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WILLKOMMEN! Wir sind ein Walking Dead Forum bestehend seit 2013 – Wir folgen der Storyline aus der TV-Serie bis Negans Fall 2015. Seitdem schreiben wir unsere eigene Geschichte, die allerdings einige Schlüsselmomente aus der Serie mit einbezieht. Wir schreiben in Szenentrennung und geben auch vielen Free-Charakteren ein wundervolles zu Hause. Zudem sind wir eine entspannte Community und verfolgen auch keine Blackliste mehr.
WEATHER Monatsabhängig 5°C bis 26°C EVENTS Heaven’s Paradise Plot INPLAY STATUS September – November 2024 NEWS! 26.01.26 Das neue Design steht und wir starten mit neuer Energie durch!
09.01.26 Neustart! Das TWD startet mit neuem Team und neuen Ideen!
01.01.26 Frohes neues Jahr!
01.01.26 Frohes neues Jahr!
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Team, Events & Weather
Floyd Webber, Scarlet Rainthworth, Daryl Dixon und Duo Maxwell sind die Admins im Forum. Scar und Duo bilden die Front, während sie von Floyd und Daryl im Hintergrund unterstützt werden. Grafik und Design stammt von Daryl Dixon <3
Der Plot um den Angriff auf die Heavens Paradise neigt sich dem Ende.
September: Das Wetter ist noch recht schwül. Temperaturen: 17°C - 26°COktober: Die Tage werden Kühler und es gibt mehr Regen. Temperaturen: 10°C - 20°C November: Es wird deutlich kälter und es gibt immer mehr schlechtere Tage. Temperaturen: 5°C - 14°C
THE DEAD DON’T DIE
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Lorelei gehörte keiner Gruppierung an und bisher lief es auch sehr gut für sie. Zwar wurde die Suche nach Lebensmitteln immer schwerer, vor allem bei einem so harten Winter. Die kalte Winterluft wütete draußen und das Pfeifen durch die kaputten Fenster konnte sie bis in ihren Stock hören. Es schien stürmischer zu werden, was sie auch daran erkannte, dass das Feuer im Kamin unruhig hin und her tänzelte. Solange noch genügend Holz und Decken vorhanden waren, würde ihnen der aufkeimende Sturm nichts antun können. Wie der Sturm sich noch entwickeln könnte, das konnte Rory nicht wissen. Das konnte niemand wissen. Bisher schien es, als würde der Blizzard an dem Hochhaus vorbeiziehen. Aber schnell könnte sich das ändern. Vorerst würde sich die Brünette darüber keine Gedanken machen. Sie hatte einen starken und schon gutaussehenden Kerl bei sich, der ihr helfen würde, würde der Sturm über sie hereinfallen.
Die junge Frau hielt es bisher hier recht gut aus. Vielleicht würde sie in einer gewissen Zeit weiterziehen müssen, weil es im Umkreis nichts mehr zu Plündern gab. Wann dies sein würde, konnte sie auch nicht sagen. Alles war so ungewiss und das hasste die junge Frau langsam. Nichts mehr war wie früher. Nichts war planbar. Es war kein Leben mehr, sondern ein ständiger Kampf des Überlebens.
Ein Stückchen Decke nahm die Brünette dann doch dankend an und rückte automatisch näher heran. Nicht nur das Feuer brachte die Wärme in ihren zierlichen Körper zurück. Ebenso die menschliche Heizung neben sich wärmte sie auf. Rory machte es nichts aus, wenn sie das große Bett mit dem blonden Jungen teilen würde, sofern er nichts dagegen hatte. Immerhin könnte es auch sein, dass er schwul war. Wobei sie dies bisher nicht feststellen konnte. Vielleicht gab sie auch diese Antwort von sich, weil sie sich seit langer Zeit nach jemanden sehnte, der mit ihr diese kaputte Welt gemeinsam bestritt. Sie war vollkommen allein und hatte nur sehr wenige Freunde, die in einer Kolonie lebten. Sehr selten bekam sie diese Menschen zu Gesicht. War er jemand, der sich mit ihr zusammen durch die Welt schlagen wollen würde? Dass er in einer Kolonie war, wusste sie schließlich nicht.
„Wenn es für mich nicht okay wäre, hätte ich es dir nicht angeboten.“ meinte sie frech. „Dann wird es wohl mal wieder Zeit.“ Mit einem Zwinkern unterstrich sie ihre Worte. Lachend blickte sie in seine Richtung und stieß ihn neckend mit ihrer Hand an seiner linken Schulter an. „Mach es mal nicht schlechter, als es ist. 3 Sterne sind es schon, immerhin ist die Essensauswahl recht gut und vergess das gemütliche Bett nicht. Und den Kamin.“ Sie deutete auf den gemauerten Kamin sich gegenüber und lächelte. Es war in der heutigen Zeit schon ein wenig Luxus. Und um die 3 Sterne perfekt zu machen, holte die junge Frau etwas aus dem Schrank. Davon gab es viele Flaschen, die sie gefunden hatte. Grinsend kroch sie wieder unter die Decke und präsentierte die Flasche.
„Was wäre ich für eine schlechte Gastgeberin, wenn ich nicht mit dir teilen würde.“ gab sie schlagfertig von sich und schraubte die Flasche auf. Während seine Stimme die Stille wegschob, nahm Rory einen Schluck aus der Flasche und verzog heute immer noch das Gesicht, wenn die Flüssigkeit ihren Rachen hinabglitt. Ein wenig brannte der Rum nach, aber dafür wärmte er ihren Körper zunehmend auf, wenn dies nicht schon Oliver und der Kamin tat. Sie reichte ihm die Flasche und nickte. „Irgendwie verstehe ich, was du meinst. Wenn du magst, kannst du gern eine Weile bei mir bleiben. Aber es klingt interessant, dass du mit Motorrädern und Autos zu tun hast. Hast du das in der Zeit vor deiner Apokalypse gelernt?“ wollte sie von ihm wissen und legte frecherweise ihren Kopf auf seiner Schulter ab. Ihr Blick ging zum Kamin, wo sie den Flammen beim Tanzen zuschaute. Sie bewegten sich so fließend und beruhigten einen zugleich. Vielleicht lag es auch ein wenig am Alkohol? Nein. Feuer beruhigte die junge Frau schon seitdem sie allein unterwegs war.
@Oliver Cross ach, alles gut ;)
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Es war schon fast ein Witz des Schicksals gewesen, dass er ausgerechnet in ein Loch erst fallen musste, um von einer hübschen, jungen Frau gerettet zu werden mit der er wenig später unter einer Decke saß. Nach wie vor erwartete Oliver, dass aus dem nichts eine Horde Plünderer kam, die ihn ausnahmen und womöglich verspeisten. Er hatte von Menschen gehört, die andere aßen. Ob Lorelei dazu gehörte? Für einen Moment betrachtete er die junge Frau von der Seite, schob aber den Gedanken wieder beiseite und hörte ihrem attraktiven Angebot zu.
„Ich nehme das Angebot sehr gerne an mit in deinem Bett zu schlafen… ich wäre auch schön blöd, wenn nicht“, erwiderte er grinsend auf ihrem Augenzwinkern, obwohl er gleichwohl auch den Zustand etwas kritisierte.
„3 Sterne? Hm… ich würde ihm 4 geben… weil es noch eine nette Hausherrin gibt“, kommentierte er ihre Worte und beobachtete, wie sie aufstand um etwas zu besorgen. Zuerst befürchtete er, dass sie von seinem flachen Anmachspruch vergrault wurde, aber im selben Moment tauchte sie bereits wieder auf und präsentierte eine Flasche.
„Wow… ich muss Tod in der Grube liegen, dass hier ist das Paradies“, witzelte ich ein wenig, weil ich kaum glauben konnte, dass ich nicht nur von einer gutaussehenden Frau gerettet wurde, sondern das sie auch noch so nett war (fast) alles mit mir zu teilen. Sie kroch zurück unter die Decke und legte ihr feinsäuberlich diese nochmal über die Schultern, damit sie auch schön warmgehalten wurde. Sie sprach davon eine schlechte Gastgeberin zu sein, wenn sie den Rum nicht mit ihm teilte, aber Oliver war ganz andere Behandlungen gewöhnt. Er wollte gar nicht darüber nachdenken, was für schrägen Menschen er bereits begegnet war. Langsam nahm er die Flasche Rum zur Hand, roch daran und trank dann ebenfalls ein Schluck davon. Die Flüssigkeit brannte in seinem Hals und er hustete etwas, weil er es gar nicht mehr gewöhnt war.
„Oh, wow. Im übrigen hätte ich es Dir nicht übelgenommen, wenn du mich nicht so verwöhnst… ich bin immerhin nur ein fremder Kerl“, sagte er und reichte ihr langsam die Flasche wieder zurück, weil er nicht ganz so gierig wirken wollte.
Es war womöglich ein wenig seltsam, aber Oliver war schon länger auf der Suche nach einer Richtung in seinem Leben. Wollte er am Ende bei den Anarchy Ridern bleiben? Die Erklärung klang ausgesprochen etwas seltsam, aber Lorelei schien ihn zu verstehen.
