu haben. sonst würde er nicht so viel riskieren, selbst wenn er es nicht zugab. Weshalb er in einer Zwickmühle war.
„Okay, hör mir zu. Wir sehen uns hier um und suchen nach einem möglichen Versteck in der Nähe. Und wenn wir eines finden, beobachten wir die Umgebung eine Weile. Atticus hätte diesen Spielplatz wohl nicht als Treffpunkt vorgeschlagen, wenn seine Truppen so weit gehen würden. Passieren könnte es aber trotzdem! Wir sind noch viel zu nahe an der Kolonie dran. Ich bin mir sicher auch sie haben Späher oder Versorgungstruppen. Es könnte also jederzeit passieren, dass irgendeines dieser Arschlöcher hier auftaucht oder das dein neuer Freund seine Leute ungewollt hier her führt. Ihr trefft euch also nicht ohne meine Aufsicht. Und sobald er hier auftaucht überlegen wir uns einen neuen Treffpunkt, verstanden?“
Edward wollte seinem Sohn ja entgegen kommen.. aber er musste trotzdem dafür sorgen, dass die beiden Jungs überlebten und keine Dummheiten begingen.

@Alphonse Drummer


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#277

RE: Wälder

16.01.2023 14:08
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Feivel wollte sich ja seinem Vater anvertrauen, aber gleichzeitig wollte er auch sein Versprechen halten. Er würde niemals Atticus’ Blick vergessen, als dieser es ihm abgerungen hatte. »Ich hab auf dich schwören müssen, so wichtig war es ihm, dass ich dichthalte.« Zugegebenermaßen war Feivel nicht abergläubisch. Er bezweifelte das Geschehen von schlimmen Dingen, nur weil er seinem Dad gleich ein paar Dinge offenbaren würde. Und ganz ehrlich, Grausamkeiten fanden immer statt, egal, ob man sich an Versprechen hielt oder nicht. Es war mehr das Vertrauen, das Feivel nicht aufs Spiel setzen wollte. Denn dass Atticus es nicht leichtfertig schenkte, hatte AJ bereits begriffen. Und irgendwie war er stolz darauf, dass er es sich verdient hatte – selbst wenn es durch die Aufräumaktion anfangs einem gewissen Zwang unterlegen hatte.
Er trat einen Schritt zurück. »Du kennst Jungs wie ihn? Was genau soll das heißen? Du hast ihn erst einmal ganz kurz gesehen, nicht mal einen ganzen Satz mit ihm gesprochen. Ich hatte auch erst eine falsche Meinung von ihm. Du und ich sollten ganz genau wissen, dass der erste Eindruck ganz schön täuschen kann.« Von ihnen würde wohl auf den ersten Blick auch niemand etwas von dem erwarten, was unter dem schlummerte, was sie nach außen hin zeigten.
Edward fragte nach dem blauen Auge, was Feivel seufzen ließ. Sein Dad hatte ihm von Anfang nicht geglaubt, dass ihm ein Buch ins Gesicht gefallen war. »Wir hatten einen schlechten Start. Aber das bedeutet nichts. Ich bin dank ihm jetzt schon dreimal dem Tod oder einer Gefangennahme entronnen und dir hat er auch geholfen. Weißt du eigentlich, was er sich damit für Gefahren aussetzt? Das müsste er nicht tun, genauso wenig wie ich ihm nicht helfen müsste. Aber wir sind ... na ja, ich schätze, wir sind jetzt Freunde.«
Feivel lächelte sogar. Das hatte sich Ed doch immer gewünscht, oder? Es gab Gleichaltrige, mit denen AJ sich sehr gut verstand, besonders Skadi war eine Konstante seit seiner Kindheit. Aber das hier war anders, auch wenn Feivel selbst nicht sagen konnte, woran das lag. Vielleicht, weil er im Begriff war, einen Freund in einer beschissenen Situation zurückzulassen. Etwas, das er noch nie hatte tun müssen und sich richtig kacke anfühlte.
Ein Glück lenkte Edward ein. Mit dem Kompromiss, bei den zukünftigen Treffen dabei zu sein. Feivel wusste, mehr würde er nicht verlangen können, auch wenn es Atticus womöglich nicht gefallen würde, von einem Erwachsenen beobachtet zu werden. Vertraulich miteinander sprechen könnten sie ja trotzdem, wenn sie ein Stück außerhalb von Eds Hörweite gingen, aber weiterhin im Sichtfeld blieben.
»Okay. Danke, Dad! Ich möchte mindestens einmal mit ihm noch sprechen und dann ... sehen wir weiter, okay?« Vielleicht konnten sie sich auf irgendwas einigen oder Atticus selbst kannte noch einen Platz, wo es sicherer war, zu lagern, und sie sich trotzdem ab und an sehen konnten. Feivel wollte gerade einfach nur nicht sang- und klanglos verschwinden, obwohl noch so viel Unausgesprochenes zwischen ihnen stand und er Atticus’ Unterlagen besaß.
So verkrümelten sich Vater und Sohn erst mal von der Bildfläche und warteten einige Tage ab, bis sich hoffentlich die Aufregung bei den Wicked wieder gelegt hatte. Ab dann gingen sie regelmäßig beim Spielplatz vorbei, in der Hoffnung, Atticus würde dort auftauchen.

