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THE DEAD DON’T DIE
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#1

Straßen

07.07.2020 23:28
The Walking Dead Team 3.988 Beiträge
Alter
01
Größe
ganz groß!
Zugehörigkeit
Nomaden / Gruppen
Aufgabe
Admin

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#2

RE: Straßen

10.05.2021 01:39
Chloé Deneuve Chloé Deneuve (gelöscht)
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cf: Fluß durch den Wald


Balar...Island...so hieß es doch oder? Man die englische Sprache fiel mir nach all der Zeit immer noch sehr schwer. Das ist doch echt ätzend, dabei wollte ich mein Englisch dadurch verbessern, aber nein...es muss ja unbedingt eine Apokalypse und darauffolgend eine Ewigkeit in der Einsamkeit und überwiegenden Isolation folgen. Die Zeds kann man nicht wirklich als sehr erheiternde Gesellschaft bezeichnen, da sie einen nur zerfetzen wollen...doch das wird fürs erste der Vergangenheit angehören. Ich hatte endlich einen Ort wo ich sicherer war als in einem meiner provisorischen Unterschlupfe.
Gebannt sah ich mich auf der Insel um. Sie war wirklich groß und gut gesichert. Überall waren Leute...so viele Leute...verdammt...vielleicht doch ein wenig zu viel für den Anfang...Ich bin es diesen Lärm von den den Unterhaltungen der ganzen Menschen um mich herum gar nicht mehr gewöhnt. Auch nicht dem ganzen Trubel der hier herrschte. Unbewusst klammerte ich mich fest an meine Retterin, sag ich jetzt mal so, an und versteckte mich so gut es ging. Ich habe mich zwar schon seit Jahren wieder nach Sicherheit und anderen Menschen gesehnt, aber das ich davon gleich überfordert bin durch so viele Menschen...ohje...jetzt wäre ich doch lieber in einem leeren und verlassenen Haus nur mit mir allein. Leicht panisch sah ich mich hin und wieder um, wenn ich mich nicht gerade versteckte und versuchte nicht aufzufallen und so zu tun als wäre ich gar nicht existent. Auch plagten mich Gewissensbisse ob das ganze hier wirklich so eine gute Idee war. Mir kam der Gedanke einfach abzuspringen und wegzulaufen. Einfach wieder weg von hier, so weit weg wie möglich an einen Ort nur für mich allein, doch dann merkte ich wie mein Magen knurrte. Etwas anständiges zu essen hatte ich schon lange nicht mehr, geschweige denn überhaupt etwas das lange sättigt. Wenn ich schon dabei war an Dinge zu denken die ich unbedingt brauchte, war das wohl auch eine Dusche oder ein Bad...sowie neue Kleidung...Diese Bedürfnisse überwogen die Panik und das Verlangen einfach wieder zu verschwinden deutlich. Kein ewiges umher reisen für einen neuen Platz mehr. Keine Sorge um essen machen. Stehts ein warmes und trockenes Bett...oh wie gerne würde ich mal wieder ausschlafen wollen....in einem eigenem Bett...mit einer kuscheligen Decke in der man sich einrollen kann ohne sich sorgen machen zu müssen ob der provisorische Schutz vor den Zeds noch hält oder Plünderer einen jeden Moment überfallen. Um ehrlich zu sein habe ich schon seit Ewigkeiten mehr keinen erholsamen Schlaf gehabt.
Während ich darüber nachdachte, konnte ich mir ein herzhaftes Gähnen nicht mehr unterdrücken und streckte mich dabei ein wenig. "Müde..." Mehr brachte ich nicht hervor. Dafür überkam mich mit einem Mal ziemliche Erschöpfung. Ich habe in den letzten Jahren zu viel erlebt und oft schlaflose Nächte bekommen. Mhh...ich möchte so gerne schlafen...
Ich merkte wie die Müdigkeit mich immer in ihre wohlige und kuschlige Umarmung zog. Mir fiel es wirklich schwer mich noch wirklich lange wach zu halten. Es dauerte auch nicht lange und ich merkte noch wie mein Sichtfeld schwarz wurde. Völlig kraftlos und bewusstlos sackte ich in mich zusammen, fiel dabei vom Pferd herunter und schlug mit einem dumpfen FUMP auf dem Boden auf. Doch davon merkte ich nichts. Ich war im Land der Träume gefangen. Einem Land wo alles perfekt war. Wo Sarah bei mir war und wir eine schöne Zeit zusammen erlebten. Was um mich herum passierte, bekam ich überhaupt nicht mit.

@Adelaide Carlisle //verzeih meine späte Antwort, musste Tsuki aus der Pz kriegen. Zudem hatte ich ne prüfung Der Post sollte aber hoffentlich gehen dafür ^^


What...have i done?...I'm a Monster...



Englisch
Französisch
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#3

RE: Straßen

10.05.2021 15:48
Adelaide Carlisle Adelaide Carlisle (gelöscht)
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Sie hatten das Eingangstor hinter sich gelassen und waren zu Pferde weiter unterwegs als sie die Straßen durch das Dorf erreichten welches das Herz von Balar Island bildete. Adelaide hatte Chloé hinter sich auf den Rücken ihres Hengstes gesetzt und hielt die Zügel locker in Händen als sie sich durch die Menschen schoben. Immer wieder nickte Adelaide jemanden zu oder erwiderte den Gruß, denn hier auf Balar kannte man sich in den meisten Fällen. Sie kamen nur recht langsam voran, da Brego im Schritt lief um niemanden unnötig zu drängen und auch um Chloé Möglichkeit zu geben sich umzusehen.
Dass die junge Rothaarige von der schieren Menge an Menschen um sie herum etwas überfordert war, bemerkte die Dunkelhaarige zuerst nicht.
Als sie ein leises Magenknurren hinter ihrem Rücken hörte musste sie leise lachen.
"Wie ich höre hast du Hunger?! Keine Sorge, wir sind bald da.", sprach sie über ihre Schulter hinweg zu der Rothaarigen und ließ den Blick umherschweifen. Brego kannte den Weg zum Schloss und zu den Stallungen, also ließ sie die Zügel locker durchhängen.
Chloé hinter ihr streckte sich und gähnte, und kaum hatte diese bekundet, dass sie müde sei, begann sie auch schon vom Pferderücken herunter zu rutschen.
Eilig drehte sich Adelaide im Sattel um und wollte sie auffangen, doch da landete ihr Schützling bereits auf dem Boden. Zum Glück ohne sich zu verletzen, denn einer der umstehenden Männer hatte die junge Frau abgefangen bevor sie mit dem Kopf aufschlagen konnte. Dankbar nickte Adelaide ihm zu, brachte Brego zum Stehen und ließ sich eilig aus dem Sattel gleiten. Überrascht stellte sie dann fest, dass Chloé bereits eingeschlafen war und von dem Sturz nicht einmal etwas mitbekommen zu haben schien.
"Na, so was?! Was sagt man dazu? ... Ihr da, Sir, helft mir bitte sie wieder auf das Pferd zu heben, ja?", wandte sie sich höflich an den Mann neben sich und als Chloé über dem Rücken des schwarzen Hengstes gestreckt lag, dankte sie dem Mann.
Dann ergriff sie die Zügel und führte das Pferd neben sich her in Richtung der Stallungen. Sie würde ihr Pferd wegbringen und Chloé unterbringen müssen, wo sie sich würde ausruhen können. Also wandte sich die junge Frau erst dem Stall zu und bat einen Stallburschen dort um seine Hilfe.
Sie ließ im Gasthaus Bescheid geben, dass jemand angekommen sei und man ein Zimmer bräuchte.
Dann machte sie sich wenig später mit der schlafenden Chloé, die sie gemeinsam mit dem Stallburschen auf ihre Schultern gestützt trug auf den Weg zum Gasthaus.

erwähnt: xxx || angesprochen: @Chloé Deneuve


tbc: ---> Balar Island - Gasthaus - Zimmer 3

// Kein Problem, ist ja nicht schlimm. ^^ Poste einfach so wie du Zeit hast ;P


Whatever goes around eventually comes back to you
So you gotta be careful, baby And look both ways before you cross my mind
So if you need a hero, Just look in the mirror
zuletzt bearbeitet 10.05.2021 15:50 | nach oben springen

#4

RE: Straßen

01.09.2021 00:03
Kaspar Harding Kaspar Harding (gelöscht)
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First Post


Die blauen Augen von Kaspar blickten durch die schnell vorbeiziehenden Bäume des Waldes, als das Auto, in welchem er sich befand, in eine Seitenstraße einbog. Die Blätter hatten zum größten Teil schon ihre grüne Farbe verloren und nahmen nun verschiedenste gelbe und orange Töne an. Er wandte seinen Blick vom Fenster ab und wandte sich zum Fahrer des Wagens „Wie lange brauchen wir noch?“ fragte er Peck. Die beiden befanden sich auf dem Weg nach Balar Island, um dort einige Materialien abzuholen, die sie benötigten. Es war das erste Mal, dass Kaspar dorthin geschickt wurde, und es machte ihn etwas nervös auf eine andere Gruppierung von Überlebenden zu treffen. Normalerweise war er nicht für solche Aufgaben zuständig, aber die Verletzung eines Kollegen führte dazu, dass Kaspar hier für ihn einspringen sollte. Immerhin hatte er so eine Abwechslung, von seiner sonstigen Tätigkeit. Er genoss es zwar, in seinem Boot zu sitzen und dort den Fischfang zu übernehmen, jedoch gab es manche Tage, an denen es etwas eintönig wurde oder einfach nichts anbeißen wollte. Die Stille von dort fand er bisher aber auch auf dieser Mission wieder, da Peck scheinbar nicht der gesprächigste Mann auf Erden war. Vielleicht mochte er Kaspar nicht besonders oder er wollte lieber mit seinem üblichen Partner arbeiten, Fakt war auf jeden Fall, dass die beiden sich bisher fast nur anschwiegen. „10 Minuten noch“, antwortete er trocken, woraufhin Kaspar wieder nach draußen schaute … die Rückfahrt konnte ja lustig werden. In der Lage zu beschweren war er allerdings nicht wirklich. Seit er dem Cottage letztes Jahr beigetreten war hatte sich sein Leben doch schlagartig zum Besseren verändert. Es war zwar nicht gerade einfach für ihn in einer großen Gruppe zurechtzukommen, aber er konnte sich daran gewöhnen und um ehrlich zu sein, tat die Gesellschaft von anderen Menschen unheimlich gut.

Kurze Zeit später erreichten die beiden ihren Zielort und wurden von den Wachen durchgewinkt. Kaspar musterte die neue Umgebung voller Neugier. Man merkte sofort eine andere Atmosphäre als im Cottage. Peck parkte den Wagen und die beiden Männer stiegen aus „Okay Harding, du suchst mal jemanden der die Materialien organisieren kann, ich treff mich mal fix mit nem Kumpel hier, um hallo zu sagen“ bevor Kaspar widersprechen konnte, machte Peck sich schon auf den Weg. Er konnte sofort sehen, wie sich die Körpersprache des ach so stillen Mannes veränderte, als er einen der Koloniebewohner begrüßte und gemeinsam mit ihm fortlief. Alles klar der kann mich definitiv nicht leiden … Idiot. Er verdrehte die Augen und schaute sich dann um. Da stand er nun, wie ein kleines Kind, das seine Mutter verloren hatte, völlig unbeholfen, nur das seine Mutter hier nicht auftauchen würde, um ihn abzuholen. Nachdem einige Sekunden vergangen waren und er immer noch nichts ahnend vor dem Wagen stand, seufzte er und atmete einmal tief aus und ein. Gerade als er sich dafür entschied einfach einen der Leute hier anzusprechen, erklang die Stimme einer Frau hinter ihm, woraufhin Kaspar sich umdrehte und überrascht in das Gesicht einer jungen Dame blickte … in ein Gesicht, welches ihm nicht fremd war.

@Linnea Driscoll
(Hoffe das passt so ich bin etwas eingerostet ^^)

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#5

RE: Straßen

02.09.2021 13:49
Linnea Driscoll Linnea Driscoll (gelöscht)
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First Post


Linnea war gerade damit fertig geworden die Pferde aus dem Stall zu bringen, heute zur Abwechslung mal alleine, was vielleicht nicht das schlechteste war um zu sehen ob sie das erlernte von Adelaide schon umsetzen und die Reihenfolge wie die Tiere zur Koppel gebracht wurden auch einhalten konnte. Nun hatte sie das große Tor zur Koppel hinter sich geschlossen und lehnte kurz auf dem wettergegerbten Holz. So langsam wurde es kühler, buntgefärbte Blätter trudelten durch die lauen Winde, welche nun vermehrt über das Land zogen und so im Stillen dachte die Halbiren bei sich wie schön es wäre den nahenden Winter endlich im warmen zu verbringen. Mit genug Essen und Menschen um einen rum denen man vertrauen konnte. Zu viele Winter hatte sie da draußen alleine verbracht, sich durchgeschlagen und eine Zeitlang sogar geglaubt dass das ein nie mehr endender Kreis sein würde und der Rest ihres Lebens so weiterging, aber es war ganz anders gekommen, das Leben hielt also immer noch Überraschungen bereit.

