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THE DEAD DON’T DIE
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#61

RE: Schlafzimmer von Leif

05.06.2022 00:34
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Es gab so viele Dinge, die Virgil noch nicht über Leif wusste. Das seine Dunkelheit schon einmal die Beziehung zu seinen Weggefährten zerstört hatte beispielsweise? Das war eine Geschichte.. die er gerne auch hätte erwähnen können. Einfach um Virgil noch deutlicher vor Augen zu führen worauf er sich einließ. Leif hatte ihn ja gewarnt und die Narbe an Virgils Brust tat es jeden Tag wenn er in den Spiegel blickte. Aber trotz allem liebte er ihn und wollte mit ihm zusammen sein. Vielleicht war es verrückt, vielleicht war es auch naiv zu glauben, er könne diese Dunkelheit bezwingen. Aber er wollte es versuchen, denn er liebte Leif. Und es kam einfach nicht mehr in Frage ihn zu verlassen. Das hatte er einmal getan und das war der größte Fehler seines Lebens gewesen. ein zweites Mal würde er ihn nicht einfach so im Stich lassen.
„Wir könnten…. auch auf eine Pilgerreise gehen?“
Virgil hatte keine Ahnung wohin sie gegangen waren oder wie man das bei den nordischen Göttern so machte. Aber er war wirklich bereit jeden Weg mit Leif zu gehen, wenn er ihm nur half. Er wollte an seiner Seite stehen und für ihn da sein. Wenn eine Aussprache am Lagerfeuer also nicht helfen würde, vielleicht dann ja etwas anderes das besser zu Leifs Charakter passte.

An diesem Abend erkannte er aber ohnehin nicht viel von Leifs Charakter wieder. Ihm war klar… dass hier gerade die Dunkelheit Überhand nahm. Aber Virgil versuchte trotzdem ruhig zu bleiben und sich von seinen Fragen nicht aus dem Konzept bringen zu lassen. Auch wenn es ihm schwer fiel, da er gar nicht verstand woher all diese Unterstellungen plötzlich kamen.
Er wollte aber dennoch einfach ehrlich bleiben..
„Ja, natürlich bedeutet sie mir etwas. Genauso wie deine Freunde hier dir etwas bedeuten. Aber mehr ist es nicht.. ich habe freundschaftliche Gefühle für sie. Nichts weiter. Du musst dir wirklich keine Sorgen machen..“
Unter anderen Umständen würde er es vielleicht süß finden, dass Leif eifersüchtig war. Aber so wie er gerade drauf war… war es eher beunruhigend und Virgil fühlte sich zunehmend unwohl.
Erst Recht weil er ihn plötzlich so an den Pranger stellte und all diese Dinge wissen wollte. Er wollte Leif doch nicht verletzen… und wieso spielte das alles plötzlich so eine große Rolle? Das lag in der Vergangenheit, sie hatten sich doch dazu entschieden miteinander glücklich zu sein. Weshalb stellte Leif nun alles in Frage?
Virgil wollte nicht lügen aber.. er wollte Leif auch nicht weh tun.. doch mit der Wahrheit würde er das. Also was sollte er machen?
„Ich habe nicht mit Nia geschlafen Leif.. ich schwöre es dir..“
Sagte er nochmal nachdrücklich. Aber das schien ihm auch nicht genug zu sein, da er es ganz genau wissen wollte? Weshalb Virgil innerlich schwer aufatmete.
„Leif.. weshalb ist das alles plötzlich so wichtig für dich? Es liegt in der Vergangenheit. Ja… wir haben uns geküsst. Aber.. du weißt doch, dass das alles nur eine Farce war. Ich habe dabei nie etwas empfunden außer einem schlechten Gewissen und.. immer nur an dich gedacht. Ich habe versucht ein guter Verlobter zu sein.. aber letztlich hat mein Herz über meinen Verstand gesiegt. Ich habe mich für ein Leben mit dir entschieden. Und nichts anderes will ich! Dich Leif.. ich will nur dich…“
Sagte er nun fast ein bisschen verzweifelt damit sein Partner ihm glaubte er und er irgendwie zu ihm durchdrang.

@Leif Tyrson


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#62

RE: Schlafzimmer von Leif

05.06.2022 01:16
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Sie waren halt ... immer noch erst rund einen Monat zusammen. Leif hatte sich bereits in Windeseile geöffnet, aber es fiel ihm bei vielen Dingen immer noch unglaublich schwer, darüber zu reden. Der Tod seiner Eltern und die Familie, der er sich danach angeschlossen hatte ... das gehörte dazu. Und er hatte doch gehofft, die Dunkelheit würde sich nun fernhalten, jetzt, wo er endlich mit dem Mann seiner Träume glücklich wurde. Aber so einfach war es nicht. Ganz und gar nicht. Es waren wieder falsche Entscheidungen und zum Scheitern verurteilte Hoffnungen, die sie hierher führten. Leif wollte trotzdem daran glauben, dass sie es gemeinsam schafften.

Kurzzeitig all die Ängste vergessend, schaute Leif auf und Virgil verliebt in die Augen. Er wollte wirklich mit ihm auf eine Pilgerreise gehen? Das war ... so süß und schön. Weswegen er sich vorbeugte und ihn gleich noch einmal küssen musste. Und seine Hand drückte. »Das ... würde mir viel bedeuten. Sie sind zur alten Siedlung aufgebrochen ... warten wir erst mal ab, dass sie wiederkommen und uns berichten, wie der Weg war und es dort vor Ort aussieht.« So könnten sie sich wenigstens etwas vorbereiten. Was schon deutlich machte, dass es Leif ebenso heilsam finden würde, zum Ursprung Balars zurückzukehren, um mit ein paar Dingen besser abschließen zu können.

Doch diese Euphorie hielt leider nicht besonders lang an. Leif begab sich in ein Stadium der Selbstverletzung und ging extrem ungesund mit sich und auch Virgil um. Indem er ihn geradezu bedrängte, schmerzende Dinge zu sagen, ihm zu gestehen, wie weit er mit Nia gegangen war. Er glaubte ihm, dass sie keinen Sex gehabt hatten, aber dass überhaupt nichts passiert war, nahm er ihm nicht ab.
Und letztlich gab er es auch zu. Sie hatten sie sich geküsst. Das Wissen, dass es nur eine Farce gewesen war, half da herzlich wenig. Plötzlich fühlte sich Leif wieder zurück katapultiert in diese Gefühlswelt von vor über einem Monat, spürte die Schmach, die Hoffnungslosigkeit und alles andere, was ganz offensichtlich noch nicht mal im Ansatz aufgearbeitet war. Sie hatten beschlossen, miteinander glücklich zu werden und neu anzufangen. Aber Leif war offenbar doch nicht so bereit dafür gewesen. Zumindest glaubte er das jetzt plötzlich, obwohl das vollkommener Schwachsinn war.
Vor seinem inneren Auge sah er die beiden, wie sie sich küssten und berührten. Es tat weh und doch scheuchte er das Bild nicht fort. Er labte sich daran und an den schlechten Gefühlen. Gleichzeitig hasste er sich dafür, weil er so weich war und sich derart gehen ließ. Nicht mehr kämpfte. Er war es sich und Virgil doch schuldig!
»Ich glaube dir nicht«, sagte er. »Jetzt sagst du, du willst nur mich, aber ein weiterer toter Rabe vor der Tür, und du verlässt mich wieder und gehst zu ihr zurück.«
Es war so mies, das zu sagen, und doch war es eine tiefsitzende Angst, die Leif gerade formulierte. Und weil er wusste, dass er damit zu weit gegangen war, kratzte er noch mal jegliche Willenskraft zusammen und stand auf. Er musste jetzt gehen, sofort. Sonst würde er alles noch schlimmer machen. So schön der Gedanke auch gewesen war, die Dunkelheit mit Virgil zu besiegen, so erkannte Leif doch recht schnell, dass dies nicht möglich war.

@Virgil Chadburn

zuletzt bearbeitet 05.06.2022 01:17 | nach oben springen

#63

RE: Schlafzimmer von Leif

05.06.2022 21:26
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Offenbar reichte Virgil doch nicht aus.. um Leifs Dunkelheit zu vertreiben. Wobei er das ja gar nicht wollte. Er wusste, sie war ein Teil von Leif. Und deshalb wollte er sie annehmen. Ihn ohne Bedingungen oder Einschränkungen lieben, ganz egal was auch in ihm schlummerte. Er liebte alles an ihm und wenn die Dunkelheit zu ihm gehörte, würde er auch lernen mit ihr umzugehen. Leif sollte sich für ihn weder verstellen noch verbiegen. Aber wenn er selbst Angst davor hatte, dann würde er sie auch gemeinsam mit ihm bekämpfen.
Wohin auch immer ihr Weg sie führen würde, Virgil wollte ihn gemeinsam mit Leif gehen. Wenn das bedeutete sie machten eine Pilgerreise, würde er ihn auch da hin begleiten.

Nur leider würden sie dazu heute wohl noch nicht aufbrechen. Denn all die Zuversicht schien aus irgendeinem Grund im Rauch zu verpuffen als Virgil diesen Abend nach Hause kam.
Er fühlte sich schrecklich, weil er Leif diese Dinge offenbaren musste. Immerhin hatte er ja nie richtig Schluss mit ihm gemacht.. ehe er sich mit Nia verlobt und sie geküsst hatte. Es war also schon eine miese Nummer von Virgil gewesen, das wusste er. Aber er dachte wirklich.. es wäre das Richtige, um Leif zu schützen. Und die anderen Menschen die ihm wichtig waren.
Virgil versuchte wirklich die richtigen Worte zu finden, um Leif davon zu überzeugen, dass er nur ihn wollte. Dass er ihn liebte und dass er sich wegen niemand anderem sorgen musste. Und er dachte eigentlich auch die Worte überzeugend gewählt zu haben.
Doch als Leif ihm so erbarmungslos ins Gesicht schmetterte, dass er ihm nicht glaubte….. ließ ihn schon für einen Moment sprachlos zurück.
Denn damit stellte er doch gerade Virgils Gefühle für Leif in Frage und bezeichnete ihn als Lügner.
Er hätte wohl jedes Recht nun wütend zu werden, war es aber nicht. Stattdessen machte er sich einfach nur Sorgen und wollte Leif unbedingt vom Gegenteil überzeugen.
Weshalb er ihm nachlief und ihn am Handgelenk festhielt, damit er nicht einfach gehen konnte.
„Ich verstehe, dass du mir nicht vertraust.. nach allem was ich dir angetan habe. Aber ich will dir beweisen… dass du dich auf mich verlassen kannst und ich nicht einfach wieder abhauen werde, nur weil es schwierig wird. Leif.. bitte sieh mich an..“
er suchte seinen Blick, selbst wenn ihm nur Leere daraus entgegen starren würde.
„Ich verlasse dich nicht, hörst du? Wenn es sein muss dann.. bekämpfe ich sogar die Götter für dich, nur damit sie uns in Ruhe lassen..“
Also wenn nötig würde Virgil sogar in Kauf nehmen ins Fegefeuer zu kommen und sich sowohl gegen seinen als auch Leifs Götter stellen, wenn es ihre Liebe verlangte.
Er hatte Angst ja.. aber zurück zu Nia zu gehen war keine Option. Und auch sonst zu niemandem.