@Edward Drummer

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#278

RE: Wälder

16.01.2023 21:27
Edward Drummer Edward Drummer (gelöscht)
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„Auf mich? Das fiel dir dann bestimmt nicht sonderlich schwer, wenn du dachtest wir würden uns nie wieder sehen“
War es schon der richtige Zeitpunkt, um über das Geschehene zu scherzen? Naja, Edward versuchte es zumindest. Denn seine Worte klangen nicht böse, sondern er schmunzelte schwach dabei. Vor allem wenn Feivel mal wieder so ernst war, versuchte Edward häufig ihn mit dummen Bemerkungen oder schwarzem Humor aufzuheitern. Auch wenn Feivel dadurch meist nur noch angepisster war als vorher. Lassen konnte Ed es trotzdem meist nicht.
Nun hielt AJ ihm, wie erwartet, einen Vortrag über Vorurteile. Diese Meinung teilte Edward prinzipiell ja auch. Dennoch musste er einwenden
„Naja, wir beide bedeuten ja auch genug Ärger“
Hätte Atticus ordentliche Eltern, würden sie ihm den Umgang mit einem ehemaligen Auftragskiller der Yakuza wohl ebenfalls verbieten. Und mit dessen hochbegabten, mörderischen Sohn, der jederzeit austicken könnte. Also war es wirklich so falsch, dass Edward sich Sorgen machte? Er machte Atticus ja keine Vorwürfe dafür, dass er so war. Doch er hatte einfach so eine Vermutung… dass sie seinetwegen noch ziemlich viele Probleme haben würden.
„Nenn es einfach ein Gefühl“
Manchmal musste man sich auf seine Instinkte verlassen. Und als Feivel ihm bestätigte, dass Atticus es war, der ihm ein blaues Auge verpasst hatte, bestätigte sich sein Verdacht nur noch. Mochte schon sein, dass er einen guten Kern hatte. Aber seine Absichten waren offensichtlich zweifelhaft.
„Ich sage ja auch nicht, dass er durch und durch schlecht ist. Und ich finde es ja gut, wenn du neue Freundschaften schließt… aber hättest du dir nicht jemanden aussuchen können, der mit weniger gefährlichen Leuten verkehrt?“
So wie Skadi. Sie war eine gute Freundin. Und Ed wäre es ohnehin am liebsten, wenn aus den beiden ein Paar werden würde. Sie wären zwar zwei unerträgliche Klugscheißer aber Feivel sollte auch erfahren wie es sich anfühlte geliebt zu werden, eine Beziehung zu haben, sexuelle Erfahrungen zu machen.
Aber es half ja alles nichts. Feivel hatte seine Entscheidung getroffen und bereits ein Versprechen gegeben. Das ließ sich nun wohl nicht mehr rückgängig machen.
Letztlich ließ Edward sich ja doch von seinem Sohn weichkochen. Kindern die überzeugt von etwas waren etwas abzuschlagen…. war wahnsinnig schwierig. Weswegen er seufzend zustimmte
„na schön, ich vertraue dir. Und auch darauf, dass du keine weiteren, dummen Entscheidungen treffen wirst.“
Er wollte Feivel einen Vertrauensvorschuss geben, nach allem was war sollte er ihm wieder zeigen, dass er aus seinen Fehlern gelernt hatte.
Also zogen sie sich zurück und suchten sich ein sicheres Versteck, in welchem sie einigermaßen sicher waren. Bislang gab es keine Probleme, das könnte aber auch nur die Ruhe vor dem Sturm sein.

