WILLKOMMEN!
Wir sind ein Walking Dead Forum bestehend seit 2013 – Wir folgen der Storyline aus der TV-Serie bis Negans Fall 2015. Seitdem schreiben wir unsere eigene Geschichte, die allerdings einige Schlüsselmomente aus der Serie mit einbezieht. Wir schreiben in Szenentrennung und geben auch vielen Free-Charakteren ein wundervolles zu Hause. Zudem sind wir eine entspannte Community und verfolgen auch keine Blackliste mehr.
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Heaven’s Paradise Plot
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26.01.26 Das neue Design steht und wir starten mit neuer Energie durch!
09.01.26 Neustart! Das TWD startet mit neuem Team und neuen Ideen!
01.01.26 Frohes neues Jahr!
01.01.26 Frohes neues Jahr!
01.01.26 Frohes neues Jahr!
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Floyd Webber, Scarlet Rainthworth, Daryl Dixon und Duo Maxwell sind die Admins im Forum. Scar und Duo bilden die Front, während sie von Floyd und Daryl im Hintergrund unterstützt werden. Grafik und Design stammt von Daryl Dixon <3
Der Plot um den Angriff auf die Heavens Paradise neigt sich dem Ende.
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THE DEAD DON’T DIE
X

#1

Zimmer 2

07.07.2020 23:25
The Walking Dead Team 3.988 Beiträge
Alter
01
Größe
ganz groß!
Zugehörigkeit
Nomaden / Gruppen
Aufgabe
Admin

zuletzt bearbeitet 23.05.2022 13:56 | nach oben springen

#2

RE: Zimmer 2

21.02.2021 20:47
Nezumi Lian Zhuang 149 Beiträge
Alter
24
Größe
1,83m
Zugehörigkeit
New Oceanside
Aufgabe
Wache

cf: Außenbereich - große Wiese

Unsicher sah Nezumi auf die Hand von Ella, welche auf seiner lag. Wusste sie wirklich, was sie da tat? Der Sklave fühlte sich mehr als nur unsicher. Vor allem, sie hatte vorher gesagt es würde keine Befehle mehr geben. Was meinte sie nur damit? Dies alles verwirrte ihn ungemein! Und jetzt kamen auch noch Fremde dazu und das Wetter schien auch schlechter zu werden. Nicht das es nicht eh schon gefährlicher durch den Schnee wurde, jetzt sollte es wohl auch noch wieder schneien. Zumindest deutete diese Wolken, die sich am Himmel zusammenzogen, ein Wetterumschwung an. Nezumi blieb ruhig, allein weil es Ella blieb und sie ihn mehr oder weniger auch den Befehl gegeben hatte, dass sie nichts taten. So hatte der 19 Jährige ihre Verhalten jetzt gedeutet. Was sollte er auch sonst tun?

Sie wurden hinter die Mauern gebracht und die Insel entpuppte sich als doch ziemlich groß. Es wirkte alles sehr dörflich und altmodisch. Am Ende des Dorfes konnte man eine riesige Burg erkennen, auf welchen die Gruppe zuhielt. Scheinbar lebte hier der Anführer von ihnen. Nezumi behielt seine Umgebung stets im Blick. Man konnte nie wissen, was sie erwartete und er musste doch die Blondhaarige beschützen! Auch wenn eine kleine Stimme immer wieder sagte, dass sie das nicht wollte. Oder dass es keine Befehle mehr gab. Aber das wollte er gar nicht glauben, denn das würde ihn nur noch weiter verwirren.
Sie wurden zu einem jungen Mann gebracht, welcher ziemlich komische Beine hatte. Konnte man so überhaupt laufen? Sicher war sich der Sklave da nicht. So jemand wäre bei ihnen schon längst getötet worden. Wer unnütz war wurde beseitigt. Nicht laufen zu können, bedeutete unnütz zu sein. Dieser Jemand stellte sich als Ivar vor und wollte wissen, wo sie herkamen. Nezumi überlies Ella das Reden, da er nie direkt gefragt wurde. Er war so erzogen worden, dass er nicht einfach so redete. Natürlich lies der Sklave die Hand der Älteren dabei niemals los. Scheinbar hatte sie Sorge, dass er verschwinden konnte. Aber seine Befehle waren klar, er hatte für die Sicherheit der Leute aus der Kolonie zu sorgen. „Ja Herr!“, nickte Nezumi, als Ivar ihn direkt ansprach und meinte, dass sie hier niemanden zu verletzten hatten. Sie durften erst einmal hierbleiben, da man im Winter einen Unterschlupf brauchen konnte. Sie wollte nicht so unmenschlich sein.

Wieder wurden sie woanders hingebracht. Raus aus der Burg und zurück zu dem Dorf. Es war mittlerweile wirklich dunkel geworden und die ersten Schneeflocken fingen an vom Himmel zu fallen. Sie wurden zu einem Gebäude gebracht, welches wohl mal aus Gasthaus diente. Dort gab es Gästezimmer, die auch mit einem Kamin ausgestattet waren. Bei den kalten Temperaturen brauchte man die Wärme.
Es war ein gemütliches Doppelzimmer, in welchem die Betten getrennt standen. Jedes auf einer anderen Seite des Raumes. Zwischen ihnen an der Wand stand ein Kleiderschrank und jedes Bett hatte einen kleinen Nachttisch. Zudem gab es einen kleinen Tisch im Raum, an welchem drei Stühle standen. Eine kleine Kommode rundete das ganze ab. Es wirkte alles sehr mittelalterlich, aber auch angenehm. Vor den Betten lagen Schaffelle, die ziemlich flauschig waren. Nezumi war darüber ziemlich froh, so konnte er doch recht bequem schlafen. Dass er auch in einem der Betten nächtigen könnte, kam dem Sklaven nicht mal in den Sinn. Ihnen wurde noch erklärt, dass sie das Badezimmer auf dem Gang nutzen konnten, dann wurden sie allein gelassen. Natürlich hatte immer jemand das Gasthaus im Blick, aber erst einmal durften sich die beiden Neulinge ausruhen.
Später würden man ihnen noch frische Kleidung bringen und unten im Gasthaus würden sie auch etwas zum Essen finden. Alles in allem nutze man dieses Gebäude wirklich wieder als Gaststätte. Zumindest würden sie erst einmal vor Beißern sicher sein und auch vor dem Wetter, denn der Schnee wurde immer schlimmer.


@Ella Harris
@Ivar O Bryan

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#3

RE: Zimmer 2

21.02.2021 21:49
Ella Harris 534 Beiträge
Alter
27
Größe
1,70
Zugehörigkeit
New Oceanside
Aufgabe
Metbrauer | Imker

Es war seltsam das Ganze hier so intakt zu sehen. Eine Gesellschaft die funktionierte und freundlich zu Fremden war. Das sie durchaus noch freundlicher sein konnten, wussten wir zu der Zeit immerhin noch nicht. Ich hatte ein paar Bedenken das Nezumi sich vielleicht daneben benehmen würde, indem er eben so etwas wie Herr sagte, aber das schien hier zumindest nicht sofort auf Widerwillen zu stoßen. Vielleicht waren sie auch nur so nett weil sie uns nicht zurück in den dichter werdenden Schnee schicken wollten. Wie es auch immer gewesen war, erneut war das Glück auf meiner Seite. Was mich wieder daran erinnerte das ich im Grunde dumm war. Dieser Ort wirkte wie aus einem Traum. Wie konnte es nur sein das es hier so friedlich zuging und hier sogar irgendwie fließendes Wasser war. Als wir unser Zimmer zugeteilt bekamen beschaute ich mir alles wie ein weiteres Weltwunder. "Hast du sowas schönes schon mal gesehen?" Ich konnte mich kaum noch an unser Haus aus meiner Kindheit erinnern, aber so eine richtige Burg kannte ich nicht. Ich fuhr mit den Fingerspitzen über die Steinwände. Es fühlte sich wirklich echt an, das war kein nachgebastelter Abklatsch. Aber dadurch war es auch noch kalt hier. "Weißt du wie man dadrin ein Feuer macht?" Ich deutete auf den Kamin und sah meine Begleitung fragend an. Draußen in der Wildnis hatte ich mich meist auf jede Art von Hilfsmitteln verlassen die ich kriegen konnte. Meistens alte Feuerzeuge oder ähnliches. Hatte ich nichts davon, gab es hin und wieder Sushi. Wenn meine Beute nicht gerade aus einem Vogel bestand. Das ganze Zimmer strahlte so viel Luxus aus, wie ich es noch nie gewohnt war. Durch das verschnörkelte Fenster konnte man den Schnee erkennen, der sich unerbittlich immer höher türmte. Ich schlug das Bett auf und erwischte mich dabei wie ich versuchte mich daran zu erinnern wann ich das letzte Mal in so einem vornehmen Bett geschlafen hatte. Das war vermutlich noch vor dem allen als ich ein kleines Mädchen war. Ich fürchtete nur das ich, sobald ich erst einmal eingeschlafen war, auch schlafen würde wie ein Stein. Es kam mir so surreal vor schlafen zu können ohne Angst zu haben, ohne jedwede Vorkehrungen zu treffen. Vielleicht schlief ich aber auch bereits und träumte das Ganze bloß? Oder ich war längst tot und war doch noch in den Himmel gekommen? Irgendwie klang das schon ziemlich logisch. Und würde total für mich sprechen. "Bleibst du heute bei mir, Nezumi?" Es war ziemlich kindisch von mir, zu erwarten das er schon wieder auf mich aufpassen würde. Aber irgendwas in meinem Kopf sagte mir immer noch das er weg sein könnte, sobald ich auch nur ein Auge schließen würde. Ich klopfte dabei auf die aufgeschlagene Decke im Bett. Das der Junge auch nur ansatzweise schlechte Gedanken hätte haben können, kam mir kein Stück in den Sinn.