@Leif Tyrson


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#64

RE: Schlafzimmer von Leif

05.06.2022 21:53
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Das kam ja noch hinzu! Sie waren eigentlich noch zusammen gewesen, als Virgil sich verlobt hatte. Er hatte nicht mal den Anstand gehabt, mit ihm richtig Schluss zu machen, sondern war einfach abgehauen und hatte nicht zurückgesehen. War es nicht logisch, dass dies dann doch nicht so einfach zu vergessen war? Leif war sich darüber im Klaren, dass Virgil nicht so einfach wieder in seiner alten Gemeinde aufgenommen werden würde – trotzdem hielt er es für wahrscheinlich, dass der Waliser wieder zurückgehen würde. Zurück zu Nia und zurück zum Christengott.
Auch wenn er Virgil seine damalige Flucht vorhielt, wollte Leif jetzt dasselbe tun. Weggehen – aber nur temporär. Er wollte es nicht schlimmer für sie beide machen als nötig. Ja, es gab offenbar Dinge, über die sie noch einmal reden mussten, aber Leif wollte das nicht in diesem Zustand tun. Denn was über seine Lippen kam, war schrecklich und das würde nicht besser werden.
Also verließ er die Wärme ihres gemeinsamen Bettes und begann, eine Tasche zu packen, und schlüpfte in seine Schuhe. Sein Magen war ein einziger eisiger Knoten und sein Herz ... das schien nur noch Schwärze durch seine Venen zu pumpen. Leif hasste es, wenn er sich in dieser Verfassung befand. Und noch mehr hasste er es, dass es tatsächlich geschah, obwohl er mit Virgil doch so glücklich war.
Dieser hielt ihn nun am Handgelenk fest, doch Leif riss sich sofort wieder los und wich zurück. Nähe schmerzte fast körperlich, er ertrug sie gerade einfach nicht. Und auch der Bitte, ihn anzusehen, folgte er nicht. Stattdessen ballte er die Hände zu Fäusten und starrte an die gegenüberliegende Wand. »Du kannst gerade nichts tun, um mir das Gegenteil zu beweisen.«
Er wollte nicht, dass irgendjemand gegen die Götter kämpfte und darum ging es ihm auch nicht. Eigentlich bewies Virgil ihm gerade auch, wie ernst er seine Worte meinte. Leif hatte ihn verletzt und behandelte ihn wie Dreck ... und doch bemühte sich sein Partner um Verständnis und darum, ihm klarzumachen, wie sehr er ihn liebte.
Aber es war zu spät, die Dunkelheit wollte nicht mehr weichen. Also bückte sich Leif nach dem Gurt, an dem seine Äxte hingen, und schnallte ihn sich um. Er erwartete halb, dass Virgil verängstigt zurückweichen würde. Vielleicht wollte sich Leif ja mit Gewalt das Recht erwirken, zu gehen. Das lag (noch) nicht in seiner Absicht, aber es würde ihn nicht wundern, wenn Virgil genau das erwartete. Immerhin war Leif ein Tier und nichts weiter!
»Ich komme wieder!«, presste er förmlich heraus. Trotz allem sollte Virgil nicht denken, er würde ihn für immer verlassen. Aber wann er wiederkommen würde, wusste Leif auch nicht. Und ob ... konnte er eigentlich auch nicht versprechen, da er sicher Beißern begegnen würde. Aber vielleicht würde Virgil ja sowieso nicht auf ihn warten, warum sollte er auch?

@Virgil Chadburn

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#65

RE: Schlafzimmer von Leif

05.06.2022 22:34
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Ja, das war mies gewesen. Und etwas.. wofür er sich nie richtig entschuldigt hatte oder? Vielleicht war es jetzt an der Zeit das zu tun. Nur irgendwie drang er gerade so gar nicht zu Leif durch.. weshalb auch eine Entschuldigung wohl nichts bedeuten würde. Er würde sie ihm ohnehin nicht glauben oder.. sie gar nicht erst hören.
Denn nun war Leif auf Flucht gepolt und das machte Virgil eine Höllenangst!! Denn wohin würde er fliehen? In das Bett eines anderen? Nur um es ihm heim zu zahlen? In die Arme eines Beißers?? Nichts davon wollte oder konnte er zulassen!
Er bemühte sich wirklich darum nun all seine Bedürfnisse in den Hintergrund zu stellen und für Leif da zu sein. Sie hatten erst über die Dunkelheit gesprochen.. er hatte ihm erklärt, dass er hässliche Dinge tat und sagte wenn sie die Kontrolle übernahm. Weshalb Virgil.. sein Handeln damit erklärte. Bestimmt taten Leif die Dinge wenig später wieder Leid. Er hoffte es zumindest… auch wenn ihm natürlich bewusst war, dass zumindest ein kleiner Teil an Wahrheit in seinen Aussagen lag. Denn Leif war immer noch Leif.. nur schien dark Leif viel deutlicher auszusprechen was ihn beunruhigte. Vielleicht hätte Leif es einfach nur in einem normalen, ruhigen Gespräch zum Thema machen müssen und sie hätten es ganz gesittet und ruhig aus der Welt schaffen können.
Aber so… war eine Eskalation vorprogrammiert. Denn man konnte gerade absolut nicht vernünftig mit Leif reden. Ihn auch nicht berühren, da er ihn voll und ganz abblockte.
„wohin willst du…?“
fragte er traurig. Denn es sah nicht so aus als wolle Leif nur ein paar Beißer schnetzeln. Nein.. er packte ganz gezielt und bewusst eine Tasche! Das hieß.. er wollte länger weg bleiben. Vielleicht auch nie wieder kommen? Virgil spürte wie Panik in ihm aufstieg. Er wollte Leif erneut fest halten aber.. er würde sich wieder losreißen. Diesmal vielleicht auch mit Gewalt? Virgil wollte so eine Auseinandersetzung mit Leif nicht. Und das lag nicht daran, dass er Angst vor ihm hatte, sondern weil er einfach nicht wollte.. dass sie einander weh taten. Es reichte wenn sie es seelisch machten.. doch bitte nicht auch noch körperlich.
Natürlich löste es eine unangenehme Erinnerung in Virgil aus, als Leif den Gürtel mit seinen Äxten nahm, doch gerade dachte er nicht, dass er sie gegen ihn einsetzen wollte. Sondern vielmehr.. dass er eine gefährliche Dummheit begehen würde! Er hatte ihm ja gesagt, wie er sonst immer mit der Dunkelheit umgegangen war. Indem er sich zurück zog und Beißer tötete. Und offenbar wollte er das jetzt wieder so handhaben, und Virgil konnte nichts dagegen tun. Er konnte Leif nicht helfen.. war nutzlos..
„Bitte geh nicht.. wir.. bekommen das gemeinsam doch hin..“
Aber seine Worte prallten nur gegen eine eisige Mauer. Und wenig später hatte Leif die Hütte wortlos verlassen.
Virgil.. ließ sich kurz zurück aufs Bett fallen, da er erst mal realisieren musste, was gerade eigentlich geschehen war. Das kam alles so unerwartet und ging so schnell, dass sein Verstand gerade nicht mit kam.
Aber just dass ihm klar wurde, was Leif im Begriff war zu tun… sprang er wieder auf. Zog sich seine Kleidung an und packte ebenfalls einen Rucksack. Seine Axt nahm er in die Hand und als er auf die Gravuren sah.. stiegen ihm kurz Tränen in die Augen. Weil er sich daran erinnerte wie stolz Leif ihn angesehen hatte.. als er sie ihm überreicht hatte. Sein Blick war geprägt gewesen von so viel Wärme und Liebe. Vollkommen anders als der Blick… den er nun gesehen hatte. Das tat weh ja! aber allen voran machte er sich einfach nur Sorgen um Leif. Was wenn ein Beißer ihn erwischen und töten würde? er hatte zwar gesagt er würde wieder kommen.. aber Virgil konnte einfach nicht tatenlos rumsitzen und darauf warten. Nein. er musste handeln. Weshalb nach einigen Minuten auch er die Hütte verließ und losstürmte. In der Hoffnung er könne Leif noch einholen.
Aber er war zu schnell… und in der Dunkelheit war es schwierig Spuren zu lesen, weshalb er irgendwann recht wirr durch den Wald irrte und Leif einfach nicht fand. auf einem hohen Baum verbrachte er die Nacht.. er würde morgen weiter suchen, wenn das Licht wieder besser war. Allerdings machte er kaum ein Auge zu. Nicht nur weil er in der Natur übernachtete, sondern auch weil seine Gedanken ihn nicht zur Ruhe kommen ließen. Er fühlte sich wie ein Versager.. weil es ihm nicht gelungen war Leif zu helfen. Obwohl er doch sein Licht sein wollte. Wieder stiegen ihm bei diesem Gedanken Tränen in die Augen. Und irgendwann fiel er wohl in einen unruhigen, leichten Schlaf. Zumindest bis Sonnenaufgang.. denn kaum weckten ihn die ersten Sonnenstrahlen schreckte er sofort hoch und machte sich weiter auf die Suche.
Offenbar war er in die falsche Richtung gelaufen, denn schon bald fand er eine Spur aus Beißerleichen… als er in die andere Richtung ging. Leichen die… nicht schön zugerichtet waren. irgendwer hatte sich definitiv an ihnen abreagiert. Ob das Leif gewesen war? Die Vermutung lag nahe.
Weshalb er der Spur aus Leichenteilen folgte… gar nicht bemerkte wohin genau er lief, bis sich plötzlich der hohe Leuchtturm vor seinen Augen erstreckte.
Wollte er hier ein paar Tage Abstand gewinnen? Und sollte Virgil ihn wirklich dabei stören? Womöglich wollte er das gar nicht. Würde ihn erneut harsch fort schicken oder Schlimmeres.
Aber der Ex-Christ wollte sich nicht länger von Furcht lenken lassen. Er liebte Leif.. und er wollte für ihn da sein, selbst wenn dieser es nicht wollte.
Also atmete er tief durch und lief dann in Richtung Leuchtturm. als er ihn betrat schlich er sich leise nach oben und.. der Anblick der sich ihm bot.. ließ ihn vor Schreck die Augen weiten.
Denn im ersten Moment war Virgil nicht sicher, ob Leif tot war oder noch lebte! würde ihn gleich ein Beißer-Leif attackieren?? brauchte er Hilfe? war er verletzt? weswegen er sofort alles fallen ließ und kopflos zu ihm eilte, um ihn an den Schultern zu packen und zu schütteln
„Leif!! Leif!!! bist du verletzt???“


@Leif Tyrson


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#66

RE: Schlafzimmer von Leif

05.06.2022 23:21
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Hinterher war man immer schlauer, hm? Natürlich hätte Leif schon vorher seine tiefsitzenden Ängste formulieren können, aber er war sich nicht sicher gewesen, ob das etwas gebracht hätte. Er hatte sich doch dazu entschieden, Virgil zu vertrauen und daran zu glauben, dass sie doch noch eine Zukunft hatten. Zweifel auszusprechen wäre kontraproduktiv gewesen, er musste einfach mit ihnen klarkommen. Und er hatte geglaubt, sie würden mit der Zeit weniger werden. Aber manche Narbe heilte nicht von selbst, sie musste versorgt werden. Und das, was in ihrer noch sehr jungen Beziehung schon alles passiert war, gehörte wohl mit dazu. Etwas, das sowohl Leif als auch Virgil nun durch die harte Tour lernten. Ob Odin das wirklich gewollt und dafür einen seiner Raben hergegeben hatte? Oder enttäuschte Leif ihn gerade erneut? Und nicht nur ihn – auch Virgil?
»Ich möchte nicht, dass du mir folgst.« Also würde er ihm auch nicht verraten, wohin er ging. Zumal Leif es selbst noch nicht wusste. Er setzte in solchen Fällen einfach einen Fuß vor den anderen, bis die Erschöpfung ihn einholte. Bloß nicht denken. Gehen, kämpfen, schlafen. Gehen, kämpfen, schlafen. Primitive Bedürfnisse und Abläufe, die ihn von dem Chaos in seinem Kopf ablenkten. Es betäubten. Bis es irgendwann vorbei sein würde. Auf die ein oder andere Weise.
Leif schnallte sich den Waffengurt um die Hüfte und verharrte nicht einmal, als Virgil ihn erneut anflehte, nicht zu gehen. Etwas in seinem Herzen brach, ja ... aber er durfte nicht bleiben. Es war richtig, zu gehen. Besser. Sonst würde von ihrer Beziehung nichts übrig sein, was man noch reparieren konnte. Davon war Leif leider überzeugt.

