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THE DEAD DON’T DIE
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#401

RE: Wälder

01.02.2023 23:36
Atticus Keene Atticus Keene (gelöscht)
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Edward hatte seinen Sohn auch dazu erzogen für sich und seine Wünsche einzustehen. Manchmal tat er das vielleicht sogar zu sehr und er hatte ihm in der Vergangenheit zu viele davon erfüllt. Weswegen AJ es durchaus gewohnt war zu bekommen was er wollte. Aber Ed hatte sich bemüht einen Mittelweg zu finden. Das Wichtigste war trotzdem, dass er nun einen starken, durchsetzungsfähigen Charakter entwickelt hatte, der ihn in Zeiten wie diesen am Leben erhielt. Und das schien ihm ja irgendwie gelungen zu sein. Selbst wenn es manchmal zu seinem eigenen Nachteil war.
Denn jetzt zeigte sich keinerlei Unsicherheit in Alphonse’ Blick, während der von Ed nicht skeptischer sein könnte, als dieser meinte, das hier wäre ein Anfang und kein Abschluss.
Atticus Herz schlug ihm bis zum Hals, als Feivel ihn noch dichter zu sich zog. Er krallte sich förmlich an seine Hand, da er sich in so einer Situation noch nie befunden hatte.
Aber er wollte ja nicht nur schön aussehen und schweigend daneben stehen, weshalb er bestätigend nickte und Edward ebenfalls entschlossen ansah.
Dieser runzelte echt ungläubig die Stirn als AJ meinte, sie wären nun fest zusammen. Wow…. also das war mal eine Wendung.
-….fest zusammen, ja?-
Wiederholte er skeptisch und blickte dann von Atticus zu Feivel und wieder zurück zu dem Skaterboy.
-Ahja.. das heißt dann also, du kehrst deiner psychopathischen Kolonie den Rücken und begleitest uns? Oder willst du mir damit sagen, dass du hier bleibst.. und von uns verlangst uns immer und immer wieder in feindliches Gebiet zu geben. Du meinen Sohn dadurch ständig in permanente Gefahr bringst, nur damit ihr in diesem Bunker ein bisschen rummachen könnt? Während du dir in deiner Kolonie alle anderen Jungs warm hältst? Feivel wird es ja immerhin nie erfahren, nicht wahr?-
Atticus schluckte. Denn natürlich… wenn Edward es so ausdrückte, klangen seine Absichten schon wirklich zwielichtig und Scheiße.. denn er wünschte sich wirklich, er könne ihm nun sagen, dass er sie begleitete. Immerhin wollte er AJ ja auch nicht in ständiger Gefahr wissen. Da verstand er seinen Dad schon.. aber… es ging einfach nicht. Weswegen Atticus kurz bedröppelt den Kopf senkte. Denn seine Argumente waren unwiderlegbar. Dennoch ballte er seine freie Hand kurz zu einer Faust und richtete den Blick anschließend wieder entschlossen in Edwards Augen. Er durfte und würde nun keine Schwäche zeigen. Sich nicht verunsichern lassen. Er musste ihn davon überzeugen, dass das was er und AJ hatten all das Risiko Wert waren.
„Ich wünschte ich könnte mit euch gehen. Aber das kann ich nicht. Und das liegt nicht daran, dass… Ihr Sohn mir nicht genug bedeutet. Denn das tut er! Mehr als alles andere. Aber.. es gibt noch etwas, das ich vorher erledigen muss.“
Atticus atmete tief durch. Denn damit Edward ihn zumindest ansatzweise verstehen konnte, musste er nun wohl ehrlich zu ihm sein. Auch wenn es ihm schwer fiel.
„Meine Mum…. wurde von den Leuten hier versklavt, vergewaltigt und brutal getötet. Ich muss… den Schuldigen dafür einfach finden und zur Strecke bringen, vorher kann ich nicht.. von hier verschwinden“
Bei diesen Worten veränderte sich Edwards Miene. Die Skepsis wich aus seinem Blick und.. Verständnis machte sich darin breit, trotzdem noch gepaart mit Missfallen.
-Das respektiere ich-
Erwiderte er demnach ruhig darauf. Denn wenn er etwas nachvollziehen konnte, dann war es der Wunsch nach Rache. Der auch ihn seit so vielen Jahren verfolgte. Allerdings war er erwachsen, Atticus hingegen war ein Kind, das im Begriff war dumme Entscheidungen zu treffen und seinen Sohn in all die Scheiße mit rein zu ziehen.
-Aber leider kann ich es deshalb trotzdem nicht gut heißen. Denn was du da sagst.. klingt nach einer Selbstmordmission. Du bist ein Teenager. Und willst dich alleine gegen die Führungsriege einer ganzen Kolonie auflehnen? Das wirst du nicht überleben Junge… und ich kann nicht zulassen, dass du meinen Sohn in all das mit hinein ziehst.-
Edward sprach zwar streng mit Atticus aber wesentlich verständnisvoller als noch zuvor. Denn tatsächlich wollte er ihn gerade nicht weiter provozieren sondern…. entwickelte so etwas wie Mitgefühl für ihn..

@Alphonse Drummer



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#402

RE: Wälder

02.02.2023 07:20
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Auch für Feivel war es nun seltsam, auf dieser Seite des Gesprächs zu sein. Sonst war er der Spielverderber für Ed und erklärte ihm ständig groß und breit, warum eine Beziehung eine schlechte Idee war oder warum die gerade auserwählte Frau für seinen Vater nicht gut war. Vielleicht war das ja jetzt die Rache. Womöglich war Edward nachtragender als gedacht. Zumal die Sache mit Violet noch ziemlich frisch war. Wären sie allein gewesen, hätte Feivel auch direkt deswegen nachgefragt. Doch vor Atticus wollte er das nicht ansprechen. Er wollte nicht, dass er dachte, einen cholerischen Schläger als Freund zu haben, der niemandem außer sich selbst Glück gönnte. Aber genau das war er wohl.
Da er erst darüber nachdenken musste, was er als Nächstes sagen wollte, hatte Atticus die Gelegenheit, einzuspringen. Feivel konnte den Schmerz in dessen Stimme durchaus hören, und es war, als wäre es sein eigener. Weswegen er die Hand seines Freundes ein wenig drückte, um ihm so beizustehen. Und sich für die Worte zu bedanken. Denn zu hören, dass er ihm wirklich so viel bedeutete, war schön. Nur hätte er gern auch noch was dagegen sagen können, dass er sich die anderen Jungs in seiner Kolonie warmhielt. xD Doch darüber hatten sie ja eigentlich gesprochen und eine Abmachung getroffen, der Feivel vertrauen musste und wollte.
Atticus erzählte weiterhin von dem Schicksal seiner Mom. Das war eine mutige und gute Entscheidung. Aber zu erfahren, dass hier Menschen versklavt und vergewaltigt wurden, würde Ed wohl kaum beruhigen. Zumindest das mit dem Rachefeldzug sollte ihn doch erreichen. Tat es wohl auch. Jedoch nicht genug.
»Er ist nicht alleine!«, warf Al nun mit neuer Entschlossenheit ein. »Ich habe ihm versprochen, ihm zu helfen, und das ist nicht mit einmal Unterlagen sortieren getan. Stell du dir doch mal vor, wir hätten so eine große Spur, wie Atticus sie hat. Einen Ort, an dem du suchen kannst, um den Mörder meines Vaters zu finden. Du würdest doch auch nicht locker lassen. Und ich auch nicht. Ganz egal, was für Gefahren da auf uns warten würden. Du hast mich ausgebildet und somit hast du mich auf so etwas vorbereitet.« Denn der Wunsch nach Rache war von Vater zu Sohn weitergegeben worden. Bisher hatte das Edward nicht gestört. Sich dem Vergeltungszug eines anderen Jungen anzuschließen, war jedoch scheinbar was anderes.
»Du verurteilst etwas, das du gar nicht vollständig verstehst. Du verurteilst Atticus, ohne ihn richtig zu kennen. Und mir wirfst du durch die Blume vor, dem allem nicht gewachsen zu sein. Ich versteh ja, dass du dir Sorgen machst. Aber selbst wenn wir nicht zusammen wären, würde ich darauf bestehen, Atticus weiterhin zu helfen, weil wir dann stattdessen befreundet wären. Er gehört jetzt zu meinem Leben und das ist meine Entscheidung, so wie auch seine.« Edwards Erlaubnis brauchten sie nicht. Genau wie Edward auch nie die Erlaubnis von ihm gebraucht hatte, sich immer wieder neue Freundinnen zu suchen. Es wäre einfacher, würde sein Vater die Beziehung gutheißen. Aber Feivel war entschlossen, auch unter schwierigeren Umständen mit Atticus zusammen zu bleiben.

@Atticus Keene

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#403

RE: Wälder

02.02.2023 08:53
Atticus Keene Atticus Keene (gelöscht)
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Das hier war keine Rache von Edward. Er wünschte seinem Sohn alles Glück der Welt. Er hätte es verdammt tragisch gefunden, wäre ihm nie das Gefühl von Verliebtheit zu Teil geworden. Aber musste es gerade dieser Junge sein? Der unter den schwierigsten, nur irgendwie vorstellen Umständen lebte?? Er wollte seinen Sohn beschützen. Noch mehr als er ihm sein Glück gönnte. Denn Feivel würde nichts mehr davon haben, wenn er deswegen starb.

Atticus versuchte dennoch Edward umzustimmen und ihm zu zeigen, dass er es ernst mit seinem Sohn meinte. Nur schien das nicht genug zu sein. Es war nie genug. ER war nie genug. Zumindest nicht für Alphonse’ Dad. Und das Problem war, Atticus teilte seine Meinung. Er wollte doch auch nicht, dass AJ seinetwegen etwas passierte. Das könnte er sich niemals verzeihen! Aber gerade hatte er so viele Schmetterlinge im Bauch und war so verliebt, dass er einfach nicht klar denken konnte. Vielleicht würde diese Erkenntnis mit der Zeit allerdings kommen….