@Nezumi Sojiro Yukishiro


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#4

RE: Zimmer 2

23.02.2021 16:50
Nezumi Lian Zhuang 149 Beiträge
Alter
24
Größe
1,83m
Zugehörigkeit
New Oceanside
Aufgabe
Wache

Nezumi hatte sich den Raum, in welchem sie nun untergebracht waren, gut durchgesehen. Nicht das es doch unangenehme Überraschungen geben könnte. Sie waren trotz allem in einer fremden Umgebung. Auch Ella schien sich umzusehen und schien zufrieden zu sein. „Nein.“, antwortete der Sklave, als er etwas gefragt wurde. Tatsächlich war er nur kahle Kellerräume gewohnt. Selbst die Behausungen, welche sie in ihrer Kolonie bei seinem Herrn gehabt hatten, waren nicht so schön gewesen. Vielleicht noch so ein bisschen die Unterkunft, in welche sein Herr Scorpio gelebt hatte. Dort war es zumindest angenehmer gewesen. Aber lange nicht so schön wie hier.
„Ja!“, nickte Nezumi, als er nach dem Kamin gefragt wurde. Sicherlich wäre es auch sinnvoller diesen auch direkt anzuzünden. Das tat der 19 Jährige dann auch. Holz gab es neben dem Kamin in einer Box, welches er nun hineinlegte. Zündhölzer waren ebenfalls dabei und auch Streichhölzer. Man hatte wahrlich an alles gedacht. So kam es, dass auch recht schnell ein Feuer brannte, dass den Raum in flackerndes Licht hüllte und auch wärme spendete. Erfrieren würden sie so auf jedenfall nicht. Bei dem Wetter, welches man durch die Fenster toben sehen konnte, wären sie da draußen nicht lange am Leben geblieben.
Überrascht drehte Nezumi sich zu Ella, als diese ihn bat hier zu bleiben. „So war der Befehl. Sie haben uns in dieses Zimmer zusammengesteckt.“, nickte er, verstand aber nicht, dass sie auch meinte mit in einem Bett. Sein Platz war auf dem Boden, was anderes kam eh nicht in Frage. Er hatte bis jetzt nur in einem Bett gelegen, wenn sein Herr oder andere sich an ihm vergangen haben. An Anfang hatte er noch Angst dabei gehabt, aber mittlerweile war es eben sein Leben und er musste das aushalten. Gefühle hatte er schon lange dabei ab geschalten. Sie brachten ihn eh nur in Schwierigkeiten, weil er dann Probleme hatte zu gehorchen. „Wenn ihr duschen möchtet, passe ich hier auf alles auf.“, erklärte er dann. Das er selber vielleicht auch mal warm duschen sollte, war dem 19 Jährigen egal. Oder eher, unwichtig.

@Ella Harris

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#5

RE: Zimmer 2

24.02.2021 12:08
Ella Harris 534 Beiträge
Alter
27
Größe
1,70
Zugehörigkeit
New Oceanside
Aufgabe
Metbrauer | Imker

Ich beobachtete Nezumi dabei wie er sich um das feuer im Kamin kümmerte. Als hätte er das schön öfter getan. Aber er konnte natürlich sehr viel mehr als ich, das war kein Wunder. Immerhin war es seine Aufgabe gewesen aufzupassen, während ich im Grunde nichts konnte außer die Leute bei Laune zu halten. Was dagegen wohl kaum eine körperlich schwere Aufgabe war. Irgendwie grenzte es an ein Wunder das wir hier in eine Kolonie getappt waren die uns einfach so nach einem minimalen Gespräch erst einmal aufnahm. Hier war es so friedlich und still das ich noch immer nicht glauben konnte das es real war. Das Feuer im Kamin wärmte den Raum sofort spürbar auf. Am liebsten hätte ich das Bett gleich neben den Kamin gestellt. Aber dafür hatte ich wohl weder die Kraft, noch wollte ich das Schloß gleich abfackeln. Und mich möglicherweise gleich dazu. Obwohl es kaum funktionieren würde, wenn es nur ein Traum war. Ich setzte mich auf das Bett und genoß die aufkommende Wärme. Mit Blick aus dem Fenster fühlte es sich heimelig an und weckte Erinnerungen von denen ich nicht wusste ob sie echt waren, oder nur eingebildet weil es so schön war. Trotzdem gluckste ich leicht als Nezumi meine Frage zwar bestätigte, aber wie immer ziemlich rational antwortete. "Hör endlich auf mich zu siezen. Ich bin kein Stück besser als du." Was der Wahrheit entsprach. Vermutlich war ich sogar im Vergleich dazu noch sehr viel weniger wert, wenn ich überhaupt einen Wert hatte. Ich biss mir leicht auf die Unterlippe, schaute dann aber auch sofort in Richtung des Badezimmers. "Duschen?" Wiederholte ich etwas irritiert. Auf den Gedanken wäre ich heute sicher nicht mehr gekommen. Aber es war schon verführerisch sauber und erfrischt in ein Bett zu steigen. Ich wusste nicht mal mehr wann das überhaupt mal passiert war. Sauber vielleicht, aber dann kaum ein anständiges oder sogar eigenes Bett. Beides in Kombination gab es einfach nicht. In meiner Kindheit war das als kleines Mädchen vielleicht irgendwann mal normal gewesen. Nur war das so lange her das ich mich kaum noch daran erinnerte. Vielleicht wollte ich das auch gar nicht. Meine Eltern würden sich schämen wenn sie wüssten was aus mir geworden war. Allerdings ließ mich der Gedanke an eine Dusche schon von ganz alleine aufstehen. "Du musst hier nicht aufpassen. Was soll denn passieren?" Ich schlüpfte aus den kaputten Schuhen und schälte mich aus der leicht ausgefransten Jacke. Meine Klamotten waren ohnehin mehr oder weniger durchweicht, also war es ohne auch nicht viel kälter. Ich zog mir einen Hocker heran und platzierte ihn mit etwas Abstand vor dem Kamin. Daneben stellte ich meine Schuhe. Der Gedanke morgen trockene und warme Kleidung anziehen zu können war schon sehr verführerisch. So sehr, das ich beschloss einfach alles zum Trocknen vor den Kamin zu hängen. Also zog ich auch meine Hose einfach aus, gefolgt von dem Pullover der immer noch kleine Löcher am Rücken hatte. Irgendwie störte es mich nicht das Nezumi hier war, zumal ich immer noch Unterwäsche trug. Ich konnte nicht erklären wieso es mir bei ihm nichts ausmachte. Auch wenn ich sonst vermutlich Tausend Komplexe hatte und mich in gewissen Situationen schämte. Doch Nezumi gehörte eindeutig nicht zu der Gruppe Mensch. Vielleicht waren wir uns ähnlicher als gedacht. Ich tapste in das Bad und war einen Moment überwältigt. Alles wirkte immer noch irgendwie alt und antik, aber dazwischen waren auch eindeutig moderne Elemente, wie Wasserhähne, Waschbecken, Dusche und selbst eine Toilette die aussah als würde sie funktionieren. Ich betätigte den Hahn der Dusche und seufzte als warmes Wasser über meine Arme lief. Obwohl es mir sofort eine dicke Gänsehaut bescherte. "Nezumi!" Es war wie Weihnachten und Ostern und sämtliche Feiertage zusammen. "Hier ist eine Badewanne!" Sie stand in der Ecke und war mit Natursteinen verkachelt. Genau die selben Steine wie die Wände, daher war es mir nicht sofort aufgefallen. Ich sollte mich kindisch fühlen weil ich mich über ein simples Badezimmer so sehr freute, aber diesen positiven Aspekt wollte ich mir nicht nehmen lassen. Jetzt jedenfalls noch nicht.