„Ich habe tatsächlich vor meiner Zeit gelernt Autos und Motorräder zu reparieren. Das meiste kam dann aber mit der Apokalypse. Wir klammern uns an der alten Welt fest und versuchen alles immer zu reparieren, statt es loszulassen. Verstehst du was ich meine? Irgendwann werde ich wohl kein Auto und kein Motorrad mehr reparieren können, weil es dann keine Ersatzteile mehr geben wird und auch kein Benzin. Eigentlich sollten wir vielmehr damit beschäftigt sein… dass wir neue Dinge schaffen, die in diese Zeit gehören.“
@Lorelei Kennedy
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Manchmal konnte das Schicksal zu einem gut sein, gerade im Fall von Oliver. Wäre Lorelei nicht genau in diesem Moment an diesem Loch vorbeigekommen, hätte es mit dem jungen Mann übel ausgehen können. Entweder wäre er ertrunken oder ein Zombie hätte sich zu ihm gesellt und ihn angeknabbert. Was wirklich sehr schade gewesen wäre, denn wer würde nicht gern an ihm knabbern wollen?
Rory ertappte sich bei diesen Gedanken an den unbekannten Mann. Nach so langer Zeit allein würden jetzt in Gesellschaft die ein oder anderen versteckten Gedanken ans Tageslicht zurückfinden. Männliche Gesellschaft war ihr schon ein wenig fremd gewesen, so nach über anderthalb Jahren allein unterwegs zu sein. Es stellte sich heraus, dass Oliver handwerklich begabt war und seine Hilfe anbot, was die Brünette nur zu gern in Anspruch nahm. Immerhin musste dies und jenes repariert werden und das mal richtig. Rory improvisierte sehr viel, bisher hatte es recht gut gehalten. Bis der Sturm auftauchte, der draußen anfing zu wüten. Da ihre gute Menschenkenntnis ihr kein ungutes Gefühl bei dem Blonden gab, ließ sie ihn in ihre Bleibe und bot ihm an, dass er ein wenig bleiben könnte.
Sie schmunzelte auf seine Worte und nickte ihm zu. „Das wäre wirklich blöd, wenn du es nicht angenommen hättest, denn der Boden ist sehr unbequem. Außer, du spekulierst auf eine Massage am nächsten Morgen inklusive Yoga, dann empfehle ich dir umzuschwenken und den Boden oder gar die Couch zu nutzen.“ gab Lorelei als kleine Info zurück. Eventuell wollte er doch das andere Paket buchen, anstatt sich das Bett mit einer fremden Frau zu teilen.
4 Sterne waren von Oliver sehr großzügig, aber nickend musste ihm Lorelei zustimmen, 4 Sterne waren es in der heutigen Zeit auf jeden Fall wert. Und vor allem, weil Lorelei eine zuvorkommende, liebevolle Gastgeberin war. Daher musste sie einfach den guten Tropfen aus dem Schrank holen. So ein Kompliment bekam sie schließlich nicht jeden Tag. Nicht mal einmal im Monat, was schon sehr traurig war. Wenn es so weiter ging, würde sie wirklich wie eine alte Jungfer mit vielen Katzen enden, die sie erst einmal ausfindig machen müsste. Wobei eine Hauskatze eine tolle Gesellschaft wäre. Sie müsste nur dressiert werden, damit die Katze nicht ihr eigenes Ding durchzog und auf sie hörte, falls eine Gefahr drohte. Aber die Zeit war schließlich gegeben.
Aus den Gedanken gerissen, schaute die Brünette wieder zu dem Blonden. „Ach, danke für das Kompliment. Mit 4 Sternen bin ich mega zufrieden.“ erwiderte sie auf seine vorigen Worte. Sie präsentierte dem Mann im nächsten Moment die Flasche und legte ein zauberhaftes Lächeln auf ihre Lippen. „Honey, du bist hier im Paradise.“ Ging sie auf seine Witzelei ein und kroch unter die Decke zurück. Das Feuer loderte leicht vor sich hin und die Flammen bewegten sich anmutig zu einer unsichtbaren Melodie. Ihr Blick glitt zu Oli, der die Flasche Rum öffnete und daran roch. Lori musterte ihn genau und erkannte in seinen wundervollen Augen auch ein wenig Leid. Ein Leid, was sie auch erfahren hatte. Sie sprach es nicht an, da seine Geste nach dem Schluck Bände sprach. Sie lachte herzhaft auf. „Da ist jemand etwas Starkes nicht gewohnt.“ neckte die Brünette den Mann und nahm ihm die Flasche ab, um selbst etwas davon zu trinken. Sie zuckte mit den Schultern. „Ich weiß, dass du ein Fremder bist, aber ich hab da so eine gute Menschenkenntnis…die hatte ich schon immer.“ sprach sie in seine Richtung und reichte ihm erneut die Flasche.
Die Worte waren genau die, die auch in ihrem Kopf herumschwirrten. Man sollte aus der kaputten Welt einfach etwas daraus machen, um sie lebensfähiger zu machen. „Ich stimmte dir zu. Man sollte mehr in die Zukunft investieren und nicht, was war und wie man es reparieren kann. Vieles kann man einfach nicht mehr reparieren.“ meinte sie und seufzte leise. „Wobei mein Fenster gut zu reparieren ist.“ Rory rutschte ein Stück näher an Oliver heran und starrte ins Feuer. „Hast du hunger? Oder willst du eher schlafen gehen? Oder worauf hast du Lust?“ fragte sie nun in seine Richtung. Ihre Augen fixierten die seinen. Ihre Zunge befeuchtete ihre Lippen und ein Lächeln lag auf ihnen. Ihre Hand berührte seine, die die Flasche Rum hielt, nach der sie griff.
@Oliver Cross
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>> Nach Absprache ein kleiner Zeitsprung <<
An dem ersten Abend ihrer Begegnung war Oliver der jungen Frau nähergekommen. Nachdem sie ihre Hand auf seinen Oberschenkel gelegt hatte, küsste er sie einfach. Es gehörte zu seiner typisch impulsiven Art und er bereute es überhaupt nicht. Der Sex war gut gewesen, befreiend, auch wenn man hier davon sprechen konnte, dass er in seine typisch alten Muster zurück verfiel, die er vor vielen Jahren schon an den Tag legte. Er dachte nicht darüber nach, welche Auswirkungen sein Verhalten haben könnte. Lorelei war jung und gutaussehend, nichts was man eben von der Bettkante schubste. Das er vor wenigen Stunden fast gestorben war, spielte in seine Entscheidung mit Sicherheit mit. Trotzdem war hier nicht die Rede von Gefühlen, dafür kannten sie sich einfach nicht lange genug. Nachdem der Regen am nächsten Tag aufhörte, schien es Zeit zu sein wieder zu gehen. Dennoch blieb Oliver noch 1 Tag länger, was auch ziemlich gut war, denn in der Nacht ging es ihm überhaupt nicht gut. Bald schon wurde er von Fieber heimgesucht und er bekam Erkältungssymptome. Es war auch nicht verwunderlich gewesen. Immerhin war er mehrere Stunden draußen im Regen gewesen und musste sich verkühlt haben. Lorelei kümmerte sich um ihn, obwohl sie zeitgleich auch über die „Männergrippe“ witzelte. In der Zeit sprachen sie viel miteinander, auch wenn Oliver viel schlief und sich ausruhte. Die Zeit reichte aus, um ihr Vertrauen zu gewinnen und sie plante es mit zu den Anarchy Ridern zu kommen. Klar wusste er nicht viel über sie, aber niemand musste in dieser Welt mehr einsam sein und er schätzte Lorelei auch nicht gerade als hinterhältige Mörderin ein.
Es dauerte knapp 8 Tage bis Oliver einigermaßen wieder fit war, auch wenn er sich noch schwach auf den Beinen fühlte. In der Zeit macht er sich bereits Sorgen, dass man möglicherweise glaubte das ihm was passiert war. Den anderen schrieb er es erstmal nicht zu, dass sich viele Gedanken machen würden, aber sein Mitbewohner und bester Freund würde es wohl mitbekommen. Am 8 Tag ging es für Lorelei und Oli aus dem Hochhaus hinaus. Sie steuerten den Weg zu den Ridern an, die noch viele Kilometer entfernt lagen. Es würde ein paar Tage dauern, aber Oli wusste, wo sie Plätze fanden für die Nacht, um nicht gänzlich im freien schlafen zu müssen. Zumal ihnen immer wieder Zombies begegneten. Obwohl die Welt solange schon im Krisenmodus war, schien die Anzahl von Zombies einfach nie zu sinken.
Inzwischen waren sie schon 2 Tage unterwegs und er war sich sicher, dass sie nur noch ein paar Stunden überbrücken musste, um anzukommen. Allerdings wurde es bereits dunkel und er sah immer wieder unruhig in den Himmel empor. Skeptisch, ob sie es noch schafften oder eher den nächsten Unterschlupf suchen sollten. Sein Blick wanderte zu Lorelei herüber, die leicht versetzt zu ihm lief.
