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WILLKOMMEN! Wir sind ein Walking Dead Forum bestehend seit 2013 – Wir folgen der Storyline aus der TV-Serie bis Negans Fall 2015. Seitdem schreiben wir unsere eigene Geschichte, die allerdings einige Schlüsselmomente aus der Serie mit einbezieht. Wir schreiben in Szenentrennung und geben auch vielen Free-Charakteren ein wundervolles zu Hause. Zudem sind wir eine entspannte Community und verfolgen auch keine Blackliste mehr.
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01.01.26 Frohes neues Jahr!
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Floyd Webber, Scarlet Rainthworth, Daryl Dixon und Duo Maxwell sind die Admins im Forum. Scar und Duo bilden die Front, während sie von Floyd und Daryl im Hintergrund unterstützt werden. Grafik und Design stammt von Daryl Dixon <3
Der Plot um den Angriff auf die Heavens Paradise neigt sich dem Ende.
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THE DEAD DON’T DIE
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Die letzten Tage waren emotional und körperlich extrem aufwühlend und anstrengend gewesen. Erst die Entführung der kleinen Luna, für welche Virgil sich natürlich weiterhin die Schuld gab.. und dann noch der Vorfall mit der Höhle. Sie hatten stundenlang geschuftet um die zwei Verschütteten wieder auszugraben und seit Tagen nicht geschlafen.
Weshalb an diesem Abend keine Zeit mehr gewesen war, um über alles zu reden, das geschehen war. War es überhaupt Abend gewesen oder vielleicht doch schon wieder Tag? Virgil wusste es nicht mehr. Irgendwann hatte er nur noch funktioniert und das Gefühl, jeder Muskel in seinem Körper tat ihm weh.
Trotz allem.. fiel auch eine gewisse Last von seinen Schultern, als er sich todmüde neben Leif ins Bett fallen ließ. Denn sie hatten Luna weitgehend unversehrt wieder gefunden und Torben….? Der war endgültig aus ihrem Leben getilgt. Sie hatten seine Machenschaften aufgedeckt und nun war klar, dass kein Gott versucht hatte ihre Beziehung zu verhindern, sondern das ganze Drama handgemacht war, durch einen Menschen. Dem es fast gelungen wäre die Zweifel in Virgils Herz so sehr zu nähren, dass er begonnen hatte alles in Frage zu stellen.. Fast wäre sein Plan also aufgegangen. Denn Virgil war immer noch zu fromm, um sich gegen direkte Omen Gottes zur Wehr zu setzen… doch glücklicherweise hatte sich alles aufgeklärt. Was ihrer Beziehung wieder neue Kraft schenken würde. Dennoch schämte Virgil sich ein wenig dafür, fast aufgegeben zu haben… das hätte er nicht tun dürfen. Er hätte stärker und unnachgiebiger sein müssen. Aber es war müßig nun darüber nachzudenken, nun wollte er einfach nur schlafen… hatte es gerade noch so geschafft, den Dreck von seinem Körper zu duschen, mehr aber auch nicht.
Als er am nächsten Morgen erwachte, schreckte er kurz hoch, aus Sorge, das alles wäre nur ein Traum gewesen. Jedoch erinnerten die Schmerzen in seinem Körper und die Schwielen an seinen Händen ihn rasch wieder daran, dass er nichts davon geträumt hatte. Das alles war wirklich passiert. Wie es der kleinen Luna wohl ging? Ob sie sich schon beruhigt hatte? Hoffentlich war sie noch zu klein, um ein richtiges Trauma davon zu tragen… eines das ihre Eltern jedoch definitiv erlitten hatte. Virgil war zwar (noch) kein Vater aber er konnte sich kaum etwas Schlimmeres in seinen Alpträumen ausmalen, als das eigene Kind zu verlieren.
Hässliche Gedanken, die ihn da am frühen Morgen plagten. Da kuschelte er sich lieber wieder unter die Bettdecke an Leif, der noch friedlich zu schlummern schien oder zumindest den Eindruck erweckte.
Aber spätestens Virgils kalte Füße würden ihn vielleicht wecken. Er hatte immerhin nur in Shorts geschlafen und es war bereits tiefer Herbst. Er hatte nicht solche Hitzen, wie manch andere Kerle in Balar, die auch im Winter halb nackt rum liefen. Weshalb ihm ein bisschen frisch war.. und er seine Füße ein bisschen an Leifs Waden wärmte, während er ihn mit sanften Küssen im Gesicht bedeckte..
@Leif Tyrson



Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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Was waren die letzten Tage für eine Achterbahnfahrt der Gefühle gewesen. Oder vielmehr die letzten Wochen. Es schien fast, als hätte es keine ruhige Minute gegeben. Irgendwie waren sie oder ihre Beziehung ständig bedroht und zum Zerreißen gespannt gewesen. Leif wusste, wofür er kämpfte und auf was er hoffte, doch der Druck, ständig gegen eine höhere Macht bestehen zu müssen, war zermürbend gewesen. Und nun hatten sie den Beweis ... vieles davon war Torben zu verdanken. Ein Grund zum Aufatmen, sollte man meinen. Und doch wog die Schuld schwer, denn ein Baby war entführt worden. Vielleicht hätten sie es verhindern können ... ziemlich bestimmt sogar. So viel Leid war durch ihre Ignoranz geschehen und Leif grämte sich deswegen. Und was die Götter dazu sagten, wollte er sich am liebsten gar nicht ausmalen. Hoffentlich war es ein gutes Zeichen, dass der Rabe sie zu Luna geführt und Odin sie somit nicht aufgegeben hatte.
Doch so wirklich Zeit, sich um alles Gedanken machen und sacken zu lassen, hatte es nicht gegeben. Die Höhle war eingestürzt, wieder musste ein Rettungsaktion stattfinden. Virgil war außerdem in die unangenehme Lage gekommen, nach einem dicken Streit eine Tür in der Taverne reparieren zu müssen, und das, obwohl sie doch alle schon am Limit waren.
Für sie beide als Paar hatte es keinen Zeitpunkt gegeben, sich zu unterhalten. Sie waren todmüde ins Bett gefallen und sofort eingeschlafen. Doch zumindest Leif verfolgte das Geschehene bis ins Traumland.
Geweckt wurde er nicht von warmen Sonnenstrahlen, die durch das Fenster fielen, sondern durch Eisklötze, die sich an seine Waden schmiegten. Leif brummte und regte sich ein wenig. Wie von selbst schlang er den Arm um Virgil, und drückte ihn an sich. Etwas, das er unterbewusst tat, sobald er merkte, dass sein Partner im Schlaf fror.
Aber dann bedeckten Küsse sein Gesicht, was ihn verschlafen schmunzeln ließ. Er öffnete ein Augenlid. »Guten Morgen, Frostbeule.« Den Kopf hebend versuchte er Virgils Lippen einzufangen und in einen ordentlichen Kuss zu verwickeln. Es gelang ihm und zum ersten Mal seit Tagen ... war da nicht mehr die Frage in seinem Kopf, ob der Christengott sie erneut mit einer Strafe bewerfen würde und wie groß Virgils Zweifel inzwischen wohl waren.
Ein Umstand, der den Kuss mit einem Mal wesentlich intensiver werden ließ. Leif tat auch alles weh, aber ... die Hände seines Partners auf seinem Körper hätten sicher heilende Kräfte. Genau wie umgekehrt. Weswegen er sich Virgil nun gänzlich zudrehte und mit den Fingern über seine Seite fuhr. Es gab da ein kleines ... oder großes ... Morgenritual, das auf seine Vollziehung wartete.
@Virgil Chadburn



