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THE DEAD DON’T DIE
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#81

RE: Schlafzimmer von Leif

10.06.2022 22:12
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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„Und das werden wir..“
Virgil wusste zwar noch nicht wie aber sie würden weiter suchen und das Thema nicht mehr länger ignorieren, so wie sie es im letzten Monat getan hatten. Schließlich war Virgil da so naiv gewesen zu glauben, dass die Dunkelheit in seiner Nähe nicht auftauchen würde. Das er Leif so glücklich machen konnte.. dass sie still war und ihn in Ruhe ließ. Aber leider hatte er sich da getäuscht und eine Reihe an Ereignissen besiegelte das Schicksal.
Virgil wollte Leifs Sorge ja auch nicht abtun oder ihm das Gefühl geben, als würde er nun überdramatisieren. Er wollte einfach nur.. aufzeigen, dass nichts verloren war. Und ihm Zuversicht und Hoffnung spenden. Denn was brachte es, wenn er nun ebenfalls von den Scherben ihrer Beziehung sprach? das würde implizieren, dass sie kaum noch so reparieren war. aber das wollte Virgil einfach nicht glauben. Er liebte Leif so sehr, dass er weiterhin überzeugt davon war, dass sie alles überwinden konnten
„Nur leider hat die Mücke sich stattdessen nicht zu einem harmlosen Elefanten entwickelt, sondern zu einem Killermosquito.“
Also da wäre ihm der Elefant deutlich lieber gewesen, als dieses todbringende Insekt, mit dem er Leifs Dunkelheit nun verglich. Hoffentlich würde er künftig sofort zu ihm kommen, wenn ihn etwas bedrückte. Egal wie banal oder unwichtig es ihm auch erschien.

Aber jetzt wuschen sie all die Flecken auf ihrer Seele erst mal im Meer ab, gemeinsam mit dem Blut, das auf ihrer Haut klebte.
Leif konnte es noch so sehr verbergen, Virgil bemerkte trotzdem, dass ihm alles weh tat. Was das schlechte Gewissen in ihm schon wieder ins Unermessliche steigen ließ und er sich vor Scham auf die Unterlippe biss.
Vor allem als sie im Meer ankamen und das Salz seinen Hintern erreichte. Leif überspielte es.. obwohl sie doch gerade beschlossen hatten über alle Dinge zu reden, selbst wenn sie unangenehm waren.
Weshalb es diesmal wohl er war, der erneut das Thema aufgreifen musste. Zwar hatte er sich schon entschuldigt… aber es nagte trotzdem noch an ihm.
Er konnte also nur halbherzig zulassen, dass Leif ihn wusch. Oder besser gesagt, genießen konnte er es nicht wirklich. Stattdessen legte er die Hände kurz auf seine Schultern und sah ihm in die Augen.
„..tut es sehr weh?“
wollte er wissen und sah ihn dabei ein bisschen mit seinem geschlagenen Hundeblick an. Weil er es einfach nicht ertrug die Ursache für seine Schmerzen zu sein. Nun konnte er ein bisschen besser verstehen, wie es ihm jedes Mal ging, wenn er die Narbe auf Virgils Brust sah.
„lass mich dir etwas Gutes tun…“
Zuletzt hatte er ihm zwar Lust aber auch viele Schmerzen bereitet. Weshalb er nun wieder etwas von der Sanftheit zurück gewinnen wollte, die ihre Beziehung prägte. Weswegen er nun hinter Leif trat und begann ihm zärtlich den Rücken zu waschen. Dabei folgten zwischendurch immer wieder kleine, sanfte Küssen auf seinen Rücken, zwischen seine Schulterblätter, in den Nacken.. überall dort, wo er ihn gerade sauber gemacht hatte. Denn er wollte das Virgil sich so an seine Berührungen erinnerte… und nicht auf eine andere Weise.

@Leif Tyrson


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#82

RE: Schlafzimmer von Leif

10.06.2022 22:51
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Diesbezüglich waren sie wohl beide naiv gewesen. Denn Leif hatte durchaus ebenfalls gehofft und geglaubt, dass ihn die Dunkelheit in Ruhe lassen würde, wenn er mit Virgil zusammen war. Doch wann bekam man im Leben schon mal etwas geschenkt? Das geschah höchst selten und in der Apokalypse praktisch gar nicht mehr. Also mussten sie einen Weg finden, mit all dem umzugehen, und zwar einen, der sie nicht schleichend zerstören würde.

Leif würde sich noch daran gewöhnen müssen, wirklich anzusprechen, was ihm auf der Seele lag. Nicht alles würde er gleich enttarnen können, als potenzielles Desaster. Aber er würde sich bemühen. Hoffte dennoch gleichsam, dass nur wenig aufploppen würde, das er ansprechen musste. Nach der Bemerkung mit dem Killermosquito lächelte Leif nur schwach und sah Virgil noch einmal lang in die Augen. »Du weißt aber, dass es auch für dich gilt, oder? Dass du mit mir auch über alles sprechen kannst, egal was es ist.« Also beispielsweise auch über ... Heimweh und solche Dinge. Heimweh nach der Church oder den Menschen dort.

Noch mal extra zu sagen, dass ihm alles wehtat, hielt Leif dann doch für unnötig. Zumal er Virgil keine Vorwürfe machte und den Schmerz während des Akts ... ja durchaus genossen hatte. Ihn provoziert hatte. Also was sollte er dazu noch sagen? Er konnte es nur ertragen und hoffen, dass er bald wieder ohne Schmerzen laufen und sitzen konnte. xD
Doch selbst wenn er nicht das Bedürfnis hatte, darüber zu sprechen, Virgil hatte es. Also gab sich Leif einen Ruck und ... nickte auf die Frage hin. »Das geht wieder vorbei«, wiegelte er ab. »Mir tut einfach alles weh, nicht nur ... mein Hintern. Vermutlich bin ich tagelang marschiert und habe nicht geschlafen. Und dabei noch gekämpft. Es war einfach ... alles etwas viel.« Womit die Schuld also nicht nur bei Virgil lag. Leifs Körper war gerade einfach am Ende.

Es fiel ihm schwer, nun zuzulassen, dass Virgil ihn verwöhnte. Er glaubte, es nicht verdient zu haben. Aber es war auch wunderschön und sorgte für eine Gänsehaut. Leif gab einen genießerischen Laut von sich, weil Virgil ihn so sanft überall berührte und ihm Küsse gab. Er lehnte sich ein bisschen nach hinten, bis er Virgils Brust an seinem Rücken spürte, und schloss die Augen. So konnte sein Partner ihn dort zwar nicht mehr waschen, aber ... Leif wünschte sich diese innige Nähe gerade einfach sehr.

@Virgil Chadburn

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#83

RE: Schlafzimmer von Leif

10.06.2022 23:07
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Bei Leifs Worten fühlte er sich ja schon ein bisschen ertappt. Denn ihm war sehr wohl klar, dass es etwas gab.. das er vor ihm verbarg. Nicht mutwillig oder böswillig, sondern weil er Leif einfach kein schlechtes Gefühl geben wollte. Aber ähnlich hatte wohl auch Leif gedacht hm? Ehe die Dunkelheit von ihm Besitz ergriffen hatte. In Virgil herrschte diese Dunkelheit zwar nicht.. dennoch könnte es ihn dazu bringen etwas Dummes zu tun, wenn er weiterhin seine Gefühle vor Leif verschwieg. Wie sehr ihn das alles mit der Church belastete und wie groß sein Heimweh manchmal war. aber er dachte.. Leif würde dann denken, dass er seine Entscheidung bereute oder dass es ihm nicht gelang Virgil glücklich zu machen. Dass er sich in Balar nicht wohl fühlte und sein altes Leben zurück wollte, wozu auch Nia gehörte. Nein.. er konnte das nun nicht ansprechen, nicht nachdem sie die Dunkelheit gerade erst zurück gekämpft hatten. Denn was.. wenn sie dadurch wieder auftauchen und Leif all diese schlechten Gedanken einreden würde??
Für Virgil würde es künftig generell schwer sein zu wissen was er sagen konnte und was nicht, ohne Angst haben zu müssen, dass Leif wieder in die Dunkelheit hinab fiel. Weshalb er sich letztlich nur zu einem schwachen Lächeln durchrang und nickte
„ich weiß..“
sagte er bloß recht knapp. Denn irgendwie kam er sich mies dabei vor, dass er Leif nichts über seine Gefühle erzählte. Aber er nahm sich zumindest vor es zu tun.. sobald alles sich ein wenig beruhigt hatte.

Virgil machte sich nun ohnehin viel größere Sorgen um Leif als um sich selbst. Er hatte ihm weh getan. Auch wenn der Wikinger es herab spielte, Virgil hatte dennoch Gewissensbisse deshalb.
„kannst du dich denn an gar nichts erinnern?“
irgendwie fand er die Vorstellung beängstigend. Das war fast wie schlafwandeln. Wer weiß was Leif in dieser Zeit alles getan hatte? Womöglich hatte er ja nicht nur Beißer geschnetzelt… was wenn er seine animalischen Triebe auch bei anderen Menschen gezeigt hatte? Was wenn es.. egal gewesen wäre, wer in den Leuchtturm kam.. und er einfach nur harten Sex gewollt hatte? Denn durch wen dieser kam.. schien ihm vorhin auch egal gewesen zu sein. Was wenn sein Hintern ihm nicht nur dank Virgil so weh tat??? Nein.. er durfte solche Gedanken jetzt nicht zulassen, das destruktiv! und.. paranoid. Leif stand in dieser Zeit doch nicht völlig neben sich….. oder?
Virgil wollte es nicht aber man konnte ihm seine Sorgen trotzdem durchaus ansehen, denn der Mondenschein gab mehr Preis als erwartet.

Weshalb es ganz gut war, dass Virgil nun hinter Leif trat und ihn küsste. So musste er ihm nicht in die Augen blicken und konnte sich mit seinen Berührungen selbst wieder beruhigen. So wie Leif ausgesehen hatte, hatte er bestimmt nur Horden von Beißern getötet und sonst nichts. Er musste sich wieder auf schönere Gedanken bringen. Weshalb er ihn wusch und küsste. Bis Leif sich plötzlich an ihn lehnte.
Liebevoll legte er dabei die Hände um seinen Bauch und umarmte ihn sanftmütig. Ehe er einen Kuss auf seine Wange hauchte
„Ich liebe dich Leif..“
Das musste er ihm einfach noch mal sagen, damit er es bloß nicht vergaß. Ehe er seinen Kopf ein Stück zu sich nach hinten drehte um ihm einen richtigen Kuss zu geben. Auf die Lippen. Hatte Leif es sich vorhin nicht getraut, so überbrückte Virgil nun noch die letzte Distanz zwischen ihnen. Denn er brauchte nun diese Nähe, diese Liebe.. die er in seinen letzten Küssen einfach nicht gespürt hatte. Aber jetzt war es wieder da, dieses Prickeln und die Schmetterlinge im Bauch.
An Sex war für Virgil gerade trotzdem nicht zu denken. Er wollte Leif in diesem Moment einfach nur halten und küssen. Ihm zeigen.. dass nichts und niemand ihre Liebe je zerstören konnte.