Ein paar Minuten starrte sie gedankenverloren auf die Koppel, verfolgte die ausgelassenen Bewegungen der Pferde welche einfach nur glücklich darüber waren etwas Auslauf zu haben nachdem sie die Nächte in den Stallboxen verbracht haben und auch ihr Antares passte sich so langsam der neuen Gruppe an, es würde noch eine gewisse Zeit dauern, immerhin war er das neue Tier in der Herde, aber so wie sie ihren hübschen Schimmel kannte würde das definitiv was werden. Erst als eine weitere Briese aufkam und sie etwas begann zu frösteln, riss sie sich aus ihrer Gedankenwelt, zog die Strickjacke etwas enger um ihren zierlichen Körper und begab sich dann langsam wieder zurück ins Dorfinnere Balars. Es war so langsam Zeit für's Mittagessen und die Gerüche welche bis weit über das Dorf zogen verrieten, dass im Gasthaus schon fleißig daran gearbeitet wurde eine warme Mahlzeit für jeden zu zaubern. Auf dem Weg zum Gasthaus passierte sie auch die kleine Hauptstraße des Dorfes, wenn man es denn so nennen wollte, von weiter hinten konnte sie schon erkennen, dass dort jemand vor einem abgestellten Wagen stand und offenbar ein wenig verloren schien, umso näher sie heran trat umso schneller erkannte sie das ihr dieses Gesicht gar nicht so unbekannt erschien. "Mahlzeit! Kann man dir irgendwie helfen, du siehst ein wenig verloren aus?", wollte sie neckisch grinsend von ihm wissen, als er sich dann etwas mehr zu ihr drehte, war sie sich wirklich sicher dass sie sein Gesicht kannte. Nur ließ sie, wie meistens, ihr Namensgedächtnis im Stich, aber auch das würde sie wieder herausbekommen.

erwähnt: Adelaide Carlisle || angesprochen: @Kaspar Harding

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#6

RE: Straßen

02.09.2021 23:30
Kaspar Harding Kaspar Harding (gelöscht)
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Kaspar blickte in die braunen Augen der Frau, die nun vor ihm Stand. Er stockte für einen Moment, überfordert mit der schicksalhaften Begegnung die gerade stattfand. Die Frau grinste Kaspar an … sie schien sich also auch an ihn erinnern zu können. Kaspar jedenfalls hatte sie nicht vergessen. Er hatte vor seinem Beitritt der Kolonie Cottage-Sea nicht viel Zeit mit anderen Überlebenden verbracht, doch an diese Frau konnte sich Kaspar noch gut erinnern. Die meiste Zeit über hatte er zusammen mit Lorenzo und Diego verbracht. Selbst wenn sie auf andere Menschen trafen, endete dies entweder in einer sehr kurzfristigen Kooperation oder in einer blutigen Schießerei, letzteres passierte zum Glück nur selten, aber es gab immer wieder Arschlöcher, die meinten über andere bestimmen zu können. Rückblickend bereute er jedoch, dass die drei Männer sich von dem Rest der übrig gebliebenen Menschheit isoliert hatten. Unter anderen Umständen hätte die Geschichte seiner beiden Freunde nicht so früh ihr Ende genommen. Aber was brachte es schon eine ehemalige Entscheidung zu hinterfragen? Wer wusste schon was dann passiert wäre? Niemand. Es zählte nur, was hier in der Gegenwart passierte.

Kaspar schüttelte kurz seinen Kopf. „Linnea? Wie? Was? … es ist schön dich zu sehen“, antwortete er überrascht und fing nun auch an zu lächeln „lebendig“ fügte er hinzu, was er sofort bereute. Ernsthaft? Solche Kommentare können auch nur von mir stammen. Wer hätte gedacht, dass die beiden sich noch einmal begegnen würden. Kaspar knöpfte seine grüne Jacke etwas zu, als die kühle Luft durch das Herumstehen zunahm. „Wie lange bist du denn schon hier?“, fragte er die Brünette schließlich. Die beiden hatten damals nur eine Nacht miteinander verbracht … rein platonisch natürlich! Zu dem Zeitpunkt war Kaspar von seinen beiden Kameraden getrennt auf einer Versorgungstour und eine große Menge an Zombies führte dazu, dass die beiden miteinander ausharren mussten, bis die Gefahr vorüber war. In jenem Moment hinterfragte Kaspar zum ersten Mal wirklich, wieso er bisher fern von den anderen Überlebenden blieb.

Er hatte noch viele Fragen im Kopf, die er ihr stellen wollte, doch dafür würden sie hoffentlich später noch Zeit haben. Fürs Erste musste er an seine Aufgabe denken, irgendeiner musste ja die Verantwortung in die Hand nehmen und Peck hatte dies wohl nicht in seinem Interesse. „Ja also ich bin hier mit…“, er versuchte Linnea seinen überfreundlichen Kollegen zu zeigen, doch der war schon längst verschwunden. Kaspar schnaufte genervt auf „ach egal, ich bin hier, um Materialien für das Cottage zu besorgen, aber ich bin zum ersten Mal hier und kenne mich nicht wirklich aus.“ Er kratzte sich verlegen am Hinterkopf, aber war zumindest beruhigt, dass er hier jemanden kannte. Kaspar war nicht gerade ein Ass darin seine sozialen Fähigkeiten bei Fremden brillieren zu lassen und einen schlechten Eindruck bei einer anderen Kolonie zu hinterlassen, würde sicher nicht von Vorteil sein. Das letzte Jahr in einer Gruppe zu leben hatte definitiv einige Verbesserungen hervorgebracht, er lernte dort Anna kennen und hatte einen recht freundlichen Status bei den meisten Bewohnern. Allerdings befürchtete Kaspar, dass es wohl noch lange dauern würde, bis er endlich ohne ständige Hintergedanken mit anderen kommunizieren konnte. Kleine Schritte in die richtige Richtung bringen einen auch ans Ziel … das sagte er immer zu sich selbst.

erwähnt:@Anna Avery | angesprochen:@Linnea Driscoll

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#7

RE: Straßen

07.09.2021 14:03
Linnea Driscoll Linnea Driscoll (gelöscht)
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Erneut bewies ihr das Leben dass es immer wieder eine Überraschung für sie bereit hielt. Hier vor ihr stand Kaspar, sie hatten nur eine kurze Zeit gehabt um sich kennen zu lernen, aber die Zeit hatte ausgereicht um das sie sich an ihn als Person erinnerte. Ein wenig geredet hatten sie, sich ausgetauscht und sich gut verstanden, dann waren sie wieder ihres Weges gezogen. Ab und zu hatte sich Linnea gefragt wie es mit Kaspar weitergegangen war, ob er sich weiterhin als Nomade durch schlug oder ob er sich einer Kolonie angeschlossen hatte, ob er überhaupt noch lebte. Denn in der heutigen Zeit war es eigentlich relativ egal wie gut oder schlecht du im kämpfen warst, auch gute Kämpfer waren den Beißern erlegen und auch schlechte Kämpfer überlebten diese Zeiten. Es veränderte sich ständig irgendwas, die Zeit war mit der Apokalypse in einen Wandel geraten.

Die Überraschung über das heutige Wiedersehen stand sowohl ihm als auch ihr förmlich ins Gesicht geschrieben. "Ich freue mich ebenfalls dich zu sehen!", erwiderte sie und fügte ebenso das Wort "lebendig" hinten ran, sie schmunzelte, er würde wissen dass sie ihn nur ein bisschen ärgerte, aber liebevoll so wie man das unter Freunden manchmal eben machte. "Noch nicht so lange, ein paar Wochen, ich bin also der absolute Neuzugang von Balar!", setzte sie ihn ins Bild und war wirklich sehr glücklich dass sie die Möglichkeit bekam nun wieder mit ihm zu reden und sich auszutauschen. Eben noch wollte sie ihm vorschlagen ob er sie mit ins Gasthaus begleiten wollte als er auch schon durchblicken ließ, dass er sich erst um die Arbeit kümmern musste. Es machte Klick bei ihr und sie verstand, dass er derjenige war der heute zum Handeln hier war und mit ihrer Vermutung, dass er etwas verloren wirkte, hatte sie nicht ganz unrecht wie er ihr auch nur Minuten darauf bestätigte. "Kein Problem, ich helfe dir!", meinte sie, mittlerweile wusste sie ja zumindest einigermaßen wo hier was in Balar war und gemeinsam würden sie das schon hinbekommen. "Was für Sachen musst du denn für das Cottage besorgen?", wollte sie nun also von ihm wissen, sodass sie ihn dann dort hin führen konnte von wo sie besagte Materialien bekamen. Vielleicht hatte er ja sogar eine Liste oder so etwas dabei wo alles drauf stand und wo man es der Reihe nach abarbeiten konnte. "Du bist nun also beim Cottage gelandet, ja? Wie ist es dort für dich?", fragte sie ihn neugierig und war gespannt darauf was er zu berichten hatte von seinem neuen Zuhause.
"Nachdem sich unsere Wege getrennt hatten, habe ich immer mal wieder an dich gedacht und mich gefragt ob wir uns irgendwann wiedersehen werden, umso schöner zu hören, dass du nun auch endlich irgendwo angekommen bist", fügte sie ihrer vorangegangenen Frage noch hinzu und schenkte ihm ein warmes Lächeln.

erwähnt: xxxx | angesprochen: @Kaspar Harding

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#8

RE: Straßen

09.09.2021 18:48
Kaspar Harding Kaspar Harding (gelöscht)
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Kaspar war sehr erfreut das Linnea sich auch noch an ihn erinnern konnte. Bekanntschaften von früher in der heutigen Zeit wieder zu sehen war nicht gerade Alltagsprogramm geworden. Der ihm eben noch peinlich vorkommende Kommentar, wurde nun von der Frau erwidert, was Kaspar etwas zum Lachen brachte und er sich etwas an der Stirn kratzte, um den Scham dahinter zu verstecken. Immerhin nahm sie es mit Humor auf! Es gab mal Zeiten, in welchen er auf so einen Kommentar hin total stumm geworden wäre, aber dahingehend hatte er sich doch gut weiterentwickeln können. „Und gefällt es dir hier? Konntest du dich schon einleben“ fragte er sie, nachdem sie ihm von ihrer Ankunft bei Balar erzählte.
Viel lieber würde er nun mit seiner Kumpanin von damals ein entspanntes Gespräch führen. Er wollte wissen, was ihr seit dem damaligen Treffen passiert war und noch einiges über Linnea erfahren. Aufgrund der Tatsache, dass er hier zum ersten Mal war und er seine Leute im Cottage nicht enttäuschen wollte, empfand er es jedoch für wichtiger, erst einmal seine Aufgabe zu erledigen. Wenn das dann erledigt wäre, könnten die beiden hoffentlich noch etwas Zeit miteinander verbringen. Er wusste nicht was Linnea noch vor hatte, aber solange Peck noch weg war hatte er auf jeden Fall Zeit hier zu bleiben. Er atmete erleichtert auf, als Linnea ihre Hilfe an bat „Danke, du rettest mir gerade den Arsch damit!“ jetzt musste er Gott sei Dank nicht in irgendein komisches Gespräch mit einer unbekannten Person verwickelt werden. Im schlimmsten Fall war diese Person dann noch genervt von Kaspar und ignorierte ihn „Wir haben vom Cottage einige Materialien für die Reparatur der Mauer angefragt, zumindest meinte dies mein Kollege, einen Moment.“Kaspar kramte kurz in seiner Hosentasche und zog dann einen Zettel hervor „Na also, damit können wir doch was anfangen“ er zeigte ihr die dort stehenden Materialien.

Während die beiden los gingen unterhielten sie sich weiter „Ja, ich wohne dort nun seit fast einem Jahr“ erklärte er ihr „Es ist schön dort, man fühlt sich endlich mal sicher und die Leute sind auch relativ nett, manche jedenfalls.“ Er hatte dort nicht viele intensive Freundschaften oder so, aber es reichte ihm schon, wenn er sich locker mit manchen der Bewohnern unterhalten konnte oder sich einfach begrüßte, wenn man sich über den Weg lief. Früher hatte er oft Probleme damit gehabt, sich überhaupt normal mit anderen unterhalten zu können. Da hatte ihm sein Freund Lorenzo wirklich einiges beigebracht … Kaspar vermisste ihn wirklich. , als Linnea ihm erzählte, dass sie manchmal an ihn dachte. Wer hätte gedacht das so ein nerviger Tag, noch so eine schöne Wende nahm? „Wow, ich muss sagen das ist wirklich, ehm … naja schön … zu hören, dass du manchmal an mich denken musstest. Ich habe mich auch oft gefragt, wie es dir seit damals ergangen ist und freue mich wirklich, dass wir uns hier und jetzt wieder sehen.“ Er konnte nicht anders, als das warme Lächeln der Frau zu erwidern. Zusammen liefen sie weiter zu ihrer ersten Station, um dort die ersten Materialien zu besorgen.

