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THE DEAD DON’T DIE
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#1

Klippen zum Meer

09.04.2021 01:10
The Walking Dead Team 3.988 Beiträge
Alter
01
Größe
ganz groß!
Zugehörigkeit
Nomaden / Gruppen
Aufgabe
Admin

...

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#2

RE: Klippen zum Meer

15.11.2021 18:31
Curt Davies Curt Davies (gelöscht)
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...ungefähr zwei Wochen nach dem Wiedersehen mit Negan.

Wer hätte das gedacht? Ein Seufzen kam ihm über die Lippen bevor er an seiner Zigarette zog, deprimiert darüber, dass es die vorletzte war und nicht wusste, wo er neue auftreiben sollte. Doch der entlastende Ton bezog sich nicht auf die Menge seiner Suchtstengel, sondern vielmehr auf das, was ihn die vergangenen wenigen Tage überrollte und nun kompensierte er seine Kopfschmerzen mit Ruhe, bis jetzt. Heute war ein Tag der Planung, Antworten mussten gefunden werden und Bestände, die nicht in den Ruinen der alten Festung zurückbleiben durften, da sie einen sentimentalen Wert enthielten. Seit er wieder mit Negan vereint war, brachen die Erinnerungen nur so aus seinem Verstand hervor, wie ein Damm, der die fulminante Wassermasse nicht mehr aufhalten konnte und teils ergab es wieder eine Abfolge von Ereignissen vor seinem inneren Auge, wenn sein alter Freund nur eine bestimmte Sache ansprach. Doch das stärkste Gefühl in ihm war die Tatsache, dass er jemand war, kein Niemand mehr, kein winziger Bastard, der sich unterordnete und schon gar keiner, der sich Befehlen fügte, die aus einem anderen Mund kamen, außer dem von Negan.
Er war ein SAVIOR!
Curt Davies, geboren am 21. Januar 1983 in Baltimore und Sohn einer verdammten Cracknutte. Erbärmlicher Lebenslauf, bis er auf ihn traf. Damals bei dieser reichen Schachtel, der er die Kohle aus der Tasche zog und mit seinem Adoptivvater gemeinsame Sache machte, weil sie bei diesem eine Lebensversicherung abgeschlossen hatte, wie bei allen betuchten Frauen, denen er dann äußerst charmant begegnete. Schließlich wurde bei seinem Vater Name und Adresse hinterlegt, da fiel es leicht, einen Kontakt aufzubauen und zuvor ein bisschen den Ablauf des jeweiligen Haushalts zu observieren. Eines Tages hatte Curt Negan kennengelernt, welcher als eine Art Personal Trainer diese Art Frauen fit hielt - nein, nicht wie Curt es tat - und als sie sich in die Augen blickten, war es wie ein Erkennen zweier Individuen, die für etwas Großes bestimmt waren.
