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THE DEAD DON’T DIE
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#301

RE: Wälder

23.01.2023 21:56
Atticus Keene Atticus Keene (gelöscht)
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Vielleicht hätte Atticus sein Vorgehen besser mit Alphonse absprechen sollen, statt einfach blindlings drauf los zu stürmen. Eigentlich hatte er Jahre Zeit gehabt sich zu überlegen, wie sein taktisches Vorgehen am klügsten wäre. Aber wenn der Zorn die Kontrolle übernahm… halfen leider alle Pläne nichts mehr. Dann reagierte Atticus einfach impulsiv und war nicht fähig dazu, sich zu beherrschen. Eine seiner größten Schwächen, die ihm irgendwann bestimmt noch das Genick brechen würde.
Und nun hatte er vielleicht auch noch einen Sklaven mit ins Verderben gezogen. Er wusste nämlich nicht, ob Brutus Nico wirklich etwas angetan hatte.. oder ob Lust ihn damit nur fertig machen wollte. Aber natürlich dachte er häufig daran. Denn wenn ihm was geschehen war, dann war das seine Schuld! Dann hatte er einer Mutter ihren Sohn genommen. Eine grauenhafte Vorstellung! Alles was er anfasste ging kaputt.. er war wirklich.. ein wandelndes Desaster, das alles mit sich in den Abgrund riss.

Eine Einstellung, die Edward teilte!!! Weswegen er versucht hatte Al von seinen Gedanken an Atticus abzulenken. Vielleicht wäre er ihm nicht mehr so wichtig, wenn sie über andere Dinge redeten oder sie sich einfach so weit wie möglich von den Wicked entfernten. Aber nichts davon wirkte. Nicht mal die Aussicht auf eine Bibliothek in einer Stadt, die sie bisher noch nicht geplündert hatten! Da fragte Edward sich ebenfalls, ob Al vielleicht krank war, weil er so vehement darauf bestand zurück in diesen Bunker zu dürfen.
Edward hätte zugestimmt, hätte er ihn begleiten und draußen Wache halten dürfen. Aber nicht mal das gestattet AJ. Stattdessen fanden sie eine Notlösung mit dem Walkie Talkie. Nichts womit Edward zufrieden war. Er fand das immer noch eine schreckliche Idee. Aber mit AJ zu diskutieren war vergebene Liebesmüh. Wenn dieser sich was in den Kopf gesetzt hatte…. war es unmöglich ihn davon abzuhalten. Weshalb er missmutig zugestimmt hatte. da ihm nichts anderes übrig geblieben war. Sonst hätte er riskiert, dass AJ nachts wieder abhaute. So hatte er zumindest.. ein bisschen Kontrolle durch das Funkgerät.

Atticus jedoch kam sich gerade nicht wie die beste Gesellschaft vor. Er ertrank, wortwörtlich, in Selbstmitleid und Selbsthass. Hatte auch einige Blessuren und sah generell nicht besonders fit aus.
Er war noch nicht betrunken, hatte nur ein paar Schlucke gemacht, ehe sich plötzlich die Luke öffnete.
Trotzdem wusste Atticus nicht wirklich wie er auf Alphonse Ankunft reagieren sollte. Er wollte sich freuen. Aber auf der anderen Seite….
„Es wäre besser gewesen du wärst nicht zurück gekommen.. sonst wirst du meinetwegen auch noch an Brutus ‚verfüttert‘…“
ohhh ja, da schlug Feivel echt richtig gute Laune ins Gesicht.

@Alphonse Drummer



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#302

RE: Wälder

23.01.2023 22:14
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Feivel hatte Atticus ja noch ermutigt, schnell mit Fürstin Lust zu sprechen und sich mit ihr anzufreunden, da sie die besten Anhaltspunkte bieten würde. Es war ein gut gemeinter Rat beim Abschied gewesen, falls sie sich nicht wiedersehen und mehr besprechen konnten. AJ konnte es leider nicht einschätzen, wie sehr der Gleichaltrige Schwierigkeiten hatte, seine Tarnung zu bewahren. Nun war das Kind aber schon in den Brunnen gefallen – auch wenn Feivel das noch nicht wusste. Im Moment freute er sich einfach auf das Wiedersehen und darauf, Atticus vielleicht lächeln zu sehen, wenn sie sich begrüßten.
Man konnte sich die schönsten Dinge ausmalen, letztlich kam dann wohl doch alles anders. Das Bild, das sich ihm im Bunker bot, war erschreckend. Weil es überhaupt nicht mit dem Atticus übereinstimmte, den er vor zwei Wochen verlassen hatte. Offenkundig war etwas passiert. Die Blessuren könnten vom Training kommen, aber Atticus sah generell nicht besonders gesund aus. Und die Begrüßungsworte ... waren auch nicht gerade erbauend. Feivel kam sich ziemlich unwillkommen vor.
Trotzdem zog er sich den Rucksack ab und stellte ihn in eine Ecke. »Was ist passiert? Und wer ist Brutus? Müsste ich nach dem Namen gehen, handelt es sich um einen Verräter.« Vielleicht ein Kontakt von Atticus, der Schwierigkeiten machte? Der Name war ihm in den Notizen jedenfalls nicht untergekommen.
Feivel wollte sich aus unerfindlichen Gründen gern neben den Gleichaltrigen setzen, ihm ... nah sein. Das verwirrte ihn zum einen wieder, da er ohnehin nicht besonders gut im Trösten oder Aufbauen war. Zum anderen strahlte Atticus aber auch Ablehnung aus, demnach würde er ihn vielleicht sowieso nicht bei sich haben wollen. Also setzte sich Alphonse auf den Stuhl am Schreibtisch und wartete darauf, dass sein Freund ihm mehr als ein paar Brotkrumen hinwarf.

@Atticus Keene

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#303

RE: Wälder

23.01.2023 22:32
Atticus Keene Atticus Keene (gelöscht)
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Er war ja auch überzeugt von der Idee gewesen.. aber vielleicht war er einfach nicht für diese Aufgabe gemacht. Schlichtweg zu dumm, um die Wicked zu stürzen. Er war nur ein Kind. Was hatte er sich eigentlich eingebildet?
Gerade zweifelte Atticus wirklich an allem. Und sein Ziel war in weitere Ferne gerückt als je zuvor. Statt sich ihm anzunähern.. lief er rückwärts. Und das war verflucht frustrierend.
Er wollte seine Laune Alphonse nicht spüren lassen. Aber bei wem… wenn nicht ihm, konnte er seine ehrlichen Gefühle zeigen?
Wenn er ihn damit auch verschreckte, schön. Dann war es eben so.. und würde ja auch zu dem Bild passen, welches er gerade von sich hatte. Besser ihm kam niemand mehr zu Nahe. Also sollte er Feivel vielleicht bewusst vergraulen und ganz alleine bleiben. Dann konnte er auch keinem mehr schaden.
Er schaffte es dennoch nicht ihn gänzlich weg zu schicken. Sonst hätte er seinen Unmut deutlicher gemacht. Denn tief in seinem Inneren… wünschte er sich wohl, dass er sich zu ihm setzte. Ihn tröstete, ihm Mut machte und ihm zeigte, dass er nicht völlig wertlos war.
Aber das konnte er nicht von Alphonse verlangen. Es war nicht seine Aufgabe.. Atticus sollte kein verdammtes Baby sein. Er war immer schon alleine zurecht gekommen, also würde er auch das hier alleine durchstehen.
„nein… kein Verräter.. der beschissen treuste Wicked aller Zeiten. Bereit jeden noch so sadistischen Befehl auszuführen, ohne mit der Wimper zu zucken. Du willst ihm nicht begegnen…“
Atticus senkte den Kopf und nippte noch einmal an der Flasche. Scheiße schmeckte das süß und widerlich. Und so richtig helfen tat es irgendwie auch nicht.
„Ich habs verkackt… auf ganzer Linie. Endlich hatte ich meine Chance und war in Haus Lust stationiert… und trotz all der Vorbereitung ist es mir gelungen, nach nur wenigen Stunden auszurasten, meine Absichten zu offenbaren und die Fürstin gegen mich aufzubringen, sodass ich ganz bestimmt nichts mehr von ihr erfahre. Ach ja.. und meinetwegen wurde wahrscheinlich auch ein junger Sklave von Brutus zu Tode gefoltert…. war eine echt tolle Woche. Und bei dir so?“

@Alphonse Drummer



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#304

RE: Wälder

23.01.2023 22:51
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Feivel war echt ... total schlecht darin, jemandem Mut zuzusprechen oder auf Gefühle einzugehen. Weswegen er gerade ziemlich überfordert mit Atticus’ Stimmung war. Das war noch einfacher gewesen, als sie sich nicht gemocht und gegenseitig die Köpfe eingeschlagen hatten. Jetzt waren sie befreundet, kannten sich aber noch nicht gut genug, um wirklich zu wissen, wie der andere tickte.
»Hat er dir das angetan?«, fragte Alphonse und deutete auf die blauen Flecken, die ihm von Atticus’ Haut entgegenleuchteten.
Nun rückte sein Gegenüber endlich etwas mehr mit der Sprache raus. Und sagte ziemlich vernichtende Dinge, die auch Alphonse niederwarfen. »Aber ... du bist hier. Wenn sie wirklich deine Absichten enttarnt hätte, wärst du doch nicht auf freiem Fuß. Vielleicht wollten sie dich ... nur einschüchtern. Ein Warnschuss, sozusagen.« Mann, war er mies in zwischenmenschlicher Kommunikation. Zumindest solang er nicht klugscheißen konnte.
Weil er sich so hilflos fühlte, stand er nun doch wieder auf und ging zu Atticus hinüber ... ließ sich neben ihm nieder und lehnte sich ebenfalls an die kühle Wand. Zwischen ihnen war noch eine Lücke, aber sie war nicht besonders groß. »Willst du mir genauer erzählen, was passiert ist? Was die Fürstin gesagt und getan hat? Vielleicht ... kann ich es durch meinen Abstand anders analysieren als du.«
Unschlüssig sah er auf seine Hände hinab. »Hast du denn ... wenigstens etwas zu deiner Mom herausgefunden?« Falls ja, wäre das zumindest ein kleiner Lichtblick in all der Schwärze.

