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WILLKOMMEN! Wir sind ein Walking Dead Forum bestehend seit 2013 – Wir folgen der Storyline aus der TV-Serie bis Negans Fall 2015. Seitdem schreiben wir unsere eigene Geschichte, die allerdings einige Schlüsselmomente aus der Serie mit einbezieht. Wir schreiben in Szenentrennung und geben auch vielen Free-Charakteren ein wundervolles zu Hause. Zudem sind wir eine entspannte Community und verfolgen auch keine Blackliste mehr.
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01.01.26 Frohes neues Jahr!
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Der Plot um den Angriff auf die Heavens Paradise neigt sich dem Ende.
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THE DEAD DON’T DIE
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» erwähnt:@Fjell Nygard » angesprochen: xxx » Rettung in der Not, erster Kontakt mit Balar Island
Ihre grünen Augen suchten immer wieder die Umgebung ab, doch außer Bäumen und Buschwerk sah sie nichts. Zumindest nichts, was ihr weitergeholfen hätte, denn sie konnte ja schlecht dieses neugierige Eichhörnchen fragen welches über ihr im Baum saß und sie musterte während sie beriets zum vierten Mal an ein und derselben Eiche vorbeilief und sich mehrmals mit den Händen durch die Haare fuhr.
In ihrem roten Cape fiel sie natürlich ohnehin auf inmitten all dieser Grüntöne, doch wen kümmerte das schon? Sie war ja alleine und ziemlich fernab jeder Menschenseele. Von der Seite her hörte sie ein Geräusch und hielt inne, horchte. Dann lief sie weiter als sie zuerst nichts sehen konnte was beunruhigend gewesen wäre. Immer tiefer in den Wald hinein, auch wenn sie eigentlich einen Weg nach draußen suchte. Diese Wälder schienen so anders zu sein als die in ihrer Heimat, die sich vor vielen Jahren verlassen hatte. Tarja könnte sich selbst immer noch in den Hintern beißen, dass sie sich hatte von diesem Kerl verführen lassen ihn in die USA zu begleiten. Das war vor dem Ausbruch der Apokalypse gewesen, vor all diesen... ja, Untoten.
Sie konnte es noch immer nicht so ganz glauben, dass das alles passiert war, aber nun ja, sie stand hier mitten in einem Wald in einem ihr mehr oder weniger fremden Land und musste damit rechnen von Untoten überfallen und gebissen zu werden. So sah nun die reelle Wahrheit aus.
Seufzend schüttelte sie den Kopf und wollte sich von diesen Gedanken wieder befreien als sie erneut ein Geräusch hörte und den Kopf herumriss. Einer dieser Untoten stolperte aus dem Dickicht auf sie zu und die junge Frau verzog ein bisschen das Gesicht. Außer ihrem Messer hatte sie keine Waffen bei sich, da sie bisher immer den Schutz anderer Leute gehabt hatte, die besser im Kämpfen waren als sie selbst. Dennoch musste auch sie lernen sich zu verteidigen und ihre letzte Begegnung hatte ihr zwei Messer geschenkt. Eines davon hatte sie prompt bei einem Kampf verloren, das würde ihr mit dem Zweiten nicht auch passieren!
Tarja nahm das Messer vom Gürtel und umklammerte den griff während sie den Beißer im Blick behielt der sie schon längst entdeckt hatte und nun diagonal zu ihr herüberlief. Sie fixierte ihn mit ihren grünen Augen als er von vorne auf sie zukam und seine Arme in unnatürlichem Winkel halb nach ihr ausstreckte. Sie verzog das Gesicht. Eigentlich konnten einem diese Dinger leid tun, die einmal Menschen gewesen waren. Wer sie wohl vor dem hier waren? Dieser Beißer war weiblich und sah so aus als sei er schon lange am Verwesen. Und die Gedanken der Frau drehten sich automatisch um die Frage wer die Untote gewesen sein könnte bevor sie mutierte.
Als diese sie erreicht hatte wich Tarja zwei Schritte zur Seite und stach mit dem Messer zu, erwischte jedoch nur den Hals und wollte gerade erneut zustechen als sie rückwärts über eine Wurzel stolperte und der Länge nach aufschlug. Autsch! Schnell wieder hoch!, alles in ihr schrie ihr zu sich zu bewegen als sie nun noch mehr Stöhnen hörte und während sie sich aufrappelte und auf die Knie kam sah sie, dass sich von der Seite her gleich mehrere Untote näherten, die sie zuerst gar nicht bemerkt hatte. Sie wären genau von hinten an sie heran gekommen, hätte sie jetzt nicht den Kopf gedreht und dorthin gesehen als sie fiel. Der weibliche Beißer ließ sich fallen und versuchte mit den stumpfen Zähnen ihre Haut zu erreichen, Tarja zuckte regelrecht zusammen als sie das Klackern der Kiefer hörte als diese immer wieder aufeinanderschlugen.
Mit Mühe wehrte sie die Untote ab und stieß sie soeben von sich als die anderen Untoten sie erreicht hatten. Auf dem Boden kriechend versuchte Tarja Abstand zu gewinnen, zog sich dann an einem Baum hoch und drehte sich so schnell wie möglich um. Mit dem Rücken an den Stamm gepresst starrte sie die kleine Gruppe Beißer an die sich nun um sie drängten und versuchte diese mit ihrem Messer zu erwischen und gleichzeitig vielleicht eine Lücke zu suchen um zu entkommen. Immer wieder entwich ihr ein leises Stöhnen, wenn sie einen der Untoten zur Seite stoßen musste.
Da legte sich eine eiskalte Hand auf ihre rechte Schulter und Tarja wandte ruckartig den Kopf um genau in die milchig blauen Augen eines Untoten zu starren, der sein Maul aufriss. Tarja schrie.
» Mitten im Wald, umgeben von Beißern | versucht zu entkommen | wird gepackt und schreit
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zuletzt bearbeitet 19.08.2021 15:21 |
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Fjell war an diesem Tag, recht früh aufgebrochen um auf die Jagdt zu gehen. Meistens trieb er sich im angrenzenden Wald herrum. Da die Sonne noch nicht ganz am Horizont zu sehen war, war es einfacher ungesehen aus dem Dorf zu verschwinden, dennoch hatte er eine Nachricht an seinem Schmiede gehängt, für den Fall das etwas passieren würde. Etwas Proviant hatte er sich zusammen gepackt und in seine Umhängetasche gepackt. Die Axt an seinem Gürtel und den Bogen in der Hand. Der Köcher mit den Pfeilen hing über seinem Rücken und so stiefelte der Große Mann los. Hinunter zur Brücke und einen guten Fußmarsch weiter hinunter in den Wald. Noch wusste er nicht, das sich hier in einigen Stunden eine brenzlichge Situation zusammen brauen würde und er eine Frau Schreien hören würde. Also konzentrierte er sich auf den Wind, die Fährten und Geräusche um sich rum.
Scheinbar hatte der Schmied heute nicht sonderlich viel Glück. Rehe waren in der Gegend nicht zu sehen. Nur einige Hasen und einige Vögel. Stunden lang war er schon im Wald unterwegs. hatte zwei drei Hasen geschossen und sie über seine Schulter gehangen, als er sich entschloss eine Pause ein zu legen und etwas zu Frühstücken. Er griff in seinen Beutel und holte einige Scheiben Brot und Köse heraus. Dabei setzte er sich auf einen umgefallenen Baumstamm, beobachtete die Gegend und biss vom Brot ab. Die anderen Scheiben Brot und Käse steckte er wieder ein um im Notfall die Hände schnell wieder frei zu haben, als er auch schon einige Geräusche hörte. Fjell drehte sich auf seinem Platz etwas um, um zu sehen ob er etwas erkennen würde. Nichts zu sehen. Im Wald gab es schließlich immer irgendwelche Geräusche, was ihn nun nicht beunruhigte.
Also widmete er sich wieder seinem Frühstück und lauschte weiter. Der Wind bließ durch die Blätter und der Schmied schloss ganz kurz die Augen. Die Vögel verstummten und urplätzlich hörte es sich bedrohlich Still an.
Der Schmied öffnete seine Augen wieder und stand auf, drehte sich quasi um seine eigene Achse. Irgendwas stimmte hier gerade nicht. Das letzte Stück Brot schob er sich in den Mund und spühlte diesen mit einem Schluck Wasser herunter. Die Flasche schnell weg gesteckt, griff er nach seinem Bogen und nach hinten in den Köcher um einen Pfeil ein zu spannen. Dann Urplötzlich flogen an einer Stelle ein paar Vögel in die Luft, dann sah er eine Gruppe Beißer in eine Richtung schlurfen. "Was zum." Normalerweise hätten diese Dinger direkt auf ihn zu kommen müssen, aber scheinbar hatten sie jemand anderen im Auge. Fjell lief vorsichtig der Gruppe nach, als er auch schon einen Schrei vernahm. "Scheiße."
Fjell rannte durch das Unterholz, schoss im Lauf schon mal einige der Gruppe Zombies in den Kopf, die direkt zu Boden gingen. Der Schall des Schreiß konnte sonst wo her kommen, doch da die Beißer ihm schon den Weg gedeutet hatten, war es ein leichtes die Person zu finden. Gerade wich Fjell um einen Baum rum und sah, das ein Beißer schon die Hand an der Person hatte. Blitzschnell zog Fjell den nächsten Pfeil auf und schoss diesem Beißer in den Kopf, knapp neben der Person her. Der Beißer ging zu Boden. Wieder spannte Fjell einen Pfeil auf und erschoss den nächst stehenden. So ging es einen Moment, bis er alle, um die Person mit dem Roten Cape, erledigt hatte. Dann trat er auf die Person zu und zog nach und nach die Pfeile wieder aus ihren Schädeln. Er hätte sie auch stecken lassen können, doch dann wären für den Fall nicht mehr genügend übrig gewesen. Nun fiel Fjell ein, das er die Hasen hat liegen lassen., an der Stelle wo er gefrühstückt hatte. Der Schmied brummte sich etwas in den Bart und sah dann die Frau an. "Glück gehabt, du wärst gerade Zombiefutter geworden." Entwich es ihm mit einem leichten grinsen auf den Lippen. Da war der Schmied dann doch etwas makaber, was ihm auch direkt auf fiel. "Verzeih. Alles in Ordnung? Du bist in Sicherheit." Versicherte er ihr auch direkte, denn er sah das sie doch noch etwas in Schockstarre verweilte. Die Pfeile, die Fjell nun aus den Köpfen gezogen hatte, wischte er an seiner Hose ab und steckte diese wieder in den Köcher zurück.
@Tarja Laitinen
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» erwähnt: xxx » angesprochen:@Fjell Nygard » Rettung in der Not, erster Kontakt mit Balar Island
Doch sie hatte Glück, denn ihr unbekannter Retter schoss weiter auf die Untoten und einer nach dem Anderen sank tot zu Boden bis Tarja erleichtert aufatmen konnte und dann... kam der Schock. Während der Mann auf sie zukam, soviel erkannte sie schon aus dem Augenwinkel, stand sie einfach nur da in ihrem auffallend roten Umhang und starrte auf die Stelle an der vor Kurzem noch ein Beißer gewesen war und sie beinahe erwischt hatte. Sie bekam nur am Rande mit der Hüne von Mann sich immer wieder zu Boden beugte und die Pfeile aus den Köpfen der erledigten Untoten riss und diese dann irgendwann an seiner Hose abwischte. Dabei murmelte er etwas vor sich hin was sie nicht verstehen konnte da es zu leise war.
Erst als er Tarja direkt ansprach sah sie ihn an und hielt unwillkürlich den Atem an. Wenn er ihr nicht gerade das Leben gerettet hätte, wäre sie wohl vor ihm zurück gewichen. Er sah groß und muskolös aus, zumindest was man unter der Kleidung sehen konnte, und wie ein Jäger. Aber es waren vor allem die stechenden Augen die sie einen langen Momen gefangen hielten als er sie ansah, die Kerbe in der Augenbraue.
"Glück gehabt, du wärst gerade Zombiefutter geworden." , meinte der Fremde zu ihr mit dunkler Stimme und Tarja konnte mehrmals nur blinzeln, starrte den Mann an den sie zwar sah aber noch innerlich verarbeiten musste wie auch diese ganze Situation. Die Beißer hätten sie beinahe erwischt! So ein verdammter Scheiß!
"Verzeih. Alles in Ordnung? Du bist in Sicherheit.", sprach er sie erneut an und versicherte ihr dass sie in Sicherheit sei. Sie sah ein leichtes Grinsen auf seinen Lippen als er die Pfeile an seiner Hose abwischte und zurück in den Köcher an seinem Rücken steckte.
"Mhm?", machte die Finnin erst mal und blinzelte mehrmals, dann hob sie den Blick nochmals in ssein Gesicht nachdem sie wie automatisch den Bewegungen gefolgt war und die Beißer auch immer wieder in den Blick genommen hatte.
"Joo. Äh, ich meine Ja. Alles in Ordnung, glaube ich.", murmelte sie schwach und riss sich dann erst zusammen. Sie sah den Fremden an und versuchte sich an einem unsicheren Lächeln, das einen Moment lang schwankte bis sie sich gefangen hatte. Dann wurde es auch ehrlicher und sie hielt dem Fremden eine behandschuhte Hand hin. "Kiitos.", bedankte sie sich und hätte sich dann ohrrfeigen können, weil er ja sicher nicht wusste was sie nun von ihm wollte. Also fügte sie auf englisch nochmal ein "Danke." hinzu und vertiefte ihr Lächeln.
Tarja sah sich um und schüttelte leicht den Kopf während sie versuchte noch damit klarzukommen, dass sie heute erst in Gefahr geraten war, aber nun doch nicht sterben würde. Ein wenig fing sie da an zu zittern als die Aufregung von ihr abließ. Sie hielt sich mit einer Hand am Stamm des Baumes fest, den sie wenige Minuten zuvor in ihrem Rücken gespürt hatte. Sie war noch so neben sich, dass sie gar nicht auf die Idee kam den Mann nach seinem Namen zu fragen oder sich selbst vorzustellen wie man das eigentlich machte. Ihre hellgrünen Augen waren noch ein bisschen aufgerissen und starren auf die unwirkliche Szenen mit den Untoten um sich herum.
