|
WILLKOMMEN! Wir sind ein Walking Dead Forum bestehend seit 2013 – Wir folgen der Storyline aus der TV-Serie bis Negans Fall 2015. Seitdem schreiben wir unsere eigene Geschichte, die allerdings einige Schlüsselmomente aus der Serie mit einbezieht. Wir schreiben in Szenentrennung und geben auch vielen Free-Charakteren ein wundervolles zu Hause. Zudem sind wir eine entspannte Community und verfolgen auch keine Blackliste mehr.
WEATHER Monatsabhängig 5°C bis 26°C EVENTS Heaven’s Paradise Plot INPLAY STATUS September – November 2024 NEWS! 26.01.26 Das neue Design steht und wir starten mit neuer Energie durch!
09.01.26 Neustart! Das TWD startet mit neuem Team und neuen Ideen!
01.01.26 Frohes neues Jahr!
01.01.26 Frohes neues Jahr!
01.01.26 Frohes neues Jahr!
Team, Events & Weather
Floyd Webber, Scarlet Rainthworth, Daryl Dixon und Duo Maxwell sind die Admins im Forum. Scar und Duo bilden die Front, während sie von Floyd und Daryl im Hintergrund unterstützt werden. Grafik und Design stammt von Daryl Dixon <3
Der Plot um den Angriff auf die Heavens Paradise neigt sich dem Ende.
September: Das Wetter ist noch recht schwül. Temperaturen: 17°C - 26°COktober: Die Tage werden Kühler und es gibt mehr Regen. Temperaturen: 10°C - 20°C November: Es wird deutlich kälter und es gibt immer mehr schlechtere Tage. Temperaturen: 5°C - 14°C
THE DEAD DON’T DIE
|
|
Thea verstand gerade nicht so ganz, wieso sie ausgerechnet am heutigen Tage über ihre Familie sprach. Schließlich bildete das in der Regel ein Thema, was sie sehr gerne galant unter den Tisch fallen ließ, da sie jedes Mal nur bei dem Gedanken an ihre Geschwister oder Eltern in ein tiefes Loch zu fallen drohte, aus dem sie unmöglich aus eigener Kraft wieder heraus klettern konnte. Und doch fühlte es sich just in diesem Moment so verdammt richtig an, @Jason Avery stückweit hinter ihre einst mühevoll aufgebaute Fassade blicken zu lassen. "Genau, mein Vater war beim Militär. Er besaß einen recht hohen Rang und mein Bruder wollte stets seinem Beispiel folgen. Als... alles begann, waren wir lange Zeit an einem Militärstützpunkt. Dieser wurde allerdings eines Nachts von Beißern überrannt, weshalb wir jenen abrupt verlassen mussten und uns dabei auch schlussendlich verloren." Dass es sich dabei um ein Versehen handelte, weil Jemand das Tor bei einer nächtlichen Erkundungstour offen ließ, wodurch die Beißer in das Innere kamen, behielt sie für sich. Schließlich war es auch nicht wirklich wichtig, warum sie den Stützpunkt verlassen mussten, sondern lediglich, dass sie es taten. "Es hat mehrere Tage gedauert, bis sich zumindest eine kleine Gruppe in den dichten Wäldern wiedergefunden hat. Ich habe auch meinen Vater gesehen, nur..." Thea musste unweigerlich an diesen Tag zurückdenken, der sie dazu brachte, einen tiefen Atemzug zu nehmen. Obwohl sie oftmals sehr emotional unterkühlt und stark distanziert wirkte, was allerdings lediglich eine Art Selbstschutz bildete, ging es gewiss nicht spurlos an ihr vorbei, dass sie an diesem Tag ihre ganze Familie