„Ich glaube, dass wir im dunklen Ankommen würden. Wäre es Dir lieber, wenn wir einen Unterschlupf suchen?“, erkundigte er sich und begutachtete ihren großen Rucksack, den sie auf dem Rücken trug. „Mein Angebot steht immer noch, dass ich deinen Rucksack trage – ich werde es auch niemanden verraten“, witzelte er freundlich und versuchte ihr klarzumachen, dass sie nicht die starke spielen musste, um auch Mal etwas Entlastung für den Rücken zu bekommen. „Ich könnte allerhöchstens einfordern, dass du dafür bezahlst“, fügte er dann nachdenklich grinsend hinzu, aber man konnte sehen, dass er es nur als Spaß meinte.
@Lorelei Kennedy
TBC: Waelder von Charming
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Wie alle paar Wochen reiste Eve zu den Wicked, um einerseits ihre Schuld bei der Fürstin von Haus Lust abzuarbeiten, sodass sie Haven hatte freikaufen können, und andererseits um für @Adam Miller Informationen über dessen neuen Handelspartner einzuholen. Beides konnte sie hervorragend kombinieren, gab es schließlich Bettgeflüster und einem süßen, kleinen Mädchen vertraute man schließlich erst recht seine Geheimnisse an, nachdem man seinen Spaß gehabt hatte. Puschte es das Ego der Männer, wenn sie einem ach so kleinen Mädchen die Welt erklären konnten, während sie gleichzeitig davon ausgingen, dass Eve mit dem Wissen sowieso nichts anzufangen wusste. Wie falsch das eigentlich war, was sie dort trieb beziehungsweise man mit ihr trieb, das war ihr keineswegs bewusst. Denn bei den Wicked wurde sie als unschuldige Vierzehnjährige verkauft. Ihre großen, blauen Kulleraugen, ihre kleine Größe, ihre Stupsnase und ihre vollen roten Lippen, lockten einige Männer in ihr Bett. Das war auch der Deal. Männer konnten ihre dunkelsten Phantasien an ihr Ausleben und ihr selbst gefiel es schließlich auch. Das alles nur durch Gordon antrainiert war, war ihr ebenso wenig bewusst, wie moralisch verwerflich das ganze Drum herum war. Galt sie laut ihrem Glauben schon mit vierzehn als volljährig und hatte Gordon ihr kaum einen Tag später ihre Unschuld genommen.
Zwei Tage hatte sie bei den Wicked verbracht und dass ein oder andere nützliche über die Struktur der Wicked herausgefunden. Sie wusste inzwischen, dass es sieben Häuser gab, die auf den Todsünden basierten. Alle besaßen einen Fürsten und ihre Tätigkeiten hatten mit der Sünde zu tun. Außerhalb von Washington DC wusch sich Eve daher gründlich, wie um sich jegliche Sünden abwaschen zu können, mit denen sie dort in Kontakt gekommen war. Auch wenn ihre Arbeit dort keineswegs eine Sünde war. Frances hatte sich schließlich der Lust hingegeben und allen Mitgliedern genehmigt, dass sie es ihm gleichtun durften. Somit auch sie. Frances sündigte nicht, also sie auch nicht. Doch sicher war sicher und sie reinigte sich gründlich, um die Sündhaftigkeit dieser Gruppe loszuwerden und betete den halben Vormittag zusätzlich noch, um sich in Frances Licht zu säubern. Denn dass er über sie wachen musste, war gewiss. Sonst würde sie nicht leben. Sie hätten Haven nicht wieder in ihrem Leben. Und sie hätte Adam nicht wieder, der der Grund für jeden Atemzug und Herzschlag von ihr war. Ebenso war sie sich gewiss, dass ihre Eltern zusammen mit Frances über sie wachten und Abel im Paradise trotzdem ihren Rücken stärkte. Auch wenn sie bei ihm sich nicht mehr sicher war, ob er wirklich bei Vater und Mutter verweilte oder ob Gordon wie im Falle von Haven sie belogen hatte. Das ihre Eltern tot waren, war jedoch gewiss. Sie hatte Eve sterben sehen, Abel und Haven nicht. Bei ihnen beiden hatte sie sich nur auf das Wort eines Mannes verlassen, der sich ihr angenommen hatte. Dass er nicht nur in diesem Fall mit ihr ein falsches Spiel getrieben hatte, wurde ihr jedoch trotzdem nicht bewusst. Frances hätte es schließlich sonst verhindert, wenn es nicht rechtens gewesen wäre, was Gordon getan hatte. Frances hätte schließlich dafür gesorgt, dass Gordon so schnell wie möglich mit Eve Abel wiederfand und nicht seinen eigenen Interessen nachging.
Nachdem sie sich wieder rein genug fühlt, um weiterzugehen, um so auch wieder Adam unter die Augen treten zu können, marschierte sie bis zum späten Nachmittag durch die Gegend, bis sie in einer Kleinstadt auf halben Weg zur Second Dawn ankam. Dort hatte sie sich schon vor ein paar Monaten eine kleine Unterkunft in einem Hochhaus eingerichtet. Schließlich lief sie diesen Weg nicht das erste Mal und wusste, wie wichtig ein sicherer Ort für die Nacht war. Gerade als sie das Gebäude in der Ferne erblickte, sah sie auf der leeren Straße, wie zwei Männer in genau ihre sichere Unterkunft gingen. Sie seufzte, denn sie wollte nur ungern sich einen neuen Ort suchen, zumal ihre Vorräte dort lagen und sie hatte nur noch zu Trinken dabei, aber kein Essen. Doch sie wusste, wie schnell sie einen oder gar zwei Männer um den Finger wickeln konnte, womit sie im besten Fall die beiden davon abhalten, konnte ihre Vorräte zu finden und zugleich, dass sie ihr etwas von ihrem Essen abgaben.
Bevor sie dies jedoch tun konnte, zog sie sich in einem nahen Haus schnell um, die dicke Lederhose, die vor Bissen und der Kälte schützte, wich einer Strumpfhose, die eng anlag, aber immer noch wärmte. Darüber ein kurzer Rock, der alles verdeckte, aber die Fantasien gut anheizte. Das weiße Oberteil, wich einem ebenso enganliegendem Top, darüber nur die Lederjacke. Die Hose, ihr altes Oberteil und der Pulli landeten im kleinen Rucksack auf ihrem Rücken.
Dann erst ging sie in das andere Gebäude und stieg langsam nach oben, bis sie im fünften Stock Schritte hörte. Sie huschte schnell in eine der leeren Wohnungen und versteckte sich hinter der Couch, sodass im besten Fall der eine Mann – der andere war scheinbar in einem anderen Stockwerk unterwegs, zumindest hörte sie ihn nicht – sie auffand und nicht umgekehrt. Würde sie ihn überraschen, war es etwas anderes, als wenn er sie antraf. So konnte sie einfach das kleine, süße Mädchen mimen, dass sich nur zu gerne die Hilfe eines anderen Überlebenden erkaufte. Zu ihrem Glück kam er wenige Minuten später dann auch in ihre Richtung, er wollte wohl nun diese Wohnung durchsuchen. Frances wollte wohl, dass es so kam!
„Bitte, tun sie mir nichts!“, wisperte sie aus ihrem Versteck heraus und lugte hervor. Mit ihren großen Kulleraugen sah sie den Mann an, der knapp über dreißig sein musste. Leicht verdreckt, wie es für Nomaden der Fall war. Auch ihre Lederjacke war abgenutzt und nicht neu, einzig die Strumpfhose und der fehlende Geruch nach Schweiß konnte verraten, dass sie eigentlich keine Nomadin war.
„Ich will hier nur über Nacht bleiben und dann weiter meine Leute suchen!“, fügte sie dann hinzu und gab zwar so und, dass sie allein war, aber besorgte sich sogleich ein Alibi dafür, dass es ihr optisch wohl besser ging als normalen Nomaden. Sowie dass man auch nach ihr suchte, was gelegentlich für einen besseren Schutz sorgte.
Der Mann kam interessiert näher, doch er zückte zu Eves Freude nicht seine Waffe. Sie hob zugleich auch ihre Hände an, um zu signalisieren, dass sie ebenfalls unbewaffnet war, auch wenn ihre Waffe in der Innentasche ihrer Jacke war und somit jederzeit griffbereit. Langsam stand sie aus der Hocke auf und konnte augenblicklich seine Blicke über ihren Körper wandern fühlen. Sie war sich ihres Reizes durchaus bewusst, hatte sie nicht umsonst diese Kleidung gewählt. Wie immer wirkte es. Etwas verlegen senkte sie den Blick und lugte dann zwischen ihren dichten Wimpern zu ihr hinauf.
„Gegen etwas Gesellschaft habe ich jedoch nichts…“, murmelte sie leise und lächelte ihn lieblich an. Die Wirkung trat ebenso sofort ein, wie als der Mann ihren Körper begutachten konnte. Er kam näher und signalisierte auch ihr nonverbal, dass er ihr nichts tun würde.
„Mein Kumpel und ich würden uns freuen, wenn du uns Gesellschaft leisten würdest!“, erwiderte er und sie sah mit einem weiterhin zaghaften Lächeln auf. Unwissend, dass der Mann, von dem er sprach, ihr Bruder war. Woher sollte sie dies auch wissen. Hatte sie beide Männer nur als verschwommene Schemen am Ende der Straße zuvor gesehen, doch anhand der Staturen erkennen können, dass es definitiv keine Frauen waren.