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So richtig realisierte hatte Virgil das alles wohl noch nicht. Das würde noch ein paar Tage und einige Gespräche länger dauern.
Und doch fühlte er sich gerade so frei.. wie nie zuvor. Endlich konnte er zu seiner Sexualität stehen, war mit dem Partner seiner Träume zusammen und hatte herausgefunden, dass der Christengott sich vielleicht doch nicht so sehr für seine Vorlieben interessierte wie angenommen. Das war so ein erleichterndes Gefühl. Auch wenn ihn immer noch das Gewissen plagte.. aber sie würden irgendeinen Weg der Wiedergutmachung finden. Davon war er überzeugt. Und das war ein wichtiger Teil des christlichen Glaubens. Egal, ob er sich davon abwandte oder nicht.. so manche Lehren oder Prinzipien würde er trotzdem weiter in seinem Herzen tragen. Denn nicht alles daran war schlecht. Ganz und gar nicht. Er wollte gern.. eine Mischform finden. Sich das beste aus den beiden Glaubensrichtungen heraus picken und weiterhin versuchen ein guter und hilfsbereiter Mensch zu sein. Ganz egal woran oder an wen er glaubte.
Jedenfalls sehnte er sich nun mehr denn je nach Leifs Nähe. weil sie das erste Mal.. nicht mit Schuld behaftet war. Allerdings hatte er dabei noch keine Hintergedanken, er wollte sich einfach nur ein wenig wärmen und ihm nahe sein. Dass Leif ihn mit so einem stürmischen Kuss begrüßte.. das kam unerwartet aber war höchst willkommen.
Weshalb er nur leise lachte und seine frostigen Füße noch etwas höher zwischen seine Schenkel wandern ließ, um Leif ein bisschen zu foppen.
Den Kuss dabei aber schmunzelnd erwidernd.
Das Lachen verging ihm allerdings rasch wieder, als Leif damit begann auf Tuchfühlung zu gehen. Da jagte eine Gänsehaut über seinen gesamten Körper und er biss seinem Wikinger dabei verlangend in die Unterlippe.
Dieses Morgenritual wollte nicht nur vollzogen werden, es wollte auch ganz und gar ausgekostet werden. Mit einer neuen Leichtigkeit, die Virgil noch nie verspürt hatte. Aber die sich unglaublich gut anfühlte.
Viel Stoff trugen sie ja nicht am Körper, weswegen weder ein Gott, noch irgendwelche Kleidungsschichten sie nun davon abhielten, einander ihr Verlangen und ihre Liebe zu zeigen. Und zwar…. nicht nur einmal, sondern gleich dreimal hintereinander.
Bis keiner von ihnen mehr konnte.. und Virgils Körper sich schon wieder wie Blei anfühlte.
Er atmete schwer und erschöpft aber glücklich. Weswegen er sich mit einem ebenso zufriedenen Lächeln zu Leif umdrehte und ihm ein paar verschwitzte Haarsträhnen aus dem Gesicht strich.
„Ich liebe dich über alles Leif Tyrson… und es tut mir Leid, dass ich… Zweifeln Einlass in unser Heim gewährt habe..“
Das konnte Virgil nun nicht länger für sich behalten. Er hatte das dringende Bedürfnis sich dafür bei Leif zu entschuldigen. Der trotzdem stets zu ihm gestanden hatte, egal wie sehr Virgil auch gehadert hatte. Sich nicht von ihm abgewandt hatte sondern immer für ihn da gewesen war. Das würde er ihm auf ewig danken..
@Leif Tyrson



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Daran, seinen eigenen Glauben zu bilden und sich an die Werte zu halten, die man am besten für sich vereinen konnte, fand Leif überhaupt nichts Falsches. Der nordische Glauben war auch nicht mehr derselbe wie zu seinem Beginn. Vielleicht hatten sie ohnehin alles falsch interpretiert. Aber die Prinzipien, die ihm innewohnten, die würde Leif immer mit vollem Stolz und hundertprozentig vertreten können. Die Sippe an erster Stelle, Stärke, dem Tod mit Mut begegnen, das Leben trotzdem in allen Formen ehren und sich nicht unterkriegen lassen!
Aber dass sie jetzt wirklich frei waren von Zweifeln und Ängsten, zumindest was den Zorn des Christengottes und Torben betraf ... das würde noch eine Weile brauchen, dass dies in ihrem Verstand ankam. Es ging Leif da wie Virgil. Doch es bestand das erste Mal so richtig Hoffnung für sie und ihre Beziehung. Weil nicht mehr etwas zwischen ihnen stand, das keiner von ihnen so richtig greifen und lösen konnte. So sehr sie sich auch liebten ... wie zermürbend das alles gewesen war, ließ sich nicht dementieren. Ebenso wenig wie die Frage, ob sie dieser Hürde wirklich gewachsen gewesen wären.
Aber das alles war an diesem Morgen endlich mal egal! Sie wachten in inniger Umarmung auf und konnten es voll auskosten. Wie könnte Leif seinen Partner da nicht mit einem wilden Kuss begrüßen und mit Berührungen, die ihn in andere Sphären heben sollten? Selbst kalte Füße hinderten ihn nicht an seinem Bestreben. xD
Womit Leif jedoch nicht gerechnet hatte, war die Inbrunst, mit der Virgil ihn plötzlich liebte. Also nicht, dass der Sex bisher schlecht gewesen war. Sie testeten sich ja immer noch aus und machten neue Erfahrungen. Aber gleich drei Mal hintereinander übereinander herzufallen, ohne nennenswerte Pause ... das war schon neu. Und heiß. Und wunderschön. Wenn sie nicht von den letzten Tagen schon so geschunden wären, hätten sie es vielleicht noch öfter auf die Spitze getrieben. Aber so forderten ihre Körper doch erneut Ruhe ein und sie lagen völlig fertig und angekuschelt im Bett. Leif auf der Seite ... die Rückenlage kam gerade nicht infrage. xD
Erschöpft, aber glücklich blickte er seiner großen Liebe in die Augen und hob ebenfalls die Hand, um ihm über die Wange zu streichen. Bei seinen Worten flatterte sein Herz und die Schmetterlinge tobten schon wieder so wild durch seinen Bauch. Ihm blieb kurz der Atem stehen ... wie immer, wenn Virgil ihm seine Liebe gestand.
Er beugte sich vor und gab ihm einen sanften Kuss. »Ich liebe dich auch. Und es gibt nichts, wofür du dich entschuldigen musst.« Leif verstand, dass es ihm trotzdem ein Bedürfnis war, ihm würde es umgekehrt ebenso gehen. »Die Zeichen waren nie eindeutig und dass jemand aus Balar so einen Hass hegen kann ... hätte ich selbst nicht für möglich gehalten, Virgil. Ich habe doch selbst oft genug gezweifelt.« Denn die Furcht, ihre Beziehung würde das nicht aushalten, hatte mehr als einmal Einzug gehalten, das ließ sich eben nicht leugnen.
@Virgil Chadburn



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Virgil schämte sich dafür, Leif das Gefühl gegeben zu haben, dass ihre Beziehung nicht alle Hürden überstehen konnte. Denn so sollte es nicht sein oder? Man musste sich bei seinem Partner doch stets sicher fühlen. Sich zu 100% auf ihn verlassen können und wissen, dass nichts und niemand diese Liebe verhindern konnte. Aber so war es nicht gewesen.. weswegen ihn nun wiederum das Gewissen plagte. Diese Art von Partner wollte er nämlich nicht für ihn sein. Er hatte ihn schon mal sitzen gelassen… wegen seinem Glauben und sich dann mit einer Frau verliebt. Kein Wunder, dass Leif ihm in der Hinsicht nicht vertraute.
Weshalb er sich vornahm daran zu arbeiten und nie wieder etwas zwischen sie kommen zu lassen!
Sie starteten sozusagen in einen ganz neuen Lebensabschnitt, den sie am frühen Morgen erst mal sehr ausgedehnt feierten.
Inzwischen war auch im Bett ziemlich klar, wer welche Rolle einnahm. Virgil hatte die passive Position zwar noch das ein oder andere Mal probiert, konnte ihr aber weiterhin leider nicht viel abgewinnen. Weshalb er sich tausendfach versichert hatte, ob es auch wirklich okay für Leif war, dass er stets die aktive Rolle übernahm. An Tagen wie diesen wäre es natürlich praktischer sich abzuwechseln, denn Leif.. würde in den kommenden Stunden wohl ziemliche Probleme damit haben irgendwo zu sitzen, wo es nicht flauschig weich war.
Trotz dieser schönen Erfahrung bekam Virgil sofort das Bedürfnis sich bei Leif zu entschuldigen. Für all die Unsicherheit in den letzten Monaten. Für all die Sorgen, die er ihm bereitet hatte. Auch wenn er ihm mit Verständnis begegnete, so war es ihm trotzdem ein großes Anliegen seine Gefühle auszusprechen.
„Wir dürfen nie wieder zulassen…. dass irgendetwas oder irgendjemand solch einen Keil zwischen uns treibt, in Ordnung? Ich verspreche dir….dass ich von nun an immer für dich da sein werde. und zu dem Partner werde… den du schon die ganze Zeit über verdient hast“
Virgil bekam bei diesen Worten irgendwie einen Kloß im Hals. Weil sie ganz schön viel bedeuteten. Aber so fühlte er gerade nun mal.. und er wollte Leif endlich die Sicherheit geben.. die er ihm schon die ganze Zeit lang hätte geben müssen…
Leif mag manchmal vielleicht auch gezweifelt haben. Aber hätte Virgil sich nicht so sehr davon verunsichern lassen, so wäre es bestimmt auch Leif gelungen besser damit umzugehen. Es lag also an ihm sich zu ändern. Und das wollte er. Für Leif und für ihre gemeinsame Zukunft.
@Leif Tyrson



Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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An Vertrauen haperte es inzwischen wirklich nicht mehr. Sich von der Gemeinschaft abzuwenden, die wie für eine Familie für einen war, in der Kirche die Braut stehenzulassen und dem Wikinger mit seinem Raben in eine ungewisse Zukunft zu folgen ... das war schon ein riesiges Statement gewesen. Dennoch blieb die Götterwelt eine höhere Macht, der man kaum mit irdischen Mitteln begegnen konnte. Solang sie die Annahme hegten, sich gegen den Christengott behaupten zu müssen, weil dieser sie sonst zerquetschen würde, war ihre Beziehung in Gefahr gewesen, denn sie hätte das auf Dauer wahrscheinlich doch nicht ausgehalten. Aber all diese Zweifel lagen jetzt in der Vergangenheit. Ihr Feind war ein Mensch gewesen und kein Gott.
Und was die Rollen im Bett anging? Da musste sich Virgil wirklich keine Sorgen machen. Leif mochte die jetzige Verteilung und war vollkommen glücklich und befriedigt damit. Das versicherte ... und zeigte er ihm gern – so oft es nötig war.
Die Versprechungen, die Virgil ihm hier und jetzt im Bett machte, waren wirklich schön und bedeutsam. Doch Leifs Blick wurde trotzdem für einen Moment trüb, denn er wusste nicht, ob er sie erwidern konnte. »Die Dunkelheit ...«, sagte er leise. »Sie ist immer noch ein Teil von mir. Aber daran werde ich arbeiten. Das schwöre ich dir!« So hatten sie also beide einen Part zu erfüllen, damit sie niemals entzweit wurden.
In den nächsten Wochen kosteten sie ihr Glück total aus und konnten endlich ohne Zweifel und Hürden ihre Liebe feiern ... auf die unterschiedlichsten Arten. Heute waren sie zum Fischen gemeinsam rausgefahren. Aber nicht nur dafür, sie wollten auch ein wenig weg vom Trubel der Kolonie und ihre Zweisamkeit genießen. Gemeinsam auf dem Boot zu sein hatte schließlich einen besonderen Stellenwert in ihrer Beziehung. Weswegen sie sich nicht nur der Pflicht widmeten, sondern die Fischernetze recht schnell unbeobachtet ließen und stattdessen miteinander schäkerten. Jetzt gerade standen sie beide im Boot und Leif hatte Virgil am Kragen gepackt, um ihn in einen heftigen Kuss zu ziehen, der zumindest seine Knie weich werden ließ. Ein Umstand, der ihm womöglich wenig später zum Verhängnis werden würde.
@Virgil Chadburn



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Virgils Herz schlug gerade so voller Zuversicht, dass auch die Dunkelheit in Leif ihm keinerlei Angst mehr machen konnte. Er hatte sie ansatzweise bereits erlebt.. und doch fühlte er sich ihr in diesem Augenblick gewachsen. Nun wo er neuen Auftrieb bekommen hatte, durch die Offenbarung, dass sie dem Christengott doch kein Dorn im Auge waren. Oder eine Laune der Natur, die ausgemerzt werden musste. Virgil war sich noch nie so sicher wie gerade eben, die richtige Entscheidung in seinem Leben getroffen zu haben. Weshalb er bei Leifs Zweifeln nur seine Nasenspitze küsste und ihn zuversichtlich anlächelte.
„Ich bin bereit dazu jeden Teil von dir anzunehmen Leif.. egal wie düster er auch erscheinen mag. Gemeinsam.. werden wir auch diese Hürde meistern.“
Er verkreuzte seine Finger mit jenen von Leif und drückte sie sachte, um seine Worte zu unterstreichen. Gerade hatte er nämlich das Gefühl, als könne sich wirklich nichts und niemand zwischen sie stellen.
Und endlich, da konnten sie ihre Beziehung auch richtig genießen. Mussten sich nicht verstecken, nicht mit ihrem Gewissen hadern, keine Angst vor Bestrafung oder Katastrophen haben. Sie konnten einfach nur Leif und Virgil sein. Und es gab nichts, das Virgil glücklicher machte als diese Tatsache.
Dennoch war es mal wieder Zeit die Kolonie zu verlassen. Und zu dem Ort zurück zu kehren, der ihnen beiden so viel bedeutete. Nämlich Leifs Boot. Zwar hingen die Netze im Wasser… aber wenn sie ehrlich zueinander waren, dann waren sie längst nicht so weit raus gefahren, um zu fischen. Vor allem, weil es schon langsam dunkel wurde. Was sollten sie da noch groß fangen? Virgil zündete eine Fackel auf dem Boot an, damit sie noch ausreichend sahen. Aber eigentlich war das hier einfach nur als romantischer Ausflug gedacht gewesen.. zumindest von Virgils Seite aus.
Weshalb es nicht verwunderlich war, dass es nicht all zu lange dauerte, bis sie das Fischen völlig vergaßen und sich nur auf einander konzentrierten. Sie lachten, blödelten herum und waren absolut sorglos. Vielleicht etwas zu sorglos. Das wunderschöne und unbesorgte Leben war ihnen vielleicht ein bisschen zu Kopf gestiegen, sodass sie unvorsichtig wurden.
Als Leif ihn so sehnsüchtig küsste, legte Virgil locker die Unterarme auf Leifs Schultern ab und erwiderte den Kuss stürmisch.
Womöglich ein wenig zu stürmisch. Denn er drängte ihn unbewusst ein Stückchen nach hinten, sodass das Boot anfing zu wackeln. Erst leicht, dann jedoch immer stärker. Sodass Virgil Probleme damit hatte das Gleichgewicht zu halten aber Leif war doch sein Anker. Er würde ihn mit Sicherheit auffangen, wenn sie fielen <3
@Leif Tyrson



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Die Dunkelheit war leider auch so eine Art höhere Macht, die sich nicht steuern ließ und auf die Leif wenig Einfluss hatte. Hier war leider kein Mensch, den man verantwortlich machen konnte, außer vielleicht ihn selbst. Würde er eine Stellschraube kennen, die er drehen konnte, um die Finsternis loszuwerden, würde er es sofort tun. Aber da gab es keine. Sie kam und ging und Leif fürchtete sich jedes Mal davor, was sie hinterließ. Oder vielmehr ... was er für ein Trümmerfeld verursacht hatte.
Doch an solche Szenarien wollte er gerade nicht mehr denken. Er und Virgil hatten nun schon so viel durchgemacht, sie würden auch mit diesem Teil ihres Lebens klarkommen. Leif bedeutete es die Welt, dass sein Partner sich nicht einschüchtern ließ und ihm Unterstützung versprach. Das war alles, was er wissen musste, um positiv in die Zukunft zu sehen. So positiv wie schon lang nicht mehr.
Dieser Vibe war auch zu spüren, als sie ein paar Wochen später den Abend gemeinsam auf dem Boot verbrachten. Für eine romantische Stimmung sorgte sanftes Fackellicht und die Sterne, die langsam aber sicher in der Dämmerung aufgingen. Es gab kaum etwas, das dies für Leif toppen konnte. Hier auf dem offenen Gewässer, mit der Liebe seines Lebens, auf dem Boot, das nun ihnen beiden gehörte ... was konnte es denn Schöneres geben?
Das Fischen war definitiv nur eine Ausrede gewesen. Wenn das Netz am nächsten Morgen voll sein sollte, wäre das schön. Aber wenn nicht, wäre es Leif tatsächlich egal. Die Kolonie war im Moment gut versorgt.
Gut möglich, dass ihnen das unbesorgte Leben zu Kopf gestiegen war, aber war das wirklich so verwerflich? In der Apokalypse wohl schon. Aber über mögliche Konsequenzen konnte Leif gerade wirklich nicht nachdenken. Er verlor sich vollends in diesem Kuss und wanderte mit den Händen von Virgils Kragen schon zu seinem Gewand, um Schnüre und Knöpfe zu lösen, oder was auch immer er fand, damit sein Partner das Oberteil möglichst schnell loswerden konnte. Dabei ließ er sich zurückdrängen, wobei er total vergessen hatte, wo auf dem Boot sie sich gerade befanden. Eine der Sitzbänke war doch direkt hinter ihm, oder? Gleich müsste er sie in den Kniekehlen fühlen. Und dann könnte er sich mit Virgil darauf niederlassen.
Das Boot wackelte, aber Leif bemerkte es kaum. Erst, als sein Partner wankte und er ihn unvermittelt fester hielt und damit aufhörte, an seinem Oberteil herum zu nesteln. Vielleicht sollten sie sich schnell hinsetzen oder -legen. Und da war ja auch die Bank. Leif kam nicht in den Sinn, dass sie ein wenig zu hoch war und es somit eigentlich die Reling vom Boot war. Weswegen er die Hände von Virgil löste und das Schunkeln des Bootes ausnutzen wollte, um sich elegant und lasziv auf der Bank niederzulassen. Nur war da eben keine. Stattdessen hing sein Hintern in der Luft und Leif riss erschrocken die Augen auf. Das Boot schaukelte zur anderen Seite und somit war das bisschen Gleichgewicht, das der Wikinger noch besaß, dahin und er kippte rücklings ins Wasser. Sah sicher total witzig aus und würde es anders laufen ... hätten er und Virgil gleich garantiert einen Lachanfall deswegen gehabt.
Aber leider landete Leif nicht weich. Es war ohnehin schon dunkel und unter Wasser noch mehr. Er konnte überhaupt nicht abschätzen, wo sich das Boot über ihm befand oder überhaupt, wo oben und unten war. Die Orientierung war schlicht nicht möglich. Und so kam es, wie es kommen musste. Leif versuchte ausgerechnet an der Stelle aufzutauchen, an der sich das Boot befand. Weswegen er sich den Kopf stieß, und zwar nicht gerade sanft. Es reichte, um vom Schmerz und der Wucht betäubt zu werden und eine Platzwunde entstehen zu lassen ...
@Virgil Chadburn