Er stapfte durch das nächtliche Balar und ging aus dem Haupttor hinaus. Natürlich hätte er auch sein Boot nehmen können, um Spuren zu verwischen, doch er befürchtete, dann nicht sehr weit zu kommen. Er war bereits den ganzen Tag gerudert, in Wahrheit war er hundemüde und vollkommen fertig. Körperlich und seelisch. Auf dem Boot würde er einschlafen. Wenn er marschierte, würde das nicht passieren, zumindest hoffte er das. Also lief er rüber auf das Festland und somit auch in gefährlichere Gegenden. Mehr als der Mond war nicht da, um ihm den Weg zu erhellen, und das silbrige Licht war wahrlich nicht sehr gut dafür geeignet. Weswegen er die Beißer zwar meistens schon hörte, aber viel zu spät sah. Oder auch erst bemerkte, wenn sie ihre kalten Griffel an seinen Körper legten. Der Nervenkitzel war ihm nur recht.
Im Morgengrauen waren seine Äxte feucht von Blut und Gedärm und sein Oberteil so zerrissen, dass er es einfach von sich nahm und achtlos fallen ließ. Er stapfte weiter, in eine unbestimmte Richtung. Seine Gedanken glitten oft zu Virgil und der eingesperrte Leif wollte vor Verzweiflung, Schuld, Vermissung und Schmerz fast zerbersten. Bevor eines dieser Gefühle Oberhand gewann, drängte Leif es zurück und stürzte sich in den nächsten Kampf.
Wie lange er letztlich unterwegs war, ob er irgendwann zwischendurch geschlafen oder gegessen hatte ... an all das erinnerte er sich nicht mehr. Wenn er an sich heruntersah, erblickte er nur getrocknetes Blut. Er war zu dem Tier geworden, als das er sich fühlte. Das war immer so. Mit dem Unterschied, dass ihm jegliche Verbindung zu seinen Göttern fehlte, und er verstand einfach nicht warum. Selbst in seinen dunkelsten Stunden hatte er ihre Präsenz immer gefühlt. Doch jetzt war er wirklich ganz allein. Und er begriff nicht, dass er sich selbst von allem abgeschnitten hatte, das er liebte.
Irgendwann tauchte der Leuchtturm vor ihm auf. Ein Stück Heimat, aber mittlerweile auch ein Ort mit schlechten Erinnerungen. Leif hatte eigentlich nie wieder herkommen wollen, und doch stand er hier. Er blinzelte ... und befand sich plötzlich vor dem Bett. Daran, wie er den Rest des Weges zurückgelegt hatte, konnte er sich nicht mehr erinnern. Aber die Laken übten eine unglaubliche Anziehungskraft auf ihn aus. Er ließ Hose und Äxte einfach fallen, auch die Schuhe streifte er noch ab. Und sank dann nackt, zerzaust und blutig, wie er war, auf die Matratze. Er bildete sich ein, dass es nach Virgil roch ... phantasierte, dass sie in Balar zusammen im Bett lagen und alles in Ordnung war. Leif war nicht der Dunkelheit verfallen, hatte Virgil nicht verletzt und im Stich gelassen, alles war gut ...
Darüber schlief er ein. Denn in Wahrheit war er ohne Pause marschiert und am Ende seiner Kräfte.

Deswegen dauerte es auch, bis es Virgil gelang, ihn zu wecken. Widerwillig kehrte Leif aus der Traumwelt zurück und war ... total verwirrt. Er wusste nicht, wo er war und warum alles nach Blut und Verderben stank. Aber er wusste, die Dunkelheit war noch da. Durch sie hindurch konnte er Virgil sehen. Ein Trugbild? Oder war er es wirklich? Und warum schrie er so?
So langsam kehrten die Erinnerungen an die Geschehnisse zurück. Leif richtete sich auf und schob sich an das Kopfende, um erst mal klarzukommen. Die Hände legte er sich auf die Ohren, weil er diesen ganzen Lärm gerade nicht ertrug. »Geh!«, knurrte er nur. Er wollte doch in Ruhe gelassen werden. Wie er gerade aussah und wie die Situation wirkte, war ihm überhaupt nicht bewusst.

@Virgil Chadburn

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#67

RE: Schlafzimmer von Leif

05.06.2022 23:46
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Virgil würde nichts lieber tun als Leifs Narben zu versorgen. aber wenn sie unsichtbar waren.. war das sehr schwierig. Doch jetzt wusste er davon und würde sie wenn nötig jeden Tag mit imaginärer Salbe einreiben, damit er Leifs Vertrauen zurück gewann. Warum er es verloren hatte war vollkommen klar und verständlich. Er hatte bloß gehofft dass…. er ihm im letzten Monat eigentlich bereits bewiesen hatte, dass er zu ihm stand und sein Versprechen ernst gemeint hatte. Dass Leif ihm bereits wieder sein Vertrauen geschenkt hatte. Aber offenbar hatte er sich da getäuscht und er brauchte doch noch mehr Zeit. Mehr Beweise seiner Liebe. Und wenn Virgil ihn damit erdrücken und überfluten musste, er würde es tun, damit er ihm endlich glaubte!
„In einer Beziehung spielt es nicht nur eine Rolle was du möchtest“
Sagte Virgil nun überraschend direkt, als Leif einfach beschloss… dass er ihm nicht folgen durfte. Er hatte das nicht allein zu entscheiden! Sie waren jetzt ein Paar und Leif konnte nicht einfach gehen und ihn zurück lassen. Vor allem nicht dann, wenn Virgil doch eigentlich gar nichts falsch gemacht hatte! Die Vergangenheit.. hatte er ihm doch vergeben, sonst wären sie gar nicht erst wieder zusammen gekommen. Und nun sollte sie sie doch noch entzweien? Virgil hatte sein ganzes Leben für Leif aufgegeben und wofür? Nur damit Leif nun bemerkte, dass er Virgil doch nicht wollte wegen seiner Vergangenheit? das war reinste Folter! und es tat höllisch weh.
Aber Virgil war noch lange nicht bereit dazu aufzugeben, er würde kämpfen und zwar für sie beide.
Einmal hatte er es nicht getan, doch diesen Fehler würde er kein zweites Mal begehen.

Weshalb er sich selbst in Gefahr begab und Leif mitten in der Nacht suchte. Nur leider an falscher Stelle. am nächsten Tag war es nicht schwierig seine Spur aufzunehmen und sein Herz begann zunehmend vor Sorge zu rasen, als er unterwegs sein blutiges Shirt fand! Die schlimmsten aller Szenarien spielten sich in seinem Kopf ab und er machte sich inzwischen nicht mehr nur Sorgen um ihre Beziehung sondern auch um Leifs Leben!
Weshalb sein Herz fast stehen blieb, als er ihn dort in dem Leuchtturm entdeckte.. nicht wissend, ob er gebissen wurde oder nicht.
Sein Körper war ziemlich kalt.. und Virgil stiegen Tränen der Panik in die Augen als Leif einfach nicht reagierte, weswegen er ihn heftiger schütteln musste!
Bis er irgendwann die Augen aufschlug, die glücklicherweise nicht so trüb waren wie bei den Beißern aber trotzdem nicht völlig klar. Vielleicht befand er sich gerade in der Wandlung?
Erkannte er ihn überhaupt oder…. würde er ihn erneut angreifen als wäre er von Sinnen? Wie damals auf der Lichtung? Es war egal.. es spielte nun einfach keine Rolle. Wichtig war nur, ob Leif in diesem Bett den Tod finden würde oder nicht.
Virgil zuckte zurück als Leif sich bewegte. Immerhin könnte er ihn jeden Moment beißen, tat es aber nicht. Sondern wich einfach nur zurück. Was Virgil.. zumindest ein kleines bisschen beruhigte.
Andererseits dass er die Hände auf die Ohren legte war ein besorgniserregendes Verhalten. Vielleicht veränderten seine Sinne sich ja gerade?
aber Schluss damit! Er wollte keine Angst mehr haben, er musste nun stark sein.. und zwar für ihre gemeinsame Zukunft.
Weshalb er auch seiner Anweisung nicht Folge leistete, sondern sich stattdessen neben ihn an den Bettrand stellte
„das werde ich nicht tun Leif! Du bist nun nicht mehr alleine. Weswegen ich dich auch diesen Weg nicht länger alleine gehen lasse, das habe ich dir versprochen. Wir gehören nun zusammen… und niemand von uns.. sollte solche Hürden alleine meistern müssen. Also bleibe ich! Ganz egal was du auch zu mir sagst oder tust. Ich bleibe!“
Sollte er ihn eben beschimpfen, ihm so viele Vorwürfe machen wie er wollte. Virgil blieb trotzdem an seiner Seite und würde das irgendwie ertragen..

@Leif Tyrson


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#68

RE: Schlafzimmer von Leif

06.06.2022 00:27
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Natürlich hatte Virgil es ihm oft genug bewiesen. Aber Leif hatte da trotzdem ein kleines Trauma davongetragen, auch wenn er sich entschlossen hatte, Virgil zu vertrauen. Ein Entschluss entsprang meistens mehr dem Verstand. Sein Herz war noch nicht vollständig geheilt, das begriff er jetzt. Zudem mochte er zwar tollkühn sagen, er würde es mit dem Christengott aufnehmen, wenn nötig – doch war auch das mit einer gewissen Überforderung gepaart. Götter benahmen sich oft unberechenbar, es gab kaum eine Handhabe, gegen sie zu bestehen, außer vielleicht mit Willenskraft. Doch was würde der Christengott ihnen alles antun, um sein folgsames Schäfchen zurückzuerhalten? Und was hatte es mit dem toten Raben auf sich? Leif lechzte nach Antworten, doch anders als er es gewohnt war, erhielt er sie nicht. Nicht einmal ein Zeichen. Das alles ängstigte ihn. Auf seine Götter hatte er sich bisher immer verlassen können. Doch selbst ihr Wegbegleiter und Retter – ihr Rabe – zeigte sich seit Tagen nicht mehr. Es gab genug Gründe zum Zweifeln und Nährboden für die Dunkelheit.

Virgil fand jetzt direkte Worte. Provokation. Auch so ein Nährboden – leider. Weswegen Leif nun langsam den Kopf drehte und seinen Partner kampfeslustig anblickte. »Und das sagst ausgerechnet du.« Diese Worte brannten in seiner Kehle. Sie schmerzten und beglückten ihn zugleich. Es war widerlich. Deswegen legte Leif auch noch nach: »Du hast doch auch nicht lang gefackelt und bist zu Nia gerannt. Und hast mir dann noch vorgehalten, dass ich mich gesorgt und dich gesucht habe. Ich habe wenigstens den Anstand, dir zu sagen, dass ich gehe. Mit dem Unterschied, dass ich zurückkommen werde. Ich mache nicht Schluss. Ich ...« Er stockte ... und ging dann. Sich zu erklären fiel ihm schwer, zum Angriff überzugehen war einfacher, wenn auch nicht fairer. Doch alles, was er wollte, war Zeit. Allein. Damit er Virgil nicht noch mehr solche Dinge an den Kopf werfen konnte.

Letztlich ließ Virgil ihn ziehen und so begann die Odyssee, die am Leuchtturm endete. Oder vielmehr im Bett, das darin stand. Wie lang er wohl geschlafen hatte? Es spielte keine Rolle ... er wurde wach, weil ihn jemand schüttelte und anschrie. Für Verteidigung war er noch viel zu verwirrt und schwach ... als er Virgil erkannte, zog er sich deswegen nur an das andere Ende des Bettes zurück und versuchte, seine Trommelfelle vorm Platzen zu bewahren. Es dauerte etwas, bis er Herr über seine Sinne war und sich alles etwas setzte. Da Virgil so vehement protestierte, wurde Leif auch klar, dass er eben etwas geknurrt haben musste. Wahrscheinlich, dass sein Partner verschwinden sollte, denn das war Leifs Wunsch. Auch jetzt noch.
Was Virgil nun sagte, wäre unter anderen Umständen wunderschön und beruhigend gewesen. Doch gerade brachte es Leif zum Verzweifeln. Weswegen er sich aus dem Bett erhob und sich vor seinem Partner aufbaute. Und ihn ... tatsächlich schubste. Gegen die Wand. Sofort setzte er nach und drückte ihn rücklings dagegen. Entgegen seiner Taten, sagte er im flehenden Ton: »Bitte ... geh!« Zum einen wollte er diesen Kampf ... zum anderen fürchtete er sich davor, damit eine Grenze zu überschreiten. Außerdem wünschte er sich, dass Virgil ihm ... auf eine andere Weise bewies, wie sehr er ihn wollte. Das war neu. Und verwirrte sowohl ihn als auch die Dunkelheit. Trotzdem beugte er sich vor und gab Virgil einen kalten, harten Kuss, der aber genauso leidenschaftlich, fordernd und flehend war. Es würde ihn nicht wundern, wenn Virgil ihn von sich stieß, immerhin war Leif voller Beißerblut ... und nebenbei auch noch richtig mies zu ihm gewesen. Trotzdem folgte er gerade den animalischen Instinkten, die nach wie vor in ihm vorherrschten.