@Nezumi Sojiro Yukishiro


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#6

RE: Zimmer 2

01.03.2021 22:44
Nezumi Lian Zhuang 149 Beiträge
Alter
24
Größe
1,83m
Zugehörigkeit
New Oceanside
Aufgabe
Wache

Überrascht sah Nezumi zu Ella, als diese das Siezen ansprach. Hatte er sie früher nicht sogar mal anders angesprochen? So wirklich konnte er sich da nicht mehr dran erinnern. Es gab sicherlich mal eine Zeit, da hatte er das gemacht. Aber sowas wurde ihm schnell ausgetrieben. Natürlich musste er nur höhergestellte siezen, was eigentlich bei fast allen war. Und weil er an Anfang da Probleme hatte es auseinander zu halten, hatte er einfach alles und jeden gesiezt. Es hatte seine Bestrafungsrate gesenkt und so war das auch einfach geblieben. „Bitte verzeiht, aber so ist es einfacher für mich.“, gab es deswegen zurück und verneigte sich leicht vor der Blondhaarigen. Sie waren tatsächlich früher fast gleichgestellte gewesen. Dunkel konnte er sich da an etwas erinnern. Die meisten Sachen verdrängte er wieder, wenn sie sein tadelloses Benehmen beeinträchtigen könnten. Denn wenn er Fehler machte, dann wurde er bestraft und das wollte er vermeiden.
Der Sklave nickte. Ja, sie konnte hier duschen und sich richtig reinigen. Nezumi würde das später sicherlich auch machen, wenn er durfte. Aber das wurde ihm öfter erlaubt. Denn immerhin sollte er nicht stinken und da die anderen ihn auch für intime Sachen nutzen, wollten die sich nicht unnötig beschmutzen. Gerade bei Herrn Scorpio hatte er es sauberer gehabt. Als Ella anfing sich langsam auch zu ziehen, kümmerte der 19 Jährige sich um ihr Hab und Gut. Er kontrollierte, ob alles soweit da war und was sie noch bräuchten, wenn sie weiter wollten. Dass sie wieder zurück nach Hause mussten, stand für ihn fest. Es störte ihn absolut nicht, dass die Ältere nur in Unterwäsche bekleidet im Raum stand. Er hatte kein Blick für so etwas. Warum auch? Gucken durfte er nicht. Liebe kannte er nicht. Sowas wie Erregung, oder dass ein Anblick so sein konnte, kannte er ebenfalls nicht. Er kannte nur Sex und der war weder schön noch erregend.
Ella war ins Bad verschwunden und Nezumi hatte die Klamotten entgegengenommen, welche gebracht worden waren. Selbst saubere Unterwäsche war dabei. In dem Moment, als die Blondhaarige auch schon den Namen ihres Retters rief, war dieser auch schon auf dem Weg zum Waschraum. „Ihr könnt auch Baden.“, nickte der Sklave. „Ich habe auch sauberer Wäsche für euch.“, zeigte er auf diese, welche er auf einer Ablage legte. Das sie Ältere begeistert war, konnte man ihr richtig ansehen. Doch der Junge hatte dafür keinen Blick. Es war ein Raum in welchem man sich waschen konnte, mehr und nicht weniger. Er war eben leider vollkommen anders.

@Ella Harris

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#7

RE: Zimmer 2

07.03.2021 13:25
Ella Harris 534 Beiträge
Alter
27
Größe
1,70
Zugehörigkeit
New Oceanside
Aufgabe
Metbrauer | Imker

Ich seufzte weil Nezumi nicht einsehen wollte das er genau so gut war wie ich. Wenn nicht sogar ein besserer Mensch als meine Wenigkeit. Im Moment hatten wir zwar das selbe Ziel und uns war vermutlich auch egal wie wir es erreichten, aber dennoch ließ ich die kleinen Dinge, die das Leben kurzfristig schöner machten, nicht an mir vorbeiziehen. Was hatte ich auch sonst? Vielleicht hätte ich ihn wieder berichtigen sollen damit er es irgendwann lernte, oder sich zumindest traute, allerdings wollte ich Nezumi nicht noch mehr Unbehagen bereiten als ohnehin schon. Wenn er sich so wohler fühlte, dann musste ich das eben akzeptieren. Schön war das Leben ohnehin nicht mehr, wieso sich also künstlich anstrengen? Natürlich war ich irgendwo trotz allem froh das wir uns über den Weg gelaufen waren, aber ich stand nach wie vor mit mir selbst in Zwietracht. Ich wollte nach Hause und das alles wieder so war wie zuvor auch. Und ich war mir sicher das der junge Mann das auch so sah. Es war nur schwierig wieder an diesen Punkt zurück zu gelangen. Ein kleiner Teil von mir wehrte sich dagegen und sagte mir das es grundlegend falsch war das alles wieder haben zu wollen. Jedoch war der andere Teil, der das alles zurückhaben wollte, noch wesentlich stärker. Immerhin war ich dort sehr viele Jahre sicher gewesen und hatte ein doch ziemlich gutes Leben, wie ich fand. Außenstehende würden das wohl kaum verstehen. Auch in unserer Kolonie gab es immer wieder Menschen die dagegen rebellierten. Ich lächelte leicht bei Nezumis Worten und ließ meinen Blick auf die Wäsche fallen. Saubere Sachen waren mir nicht fremd, nur waren die letzten zwei Jahre das genaue Gegenteil von dem gewesen. Leicht abwesend stellte ich das Wasser in der Dusche an und schluchzte leise und gekniffen als das warme Wasser meinen Arm berührte. Dann atmete ich tief durch und drehte Nezumi unbewusst den Rücken zu, als ich den Rest meiner Sachen auszog die sich schon voll Wasser gesogen hatten. "Geh du in die Badewanne...." Bat ich ihn leise und hoffte das ich mein schlechtes Gewissen damit etwas erleichtern konnte. Auch wenn ich wusste das es derzeit unmöglich war. Angebrachtes Schamgefühl hatte ich nicht wirklich. Mir war nicht bewusst ob Nezumi mich schon mal nackt gesehen hatte, nur war es mir in dem Moment egal gewesen. Nie im Leben hätte ich auch nur eine Sekunde daran gedacht das eine simple warme Dusche so verdammt gut tun konnte. Also schloss ich die Augen und legte den Kopf in den Nacken. Es tat wahrlich gut und ich bildete mir ein das ich gleich besser atmen konnte, auch wenn das purer Unsinn war. Jeder von uns hatte seine Narben. Der eine mehr, der andere weniger. Ich hatte wohl Glück das ich nur wenige hatte. Zwar große aber immerhin nur wenige und welche die ich sonst gut verstecken konnte. Meinen Rücken sah man wegen meiner Haare nicht wirklich viel und ich hatte noch niemanden getroffen der vor einer Narbe am Unterbauch zurückgeschreckt war. Mein ständiger innerer Konflikt störte mich da sehr viel mehr.



