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THE DEAD DON’T DIE
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#41

RE: Schlafzimmer von Leif

30.05.2022 20:44
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Es lief hervorragend in ihrer Beziehung!! Virgil war so glücklich mit Leif wie niemals zuvor. Das er manchmal traurig war, hatte also rein gar nichts mit ihm zu tun. Es lag einfach daran, dass trotz seines Glücks ein gewisser Teil in seinem Leben fehlte. Ein Teil, den nichts und niemand ersetzen konnte, nämlich seine Vergangenheit. Das machte er Leif nicht zum Vorwurf, er konnte ja nichts dafür. und er würde bestimmt lernen damit klar zu kommen. Man konnte im Leben eben nicht alles haben. und Virgil schätzte sich wirklich glücklich darüber, was ihm alles geschenkt wurde. Er lebte.. in mitten einer Apokalypse, war körperlich unversehrt und hatte die Liebe seines Lebens gefunden. Er gestattete es sich deswegen auch nicht all zu oft traurig zu sein, da er sich dann irgendwie gierig vorkam.. und undankbar. Weil er das was er hatte zu wenig schätzte.
Es gingen viele Gedanken durch seinen hübschen Kopf, die er aber gar nicht zulassen wollte. Und Leif machte es ihm glücklicherweise sehr leicht sie meistens zu verdrängen und nicht daran zu denken.

Es war so schön zu hören, wie stolz Leif auf ihn war. Das rührte ihn wirklich zu tiefst und er fasste nach seinen Händen, als er ihm in die Augen sah und fragte.
„Also denkst du.. ich hätte wirklich das Potential dazu ein echter Wikinger zu werden?“
nun wo er auch noch diese wunderschöne Axt hatte.. und die Götter ihm offenbar auch hold waren? Sie hatten schon länger nicht mehr darüber geredet und ein bisschen kam Virgil sich immer noch vor wie ein Ketzer oder Gotteslästerer. Aber er fühlte sich im nordischen Glauben mehr und mehr wohl. Weshalb er wissen musste, was Leif wirklich darüber dachte. Nun wo sie einander endlich besser kannten.
Nicht nur ihre Seelen sondern auch ihre Vorlieben im Bett. Weswegen dieser Tag wirklich auf eine doppelt schöne Weise startete. Und auch der restliche Tag war der reinste Höhenflug. Virgil wurde endlich offiziell in der Kolonie willkommen geheißen, durfte sich fortan frei bewegen und seine wunderschöne Waffe tragen. 
Ein weiterer Schritt war getan, dass Virgil sich wie ein Teil der Siedlung und hier zu Hause fühlte.
Aber wie hieß es stets so schön? Wenn man am glücklichsten war, dann dauerte es nicht lange, bis das nächste Unglück herein brach.
Und das traf auf diesen Tag definitiv zu.
Es waren ein paar Tage seit dem Ende des Probemonats vergangen und sie führten weiterhin täglich ihre Rituale zusammen durch. Virgil hatte sich gut eingegliedert, Freunde gefunden, machte seinen Job gerne und hatte sogar eine Trainingspartnerin gefunden, die ihn abseits des Bettes in Atem hielt.
Er war also durch und durch zufrieden.. bis auf ein paar kleine Zweifel, die er jedoch immer wieder versuchte im Keim zu ersticken.
Nur leider würde sich der kleine Funken heute wohl noch zu einem großen Feuer entwickeln.
Auf den ersten Blick schien alles wie immer, sie frühstückten zusammen beteten und machten sich fertig für ihre Jobs. Virgil musste heute früher los als Leif, da ein Reparaturauftrag in den Stallungen anstand. Weswegen er sich mit einem leidenschaftlichen Kuss von ihm verabschiedete und mit einem Lächeln im Gesicht die Hütte verließ.
Jedoch stoppte er prompt… als er aus dem Augenwinkel etwas Dunkles auf dem Boden erkannte. Saß da ein Tier? kam ihr Rabe sie wieder besuchen?
Virgil bückte sich hinab, um ihn zu begrüßen. Dabei… blieb ihm jedoch fast das Herz stehen und er weitete vor Schock die Augen.
Da war ein Rabe ja…… aber er lag auf dem Rücken, die kleinen Beinchen in die Luft gestreckt und war…. mausetot.
Sofort stieg Panik in ihm hoch und er musste sich an der Wand der Hütte festhalten
„Leif!!!“
rief er nur panisch weil.. dieser Fund ihn gerade so überforderte! er konnte auf den ersten Blick auch nicht erkennen ob es ‚ihr‘ Rabe war oder nicht. Da sein Herz so fest schlug, dass das Blut wie verrückt durch seinen Körper rauschte und ihn halb benommen machte.

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#42

RE: Schlafzimmer von Leif

30.05.2022 21:21
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Man fühlte sich wohl selten so richtig vollständig. Wer hatte in der Apokalypse denn keinen Verlust hinnehmen müssen? Und in Virgils Fall war die Lage wirklich ungerecht. Entweder, er verleugnete sich komplett und lebte in der Gemeinschaft, in der er zwar Freunde hatte, die ihn aber niemals voll und ganz akzeptieren würden – oder er blieb in Balar bei Leif und vermisste eben jene Freunde und Teile seiner Vergangenheit. Wie man es drehte und wendete, irgendein Opfer gab es immer.
Doch solang das Glück überwog, war Virgils Entscheidung die richtige gewesen. Da stand Leif immer noch absolut hinter, denn sich selbst zu verraten und nur das zu tun, was andere von einem erwarteten, war einfach falsch.

Es fiel Leif ausnahmsweise leicht, sich auf das Positive zu konzentrieren. Zumal er sich ja auch bemühte, eine Stütze für Virgil zu sein und ihm das Einleben in dieser Kolonie zu vereinfachen. Die Dunkelheit klopfte nicht ein einziges Mal an, seit der Waliser zu ihm zurückgekommen war. Pures Glück regierte das Haus Tyrson-Chadburn. Wie auch an diesem frühen Morgen zu erkennen war, an dem die Probezeit für Virgil endlich endete.
»Für mich bist du schon längst ein echter Wikinger!«, gab Leif verliebt zurück und meinte es vollkommen ernst. Er hatte das Potenzial von Anfang an gesehen und jetzt ... wo Virgil Stück für Stück ihre Lebensweise annahm, sich entsprechend kleidete und sogar zu den nordischen Göttern sprach ... strotzte er nur so vor Viking-Vibes. Die Axt gab ihm den letzten Schliff, wenn man das so sagen mochte. Und im Bett zögerte Virgil auch nicht, Leif zu beweisen, dass ein waschechter Wikinger in ihm steckte. Also ... wortwörtlich sogar. xD

Wie erwartet wurde Virgil von Ivar offiziell in die Kolonie aufgenommen und die scheinbar letzte Hürde war überwunden. Nun mussten sie sich wirklich keine Sorgen mehr machen, dass das Schicksal sie wieder trennen würde. Oder doch?
Eines Morgens machte Virgil eine schreckliche Entdeckung. Leif war noch vollkommen hin und weg von dem Kuss, den sie eben geteilt hatten, und starrte verliebt auf die Sachen, die er gerade zusammenpacken wollte. Es aber nicht tat, weil er noch so neben sich stand.
Als Virgil ihn rief, fuhr er zusammen. Das war ... kein neutraler Ruf gewesen oder ein sehnsüchtiger. Nein ... alles in Virgils Stimme klang nach Überforderung und ... Angst? In Windeseile begab sich Leif zu ihm, sah gar nicht erst zu Boden, sondern ließ seinen Blick besorgt über seinen Liebsten streifen. War er verletzt? Was war passiert? Er sah aus, als hätte er einen Geist gesehen. »Virgil ...«, raunte Leif und fasste nach seiner Hand, um ihm zu signalisieren, dass er bei ihm war. Doch bevor er fragen konnte, was los war ... erblickte er es selbst. Da lag ein Rabe auf dem Boden, stumm und tot. Was Virgil in seinem Schock womöglich nicht aufgefallen war ... war die Blutspur, die sich am Hals des Tieres entlangzog. Der Rabe war gewaltsam getötet worden ... und nicht einfach an ihrer Hütte der Altersschwäche erlegen.
Leif schluckte schwer und spürte, wie heftig sein Herz schlug. Das war ein böses Omen ... und zudem war aus dieser Position nicht ersichtlich, ob es sich um ihren Wegbegleiter handelte. Leif hatte Angst davor, es herauszufinden. Außerdem ... nahm Virgil dieser Fund extrem mit. Ihn selbst freilich auch, doch hatte er sich offenbar doch etwas mehr Fassung bewahrt. Zumindest äußerlich war Leif ganz ruhig, in ihm drin tobte jedoch ein Sturm. Das war oft so. Wenigstens gab es ihm die Möglichkeit, besonnen auf Virgil zu reagieren ... und ihn erst mal fest in den Arm zu nehmen. Worte fand er allerdings noch keine. Irgendwann löste er sich und kniete sich zu dem kleinen Leichnam. Behutsam nahm er ihn in die Hände ... er war noch warm. Was immer passiert war, es war noch nicht lang her. Dann drehte Leif den Vogel zur Seite und wappnete sich ... bevor er hörbar erleichtert durchatmete. »Es ist nicht ... unser Rabe.«

@Virgil Chadburn

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#43

RE: Schlafzimmer von Leif

30.05.2022 21:42
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Also.. nachdem Leif ihn so angestachelt hatte mit seinen Worten, zeigte er ihm tatsächlich wie viel Wikinger er inzwischen geworden war. Und dass es gar nicht mal so schlimm war manchmal ein bisschen wild und barbarisch zu sein. Ganz im Gegenteil. In gewissen Situationen.. war das echt heiß. viel besser als immer nur fromm und demütig zu sein. Ja, es hatte etwas Animalisches. Aber warum musste das schlecht sein? Die Menschen stammten nun mal vom Affen ab. Denn auch wenn Virgil christlich großgezogen wurde, so glaubte er schon auch an die Evolution und Wissenschaft.
Auch beim Feiern war Virgil bereits das ein oder andere Mal mehr aus sich heraus gekommen, als er es bei der Church je gekonnt hätte. Dort hatte er artig Lieder am Lagerfeuer geträllert.. und es war auch ab und zu mal flüssig geworden. Doch solche Partys und solch eine Stimmung wie hier im Gasthaus von Balar.. das hatte er noch nie erlebt. Und es gefiel ihm! Alle schienen so offenherzig, gut gelaunt und einfach fröhlich zu sein. Das steckte an und er hatte sich bereits davon mitreißen lassen und selbst ein Ständchen zum Besten gegeben. Jedoch ohne Lagerfeuer.
Da man ihn danach nicht vertrieben hatte, war das aber wohl okay gewesen und hatte ihm ein paar schöne Erinnerungen beschert.