@Virgil Chadburn

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#69

RE: Schlafzimmer von Leif

06.06.2022 21:49
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Virgil hatte doch auch Angst! Sehr große sogar. Denn auch ihm war aufgefallen, dass der Rabe sich nicht mehr gezeigt hatte. Und er fürchtete die Gunst von Leifs Göttern verloren zu haben. Oder aber die beiden Gottheiten führten gerade eine Art Krieg um ihn? das zu denken erschien ihm jedoch irgendwie… zu vermessen. Denn so einen großen Wert konnte ein einzelner Mensch unmöglich haben. Virgil hatte auch Angst davor welches Zeichen sie als nächste Warnung ereilen würde. Und er würde gerne mit Leif darüber reden, das alles mit ihm gemeinsam durchstehen. Nur leider.. war das momentan nicht möglich. Leif hegte schreckliche Selbstzweifel.. weswegen diesmal Virgil versuchte stark für ihn zu sein, sich nicht unter kriegen zu lassen und.. nicht einfach weg zu laufen. Das kostete ihm immens viel Energie und Beherrschung.. aber er hatte versprochen für diese Beziehung zu kämpfen. Weshalb er das auch machte und sein Bestes gab.

Virgil wollte Leif überhaupt nicht provozieren.. er wollte ihn nur irgendwie wach rütteln. Nur leider schien das nach hinten los zu gehen und seine Worte schmerzten höllisch. Klar.. er könnte nun darauf erwidern, dass es damals anders gewesen war als jetzt. Schließlich lebten sie nun zusammen und waren offiziell zusammen. aber es spielte wohl keine Rolle.. der Schmerz den Leif dank ihm erlitten hatte war derselbe. Und alles was er sagen würde.. klänge nur nach Ausreden.
„Du hast Recht Leif.. mein Verhalten war feige und schwach.. und glaub mir, ich werde mir niemals verzeihen wie ich damals mit der Situation umgegangen bin. Ich weiß nun, dass es ein großer Fehler war.. und ich möchte bloß nicht… dass du den selben begehst..“
indem er nun vor ihm weg lief und ihn zurück ließ. Leif sagte zwar, dass er wieder kam. Aber konnte Virgil sich wirklich darauf verlassen? Was wenn ihm noch mehr Zweifel kamen? und er beschloss ihm doch den Rücken zu kehren? Dann wüsste Virgil zwar wie Leif sich gefühlt haben musste… aber das konnte doch nicht das Ziel sein oder? Offenbar schon.. denn Leif ließ ihn tatsächlich zurück..

Virgils Kampfgeist kehrte nach einem kurzen Einschnitt aber rasch wieder zurück. Er gab Leif nicht so leicht auf und fand ihn am nächsten Tag in dem alten Leuchtturm. Mit dem er definitiv auch keine guten Erinnerungen verband und welcher ihm gleich den nächsten Schreck einjagte, in Form von Leifs Anblick.
Er antwortete ihm nicht auf seine Frage, ob er okay war… also musste Virgil sich selbst mit einem raschen Blick davon überzeugen. Er sah zwar überall Blut aber auf den ersten Blick zumindest keine Bisswunden. Sicher konnte er sich trotzdem nicht sein.
Als Leif sich vor ihm aufbaute… wich er nicht zurück, sondern blieb eisern stehen. Ja.. auf der Lichtung hatte er Angst vor ihm gehabt, weil er so gar nicht mit seinem Verhalten gerechnet hatte. Aber nun tat er es und wusste wie wichtig es nun war, ihm zu beweisen, dass er sich nicht vor ihm fürchtete. Damit Leif nicht länger dachte sein Partner hätte Angst vor ihm! Er musste ihm einfach zeigen, dass es nicht so war.
Zwar stolperte er zurück als Leif ihn plötzlich schubste, machte aber trotzdem keine Anstalten zu gehen. Selbst dann nicht als Leif ihn anflehte. Stattdessen sagte er ziemlich klar
„Ich habe ‚Nein‘ gesagt!“
Egal was Leif auch tat, Virgil würde nicht gehen sondern bei ihm bleiben! Wenn er ihn schlagen, beschimpfen, beißen oder köpfen wollte…. Virgil würde dennoch bleiben.
Statt einer Schimpftirade folgte jedoch ein total unerwarteter Kuss.
Der nicht nur überraschend kam sondern sich auch ganz anders anfühlte wie all ihre Küsse je zuvor. Er war viel.. härter und gefühlskälter. Aber deswegen nicht weniger prickelnd. Im ersten Moment kam Virgils Verstand kein bisschen mit, denn dieses Verhalten passte so gar nicht zu Leifs Worten oder anderen Reaktionen. Wieso küsste er ihn, wenn er doch eigentlich wollte, dass er ging?
Er verstand es nicht.. er verstand gerade generell herzlich wenig davon, was gerade in Leif vor sich ging.
Aber wenn er mit Küssen zu ihm durchdringen konnte? Vielleicht würde es helfen.
Weshalb er den Kuss erwiderte. Eigentlich versuchte… er sich in Sanftheit, damit er Leif daran erinnerte wie sehr sie einander liebten.
Doch er merkte schnell, dass das nicht klappte. Leif war viel zu forsch und ungestüm dafür. Er konnte aber auch nicht zulassen… das Leif ihn schon wieder ‚unterwarf‘ so wie er es damals auf der Lichtung getan hatte. In dieser Hinsicht schien Dark Leif wirklich ziemlich animalisch zu ticken.. weswegen er ihm diese Bestätigung nicht geben konnte. Denn womöglich gelang es der Dunkelheit nur Kontrolle über Leif zu übernehmen, da er sich nicht vorstellen konnte, dass Virgil ihm gewachsen war? Und sich deshalb bei ihm nicht sicher oder behütet fühlte? Er musste ihn vom Gegenteil überzeugen! Er musste erkennen…. dass auch Dark Leif ihn nicht in die Flucht schlagen konnte. Dass er auch mit ihm zurecht kam.
Weswegen die sanften Küsse rasch stoppten. Und es nun Virgil war, der Leif recht grob am Hinterkopf packte. Die Hand in seinem Haar vergrub und seinen Kopf ruckartig ein Stück zurück zog, sodass er ihn ansehen konnte.
„Du machst mir keine Angst…“
Säuselte er ihm nun entgegen. Ehe es diesmal Virgil war, der Leif zu schubsen begann. allerdings nicht gegen die Wand, sondern in Richtung Bett. Bis er dagegen stieß und nach hinten fiel, sodass Virgil über ihn klettern und ihn neuerlich in einen Kuss verwickeln konnte. Der diesmal jedoch.. nicht mehr sanft war sondern äußerst bestimmend und forsch.

@Leif Tyrson


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#70

RE: Schlafzimmer von Leif

06.06.2022 22:26
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Vielleicht wollten die Götter sie ja auch einfach mal ihrem Schicksal überlassen. Sie konnten sich ja nicht um alles kümmern, und die beiden mussten auch mal ein bisschen ohne sie klarkommen. Was auch immer den Raben fernhielt, es hatte sicher gute Gründe. Oder er beobachtete sie noch von Weitem. All das würde Leif sich unter besseren Umständen einreden oder wirklich daran glauben, und es auch Virgil sagen, um ihn zu beruhigen. Doch so einfach war es leider nicht.
So wie Leif sich jetzt benahm, sorgte das für weitere Kerben in ihrer noch so jungen Beziehung. Er tat Virgil das an, für das er ihn gerade verurteilte, und das auch in dem Glauben, damit weitere Pein zu vermeiden. Es war wirklich nicht einfach für sie beide. Doch sie mussten lernen, mit ihren Unzulänglichkeiten umzugehen, und erkennen, dass nicht einer von ihnen immer der Starke sein würde. Dass sie sich gegenseitig auffangen mussten. Dass es auch erlaubt war, nicht zu funktionieren wie sonst – aber nicht, sich dann einfach abzuwenden. Und hoffentlich würden sie das Beste daraus machen und ihre Beziehung letztlich doch stärken, statt sie zu schwächen. Doch all das stand noch in den Sternen. Leif erwiderte nichts mehr, sondern ging.

Virgil ließ ihn jedoch nicht im Stich, sondern folgte ihm. Auf die Frage, ob er okay war, hätte Leif beim besten Willen nicht antworten können. Mental war er es nicht. Und körperlich? Hatte er wirklich keine Ahnung. Das meiste Blut war von den Beißern, aber die Kämpfe waren in Trance passiert – ob er Biss- oder Kratzwunden hatte ... wusste er nicht. Schmerzen spürte er nur muskuläre, aber vielleicht täuschte er sich auch.
Auf jeden Fall war er immer noch im Kampfmodus. Die Liebe seines Lebens zu schlagen ... nun, das wäre gewiss extrem fragwürdig und nicht gerade gesund für ihre Beziehung. Zumal er sich auch in diesem Zustand daran erinnerte, wie sehr ihm die Axtwunde noch nachlief, deren Narbe nun Virgils Brust zierte. Gleichzeitig war sein Partner für ihn dann doch der Einzige, der ihm helfen konnte. Auch wenn er immer noch besser gehen sollte, so beharrte Virgil darauf, zu bleiben. Egal, was Leif tun oder sagen würde. Das sorgte für Verzweiflung und Unmut, die sich jedoch in einer Weise zeigten, die Leif nicht hatte kommen sehen. Die er weder verstand, noch greifen konnte. Ihr dennoch einfach folgte. Wenn es jemand schaffen würde, ihn zu bändigen, dann war es Virgil. Nicht in einem Kampf auf Leben und Tod, sondern ... anders. Ob es nun der Wunsch nach Dominanz oder Sicherheit war ... er wusste es nicht. Vielleicht wollte die Dunkelheit in ihre Schranken verwiesen werden, während sich Leif eigentlich nur nach der liebenden Umarmung seines Partners sehnte.
Doch so richtig dachte er ohnehin nicht darüber nach, sondern überfiel Virgil geradezu mit einem animalischen Kuss. Wenn der Waliser sanft antwortete, unterband er es sofort und ließ noch mehr Leidenschaft sprechen. Gut möglich, dass er auch mal zubiss. Da konnte man nur hoffen, dass er wirklich keine Wunden durch die Zombies erlitten hatte. xD
Endlich begegnete Virgil ihm so, wie er es sich insgeheim erhofft hatte. Der Schmerz an seinem Haarschopf ging Leif durch Mark und Bein. Und er mochte es. Diesmal folgte er dieser Aufforderung und blickte Virgil herausfordernd in die Augen. »Beweis es mir!«, säuselte er zurück. Wie weit würde sein Partner gehen? Und würde er einen Dreck darauf geben, wie Leif gerade aussah? Anscheinend ja! Denn er wurde zum Bett bugsiert und landete rücklings in den viel zu weichen Laken.
Virgil war rasch wieder über ihm und diesmal war ihr Kuss von Anfang hart und ungestüm. Nun fanden sie auch heraus, wer von ihnen wirklich der Stärkere war. Der Waliser hatte mehr Muskeln, war dadurch breiter gebaut und lag gerade mit seinem vollen Körpergewicht auf Leif. Egal, wie sehr der sich wand und die Oberhand gewinnen wollte, es klappte nicht. Er war Virgil ausgeliefert und mochte es. Wenigstens die Hände konnte er nutzen, um den Waliser von seinem Oberteil zu befreien und ihm vor Verlangen über den Rücken zu kratzen. Und dann ... um sich an seiner Hose zu schaffen zu machen.