» wird von Fjell gerettet | bedankt sich | steht etwas unter Schock
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Fjell hätte auch nicht gedacht das er an diesem Morgen noch eine Rettungsaktion hin legen müsste. Aber das sie nun wegen der Beißer schrie, war ihr gutes Glück und eben das Fjell tatsächlich in der Nähe war. Wer weiß wozu das wieder gut war, das er heute beschlossen hatte noch früher los zu gehen, als er sonst tat. Immerhin war es riskant, noch im halbdunkel im Wald rum zu schleichen. Aber es machte ein besseres Jagdergebnis aus. Werwundert war der Schweder allerdings, das er heute wirklich nur diese Hasen erwischt hatte, die er nun ja liegen lassen hatte, weil er den schrei einer Frau hörte. Da Fjell nun durch den Wald rannte, um aus zu machen wo der Schrei her kam, blieb Fjell trotzdem noch in Deckung und schoss hinter einem Baum hervor, einfach auch um die restliche Umgebung im Auge zu behalten. Man wusste ja nie was so ein schrei noch anlocken würde, oder eben ein Begleiter sich von dem großen Schmied hätte bedroht gefühlt. Demnach schoss er den ersten Beißer, der der Frau am nähsten war, in den Kopf, der dann auch Augenblicklich zu Boden ging. Ihr verblüfftes Gesicht, erkannte Fjell direkt und musste natürlich grinsen. Doch Ruhe war hier noch lange nicht. Weiter schoss Fjell die Beißer nieder. Erst als alle beseitigt waren, kam der Schwede aus seiner Deckung hervor. Er ging auf die Frau in diesem Roten Cape zu. Das erste was ihm durch den Kopf schoss, war das Märchen vom Rotkäppchen, worauf Fjell nun wieder belustigt grinsen musste. Währrend sie nun nur so da stand, konnte der große sich schon denken, das sie nun unter Schock stand. Der Schmied ging um die beseitigten Zombies herum und zog allen nacheinander die Pfeile aus ihren Schädeln, die er dann an seiner Hose abwischte, leise murmelte und die Pfeile wieder in seinen Köcher steckte. Fjell sah dann wieder zu Rotkäppchen und sprach sie an, das sie da stand als wäre sie zur Salzsäule erstarrt. Er merkte, das sie die Luft wieder anhielt. Vermutlich weil sie doch relativ Respekt vor seiner Erscheinung hatte. Wie schon so oft, war ihm passiert, das manche Leute Angst vor ihm hatten. War vielleicht auch gut so, denn der weiche Kern, war somit komplett verdeckt. Um die Stimmung allerdings zu lockern, meinte er einfach das sie Glück gehabt hätte, denn sonst Zombiefutter geworden wäre. Dabei blieb er in geringer Entfernung stehen und sah die Frau einfach an. Da sie aber nur mehrmals blinzelte, hatte Fjell schon die Vermutung, das sie ihn gar nicht verstehen würde. Kam durchaus mal vor, das jemand kaum Englisch sprach. Daher versuchte der große es noch ein Mal und fragte ob alles in Ordnung wäre und sie in Sicherheit sei. Um ihr zu zeigen, das er keine bösen Absichten hatte, setzte er ein grinsen auf. Dabei wischte Fjell dir letzten Pfeile an seiner Hose ab und steckte diese wieder in den Köcher auf seinem Rücken. Die Antwort von ihr war nur ein kleines "Mhm." während sie nochmals mehrmals blinzelte und die Umgebung checkte, bevor sie ihn dann wieder ansah. Benahe hätte der große Mann den Kopf schief gelegt, als er dann aber mehr als nur ein Mhm zu hören bekam. "Joo. Äh, ich meine Ja. Alles in Ordnung, glaube ich." murmelte sie schwach und Fjells grinsen wurde breiter, denn ihr unsicheres lächeln, fand er doch schon amüsierend. Es war ja nicht das erste Mal, das eine Person so verunsichert wegen einem Beißer war. Er erinnerte sich an die Situation, als der Fisch in Balar vergiftet worden war und er mit einer Gruppe Frauen, versuchte diese von den Bewohnern ein zu sammeln. Die Hütte, wo niemand an zu treffen war, hatte die Bewohner das Virus eingeholt und Ella so überrascht, das er eingreifen musste. Ein leises lachen entkam seiner Kehle. Als das Rotkäppchen sich nun wieder gefangen hatte und ihm nun eine behandschuhte Hand entgegen hielt, ging er einen weiteren Schritt auf sie zu. Das Wort "Kiitos." Hatte Fjell schon mal gehört, da er auch schon mal in Finnland war. Er wusste das es Danke hieß und nahm nun ihre Hand entgegen. Als sie dann aber noch mal auf Englich sich bedankte, wusste Fjell das er sich nicht verhört hatte. "Ole hyvä." Antwortete er mit einem Bitte auf Finnisch. Ihr lächeln hatte sich wieder vertieft und auch Fjell grinste ihr entgegen, als er ihre Hand wieder los ließ, sah sich die Frau wieder um un schüttelte leicht mit dem Kopf. Er bemerkte sofort, das sie begann zu zittern und sie sich nun bewusst war, in welcher Gefahr sie sich befand. Sie hielt sich mit einer Hand am Baumstamm fest. Das nun beide noch nicht auf den trichter kamen, sich gegenseitig vor zu stellen, wie man es normaler weise tat, holte Fjell nun nach, als er noch Näher auf sie zu trat und ihr eine Hand auf die Schulter legte. "Mein Name ist Fjell Nygard. Bist du allein unterwegs? Oder gibt es eine Gruppe wo du hin gehörst?" Wollte er dann wissen. "Wir sollten einen anderen Platz aufsuchen, damit du zur Ruhe kommen kannst." Schob Fjell noch mit einem lächeln hinterher.
@Tarja Laitinen
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» erwähnt: xxx » angesprochen:@Fjell Nygard » Rettung in der Not, erster Kontakt mit Balar Island
Er sprach die Finnin an und sie brauchte einen Moment bis sie ihre Stimme wiedergefunden hatte und antworten konnte. Dann rutschte es ihr auch erst einmal in ihrer Heimatsprache heraus und statt 'Danke' meinte sie nur 'Kiitos'. Als ihr dieser Fehler auffiel übersetzte sie, doch da antwortete der Fremde auch schon und überraschte sie wirklich.
"Ole hyvä.", meinte er nur und Tarja bekam große Augen als er ihr also auf Finnisch antwortete. Das war ihr seit dem Ausbruch nicht mehr passiert; eigentlich überhaupt seit sie hier angekommen war und am Liebsten wäre sie dem Hünen um den Hals gefallen vor Freude. Ihre grünen Augen begannen zu strahlen und so sah es vermutlich noch intensiver aus. Als würde diese Augenfarbe nicht sowieso immer wieder auffallen.
"Du sprichst Finnisch?!", kam es ihr auch direkt über die Lippen - auf englisch zwar, aber die Überraschung war sehr deutlich aus ihrer Stimme herauszuhören als sie redete. Sie reichte ihm ihre Hand, die er auch annahm und kurz schüttelte und dann sah sie sich um. Sie konnte nicht verhindern dass sie zitterte und ihr gerade erst bewusst wurde wie knapp das alles hier gewesen war. Dieser Mann müsste nur wenige Minuten später gekommen sein und dann wäre sie jetzt... Ok, nicht darüber nachdenken!
Sie streckte den Arm aus und hielt sich an dem Baum fest während sich der Mann vor ihr ihr jetzt auch vorstellte; das hatte Tarja ja total vergessen während sie ihn so anstarrte und versuchte mit allem zurecht zu kommen. Die Finnin blinzelte mehrmals während sie seiner Stimme lauschte.
"Mein Name ist Fjell Nygard. Bist du allein unterwegs? Oder gibt es eine Gruppe wo du hin gehörst?" , wollte er von ihr wissen. Sie schüttelte sachte den Kopf was die letzte Frage betraf.
"Tarja Laitinen, freut mich! Nygard... du stammst also auch aus dem Norden? Nein, ich bin allein unterwegs.", gab sie zu und sah sich wieder um. Sie wusste ja nicht, dass sie den Mann vor sich bei seiner wohlverdienten Pause gestört hatte und er alles hatte stehen und liegen lassen müssen um sie zu retten als die Beißer die junge Frau umzingelten. Doch als er ihr vorschlug sich einen anderen Ort für diese Unterredung zu suchen stimmte sie dennoch gerne zu.
"Wir sollten einen anderen Platz aufsuchen, damit du zur Ruhe kommen kannst.", meinte Fjell und lächelte sie an, was auch Tarja lächeln ließ. Etwas unsicher fiel es dabei noch aus, aber es war ehrlich gemeint und sie nickte zustimmend.
Da sie nicht wusste wo sie sich genau befand und ihre Orientierung ohnehin eher schlecht war - Nomadin hin oder her, sie hatte sich immer wieder auf Andere verlassen können - folgte sie dem deutlich größeren Mann einfach als er loslief und musste ihre Schritte ein wenig größer werden lassen um mit ihm mitzuhalten.
"Vielen Dank, nochmal! Ich... will mir gar nicht ausmalen wie das hätte enden können.", sagte sie um die Stille zu füllen und erschauderte ein bisschen. Auch wenn sie versuchte die Bilder aus ihrem Kopf zu vertreiben von den Beißern, sie spürte trotzdem noch immer die kalte Hand auf ihrer Schulter und konnte den ekligen Atem riechen als die Biester ihre Mäuler aufgerissen hatten.
» bei Fjell | wird überrascht | schließt sich ihm an
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Es war sehr ruhig. Alles wirkte irgendwie fast so, als wäre die Zeit angehalten worden, als hätte irgendetwas mit den Fingern geschnippt und damit dafür gesorgt, dass sich nichts mehr bewegte. Das einzige, was die Stille und schon fast unnatürliche Ruhe durchbrach war das Geräusch von zwei Stiefelpaaren, welches aber nicht sonderlich laut war. Die Verursacher der Geräusche wussten sich im Wald zwischen dem Laub zu bewegen, wussten wie man so wenig Geräusche wie möglich verursachte, aber dennoch waren ein paar leise Geräusche nicht zu vermeiden. Der Nebel legte die gesamte Umgebung in ein sanftes Weiß, alles wirkte noch abstrakter bis die Sonne durch die sich langsam lichtenden Baumkronen stieß und Licht in diese so unwirklich wirkende Welt brachte. Es war Herbst, die Laubbäume warfen ihr Blätterkleid ab und es landete auf dem Boden, machte es Jägern schwerer sich anzuschleichen und Gejagten leichter sich zu verstecken. Aber die beiden Stiefelpaare waren nicht von irgendwelchen unerfahrenen, durch den Wald stolpernden Leuten, sondern von zwei erfahrenen Jägern von Balar Island.
Aerik suchte sich hinter Skadi herlaufend einen Weg durch das Laub, welches in seinen schönen braun, rot und gelb-tönen dem gesamten Wald einen tollen Anstrich verpasste. So ganz entscheiden konnte sich Aerik nicht, welche Jahreszeit er lieber mochte. Im Frühling, wenn die frischen, satt grünen Knospen an den Blättern entsprossen und alles in so eine lebendige, fruchtbare Farbe tauchten, endlich dem tristen, farblosen Winter den Kampf erklärten. Oder den Herbst, wenn es zu Ende ging, aber jeder Laubbaum sich mit seinen Farbtönen nochmal Mühe gab besonders schön zu erscheinen, bevor die Blätter zu Boden fielen und in den Kreislauf, ins Ökosystem Wald aufgenommen wurden.
Das Laub war feucht, was er den beiden Jägern auch deutlich leichter machte still zu sein, trockenes Laub war deutlich lauter, aber die Feuchtigkeit kam durch den Nebel. Es war noch sehr früh am Morgen, Aerik und Skadi waren in der Dunkelheit von ihrer Hütte aufgebrochen um jetzt schon im Licht der aufgehenden Sonne jagen gehen zu können. Beide waren sie mit einem Bogen und einigen Pfeilen im Köcher bewaffnet, mehr oder weniger die Standartausrüstung von Balar-Einwohnern, wenn sie nicht gegen andere Gruppen in den Krieg zogen. Pfeil und Bogen waren deutlich leiser als Feuerschusswaffen und man konnte die Pfeile wiederverwenden. Natürlich gingen auch manchmal welche kaputt, aber anders als bei einer Kugel bestand immerhin die Chance auf Recycling.
Die Sonne war seit einer guten halben Stunde aufgegangen, doch bisher hatte keiner der beiden jungen Jäger eine Spur entdeckt. Beim Jagen musste man Geduld haben, sie hatten beide am heutigen Tage nichts mehr vor, sich den Tag nur für die Jagd reserviert. Skadi war die deutlich erfahrenere von beiden Jägern, aber nachdem Aerik mit ihrem großen Bruder Eldir vor ein paar Wochen im Sommer seine erste, eigene Beute erlegt hatte, hatte ihn das Jagdfieber gepackt. Wenn er es konnte, ließ er die Arbeit im Steinbruch öfter liegen als sonst und ging lieber raus in den Wald. Er liebte das Adrenalin, wenn man eine Spur gefunden hatte, sie verfolgte und die Jagd am Ende, hoffentlich, erfolgreich war. Natürlich war dies leider nicht immer der Fall, aber das Gefühl eines Erfolgs war immer… berauschend.
Das Zwitschern eines Vogels hallte durch die Stille und Aerik tippte Skadi auf die Schulter, das Zeichen dafür, dass sie stehen bleiben sollte. Nachdem sie sich zu ihm umgedreht hatte, begann er mit seinen Händen zu gestikulieren, „Meinst du, das war ein Warnruf? Warum sonst, sollte es vorher still gewesen sein und jetzt nicht mehr? Vielleicht ist ja Beute in der Nähe? Lass uns hier nach Spuren suchen, oder nicht?“
Natürlich versicherte er sich bei Skadi, ob dies eine gute Idee war. Er hatte kein Problem damit, denn sie war die erfahrenere Jägerin, wenn sie es für keine gute Idee hielt oder den Vogelruf für einfach nur einen Vogelruf hielt, könnten sie auch weitergehen.
Erneut ertönte das Zwitschern des Vogels, hell und deutlich war es durch die morgendliche Stille des Waldes zu hören. Was Aerik nur darin bestärkte, dass es eine Art Warnruf war, denn es hörte sich genauso an, wie der erste Ruf.