Erwähnt: xxx | Angesprochen: @Linnea Driscoll

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#9

RE: Straßen

10.09.2021 13:46
Linnea Driscoll Linnea Driscoll (gelöscht)
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Linnea hatte es zwar nicht so mit dem Namensgedächtnis, wobei sich das bei ihm auch unterschied, was vermutlich daran lag dass sein Name doch ziemlich ausgefallen war und sie so vorher noch nicht begegnet war. Dennoch konnte sie sich aber vor allem auch Gesichter gut merken und wenn man dann noch eine Weile umher gezogen war, vergaß man das ja im Normalfall nicht so einfach. Es sei denn es war eine gemeinsame Zeit gewesen die man unbedingt vergessen wollte, aber dem war zum Glück nicht so gewesen. Schnell wirkte das Gespräch wieder vertraut, so als wäre dort nie eine lange Zeit zwischen gewesen in der man sich nicht gesehen hatte oder gar wusste ob der andere noch lebte. "Ich bin sehr glücklich darüber Balar gefunden zu haben, fühlt sich das erste Mal wie ein Zuhause an", berichtete sie ihm zufrieden. Hier war sie sicher, hier kümmerten sich die Leute um einander und sie musste sich nie Sorgen um die nächste Mahlzeit oder den nächsten Schlafplatz machen. Alleine das nahm schon unheimlich viel Stress und Sorgen von ihren Schultern.

Ein breites grinsen zog sich über ihre Lippen. "Ich kann dich ja nicht einfach so stehen lassen!", und tatsächlich hatte Kas eine kleine Liste dabei, was die ganze Sache durchaus etwas erleichterte. Lin brachte ihren Blick zu dem kleinen Zettel in seiner Hand und las sich die darauf nieder geschriebenen Materialien durch, dann nickte sie. "Perfekt! Das bekommen wir hin. Folge mir einfach, ich weiß wo wir das alles herbekommen", kurz machte sie eine winkende Handbewegung und dann setzten sich die beiden auch schon in Bewegung zu der ersten Station wo sie die ersten paar Materialien herbekommen würden. "Ich bin so froh dass du auch ein Zuhause gefunden hast", meinte sie ehrlich an ihn gerichtet. Nachdem sich damals die Wege der beiden getrennt hatten, hatte sie nur auf das beste für ihn gehofft und offenbar war das auch in Erfüllung gegangen. Die Überraschung konnte sie aus seinen Worten vernehmen was ihr ein leises Schmunzeln entlockte, offenbar hatte Kaspar nicht damit gerechnet, dass sie hin und wieder mal noch an ihn gedacht hatte. Er war neben Jordan und Liam einer der wenigen gewesen mit denen sie nicht nur zutun, sondern sich auch gut verstanden hatte. Linnea hatte in all ihren Jahren als Nomadin nicht viele Bekanntschaften oder Freundschaften gepflegt, weshalb die wenigen ihr gut im Gedächtnis geblieben waren.

Kaspar erwähnte dass es ihm ebenso erging und es war schön zu hören das jemand an einen dachte, gerade in einer so düsteren Welt wie dieser war das eine kleine, aber durchaus schöne Geste. "Und dann sind unsere Kolonien auch noch Handelspartner!", ja das Schicksal ging manchmal Umwege, aber führte doch zu guten Ergebnissen. Die erste Station auf der Liste erreichten die beiden nur kurz darauf, Linnea stellte Kas kurz vor und zusammen erhielten sie dann die erste Tauschware. Lin bot ihm an Tragen zu helfen, sodass er nicht alles alleine schleppen musste, dann ging es auch schon weiter zur nächsten Station. "Wenn das hier alles erledigt ist, dann zeige ich dir das Gasthaus, da können wir uns dann ein wohlverdientes Getränk holen!", vorausgesetzt er würde noch etwas Zeit übrig haben, was sie hoffte.

erwähnt: Liam Beaufort, Jordan Carter | angesprochen: @Kaspar Harding

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#10

RE: Straßen

11.09.2021 17:48
Kaspar Harding Kaspar Harding (gelöscht)
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Zuhause … vor der Apokalypse war wohl jedem bekannt, was dies bedeutete und hoffentlich hatte auch jeder Mensch einen Ort, den er als solches betiteln konnte. Für Kaspar war das Zuhause damals in Venedig im Hotel seines Vaters, bei seinen Eltern und seinen Freunden. So einen Ort hatte man in der neuen Welt nicht mehr wirklich. Etliche Menschen hatten vermutlich kein Zuhause mehr für sich oder deren Definition davon hatte sich stark gewandelt. Manche sahen es in einem Haus, manche in einer Kolonie und wiederum andere sahen ihr Zuhause einfach nur noch in einem anderen Menschen. Egal wie man es sah, jeder der so ein Gefühl von Heimat für sich behauten konnte, hatte es tatsächlich gut. „Das freut mich zu hören“, erwiderte er Linnea und musste für einen Moment nachdenken. Obwohl Kas schon recht lange Teil der Kolonie war und sich dort auch wohl fühlte, so konnte er es einfach nicht wirklich als seine neue Heimat betrachten … schon komisch diese Denkweiße, doch nach all den Jahren der Reisen mit seinen beiden Freunden, konnte er sich einfach noch nicht wirklich an die Zeit ohne die beiden gewöhnen.

„Dann bist du um ein gutes Stück freundlicher als mein Kollege!“, er lachte etwas, obwohl er es dem Mann immer noch etwas übel nahm. Während Lin sich die Liste durchsah, fiel Kaspar ein, was Lorenzo damals zu ihm sagte, nachdem er ihm von der Begegnung mit der Frau erzählt hatte. „Du hattest Glück, dass euer Treffen so verlaufen ist … beim nächsten Mal zögre nicht und bring es einfach zu Ende, man kann niemandem vertrauen“ … und nun stand jene Frau vor ihm und half ihm gerade. Er vermisste seinen Freund, doch nicht seine kühle Ader, die er im Laufe der Jahre entwickelt hatte. Zu seinem Glück konnte Linnea ihm auch noch direkt helfen und leitete ihn nicht an eine andere Person weiter. Auf dem Weg zur ersten Station stockte Kaspar kurz, als Lin nun erneut das Wort „Zuhause“ verwendete. Warum genau betrachtete er diesen Ort nicht als sein neues Zuhause? Das Thema würde ihn sicher noch beschäftigen. Für den Moment entschied er aber nicht zu widersprechen „Ja, da haben wir wohl beide Glück gehabt, dass es uns heute so gut geht“, er lächelte darüber, während sie ihres Weges gingen. „Haha ja, das Universum möchte uns wohl als Verbündete sehen … damals schon und heute“. Es hätte auch anders kommen können. Wie wäre das wohl verlaufen, wenn Linnea Teil einer feindlichen Kolonie gewesen wäre?

Die erste Station hatten sie schnell erreicht. Die Leute hier wirkten freundlich, wie Kas feststellte. Er bedankte sich, als Lin ihm einige der Materialien zum Tragen abnahm, ehe die beiden weitergingen. „Nichts lieber als das!“ ein gutes Getränk nach der Arbeit würde sicher guttun und so bekam er die Chance mehr mit seiner alten Bekannten zu sprechen. Kurz vor der zweiten Station holte Peck die beiden ein „Ah gut Kaspar, da bist du ja! Hör zu ich muss hier noch was Wichtiges klären, nimms mir nicht übel, wenn ich dich hier mit alleine lasse okay?“ Anstatt ihm seine Meinung zu sagen, beschloss Kaspar das Ganze einfach gehen zu lassen. Er war ja jetzt in guten Händen und eine unnötige Diskussion würde die Situation nur unnötig kompliziert sein „Ist schon okay“ er winkte den Mann ab. „Wir brechen abends auf, dann treffen wir uns wieder am Wagen“ Der Ältere ging wieder, woraufhin Kaspar kurz spöttisch auflachen musste. Na sicher doch du Penner. Was für eine billige Ausrede um gemeinsam mit Freunden etwas trinken zu gehen. Immerhin wusste er nun, dass er nicht sofort nach der Aufgabe wieder zurück zum Cottage fahren musste. „Und das eben war der Grund, wieso ich vorhin so verloren wirkte“ scherzte Kas, bevor sich die beiden weiter auf den Weg zur nächsten Station machten.

Erwähnt: xxx | Angesprochen: @Linnea Driscoll

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#11

RE: Straßen

14.09.2021 13:39
Linnea Driscoll Linnea Driscoll (gelöscht)
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Ein Zuhause konnte alles sein, es musste nicht immer ein Gebäude oder ein Zimmer sein. Lange hatte Linnea nach etwas gesucht dass sie ein Zuhause nennen konnte. Jahre nachdem die Apokalypse passiert war und so vielen Menschen ihr Zuhause genommen hatte. Sie hatte es nicht nur in einem Ort gesucht, sondern auch in Menschen und gehofft dass sie es finden würde. Wobei, so ganz ohne Zuhause war sie ja nie gewesen, ein großer Teil davon war Antares, das Stück Heimat was damals weggebrochen war nachdem alles den Bach runter ging. Antares war ihr niemals von der Seite gewichen, weshalb sie vor allen ihn da draußen als ihr Zuhause anführen würde.

Kas offenbarte ihr, dass sein Kollege wohl nicht der freundlichste Geselle war und Linnea verzog ein wenig ihr Gesicht. "Hat der dich wirklich einfach stehen lassen? Oh man...", wollte sie wissen, wobei das ja offensichtlich war, immerhin hatte sie Kaspar ganz alleine vorgefunden. Sah sich dabei sogar unterbewusst suchend um, konnte besagten Typen aber nicht ausfindig machen. Solche Leute hatte es schon vor der Seuche gegeben und gab es heutzutage wohl immer noch, Menschen änderten sich halt selten. Linnea ahnte nicht was Kaspar in diesem Moment durch den Kopf ging und hätte sie es gewusst, hätte es sie entweder erschreckt oder nicht verwundert, wer in solchen Zeiten immer noch vorwiegend an das Gute im Menschen glaubte war selbst Schuld. Harte Zeiten offenbarten des Menschen wahres Gesicht, nicht immer, nicht sofort, aber irgendwann und in irgendeiner Situation mit Sicherheit. Linnea kannte Kaspar nicht gut genug, sodass sie nicht erkannte dass seine Worte wohl nicht so ganz der Wahrheit entsprachen und er immer noch damit haderte das Cottage ebenfalls als ein Zuhause anzusehen, vielleicht würde das ja etwas später noch zur Sprache kommen.

Die erste Station hatten die beide nach einen kurzen Gesprächsaustausch hinter sich gelassen und waren nun auf dem Weg zur zweiten Station. Erst als eine ihr fremde Stimme ertönte wurde Linnea langsamer und hielt schließlich für diesen Moment an. Sie erkannte einen ihr fremden Mann und schwieg als dieser seine Worte an Kaspar richtete. Der Gesprächsaustausch zwischen beiden Männern war kurz, wirkte schon fast ein wenig angespannt und sobald Peck außer Hörreichweite war, brachte Lin ihren Blick zurück zu Kaspar. Sie wollte gerade zu ihrer Frage ansetzen als Kaspar ihr diese auch schon beantwortete. "Wow, sympathischer Kerl...", kam es ironisch über ihre Lippen. "Mit so einem Typen als Begleiter hast du dir absolut ein Getränk zum Feierabend verdient! Nur noch die und eine andere Station, dann sollten wir alle Materialien zusammen haben!", mit diesen Worten machte sie sich wieder auf in Richtung der nächsten Station.

Auch die restlichen Materialien waren schnell zusammen und nun befanden sie sich auf dem Weg zurück zum Wagen. Dort ankommend, lud Lin alles mit einem Schnaufen ordentlich ab und streckte einmal ihre Arme durch. "Auf Dauer wird das Zeug doch echt ziemlich schwer!", meinte sie schmunzelnd. Nachdem auch Kas alles abgeladen hatte was er trug, warf sie nochmal einen Blick auf die Liste, sodass sie auch wirklich nichts vergessen hatten. "Sieht so aus als hätten wir alles!", mit diesen Worten reichte sie die Liste zurück an ihren Besitzer, dann klatschte sie in die Hände. "Feierabend, Kas! Wollen wir uns ein Getränk im Gasthaus holen und dann zur Weide hoch? Da haben wir dann unsere Ruhe und Antares würde dich bestimmt auch gerne mal wieder sehen. Wie klingt das für dich?", schlug sie dem jungen Mann vor.

erwähnt: xxxx | angesprochen: @Kaspar Harding

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#12

RE: Straßen

17.09.2021 23:09
Kaspar Harding Kaspar Harding (gelöscht)
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Anders als Linnea hatte Kaspar leider niemanden mehr bei sich, der ihm das Gefühl von Heimat vermitteln konnte und auch wenn in ihrem Fall ein Pferd war, konnte sie sich wirklich glücklich darüber schätzen. Tatsächlich war das ziemlich beneidenswert, denn Tiere waren treu und loyal und anders als die meisten Menschen hatten sie keinen bösen Absichten … so einen Begleiter bei sich zu haben war Goldwert. Kaspar selbst hatte in seinem Leben nur sehr wenig Berührpunkte mit Tieren gehabt. Haustiere hatte er nie und bis auf ein paar Zoobesuche oder Hunde und Katzen von Bekannten, hatte er kaum welche getroffen. Umso überraschter war er damals, als Linnea ein Pferd bei sich hatte … für einen Moment wusste er gar nicht mehr richtig, wie man mit Tieren umging. Insekten nervten ihn nur und andere Tiere hatte er wenn dann nur gejagt.