@Virgil Chadburn

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#71

RE: Schlafzimmer von Leif

06.06.2022 22:55
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Auch eine Möglichkeit.. der Rabe hatte sie lange genug behütet. Vielleicht hatte er ja auch den Eindruck gehabt, sie würden ihn nicht mehr brauchen? Und sich deshalb wieder anderen Gläubigen gewidmet? Nur leider hatte er sich da getäuscht, denn kaum gab es ein spirituelles Problem, ging schon wieder alles vor die Hunde und sie drohten daran zu zerbrechen. Ganz schön traurig eigentlich.. dass sie nichts ohne göttliche Hilfe hinbekamen.
Aber sie waren nun mal sehr gottbezogen, da war es wohl kein Wunder, dass ihnen das alles so unter Mark und Bein ging..
Ob sie ihre Beziehung trotzdem retten konnten würde sich noch zeigen. Virgil für seinen Teil würde diesmal jedenfalls nicht so schnell aufgeben.
Doch mit Worten schien das nun nicht zu klappen. Denn er hatte wirklich alles zu ihm gesagt, das ihm eingefallen war! Dennoch war Leif nicht überzeugt. Er wusste nicht wie er ihm beweisen sollte, wie ernst es ihm mit alledem war. Und dass er keinen Rückzieher machen würde. Mehr als versprechen konnte er es ihm doch nicht oder? Offenbar schon. Denn Leif forderte ihn auf eine Weise heraus, die er bislang nicht kannte. Doch wenn er jetzt einen Rückzieher machte, würde er Leif wohl erneut verlieren.
Zwar waren seine Küsse nun gefühlskalt und kühl.. dennoch berührte er ihn endlich wieder und wandte sich nicht von ihm ab. Es war ein schreckliches Gefühl gewesen, wie er sich unter seinen Berührungen und Küssen weg gewunden hatte.
Aber nun räkelte er sich ihm eher entgegen und schien noch mehr zu wollen. Virgil wusste nicht, ob das der richtige Weg war. Er wusste es wirklich nicht… aber es war einen Versuch Wert. Denn wenn Worte nicht mehr ihr Ziel erreichten, würden es hoffentlich Gesten tun.
Gesten die ihm beweisen sollten, dass er keine Angst vor ihm hatte.. und stark genug war, um ihn zu bändigen.
Es war ein seltsames Gefühl. Denn eigentlich ging es hier immer noch um ein Liebesspiel oder? Und dennoch kam es Virgil eher vor wie ein Kampf. Ein Kampf um die Dominanz.. die sie sonst immer rücksichtsvoll geteilt hatten. Aber nun war das nicht möglich. Denn es würde ein Zeichen von Schwäche bedeuten. Also konnte Virgil die Überhand diesmal gar nicht abgeben und beharrte deshalb auch darauf.
Sie landeten küssend auf dem Bett und voll verwirrender Gefühle, die sie wohl beide in diesem Moment unterdrückten und sich nur auf alles Körperliche konzentrierten.
Leif half ihm aus den Klamotten. Doch just in dem Moment als Virgil auch seine Hose auszog, konnte Leif den Augenblick wohl nützen, um einen ‚Gegenangriff‘ zu starten. Sie rollten also zweimal über das Bett… ehe sie hinab fielen, auf den harten Boden des Leuchtturms.
Leif lag inzwischen wieder unter ihm. den Aufprall würde er morgen womöglich spüren, nun aber spielte er keine Rolle. Denn Virgil setzte sich einfach auf ihn, packte seine Handgelenke.. und drückte sie über seinem Kopf zu Boden, damit er nicht erneut auf die Idee kam nun die Führung zu übernehmen.
Er wollte den Beweis, dass Virgil mit ihm fertig wurde. Weshalb er ihm genau jenen geben wollte.
Inzwischen war Virgil auch schon komplett nackt. Brauchte aber eine seine Hände, um wirklich tun zu können.. was sie nun beide begehrten. Die Chance das Leif jedoch wieder aufbegehrte, wenn er ihn los ließ, war groß. Weshalb er das nicht riskieren konnte. Weswegen er Leif nun mit einem Ruck auf den Bauch drehte, sodass er mit dem Gesicht zu Boden schaute. Während er sich erneut auf ihn setzte. So war es schon viel schwieriger ihm seine Position streitig zu machen.
Mit einer Hand stützte er sich neben Leifs Kopf ab, ehe… gar nicht länger fackelte und sich mit ihm vereinigte.
Das war eine ungewohnte Position. Normalerweise sahen sie sich beim Sex meistens an. aber gerade wusste er gar nicht…. ob er das überhaupt wollte. Denn Leifs kalter Blick.. der machte ihn echt fertig.
Stattdessen packte er Leif erneut am langen Haarschopf und zog seinen Kopf zurück. Sodass er ihm als Halt und Gegenpol diente, während Virgil sich ihm ungewohnt hart und forsch entgegen bewegte.

@Leif Tyrson


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#72

RE: Schlafzimmer von Leif

06.06.2022 23:28
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Die Götter waren nun mal sehr wichtig für sie und für Virgil aktuell sogar noch mehr. Schließlich hatte er erst vor kurzem die Konfession gewechselt und brauchte ihre Präsenz und Führung. Der Rabe hatte sie also leider wirklich zu früh sich selbst überlassen. Götter waren eben auch nicht unfehlbar – zumindest die der nordischen Mythologie erlaubten sich Fehler. Doch welche Erklärung es auch gab, im Moment waren Leif und Virgil auf sich allein gestellt und mussten damit irgendwie klarkommen.
Sie wählten einen unerwarteten Weg, nachdem Worte nicht wirkten. Auch war es jetzt nicht mehr unerträglich für Leif, von seinem Partner berührt zu werden – aber nur, weil ihm keine Sanftheit begegnete, sondern Dominanz. Ein körperlicher Beweis, dass Virgil sich dem allem gewachsen gefühlte. Der Dunkelheit und den Schwierigkeiten in ihrer Zukunft. Warum es diesen Beweis brauchte, war kaum zu erklären. Aber so war das eben mit der Psyche und auch mit der Liebe ... sie folgten Mustern und Wegen, deren Sinn oft genug verborgen blieben.
Sicherlich war es bisher in den Laken auch mal rauer zugegangen - insbesondere Leif hatte bisher Zeichen gezeigt, dass er dies mochte. Aber das war kein Vergleich zu dem, was gerade passierte. Kampf und Liebesspiel in einem. Und wer triumphierte, würde alles entscheiden, so schien es. Leif wollte unterworfen werden, es würde dem Ziel gleichkommen, die Dunkelheit mit Virgils Hilfe zu besiegen. Doch der dunkle Anteil in ihm wollte das Zepter nicht abgeben. Also rang er mit Virgil, ohne sich darüber Gedanken zu machen, in welche Lage er ihn brachte. Denn sein Partner wollte das ja vielleicht gar nicht. Andererseits ... spürte er dessen Erregung zwischen den Beinen genauso deutlich wie seine eigene.
Ihr Treiben wurde so wild, dass sie sogar aus dem Bett kullerten und Leif beim Aufprall kurz die Luft wegblieb. Doch es war nur ein weiterer Schmerz, der sich dazugesellte. Virgil gewann zuerst seine Sinne zurück und übernahm erneut die Führung. Ehe sich Leif versah, lag er auf dem Bauch, das Gesicht mit der Wange auf den staubigen Boden gedrückt. Er sah die Hand, die sich neben ihm abstützte und spürte, was Virgil tat. Sein Atem ging schnell. So sehr er es auch wollte, er konnte Virgil in dieser Position nicht entgegenkommen. Der hatte ihn absolut unter Kontrolle.
Erleichterung durchströmte ihn, als sie sich endlich vereinten. Erleichterung und ein süßer Schmerz. Nicht nur an seinem Hintern, auch erneut an seinem Kopf. Um den Gefühlen irgendwie Herr zu werden, grub er die Fingerkuppen in das morsche Holz des Bodens, sodass es sogar ein wenig splitterte. Blut quoll aus den kleinen Wunden, die so entstanden, und machte dieses ganze Liebesspiel nur noch animalischer. Die Geräusche, die aus Leifs Mund drangen, zeugten von Lust, klangen aber dennoch ganz anders als sonst. Sie endeten erst, als der Höhepunkt ihn überrollte und ihn bebend zurückließ. Danach ... herrschte in seinem Kopf nach Tagen endlich wieder Stille. Kein Chaos, keine schwarze See, nur ... Ruhe.

@Virgil Chadburn

zuletzt bearbeitet 06.06.2022 23:29 | nach oben springen

#73

RE: Schlafzimmer von Leif

08.06.2022 12:01
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Virgil hoffte wirklich nicht, dass ihr Rabe sie für immer verlassen hatte. Seine Präsenz hatte stets etwas.. Beruhigendes für Virgil gehabt. Zu wissen, dass sie unter dem Schutz der Götter standen. Doch nun war dieser Schutz fort und Zweifel erschlichen sich schon wieder den Weg in ihre Herzen. Auch wenn es diesmal vor allem Leif war, der von seiner Dunkelheit zerfressen wurde.
Doch auch Virgil kämpfte mit Ängsten.. die er nun jedoch hinten anstellen musste. Für Leif und ihre gemeinsame Zukunft.

Allerdings unterband Leif jegliche Form von Zärtlichkeit. Jede Art.. auf die Virgil ihm zeigen wollte, wie sehr er ihn liebte und schätzte. Egal ob es durch Worte oder Berührungen war.
Was er wollte.. schien etwas ganz anderes zu sein. Etwas das Virgil verwirrte und er selbst nicht so ganz verstand, wieso er sich überhaupt darauf einließ. Aber irgendwie hatte er das Gefühl.. ihm nun etwas beweisen zu müssen. Ihm zu zeigen, wie stark er war. Das er endlich ein Wikinger geworden war, der vor nichts zurück schreckte. Auch nicht vor Leifs Dunkelheit. Und wenn er ihm das gerade nur durch Dominanz zeigen konnte, dann würde er das tun. Auch wenn er jetzt schon wusste, dass er es wenig später wohl bereuen oder sich ziemlich mies deswegen fühlen würde.
Gerade aber war er verzweifelt und sah keinen anderen Weg, da Leif einfach keinen anderen Weg zuließ!
Also tat er was er für richtig hielt. So weh sein Herz dabei auch tat… so sehr sprang sein Körper auf diese Art der Berührungen an.
Und er würde nicht zulassen, dass Leif diesen ‚Kampf‘ nun gewann. Er war größer und muskulöser als er und genau das machte er sich nun zu Nutze.
Weshalb es nicht lange dauerte, bis er auf dem dreckigen Boden die Kontrolle übernahm.
Und Leif zeigte… wie überlegen er ihm gerade war. Das ihn das alles selbst so sehr anheizte machte ihm irgendwie Angst. Aber gerade hatten seine animalischen Triebe die Überhand, weshalb sein Verstand sich in den Hintergrund gesellte und er einfach nur Taten folgen ließ.
Sehr.. intensive und heftige Taten, die ein Gefühl in ihm auslösten, das er noch nie zuvor gespürt hatte. Von Scham war keine Spur mehr und Virgil konnte sich kaum noch bremsen, während er mit Leif schlief, was dieser auch zu spüren bekam. Zurückhaltung war nicht mehr vorhanden..
bis auch ihn ein heftiger Höhepunkt überrollte. Der eine Intensität besaß… wie er sie noch nie zuvor gespürt hatte. Eine weitere Tatsache, die ihn irgendwie ein bisschen verwirrte. Denn gerade hatten sie nicht aus Liebe miteinander geschlafen, oder?
Für Virgil fühlte es sich irgendwie nicht so an. Weswegen er nun auch nicht einfach.. liegen blieb um zu kuscheln, wie er es sonst eigentlich tat.
Stattdessen rollte er sich einfach zur Seite, von Leif runter und lag nun selbst mit dem Rücken im Dreck, während er atemlos zur Decke starrte.
Was war das gerade gewesen? Nun wo sein Verstand schlagartig wieder einsetzte…. fühlte er sich gar nicht mehr so gut. Denn so heftig seine körperliche Erregung auch noch nach ebbte.. sein Kopf sagte ihm, dass hier gerade etwas gründlich schief gelaufen war. Und das war kein schönes Gefühl, es machte ihm Angst und Unbehagen machte sich breit.
Aber vor allem wusste er nicht.. was er damit nun bei Leif ausgelöst hatte. Was tat das mit seiner Dunkelheit? Feuerte es sie vielleicht nur noch mehr an? Würde er ihn nun noch deutlicher zum Teufel jagen?? Auf seiner erhitzten Haut machte sich Gänsehaut breit… jedoch nicht die der schönen Sorte, sondern eher weil er innerlich ein bisschen zu frösteln begann und… nicht den Hauch einer Ahnung hatte was er nun sagen sollte…