@Skadi Nygard



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Aerik und Skadi sind früh aufgebrochen, um die Morgenstunden für eine Jagd auszunutzen. Alles schlief gefühlt noch. Der sonst so lebendige Wald war zu dieser Zeit wie ausgestorben. Einzig die Schritte der zwei Jägern durchbrach die Stille. Doch sonst ertönte kein Geräusch in der Gegend. Selbst die Vögel weckten ihre Waldmitbewohner nicht mit ihrem Gesang. Der Nebel, der ihre Füße umwaberte, ließ dieses Szenario fast schon mystisch wirken. Die Stille und den schlafenden Wald.
Doch eigentlich mussten schon die Rehe und Wildschweine dieser Gegend wach sein und sich auf die Suche nach Nahrung machen. Sie mussten ihren üblichen Routen folgen und die nahrhaften Plätze abwandern. Würden die beiden Bewohner Balars täglich jagen gehen, so würden sie auch die ganzen Routen, Fress- und Trinkstellen und Schlafstätten der Tiere kennen. Doch dadurch, dass sie anderen Tätigkeiten nachgingen und nur selten selbst jagen gingen, mussten sie sich eher auf ihr Glück verlassen auf wildes Tier zu stoßen, dass sie erlegen konnten. Einzig durch ihre Erfahrung als Jäger konnten sie schneller auf Hinweise und Spuren ihrer Beute stoßen und ab dem Moment effizienter jagen als wie zu Beginn ziellos durch den Wald zu wandern, um eben diese Spuren und Hinweise zu finden.
Skadis Blick war fest auf den Boden gerichtet. Hin und wieder, wenn der Nebel noch den Untergrund verdeckte, sah sie auf und erfreute sich an der Natur, die sie umgab. Sie liebte die Natur, weswegen sie sich nach ihrem Umzug auf die Insel dazu entschieden hatte außerhalb des Dorfes zu leben, um sich der Natur verbundener zu fühlen. Schon als kleines Kind hatte sie Tiere und Pflanzen geliebt und ist jeden Tag draußen unterwegs gewesen. Als die Seuche dann über das Land zog, war sie erst Recht als Nomadin tagtäglich nur noch dort. Erst als Leif und @Fjell Nygard beschlossen sesshaft zu werden, war sie nicht dauerhaft von der Natur umgeben und hatte es jeden Tag vermisst, selbst wenn sie immer Tiere um sich hatte und von Früh bis Abends die Pflanzen pflegte. Es war immer noch etwas anderes aufzuwachen und sofort die Natur vor Augen zu haben, sie zu riechen und zu spüren, als wenn man erst einmal dazu durch ein Dorf laufen musste. Skadi lebte zwar in einem Haus, doch ihr Bett war so ausgerichtet, dass das erste was sie war, der angrenzende Wald war. Oder Matanus, wenn diese in der Nacht sich auf das Fußteil ihres Bettes gelegt hatte. Zu ihrem Glück war das Bett groß und stabil genug gebaut worden, um dies zuzulassen.
Bei jedem Schritt fühlte Skadi das Laub unter ihren Füßen. Es war feucht, wodurch ihre Schritte gedämpfter waren und nicht anders als bei trockenem Laub jedes Mal ein Rascheln erzeugten. Zudem hatten sie Schuhe aus reinem Leder ohne feste Sohle, sodass sich jeder ihrer Schritte an den Untergrund anpasste.
Zeitgleich mit Aerik blickte sie auf, als der Vogelschrei ertönte. Aerik fragte sie auch gleich, ob das ein Warnruf war. Zuvor war es schließlich still gewesen und nur der Warnruf hatte diese Stille durchbrochen. Skadi nickte und erinnerte sich, wie ihr Vater Leif ihr immer bei den Wanderungen als Nomade oder auf der Jagd im Bergdorf erklärt hatte, von welchem Vogel der Ton stammte.
„Es ist ein Laubsänger.“, gestikulierte sie, obwohl Aerik nicht taub, sondern nur stumm war, damit sie mit ihrer Stimme nicht noch mögliche Beute aufschreckte: „Allerdings sollten wir uns nicht zu früh freuen, denn es kann sein, dass er die anderen Vögel vor uns warnt. Noch wissen wir nicht, wo er sitzt und ob er uns sehen kann.“
Sie ließ ihren Blick durch die Baumkronen und Ästen schweifen und sah keinen Vogel, zumal sie noch nicht ganz zuordnen konnte, aus welcher Richtung der Warnruf gekommen war. Dann zwitscherte erneut ein Vogel. Das Geräusch schien aus der gleichen Richtung wie zuvorzukommen und Skadi drehte schnell ihren Kopf in die Richtung. Noch immer konnte sie keinen Vogel sehen.
Sie befeuchtete ihre Lippen der Zunge und spitze dann leicht ihre Lippen, so als wolle sie Aerik küssen. Doch stattdessen erklang nun von ihrer Seite eine Imitation des Warnrufes, so als würde sie mit dem Vogel kommunizieren. Der Vogel antwortete nicht, dafür ein anderer, der den Warnruf weiter in die Umgebung brachte. Nun kam auch Leben in den Wald, denn aus der Richtung des ersten Warnrufes hörte man ein Flattern und kurz darauf sah man einen Vogel wegfliegen und andere folgten ihm.
„Ich denke da vorne ist etwas.“, meinte dann Skadi in Gebärdensprache: „Sei vorsichtig. Wir wissen immer noch ob wir die Jäger sind oder jemand anderes.“
Sie deutete auf den Boden und wies Aerik an, dass er mit ihr zusammen nach Spuren Ausschau halten sollte, während sie auch den Bogen und die Pfeile zückte, um einer möglichen Gefahr sofort das Garaus zu machen oder, wenn sie Glück hatten, sogar ihre erste Beute des Tages zu erlegen. Anders als viele andere Bogenschützen hatte Skadi sich mit den Jägern des Dorfes eine altertümliche Methode angeeignet, weswegen sie den Köcher zum einen an der Hüfte hatte und zusätzlich zu dem Pfeil in der Sehne zwei weitere Pfeile zwischen Mittel-, Ring- und kleinen Finger eingeklemmt hatte, sodass sie schneller drei Schuss hintereinander ausüben konnte.
Dann ging sie den ersten Schritt in die Richtung, von der wohl die Gefahr aus kommen musste. Der Nervenkitzel der Jagd begann, selbst wenn sie im Moment die Beute wären, die Jagd begann.
@Aerik Kristjanson
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Mit Skadi unterwegs zu sein war für Aerik wohl das angenehmste. Seine Mitbewohnerin hatte die Gebärdensprache schneller gelernt als irgendjemand anderes im Dorf und sie unterhielt sich mit ihm darüber, als hätte sie noch nie eine andere Sprache gesprochen. Oder geformt. Wie man auch möchte. Obwohl er ja eigentlich hören konnte, hatten die beiden schnell festgestellt, dass es durchaus seine Vorteile hatte, wenn sie beide auf die Zeichensprache zurückgriffen. So machten sie nicht noch mehr Geräusche, als sie sowieso schon taten, obwohl die weichen Lederschuhe mit der dünnen Sohle sie extrem leise machten. Aber die Worte von Menschen machten die gesamte Ruhe, die sonst im Wald herrschte, nur kaputt, weshalb es einfach sehr praktisch war auf die stille Sprache der Gebärde zurückzugreifen.
Das Skadi mehr oder weniger die meiste Zeit ihres Lebens draußen und in der Natur verbracht hatte wusste Aerik, sie hatten sich schon stundenlang darüber unterhalten und es zeigte sich auch, wie sie sich durch den Wald bewegte. Aerik lief nicht nur aufgrund der Aussicht gerne hinter Skadi, sondern auch um zu beobachten und nachzuahmen, wie sie sich durch Unterholz bewegte. Trotz Skadis Größe war sie doch von der Masse her sehr unterschiedlich zu Aerik. Den Isländer könnte man wohl eher als Bären bezeichnen, so manche Eigenschaft teilte er auch mit Matanus, und Skadi als die grazile Wölfin, die sich durchs Unterholz bewegen konnte, als wäre sie ein Schatten. Doch Aerik versuchte stetig sich zu verbessern, dafür zu sorgen, dass er nicht mehr durch das Unterholz stolperte wie ein junges Rehkitz und mittlerweile bekam er das auch ganz gut hin. Vor allem auch dank den Jagdausflügen mit Eldir. Skadis großer Bruder hatte ihm eine Menge beigebracht, sodass es ihm mittlerweile auch nicht mehr ganz so unangenehm war mit Skadi jagen zu gehen. Warum auch immer wollte er die junge Norwegerin einfach beeindrucken, ihr zeigen, dass er kein kompletter Tollpatsch war. Vielleicht, weil auch sie seine Einstellung auf das Leben teilte, ähnlich wie er noch nach den alten, nordischen Traditionen aufgezogen wurde, seinen Glauben teilte. Und ein Mann in der Gemeinschaft der Nordmänner hatte ein guter Jäger und Kämpfer zu sein. Und in diese Richtung wollte er Skadi irgendwie nicht enttäuschen.
Als der Warnruf die sonst so schwere Stille des Waldes durchtrennte, fragte Aerik Skadi direkt, was sie davon hielt. Sie war deutlich bewanderter in dieser Hinsicht, konnte den Gesang verschiedener Vogelarten besser auseinanderhalten. Langsam nickte er, als er ihre Gestik beobachtete. Sie hatte Recht, natürlich wusste sie nicht genau was den Warnruf ausgelöst hatte. Ob es nun sie beide waren, oder etwas Anderes. Also folgte er ihren Blick, sah sich ebenfalls in den Baumkronen um, versuchte den Vogel zu entdecken, ehe er wieder zur Skadi blickte. Wie sie ihre Lippen spitzte und dann auf ihrem Mund mehr oder weniger dasselbe Geräusch ertönte, wie der Vogel gesungen hatte. Sein Blick huschte sofort wieder in die Wipfel der Bäume, als sich dort plötzlich etwas bewegte, erst ein Vogel, dann weitere auftobten und sich tiefer in den Wald zurückzogen. Es beeindruckte ihn immer wieder, wie Skadi diese Geräusche mit ihren Lippen vollbringen konnte, aber Aerik bräuchte es auch gar nicht probieren. Ohne Stimmbänder war das eigentlich unmöglich. Aber dafür hatte er ja Skadi an seiner Seite.
Viel antwortete Aerik gar nicht, er machte nur eine zustimmende Geste und sah nun auf den Boden, suchte in der Erde und im Laub, ob sich dort eine Spur erkennen ließ. Auch er zog aus dem Köcher an seiner Hüfte einen Pfeil heraus, ließ ihn locker auf der Sehne ruhen. Die Technik die Skadi beherrschte mit den drei Pfeilen auf der Sehne, die beherrschte er definitiv nicht, musste er auch nicht. Der Isländer war nur froh mittlerweile mit einem Pfeil ganz gut zielen und treffen zu können, egal ob im Stand oder im Laufen, zwei weitere wären für ihn definitiv zu viel. Aber Skadi wäre nicht Skadi, wenn sie nicht auch als Bogenschützin etwas Besonderes, Ausgefallenes wäre.
Vorsichtig setzte er einen Fuß vor den nächsten, behielt die Umgebung im Auge, während sie beide Richtung Geräuschursprung schlichen. Noch immer darauf bedacht so wenig Geräusche wie möglich zu machen, denn Skadi hatte Recht: Es könnte auch etwas anderes hier der stärkere Jäger sein, wobei sich Aerik das nicht ganz vorstellen konnte. Skadi und er waren zusammen ein gutes Jägerteam, da müsste schon ein aggressiver Bär oder ein Rudel Wölfe vorbeikommen, um sie übertölpeln zu können. Und in Virginia lebten, soweit Aerik aus einem von Skadis Büchern wusste, wenn überhaupt nur Schwarzbären und sie waren alles andere als gefährlich. Außer, sie waren verletzt oder beschützten ihre Jungen, was im Herbst aber nicht der Fall war. Die Bären waren jetzt eher darauf bedacht sich so viel anzufressen, wie sie konnten, um dann in wenigen Wochen in ihren verdienten Winterschlaf zu fallen.
Auf dem Boden erkannte Aerik bisher nur wenige Spuren, es könnte auch der Wind gewesen sein, der heute Nacht noch recht stark geblasen hatte. Nach wirklichen Spuren sah hier nichts aus, doch man sollte nicht zu schnell aufgeben. Erneut Durchschnitt ein Warnruf die Stille des Waldes, diesmal schien er deutlich näher zu sein. Aerik und Skadi waren am Rande einer Anhöhe, wenn sie noch wenige Schritte nach vorne machen würden, könnten sie dahinter in eine Art kleines Tal sehen, was ihnen eventuell einen kleinen Vorteil beschaffen würde. Sanft tippte er Skadi auf die Schulter, ehe er schnell gestikulierte, „Lass uns ins Tal blicken. Vielleicht sehen wir dann mehr.“
Nach zwei weiteren Schritten waren sie dann auch an der Kante, Aerik ließ sich aus Gewohnheit und ohne zu zögern in das feuchte Laub sinken, spürte die Feuchtigkeit an seiner Brust und Bauch, doch er ignorierte es. Suchend ließ er den Blick durch die kleine Senke schweifen, ehe er an der Quelle des Warnrufes hängen blieb. Es sah aus wie... ein kleines Camp, dass hier im Wald aufgebaut worden war. Doch es war verlassen, die Feuerstelle ausgekühlt, denn es entstand kein Rauch mehr. Davon hatten die Patrouillen gar nichts erzählt, es konnte also kein sehr altes Camp sein, vielleicht war es auch nur eine Lösung für die vergangene Nacht gewesen. Konzentriert ließ er seinen Blick weiter und genauer über das Lager schweifen, ehe er einen Deckenhaufen entdeckte. Doch das war kein normaler Deckenhaufen und als Aerik Skadi ansah, erwiderte sie seinen Blick. Das war eine abgedeckte Leiche, die dort unter den Decken lag. Noch war sie still, aber wie lange sie schon dort lag und ob sie beziehungsweise wann sie wieder aufstehen würde, wussten sie nicht.
„Wir müssen runter“, gestikulierte Aerik und sah Skadi eindringlich an. Jeder Beißer in der Umgebung des Dorfes war eine Bedrohung und könnte eventuell auch Beute verschrecken oder gar töten.