verlor. "Er war bereits einer von ihnen. Ein Beißer." Fügte sie noch schnell hinzu und schob dabei sichtlich überfordert drein schauend ihre Augenbrauen zusammen. Schließlich war das auch der Moment, in dem sich ein Schalter bei der damaligen jüngeren Thea umlegte und sie sich wünschte, nie wieder etwas empfinden oder fühlen zu können, denn jener Schmerz ließ sie nicht nur innerlich und äußerlich durchdrehen, sondern veranlasste sie auch dazu, schlimme - nein, sogar schreckliche - Dinge zu tun, die sie sich bei klarem Bewusstsein wohl niemals verzeihen könnte. Doch schien es zu diesem Zeitpunkt der einzige Weg für sie zu sein, um überleben zu können und wieder neue Kraft zu schöpfen. Dass sie dabei stückweit ihre gute Seele einbüßte, indem sie sich immer weiter von rechten Pfad entfernte und stattdessen dem verführerisch schimmernden, dunklen Abgrund näher kam, da sie einen Deal mit dem Teufel einging, schien sie nicht zu bemerken. Im Nachhinein betrachtet, traf sie viele wahnsinnig bescheuerte Entscheidungen, die sie alle samt massiv bereute. Jene Bilder brannten sich ein für alle Mal in ihrem Gedächtnis ein und hinterließen tiefe Kerben nicht nur in ihrem Herzen, sondern auch auf ihrer Seele. Allerdings waren es genau diese Erinnerungen, die sie immer wieder zum gegenwärtigen Moment zur Vernunft riefen und ihr vor Augen führte, was für ein grausames Monster in ihrem Inneren schlummerte, welches jederzeit geweckt werden könnte. Mittlerweile hatte sich Thea allerdings - ihrer Meinung nach - so gut unter Kontrolle, dass ihre dunkle Seite nicht mehr zum Vorschein kam. Und wenn sie lediglich an der Oberfläche zu kratzen versuchte, schloss sie sich entweder in ihrem Zimmer ein oder verschwand für ein paar Stunden, manchmal auch für ein zwei Tage, um sich selbst wieder erden zu können. Kurz schien es, als würde sie in ihre eigenen Gedanken abdriften, weshalb sie aufgrund seiner Frage verwirrt blinzelte und ihren tiefbraunen Schopf stückweit auf die Seite neigte. Einen kurzen Moment brauchte sie, um das aufkommende Gefühlschaos wieder in den Griff zu bekommen, woraufhin sie einen tiefen Atemzug nahm und versuchte, sich sowohl innerlich, als auch äußerlich wieder zu sammeln, ehe sie schließlich wieder so weit gefestigt war, dass sie auf seine Worte eingehen konnte. "Meine Mutter... sie hat im Emory University Hospital gearbeitet. Dr. Elisabeth Dunne war stets beliebt und auf ihrem Gebiet sehr anerkannt und geschätzt." Elisabeth... alleine den Namen auszusprechen, der auch Theas Zweitnamen bildete, versetzte ihr einen tiefen Stich ins Herz, doch versuchte sie sich das nicht anmerken zu lassen, indem sie ihren linken Mundwinkel stückweit empor wandern ließ, doch spiegelte sich in dem darauf folgenden Lächeln lediglich der Schmerz wieder, den sie gerade in ihrem Inneren viel zu präsent verspürte. Jedoch war es doch genau dieser, der ihr auch immer wieder aufs Neue bewusst machte, dass sie noch am Leben war und nicht seelenlos umher wanderte. So, wie es schon einmal der Fall gewesen war...