Weniger schön.. war jedoch die heutige Erinnerung, die ihren gelungenen Start in den Tag sofort überschattete. Virgil war einfach sprachlos von diesem Fund, denn…. das war genauso ein deutliches und direktes Omen wie das Fischsterben damals. Weshalb er logischerweise Panik bekam und sich in Leifs Arme flüchten musste. Diesmal.. würde er das tun statt einfach weg zu laufen. zumindest vorerst… bis der erste Schock sich gelegt hatte und er alles erst mal verdaut hatte.
Er hielt sich an Leif fest und wagte es nicht nachzusehen, ob es Odins Rabe war. Weshalb er Leif dankbar dafür war, dass er es übernahm.
Er hatte zu viel Angst vor der Antwort. Womöglich war er doch nicht so ein abgebrühter Wikinger?
Denn dieser Rabe lag nicht einfach nur so im Wald, er lag direkt vor ihrer Tür!!! Das musste doch etwas bedeuten und konnte unmöglich ein Zufall sein. Egal ob es ihr Rabe war oder ein anderer.
Leif reagierte wirklich ruhig und gefasst und das war auch gut so. Denn wenn sie beide nun ausgerastet wären, dann hätte das niemandem geholfen.
Als Leif den Raben untersuchte… hielt Virgil die Luft an. Und atmete ebenfalls erst aus, als Leif bestätigte, dass es nicht ‚ihr‘ Rabe war. Und dennoch.. beruhigte diese Tatsache ihn nur geringfügig.
„Dennoch ist es ein Rabe.. tot…. direkt vor unserer Haustüre. Du weißt, dass das kein Zufall sein kann“
die Blutspur hatte er noch nicht gesehen, sie würde ihn jedoch nur noch mehr beunruhigen. Ihm standen Tränen in den Augen. Aber er versuchte nun nicht völlig durch zu drehen und rang um Fassung. Was ihm nicht völlig gelang. Denn natürlich spielten sich in seinem Kopf bereits 100 Szenarien und Gedanken ab. Hatten sie sich zu früh in Sicherheit gewogen? Hatte sein Gott… doch noch beschlossen ihn für all seine Sünden zu bestrafen und schickte ihnen deshalb dieses Zeichen? Als letzte Warnung sozusagen? Was würde als nächstes folgen? Würde es nun bald Blut über die Siedlung regnen oder eine Insektenplage auf sie warten? Wäre Virgil der Grund… weshalb diese Siedlung zu Grunde gerichtet wurde, nur wegen seiner Sünden??? Er fasste sich an den Kopf, weil er von all diesen Gedanken zu schmerzen begann und lief ein wenig im Kreis, da er sonst verrückt werden würde.
„Das ist unsere Schuld Leif! Ich dachte.. ich dachte wirklich mein Gott.. hätte mich ziehen lassen.. mir vielleicht sogar seinen Segen gegeben. Wie konnte ich bloß so dumm sein?? Es lag doch auf der Hand, dass so etwas passieren würde!! Also was kommt als nächstes?? Liegst das nächste Mal vielleicht du tot auf unserer Türschwelle???“
Okay, Leif bemerkte womöglich selbst, dass Virgil sich gerade panisch in Rage redete. und ein grausames Szenario nach dem nächsten in seinem Kopf abspielte…

@Leif Tyrson


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#44

RE: Schlafzimmer von Leif

30.05.2022 22:16
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Entgegen seiner stillen und zurückgezogenen Art ging Leif sehr gern in die Taverne und mischte sich unter das feiernde Volk. Er hatte überhaupt kein Problem damit, sich im Hintergrund aufzuhalten und dennoch mitzutrinken. Manchmal ergaben sich trotzdem Gespräche und ansonsten ließ sich Leif einfach von der Stimmung mitreißen. Seit Virgil da war, machte es jedoch noch mehr Spaß als so schon, die Abende so zu verbringen. Es war schön, ihn zu betrachten, wie er auftaute und Kontakte knüpfte. Bei ihm sah es so einfach aus. Sogar gesungen hatte er bereits, entweder eigene Lieder, oder welche, die ihm von einem gottgleichen Mann beigebracht worden waren. xD Das war wirklich wundervoll und da Leif zu Virgil gehörte, lernte auch er ein paar der Menschen näher kennen, mit denen er schon seit Jahren Tür an Tür lebte und doch nie mehr als oberflächliche Worte mit ihnen ausgetauscht hatte.

Es könnte alles so schön sein und das Paar vollkommen in den Wonnegefühlen schwelgen. Doch länger als einen Monat und ein paar Tage hielt ihre Glückssträhne nicht an. Sie riss mit einem lauten Knall und ließ erneut Dunkelheit und Furcht in ihre Herzen.
Immerhin rannte Virgil nicht ohne eine Erklärung weg. Dieses Mal wüsste Leif auch nicht, wo er nach ihm suchen sollte. Doch die Körpersprache des Walisers verriet ihm, wie kurz davor dieser war, das Weite zu suchen. So krampfhaft, wie er sich an der Hütte festhielt und danach an ihm ... als würde er sich selbst überzeugen müssen, zu bleiben. Das jagte Leif Angst ein, hatte er doch gedacht, sie wären über dieses Stadium hinaus.
Auch er sträubte sich, den Raben zu untersuchen und wusste nicht, was es in ihm auslösen würde, wenn er feststellte, dass es sich um ihren Weggefährten handelte. Doch er zwang sich dazu, Virgil war dies gerade kaum zuzumuten. Die Erleichterung, dass es nicht ihr Rabe war, hielt nur kurz an. Virgil redete sich in Rage, während Leif nachdachte. Genau wie Fische starben, manchmal in Scharen, so segneten auch Vögel das Zeitliche. Alles war vergänglich. Und dass dieser Rabe neben ihrer Hütte lag, konnte immer noch ein Zufall sein. Doch dieses Mal handelte es sich um ein Tier, das in der nordischen Mythologie eine große Rolle spielte, weswegen Leif ... Virgil zustimmen musste. Es war ein Omen. Und zwar kein gutes. Zumal es durch Gewalteinwirkung verendet war. Vielleicht handelte es sich sogar um einen Ritualmord, um sie zu verfluchen? Leif drehte den Leichnam in den Händen, um zu schauen, ob irgendetwas ins Fleisch geritzt worden war oder der Vogel etwas in den Krallen trug. Doch da war nichts. Die Kehle war durchgeschnitten und mehr Spuren gab es nicht.
Immer noch plapperte Virgil in einem fort, sodass Leif den Raben sachte wieder zu Boden legte, sich die Hände an der Hose abwischte und schließlich den Waliser am Arm festhielt, um ihn zum Stehenbleiben zu bewegen. »Es ist nicht unsere Schuld!«, sagte er eindringlich. »Jemand hat den Raben getötet und ihn uns vor die Tür gelegt. Da ist nichts Göttliches dran. Siehst du das Blut an seiner Kehle?«
Leif wollte partout nicht zulassen, dass Virgil sich erneut in dieser Selbstgeißelung verlor. Er hatte regelrechte Panik davor, auch wenn er gewusst hatte, dass es womöglich irgendwann so kommen würde. Auch wenn er keine Ahnung hatte, was das alles zu bedeuten hatte, so glaubte er nicht, dass der Christengott etwas damit zu tun hatte. Wobei die Vorstellung ... einer seiner Götter könnte die Finger im Spiel haben, vielleicht sogar noch schlimmer war. Die Asen waren sich nicht immer grün. Was, wenn jemand Odins Entscheidungen in Frage stellte?

@Virgil Chadburn

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#45

RE: Schlafzimmer von Leif

30.05.2022 22:33
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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In nächster Zeit würden Besuche in der Taverne wohl eher ausbleiben, denn mit einem Mal bekam all die Unbeschwertheit einen heftigen Dämpfer.
Und Virgil wusste überhaupt nicht wohin mit sich und seinen Gefühlen. Ja.. da gab es einen Fluchtinstinkt in ihm, der einfach abhauen wollte, damit seinetwegen nicht noch mehr schlechte Omen auftauchten und irgendwen in Gefahr brachten!
Aber auf der anderen Seite hatte er Leif versprochen genau das nicht zu tun. Sondern die Probleme gemeinsam mit ihm zu lösen, selbst wenn sie ihm eine höllische Angst machten.
Aber immer noch waren seine Zweifel groß.. denn wie sollte man gegen den Willen der Götter ankommen? Wie sollte man göttliche Interventionen ‚klären‘? Und würde es das Ganze nicht vielleicht nur noch schlimmer machen? Vielleicht war es doch vermessen gewesen sich bereis als Wikinger zu bezeichnen. Vielleicht hatte er damit auch Leifs Götter erzürnt. Was auch immer es war… es bedeutete nichts Gutes.
Doch wegzulaufen würde alles nur noch schlimmer machen. Zumal Virgil nicht mal wüsste wohin. Zurück zur Church? Ob Carter ihn wieder aufnehmen würde? Doch das hieße all seine Sünden zu beichten und all seinen heidnischen Gedanken wieder abzuschwören. Virgil wusste jedoch nicht, ob er das noch konnte. So sehr war er inzwischen überzeugt von dem nordischen Glauben. Er würde sich wieder hinter einer Maske verstecken, die fortan noch schwerer zu tragen sein würde als vorher. Nein.. das war keine echte Option mehr. dafür hatte der letzte Monat hier ihm viel zu deutlich vor Augen geführt, was es wirklich bedeutete zu leben. Richtig zu leben und glücklich zu sein. Er wollte das nicht aufgeben aber… was sollten sie nun machen??
Erst als Leif ihn fest hielt, kehrte er mit seinen Gedanken ins Hier und Jetzt zurück und sah ihn erschrocken an.
Was redete er da von… Blut? Auch wenn es ihm schwer fiel, warf er einen Blick auf den toten Raben und konnte die Blutspur nun ebenfalls erkennen.
„Aber.. wieso in Gottes Namen sollte jemand so etwas tun…?“

Okay diese Worte hätte er vielleicht anders formulieren sollen. Aber wenn etwas Schlimmes passierte oder er Angst hatte fiel er sofort zurück in alte Verhaltensmuster zurück, genau wie in seine alte Sprache. Wer sollte ihnen einen toten Raben vor die Tür legen?? warum sollte jemand so etwas Furchtbares machen??
„woher weißt du, dass es ein Mensch war? Ich meine.. mein Gott könnte mir damit auch vor Augen führen wollen.. wie grausam die Riten der Wikinger sind. Oder was passiert…. wenn ich mich nicht wieder von euch abwende…“
Das waren alles Hypothesen die möglich wären. Nichts davon deutete auf menschliches Einwirken hin. und falls doch.. wäre das doch genauso schlimm. denn warum tat man ihnen so etwas an? Virgil hatte doch keiner Seele etwas zu Leide getan seit er hier war.
„oder…… dass deine Götter mich doch nicht in ihren Reihen wollen….“
auch Virgil hatte bereits den selben Schluss gezogen wie Leif. Und er wusste wirklich nicht… welche Theorie die Schlimmste für ihn wäre. Weshalb auf den Schock die Erschöpfung folgte. Und Virgil geschlaucht an der Hausmauer hinab zu Boden rutschte..