@Skadi Nygard



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Skadi genoss es mal wieder in der Natur zu sein und jagen zu gehen. Auch wenn es alleine eine schöne Erfahrung war, so freute sie sich jedes Mal, wenn ihr bester Freund und Mitbewohner Aerik mit dabei war. Sie verstanden sich blind und das war etwas sehr wichtiges bei der Jagd. Man musste sich auf die andere Person verlassen können. Sie mussten einander den Rücken decken und zusammen auf jedes Geräusch und jede Spur im Boden achten. Es war Teamwork gefragt und eine erfolgreiche Jagd verband einen noch mehr. Aerik und Eldir waren da ein gutes Beispiel, die beiden hatten sich bei einer gemeinsamen Jagd angefreundet.
Da Skadi auch an die nordischen Götter glaubte, ging sie davon aus, dass Namen einen Menschen prägen konnten. Ihr Name kam von der Göttin Skadi, der Göttin der Jagd und des Winters. Eventuell konnte sie deswegen so gut jagen, da durch den Namen ihr die Götter die Kraft ihrer Namenvetterin in die Wiege gelegt hatten. Dies würde auch erklären, weswegen nach ihrem Gebet am Leuchtturm für mehr Schnee ein Schneesturm ausgebrochen war. Dabei hatte Skadi nur noch länger mit @Jane Harlow und Aerik ihre Rodelaktion genießen wollen. Einen Schneesturm hatte sie nicht gewollt. Wahrscheinlich ist dies eine Mahnung gewesen, nicht zu viel von den Göttern zu verlangen. Erst recht nicht ohne ein Opfer.
Skadi schüttelte sachte den Kopf, sodass ihre Haare leicht hin und her wippten, während sie weiter auf Spuren achtete und einfach das Gefühl genoss wieder jagen zu sein. Sie wollte nicht durch ihre Erinnerungen an den Schneesturm wieder sich die Schuld für das Ereignis geben, das der Kolonie in diesem Winter geschadet hatte. Lieber lächelte sie als sie wieder daran dachte, was Aeriks Name bedeuten könnte und wie dieser auf ihn Einfluss hatte. Der Name Aerik selbst, so hatten ihre bisherigen Recherchen in alten Mythologie-Büchern ergeben, hatte keine richtige Bedeutung. Doch der ähnliche Name Erik, der im skadninavischen Raum weit verbreitet war und oft vergeben wurde, bedeutete sowas wie ‚mächtig‘ oder ‚Herrscher‘. Der Name ihres besten Freundes konnte jedoch auch von Arik kommen. Die Übersetzung dieses Namen konnte vom Namen ‚Alberik‘ abgeleitet werden und würde somit einen ‚Herrscher der Elfen‘ aus ‚alb‘ für Elfen und ‚erik‘ für den Herrscher ergeben. Erneut musste Skadi schmunzeln, als sie daran dachte, dass Aerik großes Schicksal in der Zukunft das Herrschen über Elfen hieß.
Kurz drehte sie ihren Kopf zur Seite und bedachte den großen Mann hinter ihr, der aufmerksam durch die Gegend schlich. Das Schmunzeln immer noch auf den Lippen versuchte sie sich vorzustellen, wie ihr großer Hüne von Wikinger mit dem Elfenkönig unter einen Hut passen könnte. Er glich eher einem Bären oder einem Berserker als einem König für solch zarte Geschöpfe wie Elfen. Doch eventuell waren genau diese optische Stärke das was ihn zum König machen würde.
Gerade als sie mit ihren Gedanken wieder zur Jagd zurückkehren wollte – auch wenn sie weiterhin aufmerksam nach Spuren und Gefahren Ausschau gehalten hatte – und sie wieder sich nach vorne drehte, machte Aerik auf sich aufmerksam. Er fragte sie, was sie von den Warnschrei hielt, der wenige Sekunden zuvor durch den Wald geschallt hatte. Skadi erklärte ihm ihre Gedanken und der Hüne sah zu den Baumkronen als sie davon redete, sah jedoch zu ihr, um ihr zuzuschauen, wie sie den Warnschrei des Vogels imitierte. Gleich darauf flatterten ein paar Vögel in der Nähe los. Sie flogen alle in eine Richtung davon, doch anscheinend nicht vor ihnen, weswegen woanders etwas sein musste, dass sie so in Aufruhr brachte.
Dann wies die junge Jägerin auf den Boden, als Zeichen, dass sie die Spuren im Blick haben sollten, während sie sich der Gefahrenzone der Vögel näherten. Aerik machte sich wie sie Kampfbereit und legte ebenfalls einen Pfeil an die Sehne, sodass er jederzeit die Sehne spannen und schießen konnte. Im Winter, so nahm Skadi es sich vor, würde sie Aerik auch die Technik mit den drei Pfeilen beibringen. In der Zeit hatten sie beide weniger zu tun und es war nützlich eine solche altertümliche Schusstechnik zu erlernen. Womöglich konnte dies dem Blonden sogar mal das Leben retten. Und alles was sein Leben retten konnte, würde Skadi ihm auf jeden Fall beibringen.
Langsam schlichen sie weiter. Ein zwei Mal warnten die Vögel erneut vor etwas und genau darauf liefen die beiden Jäger mutig zu. Gegen die meisten Gefahren konnten sie ankommen. Außer es waren Raubtiere, die ihre Jungen oder ihr Revier verteidigen, oder eine Horde an Draugr. Nach wenigen Minuten kamen sie bei einer Anhöhe an, die circa zwanzig Meter hinab ging. Theoretisch konnte man doch hinabsteigen, doch die morgendliche Feuchte könnte aus einem leichten Abstieg ein tödliches Erlebnis machen oder sie lösten Felsen aus der Schräge und erzeugten einen Erdrutsch – von diesen hatte Skadi inzwischen genug.
Wie Aerik wollte Skadi wissen, was sich in diesem Tal befand, weswegen sie sofort auf seine Frage, ob sie in das Tal schauen sollten, um es auszukundschaften, bevor sie einen sicheren Weg hinab suchen würden, kurz und knapp einen Daumen nach oben gab. Als erstes ließ Aerik sich an der Kante zu Boden gleiten, um hinabsehen zu können. Skadi folgte seinem Beispiel und legte sich ebenfalls ohne zu zögern in das feuchte Laub.
Auf den ersten Blick konnte Skadi kein Wild, generell keine Tiere, aber auch keine Gefahren wie Draugr dort unten ausmachen. Dann jedoch erblickte sie das Lager, das versteckt zwischen den inzwischen etwas kahlen Ästen ausmachbar war. Es schien wie alles in der Gegend verlassen. Selbst die Feuerstelle in der Mitte war aus. Allerdings konnte es gut möglich sein, dass das Feuer vor wenigen Minuten noch leicht vor sich hingeglommen hatte und dann von jemanden mit Wasser gelöscht worden war. Diese Person oder die Personen könnten dafür verantwortlich sein, dass sich kein Lebewesen mehr in dieser Gegend befand. Wenn sie keine Jäger waren, so wussten sie nicht, wie sie sich bewegen mussten, um die Tiere nicht aufzuscheuchen.
Dann ließ Skadi noch genauer ihren Blick durch das Lager schweifen. Dort befand sich ein Deckenhaufen, doch wenn sie genauer hinsah, sah es aus als würde einer Person darunter liegen. Als hätte jemand eine Person komplett zugedeckt, selbst den Kopf. Das konnte nur eines bedeuten: Irgendjemand ist dort gestorben oder gar ermordet worden. Sie mussten auf der Hut sein.
Als Skadi zu Aerik blickte, erwiderte sie seinen Blick und sie wusste, sie dachten genau das gleiche. Sie mussten einander nicht einmal von ihrer Entdeckung erzählen. Es war klar, dass der andere ebenfalls davon wusste. Sie konnte es einfach in seinem Blick und der Angespanntheit seines Körpers. Aerik schien in Alarmbereitschaft zu sein, bereit für einen Kampf. Bereit sich der Gefahr zu stellen. Egal was es am Ende nun war. Nur eine Leiche, die jedem Moment zum Draugr wurde oder Menschen, die überall in diesem Wald sein und sie angreifen konnten.
Auf seinen ‚Ausruf‘, dass sie hinuntermussten, nickte Skadi nur. Selbst wenn sie dagegen gewesen wäre. Aeriks Gesichtsausdruck zeigte seine Entschlossenheit, dass er dort hinab wollte, und nichts würde ihn aufhalten, den Herrscher der Elfen.
„Wir sollten zusammen bleiben.“, antworte sie ihm auf Gebärde: „Wir wissen nicht wie viele Menschen sich in der Nähe befinden können und ob sie für die Leiche verantwortlich sind oder nicht.“
Würden sie nur unten Jagdwild erblickt haben, hätte Skadi sich dafür entschlossen, sich aufzuteilen. Sie hätten das Wild zum anderen treiben können und die Jagdchance wäre hoch gewesen, da die Anhöhe einen weiteren Fluchtweg ausschloss. Somit wäre ihr Jagderfolg wahrscheinlich ziemlich hoch gewesen. Doch aktuell waren sie womöglich die Gejagten und sich in diesem Fall aufzuteilen war nicht sinnvoll. Sie mussten einander den Rücken stärken und sich nicht durch eine Trennung schwächen.
Erneut spähte Skadi über den Rand, jedoch nicht um das Lager auszukundschaften, sondern sie sah nach rechts und links, um zu erahnen, welcher Weg schneller und sicherer war. Dann deutete sie zu der linken Seite und stand langsam auf. Sie klopfte noch leise die Blätter von ihrer Kleidung, wartete auf Aeriks Einverständnis und dass er ebenfalls aufstand, dann ging sie los.
Der Abstieg auf der linken Seite war mit vielen Wurzeln durchzogen, die sie zu Fall bringen konnten. Gleichzeitig deckten die Bäume um sie herum sie vor eventuellen Blicken der Camp-Bewohner. Auf der rechten Seite hätten sie den Sichtschutz nicht immer gehabt, weswegen sich Skadi für die linke Seite entschieden hatte. Hin und wieder musste Skadi ihren Pfeil in die andere Hand nehmen – sie hatte nur noch einen in der Hand, da der Abstieg nicht so einfach war und die Pfeile sie behinderten – um sich an einem Baum festzuhalten und eine kleine Anhöhe hinabzukletter, wo sie den Halt brauchte. Doch sie hatte keine Sorge in der Zeit keine gespannte Waffe in der Hand zu haben. Sie wusste, dass Aerik aufpasse und wenn er einmal ihren Schutz brauchte, um wo hinabzusteigen, war sie für ihn da.
Nach einer knappen Viertelstunde kamen sie an. Hinter einem dicken Baumstamm konnten sie das Lager in der Ferne sehen. Die Decke sprang Skadi sofort ins Auge, denn sie war nun aufgeschlagen und der Mensch oder nun Draugr befand sich nicht mehr dort, wo er zuvor gewesen war.
„Ich denke, wir müssen nun etwas anderes als Wild jagen!“, gestikuliert Skadi: „Wie sollen wir nun vorgehen?“
@Aerik Kristjanson
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Wenn Aerik wüsste, was Skadi sich für eine Bedeutung seines Namens zusammengereimt hatte, würde er wohl laut lachen. Wenn er könnte. Das Lachen aus seiner verstümmelten Kehle hörte sich immer irgendwie ein wenig seltsam und… keuchend an. Als würde er sich dabei wirklich anstrengen, was nicht der Fall war. Doch seine Stimmbänder konnten ja keinen wirklichen Ton mehr herausbringen, was auch beim Lachen der Fall sein musste. Weswegen es meist eher ein kräftiger Luftstoß war der irgendwie doch einen Ton dabei hatte, welchen der Isländer aber nicht mit seinen Stimmbändern erzeugte. Anfangs für viele noch seltsam und vielleicht verstörend, erkannten die meisten dieses Geräusch aber als sein Lachen.
Wenn seine Mitbewohnerin ihm irgendwann mal von dieser Bedeutung für seinen Namen erzählen sollte, würde sie dieses Geräusch definitiv hören. Sie war wohl auch eine der Personen, die Aerik am häufigsten zum Lachen brachte, im ganzen Dorf kannte ihn wohl auch niemand so gut wie Skadi. Nicht umsonst war es eine gute Idee gewesen mit der jungen Norwegerin zusammen in die Hütte zu ziehen, auch aus… anderen Gründen. Erst in der vergangenen Nacht hatten sie sich wieder sehr deutlich gezeigt, dass es eine gute Idee war zusammen zu wohnen und sich… Nähe zu schenken.
Doch Aeriks Gedanken schweiften ab, obwohl er sich doch so sehr konzentrieren sollte gerade! Erstens wegen der Jagd und dann auch noch die Szenerie, die sich den beiden jungen Menschen gerade bot.
Das feuchte Laub war kalt an seiner Unterseite, während er seinen hellen Blick durch das Tal streifen ließ, genauso wie Skadi den Deckenhaufen mit der Leiche darunter entdeckte. Wie lange diese Person schon tot war konnten sie so nicht bestimmen und ob sie durch eine Kopfverletzung auch tatsächlich tot blieb erst recht nicht. Die Decke war recht sauber, zumindest zeigten sich keine Blutspuren darauf, entweder waren die Wunden der Person abgedeckt oder sie war wegen etwas Anderem gestorben. Es war recht kalt gewesen in der Nacht, wenn man da ohne wirklichen Schutz hier draußen geschlafen hatte, vielleicht schon etwas unterernährt oder dehydriert war… es gab hunderte, tausende andere Gründe, weshalb jemand sterben konnte.
Doch solange sie hier oben am Rande des Hanges verweilten und nicht ausspähten, würden sie es nie herausfinden. Und je länger sie hier warteten, desto mehr Zeit verging in der die Leiche plötzlich zu einem Beißer werden konnte. Da fiel es Aerik nicht schwer seinen Entschluss zu fassen und diesen Skadi deutlich zu machen. Sie mussten dort herunter und die Situation auskundschaften, sicherstellen, dass von hier keine Gefahr ausging. Ein einzelner Beißer konnte schon reichen eine große Gefahr darzustellen. Er war angespannt, sah seine Mitbewohnerin mit einem deutlich entschlossenen Blick an, der eigentlich keine Widerworte zuließ. Wenn Skadi sich weigerte, dann würde er alleine hinuntergehen. Und das war auch Skadi bewusst, und er wusste auch, dass sie ihn nicht im Stich lassen würde. Sie war seine Jagdgefährtin und egal was sie gerade jagten, Gefährten hielten zusammen. Komme was wolle.
Langsam nickte er, als er ihren schnellen Gesten folgte. Skadi beherrschte die Gebärdensprache mittlerweile genauso gut wie er, formte die Gesten schnell und korrekt, sodass sich die beiden auch in einem ganz anderen Tempo unterhalten konnten. Was oft seine Vorteile hatte, so wie in dieser Situation.