@Nezumi Sojiro Yukishiro


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#8

RE: Zimmer 2

15.03.2021 20:03
Nezumi Lian Zhuang 149 Beiträge
Alter
24
Größe
1,83m
Zugehörigkeit
New Oceanside
Aufgabe
Wache

„Seid ihr verletzt?“, fragte Nezumi, als er untypische Geräusche aus der Dusche hörte. Wenn Ella verletzt wäre, dann würde sich natürlich selbstverständlich um ihre Wunden kümmern. Die Grundversorgung war ihm beigebracht worden. Sprich einen Verband machen, Wunde reinigen, solche Kleinigkeiten eben. Zudem, dass würden aber wohl nur wenige bis niemand wissen, konnte er sich selbst seine Knochen einrenken. Wenn einer der Herrn nicht zimperlich war, dann kam es auch schon einmal zu so etwas. Deswegen hatte der Junge es wohl lernen müssen. Denn nicht immer wurde er dann auch versorgt. Eigentlich wusste keiner was der Sklave alles erleiden musste. Auf jeden fall war er sich selbst nicht bewusst, wie grausam das meiste gewesen war. Das jetzt aber ein ganz neues Leben für sie beiden beginnen sollte, dass wussten sie noch nicht.
Während die Blondhaarige nun unter der Dusche stand zog sich Nezumi tatsächlich selbst aus. Sich reinigen war keine schlechte Idee. Erst wusch er seine und auch die Sachen von Ella. Es machte absolut nichts aus, dass er die ganze Zeit nackt hier stand. Man konnte alle seine Narben sehen. Arme, Beine, Rücken, Bauch, Brust, es hab fast keine Stelle die frei war. An seinen Hüften konnte man deutlich beide Brandmale erkennen. Frances seines rechts und das von seinem zweiten Besitzer links. Schämen tat er sich nicht dafür, sowas kannte er nicht. Erst als die Kleidung zum trocknen hing, kletterte der 19 Jährige in die Badewanne. Es tat gut sich auch mal warmen Wasser zu waschen. Kurz sah er sich um, dann nahm er sich schnell was von der Seife. Es war im eigentlich nicht erlaubt worden, aber gerade war keiner hier. Sauber steig er aus der Wanne und trocknete sich ab. Saubere Wäsche hatte nicht, deswegen band er sich das Handtuch im die Hüfte. „Seid ihr auch fertig?", fragte er Ella und hielt für diese schon ein Handtuch bereit. Warum er so führsorglich mit ihr war? Sowas kannte er nicht. Er war es gewohnt seinem Herrn vollkommen dienlich zu sein und das bedeute auch sie zu bedienen. War das der einzige Grund, warum er das bei Ella machte? Da war er sich nicht so sicher, wenn er ehrlich zu sich selbst war. Aber es fühlte sich angenehm an, wenn er ihr helfen konnte.

@Ella Harris

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#9

RE: Zimmer 2

15.03.2021 20:49
Ella Harris 534 Beiträge
Alter
27
Größe
1,70
Zugehörigkeit
New Oceanside
Aufgabe
Metbrauer | Imker

Ich schmunzelte automatisch als Nezumi nachfragte ob ich verletzt war. "Mir geht es gut." Er sollte und brauchte mich nicht so zu behandeln, keinesfalls. Das schürte nur mein schlechtes Gewissen. Trotzdem hätte ich zugeben müssen das, falls man mich das je fragen würde, das es mir durchaus gefiel. Tatsächlich war es schön selbst einmal so umsorgt zu werden, wie man es zuvor jahrelang bei anderen getan hatte. Auch wenn ich es überhaupt nicht verdient hatte. Nur gut das man unter der Dusche meine Tränen nicht bemerken konnte. Gerade hatte ich mir das Gesicht anständig gewaschen als ich hörte wie der Junge sich um unsere Kleidung kümmerte. Das war ziemlich schlau. So würden wir uns morgen sicher auch noch gut fühlen und nicht nur kurzfristig unter der Dusche. Danach schäumte ich meine Haare ein und hörte es im Hintergrund platschen. So unauffällig wie möglich blickte ich über meine Schulter und grinste zufrieden als Nezumi tatsächlich in die Badewanne gestiegen war. Das würde ihm sicher genau so gut tun wie mir. Das Wasser am Boden der Dusche wurde dreckig und braun in die Abwasserrohre abgeleitet und hinterließ ein Blond an mir, das ich seit Wochen nicht mehr zu Gesicht bekommen hatte. Es tat der Haut ebenso gut und ich schrubbte mich mit dem selben Stück Seife ab, das ich zuvor über meinen Kopf gerubbelt hatte. Die kleinen Fältchen schienen zu verschwinden als der ganze Dreck abgewaschen wurde. Große und kleine Macken wirkten weniger schlimm und bedrohlich. Für meinen Geschmack war diese Dusch viel zu kurz geraten. Aber ich kam nicht umhin festzustellen, dass das Wasser doch langsam wieder kühler wurde. Ich schreckte leicht auf als Nezumi meine Gedanken unterbrach um zu fragen ob ich ebenfalls fertig war. Damit hatte ich einfach nicht gerechnet. "Ja, das Wasser ist kalt geworden." Damit stellte ich es auch direkt ab. "Du brauchst mich nicht zu bedienen, das weißt du?" Ich wollte Nezumi eigentlich ernst und mahnend ansehen, aber mein Blick sagte wohl eher das genaue Gegenteil aus. Ich nahm ihm das Handtuch ab. "Danke." Und wickelte mich darin ein. Es war verrückt, selbst so ein altes Handtuch fühlte sich auf der Haut weich und flauschig an. Ich war mehr und mehr davon überzeugt das es nur ein Traum sein konnte. Ein etwas bizarrer, aber ohne jeden Zweifel ein Traum. Kurz quetschte ich das überschüssige Wasser aus den langen Haaren und fing dann an mich auf dem Weg zu den sauberen Sachen abzurubbeln. Der Winter war noch nicht ganz vorüber und das merkte man besonders bei nasser Haut. Es fröstelte mir sofort und eine Gänsehaut breitete sich von den nackten Schultern über den ganzen Körper aus.


@Nezumi Sojiro Yukishiro

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#10

RE: Zimmer 2

17.03.2021 14:55
Nezumi Lian Zhuang 149 Beiträge
Alter
24
Größe
1,83m
Zugehörigkeit
New Oceanside
Aufgabe
Wache

Auch Nezumi hatte sich den Dreck endlich einmal gründlich abwaschen können und man sah wieder saubere Haut. Ob er sich dadurch jetzt wohler fühlte? So genau konnte das der Junge nicht mal beantworten. Sicherlich würde sich jeder andere besser fühlen, aber da man ihm seine Gefühle ausgetrieben hatte, war das bei dem Sklaven nicht klar zu benennen. Zumal, ausgetrieben war da wohl auch nicht das richtige Wort. Er hatte eher in den Jahren seiner Erziehung gelernt diese ganz tief zu vergraben und nicht mehr zu beachten. Sie brachten ihm nur Kummer, Schmerz und neue Strafen. Deswegen achtete er absolut nicht mehr auf diese.
Er nickte, als Ella sich bedankte und das Handtuch nach. Das eine nackte Frau vor ihm stand, lies ihn ebenfalls kalt. Wenn sich andere an ihm vergangen haben, hatte eh niemand darauf geachtet, ob er erregt war. Wenn er der aktive Part bei anderen sein sollte, hatte sich das immer als ziemlich schwer bei ihm gestalten. Er kannte diese positiven Gefühle einfach nicht, die man beim Sex haben konnte. Auch wenn er es selbst nicht verstanden hatte, hatte sein Körper irgendwann von allein reagiert. Deswegen ließ ihm aber auch vieles kalt, was andere vielleicht als erregend empfunden hätten.
Da sein Handtuch nur um die Hüften gewickelt war, konnte man gut seine Narben sehen. Er würde sich dann im Zimmer umziehen, da er seine saubere Wäsche dort gelassen hatte. Überall waren Narben von Peitsche, Brandnarben von Zigaretten und Eisenstäben. Aber auch Schnitte und tiefere Wunden waren dabei. Alles in allem war es wohl kein schöner Anblick. Aber damit konnte Nezumi durchaus leben. Er kannte es ja auch nicht anders.
Sie liefen zurück ins Zimmer, nachdem Ella sich angezogen hatten. Dort angekommen schlüpfte auch der ehemalige Sklave in seine neuen Sachen und brachte sein Handtuch zurück ins Badezimmer. Ordnung hatte er schon immer halten müssen, das war ihm in Fleisch und Blut übergangen. „Soll ich euch was zu essen besorgen?“, bot er dann Ella an. Das er selbst auch was essen konnte, überging er, weil es für ihn nicht wichtig war. Vielleicht konnte er in der Küche eine Scheibe trockenes Brot bekommen. Das würde eine kleine Weile reichen.