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#46

RE: Schlafzimmer von Leif

30.05.2022 23:01
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Leif bemerkte, wie kurz davor er war, Virgil erneut zu verlieren. Es war, als würde sie eine göttliche Macht auf dem Kieker haben, ganz egal, welche es nun war. Der Isländer verstand es einfach nicht, was taten sie denn, um diesen Unmut auf sich zu ziehen? Und was sollten sie tun, damit es aufhörte? Oder war das ihr von den Nornen vorgegebenes Schicksal? Damit sie demütig blieben und nicht alles als geschenkt ansahen? Das glich jedoch mehr den Überzeugungen des Christengottes. Leif würde jedenfalls nicht so einfach klein beigeben und wenn es sein musste, würde er auch genug Entschlossenheit für sich selbst und Virgil aufbringen.
Dennoch war es schlimm, den Waliser so straucheln zu sehen. Dabei starben gerade keine Unmengen an Fischen, es lag nur ein einzelner Rabe vor ihrer Tür. Das reichte jedoch offenbar schon, um bei Virgil sämtliche Zweifel wieder hervorzurufen, von denen Leif gehofft hatte, sie wären nicht mehr so stark vertreten. Dass es doch so war ... schmerzte ihn. Mehr als er es vor sich selbst und Virgil zugeben wollte.
Weswegen er ihm nun von den Blutspuren erzählte. Warum jemand sich dazu berufen fühlte, ihnen solch einen Streich zu spielen, wusste Leif auch nicht. »Dein Gott hat keine Hände, mit denen er dem Raben so etwas antun könnte, oder?« Die Asen hingegen könnten schon in Menschengestalt auf Midgard wandern. Je mehr Leif darüber nachdachte, desto unruhiger wurde er. Zumindest innerlich, äußerlich war er immer noch die Ruhe selbst. Wusste aber auch nicht, was er sagen sollte. Mehr Hypothesen beisteuern, die Virgil nur überzeugen würden, dass er recht hatte? Oder ihn beruhigen, was wahrscheinlich ohnehin nicht funktionierte? Leif hatte gehofft, diese Verzweiflung, die sich in ihm breitmachte, nie wieder spüren zu müssen. Und doch nahm sie ihn für einen Augenblick vollkommen ein.
Bis er sie davon jagte und neben Virgil Platz nahm. Sachte nahm er seine Hand und hielt sie fest – sofern der Waliser dies zulassen würde.
»Ich weiß nicht, warum uns jemand einen toten Raben vor die Tür legt. Vielleicht ist der Christengott schuld, vielleicht sind wir auch Opfer eines Schabernacks meiner Götter geworden. Wenn du mich fragst, würde es Loki ähnlich sehen. Der spielt gerne Streiche. Das muss nicht einmal etwas zu bedeuten haben. Aber ... wir lassen uns doch nicht unterkriegen, oder? Jetzt müssen wir ihnen erst recht zeigen, dass wir stark sind und uns nicht einschüchtern lassen.« So wie ein Wikinger es tun würde.
Ihr morgendliches Gebet hatten sie zwar schon erledigt, aber vielleicht sollten sie sich ja noch mal an Odin wenden? Und ihn um seine Weitsicht bitten oder ein Zeichen. Oder Loki ein Opfer darbringen – wobei das schon fast eine Belohnung für den Streich wäre. Doch so richtig konnte Leif gerade gar nicht über die Möglichkeiten nachdenken, denn er befürchtete immer noch, dass Virgil ihn in den nächsten Minuten verlassen würde.

@Virgil Chadburn

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#47

RE: Schlafzimmer von Leif

31.05.2022 21:20
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Virgil verstand es auch nicht. Sie wollten doch einfach nur glücklich sein!! Warum nur… ließ man sie nicht einfach in Ruhe? Sie taten niemandem etwas zu Leide. Sie knutschten ja nicht mal viel in der Öffentlichkeit, damit keiner sich echauffieren konnte. Damit tat Virgil sich einfach noch ein bisschen schwer, weil er so lange nicht ein einziges Zeichen seiner Homosexualität hatte zeigen dürfen. Weswegen er das vor anderen eher vermied, zumal es etwas Intimes war, das nur sie beide anging. Händchenhalten tat er immerhin trotzdem mit ihm oder sich hie und da mal einen kleinen Kuss stehlen. Aber das konnte doch niemanden so sehr stören… dass er ihnen deshalb so etwas antat oder? sie waren doch so rücksichtsvoll wie möglich.

Er wollte diese Zweifel ja gar nicht zulassen.. und noch weniger Leif damit verletzen. Aber er konnte nichts dagegen machen, sie kamen ganz von selbst. Und schon wieder schienen seine Sorgen sie beide und ihre Beziehung zu erdrücken.
„Nein.. also.. ich denke nicht. Aber er braucht doch auch keine Hände, um.. ein Leben zu beenden.. oder?“
Die Fische waren schließlich auch einfach so gestorben. Aber irgendwie war Leifs Frage trotzdem gut. Denn eine göttliche Macht konnte vielleicht Dinge in Brand setzen, den Verstand lenken oder eine Seuche ausbrechen lassen. aber einem Raben die Kehle aufschlitzen? das klang wirklich ein bisschen.. untypisch für eine Gottheit. Weshalb die Tatsache Virgil tatsächlich kurz ein bisschen irritierte.
„Haben deine Götter denn Hände?“
also so ein seltsames Gespräch hatte er auch noch nie geführt… dachte jedoch auch nicht, dass er das je müsste.
Das Leif sich nun zu ihm setzte und seine Hand nahm.. half Virgil ein bisschen dabei runter zu kommen und sich ein wenig zu beruhigen. Er blickte zwar dennoch gedankenverloren in die Ferne aber.. so ein klein wenig konnte er ihn damit schon aufbauen. Denn wenn es nur ein Schabernak war.. dann wäre das nicht so schlimm.
„…und wie können wir das herausfinden?“
wollte er von ihm wissen, denn dieser Loki schien ja ein echter Mistkerl zu sein xD den würde er definitiv nie anbeten!
Leise seufzend schüttelte er sachte den Kopf und blickte nun doch rüber zu Leif
„ich habe dir versprochen nicht gleich wieder zu fliehen und aufzugeben wenn wir mit weiteren Schwierigkeiten konfrontiert werden. Deshalb.. nein.. wir lassen uns nicht so schnell unterkriegen..“
Dennoch hatte er Angst, weswegen er Leifs Hand fester drückte.
„Ich will bloß nicht die Schuld daran tragen wenn dir oder deiner Kolonie etwas geschieht. Das.. könnte ich mir niemals verzeihen“
das war eigentlich seine größte Sorge. Das ihre Beziehung der Grund dafür war, weshalb andere Menschen leiden musste.
„Vielleicht sollten wir.. unsere Liebesbekundungen auf den privaten Bereich beschränken?“
Denn vielleicht provozierte es seinen Gott ja doch, wenn sie einander unter dem freien Sternenhimmel oder vor den Augen anderer küssten? Virgil würde sich wohler fühlen, wenn sie das erst mal nicht mehr machen könnten.. weswegen er.. ihm seine Hand nun auch entzog. womöglich reichte ja bereits so eine kleine Geste um den Zorn, welcher Götter auch immer, weiter wachsen zu lassen.

@Leif Tyrson


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#48

RE: Schlafzimmer von Leif

31.05.2022 22:00
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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»Ich weiß nicht so viel über den Christengott wie du ... aber er scheint mir mehr auf Dramatik zu stehen. Ein einzelner toter Rabe passt nicht zu ihm. Da müsste eher unser ganzer Garten von Vogelleichen überhäuft sein.« Oder gleich ganz Balar. Aber vielleicht schätzte Leif ihn ja doch falsch ein? Er hatte das Gefühl, dass dem nicht so war.
Die nordischen Götter waren ein ganz anderes Kaliber, weswegen Leif nachdenklich vor sich hin starrte. »Sie können Midgard besuchen und nehmen dann die Gestalt normaler Menschen an.« Also ja ... sie hatten Hände, die einem Raben den Hals aufschlitzen könnten. Leif wollte es nur nicht so direkt aussprechen, weil ihm der Gedanke extrem missfiel, dass er und/oder Virgil die Gunst der Götter verloren haben könnten. Zumal ihm einfach nicht einfiel, weshalb. Vielleicht war ja auch nicht Virgil das Problem, sondern ... er. Er und seine Dunkelheit. Seine Fehlinterpretationen. Der Rabe hatte stets den Waliser präferiert, nicht ihn. Das war in Ordnung, wirklich ... aber gerade ein weiteres Omen, das Leif erst jetzt auffiel und ihn beunruhigte.
Und so zupfte die Dunkelheit an ihm. Das erste Mal seit Virgil zu ihm zurückgekehrt war. Als würde sie zustimmen und ihn warnen.
Bei all diesen Gedanken, hatte Leif den Faden verloren und bekam gar nicht richtig mit, was sein Partner fragte. »Hm ... was?« Er klang so gedankenverloren wie er sich fühlte und hatte sofort ein schlechtes Gewissen deswegen. Jetzt vollkommen für Virgil da zu sein und ihm Sicherheit zu vermitteln, war enorm wichtig. Trotzdem machten sich seine Gedanken selbstständig.
»Wir könnten ... noch einmal Zwiesprache mit den Göttern halten. Um ein Zeichen bitten.« Das aber erneut ungut aussehen könnte. Vielleicht ein weiterer toter Rabe. Diesmal vielleicht ihrer. Leif wollte schon fast vorschlagen, dass Virgil ja mal allein beten könnte, doch er biss sich auf die Zunge. Sie waren ein Team. Und die Dunkelheit würde sich nicht zwischen sie drängen. Wenn Leif ein schlechter Nordmann war, musste er sich ändern. An Virgil lag es bestimmt nicht.
Es sollte nun bei ihm für Sicherheit sorgen, dass Virgil nicht aufgeben wollte, hm? Das tat es gewissermaßen auch, gleichsam fühlte sich Leif aber inzwischen auch total überfordert. Sie hatten dieses ganze Thema schon einmal durchgekaut und was sie tun würden, wenn der Christengott ihre Verbindung sabotierte. Leif hatte nie darüber nachgedacht, dass es seine Götter auch tun könnten. Sie wollten Virgil als Wikinger ausbilden und vielleicht hatte Leif seine Aufgabe ja erledigt? Doch würden sie ihn wirklich im Stich lassen? Verdient hätte er es. Er war schwach gewesen und hatte seinen Liebsten verletzt ... seine Sippe. Das wurde seit jeher schlimm bestraft. Virgil mochte ihm ja vergeben haben, doch die Götter waren nicht so einfach zu blenden. Es bestand die Möglichkeit, unter bestimmten Umständen, dass Leif so etwas erneut tun würde. Eine schreckliche Erkenntnis.
Er wirkte weiterhin abwesend. Und nahm es hin, dass Virgil sich nur noch in ihren vier Wänden vergnügen wollte. »Oh ... okay ...« Mehr sagte er nicht dazu, obwohl er normalerweise das Argument angeführt hätte, dass Götter auch durch Hauswände und -dächer schauen konnten. Er wollte ja gar nicht erzwingen, dass sie ihre Liebe vor anderen zeigten, da war er selbst zurückhaltend, auch ohne Virgils Vorgeschichte. Aber dass sie keinen Sex mehr auf dem Boot oder in der freien Natur haben würden? Das schmerzte irgendwie schon. Aber Schmerz war gerade ein recht angenehmes Gefühl, das die Angst vor dem Kommenden übertünchte.