Da der Kontakt zu Senior Davies sowieso auf wankenden Brettern stand und Curt schon seit geraumer Zeit nach einem Weg suchte, endlich aus dieser unguten Verbindung auszubrechen, ähnlich wie bei Negan, nur ging es bei diesem um Geld, das er in rauen Mengen für die Erkrankung seiner Frau heranschaffen musste. Und so begab es sich, dass Curt dem Trainer nach der vitalisierenden Trainingseinheit unweit des Grundstücks der betuchten Diva auflauerte, um den Erstkontakt zu knüpfen. Zufällig begegneten sie sich nämlich an einem kleinen Zeitungsladen, der guten Kaffee verkaufte und sie kamen ins Gespräch, eines das das gleiche Ticken ihres Verstandes verriet. Ihre vorerst zukünftige Partnerschaft beruhte darauf, dass sie begannen gemeinsam in andere Städte zu verreisen, wo sich Negan als privater Sport Coach für die obere Schicht anbot und ungeschickterweise am nächsten Tag etwas angeblich vergaß, das aber für das Training unerlässlich war. Natürlich wurde das nur 15 Minuten später von einem überaus nettem Freund vorbei gebracht, der - wie sollte es auch anders sein -
rein zufällig in der Nähe war und Curt als Held der Stunde den emotionalen Kontakt zur vereinsamten Dame herstellte. So molken sie die Kuh von beiden Seiten: Negan wurde für seine Fitnessstunden bezahlt und Curt erhielt überschwängliche Geldgeschenke, während er sich systematisch an die Kreditkarte arbeitete. Sie erleichterten solche Frauen mitunter um Tausende von Dollar.
Die Erinnerung der vergangenen Moderne verschwamm nun, als er auf das Meer hinaus sah und die Unebenheiten des einst gefällten Baumstamms auf dem er saß schmerzlich merkte. Er rutschte etwas zur Seite, um eine bequemere Position zu finden und mit Erfolg. Ein letzter Zug, dann war der Tabak aufgeraucht und der Filter landete unter ihm auf dem ausgetretenen, sandigen Boden, um von der schweren Sohle seiner Stiefel zerdrückt zu werden. Der Wind war kühl, aber dennoch angenehm und wehte immer wieder vereinzelte blonde Haare in sein Gesicht. Das Wetter passte zu seinen Gedanken, der wolkenverhangene Himmel, die unruhige See und das stete Nieseln, feine Wassertropfen, die sich auf ihn legten und hübsche durchsichtige Perlen auf seiner Kleidung und dem Haar hinterließen.
Dann kam die Apokalypse. Lucille starb und Negan war nicht mehr der Mann, der er einst war. Es hatte ihn verändert und sie veränderten sich gemeinsam. Sie beide waren nicht mehr 'nur' das Räuberduo, sondern wurden zu Wölfen, solche die Schafe in ihrer Mitte einpferchten und sobald eines ausbrechen wollte, wurde es gefressen. Der erste Mord ging ihm durch den Kopf. Nigel. Wie einfach es doch war ein Leben zu beenden, beinahe wie ein Fingerschnippen und dann lag er da mit zertrümmertem Schädel, der nicht im Mindesten irgendetwas in Curt damals ausgelöst hatte, kein schlechtes Gewissen, nur Erleichterung, dass sie sich nun den Weg ebnen konnten. Er konnte sich entsinnen, dass er einst Negan fragte, ob er sich vor sich selbst