@Ella Harris

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#11

RE: Zimmer 2

19.03.2021 12:22
Ella Harris 534 Beiträge
Alter
27
Größe
1,70
Zugehörigkeit
New Oceanside
Aufgabe
Metbrauer | Imker

"Du bist ein lieber Junge." Leicht und ganz kurz tätschelte ich dabei seine Wange. Er war viel zu lieb. Und wesentlich netter als ich es verdient hätte. Ob er mir den Rücken kehren würde, wenn er wüsste das ich einfach abgehauen war? Ich wusste es nicht und hatte ziemliche Angst vor der Wahrheit. Ich wurde nicht als kleines Kind zu den Händlern, wie manche sie nannten, gebracht. Als Teenager sah man die Welt schon ganz anders, aber es war auch noch nicht zu spät das Verhalten ändern zu können. Das hatte ich am eigenen Leib erfahren. Und ich hatte genau so Strafen erdulden müssen wie viele Andere auch. Nur ging ich anders damit um. Ich trocknete mich auf dem Weg zu den sauberen Sachen ab, während ich dabei meinen Gedanken nach hing. Ich konnte nicht einmal sagen wieso ich das alles nicht mehr als schlimm empfand. Ich konnte nicht mal sagen seit wann es so gewesen war. Ich konnte nur sagen das ich im Gegensatz zu Nezumi irgendwo noch all das in meinem Kopf versteckte. Nur war es jetzt eben nicht mehr schlimm. Im Gegenteil, es brachte mich dazu Heimweh zu bekommen und das wiederum führte dazu das ich mich schlecht fühlte und mal wieder den Tränen nahe war. Ein Schluchzen trat über meine Lippen und ich versuchte es so gut es ging mit einem gekünstelten Husten zu überspielen. Ein paar Wassertropfen kullerten über meinen Rücken als ich das Handtuch zur Seite legte um in die trockene Kleidung zu schlüpfen. Das dauerte nicht sehr lang und schon kümmerte sich Nezumi auch schon um die nassen Handtücher. Ich sollte mich wie eine Prinzessin fühlen, weil ich in einem Schloss übernachtete und einen Jungen an meiner Seite der mich von vorn bis hinten bediente. Aber die Narben des schmalen Asiaten zu sehen brachte mir nur noch mehr Kummer ein. Für ihn war es sicherlich schlimm das alles ertragen zu müssen und dann auch noch gezwungen zu sein damit zu leben. Aber für mich war all das, was ihn äußerlich weniger hübsch erscheinen ließ, wie ein Schlag in die Magengrube um mich daran zu erinnern wie schändlich ich gehandelt hatte. Selbst wenn ich nichts hätte ändern können, hätte ich bleiben müssen um meinen minimalen Wert zu zeigen. Das hatte ich aber nicht. Ein Mal in meinem Leben war ich einem halbwegs gesunden Rat meiner selbst gefolgt und tat genau das was ich nicht tun sollte. Und jetzt war es zu spät. Ich wischte schnell die Tränen aus meinen Augenwinkeln und atmete tief durch. "Hol dir nur was. Achte gar nicht auf mich." Ich hatte es schlichtweg nicht verdient etwas zu essen zu bekommen. Was nicht bedeutete das ich verhungern wollte. Nezumi und ich waren nun schon etwas unterwegs gewesen und seine Anwesenheit hatte mein aufkommendes Selbstbewusstsein gleich wieder zurück in seine Schranken gewiesen. Für mich war es ganz normal gewesen mir ständig selbst zu widersprechen und Dinge zu tun, von denen ich mich zuvor abgewandt hatte. Langsam aber sicher schaffte Nezumi es mir mein altes Verhalten Stück für Stück wiederzugeben. Was mich vor dem Kamin in die Knie gehen ließ. Ich ließ mich auf meine Fersen nieder und starrte einen Moment zu lange in die heißen Flammen. Ob ich zu den Anderen ins nächste Leben kam wenn ich mich jetzt mit dem Feuer zu ihnen katapultierte? "Nezumi, hol bitte etwas zu Essen für dich aus der Küche." wenn er nicht hier war, konnte er mich auch nicht aufhalten. Falls er das überhaupt tat. Ich war mir nicht sicher inwiefern sein Schutz ausgerichtet war. Er sagte er würde mich vor anderen beschützen. Aber galt das auch für mich selbst? Ich griff nach einem brennenden Ast als ich alleine war, besah ihn mir kurz und empfand das Feuer darauf als durchaus reinigend. Also drückte ich den Ast auf die Innenseite meines Unterarms, in der Hoffnung die schwächste Stelle erwischt zu haben. Es brannte schlimmer als ein Schnitt und heißer als die Sonne über unseren Köpfen während des Tages. Es war befreiend, trotzdem schaffte ich es nicht vollkommen still zu bleiben. Ich war wohl einfach zu zart besaitet um alle Schreie zu unterdrücken. Aber vielleicht war Nezumi schon weit genug weg und würde nicht unternehmen.


@Nezumi Sojiro Yukishiro

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#12

RE: Zimmer 2

20.03.2021 20:38
Nezumi Lian Zhuang 149 Beiträge
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Nezumi blieb still stehen, als Ella ihm ihr Hand auf seine Wange legte. Innerlich war er allerdings doch ein bisschen angespannt. Hatte er was falsch gemacht? Würde er jetzt bestraft werden? Nicht nur einmal hatte er Ohrfeigen bekommen. Von der Blondhaarigen nun noch nicht, aber vielleicht hatte er was ganz Schlimmes gemacht? Aber es folgte kein Schmerz. Tatsächlich war es ein angenehmes Gefühl. Es gab nicht viele Moment, wo jemand zärtlich oder liebevoll zu ihm war. Er kannte nur Schmerzen und Gewalt. Ihr Leben war eben nicht einfach gewesen.
In ihrem Zimmer, als sie beiden trocken und in Sauberen Klamotten stecken, kehrte ein Moment ruhe ein. Sie hatten beide viel durch gemacht und es tat gut, dass sie auch einmal durchatmen konnten. Wenn Nezumi die Gedanken der etwas Älteren hören würde, wäre er sicherlich mehr als nur verwirrt. Was Ella alles dachte, konnte jeden ziemlich verwirren. Der 19 Jährige selbst dachte tatsächlich kaum nach. Er stand still da und machte nichts. Sagte nichts, redete nicht wirklich und hing auch nicht seinen Gedanken nach. Früher, wo er noch klein war, hatte er das noch gemacht. Aber da lief er dann auch Gefahr, dass er nicht aufpasste, wenn jemand etwas von ihm wollte. So verlor er auch dazu den Bezug. Es war eben vieles einfacher, wenn man alles abstellte, was einem nur Bestrafungen brachte.
Ella durchbrach die Stille, als sie ihm auftrug sich etwas zu essen zu holen. „Jawohl!“, meinte er und verlies den Raum. Mit klaren Befehlen konnte er einfach am besten etwas anfangen. In der Küche traf er eine nette Dame an, welche ihm im Essen versorgte. Es hab Brote, frischen Käse, geräucherte Schinken, selbstgemachte Butter und zwei große Krüge mit etwas alkoholfreiem zum trinken. Das alles wurde ordentlich auf ein Tablett gestellt. Auch wenn die Blondhaarige es nicht gesagt hatte, so war auch genug Essen für sie beide dabei. Mit dem Tablett lief Nezumi zurück zu ihrem zugewiesenen Zimmer, als er auf den Flur schon den Schrei hörte.
Sofort wurde das Tablett auf den Boden gestellt und der Junge lief ins Zimmer. Dort saß Ella vor dem Kamin und hatte sich scheinbar einen Brennenden Ast auf den Arm gedrückt. Der ehemalige Sklave wusste nur zu gut, wie weh das tun konnte. „Ihr müsst das kühlen!“, kam es von ihm und schon hatte er Ella am Arm hoch gezogen. Er musste ihr helfen, dass stand an erster Stelle. Das Essen würde nicht kalt werden können, als sie an dem Tablett vorbei liefen, zurück ins Badezimmer. Schnell war das kalte Wasser aufgedreht und der Arm unter diesem. Nezumi ließ dabei nicht einmal locker. Es war nun nicht wirklich seine Art. Lag es vielleicht daran, dass er sich Sorgen um die Blondhaarige machte? Sie waren noch nicht lange zusammen unterwegs, aber er fühlte sich wohl bei ihr.
Nach einem Moment des kühlens, nahm der Junge den Arm unter dem Wasser hervor und tupfte ganz sanft mit einem Handtuch über die Brandwunde, um sich einen Überblick zu verschaffen. Auf den ersten Blick sah es nicht so schlimm aus, wie der Schrei es vermuten lassen hatte. „Soll ich euch zum Arzt bringen?“, bot er auch sofort an. Vielleicht hatten sie Brandsalbe oder ähnliches. Zudem konnte es dort verbunden werden, wenn Ella dies wünschte. So schlimm da die Wunde aber in Nezumis Augen nicht aus. Lag vielleicht aber auch daran, dass er schlimmere kannte.