@Leif Tyrson


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#84

RE: Schlafzimmer von Leif

10.06.2022 23:37
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Das ›Ich weiß‹ klang nicht sehr überzeugend, doch Leif ließ es so stehen. Sie wollten bald über die Dinge sprechen, die Leif Virgil an den Kopf geworfen hatte. Also zwangsweise auch über Nia und die Church. Vielleicht gab sich der Waliser ja dann doch einen Ruck und würde etwas von seiner Gefühlswelt offenbaren, so wie auch Leif es tun würde. Es war eine Gelegenheit, ein paar Sachen aufzudröseln, damit sie sich wieder besser aufeinander einlassen konnten. Dunkelheit hin oder her, Leif fühlte sich bereit, jetzt darüber zu sprechen. Er wollte, dass Virgil ihm auch Dinge anvertrauen konnte. Aber das war jetzt wohl noch etwas, das kaputter war, als sie dachten. Virgil wollte seine Worte auf die Goldwaage legen und würde wohl automatisch mehr verschweigen, als vorher, hm? Und das würde sie dann auch irgendwann einholen. Sicher waren es logische Konsequenzen, die sie da zogen – wenn auch vielleicht unterbewusst. Doch zielführend war das alles nicht. Beeinflussen konnten sie es gerade auch nicht. Jetzt ging es erst mal um Schadensbegrenzung und darum, überhaupt wieder zueinanderzufinden.

»Ich weiß, dass ich durch die Wälder gelaufen bin und Beißer getötet habe. Irgendwann tauchte der Leuchtturm vor mir auf und dann ... du. Aber über welchen Zeitraum sich das erstreckt hat, ob ich geschlafen habe oder ... gegessen ... das weiß ich nicht mehr. Wie lang ... war ich denn weg?« Nun stand Leif die Sorge ins Gesicht geschrieben. »Seit wann suchst du mich und ... geht es dir überhaupt gut? Ist etwas vorgefallen, während du unterwegs warst?« Es hätte ja sonst was passieren können! Seit Balar angegriffen worden war, hatte Leif diesbezüglich noch mehr Bedenken als sonst. Bei sich selbst natürlich nicht. Bei dem Mann, den er liebte und dessen Verlust er nicht ertragen würde, jedoch schon.

Es gelang ihnen, ein wenig runterzukommen und sich gegenseitig zu waschen. Virgil tat Leif sogar etwas Gutes und ließ ihm viele Streicheleinheiten zukommen, bis sich Leif gegen ihn lehnte und einfach nur ... seine Nähe genießen wollte. An Sex dachte er überhaupt nicht, aus nachvollziehbaren Gründen. Aber auch so hätte er das vermutlich nicht, da es auch einfach schön war, dass starke Arme ihn hielten.
Leif hatte es vorhin schon gesagt, aber aus Verzweiflung. Auf Virgils Liebesbekundung zu antworten, war viel inniger. »Ich liebe dich auch!« Und dann küssten sie sich ... sanft und liebevoll. Leifs Knie wurden weich dabei und auch er ... spürte all die Empfindungen, die von Verliebtheit kündeten. Der animalische Instinkt war fort, ein Glück!

So standen sie noch etwas im Wasser und holten die Sanftheit zurück in ihre Beziehung. Dann wateten sie rüber zum Boot und ließen sich dort hinein plumpsen. Die warme Luft sorgte dafür, dass sie schnell trockneten, und so konnten sie sich aneinander kuscheln und einschlafen. Leif fühlte sich friedlich und sicher, als würde ... es jetzt wieder besser werden. Jegliche Gespräche verschoben sie auf den nächsten Tag. Es war heute einfach schon zu viel passiert und Leif ... wollte mit Virgil nach Hause.
Doch am nächsten Morgen sollte noch ein Drama auf sie warten. Brandgeruch weckte Leif, sodass er sofort kerzengerade im Boot saß – was sein Hintern nicht so gern mochte. Er zog zischend die Luft ein, ließ sich davon aber nicht beirren. Sondern rüttelte an Virgils Schulter, damit dieser aufwachte. Rauch zog am Leuchtturm vorbei zu ihnen rüber, es war jedoch noch nicht erkennbar, woher dieser kam. Für einen Waldbrand war es nicht trocken und heiß genug - es sei denn, jemand hatte ein Feuer gelegt. Leif zog sich rasch die mitgebrachten Klamotten über und stürzte dann über den Strand auf die Quelle des Rauches zu. Bevor er stehenblieb und ungläubig auf das Bild starrte, das sich ihm bot. Einige Büsche brannten am Waldrand, man konnte dabei zusehen, wie das Feuer sich ausbreitete. Nicht mehr lang, und die Flammen würden auf den Leuchtturm übergreifen. Und Leifs altes Heim würde dem Erdboden gleichgemacht werden. Generell sollten sie das Feuer dringend stoppen, denn ein Waldbrand konnte auch rasch gefährlich werden. Zu allem Überfluss torkelten auch ein paar entflammte Zombies auf sie zu.

@Virgil Chadburn

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#85

RE: Schlafzimmer von Leif

11.06.2022 21:47
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Für heute hatten sie genug geredet.. irgendwann war der Punkt erreicht, wo es besser war zu schweigen. Sie mussten schließlich nicht all ihre Probleme an einem Tag lösen. Sie hatten Zeit dafür. Virgil musste sich bloß noch klar darüber werden, wo die Grenzen bei Leif lagen. Wo er aufpassen musste.. damit die Dunkelheit nicht zurück kehrte. Also ja.. auch wenn er gesagt hatte, dass Leif nichts kaputt gemacht hatte. So hatte er zumindest etwas verändert. Ihnen ein bisschen die Unbeschwertheit genommen. Denn fortan würde Virgil viel besser darüber nachdenken was er sagte oder tat, da er stets in Angst leben musste, dass Leifs Dunkelheit sonst wieder die Kontrolle übernahm. Er wollte das nicht.. aber mit Sicherheit würde sich das bald einpendeln. Hoffte er zumindest. Sie mussten eben noch lernen worauf man beim Partner achten und Rücksicht nehmen musste.

„Als ich dir nachgelaufen bin.. konnte ich aufgrund der Dunkelheit nicht deinen Spuren folgen.. deswegen bin ich in die falsche Richtung gegangen und musste mir für die Nacht über einen Unterschlupf suchen. Den ganzen nächsten Tag bin ich marschiert, um deine Route zu finden, die irgendwann…. ziemlich leicht zu verfolgen war…“
Er musste nur dem Blut, den Körperteilen und den verstreuten Gedärmen folgen, die seinen Weg gepflastert hatten. aber das sagte er nun lieber nicht laut, da er keine schlechten Erinnerungen bei Leif wecken wollte.
„und dann habe ich dich hier schlafend gefunden…“
Leif war also eine Nacht und einen Tag weg gewesen. Wie lange Leif geschlafen hatte oder ob er einfach nur ohnmächtig gewesen war, das wusste Virgil nicht. Aber er schien dringend etwas Erholung zu brauchen. Heute kämen sie aber nicht mehr nach Hause, dafür war es schon viel zu spät.
„es ist alles in Ordnung Leif.. mir ist nichts passiert..“
gab ja kaum noch Beißer, die seinen Weg hätten säumen können, so wie Leif sie ausgerottet hatte. Also war ihm nichts geschehen, er hatte nur nicht wirklich Proviant eingepackt, weil er so überstürzt los geeilt war. aber das würde er schon überleben. In der Apokalypse war man abgehärtet.
„wir sollten deinen Körper aber auch unbedingt noch mal auf… Kratzer oder Wunden untersuchen“
denn sie hatten vorhin wegen all dem Blut nicht wirklich erkennen können, ob es Bissspuren gab. und Virgil würde sich einfach wohler fühlen, wenn sie alles noch mal abcheckten. Weshalb er ihn unter anderem auch so verwöhnte.. so konnte er seinen Körper nicht nur reinigen sondern auch nach Verletzungen absuchen.
Doch zum Glück fand er keine Bisspuren, sofern er das im Mondenschein erkennen konnte.
Das beruhigte ihn.. zumindest für heute Nacht zum größten Teil. Weshalb sie irgendwann, eng aneinander gekuschelt, in Leifs Boot zusammen einschliefen. Endlich… fühlte es sich so an, als wäre Leif ihm wieder nahe, ohne eine undurchdringliche Mauer, die zwischen ihnen stand.

Selbst als die Sonne am nächsten Morgen bereits auf sie herab schien, schlummerte Virgil noch seelenruhig. Er bemerkte nichts von dem Brandgeruch, bis Leif ihn plötzlich so unschön weckte und rüttelte
„mhhh … was…“
murrte er leise, sein Verstand realisierte den Geruch noch nicht. Dafür jedoch Leifs Hektik. Vielleicht waren sie von Beißern umzingelt?? wenn man heutzutage in der freien Natur übernachtete, konnte man nicht einfach ausschlafen… dann musste man sofort da sein, denn jede Sekunde zu lange könnte zu spät sein.
Weshalb auch er sich dazu zwang die Augen zu öffnen und sogleich hoch schreckte.
„Was ist passiert??“
fragte er nun sogleich besorgt, da Leif so hektisch wirkte. Nun stieg auch ihm der Brandgeruch in die Nase und er kletterte aus dem Boot. Zog sich nur rasch enge Shorts an und eilte Leif hinterher.
Jedoch.. stockte ihm kurz der Atem als er die Büsche brennen sah. Im ersten Moment dachte er noch nicht an ein göttliches Zeichen. Das würde wahrscheinlich später noch kommen, jetzt sorgte er sich erst mal darum, dass ein großflächiger Waldbrand ausbrechen und der Leuchtturm zerstört werden könnte
„Oh nein!! Wir müssen den Brand dringend löschen!!“
Aber womit? Das Meer und damit genügend Wasser hatten sie ja.. aber keine Eimer oder andere Hilfsmittel. Auch seine Axt hatte Virgil im Boot liegen gelassen, weshalb er zurück wich, als nun auch noch brennende Beißer auf sie zutorkelten. Das war verdammt gefährlich! denn nun würden ihre gierigen Finger sie nicht nur in Stücke Reißen sondern vorher auch noch verbrennen.
„Ich hole unsere Waffen!!“
Rief er Leif zu und rannte so schnell er konnte zurück in Richtung Boot. Nur wenige Sekunden später tauchte er wieder neben Leif auf und warf ihm seine Waffe zu.
„Pass bloß auf, dass sie dir nicht zu nahe kommen!“
Ehe sie sich um den Brand kümmerten, mussten sie erst mal die Beißer erledigen, zum Glück hatte er jetzt keine Waffe mehr aus Holz xD die würde sonst nämlich definitiv Feuer fangen. Aber mit der Axt war es zumindest kein Problem die wandelnden Leichen zu erledigen.

@Leif Tyrson


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#86

RE: Schlafzimmer von Leif

11.06.2022 22:18
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Virgil musste es nicht aussprechen, Leif konnte sich auch so denken, weshalb er ab einem gewissen Punkt leicht zu verfolgen gewesen war. Er hatte in der Vergangenheit oft genug die Überreste auf dem Pfad seines Zorns gesehen, wenn er denselben Weg heimgegangen war. Immer hatte er Angst gehabt, Menschen würden dazwischen liegen, die noch keine Zombies gewesen waren. Aber bisher hatte er sich wohl entweder rechtzeitig gebremst und war einfach keinen Fremden begegnet. Außer in Balar, beim Angriff. Da war dieser Zustand des Berserkers wenigstens mal förderlich gewesen.
Leif nickte ein wenig abwesend. Eine Nacht und ein Tag. Geschlafen hatte er sicher erst im Leuchtturm, sonst wäre er in der Zeit nicht so weit gekommen, mit den Kämpfen dazwischen. Kein Wunder also, dass er so erledigt war und ihm alles wehtat. Zwar hatte er eine Tasche gepackt, doch die war ihm – genau wie sein Hemd – auf dem Weg abhandengekommen. Proviant gab es jedoch im Leuchtturm. Selbst wenn sie heute Abend nichts mehr aßen, so könnten sie zumindest vor ihrem Rückweg frühstücken.
»Dann bin ich beruhigt!« Dass Virgil wegen ihm in eine schwierige Situation gekommen war, hätte er sich schwerlich verzeihen können. Beißer wurden von Lärm angezogen, also war es doch gut möglich, dass sich nach Leifs Abgang wieder neue an den Orten eingefunden hatten.
Er sah an sich herunter. Darüber, dass er auf diese Weise verletzt werden könnte, dachte er wie immer viel zu spät nach. Weswegen er nur abwesend nickte. Zumindest in der Dunkelheit konnten sie jedoch keine Wunden finden. Sobald die Sonne schien, würden sie erneut nachschauen, um sicherzugehen.