fürchtete und dessen Antwort war, wie seine eigene: 'Wir beide haben Ehrfurcht voreinander und werden von anderen gefürchtet, denn Angst kennt nur der Feigling, aber wir sind die Raubtiere an der Spitze. Wir sind Savior!' Genau, das waren sie und um zu überleben mussten andere sterben. Curt hinterfragte sich nicht, ob es falsch war, Menschen für das eigene Ideal zu töten, denn für ihn gab es nur seine Vorteile und das kristallisierte sich schon seit seiner frühen Jugend heraus. Mitgefühl war ihm weitestgehend fremd und so machte es ihm wenig bis gar nichts aus, wenn er jemanden im Wald entsorgt hatte, da sie ihm eh nicht nahe gestanden hatten und selbst dann ... wäre es doch für seinen Vorteil gewesen, jenen zu beseitigen. Vielleicht fühlten sich Negan und er nur so sehr verbunden, weil sie wussten, dass sie voneinander den größten Nutzen hatten und interpretierten dies für sich als Freundschaft. Doch da war noch mehr, als nur der rationale Vorteil des Überlebens, denn es gab auch ein Gefühl von Verbundenheit und Vertrauen. Etwas, das sie beide verloren und im jeweiligen Gegenüber wieder gefunden hatten. Das war es, was sie verband.
Die Vergangenheit war endlich so nah und doch fern. Es fühlte sich an, als wäre er aus einem Traum erwacht, in dem er ziellos umher geirrt war und alles ergab einen Sinn, sein Verhalten all die Jahre, welches ihm stets zu denken aufgab, weil er sich so fühlte, wie er handelte: effizient und nach seinem Gutdünken. Das Scheitern in den wenigen Kolonien in denen er sich stetig fremd und unpassend fühlte, auf der Ranch wo er tatsächlich dachte, er hätte sich verliebt und am Ende stellte er nun fest, dass er ein Massenmörder war. Er bereute nichts. Das hieße, sich Fehler einzugestehen und Frustration zu erfahren. Curt machte aber keine Fehler.
Schritte im Gras weckten seine Aufmerksamkeit und ließen ihn aus dem nachdenklich Blick aufs Meer entschwinden. Er richtete sich etwas auf und wandte seinen Kopf etwas zur Seite, um die Person, welche sich näherte zu erkennen.
"Du schnaufst wie ein Opa, dem schon drei Stufen zu viel sind." Sein typisches Grinsen zeichnete sich auf seinen Lippen ab. Er hatte Negan an diesen ungestörten Ort bestellt, weil er mit ihm Wichtiges zu besprechen hatte und um ihm mitzuteilen, dass er sich aus dem Streit mit den anderen Kolonien raushielt, auch wenn er wusste, dass ihn sein alter Freund an seiner Seite wissen wollte. Es gab aber etwas, das keinen Aufschub duldete und ihm nicht mehr aus dem Kopf ging. Curt konnte schon jetzt das Gesicht sehen, welches ihm entgegen schlug, wenn er sagte, dass er für eine Weile gehen musste und wenigstens blieb ihm dann in dieser Zeit diese eine Frau erspart, die er am liebsten vollends vergessen wollte.