Dann hielt er die Geste für „okay“ hoch und nickte nochmal entschlossen. Sie wussten eigentlich gar nichts, außer dass das Camp dort unten verlassen erschien und sich dort eine Leiche befand. Sie brauchten mehr Information und die würden sie nur erhalten, wenn sie ins Tal hinabstiegen. Skadi fand dazu auch den besten Weg, sie beschloss, dass die linke Seite des Hügels leichter zum Absteigen war und Aerik nickte zustimmend. Sie hatte Recht, links war zwar vielleicht durch die Wurzeln gefährlicher, doch die Bäume schützten sie vor neugierigen Blicken von eventuellen Angreifern. Durch die doch eher braun-grüne Kleidung die sie beide trugen, waren sie eh recht gut getarnt im Wald, doch jeder Sichtschutz war von Vorteil, wenn man nicht wusste, mit was man sich hier gerade anlegte.
Wie ein eingespieltes Team stiegen die beiden jungen Skandinavier den Hügel hinab, gaben sich gegenseitig Rückendeckung, wenn sie es benötigten. Musste Aerik mal kurz die Spannung aus dem Bogen nehmen, hielt Skadi ihren gespannt und auch andersherum.
Es dauerte knapp fünfzehn Minuten, dann waren sie beide unten angekommen und suchten hinter einem dicken Baumstamm Schutz, spähten die Situation erneut aus. Auch Aeriks Blick suchte natürlich als erstes die Decke, die nun aber keinen toten Menschen mehr beherbergte. Sie war zur Seite geschlagen und von dem, was daruntergelegen war, war zunächst keine Spur mehr. Klar, durch den Sichtschutz hatten sie auch das Lager nicht mehr im Blick haben können.
Aerik spürte das leichte Stupsen an seiner Seite, sah dann zu Skadi die sofort begann zu gestikulieren. Langsam hob er eine Hand, ein Zeichen, dass sie sich beruhigen und warten sollte. Noch immer wussten sie nicht genau, was hier eigentlich los war. Ob dies hier die Szene eines Mordes war, oder einfach nur ein Mensch, der es leider nicht geschafft hatte. Also ließ er seinen Blick wieder über das Lager gleiten. In der Mitte war die Feuerstelle gewesen, recht groß, was ihn schließen ließ, dass hier mehr als nur zwei Personen gehaust hatten. Zwischen zwei Bäumen war provisorisch eine Art Unterstand aufgebaut worden, in dem Aerik noch mehr Decken entdeckte. Waren sie blutig? Dunkle Flecken zeigten sich auf dem gräulich-grünen Stoff. Aufmerksam ließ er den Blick weiter gleiten, ein Rucksack stand in der Nähe des Unterstandes, so wie er aussah waren dort ein paar Dinge drin.
Der isländische Hüne blickte wieder Skadi an.
„Ich werde mir das Camp ansehen. Gibst du mir Deckung?“, gestikulierte er und als seine Gefährtin nickte, ihren Bogen fester umgriff, erhob sich Aerik langsam hinter dem Baumstamm. Kurz blieb er stehen, blickte sich im Wald um, dieser war hier aber recht dicht. Ihn traf aber keine Kugel, Messer oder Pfeil, also entweder waren hier keine Angreifer mehr oder es waren nie welche da gewesen. Vorsichtig stieg er über das Holz und ging etwas geduckt und mit dem Bogen in der Hand in das Lager, sah sich erneut um. Alles schien still, auch von dem nun offensichtlichen Beißer war keine Spur zu sehen. Kontrollierend legte er eine Hand in die Asche der Feuerstelle, doch diese war komplett kalt, er erkannte allerdings als er die Hand hob, dass sie aktiv gelöscht worden war. Die Asche war mit Erde vermischt, sie war also nicht einfach natürlich ausgebrannt.
Er schnalzte leicht mit der Zunge um Skadis Aufmerksamkeit zu erhalten, gestikulierte dann „gelöscht“ und deutete auf die Feuerstelle. Danach bewegte er sich weiter, ging hinüber zu dem provisorischen Unterstand. Es dauerte eine Weile bis er verstand, was hier passiert war. Ja, die Decken waren blutig. Aber hier war an sich nichts Schlimmes passiert, sondern eigentlich das schönste, was auf der Welt passieren konnte. Eine Geburt. Hier hatte eine Frau geboren. Wäre er nicht so abgehärtet, hätte er sich vermutlich übergeben, als er die Reste der Nabelschnur zwischen den Decken entdeckte. Wohl erst recht, als er weiteres, definitiv menschlich-gebärmutterinhalt-Gewebe im Dreck daneben entdeckte. Nein, Aeriks Gesichtsausdruck blieb starr, als er die Szene betrachtete. Und dann begann es in seinem Kopf zu dämmern. Sein heller Blick wanderte von der Szene der Geburt zu dem Platz, an dem die Leiche gelegen hatte. Von der Größe der Leiche her an die er sich erinnerte unter der Decke, war es entweder ein kleiner, dünner Mann gewesen oder… eine Frau.
Langsam machte er die Geste für „Fuck“, sah Skadi dabei aber nicht an. Der Isländer hatte schon eine Menge Zeug gesehen in der Apokalypse, war auch bei einer Geburt dabei gewesen schon. Aber das Ausmaß hier nun zu sehen und zu verstehen, wer diese Leiche war. Suchend blickte er sich dann um, entdeckte aber keine weiteren Spuren. Das Baby… es musste überlebt haben und wurde vom Rest der Gruppe vermutlich mitgenommen.
Kontrollierend blickte er sich um, doch der Wald war noch immer still, also holte er Skadi mit einem Winken aus ihrer Position. Es war sicher. Zumindest so sicher es sein konnte, mit einem Beißer in der Nähe. Aber sie waren hier ja auf einer kleinen Lichtung, sollte der Beißer plötzlich aus dem Gebüsch kommen, würden sie ihn beziehungsweise eher sie… direkt entdecken.
@Skadi Nygard



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Irgendwann würde Skadi ihrem Freund und Mitbewohner von Aerik, dem Herrscher der Elfen erzählen. Doch alles zu seiner Zeit. Sie musste schließlich den Hünen auf sein wahnsinnig großes Erbe erst einmal Stück für Stück vorbereiten. Wenn sie ihm von der Namensbedeutung erzählte, würde er wahrscheinlich auf seine Art und Weise lachen. Zu Beginn war es ungewohnt, doch für Skadi hatte immer nur gezählt, dass seine Augen dabei leuchteten und lachten. Sie mochte inzwischen sein andersartiges Lachen sehr gerne, denn er zeigte ihr immer nur, dass Aerik etwas besonderes war. Er war zwar anders, doch deswegen und weil sein Herz am rechten Fleck war, hatte sie ihn so gerne. Und sowie Odin sein linkes Auge für Wissen gegeben hatte, hatte Aerik seine Stimme verloren, um zu lernen ganz anders sich Gehör zu verschaffen. Er redete mit seinem Herzen, seinen Augen und seinen Fingern. Wenn man sich darauf einließ, ihn nicht mit den Ohren zu hören, konnte man ihn auch ohne Gebärdensprache verstehen. Zumindest hatte Skadi es zu Beginn so empfunden.
Als Skadi Aerik in Balar kennenlernte, hatte sie schnell gelernt seine Mimik und Gestik zu lesen – sowie seine ganzen Papiere, worauf er schrieb – bevor sie für ihn in Rekordzeit die Gebärdensprache erlernte. Sie wollte für den Mann da sein, der nur wegen eines Schicksalsschlags es schwer hatte mit allen anderen zu kommunizieren und niemand sollte in einer Zeit, in welcher man sowieso schon mehr Tote als Lebendige traf, allein sein und vollständig verstummen, nur weil es schwerer war mit ihm zu reden. Nachdem sie sich mit ihm angefreundet hatte, sowie ihr verstorbener Ziehvater Leif, hatten auch die anderen Mitglieder des Dorfes die Hürde in Anspruch genommen, Gebärde zu lernen, damit der Isländer mit ihnen einfacher reden konnte.
Doch nun sahen die beiden Teenager zusammen in das Tal und erblickten ein kleines Camp, worin eine Leiche oder ein noch nicht verwandelter Untoter unter einer Decke lag. Durch das was sie sahen konnten sie jedoch nicht herausfinden, was geschehen war, weswegen sie irgendwie anders an Informationen kommen mussten. Aerik beschloss sofort, dass sie runter zum Camp mussten, um nachzusehen. Allein sein Blick sagte schon, dass er mit oder ohne sie gehen würde. Doch Skadi wäre nicht Skadi, wenn sie Aerik allein gehen lassen würde. Sie waren Freunde, also ging sie hin, wohin er auch ging. Zumal es auch sie interessierte, was vorgefallen war.
Schnell antwortete sie ihm auf Gebärdensprache, inzwischen konnte sie es flüssig sprechen, zumal sie auch flinke Finger hatte und somit schnell die Zeichen und Gesten formen konnte. Auf ihre Aussage nickte er nur und zeigte „okay“ zu ihr mit den Händen und nickte erneut, nur dieses Mal entschlossener als zuvor. Nachdem Skadi sich umgesehen hatte, entschied sie sich für den linken Weg und Aerik war ihrer Meinung, weswegen sie sich auf den Weg machten.
Durch ihre braun-grüne Kleidung waren sie schon gut getarnt, doch durch die Bäume auf ihren Weg hatten sie zusätzlich noch etwas Sichtschutz. Dadurch konnten sie jedoch auch nicht das Camp sehen und bemerkten erst so, dass die Leiche nun keine mehr war. In den fünfzehn Minuten ihres Abstiegs hatte sie sich in einen Draugr verwandelt und wanderte nun wieder durch die Gegend. Im Schutz des Baumstammes, von dem sie aus das Lager ausgespäht hatten, besprachen sie nun ihr weiteres Vorgehen. Skadi wies darauf hin, dass sie nun etwas anderes jagen mussten – den Beißer und eventuell den Mörder. Aerik fragte an, ob sie ihm Deckung gab. Die junge Schildmaid nickte und spannte wieder ihren Bogen und zog die drei Pfeile aus dem Köcher.
Dann ging Aerik aus der Deckung hervor und Skadi zielte mit dem Pfeil in den Wald, um notfalls halber so schnell wie möglich reagieren zu können. Der leichte Nebel ließ sie gute zwanzig bis dreißig Meter weit blicken. Weit genug, um die meisten gefahren rechtzeitig zu erkennen. Zu ihrem Glück passierte nichts und Aerik konnte sicher zu dem Camp laufen. Skadi folgte ihm und behielt immer die Umgebung um Blick. Ihre Rückseite war geschützt, der lang die Felswand, von der sie kurz zuvor noch hinabgesehen hatten. In die anderen Richtungen hin breitete sich der Wald aus. Wenn Skadi sich nicht irrte, dann schien das Tal hinter ihr senkrecht hochzugehen, doch gegenüber einige Kilometer entfernt ging auch wieder eine Felswand steil nach oben. Weiter links und rechts waren ebenfalls Abhänge, die nicht so steil gewesen waren, woran sie auch hinabgestiegen waren.
Während Aerik sich der Feuerstelle widmete, ging Skadi auf die gegenüberliegende Seite des Camps. Immer wieder drehte sie sich um ihre eigene Achse, um ja weiterhin alles im Blick behalten zu können. Dort spähte sie dann wieder in den Wald, der nach einigen Metern zu dem Abhang führte, den sie statt ihres Abstieges hätten wählen können. Dann hörte sie ein Schnalzen, das sie als Aeriks erkannte, von der Felswand hallte es noch einmal wieder zurück, bevor das Geräusch vom Wald und Nebel geschluckt wurde. Sie drehte sie zu ihm um, und er teilte ihr schnell mit einer Geste mit, dass die Feuerstelle gelöscht worden war.
Wenn das Feuer gelöscht worden war, dann mussten sie schnell fliehen oder die Lichtquelle auslöschen, da sie sonst Beißer anlocken würde. Skadi besah sich deswegen den Boden um das Lager genauer an, um herauszufinden, ob Untote an diesem Ort gewesen waren. Mehr als nur einer könnte eine kleine Gruppe zum Fliehen und zum Verlassen ihres Camps bringen. Während sie immer wieder vorsichtig ihre Umgebung im Blick behielt, lief sie noch einmal die Campgrenze ab. Überall war das Laub aufgewühlt. So als hätte ein heftiger Windstoß hindurchgefegt, nur war das Laub feucht, wodurch die beiden Jäger sich überhaupt erst so leise bewegen konnten, also musste etwas anderes es zerwühlt haben.
Aerik untersuchte dabei die Decke und den Platz drum herum. Skadi schielte regelmäßig zu ihm herum, um zu sehen, dass sich nichts und niemand ihm näherte. So bekam sie auch mit, wie er die Geste für „Fuck“ machte, sie aber dabei nicht ansah. Danach sah er sich suchend um, fand aber anscheinend nicht das, was er gesucht hatte.
Skadi ließ wieder ihren Blick über die Lichtung und in den angrenzenden Wald schweifen. Es bewegte sich immer noch nichts. Selbst die Vögel und anderen kleinen Tiere schienen wie verschwunden zu sein. Hier mussten viele Untote zuvor gewesen sein, die das Laub aufgewühlt und die Tiere verscheucht hatten, die sich zuvor erst wieder langsam hier niedergelassen hatten, wie die Vögel, denen sie vor knapp einer halben Stunde begegnet waren.
Dann winkte Aerik sie zu sich. Sie überbrückte die wenigen Meter zu ihm. Da aktuell keine Beißer sichtbar oder hörbar in ihrer Nähe waren, nahm sie den Pfeil aus der Sehne, um schnell Aerik ihre Entdeckung zu schildern. Egal was er entdeckt hatte, die Nachricht, dass hier mehr als ein Untoter gewesen waren, war wichtiger, denn sie diente auch seinem Schutz.