@Leif Tyrson


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#74

RE: Schlafzimmer von Leif

08.06.2022 21:42
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Was auch immer hier passierte, es war wohl kaum in Worte zu fassen. Komplett unterschiedliche und vor allem unausgesprochene Gefühle bauten sich zwischen ihnen auf. Sie schliefen nicht aus Liebe und Verbundenheit miteinander, sondern fielen förmlich wie wilde Tiere übereinander her. Leif, weil er sich gerade nicht anders auf die Nähe einlassen konnte und Virgil ... weil er glaubte, es tun zu müssen und sich zu beweisen. So wirklich gesund war das also nicht. Auf keiner einzigen Ebene. Heißer Sex kam trotzdem dabei raus. Sie beide legten dabei jegliches Schamgefühl ab und harmonierten selbst in dieser heftigen Vereinigung noch perfekt miteinander.
Doch irgendwann war es vorbei. Zuerst kam Leif zum Ende, wenig später rollte sich Virgil von ihm herunter. Das bemerkte er jedoch zunächst kaum. Dass sein Kopf wieder zu Boden sank und er besser Luft bekam, ja ... aber trotzdem realisierte er nicht, was das bedeutete. Sondern ergötzte sich, so lang es ging, am inneren Frieden. Sein Kopf war leergepustet, die Gedanken still. Wenn die Dunkelheit noch da war, waberte sie irgendwo in der Ferne umher, eingeschüchtert und skeptisch. Aber dennoch nicht bereit, so einfach loszulassen. Sie kam Stück für Stück wieder, je mehr Leif wieder zu sich kam. Die Schmerzen an allen Körperteilen spürte und den heftigen Atem von Virgil neben sich hörte. Seine Präsenz wahrnahm.
Leif schlug die Augen auf, sah aber in die entgegengesetzte Richtung. So hatte er noch mal Zeit, sich zu orientieren. Sie waren im Leuchtturm, so viel war klar. Nicht mal das hatte er bei seiner Ankunft so richtig kapiert. Es roch nach Beißerblut, Sex und Schweiß. In Leifs Fingerkuppen hatten sich ein paar Splitter gesammelt, und wie sich sein Hintern anfühlte ... nun, darüber dachte er lieber nicht nach.
Die Dunkelheit war jedenfalls fertig damit, ihn einzuhüllen, und sie war ... ungewohnt zaghaft. Sie besetzte ihn nicht mehr komplett. Er fühlte sich mehr wie er selbst und nicht mehr komplett von seinen Gefühlen abgeschnitten. Das bedeutete allerdings auch, dass er sich jetzt mit ihnen rumschlagen musste. Mit der Scham, die doch Einzug hielt. Vor allem aber wegen der Sorge ... zu was er Virgil da getrieben hatte. Sein Partner war ... ein gewisser Grad an Sanftheit und Selbstbestimmtheit wichtig. Und Leif hatte ihn dazu gebracht, das alles beiseitezuschieben und etwas zu tun, das er sonst nie im Leben getan hätte.
Das trieb ihm die Tränen in die Augen. Auch hier blieb die Finsternis zurückhaltend, und nutzte diese Schwäche nicht so aus wie sonst. Was Leif die Gelegenheit gab ... den Kopf zu drehen und endlich nach Virgil zu sehen. Sogar nach seiner Hand tastete er und tat etwas, das noch vor einigen Stunden undenkbar gewesen wäre. Er versuchte sich an Humor: »Richtig schmutzigen Sex hätten wir dann auch ausprobiert.«
Doch er wurde auch schnell wieder ernst und versuchte, sich aufzurichten. Gab es aber auf der Hälfte des Weges schon wieder auf und murmelte ein isländisches »Scheiße ...« Denn verdammt, taten bestimmte Stellen weh. Vielleicht wenn er zum Bett kroch und sich hochzog? Oder aber, er blieb einfach liegen ... und sah Virgil an. So nah sie sich eben noch gewesen waren, so hatte sich jetzt schon wieder eine Mauer zwischen ihnen aufgetürmt. Und es fiel Leif schwer, überhaupt seinem Blick zu begegnen. Der Humor hatte ihm nur kurz einen Besuch abgestattet, nun machte sich dann doch wieder Angst und Unbehagen breit. Und auch Leif wusste nicht mehr, was er sagen ... oder tun sollte.

@Virgil Chadburn

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#75

RE: Schlafzimmer von Leif

09.06.2022 21:23
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Vielleicht waren Wikinger am Ende ja doch wilde Tiere und seine Gemeinschaft hatte stets Recht gehabt. Und Virgil.. mutierte nun auch langsam zu einem? Kein Gedanke, dem er wirklich viel abgewinnen konnte, denn eigentlich mochte er seinen Sanftmut und seine Menschlichkeit. Aber vielleicht war es auch nur speziell Leifs Dunkelheit, die all das auslöste? Virgil wusste es nicht.. so viele Gedanken gingen ihm gerade durch den Kopf, sie zu ordnen würde aber noch ein bisschen dauern.
Denn erst mal musste das Blut wieder zurück in seinen Kopf fließen, da es sich ganz woanders angestaut hatte.
Seitlich blickte er zu Leif.. nicht wissend, was ihn jetzt wieder erwarten würde. Hatte er ihm nun bewiesen stark genug für ihn zu sein? Oder hatte er ihn nur noch wütender gemacht? Er dachte eigentlich Leif gut zu kennen aber gerade, da konnte er ihn kein bisschen einschätzen. Es war tatsächlich ein bisschen so.. als läge da gerade ein Fremder neben ihm. Und genauso hatte sich auch der Sex angefühlt. Er war heiß gewesen ja… aber mehr auch nicht. Denn verbunden hatte er sich ihm dabei nicht gehabt und sein Herz hatte auch nicht geklopft, es hatte eher geschmerzt. Etwas das er jedoch ausgeblendet und sich nur auf seine Lust konzentriert hatte. Zumindest die meiste Zeit über hatte er das versucht.
Aber nun war die Lust fort… und zurück blieb nur noch Stille und.. Unsicherheit. Erneut. Und er hasste dieses Gefühl.
Was würde er nur dafür geben, um nun in Leifs Kopf sehen zu können.
Als dieser jedoch das Gesicht zu ihm drehte und er.. Tränen in seinen Augen erkennen konnte blieb ihm fast das Herz stehen. was hatte er bloß getan??? er brachte Leif zum Weinen! das war… das war doch das Letzte das er wollte! Er spürte wie sich in ihm alles krampfhaft zusammen zog… der Knoten um sein Herz lockerte sich nur dadurch ein wenig, dass Leif tatsächlich nach seiner Hand tastete.
Virgil wusste nicht was das bedeutete. Kurz zuvor.. hatte er schließlich jede Zärtlichkeit von ihm ausgeschlagen. Weshalb.. er nur sehr vorsichtig nach ihr fasste, um sie zaghaft zu halten. Denn was wenn Leif sie ihm gleich wieder entziehen und ihn zum Teufel jagen würde? er wollte nun nichts falsch machen. Hatte aber auch keine Ahnung was das Richtige war! Wie verhielt man sich in so einer Situation? Damit hatte er keinerlei Erfahrung.
Und sein Scherz… machte für Virgil gerade irgendwie alles noch viel schlimmer als besser. Denn er konnte ihn ihm einfach nicht glauben. Zwar beruhigte es ihn auf gewisse Weise, dass Leif nun offenbar wieder dazu in der Lage war ‚normal‘ mit ihm zu sprechen aber… es führte dennoch nicht dazu, dass er sich weniger mies fühlte.
Weswegen nun auch ihm Tränen in die Augen stiegen, er konnte sich nicht mal zwanghaft zu einem Schmunzeln durchringen.
Und das miese Gefühl wurde nur noch stärker, als Leif sich nicht mal aufrichten konnte. Sofort war er zur Stelle und half ihm hoch. Fühlte dabei auch wie blutig seine Finger wegen den Splittern waren.. und nicht nur davon. generell war Leif immer noch völlig blutverschmiert.
Das alles überforderte ihn so sehr und er starrte gedankenverloren auf seine blutige Hand hinab, die er immer noch sachte hielt.
Bis es plötzlich einfach aus ihm raus platzte.
„Es tut mir so Leid Leif!!! Ich wollte dir niemals weh tun!“
Vielleicht käme die Dunkelheit nun zurück? Wenn sie erkannte… dass Virgil vielleicht doch ein Schwächling war, so wie er nun reagierte? Aber er konnte einfach nicht so lange entgegen seiner Prinzipien handeln, es ging einfach nicht. So war er nicht!
„Ich.. ich wusste einfach nicht was ich tun soll. Du hast nicht mit mir geredet.. keine Berührungen zugelassen…ich hatte so schreckliche Angst dich zu verlieren.. bis du.. mich plötzlich so verlangend geküsst hast. Eigentlich wusste ich doch, dass es falsch ist aber… ich habe mich so sehr danach gesehnt mich dir endlich wieder nahe zu fühlen… bitte vergib mir…“
Das war ein Fehler gewesen, ein großer Fehler sogar und das wusste Virgil. Er suchte auch nicht nach Ausreden, er stand zu seinem Verhalten aber Leif sollte wissen wie unsagbar Leid es ihm tat.
„ich dachte.. auf diese Weise.. könnte ich der Dunkelheit in dir zeigen, dass ich ihr gewachsen bin und mich nicht von ihr einschüchtern lasse! Dass ich nicht zulasse, dass sie sich zwischen uns drängt. Ich habe wohl geglaubt… ich wäre etwas Besonders. Der einzige Mensch in deinem Leben der diese Finsternis bändigen kann….. ich war so ein Idiot..“
Denn ganz offensichtlich war er nicht diese eine Person für Leif, die ihm in seinen dunkelsten Stunden helfen konnte. Diese Einsicht schmerzte, denn er hatte wirklich gedacht ihre Verbindung wäre stark und einzigartig genug, dass sie zusammen alles schaffen könnten. Aber da hatte er sich leider getäuscht..