@Negan Iwanow





zuletzt bearbeitet 15.11.2021 20:44 | nach oben springen

#3

RE: Klippen zum Meer

09.04.2022 14:15
Negan Winchester Negan Winchester (gelöscht)
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Das Leben konnte verrückt spielen und sich innerhalb kürzester Zeit ändern. Negan wusste das. Nachdem sich die Welt vor mittlerweile so langer Zeit komplett gewandelt hatte, hatte er die ein oder andere Situation erlebt, die sein Leben erneut auf den Kopf stellte. Ob es die Gefangenschaft durch Rick und sein Gefolge war oder seine Rache, die er durch einen Zufall zuletzt doch endlich nehmen konnte, das Leben veränderte sich auch in der jetzigen Zeit stetig. Viele Jahre, war Curt seine rechte Hand gewesen. Er hatte ihm blind vertraut, wusste, dass er sich auf ihn verlassen konnte. Nach dessen Verlust hatte er keinen Mann mehr gefunden, dem er so uneingeschränkt sein Leben anvertrauen würde und dann - änderte sich das Leben erneut. Curt war am Leben und zu ihm zurück gekehrt. Das dynamische Duo war wieder vereint und er war bereit, wieder zu planen.
Negan war immer jemand gewesen, der gern führte. In einem früheren Leben, das in so weiter Ferne lag, dass es fast eine andere Welt zu sein schien, war er Lehrer gewesen, hatte Schüler wieder auf den rechten Pfad gebracht und sich ihnen angenommen. Er war glücklich, zumindest insofern man es sein konnte, mit dem was er hatte. Er war verheiratet, liebe seine Frau, doch auch hier änderte sich das Leben wie so oft ohne große Vorwarnung. Sie erlag den Krebs, gegen den sie so lange gekämpft hatte. Lange hatte er das Gefühl gehabt, dass auch ein Teil von ihm gestorben war, und vielleicht war dies auch der Fall, doch dieser Teil lag gut verschlossen unter seiner harten Schale, die er kaum jemandem öffnete.
Als Negan Curt kennen lernte, befand er sich schon in einem Teil seines Lebens, das kaum noch als glücklich bezeichnet werden konnte. Lucille war krank, seine Tochter spurlos verschwunden, er wusste nicht, was mit ihr passiert war und dann...ja dann waren das die Geldprobleme, die durch die Krebsbehandlung seiner Frau entstanden waren. Negan hatte seinen Job als Lehrer und ging nebenbei noch einer Nebentätigkeit nach, eine Art Personal Trainer für Frauen, doch das Geld reichte kaum zum Leben. Und dann, ja dann war da Curt. Sie wussten beide sofort, dass sie ohne viele Worte für einander einstehen würden. Und so war es auch.
In Negans schwächsten Moment war Curt da gewesen und hatte ihm, ohne viele Worte geholfen. Nachdem das Leben bereits begonnen hatte, sich wieder zu verändern, die ersten wandelnden Toten begannen über die Straßen zu wandern, hatte Negan seine Frau verloren. Blind vor Trauer hatte er es nicht geschafft, sie vor dem Leben als Beißer zu bewahren, er konnte es nicht über sich bringen. Ein Blick mit Curt hatte gereicht. Die beiden Männer hatten nie wieder darüber gesprochen und doch wussten sie von da an, dass sie sich aufeinander verlassen konnten.
Sie waren Saviors geworden. Sie waren gefürchtet. Sie haben Angst und Schrecken verbreitet und sich den Respekt verschafft, den sie verdient hatten. Negan ist ein brillanter Stratege und ein starker, effektiver Anführer, der Hunderte von Menschen am Leben erhalten hat, dafür verlangte er, dass diese für ihn arbeiteten. Um dies zu bekommen, schreckt er nicht davor zurück, exzessive Gewalt anzuwenden, Curt immer an seiner Seite. Während seiner Gefangenschaft durch Rick hat er seinen Sinn für Humor und einen Teil seiner manipulativen Persönlichkeit bewahrt. Und dieser Teil schlummerte unter seiner harten Schale und wartete darauf erneut zum Ausbruch zu kommen.
An diesem Tag hatte Curt ihn an einen ungestörten Ort bestellt und als er ihn nun erblickte, blieb er für einen kurzen Moment stehen, um die Situation auf sich wirken zu lassen. Lange hatten sie nicht mehr ungestört miteinander sprechen können, doch Negan musste wissen, ob er sich nach wie vor auf Curt verlassen konnte. Ob dieser immer noch treu an seiner Seite stand.
Leise lachte er auf, als er Curts Worte vernahm.
"Das Leben hat es zuletzt nicht gut mit mir gemeint", grinste er zurück, ohne Curt direkt anzublicken und sah hinaus aufs Meer. Für einen Augenblick schwiegen sie. Während Negan gute Reden schwingen und so Menschen für sich einnehmen konnte, war Curt nie der Mensch vieler Worte gewesen. Sie hatten sich ergänzt. Sie verstanden sich blind und auch jetzt bemerkte Negan, dass Curt nicht bei dem Streit der Kolonien an seiner Seite stand.
Seufzend sah er zu ihm.
"Ich hatte gehofft, dich an meiner Seite zu wissen. Ich brauche starke Männer, denen ich vertrauen kann und auch wenn ich meiner Tochter ein gutes Urteilsvermögen zu traue, sind die Männer, die sich aktuell um uns scharren noch nicht soweit", brummte er und sah wieder hinaus aufs Meer.