Nach einigen Tagen hatten die Wicked die Suche nach dem Berserker endlich aufgegeben, der ihre Leute getötet hatte. Er war wohl weiter gezogen.. Atticus hatte noch ein paar falsche Spuren gelegt, damit man ihnen nicht folgen, sondern eine andere Richtung einschlagen würde. Und endlich konnte er sich selbst in Richtung Spielplatz aufmachen. Nicht wissend, ob Alphonse überhaupt noch dort war. Die Chancen standen nicht besonders gut, das wusste er. Aber musste dennoch darauf hoffen, nicht nur wegen den Unterlagen, die Al für ihn gehütet hatte. Sondern auch.. weil er ihn gerne wieder sehen wollte.
Also machte er sich nachmittags auf den Weg in Richtung Treffpunkt. Nur als er dort ankam, war da niemand. Weshalb Atticus sich auf die Schaukel setzte und wartete. Er konnte ja nicht erwarten, dass Feivel Tag und Nacht den Spielplatz hüten und nach ihm Ausschau halten würde. Also musste er geduldig sein und darauf vertrauen, dass AJ sein Versprechen hielt.

Und so war es auch. Denn nur knappe 2 Stunden später, waren Ed und Al unterwegs in Richtung Spielplatz. Sie näherten sich aus den Gebüschen und konnten Atticus deshalb bereits von weitem sehen. Er sie jedoch noch nicht.
Als Edward den Jungen so betrachtete…. wie er da auf der Schaukel hin und her wippte, mit dem Fuß ein paar kleine Kieselsteine weg kickte und einfach gedankenverloren auf den Boden starrte…. löste das irgendetwas in ihm aus. Denn trotz all des Ärgers, in den er verwickelt zu sein schien.. war Atticus trotz allem noch ein Kind. Ein Teenager, der niemanden hatte, der sich um ihn kümmerte. Also.. davon ging er zumindest aus. Sonst würde er nicht so verloren wirken. Und das erinnerte ihn schlagartig an sich selbst. Auch er war bei einer skrupellosen Organisation aufgewachsen, ohne Eltern, war impulsiv und hatte seine Gefühle nicht immer unter Kontrolle. Der einzige aber dafür wichtige Unterschied war lediglich jener, dass er seinen großen Bruder gehabt hatte. Aber wen hatte Atticus?
Scheiße.. er wollte ihn doch eigentlich schnell wieder los werden. Ihm weiterhin skeptisch gegenüber stehen und die Freundschaft zu Feivel am liebsten unterbinden. Aber gerade tat er sich irgendwie schwer damit.
Er hatte Feivel immerhin auch gesagt, dass sie einander nur unter Aufsicht treffen durften. Doch stattdessen seufzte er leise und meinte zu seinem Sohn.
„…ich sichere die Umgebung während ihr redet“
Was so viel bedeutete wie, er würde ihnen ihre Privatsphäre gönnen. Aber er würde in der Nähe bleiben und dafür sorgen, dass niemand hier vorbei kam und Ärger machte…