@Leif Tyrson


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#76

RE: Schlafzimmer von Leif

09.06.2022 22:08
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Ja, vielleicht hatte Leif nun endgültig bewiesen, dass alle Vorurteile, die Virgil gegenüber den Wikingern gehabt hatte, doch nicht so weit her geholt waren. Dass sie zumindest auf einige zutrafen, so auch auf ihn. Den sanftmütig erscheinenden Isländer, der jedoch eine sehr dunkle Seite in sich trug. Es war eine Sache, das an den Beißern auszulassen. Und doch hatte er nun bereits zwei Mal Virgil bedroht. In beiden Situationen war etwas zwischen ihnen kaputt gegangen. Die Frage war erneut, ob man es je wieder heilen konnte. Bereits die Situation auf der Lichtung konnte sich Leif nicht verzeihen, wie sollte er es nun tun? Oder Virgil? War der letzte Monat doch nur ein Traumkonstrukt gewesen? Passten sie doch nicht zusammen? Hatte Leif Virgil alles geraubt, nur um ihm dann das Herz aus der Brust zu reißen? Er konnte sich ja einreden, die Dunkelheit wäre schuld. Aber sie gehörte zu ihm und auch wenn er sich ferngesteuert fühlte, war es immer noch er, der handelte. Es waren schreckliche Gedanken, die ihm nun durch den Kopf gingen, dennoch drehte er den Kopf und machte eine Bemerkung, die das Eis brechen sollte. Das gelang nur mäßig. Denn Virgil sah ihn verwirrt, verletzt und ... distanziert an. Zwar zog er seine Hand nicht weg, aber trotzdem ... die Mauer war da. Ihre Finger blieben aber miteinander verhakt, während sie sich einen Moment einfach nur schweigend ansahen. Dass nun auch noch in Virgils Augen Tränen traten, ertrug Leif nicht. Er wollte zu ihm und die Dunkelheit war ihm da gerade wirklich egal. Dass er sie jetzt fortschieben konnte, war ein Erfolg. Aber einer, der sehr viel gekostet hatte. Zu viel, womöglich.
Doch Leif gelang es zunächst nicht, sich aufzurichten. Mit Schmerzen kam er klar, aber ... die Kämpfe der letzten Tage waren dann doch zu viel. Jeder Zentimeter seines Körpers tat weh, manche Orte ganz besonders, und er fühlte sich einfach unglaublich erschöpft und fertig. Weswegen er einfach wieder zu Boden sank ... zumindest bis Virgil zu ihm kam und ihm hoch half. So standen sie dann doch voreinander ... nackt und von dem gezeichnet, was sie sich noch vor kurzem angetan hatten.
Leif wurde sich erneut gewahr, dass er voller Blut war, und das meiste davon war nicht seins. Teilweise hatte es sich auch auf Virgils Körper verteilt. Was hatte er da nur angerichtet? In Beißergedärm getränkt miteinander zu schlafen ... und dann auch noch so. Heißer Sex war keine Entlohnung für das, was sie verloren hatten.
Immer noch schwiegen sie, obwohl Leif wirklich nach Worten rang. Virgil kam ihm zuvor und ... entschuldigte sich. Schon das allein ließ schon wieder die Tränen in seine Augen treten. Und je mehr Virgil redete, desto mehr brannten sie und perlten letztlich dann doch über seine Wangen. Sachte schüttelte er den Kopf und blickte hinab auf ihre miteinander verschlungenen Hände. »Nein, mir tut es leid ... ich ... ich wollte deine Nähe so sehr, aber ich war auch so wütend und voller Angst, dass ich sie ... einfach nicht annehmen konnte. Nicht so ... wie sonst. Ich hätte dich niemals herausfordern dürfen, mir etwas zu beweisen. Vor allem nicht ... auf diese Art.«
Er wischte sich mit der freien Hand über die feuchten Wangen und verteilte so noch mehr Blut auf seinem Antlitz, was er aber gar nicht bemerkte. »Ich lebe lieber mit der Dunkelheit, als dich weiter zu solchen Taten zu treiben.« Es ging ihm jetzt besser und das war eigentlich der größte Schock für ihn. Dass erst etwas passieren musste, das sie beide fast entzweiriss, um das zu bewerkstelligen. Denn so heiß, wie das eben gewesen war, es war für ihre Beziehung nicht gut gewesen.
Nun sah Leif Virgil wieder fest in die Augen. »Du bist kein Idiot! Du hast dich geweigert, mich im Stich zu lassen, und willst mir helfen. Virgil ... du bist sehr wohl etwas Besonderes und der wichtigste Mensch in meinem Leben.«
Warum klang das nur so platt, er meinte es doch so! Doch auch er musste einsehen, dass selbst sein Partner ihm nicht mit der Dunkelheit helfen konnte. Nicht zu diesem Preis. Aber änderte das etwas zwischen ihnen? Eigentlich nicht unbedingt, mit ihrer Liebe hatte das doch nichts zu tun. Oder?
»Ich brauche Hilfe ...«, sagte Leif leise und nickte ... mehr zu sich selbst als zu Virgil. Aber wo er sie bekommen sollte, wusste er auch nicht. Plötzlich wurde er so hoffnungslos, dass er sich auf der Bettkante niederließ – egal wie weh das seinem Hintern tat. Er barg das Gesicht in den Händen und konnte die Tränen dann doch erneut nicht halten. »Ich ... mache einfach alles Gute in meinem Leben kaputt. Was habe ich dir nur angetan? Schon wieder! Was ist das in mir, das zu so etwas fähig ist?« Es machte ihm Angst und er war damit so überfordert wie noch nie zuvor in seinem Leben. Weil er jetzt jemanden hatte, der ihn nicht einfach ziehen ließ. Der an seiner Seite stehen wollte, egal, was auch passierte. Zumindest bis eben noch. Denn Leif war sich nicht sicher, ob Virgil jetzt noch so empfand.
»Bitte verlass mich nicht ...«, hauchte er nun nur noch schwach. »Ich brauche dich. Ich liebe dich. Und ich ... verlange auch nie wieder so etwas von dir!« Bettelte er gerade? Vielleicht. Aber er konnte vermutlich ohnehin nicht noch tiefer sinken. Eigentlich sollte er jetzt Stärke zeigen, Virgil beistehen und ihm sagen, dass sie das alles hinbekommen konnten. Doch in einer Beziehung durften wohl auch mal beide zusammenklappen. Es ging nicht, dass immer beide stark waren. Solang man sich gemeinsam wieder aufrappelte. Die Frage war nur, ob sie das schaffen würden.

@Virgil Chadburn

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#77

RE: Schlafzimmer von Leif

09.06.2022 22:41
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Virgil war bereit sehr viel für diese Beziehung auf sich zu nehmen. Denn wenn er sich erst mal für einen Menschen entschieden hatte… dann war das für die Ewigkeit. Er war vielleicht kein Christ mehr, doch gewisse Werte trug er eben immer noch in seinem Herzen. Und einer davon stammte aus dem klassischen Ehegelübde. Man sollte einander beistehen, einander lieben und ehren, in guten wie in schlechten Zeiten, bis der Tod dafür sorgte, dass man aus dem Leben schied. Und genau das hatte Virgil vor. Er würde Leif nicht einfach im Stich lassen und gehen nur weil es gerade schwierig wurde. Er wollte diese Dunkelheit mit ihm in den Griff bekommen, auch wenn sie gerade wohl einen Rückschlag hatten. Oder auch nicht? Virgil wusste es nicht so genau. Denn Leif schien endlich wieder klar denken zu können. Aber.. das konnte doch unmöglich die Art und Weise sein, wie man die Dunkelheit in den Griff bekam oder? Virgil… konnte und wollte sich nicht jedes Mal so eine Art von Kampf mit ihm liefern, denn irgendwann würde er daran vielleicht wirklich zerbrechen… oder so abgestumpft werden, dass er sich selbst nicht mehr wieder erkannte.

Irgendwie.. fühlte sich die Nacktheit zwischen ihnen plötzlich seltsam an. Noch so ein Gefühl.. das nicht sein sollte. Er empfand Scham und bekam das Bedürfnis sich zu bedecken, doch gerade hatte er nichts bei sich und wollte aber auch nicht von Leif ablassen. Also versuchte er das aufkeimende Unwohlsein zu unterdrücken.
Zumal anschließend ohnehin alles an Gefühlen aus ihnen beiden herausplatzte, das sie in sich trugen.
„Ich hätte nicht darauf einsteigen müssen Leif… ich hätte.. deinen Wunsch nach Abstand respektieren sollen…… oder?“
Er wusste es nicht. Denn ihn einfach alleine zu lassen war ihm auch so furchtbar falsch erschienen. Doch vielleicht hätte er auf ihn hören müssen? Nicht so töricht sein sollen zu glauben, er könne diese Dunkelheit bezwingen? Er war so arrogant gewesen… und nun bekamen sie die Rechnung für seinen Hochmut präsentiert. Und dabei war Hochmut eine absolut unchristliche Eigenschaft.
„hat es denn.. gewirkt?“
Fragte er nun vorsichtig nach, denn irgendwie machte die Antwort ihm Angst. Vielleicht war das ja nur eine kurze Pause von der Dunkelheit und sie gab kurz den ‚anderen‘ Leif wieder frei.. oder aber es hatte wirklich funktioniert und er hatte ihn… unterworfen? Ihm gezeigt wer die Oberhand hatte? Eine Rolle die Virgil nie hatte haben wollen! erst recht nicht in einer Beziehung.

Hm.. ja so ein bisschen klangen Leifs Worte schon nach einer leeren Floskel oder besser gesagt nach einer Beschwichtigung. Denn was am Ende blieb war wohl die Tatsache….
„und doch nicht genug….“
selbst wenn er der wichtigste Mensch in Leifs Leben war… etwas Besonderes in seinen Augen. So schien er trotzdem nicht gut genug zu sein. Zumindest nicht, um der Dunkelheit Herr zu werden. Vielleicht war er doch zu schwach oder nicht außergewöhnlich genug.. er wusste es nicht.. diese Erkenntnis tat einfach nur höllisch weh.
Noch schlimmer jedoch war die Erkenntnis… das Leif um Hilfe bat…. Virgil aber nicht wusste, wie er sie ihm geben sollte. Denn er selbst war offenbar nicht fähig dazu ihm wirklich zu helfen. Weswegen er sein Gesicht in seine Hände nahm und energisch sagte
„wir besorgen dir Hilfe! das verspreche ich dir…!“
wieso tat er das??? er konnte das nicht versprechen! das war dumm von ihm. Aber.. er ertrug es einfach nicht Leif so verzweifelt und hoffnungslos zu sehen, er.. musste irgendetwas unternehmen. Und wenn er selbst nicht die richtige Person war, um ihm zu helfen, dann musste er jemanden finden der es konnte!! und das würde er!! Und wenn es das letzte war was er tat!

Als Leif sich auf dem Bett nieder ließ und so zu schluchzen begann.. fühlte Virgil sein Herz ein großes Stück brechen. Es tat so weh ihn so zu sehen! weshalb er sich sofort neben ihn setzte und schützend den Arm um ihn legte.
„du hast nichts kaputt gemacht….“
flüsterte er leise und streichelte ihm tröstend mit der Hand über den Rücken. auf die Frage.. was das in ihm war.. das solche Dinge tat.. konnte er jedoch keine Antwort finden. Weswegen er nur schwieg und Leif einfach fest hielt. Ihn überforderte das doch genauso wie den Isländer. Denn was wenn diese ‚Anfälle‘ häufiger passieren würden? wie sollten sie das bitte hinbekommen und eine Beziehung führen? Virgil hatte nicht den Hauch einer Ahnung… aber er wusste, dass er Leif liebte. Und das er deshalb nicht aufgeben konnte und es auch nicht wollte.

Als Leif ihn nun so anflehte ihn nicht zu verlassen, stiegen auch ihm wieder Tränen in die Augen. Und er hielt ihn ganz fest. Legte seine Stirn an die von Leif, legte die Hände an seine feuchten Wangen und schüttelte den Kopf
„Niemals. Ich werde dich niemals verlassen Leif…“
Virgil schaffte es wohl noch ein bisschen besser wieder ein wenig Hoffnung zusammen zu kratzen. Aber wenn Leif so traurig war dann.. konnte er einfach nicht anders. Er bekam automatisch das Gefühl ihn beschützen zu wollen. einfach alle Schwierigkeiten für ihn aus dem Weg zu räumen. Und selbst wenn er noch nicht den Hauch einer Ahnung hatte, wie sie das mit der Dunkelheit hinbekommen sollten, er würde dennoch nicht aufgeben. Denn Leif war seine große Liebe.

@Leif Tyrson


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#78

RE: Schlafzimmer von Leif

09.06.2022 23:22
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Leif lächelte traurig und hob die Schultern. »Wären die Rollen vertauscht, hätte ich dich auch nicht allein lassen können. Ich wäre dir auch gefolgt und hätte ... alles getan, damit es dir besser geht.« Also egal, welche Entscheidung vielleicht besser gewesen wäre, sie waren doch ohnehin nicht in der Lage, rational zu denken. Immerhin ging es um den Partner. Da folgte man dem Herzen.
Als Virgil fragte, ob das ... was sie getan hatten denn wenigstens auch was gebracht hatte, wandte Leif voller Scham den Blick ab. »Ich habe mich am Ende friedlich gefühlt. Zumindest für ein paar Augenblicke war es still in meinem Kopf. Das hat geholfen.« Ob sich dieser Zustand auch ohne vorherigen Kampf in den Laken erreichen ließ? Oder war das der Part gewesen, den die Dunkelheit tatsächlich gebraucht hatte? Das wusste Leif nicht und eigentlich ... wollte er es lieber nicht herausfinden. Denn er wollte nicht, dass Virgil hier einen Part einnahm, mit dem er sich nicht wohlfühlte. Und Leif auch nicht. Er mochte ihre Beziehung, wie sie war. Oder so, wie sie bis heute gewesen war. Die Persönlichkeitsanteile, die Virgil in den letzten Stunden verraten hatte, waren immerhin jene, die Leif liebte. Er liebte das Komplettpaket, egal ob christliche Werte dabei waren oder nicht. Für ihn ergaben sie den Virgil, in den er sich verliebt hatte. Und den wollte er um keinen Preis eintauschen oder gar vernichten.