@Curt Davies


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#4

RE: Klippen zum Meer

06.06.2022 23:33
Curt Davies Curt Davies (gelöscht)
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Curt entsann sich noch gut an die ersten Tage, in welchen die Seuche ihren Platz rasant in der Welt einnahm und sich alles anfühlte, wie in einem schlechten Splatter, aber es war die Realität gewesen. Als es allen bewusst wurde, dass es nun ums nackte Überleben ging, verschwammen die Erinnerungen mit der Zeit an das frühere Dasein und jeder veränderte sich auf seine Art und Weise. Vieles, das zuvor kaum in den Vordergrund einbezogen wurde, erlebte plötzlich mit der Weltenwandlung seine Hochzeit, so dass Verlässlichkeit, Vertrauen und Effizienz mehr wiegten als emotionale Liebe zu engen Freunden.
Negan und Curt erlebten bereits vor dem Ausbruch der Seuche genau diese drei Grundpfeiler, welche sie zuerst zu einer Art Geschäftspartner machten und im späteren Verlauf zu Freunden oder wie man auch immer ihre Beziehung nennen mochte, denn etwas Familiäres schwebte ebenfalls mit. Schon zu 'normalen' Lebzeiten hörte Curt auf, sich Gedanken über bestimmte Verhaltensmuster zu machen, einfach weil ein Kategorisieren mitunter nur zu Irrtümern führte und diese wollte er von vornherein ausschließen. Also bewertete er lieber situativ und ordnete sein Umfeld in einer eher soziopathischen Logik ein, nämlich inwiefern jemand für ihn gewinnbringend oder nützlich zu sein scheint.
Doch nun hörte er nicht die Vergangenheit schräg hinter sich, sondern die Gegenwart, welche das Lachen eines Mannes hervorbrachte, der Curt wieder so einiges an Lebensqualität zurückgab und zugleich suchte der Blonde die Rückzügigkeit. Momentan war er froh, dass @Lizzie Samuels viel unterwegs war und seine Veränderung vielleicht gar nicht so extrem wahrnahm. Sein Lächeln war zwar aufrichtig, aber wirkte dennoch etwas gequält und nachdenklich bei den Worten des Anderen.
"Ja..." Er weiß, dass er Negan besser hätte unterstützen sollen, aber auch für ihn waren die letzten Wochen nicht einfach gewesen. Er war viele Jahre ein Einzelgänger gewesen, irrte durch das Land, fand mal hier Anschluss oder Ärger dort und nun sollte er sich einer Kolonie unterordnen mit Regeln, die ihn schon vom ersten Tag an widerstrebten. Womöglich hatte er es auch seinen Erinnerungen zu verdanken, denn im Grunde musste er sich in seinem ganzen Leben keinen Regeln unterordnen, die er nicht selbst aufgestellt hatte. Das fiel ihm übrigens schon immer schwer. Ebenso sich zu entschuldigen... Das war fast genauso non-existent in seiner Welt. Die Wahrheit, dass Negan tatsächlich von @Rick Grimes unter Verschluss gehalten wurde, erfüllte Curt mit einer sonderbaren und doch auch fremden Wut. Sie hatten sich damals als Saviors tatsächlich unsterblich gefühlt!
"Ich weiß, ich hätte mehr für dich in den letzten Tagen da sein müssen." Eine kurze Pause kehrte ein, welche unbewusst vom Rhythmus des Wellengangs geleitet wurde und er seine Stimme erhob, als das Rauschen unter den Klippen einen Moment leiser wurde. "Ich musste mich festigen und wäre dir keine große Hilfe gewesen, eher Ballast. Mein Kopf fühlte sich wie in Watte gepackt an und du kannst nun lachen, wenn du willst, doch oft wusste ich nicht mehr, was real war und was ein verdammter Traum." Lange zog er nun am Filter der Zigarette und atmete den Rauch aus, ehe er die linke Hand auf Negans rechte Schulter legte, um die kurz, aber vertraulich zu drücken.
"Wir werden zurück kehren. Wir sind Saviors und das Gebiet wartet nur darauf, dass wir es infiltrieren, um es unser Zuhause zu nennen! Wir werden wieder gemeinsam füreinander einstehen, wie einst und unabhängig, frei von fremden Regeln unsere eigene Kolonie führen. Keiner deiner Männer wäre bereit, für dich die Opfer zu erbringen, die ich einst erbrachte ... für einen Mann, der für mich wie ein Bruder war und noch immer ist?" Seine letzten Worte waren vielmehr das Voranstoßen in Negans Denken über ihre Beziehung. Sie verständigten sich schon früher über solche Umwege, anstatt einfach zu sagen: 'Du bist mir wichtig oder du bedeutest mir viel'. Womöglich hielten sie diese Umschreibung der gegenseitigen Liebe aus Scham voreinander etwas distanzierter, aber nichtsdestotrotz wussten sie, was der andere damit ausdrücken wollte. Zwei Raubtiere, die unfähig waren, ihre Gefühle füreinander in Worte zu fassen, aber doch empfindsam sein konnten und eine Wichtigkeit in ihrem Zusammenspiel sahen.