@Virgil Chadburn

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#49

RE: Schlafzimmer von Leif

31.05.2022 22:21
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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„hm… vielleicht hast du Recht.. dann würde es vielleicht eher Blut regnen…“
er konnte nicht von der Hand weisen, dass der Christengott ein bisschen auf Theatralik stand. Denn alle christlichen Omen waren wirklich höchst dramatisch. So eine simple Geste sah ihm nicht ähnlich und war in der Geschichte auch nie irgendwo verzeichnet. Was ihm durchaus ein bisschen Hoffnung gab.
Der Gedanke.. dass es Leifs Götter waren, die ihre Finger im Spiel hatten, zerstörte diesen kurzen Anflug von Zuversicht jedoch rasch wieder.
„oh…“
sagte er deswegen nur nachdenklich. Aber weshalb sollte ihre Verbindung für Leifs Götter denn plötzlich ein Problem darstellen? Odin hatte sie doch erst zusammen geführt! Das ergäbe überhaupt keinen Sinn. Ohne ihn stünden sie nun nicht hier.. also weshalb sollte er sich plötzlich umentscheiden? Das kam Virgil überhaupt nicht logisch vor.
Er kam nicht auf die Idee, dass Leif die Schuld bei sich selbst suchte und nicht in ihrer Beziehung. Er hatte sich doch wieder zurück besonnen und es war schlussendlich alles gut ausgegangen. Er hatte eingesehen, dass sein Handeln falsch gewesen war und Odin hatte ihm doch verziehen.
Doch Leif wirkte plötzlich so abwesend. Das beunruhigte nun wiederum Virgil! Und prompt bekam er das Gefühl, dass er ihm nun Zuversicht spenden musste, statt umgekehrt.
„Ja.. ich denke das sollten wir unbedingt tun! Einfach um herauszufinden.. was deine Götter von alledem halten.“
Selbst wenn er seinen Gott damit noch mehr verärgern könnte. Aber irgendetwas mussten sie tun. Zwiesprache halten und sich mit ihrer körperlichen Nähe unter freiem Himmel etwas zurück halten. Ja.. das klang nach einem Plan. Einem ersten Schritt.. zur möglichen Lösung des Problems. Denn Aufgeben wollte Virgil wirklich nicht, nicht nachdem er sich hier so wohl fühlte und so glücklich war.
Er hatte jedoch nicht den Hauch einer Ahnung welche Zweifel gerade durch Leifs hübschen Kopf gingen. Bemerkte jedoch sofort, dass etwas nicht in Ordnung war.. weswegen es nun er war, der ihn besorgt ansah.
„…was ist los Leif? Was denkst du?“
er sollte ihn nicht aus seinen Gedanken ausschließen! das hatte sie doch erst zuletzt in diese miese Lage gebracht. sie mussten miteinander reden. Füreinander da sein, statt einfach zu fliehen. Egal ob wortwörtlich oder nur in ihre Gedankenwelt.
„Bitte rede mit mir..“
Er wollte nach Leifs Hand fassen…… aber zögerte.. und tat es schlussendlich doch nicht. Das war doch echt mies! Dass man sie nun so verunsicherte und sie wieder begannen alles und jeden in Frage zu stellen.

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#50

RE: Schlafzimmer von Leif

31.05.2022 22:44
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Tja, Leif war sich plötzlich nicht mehr so sicher, ob Odin ihm wirklich verziehen hatte. Der Allvater war an Virgil interessiert und das sicher nicht ganz uneigennützig. Der Christengott hatte fast die gesamte Wikingerkultur zerstört und sicher sannen die Asen nach Rache. Das lag in ihrer Natur. Wie könnte man sie sich besser nehmen, als die feindlichen Reihen auszudünnen? Leif war nur Mittel zum Zweck gewesen, denn er hatte seinen eigenen Platz unter den Kriegern verwirkt, indem er ein schreckliches Verbrechen begangen hatte. Seinen Platz in Valhalla konnte er wohl vergessen. Er würde nach Hel kommen, und zwar in den nicht so schönen Bereich.
Die Dunkelheit war schuld, dass er jetzt so dachte, und wie immer war sie unaufhaltsam. Binnen Minuten wurde Leif von ihr durchflutet und konnte nur hilflos dabei zusehen. Etwas in ihm begehrte noch auf, weil diese Gedanken überhaupt nicht üblich für ihn waren. Er wusste ganz genau, dass Odin Virgil und ihn nicht aus Rache zusammengeführt hatte, sondern weil er wirklich wollte, dass sie zusammen waren und der Waliser das Herz eines Wikingers in sich trug. Doch das alles spielte keine Rolle mehr, wenn Leifs Sicht schwarz wie Teer wurde.
Dass es geschah, während Virgil neben ihm saß und ihn und seine Zuversicht brauchte war doppelt schlimm.
Beinah ängstlich sah Leif nun zum Altar. In ihm sträubte sich alles, in diesem Zustand seine Götter anzurufen. Wahrscheinlich könnte er sich nicht öffnen, selbst wenn er es wollte. Doch Virgil brauchte immer noch Führung, für ihn musste er es versuchen. Oder zumindest so tun? Was sich auch nicht richtig anfühlte.
Jetzt war er es, der am liebsten flüchten wollte. Doch er tat es nicht, ein Restfunken an Verstand verhinderte es. Wie könnte er Virgil auch dasselbe antun, was ihm angetan worden war? Dieses Gefühl des ›im Stich lassen‹ wollte er ihm niemals geben. Also blieb er sitzen und starrte auf seine Hände.
Natürlich konnte Virgil in ihm lesen wie in einem Buch. Körperkontakt wäre jetzt wirklich ... heilsam und schön gewesen, doch hatten sie sich bereits eine Bürde auferlegt, die alles nur noch schwerer machte.
Es dauerte viele Minuten, bis sich Leif zu einer Antwort durchringen konnte. Auf seiner Zunge lag etwas Abwiegelndes, aber er wusste ... das durfte er nicht bringen. Nicht nach allem, was sie schon durchgemacht hatten. Also zwang er sich, die Wahrheit zu sagen. »Ich ... glaube, ich bin das Problem. Wir waren zwar nicht mehr zusammen, als ich dich ... fast getötet habe. Aber du hattest denselben Stellenwert für mich wie jetzt und vorher schon. Du bist der wichtigste Mensch in meinem Leben und ich liebe dich. Und doch war ich bereit, dich zu töten. Die eigene Sippe zu gefährden ist eine Straftat. Vor allem wenn man es aus Eigennutz tut. Ich wollte den Schmerz loswerden, statt ihn wie ein Wikinger zu ertragen. Das werden mir die Götter niemals vergeben. Valhalla wird mir verwehrt bleiben. Du wirst mir wieder genommen. Und ich weiß nicht ... was ich dagegen tun soll.«

@Virgil Chadburn

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#51

RE: Schlafzimmer von Leif

31.05.2022 23:00
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Virgil spürte ganz deutlich, wie sich etwas an Leifs Aura veränderte. Das letzte Mal hatte er diesen leeren Blick gesehen… als sie gegeneinander gekämpft hatten. Oder besser gesagt als Leif ihn angegriffen hatte schließlich hatte Virgil sich nicht gewehrt.
Aber auf jeden Fall machte ihm dieser Zustand wirklich Sorgen!! Leif.. würde jetzt nicht wieder ausrasten oder? er hatte ihm noch nicht viel über diese Dunkelheit erzählt, die ihn manchmal heimsuchte. Sie hatten nur ein einziges Mal darüber geredet… doch seither erschien es nicht nötig. Da Leif im letzten Monat alles andere als düster oder unbeherrscht gewirkt hatte. Sie waren einfach nur glücklich gewesen.
Aber nun war plötzlich alles wieder anders oder? Dieser Vorfall hier veränderte etwas in ihrer Beziehung. Und das war definitiv nichts Gutes.
Denn ganz ungewollt begann auch plötzlich die Narbe an seiner Brust etwas zu schmerzen und er fasste instinktiv darauf. Ohne dass er es wollte! Aber er bekam da so ein mieses Gefühl.. und Narben waren ja sehr feinfühlig, egal ob es ums Wetter ging oder andere Emotionen.
Ihm schlug das Herz bis zum Hals als Leif so lange schwieg. Es war nicht so.. als hätte er nun Angst vor ihm. Nein, er hatte eher Angst UM ihn, denn so abwesend hatte er ihn erst einmal in seinem Leben gesehen.
Als er endlich den Mund aufmachte fiel ihm ein Stein vom Herzen. Ganz egal was Leif auch sagen würde.. zumindest redete er mit ihm. Und das war nun das aller Wichtigste.
Wobei.. der Stein sofort wieder ziemlich schwer wurde, als er nun seine Worte vernahm.
Sogleich packte Virgil Leif an den Schultern und schüttelte eindringlich den Kopf
„Du warst in diesem Moment nicht du selbst Leif! Außerdem.. nach allem was ich dir angetan habe, wer könnte dir das verübeln? Ich dachte Wikinger sind nicht nur wilde Barbaren, sondern dürfen auch Gefühle zulassen! Außerdem.. ist das über einen Monat her. Weshalb sollten sie es dir plötzlich vorwerfen? Nachdem die Götter uns endlich zusammen geführt haben. Du hast doch gesehen wie sehr der Rabe sich darüber gefreut hat.. und wie oft er uns seither besucht hat. Nein.. ich kann und will das einfach nicht glauben. Also komm! Lass sie uns fragen, dann geben sie uns bestimmt die Antworten die wir suchen!“
Es war total neu für ihn, dass Götter wirklich antworteten. Das war beim nordischen Glauben definitiv besser. Denn im Christentum hatte er nie Antworten auf seine Fragen bekommen. Aber hier gab es Tiere, Gesten, Omen.. Leifs Glauben war viel greifbarer.
Und Virgil wollte wirklich nicht, dass Leif dachte man würde ihn wegen dieser Tat aus Valhalla ausschließen. das stand für ihn außer Frage, er war so ein liebenswerter Mensch!! Und ein extrem würdiger Wikinger!
„Du warst dein Leben lang ein guter Wikinger, wenn deine Götter wirklich so offenherzig sind wie du es mir immer predigst.. dann werden sie dich nicht wegen einem einzelnen Fehler fallen lassen“
und falls doch, waren sie dann wirklich besser als der Gott, den Leif stets so verachtete?


@Leif Tyrson


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#52

RE: Schlafzimmer von Leif

31.05.2022 23:44
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Sie hatten so manches einfach totgeschwiegen, hm? Aber war es ihnen zu verdenken, wo sie doch endlich glücklich miteinander werden konnten? Dass sie da mal nicht an Dunkelheit und Trauer denken wollten? Anscheinend war das ein Fehler gewesen. Manches ließ sich nicht ständig verdrängen. Und auch wenn Leif inzwischen sogar Scherze annehmen konnte, die Virgil über das Geschehen auf der Lichtung machte ... so nagte das alles immer noch sehr an ihm. Es war furchtbar, vor sich selbst Angst zu haben. Zu sehen, wie einfach die Dunkelheit ihn durch einen Trigger wieder einnahm machte es nicht besser. Leif bemerkte auch, wie Virgil nach der Narbe griff. Sie zu sehen, wenn sie miteinander schliefen oder einfach nur nackt nebeneinanderlagen ... schmerzte ihn immer noch. Er konnte das alles einfach nicht vergessen. Vielleicht ging es gar nicht um die Vergebung durch Virgil oder Odin, sondern um die, die nur er selbst sich gestatten konnte. Doch würde er das? Wenn er doch nicht einmal ausschließen konnte, dass sich so ein Vorfall wiederholen würde?