»Doch, du bist genug!«, beharrte er auf seiner Meinung. »Nur weil wir noch nicht herausgefunden haben, wie man mir helfen kann, heißt das nicht ... dass du es nicht kannst. Schon allein, dass du es möchtest, hilft mir. Dass du mich nicht im Stich lässt.«
Und Hilfe brauchte er ganz dringend, wie er im Zuge einer Selbsterkenntnis auch laut aussprach. Bisher hatte er die Dunkelheit einfach ausgehalten und sich verkrümelt. War erst zurückgekehrt, wenn es ihm besser gegangen war. Aber jetzt hatte er einen Partner, die Liebe seines Lebens an seiner Seite. Er musste an sich arbeiten und durfte sich nicht mehr so gehen lassen. Weswegen diese Erkenntnis ein wichtiger Schritt war.
Virgil nahm sein Gesicht in die Hände und sah ihn eindringlich an. Versprach ihm sogar, dass sie ihm Hilfe besorgen würden. Auch wenn er bestimmt genauso wenig wusste wie Leif, wie sie das anstellen sollten. Dennoch bedeutete es ihm eine ganze Menge, dass er ihn dabei unterstützen wollte.

Trotzdem übernahm dann doch noch mal pure Hoffnungslosigkeit das Ruder. Denn je mehr Leif über alles nachdachte, desto mehr begriff er, was alles in den letzten Tagen passiert war. Er sprach ja nicht nur über den Sex, sondern auch darüber, was er Virgil alles an den Kopf geworfen hatte.
Leif flüchtete sich förmlich in Virgils Arme, als sich dieser neben ihn setzte. Zumindest die körperliche Distanz bauten sie so langsam ab. »Habe ich nicht?«, schluchzte er, denn er konnte kaum glauben, dass er nichts kaputt gemacht haben sollte. »Aber warum sitzen wir dann hier und kehren die Scherben unserer Beziehung zusammen?« Dass sehr viel schiefgelaufen war, ließ sich halt doch nicht leugnen.
Weswegen Leif auch große Angst davor hatte, dass Virgil ihn verlassen würde. Das alles doch nicht mehr tragbar fand. Als Antwort erhielt er eine wunderschöne Geste. Virgil hielt ihn und spendete ihm damit unfassbar viel Sicherheit. Sogar die Stirn legte er an seine, was schön und innig war. Leif gelang es, tief durchzuatmen und das Schluchzen abzustellen. Virgil würde ihn nicht verlassen. Niemals. Das zu hören bedeutete ihm gerade die Welt. Gern hätte er ihn jetzt geküsst, aber ... das traute er sich noch nicht so recht. Doch er hielt seine Hand und strich mit dem Daumen über die weiche Haut.
»Vielleicht ... wäre es ein guter Anfang, wenn wir über ein paar Sachen reden, die ich dir an den Kopf geworfen habe. Ich muss offenbar noch etwas aufarbeiten. Vielleicht ... hilft das, die Dunkelheit ganz zu verscheuchen.«
Leif sah an sich herunter. »Aber vielleicht erst nach einem Bad.« Und eigentlich wollte er einfach nur nach Hause. Für heute war es dafür jedoch leider zu spät, wenn sie nicht mitten in der Nacht umherwandern wollten.

@Virgil Chadburn

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#79

RE: Schlafzimmer von Leif

10.06.2022 21:16
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Es war schön zu hören, dass Leif ihn diesmal nicht so einfach abhauen lassen würde. Damals hätte er ihm schließlich auch nachgehen können aber da hatte er ja noch nicht gewusst, dass Virgil… nicht mehr wieder kommen würde. Dennoch war es tröstlich zu wissen, dass es jemanden gab, der einem bis ins Feuer folgen würde.
Der Sex hatte also geholfen, damit die Dunkelheit sich zurück zog…hm.. Virgil hoffte trotzdem… dass es fortan nicht immer so laufen würde oder laufen musste. Er hatte ja keine Ahnung wie oft Leif von dieser Finsternis überfallen wurde. Bislang war es ja gut gelaufen.. sie konnten also nur hoffen, dass es keine weiteren Vorfälle geben würde, die ihre Beziehung wieder aus der Bahn warfen.
„dann kennen wir nun ja schon mal eine Methode, um ihr Herr zu werden… vielleicht finden wir noch andere..“
das hoffte er wirklich, denn das sollte wirklich kein Normalzustand werden. Doch im Notfall.. da würde Virgil es wohl immer wieder tun, wenn er Leif damit helfen konnte. Egal wie sehr er sich dabei auch selbst verlor.
Sachte lächelte Virgil bei Leifs Worten. Es war ja schön zu hören, dass er genug war..doch so ganz glauben konnte er das nicht. aber zumindest konnte er mit seiner Aussage vielleicht dafür sorgen, dass Leif nicht aufgeben wollte. Sondern weiter mit ihm nach einem Weg suchen würde, egal wie dieser auch aussah.

Und es war ihm wichtig Leif klar zu machen, dass sein Verhalten.. oder auch die Worte der letzten Tage nichts kaputt gemacht hatten. Wahrscheinlich war Virgil noch viel zu sehr in der Verliebtheitsphase, als das er ihm all das richtig übel nehmen würde. Er konnte gar nicht so wirklich böse oder wütend auf ihm sein. Er hatte ihn verletzt ja.. aber für Virgil war das längst vergeben und vergessen, nun wo er ihn endlich wieder in seinen Armen hielt.
„nein.. ich bin doch nun ein Wikinger oder? also halte ich sowas schon aus“
Sagte er mit einem milden Lächeln auf den Lippen, um Leif etwas Mut zuzusprechen. Er sagte ja nicht, dass Leifs Verhalten okay gewesen war. Aber er war nun nicht nachtragend oder würde es ihm ewig vorwerfen. Er hatte einfach nur Angst davor, dass es ihm beim nächsten Mal nicht mehr gelingen würde ihn zu erreichen.
„na na.. unsere Beziehung liegt doch nicht in Scherben Leif. Wir polieren bloß den kleinen Riss, den sie vielleicht bekommen hat“
so ein kleiner Knacks war doch schnell wieder repariert, weshalb Leif echt ein bisschen zu sehr zur Theatralik neigte wie Virgil fand. Für ihn hatte ihre Beziehung noch längst nicht an der Kippe gestanden und für ihn war die ganze Zeit über klar, dass ihre Geschichte hier noch nicht endete. Virgil war meistens eben ein ziemlicher Optimist. Solange keine göttlichen Zeichen kamen, war er auch ziemlich zuversichtlich.
„Du kannst mit mir über alles reden, das dich beschäftigt okay?“
er musste nicht erst warten, bis die Dunkelheit ihm irgendwelche Flausen in den Kopf setzte. Wenn er seine Zweifel oder Sorgen wegen Nia früher geteilt hätte, wäre das alles vielleicht nicht so sehr eskaliert. Also wenn sie beschlossen gleich über Dinge zu reden, die sie beschäftigten, bekäme die Dunkelheit vielleicht keinen weiteren Nährboden mehr für ihre Machenschaften.
Ein Bad vor einem weiteren Seelenstriptease klang allerdings gut. Denn Virgil fühlte sich auch ziemlich schmutzig.. weswegen er nickte und Leif an die Hand nahm. Die Kleidung nahm er mit, denn draußen war es ziemlich warm.. und wenn nicht nötig, wollte er nicht unbedingt in dem blutigen, ekligen Bett schlafen.. da wäre es unter freiem Sternenhimmel schon schöner. Wenn auch gefährlicher. Aber vielleicht könnten sie ja zumindest noch ein bisschen die Sterne beobachten.
„dann komm..“
sagte er liebevoll und verließ mit ihm den Leuchtturm, um in Richtung Meer zu laufen. Nacktbaden bei Mondenschein war immerhin auch ziemlich schön und romantisch. Selbst wenn sie sich eigentlich nur waschen wollten. Aber wer weiß..vielleicht würde auch das dabei helfen den Riss wieder ein bisschen weiter zu glätten..

@Leif Tyrson


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#80

RE: Schlafzimmer von Leif

10.06.2022 21:48
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Na ja, Leif war Virgil damals schon gefolgt. Aber natürlich erst, als er realisiert hatte, dass er nicht mehr zu dem Treffen kam. Also hatte er ihn gesucht und sich in die Höhle des Löwen begeben – der Church. Letztlich völlig umsonst, aber aufgegeben hatte er ihn zunächst nicht. Danach hatte er es tun müssen. Aber zum Glück nicht für immer.
»Wir müssen eine andere Methode finden«, sagte er ernst. Denn Virgil immer zu bekämpfen und zu verletzen, auf welche Art auch immer, war nicht der richtige Weg. Dann ging er doch lieber weg und wartete ab. Bisher war die Dunkelheit nie dauerhaft geblieben, warum sollte sie plötzlich damit anfangen? Wobei es Leif lieber wäre, sie würde ihn jetzt einfach in Ruhe lassen und keinen Grund mehr finden, ihn zu belästigen. Zumindest nicht so oft hintereinander. Dieses Jahr war es schon sehr schlimm mit ihr. Erst während des Angriffes auf Balar, und da hatte Leif nicht einfach gehen können. Dann nach der Sache mit Virgil und jetzt ... wegen des toten Raben. Konnte es jetzt bitte mal keinen Trigger mehr in Form eines Dramas geben?

So wie Virgil ihm nicht glaubte, genug zu sein, so konnte Leif ihm nicht abnehmen, nichts kaputt gemacht zu haben. Dasselbe hatte er schließlich auch nach der Sache mit Nia gedacht. Dass er das vergeben und vergessen konnte. Offenbar war dem aber nicht so. Es fühlte sich für Leif nicht nach einem kleinen Riss an, also mochte man ihm die Theatralik bitte verzeihen. Doch er lächelte zurück und nickte. Es war ja trotzdem irgendwie beruhigend, dass Virgil keine Scherben sah und alles, was passiert war, leicht zu reparieren hielt.
»Ich wollte nicht aus einer Mücke einen Elefanten machen«, gab er zurück und hob die Schultern. Aber offenbar musste er das künftig, wenn ihn ein Thema einfach nicht losließ. So unschön es auch war.

Jetzt rief ein Bad im Meer nach ihnen. Das war wirklich dringend nötig. Leif fühlte sich außerstande, noch mehr zu teilen, was in ihm vorging, bevor er sich nicht gründlich gereinigt hatte. Vielleicht würde mit dem Abwaschen des Beißerblutes auch noch mehr von der Dunkelheit verschwinden. Sie könnten später in Leifs altem Boot übernachten und sich dort einkuscheln. Dort wären sie zumindest vor direkten Blicken geschützt und vorbeitaumelnde Beißer würden sie im besten Fall auch nicht bemerken. Und die Sterne waren auch von dort zu sehen, genau wie das beruhigende Rauschen der Wellen zu hören sein würde.
Hand in Hand verließen sie also den Leuchtturm und gingen in das kühle Nass. Jeder Schritt tat höllisch weh. xD Aber Leif versuchte, sich nichts anzumerken lassen. Stöhnte aber unterdrückt auf, als das salzige Wasser gewisse Stellen erreichte. Um das zu überspielen, tauchte er einmal unter, um auch seine Haare zu befeuchten, und rubbelte sie danach ordentlich aus. Bevor er sich Virgil zuwandte und etwas Wasser schöpfte, um damit die Blutflecken von seiner Haut zu waschen, die er nun dank Leif dort haften hatte. Zwar taten auch die Wunden an den Fingerkuppen weh, aber das schob er beiseite. Er versuchte, nicht so viel über alles nachdenken, sondern sich auf diese Bewegungen zu konzentrieren.

@Virgil Chadburn

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