Er zuckte mit den Schultern, als er Lins Kommentar hörte „Ich glaube er mag mich nicht besonders, aber egal.“ Ihn scherte es grundsätzlich nicht, was andere von ihm dachten. Doch um ehrlich zu sein war es frustrierend, da er nicht einmal die Chance hatte eine Verbindung zu dem Mann aufzubauen und trotzdem so kühl behandelt wurde. Auf der anderen Seite wusste Kaspar genau, dass andere Leute mit ihm auch Schwierigkeiten hatten. Wenn er jemanden nicht kannte, war er nicht gerade gesprächig, was vor allem daran lag, dass er nicht wirklich wusste, wie oder über was er mit den Überlebenden sprechen sollte. In Linneas Fall war es recht einfach gewesen, immerhin waren die beiden damals in einer echt gefährlichen Situation, da konnte sein Kopf ausschalten und er dachte nicht so viel nach. Sie jetzt wiederzusehen, löste weniger Kopfschmerzen als Freude und Neugier aus. Nicht selten hatte er wegen solcher Probleme schlaflose Nächte, aber er hoffte fest darauf, sein Laster eines Tages ablegen zu können.
Ein bisschen Erleichterung machte sich in ihm breit, als Lin ihm zustimmte. Seine Wahrnehmung war also nicht verzerrt oder so. „Das kannst du laut sagen“ er schüttelte den Kopf und musste kurz daraufhin lächeln, als Linnea auf das Feierabendgetränk einging. Das würde ihm wirklich guttun nach so einem Tag. Nachdem sie alle Materialien beieinander hatten, machten sie sich zurück auf den Weg zum Wagen. Er bemühte sich möglichst viele der Sachen selbst zu tragen, da er Linnea keine unnötige Arbeit machen wollte, aber alleine konnte er das ganze Zeugs einfach nicht tragen „Danke dir nochmal für die Hilfe“ er entlud den Rest auf den Wagen und streckte sich dann. Daraufhin sprang er vom Wagen herunter und lächelte zufrieden, als sie feststellten, dass sie alles beisammen hatten. Er nahm die Liste wieder entgegen und steckte sie in seine linke Hosentasche.

Kaspar rieb sich freudig die Hände, als Linnea verkündigte, dass sie nun fertig waren. Er freute sich nun sehr, dass die beiden nun ungestört Zeit miteinander verbringen konnten, bei einem gemütlichen Getränk. „Antares ist auch hier?“, fragte Kaspar verdutzt. Es wunderte ihn natürlich nicht, dass er zusammen mit Lin hier war, viel mehr fand er es erstaunlich, dass sie das Pferd so lange beschützen konnte. Immerhin war das bei Tieren deutlich schwerer als bei anderen Menschen. „Für mich hört sich das nach einem sehr guten Plan an!“ sagte er enthusiastisch und folgte der Dunkelhaarigen Richtung Gasthaus. Er wunderte sich tatsächlich, ob Antares ihn erkennen würde. Inwiefern Pferde den Geruch von Menschen über so lange Zeit behalten konnten, wusste er nicht. Die Tatsache, dass er dem Tier nur einmal begegnet war, spielte ihm dahingehend nicht in die Karten, aber er würde ja sehen was passiert. „Sag mal Linnea … ich habe mich das schon oft gefragt“, er unterbrach seinen Satz für einen Moment und setzte neu an „Hättest du dir gewünscht, dass wir damals nach dieser Nacht zusammen weitergezogen wären?“ Sie hatten sich damals wieder getrennt, nachdem die Gefahr sich gelegt hatte. Kaspar hatte darüber nachgedacht, ob er sie zu seiner Gruppe einladen sollte, aber konnte nicht über seinen Schatten springen. Was hätte Lorenzo wohl gesagt, wenn er eine quasi Fremde mit zu ihrem Lager gebracht hätte? Nun wunderte er sich also, wie Lin überhaupt darauf reagiert hätte.

Erwähnt: xxx | Angesprochen: @Linnea Driscoll

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#13

RE: Straßen

20.09.2021 12:12
Linnea Driscoll Linnea Driscoll (gelöscht)
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Sie wusste, dass sie glücklich sein konnte, dass sie wenigstens eine Sache oder viel mehr ein Tier in dem Fall besaß, welches ihr ein Heimatgefühl vermittelte. Viele Menschen hatten sowas heutzutage nicht mehr, oder sie verloren es mit der Zeit. Antares war die wohl loyalste Seele die ihr in dieser Zeit untergekommen war und das würde sie auch immer wieder so unterzeichnen. Menschen waren meist wankelmütig, nicht alle, aber viele. Wer weiß? Vielleicht entschied sich ja Kas auch irgendwann dazu den Schritt zu wagen und vielleicht zum Besitzer eines Pferdes zu werden, wenn ja, dann konnte er sich direkt an sie wenden und sie würde sich darum kümmern ein passendes Tier für ihn aufzutreiben. Manchmal brauchte man eben nicht viel mehr außer die treue Seele eines Tieres an der eigenen Seite, welche mit dir durchs Feuer geht, wo andere Menschen sich das drei Mal überlegen würden.

Nickend nahm sie seine Aussage hin, auch wenn ihr rätselhaft war was dieser Kerl gegen Kaspar hatte, aber manche Menschen waren oftmals auch einfach unzufrieden mit sich selbst und projizierten dass dann auf andere, vielleicht war er ja so einer. Lin hatte die ungesprächige Seite von Kas nie wirklich kennen gelernt, an dem Abend wo sie aufeinander getroffen waren hatten sie beide ziemlich unter Strom gestanden auf Grund der Beißer Herde und Adrenalin sorgte wohl einfach dafür, dass man alte Verhaltensweisen zumindest teilweise ablegte.
Als sie den Wagen dann nach einigen Minuten beladen hatten und Kas sich für ihre Hilfe bedankte, machte sie nur eine abwinkende Handbewegung. "Nicht der Rede wert, wenn dein anderer Kollege schon unfähig ist..", okay, der Kommentar war bissig und gemein gewesen, aber Kas würde ihr sicherlich zustimmen, immerhin wirkte der Kerl echt sehr viel weniger kompetent als es bei Kasper der Fall war. Den Wagen geschlossen, sodass später nichts rausfallen würde, konnten sie dieses Kapitel des Tages mit guten Gewissen ad acta legen.

Sie nickte bei seiner Frage, begann auch kurz zu erklären dass Antares der eigentliche Hauptgrund war wieso sie überhaupt nach Balar gekommen ist. Auch wenn die Fußverletzung von Antares echt schlimm aussah und Linnea zugegebenermaßen ziemlich in Panik geraten war, aber man hatte sie beiden aufgenommen, ihn behandelt und festgestellt das es am Ende sehr viel schlimmer aussah als es eigentlich war. Auf dem Weg zum Gasthaus stellte ihr der junge Mann eine Frage über die sie nicht lange nachdenken musste, ihren Blick in seine Richtung bringend nickte sie. "Ich hätte es schön gefunden, ja", beantwortete sie die Frage mit einem kleinen Lächeln. "Aber ich weiß auch, dass viele Menschen heutzutage lieber alleine umher ziehen und deshalb wollte ich mich damals nicht aufdrängen oder so", fügte sie noch an, sie wusste nichts von der damaligen Gruppe zu der Kas gehört hatte. Sie hatten in der Nacht nicht darüber gesprochen und danach ja sowieso nicht mehr als sich die Wege dann wieder trennten. "Was hättest du dir denn gewünscht?", stellte sie nun aber neugierig die Gegenfrage. Während sie noch auf seine Antwort wartete, erreichten sie auch schon die Tür zum Gasthaus. Linnea öffnete sie und lotste Kas dann den Weg zum Tresen, wo sie beide sich dann ihr Getränk bestellen konnten. Natürlich sprach sie ihm vorher noch eine Empfehlung für den Met aus, welcher von eigentlich fast jedem im Dorf konsumiert wurde.

erwähnt: xxxx | angesprochen: @Kaspar Harding

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#14

RE: Straßen

21.09.2021 23:01
Kaspar Harding Kaspar Harding (gelöscht)
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Über den Gedanken ein Haustier zu besitzen, sei es ein Hund, eine Katze oder sogar ein Pferd, war etwas, worüber Kaspar besonders seit der Apokalypse nie nachgedacht hatte. Das lag zum einen daran, dass man solche Tiere beim alleinigen Überlebenskampf draußen nicht mehr sonderlich oft antraf und zum anderen, hatte er seit dem Verlust seiner Begleiter eine gewisse Distanz aufgebaut, was die Verantwortung über das Leben anderer betraf. Menschen konnten zwar besser auf sich selbst aufpassen als Tiere, aber jeder konnte Fehler machen und jeder Fehler erhöhte das Risiko zu sterben. Ihm war es noch nicht wirklich bewusst, aber tatsächlich hatte er im letzten Jahr viele Fortschritte gemacht, seine Mauern abzulegen. Er baute eine Freundschaft zu Anna auf und schien nun auch mit Linnea wieder in Kontakt zu treten. Vor zwei Jahren hätte er nicht daran gedacht, dass so etwas passieren würde. Am Ende des Tages sehnte sich der Mensch einfach nach sozialen Kontakten und auch Kaspar blieb nicht von diesem Bedürfnis verschont, auch wenn es für ihn anfangs mehr harte Arbeit, als Freude bedeutete.

Kaspar war froh darüber, dass Lin ihn nie so erlebt hatte. In ernsten Situationen schaffte er es seine sozialen Probleme zu überwinden, als wären sie nicht mehr existent. Er musste böse grinsen, als Linnea seinen Kollegen als unfähig bezeichnete. Er hoffte es war das erste und letzte Mal, dass er mit Peck zusammenarbeiten musste. „Du sprichst mir aus der Seele“ er lachte etwas und lief dann vom Wagen weg. Schade eigentlich, dass Linnea nicht Teil des Cottages war, er würde sie zu 100% mit Peck tauschen, wenn er könnte.

„Ich verstehe … in der Not suchen wir alle wohl noch Hilfe bei anderen Menschen … freut mich aber, dass es Antares besser geht“, auch Kaspar war damals der Kolonie beigetreten, als er in einer schlimmen Phase war. Während des kurzen Fußwegs zum Gasthaus sprachen die beiden über die Zeit von damals. Mit einem Lächeln im Gesicht ließ er den Kopf hängen, als Linnea ihm auf seine Frage antwortete. Ein bisschen Enttäuschung aber auch Freude gingen in ihm auf, als er hörte, dass sie sich ihm gerne angeschlossen hätte. Enttäuschung, da dies nie zu Stande kam. Freude, da sie nicht nein gesagt hätte. Aber natürlich verstand er, warum sie nicht aufdringlich wirken wollte. Seine Gruppe hätte dies so oder so nicht für gut befunden, also wäre der Zusammenschluss der beiden eine komplizierte Angelegenheit geworden. Zu jener Zeit wäre es auch keine Option für Kas gewesen, sich von seiner Gruppe zu trennen, nicht nach allem was sie zusammen durchgestanden hatten. Es sollte wohl einfach nicht sein. Nun hatte er ja die Gelegenheit die Beziehung zu Linnea weiter auszubauen und dafür war er dankbar. Ihre Gegenfrage konnte er also einfach beantworten „Ja, es hätte auch mich gefreut, wenn wir zusammen weitergezogen wären“ die beiden standen nun vor dem Gasthaus und bevor sie dieses betraten, beendete Kas noch seine Gedanken „Aufdringlich wäre das nicht gewesen“ er lächelte ihr bestärkend zu „aber ich glaube leider, dass meine Freunde nicht begeistert von dieser Entscheidung gewesen wären … wenn wir uns irgendwann später getroffen hätten, wäre das alles vielleicht anders verlaufen. Ich bin aber froh dich nun hier wiederzusehen!“
Im Gasthaus angekommen, gingen die beiden zum Tresen „Met? Das habe ich noch nie getrunken, aber es gibt für alles ein erstes Mal“ er grinste und bestellte dies „Ich muss schon sagen, der Ort hier wirkt bisher ziemlich cool, ich kann mir gut vorstellen, dass du es hier gut aushalten konntest“ Kurze Zeit später bekamen die beiden ihre Getränke und Kaspar schnupperte neugierig an der Flüssigkeit, ehe die beiden sich auf den Weg nach draußen machten.

Erwähnt: @Anna Avery | Angesprochen: @Linnea Driscoll

tbc: Balar Island | Außenbereich | Pferdekoppel

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#15

RE: Straßen

10.11.2021 11:50
Thea Elisabeth Dunne Thea Elisabeth Dunne (gelöscht)
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CF: First Post


So richtig glauben konnte Thea noch nicht, dass sie mittlerweile tatsächlich in Balar wohnte und somit ihre Liebsten täglich um sich herum hatte. Ein kleines bisschen stolz war sie schon auf sich, endlich über ihren Schatten gesprungen zu sein und sich selbst so weit über den Weg zu trauen, dass sie annahm, sie würde keinen Ärger bereiten, indem sie in alte Muster verfiel. Obwohl, nein, sie nahm es nicht nur an - sie wusste, dass sie sich verändert hatte. Dies wurde ihr nicht nur bewusst, je mehr Zeit sie hier verbrachte, sondern auch durch die zwei Wochen im Cottage, in denen sie von @Jason Avery wieder aufgepäppelt wurde. Erstaunlicherweise fiel es ihr so sagenhaft einfach, in seiner Nähe zu sein, ohne sich getriggert zu fühlen oder im schlimmsten Fall sogar in einen Flashback zu verfallen. Sie wusste nicht, was der Arzt an sich hatte, doch fühlte sie sich in seiner Nähe einfach gut. Lebendig. Glücklich. Und auch irgendwie vollkommen. Etwas, was sie allerdings für sich behielt. Es war die eine Sache, bestimmte Dinge zu fühlen, doch noch einmal eine ganz andere Geschichte, diese dann auch auszusprechen. Außerdem wollte sie das zwischen ihnen, was sich so unbeschwert und einfach anfühlte, nicht zerstören oder es verkomplizieren, indem sie ihr inneres Chaos nach außen trug.