Es war wirklich schwer, sich dazu durchzuringen, etwas zu sagen. Eigentlich wollte Leif sich einigeln und niemanden an sich heranlassen. Das war besser so, für alle Beteiligten. Zumindest hatte er immer so gedacht. Doch steckte man in einer Beziehung, war das nur noch bedingt die Wahrheit. Virgil auszuschließen war das Schlimmste, das er tun konnte. Das wusste er, und trotzdem kämpfte er wirklich hart mit sich.
Letztlich gewann die Liebe und Leif packte aus, so weh es auch tat.
»Doch, ich war ich selbst. Das, was du da gesehen hast ... das schlummert in mir. Auch in guten Zeiten weiß ich, dass es da ist. Es braucht nur einen kleinen Funken und schon ...« War doch jetzt ganz gut zu sehen. Zwar war Leif nicht kurz davor, auszurasten und um sich zu schlagen, aber wer wusste schon, wie viel dazu noch fehlte. Denn in Gedanken hatte er längst seine Axt gepackt und sah sich vor den Toren Beißer schnetzeln. Das war besser, als sich diesem Zustand tatenlos zu ergeben. Irgendwie.
»Nichts entschuldigt, dass ich dich töten wollte. Überhaupt nichts! Und es ist eine Sache, Gefühle zuzulassen, jedoch eine andere, sich von ihnen zu Taten treiben zu lassen, die man nicht begehen will.«
Leif konnte nichts dagegen tun, die Rage war seiner Stimme bereits anzuhören. Doch er wurde auch müde ... weswegen die nächsten Worte schon wieder matt und resigniert klangen. »Vielleicht hatte ich nur die Aufgabe, dich deinem neuen Leben zuzuführen und meinen Göttern vorzustellen. Möglich, dass da noch mehr war, aber das Recht darauf habe ich mit meinem Angriff und meinem ... Zustand verwirkt.«
Diese Erkenntnis war so vernichtend, dass Leif der Aufforderung, mit den Göttern zu sprechen, nicht folgte. Er blieb einfach sitzen und starrte vor sich hin.
Erst Virgils weitere Worte rüttelten ihn wach. Es stimmte. Leif hatte dauernd gesagt, dass Götter mehr vergeben mussten und man nicht an einzelnen Fehlern gemessen wurde. Dass die Götter auch ihre Macken hatten. Außerdem waren Berserker in der nordischen Mythologie keine Seltenheit.
»Das mag alles sein, Virgil. Und ich weiß das auch. Aber ... ich habe dich schon einmal verletzt. Wollte denjenigen, der mir am wichtigsten ist, einfach ausradieren. Ich weiß nicht, wer uns den Raben vor die Tür gelegt hat, aber ... dieser Jemand hat zumindest dafür gesorgt, dass ich dir sage, dass ich ... das nicht vergessen kann und nicht weiß, wie ich damit umgehen soll.« Der Unbekannte hatte ihnen also schon irgendwie einen Gefallen getan, da sie darüber nun noch einmal redeten.

@Virgil Chadburn

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#53

RE: Schlafzimmer von Leif

01.06.2022 21:30
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Sie waren immer noch in der Flitterwochenphase, die dauerte eben ein paar Wochen bei ihnen. Und das war wunderschön so. Also nein, es war ihnen nach all dem Drama nicht zu verdenken, dass sie einfach mal nur glücklich sein und nicht alles zerdenken und zerreden wollten. Das war total okay! Das es sie irgendwann einholen würde.. war aber leider vorherzusehen. Nur hatte Virgil gehofft, dass sie etwas mehr Zeit haben würden, bis sich wieder ein dunkler Schleier über ihre Beziehung legte.
Aber es ließ sich nicht ändern, sie mussten nun damit zurecht kommen und versuchen irgendwie damit zu leben.
Auch wenn er keine Ahnung hatte, wie sehr Leif noch wegen den Geschehnissen auf der Lichtung litt. Nun war wohl der richtige Zeitpunkt, um genau darüber zu reden. Während Virgil sich darüber kaum noch Gedanken machte.
Sich selbst zu vergeben war aber ohnehin immer am schwierigsten.
Und das Leif es nicht konnte.. zeigte sich sehr deutlich an seinen folgenden Worten. Die Virgil schweigen aber ihn mitfühlend ansehen ließen.
„Jeder von uns trägt auch Dunkelheit in seinem Herzen Leif.. selbst ich. Versuch nicht.. sie als Krankheit anzusehen, sondern sie anzunehmen und als Teil von dir anzuerkennen, dann gibst du ihr nicht mehr eine so große Macht über dich. Und.. vielleicht macht sie dir dann irgendwann keine Angst mehr sondern du kannst sie für dich nutzen? Ich habe keine Angst vor dieser Dunkelheit in dir. Ganz egal was auf dieser Lichtung passiert ist. Ich weiß.. dass du das tief in deinem Herzen nicht wolltest. Und ich werde alles in meiner Macht stehende dafür tun, dass du dich nie wieder so sehr selbst verlierst…“
Denn trotz allem trug Virgil immer noch einen großen Teil der Schuld an diesem Vorfall. Aber er konnte nur versuchen das Licht für Leif zu sein, das diese Dunkelheit stets vertrieb oder ihm zumindest dabei half sie zu kanalisieren, damit sie nicht die Kontrolle über ihn übernehmen konnte.
Eigentlich hatte Virgil ja gerade eine Entscheidung getroffen… die er jedoch prompt wieder über Bord warf, weil er es einfach nicht ertrug Leif so leiden zu sehen und ihm nicht beistehen zu können.
Weswegen er nun doch wieder nach seiner Hand fasste und ihm tief in die Augen blickte.
„Niemals Leif! Der Rabe hat mich zu dir geführt, weil er sich um dich gesorgt hat. Weil du einer seiner treusten und wertvollsten Verbündeten bist. Das.. konnte ich in seinen Augen erkennen. Deine Statuen und Geschichten sind vielleicht faszinierend und ich fühle bereits eine gewisse Verbundenheit zu deinen Göttern. Aber meine größte Inspiration bist am Ende immer noch du. Ohne dich.. würde ich all das nicht empfinden. Du bist es an den ich glaube.“
Und weniger Leifs Götter. Er fühlte sich ihnen nur durch Leif so verbunden, weil er so sehr mit ihnen verbunden war. Er war sein spiritueller Führer und eine andere Option würde er niemals zulassen.
„hm.. dann hat das verwirkte Leben ja vielleicht doch seinen Zweck erfüllt? Womöglich.. wollten deine Götter damit auch nur das bezwecken? Das du… endlich mit mir redest und mir sagst wie du dich fühlst?“
Vielleicht hatten sie ihn dahingehend provozieren wollen, dass er ehrlich zu Virgil war? Oh er wünschte sich, dass es so wäre…. und nicht schon wieder ihre gesamte Beziehung in Gefahr war. Denn mit diesen Ängsten… mit denen könnten sie leben. Das würden sie hinbekommen, davon war er überzeugt.

@Leif Tyrson


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#54

RE: Schlafzimmer von Leif

01.06.2022 22:25
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Leif fiel es extrem schwer, über die Dunkelheit zu sprechen. Bisher hatte er sich noch nie jemandem derart offenbart, was das anging. Sondern war immer geflohen, bis sich die Finsternis verzogen hatte. In einer Beziehung war das keine Option mehr. Zumindest nicht, so wie er sie führen wollte. Ehrlich, ohne Geheimnisse. Sagte sich aber auch immer so leicht. Immerhin hätte er Virgil schon viel früher gestehen können, wie sehr ihm der Vorfall auf der Lichtung noch nachlief.
Er atmete tief durch. »Ich habe meine Wege mit ihr umzugehen. Zumindest, wenn ich allein bin.« Was schon aussagte, dass er aufgeschmissen war und keine Ahnung hatte, wie er es jetzt anstellen sollte. »Ich sollte gehen und dich nicht in Gefahr bringen. Aber ... eigentlich möchte ich das nicht. Dich verlassen. Auch wenn es nur temporär wäre. Wir ... sind doch gerade dabei, uns hier ein gemeinsames Leben aufzubauen.« Leif hatte zwar keine Zweifel, dass Virgil ein paar Tage ohne ihn klarkommen würde, immerhin hatte er auch schon Kontakte geknüpft. Trotzdem, er wollte immer seiner Seite bleiben.
Wie er die Dunkelheit für sich nutzen sollte, wusste er auch nicht. »Es gab schon immer sogenannte Berserker bei den Wikingern. Sie sind von einer speziellen Göttin gesegnet. Aber es ist immer ihre Wahl, sich in einen Rausch aus Zorn und Kampfeslust zu versetzen. Ich bin diesem Zustand ... einfach ausgeliefert. Jetzt kann ich noch mit dir reden, aber ... ich kann nicht garantieren, dass ich in zwei, drei Stunden nicht einfach dicht mache.«
Leif schüttelte den Kopf. »In dem Moment wollte ich es. Nicht dich töten, ich dachte ja, das wärst gar nicht du. Aber unsere Verbindung trennen. Dich nie wieder sehen und nichts mehr für dich fühlen. Das ist genauso schlimm, als hätte ich die Kette meines Vaters verbrannt, um sein Andenken nicht mehr wahren zu müssen.«
Es war egal, was Virgil sagte ... das, was Leif getan hatte, war schlimm. Vielleicht war es nur eine einzelne Tat, aber eine, die für ihn persönlich niemals aufzuwiegen war. Und die er womöglich noch einmal begehen würde.

Nun nahm Virgil doch seine Hand. Leifs Finger zuckten kurz, weil er sie wegziehen wollte. Doch er beherrschte sich ... fühlte sich dieser Beistand gerade doch wirklich gut und heilsam an. Dazu kamen noch die wirklich schönen Worte, die er an ihn richtete. »Ich würde dich jetzt gern küssen ...«, hauchte er. Doch er wollte auch seine Entscheidung und Bitte akzeptieren, selbst wenn es diesmal vielleicht Leifs Götter waren, die für diesen Schrecken verantwortlich waren.
»Hm ... sie sind manchmal etwas ruppig in ihren Botschaften. Schon möglich, dass Odin einer seiner Raben geopfert hat, um uns einen Schritt weiter zu bringen. Aber ... ich kann mir kaum vorstellen, dass mein Seelenheil ihm so viel wert ist.« Ihn nach Balar zu führen und ihn mit der Liebe seines Lebens wieder zu vereinen, durch einen lebendigen Raben, war eine Sache. Aber einen seiner kostbaren Weggefährten zu opfern ... dann doch eine ganz andere. Leif wusste nicht, was er davon halten sollte. Aber er spürte schon, wie er sich der Präsenz der Götter wieder ein Stück weit öffnete und sie nicht mehr komplett ausschloss.
Weswegen er nun aufstand und Virgil die Hand bot, um ihn hochzuziehen. »Lass uns den armen Raben zur Ruhe betten und dann noch einmal zu den Göttern sprechen. Vielleicht bringt uns das weiter.«