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Manchmal verließ Virgil sich ein bisschen zu sehr darauf, dass Leif auf hoher See alles im Griff hatte. Doch er war eben ein meisterhafter Fischer und fühlte sich auf dem Wasser wohler als auf dem Festland. Virgil selbst hingegen bevorzugte eher festen Boden unter den Füßen. Aber auch das sanfte Schunkeln des Bootes hatte etwas Aufregendes für sich. Dennoch passierte es nun, dass Virgil unvorsichtig war. Da er sich darauf verließ, dass Leif schon alles unter Kontrolle hatte. Und selbst wenn sie ins Wasser fielen.. die letzte Erinnerung daran war nicht unbedingt eine schlechte.
Also hatte er keine bösen Gedanken dabei, als er ihn ein bisschen zurück drängte. Er hielt dabei die Augen geschlossen und genoss es unheimlich wie Leif an seinem Oberteil rumhantierte. Verließ sich erneut darauf, dass dieser die Orientierung behielt und ihn gleich auf den Boden des Bootes drücken würde. Im besten Fall bereits nackt.
Statt sich jedoch mit ihm nieder zu lassen.. strauchelte Leif plötzlich. Huh? Wann waren sie denn am Ende des Boots angekommen?
Virgil wollte ja noch nach ihm fassen. Aber alles ging so schnell und Leif.. fiel einfach rücklings vom Boot.
Nach einem irritierten Blinzeln…. begann Virgil im nächsten Augenblick jedoch amüsiert zu lachen. Denn das hatte verdammt lustig ausgesehen!
Er erwartete ja auch, dass Leifs Kopf sofort wieder auftauchen und er entweder auch lachen oder grummeln würde, weil es so kalt war.
Naja.. Virgil würde schon dafür sorgen, dass ihm wieder warm wurde. Weswegen er nun selbst sein Oberteil auszog. Sodass Leif einen schönen Anblick vor sich hatte, sobald er den Kopf wieder aus dem Wasser streckte.
Mit einem Grinsen im Gesicht wartete er also darauf. Nur irgendwie… kam da kein Kopf. wollte Leif ihm etwa einen Schrecken einjagen?
Virgil fasste nach einer der Fackeln und hielt sie über das Heck des Bootes, um damit ins Wasser zu leuchten. Dort, wo Leif hinein gefallen war. Allerdings konnte er nichts erkennen. Vielleicht war er unten drunter getaucht, um auf der anderen Seite wieder aufzutauchen und ihn zu erschrecken?
„Sehr witzig Leif.. wenn du denkst, dass ich darauf reinfalle, hast du dich geschnitten“
Er lief mit der Fackel langsam über das Boot und suchte jede Seite ab. Aber auch da war Leif nicht zu sehen. Weshalb er langsam doch ein bisschen unruhig wurde und zurück zum Heck stapfte.
Und was sich ihm dort plötzlich für ein Anblick bot….. ließ ihm sofort das Blut in den Adern gefrieren. Denn genau das war es, was er im Wasser erkannte. Eine rötliche Färbung.. die sich immer weiter ausbreitete. Er hielt die Fackel dichter an die Wasseroberfläche und fasste mit der Hand hinein, um sich zu vergewissern, dass er nun keine Gespenster sah.
Aber das tat er nicht. Das hier war wirklich Blut!!!
Weshalb er die Fackel panisch fallen ließ und mit dem Kopf voran ins Wasser sprang. Er tauchte und sah sich um…. aber es war so dunkel unter Wasser, dass er nichts sah!! Er sah rein gar nichts! Mit den Händen fasste er hektisch um sich, in der Hoffnung Leif so zu fassen zu bekommen aber nichts.. er griff nur ins Leere. Weshalb er wieder auftauchte und erneut nach der Fackel fasste, die gerade dabei war das Boot in Flammen zu aufgehen zu lassen xD zum Glück bemerkte er es rechtzeitig und kippte das Boot ein Stück, sodass Wasser einlaufen und das kleine Feuer löschen konnte.
Er fuchtelte mit der Fackel in der Hand wild über die Wasseroberfläche. Aber.. da war einfach nichts. Leif war nicht mehr hier… zumindest nicht so weit oben.
„Leif!!!!“
Rief er völlig verzweifelt und panisch
„LEIF!!!! Wo bist du?! Kannst du mich hören??????!“
Vielleicht käme er wieder zu Bewusstsein, wenn er Virgils Stimme hörte? Doch es folgte keine Antwort.
Also ließ er die Fackel erneut fallen. Diesmal erlisch sie jedoch im kühlen Nass. Er hatte keine andere Wahl als einfach blind zu tauchen. So schnell und so tief er konnte. Immer wenn er unter Wasser dachte irgendwo einen kleinen Schatten zu entdecken fasste er danach.
Aber meist war es ein Fisch oder einfach nur eine Reflexion von der Wasseroberfläche.
Zwischenzeitlich musste er hoch kommen, um Luft zu holen. Scheiße! Leif war schon viel zu lange unter Wasser!!
Er startete einen neuerlichen Tauchversuch. Diesmal noch tiefer! Bis er endlich…. ein Stück Stoff zu fassen bekam. Konnte das… war das wirklich..?!
„Leif??“
Blubbelte er unter Wasser seinen Namen und riss die Augen auf. Er rüttelte ihn ein wenig und zog ihn anschließend so schnell er konnte nach oben an die Wasseroberfläche.
Er war es!!! Er hatte ihn tatsächlich gefunden. Aber Leif.. hatte das Bewusstsein verloren. Weshalb es verdammt schwierig war ihn vom Wasser aus auf das Boot zu hieven.
Aber es hieß ja stets, mit Adrenalin im Körper entwickelte man unmenschliche Kräfte. Weswegen es Virgil irgendwie gelang… ihn hoch zu ziehen. genau wie sich selbst.
Virgil beugte sich zu ihm hinab. Leif atmete nicht. Und sein Kopf… aus dem suppte jede Menge Blut!!
Tränen sammelten sich in seinen Augen und sein Herz raste vor Panik und Überforderung.
Sofort neigte er sich nach unten, um Leif zu beatmen. Mit den Händen versuchte er einstweilen die Kopfwunde zu lokalisieren und fest dagegen zu pressen, damit es aufhörte zu bluten. Verflucht, er konnte nicht alles auf einmal machen! Aber das Wichtigste war nun erst mal… das Leif wieder begann zu atmen und er das Wasser aus seinen Lungen bekam. Weshalb er seine Nase zuhielt und ihn erneut Mund zu Mund beatmete. Auch eine sofortige Herzmassage begann. Die Wunde an seinem Kopf.. die musste nun einfach warten….. wenn es nicht ohnehin bereits zu spät war.
@Leif Tyrson