Nachdem sie das Cottage hatte besser kennenlernen dürfen und schließlich ins Balar zog, lag es nun an Thea dem Arzt ihr Zuhause zu präsentieren. Ihr Zimmer, was sich unmittelbar in der Burg befand, räumte sie noch schnell in Windeseile auf, obwohl es sowieso bereits super ordentlich war, ehe sie sich rasch ihre Jacke über schmiss und durch die Straßen Balars zog, um Jason am Eingangsbereich einzusammeln. Auf dem Weg liefen ihr diverse bekannte Gesichter vor die Nase, die sie selbstverständlich freundlich grüßte. @Ella Harris und ihren blonden Schopf konnte sie auch in der Ferne erahnen, doch blieb leider nicht mehr genügend Zeit, sich ihr für einen Plausch zu nähern, weshalb sie das auf einen späteren Zeitpunkt vertagen musste. Die Jacke um ihren schmalen Körper etwas fester gezogen und schließlich auch noch den Reißverschluss geschlossen, da ihr der Wind um die Ohren blies, erreichte sie nach wenigen Minuten den besagten Treffpunkt, an dem bereits Jason auf sie wartete, was Theas Miene schlagartig erhellte. In ihren feinen Gesichtszügen spiegelte sich nicht nur stückweit die Aufregung, sondern auch die Freude über seinen Besuch wieder, weshalb sie gar nicht anders konnte, als glücklich lächelnd auf ihn zu zulaufen. "Jason, wie schön dich zu sehen." Sprach sie mit freundlicher Miene und zog ihre Hand sofort aus ihrer Jackentasche. Instinktiv wollte sie diese mit der seinen verschränken, doch wusste sie gerade nicht so ganz, ob das auch für ihn in Ordnung wäre, weshalb sie jene wieder möglichst unbemerkt sinken ließ. "Hast du gut her gefunden? Ich kann es kaum erwarten, dir Balar zu zeigen. Natürlich gibt es für dich die Specialtour. Wenig Menschen, kein Tumult, einfach nur... du und ich." Ihre Mundwinkel schoben sich zu einem glücklichen Lächeln in die Höhe, während sie ihn aus ihren neugierig funkelnden Augen anblickte, die es einfach nicht schafften, sich von seinem Antlitz zu lösen. Ausgerechnet in Mitten Balar zu stehen an der Seite von Jason und ihm ihr Zuhause zu zeigen, glich einem wahrgewordenen Traum. Schließlich hatte sich Thea in all den Jahren still und heimlich nichts mehr gewünscht, als endlich sesshaft zu werden und somit einen Ort zu finden, der ihr Zuhause bildete. Über den Winter zog sie bereits immer mal wieder ins Balar, um nicht alleine der eisigen Kälte ausgesetzt zu sein, doch zog es sie sobald die ersten Knospen sprossen wieder in die weite Welt hinaus. Dies tarnte sie immer unter dem Aspekt der Freiheit, die sie einfach nicht hatte aufgeben wollen, doch in Wahrheit traute sie sich selbst nicht zu, ein Teil einer Gruppe zu sein, ohne diese ins Verderben zu stürzen. Nachdem, was damals geschehen war, wusste Thea einfach, eine dunkle Seite zu besitzen, die immer wieder an die Oberfläche dringen und somit ihr Handeln und Denken beeinflussen oder gar kontrollieren konnte. Etwas, was es um jeden Preis zu vermeiden galt, denn wollte sie die Menschen, die sie mit offenen Armen empfangen hatten und ihr somit ein Dach über dem Kopf boten, gewiss nicht in Gefahr bringen. Im Grunde trug also Jason - vermutlich, ohne es auch nur ansatzweise zu erahnen oder gar zu wissen - seinen Beitrag an der gegenwärtigen Situation. Sie war ihm unglaublich dankbar für alles, was er für sie getan hatte, denn fühlte sich Thea das erste Mal seit Ausbruch der Seuche angekommen. Heimisch. Zuhause. Ein Gefühl, dass sie über all die Jahre schmerzlich vermisst hatte. Jene Gedanken schob sie nun allerdings ganz schnell von sich und widmete sich stattdessen dem Hier und Jetzt, denn wollte sie die wenigen Momente, die sie mit Jason im Balar hatte, bestimmt nicht damit vergeuden, irgendwelchen Ideen oder Gedanken hinterher zu jagen, wenn sie diese Zeit doch sinnvoll nutzen konnte. Und so unternahm sie auch einen vorsichtigen Versuch, doch seine Hand zu nehmen, in dem sie ihre eigene empor wandern ließ und sie ihm schließlich entgegen streckte. Nun lag es bei ihm, ob er auf diese Geste einging oder nicht. Sicherlich gäbe es viele Menschen, denen es bitter aufstoßen würde, sollte er nicht ihre Hand ergreifen, doch gewiss nicht Thea. Wenn jemand nachvollziehen konnte, wie schwer es manchmal war, körperlichen Kontakt zuzulassen, dann gewiss die zierliche Brünette. "Na, komm. Lass uns rein gehen." Gab sie freudig von sich.


❞I find it kinda funny, I find it kinda sad. The dreams in which I'm dying are the best I've ever had. I find it hard to tell you. I find it hard to take. When people run in circles it's a very very... mad world.❞
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#16

RE: Straßen

16.11.2021 11:49
Jason Avery Jason Avery (gelöscht)
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Es war sehr seltsam gewesen, als Athene etwa zwei Wochen nachdem Jason und sein Trupp sie so verwahrlost im Wald gefunden hatten, das Cottage wieder verließ. Doch es gab von Jasons Seite keinen medizinischen Grund mehr, sie in seiner Praxis zu behalten, nachdem sie irgendwann begonnen hatte wieder anständig zu essen, zu trinken und mit jedem Tag kräftiger wurde. Natürlich war sie nach zwei Wochen noch bei keinem Normalgewicht für ihre Größe und Alter, so schnell war der Körper dann doch nicht, aber als Arzt hatte er keinen Grund mehr sie bei sich zu behalten. Als Jason… nun, da fiel es ihm deutlich schwerer, als er erwartet hätte, sie gehen zu lassen. Er würde es nie zugeben, oder auch nur gegenüber jemandem erwähnen, doch als das Tor das Cottage sich hinter der jungen Frau schloss, hatte sich in Jasons Magengegend ein flaues Gefühl eingestellt. Zum ersten Mal in seinem Leben. Und er hatte einige Tage danach nicht wirklich verstanden, wie er damit umgehen sollte. Hatte Tests gemacht, zuerst gedacht er hätte sich irgendwas eingefangen, etwas Falsches gegessen. Doch jedes Mal, wenn er abends in seinem Bett lag, die Arme hinter dem Kopf verschränkt und dann auf die leere Seite neben sich blickte, bemerkte er, wie dieses Gefühl schlimmer wurde. Könnte es also psychosomatisch sein? Könnte ihm mehr an Athene gelegen haben, als das berechtigte Interesse eines Arztes an seiner Patientin?
Nach einer gewissen Zeit verflog das Gefühl immer mehr, doch ab und zu, trat es nochmal auf. Abends, wenn er im Bett lag, oder mit Anna einen Spaziergang am Strand machte. Sich an den einen Tag erinnerte, als Athene ihn überredet hatte, doch mit ihr mal ins Meer zu gehen. Jason ging selten ins Wasser, ab und an zum Schwimmen ja, für den sportlichen Aspekt. Aber nicht zu Spaß. Doch in diesen paar Stunden, die er mit Athene dort verbracht hatte, hatte er wohl so viel gelacht wie sehr lange nicht mehr. Es waren wenige Momente, wenige Orte in dem Cottage, die bei ihm ab und an dieses Gefühl auslösten, dass er trotzdem noch nicht so wirklich einordnen konnte.
Bis zu dem Tag, als er erfuhr, dass sich Athene dem Balar angeschlossen hatte. Sie war also in der Nähe. Nicht mehr irgendwo alleine da draußen. Und der Tag, an dem sie sich wiedergesehen hatten, hatte sich dieses flaue Gefühl aufgelöst, als wäre es aus seinem Bauch herausgeflogen. Diese Metapher würde Jason aber nie benutzen, würde er sie nicht verstehen. Aber seitdem er wusste, dass Athene zumindest in einer gewissen Sicherheit war im Balar… ging es ihm besser. Und je öfter er sie sah, desto weniger hatte er noch dieses flaue Gefühl im Magen und desto öfter fühlte er sich… gut. Lebendig. Glücklich.

Heute war es soweit. Jason hatte das Balar tatsächlich noch nie besucht, so wirklich wusste er auch nicht, was er erwarten sollte. Es hatte auch einiges an Diskussion gedauert, dass er Rick und Daryl überzeugen konnte das Cottage für ein paar Tage zu verlassen. Das wichtigste Argument war gewesen, dass er nicht weit weg war und nicht irgendwo draußen. Natürlich konnte er die Seite der Anführer verstehen, jemand mit seinen Fähigkeiten war selten, war mehr Wert, als alles anders, dieses Risiko einzugehen konnte schlecht enden. Aber Athene hatte so viel vom Balar geschwärmt und außerdem interessierte es Jason, wie und wo die junge Frau lebte. Außerdem fragte er sich, wie ein Arzt in der Kolonie arbeiten konnte, wenn er selbst im Cottage schon oft genug frustriert war aufgrund der wenigen Möglichkeiten. Und er hatte Strom, warmes Wasser, Möglichkeiten tatsächlich kleinere Operationen unter fast sterilen Bedingungen durchzuführen. Aber hier? Im Balar, von dem er wusste, dass sie eher auf… altertümliche Methoden zurückgriffen?
Der Weg zum Balar war nicht sonderlich weit gewesen, zwei der Wachen hatten ihn mit einem Jeep bis zum Rand der Brücke gefahren und Jason war alleine über die Brücke bis zum Dorfeingang marschiert. Er hatte nicht viel bei sich, nur ein kleiner Rucksack mit wenigen Dingen, während er am Dorfeingang darauf wartete, dass Athene ihn wie besprochen abholte. Sein eisblauer Blick wanderte über die vielen Figuren aus Holz und Stein die dort standen, viele mythologische Figuren zeigten. Der Arzt wusste, dass einige Mitglieder von Balar aus Skandinavien kamen und noch an den alten Traditionen ihrer Vorfahren festhielten. Schwachsinn seiner Meinung nach, aber er wollte auch nicht diskutieren, dass es doch recht oft… Zeitverschwendung war.
Das Wetter war heute recht windig, besonders hier draußen auf der Insel, Jason trug eine dunkle Jeans, dazu seine braunen Stiefel. Obenherum ein Shirt, darüber ein legeres, graues Hemd und darüber noch eine herbstliche Jacke. So hätte er jegliche Möglichkeiten sich auf das Wetter einzustellen.
Als er Schritte auf dem Weg wahrnahm, hob er den Kopf und lächelte sanft, als er Athene erblickte. Was sich da alles in ihrem Gesicht widerspiegelte, konnte er nicht erkennen, doch er sah ihr einen Moment in die Augen, ehe er sich weiter umblickte. So bemerkte er auch nicht, dass sie ihre Hand einen Moment in seine Richtung steckte.
„Das ist sehr aufmerksam, danke Athene“, antwortete er und sah sie erneut an, lächelte diesmal etwas breiter, „Ich verbringe gerne Zeit mit dir. Alleine. Zwei der Wachen vom Cottage, Dylan und Irene, haben mich hergefahren, danke.“
Wie aufgeregt Athene tatsächlich war, konnte Jason ja nicht ahnen. Doch die junge Frau hatte vermutlich auch keine Ahnung, dass Jason wohl ähnlich aufgeregt war. Eine neue Umgebung bedeutete für den Arzt zunächst erstmal eine Menge Stress. Wenn er sich nicht auskannte, keine Ordnung für sich selbst hatte, damit musste er erstmal umgehen. Doch diesen Stress ließ er sich nicht anmerken, Athene kannte ihn ja mittlerweile auch schon ein wenig, weshalb sie diese weniger stressige Art von Führung wohl gewählt hatte. Es wäre für Jason die pure Überforderung geworden, wenn sie ihm nun jedes einzelne Mitglied von Balar vorgestellt hätte, direkt am Anfang. Zunächst wollte er die Örtlichkeit kennenlernen, sich zurechtfinden, dann könnte er vielleicht langsam damit beginnen mit den Leuten umzugehen. Oft wollte Jason ja auch einfach nicht unhöflich oder gar unfreundlich rüberkommen. Wer ihn und seine Art nicht kannte, konnte sich aber oft so behandelt fühlen. Weshalb es ihn auch ein wenig beruhigte, Athene an seiner Seite zu haben und zu wissen, dass jemand dabei war, die sein Verhalten manchmal vielleicht aufklären konnte.
Sein Blick huschte hinab, als er die Bewegung ihrer Hand nun doch wahrnahm und ohne zu zögern hob er ihr seine Hand entgegen, verschränkte ihre Finger mit seinen. Ihre Hand war warm und ein wenig schwitzig, eine Tatsache die er anfangs als noch sehr störend empfunden hatte, sich mittlerweile aber daran gewohnt hatte. So fühlten sich lebendige Menschenhände eben an. Vermutlich war sie auch ein Stück hierhergelaufen, weshalb ihre Handinnenflächen etwas feucht waren. Dass Athene eventuell nervös oder aufgeregt war, daran dachte Jason natürlich nicht.
Doch nach nachdem sie nicht das erste Mal Hand in Hand liefen, empfand Jason es, nach dem ersten Kontakt den er immer erstmal irgendwie unangenehm fand, doch als ganz… schön. Und nachdem Athene sich mittlerweile nicht mehr von jedem leichten Zucken seinerseits abschrecken ließ, sondern wusste, dass es nur seine ganz normale, erste Reaktion auf Berührung war, wurde es auch besser. Es waren nur diese ersten zwei oder drei Sekunden nach Kontakt, dann ging es für ihn. Oder war mittlerweile ja auch angenehm.
„Okay…“, antwortete er nur und ließ den Blick nochmal über die Figuren vor dem Dorf schweifen, dann folgte er Athene durch den Toreingang ins Dorf. Es war wirklich komplett anders, als das Cottage oder das Clubhaus. Viel… urtümlicher. Hier zu wohnen könnte sich Jason definitiv nicht vorstellen, alleine der ganze Schmutz… nein, ihm fehlte hier von Anfang an die Ordnung. Aber vielleicht war es oben in der Burg ja besser. Er hoffte es zumindest.
„Hmm…“, murmelte er nur leise, was schon ungewöhnlich war für ihn. Doch bei Athene machte er ab und an für ihn ungewöhnliche Dinge. Normalerweise war jedes Wort von Jason wohl überlegt und logisch.
„Sehr… urtümlich hier“, fuhr er dann fort und ließ den Blick von einer Holzhütte zur nächsten schweifen, „Ich habe schon erfahren, dass hier in Balar einiges ein wenig… historisch ist, aber es zu sehen lässt es mir deutlich besser verstehen…“