Sie schlummerten seelenruhig in dem Boot und fühlten sich einander endlich wieder nahe. Warum um alles in der Welt gab es in Leif einen Teil, der dies nicht ertragen konnte? Das wollte ihm nun umso weniger in den Kopf, jetzt, wo er eine Beziehung hatte. In der er wirklich glücklich war. Was lief schief in seinem Hirn, dass er das selbst sabotiere?
Aber solche Fragen konnte er sich beim nächsten Anflug der Dunkelheit stellen, jetzt hatten sie erst mal ganz andere Probleme! Nämlich ein Feuer, das sich rasch ausbreitete. Selbst wenn Leif eigentlich gar nicht mehr zu seinem Leuchtturm zurückkehren und ihn als Safeplace für Wanderer lassen wollte, könnte er es nicht ertragen, ihn nun beim Abfackeln zuzusehen. Und da sich die Flammen auch in die Richtung des Waldes weiter ihren Weg bahnten, mussten sie unbedingt etwas tun! So was konnte schnell eine große Fläche erfassen und womöglich wären Kolonien in Gefahr! Noch könnten sie es eindämmen! Weswegen Leif nur nickte auf Virgils Feststellung. Ja, sie mussten den Brand dringend löschen!

Doch noch waren ihnen Beißer im Weg. Virgil warf ihm seine Äxte zu, eine fing Leif mit der Hand am Griff auf, die andere zog er im Vorbeigehen aus dem Sand. Er war nicht mehr im Berserker-Modus, doch die Zombies hatten trotzdem keinen Spaß mit ihm. Zwar mussten er und Virgil sich vorsehen, damit sie keine Brandwunden davontrugen, aber die Äxte hatten eine gewisse Reichweite.
Ein Untoter nach dem anderen fiel. Ein, zwei Mal züngelte doch eine Flamme über Leifs Haut, doch er bemerkte es kaum. Sein Körper schmerzte immer noch überall, sodass sich da einfach nur noch etwas dazu gesellte. Mehr spüren würde er es sicher, sobald das Adrenalin nachließ.
Leif wirbelte zu Virgil herum. »Bist du okay?« Ein kurzer abcheckender Blick. Dann wies er zum Leuchtturm. »Da drinnen sind Eimer!« Ohne zu warten, rannte er hinein, obwohl das Feuer das Bauwerk bereits an der Seite erreicht hatte und Qualm durch die Fenster zog. Aber Leif musste nicht weit rein, die kleinen Bottiche standen direkt am Eingang. Er hatte sie früher für verschiedene Zwecke genutzt, aber nie gedacht, dass er damit mal ein Feuer löschen musste. Mit den Eimern in der Hand und wie ein Verrückter hustend kam Leif kurze Zeit später wieder zu Virgil zurück.

@Virgil Chadburn

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#87

RE: Schlafzimmer von Leif

11.06.2022 22:36
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Menschenleichen hatte Virgil zum Glück keine gesehen, sonst wäre ihr Treffen wohl noch dramatischer gewesen. Denn wenn Leif damit begann in seinem Rausch Unschuldige zu töten.. konnte er wohl nicht mehr so leicht darüber hinweg sehen. Und völlig ausschließen konnte er es traurigerweise nicht, Virgil hatte er schließlich auch fast erschlagen, während er in diesem Zustand gewesen war.
Er wollte seine Gedanken aber nicht davon bestimmen lassen. Leif war immer noch Leif! Der sanftmütige, liebevolle und ruhige Wikinger, den er über alles liebte. Und keine Dunkelheit der Welt konnte daran etwas ändern.

Am frühen Morgen kamen sie nicht dazu Leifs Körper auf weitere Verletzungen zu untersuchen, da ein Feuer sie aus dem Schlummer riss.
Zuerst aber mussten sie sich um die Beißer kümmern. Auch Virgil erlitt dabei ein paar kleinere Brandwunden an den Armen. Aber das war nicht weiter schlimm, weswegen er nickte.
„Ja und wie siehts bei dir aus?“
Leif war bestimmt immer noch extrem fertig. Aber alleine hätte Virgil es nun nicht geschafft alle Beißer zu erledigen, ehe sie wirklich noch richtig verbrannt werden würden. Also mussten sie zusammen arbeiten, damit zumindest eine Gefahr fürs erst gebannt werden konnte.
Im Leuchtturm waren also Eimer. Virgil sah aber auch, dass sich das Feuer bereits dort hin ausgebreitet hatte und es überall rauchte
„Warte!! es ist viel zu gefährlich nun da rein zu gehen!!“
Rief er Leif noch nach und wollte ihm hinterher. Aber gerade da versperrte eine Stichflamme ihm den Weg und er konnte nur mit Mühe ausweichen.
Dennoch kämpfte er sich weiter und wollte Leif folgen, doch der Rauch war inzwischen so stark, dass er nichts mehr sah und nur noch husten musste.
Weswegen ihm nichts anderes übrig blieb, als draußen zu warten und darauf zu hoffen, dass Leif gleich wieder raus kam. Täte er es nicht.. würde er ihm trotzdem in den Turm folgen.
Aber glücklicherweise kam Leif wieder. Virgil nahm ihm sofort zwei Eimer ab und lief damit zum Wasser. Wie die Verrückten begannen sie das Wasser ins Feuer zu schütten, doch es schien ein Kampf gegen Windmühlen zu sein. Kaum hatten sie einen Busch gelöscht, fing der nächste Feuer. Doch zumindest der Leuchtturm war dadurch bald gerettet.. aber der Wald war immer noch in Gefahr.
Virgils Körper war schon ganz schwarz von all dem Ruß und immer wieder musste er husten, weil er zu viel Rauch einatmete. aber sie durften nun nicht aufgeben… bis es ihnen nach Stunden endlich gelang auch den letzten Busch zu löschen.
Völlig fertig ließ Virgil sich auf den Boden fallen und musste noch mehrfach husten. Seine Augen waren gerötet und brannten höllisch.. und seine Lunge schien auch hektisch nach Luft zu schnappen. Aber irgendwann begann ihr Zustand sich wieder halbwegs zu normalisieren.
Und Virgil begann darüber nachzudenken…. was hier eben passiert war.
„es ist nicht heiß genug für einen gewöhnlichen Waldbrand.. und ein Lagerfeuer haben wir auch nicht gemacht. Außerdem.. wieso fängt es ausgerechnet direkt neben uns zu brennen an…..“
ohje. Nun machte es in seinem vernebelten Verstand langsam Klick. das konnte doch unmöglich ein Zufall sein. Und ein brennender Busch.. war schon wieder so ein typisches, christliches Warnsignal. War das die Strafe für ihren dreckigen Sex letzte Nacht? Ausnahmsweise hatte Virgil das Gefühl, als sollte man ihn für diese Tat wirklich bestrafen. Denn das war definitiv eine Sünde gewesen….. aber lag es nur an der Art von Sex den sie hatten oder… war das ein weiteres Zeichen, wie das des Raben? Das eindeutig gegen ihre Beziehung sprach?

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#88

RE: Schlafzimmer von Leif

11.06.2022 22:58
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Sollte er anfangen, unschuldige Menschen zu ermorden, würde sich Leif definitiv sofort zurückziehen und wieder zum Eremiten werden. Es war eine Sache, mit Worten auszuteilen ... doch so im Wahn wie bei dem Vorfall mit Virgil auf der Lichtung wollte er nie wieder sein. Und doch konnte er es nicht ausschließen. Ein gruseliger Gedanke. Den auch er nicht weiter zulassen wollte. Ihm wäre es lieber, der Berserker käme auf diese Art nur raus, wenn er seine Liebsten und sein Heim beschützen musste. So wie beim Angriff auf Balar. Vielleicht konnte er es ja doch irgendwie steuern, sobald er Hilfe erhielt. Oder ihm selbst etwas dazu einfallen würde.

Die Beißer waren verhältnismäßig schnell erledigt, doch wenn man sich die Ausbreitung des Feuers ansah, trotzdem nicht rasch genug. Leif nickte knapp. »Alles okay!« Er würde sich nicht von seinem körperlichen Zustand abhalten lassen, den Brand und andere Gefahren zu bekämpfen. Weswegen er in den Leuchtturm eilte. Ohne zu zögern, obwohl Virgil ihn aufhalten wollte. Er musste es versuchen, die Bottiche da raus zu bekommen, und war sich sicher, dass er es schaffen würde. Auch wenn er durch den Qualm nicht viel sehen konnte, doch er hatte hier jahrelang gelebt. Er kannte alles auswendig und könnte die Eimer auch im Schlaf finden.
Um Worte zu wechseln, als Leif wiederkam, war keine Zeit. Sie rannten zum Meer, füllten die Bottiche und ließen das kühle Nass auf die Flammen regnen. Und das taten sie mehrere Stunden lang. Leif fühlte irgendwann seinen Körper nicht mehr, funktionierte nur noch. Es war ein wenig so wie in seinem Wahn in der Dunkelheit. So wie er sich beim Angriff in Balar gefühlt hatte. Machtlos und doch voller Energie – weil er sie brauchte. Weil er kämpfen musste. Und so war es auch hier, dieser Brand musste bezwungen werden.
Letztlich gelang es ihnen, und auch die kleinste Glut war erloschen. Der Leuchtturm hatte etwas abbekommen, stand aber noch. Virgil und Leif jedoch nicht mehr. Sie ließen sich vor Erschöpfung auf den Boden fallen und rangen nach Atem. Es kam Leif so vor, als würde seine ganze Lunge in Brand stehen und er schmeckte nur Ruß. Sicher war auch er völlig schwarz davon. Aber das war ihm egal. Er schloss einfach die Augen und versuchte, Herr seiner Sinne zu werden, und hoffte, sein Körper würde sich bald halbwegs beruhigen.
Offenbar war das auch der Fall, denn auch sein Verstand begann langsam zu verarbeiten, was eben passiert war. Es war jedoch Virgil, der Worte dafür fand. Langsam drehte Leif den Kopf und öffnete die Augen, die immer noch tränten. »Was willst du damit sagen?« Er hustete, seine Stimme klang ganz rau.
Dann hievte sich langsam hoch, um zu Virgil herüberzukrabbeln, und sich direkt neben ihm wieder niederzulassen. Um ihn besser ansehen zu können. Eigentlich musste sein Partner nicht erst aussprechen, was er dachte. Leif konnte es zwischen den Zeilen heraushören. »Wenn das ein göttlicher Eingriff war, haben wir ihn zurückgeschlagen.« Sie wollten sich doch nicht einschüchtern lassen! Oder galt das nicht mehr? »Vielleicht hat auch jemand den Brand gelegt.« Nach Spuren zu suchen war allerdings ein Ding der Unmöglichkeit, so zerstört wie dieses Areal nun war.