Edward hatte ja Verständnis für die junge Liebe. Aber.. was wäre er für ein Vater, wenn er seinen Sohn solch einer stetigen Gefahr aussetzen würde? Er hatte Cara und Al Senior versprochen auf ihren Sohn aufzupassen! Und es fühlte sich an, als würde er dieses Versprechen brechen, wenn er diese Beziehung guthieß.
Doch Alphonse war natürlich nicht umzustimmen, sondern hatte sich gedanklich schon zu 100% darauf fixiert ihm zu helfen. Atticus hatte ihn also längst in die Sache mit rein gezogen, weshalb Edward ihn nun doch wieder wütend ansah und meinte
-Siehst du was du bereits angerichtet hast?? Du hast ja keine Ahnung was es bedeutet ihm so ein Versprechen abzuringen!-
War sich Atticus dessen überhaupt bewusst? Wahrscheinlich nicht. Er kannte AJ seit wie lange… ein paar Tagen? Er wusste nicht wie versessen dieser werden konnte, wenn es darum ging ein Rätsel zu lösen. Und wie viele Risiken er dafür eingehen würde. Ja, Edward hatte ihn dazu erzogen Versprechen nicht zu brechen und anderen zu helfen.. aber das hier ging dann doch ein bisschen über Nächstenliebe hinaus!
Atticus senkte erneut den Kopf. Denn auch hierbei hatte Edward Recht und so langsam dämmerte ihm das ebenfalls, weshalb er nachdenklich zu AJ rüber sah. War das hier vielleicht doch ein Fehler? Gerade war er sich nicht mehr ganz so sicher, weswegen er auch nur halbherzig erwiderte
„Ich werde dafür sorgen… dass er niemals direkten Kontakt zu den Wicked hat…“
Das war allerdings eine Aussage die Edward nur schnauben und den Kopf schütteln ließ
-Das kannst du nicht versprechen. Und das wissen wir beide-
Er verschränkte die Arme vor der Brust, ehe AJ mit seiner flammenden Rede fortfuhr. Die Ed aber nur noch wütender machte. Denn ja, es war etwas anderes ihrer Rache nachzugehen oder der eines fremden Jungen.
-Ich verurteile weder ihn noch sein Vorhaben. Aber egal wie gut ich dich ausgebildet habe, das hier ist dennoch eine Nummer zu groß für zwei Teenager!-
Feivel war doch sonst so klug, sah er das etwa wirklich nicht ein?? Offenbar vernebelten die Hormone auch sein Gehirn. Da wünschte Edward sich ja fast wieder sein asexuelles Ich zurück.
Was ihn jedoch richtig sauer machte, war die Aussage, dass es AJs Entscheidung war, dass Atticus nun zu seinem Leben gehörte. Offenbar dachte er nämlich, er wäre der einzige, der hier die Entscheidungen traf.
-Du bist hier nicht der Erwachsene!!! Und triffst ganz sicher nicht alleine Entscheidungen, die unsere Familie beeinflussen!!-
So laut wie Edward gerade herum schrie, sah Atticus sich kurz besorgt um. Und musste ihn dazu ermahnen
„Bitte.. ihr müsst leiser sein, sonst entscheidet hier gleich niemand mehr irgendwas..“
Denn dann würde man ihnen einen Kopfschuss verpassen. Womit Atticus ja erneut deutlich machte wie gefährlich die Kolonie war. Aber es ging einfach nicht anders. Sie mussten sich beherrschen.
Edward ballte die Hände zu Fäusten, sein Sohn war so unfassbar stur!
-Also, was passiert, wenn ich es dir nicht erlaube? Haust du dann wieder ab??-
das wollte er immerhin auch nicht. Weshalb Ed sich in einer echt beschissenen Situation befand. Wenn er ihm den Kontakt zu Atticus untersagte würde das seine Beziehung zu Feivel für immer zerstören, er würde ihn vielleicht sogar gänzlich verlieren. Aber wenn er es ihm erlaubte könnte das ebenfalls passieren. Nur dann an den Tod.
Angestrengt massierte er sich die Schläfen, weil das hier wirklich eine Pattsituation war. Und er einfach nicht wusste, wie er sie lösen sollte.
-Vielleicht sollte ich ihm auch einfach………-
Nein. Edward biss sich auf die Zunge. Er würde nun nicht sagen, dass er Atticus auch einfach den Schädel einschlagen sollte, um diese Entscheidung zu treffen und das ‚Problem‘ aus der Welt zu schaffen. Wie Feivel es getan hatte. Nein! Er hatte sich geschworen ihm deswegen keine Vorwürfe zu machen. Aber nun standen die Dinge anders. Denn wenn es um Alphonse Glück ging.. schien er nun plötzlich absolutes Verständnis von Edward zu erwarten. Verständnis… das er Violet gegenüber nie gehabt hatte.
Auch wenn Ed den Satz nicht beendete, so wüsste AJ wohl dennoch was er sagen wollte. Doch er würde ihn nun nicht vor seinem Freund bloßstellen. So tief war er noch nicht gesunken.
Er schloss die Augen und atmete tief durch. Er musste sich beruhigen, sonst würde das hier noch weiter eskalieren.
-Du lässt mir ohnehin keine andere Wahl oder? Ich hätte dich besser in Balar irgendwo einsperren sollen, statt nochmal hier her zu kommen…-
Sagte er irgendwann resignierend. Denn ihm war bewusst, er hatte keine Handhabe in dieser Situation. Sein Sohn war fast erwachsen. Er würde tun was er wollte. Und wenn Ed das nicht akzeptierte.. würde er ihn für immer verlieren…

@Alphonse Drummer



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#404

RE: Wälder

02.02.2023 13:50
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Feivel begegnete Atticus’ zweifelndem Blick mit Unglaube. Ließ er sich jetzt echt Zweifel einreden? Und Edward machte auch nicht den Anschein, einzulenken. Plötzlich fühlte sich AJ so, als würde er als Einziger darum kämpfen, die Beziehung durchzusetzen. Oder zumindest Edward dazuzubringen, Atticus mal besser kennenzulernen. Stattdessen sah er seine Felle davon schwimmen und das war ein beschissenes Gefühl. Bisher hatte er die Hand seines Freundes umklammert, als würde sein Leben davon abhängen. Jetzt ließ er sie los, als hätte er sich verbrannt. Das lag zum einen daran, dass Edward plötzlich herum schrie, aber auch, weil er merkte, dass sein Vater es schaffte, einen Keil zwischen ihn und Atticus zu treiben. Zweifel heraufzubeschwören, wo vorher keine waren. Und das tat weh. Es war zudem wie ein Spiegel, der ihm vorgehalten wurde. So hatte er sich dutzende Male Edward gegenüber verhalten, nichtahnend, wie schmerzvoll das für ihn und seine Partnerin gewesen sein musste.
Feivel war es nicht danach, auch laut zu werden. Er entschied sich für kontrollierte Bedrohlichkeit, indem er leise und deutlich sprach. »Und was macht dich zum Erwachsenen? Dein Alter? Atticus und ich haben genug Scheiße für mehrere Leben durch. Wir sind der Welt genauso gewachsen wie du.«
Das mit der Familie stimmte allerdings. Edward war hier oder auch nur in der Nähe des Territoriums ebenso in Gefahr. Und wenn Feivel abhauen würde – was er durchaus in Erwägung zog, wenn er nur so seinen Freund sehen durfte – dann würde sein Vater im folgen. So wie das letzte Mal. Weswegen AJ darauf nicht sofort eine Antwort wusste. Was wiederum Edward die Gelegenheit gab, etwas anzudeuten, das ... für Feivel einige Dinge dann doch grundlegend veränderten.
Irgendetwas in ihm zerbrach. Er konnte es fast klirren hören. Sein fassungsloses »Ich wusste es ...« erreichte sein Gehör, als hätte jemand Fremdes gesprochen. Aber es war seine eigene Stimme und sie sagte nur das aus, was er tief in sich fühlte. Edward hatte ihm kein Stück vergeben. Er würde ihm nie vergeben. Und all das Gerede, AJ würde nie eine Enttäuschung für ihn sein können und die Familie stand über allem, war dann wahrscheinlich auch dummes Geschwätz. Denn Edward trug die Wut in sich, die Feivel auf jeden Fall auch verdient und erwartet hatte. Nur hatte sein Vater ihm immer wieder gesagt, es wäre okay, er wäre okay und AJ wäre auch kein Monster. Und Feivel hatte es ihm irgendwann geglaubt.
Nichts war okay. Und der Graben zwischen ihnen, der in Balar wieder ein bisschen zugewachsen war, bröckelte erneut. Aber auch einer zu Atticus war entstanden. Feivel konnte es in seinen Augen sehen. Wie er zweifelte und wahrscheinlich nicht wollte, dass wegen ihm Vater und Sohn getrennte Wege gingen.
»Klar, Leute einzusperren ist der klügere Weg. Dann kannst du dich auch gleich den Wicked anschließen und wir müssten dieses Gespräch nicht führen.« Feivels Stimme klang nun sehr kalt. Und so fühlte er sich auch. Denn er war nun ebenso resigniert. Zwar hatte er sich Edwards ›Zustimmung‹ mehr oder weniger erkämpft – aber um welchen Preis?