@Virgil Chadburn

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#55

RE: Schlafzimmer von Leif

01.06.2022 22:46
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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„Und wie sehen die aus?“
Fragte Virgil ihn nun ganz direkt. Denn auch wenn Leif gerade mit ihm über diese Dunkelheit sprach… so waren seine Worte trotzdem irgendwie ausweichend und das Ganze blieb kryptisch für Virgil. Aber er wollte es verstehen! Er wollte wirklich verstehen woher das alles kam, denn nur so konnte er lernen damit umzugehen und Leif zu helfen, wenn die Dunkelheit ihn wieder übermannte. Er hatte keine Angst vor ihm.. er wollte einfach nur für ihn da sein.
„Nein! Ich.. möchte nicht, dass du weg läufst.. so wie ich es getan habe. Wir finden einen Weg gemeinsam damit umzugehen!“
Er hatte auch als Grund vorgeschoben, dass er Leif beschützen wollte, genau wie seine Kolonie. Und das er deshalb gegangen war. Aber war das wirklich der einzige Grund gewesen? oder hatte er noch vor etwas anderem Angst gehabt? war feige gewesen und hatte den augenscheinlich einfacheren Weg gewählt? Das würde Virgil nun nicht zulassen. er wollte den steinigen Pfad mit Leif wählen, solange sie zusammen waren, würden sie einander über jeden Stein hinweg helfen.
Und das einzige das Virgil gerade Angst machte, war die Tatsache, dass Leif tatsächlich darüber nachdachte ihn zu verlassen! Selbst wenn es nur ein paar Tage waren. Wie viele wären es beim nächsten Mal? Ein paar Wochen? Monate? Jahre? und irgendwann würde er vielleicht gar nicht wieder kommen?
Nein, das war einfach keine Option.
„Vielleicht.. musst du es einfach erst noch lernen sie zu beherrschen? Diese Berserker.. haben das doch bestimmt auch nicht von Anfang an gemeistert…“
das konnte er sich nicht vorstellen, so etwas war doch immer Training. Und Leif sollte also so ein Berserker sein? Der Gedanke war schon ein bisschen beängstigend.. aber er verschreckte ihn damit nun nicht. Leif war stark! und Virgil überzeugt davon, dass er es hinbekommen würde diesen Berserker zu kontrollieren.
„Sag mir wovor du Angst hast Leif.. wenn du dich in diesem Zustand befindest? Du hast die Kette deines Vaters niemals zerstört, um dich von deinen Erinnerungen zu lösen. Und nun wo wir zusammen sind…. wirst du auch mir nichts tun. Davon bin ich zu 100% überzeugt!“
Wenn Leif es nicht war, dann würde es diesmal der ehemalige Christ sein, der ihm Hoffnung und Zuversicht spendete. Denn er wusste einfach.. Leif würde ihm nichts antun. Auch nicht in diesem Zustand. Und er ignorierte dabei auch das Ziepen seiner Narbe, die ihn offenbar ermahnen wollte. Aber darauf konnte und würde er nun nicht hören.

„…..dann küss mich..“
antwortete Virgil nun flüsternd. Denn… egal wie große Angst er vor den göttlichen Mächten hatte, gerade hatte er noch viel mehr Angst davor Leif zu verlieren. Und er bekam mehr und mehr das Gefühl.. dass dieser Akt ihre Beziehung vielleicht nur auf die Probe stellen sollte. Oder auch voran..
„Ich kann es schon Leif.. du hast einen ganz besonderen Stellenwert für deine Götter. Hör auf dich selbst so gering zu nehmen. Ich meine.. deine Götter beobachten uns seit unserem ersten Treffen und offenbar liegt ihnen viel an unserer Beziehung… also weshalb nicht auch an deinem Seelenheil?“
Ein schwaches Lächeln trat zurück auf Virgils Lippen, als Leif nun doch wieder ein wenig Mut zu fassen schien. Er nahm seine Hand und zog sich mit ihm hoch, ehe er nickte.
„Einverstanden.. und dann werden wir Schritt für Schritt herausfinden, was hier passiert ist. Gemeinsam. Okay?“

@Leif Tyrson


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#56

RE: Schlafzimmer von Leif

01.06.2022 23:26
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Leif hob hilflos die Schultern und wollte eigentlich nicht verraten, wie erbärmlich er diesem Zustand begegnete. »Einsamkeit und ... mich in Horden von Beißern stürzen. Das ist der einzige Weg. Als Balar angegriffen wurde ... habe ich fast nicht zu mir zurückgefunden. Wenn das jemals passieren sollte ... bin ich lieber nicht in der Nähe von Menschen, die ich liebe.« Was schon ein wenig anteaserte, wovor er sich fürchtete.
Aber woher diese Dunkelheit kam, konnte er nicht beantworten. Das wusste er doch selbst nicht. Schon in seiner Jugend hatte sie sich angekündigt und ihn mit dem Tod seiner Eltern endgültig in die Fänge bekommen. Er hatte versucht, eine Erklärung durch seinen Glauben zu finden, doch die Götter hatten ihm nicht helfen können. Ihm keine Antworten geschickt. Nur ... ihre Unterstützung zugesagt. Zumindest bis jetzt. Sie hatten wohl erwartet, dass Leif dagegen ankämpfte, doch als es um Virgil gegangen war ... hatte er es nicht mehr geschafft. Es war also nur logisch, dass die Götter enttäuscht waren. Er war es von sich auch.
Ihm lag eine bittere Entgegnung auf der Zunge, die er sich verbot. Dass er nicht weglief, um eine Frau zu heiraten und sich zu verraten, sondern um einen Zustand zu erreichen, in dem er wieder in die Arme seines Liebsten und seiner Freunde zurückkehren konnte. Doch diese Entgegnung war auch aus der Finsternis geboren und würde Virgil verletzen. Dieses Gespräch unterbinden und das Vertrauen zerstören. Dinge, die Dark Leif sehr begrüßen würde. Doch noch hatte er nicht die Oberhand. Ihn niederzuringen kostete jedoch so viel Kraft, dass er gerade nichts weiter entgegnen konnte.

Bis sie über die Berserker sprachen. »Das sagt sich so leicht ... ich werde von diesem ... Zustand seit meiner Jugend befallen. Seit meine Eltern tot sind. Wer soll mir beibringen, das zu beherrschen?« Vielleicht sollte er mal mit den Arena-Göttern sprechen. xD Wobei zumindest der Schmied sich seinen Launen auch oft genug ergab, der andere war eher ein Sonnenschein. So ganz passten die beiden nicht zu Leifs Art. Trotzdem ... sie waren waschechte Krieger und hatten ja vielleicht doch noch einen Tipp für ihn. Doch dafür müsste er sich ihnen anvertrauen. Daran scheiterte es schon wieder.

Wovor er Angst hatte? Diese Frage ließ Leif nachdenken, obwohl er die Antwort schon wusste. Nach einigen Minuten gab er sie Virgil. »Vor dem Kontrollverlust. Davor, dass ich Menschen verletzte und verliere, die mir etwas bedeuten. Egal, ob durch Taten, Worte oder damit, dass ich sie ignoriere, obwohl alles in mir schreit, es nicht zu tun. Davor, so fremdgesteuert zu sein und den Weg zurück nicht mehr zu finden. Davor ... dass du mich noch einmal so angsterfüllt ansiehst wie damals auf der Lichtung.« Es waren eine Menge Dinge. Und sicher schlummerten da noch mehr in seinem Unterbewusstsein, die er nicht benennen konnte.
So schnell konnte es sich wandeln, hm? Hatte Virgil zuerst noch gedacht, der Christengott hätte sie erneut auf dem Kieker, wurde Leif durch das alles extrem getriggert. Auch, weil er Angst davor hatte, dass sein Partner sich alles nun anders überlegen und Schluss machen würde. Nun war es jedoch er, der ihm eine Stütze war und gut zuredete. Das ... fühlte sich gut an, obwohl Leif es lieber wäre, sie müssten diese Gespräche gar nicht führen. Und der Rabe wäre noch am Leben.

Er sah Virgil an, als der ihn aufforderte, ihn zu küssen. »Aber ... dein Wunsch«, hielt er noch schwach dagegen ... beugte sich dann aber vor, um seine Lippen auf Virgils zu legen. Sein Herz flatterte ... zum Glück war es noch da und nicht in zähem, schwarzem Teer ertrunken. Es war ein unschuldiger Kuss, der Leif aber viel Zuversicht und Liebe schenkte. Nicht genug, um ihn von der Finsternis zu befreien, aber zumindest, um ihn handeln zu lassen. Solang er noch konnte.
Sie standen auf und Leif dachte noch über Virgils Worte nach. »Mir wäre es trotzdem lieber, wenn sie uns einen lebendigen Raben schicken würden. Er hätte auf deiner Narbe rumhacken können, bis ich mit dir rede.« Das hätte Leif bestimmt auch getriggert. Doch er sagte es mit einem ganz leichten Schmunzeln. Komisches Gefühl, normalerweise schmunzelte er nicht, wenn er so mies drauf war. Mit Virgil an seiner Seite lief alles ganz anders, als er es kannte.
Gemeinsam kümmerten sie sich um die kleine Vogelleiche und kehrten dann zum Altar zurück, um sich davor zu hinzuknien. Leif schloss die Augen und ... entschied sich diesmal für eine stumme Meditation. Er hatte keine Kraft und keine Worte, um zu formulieren, was in ihm vorging. Was er sich für ein Zeichen oder eine Antwort erhoffte, wusste er auch nicht. Aber vielleicht würde es ihm schon helfen, wenn er die Präsenz seiner Götter fühlen würde. Merken würde, dass sie ihn nicht verstießen.

Doch ob es nun an ihm selbst lag oder den Götter ... er fand keine Ruhe in diesem Zwiegespräch. Virgil war es gelungen, die Dunkelheit für ein, zwei Tage hinauszuzögern, aber dann trafen die schwarzen Wellen mit umso mehr Wucht ein. Es war der Abend des dritten Tages nach dem Vorfall mit dem Raben, als Leif im Bett lag und an die Decke starrte ... darauf wartete, dass Virgil zu ihm kam. Der Arbeitstag war voll und anstrengend gewesen. Morgens war Leif noch normal gewesen, erst als er allein auf dem Meer herumgeschippert war, war er der Finsternis letztlich erlegen. Somit gab es noch keine Anhaltspunkte für Virgil, dass sich etwas geändert hatte - denn sie hatten sich seither schlicht noch nicht wieder gesehen. Und dass Leif bereits im Bett lag, statt mit ihm gemeinsam zu Abend zu essen? Vielleicht wollte er ihn ja verführen oder war einfach schon mal vorgegangen, immerhin war es bereits sehr spät.
Ein kleiner Teil von Leif hoffte, dass die Nähe des Walisers helfen würde, aber im Grunde wusste er es besser. Zumal er aktiv nach schlechten Erinnerungen und Empfindungen suchte, um sich zu beweisen, wie schrecklich und aussichtslos alles war.
Jedenfalls ertrug er nicht mehr als ein oder zwei Küsse und das Heraufschieben seines Oberteils, da stieß er Virgil schon von sich. Der besagte kleine Teil, der nicht von der Dunkelheit absorbiert war, schrie innerlich auf, konnte aber wie immer nur zusehen. Leif drehte sich schweigend zur Seite und fragte sich nicht zum ersten Mal, wie weit Virgil mit Nia gegangen war. Diese Frage quälte ihn besonders, obwohl es ihm egal sein sollte. Virgil stand ja nicht mal wirklich auf Frauen! Aber trotzdem ... sie hatten fast geheiratet. Die Flitterwochen hatte Virgil mit ihm gemacht und doch kam sich Leif immer noch vor, als hätte er jemandem die Zukunft geklaut. Seine Gedanken waren wirr, genau wie sein Verhalten, und das würde wohl auch erst mal nicht besser werden.