@Virgil Chadburn

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#89

RE: Schlafzimmer von Leif

11.06.2022 23:17
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Hoffentlich würde der Leuchtturm nicht doch noch irgendwie zusammen brechen. das hier war für Leif schließlich sehr lange eine Heimat gewesen. Ihm hatte es jedes Mal das Herz gebrochen, wenn sie eine Kirche verlassen hatten und zu einer anderen weiter gezogen waren.
Jeder Ort barg Erinnerungen und Erinnerungen waren heutzutage kostbarer denn je. Aber so wie es aussah war nur die Fassade etwas angekokelt und drinnen würde es wohl noch eine ganze Weile ziemlich stinken. Aber sonst sollte der Leuchtturm eigentlich bestehen können. Ein Glück.
Oder eher ihre unermüdliche Arbeit. Also so hatte Virgil sich den Start in den Tag definitiv nicht vorgestellt.
Nun hatten sie gerade erst ein Drama überwunden ,schon folgte das nächste und machte ihnen das Leben schwer.
Was Virgil nun.. doch mehr mitnahm als er wollte.
Denn er war völlig außer Atem und ihm tat alles weh. Für Leif musste das noch viel schlimmer sein.. weshalb er nach seiner rußigen Hand tastete, nachdem dieser zu ihm gekrabbelt war.
Was Virgil mit seinen Worten sagen wollte? Wusste er doch selbst nicht so genau… aber er bekam einfach schon wieder ein mieses Gefühl. Und er bemerkte, wie ihm nun doch langsam alles etwas über den Kopf wuchs.
in den letzten Tagen hatte er stark sein müssen.. weil Leif ihn gebraucht hatte. Doch nun wo die Dunkelheit zurück gedrängt war, spürte Virgil, dass es nun er war der.. wieder Verunsicherung und Überforderung spürte. Obwohl er das nicht wollte.. aber es passierte automatisch.
„Ich will damit nur sagen dass.. das bestimmt kein Zufall war..“
Natürlich könnte auch jemand absichtlich das Feuer gelegt haben. Aber Leif hatte ihm ja erklärt, dass seine Götter manchmal die Gestalt der Menschen annahmen und dann Schabernak trieben. Wobei das hier für ihn weit über einen Scherz hinaus ging. Wären sie nicht gewesen hätte der ganze Waldabschnitt abbrennen können.
Leif hatte ja Recht, es war ihnen gelungen den göttlichen Eingriff zurück zu schlagen. Wobei das schon wieder eher nach einem christlichen Zeichen aussah statt nach einem heidnischen. Hatten ihre Götter sich womöglich wirklich verbündet, nur um diese Verbindung zu zerstören?
„du hast ja Recht aber…. ich möchte doch einfach nur in Ruhe mit dir zusammen leben…“
Sagte er nun doch ziemlich verzweifelt und erschöpft. Denn alles was er wollte ein ruhiges und glückliches Leben.. gemeinsam mit Leif. Warum nur mussten höhere Mächte es ihnen so schwer machen?
Diesmal war es Virgil der ein bisschen frustriert und nieder geschlagen wirkte… denn er wollte keine ständigen Kämpfe!
„du hättest da drinnen an einer Rauchgasvergiftung sterben können Leif….“
sie hatten es gerade noch so irgendwie geschafft diesem Schicksal zu entgehen. aber was passierte beim nächsten Zeichen? würden die Warnungen immer brutaler und gefährlicher werden??? konnten sie das wirklich einfach akzeptieren und ständig dagegen ankämpfen? Virgil wusste nicht, ob er dafür die Kraft hatte. Was vielleicht auch nur daran lag, dass er sich gerade wahnsinnig erschöpft fühlte..

@Leif Tyrson


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#90

RE: Schlafzimmer von Leif

11.06.2022 23:43
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Leif hatte geglaubt, mit diesem Ort schon lang abgeschlossen zu haben. Ihn beinahe untergehen zu sehen, erwischte ihn dann doch kalt. Allerdings lag seine Seele auch noch etwas brach, von der Dunkelheit geschunden. Also ja, es nahm ihn sehr mit. Aber spätestens als Virgil seine Erkenntnis aussprach, bemerkte Leif, dass sich die Rollen wieder vertauschten. Egal, ob sie bereit waren, oder nicht. Nun musste er der Optimist sein. Trotzdem war es schön, dass Virgil seine Hand hielt und dadurch Trost und Nähe spendete.
»Nein, an einen Zufall glaube ich auch nicht«, gab Leif zu. Die einzig andere Erklärung – Trockenheit und Hitze – traf unter keinen Umständen zu. Also musste ein Mensch dafür verantwortlich sein. Und dann so nah am Leuchtturm? Da lag es schon nahe, dass es irgendwie an ihnen liegen musste.
Leif hob Virgils Hand an seine Lippen und küsste sie. »Wir werden in Ruhe zusammen sein können und glücklich werden! Ich lasse nichts anderes zu!« Schon verrückt, wie schnell er wieder so zuversichtlich sein konnte. Aber jetzt, wo er die Dunkelheit gerade besiegt hatte und Virgil wieder nahe war ... da war er einfach nicht bereit, gleich das nächste Drama zuzulassen. Auf keinen Fall! Weswegen er eher trotzig wurde.
»Wir könnten beide ständig an irgendwas sterben, egal was wir tun. Der Tod wird uns irgendwann heimsuchen. Wir können ihm nur mutig begegnen und unser Bestes geben.« Leif hätte einfach nicht nur zusehen können, wie der Brand sich durch die Gegend fraß, also hatte er viel riskiert, um die Bottiche zu holen. Er hatte sein Heim verteidigt, selbst wenn er es nicht mehr bewohnte.
»Lass uns mal versuchen, rational darüber nachzudenken. Haben wir Feinde? Würde Carter so etwas tun, um dich zurückzuholen? Soweit ich weiß, sind nicht alle Gegner gefallen, bei dem Angriff auf Balar, vielleicht sinnt jemand nach Rache. Oder wir haben einen Stalker. Und wenn es meine Götter waren ... so wollen sie vielleicht, dass ich diesem Ort endgültig den Rücken kehre.«
Leif zog sich die Kette mit dem Vegvisir vom Hals und barg sie in seinen Händen. Für ein paar Sekunden starte er darauf, bevor er die Finger fest darum schloss und sie an seine Brust presste. »Ich wünschte, der Allvater würde uns ein Zeichen senden. Irgendeins. Dass er noch auf unserer Seite ist.«

@Virgil Chadburn

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#91

RE: Schlafzimmer von Leif

12.06.2022 00:02
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Solange sie die Rollen noch tauschen konnten und nicht beide gleichzeitig in die Hoffnungslosigkeit abdrifteten, war wohl noch nicht alles verloren. Irgendeiner von ihnen beiden fand immer die Kraft weiter zu machen, wenn der andere gerade am Boden lag.
Doch so richtig Mut konnte Leif ihm mit seinen Worten auch nicht machen.. denn auch er dachte nicht an einen Zufall. Das war beängstigend! Virgil hatte gehofft, dass Leif vielleicht doch irgendeine harmlose Erklärung dafür fände. Aber eigentlich hatte er gewusst, dass das unrealistisch und ein Wunschtraum war.
„Es gab auch kein Gewitter während wir geschlafen haben..“
denn das war die einzige rationale Erklärung für ein Feuer, die ihm jetzt noch einfiel. Wenn ein Blitz in einen Baum eingeschlagen hätte. Aber ein Unwetter hätten sie in Leifs Boot wohl sofort bemerkt.
Aber zumindest schien Leifs Kampfgeist wieder geweckt zu sein und es gelang ihm, dass Virgil sich zu einem schwachen Lächeln durchrang. So ganz teilen konnte er seine Zuversicht zwar nicht.. aber es war schön zu hören, dass Leif es tat.
„Fragst du dich nicht manchmal, ob wir total egoistisch sind? Ich meine.. wie viel nehmen wir noch in Kauf, nur für unser persönliches Glück?“
Egoismus war eigentlich eine hässliche Eigenschaft. Und Virgil hatte deswegen häufiger Mal ein schlechtes Gewissen. Denn was wenn bei dem Feuer jemand anderer ums Leben gekommen wäre??
„wir müssen nachsehen, ob jemand im Wald war, der verletzt wurde!“
kam es ihm plötzlich wie ein Geistesblitz. Aber.. er konnte nun unmöglich aufstehen. und da die Bäume nun völlig abgebrannt waren.. würden sie eventuelle Opfer wohl auch von hier aus sehen.

Sie sollten also rational darüber nachdenken… na schön. Das war schwierig. Aber er probierte es.
„Feinde? Ich hatte noch nie im Leben Feinde… ich meine..womöglich habe ich mir welche gemacht…. durch meine Handlungen in der Church…“
Aber davor hatte jeder Virgil gemocht, immerhin war er ein guter Christ gewesen. Demütig und hilfsbereit.. aber was war aus ihm geworden?
„Carter? Ich weiß nicht.. kann ich mir irgendwie schwer vorstellen. Ich denke… für ihn ist das Wissen Strafe genug, dass ich wegen meinen Taten in die Hölle komme..“
Er glaubte also nicht daran, dass er ihn weiter bestrafen oder gar wieder holen würde. Ganz im Gegenteil, er war wohl froh darüber wenn dieser Sünder fort war.
„Gibt es denn jemanden der sich an dir rächen wollen würde für irgendetwas?“
Die Beißer konnten es nicht. Und Leif war doch auch so ein guter Mensch… sie hatten doch niemandem was zu Leide getan! zumindest nichts wodurch sie so eine Strafe verdient hatten.
Einen Stalker zu haben war eine gruselige Vorstellung, weshalb es Virgil kurz fröstelte
„haben die Menschen in Balar dir gegenüber denn etwas Negatives über unsere Beziehung geäußert?“
Vielleicht hatte Virgil sich ja irrtümlich falsch verhalten? irgendein heidnisches Ritual falsch gemacht und deshalb wollte man ihn wieder von dort vertreiben? Er wusste es wirklich nicht.
Als Leif um ein Zeichen bat…. kam jedoch keines. Was sie jedoch nicht wussten war, dass die besagte Person, die ihnen all das antat.. den Raben fern hielt und verscheuchte, jedes Mal wenn er zu den beiden kommen wollte.
„was ich nicht verstehe ist… dass es so unterschiedliche Signale sind. Der tote Rabe eher ein Signal deiner Götter.. der brennende Busch, definitiv christlich… die Götter können sich doch nicht wirklich gegen uns verschworen haben oder?“
Oh dieses Thema ließ ihm den Kopf rauchen, weswegen er seufzte. Unternehmen konnten sie ohnehin nichts dagegen… sondern mussten einfach abwarten, was als nächstes auf sie zukam.
„ehe das hier passiert ist…. wolltest du über die Dinge reden die dich beschäftigen Leif. Ich will nicht… dass das in Vergessenheit gerät, nur weil uns der nächste Stein in den Weg gelegt wird…“