„Meine Mutter meinte immer, dass wenn man Gäste hat, man ihnen Essen auftischen soll… doch leider kann ich damit nicht dienen.“, sprach sie dann weiter und spielte darauf an, dass er schließlich in die Wohnung gekommen war, wo sie sich aufgehalten hatte, und wies so auch dezent darauf hin, dass sie keinerlei Ressourcen besaß, für die es sich lohne, sie doch noch auszurauben: „Doch sie lehrte mich Nächstenliebe. Somit kann ich im Gegenzug für etwas Essen mit einem warmen Bett dienen!“
Mit jemanden zu schlafen war für Eve keinerlei Problem. Sie hatte selbst daran Spaß und so war sie sich dem Schutz des Mannes sicher, sowie sie einen vollen Magen am Ende des Tages besaß. Im besten Fall konnte sie ihm, nachdem sie ihn befriedigt, hatte auch noch von der Gemeinschaft erzählen, die sie angeblich suchte. Womöglich hatte Frances den Mann deswegen in das Haus geführt, wo sie über Nacht hatte bleiben wollen. Damit dieser ein Krieger und Anhänger seines Sohnes werden konnte. Eve musste nur noch dafür sorgen, dass dies geschah!
„Das Angebot nehme ich sehr gerne an.“, schmunzelte der Mann und überbrückte den letzten Abstand zu ihr. Es wäre ein leichtes für Eve nun gewesen ihn zu töten. Er ging scheinbar nicht davon aus, dass sie eine Gefahr war, einzig, dass sie gelernt hatte mit Zuneigung und Liebe Sicherheit, Schutz und Essen in der Apokalypse zu erkaufen. Doch sie tötete nur, wenn sie musste oder die Menschen sich als unrein und ungläubig erwiesen.
Kurz ging der Blick des Mannes nach hinten, wie, als wolle er sich vergewissern, dass eine Begleitung nicht da war, sodass er sich ungestört einen Vorgeschmack abholen konnte, was ihn nachts erwarten würde. Dann wandte er wieder ihr die Aufmerksamkeit zu und sie hob die Hand an, um über seinen Bauch zu streichen und ihn dieses Mal direkt in die Augen zu sehen. Wie die meisten Menschen überragte er sie, doch für sie war dies kein Problem, spielte ihr ihre Größe in die Karten.
„Wie alt bist du?“, fragte er dann trotzdem leicht verunsichert nach, wie um sein Gewissen reinzuwaschen, dass er sich eine Nacht bei ihr erkaufte. Sanft nahm sie seine eine Hand und führte sie diese an ihre Brust. Bei den Wicked versteckte sie ihre Rundungen, da sie so jünger aussah und ihre Kunden es wollten. Bei dem Nomaden war das Gegenteil der Fall.
„Alt genug.“, hauchte sie ihm nur entgegen und als wäre das der Satz gewesen, der ihm schon ausreichte, um jegliche Bedenken über Bord zu schmeißen, erkundete er mit den Händen ihren Körper, wie um sicher zu gehen, dass der Deal sich auch lohnte. Bevor jedoch irgendetwas weiteres passieren konnte, hörten sie Schritte aus dem Flur kommen, eindeutig ein Lebender und so entspannt wie der Mann blieb, musste es sich um dessen Kumpel handeln.
@Abel Salomon
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Erneut schien ein Jahr vergangen zu sein, in welchem Abel mal mehr mal weniger alleine durch diese Welt zog. Eine Welt, die ihm so vieles hatte neu überdenken lassen. In welchem der Gedanke in ihm Früchte getragen hatte, dass die Jahre unter Frances nicht die waren, für die er sie immer gehalten hatte. Das eigentlich alles falsch war. Nicht zuletzt die ständig wiederkehrenden Begegnungen mit Louve, einer der Sklavinnen von damals, hatten einiges in ihm zum Umdenken angeregt. Nicht zu vergessen alles, was seiner Schwester damals passiert war und woran er in seinen Augen die volle Schult trug. Eve. Seine ganze Welt, welche er seit jenem Tag nicht mehr gesehen hatte, als die Gruppe um Frances nach dessen Ermordung zerfiel, ihre Eltern starben und sie ihn ein zurückschickte, um Haven noch zu holen. Hätte er damals doch nur nicht auf sie gehört und wäre bei ihr geblieben. Oder er hätte sie mitgenommen. Eine falsche Entscheidung war es gewesen und ehe er sich versah, hatte er seine ganze Familie verloren. Seine Mutter und sein Vater waren tot und seine Schwester verschollen. Jedenfalls hoffte er das einfach jeden Tag und dies war auch am Ende eines langen Tages das einzige Gebet, welches er leise für sich sprach. Sie waren weniger geworden doch dieses eine, sprach er noch immer mit voller Überzeugung. Abel hielt an dem Glauben fest, dass er seine Schwester eines Tages wiederfinden würde.
In der ersten Zeit nach dem Fall von Frances, war Abel meistens alleine gewesen. Zu sehr waren die Zweifel in ihm, was die Leute anging, die in den Augen von Frances und den treusten Anhängern, dass sie nicht gut genug waren. Vor allem für jemanden wie Abel, welcher zu der Familie in den engsten Kreisen um diesen gehört hatte. Irgendwann hatte er sich dann aber doch mal dazu durch gerungen und hatte nicht einen weiten Bogen um Fremde gemacht, wenn er sie den von weitem schon gesehen hatte. Wenn doch, hatte er einfach immer versucht, sich schnell wieder aus der Situation zu begeben. Lustig wenn man bedenkt, dass er mit seiner muskulösen Gestalt und zwei Metern Größe, eher für sein Gegenüber erschreckend wirkt. Hier war aber eher das Gegenteil der Fall. Viele hatten aber auch eher keine Angst. In Zeiten, wo man ohne große Konsequenzen einem Menschen das Leben nehmen konnte, schien vielen die Angst verloren gegangen zu sein und noch mehr das schlechte Gewissen. Sicher, in der Zeit in welcher Abel noch sicher im Schoß von Frances gelebt hatte, wurden ihm schon die Abgründe der Menschheit gezeigt mit dem feinen Unterschied, dass er es damals und auch lange Zeit danach noch als vollkommen normal und richtig betrachtet hatte.
Ein Grund, weswegen Abel mit Weggefährten niemals über seine Vergangenheit dort sprach. Er wollte wegen den Taten der anderen nicht verurteilt werden. Dies schaffte Louve alleine schon bei jedem Treffen. Seltsam. Seine Schwester hatte er nicht getroffen. Louve dagegen mehr als einmal. Interessant, welche Wege das Schicksal manchmal ging. Wenn der Salomon auch noch nicht wirklich verstehen konnte, weswegen es in diese Richtung ging. Wieso er ausgerechnet Louve immer und immer wieder über den Weg lief, welche am Anfang auf ihn eingetrommelt hatte wie auf eine Buschtrommel. Noch heute konnte er ihr kleinen Fäuste deutlich auf seiner Brust spüren und auch, wenn die Situation damals auf keinen Fall so war, so brachte ihn der Gedanke daran heute zum Schmunzeln. Anders, wenn seine Gedanken zu seiner kleinen Schwester glitten und er mehr als nur einmal der Verzweiflung nahe war, wenn wieder eine Jahreszeit verstrich und er sie nicht gefunden hatte.
So tat es dann doch das eine oder andere Mal gut, wenn er wie heute dann eine Begleitung an seiner Seite hatte. Nicht gerade eine Person, welche er auf ewig an seiner hätte, aber es gab zumindest das eine oder andere Gespräch, wenn man abends an einem Lagerfeuer oder im Schein des Mondes in einer alten Hütte oder so wie sie es heute eben geplant hatten, in einem ehemaligen Hochhaus die Nacht verbringen wollten. Was er an gewissen Nomaden mochte war, dass nicht jeder gerne über seine Vergangenheit. Wie eben Abel auch und das machte es am Ende dann auch leichter, sich von einem solchen dann wieder zu trennen. Je weniger man von einer Person wusste, umso leichter war die Trennung. Bei manchen kam sie früher, mit anderen war Abel länger unterwegs gewesen. Es war bei diesem Begleiter. Ein paar Tage waren gut, aber spätestens morgen, würde er sich auch wieder alleine auf den Weg machen. Wie er es auch drehte, er Abel war dann lieber alleine unterwegs als bei einem Menschen wie diesem, der ein eher komisches Bauchgefühl bei ihm auslöste. In dem Hochhaus also schließlich angekommen, trennten sie sich auch. Abel wollte im unteren Bereich anfangen, sein Begleiter ganz oben und schließlich wollten sich die beiden Männer in der Mitte treffen.