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Selbst ein Meister konnte scheitern, wie sich in wenigen Augenblicken zeigen würde. Normalerweise war Leif sehr beherrscht und konzentriert, wenn er in seinem wasserumgebenen Refugium agierte. Wenn Virgil bei ihm war, änderte sich das ganz von allein. Da waren sämtliche Sinne und Gedanken abgelenkt und sogar einfaches Rudern bekam einen verruchten Touch. Gefährliche Situationen hatte es bisher kaum gegeben. Einmal war Virgil ins Wasser gefallen, aber am helllichten Tag und ganz am Anfang ihrer Bekanntschaft. Sie segelten nie so weit hinaus, dass sie in einem Sturm gefangen werden könnten. Und eigentlich sollten es zumindest Leif besser wissen und das Boot stets vor Einbruch der Dunkelheit zurück zum Hafen bringen. Doch es war viel zu verlockend, mit Virgil hier draußen zu sein und den Sternenhimmel vom Meer aus zu betrachten. Wo es nur sie beide gab und Leifs liebstes Element - das Wasser. Welches heute zu seinem Verderben werden würde.
Noch grinste er, als er rücklings vom Boot fiel und kurz darauf vom eisigen Nass umschlossen wurde. Noch so etwas Unvernünftiges; im Winter konnte man sich hier schnell den Tod holen. Weswegen es Leif auch direkt leicht schummrig wurde und sein Körper einen kleinen Kälteschock verwinden musste. Dazu noch die Dunkelheit um ihn herum und die Tatsache, dass er kaum dazu gekommen war, Luft zu holen. Seine Lungen zersprangen fast, als er versuchte, sich zu orientieren. Virgils Fackel war letztlich sein Leitlicht – aber Leif verschätzte sich trotzdem und knallte mit voller Wucht und dem Kopf voraus gegen die Unterseite des Bootes.
Ein rasender Schmerz fuhr durch seine Schläfe und dann verlor er bereits das Bewusstsein. Regungslos trieb er durch das Wasser und sank immer tiefer, verhedderte sich mit dem Fuß jedoch irgendwann im Netz, sodass er wenigstens nicht ganz auf den Grund sank. Seine Kleidung war bereits vollgesogen und das zusätzliche Gewicht hätte ihn irgendwann niedergedrückt.
Wie Virgil nach ihm suchte, bekam er nicht mit, auch nicht wie er ihn auf das Boot hievte und Wiederbelebungsmaßnahmen durchführte. Da er so lang unter Wasser gewesen war, hatte er definitiv Wasser eingeatmet und seine Lunge war kollabiert. Dazu noch die Kopfwunde. Gut möglich, dass Leif gerade tatsächlich klinisch tot war. Und würde er es bleiben, würde er als Beißer wiederkehren und in keines der Totenreiche fahren, sondern für immer auf den Zwischenwegen gefangen bleiben. Davor hatte Leif unglaubliche Angst ... und Virgil wusste das. Wenn er ihn erlöste, dann vor der Wandlung. Das war sein Wunsch. Sollten diese Maßnahmen scheitern oder zu viel Zeit erfordern, war Leifs Erwartung an seinen Partner klar.
Aber wenigstens von dieser quälenden Entscheidung blieben sie fürs Erste verschont. Denn Leif gab noch nicht auf, ebenso wenig wie sein Partner. Dessen Bemühungen halfen. Leif hustete und spukte Wasser, drehte sich stöhnend und instinktiv zur Seite, um es loszuwerden und nicht gleich wieder einzuatmen. Und genau das tat er nun ... atmen. Aber so wirklich wach und bei Bewusstsein war er immer noch nicht. Sein Schädel hämmerte so stark, dass ihm übel wurde und er bald nicht mehr nur Wasser erbrach.
@Virgil Chadburn



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Noch vor wenigen Wochen, hätte Virgil diesen Unfall als Zeichen der Götter oder eher gesagt seines Gottes interpretiert. Als neuerliche Warnung und Strafe. Aber jetzt dachte er daran nicht. Sie waren einfach nur unvorsichtig gewesen und dumm! Ihnen hätte klar sein müssen, wie gefährlich es war nachts am offenen Meer rumzublödeln. Aber die Glücksgefühle der letzten Wochen hatten sie blind für jegliche Gefahren gemacht.. das war schön gewesen. Nun wurde ihnen aber sofort grausam in Erinnerung gerufen, wieso das niemals passieren durfte. Man musste stets auf der Hut sein… heute mehr denn je.
Doch nun war es zu spät. Virgil konnte nun nur noch reagieren und versuchte alles in seiner Macht stehende, um Leifs Leben zu retten.
Er wusste wie große Angst sein Partner davor hatte als untote Seele zu enden. Gefangen zwischen den Welten. Und er wusste auch… was er von ihm erwartete, bevor es dazu kam. Aber ob Virgil dazu in der Lage wäre? Gerade fühlte er sich außer Stande darüber nachzudenken! Denn er war nicht bereit Leif schon aufzugeben! Vermutlich würde er auch zu lange zögern.. denn solange noch ein Funke Hoffnung bestand, dass Leif überlebte, konnte er ihn doch unmöglich umbringen! Nein, das… das konnte er einfach nicht. Das war unmöglich. Weshalb seine Herzmassage immer hektischer und panischer wurde und er ihm letztlich sogar ziemlich fest auf den Brustkorb schlug sowie ihn anschrie
„Nun komm schon!!!!! Bitte ich flehe dich an!! Du darfst mich nicht verlassen!!“
Schon möglich, dass er ihm dabei die ein oder andere Rippe brach. Denn das Adrenalin führte dazu, dass Virgil seine Kräfte gerade nicht so gut steuern konnte und je hektischer er wurde, desto unkoordinierter auch seine Bewegungen.
Doch wie es schien half es! Denn kurz darauf spuckte Leif Wasser und Virgil drehte ihn sofort zur Seite, damit er alles aushusten konnte. Sein Herz schlug wieder.. nur war es damit leider noch nicht ausgestanden. Leif übergab sich.. was darauf hindeutete, dass seine Kopfverletzung ebenfalls kritisch war. Dennoch stiegen Virgil kurz Tränen der Erleichterung in die Augen, die er schniefend beiseite wischte. Denn er durfte nun nicht pausieren. Das Blut suppte immer noch unaufhörlich aus Leifs Kopfwunde. Weswegen Virgil nun sein vorhin ausgezogenes Oberteil nahm und.. fest damit auf Leifs Wunde drückte, um die Blutung zu stoppen.
Das die eisige Luft ihn dabei traf wie Peitschenhiebe, bekam er in diesem Augenblick gar nicht mit. Doch eine Lungenentzündung würde womöglich folgen.
Vielleicht begegneten sie einander dann gemeinsam im Totenreich wieder…….. wobei.. nein. Solange Virgil seinen Glauben nicht richtig abgelegt hatte… würden sie einander nicht begegnen, oder? Diese Tatsache löste erneute Panik in ihm aus und Virgil sah sich hektisch um. Es war ein ganzes Stück zurück zum Ufer. Und wie sollte er rudern wenn er Leifs Wunde versorgen musste?
„Halt durch! Bitte halt durch!“
Sein Schädel pochte vor Überforderung, er musste ihm eine Art notdürftigen Druckverband anlegen. Denn kaum nahm er die Hand weg.. begann das Blut wieder zu sprudeln.
Weswegen er irgendwie versuchte das Oberteil um seinen Kopf zu wickeln. Dabei nahm er noch Leifs Hand und drückte sie auf die Wunde, um sie mit einzuwickeln. Er selbst konnte nicht dagegen drücken aber.. wenn er ihn auf diese Weise auf die Sitzbank legte… vielleicht würde das Schlimmste dadurch verhindert werden?
Gesagt getan positionierte er Leif auf diese Weise und begann zu rudern wie ein Verrückter. Immer wieder den Blick auf Leif richtend
„Du musst wach bleiben, hörst du?! Schlaf nun bloß nicht ein!“
Denn wenn er wieder das Bewusstsein verlor… wäre das schlecht und gefährlich. Auch er könnte erfrieren oder einfach nicht mehr aufwachen…
@Leif Tyrson



Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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Konnte man überhaupt stets auf der Hut sein? Manchmal musste man einfach abschalten und sich fallen lassen. Wenn nicht, wurde man ebenso unkonzentriert. Es gab wohl kein Richtig und kein Falsch. Aber Leif würde sich später trotzdem schelten, hier draußen so unvorsichtig gewesen zu sein und unter Wasser keine Ruhe bewahrt zu haben. Doch erst mal musste er überleben. Leider war es im Moment nicht garantiert, dass er das schaffen würde.
Eine gute Sache hatte die Kopfwunde. Leif konnte gar nicht so viel Panik wegen seiner möglichen Zukunft als wandelnde Leiche schieben. Ohnehin sollte man als Wikinger dem Tod mit Mut begegnen. Das hatte er vor. Weswegen er sich auch vollends auf Virgil verließ, dass dieser seinen Wunsch respektierte und ihm im schlimmsten Fall eine sichere Überfahrt ins Jenseits ermöglichte. Natürlich war der Versuch, ihm das Leben zu retten, erwünscht! Leif verspürte keine Todessehnsucht. Aber genau wie die Ärzte früher im Krankenhaus einsehen mussten, wenn nichts mehr etwas nützte ... würde es auch in der Apokalypse so sein. Neben den Schäden im Körper, die zu lange Bewusstlosigkeit und Versagen diverser Organe verursachten, gab es jetzt noch einen zusätzlichen Timer. Irgendwann wandelte man sich und die Zeit, die das in Anspruch nahm, war komplett unterschiedlich. Bei manchen geschah es nach Minuten. Bei manchen nach Stunden oder Tagen. Virgil musste sich also schnell entscheiden und Leif war so naiv gewesen, zu glauben, dass er das schaffen würde.
Doch über alles, was diese Nahtoderfahrung für Bedenken und Erkenntnisse auslöste, mussten sie sich später unterhalten. Virgil holte Leif zurück in das Leben, zumindest fürs Erste. Bewusstlos zu sein war schon fast schöner gewesen, denn da hatte der Isländer keinen Schmerz gespürt. Und jetzt war er plötzlich allgegenwärtig ... so stark, dass er schon wieder drohte, wegzudämmern, nachdem er sich übergeben hatte. Wegen des Blutverlusts wurde ihm zudem kalt und er bibberte ... jedes Zucken verursachte weitere Qual. Es war kaum auszuhalten. Doch Leif schrie nicht, er stöhnte auch nicht mehr, sondern versuchte, es mit wikingerhafter Sturheit zu ertragen.
Virgil hatte scheinbar in Blut gebadet und irgendwie ... sah das heiß aus. Ja, das waren ganz schön irrationale Gedanken, die sich in Leifs geschundenem Kopf bildeten. Außerdem flossen sie zäh wie Öl. Er kam nicht mal darauf, dass es sein eigener Lebenssaft war, der an Virgils Körper klebte.
Nun wurde er hochgehoben. Alles drehte sich um ihn und er würgte erneut. Sein Magen war leer, deswegen kam nichts mehr hoch. Dafür hatte Leif erneut Schwierigkeiten, Luft zu bekommen. Er beobachtete, wie sich Virgil auf die Ruderbank setzte und das Boot in Bewegung brachte. Immer wieder fielen Leif dabei die Augen zu. Gern hätte er ihm etwas gesagt, aber Worte zu formen war so anstrengend.
»Sing ... etwas«, brachte er hervor, aber nur flüsternd. Vielleicht würde es Virgil gar nicht hören. »Bitte ...« Virgil hatte so eine wunderschöne Stimme. Sie beruhigte ihn und würde ihn davor bewahren, wieder das Bewusstsein zu verlieren. Ganz bestimmt.
@Virgil Chadburn