@Atticus Keene

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#405

RE: Wälder

02.02.2023 16:04
Atticus Keene Atticus Keene (gelöscht)
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Atticus befand sich gerade in einer beschissenen Situation. Denn natürlich wollte er für diese Beziehung kämpfen. Aber andererseits wollte er auch keinen Keil zwischen Vater und Sohn treiben. Er durfte einfach nicht der Grund sein, weswegen die beiden miteinander brachen. Das tat ihm verdammt weh! Noch mehr, weil er nie so eine kostbare Verbindung in seinem Leben gehabt hatte. Feivel wusste das offenbar gar nicht richtig zu schätzen, wenn er sie ständig aufs Spiel setzte. Also ja, er stand kurz davor zurück zu rudern und zu sagen, dass das alles eine dumme Idee gewesen war und sie sich besser nie wieder sehen sollten.
Aber irgendetwas in ihm … ließ das nicht zu. Vielleicht sein Herz. Oder die Hoffnung, dass endlich mal etwas Gutes in seinem Leben passierte. Er schaffte es nicht den Mund aufzumachen. Aber es schmerzte, als Alphonse plötzlich seine Hand los ließ. Hieß das er hatte sein Zögern bemerkt? Da fühlte er sich gleich noch viel mieser, weil er doch erst im Bunker noch rum getönt hatte, dass sie das gemeinsam durchstehen wollten. Er für ihn da sein würde im Gespräch mit Ed. Und nun knickte er ein? Ein schöner Freund war er. War im Moment aber trotzdem nur fähig zuzuhören und daneben zu stehen..
-Das bezweifle ich nicht. Aber dennoch spielen bei mir nicht mehr meine Hormone verrückt und verleiten mich zu dummen Entscheidungen! Gerade du Feivel solltest doch genauestens wissen wie sich das jugendliche Gehirn in der Pubertät verändert. Höhere Risikobereitschaft, Impulsivität, die Suche nach einem immer stärkeren ‚Kick‘… möchtest du die Aufzählung fortführen?-
Denn das konnte Alphonse. Und das wusste Edward, weshalb er AJs schärfste Waffe, nämlich seine Intelligenz, nun direkt gegen ihn einsetzte.
Das wollte Edward jedoch gar nicht. Er wollte nicht gegen ihn kämpfen. Und deshalb tat ihm seine Andeutung auch gleich wieder Leid. Aber manchmal.. machte AJ es ihm echt schwer vernünftig zu bleiben! Er hatte ihm vergeben und er sah kein Monster in ihm. Aber wenn er plötzlich so vehement etwas von ihm verlangte, was er ihm so viele Jahre vorenthalten hatte…. fiel es eben auch Edward schwer sofort verständnisvoll darauf zu reagieren. Er war auch nur ein Mensch mit Gefühlen und konnte sie nicht abstellen wie ein Roboter.
Atticus hingegen hatte keine Ahnung was gerade zwischen den beiden abging. Und sah deshalb ein bisschen ratlos von einem zum anderen. Nun schienen beide deprimiert und frustriert zu sein. Und das alles nur wegen ihm. So viel zum Thema… seine Beziehung zu Edward zu verbessern.
-Oh, das werde ich wohl zwangsläufig auch irgendwann tun müssen. Spätestens dann, wenn ihr beide erwischt werdet!-
Konterte er nun noch mal auf seine patzige Bemerkung. Und dann war wohl alles gesagt. Die Fronten waren klar. Die beiden würden sich weiterhin sehen und Edward konnte nichts dagegen tun. AJ hatte gewonnen. Seinen Willen durchgesetzt. Wie immer.
Diese Stimmung ertrug Atticus gerade wirklich nicht. Er fasste noch einmal nach Alphonse Hand aber irgendwie… schien dieser das gerade nicht zu wollen, weswegen er sie wieder weg zog.
Wie sollte er das hier bloß gerade biegen? Er hatte AJ in die Scheiße geritten und das konnte er nun nicht mehr rückgängig machen. Wollte er aber auch gar nicht. Weshalb er kurz die Augen schloss, tief durchatmete und dann wieder entschlossen den Kopf hob, um erst AJ und dann Edward anzusehen.
„Mister Drummer…. ich kann all Ihre Zweifel und Sorgen wirklich nachvollziehen. Ich möchte doch auch nicht, dass Alphonse etwas passiert. Das was zwischen uns geschehen ist.. war so nicht geplant. Ich wollte ihn nie in meine Probleme mit hinein ziehen. Und ich wollte mich auch nicht in ihn verlieben. Aber es ist passiert. Und ich kann es nicht mehr ändern.. auch nicht aus Angst vor eventuellen Schwierigkeiten. Er ist das einzig Gute, das…. mir seit Jahren widerfahren ist. Und es tut mir Leid, in welche Lage ich Sie dadurch bringe. Das tut es wirklich. Aber.. wir werden zusammen sein. Ob es Ihnen nun gefällt oder nicht. Jedoch würde es das Leben für uns alle drei leichter machen….. wenn Sie uns Ihren Segen geben. Denn ich sehe doch wie wichtig Ihnen Ihr Sohn ist…. genau wie umgekehrt. Deshalb bitte… lassen Sie das nicht zerbrechen… nicht meinetwegen..“
Damit käme er wirklich schwer klar. Aber er konnte es auch nicht verhindern, sondern nur hoffen, dass seine Ansprache nun irgendetwas bewirkt hatte.
Edward fuhr sich angestrengt schnaubend durch sein Haar. Denn diesmal konnte er nicht bestreiten, dass Atticus Argumente überzeugend waren. Er wollte Feivel nicht erneut verlieren. Egal wie sehr seine Art ihn manchmal auch in den Wahnsinn trieb. Weswegen er versuchte sich wieder runter zu fahren. Auf Atticus zuschritt und ihn plötzlich am Nacken packte.
-Na los, komm mit. Ich hab dir was unter vier Augen zu sagen Bürschchen-
Ein bisschen hilfesuchend sah Atticus zu Feivel, doch Edward machte sehr deutlich, dass er sich nun raus halten und hier stehen bleiben sollte!
Weswegen Atticus mit Edward mit taumelte, bis sie außer Hörweite waren. Sehen konnte AJ sie aber trotzdem noch. Edwards Blick nach zu urteilen, konnte Atticus sich schon denken, was er nun zu hören bekommen würde.
„Schon klar.. gleich sagen Sie sowas zu mir wie -brichst du sein Herz, breche ich deine Knochen- oder so.. aber das ist nicht nötig. Das weiß ich auch selbst.“
Edward sah ihn kurz unverwandt an, eine große Klappe hatte der Junge ja schon. Aber das war er von AJ gewohnt, weshalb er sich davon jetzt nicht provozieren ließ.
-Nein. Brichst du ihm das Herz, breche ich dir mehr als nur deine Knochen. Aber das ist es nicht, was ich dir sagen möchte-
Atticus runzelte die Stirn. Okay… das war creepy, aber er hörte weiter zu.
-Sondern ich will, dass du dir bewusst machst… worauf du dich hier eigentlich einlässt. Du hast bestimmt schon bemerkt, dass AJ nicht ist wie andere Jungs. Er ist sehr speziell, hat viele Eigenheiten.. die manchmal verdammt anstrengend sein können. Sobald ihr eure rosarote Brille erst abgenommen habt, wird das auch dir auffallen. Ich muss einfach sicher gehen….. dass du dich dem gewachsen fühlst. Und ihn nicht bei der erst besten Gelegenheit fallen lässt, kaum dass es anstrengend wird-
Also damit hatte Atticus nun irgendwie nicht gerechnet. Nach allem was war, versuchte sein Dad ihn wohl weiterhin nur vor Schmerzen zu bewahren. Und das wiederum respektierte Atticus, weswegen er nickte.
„Ich bin mir sicher… so sicher wie nie zuvor in meinem Leben“
Nun seufzte Edward angestrengt. Ein bisschen hatte er ja gehofft Atticus vielleicht doch noch in die Flucht schlagen zu können. Aber offenbar waren die beiden echt Hals über Kopf verliebt.. weswegen ihm gar nichts anderes übrig blieb außer es zu akzeptieren..
-Na schön dann…. geh nun zu ihm und verabschiedet euch. Wir bleiben in der Nähe….-
Lenkte er also ein, egal wie sehr es ihm missfiel. Atticus nickte und drehte Edward den Rücken zu, um zurück zu Feivel zu eilen, allerdings stoppte Edward ihn noch mal
-Ach und Atticus?-
Er fragte sich womit er ihn denn nun wieder zurechtweisen wollte und verdrehte innerlich die Augen, als er sich noch mal zu ihm umdrehte.
„Ja, Mister Drummer?“
Nun erschien tatsächlich sowas wie ein müdes aber schwaches Lächeln auf Edwards Lippen als er meinte
-Willkommen in der Familie. Du kannst mich Ed nennen-
Atticus weitete die Augen, denn DAS hatte er nun wirklich nicht erwartet. Weshalb auch in seinem Gesicht ein strahlendes Lächeln auftauchte. Und vielleicht wurden seine Augen auch ein bisschen feucht, denn das… bedeutete ihm einfach die Welt. Weshalb er kurz schniefte, sich über die Augen wischte und dann dankbar lächelnd nickte, ehe er zurück zu Alphonse lief.

@Alphonse Drummer



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#406

RE: Wälder

02.02.2023 21:37
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Es war ganz gut, dass Alphonse nicht mehr Atticus’ Hand hielt. Er musste gerade so sehr einen Wutausbruch niederkämpfen, dass er seine Hände zu Fäusten ballte und sich dabei schon mit den Nägeln ins Fleisch schnitt. Denn was Edward gerade sagte, stimmte nicht. Vielleicht waren es keine jugendlichen Hormone, die ihm während der Zeit mit Violet das Hirn vernebelt hatten, aber dass er nicht der Ed gewesen war, den AJ kannte, lag trotzdem auf der Hand. »Ich könnte diese Aufzählung fortführen, aber genauso Präzendenzfälle benennen, in denen sich ach so erwachsene Menschen wegen der Liebe trotzdem schwachköpfig aufgeführt haben.« Er knurrte diese Worte mehr als dass er sie sagte.
Und ja, vielleicht war es von ihm einfältig gewesen, zu glauben, dass Edward sich für ihn freuen und ihn unterstützen würde. Nach allem, was Feivel ihm angetan hatte. Oder auch was Atticus in AJ ausgelöst hatte, denn die Scherben deswegen hatte ja auch Ed aufkehren dürfen. Trotzdem war die Hoffnung dagewesen, sie würden zumindest eine Chance eingeräumt bekommen.
Es tat Feivel ja auch leid, dass Atticus gerade wahrscheinlich keine Ahnung hatte, worum es ging und welche ungesagten Dinge da noch zwischen Vater und Sohn standen. Aber AJ wollte das immer noch von ihm fernhalten. Niemand zerstörte gern ein gutes Bild, das ein anderer von einem hatte. Und wer wusste schon, ob Atticus mit ihm zusammenbleiben wollte, wenn er davon erfuhr. Irgendwann würde er ihm von Violet und so bestimmt erzählen, aber heute sollte nicht dieser Tag sein. Es waren auch der denkbar schlechteste Zeitpunkt und Ort dafür.

Ja, nun war alles gesagt. Normalerweise breitete sich nach einem gewonnenen Wortgefecht eine befriedigende Genugtuung in Feivel aus. Egal, wie abgefuckt Ed dann war. Aber jetzt fühlte sich der Sieg nicht gut an, ganz und gar nicht. AJ spürte Atticus’ Hand an seiner und eigentlich wollte er sie jetzt auch wieder nehmen. Doch er brauchte zu lang, darauf zu reagieren. Sein Freund hatte ihm die Finger schon wieder entzogen, als er endlich seine krümmte. So griffen sie ins Leere. Ob Atticus sich schon vor ihm fürchtete? Oder gerade doch die Entscheidung getroffen hatte, das alles zu beenden, bevor es richtig angefangen hatte? So wie er gerade offensichtlich den Mut sammelte, um etwas zu sagen, ging Alphonse davon aus. Also wappnete er sich. So gut es eben ging.
Was folgte war aber kein Korb, sondern ... eine regelrechte Ansprache. Die AJ ziemlich baff zurückließ und ihm einen Schauer nach dem anderen über den Rücken schickte. Irgendwann hatte er dann doch wieder den Vorstoß gewagt und Atticus’ Hand genommen. Sachte mit dem Daumen über die weiche Haut dort gestrichen und gehofft, ihm etwas Mut und Entschlossenheit zu geben. Denn er selbst verspürte sie bei diesen Worten wieder mehr als je zuvor.