Abel hatte sich daran gewöhnt, wachsam durch die Welt zu gehen und trotzdem, hatte er nicht die geringste Ahnung, dass seine Schwester ihm heute so nah war, wie seit dem Tod Frances nicht mehr. Je mehr Zimmer und Stockwerke er hinter sich ließ, je näher kam er ihr und somit auch einer Situation, mit der er in tausend kalten Wintern nicht gerechnet hätte. Als er endlich in dem ankam, in welcher er sich schließlich wieder mit seinem Begleiter treffen wollte konnte er schnell hören, dass dieser sich scheinbar mit jemanden unterhielt. Jedoch schien es nicht den Anschein zu machen, dass die Situation eine bedrohliche war, was nicht hieß, dass sich in Abels Bauch ein ungutes Gefühl ausbreitete. Er konnte nicht einmal sagen, wieso. Als würde sein Unterbewusstsein schon spüren, welches Bild sich ihm gleich bieten würde und dass er sich dadurch vollkommen vergessen würde. Vermutlich so, wie er sich noch nie vergessen hatte. Er atmete einmal noch tief ein, ehe er sich dann kopfschüttelnd über sich selber und sein oft so komisches Gefühl ärgerte und in das Zimmer trat "Ich hab Stimmen gehört. Alles in Or..." die Worte, blieben ihn im Hals stecken. Mit seinem Begleiter hatte er gerechnet aber nicht mit der weiteren Person, weswegen er in den ersten Augenblicken, als er in das Gesicht seiner Schwester blickte, in eine Art Schockstarre verfiel. Diese löste sich auch erst, als er die Hand seines Begleiters, auf deren Brust sah. Es war, als würde er in diesem Moment nur noch rot sehen. Wie kam der Dreckskerl auf die Idee, Hand an seine Schwester zu legen? Es war auch vollkommen egal, dass er es ja gar nicht wusste! Es war Eve! Seine kleine Schwester! Seine ganze Welt, die er in den letzten Jahren so verzweifelt gesucht hatte. Und nun stand der Kerl einfach da und nahm sich da ein Recht raus. Erneut kamen sämtliche Gedanken rund um Gordon hoch und dies war sicherlich auch einer der ausschlaggebenden Gründe, weswegen Abel rot sah.
Obwohl er am liebsten seine Schwester direkt in die Arme geschlossen hätte, bekam erstmal sein Begleiter die Aufmerksamkeit. Jedoch nicht so, wie es sich dieser vielleicht erhoffte. Eher kam ein Knurren aus Abels Kehle, welches seine Wut in diesem Moment mehr als deutlich zeigte. Ja, er fuhr vielleicht etwas zu sehr aus der Haut, aber wenn es um Eve ging, die er so sehr vermisst hatte, würde er nie wieder Kompromisse eingehen. Nicht mehr dem Zufall überlassen und so, überwand er die letzten Schritte zu dem widerlichen Grabscher, packte ihn in einer einzigen Bewegung am Kragen und hob ihn hoch, als würde er nicht wiegen, während er mit ihm in Richtung eines der Fenster ging, welches offen stand "Wage es nicht, noch einmal meine kleine Schwester anzufassen!" knurrte er und noch immer, lag die Wut über all seinen Gedanken und seinem Handeln. Er fühlte somit auch keine Reue, als er den vollkommen überraschten Typen aus dem Fenster des fünften Stock warf. Er schien so überrascht, dass noch nicht mal ein Schrei aus der Kehle kam. Abel dagegen, atmete noch schwer, während er auf den Aufprall wartete, der auch schnell kam. Fünfter Stock...wenn er nicht tot war, würden die Beißer den Rest erledigen. Doch dem Ton des Aufpralls nach zu urteilen, hatte er zum letzten Mal seine Finger nach etwas ausgestreckt, was ihm nicht zustand.
Die Wut, verrauchte erst aus Abel, als er sich schließlich nur Sekunden Bruchteile, nachdem alles passiert war, umdrehte und erneut in das Gesicht blickte, welches er so lange gesucht hatte. Ein Gesicht, welches er immer Hoffnung hatte, es wiederzusehen und endlich, war dieser Zeitpunkt gekommen. Fast schon, als wollte er sich für seinen Ausraster entschuldigen, der ihr Wiedersehen so getrübt hatte, hob er halb die Hände in der Hoffnung, sie nicht komplett verschreckt zu haben. Ja, in seinen Augen war sie eben noch die kleine Eve... "Kleines..." murmelte er schließlich nur und ließ ihr die Möglichkeit, den ersten Schritt zu tun. Obwohl er so groß und stark war, spürte er, wie der Klos im Hals über das Wiedersehen ihn jeden Moment in die Knie zwingen würde, vor allem, wenn seine Schwester nun von ihm weglaufen würde...
@Eve Salomon


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Knapp sechs Jahre war es her, dass Eve ihre Familie das letzte Mal gesehen hatte. Vater und Mutter sind vor ihren Augen zu Boden gegangen, ihr Bruder ist nie wieder zurückgekehrt nachdem er für sie noch einmal hinter die Mauern gegangen war, um ihren Bruder im Herzen @Haven Hauron suchen ging. Gordon überbrachte schlussendlich die schmerzhafte Botschaft, dass beide im Kampf gefallen sind. Nachdem Eve jedoch Haven wiedergefunden hatte, bröckelte langsam Gordons Glaubwürdigkeit. Da sie den Blonden, seitdem sie voneinander getrennt worden sind, nicht mehr wiedergesehen hatte, konnte er sie auch nicht weiter mit Lügen füttern. Dadurch hinterfragte Eve auch immer wieder den Tod von Abel. War sie unterwegs sah und hörte sie sich auch immer wieder nach ihm um, auch wenn ein Teil von ihr weiterhin davon ausging, dass Abel tot war, so hoffte der andere, dass Gordon auch bezüglich ihm gelogen hatte. Liebte sie ihren großen Bruder abgöttisch und vermisste ihn schrecklich. Einzig der Gedanke, dass er zusammen mit Frances, ihrer Mutter und ihrem Vater zusammen aus dem Himmel aus über sie wachte, tröstete sie, wenn der Kummer sie überkam.
Dass Eve ihn genau an diesem Tag wiedersehen würde, damit rechnete sie nicht. War sie gedanklich eher bei @Adam Miller , dem sie am nächsten Tag Bericht erstatten konnte und somit das Privileg hatte mit ihm zu reden. Es war jedes Mal für sie eine Freude und sie fühlte sich wie etwas Besonderes, wenn sie Rechte bekam, die normalen Mitgliedern nicht zustanden. Zumal die Verlobung immer noch im Raum stand. Zumindest für sie. Schließlich hatte Frances dem zugestimmt und sie konnten sich dessen Wunsch wohl kaum verwehren. Dass Adam sich jedoch erst einmal der Gemeinschaft und deren Wachstum widmete, verstand sie durchaus. Alles andere konnte kommen, wenn sie wieder im alten Glanz erstrahlten.
Bevor Eve jedoch ihren Bruder wiedersehen sollte, war sie erst einmal dem anderen Nomaden über dem Weg gelaufen und hatte ihn geschickt um den kleinen Finger gewickelt und sich zusätzlich eine Mahlzeit für den Abend abgesichert. Dazu musste sie nur nachts mit ihm das Bett teilen, doch das war für sie kein Problem, tat sie dies gerade für die Wicked ständig und hatte auch für Gordon es immer wieder getan, damit sie sich alle möglichen Ressourcen außerhalb erkauften und in den Zeiten der Gemeinschaft auch Gefälligkeiten von anderen Mitgliedern.
Die letzten Zweifel des Mannes, von dem sie noch nicht einmal den Namen kannte, und er ebenso wenig ihren, konnte sie ausschalten, indem sie seine Hand an ihre Brust führte. Gleich darauf erkundete er mit seinen Händen ihren Körper und sie sah mit ihren großen Kulleraugen zu ihm hinauf und keuchte auf als er ihre Brust sanft drückte, sowie ihren Hintern. Gleich darauf ertönten jedoch Schritte, der Mann vor ihr blieb jedoch ruhig, da es sich wahrscheinlich um dessen Reisegefährten handelte. Wenig später kam dieser auch schon an und bevor Eve zu dem Mann sehen konnte, konnte sie dessen Stimme hören. Sie hätte die Stimme unter tausenden erkannt, doch konnte in diesem Moment nicht glauben, wer da erschien. Selbst als sie zu Abel rüber sah, wollte sie noch nicht so ganz realisieren, dass ihr Bruder wirklich lebte. Gleichzeitig kam jedoch der Gedanke auf, dass Frances sie nicht zu dem Mann vor ihr geführt hatte, sondern zu ihrem Bruder. So wie er ihr auch Haven wiedergegeben hatte. Es war das zweite Geschenk in nur einem halben Jahr. Dass sie Adam wiedergefunden hatte, betrachtete sie zwar auch als Geschenk, doch es war ihre Pflicht als dessen zukünftige Ehefrau, dass sie an seiner Seite war, weswegen es für sie eher ein Dienst an Frances war, der längst überfällig war. Wäre es nach ihr gegangen, wäre sie schließlich nie von Adam getrennt gewesen.
Das Abel es nicht schmeckte, dass der Mann sie anfasste, bemerkte sie sofort, weswegen sie den Mann von sich wegschubste, einerseits, um Abel nicht weiter zu verärgern, andererseits, um auch das Bild abzugeben, dass es nicht freiwillig gewesen war. Wollte sie schließlich für ihren Bruder immer die perfekte kleine Schwester bleiben, welche sich liebevoll um alles und jeden kümmerte. Ein Bild, was sie nie hatte verblassen lassen, war Abel in ihrer Nähe. Man könnte fast schon meinen sein gutes Herz machte auch sie wieder zu einem besseren Menschen. Was sie alles mit Gordon getrieben hatte, hatte sie ihm nie erzählt. Nicht da sie wusste, dass es falsch war, sie redete sich weiterhin ein, dass sie dies durfte, da es rechtens und Frances Wille war. Ein kleiner Teil von ihr schien die Wahrheit jedoch zu kennen, ohne sie je laut auszusprechen, da sie sich sonst ihren eigenen Taten stellen musste. Schließlich war alles gut, solange sie sich selbst einredete, dass sie nicht sündigte, dass sie ein guter Mensch war, solange sie in Frances Namen und Willen agierte.