@Thea Elisabeth Dunne

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#17

RE: Straßen

25.11.2021 10:25
Thea Elisabeth Dunne Thea Elisabeth Dunne (gelöscht)
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Thea konnte noch nicht so richtig glauben, wirklich ein fester Teil von Balar zu sein. Es gab Momente, in denen sie instinktiv ihren Rucksack packen und in die große weite Welt hinaus ziehen wollte. Zwar fühlte sie sich durchaus angekommen und verspürte bereits seit geraumer Zeit das Gefühl, endlich zuhause zu sein, doch ließen sich alte Verhaltensweisen und Muster nur schwer aufbrechen, wie sie immer wieder aufs Neue hatte feststellen dürfen. Dementsprechend gab es jene Tage, an denen es ihr wahnsinnig schwer fiel, nicht einfach aufzubrechen. Mittlerweile traute sie sich selbst wieder über den Weg, woran @Jason Avery einen großen Verdienst hatte, doch war sie noch weit davon entfernt, mit sich im Reinen zu sein. Somit würde es auch immer wieder Momente geben, in denen die dunklen Dämonen in ihrem Kopf lauter wurden - sie regelrecht anschrien und ihr schlimme Dinge zuflüsterten. Dinge, die nicht nur ihr Selbstbild verzerrten und stückweit zerstörten, sondern auch ihr Handeln und Denken zunehmend beeinflussten - wenn nicht sogar gänzlich kontrollierten. Meistens handelte sich dabei um Tage, an denen sie - rein von der Psyche her - nicht besonders stabil war, weswegen sämtliche vergangene Erlebnisse wie ein Kartenhaus über sie zusammenfallen schienen, unter dem sie schließlich begraben wurde. Mittlerweile hatte sie einen Weg gefunden, um nicht gänzlich von einem Flashback eingeholt zu werden, der alles, was sie sich in den letzten Monaten mühevoll erarbeitet hatte zu Nichte machte. Meistens fing sie in Momenten, wie diesen, an zu putzen. Ihr Zimmer, Teile der Burg, die Küche. Letztens durfte sogar die Vorratskammer dran glauben und wurde von ihr komplett auf den Kopf gestellt. Dass sie so einen zwanghaften Putzwahn entwickelte, war ihr durchaus bewusst, doch nahm sie diesen in Kauf, wenn sie dafür von ihren Flashbacks weitestgehend verschont blieb. Eine gute Sache hatte es allerdings, denn glänzte ihr Zimmer, was auch Jason zusagen dürfte.

Einen kurzen Blick warf sie auf seine Hand, die er ihr nun entgegen streckte, ehe sie schließlich ihre beiden Händen vorsichtig miteinander verschränkte. War dies doch mittlerweile eine kleine Geste mit umso größerem Wert zwischen ihnen geworden, die nur sie beide richtig zu deuten wussten. Wenn jemand verstehen konnte, dass man manchmal einfach nicht die Nähe des anderen ertragen konnte, obwohl man dies durchaus wollte, dann war es gewiss Thea, der es doch ganz ähnlich ging. Umso erfreuter war sie auch darüber, dass es zwischen Jason und ihr so... einfach war. Keiner von ihnen musste sich rechtfertigen, wenn man hin und wieder einfach lieber für sich sein wollte, weswegen es auch in keine großen Streits ausartete. Vermutlich wusste es Jason nicht einmal, doch trug er mit seinem ganzen Wesen zu ihrer Genesung bei. Körperlich, seelisch und psychisch. Etwas, was sie ihm sicherlich irgendwann unverblümt entgegen bringen würde, doch war dafür einfach noch nicht der richtige Zeitpunkt bekommen, da Thea noch weit davon entfernt war, wieder 'gesund' zu sein. Eher unbewusst drückte sie seine Hand leicht, während sie gemeinsam die Tore passierten und somit in den Innenbereich liefen. Man konnte Thea regelrecht ansehen, wie glücklich sie hier war. Repräsentativ dafür stand auch ihr zufriedenes Lächeln, was einfach nicht ihren weichen Gesichtszügen entweichen wollte. "Stimmt, das Balar ist so ganz anders, als das Cottage. Jedoch wird es dir hier sicherlich gefallen." Abermals erspähte sie in der Ferne den blonden Schopf von @Ella Harris weswegen sie es sich nicht nehmen ließ, ihr fröhlich zu zuwinken. Dann allerdings wandte sie sich wieder Jason zu und betrachtete ihn eingehend mit ihren tiefbraunen Rehaugen, in denen sich die Freude, gepaart mit der Neugier widerspiegelte, weswegen diese von einem gewissen Schimmer überzogen wurden. "Gibt es etwas, was du zuerst sehen möchtest? Vielleicht bringen wir erst einmal deinen Rucksack zu mir, huh?" Mit einem kleinen Nicken deutete sie auf diesen, ehe sie sich mit ihrer freien Hand eine verirrte Strähne aus dem Gesicht schob und diese unmittelbar hinter ihr Ohr beförderte. "Ansonsten würde ich vorschlagen, dass ich dir erst einmal Balar zeige. Oder hast du Hunger? Möchtest du etwas trinken? Dann würden wir natürlich mit der Küche starten, in der sich meines Wissen nach, auch gerade niemand befindet." Schließlich wusste sie doch, dass Jason kein besonders großer Freund davon war, unzählige fremde Menschen um sich herum zu haben, weswegen sie auf seine Bedürfnisse auch entsprechend eingehen und ihre kleine Balar-Tour auch anpassen wollte.
Gemeinsam liefen sie die Straßen entlang und konnten dabei hin und wieder vereinzelte Menschen erblicken, die ihrer Arbeit nachgingen oder einfach von einem Ort zum Anderen wollten, die zwar freundlich von Thea gegrüßt, aber ansonsten gemieden wurden. Natürlich würde sie ihm am liebsten einfach jeden Bewohner vorstellen, vorrangig Ella, @Skadi Nygard oder @Ivar O Bryan doch wollte sie Jason weder überfordern, noch verschrecken. "Sicherlich wird es dir schon aufgefallen sein, doch fühlen wir uns sehr mit der Natur verbunden. Dies spiegelt sich auch in unserem kompletten Leben wieder." Kurz dachte sie über ihre Worte nach, ehe sie fortführte. "Vermutlich würde jeder Mensch so etwas über die Kolonie sagen, in der er lebt, doch... hier wohnen wirklich gute Menschen. Sie haben mich jeden Winter aufgenommen und mir somit vollkommen selbstlos einen Platz in ihren Reihen geboten. In Zeiten, wie diesen... trifft man kaum noch auf liebevolle, herzliche Menschen." Erzählte sie mit typisch weicher Stimme, während ihr dunkler Seelenspiegel exemplarisch durch die Gegend huschte und somit jeden noch so kleinen Fleck erspähte, was schließlich zu einem zufriedenen Seufzen ihrerseits führte. Deswegen war es auch umso wichtiger für sie, Jason diesen Ort zu zeigen. Ihr zuhause.


❞I find it kinda funny, I find it kinda sad. The dreams in which I'm dying are the best I've ever had. I find it hard to tell you. I find it hard to take. When people run in circles it's a very very... mad world.❞
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#18