@Atticus Keene

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#305

RE: Wälder

23.01.2023 23:11
Atticus Keene Atticus Keene (gelöscht)
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Ihr erstes Aufeinandertreffen war auch nicht unbedingt positiv gewesen. Doch da hatte er sich einfach mit Feivel prügeln können. Das konnte er jetzt nicht mehr. Also.. könnte er schon. Aber dann würde er auch das letzte, noch so dünne Band zerschneiden, das er noch hatte. Und davor hatte er höllische Angst. Konnte seine Wut, Verzweiflung und Enttäuschung aber auch nicht einfach ausblenden. Weshalb Alphonse die volle Ladung ungebremst abbekam. Das war wohl die erste Härteprobe für ihre neu gewonnene Freundschaft. Wenn Feivel ihn in diesem Zustand ertrug, konnte ihn wohl nicht mehr vieles erschüttern.
„Nein.. das musste er nicht. Das waren mein Sensei und die Fürstin meines Hauses… damit ich wieder zur Besinnung komme, mich zusammen reiße und gefälligst weiter brav folgsam bin….. ich hasse diesen Ort so sehr….“
vor allem Enzos Worte hatten ihm weh getan. Diese Enttäuschung in seinem Blick. Das war schlimmer als jeder Tritt oder Schlag. Denn er war tatsächlich eine der wenigen Personen, deren Meinung ihm wichtig war..
„Keine Ahnung, vielleicht ist das auch nur die Ruhe vor dem Sturm und sie überlegen erst, wie sie mich aus dem Weg räumen oder bestrafen können. Ich stehe unter Beobachtung. Wenn ich mir noch einen Fehltritt leiste…. dann weiß ich nicht was geschehen wird. Was ich gerade ja eigentlich schon wieder mache…“
nämlich indem er hier war, bei Alphonse. Hoffentlich hatte er keinen Spitzel übersehen, der ihm hier her gefolgt war….
„Ich kann dir sagen wie deine Analyse lauten wird. Nämlich dass ich ein erbärmlicher Versager bin, der es nicht schafft sich fünf Minuten zusammen zu reißen, wenn ihn etwas aufregt!“
Er wollte Feivels Analyse dazu gar nicht hören. Denn er wusste, dass er selbst versagt hatte.. und niemand anderem die Schuld dafür geben konnte. Dennoch erzählte er ihm was geschehen war..
„Ich habe es nicht ertragen wie abwertend und gleichgültig sie über die Sklaven des Hauses gesprochen hat.. als wäre meine Mum nicht mehr Wert gewesen als eine verdammte Dose Bohnen!! Ich habe im Gespräch mit ihr ein Glas zerbrochen, bin auf die Toilette geflüchtet.. wo ich mich einem Sklavenjungen anvertraut habe, der den ganzen Abend von so einem Widerling betatscht wurde. Naja, schlussendlich hat er mich auch verraten und wohl alles was ich ihm gesagt habe an die Fürstin weiter geleitet. Vermutlich durch Brutus Zwang… und womöglich ist er meinetwegen nun auch tot. Weil Lust so herausgefunden hat wer meine Mum war.. und sie überzeugt davon war ich wäre hier, um einen weitere Aufstand mit dem Jungen anzuzetteln..“
Atticus Worte waren ein bisschen wirr. Aber das war die Schnellzusammenfassung von allem was passiert war. Er fühlte sich einfach schrecklich. Also folgte ein weiterer Schluck aus der Flasche, ehe er sie auch an Feivel weiter reichte. Wenn er alleine trank kam er sich noch erbärmlicher vor.
„Nicht viel.. ich weiß nur… dass sie immer wieder nach mir gefragt und… es ihr am aller wichtigsten war, dass es mir gut geht. Und dass ihr Mörder wohl einen persönlichen Gegenstand von ihr in der Hand hatte, als er gestorben ist. Nico wollte versuchen ihn für mich zu besorgen aber….. dazu kam es nicht mehr“

@Alphonse Drummer



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#306

RE: Wälder

23.01.2023 23:35
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Alphonse wandte den Blick ab. Er durfte niemanden verurteilen, der andere schlug. Denn er war selbst nicht besser, wenn man an Violet dachte. Dass ihn das immer noch mitnahm, nervte ihn. Aber es war wohl logisch, wenn man bedachte, dass er mit dieser Aktion viel kaputt gemacht hatte. Um ihn ging es nun aber nicht. Tatsächlich waren er und Atticus gar nicht so unterschiedlich, sie neigten beide dazu, schnell die Geduld zu verlieren.
»Du kannst ... immer noch mit uns mitkommen. Taktischer Rückzug sozusagen. Bis uns ein Plan einfällt, wie du deine Rache trotzdem noch bekommen kannst.« AJ konnte sich gerade gar nicht vorstellen, seinen Freund hier so zurückzulassen. Wissend, dass es ihm beschissen ging und er in Gefahr schwebte.
»Ich will ja nicht dich analysieren, sondern die Fürstin. Sie hat sich vielleicht auch zu etwas hinreißen lassen, weil sie dich unterschätzt hat. Aber ich werd dich nicht zwingen. Ich kann auch verstehen, wenn du ... im Moment nicht darüber nachdenken und sprechen möchtest.« Während es Feivel geradezu in den Fingern juckte, die Worte von Lust auf den Kopf zu stellen, bis er die Botschaften zwischen den Zeilen aufgedeckt hatte. Wobei Körpersprache zweifelsohne auch eine Rolle spielte. Darin, diese zu deuten, war er leider ziemlich mies.
Atticus gab ihm eine Zusammenfassung der Geschehnisse. »Du hast doch noch Kontakte zu anderen Sklaven. Können sie sich nicht umhören, ob Nico noch lebt?«
Unschlüssig nahm er die Flasche Rum entgegen. »Ich hab noch nie Alkohol getrunken«, verriet er ... und zuckte dann mit den Schultern. Konnte ja nicht so schlimm sein. Und neugierig war er sowieso. Allerdings hustete er schon beim ersten Schluck, weil das Getränk so stark war. Aber irgendwie schmeckte es auch gut. Am liebsten würde er sich ja jetzt observieren, um genau zu erkennen, wie er auf Hochprozentiges reagierte. Allerdings war er abgelenkt, also musste er dieses Selbstexperiment ein andermal durchführen.
Er reichte die Flasche zurück und lächelte schwach. »Hey, das ist doch immerhin etwas. Du weißt jetzt, dass sie dich nicht vergessen hat. Und das Erinnerungsstück ist auch nicht verloren, nur weil Nico es dir vielleicht nicht mehr bringen kann. Du kannst es dir immer noch zurückholen, wenn die Zeit reif ist. Und das wird sie irgendwann sein.« Er stupste seinen Freund mit dem Ellbogen an. Hoffentlich verkackte er gerade nicht in ganzer Linie damit, ihn wieder aufzubauen. Es fühlte sich so an. Aber er sagte gerade einfach das, was ihm in den Sinn kam. Und was er gern hören würde, wenn er an Atticus’ Stelle wäre. Ihm half es immer, wenn er merkte, dass jemand – oder vielmehr sein Vater – an ihn glaubte.
In einem Ratgeber hatte er mal gelesen, dass Ablenkung in solchen Situationen auch nicht schlecht war. Weswegen AJ kurz zu seinem Rucksack schaute und dann unsicher zurück zu Atticus. »Ich hab ... Dad gefragt, ob er noch irgendwo das Spielbrett von ›Go‹ hat. Er hat es tatsächlich die ganze Zeit im Rucksack mitgeschleppt, falls ich es noch mal mit ihm spielen will. Und ich habs dabei ...« Also könnten sie sich damit die Zeit vertreiben. Vielleicht würde das Atticus helfen, Abstand zu allem zu gewinnen und wieder etwas mentale Stärke zu gewinnen.

@Atticus Keene

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#307

RE: Wälder

24.01.2023 21:36
Atticus Keene Atticus Keene (gelöscht)
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Wieder machte Alphonse ihm das Angebot mit ihnen zu gehen. Was mit jedem Treffen verlockender wurde. Denn gerade, da fand er es wirklich wieder unerträglich bei den Wicked. Es war schlimmer denn je und er wusste nicht, wie lange er das noch aushalten würde. Dennoch hatte er Zweifel… sehr große sogar. Und Angst sein Ziel aus den Augen zu verlieren, wenn er plötzlich einen auf happy family machte.
„Dein Dad… hat in unserem letzten Gespräch nicht gerade so gewirkt als würde er das gutheißen..“
Hatte Alphonse überhaupt schon über diese Option mit seinem Dad gesprochen? Denn Edward hatte ihm gegenüber ziemlich ablehnend gewirkt. Und Atticus war ja auch patzig gewesen.. weshalb er sich irgendwie nicht vorstellen konnte, dass das gut harmonieren würde… was wenn er die Wicked verließ aber dann nicht mit seiner neuen Familie klar kam? Dann könnte er nicht mehr zurück und stünde ganz alleine da! Das Risiko.. war einfach viel zu groß.

Atticus wusste nicht wirklich was er Feivel zu Lusts Reaktionen sagen sollte. So lange hatten sie nicht miteinander gesprochen. Und gerade war da nur völlige Leere in seinem Kopf.
„Ich weiß nicht Al.. sie hatte einfach die Sorge, ich könnte einen weiteren Aufstand unter den Sklaven anzetteln. Und es wirkte zwar schon so als wären sie ihr nicht völlig egal.. aber ihre Loyalität den Wicked gegenüber scheint undurchdringbar zu sein. Sie hat kein Problem damit Sklaven zu halten und auszunutzen, selbst wenn sie auf der anderen Seite einen auf freundlich und nachsichtig macht. Aber ich glaube im Grunde ist das nur eine Fassade…“
Aber wie wollte Al das analysieren wenn er sie nicht selbst gesehen hatte? Atticus Erzählungen würden da wohl nicht reichen.
„In den letzten Wochen stand ich permanent unter Beobachtung.. deshalb konnte ich niemanden fragen“
Aber das würde er noch machen. Nachfragen, ob Nico okay war. Oder ob Lust ihn wirklich getötet hatte….
Dieses Thema war so schmerzhaft und müßig. Er hasste diese Ungewissheit. Also nahm er noch einen Schluck, ehe er die Flasche Feivel reichte
„Echt? Noch nie? Nichtmal einen Schluck bei deinem Dad?“
Na dann war es wohl höchste Zeit. Weshalb sogar wieder ein schwaches Grinsen auf Atticus Gesicht erschien.
„Na dann.. auf dein erstes Mal!“
Also… Alkohol zu trinken!! Wie das klang fiel ihm erst auf, als er es ausgesprochen hatte. weshalb er schnell nachschob.
„schmeckt echt stark und süß.. eigentlich wäre es besser wenn man den Rum mit Cola mischt. Aber ich hab leider keine gefunden.“
Als Al ihn aufmuntern mit dem Ellenbogen anstupste versuchte Atticus sich zu einem schwachen Lächeln durchzuringen. Auch wenn ihm nicht wirklich danach war aber… irgendwie halfen seine Worte schon ein bisschen. Oder einfach nur seine Anwesenheit. Oder aber die Tatsache, dass er sich endlich bei jemandem auskotzen konnte! er hatte all diesen Zorn und Hass in den letzten Wochen mit sich herum geschleppt. Und nun konnte er seinen Ballast endlich.. mit jemandem teilen. Hoffentlich würde dieser Rucksack Feivel nicht irgendwann zu viel werden. Denn sein Dad hatte Recht.. Atticus trug viele Probleme mit sich rum.
Er nickte also lediglich noch auf seine Worte. Er hatte ja Recht, er durfte nicht aufgeben… aber gerade wollte er einfach nicht weiter darüber reden und damit den ganzen Abend kaputt machen.
Weshalb Feivels Idee mit der Ablenkung wirklich perfekt war. Und er gar ein bisschen strahlte, als dieser plötzlich das Go Brett herauszog.
„Du hast es wirklich mitgenommen???“
Das fand er ja mal mega cool!! Er hatte ewig nicht mehr gespielt. Die Zeit mit Mikael fehlte ihm. Aber auch er hatte ihn enttäuscht… also war es Zeit für neue Erinnerungen. Wie lange es wohl dauern würde, bis Feivel ihn ebenfalls verriet oder enttäuschte? Nein.. nein! er wollte diese Gedanken nun nicht zulassen. Weshalb er Feivel nun aufs Bett xD zog und das Brett in die Mitte legte. Ehe er sich im Schneidersitz auf eine Seite setzte. Da konnten sie einfach am gemütlichsten spielen.
Die Flasche wanderte dabei auch immer wieder zwischen ihnen hin und her. und Atticus musste zugeben, dass er schon ganz schön was spürte. Er versuchte sich aber trotzdem auf das Spiel zu konzentrieren.