@Negan Winchester





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#5

RE: Klippen zum Meer

01.12.2022 19:23
Negan Winchester Negan Winchester (gelöscht)
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Gedankenverloren starrte der Bärtige auf das Meer hinaus. Seine Gedanken trugen ihn zu weniger komplizierten Tagen, zu den Tagen, an denen er morgens zur Schule fuhr, um mit den Kindern gemeinsam Sport zu machen, sie in ihrem Weg ein kurzes Stück zu begleiten. Die meisten von ihnen waren nicht mehr, sie waren schon vor langer Zeit zu denen geworden, die sie jetzt so fürchteten. Die Welt, die ihm damals so komplex und teilweise ungerecht erschien, hatte sich gewandelt. Noch vor 15 Jahren hätte er niemals damit gerechnet seine Frau zu verlieren, Lucille, die erste Mrs. Winchester. Und auch hätte er nie gedacht, dass er dazu fähig in einer solchen Welt zu überleben.
Sein Blick suchte seinen alten Freund. Gemeinsam hatten sie seit Beginn der Apokalypse Seite an Seite gestanden. Auch wenn sie sich bereits im Vorfeld gekannt hatten, war Curt später zu seinem engsten Vertrauten geworden. Negan war sich nicht sicher, ob er heute dort stehen würde, wo er stand, wenn er diesen Mann nicht an seiner Seite gehabt hätte. Er hatte ihm viel zu verdanken. Manchmal fragte Negan sich, ob sie so zueinander stehen würden, wie sie es jetzt taten, wenn die Apokalypse nicht eingetreten wäre. Kurz schüttelte er leicht den Kopf, kaum merklich, aber er war sicher, dass @Curt Davies es wahrnehmen würde, das tat er immer.
"Nein, du ....", für einen kurzen Augenblick suchte Negan die richtigen Worte. "...vielleicht!" Die richtigen Worte zu finden fiel ihm schwer. Er wusste, was Curt die letzten Jahre durchgemacht hatte. Von ihm zu verlangen, jetzt sofort wieder bedingungslos an seiner Seite zu stehen wäre nicht richtig. Negan wusste, dass er es tun würde, sobald er konnte. Er hatte sich immer auf seinen Gefährten verlassen können. Er wandte den Blick ab und sah hinunter zum Wasser, dessen Gischt unten gegen den Felsen schlug.
"Ich hätte sowas nicht verlangen sollen", murmelte er dann und griff seinerseits in die Tasche seiner Jacke, um sich ebenfalls eine Kippe anzustecken. Er steckte sich den Filter zwischen die Lippen und klopfte sich mit den Händen ab, fand aber das Feuerzeug nicht. Fragend sah er kurz in Curts Richtung und deutete auf die Kippe.
Als er Curts Hand auf seiner Schulter bemerkte, nickte er zustimmend, schwieg aber. Curt würde wissen, dass er die Worte verstanden und genau so unterschreiben würde. Sie würden wieder Seite an Seite stehen, sie würden erneut füreinander einstehen und sich blind vertrauen.
Kurz schmunzelte er.
"Werde nicht sentimental auf deine alten Tagen", murmelte er, legte dann aber seinerseits kurz seine Hand auf Curts Schulter und drückte diese kurz, eine Geste, die seinem Gegenüber zu verstehen geben würde, dass Curts Worte ins Schwarze getroffen hatten.
"Wir werden etwas Hilfe benötigen, um wieder Fuß fassen zu können", begann er dann und sah zu Curt, während er nun an seiner Zigarette zog. Für einen Augenblick sammelte sich der Rauch in seinen Lungen, bevor seine Hand sinken ließ und den Rauch wieder ausblies. Dann musterte er Curt für einen Moment, wandte den Blick jedoch bald wieder ab. Er wusste, dass es immer noch Männer gab, die ihm Folgen würden. Gute Männer. Und er hatte Pläne. Pläne für sich, Pläne für die Saviors.
"Sie ist weg", seufzte er dann plötzlich und trat einen Schritt in Richtung Klippen. Wer gemeint war, stand völlig außer Frage. Natalja. Sie war gegangen. Lange hatte Negan gehofft, dass sie doch wieder einen Weg zueinander finden würden, letztlich waren ihre Wege jedoch unaufhaltsam auseinander gedriftet. Er hatte keinerlei Interesse daran, seine Probleme großartig bei Curt zu thematisieren, sie waren sowieso beide keine Männer, die in Selbstmitleid versanken, doch er hatte es seinem Gefährten mitteilen wollen und damit war das Thema nun auch für ihn erledigt. Curt wusste Bescheid, mehr Worte brauchten zu dieser Angelegenheit nicht gewechselt werden.
Ein letztes Mal zog Negan an der Kippe, bevor er sie von sich Richtung Wasser von sich schnipste.