@Alphonse Drummer


Tame your demons before you become one

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#279

RE: Wälder

16.01.2023 22:03
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Für Feivel kam dieser Scherz in der Tat zu früh, weswegen er nur betreten zu Boden sah und sich fragte, ob er nicht deutlich genug gemacht hatte, warum er gegangen war. Hatte er jetzt öfter solche Spitzen wegen der Sache zu befürchten? Andererseits ... war er ja auch nicht gerade nett und strich anderen ihre Fehler gern aufs Brot. Warum sollte er von Edward eine Sonderbehandlung erwarten?
»Wir bedeuten aber nicht nur Ärger. Sonst könnten wir uns gleich bei den Leuten hier einquartieren und Atticus’ Pläne an sie verraten.« In ihnen war auch Gutes, auch wenn sie stets nur auf sich und ihre Vorteile beim Überleben achteten. So waren sie trotzdem nicht abgestumpft oder mit allen auf Kriegsfuß.
»Ein Gefühl ...«, echote Feivel, so langsam wieder echt genervt. »Wenn es hier darum geht, dass er mir ein blaues Auge verpasst hat und er deswegen ein Scheißkerl sein soll, frag noch mal Violet, wem sie ihr zermatschtes Gesicht zu verdanken hat.« Generell würden sie drei dann doch optimal zusammenpassen, da sie sich gern prügelten.
»Weißt du, ich hab auch ein Gefühl. Und das sagt mir, dass ich ihn nicht im Stich lassen will.« Jetzt wünschte sich Edward womöglich doch einen Feivel-Roboter statt jenen, der plötzlich auf seine Emotionen hörte, statt auf seinen Verstand. Aber selbst dann würde AJ darauf bestehen, zu bleiben, allein wegen der ganzen Rätsel, die immer noch ungelöst waren. Die zogen ihn ebenso magisch an.
»Ich hab ihn mir nicht ausgesucht. Du weißt genau so gut wie ich, dass das so nicht läuft.« Musste er das seinem Dad echt erklären, wie das mit den Freundschaften lief? So wie Feivel gerade rumätzte, war das ursprüngliche Vater-Sohn-Verhältnis wohl wiederhergestellt. xD
Immerhin vertraute Edward ihm wieder. Das war schön zu hören und der einzige Grund, warum er nichts zu der Bemerkung sagte, er hätte eine ›dumme‹ Entscheidung getroffen. Dieses Adjektiv konnte er im Zusammenhang mit sich selbst echt nicht gut ertragen, daher gehörte eine Menge Disziplin dazu, eine bissige Bemerkung zu unterdrücken.

Einige Tage später machten sie sich auf den Weg zum Spielplatz, in der Hoffnung, Atticus dort zu treffen. Feivel war irgendwie aufgeregt und ungeduldig. Er hatte so viel mit seinem neuen Freund zu besprechen und er hoffte, es ging ihm gut. Die aufgeplatzte Lippe beim letzten Mal hatte er nicht vergessen, doch diesmal hatte Atticus sein Gesicht hoffentlich wahren können.
Es zog in AJs Brust, als er den Gleichaltrigen auf der Schaukel sitzen sah. Auch in ihm löste das etwas aus, wenn auch etwas völlig anderes als bei Papa Edward. Nur was ... das konnte er auch nicht sagen, kannte er sich doch so gut wie gar nicht mit solchen Emotionen aus. Doch es sorgte dafür, dass er unvermittelt schneller lief und gar nicht rasch genug am Spielplatz ankommen konnte. Er blieb nur stehen, weil Edward ihnen plötzlich Privatsphäre gönnen wollte. Da drehte sich Feivel zu ihm und brachte tatsächlich ein Lächeln zustande. »Danke, Dad!«
Und dann war er wirklich nicht mehr zu halten und rannte förmlich die letzten Meter. Oder zumindest bis zu dem Punkt, an dem Atticus ihn wohl wahrnehmen konnte, weil dann die Sicht frei war. Irgendwie wollte er sich mit offenkundiger Ungeduld dann doch nicht zum Affen machen. Es war ihm bereits peinlich. Was war nur los mit ihm? Die Sache mit Violet hatte mehr verändert, als ihm lieb war.
Als er sich in Hörweite befand, machte er auf sich aufmerksam, damit Atticus nicht von einem Feind ausging. »Hey, ich bin’s!«
Feivel trottete zur Schaukel und blieb ... dann unentschlossen bei dem anderen Jungen stehen. Mussten sie sich in einer bestimmten Weise begrüßen? Wobei ... sie waren doch Bros. Da reichte ein cooles ›Hey‹, oder?