„Hier waren mindesten eine handvoll Draugr. Das Laub ist total zerwühlt.“, gestikulierte sie ihm schnell: „Es macht nur keinen Sinn, dass die Leiche vor ihrer Verwandlung nicht zerfressen wurde. Die Decke wäre nicht auf ihr gewesen, wenn nicht irgendetwas anderes die Untoten wieder von dem Camp weggelockt hätte.“
Dass dieses ‚irgendetwas‘ ein Baby gewesen sein könnte, das ahnte sie noch nicht. Schließlich rechnete niemand bei einer solchen fast schon unheimlichen Stille nicht, das wenige Stunden zuvor das Schreien eines Babys das ganze Tal entlanggeschallt war und somit jeden Beißer in der Nähe angelockt hatte. Wie Skadi zuvor bei Aeriks Schnalzen gehört hatte, gab es in dem Tal ein Echo, das einen leisen Laut sehr weit durch das Tal und die umliegenden Anhöhen tragen konnte.
„Was hast du entdeckt?“, fragte dann Skadi nach und folgte seinen Gesten, bevor ein lautes Babygeschrei wohl das ganze Tal aufweckte und durch es hindurch hallte. Es schien so nah und doch so fern. Durch das Echo konnte man es nicht richtig sagen, wie weit es entfernt war. Es konnte sogar sein, dass der Säugling sich nicht mal in der Talsohle befand, sondern weiter oben. Doch eines wusste Skadi genau. In diesem Wald würde es bald wieder vor Beißern wimmeln, die den Ursprung dieses Geräusches suchten.
@Aerik Kristjanson
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Er vertraute Skadi. Wohl wie niemandem anders in seinem Leben, vertraute er darauf, dass Skadi ihn beschützen würde. Sie war seine beste Freundin und Schildmaid, seine Kriegergefährtin und hatte mit ihm schon so viel durchgestanden. Wenn es jemanden gab, dem er sein Leben in die Hand legen würde, dann war es Skadi Nygard. Und das obwohl sie Norwegerin war. Und er Isländer. Spaß beiseite – er vertraute der jungen Frau und ihren Fähigkeiten am Bogen, wusste, dass sie alles geben würde um sie beide in diesem Moment zu schützen.
So konnte sich der junge Isländer in aller Seelenruhe im Lager umblicken, verschiedene Hinweise miteinander kombinieren. Bis er schließlich zu der grausamen Erkenntnis kam, was hier geschehen war und wer der Beißer sein musste, der sich gerade eben erst erhoben hatte.
Seine fluchende Geste konnte er kaum unterdrücken, Aerik bewegte seine Arme manchmal so reflexartig für verschiedene Gesten, wie Leute mit Stimmbändern eben bestimmte Wörter aussprachen. So war es auch mit seinem „Fuck“.
Dass es auf der kleinen Lichtung besonders still war, bemerkte auch der stumme Isländer, das war.. ungewöhnlich. Erst die warnenden Rufe, die ihn und Skadi hierhergebracht hatten und nun diese absolute Stille, absolut krass. Der Vogel der vorher noch seine Warnrufe ausgestoßen hatte schien auch nicht mehr hier zu sein, zumindest entdeckte Aerik kein einziges Tier in den Baumkronen sitzen.
Seine Entdeckung wollte er mit Skadi teilen, also winkte er sie zu sich rüber, im Moment schien es hier wirklich ruhig zu sein. Es ging keine direkte Gefahr aus, wie wenn sich Plünderer oder ähnliches im Gebüsch verstecken würde. Doch ehe er anfangen konnte zu gestikulieren, sprach Skadi schon und erzählte ihm, was sie entdeckt hatte.
Langsam nickte Aerik, er stimmte seiner besten Freundin da vollkommen zu. Das aufgewühlte Laub musste von einer Menge Beißer kommen, so sehr konnten wenigen Leute es nicht zerwühlen.
„Ein Baby. Hier wurde heute Nacht ein Baby geboren, dort drüben“, gestikulierte er und deutete zu dem provisorischen Unterstand und den blutigen Decken, dann blickte er zu der Decke unter der vor wenigen Minuten noch eine Person gelegen hatte, „Die Mutter hat nicht überlebt. Sie ist unser Beißer. Aber das Kind muss noch leben und von einer anderen Person mitgenommen worden sein, ich habe kein Grab oder irgendwas gefunden, was darauf hindeuten würde, dass sie das Kind beerdigt hätten. Ich vermute das Kind oder die Mutter haben bei ihrer Geburt Beißer angelockt. Dann ist die Mutter verstorben und sie haben sie provisorisch abgedeckt und mussten dann flüchten mit dem Kind. Sie können noch nicht…“
Er unterbrach seine Gestik, als ein lautes Babygeschrei durch das Tal fegte und wohl alles, was hier noch lebte oder… wieder lebte auf sich aufmerksam machte. Aerik riss seine blauen Augen ein wenig auf, sah Skadi an. Dieses Schreien, es würde jegliche Beißer anziehen und sie hatten keine Ahnung wie weit es weg war. Das Tal war sehr weitläufig und auch Aerik war das laute Echo aufgefallen, dass er vorhin schon mit seinem Schnalzen ausgelöst hatte. Das Kind könnte also nur wenige hundert Meter entfernt sein, oder mehrere Kilometer. Dennoch.
Der Isländer zog seine Augenbrauen zusammen und umgriff seinen Bogen fester, den er mittlerweile wieder in der Hand hielt. Sein blauer Blick traf auf den von Skadi, auch ohne Gestiken konnte die Norwegerin erkennen, was er ihr sagen wollte.
Sie mussten helfen.
Und zwar so schnell sie konnten.
Es war gefährlich ja und sie wussten, dass sie es wohl mit einer Menge Beißern zu tun hatten, aber trotzdem. Sie konnten doch nicht ein unschuldiges Kind sterben lassen, wenn sie eine Chance hatten es zu retten?
„Los“, gestikulierte Aerik mit einer Hand und nickte Skadi zu. Er duldete keine Widerrede, genauso wie er hier herunterwollte, wollte er nun der Geräuschquelle folgen und nachsehen, ob sie tatsächlich Hilfe brauchten. Doch dieser Babyschrei war keiner der nach Hunger oder Schlaf klang, sondern nach Angst.
Ohne länger zu warten sah sich Aerik im Laub um und folgte dann den Spuren ins tiefere Gebüsch. Bogen und Pfeil in der Hand, so konnte er schneller laufen, folgte er den Spuren die garnicht so schwer zu finden waren. Die Masse an Beißern, die wohl ebenfalls dem Geräuschpegel folgte, hinterließ eine sehr deutliche Spur. Die Luft war feucht, aber kalt in seiner Kehle, als er die Luft immer deutlicher ausstieß, während er mit Skadi durch den Wald rannte. Plötzlich blieb er stehen, als er erneut ein Babyschrei durch das Tal huschte, das Tal das sich nun immer mehr mit Nebel zu füllen schien. Scheiße. Doch der Schrei gab ihnen auch eine neue Orientierung, lotste die beiden jungen Jäger aber nun wohl eher Krieger mehr nach rechts. Aerik sah sich immer wieder nach Skadi um, er wollte sie im Nebel nicht aus den Augen verlieren. Seine Füße, flink und den Waldboden gewohnt, die Umgebung irgendwie doch kennend, flogen fast über den Boden, ihm war egal, dass ihm ein Ast gegen die Wange peitschte und dort eine kleine Schnittwunde hinterließ. Sein Herz pochte, erneut ein Schrei eines Babys. Er lief und lief, spürte Skadi leicht rechts neben sich laufen, nahe bei ihm, damit sie sich nicht verloren. Und dann plötzlich – ein Knurren. Ein Stolpern, ein Krachen und Aerik hob aus Reflex die Hand mit dem Pfeil, sah aus dem Augenwinkel erst nur eine verrottete Hand und dann das Gesicht eines Beißers dazu, rammte dem Untoten den Pfeil direkt in den Schädel.
Mit einem Krachen sank der Beißer nun tatsächlich tot zu Boden und Aerik warf sich den Bogen über die Schulter, griff an seinen Gürtel und zog sein Messer heraus. Bei dem Nebel in dem die beiden jungen Menschen gerade standen machte der Bogen wenig Sinn, sie hatten vielleicht eine Sichtweite von drei Metern, mehr nicht. Fuck. Scheiße. Verdammt!
Aerik fluchte innerlich, plötzlich war die Situation doch deutlich gefährlicher als erwartet. Um sie herum war das Knacken von Zweigen, das Rascheln des feuchten Laubs auf dem Boden zu hören, dazu das Keuchen, Knurren und Stöhnen der Beißer. Und damit kam die Realität schlagartig in Aeriks Kopf, sein Blick schnellte zu Skadi die neben ihm stand. Sie waren mitten in der Beißerhorde.
„Wir müssen hier raus! Hoch! Raus aus dem Nebel!“, gestikulierte Aerik, sah Skadi an ehe sein Blick hinter die glitt. Mit einem großen Schritt war er bei ihr, packte sie an der Taille und drehte sie hinter sich, sodass er dem Beißer der hinter ihr aus dem Nebel getreten war sein Messer in den Kopf rammen konnte. Sein Herz hämmerte in seiner Brust, er hatte keine Angst direkt, aber war sich dem Ernst der Lage einfach sehr deutlich bewusst. Es gehörte nur ein Funken Pech dazu und einer von ihnen beiden würde gleich von einem Beißer gebissen werden.
Erneut der Schrei des Babys, der durch den Nebel hallte, sich jetzt aber deutlich näher anhörte. Aerik riss den Kopf herum, sah in die Richtung aus der das Geräusch gekommen war. Und rannte wieder los. Hier stehenbleiben konnten sie kaum, denn hier warteten sie nur auf den Tod. Und auf den wollte Aerik ganz bestimmt noch nicht warten. Erleichtert stellte er irgendwann fest, dass es leicht bergaufging, trotzdem blieb der Nebel sehr dicht, immer wieder stand ihm oder Skadi plötzlich ein Beißer gegenüber, zum Glück oft mit den Rücken zu ihnen, da auch die Untoten in richtung Babygeschrei liefen. Dieses wurde immer regelmäßiger, die Abstände immer kürzer dazwischen, ehe es fast zu einem dauerhaften Hintergrundgeräusch wurde, während sich die beiden Krieger durch den Nebel kämpften.
@Skadi Nygard



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Skadi wusste genau, wäre die Rolle von ihr und Aerik vertauscht, so könnte sie sich ebenfalls auf ihn vollkommen verlassen. Er würde niemals zulassen, dass ein Untoter in diesem Moment sie auch nur angucken konnte. Sie vertraute ihm da blind. Würde er sagen, spring, würde sie es, ohne zu hinterfragen machen. Würde er einfach rennen, würde sie mit ihm rennen.
Dies kam jedoch nicht von nirgendwo. Sie sind schon oft zusammen außerhalb des Bergdorfes damals gewesen und nun auch oft weg von der Insel, um jagen zu gehen. Dadurch waren sie ein eingespieltes Team und verstanden sich ohne Worte oder Gesten. Sie wussten wie der andere in Gefahrensituationen reagieren würde und sie passten sich aneinander an, sodass sie möglichst effektiv der Gefahr trotzen konnten. Wie zuvor, war schon allein nur ein Blick ausreichend und Skadi wusste zum Beispiel, was Aerik tun wollte.
Genau diese wortlose Kommunikation fand ebenfalls wieder statt, nachdem Aerik ihr von der Geburt des kleinen Kindes erzählte, das wenig danach den ganzen Wald aufweckte. Aerik wollte ihr gerade noch etwas über seine Untersuchungen erzählen, als der laute Babyschrei von den Felswänden widerhallte und sie beide in ihren Bewegungen halt machten. Ebenso wie Aerik riss auch Skadi ihre tiefbraunen Augen auf. Da draußen lief wohl eine verängstigte Person, wahrscheinlich der Vater des Babys, mit dem Neugeborenen um sein Leben. Doch das Kind zog mit seinen Schreien die ganze Aufmerksamkeit von wohl jedem Untoten in der Nähe auf sich, wodurch sie weiterhin in Gefahr schwebten.
Aerik umgriff zeitgleich mit Skadi seinen Bogen fester und sie sahen sich einfach beide nur fest an. Der Entschluss von ihnen musste nicht ausgesprochen werden. Sie MUSSTEN das Baby und die andere Person oder gar Personen retten. Nicht einmal die Götter könnten sie von diesem Vorhaben abhalten, auch wenn Skadi eher davon ausging, dass die Götter die Rettung gewollt haben, da sie genau an diesem schicksalshaften Tag an genau diesem Ort zum Jagen gehen wollten.
Skadi machte sich deswegen auch wenig negative Gedanken um die vielen Beißer, die sich im Wald wohl tummelten. Die Götter würden sie schon sicher durch diese Angelegenheit lenken und sie waren beide inzwischen recht gute Kämpfer im Nah- und Fernkampf, wodurch dies schon schief gehen würde. Auch wenn sie im Fall ihres Todes endlich ihren Ziehvater Leif wiedersehen würde, so wollte sie weiterhin bei Aerik, @Eldir Ragnarson @Fjell Nygard @Floki Odegard @Tessa Valentin und ihren ganzen anderen Freunden und ihrer Familie bleiben. Sie wollte noch nicht sterben, selbst im Kampf nicht, selbst wenn sie dafür nach Walhalla kam. Auch wenn es nichts Edleres gab als sein Leben für das eines Kindes zu geben.
Schnell hatte Aerik eine Spur gefunden, der er folgte. Skadi hatte in der Zeit ihren Bogen gegen die zwei Äxte an ihrer Hüfte getauscht, da sie davon ausging, dass der Nebel nicht so schnell verschwand und sie so jederzeit im Fern- und Nahkampf agieren konnte. Der Nachteil war nur, dass sie dann auch wieder schnell ihre Äxte einsammeln musste, wenn sie diese im Fernkampf benutzen musste.
Ab dem Moment, in dem Aerik die Richtung bestimmt hatte, ging alles sehr schnell. Sie sprinteten durch den Wald, durch das aufgewühlte Laub waren die Spuren der Untoten leicht zu sehen. Auch wenn wohl nur Wahnsinnige solch einer Spure freiwillig folgen würden.
Schlitternd blieb Skadi stehen als Aerik abrupt stehen blieb und beide lauschten den erneuten Babyschrei, der durch den ganzen Wald hallte. So wie es klang, musste das Kind auf einer etwas erhöhten Position sich befinden, da sonst der Wald und der Nebel viel schneller das Geräusch geschluckt hätten. Doch diese Information brachte Skadi in diesem Moment auch wenig, da sie nur wenige Meter weit sehen konnte und somit auch nicht mehr wusste, wo es bergauf ging. Einzig der Schrei des Babys lotste sie weiter in die richtige Richtung. Sie liefen nach rechts.