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#6

RE: Klippen zum Meer

01.02.2023 19:21
Curt Davies Curt Davies (gelöscht)
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Zeitweise fühlte es sich an, als hätte Curt zwei Leben gelebt, welche sich nun wie ein Fluss, der sich einst spaltete, wieder zusammenströmten und jede Hälfte brachte ihre eigenen Erfahrungen wie auch Erinnerungen mit. Schwer, diese Gedanken wie auch Empfindungen unter einen Hut zu bekommen, aber das war sein Problem und sollte ihre kommende Mission nicht negativ beeinflussen. Er war schon immer kompliziert in seiner Art - komplex hätte seine Mutter beschönigt - und machte es sich oft selbst schwerer, indem er seine Ziele enorm hochsteckt, aber sie wurden bisher stets erreicht. Genau wie Negan gab es für ihn deutlich weniger Hemmschwellen, um das zu erlangen, was er sich vornahm und mit Gewalt bekam man eben alles. Wie damals... Sie katapultierten sich über Nacht an die Spitze einer Gruppierung, indem sie deren heranwachsenden und zur starken Bedrohung werdenden Nigel töteten. Das war der springende Punkt für sie beide gewesen - wie natürlich auch für Simon, der sowieso sadistische Züge innehatte - und der Beweis, dass sie zu allem fähig waren, wenn es um das Gemeinwohl ging! Unklar, was Erschreckender war: Der Glaube daran, dass sie mit dem Mord tatsächlich etwas Gutes oder es für einen altruistischen Wert taten, die Aufopferung für ihre aller Zukunft, ihr Überleben.
Fakt war: beide Männer stünden nicht dort wo sie waren, wenn sie sich damals anders entschieden hätten, sie brauchten einander, wenn sie den Weg erneut beschreiten wollten, wie einst. Waren sie getrennt, dann scheiterten sie mittlerweile jeder für sich im gesellschaftlichen Kontext, egal wie sehr sie sich anstrengten und es sich vielleicht sogar wünschten. Curt eckte an und wäre wohl unter normalen Umständen sogar ein sehr guter Verteidiger geworden, wenn er sein juristisches Wissen hätte anwenden können, denn Skrupel einen Mörder in die Freiheit zu entlassen, gäbe es wohl nicht. Für ihn zählte immer der Erfolg und nahm sich auf dem Weg dorthin alles, was nötig war. Wurde er nicht genau so erzogen? Erfolg war wichtiger, als alles andere.
Das leichte Kopfschütteln seines Freundes war zwar eine kaum wahrnehmbare Bewegung, aber sie reichte aus, um Curts Aufmerksamkeit zu erlangen und er wandte sein Gesicht seinem Nebenmann zu. Seltsam, diesen so nach Worte suchend zu erleben, denn normalerweise waren sie nicht auf den Mund gefallen und schlussendlich herrschte für kurze Zeit Stille zwischen ihnen, bis Negan wieder die Stimme erhob. Curt wischte diese Bemerkung aus der Luft und seufzte langgezogen.