@Ella Harris

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#13

RE: Zimmer 2

20.03.2021 21:48
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Meine Gedanken waren wieder einmal widersprüchlich zu dem was ich wollte. In guter Form und zur besten Zeit des Tages wollte ich leben und das auch genieße können. Nur kam da mein schlechtes Gewissen zum Vorschein und drückte gleich auf meine Stimmung. Sagte mir das ich es als Feigling nicht verdient hatte und längst tot war, es nur noch nicht wahr haben wollte. Vielleicht war Schlaf für mich deshalb wichtig? Weil mein Kopf während der paar Stunden an nichts dachte und sich auch keine Sorgen machte. Träume kamen ab und an dazu. In den Anfangszeiten als ich alleine unterwegs war, waren da sehr viele. Jetzt waren es nur noch vereinzelte. Und die empfand ich auch nicht als schlimm, sonder eher als schön. Wer würde sich nicht freuen von einem Ort zu träumen an dem man sich sicher fühlte? Vermutlich niemand. Ich blickte kurz zur Tür während ich die Zähne zusammenbiss. Für Nezumi lief es wohl besser. Er hatte keinen Herren mehr und war trotzdem noch da, auch wenn er sich sicher auch mal unwohl fühlte. Aber er entwickelte sich bereits jetzt schon weiter, auch wenn es ihm selbst nicht auffiel. Er sollte für sich etwas zu Essen holen und brachte mir ungefragt etwas mit. Ich hatte ihm nichts befohlen und doch hatte er gehandelt und sogar weitergedacht. Der anfängliche Schmerz breitete sich langsam aber sicher in meinem Arm aus und ich fühlte mich befreiter. Zumindest bildete ich mir das ein. Zwar konnte ich nicht alle Geräusche unterdrücken, aber das konnte ich leider auch nicht mehr ändern. Gerade rollte ich den Ast weiter nach oben Richtung Ellbogenbeuge, als Nezumi auch schon wieder im Zimmer stand. Ich hatte nicht damit gerechnet das er so schnell wieder hier sein würde. Und vielleicht hatte ich gehofft das er sich nicht einmischen und mich einfach machen lassen würde. Stattdessen griff er nach meinem Arm und zog mich auf die Beine. "Nezumi....." Aber er ließ nicht locker, zog mich sogar mit Nachdruck ins Badezimmer und hielt die angesenkte Stelle unter das kalte Wasser. Ich jankte und versucht mich aus seinem Griff zu befreien. "Was soll das?" Nuschelte ich ihm zu und gab es schließlich auf mich wehren zu wollen. Da hatte ich doch keine Chance. Der Junge sah zwar schmal und etwas schwächlich aus, hatte aber unerwartet viel Kraft. Mein Arm konnte sich aus seinem Griff nicht befreien. Leise seufzte ich. Natürlich tat es gut die verbrannte Stelle unter kaltes Wasser zu halten und vermutlich kam er schnell genug um zu verhindern das es sich großartig entzünden würde. Darauf war ich auch irgendwie nicht aus gewesen. Das tat ich nicht um den Jungen zu ärgern oder ähnliches, das war einfach für mich gewesen. Jedoch war ich wohl eine ziemliche Zumutung für den Asiaten. Noch einmal verzog ich leicht das Gesicht als er den Arm trocken tupfte um sich den Schaden anzusehen. Leise zischte ich dabei, schüttelte aber auch den Kopf. "Nein...." Ich wollte nicht zu einem Arzt. Falls es so etwas hier überhaupt gab. "Hier gibt es sicher keinen Arzt. Das muss sich keiner ansehen." Der Ruß war abgewaschen und das kalte Wasser hatte auf meiner Haut eine Gänsehaut hinterlassen. Es sah beinahe so aus als hätte ich mir einen glühenden Armreifen um den Arm gelegt. Das kalte Wasser war etwas betäubend und ließ die Verbrennung unscheinbar aussehen. Sicherlich wäre das in ein paar Wochen wieder verheilt. "Ich habe deine Fürsorge nicht verdient..." Das hatte ich auch nicht. Er hatte mich auf der Straße gerettet vor zahlreichen Wesen und darüber hinaus hatte er mich über die Brücke getragen. Jetzt hatte er mir wieder geholfen. So viel Zuwendung war ich wahrlich nicht gewohnt. Nicht dieser Art. "Ich will wieder nach Hause..." Nuschelte ich weiter für mich und richtete mich wieder auf. Aber nach wie vor stellte sich mir die Frage wie ich zu einem Ort kommen konnte, den es nicht mehr gab? Hieß es nicht, dass die Seelen der Auserwählten in ihr Paradies aufsteigen würden? Ich stürmte zum Fenster und riss es sofort auf. Noch näher konnte ich meinem Paradies wohl nicht sein. Allerdings brauchte es nur einen kurzen Blick aus dem Fenster und meine Füße konnten den Rest meines Körpers nicht mehr tragen. Augenblicklich sackte ich zusammen und holte mir an der felsartigen Wand wohl mehr Schrammen als auf der gesamten Flucht der letzten Tage. Aus Reflex wollte ich mich zwar festhalten, brach mir aber eher die Fingernägel ab als wirklichen Halt zu bekommen. Und schon lag ich wieder eingerollt in der Haltung die ich schon als Teenager für mich entdeckt hatte, wenn mir irgendetwas zusetzte. Die Höhenangst war erst nach meiner Flucht so wirklich aufgetreten und zu einem Problem geworden. Besonders hier hatte mich der Anblick der tiefliegenden Wiesen zum Zittern gebracht. "Wie hältst du das nur aus?" Fragte ich Nezumi schluchzend, den Kopf tief an mich gezogen.


@Nezumi Sojiro Yukishiro

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#14

RE: Zimmer 2

23.03.2021 15:16
Nezumi Lian Zhuang 149 Beiträge
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Nezumi ließ sich nicht davon beirren, dass Ella scheinbar keine Hilfe wollte. Er hatte ihr zu helfen und damit war das Thema für den ehemaligen Sklaven erledigt! Ein bisschen trieb ihn auch sein Innerstes dazu, auch wenn er es nicht wirklich verstand. Oder eher, es nicht sehen wollte. Er mochte Ella, auch wenn er das noch nicht sah. Sie war eine Freundin und so jemand sollte einfach keine Schmerzen haben. Erst recht nicht solche, die er kannte und wusste, wie weh es tun konnte. Aber noch waren es wohl eher intuitive Handlungen als wirklich bewusste. Aber es zeigte, dass noch nicht alles verloren war und es vielleicht Hoffnung gab, dass auch Nezumi auch wieder so etwas wie ein Mensch werden konnte und nicht nur ein Sklave. Aber das würde noch seine Zeit brauchen.
Jetzt galt es erst einmal sich um die Blondhaarige zu kümmern. Mit einem doch etwas skeptischeren Blick, sah Nezumi sie an. Sicherlich wird es hier auch einen Arzt geben. Alle Kolonien hatte dies. Das war in dieser Welt überlebenswichtig. Aber zwingen konnte er sich auch nicht. „Wie ihr wünscht, kein Arzt.“, meinte er daher. Er wusste ja, wie er die Brandwunde erst einmal versorgen musste, dass würde reichen. Zumal sie auch nicht allzu schlimm aussah. Er war gerade dabei eins der Handtücher in Streifen zu reißen, als Ella sprach. „Wieso nicht?“, kam es automatisch von ihm. Warum sollte er sich nicht um sie kümmern? Sie gehörte zu ihm und es war seine Aufgabe! Auch wenn eine kleine Stimme in ihm sagte, dass es noch einen anderen Grund gab. Bei ihrer nächsten Aussage hätte er ihr fast zugestimmt, doch etwas hielt ihn zurück. Ja, auch er wollte wieder nach Hause, oder? Vielleicht, nur ganz vielleicht, war es hier doch irgendwie besser, oder nicht?
Doch bevor Nezumi weiter machen konnte, was Ella aufgesprungen und rannte zu einem der Fenster. Sie riss es auf und sofort kam Schnee, Wind und Eiseskälte hinein. Was hatte die Blondhaarige jetzt vor?! Die Gedanken von dem ehemaligen Sklaven kamen gar nicht dazu das alles zu verarbeiten, da lag die junge Frau auch schon zusammen gerollt auf dem Boden. Noch immer kam Schnee und kalte Luft durch das offene Fenster, welches Nezumi schloss. Er holte den nassen Handtuchstreifen und kniete dich neben Ella. „Was meint ihr?“, fragte er, während er sanft ihren Arm nahm und die Brandwunde verband. So wirklich verstehen tat er sich tatsächlich nicht. Flutgedanken, oder überhaupt selbst für sich zu denken hatte er schon als Kind abgelegt. Es brachte nichts außer Probleme und Schmerzen. Aber er wollte zumindest der Blonden irgendwie helfen, warum auch immer. Vielleicht konnte er das ja, wenn er sie verstand?