@Leif Tyrson


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#92

RE: Schlafzimmer von Leif

12.06.2022 00:41
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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»Hm, wir haben ziemlich fest geschlafen.« Manchmal rumpelte und blitzte es ja nur für ein, zwei Minuten und dann war der Spuk wieder vorbei. Also vielleicht war doch Thor für eine Stippvisite vorbeigekommen und hatte eine kleine Party gefeiert. Aber tief im Herzen ahnten sowohl Leif als auch Virgil, dass dies nicht die Erklärung war.
Die Frage seines Partners zeigte, wie tief die christlichen Werte noch in ihm verankert waren. Leif schüttelte den Kopf. »Für mich hat die Entscheidung, zusammensein zu wollen, nichts mit Egoismus zu tun. Die Sippe hat den höchsten Stellenwert. Manchmal wird man hineingeboren, manchmal findet man jemanden, der zu einem gehört. So oder so gibt man alles für sie und lässt sich nicht von ihr trennen. Ich habe nicht vor, dich ziehenzulassen, egal, woher die Gefahr kommt. Das liegt mir einfach im Blut. Zu verteidigen, was ich liebe. Wenn du die Schuld beim Christengott suchen willst, dann ist es seine Entscheidung, das Leben so vieler Menschen zu riskieren, nicht meine. Und was meine Götter angeht ...« Er hob die Schultern und seufzte. »Für sie gilt das wohl ebenso. So gern ich glauben würde, eine größere Rolle für sie zu spielen, so sind sowohl du als auch ich nur zwei kleine Lichter inmitten der neun Welten. Vielleicht ist der Brand auch das Ergebnis eines Götterkampfes. Sie sind sich nicht alle grün miteinander. Und manchmal geraten wir dazwischen. Aber sie haben nichts gegen unsere Liebe.«
Ja, sie sollten wohl wirklich nach Überlebenden suchen, allerdings hätten sie womöglich auch Menschen getroffen, die in der Gegend waren, als sie die Brände gelöscht hatten. Aber da war niemand gewesen. Trotzdem war es nicht verkehrt, gleich noch mal das Gebiet zu durchkämmen. Doch noch fühlte sich keiner von ihnen beiden in der Lage, aufzustehen.
Besser, sie dachten noch mal rational über die Geschehnisse nach. »Aber so etwas würde doch kein guter Christ tun, oder? Das wäre doch nur der Beweis, dass sie auch Barbaren sein können.« Andererseits hatte sich Leif durchaus vorstellen können, dort am Kreuz zu landen, als er nach Virgil gesucht hatte.
»Du kommst nicht in die Hölle«, flüsterte er mit einem Mal leise und drückte seine Hand. Irgendwie klang es so, als würde nicht nur Carter das glauben, sondern auch Virgil immer noch. Leif hingegen glaubte immer noch daran, dass sie beide in Walhalla oder Hel landen würden, und wenn nicht, dass sie sich trotzdem finden würden, irgendwo. Es musste einfach so sein!
Was seine Feinde anging, seufzte Leif und hob die Schultern. »Wie gesagt ... der Konflikt mit Negan ist vielleicht gerade zur Ruhe gekommen, aber beendet ist er womöglich nicht. Gut möglich also, dass es zu kleineren Racheakten kommt. Ich habe Balar verteidigt und dabei ... einige Angreifer getötet. Und sie somit auch ihren Familien entrissen.« Er ließ den Kopf hängen. Diese Sache verfolgte ihn immer noch sehr.
»Nein, niemand hat sich negativ geäußert, ganz im Gegenteil. Du bist bei uns wirklich gut aufgenommen worden, Virgil. Die Leute lieben dich.« Leif lächelte stolz.

Je mehr sie über all das sprachen, desto mehr wünschte er sich den Beistand seiner Götter. Doch auch wenn er den Vegvisir fest an seine Brust drückte, der Rabe kam nicht. Und auch sonst kein Zeichen.
Virgil füllte die Stille mit weiteren Überlegungen. »Du glaubst, sie haben sich gegen uns verbündet? Nein ... nein, auf keinen Fall!« Das wäre es ja noch. xD »Dafür hat der Christengott den Wikingern zu viel angetan.« Leif überlegte und hängte sich seine Kette wieder um den Hals. Auch wenn es keine Zeichen gab, spendete ihm das Schmuckstück Trost. »Aber dass es so unterschiedliche Signale sind, könnte auf menschliche Beteiligung deuten. Oder auf Willkür, der wir zu viel beimessen.«
Er sah zu Virgil und schüttelte sachte den Kopf. »Wir sollten erst mal weg hier. Vielleicht schaffen wir es nach Hause.« Wahrscheinlich brauchten sie in ihrem Zustand aber doch noch mal eine Pause zwischendurch. »Dann reden wir. Während wir uns auskurieren.« Er hatte nun wirklich genug von diesem Ort und den Steinen in ihrem Weg. Weswegen er dringend nach Balar zurück wollte und in ihre Hütte, die ein sicherer Ort für sie darstellte.

@Virgil Chadburn

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#93

RE: Schlafzimmer von Leif

12.06.2022 01:14
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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also.. irgendwer von ihnen wäre sicher wach geworden bei einem Gewitter, zumal so ein Blitzeinschlag ja auch extrem laut war. Wie eine Explosion, vor allem in unmittelbarer Nähe. Das hätte sie definitiv aufgeweckt, weshalb er leider nicht so gutgläubig sein konnte das zu glauben.
Natürlich waren die christlichen Werte noch tief in Virgil verankert, immerhin war er damit aufgewachsen. Und würde sie wohl immer irgendwie im Herzen tragen. Vielleicht war ja auch das der Grund für all das Schlechte. Weil er sich immer noch hin und her gerissen fühlte.. zumindest in mancher Hinsicht. Mehr und mehr bekam er das Gefühl, nirgendwo richtig hinzugehören.
Letztlich gelang es Leif aber trotzdem Virgil mit seinen Worten etwas Trost zu spenden, indem er sie ziemlich relativierte und ihn daran erinnerte, dass sie beide keinen so großen Stellenwert für ihre Götter hatten. Dass sie nur kleine Lichter waren.. und es vermessen war zu denken, dass sie nur ihretwegen so einen großen Aufwand betreiben würden. Aber es war schon sehr auffällig.. zuerst das Fischsterben, dann der tote Rabe und nun der Buschbrand… entweder hatten sie die Götter wirklich sehr erzürnt oder jemand trieb ein äußerst grausames Spiel mit ihnen.
„ich möchte auch gar nicht ziehen.. oder mich durch irgendetwas von dir trennen lassen. Ich habe einfach nur… Angst. Angst davor, dass etwas Schlimmes passiert.. nun wo ich endlich mein Glück gefunden habe“
Das war wohl normal oder? Diese Verlustängste. Dass man sich davor sorgte, dass einem das Gute im Leben gleich wieder weg genommen wurde. Das war wohl auch ein Grund weshalb viele Menschen sich nicht an jemanden banden. Weil der Schmerz die Person zu verlieren dann einfach unerträglich wäre. Und er würde es sich niemals verzeihen wenn Leif etwas zustieß.. nur weil sie an ihrer Liebe festhielten. Es würde Virgil zerstören… und doch wollte er nicht einfach aufgeben. Denn das hatte sich beim letzten Mal furchtbar falsch angefühlt.

Virgil überlegte bei Leifs Frage und zuckte mit den Schultern
„Eigentlich nicht nein…. aber.. du kennst ja sicher die Geschichten über die Kreuzzüge und dergleichen. Wenn Christen denken sie handeln in Gottes Namen…. erkennen sie manchmal die Grenzen zwischen richtig und falsch nicht mehr..“
Sie lebten jetzt zwar in einer anderen Zeit aber auch Virgil musste zugeben, dass es immer noch etwas zu fanatische Gläubige gab.. auch unter seinesgleichen.
Virgil drückte fest Leifs Hand als er so bestimmt sagte, dass er nicht in die Hölle kam. Virgil rang sich dabei nur zu einem Lächeln durch. Denn… er konnte das nicht zu 100% unterschreiben. Da er immer noch das Gefühl hatte nirgendwo hin zu gehören oder nicht wusste, ob er sich wirklich von seinem Glauben lösen konnte. Also die Angst, dass er in der Hölle landete war sehr noch präsent.
„ich hoffe es zumindest nicht..“
sagte er nun leise und rutschte noch etwas näher an Leif. er brauchte nun einfach seine Nähe und Liebe, immer ganz besonders wenn er sich unsicher fühlte.
„wir sollten.. vielleicht Fallen aufstellen oder besonders aufmerksam sein in nächster Zeit.. falls wirklich ein Mensch für diese Grausamkeiten verantwortlich ist“
der Gedanke trieb ihm eine Gänsehaut auf den Körper.. denn er verstand wirklich nicht, was sie irgendwem zu Leide getan hatten.
Und doch musste er lächeln weil Leif meinte, dass die Leute ihn liebten.
„vielleicht habe ich irgendwo ein falsches Rohr verlegt“
versuchte er sich nun sogar an einem kleinen, anzüglichen Scherz. Natürlich verlegte er nur bei Leif seine Rohre!! aber… er versuchte eben die Situation ein bisschen aufzulockern, am meisten wohl für sich selbst.
Es lag Virgil bereits auf der Zunge Leif zu widersprechen, als dieser davon anfing, wie viel der Christengott den Wikingern angetan hatte. Aber….. das war nun nicht mehr seine Aufgabe. Weswegen er den Mund wieder schloss.
„na schön dann.. lass uns besonders aufmerksam sein. aber… wenn es plötzlich Blut regnet dann können wir eine menschliche Beteiligung wohl ausschließen“
Sagte er leise seufzend. aber es brachte ja nichts sich nun deshalb verrückt zu machen. Sie hatten beide beschlossen sich nicht zu trennen. also blieb ihnen nichts anderes übrig als die Ohren offen zu halten und abzuwarten.
Virgil rutschte noch ein bisschen näher und bettete seinen Kopf auf Leifs Brust, ehe er den Arm um ihn legte.
„Du hast Recht.. lass uns… nur noch fünf Minuten hier liegen okay?“
er war so erschöpft. und konnte sich gerade gar nicht vorstellen einen Tagesmarsch zu absolvieren. aber es musste wohl sein. Weshalb Virgil noch ein bisschen mit Leif kuschelte, sie sich dann aber doch mühselig auf den Weg nach Hause machten.

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#94

RE: Schlafzimmer von Leif

13.06.2022 08:49
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Tatsächlich war es sehr beruhigend, Virgil sagen zu hören, dass dieser sich nicht von ihm trennen lassen wollte. Da gewisse Furcht in seinem Herzen immer noch verankert war, bedeutete ihm das viel. »Diese Angst habe ich auch. Aber schlimme Dinge passieren, darauf müssen wir uns auch weiterhin einstellen. In einer Zombieapokalypse zu leben lässt nicht viel Raum für Optimismus ...« Leif strich Virgil sacht über die Wange und sah ihn bei den folgenden Worten eindringlich an: »Aber das heißt nicht, dass wir uns dem Schlechten beugen müssen. Wir haben unser Glück in all dem gefunden und wir werden es uns auch bewahren. Okay?«
Kurz überlegte er, ob er noch was hinzufügen sollte, und nahm die Hand runter. Entschied sich dann dafür. »Außerdem ... passieren schlechte Dinge, egal, ob wir nun zusammen sind oder nicht. Das beste Beispiel ist das Auftauchen der Seuche.«

Na sicher kannte Leif die Geschichten über die Grausamkeiten, die Christen wegen ihres Glaubens anrichten konnten. Da hatte es nicht nur die Kreuzzüge gegeben, seine Leute hatten in der Vergangenheit ebenfalls eine Menge durchgemacht. Weswegen er ernst nickte, aber dieses Fass nur bedingt öffnen wollte. »Na ja ... wie wir sehen, sind sich auch Christen nicht immer einig und können nur über die Wege ihres Gottes spekulieren. Das geht uns wohl allen so, egal, welchem Glauben wir folgen.« Manchmal suchte man auch nur Rechtfertigungen für die eigenen, grausamen Taten. So wie Leif es getan hatte, als er Virgil fast umgebracht hatte. Da hatte er auch geglaubt, seine Götter würden ihm einen kruden Wunsch gewähren.
Sein Partner schien ihm nicht abzunehmen, dass er nicht in der Hölle kommen würde. Dieses schmerzliche, nur halb ehrliche Lächeln kannte Leif, auch wenn er es nicht sehr oft sah. Doch es tat ihm jedes Mal in der Seele weh. »Ich weiß, dass es so ist!« Dann würde er eben für sie beide daran glauben! Er nahm seinen Liebsten in den Arm und streichelte ihn aufmunternd. Kaum zu glauben, dass Berührungen die letzten zwei Tage kaum möglich gewesen waren. Doch war die Dunkelheit einmal im Begriff zu gehen, ließ sich Leif nicht mehr von den restlichen Fetzen beirren und kehrte zu dem zurück, den er liebte.

Fallen in den eigenen vier Wänden oder im Garten aufzustellen, kam Leif ehrlich gesagt ziemlich absurd vor. Nicht, weil es ein doofer Vorschlag war, sondern, weil er sich einfach nicht vorstellen konnte, dass ihm in Balar jemand einen Streich spielen wollte. Doch er verstand, dass es nötig war. »Aber nichts ... was jemanden schwer verletzt.« Also keine Bärenfallen oder so. Vielleicht eine Schlinge, die sie sich zuzog, damit jemand nicht weglaufen konnte. Oder ein Netz. Leif könnte mal unauffällig bei den Jägern nachfragen, was es da so gab. Er wollte niemanden auf dem Gewissen haben. Außerdem interessierten ihn die Beweggründe, sollte tatsächlich ein Mensch für die Unruhe sorgen. Zudem wollte er auch keinen Gott verletzen, sofern einer in Menschengestalt auf Midgard wandelte und Schabernack trieb.