"Es war nicht nur deine Entscheidung." Das typische Grinsen legte sich nun auf seine Lippen und fühlte sich am Ende doch etwas zu gefühlsbetont. Er war froh über ihren Themenwechsel, denn die Entstehung der Saviors war wichtig für sie beide! Es war schließlich ihr Leben gewesen, das sich in die Höhe zog, als wäre es ihr Kind gewesen, das sie von Geburt an begleitet hatten und irgendwie war dieser Vergleich gar nicht so abwegig.
"Ja, vielleicht ... vielleicht aber auch nicht. Ich kann dir nur sagen, was wir nicht brauchen und das ist jemand, der uns sagt, was wir tun sollen." Curt wusste, dass ein Bündnis mit @Brian Daniels definitiv von Vorteil wäre, zwar nicht unbedingt nötig, aber es erleichterte den Start in die neue Unabhängigkeit und die wollten sie beide wiederhaben. Es musste nur noch der richtige Ort gefunden werden, einen passenden Komplex, irgendwas, das auch praktisch und gut zu verteidigen war. Früher war alles so einfach: Ein Blick auf das Smartphone und es spuckte einem zig mögliche Örtlichkeiten aus, aber nun war die Fähigkeit des Kartenlesens angesagt und in dieser Hinsicht saß Curt nicht untätig rum. Genau wie Negan schmiedete auch er seine Pläne und am Ende führten sie ihre Ideen zusammen, um das große Ganze klar zu definieren. So hatten sie es damals getan und taten es immer noch.
"...dann ist sie weg," resümierte Curt die Worte seines alten Freundes ohne weiter nach zu stochern und zog ebenfalls letztmalig am Filter seiner Zigarette, ehe er sie auf den sandigen Boden fallen ließ und mit dem Stiefel die Glut löschte. Er freute sich nicht über die Tatsache, dass Natalja weg war, denn Negan hatte etwas an ihr gelegen und soweit sich Curt erinnern konnte, hatte er zwar seine Rivalitäten mit ihr, aber alles im Rahmen bleibend. Manche hätten sich wohl wie ein Sieger gefühlt, aber so gehässig war er nicht, denn er wünschte Negan nichts Schlechtes, nur um sich am Ende besser zu fühlen. Curt war jemand, der sich an Situationen, die eher suboptimal für ihn waren auch teilweise anpassen und seine Vorteile daraus ziehen. Man konnte sagen, dass er ein Überlebenskünstler war und seinen Weg durch das Chaos stetig fand.
"Ich habe mir eine Umgebungskarte besorgt und einige Bereiche markiert, die für uns interessant sein könnten. Auch aus strategischer Sicht gesehen, sollten wir uns nicht allzu von Paradise entfernen, aber auch nicht zu dicht. Ein altes Gefängnis war einfach zu gut, um wahr zu sein, aber wie es scheint, gibt es das nicht in der Gegend, zumindest ist es noch nicht bekannt. Vielleicht sollten wir einfach unserem Instinkt folgen. Wir dürfen für unsere Exkursion eine Jeep haben. Ich hab bereits alles was wir benötigen auf dem Rücksitz. Mein Funkgerät sollte vorerst für uns beide reichen." Sie waren bereit für einen Neubeginn und mussten nur noch die passende Behausung finden, etwas das sie als Kolonie definitiv als ernst zu nehmend einstufte.


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