Als Jason und Thea sich so sagenhaft nahe kamen, konnte die kleine Brünette ganz deutlich verspüren, wie das verräterische Ding in ihrer Brust ein paar Takte schneller schlug, als noch vor wenigen Minuten. Zeitgleich schlossen sich vollkommen automatisch ihre Augen und ein unglaubliches Gefühl, was sie noch niemals zuvor in diesem Ausmaß hatte verspüren dürfen, flutete ihren Körper. Thea wusste nicht, woher diese wohlige Wärme auf einmal kam, geschweige denn, was es mit dem Kribbeln auf sich hatte, doch genoss sie es in vollen Zügen, weshalb ein zufriedenes Japsen aus ihrer Kehle drang und sich ein sanfter Ausdruck in ihren Zügen widerspiegelte. Thea selbst hatte auch kurz überlegt, ob sie einen Schritt weiter gehen und ihn somit küssen sollte, doch wollte sie weder sich selbst, noch ihn, in irgendeiner Weise überfordern, weshalb sie sich schlussendlich dagegen entschied. Umso glücklicher und erleichterter war sie dann auch, dass Jason das Ruder in die Hand nahm und seine Lippen mit den ihren vereinte, was sie nur zu gerne erwiderte. Seine Hand, die nach wie vor mit der ihren verschränkt war, fühlte sich auf einmal so unglaublich warm an, doch war es keinesfalls unangenehm, weshalb sie diese sogar noch etwas mehr drückte, ehe sie schließlich ihre eigene Vorsicht untergraben wollte und somit ihre Hände - eine nach der anderen - vorsichtig auf seine Oberarme legte, nachdem er sie an Hüfte etwas näher zu sich gezogen hatte. Obwohl es doch genau solche Griffe waren, die sie bei fremden Menschen massiv triggerten, weshalb sie körperlichen Kontakt selbst zu ihren Freunden und Verbündeten auf das Geringste beschränkte, fühlte es sich just in diesem Moment keinesfalls schlimm, schlecht oder beängstigend an - nein, stattdessen war da ein ganz neues Gefühl, was Thea zunehmend aus der Bahn zu werfen schien. Diese Wärme, die ihren Körper flutete, doch zeitgleich dafür sorgte, dass jeder noch so kleine Fleck ihres Körpers von einer Gänsehaut überzogen wurde, als wäre ihr kalt, war ihr vollkommen neu und doch genoss sie es in vollen Zügen, was sich auch in ihrer kompletten Haltung widerspiegelte, die keinesfalls angespannt oder gehemmt wirkte, nein stattdessen vermittelte es eher den Anschein, als würde sich Thea just in diesem Moment - das erste Mal nach einer schier nicht enden wollenden Ewigkeit - los gelöst fühlen. Frei und gut. Zeitgleich war sie aber auch bedingungslos und unwiderruflich glücklich. Etwas, was einzig und allein an seiner Anwesenheit und Nähe zu liegen schien, die sie - wie ihr just mal wieder bewusst zu werden vermochte - viel zu sehr in letzter Zeit vermisst hatte. Normalerweise würde sie diese Erkenntnis massiv verwirren, doch ergab gerade irgendwie alles Sinn. Zeitgleich fühlte es sich so herrlich richtig und gut an, weshalb es doch gar nicht falsch sein konnte, oder? Gerade wollte Thea dem Kuss noch stückweit etwas mehr Intensität einhauchen, da vernahm sie das Knarren einer Tür, die in diesem Augenblick geöffnet wurde, weshalb auch sie reflexartig einen Schritt zurück machte und zwischen Jason und Molly sichtlich verwirrt und überfordert gleichermaßen hin und her blickte, nicht fähig etwas zu sagen oder sich auch nur ansatzweise zu erklären. Doch, wieso wollte sie es überhaupt? "Hey... Molly." Stammelte sie einfach so vor sich her, ehe sich ihre Zähne vollkommen automatisch in ihrer Unterlippe vergruben und sie ihre Hände zu Fäusten ballte, die sie schließlich in ihre Jackentaschen schob, da sie gerade nicht so ganz wusste, wohin mit sich. "Du..." Doch noch bevor sie irgendwas hatte erwidern können auf die Frau, die just an ihnen schmunzelnd vorbei zog und sich gewiss ihren Teil dachte, hatte sie sich bereits so weit von Jason und Thea entfernt, dass sich Letztere gar nicht mehr die Mühe gab, zu einer möglichen Erklärung anzusetzen. Stattdessen machte sie vorsichtig einen Schritt auf Jason zu und streckte ihre Hand in vertrauter und zeitgleich herzlicher Geste nach ihm aus, während sie versuchte, ihr inneres Chaos nicht nach außen zu tragen und stattdessen ein sanftes Lächeln aufsetzte. "Lass uns deine Sachen in die Burg bringen, ja?" Bevor er nach ihrer Hand greifen konnte, hatte sie bereits einen weiteren Schritt in seine Richtung gemacht, sich empor gereckt und ihre Lippen für einen kurzen Kuss auf seine Wange gedrückt. Etwas, was sie - warum auch immer - gerade einfach tun musste.