@Alphonse Drummer



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#308

RE: Wälder

24.01.2023 22:11
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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»Mein Dad ist ein Griesgram. Das liegt in der Familie.« Etwas, das mal überhaupt nicht stimmte. xD Aber egal, Feivel wollte versuchen, Atticus zum Lächeln zu bringen. Er vermisste das ... irgendwie. »Wir sind schon oft mit anderen gereist. Ich glaube nicht, dass er wirklich ein Problem damit haben wird. Außerdem ... na ja ...« Warum wurden seine Wangen jetzt schon wieder so heiß? Auf der Zunge lag ihm wieder eine Zuneigungsbekundung, aber ... er konnte sie nicht noch mal aussprechen. Weswegen er nun so stockte und den Satz unvollendet in der Luft hängen ließ. »Er wird schon nicht Nein sagen. Lass das mal meine Sorge sein.« Leider würde dieses Angebot aber erneut nur für einen Tag gelten. Ob und wann sie sich nach heute wiedersehen würden, stand mal wieder in den Sternen. Es würde Alphonse nicht erneut gelingen, Edward zu überreden, in der Nähe zu bleiben. Sie würden am nächsten Morgen weiterziehen, daran gab es nichts zu rütteln. Aber das sprach Al nicht aus. Normalerweise würde er darauf hinweisen, aber es trübte seine Stimmung. Und die von Atticus ja vielleicht auch.
»Am liebsten würde ich ja mal Mäuschen spielen und mir von den Wicked selbst ein Bild machen. Bestimmt könnte ich etwas herausfinden, was dir hilft.« Feivel lächelte und hob sofort beschwichtigend eine Hand. »Aber bevor du jetzt ausrastest ... ich weiß, dass das nicht geht und zu gefährlich wäre. Du hast dein Bestes versucht, Haus Lust zu bespitzeln. Es hat dich in deinen Plänen zurückgeworfen, aber Rückschritte sind normal. Sie haben dich nicht aus den Wicked verbannt oder dich zu einem Sklaven gemacht. Du bist immer noch ein Mitglied. Irgendwann ist sicher Gras über die Sache gewachsen, und du kannst einen neuen Versuch starten.« So wie er das runter rasselte, klang das sehr analytisch. Aber es waren nun mal Fakten, an die Alphonse glaubte. »Bestimmt darfst du dann auch wieder nach Haus Lust. Nenn es Konfrontationstherapie. Aber ich glaub, je öfter du dort bist, desto weniger wird es dir zu schaffen machen.«
Und herausfinden, ob Nico noch lebte, würde er auch noch – sobald er nicht mehr so sehr unter Beobachtung stand. Er brauchte nur Geduld.
So sehr sich Feivel auch bemühte ... Empathie fiel ihm trotz allem schwer. Für ihn war Logik immer ein Stützpfeiler, also war es doch nachvollziehbar, dass er damit auch versuchte, Atticus zu helfen. Sich aber gleichzeitig darin bemühte, sich ihm auch auf emotionaler Ebene anzunähern. War gar nicht so einfach, dieser Spagat. Aber bisher hatte der Gleichaltrige ihm immerhin noch keine gescheuert.
»Ich dachte immer, Alkohol wäre voll eklig.« So wie Küssen. xD Dass er es nun trotzdem probierte, lag an der Neugierde, und weil er es Atticus zuliebe wollte. Vielleicht war eine solche Ausnahme ja auch in Sachen Lippenkontakt möglich. xD Das blieb noch abzuwarten ...
»Es schmeckt ... interessant.« Cola hatte er leider auch keine dabei. Also tranken sie eben pur. Wenn schon, denn schon.
Außerdem holte er das Spielbrett aus dem Rucksack und machte es sich mit Atticus auf dem Bett gemütlich. Sie saßen dabei natürlich gegenüber, mit ›Go‹ in ihrer der Mitte. Wie viel sie dabei tranken, war Feivel gar nicht bewusst. Dafür merkte der Gleichaltrige vielleicht, dass es nicht so spaßig war, mit ihm zu spielen. xD Immer, wenn Atticus einen Zug machte, den er hatte kommen sehen, schnalzte AJ missbilligend mit der Zunge. Und klärte ihn darüber auf, was er hätte besser machen können.
»Warte ... warte! Time out!« Nuschelte er schon ein bisschen? Hm, egal! Atticus war gerade im Begriff gewesen, ein Steinchen auf ein Feld zu legen, doch Feivel legte die Hand auf seine und schüttelte den Kopf. »Nein, nein! Überleg noch mal! Da bietet sich ein viel besserer Zug an!« Seine Finger könnte er schon längst wieder wegnehmen, aber er tat es nicht. Seltsam.

@Atticus Keene

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#309

RE: Wälder

24.01.2023 22:34
Atticus Keene Atticus Keene (gelöscht)
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„Du bist doch kein Griesgram. Nur ein kleiner Nerd“
Sagte er schmunzelnd. Denn wirklich grimmig war Feivel ihm nicht erschienen. Okay.. ein bisschen spaßbefreit und steif. Aber das war etwas anderes als grimmig.
Feivel machte es ihm echt immer schwerer abzulehnen. Er wollte wirklich gern mit ihm gehen und ein normales Leben führen. Aber er konnte auch nicht all die Sklaven im Stich lassen, die sich auf ihn verließen. Immerhin half er ja auch ihnen für ihre Unterstützung. das Leben als Mitglied hatte so seine Vorteile.
„Zu viele Menschen… verlassen sich auf mich…“
Murmelte er deshalb nur mit gesenktem Kopf. Allen voran seine Mum. Die sicher wollen würde, dass er sie rächte. Okay wahrscheinlich nicht. Aber er redete sich ein, dass es so war.
„Aber ich würde… deinen Dad gern ein bisschen besser kennen lernen, wenn.. das okay ist..“
Er war vielleicht ein patziger Teenager. Aber irgendwie war es ihm wichtig, dass Alphonse’ Dad ihn mochte. Er wusste selbst nicht wieso ihn das eigentlich interessierte. Immerhin war er ein doofer Erwachsener. Aber eben nicht irgendeiner.
Atticus holte schon Luft als AJ davon anfing, er würde Mal Mäuschen spielen wollen. Wenigstens erkannte er selbst, dass das unmöglich war! Und Atticus hielt ihm nun keine Predigt, da er selbst einsah, wie verrückt seine Idee war. Eine Sache sagte er aber trotzdem.
„Gut! Bitte versprich mir eines Alphonse, okay? Selbst wenn ich.. irgendwann nicht bei unseren Treffen auftauchen sollte…. versuch niemals nach mir zu suchen, in Ordnung?“
Das klang irgendwie hart. War es auch. Aber Atticus könnte es sich nie verzeihen, wenn er oder sein Dad seinetwegen geschnappt werden würden…
Seltsamerweise half Feivels analytische Art ihm dabei, sich zu beruhigen. Vielleicht war das gar nicht schlecht, bei einem impulsiven Menschen wie ihm. Wenn Feivel nun ebenfalls Drama machen würde, würden sie sich gegenseitig befeuern. Aber so? So konnte er seine Worte eigentlich ganz gut annehmen..
„Du hast Recht..“
Erneut erschien ein kleines Lächeln auf seinen Lippen. Die Rückschritte waren hart gewesen. Aber wenn Al das alles so aufzählte.. kam es ihm plötzlich gar nicht mehr so dramatisch vor, wie es sich vor kurzem noch angefühlt hatte.
„das bezweifle ich.. ich glaube es wäre beim nächsten Mal nur noch schlimmer. Du hast nicht gesehen was ich gesehen habe.. Nico ist.. kaum älter als ich. Und musste sich den ganzen Abend von so einem Kerl mitten an der Bar schänden lassen. Wo alle dabei zusehen konnten…. das war einfach abartig..“
Er schüttelte den Kopf bei dem Gedanken daran. Und wieder hatte er ein schlechtes Gewissen, weil es ihn zu Beginn sogar irgendwie angemacht hatte! Das war echt das Letzte und er schämte sich sehr dafür. Nicht mal unbedingt deshalb weil es zwei Männer waren… sondern wegen der Unfreiwilligkeit bei der ganzen Sache.
Nun aber musste er bei Feivels Bemerkung erneut lachen und stellte fest
„Du findest ziemlich viele Dinge eklig oder?“
Küssen, Alkohol.. was gab es noch das er nicht mochte? Worauf musste Atticus sich da noch einstellen?
Tja ohne Cola galt der altbekannte Spruch: Nur pur macht zu. Also was solls. So stark war dieser Rum schon nicht.
Durch die Süße bemerkte man die Stärke nicht so sehr, weshalb bald mehr als die Hälfte der Flasche weg war.
Atticus hatte es aber auch dringend nötig, denn mit Feivel Go zu spielen war ein absoluter Graus!!!
Er hatte sich das wirklich lustig vorgestellt. Aber… so lange wie er ständig bei seinen Zügen überlegte und ihn dauernd kritisierte.. war das echt anstrengend. Kurzzeitig wäre er sogar kurz mal weggenickt, weil Al wieder ewig nachgedacht hatte. Er war echt so ein Klugscheißer! Dennoch bemühte Atticus sich echt das Spiel durchzuziehen. Aber mit steigendem Alkoholpegel wurde das immer schwieriger und schwieriger.
Weshalb seine Züge wohl noch unkonzentrierter und schlechter durchdacht wirkten. So sehr, dass Feivel ihn sogar stoppte und die Hand auf seine legte.
Fragend sah er hoch in seine Augen.
„Ein viel besserer Zug?“
Er blinzelte kurz, sah dann wieder auf das Spielbrett, das er schon ganz leicht verschwommen wahr nahm. Ganz ehrlich.. er hatte keine Ahnung und gerade.. da war es ihm auch total egal. Das hier war viel zu anstrengend. Weshalb er nur meinte
„Ich spiele so wie ich es möchte! Und wenn ich gerade Lust dazu habe dann….. mach ich auch das.. und das… und das hier…“
Während er das sagte, fasste er plötzlich willkürlich nach Steinchen von Feivel und verschob sie ganz wild durcheinander auf dem Go Brett, sodass keiner seiner Züge je wieder Sinn ergeben würde xD
Währenddessen musste er nun aber doch ziemlich lachen und fasste fester nach Feivels Hand, damit er ihn bloß nicht davon abhielt Chaos auf dem ganzen Brett zu veranstalten!!

@Alphonse Drummer



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#310

RE: Wälder

24.01.2023 23:07
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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»Hör auf, mich ›kleiner Nerd‹ zu nennen!« Nein, bitte hör nicht auf damit!!! xD Hach ... Feivel wusste auch nicht so genau, was er wollte. Also, schon ... aber er konnte das unmöglich offen zeigen. Weswegen er sich pikiert gab, jedoch grottenschlecht darin war. So, wie er jetzt schon wieder rot anlief und peinlich berührt grinste.
»Hey, du vergisst immer wieder, dass ich dir zwar anbiete, mit uns zu kommen – aber dabei nicht verlange, dass du deine Rachepläne über den Haufen wirfst. Wir finden auch von außerhalb einen Weg und ich werde dir dabei helfen.« Das musste Edward wohl oder übel akzeptieren.
»Für mich ist das absolut okay, wenn ihr euch besser kennenlernt. Ich wünsch ... mir das auch. Dann wäre er sicher auch nicht mehr so störrisch, wenn es um das Besuchen geht.« Und na ja ... es war ihm wichtig, dass die beiden sich verstanden. »Ich darf bis morgen früh bleiben. Aber wenn du früher wegmusst, ist das auch okay.« Nein, war es nicht. Aber musste es wohl sein.
»Jedenfalls hab ich ein Funkgerät, um ihn zu kontaktieren. Wir könnten ihn morgen früh zusammen treffen. Oder ... eben beim nächsten Mal.«
Der Schwur, den ihm der Gleichaltrige nun abverlangte, ließ AJs Kehle ganz trocken werden und sein Herz fester schlagen. »Das ... das kann ich dir nicht versprechen. Und bitte frag mich nicht mehr danach.« Es war schon schlimm genug, Atticus in stetiger Gefahr zu wissen. Aber wenn er wirklich nicht mehr zu den Treffen auftauchen würde, konnte AJ nicht einfach weitermachen, als wäre nichts. »Ich erzähl dir jetzt mal was.« Er musste sich dazu zwingen, aber er wollte, dass Atticus ihn verstand und nicht zornig wurde. »Ich war vor einigen Monaten mit meinem Dad bei der Militärbasis, auf der ich meine Mom verloren habe. Das ist damals beim Ausbruch passiert. Wir hatten die Chance, mit Soldaten auf einem Hubschrauber wegzufliegen. Ed ist mit mir vorgerannt, meine Mom war direkt hinter ihm. Sie ist zurückgeblieben, um einem Mann zu helfen, der unter einem Auto eingeklemmt war. Mein Dad wollte zu ihr und sie zum Hubschrauber bringen, aber die Soldaten haben ihn bewusstlos geschlagen und sind dann mit uns losgeflogen. Ich war erst vier. Aber ich weiß noch genau, wie meine Mom unter Massen an Untoten begraben wurde, genau wie der Mann, dem sie geholfen hat.«
Feivel pausierte und musste kurz Kontrolle über seine Gefühlswelt zurückerlangen. »Als wir dorthin zurückgekehrt sind, haben wir keine Überreste von ihnen gefunden. Nicht mal Knochen. Der Wagen stand auch nicht mehr in der Position wie damals. Wenn ich mir wirklich erlaube, meine Entdeckungen zu kombinieren, könnte man zu dem Schluss kommen, dass sie es da rausgeschafft hat. Ed wollte davon nichts hören. Aber mich macht diese Ungewissheit echt fertig. Und das ertrage ich nicht noch mal. Du und ich sind befreundet und von der Loyalität eines Drummers habe ich dir schon einmal berichtet. Wenn du nicht mehr zu den Treffen kommst, werde ich dich suchen und das kannst du mir nicht verbieten.«
So, jetzt hatte er mal ordentlich Tacheles geredet. xD Irgendwie fühlte sich das verdammt gut an. Er hatte das mit seiner Mom noch niemandem sonst anvertraut. Diese Vorahnung in ihm, dass Cara damals nicht gestorben war ... hatte mitunter einen weiteren Grund geliefert, aus dem er Violet so abgrundtief hasste.
Was Atticus über Nico erzählte, ließ AJ frösteln. »Das klingt nach einer persönlichen Hölle für viele Menschen.« Er würde dort wohl keinen Tag überleben. So viel Körperkontakt und das unter ständigem Zwang, würde ihn binnen weniger Minuten verrückt werden lassen.
Er hob die Schultern. »Ich bin eben anstrengend.« Auch, weil ihm so viele Dinge eklig vorkamen. Aber er ließ sich ja auch gern vom Gegenteil überzeugen. Der Rum schmeckte besser als erwartet.
Und nun war es Zeit für eine Runde ›Go‹. Alphonse hatte es bisher nur mit seinem Dad gespielt und der kannte seine Marotten ja. Weswegen es ihm gar nicht in den Sinn kam, sich anders zu verhalten. Er hätte es eh nicht gekonnt. Der Alkohol wirkte bereits.
»Hey!« AJ zog absolut schockiert die Luft ein, als Atticus anfing, SEINE Steine zu nehmen und willkürlich auf dem Brett zu verteilen. »Hör auf! Meine Taktik!!!!« Er raufte sich gar ein wenig die Haare. Das triggerte ihn so hart, dass ihm sogar schlecht wurde. Warum hielt Atticus ihn nur fest und ließ sich nicht abschütteln? Da mussten wohl andere Mittel her, er hatte ja noch eine Hand frei – mit der er nun Atticus’ Bauch anvisierte, um ihn dort zu kitzeln.