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Sie würden definitiv etwas aus dieser Lektion lernen und nie wieder so unvorsichtig sein. Zumindest nahm Virgil sich das vor.. aber dazu musste Leif erst mal überleben! Das war gerade natürlich seine oberste Priorität und jeder einzelne Gedanke drehte sich darum! Da war noch kein Platz für andere Ängste, Vorwürfe oder Selbstzweifel. Nun musste er einfach nur funktionieren. Denn wenn er es nicht tat, dann wäre das das sichere Ende für Leif. Er musste nun stark sein… so stark wie der Wikinger, zu dem er geworden war. Oder der er noch werden wollte. Schwäche zu zeigen und zu verzweifeln war nun einfach keine Option. Und beten? Hm.. unter anderen Umständen würde Virgil vielleicht tatsächlich darauf zurück greifen. Aber nun war einfach nicht die Zeit dafür… das konnte er später machen, wenn er an seinem Krankenbett saß. Sofern Leif so lange durchhielt. Aber er musste nun optimistisch bleiben und an seinen starken Krieger glauben!!
Der erste Schritt war geschafft. Doch jene die folgten würden noch schwierig genug werden. Sie waren weit entfernt von ihrer Kolonie. Und der Rückweg würde beschwerlich werden. Erst zurück aufs Festland, dann zu Fuß zurück nach Balar.. das war kostbare Zeit, die Virgil hier verschwendete. Denn jede Minute zählte.
Aber er hatte keine andere Wahl, er musste es versuchen und ruderte deshalb so schnell wie er konnte.
Warf jedoch noch alles an Decken über Leif, die im Boot rumlagen. Auch wenn das nicht viel Wärme spenden würde.. denn das Boot war halbvoll mit Wasser, immerhin war es fast gekentert, als er versucht hatte Leif hoch zu hieven. Aber trotzdem deckte er ihn mit dem feuchten Stoff zu. Warf auch die Fischernetze ab, denn das bremste ihn nur in seiner Geschwindigkeit.
Dank Leif war er inzwischen ziemlich gut im Rudern. Weshalb es nicht all zu lange dauern sollte, bis er am Ufer ankam. Es fühlte sich dennoch an wie eine Ewigkeit. Zumal er immer wieder prüfend den Blick zu Leif schweifen ließ, um sich zu vergewissern, dass er nicht eingeschlafen war.
Als er ihn darum bat zu singen… trat ein trauriges und bitteres Lächeln auf seine Lippen. Normalerweise.. da sangen sie gemeinsam, wenn sie mit dem Boot rausfuhren. Aber so wusste er wenigstens welche Lieder Leif gerne hörte. Immerhin hatte er ihm mehrere Wikinger Seemannslieder beigebracht. Weswegen Virgil lautstark eines davon anstimmte. Jedoch brach seine Stimme zwischendurch immer wieder ein bisschen, wenn die Traurigkeit ihn überwältigte. Leif so geschwächt und verletzt zu sehen…. brach ihm nämlich das Herz. Er konnte ihn kaum ansehen, weil es sein Herz zerriss.
Dennoch bemühte er sich darum mit kräftiger Stimme zu singen, bis sie endlich am Festland angelangt waren.
Das er von oben bis unten mit Blut besudelt war, das bemerkte er nicht. Genauso wenig wie die Kälte, die durch seine Knochen kroch. Er war einzig und allein auf Leif fokussiert.
Er fixierte das Boot nur notdürftig, als er ausstieg.. und zog Leif dann vorsichtig hinaus. Hievte ihn irgendwie hinten auf seinen Rücken und hielt ihn so gut er konnte fest. In der Hoffnung, dass Leif sich zumindest ein kleines bisschen festhalten konnte. Wenn nicht würde er den ganzen Weg gebückt zurück legen. Auch das würde er hinbekommen. Virgil war stark und groß.. er würde es schaffen ihn zurück zur Kolonie zu tragen.
Weswegen er im Stechschritt losmarschierte. Was schon ziemlich anstrengend war. Vor allem in der Dunkelheit. Und dann kreuzten auch noch ein paar Beißer ihren Weg! Verdammt, das war nun wirklich ungünstig!! Aber es gelang Virgil sie mit letzter Kraft auszuschalten, ehe er sich weiter durch den Wald schlug.
Dabei hörte er auch nicht auf zu singen.. auch wenn es irgendwann eher einem erschöpften Schnaufen glich. Aber Leif musste weiterhin wach bleiben!!
Der Weg war beschwerlich, doch nach einer guten Stunde hatte er es endlich zurück nach Balar geschafft. Wo er sofort nach Hilfe rief.
Wodurch man ihm Leif abnahm, was Virgil auch schwer fiel. denn er wollte ihn nicht los lassen! Aber.. so ging es einfach schneller und man brachte ihn auf die Krankenstation.
Zu welcher Virgil ihm sofort folgte. Das er selbst fast nackt und halb erfroren war, das war nun egal… es zählte einzig und allein, dass Leif wieder gesund wurde.
@Leif Tyrson



Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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Virgil hörte seine Bitte ja doch. Auf Leifs Lippen trat ein seliges Lächeln. Alles in ihm schrie danach, sich aufzurappeln und sich neben seinen Partner auf die Ruderbank zu setzten. So oft waren sie zu diesen Liedern zur See gefahren und Leif liebte es einfach, die Verse durch Virgils wunderschöne Stimme an sein Ohr getragen zu bekommen. Er konnte nicht mal die Hand nach ihm ausstrecken und sie halten. Denn Leif wollte ihm Kraft spenden. Für sie beide war es nicht einfach und Virgil würde im Zweifel derjenige sein, der übrig blieb. Wäre es nicht gerade eine Kopfwunde, würde sich Leif sowieso nicht zu Boden zwingen lassen, zumindest erlag er diesem (Irr?)glauben. Schließlich war er ein Wikinger, ein Krieger, der weiterkämpfte, bis ihn das Leben verließ. Doch manchmal konnte man nur im Stillen kämpfen. Leif wusste, jede Bewegung würde es nur schlimmer machen. Mit Kopfwunden war echt nicht zu spaßen.
Virgils Stimme hielt ihn im Hier und Jetzt. Doch als er erneut aufgehoben und vom Boot gebracht wurde, hatte er trotzdem das Gefühl, etwas zu verlieren. Obwohl sein Unfall auf dem Meer passiert war, hatte ihm das Gewässer trotzdem Sicherheit vermittelt. Das Schunkeln des Bootes, die Bewegungen der Ruder, das Rauschen der Wellen ... all das war nun fort und vielleicht würde Leif niemals wieder in den Genuss all dieser Dinge kommen. Denn nun, wo Virgil sich ihn auf den Rücken schnallte, wurden die Qualen wieder schlimmer und Leif deutlich müder. Der Verband war bereits durchgeblutet und wie viele Schädlinge und Bakterien schon in seinen Körper gelangt waren, wussten wohl nur die Götter.
Leif versuchte ja, positiv zu denken. Er wollte nicht von dieser Welt gehen, er wollte leben! Und doch konnte er nichts gegen die Erscheinungen tun, die ihn auf dem Weg nach Balar heimsuchten. Vielleicht war es seiner Kopfwunde und Benommenheit geschuldet. Vielleicht auch dem immer noch herrschenden Sauerstoffmangel. Aber ein Teil war möglicherweise auch wahr, denn Leifs Glauben war schließlich tief in ihm verwurzelt. Nicht nur, dass ein Rabe Kreise über ihnen zog und Virgils Gesang mit gelegentlichem Krächzen untermalte. Nein, da waren auch Schemen in der Dunkelheit, die Leif nicht richtig erkennen konnte. Einmal trat ein alter Mann mit Augenklappe und einem zweiten Raben auf der Schulter auf den Weg. Leif blinzelte und dann war er wieder weg, gerade als Virgil ihn passierte. Sein Partner sagte nichts dazu, also hatte er ihn wohl nicht gesehen.
Müde bettete Leif seinen Kopf wieder an dessen Schulter und murmelte leise etwas Isländisches vor sich hin. Später würde er sich nicht daran erinnern. Letztlich war es ein kleines Gebet, das ihm zusätzlichen Halt gab. Als die Beißer kamen, war es Leif nicht länger kalt. Hitze strömte jetzt durch seine Glieder und das machte ihn noch müder. Ob Virgil die Feinde besiegte oder nicht, bekam er nicht mehr mit. Und als sie endlich das Tor von Balar passierten, war Leif bereits wieder weggedämmert und ohne Bewusstsein.
Auron und Agron hielten sich gerade in der Nähe auf und bekamen den Tumult mit. Natürlich gingen sie nachsehen, was los war und erkannten den blutbesudelten Virgil, der seinen Liebsten mit letzter Kraft in die Kolonie schleppte. Zumindest Auron dachte nicht lange nach, er rannte sofort hin und war einer derjenigen, der Leif zur Krankenstation trug. Empfangen wurden sie vom Doc und Nasir, der gerade erst seine Schicht begonnen hatte. Ein Eiszapfen bohrte sich durch sein Herz, als er den geschundenen Leif sah und den notdürftigen Verband inspizierte. Der tatsächlich sehr gut saß und die Idee, die Hand mit festzubinden, um die Blutung zu stoppen, war eine sehr gute gewesen. »Was ist passiert und wie lang ist es her?«, wollte er wissen, während der Doc Leifs Wunde bereits desinfizierte und für die Naht vorbereitete. »Damit wir den Blutverlust abschätzen können. Es kann sein, dass wir ihm welches geben müssen.« Es gab hier ein paar Leute mit der Blutgruppe, die mit allen anderen kompatibel war.
»Nasir, komm her, ich brauche deine Hilfe«, ließ der immer noch namenlose Doc verlauten. Den Befehlston nahm der Syrer ihm nicht übel, denn er wusste, er meinte es nicht so, außerdem zählte jetzt wirklich jede Sekunde. Nasir warf trotzdem Agron einen warnenden Blick zu, denn der tendierte meistens dazu, wegen so was eher die Nerven zu verlieren. xD
»Kümmert euch bitte um Virgil. Ich sage euch Bescheid, sobald wir Leifs Zustand stabilisiert haben, okay?« Er nahm die Hand des Ex-Christen und lächelte aufmunternd. »Das wird schon wieder, ganz bestimmt!«
@Virgil Chadburn