@Virgil Chadburn

zuletzt bearbeitet 04.06.2022 22:28 | nach oben springen

#57

RE: Schlafzimmer von Leif

04.06.2022 22:40
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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„…vielleicht brauchst du gerade dann die Nähe deiner geliebten Menschen?“
Bisher.. hatte er immerhin niemanden den er wirklich liebte oder? Seine Eltern waren tot. Und alle anderen hielt er doch weitestgehend auf Distanz. Also wer sagte ihm.. dass die Nähe seines Partners nicht das Gegenteil auslösen würde? Ihm dabei helfen könnte die Dunkelheit wieder zu verlassen und zu sich zurück zu finden? Virgil wollte ihm eine Hand reichen.. das Licht sein, das ihn wieder aus dem Abgrund führte. Und er würde auch nicht zögern es zu tun, egal wie sehr Leif ihn auch von sich stieß.
Bisher hielt Leif sich mit verletzenden Bemerkungen allerdings auch zurück. Es war fraglich wie Virgil letztlich wirklich reagieren würde, wenn die Dunkelheit überhand nehmen würde. Doch er würde sein Bestes tun.. um Leif nicht im Stich zu lassen.

„Gibt es denn niemanden hier… der ähnliche Schwierigkeiten hat?“
Fragte Virgil nach. Immerhin waren hier doch viele Heiden. Und wenn diese ‚Beserker‘ häufig im nordischen Glauben waren.. vielleicht fand Leif so etwas wie einen Mentor? In dieser Hinsicht könnte Virgil ihm leider wirklich nicht all zu behilflich sein. Dennoch wollte er ihm das Gefühl geben.. dass er für ihn da war und ihm half das alles hinzubekommen.

Als Leif nun damit heraus rückte was ihn wirklich belastete… begann Virgil milde zu lächeln und legte vorsichtig seine Hand auf die von Leif.
„Naja, seit kurzem trainiere ich mit einer ziemlichen badass Russin. Also.. ich werde lernen mich besser zu verteidigen, sollte es wirklich einmal nötig sein. Und was das Ignorieren betrifft… keine Sorge. Du hast gesehen wie aufdringlich ich sein kann, ich würde also nicht damit aufhören dich zu belästigen, egal wie sehr du versuchst mich loszuwerden“
Virgil versuchte der ganzen Sache nun ein wenig die Schwere zu nehmen mit seinen Worten. Damit Leif ein bisschen beruhigter war. Und er ihm zeigen konnte, dass er keine Angst vor ihm hatte. Auch wenn er letztlich dennoch den Blick ein bisschen abwandte… denn dass er ihn angsterfüllt angeschaut hatte auf dieser Lichtung konnte er wohl nicht schönreden. dennoch drehte er anschließend wieder mit sanftem Blick den Kopf zu ihm.
„Auf dieser Lichtung da.. wusste ich nicht wie mir geschieht Leif. Ich war völlig überrumpelt von dieser Situation. Aber nun weiß ich Bescheid.. und dennoch habe ich keine Angst vor dir“
Er musste ihm das einfach glauben. Und Virgil würde es ihm immer wieder sagen wenn nötig.
Irgendwie half es Virgil ein bisschen dabei seine eigene Panik unter Kontrolle zu bringen indem er Leif half und ihm gut zuredete. Denn so konnte er nicht so sehr an seine eigenen Ängste denken.

„Mein Wunsch.. war kein richtiger Wunsch sondern eine unüberlegte Panikreaktion…. vergiss was ich gesagt habe. Niemand kann uns je wieder auseinander bringen“
Und er bereute seinen Entschluss ja bereits. Sie hatten sich darauf geeinigt zueinander zu stehen. zu ihrer Liebe. Egal was irgendwelche Götter darüber dachten. Also wollte Virgil damit aufhören sich für irgendwen zu verbiegen!! auch nicht für eine göttliche Übermacht. Er liebte Leif und er wollte es ihm zeigen. Immer und überall wo er wollte. Weswegen er diesen Kuss mehr als nur zuließ. Ihn gar voller Liebe und Sehnsucht erwiderte.

„auf meiner Narbe rum hacken? Autsch…“
sagte er nur mit einem schwachen Schmunzeln bei der Vorstellung. aber ja.. er hätte lieber den Schmerz in Kauf genommen, als das ihretwegen ein unschuldiges Lebewesen sterben musste.
Eines das sie mit vollstem Respekt beerdigten.. ehe sie sich den Göttern zuwandten. Ein Zeichen jedoch folgte nicht. Dennoch hatte Virgil die Hoffnung, dass sie erhört wurden.

Und möglicherweise war es so? in den nächsten Tagen gab es nämlich keine weiteren Vorfälle. Weshalb Virgil schon fast wieder glaubte.. sie hätten die Schwierigkeiten überwunden und die Götter wieder besänftigt.
Es war also ein normaler Arbeitstag. Etwas anstrengend, da Virgil viel zu tun gehabt hatte und er vermisste Leif. Weil er ihn den ganzen Tag nicht gesehen hatte. Normalerweise begegneten sie einander tagsüber ja trotzdem manchmal in der Kolonie. Aber heute war Leif den ganzen Tag auf dem Meer gewesen während Virgil in der Siedlung gearbeitet hatte. In den Stallungen um genau zu sein.
Die Sonne war bereits unter gegangen als er wieder nach Hause kam und sich nur einen raschen Kuss von Leif stahl, ehe er rasch unter die Dusche sprang. Immerhin stank er nach Pferdemist. und so wollte er nicht ins Bett. Er nahm es ihm nicht übel, dass er mit dem Abendessen nicht gewartet hatte. Es war spät und nur das Frühstück zählte zu ihrem gemeinsamen Ritual.
Außerdem hatte er unterwegs schon einen Snack gegessen und war einfach nur hundemüde. Weshalb er sich nach dem Duschen mit einem Handtuch um die Hüften zu Leif ins Bett warf.
Er schnaufte erschöpft und legte den Kopf auf Leifs Brust ab. Den Arm um seinen Bauch geschlungen hauchte er ihm ein paar Küsse auf die Wange und streichelte über seinen Oberkörper
„was für ein Tag.. eine der Koppeln stand kurz davor einzubrechen.. ein Glück, dass wir die Stute gerade noch rechtzeitig rausholen konnten..“
begann Virgil kurzerhand einfach zu erzählen und bemerkte noch nicht, dass irgendetwas anders war. Das Leif mal schweigsam war und er ihn oft nieder plapperte war ja nichts Neues.
„und wie war dein Tag?“
Es folgten weitere Küsse. Virgil richtete sich wieder ein bisschen auf, aber nur um Leif ordentlich zu küssen.
„du hast mir gefehlt..“
flüsterte er ihm zu und.. man konnte merken, dass Virgil sich gerade nach etwas Nähe sehnte. Weswegen seine Hand auch ganz automatisch unter sein Shirt wanderte, da er Leif einfach spüren wollte.
Doch ehe er ihn erneut küssen konnte… wurde er plötzlich ziemlich harsch weg geschoben und Leif drehte sich zur Seite.
Ziemlich verwirrt blieb Virgil zurück und setzte sich auf. Legte ganz vorsichtig die Hand auf Leifs Rücken und fragte
„Was ist los? Hattest du einen schlechten Tag.. oder bist müde?“
das wäre ja okay und nicht weiter schlimm und Leif könnte es ihm einfach sagen.. vor allem aber begann Virgil sich Sorgen zu machen. Denn so abweisend reagierte er sonst eigentlich nie, selbst wenn er mal nicht in Stimmung war redeten sie einfach miteinander. Doch so abweisend.. hatte er ihn bisher eigentlich noch nie erlebt.

@Leif Tyrson


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#58

RE: Schlafzimmer von Leif

04.06.2022 23:20
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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»Du hast mich erst einmal in diesem Zustand gesehen und das war schon die letzte Stufe ... der Weg dahin ist nicht schön. Glaub mir, es ist besser, wenn ich dann nicht in der Nähe bin«, sagte Leif verbittert und blickte zu Boden. »Aber ... ich gebe zu, du schaffst es, dass ich noch einmal Zuversicht fasse.« Also gab es ja vielleicht doch noch Hoffnung? Darauf, dass Virgil sein Licht war und ihn in diesen Zeiten bei sich hielt. Dass Leif nie wieder abdriften würde oder zumindest nicht mehr so schlimm? Er wagte es kaum zu hoffen, und doch war es ein schöner Gedanke.

Ob es hier jemanden gab, der ähnliche Schwierigkeiten hatte wie er? Da fiel ihm wieder der Schmied ein, doch sie waren vom Wesen her grundverschieden. Im Grunde kannte er ihn sowieso kaum – genau wie so viele andere. »Alle Krieger hier kämpfen hart und furchtlos, aber ob noch jemand Angst hat, sich darin zu verlieren, weiß ich nicht. Und auch nicht, ob ... jemand von einer Art Dunkelheit verfolgt wird. Also ... aktuell ... wohl schon. Wegen der Todesfälle durch den Angriff letztens. Die hat noch niemand verarbeitet, alles ist noch sehr frisch.« Er zuckte mit den Achseln, war da wirklich überfragt. Und konnte sich auch kaum vorstellen, mit jemand anderem als Virgil über das zu sprechen, was in den depressiven Phasen in ihm vorging. Der Rest akzeptierte, wenn er ging, und auch, dass er nie richtig erklärte, weshalb er es tat.

Als Virgil ihm gut zuredete, schwieg Leif. Ihm war klar, dass sein Partner versuchte, das Gespräch aufzulockern und ihm die Sorgen zu nehmen, doch es klappte nicht. Virgil würde wohl nie richtig verstehen, wie es ihm in diesen Phasen ging und wie ... eklig er dann reagieren konnte. Ihm wurde schon schlecht, wenn er daran dachte. Er war doch nicht besser als jemand, der seinen Partner regelmäßig schlug oder seelisch missbrauchte. Eine Beziehung mit ihm war toxisch. Und doch hatte er Virgil dazu getrieben, sein altes Leben hinter sich zu lassen. Plötzlich war sich Leif nicht mehr sicher, ob das eine gute Idee gewesen war – aber auch das war die beginnende Dunkelheit in ihm. Die vergangene Zweifel ausgrub und ihnen viel zu viel Raum gab. Leif schwieg jedenfalls zu allem, was Virgil ihm versicherte, hielt aber weiterhin seine Hand und bemühte sich um ein Lächeln. Das eine Spur wärmer wurde, weil Virgil seinen Wunsch zurücknahm und nun doch wieder Liebesbekundungen unter freiem Himmel erlaubte. »Nein ... niemand kann das!«, beteuerte er auch Leif und glaubte in diesem Moment wirklich daran. Er würde sich gegen die Depression wehren! Und in Virgil die Sonne sehen, die dieser für ihn war.