@Atticus Keene

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#311

RE: Wälder

24.01.2023 23:44
Atticus Keene Atticus Keene (gelöscht)
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„Aber das bist du doch. Meintest du nicht sowas wie: ‚Ich fühle mich davon nicht beleidigt, das sind Tatsachen und ich bin stolz darauf‘ “
Das Zitat versuchte er nun mit Feivels Tonfall nachzuäffen, damit er so klang wie er. Was sich bei genauerer Betrachtung wohl ziemlich bescheuert anhörte.

„Ja, ich weiß dass du das sagst aber… ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das klappen könnte. Ich meine wie denn? Ohne mein Insiderwissen und die Möglichkeit direkt vor Ort zu sein.. stelle ich mir das verdammt unmöglich vor“
wie sollten sie jemanden enttarnen ohne die Person observieren zu können? Es war jetzt schon fast ein Ding der Unmöglichkeit. Und er hatte Angst, dass Feivel ihn damit vielleicht nur vertrösten wollte. In der Hoffnung, dass er seine Rachegedanken ohnehin aufgab. Auch wenn ihm das nicht ähnlich sah, da sie selbst ja nach Rache sonnen. Aber dennoch…. es kam ihm einfach unrealistisch vor und er hatte zu viel Angst davor diesen Schritt zu gehen.
„Naja… vorausgesetzt er mag mich. Ich bin nicht allen gegenüber so entzückend wie zu dir“
Sagte er nun schmunzelnd. Denn das hatte Feivel vielleicht schon mitbekommen. Meist war er eher so drauf.. wie bei ihrem ersten Treffen. Alphonse hatte es bloß geschafft seine harte Schale Stück für Stück abzutragen. Aber das war die absolute Ausnahme von der Regel.
„Er hat dir sogar erlaubt bei mir zu übernachten? Wie.. hast du das denn angestellt..“
Das überraschte ihn nun wirklich. Und eigentlich wusste Atticus, dass er das nicht tun sollte. Nicht solange er unter Beobachtung stand. Aber…. er konnte dieses Angebot nun irgendwie auch nicht ausschlagen, weil er es sich so sehr wünschte.. und ihm gerade völlig egal war, ob es ihn in Schwierigkeiten bringen würde.
„Dann bist du bis morgen früh hoffentlich wieder nüchtern.“
Naja und er auch. Hoffentlich kotzten sie Edward dann nicht um die Wette vor die Füße xD dann würde er ihn wohl erneut als schlechten Umgang abstempeln.

Eigentlich war das Versprechen, das Atticus von Feivel verlangte doch ziemlich einfach, oder? Doch der Gleichaltrige schlug es ohne mit der Wimper zu zucken energisch aus. Was ihn ein bisschen überraschte. Doch ehe er darauf bestehen konnte, erzählte er ihm eine Geschichte…. über sich und seine Mum.. und seine Hoffnung darauf, dass sie noch lebte. Er fühlte einen kurzen Stich in seinem Herzen, denn er wünschte sich… solche Hoffnung hätte auch er bei Haus Lust gefunden. Aber Hoffnung war auch gefährlich. Sie hinderte einen daran.. mit etwas abzuschließen.
„und wieso… wollte dein Dad nicht nach ihr suchen? Wenn zumindest noch… die kleine Chance besteht, dass sie noch lebt?“
Das verstand er nicht so genau. Aber vermutlich war es bei ihm genau dieser Grund? dass er Angst vor der Hoffnung hatte, wenn er sie zuließ?
Doch zumindest konnte er nun verstehen was Feivel meinte und seufzte.
„Du darfst trotzdem…. niemals ein Teil dieser Kolonie werden Al.. nicht meinetwegen. Das könnte ich mir niemals verzeihen…“
Er konnte ihn nicht daran hindern, da lag er richtig. Aber er wusste hoffentlich trotzdem, dass er Atticus damit nichts Gutes tun würde. Sondern ihm das Leben nur noch erschweren würde. Weil er es dann ertragen müsste zu sehen, wie sie Ed und Al dort behandelten.
Vielleicht würde man Al wegen seiner Intelligenz zu Haus Völlerei schicken und Edward? Vermutlich in sein Haus. Nur würde Edward alles in seiner Macht stehende tun, um Feivel zurück zu holen. Und das wiederum würde ihm den Tod bringen… weshalb das einfach niemals geschehen durfte. Ein bisschen flehend sah er ihm bei seinen Worten ja schon in die Augen, da konnte AJ so viel Tacheles reden wie er wollte.

Das Alphonse anstrengend war.. da widersprach Atticus ihm nicht xD erst recht nicht während sie Go spielten. Aber es störte ihn nicht. Er mochte Al.. genau so wie er war, mit all seinen Macken und Eigenheiten. Er war etwas Besonderes.. einmalig auf dieser Welt.. und das gefiel Atticus einfach.
Außerdem barg das viele Möglichkeiten, um ihn zu foppen xD was er auch gleich tat, als er nach seinem Kluggescheiße einfach seine Steinchen sabotierte und durcheinander brachte. 
Er wusste, das würde ihn wahnsinnig machen. Deshalb machte es ja so viel Spaß. Denn AJs Gesichtsausdruck war einfach der Hammer!!
Aus seinem eisernen Griff entließ er ihn nicht so einfach, erst als Al ihn mit der anderen Hand kitzelte, zuckte er plötzlich heftig zusammen, weil er unfassbar kitzelig war. So sehr, dass er mit den Beinen unabsichtlich das Brett vom Bett stieß. Mit all seinen Steinchen.
Nun war die Bahn frei für seinen Gegenangriff. Denn so eine Kitzelattacke würde sicher nicht ungesühnt bleiben!
„Na warte!“
Weshalb Atticus… sich nun einfach lachend auf Feivel warf und ein bisschen mit ihm auf dem Bett hin und her rollte.
Bis er irgendwann ganz dicht neben ihm zum Liegen kam.
Dass seine Hand dabei auf jener von Alphonse lag.. bemerkte er nicht sofort.
Erst als sie sich etwas beruhigt hatten und beide auf die Decke starrten fiel es ihm auf
„dreht sich bei dir auch alles?“
Fragte er ihn schmunzelnd. Ob das am Raufen lag oder am Alkohol wusste er nicht genau. Aber in seinem Inneren.. da machte sich so eine seltsame Wärme breit.
Er zog seine Hand nicht weg.. spürte aber.. wie sehr sein Herz zu klopfen begann, als er dieses Gefühl zum ersten Mal richtig wahr nahm.
Der Alkohol benebelte seine Sinne, denn plötzlich… hatte er das ungemeine Bedürfnis…. Al noch näher zu kommen. Ihn noch weiter zu berühren…
Weswegen seine Hand.. sich plötzlich selbstständig machte. Sie bleib nicht einfach nur liegen sondern.. er begann mit seinem Daumen ganz instinktiv über Feivels Handrücken zu streichen… wagte es jedoch nicht ihn dabei anzusehen. So als.. würde AJ es vielleicht nicht bemerken wenn er nicht zu ihm rüber sah.
Sein Herz begann wie wild zu pochen und.. er konnte einfach nicht damit aufhören ihn zu streicheln. Bis er irgendwann den Mut zusammen nahm und ihre Finger miteinander verkreuzte.
Das getan lag er plötzlich stocksteif da. Weil.. er total angespannt deswegen war und unfassbar nervös. Er konnte nicht glauben, dass das hier gerade wirklich passierte.. wollte seine Hand aber unter keinen Umständen je wieder weg ziehen.

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#312

RE: Wälder

25.01.2023 17:26
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»Na ja, das stimmt ja auch!« Nerd genannt zu werden, machte ihm echt nichts aus. Atticus sollte ihn nur nicht mehr so nennen (oder bitte doch xD), well ... Feivel dann jedes Mal so ein heftiges Bauchkribbeln bekam, dass er fast zusammenzuckte. Normalerweise war er eher gefühlskalt. Es gab jedoch zwei Menschen, die echte Emotionen aus ihm herauskitzeln konnten. Zum einen war das Ed. Und nun Atticus. Bei ihm fühlte sich das aber ganz anders an. Die Zuneigung kam nicht durch eine familiäre Bindung. Die Gefühle, die der Gleichaltrige bei ihm auslöste, machten sich mental und auch körperlich ganz anders bemerkbar. Und das teils mit einer Heftigkeit, die AJ nicht von sich kannte. Das machte ihm Angst, überforderte ihn. Gleichzeitig wollte er aber mehr davon. Gerade wusste er nur nicht, ob er noch mehr ›kleiner Nerd‹s ertrug, ohne sich förmlich vor Wonne zu krümmen. xD Das klang vielleicht seltsam, aber genau so fühlte es sich eben an.
Aber das konnte er niemals laut aussprechen oder zugeben. Also versuchte er paradoxerweise, den Kosenamen zu unterbinden. Doch er wurde nur nachgeäfft, also war das wohl verlorene Liebesmüh. Ein Glück!