„Was soll das?“, stammelte der Mann verwirrt: „Das war nicht der Deal!“
Dann ruckte der Blick des Mannes zu Abel, als dieser verkündete, dass er es nicht noch einmal wagen sollte Eve, seine Schwester anzufassen. Bevor der Fremde überhaupt realisieren konnte, was geschah, hatte Abel ihn auch schon gepackt, hochgehoben und durch das Fenster geworfen, was dadurch zerbarst. Trotzdem konnte man keinen Schrei hören, weswegen das Klirren des Glases für einen Moment das einzige Geräusch war. Erst nach wenigen Sekunden ertönte der Aufprall und erst da wagte Eve wieder zu atmen und sich zu bewegen. Nicht aus Angst, sondern da sie schlichtweg zu überrumpelt von der gesamten Situation gewesen war und hatte verarbeiten müssen, dass ihr Bruder lebendig vor ihr stand.
Kraftlos, wie schon als sie Haven wiedergefunden hatte, sank sie zu Boden und augenblicklich kullerten ihr die Tränen über die Wangen. Es waren Tränen der Freude und der Dankbarkeit gegenüber Frances, dass dieser ihr ihren geliebten Bruder zurückgebracht hatte. Obwohl sechs Jahre vergangen waren, sah Eve wie damals aus, hatte sich optisch nicht verändert, sowie sie auch unverändert Abels kleine Schwester war und ihn als großen Bruder brauchte.
Als er dann die Hände leicht anhob und sie nonverbal zu sich einlud, während der sie liebevoll ‚Kleines‘ nannte, schluchzte sie auf und hievte sich zittrig hoch, um die wenigen Schritte zu überbrücken und um ihre Arme um Abel zu schlingen. Sie war sie klein, dass sich ihr Kopf mehr an seinen Bauch schmiegte, doch das hatte sie nie gestört. Fühlte sie sich eher durch Abels große Gestalt immer beschützt und geborgen. Und egal wie groß sie mit den Jahren selbst geworden war, es fühlte sich immer an wie früher als sie noch Kinder gewesen waren und Abel sie trotzdem mit Leichtigkeit in seine Arme heben konnte. Es hatte sich nichts geändert, außer dass beide größer und erwachsen geworden sind.
Am liebsten hätte sie ihm gesagt, wie sehr sie ihn vermisst hatte. Wie sehr es sie all die Jahre geschmerzt hatte, dass er nicht mehr bei ihr gewesen war. Wie sehr sie ihn als Bruder an ihrer Seite brauchte. Und wie dankbar sie Frances war, dass er sie wieder zueinander geführt hatte. Doch jedes Mal, wenn sie zum Sprechen ansetzte, entwichen ihr nur Schluchzer und sie drückte sich noch fester an ihren großen Bruder.
@Abel Salomon
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Abel hatte keine Ahnung, wie genau seine Reaktion darauf ausfallen würde, wenn er nicht nur erfahren würde, dass Gordon seine Schwester angelogen hatte was seinen Tod anging, sondern auch auf die Tatsache, was er dann alles mit ihr getrieben hatte. In Anbetracht dessen, was er bei den Sklaven mitbekommen hatte, machte es die Tatsache nicht weniger leicht für ihn. Gordon hatte ihm damit alles genommen, was ihm die Welt bedeutete. Seine kleine Schwester. Sie heute wieder und in dieser Situation zu treffen, warf ihn vollkommen aus der Bahn. Als würde man gegen eine Wand rennen. Immer und immer wieder. Auf die Idee, dass es von seiner Schwester aus kam, was zwischen seinem Begleiter und ihr in diesem Moment passierte und vermutlich noch passiert wäre, wenn Abel nicht gekommen wäre. Oder am Ende gar nicht mit dem Kerl unterwegs gewesen wäre. Er wollte sich das gar nicht vorstellen und trotzdem, handelte er in diesem Moment instinktiv.
Er gab dem Typen gar keine Chance, sich zu erklären. Wieso sollte er auch? Er hatte seine Schwester angefasst und die Art, wie Eve reagierte, ihn von sich stieß zeigte Abel klar und deutlich, was er vorgehabt hatte. Da gab es in seinen Augen keine bessere Reaktion, als ihn nicht lange reden zu lassen, sondern ihn direkt packte, seinen Standpunkt deutlich zum Ausdruck brachte und ihn am Ende dann ohne Umwege aus dem Fenster schmiss. Abel nahm in dieser Situation nicht mal mehr wirklich war, dass er noch von einem Deal sprach. Er war so in seinem Tunnel und total durch den Wind. Eve nach all den Jahren wiederzusehen, hatte ihn vollkommen aus dem Konzept gebracht und gepaart mit der Situation, welche er da vorgefunden hatte, handelte er nur noch und dachte nicht mehr darüber nach. Er hatte sich in den letzten Jahren wirklich darauf beschränkt, nur die wandelnden Untoten zu töten und Menschen nur, wenn es zu seinem eigenen Schutz war. Oder wie in diesem Fall, zum Schutz seiner kleinen Schwester, welche es in so vielen Situationen unter der Macht von Frances nicht beschützen hatte können. Lediglich vor ihrem Vater, war ihm das gelungen, als dieser immer mehr den Verstand in seinen Augen verloren hatte und seine Wut immer mehr an Frau und Kindern ausließ. Am schlimmsten war es für Abel, als Gordon seine Gutmütigkeit zu seinen Vorteilen nutze. Es waren viele Bausteine, welche die Familie zu dem gemacht hatten, was sie schließlich wurden und anders als man vielleicht denken würde, spielten die Beißer dabei nur eine kleine, fast schon unbedeutende Rolle.
Ob es Abel dann zu einem besseren Menschen machte, als er den Typen, dessen Namen ihm dann doch wieder einfiel, er ihn dann aber auch gleich wieder fallen ließ. Es brachte sowieso nichts mehr und so konnte er dann auch keine weitere Bindung mehr zu ihm aufbauen, was es ihm noch ein Stück leichter machte, ihn die Stockwerke nach unten fallen zu lassen, ehe er wie eine reife Wassermelone auf dem Asphalt aufschlug. Die Wut, welche in Abel rauchte, verschwand wirklich erst bei dem Anblick von Eve, welche in seinen Augen fast noch genauso aussah wie damals, als er sie hatte auf ihren eigenen Wunsch zurückgelassen um Haven zu holen. Ein Versprechen, was er in dem Moment nicht hatte einhalten können und sie dazu auch noch verlor. Und nun stand sie wirklich da. Klein und zierlich. Wie er sie in Erinnerung hatte und auch, wenn sie vom Alter nun eine erwachsene Frau war, sah er in ihr nur seine kleine Eve. Seine Schwester und das Wichtigste in diesem Universum für ihn.
Sorgenfalten legten sich auf seine Stirn und sein Gesicht von dieser überzogen, als seine Schwester nun auf die Knie sank und Tränen über ihre Wangen liefen "Eve..." flüsterte er so leise, dass nur er es hören konnte. Noch immer traute er sich nicht wirklich, ihr zu nahe zu kommen aus Angst, sie so erschreckt zu haben, dass sie bei der kleinsten Berührung von ihm davonlaufen würde. In ihm wirbelte ein Sturm an Emotionen und erst, als er sie Kleines nannte, ein Kosename, welchen er schon früher immer für sie benutzt hatte, kam Bewegung in sie und zu seiner aufkommenden Erleichterung, in seine Richtung und direkt in seine Arme. Tief seufzte er und drückte sie, so fest wie es seine Kraft zuließ ohne sie zu verletzten, an sich. So, als wollte er sie nie wieder loslassen und genau das, tat er nun auch eine Weile, während er sie einfach nur Schluchzen und so ihren Emotionen freien Lauf lassen konnte. In diesen ersten Minuten, in welchen sich die Geschwister endlich wieder hatten, brauchte es auch keine Worte. Abel selber, fielen schließlich Tränen über seine Wangen auf ihr dunkles Haar und er fühlte sich zum ersten Mal seit fast sechs Jahren, endlich wieder vollständig.
Keine Ahnung, wie viel Zeit vergangen war, ehe er sich ein Stückchen von ihr löste und ihr mit den Daumen die Tränen von den Wangen wischte. Mit seinen blauen Augen, nahm er jeden Zentimeter ihres Gesichts auf, als könnte sie jeden Moment wieder verschwinden "Ich habe immer gewusst, dass ich dich wiederfinden werde! Es tut mir so leid, dass ich dich damals alleine gelassen habe! Ich hätte es nicht tun dürfen!" reumütig, senkte er einen Moment den Blick, ehe er ihr wieder fest in die Augen sah, ihr Gesicht noch immer in seinen Händen "Ich verspreche dir, dass ich dich nie wieder alleine lassen werde!"