Sie beerdigten den Raben und beteten zu den Göttern. Auch bei den folgenden Morgenritualen, doch es blieb stumm. Auch ›ihr‹ Rabe tauchte nicht auf, was Leif zugegebenermaßen Sorgen bereitete. Doch sie lebten ihr Leben weiter und es schien, als würde sich alles wieder zum besseren wenden. Leif bemühte sich, die Dunkelheit zum Schweigen zu bringen und Virgil zu beweisen, dass er sein Licht war. Dass es reichte, wenn er da war und dann alles gut war. Aber leider reichte es nicht. Das Meer verwandelte sich in schwarzes Teer und die Einsamkeit auf offener See war bedrückend wie noch nie zuvor. Als Leif wieder zurück in Balar kam, war sein Blick bereits leer und stumpf, sein Kopf voller Fragen, Zweifel und Horrorszenarien.
Er konnte nichts weiter tun, als sich ins Bett zu legen und sich dem zu ergeben, so kläglich das auch war. Vielleicht würde es morgen ja schon wieder vorbei sein? Gegessen hatte er seit der Früh nichts mehr und verspürte auch keinen Hunger. Und auch kein Verlangen, als Virgil zu ihm kam, ihn berührte und küsste. Es regte sich nicht einmal sein Herz, als er ihm sagte, dass er ihn vermisst hatte. Sonst polterte es verliebt los bei solchen Liebesbekundungen und es gab dann kein Halten mehr. Doch jetzt fühlte sich Leif nicht mehr würdig und ... ertrug einfach kein bisschen diese Nähe. Es war einfach zu viel. Ihm wurde heiß, er fühlte sich eingeengt und am liebsten wäre er jetzt schon raus in die Nacht geflüchtet.
Doch er drehte sich nur um und starrte vor sich hin. In der Hoffnung, Virgil würde den Wink verstehen und ihn einfach in Ruhe lassen.
Tat er jedoch nicht. Leif rutschte noch ein Stück weg, da er Virgils Hand am Rücken fühlte. Von dieser Stelle machte sich noch unangenehmere Hitze breit. Er schloss die Augen, um dem Herr zu werden. Der weggesperrte Leif kratzte wirklich jegliche Willenskraft zusammen, um einfach weiter zu schweigen. Ignorieren war besser als verletzende Dinge zu fragen oder zu sagen. Doch es klappte nicht. Dark Leif gewann ... er wollte mehr Schmerz spüren und sich in seinem Weg bestätigt fühlen. Also drehte er sich um, sein Blick war kalt und hart. Noch nicht so wie damals auf der Lichtung, aber die Erinnerung dürfte sich Virgil dennoch aufdrängen.
»Bisher haben wir das Thema Nia totgeschwiegen. Aber ich finde, du kannst mir inzwischen verraten, wie oft du mit ihr geschlafen hast!«

@Virgil Chadburn

zuletzt bearbeitet 04.06.2022 23:22 | nach oben springen

#59

RE: Schlafzimmer von Leif

04.06.2022 23:42
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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„Naja.. dann weiß ich ja zumindest, dass es nicht mehr schlimmer werden kann“
Also wie grässlich konnte der Weg dorthin schon sein? Er wusste nun wie das Ende der Reise aussah. Und er nahm sich vor nicht zuzulassen, dass Leif je wieder so weit ging. Er würde ihn vorher aufhalten.. dafür sorgen, dass er im Licht bliebt und sich nicht der Dunkelheit ergab.
Er lächelte als Leif ihm sogar bestätigte, dass er in seiner Nähe wieder Zuversicht schaffte. Das war gerade wohl das schönste Kompliment, das er ihm machen konnte.

Virgil hörte sich Leifs Erzählungen an und schien zu überlegen.
„Vielleicht solltet ihr… euch alle mal gemeinsam ans Lagerfeuer setzen und miteinander über diese Vorfälle reden…?“
Womöglich würde das ja jedem von ihnen gut tun? Sowas wie eine Art Selbsthilfegruppe. Natürlich würde er es nicht so nennen, weil es einen negativen Touch hatte. Aber die Bewohner hier hatten schreckliche Erfahrungen gemacht.. und jeder schien nun allein oder im Stillen zu leiden oder darüber nachzudenken. Da wäre es doch viel besser eine Gruppe zusammen zu trommeln, die ihre Gefühle teilte. Zumindest er würde es womöglich so machen..

Virgil bemerkte schon, dass es ihm nicht wirklich gelang Leif seine Sorgen zu nehmen. Aber er gab wirklich sein Bestes. Mehr konnte er wohl nicht machen hm? Dennoch war er zuversichtlich, dass sie das gemeinsam schon irgendwie hinkriegen würden. Ahnte ja auch noch nicht, dass Leif inzwischen an ihrer ganzen Beziehung zweifelte. Und das er davon ausging, dass es ein Fehler gewesen war Virgil hier her zu holen. Dabei war das in seinen Augen immer noch die beste Entscheidung seines Lebens gewesen! Das nun ein gewisser Druck auf ihren Schultern und ihrer Beziehung lastete, weil Virgil sein altes Leben komplett hinter sich gelassen hatte, war jedoch auch klar. Hoffentlich würde dieser Druck Leif nun nicht zu viel werden.

Aber offenbar… passierte genau das. Denn ein paar Tage später reagierte Leif plötzlich total seltsam. Es wirkte ja fast so, als wären Virgils Berührungen ihm unangenehm oder würden ihn anwidern, so wie er sich ständig davor windete.
Also ließ er die Hand sinken. Denn noch deutlicher hätte er ihm nicht klar machen können, dass er seine Nähe nun nicht wollte. Da fühlte Virgil sich gleich ein bisschen nackt… und auch unwohl in seiner Haut. Er wünschte sich gerade mehr Klamotten anzuhaben, die ihn ein bisschen schützten. hatte er aber nicht, also musste es auch so gehen.
Nachdenklich sah er auf Leifs Rücken… er wollte doch nur verstehen was los war. War er wütend weil er so spät nach Hause gekommen war? Oder war etwas passiert? vielleicht wieder ein Zeichen der Götter?
Ihm lief ein Schauer über den Rücken, als Leif sich zu ihm drehte und ihn wieder dieser kalte Blick traf…… aber diesmal bemühte er sich darum ganz ruhig zu bleiben.
Er wollte ihm nicht das Gefühl geben Angst vor ihm zu haben. Es war auch nicht so… sein Blick war bloß sehr… beunruhigend. Und Virgil wollte gerne wissen was los war.
Auf die Frage die er ihm stellte war er allerdings absolut nicht vorbereitet. Weswegen er irritiert die Stirn runzelte. Wie kam Leif denn nun bitte schön darauf? und was redete er sich da ein?
Virgil war mehr als verwirrt. Dennoch.. blieb er ruhig und schenkte ihm ein Lächeln. Egal woher diese Zweifel plötzlich kamen, Virgil wollte sie gerne sofort ausräumen.
„Ich habe das Thema nicht bewusst tot geschwiegen. Ich dachte bloß nicht.. dass es ihretwegen noch etwas gibt das dir auf dem Herzen liegt?“
Virgil hatte doch nie gesagt, dass sie nicht über Nia reden durften. Das konnten sie. Nur in welchem Zusammenhang hätte er sie erwähnen sollen? Es hatte keinen Anlass gegeben. Und natürlich würde er sich auch davor hüten, aus Rücksicht auf Leifs Gefühle. Doch daran war nichts verkehrt oder.
Das er ihm jedoch unterstellte mit ihr geschlafen zu haben… war schon irritierend für Virgil. Und die Falten an seiner Stirn wurden immer tiefer.
„Aber Leif.. ich habe dir doch bereits gesagt, dass du der erste.. und einzige Mensch bist, mit dem ich je geschlafen habe. Nicht nur, weil es in meiner Gemeinschaft vor der Ehe verboten war.. nein, auch weil ich mich nie zuvor jemandem so nahe und verbunden gefühlt habe wie dir..“
Auch wenn die Situation seltsam war und Leifs Worte aus dem nichts kommen, so wollte er dennoch einfühlsam reagieren. denn offenbar hatte Leif Zweifel und die wollte er ausräumen. Weshalb er sanft lächelte und.. doch noch mal versuchte seine Hand auf die von Leif zu legen.

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#60

RE: Schlafzimmer von Leif

05.06.2022 00:14
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Wie schlimm sollte es auch noch werden können? Wenn man sich bereits willig in Beißerhorden stürzte und dann auch noch versuchte, die große Liebe zu töten? Leif konnte an dieser Bemerkung leider gerade nichts Witziges oder Aufbauendes finden. Den Weg bis zu diesem Stadium beschritt er inzwischen stets allein, nachdem er – vor der Zeit in Balar – mit Worten bereits zu weit gegangen war. Bei der Familie, mit der er eine Zeit lang gereist war. Just bevor sie getrennt worden waren, hatte es deswegen einen Streit gegeben und er war nie dazu gekommen, sich zu entschuldigen. Nun war sich nicht sicher, ob es wirklich eine gute Idee war, hierzubleiben und abzuwarten. Doch er schuldete es Virgil, es zumindest zu versuchen. Sie mussten schließlich herausfinden, wie sie als Paar damit fertig wurden. Fürchten tat sich Leif dennoch davor. Was ihm auf ein Neues bewies, was für ein mieser Wikinger er war.

»Ich schätze, hier gehen alle anders mit der Trauer um. Aerik und Skadi sind auf einer Pilgerreise, um abzuschließen. Ich wäre gern mitgegangen. Mich an ein Feuer zu setzen und anderen derart zu öffnen ... das entspricht einfach nicht meinem Wesen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich die anderen nicht darüber austauschen.« Wahrscheinlich taten sie das schon. Aber halt ohne ihn.

Und wenn er so weiter machte, würde er bald wieder einsam sein. Es war vielleicht das erste Mal, dass Virgil sich diese Phase von Anfang an antun musste, aber womöglich würde es auch das letzte Mal bleiben. Leif würde es jedenfalls nicht wundern, sollte sein Partner sich schnell überfordert fühlen und die Beziehung infrage stellen.
Im vollen Bewusstsein, was er ihm und ihnen antat ... wand sich Leif aus jeglicher Berührung und zeigte Virgil die eiskalte Schulter. Das alles würde er niemals wieder gutmachen können, doch es war ihm ... egal. Zumindest dem größten Teil in ihm. Irgendwann würde es ihm nicht mehr egal sein, doch Dark Leif nutzte die Zeit, die ihm gegeben wurde, sehr gut. Und würde es sogar begrüßen, Angst in Virgils Blick zu erkennen. Es würde ihn nur in all seinen Gedanken bestätigen.
»Wie könnte mir das Thema nicht auf dem Herzen liegen? Sie ist deine Freundin aus Kindheitstagen, so oder so bedeutet sie dir etwas. Und ihr wart verlobt.« Leifs Stimme klang gar nicht nach ihm. Eigentümlich schrill und doch emotionslos. Wie ein kaputter Roboter.
»Das hast du mir gesagt, bevor du zu ihr gerannt bist. Aber selbst wenn ihr nicht miteinander geschlafen habt, hast du ihr doch bestimmt irgendwie beweisen wollen, dass du nur sie willst.« Er fixierte Virgil mit einem halb drohenden, halb abschätzigen Blick. Damit er sich bloß hütete, ihn jetzt anzulügen. Wohin dieses Gespräch führen sollte, wusste Leif auch nicht. Aber er musste nun einfach wissen, ob da was gelaufen war.

@Virgil Chadburn

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