@Ella Harris

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#15

RE: Zimmer 2

27.03.2021 12:26
Ella Harris 534 Beiträge
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Die Schmach das ich so schwach war, schmerzte mehr als die verbrannte Haut an meinem Arm. Ich hatte mich nicht einmal überwinden können einfach aus dem Fenster zu springen. Hätte ich es wirklich gewollt, hätte ich es doch sicherlich auch getan. Stattdessen kauerte ich hier auf dem Boden und ließ mir von Nezumi den Arm verbinden. Es brannte, kühlte gleichzeitig aber auch. Und wieder konnte ich nicht verhindern zu weinen. In den letzten Zwei Jahren hatte ich gefühlt nichts anderes getan. Weglaufen, heulen, verstecken, heulen, irgendwas essbares suchen, heulen. Und das Ganze nochmal von vorne. In den Monaten war ich nicht sehr vielen Menschen begegnet und die, die meinen Weg kreuzten, hatten mir selten gut getan. Auch wenn es da Ausnahmen gab. Alicia war freundlich zu mir, auch wenn ich sie zuerst ausrauben wollte. Und dann brachte auch sie mich zum heulen. Ich war es wohl einfach nicht mehr gewohnt. Isolation machte wohl nachweislich verrückt. "Danke.." Nuschelte ich vor mich her. Es sah aus als hatte er sowas schon öfter gemacht. Was wohl auch so war, wenn ich an die Narben auf seiner Haut dachte. Frances war nicht nett zu ihm, genau so wenig wie zu mir oder zu sonst wem. Trotzdem hatte er uns allen ein sicheres zu Hause gegeben, und den Glauben das alles wieder besser werden konnte, wenn wir ihn nur unterstützten. Irgendwann glaubte wohl auch ich daran, auch wenn er jetzt tot war. Vielleicht gehörte auch das wieder zu seinen Plänen? Er schaute uns aus dem Paradies zu und nahm uns in Empfang wenn wir zu ihm fanden. Es war absurd so etwas zu glauben und zu denken das es irgendwie glücklich enden würde. Ich hielt Nezumis Hand die ganze Zeit über zitternd fest. Der Gedanke war immer noch lächerlich, aber er half mir trotzdem weiter zu machen. Manchmal eben. Manchmal auch nicht, wenn der Trübsinn in meinen Gedanken die Oberhand nahm. "Ich war mein halbes Leben bei Frances. Du praktisch dein ganzes." Flüsterte ich zu Nezumi und klammerte mich mit beiden Händen an seine, als würde sie mir noch mehr Halt geben können. "Wie können wir auch nur erwarten das wir es alleine schaffen? Wie soll das gehen?" Wäre er stolz auf uns gewesen weil wir es alleine geschafft hatten? Oder verärgert weil wir nicht zurückgekommen waren? Es war einen Moment still im Bad gewesen. Die kalte Luft hatte mir eine dicke Gänsehaut beschert. "Entschuldige..." Druckste ich weiter leise als ich mich dazu aufraffen wollte wenigstens wieder zu sitzen.


@Nezumi Sojiro Yukishiro

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#16

RE: Zimmer 2

06.04.2021 16:03
Nezumi Lian Zhuang 149 Beiträge
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Nezumi nickte leicht, als Ella sich bedankte. Für ihn war es selbstverständlich, dass er sich um sie kümmerte. Immerhin war dies seine Aufgabe. Vielleicht nicht in dieser Form, aber es war etwas, in dem sich der ehemalige Sklave sicher fühlte. Er hatte eine Aufgabe und konnte es tun. Wenn er darüber nachdenken würde, dann würde er einsehen, dass es ein verzweifelter Versuch war, sich an etwas bekanntes zu klammern. Aber solche Gedanken hatte der 19 Jährige nicht. Eigentlich dachte er nie irgendwie groß nach. Er bekam Befehle und handelte, weiter gab es nichts.
Das die Blondhaarige, seine Hand umklammerte, störte den Jungen auch nicht weiter. Er hatte so oder so nicht das Recht, das ihn etwas störte oder er etwas nicht machte, was er nicht wollte. Aber tatsächlich fühlte es sich angenehm an, dass er Ella helfen konnte. Nezumi sah auf, als Ella seine Frage beantwortete. Aber wirklich etwas anfangen konnte er nicht. Ihm wurde wieder bewusst, dass sie gesagt hatte, dass ihr Herr tot war und es ihr zu Hause nicht mehr gab. Das Wort ‚frei‘ verbot er sich dabei zu denken, denn es machte ihm immer noch Angst. Aber wenn sie Recht hatte, dann konnten sie nicht zurück nach Hause und musste sich ein neues Leben suchen. „Nicht nur praktisch.“, kam er zuerst von Nezumi. Er hatte das Bedürfnis noch mehr zu sagen, aber irgendwie wusste er nicht was. Durfte er das überhaupt? Sollten sie nicht versuchen nach Hause zu kommen? Er tat hier Dinge, für die er sonst immer bestraft wurde und so langsam wurden seine Gedanken immer verworrener. Zudem machten sich auch langsam Kopfschmerzen bemerkbar, was man ihm vielleicht auch sehen konnte, denn er verzog leicht das Gesicht, wegen des Schmerzes. „Ihr seid nicht allein. Und wir sind hier sicher, warum solltet ihr es also nicht können?“, antwortete er dann doch auf Ellas Fragen. So wirklich sicher war es sich nicht, bei dem was er sagte. Aber das spielte hier nun keine Rolle.
Nezumi half Ella dabei, wieder auf zu stehen. „Ihr solltet ins warme.“, meinte er und brauchte die etwas Ältere zurück ins Zimmer. Das Feuer brannte noch und der Raum war in einer wohligen Wärme gehüllt. Trotzdem holte er noch eine Decke, welche er der Blondhaarigen um die Schultern legte.

@Ella Harris

zuletzt bearbeitet 06.04.2021 16:04 | nach oben springen

#17

RE: Zimmer 2

11.04.2021 15:01
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Ich biss mir auf die Lippen als Nezumi mir bestätigte das er immer nur in der Kolonie war und nichts anderes kannte. Es tat mir leid für ihn und ich bekam ein schlechtes Gewissen weil ich ihm all das hier auferlegt hatte, ohne großartig darüber nachzudenken. Das war nicht fair von mir gewesen. Verwundert hob ich bei seinen nächsten Worten den Kopf und sah ihn an. So ganz hatte ich es dieses Mal nicht verstanden. Natürlich hatte er recht gehabt. Wir konnten nicht zurück und diese Insel wirkte sehr sicher. Zudem schienen wir hier bleiben zu können, zumindest eine Weile. Vielleicht hatten wir auch das Glück und sie würden uns beschützen. Vor was auch immer. Aber sollte das hier wirklich dauerhaft unser neues zu Hause werden? Hier, wo wir machen konnten was wir wollten. Oder immerhin etwas nicht machen was wir nicht wollten? Das erschien mir ziemlich utopisch. Obwohl ich vor nicht allzu langer Zeit selbst noch davon gesprochen hatte. Frances wäre sicherlich böse auf uns gewesen. Da war ich mir jetzt sicher. Und da hätte er wohl auch allen Grund zu. Trotzdem ließ ich mir von Nezumi auf die Füße helfen. Mit wackeligen Knien schaffte ich es mit seiner Hilfe zurück in das Schlafzimmer. Es war angenehm warm. Das Feuer hatte mittlerweile die Luft erwärmt und ließ meine Gänsehaut etwas weichen. "Warum bist du so nett zu mir?" Fragte ich den jungen Mann als er mit einer Decke zurückkam. Ich hatte das alles immer noch nicht verdient. Ich hätte längst sterben sollen. Wieder war es eine Weile still im Raum geworden. Das Holz im Kamin knisterte verführerisch und ich unterdrückte den Drang mir noch einen Ast aus der Feuerstelle zu nehmen. Stattdessen setzte ich mich auf die nächste Bettkante daneben und blickte erneut zu Nezumi. "Bleibst du bei mir?" Er hatte absolut kein leichtes Los mit mir gezogen, das war mir irgendwie bewusst. Und doch wollte ich nicht das er geht. "Ich will nicht alleine sein..." Er war bisher einfach in den letzten Stunden dagewesen und das tat mir irgendwie gut. Mit dem Saum der Decke wischte ich über meine Augen und hoffte, dass er dem Klopfen mit meiner anderen Hand auf die Stelle neben mir, eingehen würde.