@Eve Salomon


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Eve wusste nicht wirklich, was sie denken sollte, als Abel vor ihr stand, hatte sie angenommen, dass er tot war. Immer mehr sickerte ihr durch, dass Gordon sie an jenem Abend belogen hatte, auch wenn sie noch nicht wirklich verstehen wollte, weswegen er es getan hatte. Sie war hin und hergerissen. Sie hatte lange zu Gordon aufgesehen, weswegen sie lieber die Wiedergeburt von Abel als etwas göttliches abtat als der Realität ins Gesicht zu sehen und zu akzeptieren, dass Gordon sie belogen hatte. Nicht nur bei Abel, ihrem geliebten Bruder, sondern auch bei ihrem besten Freund, den sie schon seit ein paar Monaten wiedergefunden hatte, wodurch die Hoffnung aufgekeimt ist, dass auch Abel noch leben konnte.
Das ihr Bruder den Mann, den Eve noch wenige Sekunden zuvor angeflirtet und zu Sex verleitet hatte, einfach kurzerhand aus dem Fenster warf, das war für sie nebensächlich. Er war sicherlich kein Gläubiger, sonst hätte Abel das nicht getan. Denn Abel handelte stets nur rechtschaffend, mit gutem Herzen und auch dem Glauben entsprechend. Sie selbst hatte nur dabei ein schlechtes Gewissen, dass sie mit ihren Handlungen ihren Bruder anlog und so tat, als hätte der Kerl sie belästigt, sodass sie gut da stand. Selbst wenn das schlussendlich zum Tod des Mannes geführt hatte.
Nachdem der Mann auf dem Boden unten beim Hochhaus angekommen war, kam erst wieder Regung in die beiden Geschwister. Eve sankt zu Boden, als sei sie vollkommen entkräftet, dabei war es einfach zu viel zum Verarbeiten. Ihr Bruder lebte! Die Tränen kamen ihr augenblicklich, sie war so unglaublich dankbar und glücklich, dass Abel noch lebte. Erst als er sie nonverbal einlud in seine Arme zu kommen und sie mit ihrem Kosenamen „Kleines“ ansprach, raffte sie sich zwischen einigen Schluchzern auf, um sich in seine Arme zu flüchten, wie sie es seit Jahren nicht mehr hatte tun können.
Das Abel auch noch erleichtert seufzte, als sie sich an ihn schmiegte und nie wieder loslassen wollten, ließ sie nur noch mehr weinen, da es zeigte, wie sehr auch er sie vermisst und sie in ihren Armen gebraucht hatte. Ebenso wie er sie so fest an sich drückte, ohne sie dabei zu zerquetschen. War sie neben ihm wie ein zerbrechliches Kätzchen und er ein großer, kräftiger Löwe, der sie mit einem Schlag zerquetschen konnte.
Wie lange sie so dastanden, konnte wohl niemand danach mehr sagen. Innerlich dankte Eve tausend Male Frances dafür, dass er sie zu Abel geführt hatte oder Abel zu ihr. Doch egal wie es gewesen war, es war für sie unausweichlich, dass Gott die Finger im Spiel gehabt haben muss. Wahrscheinlich hatte sie sich nach und nach beweisen müssen. Erst hatte sie Haven bekommen, dann Abel, da sie nun wieder das Vertrauen von Adam hatte, da sie ihm wie früher diente. Auch wenn sie nie aufgehört hatte ihm treu ergeben zu sein und alles für ihn zu tun, sind sie zu lange voneinander getrennt gewesen, weswegen wohl auch Frances hatte sehen wollen, wie sie sich in der neuen Gemeinschaft machte. Doch wenn sie Abel zurückbekommen hatte, musste sie alles richtig machen, was ihre Freude über das Wiedersehen nur noch vergrößerte.
Erst nach dieser gefühlten Ewigkeit löste sich Abel etwas, aber nicht ganz. Nur soweit, dass Eve mit ihren großen, blauen Augen zu ihm aufsehen konnte. Wie Eve hatte sich auch Abel gefühlt optisch nicht verändert. Eventuell waren seine Haare noch ein Stück länger, sowie auch sein Bart. Auch die Sanftheit in seinem Blick, den er nur ihr schenkte, war unverändert.
„Ich hätte dich niemals bitten sollen nach Haven zu suchen. Er hatte seinen Weg gewählt und seien Strafe erhalten. Doch mit meinem Egoismus habe ich uns Entzweien lassen!“, flüsterte und gab ihren Fehler zu, sowie, dass sie wusste, was Haven Schicksal gewesen ist. Hatte sie ihn schließlich aus seiner eigenen Hölle gerettet. Mit dem Wissen, dass sie auch so Abel verloren hatte, wusste sie nicht mehr, ob sie ein weiteres Mal Abel um so etwas bitten würde, wie damals. Zumindest war sie sich inzwischen sicher, dass Abel Haven auch nicht herausbekommen hätte und so hätte sie wenigstens all die Zeit ihren Bruder gehabt. Womöglich ist es sogar Gottes Strafe gewesen, dass sie aufgrund dieses Wunsches so lange auch von Adam getrennt gewesen war, sowie auch von Abel. Dass Frances Haven für seine Wahl bestrafen wollte, war für sie unabdingbar, weswegen sie wahrscheinlich so oder so von ihm getrennt gewesen wäre. Doch sie hätte ihren Bruder gehabt!
„Nichts mehr wird uns je trennen. Gott ist weiterhin auf unserer Seite, hat er uns zusammengeführt. Adam hat wohl seine schützende Hand über uns gelegt, seitdem ich ihn wieder gefunden habe!“, teilte Eve lächelnd ihrem Bruder mit, sodass er wusste, dass Frances und Adam auf ihrer Seite waren und sie Adam auch wiedergefunden hatte. Dass sie fast genauso lange von Adam wie von Abel getrennt gewesen war, teilte sie ihm jedoch nicht mit.
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Abel konnte und wollte wohl auch nur an das Gute in seiner kleinen Schwester glauben. Wie sollte er auch nur eine Sekunde, auch nur den Funken von etwas schlechtem in ihr sehen. Es ging in seinen Augen nicht. Zu eng, war ihre Verbindung schon von Anfang an gewesen. Zu sehr, hatte er sie von der ersten Sekunde an beschützen wollen. Zu tief saß die eigene Enttäuschung, dass er es nicht hatte tun können und somit in den letzten Jahren von ihr getrennt gewesen war. Jahre in denen er nicht wusste, dass seine kleine Schwester noch lebte. In denen er nur seine Hoffnung hatte, die nicht weniger wurde. Ganz im Gegensatz zu seinem Glauben.
Ein Glauben, an welchem er bis zu dem Fall von Frances festgehalten hatte. Es waren jedoch die Menschen, die er auf seinem Weg in den Jahren alleine getroffen hatte, die diesen ins Wanken und zum Schrumpfen gebracht hatten. Vor allem Louve, welche die schlimme Seite von Frances Leuten erleben musste. Aber auch so viele andere Menschen, die er jetzt nicht einfach aus dem Fenster geworfen hatte und mit denen er wirklich aufschlussreiche Gespräche geführt hatte. Dabei hatte er aber jederzeit darauf geachtet, dass er niemandem zu viel erzählte. Zum Teil aus Scham davor, dass er vor den Machenschaften der Leute Jahrelang die Augen verschlossen hatte aber auch, weil er niemanden in Gefahr bringen wollte, weil er zu viel verriet. Zu sehr hatte er seine Schwester durch unbedachtes Handeln bereits in Gefahr gebracht und am Ende auch noch fast verloren. Sie nun wieder hier zu haben, lebend, sah er dabei aber nicht mehr als ein Geschenk von Frances an. Immerhin war die Tatsache dass er dann doch kein Gott war und somit nicht unsterblich, hatte ja erst zu alles Weiteren geführt. Dem Tod seiner Eltern, der Trennung von seiner Schwester....die viele Zeit, wo sie beide alleine gewesen war. So dachte Abel zumindest.
Er konnte und wollte sich gar nicht vorstellen, dass Eve in der ersten Zeit nach dem Fall der Kolonie mit Gordon unterwegs war. Dies würde ihn nur vollkommen aus der Haut fahren lassen. Seit er seine kleine Schwester damals praktisch an ihn verloren hatte, lebte er nicht nur mit der Schuld, sondern auch mit einem unglaublichen Hass auf diesen Menschen, der so vieles kaputt gemacht hatte, nur für sein eigenes Vergnügen. Doch all das, wollte er nun in den Hintergrund rücken lassen. Er hatte Eve wieder und damit das Ziel erreicht, welches er in den letzten Jahren verfolgt hatte. Es zeigte sich also, dass sich Hoffnung immer auszahlte. Ganz egal, wie unwahrscheinlich es auch scheinen mochte.