Edward war der Nächste, der ihn überraschte. Er bugsierte Atticus fort, um ihm etwas zu sagen. Erst wollte Alphonse hinterher gehen, denn auch in seiner Vorstellung würden nun Drohgebärden folgen, die keiner von ihnen brauchte. Doch er blieb nach dem warnenden Blick von seinem Vater an Ort und Stelle stehen. Behielt die beiden jedoch genau im Auge, um dazwischen zu gehen, wenn es irgendwie eskalieren sollte. Lippen lesen gestaltete sich leider schwierig in der Dämmerung und Edward sprach zu leise, um ihn zu verstehen.
Würde er wissen, dass er Atticus vor Feivels Verschrobenheit warnte, würde er sich wohl in Grund und Boden schämen. Was sollte das denn bitte aussagen?
Das Gespräch schien beendet zu sein, nur rief Edward Atticus noch einmal zurück. Diesmal sprach er lauter, um ihn zu erreichen, sodass auch AJ nun die Worte verstehen konnte. Willkommen in der Familie? Hatte er da richtig gehört?
So wie Atticus reagierte, wohl ja. Denn Feivel erkannte, wie er sich über die Augen wischte und hörte auch sein Schniefen. Und er wusste, wie viel es ihm bedeutete, in eine Familie aufgenommen zu werden. Für AJ war er ja schon längst Teil der Drummers. Aber diese Geste von Ed ... hatten die Teenies wohl beide nicht erwartet.
Feivel lief seinem Freund entgegen und nahm ihn ohne Umstände in den Arm, um das mit ihm zu feiern. Das war doch ein Schritt in die richtige Richtung! Zwar standen immer noch Unausgesprochene zwischen ihm und seinem Dad – aber das würden sie im Lager klären. Vielleicht. Zumindest AJ würde es nun nicht ertragen, das mit ins Bett zu nehmen.
Während er Atticus umarmte, wich er Eds Blick aber noch aus. Stattdessen schloss er die Augen, um sich ganz auf seinen Freund zu konzentrieren. Dann löste er sich etwas und lehnte seine Stirn an die von Atticus. Ihm fiel es gar nicht so schwer, solche Gesten vor seinem Vater zuzulassen oder selbst zu initiieren. Wild rumknutschen würde er aber trotzdem nur ungern vor ihm. Aber ein kleiner Abschiedskuss war ja gleich vielleicht doch noch drin.
»Einmal ein Drummer, immer ein Drummer«, flüsterte er und grinste. Familie wurde bei ihnen wirklich groß geschrieben und bedeutete nun auch, dass Atticus auch unter Edwards Schutz stand. Das war wirklich ein schönes Gefühl. Der beste Segen, den sein Vater ihnen geben konnte.

@Atticus Keene

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#407

RE: Wälder

03.02.2023 19:42
Atticus Keene Atticus Keene (gelöscht)
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Natürlich. Wie immer fiel Feivel ein passender Konter auf Edwards Argumente ein. Er musste einfach immer das letzte Wort haben! Ihm war schon klar, worauf er hier anspielte. Auch wenn er nach wie vor nicht einsah, dass er sich wegen Violet viel anders verhalten hatte. Möglicherweise hatte er weniger Zeit für Alphonse gehabt. Aber sonst? Er war deswegen doch nicht gleich ein anderer Mensch gewesen…
Sagen tat er dazu allerdings nichts mehr, sondern schüttelte nur den Kopf, weil sein Sohn wieder den Klugscheißer raushängen ließ. Das würde die Situation nun definitiv nicht verbessern.
Letztlich lenkte Edward aber trotzdem ein… auch wenn es ihm diesmal wirklich verdammt schwer fiel. Aber anders als AJ ihm unterstellte, gönnte er ihm diese Erfahrung aus vollem Herzen. Egal wie madig er ihm alles wegen Violet gemacht hatte, sie sogar in die Flucht getrieben hatte. Bzw. Ed dazu gezwungen hatte sie zu verlassen. Das hier war keine Rache. Er wollte seinen Sohn wirklich nur beschützen…
Aber gegen die Liebe kam wohl niemand an. Denn er konnte es nicht verhindern. Also musste er sich damit arrangieren. Denn Atticus hatte Recht, an den Tatsachen würde es nichts ändern, wenn er sich quer stellte, es würde lediglich die Beziehung zu Feivel endgültig zerstören.
Auch wenn er gerade wütend auf seinen Sohn war, so wollte er nun trotzdem keine Dinge tun oder sagen, die irreparabel für ihre Bindung wären…

Also gab er ihnen widerwillig seinen Segen.. und hieß Atticus in ihrer Familie willkommen.
Womit dieser wirklich gar nicht umgehen konnte. Denn das war das Schönste, das jemals wer zu ihm gesagt hatte. Noch nie hatte er eine richtige Familie gehabt… weshalb er wirklich gerührt war. Nun aber nicht wie ein Loser los flennen wollte.
Was aber schwierig war, als Feivel ihn in die Arme nahm und nun auch noch diesen Spruch sagte. Da konnte er fast nicht an sich halten und ihm liefen ein paar stumme Tränen über die Wangen, während er sich haltsuchend an Feivels Rücken krallte.
„Danke…“
Sagte er mit brüchiger Stimme.
„Ich werde euch nicht enttäuschen. Versprochen!“
Murmelte er weiter. Denn das nahm er sich ganz fest vor. Und hoffte, dass diese neu gewonnene Familie, ihn nicht beim erst besten Fehler gleich wieder fallen lassen würde. So wie es immer war. Denn auch wenn er sich anstrengte, gewisse Enttäuschungen würde er wohl nicht vermeiden können. Dazu war er viel zu verkorkst und impulsiv. Aber er wollte das hier wirklich nicht verkacken! Diese eine Chance, endlich ein richtiger Teil von einer Familie zu sein.. das bedeutete ihm einfach alles. Und plötzlich…. war es ihm doch nicht mehr so egal, dass er bei seinem Versuch Luzifer zur Strecke zu bringen vielleicht sterben könnte.

Ed hielt sich im Hintergrund, warf aber dennoch seufzend aus dem Augenwinkel einen Blick auf die beiden. Sie wirkten ja schon echt süß.. das konnte er nicht bestreiten. Weshalb seine Abwehr mehr und mehr bröckelte..
Atticus löste sich irgendwann wieder von Feivel und blickte ihm mit einem sanften Lächeln in die Augen, während er eine seiner wirren Haarsträhnen hinter sein Ohr strich.
Er war gerade so glücklich.. dass er es nicht in Worte fassen konnte. Weswegen er es AJ einfach durch einen Kuss zeigen musste. Das Ed nicht weit entfernt stand, das war ihm gerade total egal.
Er musste AJ einfach küssen… und dieses Gefühl ganz fest halten, weil er wusste.. das es wohl der letzte Kuss für eine Weile war.
Zwar gingen sie nun nicht mehr so weit fort, aber jeden Tag konnte Atticus sich auch nicht rausschleichen. Dann würde er sofort auffliegen.
Also wollte er sich nun noch die Zeit für einen sehr ausgiebigen Abschied nehmen.

Nach einigen Minuten hingegen trat Ed nun doch mal auf die beiden zu und legte ihnen jeweils eine Hand auf die Schulter.
-Na schön ihr zwei Turteltauben, jetzt ist es wirklich an der Zeit aufzubrechen-
Wo er ja auch Recht hatte. Weshalb Atticus sich widerwillig von AJ löste und ihn einfach… nochmal umarmen musste, ehe ihre Wege sich wieder trennen würden.

@Alphonse Drummer



'I can’t be my own worst enemy, but you could be.'
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#408

RE: Wälder

03.02.2023 20:22
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Atticus durfte ruhig ein bisschen die Contenance verlieren. In Feivels Augen würde er trotzdem immer ein Badass-Skaterboy sein, der ihm die Knie weich werden ließ. Aber zu sehen, wie viel ihm der Segen von Edward bedeutete, machte AJ sehr glücklich, und er war ja selbst fast zu Tränen gerührt. Vielleicht würde er sie auch zulassen, wäre er sich gerade nicht unsicher, was er von seinem Dad nach dem Abschied von Atticus zu erwarten hatte. Die Sache war noch nicht ausgestanden. Zumindest nicht für Vater und Sohn.
»Das weiß ich«, murmelte er zurück und lächelte. »Und wir dich nicht.« Ihm war klar, der Weg würde beschwerlich werden und nicht nur Glück beinhalten. Das war schon allein ihrer Situation geschuldet. Sie waren beide verkorkst und würden vielleicht hier und da noch für Herzschmerz sorgen. Aber auch das durfte in einer Familie passieren. Edward und Feivel waren das beste Beispiel dafür. Es war nicht immer alles rosig. Manchmal war es auch richtig beschissen. Und dann raufte man sich trotzdem wieder zusammen.

Dieser Segen bedeutete jedoch auch gleichsam Abschied. Der durch den Kuss gleichsam unerträglich als auch akzeptabel wurde. Ohne diese Zärtlichkeit hätte Feivel seinen Freund nun nicht ziehen lassen können, aber natürlich brannte die Sehnsucht dadurch wieder lichterloh. AJ genoss es, so lang es währte, auch wenn er die Präsenz seines Vaters in der Nähe spürte und es ihm deswegen doch ein bisschen unangenehm war. Sie fuhren trotzdem erst auseinander, als der Erwachsene ihnen die Hände auf die Schultern legte. Eine letzte heftige Umarmung gab es dann aber doch noch. »Wir hören uns später«, flüsterte Feivel Atticus noch ins Ohr. Denn sie mussten doch zumindest noch per Funkgerät sichergehen, das jeder heil und ohne Probleme im Lager oder seiner Kolonie angekommen war.

Dann machte sich AJ mit seinem Dad auf den Weg. Jeder Meter tat weh, doch er blickte nicht noch mal zurück. Diese Blöße wollte er sich zum einen vor Ed nicht geben, und zum anderen hätte er es sowieso nicht ertragen, Atticus so weit weg zu sehen. Also marschierte er schweigend vorwärts. Überlegte bereits, ob und was er zu seinem Vater sagen sollte. Wahrscheinlich wäre Dank angebracht. Oder eine Entschuldigung. Doch Feivel konnte auch nicht aufhören, an die Andeutung zu denken, die Edward gemacht hatte. Was Violet anging war dann wohl doch nicht alles gesagt oder vergeben. Oder es lebte durch Atticus wieder auf. Eigentlich wollte er das nicht mit ins Bett nehmen oder nun wieder ewig schwären lassen. Trotzdem hüllte er sich in Schweigen und zog seine Jacke etwas dichter um sich. Irgendwie fröstelte er und dieses nagende Gefühl der Einsamkeit, das sich bei jedem Schritt breiter in ihm machte, mochte er gar nicht.