RE: Straßen

27.11.2021 11:49
Jason Avery Jason Avery (gelöscht)
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Das er mal mit einer Person freiwillig Hand in Hand laufen würde, hätte Jason niemals für möglich gehalten. Jeglichen körperlichen Kontakt beschränkte er sonst auf ein Minimum, die einzige, die ihn in den Arm nehmen durfte, war die letzten Monate Anna gewesen, seine Schwester. Dass er es mochte, wenn Anna ihn umarmte konnte er nicht wirklich sagen, aber er konnte es… akzeptieren, wenn sie es tat. Oder sie ihre Hand auf seine Schulter legte, ihm mit der Hand über den Rücken fuhr. Doch wirklich angenehm oder schön fand er es nicht, er hatte einfach nicht das Bedürfnis danach. Von sich aus, würde er dies wohl niemals bei Anna tun. Zumindest nur in einer wirklichen Ausnahmesituation. Auch wusste er, dass es bestimmten Situationen angebracht war, auf eine moralisch ethische Art und Weise, körperliche Zuneigung oder Anteilnahme zu zeigen. So nahm man die Hände der Witwe in die Hände und bekundete sein Beileid, oder legte einem Kind dessen Mutter gerade verstorben war, die Hand auf die Schulter. Gut war Jason in so etwas dennoch nicht, wirkte es bei ihm eigentlich immer erzwungen, was es auch war. Er tat es nicht aus Menschlichkeit, sondern, weil er wusste, dass es so sein sollte. Weil er nicht wirklich verstand oder nachvollziehen konnte, weshalb.
Doch so langsam konnte er es zumindest ein Stückweit begreifen. Denn er hielt gerne Athenes Hand in seiner, zumindest nach einem kurzen Moment, konnte verstehen, weshalb es ein… angenehmes Gefühl in Leuten auslöste, körperlichen Kontakt zu spüren. Ohne einen sexuellen Hintergrund. Und das schon Händchenhalten eine sehr… intime Berührung sein konnte. Und wer könnte ihn da besser verstehen, als Thea? Die selbst ihre Probleme mit Berührung zu haben schien, aber aus einem völlig anderen Grund als Jason. Unterschwellig wünschte sich Jason, dass er jemanden finden könnte, der eine psychologische Karriere hatte vor alledem. Diese Person könnte Athene wohl noch sehr viel helfen, mit ihren Erlebnissen klarzukommen, doch lebten sie halt nicht mehr in einer Welt, in der man mal eben einen Psychologen anrufen konnte. Das gestaltete sich mittlerweile eher schwierig.
Er spürte das leichte Drücken von Athenes Fingern an seinen, als sie seine Hand in seiner spürte und ohne darüber nachzudenken erwiderte er es. Was auch immer es bedeuten mochte, er tat es einfach.
Sie liefen durch den Beginn des Dorfs und Jason machte einen kleinen Kommentar darüber, dass es doch recht urtümlich im Balar war.
„Was lässt dich zu diesem Entschluss kommen, dass es mir hier gefallen wird? Bisher sehe ich dazu noch keine Ansatzpunkte, die mich tatsächlich überzeugen, dass dies hier ein Ort ist, den ich als angenehm oder positiv empfinde“, antwortete Jason, sah Thea aber nicht an dabei. Es war keinesfalls böse gemeint, aber wie Jason ebenso war, war er zunächst erstmal ehrlich. Und bisher hatten ihn die altertümlichen Gegebenheiten nicht überzeugt. Der Dreck, die Hütten aus Holz oder Stein, in denen man vermutlich mit Feuer für Wärme sorgen musste. Feuer! War diesen Leuten nicht bewusst, was für ein gesundheitlichen Risiko Feuer in geschlossenen Räumen darstellen konnte?!
Als Athene jemandem winkte, folgte Jasons eisblauer Blick ihrem und er entdeckte eine junge, blonde Frau, die wohl in Theas Alter sein musste. Obwohl Jason sehr schlecht darin war, das Alter von Leuten einzuschätzen. Die Haut jedes Menschen war anders, je nachdem welche ethnische Herkunft die Person hatte, wie sie sich ernährte, welche Arbeit sie ausführte, ob an der frischen Luft oder drinnen oder untertage. Ein 40-jähriger Mann der seit 25 Jahren im Bergwerk schuftete hatte eine völlig andere Haut als ein 40 jähriger Manager eines großen Unternehmens. Und doch waren beide gleich alt.
Jason blieb unbeteiligt an der sozialen Interaktion der beiden Frauen, sah sich weiter um, sein Interesse an der blonden Frau war schon verflogen. Der Dreck, der unter seinen Stiefeln knirschte, unterbrochen, wenn sie doch mal über etwas größere Steinplatten liefen, ließ ihn fast schon denken, sie wären in garkeiner Kolonie.
„Ich denke es wäre strategisch am sinnvollsten, wenn ich nächst meinen Rucksack abstellen könnte. Was auch immer der Ort „zu mir“ bedeutet“, antwortete Jason und blickte kurz zu Athene. Er hatte keine Ahnung ob sie hier ihr eigenes Haus hatte, ein Zimmer in einem der Häuser oder wie und wo sie hier lebte. Er hoffte einfach nur, dass er heute Nacht nicht unter freiem Himmel nächtigen musste. Denn er hatte keinen Schlafsack dabei und bei dem doch eher… feuchten, ab und an regnerischen Wetter würde es doch eher begrüßen im Trockenen zu schlafen.
„Anschließend kannst du mir den Rest des… Dorfes zeigen, wenn du möchtest. Ich bin heute dein Gast, ich folge dir…“, er machte eine kurze Pause in der er überlegte, ehe er breit lächelte und mit stolzem Tonfall fortfuhr, „Ich folge dir auf Schritt und Tritt?“
Es war für Jason immer ein Erfolgserlebnis, wenn er es schaffte ein Sprichwort im richtigen Moment anzuwenden. Machten sie für ihn ja keinen Sinn, doch er wusste, dass es in der Konversation oft passend war.
Anschließend liefen sie weiter durch das Dorf, Thea begrüßte immer wieder Leute, doch Jason schenkte ihnen nach einem kurzen Blick erstmal keine Aufmerksamkeit mehr. Er interessierte sich nicht für Leute, die ihm nicht direkt vorgestellt wurden und mit denen er sich dann auseinandersetzen musste. Und er war wirklich froh zunächst sich erstmal mit niemandem auseinandersetzen zu müssen, außer Thea.
„Ich dachte, das hätte ich mit meiner Wortwahl vorhin schon deutlich gemacht“, kommentierte Jason Athenes Satz, dass ihm wohl aufgefallen sein musste, dass die Leute des Balar der Natur sehr verbunden waren. In der Historie oder dem Urtum waren die Leute ja auch sehr nahe an der Natur gewesen, hatten sogar noch an Götter und Geister in den Pflanzen, Tieren und im Wetter geglaubt. Befremdlich, wie man soetwas glauben konnte. Dass es Verbindungen zwischen Pflanzen gab, Pilze die miteinander durch Botenstoffe unter dem Waldboden kommunizierten und Tierarten fremder Spezies, die in einem Verbund lebten, sich gegenseitig warnten oder als Nahrungsquelle dienten wie Vögel die aus dem Fell von Elchen Fliegen fingen oder ähnliches. Ja, das gab es, das war wissenschaftlich belegt. Aber etwas so mystisches wie ein Lebensbaum, oder dass hinter dem Donner ein Gott stecken musste, nein. Das war einfach nur Fantasie. Zumindest nach Jasons Meinung.
Weshalb er das Dorf schon zu Beginn ihres Spaziergangs als sehr urtümlich und historisch bezeichnet hatte.
„Nun, dann muss ich den Leuten des Balars wohl Dankbarkeit zukommen lassen in einer Art und Weise, dass sie dich im Winter aufgenommen haben. Sonst könnten wir jetzt nicht gemeinsam hier entlanglaufen und ich wüsste nicht, wo ich dich finden könnte. Und das wäre… suboptimal, da ich tatsächlich gerne Zeit mit dir verbringe Athene“, sprach er dann weiter.
Mit diesen Worten blieb er einen Moment stehen, sodass Athene durch ihre verbundenen Hände ebenfalls stehen bleiben musste.
„Ich muss meine Aussage von vorhin revidieren“, korrigierte er sich und sah Athene an, lächelte sanft, „Es gibt einen Ansatzpunkt, weshalb dieser Ort mir gefallen könnte. Und dieser Ansatzpunkt bist du. Da du hier nun lebst, kommst du auf die Pro-Seite von Balar.“
Sein blauer Blick traf auf ihren braunen, dann huschte sein Blick einen kurzen Moment auf ihre Lippen, ehe er wieder in ihre Augen blickte. Dann hielt er den Blickkontakt eine Weile, ehe der Arzt wieder wegsah, ein paar Mal blinzelte. Komisch. Was war gerade eben geschehen. Er hatte kurz das Bedürfnis gehabt etwas zu tun, doch dann war es wieder verflogen.

@Thea Elisabeth Dunne

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#19

RE: Straßen

03.01.2022 11:15
Thea Elisabeth Dunne Thea Elisabeth Dunne (gelöscht)
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Thea konnte noch immer nicht so ganz glauben, sich wirklich dem Balar angeschlossen und somit ihren inneren Schweinehund, der sie bislang an dieser endgültigen Entscheidungen hinderte, überwunden zu haben, doch fühlte es sich nach ihrem zweiwöchigen Aufenthalt im Cottage so herrlich richtig an, endlich ein Teil der Familie zu werden und sich somit hier nieder zu lassen. Tatsächlich hatte Thea all die Menschen - so unterschiedlich sie auch sein mögen - ins Herz geschlossen und wollte keinen einzigen mehr von ihnen missen. Die dunklen Stimmen, die ihren sonst so rational denkenden Kopf beeinflussten, waren nicht gänzlich verschwunden - vermutlich würden sie dies niemals, doch glaubte Thea - nein, viel eher wusste sie es - sie im Griff zu haben, sodass so etwas wie der Brand nie wieder geschehen würde. Außerdem hatte sie mit @Ivar O Bryan einen Deal geschlossen, der es ihr erlaubte, hin und wieder das Balar zu verlassen, wenn ihr doch alles zu viel wurde und somit ihre PTBS reinkickte, weshalb sie keinen anderen Menschen um sich herum ertrug. Natürlich würde sie nicht auf einmal wochenlang verschwinden - nein, viel eher handelte es sich dabei um einen kleinen Ausflug, der lediglich mehrere Stunden, höchstens einen Tag lang andauerte, um ihre wirren Gedanken wieder in die richtige Bahn lenken und somit zu sich selbst finden zu können. Es kam in letzter Zeit immer seltener vor, dass sie überhaupt von irgendwas getriggert wurde, weshalb sie so langsam, aber sicher, wieder zur alten Thea wurde und somit eine Seite präsentierte, die sie jahrelang bewusst unter Verschluss hielt, um sich bloß nicht angreifbar zu machen. Ohne es so recht zu wissen, geschweige denn, es zu ahnen, hatte dies etwas mit ihrem Kontakt zu @Jason Avery zu tun, der ihr Leben - so ironisch es möglicherweise auch klingen musste, wenn man sowohl ihn, als auch die komplizierte Thea kannte - erstaunlich einfach werden ließ.

Ihren Blick angehoben, richtete sich ihr rehbraunes Augenpaar unwillkürlich auf seine vertrauten Gesichtszüge, während sie gemeinsam durch das Dorf liefen, wobei Thea penibel darauf achtete, dass sie lediglich für sich blieben, da sie Jason unter keinen Umständen überfordern wollte. Eine vollkommen andere Kolonie kennenzulernen war die eine Sache - ihre gesamten Bewohner aber obendrauf zu erleben, noch einmal eine ganz andere Geschichte. Besonders, wenn man wie Jason und auch Thea selbst, sich nicht allzu viel aus zwischenmenschlichen Kontakten machte und somit hin und wieder ganz gerne für sich war. "Mh, ich habe es einfach im Gefühl, dass es dir hier gefallen wird. Ich weiß, du schüttelst sicherlich innerlich über viele Dinge, die wir so ganz anders handhaben als ihr, den Kopf, doch fühlen wir uns eben der Natur etwas näher verbunden. Ich glaube, ich habe dir schon einmal gesagt, dass ich mich ziemlich gut mit Pflanzen und deren Wirkung auf den menschlichen Körper auskenne, oder? Nun, so geht es vielen Menschen hier. Mein... Vater hat damals bei unseren kleinen Survialexperimenten immer penibel darauf geachtet, uns die Pflanzenkunde näher zu bringen." Es gab selten Momente, in denen sie einfach über ihre Familie und somit über die Zeit vor dem Ausbruch sprach. Genau genommen konnte sie sich lediglich an ein einziges Gespräch zwischen @Ella Harris und ihr erinnern, in dem sie etwas über sich selbst preisgab, doch fühlte es sich gerade so... richtig an, ihn stückweit hinter die einst mühevoll aufgebaute Fassade blicken zu lassen, weshalb sie gar nicht so recht darüber nachdachte, welche Macht sie ihm damit einräumte. "Zur Erklärung... ich stamme aus einer Militärfamilie. Mein Vater war ein ziemlich hohes Tier und mein ältester Bruder trat in seine Fußstapfen, während ich mich meiner Mutter eher verbunden gefühlt habe und somit - wie sie - meine Faszination für die Medizin auslebte. Sie... war Chefärztin für Unfallchirurgie." Platzte es einfach so aus ihr heraus, während sie immer tiefer in das Dorf hinein liefen. "Mein Vater bereitete uns mehrmals jährlich innerhalb eines sogenannten Survialexperiments auf das mögliche Ende der Welt vor. Damals dachte ich immer, dass er einfach etwas.. neben der Spur ist, um ehrlich zu sein. Ich meine, wir waren keine Texaner und doch war es ihm sagenhaft wichtig, uns den Umfang mit diversen Waffen beizubringen. Selbst den Jüngsten von uns. Das alles... hat mir ziemlich geholfen, als die Seuche ausbrach." Voller Wehmut dachte sie an ihre Familie zurück und somit auch jene kostbare Momente, die sie eindeutig hätte viel eher zu schätzen wissen und genießen sollen, weshalb sich ihr Herz auf einmal ganz schwer anfühlte. Zusätzlich drang ein tiefes Seufzen aus ihrer Kehle, da sie gerade nicht so ganz verstand, wieso sie diese Erinnerungen mit Jason teilte, wenn sie es doch nicht einmal fertig brachte, auf das Bild ihrer Familie zu blicken, ohne gänzlich die Fassung zu verlieren, was von Beginn an ihren stetigen Begleiter bildete. Ohne es so recht zu bemerken, hielt sie kurz die Luft an und übte dabei leichten Druck auf seine Hand aus, um das innere Chaos irgendwie zum Ausdruck bringen zu können. "Wie dem auch sei. Ich wohne in der Burg. Wir sind gleich da und dann kannst du erst einmal deine Sachen abstellen, bevor ich dir den Rest zeige." Gab sie mit leicht brüchiger Stimme von sich, da ihr die Erinnerungen noch immer nachhingen und sie zunehmend zu beeinflussen schienen, was sie allerdings mit einem kleinen Lächeln zu überspielen versuchte. Bevor es dazu allerdings kommen konnte, verspürte sie, wie Jason auf einmal stehen blieb, was sie ihm gleich tat. Sofort reckte sie ihr Kinn ein kleines Stück empor, um den vorherrschenden Größenunterschied zumindest ansatzweise minimieren zu können und zeitgleich in seine vertrauten Gesichtszüge zu blicken, wobei sie ganz deutlich dieses eine, ganz bestimme Gefühl in ihrem Inneren verspürte, welches sie nicht so ganz einordnen konnte. Lediglich Jason hatte es jemals geschafft, dies in ihr auszulösen, was sie anfänglich ziemlich verwirrte, doch mittlerweile schien sie es sichtlich zu genießen, was auch ihre erhellten Gesichtszüge verrieten, in denen sich ein ehrliches und zeitgleich glückliches Lächeln widerspiegelte. Zusätzlich wurden ihre rehbraunen Augen von einem kleinen Schimmer überzogen, der einzig und allein Jason gebührte, denn hatte sie wirklich keine Ahnung, wann sie das letzte Mal etwas so unglaublich Schönes hatte hören dürfen. Instinktiv machte sie einen Schritt nach vorne und legte ihre freie Hand vorsichtig auf seinen Oberarm, wohlwissend, dass er kein allzu großer Freund von körperlichen Berührungen war, was sie definitiv gemeinsam hatten. Zeitgleich schaffte sie es einfach nicht, den Blickkontakt auch nur ansatzweise zu unterbrechen, da sie sich in seinen ozeanblauen Augen zu verlieren drohte. Etwas, was sie einzig und allein bei ihm tat. "Wenn ich... auf der Pro-Seite stehe, haben wir doch schon einmal einen Grund gefunden, wieso du vielleicht noch ein weiteres Mal herkommen solltest, oder?" Gab sie mit leiser Stimme von sich - so leise, dass es fast schon einem Hauchen gleichkam. Zeitgleich konnte sie ihren inneren Impuls, ausgelöst durch seine Worte, die ihr definitiv viel bedeuteten, nicht widerstehen, weshalb sie einen weiteren Schritt auf ihn zu trat und unmittelbar vor ihm stehen blieb. Sie stieg auf die Zehenspitzen und überbrückte somit auch noch die letzte Distanz zwischen ihnen, während sie ihm deutlich näher kam. Etwas, was bei Thea definitiv einer waschechten Rarität glich, denn achtete sie stets darauf, einen gewissen Sicherheitsabstand aufrecht zu erhalten. Jedoch schien es - just in diesem Moment - als sei dieser völlig überflüssig, weshalb sie in vertrauter Geste mit ihrer Nasenspitze vorsichtig über die seine strich und dabei genießend ihre Augen schloss. Ihre Lippen kamen den seinen so verdächtig nahe, dass er sicherlich ihren Atem auf seiner Haut verspüren konnte, doch berührten sie einander trotzdem nicht.