»Also erst mal haben wir dein Insiderwissen noch gar nicht richtig ausgewertet, dafür hatten wir viel zu wenig Zeit. Außerdem haben die Wicked vielleicht noch andere Feinde, die wir aufsuchen und befragen können. Vielleicht wäre sogar ein Bündnis möglich. Dad und ich haben an verschiedenen Orten Freunde. Und wenn es so ist, wie du sagst, werden die Wicked irgendwann zu einer realen Gefahr für die ganze Umgebung. Ein Spitzel beim Feind zu sein ist nur eine Möglichkeit von vielen, ebenjenen zu besiegen. Und mein Dad kann sicher auch noch seine Expertise von den Yakuza einbringen. Du ... hängst nicht zwangsweise allein da drin. Es sei denn, du willst es so lieber.« Konnte ja auch sein.
»Ich kann dir noch keinen bis ins letzte Detail ausgereiften Plan anbieten, aber das heißt nicht, dass es gleich unmöglich ist.« Aber ob Atticus das so akzeptiere? Feivel konnte das wohl kaum erwarten. Mit den seltenen Treffen, die sie wahrnehmen konnten, würde es auf jeden Fall sehr lange dauern, bis sie Fortschritte machen würden. AJ hätte Haus Lust vielleicht auch besser einschätzen und einen perfiden Plan mit Atticus entwerfen können, hätten sie sich beim letzten Mal nicht so rasant verabschieden müssen ... oder generell mehr Zeit miteinander gehabt.
»Das Angebot steht jedenfalls. Jetzt und auch in Zukunft.«
Wobei Edward natürlich auch ein Wörtchen mitzureden hatte. Feivel glaubte aber nicht, dass er ihm es abschlagen würde, den Teenager aus der Umklammerung einer schrecklichen Gemeinschaft zu retten. Wenn sie es geschickt machten, würde es niemand mitbekommen und alle würden denken, Atticus sei allein abgehauen.
»Dad und du seid euch echt ähnlich. Aber solang ihr euch nicht die Schädel einschlagt ... wird es schon gut laufen. Er versucht schon ewig, mich ...« Al unterbrach sich – fast hätte er das Wort ›verkuppeln‹ benutzt. Warum bloß? »Er wünscht sich mehr gleichaltrige Freunde für mich. Und ich hab nicht umsonst darauf gepocht, dich wiederzusehen, okay? Das heißt schon was.« Mit hochrotem Gesicht sah Feivel zur Seite, weil er irgendwie nicht mehr in Atticus’ blicken konnte.
»Ich musste ihm versprechen, ihn eine Woche lang nicht mehr in seiner Grammatik, seinen Fehlinterpretationen und anderen Dummheiten zu korrigieren«, gab er zudem kleinlaut zu. Also auch das bedeutete durchaus etwas. Feivel hatte versucht, so viel gemeinsame Zeit wie möglich rauszuhandeln. Und weniger zu klugscheißen war echt ein großes Opfer für ihn. Inkorrektheiten schmerzten manchmal sogar körperlich.

Nein, das abverlangte Versprechen war überhaupt nicht einfach! Feivel wollte es um keinen Preis geben, weil er es niemals einhalten könnte. Und warum das so war, erzählte er nach kurzem Zögern. Was ihn selbst wohl am meisten überraschte. Bisher waren all diese Gedanken gut behütet in seinem Kopf geblieben.
Nur einmal hatte er etwas gegenüber Ed angedeutet, was jedoch keinen Anklang gefunden hatte. Feivel zuckte mit den Schultern. »Ich schätze, er hat Angst, dass ihn das vernichtet. Er hasst sich sowieso schon dafür, sie damals aus den Augen gelassen zu haben. Zu wissen, dass er sie doch noch hätte retten können oder wir sie hätten suchen müssen ... Nein, damit käme er kaum klar. Für ihn ist der Abschluss wichtig. Vielleicht hat er auch Angst vor der falschen Hoffnung.«
Er verknotete die Hände und sah darauf hinab. »Ich hab nach Hinweisen gesucht, als wir dort waren, aber ich könnte nicht mal rekonstruieren, wo sie hingegangen sein könnte, sollte sie das überlebt haben. Und bei so vielen Zombies ist die Wahrscheinlichkeit auch höher, dass sie gebissen wurde und sich woanders gewandelt hat. Oder gestorben ist. Ich versuche ... mir nicht so viele Gedanken darüber zu machen. Da finden wir eher den Mörder meines Dads als sie oder ihre Überreste.«
Nun forderte Atticus, dass AJ zumindest kein Mitglied der Kolonie werden sollte, um ihn zu retten oder bei ihm zu sein. Ein Gedanke, der ihn durchaus schon gestreift hatte. Aber damit würde er auch Ed in Gefahr bringen. Weswegen er zerknirscht nickte. Ob er sich im Ernstfall wirklich daran halten würde, blieb abzuwarten. Auch er handelte manchmal ziemlich impulsiv.

Doch nun genug von diesen trübseligen Themen! Jetzt war die Zeit für Ablenkung gekommen. Auch wenn AJ viel wegen Atticus’ Spielstl nörgelte, hatte er einen Heidenspaß. Sah bei ihm eben nur manchmal anders aus als bei der Norm.
Das änderte sich, als Atticus alles zerstörte, seine Züge sabotierte und die Steinchen durcheinander warf. Die Rache war ein Kitzelangriff, welcher wiederum in einer kleinen Rauferei endete. Sie kugelten gemeinsam über das Bett ... es war schon das zweite Mal, dass so etwas in der Art passierte. Und auch hier klopfte Feivels Herz stärker, als es müsste. Doch sogar er lachte ... sogar ziemlich herzlich. Er konnte sich nicht mehr daran erinnern, wann er sich zuletzt so befreit gefühlt hatte. Es war gefühlt Jahre her.
Sie kamen nebeneinander und auf dem Rücken gedreht zum Liegen. Der plötzliche Stillstand war zu viel für das Gleichgewichtsorgan. »Mir war schon schlecht, als du meine Spielzüge versaut hast.« Da Feivel bei diesen Worten lächelte, klangen sie nicht nach einem Angriff, sondern versöhnlich. »Du hast wohl mein Kryptonit gefunden. Mit so was kann ich echt schlecht umgehen.«
Mit Körperkontakt verhielt es sich ähnlich. Nur schien es da jetzt eine weitere Ausnahme neben seines Dads zu geben. Und die war wieder mit völlig anderen Empfindungen gepaart. AJs Mund wurde ganz trocken, als er die Hand an seiner realisierte. Und dann noch die Streicheleinheiten. Er spürte sie so intensiv, wie er noch nie eine Berührung gespürt hatte. Als wären seine Nervenenden jetzt total durchgedreht. Vielleicht lag das am Alkohol?
Jedenfalls machte es ihn unruhig und das Drehen wurde noch eine Spur stärker. Feivel versuchte, einen schmutzigen Fleck an der Decke zu fokussieren. »Soll ich dir mal erklären, warum einem durch Alkohol überhaupt schwindelig wird?«
Das war nur eine rhetorische Frage. Oder sie wurde vielmehr zu einer, nachdem das Streicheln anhielt und Feivel seiner Nervosität dringend ein Ventil geben musste. Unterbinden wollte er die Zärtlichkeit nämlich nicht – was ihn zusätzlich verwirrte. »Es geht direkt ins Kleinhirn und ins Gleichgewichtsorgan. Total verrückt, oder? Es beeinflusst alle möglichen Zellen.« Ihm fehlten irgendwie die Worte. Unter anderen Umständen könnte er es jetzt ganz haarklein erklären, mitsamt Fachwörtern und allem.
Die Streicheleinheit stoppte. Stattdessen krümmte Atticus seine Finger, sodass sie sich mit AJs verhakten. Sie hielten tatsächlich Händchen!! Wieder stob eine prickelnde Welle durch Feivels Bauch und so etwas wie ... ein Glücksgefühl?
Das alles ließ eine Sicherung durchbrennen, sodass AJ nun besonders schnell weitersprach: »Weißt du, das Kleinhirn, das heißt eigentlich Cerebullum und es ist für die Bewegungsabläufe unseres Körpers zuständig. Alkohol hemmt das, deswegen wird man unsicher auf den Beinen und torkelt. Stell dir mal vor, das Kleinhirn würde nicht mehr funktionieren. Wir könnten gar nichts mehr tun, hätten gar keine Kontrolle mehr über unsere Muskeln und Körperteile ...« Ein wenig fühlte es sich gerade so an, als würde es komplett versagen. Feivel öffnete schon wieder den Mund, um fortzufahren. Diesmal wollte er die anderen Bereiche des Gehirns erklären. Das Ding war nämlich ein wahres Wunder!

@Atticus Keene

zuletzt bearbeitet 25.01.2023 17:27 | nach oben springen

#313

RE: Wälder

25.01.2023 20:26
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Es war ja richtig süß wenn Alphonse sich mal widersprach. Wo er doch sonst so schlagfertig, wortgewandt und klug war. Das ließ ihn ein bisschen schmunzeln. Er beschloss jedoch, ihn deswegen nicht weiter aufzuziehen. Denn er wusste noch nicht wo die Grenzen bei seinem Gegenüber lagen. Und ab wann er wirklich sauer werden würde. Und gerade.. da brauchte er keine weitere Auseinandersetzung. Die letzten Wochen hatten gereicht. Jetzt wollte er einfach nur ein bisschen abschalten und den Scheiß seiner Kolonie für ein paar Stunden vergessen.
Auch wenn das schwierig war, da sie ja dennoch bis zu einem gewissen Grad darüber sprachen.
„Sie von innen und außen zu attackieren ist trotzdem der bessere Weg und das weißt du.“
Bei Atticus schlich sich nämlich die Vermutung ein, dass Feivel ihn nur zum Gehen überreden wollte, weil er sich Sorgen um sich machte. Aber wenn er seinen… analytischen Verstand einsetzte, dann wusste er, dass es besser war Atticus innerhalb der Mauern zu wissen als davon entfernt. Und auch wenn es ihn wirklich berührte, dass er sich so um ihn sorgte… er konnte deswegen nicht den weniger vielversprechenden Weg wählen, der noch viel zu viele ‚vielleichts‘ beinhaltete.
Es war nicht so, dass Atticus gerne dort war und es so wollte. Aber.. er durfte keinesfalls scheitern und durfte sich deshalb nun nicht von seinen Gefühlen leiten lassen.
Trotzdem klopfte sein Herz etwas schneller, weil er sein Angebot nicht zurück zog, sondern es ihm mehr oder weniger für die Ewigkeit gab. Das war schön.. wenn auch gefährlich. Denn die Verlockung es anzunehmen würde wohl mit jedem weiteren Tag steigen.
„Ich danke dir..“
Er legte ihm kurz die Hand auf den Oberarm und drückte ihn ganz leicht, als Zeichen seiner Dankbarkeit.
Nun erzählte Alphonse ihm, wie es ihm gelungen war seinen Dad zu diesem Abend hier zu überreden.
„Na ich hoffe er zieht diesen Wunsch nun nicht wieder zurück“
Sagte er schmunzelnd, denn womöglich hatte er sich nicht so einen Freund für Feivel gewünscht wie Atticus einer war. Also nicht wegen dem.. was da ganz offensichtlich zwischen ihnen war.. sondern weil er in seinen Augen wohl nur Ärger machte.
„Wow, das wird eine richtig harte Woche für dich, oder?“
also das amüsierte sich schon ein bisschen. Er konnte sich nämlich bildlich vorstellen wie Alphonse innerlich platzen würde, sollte Ed einen grammatikalischen Fehler machten und er durfte ihn nicht beheben
„Pass auf, dass dir nicht der Schädel explodiert“
Sagte er lachend. Fand es aber ziemlich süß, dass dieser sich so sehr für dieses Treffen ins Zeug gelegt hatte. Und da hätte er es fast mit seiner miesen Laune verdorben. Deswegen fühlte er sich nun ein wenig mies.
Doch der Abend war ja noch jung. Alles konnte sich wieder zum Guten wenden, sobald sie die schweren Themen abgehakt hatten.
Eines fehlte jedoch noch.. und das war Feivels Mum.
„Das kann ich verstehen… Hoffnung kann auch ziemlich grausam sein…“
Er hatte es auch erlebt. Wie oft er die Hoffnung in sich getragen hatte seine Mutter wieder zu sehen. Es hatte ihn… fertig gemacht und auch fast zerstört.. weshalb er Ed verstehen konnte, Al aber ebenfalls. Eine schwierige Situation.
„Manchmal passieren selbst in dieser Welt die unmöglichsten Dinge. Wie beispielsweise die Tatsache… dass wir nun hier zusammen in einem Bunker hocken und Rum zusammen trinken, nachdem wir uns bei unserem ersten Treffen fast die Schädel eingeschlagen haben“
Atticus versuchte ihn nun auch ein bisschen aufzumuntern. Denn nur weil Ed keine Hoffnung mehr in sich trug, hieß das nicht, dass Alphonse es nicht durfte. Also wenn er das wollte… wieso nicht an ein kleines Wunder glauben.