@Atticus Keene

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#409

RE: Wälder

03.02.2023 20:46
Edward Drummer Edward Drummer (gelöscht)
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Da Atticus keine Ahnung hatte, was da zwischen Ed und Al abgegangen war, konnte er sich darüber nun auch nicht so sehr den Kopf zerbrechen.
Vielleicht würde ihm AJ später noch erzählen, was vorgefallen war, nachdem sie sich getrennt hatten. Aber gerade schwebte er so auf Wolke Sieben und war so glücklich, dass er keinerlei negative Gefühle zulassen konnte.
Bis auf den Wehmut durch ihren Abschied. Den sie aber noch ein bisschen auskosteten. Bis ihre Lippen sich endgültig voneinander lösten und Atticus auch Ed gegenüber die Hand hob, ehe er mit seinem Skateboard wieder davon brauste. Jedoch mit einem breiten Lächeln im Gesicht. Er musste aufpassen, dass er nicht gegen einen Baum fuhr, so wie er gerade durch den Wind war. Und er konnte es gar nicht erwarten, Feivel später auf dem Walkie anzufunken. Aber erst mal musste er dafür sorgen keinen Ärger zu bekommen, wenn er nach Hause kam.

Ed und Al machten sich auch wieder auf den Weg zu ihrem provisorischen Lager, das sie vor einigen Wochen eingerichtet hatten. Es war nicht sehr luxuriös oder wohnlich. Aber es war ja auch nur für den Übergang gedacht gewesen. Nun mussten sie möglicherweise etwas umplanen.
Normalerweise würde er nun vielleicht darüber mit AJ sprechen. Aber auch er spürte weiterhin diese Mauer, die sich erneut zwischen ihnen aufgebaut hatte.
Ed schaffte es aber auch nicht nun sofort wieder nachzugeben oder sich zu entschuldigen, da er immer noch sauer auf AJ war. Nicht wegen Violet, sondern weil er sie einfach in so eine beschissene Situation zwang und dabei nur an sich dachte.
Trotzdem machte er ihm keinen Vorwurf, meinte stattdessen aber dennoch etwas stur
„Denk nun aber bloß nicht, dass ich begeistert von der ganzen Sache bin, nur weil ich euch meinen Segen gegeben habe. Deine Eltern würden mir den Arsch aufreißen, wenn sie wüssten, in welche Gefahren ich dich dich begeben lasse“
Und das war auch so eine Sache mit der er haderte. Würden Cara und Alphonse Senior es gutheißen? Wie würden sie an seiner Stelle reagieren? Hätten sie.. die Beziehung unterbunden oder nachgegeben? Gerade wünschte er sich mehr denn je, dass Cara an seiner Seite wäre. Sie wüsste bestimmt was zu tun war.. könnte diese Entscheidung viel besser treffen als er. Denn das alles überforderte ihn im Moment immens. und dabei hatte er gedacht echt schon alle Hürden der Vaterschaft gemeistert zu haben. Aber da hatte er sich wohl getäuscht.

@Alphonse Drummer


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#410

RE: Wälder

03.02.2023 21:04
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Feivel unterdrückte ein Schnauben. War klar, dass sein Vater wieder diese Karte ausspielte und an die toten Eltern erinnerte. Das nannte man emotionale Erpressung. AJ stieß das extrem sauer auf, und deswegen war seine Antwort sowohl bitter als auch provokant: »Ist das so? Sie haben sich also nicht allen Gefahren zum Trotz geliebt? Mom ist also nicht mit mir schwanger geworden, obwohl die Yakuza sie zur Abtreibung und Trennung gezwungen hätten, wenn sie davon erfahren hätten? Mom und Dad haben alles dafür getan, um zusammenbleiben zu können, egal, wie beschissen die Umstände waren. Das hast du mir immer wieder erzählt. Meine Eltern würden mich also im Gegensatz zu dir vielleicht verstehen und mir mit einer Beziehung helfen, die eh schon schwer genug sein wird, statt mir weitere Steine in den Weg zu legen.«
Er ballte die Hände zu Fäusten und versteckte sie in den Jackentaschen. Da war es wieder ... dieses Gefühl, nur eine Last für Edward zu sein. Der ohnehin nie Vater werden wollte und dieses ganze Leben in Amerika und so .. nie hatte haben wollen.
»Statt meine leiblichen Eltern vorzuschieben, sag mir lieber den richtigen Grund, warum du so dagegen bist. Du hast da vorhin was angedeutet. Es liegt an Violet, richtig? Da ist es auch egal, dass ich mich in Balar dafür entschuldigt habe, ich kann das nie wieder richtig gut machen, oder? Du hast mir gar nicht vergeben und mit mir ist auch überhaupt nicht alles in Ordnung.« Feivel hasste es, wie seine Stimme nun umschlug. Und er wollte auch eigentlich gar nichts wieder gut machen, denn er war nach wie vor froh, dass Violet weg war. Nur für Ed wollte er büßen, weil er ihn über alles liebte und ihm trotzdem wehgetan hatte. Jetzt konnte er das besser verstehen – wenn auch viel zu spät.

@Edward Drummer

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#411

RE: Wälder

03.02.2023 21:24
Edward Drummer Edward Drummer (gelöscht)
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Das war keine emotionale Erpressung sondern Überforderung! Das Gefühl alleine für alles verantwortlich zu sein und Entscheidungen treffen zu müssen, die niemand alleine treffen sollte. Die Arbeit bei den Yakuza war teilweise nicht so hart gewesen, obwohl er da auch ständig schwierige Entscheidungen hatte treffen müssen. Aber das war nichts im Vergleich zu einem pubertären Teenager. Der leider auch noch hochintelligent war und Ed deshalb ständig aushebelte!
Denn das tat er erneut. Er sagte etwas das… Ed total den Wind aus den Segeln nahm. Denn verdammt.. er hatte Recht damit. Al Senior und Cara waren das Paradebeispiel für eine schwierige und komplizierte Beziehung gewesen. Dafür, dass man für die Liebe alles riskieren sollte. Aber was hatte es ihnen am Ende gebracht?? Nichts als den Tod! Aber.. er brachte es nicht übers Herz das Feivel zu sagen. Denn sie hatten auch etwas wirklich Gutes in alldem Wahnsinn hervor gebracht…. nämlich AJ. Ihn würde es heute nicht geben, wenn sie nicht ihrem Herzen gefolgt wären. Weshalb Ed den Blick senkte und die Hände ebenfalls zu Fäusten ballte.
Denn zu hören wie AJ sagte, dass seine Eltern ihm geholfen und ihn unterstützt hätten, während Ed ihm nur weitere Steine in den Weg legte….. tat verdammt weh. Ed hatte so unfassbar viel getan um Feivel zu unterstützen. Und doch schien er rein gar nichts davon zu sehen oder wertzuschätzen, was wirklich schmerzhaft war und sein Herz gerade durchbohrte wie ein Katana.
„Tja….. offenbar bin ich nun mal nicht so verdammt perfekt und mutig wie sie es waren…..“
Er hatte nämlich schreckliche Angst davor, dass sich die Geschichte wiederholte. Dass die Wicked Feivel ebenfalls jagen und umbringen würden, wie die Yakuza es möglicherweise bei Al Senior getan hatten. Aber gerade schmerzte sein Herz so sehr, dass er das einfach nicht aussprechen konnte. Feivel würde ihm doch eh nicht glauben. Offenbar ging er ja davon aus, dass Ed ohnehin nur das Schlechteste für ihn wollte. Also weshalb versuchen ihn vom Gegenteil zu überzeugen….. wenn sein Ziehsohn sich einmal einen Gedanken in den Kopf gesetzt hatte, war es unmöglich ihn wieder davon abzubringen.

Er schüttelte den Kopf, weil AJ nun wieder auf die Sache mit Violet herumritt. Und das Ed sich offenbar an ihm rächen wollte.
„Das hat nichts mit Violet zu tun… was ich in Balar gesagt habe war mein Ernst. Aber das spielt nun keine Rolle mehr, du glaubst mir doch sowieso kein Wort. Also denk was du willst.. und mach was du willst.. ich habe als Dad für dich wohl ohnehin ausgedient“
Er marschierte nun ein Stück voraus, weil er echt… richtig richtig verletzt war. Und wütend. Weshalb seine Augen feucht wurden. Es war eine Mischung aus Traurigkeit und Zorn, die er seinem Sohn nun aber bestimmt nicht zeigen würde. Weswegen er auch einfach voraus stapfte.

@Alphonse Drummer


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#412

RE: Wälder

03.02.2023 21:49
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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AJ sprach doch gerade nur von der Beziehung zu Atticus und nicht von seinem ganzen Leben. Ihm war doch klar, wie sehr Edward ihn unterstützte und sich für ihn aufopferte. Das wollte er nicht infrage stellen. Sondern lediglich seinen Umgang mit dem Aufblühen einer jungen Liebe, die leider zum Teil in Feindesland gebunden war.
Feivel war jedoch im Moment noch zu wütend, um zu sehen, was er mit seinen harten Worten angerichtet hatte. Ihm lag ja gar die patzige Antwort auf der Zunge, dass Ed dann vielleicht mal aufhören sollte, seine Eltern ständig als perfekt und mutig hinzustellen. Denn dass sie trotz allem keine Heiligen gewesen waren, auch das ... war Feivel klar. Niemand war unfehlbar und Tote wurden immer höher gelobt als zu ihren Lebzeiten.
AJ wollte lieber wissen, was der wahre Grund für Eds Ablehnung der Beziehung war. Denn er glaubte immer noch, dass es etwas mit Violet und Rache zu tun hatte. Die Drummers waren eben auch jähzornig, das ließ sich nicht leugnen. Und es war nicht auszuschließen, dass sich diese Eigenschaft nicht auch mal gegen Familienmitglieder richtete.
Nun war es jedoch Edwards Antwort, die vernichtend war. Sowohl die Wortwahl als auch der Tonfall waren neu für Feivel. Es lief ihm eiskalt den Rücken herunter. Er ging ja oft zu weit und das zu bemerken, war nie angenehm. Doch diesmal jagte ihm sein Vater wirklich Angst ein. Weswegen AJ unvermittelt stehenblieb und ihm hinterhersah. Förmlich dem Graben dabei zusehen konnte, wie er immer größer wurde. Da, wo sich in seinem Bauch eben noch Aufregung und Verliebtheit mit Unsicherheit und Wut abgewechselt hatten ... wuchs nun ein riesiges schwarzes Loch. Er wiederholte in seinem Kopf noch mal alles, was er gesagt hatte. Verschleierte dabei auch nicht vor sich selbst, dass er Edward hatte herausfordern wollen. Aber er hatte mehr als das getan, nicht wahr? Er hatte ihn regelrecht zerfetzt. Das, was Feivel so verabscheute ... die emotionale Erpressung ... die hatte er quasi selbst eingesetzt, indem er Edward gesagt hatte, niemals so gut wie Al senior und Cara sein zu können.
Das ... das hatte Alphonse nicht gewollt. Er hatte sich lediglich mehr Unterstützung gewünscht. Da hatte er wieder den Beweis, hm? Er war sehr wohl ein Monster. Und er ertrug diesen Graben nun wirklich nicht, der sich hier auftat.
Weswegen er heiser rief: »Dad!« und ihm hinterherrannte. Sich vor ihn begab und sich ihm zuwendete, in der Hoffnung, er würde nun stoppen und ihn nicht umrennen. »Ich weiß, ich kann dich nicht immer verletzen und mich dann entschuldigen und erwarten, alles würde wieder gut werden. Aber es tut mir wirklich leid, was ich eben gesagt habe. Das ... das habe ich nicht so gemeint, wie es bei dir angekommen ist.« Feivel schniefte. Der Drang zu einer Umarmung war groß. Nachgeben tat er ihm nicht und auch heulen wollte er echt nicht. Das war ja auch irgendwo emotionale Erpressung und außerdem war er kein Kind mehr! Aber irgendwie hatte er das Gefühl, das Verhältnis zu seinem Dad wäre seit Monaten schon so festgefahren und egal, was sie taten oder einander sagten, es wurde immer nur kurzzeitig besser. Sie waren immer eine Einheit, ein Team gewesen. Und nun bröckelte und bröselte es an tausend Stellen. Das machte AJ eine Heidenangst ... auch wenn er wohl einen Großteil der Schuld daran trug.