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Virgil wünschte ebenfalls, er könne Leif nun festhalten. Aber er musste rudern.. und zwar so schnell wie seine muskulösen Oberarme es zuließen xD. Weswegen er ihm leider der Kälte des nassen Bootes überlassen musste. Er konnte nur darauf hoffen, dass Virgils Liebe ihm trotzdem Wärme spendete…
Er bekam nicht mit womit Leif während dem Heimmarsch haderte. Hörte nur sein Gemurmel.. wodurch ihm klar war, dass er sich beeilen musste. Denn Leif war definitiv nicht ganz bei Sinnen. Und stand wohl kurz davor, wieder das Bewusstsein zu verlieren
„Wir haben es gleich geschafft..halte noch etwas durch..“
Murmelte er so zuversichtlich wie möglich und erhöhte das Tempo noch einmal. Irgendwann regte Leif sich jedoch nicht mehr, weshalb er die letzten Meter laufend hinter sich brachte und sich die ein oder andere Träne von den Wangen wischen musste. Er hatte solch eine höllische Angst um Leif! Was wenn es zu spät war? Was wenn er es nicht mehr rechtzeitig schaffte??
Nachdem er die Tore zur Kolonie passiert hatte, war da nur noch ein lautes Rauschen in seinem Kopf. Und alles was passierte… fühlte sich so unwirklich und surreal an. Die Stimmen, die Geräusche, alles drang nur dumpf an sein Ohr und so als wäre er gar nicht wirklich anwesend. Nun nahm der Schock nämlich endgültig überhand. Und Virgil ließ alles was passierte…. einfach nur noch zu. Folgte Auron und Agron zwar, stand dabei aber völlig neben der Spur. Denn nun…. da wurde ihm die Verantwortung einfach aus den Händen genommen. Er übergab Leif in fähigere Hände, die ihm hoffentlich helfen konnten.
Im ersten Moment nahm er die Fragen des Docs überhaupt nicht wahr. Erst als er sie lauter und energischer wiederholte, durchdrangen sie langsam Virgils Starre und kämpften sich vor bis zu seinem Gehirn. Trotzdem sagte er völlig benommen
„was… wie lange… ich…“
Stammelte er überfordert. Woraufhin nun Agron ihn am Shirt packen wollte, nur trug er leider keins xD weshalb er ihn stattdessen an den Schultern packte und etwas rüttelte, ehe er ihm eine leichte Ohrfeige verpasste.
-Reiß dich gefälligst zusammen! Dein Freund braucht dich jetzt!!! Also kneif die Arschbacken zusammen und sag ihnen was sie wissen wollen!-
Virgil blinzelte ein paar Mal und.. schüttelte dann den Kopf, um wieder zur Besinnung zu kommen. Agron hatte Recht. Er musste nun weiter stark sein! Für Leif. Er hatte ihm versprochen ihn niemals im Stich zu lassen. Also musste er sich nun zusammen reißen. Nickte deshalb entschlossen und sagte viel fokussierter
„Es ist.. vor ungefähr 1,5 Stunden passiert. Leif hat sich den Kopf an seinem Boot gestoßen und war mehrere Minuten bewusstlos unter Wasser…ich konnte die Blutung nicht ordentlich stillen… da ich rudern musste..“
Dann wussten sie auch gleich, dass er bestimmt unterkühlt war und vielleicht immer noch Wasser in den Lungen hatte. Er war medizinisch nicht so bewandert und wusste nicht, ob es wirklich eine Rolle spielte. Aber er wollte es zumindest gesagt haben.
Durch den Tumult kamen auch noch zwei andere ‚Gäste‘ aus dem Wartezimmer im Nebenraum. Adam und Dino waren vor einer Weile schon wieder zurück zu den Riders gekehrt, doch vor ein paar Tagen hatte sich Adams Fingerwunde aus irgendeinem Grund entzündet. Obwohl sie eigentlich schon gut verheilt gewesen war. Doch manchmal passierte so etwas wohl. Weshalb Dino darauf bestanden hatte, dass sie zur Untersuchung nach Balar gingen. Immerhin wurde Adam hier ursprünglich behandelt und sie vertrauten dem Doc einigermaßen. Also.. Dino tat es. Adam traute keinem! Aber er musste zugeben, dass er seine Verletzung nach den Geschehnissen im Herrenhaus gut verarztet hatte. Er kannte also auch seine Vorgeschichte.. weswegen Adam missmutig zugestimmt hat. Wobei man sagen musste… dass es ihm seit kurzem gar nicht mehr so viel ausmachte, nach Balar zu reisen xD.
Natürlich begann Agron sofort genervt zu stöhnen, als er Adam erblickte. Der war immer noch ein rotes Tuch für ihn.
-Was macht ihr beide denn schon wieder hier???-
Und warum waren sie ganz zufällig auf der Krankenstation, gerade als Nasir seinen Dienst begonnen hatte? Hmpf.. Agron erdolchte Adam sofort wieder mit Blicken, ehe er zu Nasir sah. Er wollte ja schon sagen, dass der Doc gefälligst nicht so harsch mit ihm reden sollte aber…. er hielt sich zurück. Nasir wollte nicht, dass Agron sich zu sehr in seine Arbeit einmischte. Weshalb er versuchte sich zusammenzureißen. Dennoch würde er dem Doc später wohl die Leviten lesen, sobald Leifs Zustand stabil war.
Virgil stand einfach nur völlig überfordert neben der Trage, auf welche Leif gelegt worden war. Alles drehte sich und er wusste überhaupt nicht wohin mit sich oder seinen Gefühlen.
Erst jetzt wurde ihm langsam klar, wer ihm da gerade geholfen hatte. Mitunter Auron.. dem er sich.. normalerweise immer noch nicht so richtig unter die Augen zu treten traute. Immerhin war er mit Schuld an der Entführung seiner Tochter. Und das nagte immer noch an ihm, weshalb es ihn nicht wundern würde, sollte er ihm seine Hilfe verweigern…
@Leif Tyrson