Etwas verständnislos blickte er Virgil an. »Ein falsches Rohr verlegt?« Das war wohl eine dieser Redewendungen, die der gebürtige Isländer nicht verstand. xD Aber so wie sein Partner dabei grinste, schien es etwas Zweideutiges zu sein. Wenn er ihm gerade sagte, dass er fremdgegangen war, würde er hoffentlich nicht so grinsen. Trotzdem war Leif für den Moment etwas verwirrt. Aber das könnte die Stimmung ebenso auflockern, immerhin waren die Sprachbarrieren, die hier und da doch mal auftauchten, stets sehr amüsant für Virgil. xD
»Wenn es Blut regnet, haben wir wohl ganz andere Sorgen, als ob unsere Liebe verboten ist oder nicht.« Das würde selbst die Wikinger unruhig machen und in einem Ausnahmezustand enden. Fischsterben, Brände ... das konnte man aushalten und teils bekämpfen. Aber blutiger Regen? Das war auch für sie ein Warnzeichen.

Ein wenig blieben sie noch liegen und verschnauften. Doch ewig konnten sie es sich nicht mehr erlauben. Sie huschten noch einmal ins Meer, um den Ruß abzuwaschen, damit man sie in Balar überhaupt erkannte. Der Brandgeruch würde ihnen noch eine Weile folgen, selbst wenn er aus der Kleidung rausgewaschen war. In der Nase setzte sich so was leider immer länger fest.
In den nächsten Tagen blieb es ruhig und sie bekamen die Gelegenheit, sich auszuruhen und vor allem ... zu reden. Über alles, was passiert war und wie sie damit umgehen wollten. Anfangs drehten sie sich noch ein wenig im Kreis, aber letztlich waren die Gespräche doch sehr heilsam. Und es gelang ihnen, wieder mehr und mehr Vertrauen ineinander zu legen und in das Bestreben, sich nicht unterkriegen zu lassen. Vielleicht reichte das ja? Dass sie wem auch immer zeigten, dass man sie nicht auseinanderbekam und keine Zweifel tief genug reichten, um die Wurzeln ihrer Liebe zu zerstören?
Eines schönen Morgens wachte Leif vor Virgil auf und schmiegte sich verschlafen an ihn. Sie hatten eine wunderschöne Nacht miteinander verbracht, hatten sie es sich doch unter anderem als Ziel gemacht, die Zärtlichkeit wieder zurück in ihre Beziehung zu holen und die Erinnerungen an das, was im Leuchtturm passiert war, verblassen zu lassen. Na ja ... und ihr Morgenritual sah ja auch eine gewisse Sache vor. Weswegen Leif, je länger er den schlafenden Virgil betrachtete, auch rasch wieder Lust auf ihn bekam. Er steckte eine Hand unter die Bettdecke, um mehrmals über Virgils Körpermitte zu streicheln. xD Und ihn damit etwas zu necken und aus dem Traumland zu holen.
Bis er eine Bewegung aus den Augenwinkeln sah. Die er erst noch ignorierte, immerhin war er selbst eigentlich noch ziemlich verschlafen. Stattdessen intensivierte er seine Berührungen und betrachtete Virgil, wie er darauf wohl reagierte.
Dann landete allerdings etwas genau auf der Bettdecke, auf Virgils Brustbereich. Man konnte sogar hören, wie es herab plumpste, so schwer war es. Es war eine riesige Heuschrecke!!! In ihrem Bett!!! Weswegen Leif panisch die Decke beiseite schlug und somit auch dieses Tier. Einfach weil er so erschrocken war. Und dabei sah, dass in ihrer Hütte noch mehr dieser Biester saßen.
»Was ...?« Okay... sie lebten ja ziemlich ländlich, Krabbeltiere waren da nicht unüblich, auch nicht in der Hütte. Aber das war ... schon ziemlich viel Getier. Als wäre hier irgendwo ein Nest. Und was Heuschrecken für die Ernte bedeuteten, wollte sich Leif gar nicht ausmalen. Weswegen er eher deswegen in Panik geriet und nicht wegen der Tiere an sich. »Virgil!«, rief er und schüttelte den Waliser, unabhängig davon, ob dieser schon wach war oder nicht.

@Virgil Chadburn

zuletzt bearbeitet 13.06.2022 08:54 | nach oben springen

#95

RE: Schlafzimmer von Leif

13.06.2022 12:24
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Ein sanftes Lächeln trat bei Leifs Worten auf Virgils Lippen und er nickte zustimmend.
„Du hast ja Recht… und eigentlich sieht mir dieser Pessimismus auch gar nicht ähnlich. Da spricht lediglich meine Verlustangst aus mir. Aber ich will versuchen fortan wieder mit mehr Zuversicht in die Zukunft zu blicken. Denn wieso sollten wir uns unser gemeinsames Leben davon verderben lassen, Angst vor Dingen zu haben, die womöglich niemals eintreten? Und falls sie doch passieren.. ändert es auch nichts an ihrer Grausamkeit, nur weil wir bereits darauf gewartet haben. Deshalb… lass uns unsere gemeinsame Zeit genießen, egal was auch passieren mag. Lass uns im Hier und Jetzt leben.. gemeinsam.“
Diese kleine Rede half wirklich dabei seinen Optimismus wieder zu finden. Denn Virgil wollte sich nicht von Angst und Sorgen beherrschen lassen, das machte so vieles kaputt. Und am Ende half es auch in keiner Weise. Schlimme Dinge passierten trotzdem. Aber er wollte seine kostbare Zeit mit Leif nicht damit verschwenden, sich ständig den Kopf darüber zu zerbrechen.
„ja.. das Auftauchen der Seuche ist wohl ausnahmsweise nicht unsere Schuld“
Sagte er schmunzelnd, denn am Ende war auch Galgenhumor eine gute Art von Humor.

Auch Leifs Zuversicht bezüglich der Hölle ließ Virgil lächeln. Selbst wenn er es noch nicht ganz glauben konnte… so war es schön zu sehen, dass Leif es tat. Das spendete ihm Trost und… vielleicht konnte er irgendwann auch selbst daran glauben. Das Leif ihn nun in den Arm nahm und streichelte.. das half wirklich ganz ungemein und Virgil fühlte sich behüteter denn je, egal welche Mächte auch gegen sie sein würden. Bei Leif war er sicher.. und das war ein wunderschönes Gefühl

Allerdings weitete er ein bisschen die Augen weil Leif offenbar dachte, dass Virgil tödliche Fallen in ihrem Garten aufstellen wollte xD also so ein Psycho war er auch nicht.
„Natürlich nicht! Ich will doch nicht verantwortlich dafür sein, falls ein Kind in unserem Vorgarten spielt oder dergleichen.. aber vielleicht etwas das Geräusche macht und uns warnt, wenn jemand unserer Hütte zu nahe kommt“
wie eine Art altertümliche Alarmanlage. Gegen Stalker. Damit kannte er sich ja gut aus, ein Glück das Leif sowas nicht installiert hatte damals xD

Oh manchmal vergaß Virgil einfach darauf, dass Leif manche Redewendungen nicht kannte oder verstand, weshalb er liebevoll schmunzeln musste und ihm die Hand auf die Schulter legte
„Schon gut, das war nur ein dummer Witz“
Natürlich hatte er ihn nicht betrogen!! Und meinte echte Rohre.

Die nächsten Tage verliefen glücklicherweise ruhig und durch viele, intensive aber gute Gespräche, fanden sie letztlich wieder näher zueinander. Hoffentlich waren nun alle Zweifel und Ängste ausgeräumt.. Virgil hatte ja auch ein wenig von seinem Heimweh erzählt. Jedoch auch sofort klargestellt, dass er seine Entscheidung nicht bereute. Dennoch nagte das Ganze weiterhin an ihm.. und es gab einfach Menschen, die er vermisste oder denen gegenüber ihn sein Gewissen plagte. Etwas das Leif hoffentlich verstehen konnte, ohne es sofort auf sich zu beziehen. Oder zu denken, Virgil wäre nicht glücklich mit ihm.
Solche Gespräche waren sehr auslaugend und anstrengend. Aber wichtig und auch sehr heilsam.
Hoffentlich konnte Virgil Leif auch seine Ängste bezüglich Nia nehmen, denn für sie empfand er tatsächlich rein gar nichts außer freundschaftlicher Gefühle.. und einem schlechten Gewissen. Aber nichts davon war in irgendeiner Weise bedrohlich für Leif.
Für den Moment war also wieder alles harmonisch und gut. Jedoch nur für einen kurzen Augenblick.

Virgil schlief noch seelenruhig und bekam erst nicht mit wie Leif ihn beobachtete. Er befand sich noch im Land der Träume.. als ein schönes Gefühl ihn nach und nach weckte.
Er konnte es noch nicht zuordnen, da sein Kopf noch viel zu müde war.. aber er wollte gerne mehr davon. Vielleicht hatte er ja gerade einen sehr anregenden Traum? Wenn ja, wollte er noch nicht aufwachen.
Doch es fühlte sich intensiver an als ein Traum da.. er tatsächlich eine Hand zwischen seinen Beinen fühlen konnte.
Sein Puls beschleunigte sich also ganz automatisch und er begann sich im Halbschlaf ein bisschen zu winden.
Wohlige Laute von sich zu geben, hielt die Augen aber noch geschlossen. Ein leises Keuchen entkam ihm und langsam schien sein Verstand zu realisieren, dass diese Berührungen echt waren.
Er drückte sich Leifs Hand ein bisschen entgegen und biss sich auf die Unterlippe. Von dem Ungeziefer bekam er noch nichts mit, da Leifs Berührungen sich einfach so gut anfühlten.
Und auch gleich die Decke zur Seite gerissen wurde? oh wie es schien konnte Leif es nicht mehr erwarten, was ihn nun sogar schwach grinsen ließ. Schließlich dachte er.. nun würde er sich vielleicht an ihm hinab küssen und sein Tun mit dem Mund fortsetzen.
„lass mich nicht so zappeln….“
murmelte er verschlafen aber mit einem sehnsüchtigen Lächeln auf den Lippen und auch seine Augen öffneten sich bereits einen kleinen Spalt.
Doch statt weiter zu machen… rüttelte Leif ihn plötzlich unsanft und Virgil kannte sich überhaupt nicht aus. Denn seine Körpermitte war gerade.. ziemlich stimuliert und damit sein Blut auch nach unten geflossen, statt sich in seinem Gehirn zu sammeln
„was..? wie? was ist los?“
Das war keine schöne Art zu erwachen! Denn zwischen seinen Beinen pochte es ganz fest!
Es dauerte also…. ein paar Augenblicke bis Virgil wirklich ins Hier und Jetzt zurück kam. Er blinzelte mehrmals verschlafen und verwirrt und sah sich in der Hütte um. Konnte auf den ersten Blick nichts erkennen ,bis eine Heuschrecke plötzlich direkt an seinem Ohr vorbei flog. Er erschrak und nun endlich schärfte sich sein Blick und er sah auch die anderen Insekten.
„Oh nein…“
anders als Leif dachte Virgil sofort an ein böses Omen!! Denn eine Heuschreckenplage war auch so ein ganz typisches, christliches Zeichen .
„bitte nicht…“
murmelte er und sprang nun auf, um die Viecher nach draußen zu scheuchen. Hatte jedoch die Sorge, dass es draußen vielleicht schon überall von ihnen wimmelte.
Als er die Tür aufriss.. sahen sie jedoch, wie sich etwas oder jemand in einer ihrer Fallen verfangen hatte. Und eine geöffnete Box voll mit schwirrendem Getier neben sich liegen hatte, aus der noch weitere Heuschrecken krabbelten.
„Leif!!“
Rief er nun und starrte den Mann fassungslos an. Er hatte ihn… ein paar Mal flüchtig gesehen, jedoch nie ein wirkliches Wort mit ihm gewechselt. Beim Lagerfeuer hatte er schon mal mitbekommen, wie er über den Katholizismus geschimpft hatte aber.. das hatte Virgil nicht so ernst genommen, da jeder denken durfte was er wollte. aber das hier.. konnte doch kein Zufall sein oder?