@Edward Drummer

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#413

RE: Wälder

03.02.2023 22:19
Edward Drummer Edward Drummer (gelöscht)
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Ja. Auch dahingehend hatte Ed ihn bisher doch immer unterstützt! Vielleicht mit Gegenwehr. Aber er hatte ihn ständig in diesen Bunker gehen lassen, hatte auf ihn gewartet, ihm ermöglicht noch einmal zurück zu kommen und Atticus nun sogar in ihre Familie aufgenommen. War das denn nicht genug??? Es war wirklich alles.. wozu er gerade in der Lage war. Trotz der unglaublichen Ängste und Sorgen in seinem Inneren. Er würde AJ ja gerne mit Herz und Seele in seiner Beziehung unterstützen. Aber er konnte einfach nicht….. da ihn die Vergangenheit nun mal gelehrt hatte, dass solche Geschichten nie gut ausgingen. Auch dafür waren AJs Eltern leider ein Paradebeispiel. Und er konnte das einfach nicht noch einmal durchmachen..

Hatte aber ohnehin das Gefühl, dass ihm gerade alles entglitt. AJ war fast erwachsen.. offenbar brauchte er ihn nicht mehr. Wollte seinen Kram alleine regeln.. und vielleicht musste Ed ihn ja wirklich ein stückweit loslassen.. egal wie weh es ihm auch tat.
Er musste hier weg… er musste nun einfach weg, denn so traurig wie gerade eben.. hatte er sich schon seit vielen Jahren nicht mehr gefühlt.
Unter anderen Umständen hätte Ed sich natürlich gewünscht, dass AJ ihm hinterher rannte und ihn aufhielt. Aber gerade da.. wusste er nicht, ob er in der Lage dazu wäre noch ein normales Gespräch mit ihm zu führen. Eines, bei dem er seine Contenance weiter bewahren konnte. Er wollte für seinen Sohn stark sein. Immer und zu jeder Zeit. Schwäche zeigte er so gut wie nie. Aber gerade da… schrie alles in ihm danach sich diesem Gefühl der Verzweiflung einfach hinzugeben und nie wieder aufzustehen.
Dennoch stoppte Alphonse ihn. Ed.. konnte ihm allerdings nicht in die Augen sehen. Stattdessen richtete er den Blick nach oben. So wie man es immer tat, wenn man versuchte aufsteigende Tränen zurück in den Tränenkanal zu kämpfen und zu verhindern, dass sie die Augen verließen.
Seine Entschuldigung…. kam nicht wirklich bei Ed an. Denn einmal ausgesprochen konnte man solche Worte nicht zurück nehmen. Und Ed wusste, dass Feivel sie genau so gemeint hatte, wie er sie gesagt hatte.
Trotzdem versuchte er.. darauf zu reagieren. Sich zusammen zu reißen. Und sich nicht von seiner Wut oder Verzweiflung nieder ringen zu lassen. Das gelang ihm gerade nur, indem er es so machte wie Feivel sonst immer. Nämlich, indem er sich emotional abschottete und kühl mit ihm sprach.
„Ich habe schon verstanden wie du es gemeint hast. Du möchtest, dass ich dich unterstütze, dich darin bestärke diese Beziehung zu führen und dir dabei helfe dein Happy End möglich zu machen. Deine Eltern hätten das getan, ja…. aber du warst nicht dabei und hast nicht mitangesehen wie viel es ihnen abverlangt hat! Dein Dad ist gestorben für diese Liebe!! Und deine Eltern mussten in ständiger Angst vor Rachefeldzügen leben! Ich weiß, dass sie es nicht bereut haben aber…… kannst du denn nicht verstehen, dass ich mir für dich einen anderen Weg wünsche??? Einen der dich am Ende nicht ins Grab befördert oder du ständig auf der Hut sein musst?? Kannst du nicht verstehen dass…… ich das alles nicht noch einmal mitansehen kann???“

Wie furchtbar schief alles laufen würde. Und das würde es. Vielleicht waren die beiden eine zeitlang glücklich. Aber irgendwann würde es kippen. Irgendwann würden diese Gefahren sie einholen.. und dann konnte Ed wieder nur daneben stehen und dabei zusehen…. wie diese Liebe seinen eigenen Sohn ins Verderben stürzte, genau wie zuvor seinen Bruder. 
Das war unfassbar hart für ihn. Denn noch einmal mitzuerleben wie diese Geschichte sich wiederholte…. das war pure Folter.

@Alphonse Drummer


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#414

RE: Wälder

03.02.2023 22:46
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Alphonse hatte seinen Vater schon traurig gesehen, aber noch nie ... so wie jetzt. Selbst an damals, nachdem Cara gestorben war, erinnerte er sich nur noch schemenhaft. Er war noch zu klein und zunächst bei einer anderen Familie untergebracht gewesen. Eds richtige Trauerphase hatte Alphonse also nie miterlebt. Nach dem Tod seines Bruders nicht und auch nicht nach Caras Ableben. Doch er musste so ausgesehen haben wie jetzt. Nur diesmal war eine lebende Person schuld daran. Feivel hatte schon oft mit Worten verletzt, aber so weit wie heute ... hatte er es noch nie getrieben. Und es auch nicht vorgehabt, es jemals zu tun.
Obwohl Ed eindeutig aufgewühlt war, sprach er wie ein Roboter mit ihm. Erneut wurde Feivel der Spiegel vorgehalten. Doch er verdiente wohl den Schmerz, den das verursachte. Genau wie es die Worte taten. AJ ließ den Kopf hängen. Edward sah ihn ja sowieso nicht an. »Doch ... doch, das kann ich verstehen. Aber ... warum hast du mich dann immer ermutigt, mich zu verlieben? Es könnte doch mit jedem Partner, jeder Partnerin schwierig werden. Atticus lebt beim Feind und von daher sind die Verhältnisse klar, deswegen gehst du davon aus, mit ihm würde alles automatisch den Bach runtergehen. Aber niemand kann sagen, wie die Welt morgen aussieht. Was, wenn ich mich in Alice verliebt hätte? Sie lebt in einer Kolonie, die freundlich wirkte und uns doch nicht gehen lassen wollte. Und was, wenn das mit Skadi was Festes geworden wäre, schon vor Monaten? Dann wären wir womöglich in das Kreuzfeuer geraten und in den Krieg, den Balar mit anderen Siedlungen hatte. Überall lauern Gefahren, Dad. Für dich, für mich, für uns alle. Mit oder ohne Liebe in unserem Leben.«
AJ ging einen Schritt auf Ed zu und sah wieder zu ihm hinauf. Er versuchte sogar nach seiner Hand zu fassen, weil er diesen Abgrund zwischen ihnen einfach überbrücken musste. Dieser war noch nie so riesig und einschüchternd gewesen wie gerade jetzt. Feivel drohte, hinabzustürzen, aber er musste zumindest versuchen, seinen Dad zu erreichen! »Ich weiß vielleicht nicht zu hundert Prozent, wie du dich fühlst, weil ich damals nicht dabei war. Aber immer wenn du eine neue Frau an deiner Seite hattest oder zuletzt Violet ... da hatte ich ähnliche Ängste. Dass du dich verrennst, nachlässig wirst, sterben wirst, um sie zu schützen, deine Prinzipien verrätst ... und so weiter. Ich hab nicht verstanden, dass ... romantische Liebe oder ein Mensch außerhalb unserer Familie das wert sein kann. Vielleicht kenn ich Atticus erst ein paar Wochen, aber du musst doch auch sehen ... wie sehr er mich verändert hat. Zum Guten ... das denke ich zumindest. Und was soll ich denn tun ... wenn er es ist, der mein Herz erreicht hat? Dass es überhaupt jemandem gelingt, war dermaßen unwahrscheinlich, und jetzt soll ich den einzigen Menschen, den ich wohl jemals so ... mögen werde, verstoßen? Das ... das kann und will ich einfach nicht. Kannst du das denn ... nicht auch verstehen?« Da Feivel fest daran glaubte, dass sein Dad niemals über Cara hinweg gekommen war ... hoffte er auch da auf Verständnis. Denn sie beide hingen an einer ganz bestimmten Person, wie sie es niemals ein zweites Mal auf der Welt geben würde.