❞I find it kinda funny, I find it kinda sad. The dreams in which I'm dying are the best I've ever had. I find it hard to tell you. I find it hard to take. When people run in circles it's a very very... mad world.❞
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#20

RE: Straßen

10.01.2022 12:45
Jason Avery Jason Avery (gelöscht)
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Jason lauschte ihren Worten und schwieg einen Moment.
„Nun, es gibt wohl sicherlich einen Unterschied zwischen „Fühlen wir uns der Natur etwas näher verbunden“ und Leben wir vor etwa fünfhundert Jahren“, kommentierte Jason nur trocken zunächst, ehe er kurz aus dem Augenwinkel zu ihr blickte. Wenn man Athene so sah, konnte man wohl kaum glauben, dass sie in einer Kolonie lebte, die so… urtümlich war. Generell würde wohl jeder, dem man von der Kolonie Balar Island erzählte, einen zunächst erstmal erstaunt und verwirrt ansehen. Zumindest stellte sich Jason das vor, wie auch immer ein erstauntes, oder verwirrtes Gesicht aussah. Weshalb Leute so urtümlich lebten würde der Arzt nicht verstehen, es war für ihn einfach unlogisch. Und über unlogische Dinge dachte er eigentlich nicht weiter nach, hatte er sich die ganze Zeit über die er schon in dem Cottage lebte, nie wirklich für diese Kolonie interessiert. Wenn er nicht hierher musste, hatte er es auch nicht getan. Aber für Athene… tja, für Athene machte er Dinge, die er bis vor einigen Monaten wohl noch für sich für unmöglich gehalten hatte. Anna hatte mit ihm schon über Athene gesprochen, es hatte sich herausgestellt, dass sie sich ebenfalls kannten. Und wie immer wollte Anna nur wissen, was Athene vorhatte und sicherstellen, dass sie ihn nicht ausnutzte. Zumindest hatte Anna es ihm so gesagt. Jason hatte nur darüber geschmunzelt, wusste er doch, dass er gut auf sich selbst aufpassen konnte. Und, so kalt es klingen mochte, hätte er irgendwann kein Interesse mehr an Athene dann würde es ihm auch nicht schwerfallen den Kontakt zu ihr abzubrechen. Da bildete Athene keine Ausnahme, so war er mit allen Menschen. Waren sie nicht mehr interessant oder spannend, forderten sie ihn nicht mehr irgendwie oder lösten etwas in ihm aus, was ihn neugierig machte… war es unlogisch für ihn mit solchen Leuten seine Zeit zu verbringen. Das Athene allerdings in nächster Zeit oder jemals für ihn langweilig werden sollte, damit rechnete Jason nicht. Dafür fand er sie gerade viel zu spannend, war so neugierig neue Dinge über sie zu erfahren. Weshalb es ihn auch zufrieden stimmte, als sie ihm etwas aus ihrer Vergangenheit erzählte, was ihm vielleicht half sie und ihr Verhalten besser zu verstehen.
Sie hatte also durch ihren Vater die Pflanzenkunde erlernt und sich das Interesse für dieses Gebiet erhalten. Die Pflanzenkunde war auch ein sehr spannendes Gebiet, haben viele Pflanzen doch tatsächlich einen medizinisch wichtigen Aspekt, den die Menschheit schon lange Zeit nutzte. Auch, wenn es Jason sehr schwer fiel dies zuzugeben, musste auch er sich damit beschäftigen um seinen Patienten in der Cottage zu helfen. Nach fast zwölf Jahren Weltuntergang gab es nur sehr wenige Medikamente, die noch ihre Wirkung hatten. Medizin aus Pflanzen bildete dort für einige Krankheiten eine akzeptable Alternative.
„Hohes Tier?“, hakte er nach, da er nicht ganz begriff, was Athene damit aussagen wollte. Ihr Vater war sicherlich kein Tier, sonst wäre wohl kaum eine so schöne Tochter wie Athene entstanden. Außerdem gab es seines Wissens nach noch keine Erfolge bei der Mischung von menschlicher und animalischer DNA. Hohes Tier beim Militär… nachdenklich fuhr er sich mit seiner freien Hand in den Bart. Ihr Bruder war seine Fußstapfen getreten. Metaphorisch. Sie meinte es wohl metaphorisch. Hohes Tier... hoher Rang? Bekleidete ihr Vater einen hohen militärischen Rang und ihr Bruder war ebenfalls beim Militär gewesen? Vermutlich. Metaphern und bildliche Vergleiche fielen ihm schwer zu durchblicken, weshalb er nachfragte.
„Unfallchirurgie. Ein sehr… wie sage ich es am besten…“, er überlegte einen Moment, ehe ihm ein passendes Wort einfiel, „radikales Feld der Chirurgie. Ich habe in meiner Assistenzarztzeit auch einige Monate bei Unfallchirurgen verbracht. Es war… überfordernd, auch wenn ich das nicht gerne zugebe. Viele Entscheidungen in wenig Zeit, außerdem sehr blutig und… unordentlich. Chaos, so viel Chaos. Nein, das war nichts für mich. An welchem Krankenhaus praktizierte deine Mutter?“
Es interessierte ihn tatsächlich. Eventuell kannte er das Krankenhaus, oder sogar den Namen ihrer Mutter und deren Ruf. Wobei er sich nach seinen Monaten bei den Unfallchirurgen eher weniger mit diesem Bereich der Chirurgie mehr beschäftigte. Die Herz- und Neurochirurgie waren da deutlich spannender seiner Meinung nach.
Es überraschte ihn aber dennoch, dass Athene ihm so viel aus ihrer Vergangenheit erzählte und dies so… spontan. Bei ihren vorherigen Treffen war sie diesbezüglich immer recht zurückhaltend gewesen. Es überraschte ihn… positiv.
Kurz zuckte eine seiner Augenbrauen hinauf, als sie davon erzählte, dass ihr Vater sie wohl schon vor dem Weltuntergang auf den Weltuntergang vorbeitet hatte. Wer hätte damals wirklich gedacht, dass all diese Leute von denen man immer wieder mal in Zeitungen und Nachrichten hörten, die sich auf die Apokalypse vorbereiteten, am Ende wirklich Recht hatten? Jason hatte ihnen nicht eine Sekunde seiner Aufmerksamkeit geschenkt und doch hatten sie jetzt am Ende Recht behalten.
Auf den letzten Teil ihrer Erzählung ging er nicht drauf ein, spürte er wie ihr Griff an seiner Hand ein wenig fester wurde. Ohne groß darüber nachzudenken erwiderte er den Druck.
Anschließend nickte er, sie lebte also in der Burg. Sehr gut, dies schien ihm von all den Gebäuden hier im Dorf noch das… anständigste zu sein. Immerhin lebte sie nicht in einer dieser Steinhütten in denen es am Ende noch feucht, kalt und nach Tier roch oder ähnliches. Nein, das würde er nicht als seine Nachtstätte aushalten.
Nach dem Gespräch über Athenes Familie allerdings, wurde dem Arzt der Cottage bewusst, dass er zu Beginn eine Falschaussage gemacht hatte, die er nun revidieren wollte. Und das tat er auch, wusste allerdings nicht, WAS für eine Reaktion er damit in Athene auslöste.
Seine Worte waren eigentlich recht neutral und einfach nur seine Aussage berichtigend, aber als sie plötzlich so vor ihm Stand, er durchaus bemerkte wie sie ihr Kinn ihm entgegenreckte. Sein Blick huschte zu ihren Lippen, dieser Drang etwas zutun kam in ihm auf, dieser Drang den er nicht zuweisen konnte.
Mit dem Abbruch des Blickkontakts hatte er eigentlich gehofft, dass sich die Situation veränderte, dieses Gefühl in seinem Bauch verschwinden oder zumindest schwächer werden würde.
Sie standen alleine auf der kleinen Straße, die Athene gewählt hatte um sie beide ohne große Gespräche und Kontakte mit anderen Leuten zur Burg hinaufzubringen. Das sie jetzt hier so alleine waren…
Unbewusst schluckte, als er spürte wie sie noch einen Schritt auf ihn zumachte, er ohne es kontrollieren zu können wieder in ihre rehbrauen Augen sah. Diese Augen… dieser Blick, der so verwirrend für ihn war, ihn aber doch faszinierte. Dass sie ihre Hand auf seinen Oberarm legte bemerkte er in diesem Moment gar nicht, er zuckte also auch nicht zusammen, spürte nur wie sein Atem ein wenig rauer wurde, je länger Athene so vor ihm stand, er ihrer Stimme lauschte.
Der Abstand zwischen ihnen wurde noch geringer, als Thea noch mehr der Luft überbrückte, plötzlich wurde dem Arzt ein wenig wärmer und er spürte so ein gewisses Gefühl in seinem Bauch. Der Abstand der sonst immer penibel zwischen ihnen herrschte, ihnen beiden so oft so wichtig war und doch gab es Momente wie diesen, da gaben sie beide einen Scheißdreck darauf.
Reaktiv schloss Jason die Augen, als er ihre Nasenspitze an seiner spürte, kühl aber auch gleichzeitig so warm. Ihr Atem, so heiß der über seinen Bart und seine Lippen fuhr, ihre Lippen so nah an seinen und doch… rührte sie sich nicht mehr. Es war ein Moment der ihm wie eine Unendlichkeit vorkam, alles um ihn und Athene herum schien nicht mehr existent, einzig und alleine ihr Körper, der seinem so nahe war, ihre Nase an seiner, ihr Atem den sie in ruhigen aber auch gleichzeitig so aufgeregten Atemzügen über seine Lippen streichen ließ. Sein Atem nicht weniger aufgeregt.
Einen Moment hielt er noch inne, dann… schaltete er einfach für den nächsten Moment seinen Kopf aus. Mit einem leichten neigen seines Kopfes und nur einem Zentimeter nach vorne, legte er seine Lippen auf ihre. Spürte wie weich sie waren, spürte wie sehr sie sich danach gesehnt hatte, dass er dies tat. Es war schon seltsam. Wenn er bewusst war, über Dinge nachdachte, hatte er so gar keine Ahnung von Körpersprache, Mimik und Gestik, Emotionen. Aber just in diesem Moment, in dem sein Kopf komplett leer war und er einfach nur seinem Körper und Emotionen den freien Lauf ließ, spürte er Dinge, reagierte mit seinem Körper anders auf Dinge. Noch immer hielt er ihre eine Hand in seiner, seine andere Hand wanderte nun an Athenes Taille, griff in den Stoff ihrer Jacke und zog sie damit noch ein wenig näher an ihn heran, wenn das überhaupt möglich war. Hauchend, schon fast leise keuchend entwich sein Atem, als er seine Lippen für einen Moment von ihren löste, die Augen aufschlug. In ihre Augen blickte, versuchte zu verstehen, was hier gerade passierte, sich dann dachte „ach egal“ und seinen Kopf wieder ausschaltete. Erneut fanden seine Lippen ihre, diesmal etwas… forscher, drängte er sich mit seiner Zunge in ihren Mund und küsste sie intensiv, spürte dieses Gefühl in seinem Bauch explodieren wie ein Wirbelsturm, seinen ganzen Körper fühlen, als würde er schweben, durch die Luft gewirbelt werden, auf Wellen reiten während das Meer von einem Sturm unruhige, riesige Wellen brach. Dieser Moment könnte ewig dauern…
Das quietschende Geräusch einer Tür die sich direkt neben ihnen öffnete, ließ Jason abrupt den Kopf zurück ziehen und schlagartig ins Hier und Jetzt zurückkehren. Sein Kopf ruckte herum und er sah eine Frau in einem altertümlichen Kleid aus der Tür heraustreten. Anständig machte Jason sofort einen kleinen Schritt weg von Athene, ließ seine Hand von ihrer Taille gleiten, als die Frau sie betrachtete.
„Ach, lasst euch von mir nicht stören“, sagte sie nur lachte leise, als sie die Tür hinter sich abschloss und mit einem wissenden Grinsen an den beiden vorbeilief. Jason war komplett perplex. Nicht stören? Woher wusste die Frau? Wie sollte sie wissen, was hier gerade passiert war? Und warum lachte sie? Gab es etwas, was belustigend an der Situation war?

@Thea Elisabeth Dunne

zuletzt bearbeitet 10.01.2022 12:50 | nach oben springen

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