Hier geschah immerhin gleich noch ein zweites. Nämlich dass Feivel.. Atticus Nähe zuließ, obwohl es ihm sonst so widerstrebte.
So ausgelassen Spaß gehabt wie gerade, hatte er seit Ewigkeiten nicht mehr. Vielleicht sogar noch nie zuvor. Es tat so gut und war so erfrischend… also kein Wunder, dass seine Hormone dabei völlig verrückt spielten.
Dabei noch die Paarung mit dem Alkohol, der seine Sinne benebelte und seine Hemmschwelle deutlich sinken ließ.
Plötzlich traute er sich Dinge, die sonst nur seine verborgensten Gedanken gestreift hatten, er sie aber stets rasch wieder abgeschüttelt hatte.
Nun waren es aber keine Träume mehr, sondern die Realität. Er lag wirklich hier und… hielt Alphonse Hand. Nicht wie gewöhnliche Freunde…. so viel wurde sogar seinem vernebelten Verstand langsam bewusst.
Was die Sache nicht besser machte, sondern ihn nur noch nervöser.
Er wusste nicht, ob Feivel genauso fühlte und ob sein Geplapper ein Zeichen seiner Nervosität war? Oder ob es ihn kalt ließ und er einfach nur weiter klugscheißen wollte, ohne sich aus dem Konzept bringen zu lassen?
Atticus jedenfalls konnte sich nicht besonders gut auf seine Worte konzentrieren. Weshalb er zwischendurch lediglich mal ein leises
„ach ja..“
oder..
„ist das so..“
von sich gab. Dabei aber ziemlich abwesend wirkte. Denn er konnte sich auf nichts aber auch wirklich nichts anderes als diese Anziehungskraft konzentrieren, die gerade von seinem Gegenüber ausging.
Das wäre etwas, das Feivel ihm gerne mal wissenschaftlich erklären konnte! Denn wie war es möglich… sich so sehr von einem anderen Menschen angezogen zu fühlen? Wie zwei gegensätzliche Pole? Diesen Vorgang in seinem Gehirn würde er wirklich gerne verstehen.
Aber vielleicht nicht unbedingt jetzt. Denn jetzt wollte er nicht denken sondern einfach nur fühlen.
Und sich davon leiten lassen. Der Alkohol half dabei die Vernunft auszublenden… weshalb Atticus sich letztlich leicht aufrichtete, um Feivel in die Augen zu blicken.
Er sah wie seine Lippen sich bewegten… unaufhörlich.. doch was er sagte, das realisierte er längst nicht mehr.
Er wollte ihn einfach nur noch zum Schweigen bringen…. allerdings nicht durch Worte.
Atticus teilte einen innigen Blick mit Alphonse, ehe ein leichtes Lächeln auf seine Lippen trat und er ihm entgegen flüsterte
„Nun halt schon endlich die Klappe du kleiner Nerd…“
und sich anschließend zu ihm hinab beugte, um ihn zu küssen. Ganz zart und vorsichtig.. und daran… war wirklich gar nichts ekliges..

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#314

RE: Wälder

25.01.2023 21:34
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»Ja ja ... das weiß ich schon. Aber wer sagt, dass du unser Kontakt drinnen sein musst? Es gibt immer noch die Sklaven. Und vielleicht gibt es noch jemanden, der eigentlich gar nicht begeistert von eurer Gruppe ist. Aufgestiegene Sklaven vielleicht? Womöglich bist du nicht der Einzige mit Racheplänen.« Allianzen waren in diesem Fall die beste Chance, um diesen Krieg zu gewinnen und mehr herauszufinden.
Aber ja ... Sorge spielte wohl auch eine Rolle, auch wenn Feivel das nicht so gut vor sich selbst zugeben konnte. Vielleichts gab es jedenfalls in jedem Plan, aber AJ konnte auch verstehen, wenn Atticus die Zügel in der Hand behalten wollte. Es war seine Rache. Also auch seine Entscheidung.
Feivel blickte ein wenig traurig auf die Finger, die seinen Oberarm drückten. Wahrscheinlich würde Atticus das Angebot nie annehmen. Zum ersten Mal fragte er sich, wo diese Reise wohl hingehen würde, was der Gleichaltrige nach seiner Rache tun würde, und ... ob er überleben würde. Vor allem wenn er nach wie vor gewillt war, alles allein durchzuziehen. Doch AJ sagte dazu fürs Erste nichts mehr.
»Meine Freunde suche ich mir aus. Also muss mein Dad damit klarkommen.« Feivel hatte dazu ziemlich gefestigte Ansichten. Und dass die Verkuppelungsversuche sowieso immer scheiterten, war ihm stets klar gewesen. Zumindest bis jetzt. Wobei Ed bei Atticus nicht das Bestreben zu haben schien, sie zusammenzubringen. Vielleicht hätte er ja ein Problem mit einer ... gleichgeschlechtlichen Beziehung? Dieser Gedanke löste eine kurze Panik in Al aus, obwohl er nicht wusste, weshalb. Oder es sich vielmehr nicht eingestehen wollte.
Er schnaubte. »Ich kann für nix garantieren. Also heute kannst du noch von meinem Kopf profitieren. Nächstes Mal sitzt er vielleicht schon nicht mehr auf meinen Schultern.« Klang nicht sogar das ein bisschen zweideutig? Oje. xD

Feivel wollte lieber nicht mehr über seine Mom nachdenken. Es hatte ihn schon viel Überwindung gekostet, sie überhaupt zu erwähnen. Da war er dankbar, dass Atticus nun ein anderes Thema aufgriff. »Wir hatten echt keinen guten Start, hm? Und ich dachte auch nach dem Kampf mit den Beißern, dass du froh bist, mich nie wiedersehen zu müssen.«
Also vielleicht hatte Atticus gar nicht so Unrecht. Man konnte nie wissen, was einen erwartete. Feivel mochte das Gefühl von Kontrollverlust nicht besonders, aber sie lebten in einer Apokalypse. Und trotzdem passierten auch manchmal positive Dinge. So wie das mit Atticus.

Feivel lag hier zwar auch händchenhaltend mit einem Jungen im Bett, aber er versuchte, sein benebeltes Hirn mit aller Macht beschäftigt zu halten. Bloß nicht erkennen, was hier passierte. Bloß nicht genießen, was das mit seinem Körper machte und wie schön sich diese Aufregung und das Glücksgefühl breitmachten. Das würde Kontrollverlust bedeuten, dem sich Feivel wie gesagt nicht so gut aussetzen konnte.
Doch je länger diese Situation verweilte, desto weniger konnte er sich gewissen Schwingungen erwehren. Was seinen Bericht über das Kleinhirn nur noch hektischer und wirrer machte. Irgendwann rasselte er nur noch auswendig herunter, was er gelesen hatte, und hörte sich selbst nicht mehr zu.
Er konnte selbst dann nicht stoppen, als Atticus sich aufsetzte. Bestimmt, weil er genug von seinem Gefasel hatte. Aber irgendwie sah er ihn nicht genervt an, sondern ... AJ konnte es nicht benennen. Es war ihm noch nie solch ein Blick begegnet. Man könnte ihm vielleicht mit dem vergleichen, den Violet seinem Dad geschenkt hatte oder jener ... dem Foto von Cara.
Der letzte Satz verließ noch seine Lippen, dann hielt er inne. Erwiderte den Blick in Atticus’ wunderschöne Iriden, die ihn viel zu leicht wieder einfingen. Aber immer noch wurde ihm nicht klar, was hier im Begriff war, zu geschehen. Er sah das Lächeln, bei dem schon wieder sein Bauch kribbelte, und er hörte auch, was Atticus sagte. Aber trotzdem war die Zeit irgendwie stehengeblieben.
Ihre Hände warn immer noch miteinander verschlugen, als sein Freund sich zu ihm herab beugte. Feivel hielt sie fest, als würde sein Leben davon abhängen. Nicht, weil er Angst hatte. Sondern weil Atticus’ Kuss für ein Blitzgewitter an Empfindungen sorgte. Keine einzige davon war AJ gewohnt und zum einen konnte er es kaum aushalten ... zum anderen wollte er aber auch, dass dieses Gefühl für immer anhielt.
Sein Herz weigerte sich, weiter zu pumpen. Für ein paar Sekunden, dann sprang es ihm fast aus der Brust. Die noch freie Hand hob sich ohne sein Zutun und krallte sich an Atticus’ Rücken ... oder vielmehr das Tshirt dort ... um noch einen Halt zu haben. AJ wusste nicht, wie das hier ging und was richtig war. Aber er wollte Atticus festhalten. Und ihn zurück küssen. Weil das wirklich nicht eklig war, sondern richtig schön. Also erwiderte Alphonse den Kuss ebenso zärtlich – nach all dem Zögern, das nur Sekunden gedauert, sich aber wie eine Ewigkeit angefühlt hatte.

@Atticus Keene

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#315

RE: Wälder

25.01.2023 22:00
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„Ich bin ganz sicher nicht der einzige mit Racheplänen. Es gibt so manche Intrigen innerhalb der Wicked, selbst unter den Fürsten. Und die Sklaven.. warten schlussendlich wohl nur auf eine Möglichkeit sich zu erheben. Aber ich bin es… der all das zusammenhalten muss, verstehst du? Ich habe Kontakte. Viele Kontakte. Zu den Sklaven, zu manchen Fürsten, als Mitglied habe ich viel mehr Möglichkeiten als die Sklaven selbst. Ich … muss das einfach selbst tun.“
Er wollte Feivel darum bitten es ihm nicht so schwer zu machen. Aber er hatte Angst, dass er ihm das Angebot dann nie wieder vorschlagen würde. Und das wollte er irgendwie auch nicht. Es war gut… eine Fluchtoption zu haben. Einen Plan B… wenn alles den Bach runter ging. Und vielleicht sogar ein Leben danach… das auf ihn warten könnte, wenn alles vorbei war? Zwar bezweifelte Atticus stark, dass er seinen Rachefeldzug überleben würde. Aber eine winzige Chance bestand. Und selbst wenn ihm der Gedanke daran nur dabei half durchzuhalten.. in harten Zeiten. Es war ein Lichtblick, zu welchem er sich fortan wohl manchmal träumen würde.

Er fand es schön, dass Alphonse zu ihrer Freundschaft stand, ganz egal was sein Dad auch davon hielt. So musste sich ein Teenie verhalten, ganz richtig! Weshalb er nickte und einfach nur froh darüber war, dass Feivel für ihre Treffen kämpfte.
Ob Ed denn ein weiteres gestatten würde? Denn eigentlich hatte er das hier doch nur zugelassen, weil Feivel Atticus so unbedingt bei irgendeiner wichtigen Sache behilflich sein wollte. Das war der einzige Grund, wieso er heute hier war. Damit Feivel das endlich erledigen und abschließen konnte. Aber stattdessen betranken sie sich und knutschten xD das hätte Edward so wohl nicht abgesegnet!!