@Edward Drummer

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#415

RE: Wälder

03.02.2023 23:10
Edward Drummer Edward Drummer (gelöscht)
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Als Cara und sein Bruder gestorben waren, war es eine andere Art von Traurigkeit gewesen. Ihre Tode kamen schnell und unerwartet. Doch das was sich hier mit Feivel seit Monaten abzeichnete… war ein schleichender, quälender Tod. Und nun waren sie womöglich am Ende dieser Reise angelangt. Und dann… ja dann hatte Edward niemanden mehr auf dieser Welt..wovor er mehr Angst hatte, als er es zugeben wollte.
Wieder hatte Alphonse Recht, als er von den Gefahren der heutigen Zeit redete. Und doch gab es einen großen Unterschied.
„Sicher.. es kann immer irgendwo etwas passieren. Aber es ist etwas völlig anderes, ob solche Schicksalsschläge unerwartet kommen oder ob man sie förmlich bewusst herauf beschwört. Du hast doch genug Bücher gelesen Alphonse.. du müsstest wissen, dass solche Geschichten niemals ein Happy End haben“
Immerhin gab es viele sadistische Autoren, die ihre Leser gerne leiden ließen! Und alles andere? Das waren Märchen, die nichts mit der Realität zu tun hatten.
„Ich wollte einfach nur… dass du alle Erfahrungen machst, die das Leben uns Menschen zu bieten hat… ich wollte nicht, dass du etwas verpasst, nur weil wir in einer Apokalypse leben. Aber vielleicht war das falsch. Vielleicht ist das einfach kein Ort für die Liebe..“
Edward wirkte gerade tatsächlich ziemlich hoffnungslos. Aber wenn er ehrlich zu sich selbst war, dann war er das auch seit Caras Tod. Hatte nur versucht es vor AJ zu verbergen, damit dieser die Hoffnung nicht aufgab. Aber für sich selbst.. da wusste er, dass er die große Liebe nicht mehr finden würde. Sie war ihm entrissen worden, viel zu früh und viel zu grausam..
Zumindest sprach Ed inzwischen nicht mehr wie ein Roboter und es gelang ihm sogar wieder hinab in AJs Augen zu blicken, nachdem er den Kloß im Hals erfolgreich wieder runter gewürgt hatte.
Er ließ zu, dass AJ seine Hand nahm. Wirklich fühlen.. tat er dabei aber trotzdem nichts. Alles fühlte sich gerade taub und trostlos an.
„Ich sehe es… und ich verstehe es doch auch. Wir suchen uns nicht aus, wem wir unser Herz schenken…“
Sonst hätte er sich gewiss nicht in die Ehefrau seines Bruders verliebt. All das konnte er also durchaus nachvollziehen.
„aber.. das macht es nicht einfacher für mich. Ich weiß, dass ich es akzeptieren muss. Und das werde ich. Mir war immer klar, dass du irgendwann deinen eigenen Weg einschlagen wirst… jemanden finden wirst, mit dem du diesen Weg gemeinsam beschreiten willst. Und das ich… dann nicht mehr so eine große Rolle in deinem Leben spielen werde. So muss es wohl sein.. du wirst erwachsen.. du musst deine eigenen Entscheidungen treffen. Diese Entwicklung habe ich in den letzten Monaten bereits kommen sehen. Mit Violet an meiner Seite, hatte ich das Gefühl einigermaßen dafür gewappnet zu sein. Aber das war ein Trugschluss. Sie hätte nichts von der Leere füllen können, die du hinterlassen wirst. Und trotzdem muss ich akzeptieren, das du nun dein eigenes Leben lebst.“
Ein Leben in dem Edward nur noch eine Randfigur sein würde. Alphonse hatte in letzter Zeit immer weniger und weniger auf ihn gehört oder sich etwas von ihm sagen lassen. Er begann sich abzunabeln und das war ein verdammt schmerzhafter Prozess. Den Ed aber auch nicht verhindern durfte. Das war ihm völlig klar.

@Alphonse Drummer


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#416

RE: Wälder

03.02.2023 23:43
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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»Vielleicht ist niemandem in dieser Welt ein Happy End vergönnt. Aber ich verstehe jetzt ... dass man vielleicht genau deswegen jedes bisschen Glück festhalten muss.« Die Realität war hart und grausam, sie konnte einen zerfetzen und das war sowohl Alphonse als auch Edward schon oft genug geschehen. Aber Feivel hatte schon immer sehr von schönen Momenten mit seinem Vater gezehrt, oder von der Zeit, die er mit Freunden verbracht hatte. Und in den Stunden mit Atticus? Da hatte er wirklich alles vergessen können. Nur er und sein Freund und die gemeinsamen Augenblicke hatten gezählt. Natürlich machte es Feivel Angst, dass der Gleichaltrige die Macht über ihn besaß, ihn zu zerquetschen. So wie er es ja bereits unwissend wegen Nico getan hatte. Es konnte gut sein, dass sich Edwards Prophezeiung bewahrheitete. Aber Alphonse war eben auch niemand, der den leichten Weg ging. Manches musste man sich erkämpfen und das galt auch für Glück.
Kaum zu fassen, dass gerade Al nun ein Plädoyer für die Liebe hielt, hm? Und doch war es so. »Vielleicht ist das aber genau der richtige Ort dafür. Sonst würden wir beide nicht hier stehen.« Denn letztlich war auch familiäre Zuneigung eine Form von Liebe. Und wenn alles dunkel war, hatten sie zumindest immer füreinander weitergemacht. »Sonst ... würde es doch nur Tod und Verderben geben, Dad. Und das ist nicht genug, um ein Leben noch so nennen zu können. Dann wären wir alle nur gefühllose Beißer. So große Probleme ich auch mit ... meinen Emotionen habe ... das würde ich mir niemals wünschen.«
Feivel hatte nie seinen Verdacht offenbart, dass sein Dad in Cara verliebt war. Jetzt war er kurz davor und auch ... die Hoffnung zu nähren, dass sie noch leben könnte. Aber irgendwie würde das so wirken, als wolle er Edward nur ablenken. Etwas zu tun geben, jetzt wo sein Sohn andere Interessen hatte. Und das war nicht so. Er wollte Cara wenn mit ihm zusammen suchen, weil sie beide überzeugt waren. Es war der falsche Ort und Zeitpunkt, um das Thema anzuschneiden. Aber Feivel nahm es sich zumindest vor, es noch mal zu versuchen in naher Zukunft.
Als sein Vater weitersprach, runzelte AJ jedoch die Stirn. »Du redest so, als wollte ich dich verlassen. Das habe ich doch nie gesagt.« Irgendwie verstand er gerade nicht, was Ed ihm mitteilen wollte. »Ich mag erwachsener werden, aber das heißt doch nicht ... dass ich dich nicht mehr brauche. Oder du zu einem Statisten in meinem Leben wirst. Was meinst du denn, warum mir dein Segen so wichtig ist und ich mich so gefreut habe, dass du Atticus eine Chance gibst? Drummers trennen sich nie. Du ... du glaubst doch nicht wirklich, dass du mich so einfach los wirst. Oder?« Ein schwaches Lächeln zeichnete sich auf Alphonses Gesicht ab. Außerdem hatte Feivel Ed erst kürzlich in Balar dringend gebraucht. Ohne seinen Beistand würde er wohl immer noch weinend und sich selbst bemitleidend in einer Ecke hocken.
»Ich möchte, dass wir weiterhin Seite an Seite stehen. Du bist mein Dad und mein bester Freund. Und wenn du noch mal jemanden findest ... jemanden, der dir so viel bedeutet wie ...«, fast hätte er Cara gesagt, entschied sich aber dagegen. »... wie Violet ... dann, werde ich mich besser benehmen und sie auch in die Familie aufnehmen. Versprochen!« Und an seine Versprechen hielt AJ sich. Das wusste Ed.

@Edward Drummer

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#417

RE: Wälder

04.02.2023 00:08
Edward Drummer Edward Drummer (gelöscht)
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Es war wirklich verrückt, wie die Rollen zwischen ihnen plötzlich vertauscht waren. Sonst war eher Feivel der Pessimist oder Realist von ihnen beiden und Edward versuchte stets die Moral hoch zu halten. Weiter zu machen. Niemals aufzugeben. Doch gerade fühlte er sich schwach.. sodass sein Sohn ihn aufbauen musste? Das mochte er nicht. Es fühlte sich einfach nicht richtig an.
Doch erneut hatte AJ Recht. Man sollte niemals vor dem Glück in seinem Leben davon laufen, nur aus Angst…. denn genau das tat Edward gerade. Beziehungsweise ließ er sich so von der Angst lähmen, dass er nicht sehen konnte, wie viel Glück er AJ damit verwehrte.
„Scheiße… wann bist du eigentlich so weise geworden…“
Sagte Ed letztlich nur kopfschüttelnd bei AJs Ansprache über das Glück und die Liebe. Er musste wirklich viele Ratgeber darüber gelesen haben. Denn das alles konnte unmöglich er ihm beigebracht haben. Vielleicht waren all diese Gefühle in ihm aber auch erst durch Atticus erwacht und hatten eigentlich schon immer tief in seinem Inneren geschlummert. Edward wusste es nicht. Aber es zeigte ihm erneut… wie erwachsen Alphonse geworden war. Und das machte ihm eine höllische Angst. Denn es gab nichts mehr, das er ihm noch beibringen konnte.
Und natürlich spielte auch seine Sorge mit, dass AJ erneut einfach ging, ihm den Rücken kehrte und nicht mal eine Nachricht hinterließ. Weshalb er ihn wohl daran erinnern musste
„Du hast es schon einmal getan…“
Er hatte ihn bereits verlassen. War bereit gewesen einfach alles hinter sich zu lassen. Die Beweggründe waren nun egal. Aber Fakt war, AJ hatte sich auf ein Leben ohne seinen Dad eingelassen und war klar gekommen. Also was würde ihn daran hindern dasselbe in Zukunft wieder zu tun? Einmal ein Drummer immer ein Drummer… schien nicht über allem zu stehen.
„und wenn ich nicht bereit bin euch zu unterstützen, wirst du es wieder tun.“
Alles was hier aus Edward sprach war seine Angst Feivel zu verlieren. Er stellte ihn vor vollendete Tatsachen und Edward bekam das Gefühl, als hätte er keinerlei Mitspracherecht mehr was ihre Zukunft betraf.
„Sollte das mit euch Bestand haben und Atticus irgendwann bereit sein die Wicked zu verlassen, dann werdet ihr euch ein eigenes Leben aufbauen wollen. Und zwar ganz bestimmt nicht mit deinem Daddy an eurer Seite“
Das klang nun vielleicht irgendwie erbärmlich und anhänglich. Aber Ed hatte plötzlich wirklich Panik vor dem Alleinsein. Er hatte die letzten 13 Jahre ausschließlich für Feivel gelebt und einfach alles für ihn gegeben. Dass er ihn jetzt bald nicht mehr brauchen würde, damit musste Edward erst mal klar kommen.
AJ machte ihm zwar Versprechungen und schenkte ihm ein Lächeln das ihm erneut die Tränen in die Augen trieb. Und er wünschte sich auch.. er könne ihm glauben. Aber es war schwer. Denn er wusste was die Liebe aus den Menschen machen konnte. Das hatte er ihm an Lebenserfahrung nun mal voraus.
Trotzdem.. brachte er es nicht erneut übers Herz AJ zu desillusionieren. Auch glaubte er nicht daran, dass er je wieder eine Frau finden würde, die er an seiner Seite haben wollte. Aber offenbar.. war es Feivel wichtig diesen Schritt auf ihn zuzugehen. Weshalb er ihm die Hand reichen würde. Als sein Dad… war das einfach seine Pflicht. Weswegen er letztlich nickte und Feivel fest in seine Arme schloss.
Allerdings nur kurz.. denn er wollte sich nicht länger anmerken lassen, dass ihn immer noch Ängste und Sorgen plagten. Also musste er zu seinem eigentlichen Selbst zurück kehren. Löste sich von ihm und klopfte ihm auf die Schulter.
„Na komm.. wir haben noch einiges zu tun, wenn wir unser Lager dauerhaft beziehen wollen“
Womit auch er ihm erneut einen Schritt entgegen kam, da er ihm zeigte… dass er diese Beziehung unterstützen würde. Egal wie viel es ihm selbst auch abverlangte. Denn auch das war sein Job als Dad… das hatte AJ ihm mehr als deutlich gemacht. Wie lange es währen würde… das würde sich zeigen. Aber solange Alphonse ihn brauchte, würde er für ihn da sein…..