Immer wieder sahen Skadi und Aerik sich um, um den anderen nicht aus den Augen zu verlieren. Hin und wieder schnalzte Skadi auch, wenn der Nebel die Silhouette von Aerik trotz seiner Statur verschluckte. Sodass Aerik mit demselben Ton antworten und sie ihm in Sekunden folgen und wiederfinden konnte.
Irgendwann, auch wenn es gefährlicher war, lief sie direkt neben Aerik. So konnte sie zwar nicht mehr rechtzeitig Beißer, die neben ihrem Mitbewohner auftauchen würden, wahrnehmen, doch sie verloren sich im schlimmsten Fall aus den Augen. Genau dies trat dann auch ein und Aerik, der immer noch während des Laufens einen Pfeil in der einen Hand und den Bogen in der anderen hielt, wurde von einem Beißer überrascht. Doch er reagierte schnell und rammte den Untoten den Pfeil in den Schädel, sodass die Gefahr innerhalb von Sekunden gebannt war. Skadi empfand dabei so etwas wie Stolz. Sie trainierten fast täglich miteinander, sodass Aerik diese schnellen Reflexe sich antrainiert hatte.
Anschließend wechselte Aerik die Waffe, statt dem Pfeil und Bogen hielt er nun sein Messer in der Hand. Doch, bevor sie weiterlaufen konnten, hörten sie beide nun durch ihren Stillstand in der Nähe weitere Geräusche. Würde nicht ständig einer der Untoten stöhnen und hungrig knurren, hätte man meinen können, dass irgendwelche Tiere oder Menschen um sie herumschlichen, doch so wurde ihnen bewusst, dass es die Horde sein musste, die das Baby verfolgte.
Zeitgleich mit Aerik gestikulierte Skadi das Wort für Untote, Beißer und Draugr. Der Begriff in der Zeichensprache war immer gleich, weswegen es da keine Missverständnisse gab. Aerik wies dabei an, dass sie von ihrem jetzigen Aufenthaltsort weg mussten, sie mussten raus aus dem Nebel, der ihnen zu viel Sicht nahm und dadurch die Gefahr für sie größer machte, aber auch gleichzeitig dazu führte, dass die Untoten wenigstens sie auch nicht sahen und somit nur vom Geruch von Blut oder Geräuschen angelockt werden konnten. Somit Fluch und Segen zugleich. Skadi nickte und während sie nickte, überbrückte Aerik den Abstand zwischen ihnen, packte sie an der Taille und wirbelte sie schnell herum. Als Skadi sich umdrehte, sah sie wie ein Untoter, der zuvor wohl in ihrem Rücken erschienen war, durch Aeriks Messer zu Boden ging. Sie nickte ihm dankbar zu, ihre Augen war kreisrund vor Überraschung und Schock. Worte ausgesprochen oder gestikuliert waren zu gefährlich. Gesprochen konnten sie weitere Untote anlocken, gestikuliert musste Skadi eine ihrer Äxte kurz wegpacken. Doch der Hüne würde sie auch so verstehen.
Ein weiterer Schrei des Babys ließ sie wieder weiterrennen und Aeriks Plan mit der Flucht von diesem Ort durchführen. Immer wieder begegneten sie Untoten. Manchmal erschienen sie so urplötzlich vor ihnen, dass Skadi sich erschrak, doch sie schrie nie, sondern handelte nur. Ihre Äxte landeten immer zielsicher. Wenn die Sicht gut genug war, warf sie diese auch auf Untote, die in ihrem Weg auftauchten und sammelte im Laufen ihre Axt wieder ein. Nach und nach wurde der nicht direkt existente Weg, der sie zu dem Baby führte, immer schräger. Es ging bergauf, was ihren Lauf durch den Wald noch einmal erschwerte und sie auch schneller am Ende auslaugen würde. Aktuell war Skadis jedoch noch nicht außer Atem, auch wenn dieser sowie ihr Puls nun deutlich schneller ging, was nicht nur der körperlichen Anstrengung, sondern auch der umliegenden Gefahr verschuldet war.
Der Nebel wich ihnen jedoch wie die Untoten weiterhin nicht von der Seite. Er war ebenso dicht und undurchsichtig wie im Tal unten. Doch sie liefen weiter in der Hoffnung bald auf das Baby zu stoßen oder dass der Nebel sich lichtete. Ersteres traf dann ein.
Nachdem die Untoten immer weniger geworden waren, da diese nicht so schnell fortbewegen konnten wie die Lebenden, wurde die Fläche kurz wieder etwas flacher und sie liefen nicht mehr bergauf. Doch wahrscheinlich befanden sie sich erst auf der Hälfte der Höhe, wie von ihrem Aussichtspunkt zuvor, aus dem sie das Lager ausgekundschaftet hatten.
Erneut blieb Skadi schlitternd stehen, als sie den panischen Mann mit dem Baby auf dem Arm erblickte. Sein Blick war zwar ängstlich, doch entschlossen. Er würde alles für sein Kind tun. Wenige Meter hinter ihm ging eine steile Felswand hoch.
Mit großen Augen, aber mit einem hoffnungsvollen Blick sah er sie an und meinte dann mit einer fast schon weinerlichen und ängstlichen Stimme: „Sie hört nicht auf zu schreien.“
„Haben sie irgendetwas, was einen Schnuller ersetzen könnte?“, fragte Skadi schnell nach, das war das Einzige, was ihr einfiel, um das Baby zum Schweigen zu bringen. Fragend sah sie zu Aerik, sie selbst hatte nichts in der Richtung dabei als sie im Kopf ihr Inventar durchging.
„Wir dürfen nicht stehen bleiben, sonst holen sie uns ein.“, meinte sie dann.
Der Mann blickte sie jedoch nur unentschlossen an: „Links und rechts geht der Fels einige Hundert Meter steil nach oben. Wir müssten umkehren, um irgendwie voranzukommen.“
Schnell überlegte Skadi, was sie tun konnten, während das Baby weiter schrie und ein Draugr hinter Aerik auftauchte.
„Aerik, hinter dir!“, rief sie aus. Die Axt konnte sie nicht werfen, da Aerik die Flugbahn zum Schädel des Untoten verdeckte.
„Wir müssen die Untoten von dem Mann mit noch mehr Lärm weglocken!“, beschloss dann Skadi und sah dabei Aerik so bestimmt an, wie er sie zuvor zwei Mal angesehen hatte.
„Ich bin schnell und wendig. Ich kann nochmal zurücklaufen. Du musst ihn vor allen Draugr beschützen, die doch noch zu euch kommen!“, gab sie dann bekannt und rechnete damit, dass Aerik streiken würde.
„Bring ihn zur Aussicht bei dem Camp, die Untoten werden da nicht hochkommen.“, meinte sie: „Wenn ich eine Stunde circa nach dir nicht zu euch stoße, such mich. Der Laubsänger wird dich zu mir führen!“
Dann verschwand sie im Nebel. Den Untoten wich sie geschickt aus oder spaltete ihnen den Schädel. Nachdem sie ein paar Minuten gelaufen war, blieb sie für wenige Sekunden stehen und jaulte laut wie ein Wolf, um die Untoten in ihre Richtung zu locken, weg von dem Baby und weg von dem Camp. Dann lief sie weiter und führte das alle paar Minuten durch. Sie hoffte, dass sie so durch den lauteren Ruf die Aufmerksamkeit auf sich lenken konnte. Damit Aerik den Mann und das Baby sicher wegbringen konnte. Hin und wieder hörte sie das Baby schreien, doch jedes Mal blieb sie sofort stehen und versuchte den Schrei mit dem Wolfsjaulen zu übertönen.
Hoffentlich funktionierte ihr Plan, nicht dass sie umsonst sich von Aerik getrennt hatte. Doch in dem Moment ist ihr nichts Besseres eingefallen und sie hatten schnell handeln müssen, die ersten Beißer hatten die Vier fast schon erreicht.
Nach einer knappen halben bis Dreiviertelstunde wurde es dann jedoch knapp für Skadi. Es kamen immer mehr Untoten von allen Seiten, weswegen sie schnell auf einen dicken Baum kletterte, der stabil genug aussah, dass die Untoten ihn nicht umreißen konnten. Dann tummelten sich immer mehr Untote um den Baum und es wurden mehr und mehr. Bis es knapp drei Dutzend waren. Nun musste Aerik wohl sie dank ihres Rettungsplans retten. Wie ein Kätzchen, dass nicht mehr vom Baum kam. Doch trotzdem machte sie mit dem Wolfs Gejaule noch für eine weitere Viertelstunde weiter. Da so viele Untote wie bei ihr waren, mussten der Mann und sein Kind wohl nun in Sicherheit sein. Zumal genug Zeit verstrichen war, damit sie bis zum Aussichtspunkt gekommen waren. Weswegen Skadi mit dem Jaulen aufhörte, um nicht noch mehr Untote zu sich zu locken.
Zu ihrem Glück wurde der Nebel etwas schwächer, allerdings konnte man weiterhin nur gerade so fünf bis sieben Meter weit sehen. Statt dem Jaulen imitierte sie nun den deutlich leiseren Ruf des Laubsängers, der auch etwas schlechter als das laute und dominante Jaulen zu orten war. Doch sie vertraute darauf, dass Aerik zum einen durch die vielen Untoten und durch sein geschultes Ohr sie so wiederfand. Nach und nach entfernten sich auch immer mal wieder ein paar Untote am Rand, sodass es sich die Untoten um ein drittel reduzierte. Das andere Drittel schoss Skadi von ihrem Ast mit Pfeil und Bogen ab. Allerdings waren es weiterhin genug Untote, sodass sie so lange auf diesem Baum festsaß bis Aerik den Laubsänger hörte und sie dadurch fand. Da zuvor jeglicher Vogel in dem Tal durch die Horde verscheucht worden war, würden diese erst in einigen Stunden vorsichtig zurückkehren. Somit war sie sich sicher, dass kein anderer Laubsänger durch den Wald pfiff.
@Aerik Kristjanson
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Aeriks Puls galoppierte in seiner Brust wie ein Hengst der über eine weite Fläche hetzte. Sein Herz hämmerte gegen seine Brust, während er sich mit Skadi durch den Nebel kämpfte. Es war wohl eine der gefährlichsten Situationen in denen er in seinem gesamten Leben bisher gewesen war. Drei, vielleicht maximal vier Meter Sicht, umringt von keine Ahnung wie vielen Beißern und nur sein Messer in der Hand. Auch Skadi war die Gefahr, die in diesem Moment vorherrschte, sehr bewusst, besonders nachdem er sie an der Taille packte und vor einem Beißerangriff rettete. Normalerweise war dies für Skadi kein Problem die Beißer rechtzeitig zu hören, aber durch das Stöhnen und Knurren, dass sowieso gerade im ganzen Wald zu hören war, gingen verschiedene Geräusche auch unter. Letzten Endes war Aerik einfach nur froh, dass er den Beißer noch rechtzeitig im Nebel entdeckt hatte, erwiderte ihren Blick. Ohne ein Wort zu sagen, wusste er was sie ihm damit sagen wollte und er nickte nur langsam. Fürs Gestikulieren war keine Zeit und mit sprechen wollte Skadi keine Aufmerksamkeit auf sie beide ziehen.
Erneut hallte der Schrei des Kindes durch den Nebel, wie von der Tarantel gestochen sprinteten die beiden jungen Leute sofort los, weiter dem Geräusch entgegen. Unterwegs erledigten sie so einige Beißer, Stück für Stück kämpften sie sich eine kleine Anhöhe hinauf, ließen Aeriks Puls und Atemfrequenz noch weiter steigen. Ein Glück war er aber recht gut trainiert, ansonsten würde er wohl jetzt schon vor Anstrengung aus den Latschen kippen. Doch da Adrenalin in seinem Körper, das Ziel vor Augen, ließ ihn neue Energie tanken, denn das Schreien schien immer näher zu kommen.
Auch der Isländer spürte, wie sich das Gelände wieder abflachte, hatte aber vom Gefühl her nicht die Einschätzung, dass sie schon aus dem Tal heraus waren. Dafür waren sie nicht lange genug bergauf gelaufen, es war maximal die halbe Höhe.
Skadi neben sich kam schlitternd auf dem nassen Laub zum Stehen, auch Aerik verlangsamte seinen Schritt, als er den Mann mit dem schreienden Kind im Arm entdeckte. Es war nur für eine Sekunde diese Stille, eine winzige Sekunde lang, als er Mann sie entdeckte und die beiden Balarmitglieder ihn ansahen. Der Nebel zwischen ihnen waberte und es schon fast wie eine Halluzination wirkte, ehe sich die Augen des Mannes weiteten und er sie hoffnungsvoll und entschlossen anblickte. Eher würde dieser Mann sterben, als dass er zulassen würde, dass seinem Kind etwas geschah.
Aerik lauschte den Worten nur, nickte sachte erwiderte Skadis Blick. Langsam ging er zu dem Mann hinüber und nahm dessen Hand, den Zeigefinger und führte diesen an den Mund des Kindes. Er agierte dabei so sanft, vorsichtig und feinfühlig, wie man es wohl kaum von einem Hünen wie ihm erwarten würde. Ähnlich, wie wenn er sanfte Linien und weiche Rundungen in Felsen schlug. Und das Kind… begann sofort am Zeigefinger des Mannes zu nuckeln. Sanft lächelte Aerik, als er in das Runde Gesicht des Kindes blickte, dann in das des Mannes und wieder zurücktrat. Zumindest für einen Moment schien das Kind ruhiggestellt. Skadi sprach weiter, der Mann berichtete der Fels würde auf beiden Seiten steil nach oben gehen und Aerik fluchte innerlich. Wie sollten sie hier rauskommen? In dem Moment drehte sich Aerik um, er hatte Skadis Ausruf noch nicht ganz gehört aber ihren Blick gesehen, ohne nachzudenken hob er das Messer und rammte es dem Beißer in den Schädel. Das Kind machte ein schreiendes Geräusch um den Finger des Mannes herum, so ganz zufrieden war es mit dessen Finger wohl nicht. Vermutlich hatte es Hunger, spürte auch die Gefahr und ihm war kalt. Das dünne Tuch, in das es gewickelt war, half wohl kaum gegen die Kühle des Herbstes.