@Edward Drummer

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#280

RE: Wälder

16.01.2023 22:21
Atticus Keene Atticus Keene (gelöscht)
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Natürlich hatte er nun häufiger Spitzen deswegen zu erwarten. Das war einfach ihre Art miteinander umzugehen. Aber das bedeutete ja auch, dass die Dinge in Ordnung und geklärt waren. Sonst könnten sie nicht deswegen scherzen. Es war also eine gute Sache und gehörte einfach zu ihrer Beziehung. Auch wenn Ed nicht vergessen hatte, manche Dinge zukünftig vielleicht ein bisschen anders anzugehen.
„Schon gut, du musst mich nicht daran erinnern, ich verbiete dir den Kontakt zu deinem neuen Freund ja auch gar nicht…ich will einfach nur, dass die vorsichtig bist.“
sagte Ed nun auch ein wenig genervt weil Feivel auf der Sache mit Violet herum ritt. Er hatte es ja kapiert, Atticus war kein Scheißkerl, sondern nur ein Jungen mit einem großen Rucksack an Problemen. Genau wie auch sie beide. Und schon war alles wieder ätzend wie vorher, nämlich dass Feivel einfach keine Ruhe gab, bis er eine Diskussion mit Argumenten gewonnen hatte.
Und doch fühlte Ed, dass es diesmal anders war. AJ redete sonst nicht über Gefühle, erst Recht nicht wenn sie andere betrafen. Und die Art und Weise wie er sich für diesen Jungen einsetzte war schon sehr speziell. Edward verstand nur noch nicht genau was der Grund dafür war. Aber vielleicht würde er das noch herausfinden, wenn er die zwei etwas beobachtete.
Was er definitiv kurz mal tun würde während der Sicherung der Umgebung xD
Jetzt ließ er die zwei aber erst mal alleine.

Atticus sah auf, als er ein Geräusch vernehmen konnte. Und tatsächlich, es waren keine Matschköpfe … der Wicked oder Beißer. Sondern Alphonse! Wodurch seine betrübte Miene sich augenblicklich etwas erhellte
„Hey!! Du bist ja wirklich noch hier…“
Er hatte darauf gehofft, sich aber nicht darauf verlassen. Dafür war er im Leben schon viel zu häufig enttäuscht worden.
„Hat dein Dad es geschafft??“
Das wusste Atticus ja nicht und er sah ihn hier nirgends. Hoffentlich hatte er den Spielplatz erreicht und war nicht unterwegs erwischt worden. Aber davon hätte er gehört. Doch es gab in der Gegend ja auch noch andere Bedrohungen als nur die Wicked.
Auch Atticus hatte das Bedürfnis Alphonse irgendwie zu begrüßen. Aber er wusste nicht wie. Eine Umarmung erschien ihm zu viel des Guten. Eine Bro-Fist war auch seltsam. Weshalb sie es beide bei einem simplen ‚hey‘ beließen und Atticus nur auf die Schaukel neben sich deutete, die ebenfalls frei war.
Er drehte sich seitlich zu ihm und hielt sich dabei an den kleinen Metallketten fest.
„Ich habe versucht meine Kolonie auf eine falsche Fährte zu locken.. damit sie euch hier nicht finden können“
Stellte er auch gleich klar, denn andernfalls wäre es hier nicht so ruhig geblieben, da hatte Edward schon Recht .

@Alphonse Drummer



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