„Naja, was soll ich sagen. Dein Mut und deine Abgebrühtheit haben mich beeindruckt. Wir waren von Anfang an ein gutes Team… das nur ein paar Startschwierigkeiten hatte“
Das Schicksal hatte sie erst in die richtige Richtung schubsen müssen, damit sie zusammen arbeiteten statt gegeneinander. Und es hatte gewonnen. Denn nun saßen sie hier und waren sich näher denn je.
Oder besser gesagt… lagen sie inzwischen und Atticus brachte eine Art von Mut auf, die viel beängstigender war als alles, was er im Kampf je hatte tun müssen.
Atticus war genauso verwirrt wie Alphonse. Er hatte keinerlei Erfahrung in diesen Dingen.. und noch weniger hatte er eigentlich gedacht, sich je zu Jungs hingezogen fühlen zu können..
Lag das daran, weil er sein erster, richtiger Freund war? Interpretierte er hier vielleicht etwas Falsches hinein?
Aber wie konnte etwas falsch sein, wenn es so prickelte? Sein Körper bildete sich das ja nicht ein. Die Gefühle waren real.. und sie trieben ihm Gänsehaut über den ganzen Rücken.
Dieser Kuss war einfach so wunderschön… dass er Atticus den Atem raubte. Er vergaß dabei wirklich kurz zu atmen. Seine Augen waren geschlossen, weil sich dadurch alles nur noch viel intensiver anfühlte.
Vorsichtig hob er ihre beider Hände an um… sie über Alphonse Kopf wieder abzulegen. So war es viel einfacher sich abzustützen und.. irgendwie fühlte sich der Kuss durch diese Position noch intensiver an. Auch wie Feivel sich an sein Shirt krallte bescherte ihm einen Schauer.
Und als Alphonse dann endlich den Mut aufbrachte und zurück küsste… war es ohnehin um Atticus geschehen.
Er konnte nicht fassen was hier gerade passierte, war aber auch unfähig es zu realisieren. Er schwebte zu 100% auf Wolke 7 und sein Verstand hatte sich in den Standby Modus versetzt. Alle Zweifel, Ängste, Sorgen waren für einen Moment lang wie weg gefegt. Nur noch das Hier und Jetzt zählte. Nur noch.. sie beide.
Weshalb Atticus sich noch etwas weiter hinab beugte, die freie Hand an Alphonse’ Wange legte, während er sich mit dem Ellenbogen neben ihm abstützte..
Er wollte nicht aufhören. Er konnte nicht aufhören.. und er hatte auch nicht vor es jemals wieder zu tun. Denn so ein wunderschönes Gefühl hatte er bisher noch nie in seinem Leben verspürt..

@Alphonse Drummer



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#316

RE: Wälder

25.01.2023 22:28
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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»Ich verstehe.« Feivel konnte seine plötzliche Traurigkeit nicht verbergen – unter anderem, weil sie ihn überraschte. Dennoch hielt er tapfer ein Lächeln aufrecht, denn eigentlich hatte er gar nicht das Recht, seinem Freund so ins Gewissen zu reden. »Es ist deine Rache, dein Moment. Du solltest das so angehen, wie es sich für dich richtig anfühlt. Aber helfen will ich dir trotzdem ... im Rahmen des Möglichen.« Und wenn es nur für gelegentliches Brainstorming wäre. Für Feivel wäre es das Schlimmste, von Atticus ausgeschlossen zu werden. Anfangs hatte ihn vielleicht das Rätsel am meisten begeistert, aber das war spätestens heute nicht mehr der Hauptgrund für sein Interesse. Nur ein nettes Gimmick, dass er seine Gehirnzellen einbringen durften. Solang er Atticus nur zur Rache verhalf.

Über seinen Dad wollte Feivel nun auch nicht länger nachdenken. Was er ihm später erzählen würde oder nicht, ob Atticus und er sich verstehen würden ... das waren alles Fragen, die ihn jetzt nur verunsicherten. Sein Freund hatte zwei beschissene Wochen hinter sich. Nun war es an der Zeit, ihn aufzumuntern.
Dass dies tatsächlich mit einem Kuss geschehen würde ... hätte AJ noch vor einer Stunde wirklich nicht geglaubt. Aber vorher sprachen sie noch kurz über ihr Kennenlernen. »Ich hatte nicht den Eindruck, dass ich dich beeindrucke. Mir das nicht zu zeigen, hattest du ganz gut im Griff.« Feivel schmunzelte. »Habe ich überhaupt ... Danke gesagt, dass du mich gewarnt hast? Du hättest die Beißer auch einfach in die Höhle taumeln und mich überraschen lassen.« Dann wäre er eingekesselt gewesen und das hätte richtig ins Auge gehen können.
»Ich ... konnte dich jedenfalls auch nicht allein lassen. Nicht, dass du es nicht ohne mich geschafft hättest, aber ... na ja. Hauptsache, wir sind jetzt ein Team und stehen auf derselben Seite.« Also auf Atticus’ Seite. Feivel hatte kein Problem damit, sich seiner Sache zu verschreiben – weil er zu hundert Prozent verstand, was Rache für ein verlorenes Elternteil einem bedeuten konnte.

Wie viel sich die beiden Jugendlichen einander bedeuteten ... das wurde wenig später im Bett klar. Was unschuldig anfing, gipfelte in einem wunderbar zärtlichen Kuss. Sie beide besaßen null Erfahrung, aber nach den ersten Sekunden ... ergab sich alles wie von selbst. Als wären sie füreinander geschaffen.
Feivel versuchte, die Augen ebenfalls geschlossen zu halten. Aber dann spürte er alles hundertfach verstärkt, drohte wieder den Halt zu verlieren und im Gefühlsstrudel abzudriften. Ob es normal war, sich so überwältigt zu fühlen, oder war er auch da ein Sonderling? Jedenfalls führte es dazu, dass seine Augenlider anfangs ein wenig flatterten wie Schmetterlingsflügel. Das war ihm fast ein wenig peinlich ... umso besser, dass Atticus seine Augen geschlossen hielt.
Es wurde noch intimer ... noch näher. Erst ihre verschlungenen Hände über seinem Kopf, dann warme Finger an seiner Wange. Überall, an so gut wie jedem Punkt spürte AJ Atticus. Es war, als würde nur noch er existieren und sonst nichts mehr. Und gleichzeitig war er sein Anker in dem grenzenlosen Nichts.
Ihr Kuss wurde mutiger. Feivels Hand löste sich vom T-Shirt und wanderte Atticus’ Nacken hinauf. Um sich dort in das Haar zu wühlen und seinem Freund zu bedeuten, dass er nicht weggehen sollte.

@Atticus Keene

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#317

RE: Wälder

25.01.2023 22:53
Atticus Keene Atticus Keene (gelöscht)
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Auch für Atticus fühlte sich diese ‚Abfuhr‘ bitter an. Und er wünschte sich wirklich, sie hätten sich unter anderen Umständen kennen gelernt. Zu einer anderen Zeit, in einem anderen Leben. Doch leider standen die Dinge wie sie nun einmal waren. und sie konnten nichts an den Umständen ändern, sondern nur versuchen das Beste daraus zu machen.
„Einen besseren Verbündeten könnte ich mir nicht wünschen“
Jemanden der so klug und gewitzt war als Unterstützung zu haben, war wirklich extrem hilfreich. Weshalb Atticus wirklich dankbar für seine Hilfe war und sie auch gar nicht ausschlagen wollte. Er wollte Feivel bloß nicht in Gefahr wissen. Oder zumindest nur.. in einigermaßen geringer Gefahr.
Sein Dunstkreis wuchs. Er hatte die Sklaven, eine Zweckgemeinschaft mit Leon, Informationen von Mikael und auch in anderen Häusern Kontakte… so schlecht war er also gar nicht aufgestellt. Nun musste er all diese Fäden nur noch zu einem Netz zusammen führen.

„Tja, ich bin eben ziemlich cool“
Sagte er nun schmunzelnd, da er diesen Eindruck durch seinen Look ja schon auch irgendwie absichtlich erwecken wollte. Jeder Teenager drückte sich durch seinen Kleidungsstil und sein Auftreten aus, also wieso sollte es in der Apokalypse anders sein. Und Atticus zornige und unnahbare Art erledigte dann ohnehin den Rest. Nur war es Alphonse ziemlich schnell gelungen hinter die harte Schale zu blicken.
„Nein, ich vermute stattdessen hast du mich irgendwie beleidigt“
Sagte er schulterzuckend, erinnerte sich aber nicht mehr wirklich daran, welche Worte sie in dieser Situation miteinander gewechselt hatten.
„Aber das kannst du jetzt ja nachholen“
Wenn Alphonse gerade so handzahm war, dann wollte er das auch gleich ein bisschen ausnutzen und ihn ein wenig foppen. Denn solche Gelegenheiten boten sich wirklich nicht oft.
„Ich hatte auch nicht erwartet, dass du an meiner Seite kämpfst.. sondern eher gedacht du läufst nach Hause zu Daddy…. dass du es nicht getan hast.. hat meine Einstellung wohl nachhaltig verändert“
Denn er hätte ihn auch im Stich lassen können. Hatte er aber nicht getan. Und das war die richtige Entscheidung gewesen.

Sonst könnten all diese wundervollen Dinge hier gerade nicht passieren. Wie automatisch führte eines zum anderen. Auch Atticus hatte nicht den Hauch einer Ahnung wie man richtig oder gar gut küsste.. ob es da Regeln, irgendetwas zu beachten gab. Zwar hatte er schon häufig knutschende Leute gesehen. Aber für gewöhnlich wandte man dann ja den Blick ab und starrte nicht hin wie ein Stalker. Weshalb er das alles einfach nur.. ausprobieren konnte.
Doch sie harmonierten perfekt… genau wie damals im Kampf und das ganz ohne Worte.
Auch wenn es nach wie vor sehr harmlose.. süße Küsse waren.
Alphonse’ Hand in seinem Haar… befeuerte ihn dazu noch weiter zu gehen. Was definitiv nur dem Alkohol geschuldet war und er vielleicht ein bisschen übermütig wurde.
Denn.. er wusste.. zum Küssen, da benutzte man nicht nur die Lippen..
Weshalb er den Mund ein stückweit öffnete, um einen noch innigeren Kuss zu starten. Als er das jedoch tat.. klimperten plötzlich ganz unabsichtlich ihre Zähne aufeinander. Was Atticus leicht hoch schrecken ließ. Denn das gehörte nicht so oder? Die Zähne hatten bei einem Kuss doch nichts zu suchen.
Weswegen er nun wieder die Augen öffnete und sich ein kleines Stück von Alphonse Lippen löste. Er blickte ihn direkt und ein bisschen verunsichert an.. machte aber trotzdem keine Anstalten sich nun von ihm zu lösen.
Stattdessen fragte er aber dennoch ein bisschen wie in Trance
„was… machen wir hier eigentlich….“

@Alphonse Drummer



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#318

RE: Wälder

25.01.2023 23:21
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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So richtig wie ein Verbündeter kam sich Alphonse irgendwie nicht mehr vor. Sie würden sich nur sehr selten sehen und gerade erst war binnen zwei Wochen eine Menge Scheiße passiert. Feivel würde so gar nicht richtig für seinen Freund da sein können und ihm zur Seite stehen können. Das wurde ihm immer bewusster, genau wie es ihn immer mehr störte. Er bereute nicht, dass er sich mit Ed vertragen hatte und sie wieder ein festes Team waren. Aber er wünschte sich trotzdem die Freiheit, zu tun, was er wollte. Warum war das alles nur so schwierig, unter einen Hut zu bekommen? Also ja ... sich zu einer anderen Zeit, und an einem anderen Ort kennenzulernen, wäre vielleicht besser und einfacher gewesen. Doch das Schicksal ließ sich nicht lenken.