❞I find it kinda funny, I find it kinda sad. The dreams in which I'm dying are the best I've ever had. I find it hard to tell you. I find it hard to take. When people run in circles it's a very very... mad world.❞
|
nach oben springen
|
Es war interessant mehr aus Athenes Zeit zu erfahren, wie sie den Beginn der Apokalypse erlebt hatte. Es war interessant, wie ähnlich wohl ihre ersten Jahre zumindest von der Umgebung waren. Auch Jason war ja den Großteil er Apokalypse in einem sicheren Militärstützpunkt gewesen, nur… dass dieser nie untergegangen war. Natürlich wusste Jason nicht, ob der Stützpunkt mittlerweile noch immer Stand, doch auch nach den acht Jahren, die er dort verbracht hatte, war dort die gleiche Regelung wie am ersten Tag. Es hatte dort keine Unordnung gegeben, keine Revolution und keine Aufstände. Es hatte einfach funktioniert. Weil scheinbar jeder dort lebende Mensch verstanden hatte, dass es nur so in der Apokalypse funktionieren und damit der Stützpunkt sicherbleiben konnte. Sie hatten dort im Stützpunkt schon sehr früh festgestellt, dass man den Beißern ins Gehirn stechen musste, um sie endgültig auszuschalten. Und so war es Regel, sobald jemand für tot erklärt wurde, einen Stich in den Kopf durchzuführen. Außerdem wurden die Leichen innerhalb von zwei Stunden verbrannt, sodass auch kein Körper mehr vorhanden gewesen wäre, der wieder aufstehen könnte. Um sicherzustellen, dass der Strom im Stützpunkt nutzbar war, hatten sie einen großen Stausee gebaut, schon damals in der „normalen“ Welt, der mit einem riesigen Wasserkraftwerk genug Strom produzierte. Dadurch konnte jedes Mitglied des Stützpunkts auch eine Uhr tragen, die dauerhaft und immer die Vitalzeichen anzeigte und meldete. Zusätzlich bestand die Regel, sich jeden Abend in seinem Zimmer einzusperren, denn dort hatte man alles um das Zimmer nicht verlassen zu müssen. So waren Beißer, die sich nachts eventuell verwandelten ebenfalls zunächst gesichert. Dank des Ablaufs, dass jeden Morgen um 7 Uhr Antritt vor dem Zimmer war, fiel schnell auf, wenn jemand fehlte. Und dann wurde unter äußerster Vorsicht und Schutzkleidung das Zimmer betreten. Gefährlich war letztlich eine Verletzung der Haut, durch die das Virus in den Körper gelangen kann. So hatten es zumindest die Experimente ergeben. Trug man also eine entsprechende Schutzausrüstung, konnte einem der Beißer so gut wie nichts mehr anhaben. Es war alles mit sehr strengen Regeln, doch durch diese Regeln schien der Stützpunkt all die Jahre funktioniert zu haben und Jason musste zugeben: Die Regeln waren perfekt. Wenn die Regeln weiterhin so eingehalten wurden wie damals, dann konnte er sich nicht vorstellen, dass der Stützpunkt gefallen war. Nur würde er nie jemandem vom Stützpunkt erzählen können, denn er hatte eine Verschwiegenheitsklausel unterschrieben.
Jason tauchte aus seinen Gedanken wieder auf, als Athene gerade davon berichtete, dass sie erst nach ein paar Tagen eine kleine Gruppe gefunden hatte, mit der sie nach dem Untergang ihres Stützpunktes zusammen weiterziehen konnte. Ihr Vater war also zu einem Beißer geworden. Ein Schicksal, dass viele Leute ereilte. Das Athenes Vater dort keine Ausnahme bildete, überrascht Jason nicht. Unterbewusst drückte er Athenes Hand einen Moment, wollte ihr damit wohl signalisieren, dass er für sie da war.
„Meine Eltern sind ebenfalls schon verstorben“, kommentierte er nur, mehr nicht. Ob ihr das half? Er wusste es nicht, es war eine reine Feststellung. Jason wusste auch nicht wirklich, was er darauf sagen sollte, weshalb er ihr einfach auch etwas über seine Eltern mitteilte.
