« Schlafzimmer
Sie beobachtete den Mann, der sich soeben Zutritt zum hinteren Teil des Hauses verschaffte. Von ihrer Position aus hatte sie eine einigermaßen gute Sicht, auch wenn es einiges an Anstrengung bedurfte sich dort zu halten. Wie eine Katze schlich sie weiter. Er war bewaffnete und schien auf alle Eventualitäten vorbereitet. Normalerweise würde sie sich nun anschleichen, ihn von hinten entwaffnen und ausknocken. Normalerweise, denn diesen Besucher konnte bis dato noch nicht einschätzen. Oftmals hatte man Glück und es waren irgendwelche Farmer, Händler oder ehemalige Schreibtischreiter, die sich in ihre Gesellschaft verirrten. Wenn man Pech hatte, hatte man jedoch jemanden vom Air Force, der Army oder der Navy vor der Nase und mit denen war nicht zu Spaßen. Zu welcher Sorte der Kerl gehörte, das musste sie zunächst herausfinden, bevor sie ihre weiteren Schritte entschied. Also folgte sie ihm, langsam, indem sie vorsichtig das Dach hinunter und dann an der Hauswand weiterkletterte. Regentropfen verfingen sich dabei in ihren Haaren und sie krallte sich mit Fingern und Nägeln förmlich in jede kleine Ritze und Fuge, immer darauf bedacht nicht abzurutschen. Feuchtigkeit konnte jedem Kletterer zum Verhängnis werden, vor allem, wenn man es wie sie ohne Sicherung tat. Ohne Netz und doppelten Boden. Er hatte indes den Weg in die Bibliothek gefunden, dort war sie zuvor ebenfalls kurz gewesen, aber nicht für lang. Hatte nur schnell reingesehen, zwar schätze die Schwarzhaarige Bücher sehr, dennoch war sie nur auf der Durchreise und nicht zum Lesen hergekommen. Sie testete ein paar Fenster und hatte bereits beim zweiten Glück, dass es nachgab. Sie konnte nur beten, dass er nicht das leise Scharren hören würden, wenn sich das alte, morsche Holz den Rahmen hochbewegte. Ihr Befürchtung waren jedoch unbegründet, denn gerade als sie dazu ansetzte, dass das Holz nach oben zu schieben, konnte sie eine Bewegung im anderen Fenster weiter vorn zum Flur wahrnehmen und von drinnen ertöntem Tumult. Also öffnet sie das Fenster komplett und schlüpfte hinein. Vorsichtig positionierte sie sich hinter einem der Regale, die teilweise verschachtelt im Raum herumstanden, um eine größere Menge Bücher darin unterzubringen. Früher musste dieses Zimmer sehr stattlich ausgesehen und für ordentlich Neid gesorgt haben, heute jedoch lagen die einst aufbewahrten Schätze ihrer Zersetzung ausgeliefert kreuz und quer herum. Der Fremde hatte gerade einen Beißer auseinandergenommen, der ihm scheinbar hinter einem der großen Schränke in tür-nähe aufgelauert hatte. Das Geräusch, das sie gehört hatte, stammte von einer zerbrochenen Vase. Schade, sie hätte gerne gesehen mit welchem Geschick er angriffen hatte. Immer noch verharrte sie an derselben Stelle und atmete so flach, wie möglich, während sich der andere in innere des Hauses vortastete. Das Gewitter über ihren Köpfen nahm an Fahrt auf und so langsam schwand das Licht im Haus. Sie musste entscheiden, was sie tun wollte, während ihres ersten Rundgangs war ihr kein Beißer aufgefallen, also musste sie später hinein oder irgendwo herkommen sein, wo sie nicht nachgesehen hatte. Der andere wartete derweil an der Tür, was ein deutliches Zeichen dafür war, dass sich davor irgendetwas bewegte oder er etwas hörte, was sie nicht wahrnahm. Sie drehte den Kopf und spitzte die Ohren. Durch einen Spalt fiel ein wenig Licht hinein und sie konnte schwören, es dahinter leicht knackte.
Plötzlich wurde das Knacken lauter, begleitet von einem dumpfen Ton und die Tür wurde weiter aufgestoßen und ein Hase schlug Haken in den Raum. An seinen Fersen zwei Untote, die mit durch eine Kette miteinander verbunden waren und soeben ihr Fressen gewittert hatten. Sie konnte nun hier stehen bleiben, ihn machen lassen und einfach wieder gehen. Vielleicht war er gut genug und würde diesen Zusammenstoß überleben. Vielleicht auch nicht. Seufzend zog sie mit einer fließenden Bewegung ein Messer aus einem Schlitz ihrer Jacke, drehte sich um, warf und traf einem der beiden direkt zwischen die Augen.
@Remo Gillys ich hoffe das passt so, so kommen die zwei zumindest mal in Kontakt