Sein Blick schnellte zu Skadi, er sah die Entschlossenheit darin, hörte ihre Worte und wollte innerlich schreien, als sie sich auch schon umdrehte und in den Nebel huschte. Tatsächlich schrie er, öffnete den Mund aber es kam nur ein seltsames Röcheln heraus, nicht sonderlich laut und definitiv nicht als Schrei zu bezeichnen. Sein Herz hämmerte in der Brust, alles in seinem Kopf schrie darum ihr zu folgen, sie zu beschützen, doch dann glitt sein Blick wieder zu dem Mann, der ihn abwartend anblickte. Toll. Der Typ sprach sicherlich keine Gebärdensprache. Schnell kramte Aerik in seiner Hosentasche nach dem Zettel und Stift, die beiden Sachen trug er immer bei sich.
„Ich kann nicht sprechen. Folge mir. Ich beschütze euch“, schrieb er hastig, zeigte dem Mann den Zettel, ehe dieser nickte, „Ich bin Jonas. Das hier ist Lion, mein Sohn. Ich folge dir.“
Aerik nickte langsam, sah sich dann den Mann genauer an. Einen Moment überlegte er, dann gab er ihm mit simplen Gesten zu verstehen, dass es besser wäre, wenn er sich seinen Sohn mit dem Tuch am Oberkörper festband. Dabei half er Jonas, so hatte der Vater die Hände frei und konnte sein Messer zücken, nickte, dass er bereit war. Kurz orientierte sich Aerik, er kannte dieses Tal eigentlich, nur bei dem dichten Nebel war es natürlich schwerer.
Jonas lief vor ihm, so hatte er den Vater und seinen Sohn immer im Blick, der kleine Fratz schrie nun aber auch wieder ab und an, nachdem er Jonas Finger nicht mehr im Mund hatte. Langsam aber stetig bewegten sich die beiden Männer durch das Tal, der Nebel war noch immer recht dicht, aber sie hörten Skadis Jaulen und jedes Mal atmetet Aerik ein wenig erleichtert, aber auch ängstlich aus. Das Jaulen bedeutete, dass Skadi noch lebte, aber auch, dass sie weitere Beißer zu sich zog. Noch immer hämmerte sein Herz in der Brust, er war verdammt sauer auf sie, dass sie einfach ohne groß auf seine Antwort zu warten schon losgesprintet war. Ihr könnte sonst was passieren!
Wieviel Zeit vergangen war, wusste Aerik nicht, doch sah er bald im Nebel eine vertraute Stelle, dann durchbrachen die drei Männer das Gebüsch und standen wieder auf der Lichtung beim Lager. Erschrocken blickte Jonas auf die Stelle, an der wohl vorher die Mutter des Kindes gelegen hatte, jetzt aber nicht mehr.
„Jenny…“, hauchte er nur leise und schlug sich die Hand vor den Mund, ließ sich auf die Knie fallen, Tränen liefen ihm über die Wangen in den dichten, dunklen Bart. Aerik stand einen Moment daneben, dann tippte er ihm ungeduldig auf die Schulter. Er verstand den Schmerz des Mannes, ja er verstand ihn wirklich, doch sie mussten hier raus aus dem Tal, nach oben in Sicherheit. Dort könnte er die beiden erstmal lassen und sich dann nach Skadi umsehen. Die dreiviertel Stunde musste schon um sein.
Erneut tippte er dem Mann auf die Schulter, diesmal deutlicher und deutete den Weg hinauf, den Skadi und er selbst hinabgestiegen waren, packte ihn dann am Stoff seines Hemdes. Zerrte ihn schon mehr oder weniger auf die Beine und den Weg hinauf. All das hier kostete Zeit, immens viel Zeit und die Sorge um Skadi wuchs in Aeriks Brust immer weiter. Oben angekommen kritzelte er hastig, dass die beiden hierbleiben sollten. Hier wären sie sicher, den Weg mit den Steinen kamen die Beißer um keinen Fall hinauf.
„Danke…“, murmelte der Mann nur, legte Aerik eine Hand auf die Schulter, ehe er sich geschafft an einem Baum hinabsinken ließ, seinen Sohn anblickte. Das Messer behielt er aber cleverer Weise noch in der Hand. Vorbereitet sollte er immer bleiben.
Eilig hastete Aerik die Schlucht wieder hinab, war schon fast unten angekommen, als er einen Tritt verpasste und stürzte. Mit Wucht schlug er auf dem Boden unten auf, spürte einen stechenden Schmerz an seiner Seite und als er hinabblickte, sickerte etwas Blut durch sein Hemd. Scheiße. Schnell inspizierte er die Wunde, er hatte sich am Stein aufgeschürft und die Haut aufgerissen, aber nicht sonderlich tief. Immerhin nichts gebrochen und als er aufstand, fühlte sich auch nichts sonderlich kaputt an.
Nochmal Glück gehabt Kristjanson, schoss es ihm durch den Kopf und er umfasste sein Messer wieder fester, lauschte in den Nebel. Da! Das unverkennbare Geräusch des Laubsängers, also stürmte er los, wieder in den Nebel hinein. Immer wieder hörte er das Geräusch, der Nebel wurde etwas lichter, man hatte vielleicht ein oder zwei Meter mehr Sicht, aber er begegnete immer mehr Beißern, als er dem Geräusch immer näherkam. Abrupt kam er zum Halten, als er einige tote Beißer mit Pfeilen in ihren Köpfen unterhalb eines Baumes sah, um den Baum herum vielleicht noch zehn oder elf weitere Beißer. Sein Blick flog nach oben und da sah er sie sitzen, zum Glück unverletzt aber auf dem Baum gefangen wie eine Katze vor ein paar Hunden.
Mit einem Pfiff lockte er die Aufmerksamkeit der Beißer und auch die von Skadi auf sich, er hob eine Hand zu ihr, zeigte ihr damit er hatte die Situation unter Kontrolle, würde sich um die Beißer kümmern. Sein heller Blick fixierte den ersten Beißer, einen Moment blieb er ruhig stehen, wartete, bis der Beißer nah genug dran war, reagierte dann blitzschnell und flink, das Messer durchbohrte den Schädel wie Butter, ehe es in einer fließenden Bewegung wieder herausglitt. Seine Bewegungen sahen schon fast künstlerisch, wie ein Tanz aus, so bewegte er sich durch die Beißermasse, wich geschickt den Händen und Köpfen aus, duckte sich weg oder machte einen Schritt zu Seite. Das Beißerblut bedeckte ihn irgendwann ein wenig, doch als der letzte untote Körper mit einem dumpfen Geräusch auf den feuchten Waldboden knallte, blieb Aerik stehen und ließ die Luft mit einem lauten Ausatmen entweichen. Er hielt sein Messer noch immer fest umklammert, schloss einen Moment die Augen, versuchte seinen Puls zu beruhigen.
Es war plötzlich so still im Wald. Der Nebel wirkte wieder so friedlich, nicht mehr wie eine tödliche Gefahr sondern so beruhigend.
Als er den Kopf wieder hob, war er ruhiger, drehte sich dann um, als er das Knirschen von Rinde hörte, das musste Skadi sein, die den Baum hinabkletterte. Also drehte er sich um und wartete, bis seine beste Freundin wieder festen Boden unter den Füßen hatte, dann trat er auf sie zu und legte die Arme um sie, umarmte sie fest. Die Wut in ihm, die bis gerade eben noch im ihm gewütet hatte und ihm die Energie für das Töten dieser Beißer gegeben hatte – war verflogen. Wichtig war nur, dass Skadi lebte und es ihr einigermaßen gut ging. Die Wunde an seiner Flanke ignorierte er dabei, er hielt die junge Frau einfach nur in seinen Armen, bis er sie dann wieder losließ. Sein Blick sagte ihr alles, er musste keine Gesten dazu bilden, außerdem würden sie sich später noch darüber unterhalten können. Jetzt mussten sie erstmal zurück zu Jonas und Lion.
@Skadi Nygard



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Aerik und Skadi sprinteten in Rekordzeit von dem verlassenen Camp bis zu der Anhöhe, wo sie den Mann mit dem Baby fanden. Dabei schlängelten sie sich sogar durch eine Horde im Nebel. Jedem dem sie diese Geschichte erzählen würden, würde sie entweder als komplett wahnsinnig abstempeln oder ihnen es nicht glauben, dass sie dies heil überlebt hatten. Eine größere Anzahl an Untoten war schon alleine gefährlich genug, doch im Nebel noch gefährlicher, wenn man dazu noch mehr oder weniger blindlinks durch diesen Nebel rannte, dann konnte die Aktion der beiden Mitglieder Balars als Selbstmordversuch angesehen werden.
Doch Aerik und Skadi konnten einfach nicht anders als die Person mit dem schreienden Kind zu finden und ihr zu helfen. Niemals würde auch nur einer von ihnen einfach jemanden in Not im Stich lassen, vor allem kein unschuldiges Kind. Egal in welche Gefahren sie sich dafür stürzen mussten. Aus diesem Grund reagierte Skadi auch schnell als sie die Situation bei dem frischgebackenen Vater erkannte. Sie würden nicht so schnell einen Fluchtweg finden und die Horde war ihnen auf den Fersen. Ein Untoter tauschte sogar auch schon direkt hinter Aerik auf, den ihr Mitbewohner dann jedoch durch ihre Warnung schnell eliminieren konnte. Sie mussten schnell handeln, bevor die Horde zu ihnen kam und sie immer dichter und dichter aneinander kamen und man nicht mehr wie zuvor sich einfach zwischen ihnen hindurchschlängeln konnte.
Aus diesem Grund teilte Skadi ihre erste Idee den beiden Männern mit und setzte sie auch gleich um. Sie musste als wendigste Person von ihnen dreien sich durch die Untoten hindurchlaufen und diese weglocken. Aerik konnte zudem nur mit Pfiffen auf sich aufmerksam machen und war durch seine breite Gestalt auch nicht so wendig wie Skadi. Also lag es an ihr.
Ohne zu zögern, lief sie auch schon los, hörte noch Aeriks röchelnden Schrei, doch sie hielt nicht an. Aus ihrer Sicht war es ihre einzige Chance sofort zu handeln und das tat sie auch. Immer wieder hielt sie kurz an und jaulte, wie ein Wolf, womit sie die Untoten zu sich lockte. Das Jaulen schallte durch den ganzen Wald und würde wahrscheinlich jeden Untoten anlocken. Ebenso jaulte sie, wenn sie das Baby schreien hörte, um diesen Schrei zu übertönen, sodass die Draugr nur weiterhin ihr folgten. Wahrscheinlich würden trotzdem noch einige Beißer hinter Aerik und dem Mann hinterher sein, doch die meisten Untoten blieben bei ihr.
Nach der angesagten Zeit flüchtete sich Skadi dann auf einen Baum, von dem sie aus den Laubsänger imitierte, um Aerik zu sich führen zu können. Zwischendurch schoss sie noch ein paar der Draugr ab, damit ihr bester Freund am Ende nicht noch vor einer kleinen Horde stand. Ein knappes Dutzend konnte sie erledigen, bis ihr die Pfeile ausgegangen waren. Doch kurze Zeit später kam dann auch schon Aerik, der mit einem Pfiff seinerseits die Aufmerksamkeit der Untoten auf sich lenkte. Nach und nach wankten sie von Skadis Baum weg und auf den Steinmetz zu. Stück für Stück kämpfte sich Aerik durch die Untoten und als der letzte sich von dem Baum abwandte, kletterte Skadi die Äste hinab, sodass sie wieder auf festem Boden stand.
Aerik kam kurz danach auch schon zu ihr und zog sie erleichtert in seine Arme. Skadi erwiderte diese ebenso froh, dass sie beide es heil überstanden hatten. Als sie jedoch die Umarmung lösten sah sie einen Blufleck auf Aeriks Hemd und zog dieses sofort panisch hoch in der Angst, dass er gebissen worden war wie Leif, der sich ihretwegen durch eine Horde vor einigen Jahren gekämpft hatte. Erleichtert atmete sie aus als sie sah, dass es nur eine Schürfwunde war. Trotzdem nahm sie Aeriks Hand, damit dieser für sie das Hemd weiter oben hielt, während sie in ihrer Tasche herumwühlte und ihre Wasserflasche, einen Tontiegel mit einer Salbe und einen Verband hervorzog. Auch wenn sie nu hatten jagen gehen wollen, hatte Skadi immer etwas für Verletzungen dabei, da man nie wusste was passierte. Ein kleines Stück riss sie vom Verband ab und tränkte es mit Wasser, damit sie die Wunde säubern konnte. Anschließend trug sie mit einem weiteren Fetzen Verband die Salbe auf. Ihre Hände waren zu schmutzig und könnten eventuell Bakterien oder Beißerblut in Aeriks Wunde befördern, weswegen sie den sauberen Verband dafür hernahm. Als letztes wickelte sie den übrigen Verband um Aeriks Oberkörper, damit die Wunde auch weiterhin vor Dreck und anderem geschützt war. Auch wenn durch die Bewegungen sicherlich er spätestens in Balar so locker war, dass er von selbst abfiel. Doch große Heftpflaster hatte Skadi nicht dabei. Allerdings baute sie darauf, dass die Entzündungshemmende Heilsalbe den Verband etwas an der Haut kleben ließ, damit er nicht so schnell verrutschte.
„Ich würde ja gerne sagen, dass du mich nicht so erschrecken solltest!“, grinste Skadi dann und spielte auf die Wunde an, die sie für einen kurzen Augenblick für einen Biss gehalten hatte: „Aber genau das würdest du mir dann nur zurückgeben.“
Sie wusste schließlich selbst genug, dass ihre Ablenkungsmission mehr als nur gefährlich gewesen war. Allein nur einmal durch eine Horde zu sprinten, war mehr als nur wahnsinnig und super riskant. Doch Skadi hatte es sogar noch ein zweites Mal gewagt wie eine der lebensgefährlichen und sinnlosen Mutproben, die Teenager sich in ihrem Alter stellten. Nur dass es in diesem Fall um Leben und Tod von anderen ging, die Skadi hatte schützen wollen.
„Wie geht es dem Mann und dem Kind?“, fragte sie dann ihren Mitbewohner, während sie die Pfeile aus den Schädeln der Untoten zog und begutachtete welcher heil genug aussah, dass sie ihn wiederverwenden konnte. Zwei Pfeile musste sie aufgeben, doch die metallene Spitze und das Ende mit den Federn brach sie bei den Pfeilen noch ab, da sie das Material wiederverwenden konnte.
Dann machten die beiden sich wieder auf den Weg zu Vater und Sohn.
@Aerik Kristjanson
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