Schweigend gingen sie einige Meter weiter, eine kleine Seitengasse entlang, Athene führte ihn nicht den direkten Weg zur Burg, auch, wenn diese schon zu sehen war, oben auf ihrem Berg. Aber sie vermied damit wohl einige Begegnungen, die für Jason eher erstmal… schwierig wären. Dass sie schwiegen störte Jason nicht, wenn es nichts Wichtiges zu sagen gab, dann sollte man lieber nichts sagen. Natürlich hatte Jason immer wichtige Dinge zu sagen, in seinem Kopf waren immer irgendwelche Gedanken am rattern und arbeiten, eigentlich dachte er auch schon darüber nach, wie es wohl seiner einen Patientin ging, die er für diesen Ausflug für ein paar Tage alleine und in der Obhut seiner weniger erfahrenen Kollegen ließ, die alle keine Ärzte waren. Einen Arzt wie ihn gab es sowieso in keiner anderen Kolonie. Er hoffte einfach nur, dass niemand verstorben war, bis er zurückkam. Das würde sonst viel Arbeit bedeuten und wieder… Gespräche. Das hasste er am meisten, wenn jemand verstarb. Das Gespräch mit den Angehörigen, da sie meistens nicht verstanden, was man ihnen eigentlich erzählte. Anstrengend.
Kurz glitt sein Blick wieder zu Athene, als sie ihm erklärte, in welchem Krankenhaus ihre Mutter gearbeitet hatte.
„Elisabeth Dunne…“, wiederholte er den Namen ihrer Mutter. Natürlich sah er den Zusammenhang sofort, dass Athene als zweiten Namen den ihrer Mutter trug. Warum man auch immer einen zweiten Namen erhielt. Dies war offenbar eine dieser Traditionen, die manche Familien so handhabten, „Mit ihr gearbeitet habe ich nicht. Ihr Name schien aber an der Ostküste recht bekannt. Ich arbeitete in New York am Mount Sinai Hospital. Es ist sehr bekannt in der medizinischen Gesellschaft. Doch auch das Emory University Hospital ist mir nicht unbekannt. Wir hatten einen Austauschassistenzarzt für fünf Monate bei uns von diesem Krankenhaus. Danke für diese Information Athene.“
Er lächelte kurz, dann war sein Gesicht wieder neutral.
Die Tatsache nach all der Zeit endlich Theas Lippen auf seinen zu spüren, ihren Körper der sich so an seinen schmiegte und sich so warm anfühlte, trotz der Kleidung die sie beide noch trugen, war ein… berauschendes Gefühl. Ihre Hände, die sich nach einem Moment in seine Oberarme gruben, sonst so unangenehm aber in dieser Situation irgendwie völlig okay. Ihre weichen Lippen auf seinen, die kein Problem damit hatten, als er den Kuss intensivierte, ihre Zunge mit seiner umspielte. Es war so ungewöhnlich, dass ihn schon ein Kuss so… aufregte. Er spürte seine Pulsfrequenz einsteigen, sicherlich stieg auch sein Blutdruck zumindest um ein wenig, als seine Hand die sie losgelassen hatte, ebenfalls an ihre Hüfte legte, ihr damit fast schon gar nicht mehr die Chance gab sich von ihm zu lösen. Er hielt sie gefangen, so wie sie ihn mit ihren Lippen und Händen gefangen hielt. Er fühlte sich so… locker, so entspannt, wie schon sehr lange nicht mehr. Sonst fühlte er sich so nur nach einer großen Operation die der Patient überlebte oder nachdem er mit einer Frau im Bett war. Dieser Moment kurz danach, wenn er einfach nur im Bett lag und für einen winzigen Zeitraum sein Kopf tatsächlich… leer war. Und Athene? Sie gab ihm dieses Gefühl schon bei einem einfachen Kuss… wer war sie? Und warum löste sie dies in ihm aus?