@Alphonse Drummer


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#418

RE: Wälder

04.02.2023 00:38
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Es war ja auch das erste Mal, dass Feivel für seinen Vater stark sein musste. Sonst war das immer umgekehrt. Ed so zu sehen, machte AJ eine höllische Angst. Da rutschte er ganz automatisch in diese Rolle. Es war ihm zudem möglich, weil er gerade ... verliebt war und deswegen nicht so ein Eisklotz wie sonst. Andererseits wäre es wohl niemals zu diesem Gespräch gekommen, wäre Alphonse noch so, wie er die meiste Zeit seines Lebens gewesen war. Und tatsächlich fand er es gar nicht so schlimm, mal seinem Vater eine Stütze sein zu müssen. Sie waren eine Familie und dass man sich gegenseitig auffing, war doch ganz natürlich.
Woher das alles kam und warum er so ›weise‹ geworden war, konnte Al nun auch nicht beantworten. Er hatte inzwischen einen anderen Blickwinkel auf manche Dinge bekommen. Und ja, auch einige Ratgeber gelesen, die er aber damals auch noch nicht vollends hatte erfassen können. Jetzt erst erschloss sich manches und das ein oder andere hatte vielleicht wirklich schon immer in ihm geschlummert. Hatte nur nie einen Weg nach draußen gefunden, weil es bisher nicht nötig gewesen war.

Feivel senkte betreten den Blick. »Ich weiß. Und das war ein dummer Fehler.« Die Gründe waren eben nicht egal. Aber er konnte wohl auch nicht so einfach ausschließen, dass es nie wieder geschah. Diese Erkenntnis tat weh. Denn er hatte ja schon mit dem Gedanken gespielt, Atticus heimlich zu sehen, und somit wieder mehr mit Ed zu brechen. Das war alles einfach eine riesige Scheißsituation, in der es keine richtige Lösung zu geben schien, mit der alle zufrieden waren. Alphonse konnte sich noch so sehr den Kopf darüber zerbrechen, es fiel ihm einfach keine ein. Irgendwer müsste immer zurückstecken und unglücklich sein.
»Wenn ich an die Zukunft denke, bist du immer mit dabei. Auch wenn du mir das nicht glaubst«, gab er nun resigniert zurück und ließ die Schultern hängen. Er wollte nichts davon hören, was er vielleicht irgendwann mal tun würde. Das konnte keiner von ihnen wissen. Aber Feivel hatte sich sein Leben wirklich noch nie ohne seinen Vater vorgestellt. Selbst als er ihn verlassen hatte, war ein Teil von ihm ja doch bei ihm gewesen, wenn auch nur als eine Art Geist. Er hatte ihn im Herzen getragen.

Es folgte eine Umarmung und scheinbar war das Gespräch damit beendet. Feivel spürte aber genau, dass sein Vater immer noch zweifelte. Dass der Graben zwischen ihnen immer noch Bestand hatte und unüberwindbarer schien als alle, die zuvor da gewesen waren. Das fühlte sich einfach furchtbar an. AJ konnte nicht gut damit umgehen. Aber wenn er eines wusste, dann, dass manchmal Taten mehr aussagten als Worte. Also musste er Edward irgendwie beweisen, dass er nicht vor hatte, ihn im Stich zu lassen. Und wenn er jeden Tag ein kleines bisschen seines Vertrauens zurückgewann, vielleicht ... würde das ja schon helfen.
Doch fürs Erste ... gingen sie mal in ihr Lager und befestigten es. Alles Weitere ... würde die Zeit zeigen.

@Edward Drummer

zuletzt bearbeitet 04.02.2023 00:41 | nach oben springen

#419

RE: Wälder

04.02.2023 01:02
Atticus Keene Atticus Keene (gelöscht)
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Das Gespräch zwischen Ed und Al würde noch eine ganze Weile bei ihnen beiden nachwirken. Auch Atticus machte sich Gedanken darüber, da er doch nie die Absicht gehabt hatte, so viel Unruhe in die Familie Drummer zu bringen. Andererseits hatte Ed ihn doch ebenfalls in der Familie willkommen geheißen… war das nur leeres Gerede gewesen? Er wusste es nicht. Und er hatte Angst davon. Denn er wollte SO gerne ein Teil dieser Familie sein. Und Ed ganz bestimmt nicht loswerden. Er hatte nie einen Vater gehabt. Da wollte er seinen ‚Stiefvater‘ nicht auch gleich wieder in die Flucht schlagen, sondern gerne eine Beziehung zu ihm aufbauen. Das war ihm sogar sehr wichtig. Weshalb die beiden Teenies per Funk einen Plan entwickelt hatten, um die Familienbande zu stärken.
Es dauerte ein paar Tage bis Atticus die Kolonie wieder verlassen konnte. Aber als es endlich möglich war, konnte er es kaum erwarten Ed und Al in ihrem Lager zu besuchen.
Er zog sogar extra ein Shirt von Superdry über, da er wusste, das war eine japanische Marke. Vielleicht würde Edward sie ja mögen?
Atticus war ziemlich nervös. Denn das wäre das erste Mal Family Time… mit beiden Drummers. Das war etwas Besonderes und Aufregendes. Atticus wusste, sie wollten ein Lagerfeuer machen. Weshalb er sich um Marshmallows gekümmert hatte. Die gehörten einfach zu jedem Lagerfeuer dazu! Sofern man es nicht entzündete, um Leichen zu verbrennen. Was die einzigen Lagerfeuer waren, die Atticus kannte. Aber naja. Auch er kannte Zeitschriften. Und da waren solche Events immer etwas Schönes.
Also brauste er mit seinem Skateboard so schnell er konnte davon, um bei Dämmerung in besagtem Lager anzukommen, wo Ed und Al bereits das Feuerholz stapelten.
Als Atticus dazu kam winkte Ed ihn gleich rüber und meinte
-Hey! Hol gleich noch die Äste von dort drüben!-
Es wurde keine große Sache aus seinem Auftauchen gemacht. Was Atticus ehrlich gesagt gut fand. Denn so fühlte es sich ganz natürlich und nicht so befremdlich an. Denn sonst hätte er nun überlegen müssen, wie er die beiden begrüßte usw. Doch so.. konnte er gleich mit anpacken. Weshalb er nickte und das Feuerholz holte.
Kaum war es aufgestapelt trat er aber doch mal kurz an Feivel heran und gab ihm einen Mini Kuss.. oder besser gesagt ein flüchtiges Küsschen zur Begrüßung auf die Lippen. Doch das reichte schon, um ihn zum Lächeln zu bringen.
Edward streckte er die Hand entgegen
„Hi Mister… ich meine…. Ed..“
Daran musste er sich erst noch gewöhnen. Ed nickte und reichte ihm die Hand. Packte ehrlich gesagt sogar ziemlich fest zu, weshalb Atticus etwas das Gesicht verzog und zu Feivel flüsterte
„Dein Dad hat einen echt festen Händedruck“
Damit konnte er sicher gut Beißerschädel zertrümmern.
-Kümmert ihr euch um das Feuer, ich hole noch ein paar Stöcke. Sofern du die Marshmallows dabei hast?-
Atticus nickte. Ohne Stöcke konnte man Marshmallows immerhin nicht grillen. Also ließ er den beiden nun einen kurzen Moment um einander ordentlich zu begrüßen.

@Alphonse Drummer



'I can’t be my own worst enemy, but you could be.'
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#420

RE: Wälder

04.02.2023 01:24
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Es tat so gut, zumindest per Funk ab und an mit Atticus reden zu können. Denn die Situation mit Ed belastete Feivel wirklich sehr. Und mit ihm konnte er ja schlecht darüber sprechen. Und so zeigte sich bereits, was für ein gutes Team die Teenies waren, denn sie heckten einen gemeinsamen Plan aus. Das war ein schönes und gutes Gefühl. Doch es dauerte noch ein paar Tage bis zum Wiedersehen. Bis dahin bemühte sich AJ, ein guter Sohn zu sein. Und da das Gespräch über Cara und Alphonse senior ein bisschen was aufgerissen hatte ... hatte er sich auch eines Abends mit dem Fotoalbum zu Edward ans Feuer gesetzt und es wortlos aufgeschlagen. Sie hatten dann nicht viel gesprochen, aber nah beieinander waren sie gewesen, um die Bilder gemeinsam anzusehen. Da hatte sich Feivel seinem Dad wieder sehr nah gefühlt und das war echt schön und wichtig für ihn gewesen.
Aber heute war es wieder so weit! AJ war ziemlich aufgeregt, seinen Freund heute wiederzusehen. Er hoffte außerdem, er könnte auch die Nacht bleiben und mit ihm im Zelt schlafen? Oder zumindest die halbe Nacht. Sonst würden sie ja nie die Gelegenheit bekommen, mal Arm in Arm einzuschlafen. Und das wünschte sich Feivel doch ... sehr. War immer noch surreal für ihn. Sich Körperkontakt herbeizusehnen.

Wenig später konnte er das Skateboard auf dem Laub schon hören. Mit wehendem Haar hielt Atticus Einzug in ihr Lager. Während Alphonse nicht gerade subtil starrte, tat Edward so, als wäre es das Normalste der Welt, dass ein weiterer Teenie hier auftauchte. Der nebenbei auch noch der feste Freund seines Sohnes war. Al freute sich extrem darüber. Denn natürlich hätte sein Dad auch weiterhin auf stur schalten können.
Schnell war das Feuerholz ordentlich aufgestapelt und es gab Zeit für einen kleinen Begrüßungskuss. Der Feivel nun nicht wirklich befriedigte. Aber auch ihn brachte er zum Lächeln. »Hey!«
Wegen Eds Händedruck musste AJ lachen und nickte. Sein Vater hatte wirklich schon diversen Beißern mit bloßen Händen die Schädel zerdrückt. Davon konnte AJ nur träumen. Seine Hände waren (noch?) zu klein dafür.
Jetzt verzog sich Ed kurz, um noch mehr Holz zu holen, was den Turteltauben einen Moment in Zweisamkeit gab.
»Hast du das Go-Brett dabei?«, wollte AJ wissen. Das hatte schließlich immer noch die ganze Zeit im Bunker gelegen.
»Und wie geht es dir?« Das hätte er vielleicht mal zuerst fragen sollen. Doch bevor er seine Antworten erhalten konnte, zog er Atticus zu sich und küsste ihn intensiver als vorhin zur Begrüßung. So viel Zeit musste sein, bevor sie sich um das Feuer kümmerten. Das ja ohnehin schon in ihnen drin loderte. xD

@Atticus Keene

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