@Leif Tyrson


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#96

RE: Schlafzimmer von Leif

13.06.2022 21:11
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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»Mit dir im Hier und Jetzt zu leben klingt perfekt für mich.« Leif lächelte sachte und beugte sich über Virgil, um ihm einen Kuss auf die rußigen Lippen zu geben. Pessimismus sah seinem Partner wirklich nicht ähnlich und es reichte doch, wenn Leif sich regelmäßig tiefer Dunkelheit hingeben musste. Aber Verlustängste wirkten sich auf sie beide aus. Sie hatten bereits Menschen verloren, die ihnen wichtig waren. Und nun hatten sie sich gefunden. Jeweils die erste große Liebe. Etwas, womit sie beide nicht gerechnet hatten. Und auch das war nur Virgils Optimismus und Beharrlichkeit zu verdanken. Leif wollte das nicht zerstört sehen. Aber bei dieser kleinen Rede seines Partners beruhigte er sich immer mehr. Sie hatten beide ihre Willenskraft gefunden, weiterzumachen ... nicht aufzugeben. Und daran zu glauben, dass sie jede Hürde gemeinsam überwinden konnten.

Oh, bei Fallen dachte Leif irgendwie immer automatisch an welche, die sich ins Fleisch bohrten oder so. Vielleicht war dann eher er der Psycho? xD Es war jedenfalls beruhigend, dass Virgil so etwas nicht meinte. So festigten sie den Beschluss, sich um Geräuschfallen zu kümmern und würden das umsetzen, sobald sie wieder in Balar waren.
»Hm, ich dachte mir schon, dass du mit dem Rohr was Zweideutiges meinst. Auch wenn ich deins gar nicht falsch finde. Sondern ziemlich gut.« Leif machte sein Unverständnis wohl noch schlimmer, indem er trotz Virgils Antwort versuchte, hinter den Scherz zu steigen. xD Aber so lockerte sich ihr Gespräch ja vielleicht noch ein Stück weiter auf.

Die nächsten Tage waren definitiv sehr redeintensiv, aufwühlend und auf eine gewisse Weise anstrengend – aber auch heilsam. Manches, was sie bisher für sich behalten hatten, um dem anderen nicht wehzutun, wurde doch mal ausgesprochen. Und das war gut. Nur so konnten sie drohende Missverständnisse aus dem Weg räumen. Für Leif war es wichtig, zu wissen, dass Virgil seine Entscheidung nicht bereute und dass es tatsächlich Heimweh war, was sein Befinden hier und da überschattete. Er ermutigte ihn, das nicht zu verstecken, Leif wollte für ihn da sein. Und stellte dann auch sein schlechtes Gewissen zurück – das er natürlich nicht haben musste. Aber Virgil traurig zu sehen war eben nicht einfach. Hoffentlich würde Carter irgendwann einlenken und dem Waliser Besuche erlauben.
Virgil gelang es auch, Leifs Sorgen zu ersticken. Natürlich war ihm bewusst gewesen, dass Nia als Frau keine echte Konkurrenz war, aber ... es hieß, Liebe konnte man auch lernen. Und diese Angst, Virgil würde sich alles anders überlegen und doch zur christlichen Ehe wollen, um Buße zu tun, war eben doch präsent, wie sich gezeigt hatte. Doch sie ließ sich eindämmen, mit jedem Wort von Virgil zu dieser Sache, sodass die Zweifel deutlich reduziert wurden. Und hoffentlich irgendwann komplett verschwinden würden.
Reden war jedenfalls das Stichwort bei ihnen. Das war für sie beide wichtig. Sich an ihren Vorsatz haltend, lebten sie im Moment ... versuchten nicht, so viel über düstere Zukunftsvisionen nachzudenken. Vielmehr arbeiteten sie an der Harmonie ihrer Beziehung und das war ein schönes Gefühl.

Doch dass sie immer noch vom Pech verfolgt wurden, stellte sich an diesem Morgen heraus. Leif hätte sich ewig darin verlieren können, Virgil zu beobachten ... wie er sich unter seinen Berührungen wand und keuchte ... dabei aber noch im Halbschlaf war. Das ließ Leifs Herz verliebt flattern, sorgte aber auch für ein deutliches Ziehen in seinen Lenden. Aber dann kamen die Heuschrecken und unterbrachen die morgendliche Idylle.
Sie beide waren also rasch aus dem Bett gesprungen, um sich um diese Plage zu kümmern. Leif war gerade nicht in der Lage dazu, Virgils Reaktion richtig einzuordnen und seine schockierten Worte zu deuten. Beziehungsweise ... lag es im Moment für ihn einfach daran, dass ihr Haus voller riesiger Heuschrecken war! Und draußen waren bestimmt noch mehr. Vor seinem inneren Auge sah Leif schon alle Felder leer gefressen und ihm wurde schlecht. Das wäre eine Katastrophe!
Er kümmerte sich darum, die Biester in der anderen Ecke der Hütte in einen Eimer zu scheuchen, auf den er dann einen Deckel legen wollte. Das war aber ein Ding der Unmöglichkeit. Erst als Virgil seinen Namen rief, gab er auf und eilte zur Tür. Dann erblickte auch er den Mann in der Falle. Für ein paar Sekunden starrten sich die drei einfach nur an.
»Torben?«, fragte Leif schließlich fassungslos und richtete seinen Blick auf die Box. »Sag mir bitte, dass du die Viecher gerade einfängst und nicht auf unserem Grundstück aussetzt!«
Der Angesprochene sah wütend aus und umschiffte die Frage. »Warum hast du Fallen installiert, verdammt? Pass nur auf, wenn ich das Ivar erzähle. Das gibt Ärger! Würde wetten, das war seine Idee!« Torben ruckte mit dem Kinn zu Virgil. »Nun helft mir, mich zu befreien. Diese Viecher sind gleich überall!«

@Virgil Chadburn

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#97

RE: Schlafzimmer von Leif

13.06.2022 22:01
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Eindeutig war Leif der wilde, grausame Barbar von ihnen beiden, wenn er gleich an tödliche Bärenfallen dachte xD
Virgil musste erneut kurz leise auflachen weil Leif schon wieder so entzückend auf die Sache mit dem Rohr antwortete. Obwohl… der Spruch ganz anders gemeint war. Aber er wollte ihn ja nicht auslachen, weshalb er sich dazu durchrang es ihm zu erklären.
„Weißt du.. normalerweise wenn man sagt, man geht zu jemandem, um ein Rohr zu verlegen, heißt das… dass man sein eigenes ‚Rohr‘ bei der Person versenken will.Was ich natürlich nicht getan habe! Deshalb ja auch der Scherz..“
Er konnte seinen armen Isländer ja nicht im Unwissen über so manche, dumme Redewendungen lassen, weshalb er ihn milde anlächelte.

Aber kurz nachdem Virgil wieder die Zuversicht zurückgewonnen hatte, dass sie jedem Problem trotzen konnten und endlich alle Missverständnisse aus der Welt geschafft hatten, musste natürlich wieder etwas passieren. Wie hieß es so schön? Immer wenn es am schönsten war… folgte irgendeine Katastrophe. Da musste Virgil ja schon fast wieder Angst davor bekommen glücklich zu sein, wenn dann stets eine Strafe dafür folgte.
Die morgendliche Erregung und Idylle war nämlich rasch wieder vergessen, als eine Heuschreckenplage über sie herein brach.
Virgil war irritiert von dem Mann in ihrer Falle, den Leif offenbar besser zu kennen schien. Zumindest sein Name war ihm bekannt, da hatte er Virgil schon etwas voraus.
Er kam im ersten Moment aber gar nicht auf die Idee, dass dieser Torben die Tiere gerade aussetzen könnte… war zwar irritiert von dem Anblick aber dachte natürlich sofort an göttliche Fügung und nicht an menschliche Sabotage.
Erst als Leif es aussprach zog er etwas die Stirn kraus.. allerdings wurde schnell klar, dass er offenbar nur versuchte die Tiere einzufangen. Also war er ein Freund von Leif oder?
Andererseits reagierte er gerade so gar nicht freundlich und wollte ihn sogar verpfeifen?
Schob nun auch noch Virgil die Schuld in die Schuhe, dass er sich in der Schlinge verfangen hatte? Okay.. wahrscheinlich war er einfach nur sauer, da er gerade helfen wollte und nun plötzlich fest saß. Weshalb Virgil die kleine Spitze ignorieren konnte..
„Tut mir wirklich Leid.. wir… ja ich.. habe mich so einfach sicherer gefühlt“
Er nahm nun sogar bereitwillig die Schuld auf sich. Wollte aber nicht sagen, dass sie eventuell Opfer einer Gräueltat geworden waren. Denn er wollte ja keinen hier beschuldigen. Oder beunruhigen. Weshalb er eine plumpe Ausrede verwendete.
Und schon lief er zu Torben und half ihm aus der Schlinge, die sich um seine Beine gewickelt hatte.
Jedoch kamen sie nun wieder auf die Viecher zu sprechen… weshalb Virgil ein bisschen abwesend sagte.
„noch eine göttliche Plage…..“
zuerst das Fischsterben und nun Heuschrecken. also jetzt konnte er das einfach nicht länger als Zufall abtun…. was ihn innerlich schon wieder extrem aufwühlte.
Torben hatte das natürlich gehört und sagte deshalb aufgebracht.
„Nicht die unserer Götter!! Das haben wir deinem Katholikengott zu verdanken!! Und damit ist es nur deine Schuld! Christen haben hier nichts zu suchen!!“
Weshalb Torben ihm sehr direkt unterstellte, dass Virgil diese Plage über ihre Kolonie gebracht hatte. Und damit ja genau die Sorge ansprach…. die Virgil ständig hatte. Dass seinetwegen etwas Schlimmes passieren würde. Weswegen diese Anschuldigung ihn extrem traf und er nichts Schlagfertiges darauf erwidern konnte, weil Torben mit Sicherheit Recht hatte. Weswegen er mit geballten Fäusten zu Boden sah und geknickt meinte
„du hast Recht.. es… es tut mir Leid…“