Das Knarren der Tür ließ ihn ihre Hüfte loslassen, sich von ihren Lippen trennen und einen Schritt zurückmachen. Athene reagierte offenbar genauso, auch sie sah mehr als verwirrt zur Tür aus der eine Frau trat, welche Athene als „Molly“ ansprach. Jason blickte Molly an, dann wieder weg. Es überraschte ihn, dass diese Frau scheinbar genau zu wissen schien, was hier gerade zwischen Athene und ihm passiert war. Woher wusste sie das? Sie standen doch voneinander entfernt, machten nicht den Anschein sich gerade geküsst zu haben. Athene schien etwas zu der Dame sagen zu wollen, doch diese war schon weitergegangen. Sehr unhöflich ein Gespräch so zu verlassen. Doch Jason sagte nichts dazu, schüttelte nur sanft den Kopf und nickte zustimmend. Ja, sie sollten seinen Rucksack in die Burg bringen, dann musste er ihn nicht mehr mit sich herumtragen.
„Ja, lass uns…“, er unterbrach sich, als Athene auf ihn zukam und ihm einen Kuss auf die Wange setzte, was ihn kurz zurückzucken ließ. Nicht, weil er es unangenehm empfand, naja zumindest nicht nach dem ersten Moment, sondern weil er damit nicht gerechnet hatte. So eine plötzliche Berührung und dann auch noch so intim. Wenn er Athene gerade richtig lesen konnte, dann schien sie von der Situation, die gerade passiert war, nicht schlechter gelaunt zu sein. Ihr… hatte der Kuss gefallen. Das legte ein selbstsicheres und zufriedenes Lächeln auf Jasons Lippen, als er ihre Hand griff und sie weiter den Weg zur Burg hinaufgingen. Während sie hinaufliefen, unterhielten sie sich über ein paar Dinge, Athene erklärte ein paar Dinge zum Dorf und Jason hörte ihr aufmerksam zu. Je mehr Athene allerdings sprach und erklärte, wie die Dinge hier funktionierten, desto mehr fragte sich Jason nur, warum sich die Leute es hier so umständlich machten. Ohne Strom, ohne fließendes, heißes Wasser… innerlich hatte er schon Panik er würde mit Athene die Nacht auf dem Boden verbringen müssen, auf Fellen schlafen! Das wäre ja ein absoluter Albtraum! Das machte ihn ein wenig nervös, doch als sie dann in der Burg angekommen waren und Athene die Tür zu ihrem Zimmer öffnete, entwich Jason ein deutlicher, erleichterter Seufzer. Sie hatte ein Bett! Mit einer normalen Decke! Äußerlich war ihm seine tiefe Erleichterung nicht anzusehen, doch innerlich drehte Jason gerade Räder vor Freude. Immerhin diese Modernität hatten sie also. Kein Heu und Felle auf dem Boden…
„Es hat eine angenehme Größe, dein Zimmer“, kommentierte er dann, ehe er seinen Rucksack auf dem Boden abstellte und seinen hellen Blick weiter durchs Zimmer streifen ließ. Ihr Bett war angenehm groß für zwei erwachsene Menschen, an der einen Zimmerwand war ein Kamin, mit dem wurden die Zimmer offensichtlich beheizt. Ansonsten fanden sich noch ein paar weitere Möbel im Zimmer, ehe sein Blick wieder an Athene hängen blieb.