"Uns trifft daran keine Schuld!" sagte er schließlich ruhig auf ihre Worte, nachdem er seine belegte Stimme wiedergefunden hatte und sie vor allem endlich in dieser Ruhe ansehen konnte. Ihm war klar gewesen, dass die Zeit sicherlich auch sie verändert hatte. Doch für ihn, war sie einfach noch immer seine kleine Eve Alles was nun zählt ist, dass wir uns wiedergefunden haben. Und das nichts uns je wieder trennen wird!" Abel würde jedenfalls alles daran setzten. Wobei er sich natürlich durch ihre Worte die Frage stellte, was mit Haven passiert war. Doch viel wichtiger, waren nun die folgenden Worte, welche seine Schwester nun an ihn richtete. Nach außen, ließ sich Abel seinen Unmut und die erneut aufkommenden Unsicherheit nicht anmerken. Ebenso das schlechte Gewissen, dass er in so vielen Momenten an allem gezweifelt hatte. Erneut sah er sich zwischen zwei Stühlen sitzen und somit von jeder Seite eine Meinung zu bekommen. Da war jene, mit der er aufgewachsen war und die für ihn immer die richtige war. Und dann war da jene, die er seit dem Fall immer mehr in sich aufgenommen hatte. Er brachte es aber auch nicht übers Herz, Eve auch nur im Ansatz davon zu erzählen und damit dieses Wiedersehen kaputt zu machen.
Ganz egal, wie und was, es ist passiert!" war somit alles was er sagen konnte, ehe er sie noch einmal in seine Arme zog. Nach einer erneuten Ewigkeit, ließ er sie dann wieder los "Du sagtest Adam? Er hat den Aufstand also auch überlebt." stellte er fest und ließ sie nicht aus den Augen "Bitte erzähle mit, was dir passiert ist, nachdem wir getrennt worden!" bat er und es war nicht zu überhören, dass er vor der Antwort auch eine gewisse Furcht hatte.
@Eve Salomon


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Wer Eve beobachtete, würde feststellen, dass sie mehrere Seiten vorzuweisen hatte. Einmal die kleine Schwester, die ihren großen Bruder anhimmelte und alles für ihn tun würde. Sie war handzahm und liebevoll in seiner Nähe. In der Nähe von Adam war sie wohlerzogen und auch ihn himmelte sie an, nur auf eine vollkommen andere Art und Weise wie ihren Bruder. Sie wurde dazu erzogen, dass sie seine Frau werden sollte und nicht nur irgendeine, sie musste die perfekte Ehefrau sein. Bei Freunden war sie frech, aber auch loyal und sanftmütig. In der Gemeinschaft versuchte sie stets ein Vorbild zu sein. Bei Ungläubigen war sie alles, nur nicht das. Sie war gemein, fies, manchmal brutal und grausam. Sie legte ein verdrehtes Weltbild an den Tag, was nur Mitglieder der Gemeinschaft verstanden und tolerieren würden. Doch auch diese Seite würde sie niemals ihrem Bruder offenbaren. Bei ihm würde sie immer nur die kleine, unschuldige Schwester bleiben.
Anders als ihr Bruder sah sie jedoch nichts Schlechtes in ihrer Religion. Sie war weiterhin ihre Lebensbestimmung und ihr Leitfaden. Alles, was sie für oder im Namen ihrer Religion tat, war rechtens. Es war nichts Schlimmes oder Verwerfliches. Wie konnte es denn das auch sein, tat sie all dies schließlich nur im Namen Gottes. Und wenn man in seinem Sinne handelte, dann konnte es nichts Böses sein. Ihr war durchaus klar, dass Gott grausam sein konnte, doch nur, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Um herauszufinden, wer ihm loyal ergeben war und wer nicht auf dem rechten Weg wandelte. So zumindest wurde es ihr beigebracht und fast schon durch die Muttermilch eingeimpft. Und nichts ließ sie bisher an dem gelernten zweifeln, egal wie viel Schlechtes sie noch während der Dawn Rising erlebt hatte oder danach. Gott wollte sie nur prüfen und er hatte jedes Recht dazu, sowie er ihr immer Menschen nehmen oder geben durfte. Es war sein Wille und somit sein und auch ihr Weg!
So war es auch Gottes Wille gewesen, dass sie an dem heutigen Tag ihren Bruder wiederfinden sollte, der anders als Gordon es gesagt hatte, noch am Leben war. Doch womöglich hatte Gott ihr Abel auch wiedergegeben, da sie langsam an Gordon anfing zu zweifeln. Sie hatten so lange Adam nicht gefunden und als Eve allein war, hat sie innerhalb weniger Monate ihren zukünftigen Ehemann wiedergefunden. Gordan hatte zudem behauptet Haven und Abel wären tot und nun hatte sie beide wieder. Womöglich war es Gottes Geschenk dafür, dass sie langsam verstand, dass sie der falschen Person vertraut hatte. Auch wenn sie weiterhin das Gelernte von Gordon nutzte. Schließlich tat sie das nur im Namen Gottes, um die Ungläubigen und Sünder zu betrafen oder zu formen. Bisher wurde sie dafür auch nicht bestraft, zumindest ihrer Ansicht nach, weswegen es rechtens sein musste.
Über das Geschenk Gottes war sie überaus glücklich. Sie hatte ihren Bruder wieder, weswegen sie ihn lange in den Arm nahm und am liebsten nie wieder loslassen wollte. Fast schon als hätte sie die Sorge, dass man ihn ihr wieder wegnehmen würde. Doch sie war sich sicher, dass sie alle Prüfungen bestanden hatte. Sie hatte Adam wiedergefunden und war ihm loyal ergeben, es gab also kein Grund, wieso sie wieder Haven und Abel verlieren sollte. Von dem Unglauben der beiden und dem Zweifel gegenüber Frances und Adam wusste sie schließlich bisher nichts.
„Nein, uns trifft keine Schuld. Einzig und allein Catherina ist schuld!“, gab sie zurück und spuckte fast schon den Namen von Cat aus. Diese hatte schließlich Frances ermordet, wodurch das ganze Chaos losging. Obendrauf hatte sie sich an Adam – ihren Adam!!! – rangemacht und ein Kind mit ihm gezeugt, wie sie inzwischen wusste. Denn Finn war nicht Frances Sohn, sondern der von Adam. Unverzeihlich, dass sie sich an Gottes Sohn geschmissen und ihn um ihren kleinen Finger gewickelt hatte, nur damit sie als Ungläubige und Sündiger verschont werden würde. Doch die kleine Diebin würde noch ihre gerechte Strafe kriegen! Da war sich Eve sich sicher und würde zur Not da noch nachhelfen.
„Nichts und niemand wird uns jemals wieder trennen, Abel!“, schwor sie dann fast schon feierlich, nachdem ihr Bruder zu ihr meinte, das das einzige und wichtigste war, dass sie nun wieder einander hatten. Das wenig später Zweifel gegenüber Adam durch Abels Kopf schossen, davon bekam Eve nichts mit. Bei ihrem Bruder war sie genauso blind, wie bei ihrer Religion. Einzig seine Aussage, dass egal wie und was geschehen war, damit sie zusammenfanden, machte sie etwas stutzig. Etwas, was sie sich jedoch nicht anmerken ließ. Abel hätte doch früher ebenfalls Frances und Adam gedankt. Oder lag das alles so lange her und sie bildete es sich nur ein?
„Ja, Adam lebt. Frances sei Dank!“, gab Eve auf Abels Nachfrage bezüglich Adam zurück: „Er hat die Gemeinschaft wieder aufgebaut. Vor ein paar Wochen habe ich auch Haven wiedergefunden. Er ist auch dort und wird sich sicherlich darüber freuen, dass auch du lebst. Sowie auch Adam sich freuen wird, dass du nach zuhause zurückkehrst.“ – sie machte eine kurze Pause – „Auch wenn wir nun woanders leben. Andere Menschen leben nun auf dem Gebiet der Dawn Rising…“
Es war irgendwie komisch zu wissen, dass Ungläubige und Sünder in ihrem alten Heim lebten. Dass sie dort nicht den Worten Gottes huldigten und ihr altes Zuhause entweihten. Gleichermaßen machte es sie noch wütender und saurer auf Catherina, da sie an alle dem Schuld war!
Als Abel anfragte, was damals vor knapp sechs Jahren geschehen ist, löste sie sich langsam von ihm und ergriff seine Hand, um ihn zur Couch zu führen. Dort konnten sie gemütlicher durchkauen, was in der Vergangenheit geschehen ist. Nachdem sie beide saßen, fing Eve zögerlich an zu erzählen. Nicht da Abel kein Freund von Gordon war, sondern da sie sich ihren Fehler immer noch nicht ganz eingestehen wollte, dass sie der falschen Person vertraut hatte. Leicht unsicher trug sie daher ihre Geschichte vor: „Nachdem du Haven suchen gegangen bist, hab ich bei dem Versteck weiter ausgeharrt. Nach einer Weil kam Gordon… er meinte wir müssen in Sicherheit gehen, doch ich wollte warten. Auf dich und Haven. Er erzählte mir dann jedoch, dass er gesehen hatte, wie ihr in den Unruhen gefallen seid…“ – nervös biss sie sich auf die Lippe und wurde leiser als sie weiter erzählte – „… deswegen bin ich mit ihm mit. Ich weiß inzwischen dass er gelogen hat. Schließlich habe ich euch beide wieder. Hätte ich bloß weiter auf euch gewartet… Dann hätten wir zusammen auch Adam gesucht und schneller gefunden!“
Mit ihrer letzten Aussage ließ sie auch durchblicken, dass sie skeptisch bezüglich ihrer Suche nach Adam war. Dass sie ohne Gordon ihn schneller gefunden hätte.
„Was ist dir geschehen?“, wollte sie dann wissen, um endlich die vollkommene Wahrheit zu erfahren.
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