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#98

RE: Schlafzimmer von Leif

13.06.2022 22:51
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Leif freute sich darüber, dass er Virgil ein bisschen zum Lachen brachte. Nur deswegen machte er sich so zum Affen und sagte seltsame Dinge über Rohre. Sein Partner erklärte ihm die Hintergründe zu diesem Witz dann doch noch. »Ich verstehe. Dein Rohr verlegst du nur bei mir, verstanden?« Leif schmunzelte, obwohl er es durchaus ernst meinte.
Es stimmte schon, immer, wenn sie sich gerade wieder bereit fühlten, in ihr schönes, gemeinsames Leben durchzustarten, gab es schon wieder ein dramatisches Ereignis. Und dann auch noch eins von dieser göttlichen Art, die man kaum vernünftig handhaben konnte. Das war doch zum Verzweifeln! Da bekam man ja fast Angst, morgens aufzuwachen. Dabei war das mit die schönste Zeit des Tages. Leif liebte ihre morgendlichen Rituale und die Zweisamkeit. Sie waren beide Morgenmenschen und so kosteten sie diese gemeinsame Zeit in vollen Zügen aus, während halb Balar noch schlief.
Aber jetzt schwirrten Heuschrecken durch die Hütte und in ihrem Garten stand Torben. Leif kannte den Mann nicht besonders gut, aber er war einer der Jäger des Dorfes. Und als Jarl, der für diesen Bereich zuständig war, hatte Leif hier und da schon mit ihm gesprochen, wenn auch mehr oberflächlich und auf die Arbeit bezogen.
Aber was hatte er in ihrem Garten zu suchen? Hatte er vielleicht etwas besprechen wollen und dann die Heuschrecken gesehen? Und war dann in die Falle getappt? Weshalb hatte er eine Box dabei? Irgendwie kam Leif das seltsam vor, aber dadurch, dass Torben gleich so aggressiv reagierte, dachte er nicht weiter darüber nach.
»Wir haben uns so sicherer gefühlt«, korrigierte Leif, denn er war mit den Fallen einverstanden gewesen. »Und das werde ich Ivar auch erklären, wenn du es ihm unbedingt petzen willst.« Er würde sicher nicht zulassen, dass Virgil die Schuld allein auf sich nahm. Zwar er nun ein volles Mitglied von Balar, dennoch hatte Leif Angst, dass man ihn härter bestrafen würde als ihn, einfach, weil er noch nicht so lang dabei war. Wahrscheinlich würde das nicht passieren, aber da spielte die Verlustangst wohl wieder eine Rolle.
»Ich hätte mich beinahe auf die Fresse gelegt! Also wirklich, einfach Schlingen im Garten auszulegen, damit unbedarfte Besucher gefährdet werden ...«, brummelte Torben weiter, während Virgil hinging und den Mann befreite.
Irgendwas gab Virgil von sich, das Torben noch wütender machte. Leif konnte es ja überhaupt nicht ertragen, dass sein Partner so angemacht wurde. Also ging er schnellen Schrittes hin und zertrampelte dabei gleich ein paar Heuschrecken auf dem Weg.
Er tippte Torben auf die Brust. »Jeder ist hier willkommen und das weißt du genau!« Leif nahm Virgils Hand, an dessen Gelenk der Armreif baumelte, den man hier bei der offiziellen Aufnahme in die Kolonie erhielt. »Er trägt dieses Zeichen genau wie du!« Nun griff er auch nach Torbens Arm. Der verzog schmerzlich das Gesicht, was Leif aber zunächst gar nicht so einordnen konnte. Erst als er auf den Arm hinab sah, wurde ihm klar, wieso Torben so reagierte. Er war mit einem Verband eingewickelt, der durch den Vorfall mit der Falle jedoch verrutscht war. Einige Brandwunden lugten hervor, die offenbar nur schlecht heilten. Leif ließ den Arm los und trat einen Schritt zurück. Wie von selbst verhakten sich seine Finger mit Virgils und er musste tief durchatmen. So langsam begann er doch, eins und eins zusammenzuzählen. »Was ist mit deinem Arm passiert?«

@Virgil Chadburn

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#99

RE: Schlafzimmer von Leif

13.06.2022 23:17
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Selig lächelte Virgil bei Leifs ‚strenger‘ Erwiderung, woraufhin er ihm einen Kuss auf die Lippen hauchte.
„Aber natürlich. Und dein Rohr ist auch das einzige, das ich polieren möchte“
Sagte er nun noch mit einem Zwinkern und ein zweiter Kuss folgte. Er interessierte sich überhaupt nicht für die Rohre irgendwelcher anderen Leute. Er hatte nur Augen für Leif.. und zwar vom ersten Moment an, als er ihn gesehen hatte. Seither wollte der Isländer ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen. Und manchmal… da lohnte Hartnäckigkeit sich wohl auch. Denn sonst stünden sie nun nicht hier, Hand in Hand und würden knutschen.

Oder würden Heuschrecken durch ihre gemeinsame Hütte jagen. Wobei Virgil eher ein größeres Untier in die Falle gegangen war, außerhalb der Hütte. Allerdings wusste er noch nichts von dessen Grausamkeit.
Virgil war sonst ja eigentlich nicht auf den Mund gefallen. Aber wenn ihm so viel Feindseligkeit entgegen schlug und es sich um ein Thema handelte, das ihn ohnehin verunsicherte… dann war es schwierig für ihn nun schlagfertig oder selbstbewusst zu reagieren. Denn im Grunde stimmte er Torben in allem was er sagte zu.
Fühlte sich davon so angegriffen, dass er die kleinen Auffälligkeiten gar nicht bemerkte.
Er hätte ihm ja sogar die Hand gereicht und ihm hoch geholfen aber der Fremde ergriff sie nicht sondern gab nur ein verächtliches Schnauben von sich. Und weitere Vorwürfe. Woraufhin Leif ihm zur Hilfe kam.
Dafür war er ihm gerade sehr dankbar, da er sich selbst gerade nicht dazu in der Lage fühlte sich zu verteidigen. Vielleicht hatte er das aber auch gar nicht verdient?
„Ist schon gut Leif… vielleicht hat er ja Recht..“
sagte er traurig aber passiv, da er wirklich keinen Ärger hier mit irgendwem wollte. Und er könnte auch verstehen, wenn man ihm die Schuld geben und ihn aus der Kolonie werfen würde. Vielleicht war es ja wirklich sein Gott gewesen ,der nun seinetwegen all diese Plagen über sie brachte.
Er ließ sich von Leif ein bisschen zurück ziehen und dieser konnte bestimmt fühlen, dass Virgils Hand zitterte, während der Isländer sie hielt.
Er fühlte sich elend! Vielleicht würden die Menschen hier nun seinetwegen alle verhungern??? Weil die Heuschrecken die gesamte Ernte zerstören würden. Es schauderte ihm bei dem Gedanken.. woher vielleicht auch das Zittern kam. Denn ihm wurde mit einem Mal wahnsinnig kalt und er krallte sich förmlich an Leifs Hand.
Konnte dabei auch nicht durchschauen was dieser offenbar vermutete.
Torben hingegen reagierte natürlich erneut mit Angriff. Denn Angriff war stets die beste Verteidigung
„Ich habe mich beim Schmiedeofen verletzt. Aber was spielt das nun für eine Rolle?? Ich bin hier nicht der Böse! Wenn du jemanden ans Kreuz nageln willst, dann mach das bei deinem Christenspielzeug!!“
Torben redete sich total in Rage und zog hektisch den Verband wieder hoch. Eine bessere Ausrede war ihm nun auf die Schnelle nicht eingefallen. Weshalb er ja auch versuchte rasch wieder von sich abzulenken und weiterhin Virgil mit Feindseligkeit zu begegnen. Der nun doch seine Stimme wieder fand.
„Bitte hört auf! Ich will nicht das meinetwegen böses Blut fließt! Ich übernehme die Verantwortung dafür und werde dafür sorgen, dass niemand hier Hunger leiden muss“
sagte er ein bisschen verzweifelt. Wusste natürlich noch nicht wie. aber notfalls musste er Carter anflehen ihre Ressourcen mit Balar zu teilen. Auch wenn das ein Ding der Unmöglichkeit war aber… irgendetwas musste er tun, um das wieder gerade zu biegen.

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#100

RE: Schlafzimmer von Leif

14.06.2022 20:18
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Jeder durfte gern seine Meinung haben, aber Leif reagierte extrem allergisch darauf, wenn jemand deswegen Streit suchte. Das Thema Glaube triggerte außerdem. Zum einen mochte Leif es nicht, wenn man anderen ihren streitig machte – deswegen war er bei Virgil ja bei ihrem Kennenlernen und später sehr vorsichtig gewesen, bei dem, was er sagte. Aber es ging eben auch gar nicht, dass Torben nun behauptete, hier wären nur Wikinger erlaubt, die den nordischen Göttern huldigten. Das stimmte einfach nicht. Vielleicht war ihre Lebensweise hier entsprechend, aber es wurde trotzdem niemand ausgeschlossen. Es ging vor allem um die Gemeinschaft. Torben benahm sich nicht so, als würde es ihm darum gehen, so wie er Virgil ankeifte.
Leif verbannte den Zorn aus seinem Blick, als er zu seinem Partner sah. »Er hat nicht recht! Er kennt weder dich noch mich gut und alles, was er hat, sind Vorurteile.«
Torben schnaubte dabei nur und setzte den Deckel auf seine Box, damit nicht noch mehr Heuschrecken entkamen.
Danach wollte Leif an den Gemeinschaftssinn in Balar appellieren. Der Armreif, den alle trugen, zeigte, dass sie hierher gehörten. Auch Virgil hatte einen bekommen und durfte ruhig stolz darauf sein. Sie waren alle eine Sippe und achteten aufeinander, egal, wie gut man sich kannte. Diese Werte musste doch auch Torben vertreten, oder nicht?
Doch alles, was Leif zu sehen bekam, waren Brandwunden, die sehr frisch wirkten. Warum er gleich an das Feuer am Leuchtturm dachte, wusste er nicht. Doch da er sich weigerte, zu glauben, dass seine Götter oder der Christengott daran schuld gewesen waren, regte sich in ihm der Keim eines Verdachts.
Am Schmiedeofen hatte sich Torben verletzt? Was hatte er dort gemacht, er war doch Jäger, kein Handwerker? Das klang sehr nach einer Ausrede. Doch was auch immer Leif darauf hatte erwidern wollen, die Worte wurden fortgeweht. Denn Torben haute einen Spruch raus, der wirklich gar nicht ging. Leif wollte schon einen Schritt vorgehen und den Kerl am Kragen packen, ihn zwingen, sich bei ihm und Virgil zu entschuldigen. Aber sein Partner war es, der ihn zurückhielt. Der Druck seiner Hand ... und das, was er sagte.
Leifs Blick schweifte zu dem Heuschrecken-Chaos. Leif war eigentlich kein grober Klotz, der sofort die Äxte schwang – außer, er war von der Dunkelheit besetzt. Er war eigentlich mehr ein Denker. Wegen Virgil verwischten die Grenzen schon mal, denn Leif konnte es nicht ertragen, wenn jemand seinen Liebsten anfeindete. Aber er musste sich zur Ruhe besinnen, nachdenken ... Hinweise miteinander verknüpfen. Und Zeit gewinnen. »Niemand übernimmt hier die Verantwortung für irgendwas. Aber du hast mit einem Recht, Virgil. Wir müssen dafür sorgen, dass niemand Hunger leidet. Wäre ein ganzer Schwarm an Heuschrecken hier, hätten wir das längst gehört und mitbekommen. Wie heißt es so schön, der ganze Himmel verdunkelt sich, wenn sie kommen? Lasst uns die Biester einfangen und entsorgen. Vielleicht können wir das Schlimmste noch abwenden.«
Er marschierte zurück in die Hütte und verteilte Körbe mit Deckeln an Virgil und Torben, der missgelaunt zustimmte. Im Laufe der nächsten Stunden schlossen sich ihnen auch noch weitere Siedler an. Aber wirklich viele Heuschrecken fanden sie tatsächlich nicht mehr, es schien nur eine kleine Menge auf Balar losgegangen zu sein. Sie waren nur hoffentlich nicht die Vorboten eines größeren Schwarms. So oder so wurden die Felder lieber mit Schutz versehen. Vorsicht war besser als Nachsicht.
Als all das geschafft war, zog Torben ohne ein weiteres Wort von dannen, doch die Sache war garantiert noch nicht ausgestanden. Weswegen Leif Virgil sofort in die Hütte zog, die Tür schloss und ihn ... erst mal in den Arm nahm. Er konnte sich denken, wie furchtbar sein Partner sich fühlte, aber die letzten Stunden hatte es kaum Gelegenheit gegeben, wirklich für ihn da zu sein, wegen der Heuschrecken.
»Ich glaube nicht, dass das göttliche Intention war«, sagte er mit fester Stimme und streichelte ihm über den Rücken. »Wir müssen Torben im Auge behalten. Die Brandwunden können doch kein Zufall sein!«

@Virgil Chadburn

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