„Passend eingerichtet. Auch, wenn ich ein paar Dinge anders machen würde, ist es doch dein Zimmer. Also werde ich mich…“, er machte eine kurze Pause, als müsste er sich tatsächlich überwinden das Wort auszusprechen, „Anpassen.“
@Thea Elisabeth Dunne
|
nach oben springen
|
Noch immer verstand Thea nicht so ganz, was gerade zwischen @Jason Avery und ihr eigentlich abgelaufen war. Natürlich - sie war sich durchaus im Klaren darüber, ihn geküsst zu haben, doch die Reaktion seitens Molly verwirrte sie zunehmend, was man auch ihren sonst so neutral wirkenden Gesichtszügen entnehmen konnte, die sich zu einem sichtlich irritieren Ausdruck verzogen hatten. Normalerweise war Thea wirklich kein Mensch, dem körperliche Nähe oder jegliche Formen der Intimität wichtig waren oder gar etwas bedeuteten - nein, viel eher empfand sie diese recht schnell als unangenehm, beklemmend oder wurde maßlos davon überfordert, weshalb sie alles aufs Nötige beschränkte. Es gab jene Momente, in denen sie sich selbstverständlich dazu durchrang, die Nähe eines anderen Menschen - sofern dieser zu ihr eine gewisse Vertrauensbasis besaß - zuzulassen, doch fand sie meist keinen Gefallen daran und verstand auch nicht wirklich, wieso man andere Menschen immer sofort anfassen musste. Mit einer gesunden Portion Skepsis beäugte sie Andere lieber aus einem gewissen Sicherheitsabstand, um ihre einst erschaffende Wohlfühlzone nicht verlassen zu müssen. Ein einfaches Händeschütteln oder eine vertraute Umarmung ließ sie zwar zu, doch wäre sie auch nicht traurig darüber, weiterhin auf Abstand zu bleiben - so schön es sich hin und wieder auch anfühlte, diese ganz bestimmte Wärme in ihrem Inneren zu verspüren, die ihr nicht nur zeigte, noch am Leben zu sein, sondern ihr auch zu verstehen gab, nicht gänzlich ihre Gefühle und Emotionen über die Jahre hinweg eingebüßt zu haben. Es hatte nicht einmal unbedingt etwas mit den Geschehnissen der vergangenen Jahre und Monate zu tun, sondern basierte viel eher auf der strengen Erziehung ihres Vaters, der seinen Kindern bereits im frühen Alter vehement eingebläut hatte, dass jegliche Gefühle und Emotionen nur schwach machten und man sich genau das - also, Schwäche - schlicht und ergreifend nicht leisten konnten. Und doch würde sich Thea nicht als gefühlskalten Menschen beschreiben, da sie das Herz - so, zumindest ihrer Meinung nach - am richtigen Fleck trug, nur tat sie sich hin und wieder ein kleines bisschen schwer mit zwischenmenschlichen Kontakten und dem allgemeinen Umgang mit anderen Menschen, besonders wenn Fingerspitzengefühl oder Empathie gefragt waren. Etwas, was sie durchaus besaß, doch sich eben zu den verbotenen Dingen zählte, die ihr Vater stets verteufelt hatte. "Mitleid ist etwas für Schwächlinge und wir, meine lieben Kinder, sind nicht schwach. Wir sind stark. Da, wo andere aufgeben, fangen wir neu an und wachsen selbst in schlimmsten Zeiten der Not zu wahrer Größe!" Thea hatte wirklich keine Ahnung, wie oft sie diesen oder einen ähnlichen Satz mit ein und dem selben Inhalt hatte in ihrer Kindheit hören müssen. Nicht ohne Grund pflegte man zu sagen, dass Umgang den Menschen formte, weshalb sie ihrem Vater wohl mittlerweile doch ähnlicher war, als sie immer angenommen hatte. Ihr zum Teil sanftes Wesen, was lediglich ausgewählte Menschen zu Gesicht bekamen - wie eben auch Jason in jenem Moment - hatte sie hingegen von ihrer Mutter in die Wiege gelegt bekommen. Andernfalls hätte sie wohl auch niemals zugelassen, dass sie ihm ihr bedingungsloses Vertrauen entgegen brachte, was sie schließlich auch dazu veranlasste, ihm einen Blick hinter die einst mühevoll aufgebaute Fassade zu gewähren und sich somit angreifbar zu machen. So schwer sich Thea auch hin und wieder tat - in seiner Nähe fiel es ihr auf eine erstaunliche und gleichermaßen erfrischende Art und Weise einfach, ihre Mauern Stück für Stück fallen zu lassen und ihm somit das verletzliche, liebevolle und zarte Wesen zu präsentieren, was seit etlichen Jahren dahinter schlummerte und nur darauf wartete, endlich die Oberfläche durchdringen zu können.
❞I find it kinda funny, I find it kinda sad. The dreams in which I'm dying are the best I've ever had. I find it hard to tell you. I find it hard to take. When people run in circles it's a very very... mad world.❞
|
nach oben springen
|
Survive Talk
0
| Einfach ein eigenes Forum erstellen |
September: Das Wetter ist noch recht schwül. Temperaturen: 17°C - 26°C