@Nezumi Sojiro Yukishiro

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#18

RE: Zimmer 2

15.04.2021 14:12
Nezumi Lian Zhuang 149 Beiträge
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Da Nezumi nicht mehr lügen konnte, war alles was er sprach auch das was er dachte oder wusste. Zumal, bewusst dachte vielleicht weniger, da er einfach nur reagierte. Lügen wurden hart bestraft, deswegen nutze er diese überhaupt nicht mehr. War manchmal gut, aber konnte auch in anderen Situationen, die jetzt neu auf ihn zu kommen könnten, schwer werden. So manch eine Notlüge war schon wichtig. Aber damit würde der ehemalige Sklave wohl leben können.
Sie waren wieder in dem Zimmer und Ella schien sich soweit wieder beruhigt zu haben. Wenn der 19. Jährige ehrlich war, dann verstand er sie nicht wirklich. Warum tat man sich selbst weh? Nezumi selbst ging allem aus dem Weg, was ihm Schmerzen bereiten könnte. Machte deswegen brav alles das, was man ihm sagte. Natürlich, wenn ihm befohlen werden würde, dass er seine Hand zum Beispiel ins Feuer stecken sollte, würde er dies tun, aber von sich selbst aus? Nein, das würde er wohl niemals machen. Umso weniger verstand er das, was die Blondhaarige getan hatte. Auch die Aktion mit dem Fenster war für ihn unverständlich. Fragen würde er aber sicherlich nicht. Sowas stand ihm nicht zu!
Er sah auf, als Ella ihn wieder ansprach, nachdem der ehemalige Sklave ihr eine Decke umgelegt hatte. „Weil ich mich um euch kümmern soll.“, antwortete er sofort. Aber es war nicht nur das, er wollte sich auch um sie kümmern. Es fühlte sich richtig und schön an. Sie war nett zu ihm, schlug ihn nicht und hatte etwas vertrautes an sich. Er kannte sie eben aus seinem Leben bei seinem Herrn. Deswegen war es gut, dass sie sich gefunden hatten. Sie war sein rettender Halt in dieser neuen und unheimlichen Welt. Er kannte doch nur das Leben als Sklave.
Wieder stellte Ella eine Frage, doch bevor Nezumi auf diese antworten konnte, klopfte sie neben sich auf das Bett. Kurz versteifte sich der ehemalige Sklave ein wenig. Es waren nur Millisekunden und nicht wahrnehmbar, aber er war kurz irritiert. Diese Geste hatten die Männer und Frauen gerne benutzt, wenn er zu ihnen im Bett zu diensten sein sollte. Natürlich konnte auch Ella dies in Anspruch nehmen, nur hatte er das nicht direkt erwartet. „Ich bleibe bei euch.“, nickte er, während er sich neben sie setzte. Was würde sie nun von ihm erwarten? Er kannte Sex nur passiv. Er sollte nur still liegen und sich nicht wehren. Was wohl Ella wollte?

@Ella Harris

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#19

RE: Zimmer 2

15.04.2021 18:58
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In meinem Kopf schwirrte immer noch so einiges herum. Zur Ruhe zu kommen war da wohl gegenteilig. Es würde mir die Zeit geben über all das nachzudenken und all das zu revidieren, was ich getan hatte. Was ich, seit ich geflohen war, immer vermieden hatte. Automatisch atmete ich wieder tief durch. Es schien hier so friedlich zu sein. Beinahe als wäre wirklich nichts geschehen. Aber dann musste ich daran denken wie hoch diese Zuflucht lag und merkte wie mein Herz schon wieder anfing zu rasen. Was war, wenn der Boden auf einmal nachgeben würde? Wenn diese Burg auseinander fallen würde? Wenn sich ein Loch unter mir auftat und ich vermutlich direkt in die Hölle rutschte? Das alles war absolut abwegig und würde wohl niemals eintreffen, aber je mehr Zeit ich zum Denken hatte, je abstruser wurde es in meinem Kopf. Daher war ich auch erleichtert das Nezumi bei mir war. Es gab meinem schlechten Gewissen zwar wieder ordentlich Zunder, aber in dieser Situation war ich froh das der junge Mann sich immer noch an solche Regeln hielt. Für mich war dieses Leben genau so neu. Ich konnte mich im Prinzip nicht mehr wirklich daran erinnern wie es in meiner Kindheit gewesen ist. Vielleicht wollte ich das auch einfach nicht. Und es war egoistisch von mir Nezumi dahingehend für mich auszunutzen. Aber es beruhigte mich einfach ungemein. Genau so erleichtert und froh war ich auch als er mir sagte das er bei mir bleiben würde. Er setzte sich neben mich auf das Bett und unterstrich seine Worte so noch einmal. Hätte ich gewusst welche Situationen und Gefühle er mit so einer einfachen und nebensächlichen Geste verband, hätte ich vermutlich darauf verzichtet. So konnte ich das alles aber nicht wissen und hakte mich in seinem Arm ein. Es war vertraut auf eine Art und ich konnte mir für den Moment vorstellen das wir wieder zurück waren. Einfach in der Vergangenheit und sicher, so wie ich es gewohnt war. Leicht seufzend legte ich meinen Kopf langsam an seiner Schulter ab, zog die Füße vom kalten Boden hoch und klammerte mich weiterhin an seinen Arm. Als ich die Augen automatisch wieder öffnete weil das Feuer kurz lauter knisterte, rutschten meine Gedanken auch wieder ins Hier und Jetzt. Wieder war mir nach heulen zu mute und unbewusst, wie von selbst ganz nebenbei, knibbelte ich an den Rändern der Brandwunde auf meinem Unterarm. Ich war so damit beschäftigt nichts zu denken, das es nicht einmal wehtat.


@Nezumi Sojiro Yukishiro

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#20

RE: Zimmer 2

23.04.2021 16:50
Nezumi Lian Zhuang 149 Beiträge
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Nezumi blieb ruhig sitzen, auch als Ella sich bei ihm einhackte. Schon lange hatte sein Körper aufgehört zu zucken, wenn ihn jemand berührte. Schon lange hatte er alles das abgelegt, was ihm Probleme bereiten würde. Ob er es mochte? Da hatte der ehemalige Sklave nicht einmal eine Antwort drauf. Hatte er Angst vor Körperkontakt, nach allem was ihm passiert war? Die Antwort darauf wäre wohl nein. Richtig Angst in dem Sinne wohl nicht. Früher vielleicht noch, gerade als er das erste Mal von einem der Männer benutz wurde. Es war etwas gewesen, was er absolut nicht gekannt hatte. Man hatte ihn auch nie wirklich aufgeklärt oder ähnliches. Er wusste, was für seine Aufgaben wichtig war und das wars es auch schon. Das ein oder andere hatte er in der Zeit durch Sehen gelernt. Das es Mann und Frau gibt. Das Frauen schwanger werden konnten, hatte er auch oft genug gesehen. Warum das so war, wusste er aber wieder nicht. Letztendlich wurde ihm auch nie erklärt oder gezeigt, wie Sex sein sollte und wozu er war. Für ihn war es einen etwas, dass er machen musste. Es gehörte zu seinen Aufgaben und das war es auch schon. Die Frauen bei Frances schrien viel und weinten auch dabei. Daher war es wohl nie was Schönes. Er kannte es eben nicht anders. Ella hatte er unter den Frauen nicht gesehen, was nicht hieß, dass sie nicht auch darunter war.
Aus diesen ganzen wirren Gedanken wurde Nezumi gerissen, als er eine Bewegung bemerkte. Die Blondhaarige hatte angefangen an ihrer Wunde zu fummeln. „Nicht.“, meinte der ehemalige Sklave und nahm ihre Hand in seine. Es war eine automatische Geste und er hatte da nicht wirklich drüber nachgedacht. Aber sie sollte sich nicht noch mehr verletzten. „Warum tut ihr das?“, sah er sie fragend an. Auch das war eher eine automatische Handlung gewesen. Normalerweise standen im Fragen nicht zu. Allerdings waren sie allein und wenn Ella ihn nicht verraten würde, dann würde es niemand erfahren. „Warum tut ihr euch selbst weh.“, erläuterte er seine Frage weiter, als im ersten Moment keine Antwort kam. So vieles verstand der Junge nicht, da musste er einfach fragen.

@Ella Harris

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