»Hm. Ja, das bist du wohl«, gab Alphonse mit einem Lächeln zurück. Das Kompliment konnte er ihm ruhig zugestehen, immerhin wurde er ja auch immer netterweise Nerd genannt. xD
»Wir haben gar nicht geredet, bis ich dich erreicht habe. Dann hast du mir Anweisungen gegeben und wir haben wie ein Team agiert.« Feivel zuckte mit den Schultern. Er konnte sich an ziemlich viele Situationen gestochen scharf erinnern. Von Beleidigungen war an diesem Tag keine Spur gewesen.
»Tja, du hast in mir einen verwöhnten, ängstlichen Jungen gesehen und ich in dir einen hirnlosen Haudrauf. Haben wir uns wohl beide von Vorurteilen beeinflussen lassen, hm?«

Von Vorurteilen war im Bett jedenfalls nichts zu spüren. Ganz im Gegenteil. Feivel hätte niemals geglaubt, sich dermaßen einer Person hingeben zu können. Ja, ihre Küsse waren noch unschuldig. Was in seinem Kopf und in seinem Körper vorging, jedoch längst nicht mehr. Eigentlich hatte er inzwischen von sich geglaubt, asexuell zu sein. Weil er einfach niemanden anziehend fand und ihn das Gefummel und Geknutsche der Erwachsenen abschreckte. Dabei hatte er in Balar auch schon Männer gesehen, die sich küssten oder halbnackt rumliefen. xD Selbst da hatte es ihn nicht tangiert. Vielleicht war es nur Atticus, bei dem er so fühlte. Was ihm eine Heidenangst einjagte, der er gerade aber keinen Raum geben wollte.
Zwar näherte er sich dem Punkt, an dem es zu viel werden könnte und er eine Pause einfordern müsste ... aber Atticus kam ihm zuvor. Dass sich ihre Zähne berührten, gehörte wohl irgendwie dazu ... oder nicht? Jedenfalls war es eine Missempfindung, die auch Alphonse aus dem Konzept brachte. Plötzlich war nicht mehr alles weich und zärtlich. Und er bemerkte, wie sehr er sich an Atticus festgekrallt hatte. Und wie nah sie sich waren. Dass er ihn immer noch ... irgendwie schmeckte und roch und seine Lippen auf seinen spürte, obwohl sie schon längst fort waren.
Atticus’ Blick konnte er wieder nicht so gut deuten. Er war jedenfalls nicht mehr so liebevoll wie vorhin. Vielleicht geschockt? Alphonse löste die Hand von seinem Hinterkopf, die andere blieb aber noch mit der seines Freundes verwoben.
Was sie hier taten? Das war doch offensichtlich. Aber vermutlich meinte Atticus nun nicht das Küssen an sich. Sondern ... warum sie, zwei Jungs, die doch nur Freunde waren, knutschend auf dem Bett lagen.
»Willst du sagen, es ist ein Fehler?« Solch eine Frage implizierte doch diese Annahme. Das verletzte Alphonse irgendwie. Und je mehr er aus dieser Situation rausgerissen wurde, desto mehr fing sein Hirn wieder an zu arbeiten. Feivel löste nun auch seine andere Hand und setzte sich auf ... sodass Atticus gezwungen war, zurückzuweichen. Die Nähe war mit einem Mal unerträglich. Wenngleich Al sie schmerzhaft vermisste.

@Atticus Keene

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#319

RE: Wälder

26.01.2023 08:50
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Das tat Alphonse. Egal wie oft sie einander sahen. Schon wie wenigen Stunden hier in diesem Bunker waren heilsamer für Atticus, als mehrere Wochen bei den Wicked. Er war sein Anker in der Dunkelheit.. das einzige Licht, welches von außen herein strahlte und ihn daran erinnerte, dass die Welt nicht nur beschissen war. Dass es auch noch Gutes gab. Allein diese Gedanken würden ihm dabei helfen weiter zu machen und sich nicht selbst aufzugeben. Alphonse schien sich dieser wichtigen Rolle nur noch nicht bewusst zu sein. Und Atticus war unfähig es auszusprechen.
„Ja, der erste Eindruck kann schon manchmal ziemlich trügen. Aber kein Wunder, dass wir beide erst mal vom Schlechtesten ausgegangen sind“
Sie waren in einer Apokalypse groß geworden. Da war nicht viel Platz für Vertrauen und Unvorsichtigkeit. Man musste jedem gegenüber skeptisch und misstrauisch sein, weil das Leben einen nun mal ständig enttäuschte. Zumindest in Atticus Fall war es so gewesen. Wobei nicht nur das Leben, sondern vor allem die Menschen.

Atticus würde sich wohl ziemlich geschmeichelt fühlen, wenn er wüsste, dass Feivel bisher wirklich niemals das Verlangen gespürt hatte jemandem nahe zu sein. Verliebt war Atticus auch noch nie gewesen aber er hatte sich zumindest manchmal nach Nähe gesehnt. zu einer.. imaginären Person. Die nun endlich ein Gesicht erhalten hatten. Ein ziemlich streberhaftes, Milchbubi Gesicht zugegebenermaßen. Das kam unerwartet. Aber Atticus mochte es genau so wie es war.
Eigentlich wollte Atticus ihr Geknutsche nicht unterbrechen aber die Sache mit den Zähnen, die hatte ihn plötzlich total verschreckt. Weil er das Gefühl hatte, grottig zu küssen! Und er war doch der Coole hier… er müsste das doch besser drauf haben. Erfahrung hin oder her. Sollte das nicht.. automatisch einfach klappen?
Und schon fingen die Selbstzweifel an. Was wenn es Alphonse doch nicht so gut gefiel und er nur benebelt vom Alkohol war? Was wenn er wirklich kein Talent zum Küssen hatte?
Seine Zweifel interpretierte Alphonse allerdings komplett falsch. Er hatte nicht andeuten wollen, dass das hier ein Fehler war. Zumindest hatte er an diese Option noch nicht gedacht. Erst jetzt wo AJ es aussprach streiften auch diese Zweifel seine Gedanken.
„Nein, ich meine… keine Ahnung…“
Er wusste nicht, ob das mit ihnen ein Fehler war. Hieß es nicht immer, man machte durch solche Dinge Freundschaften kaputt? Taten sie das hier gerade? Weil sie sich vom Alkohol und ihren Hormonen leiten ließen.. würde das ihre Freundschaft zerstören? Ohje.. plötzlich drehten sich die Gedanken förmlich in Atticus Kopf, das ihm gar ein bisschen schwindelig wurde.
Gezwungenermaßen ließ er von Alphonse ab und setzte sich ebenfalls wieder auf.
Wirkte ein bisschen ratlos während er ihn nachdenklich betrachtete.
Aber wie sollte das ein Fehler sein.. wenn er nach wie vor spürte, wie sehr er sich von ihm angezogen fühlte?
Dieser plötzliche Entzug der Nähe schmerzte fast körperlich! Er fühlte sich mit einem Mal absolut unbehaglich und unwohl. Er wollte… Al erneut berühren. Traute sich gerade aber nicht so richtig, weil er nun so abweisend wirkte.
Andererseits war da immer noch diese leichte Vernebelung seiner Gedanken, bedingt durch den Alkohol.. die es gar nicht so richtig zuließen das alles hier nun zu zerdenken. Das käme wohl erst später. Weshalb Atticus sehr schnell wieder bewusst wurde, wonach er sich sehnte.
Weswegen er vorsichtig seine Finger an Alphonse Kinn legte, um seinen Kopf.. zu sich zu drehen. Um ihm erneut in die wunderschönen Augen blicken zu können. Dabei schwieg er.. denn trotz all der Ablehnung die Alphonse ihm gerade entgegen brachte, war da auch immer noch dieser sanfte, liebevolle Gesichtsausdruck der Atticus einfach völlig einnahm.
Weswegen ein schwaches Lächeln auf seine Lippen trat und er mit den Schultern zuckte.
„Schon möglich, dass es das ist. Aber… wir sind Teenager. Ist es da nicht unsere wichtigste Aufgabe ein paar Fehler zu machen?“

Egal was hiernach auch passieren würde. Atticus wollte diesen Fehler machen und es darauf ankommen lassen.
Weswegen er Al noch tiefer in die Augen blickte und sich dann.. ganz langsam noch einmal seinen Lippen näherte, um vorsichtig einen Kuss darauf zu hauchen. In der Hoffnung, dass AJ ihn nun nicht von sich stoßen würde.

@Alphonse Drummer



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#320

RE: Wälder

26.01.2023 14:01
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Nein, Alphonse war sich tatsächlich nicht im Klaren darüber, welch wichtige Rolle er bereits für Atticus spielte. Obwohl sie ein deutliches Band zueinander geknüpft hatten, war er sich nicht sicher, inwieweit es Bestand haben würde oder vielmehr ... welche Bedeutung es hatte. Freundschaften konnte er einordnen und da wusste er auch, sie würden überdauern – ganz egal, wie oft oder selten man sich sah. Bei Atticus gestaltete sich irgendwie ... so ziemlich alles anders. Er nannte ihn bereits einen Freund, aber dieses Wort fühlte sich nicht ganz passend an. Weniger als das war er aber auch nicht. Und mehr? Woher sollte Feivel das wissen? Bisher hatte er nie bemerkt, romantisches Interesse an irgendwem zu haben. Und auch nicht an allgemein schön zu bezeichnenden Menschen – ob er sie nun irgendwo sah oder sie in vergammelten Pornozeitschriften bei Versorgungstouren erblickt hatte. Nähe war sowieso so ein Thema. Er vermisste sie selten. Und wenn, dachte er eher an seine Mom oder leiblichen Dad. Weil er sie nie wieder umarmen würde.
Das mit Atticus war neu. Und deswegen war es so fragil wie eine rissige Glasplatte.

Trotzdem lagen sie hier und küssten sich. Ein Akt, den AJ sich schon viel zu oft hatte ansehen müssen und dabei stets einem Brechreiz unterlag. Das war nicht untertrieben. Auch Berührungen machten ihm so sehr zu schaffen, dass er manchmal einen Waschzwang bemerkte - je nachdem, wer die Grenze übertreten hatte. Es gab Ausnahmen, aber es gab sie erst, wenn ein gewisses Maß an Vertrauen vorhanden war. Atticus hatte diesen Status in Windeseile erreicht. Und übertroffen. Sonst wäre nichts von dem möglich, was hier gerade passierte. Okay, der Alkohol spielte sicher auch eine Rolle. Aber die Übelkeit und der Schwindel, die Feivel zuvor noch verspürt hatte, trat mehr und mehr in den Hintergrund und machte viel angenehmeren Gefühlen platz.
Zumindest bis Atticus den Kuss unterbrach und somit eine Pause schaffte, in der AJs Gedanken sich wieder überschlagen konnten. War das hier ein Fehler? Warum dachte er direkt daran? Vielleicht, weil er Angst vor dieser Erkenntnis hatte? Es fühlte sich jedenfalls für ihn nicht wie ein Fehler an, ganz im Gegenteil. Aber wenn Atticus darin einen sah ... was würde das für sie bedeuten? Und warum hatte er dann diese Grenze überschritten?
Keine Ahnung ... das war die Antwort. Feivel fühlte sich plötzlich wie von einem Panzer überrollt. Nun ertrug er die Nähe kein Stück mehr. Weil er nicht mehr wusste, ob sie noch so viel bedeutete wie vor seiner Frage – und er sich nun schmutzig fühlen sollte oder nicht. In seinem Teeniehirn kämpften gerade ganz viele verschiedene Eindrücke und Ängste miteinander. Und das auch noch intensiver als ohne Alkoholeinfluss.
Feivel ließ es zu, dass Atticus seinen Kopf zu ihm drehte und ihm erneut einen intensiven Blick schenkte. Aber dann sagte sein Gegenüber etwas, das ihm ... nicht sonderlich gefiel. Ihn gar ein wenig verletzte, ohne, dass er eruieren könnte, warum.
Aber dieser Kuss ... ihre Lippen berührten sich erneut federleicht und brachten die Schmetterlinge in AJs Bauch zum Tanzen und den Widerstand zum Bröckeln. Trotzdem oder gerade deswegen konnte er nicht vergessen, was Atticus ihm eben gesagt hatte.
Weswegen er sich zurückzog und den Kopf schüttelte. »Ich mache nicht gern Fehler. Und für mich ist das hier keiner. Ich hab noch nie jemanden so nah an mich rangelassen. Einfache Umarmungen sind sonst schon ... unmöglich für mich. Und du ... du kommst einfach daher mit deinem Skateboard und ...« Nun war vielleicht doch der Alkoholeinfluss zu merken. »Du kannst mich nicht küssen und dann sagen, wir machen da vielleicht einen Fehler und ... mich dann dazu bringen, ihn weiterhin zu begehen!«
Ergab es noch Sinn, was er da sagte? Egal! Warum er sich bei diesen Worten schon wieder annäherte, wusste er auch nicht. »Beschwer dich morgen nicht ... bei mir ... wenn du Gewissensbisse hast. Ich werd keine haben.« Wenn er sich da mal nicht täuschte. Aber gerade stand er wirklich hinter seinen Gefühlen, so sehr sie ihn auch verwirrten. Er konnte zeitgleich aber auch nicht genug von Atticus’ Lippen bekommen. Weswegen er mit den letzten Worten wieder den Kuss aufnahm.

@Atticus Keene

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