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Leif fühlte sich in Virgils Obhut so sicher wie nirgends sonst. Er glaubte ihm, dass sie es gleich geschafft hatten, und er versuchte auch, durchzuhalten und zu kämpfen. Doch irgendwann forderten Blutverlust und Schock ihren Tribut und Leif dämmerte wieder weg. Wenigstens war er nicht klinisch tot, sondern ›nur‹ bewusstlos. Ob er noch mal aufwachen würde, blieb trotzdem abzuwarten. Aber selbst in diesem Zustand spürte er die Geborgenheit, die sein Partner ihm vermittelte und seine Liebe. Er war nicht allein und er würde weiter gegen den Tod ankämpfen, mit sämtlicher Willenskraft, die ihm innewohnte. Alles, was dann in Balar passierte, bekam er jedoch nicht mehr mit.
An Virgils Seite standen dafür andere. Erst kürzlich hatte man gemeinsam ein Drama durchgemacht, was aber nicht gleich hieß, dass die Truppe miteinander befreundet war. Die beiden Wikinger hatten sich fern von der Familie gehalten, weil das schlechte Gewissen sie noch plagte und sie sich nicht aufdrängen wollten. Außerdem war ihre eigene Beziehung im Fokus gewesen, sie hatten viel sorglose Zweisamkeit nachzuholen. Was wohl spätestens mit dem heutigen Tag endete – zumindest, was die Unbedachtheit betraf.
Auron hegte keinen Groll gegen die beiden, er war einfach nur glücklich, seine Tochter zurückzuhaben und dass die Gefahr, die von Torben ausgegangen war, nun getilgt war. Er half also ohne zu zögern, und trug Leif zum Krankenlager.
Dass Virgil unter einem gehörigen Schock stand, missachteten die Krieger jedoch – ihnen würde das schließlich niemals passieren. Sie waren doch allzeit bereit und fokussiert! xD Agrons kurze Ansprache zeigte zum Glück Wirkung, sodass Virgil die gestellten Fragen endlich beantworten konnte.
Nasirs Gesicht verzog sich kurz vor Sorge. Das klang alles nicht besonders erbaulich und könnte zu Komplikationen führen. »Du hast alles getan, was du konntest.« Wie viele Vorwürfe sich Virgil machte, war doch zu sehen. Er würde ihm gern beistehen, aber er musste dem Doc helfen. Daher bat er Auron und Agron, sich um Virgil zu kümmern – und meinte auch das Versorgen mit Decken und frischer Kleidung. Nicht wissend, dass dies einfach ignoriert werden würde. Vielleicht hätte er auch klarere Instruktionen geben sollen, aber er war mit dem Kopf bereits bei Leif und verschwand mit Patient und Doc in einem Nebenraum, wo sie in Ruhe die Behandlung durchführen konnten.
Dino war schon aufgefallen, dass Adam sich nicht so gesträubt hatte wie sonst, nach Balar zu kommen. Und natürlich hatten sich die neugefundenen Seelenverwandten nach ihrer Ankunft bereits intensiv ausgetauscht. Dino bemühte sich, das zu akzeptieren, auch wenn bei ihm trotzdem ab und an die Eifersucht entflammte. Trotzdem ... der Ring und Adams Liebe waren sein und das das war alles, was zählen sollte!
Aber nun, wo sie aus dem Krankenzimmer traten und den Tumult hier erblickten, pochte Dinos Herz voller Furcht. Was war denn nun wieder passiert? Er sah gerade noch, wie Leif durch die nächste Tür geschoben wurde und der Blick auf Virgils blutüberströmten ... nackten .... und muskelbepackten Oberkörper erklärte ihm den Rest. Scheiße, Leif war offenbar verletzt worden und es sah nicht gut aus, hm? Ohne groß drüber nachzudenken stiefelte Dino zu Virgil und nahm ihn fest in den Arm. Das hatte bestimmt noch niemand hier getan und er wusste ganz genau, wie scheiße das Gefühl war, nicht zu wissen, ob der Partner überleben würde oder nicht. Dino hatte Adam fast im Herrenhaus verloren und sogar mitansehen müssen, wie er sich freiwillig dorthin hatte schleppen lassen. Das würde er niemals vergessen, es hatte sich für immer in sein Gehirn eingebrannt, wie er sich in diesen Stunden der Ungewissheit gefühlt hatte. Und Dino war eben jemand mit sehr viel Empathie. Er hielt es kaum aus, wie Virgil dort so verloren stand. Weswegen er nun auch eine der Decken hier nahm und sie dem Wikinger um die Schultern legte und dann zog er auf eine der Tragen und setzte sich neben ihn. »Willst du drüber reden, was passiert ist?«
Sollten die anderen Kerle sich doch die Köpfe einschlagen, mit ihrem Machogehabe. Dino wollte für Virgil da sein und das hatte nichts mit einem Flirt oder so zu tun, sondern einfach mit Mitgefühl und Nächstenliebe.
@Virgil Chadburn



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Eine Aussprache zwischen Virgil, Leif, Auron und Raven hatten die beiden Wikinger bisher immer ein wenig aufgeschoben. Oder besser gesagt eine Entschuldigung. Das war Virgil sehr wichtig. Bislang hatte er nur nicht den Mut gehabt zu ihnen zu gehen. Und jetzt.. jetzt hatte er nicht den Kopf dafür. Doch dass Auron ihm half, das würde er ihm später sicher sehr hoch anrechnen. Und spätestens dann würde er ihm seinen Dank und sein Bedauern aussprechen.
Doch nun zählte einzig und allein Leif. Auch wenn Virgil froh darüber war… jetzt nicht völlig allein zu sein. Da war es ihm auch egal, dass Agron ihn ohrfeigte. Das lenkte ihn ab und sorgte dafür, dass er seinen Ängsten und Gedanken nicht vollkommen schutzlos ausgeliefert war. Denn nun alleine zu sein… das wäre tödlich. Egal wie hilfreich die Gesellschaft auch war oder eben nicht xD.
Nasirs Worte jedoch… führten eher dazu, dass Virgil sich noch schrecklicher fühlte. Denn sie klangen wie diese typischen Floskeln, die man zu jemandem sagte, wenn gerade ein geliebter Mensch verstorben war! Hieß das etwa, es stand so schlecht um Leif? Und deshalb erteilte er ihm diese Absolution? Er sah ihn mit verzweifelten Blick an.. konnte seine Worte aber keinesfalls annehmen, weil sie einfach nicht stimmten. Er hätte ganz anders reagieren müssen. Viel schneller.. und hätte nicht so unvorsichtig sein dürfen. Weshalb er statt zu nicken nur sagte
„Bitte rette ihn Nasir…. ich flehe dich an..“
Seine Stimme klang dünn und erstickt. Er wusste, dass Leif hier in guten Händen war. Dennoch hatte er schreckliche Angst um ihn. Denn vielleicht hatte seine notdürftige Versorgung einfach nicht gereicht.. oder er war zu langsam gewesen..
Virgil wollte gerne beten. Doch es war hier drinnen nun viel zu unruhig dafür und er konnte ohnehin keinen klaren Gedanken fassen.
Agron und Auron wussten definitiv nicht was Nasir eigentlich von ihnen wollte. Virgil sah nicht so aus als wäre er verletzt. Das war schließlich nicht sein Blut, oder? Also sahen sie keinen Anlass ihm zu helfen. Sie beide liefen schließlich ständig halb nackt rum. Weshalb sie sich dabei nichts dachten. Als echter Wikinger machte man das eben so. Und er sollte keine Pussy sein nur weil er ins Wasser gefallen war.. nein, dafür hatten sie wirklich kein Verständnis. Agron dachte jedenfalls sie sollten einfach nur bleiben, um ihn abzulenken oder so. Was schwierig war, da er selbst von Adams Anwesenheit sofort abgelenkt wurde! Er hatte noch gar nicht mitbekommen, dass Nasir und Adam sich bereits gesehen hatten. Sobald er es herausfand, wäre er aber alles andere als erfreut!
Adam und Agron warfen sich also bereits tödliche Blicke zu. Wobei Adam darin ein bisschen besser war. Agron ging schneller in die Luft als er, weshalb Adam das Starrduell definitiv gewinnen würde.
Er konnte sich gar nicht darauf konzentrieren, was hier gerade passiert war. Erst als Dino von seiner Seite wich und Virgil umarmte….. wandte er den Blick von Agron ab und sah zu dem Wikinger.
Das gefiel ihm ja noch weniger! Er wusste ja, dass Dino nur helfen wollte und emphatisch war und so. Aber der Kerl war halbnackt! Und Dino hatte sich in seiner Gegenwart schon mal so seltsam aufgekratzt verhalten. Weshalb sein Fokus von Agron weg, hin zu Virgil rückte. Den er nun jedoch noch nicht abknallte… da er ja noch nicht genau wusste was passiert war. Das Dino ihn einfach umarmte ließ ihn aber trotzdem Knurren.
Etwas das Virgil ebenso wenig mitbekam. Stattdessen stiegen ihm sofort wieder Tränen in die Augen bei Dinos lieber Geste und er ließ sich die Decke umlegen. Erst dadurch wurde ihm langsam bewusst wie sehr er eigentlich fror. Innerlich und äußerlich. Wie mechanisch ließ er sich auf die Trage sinken und senkte schuldbewusst den Kopf
„Wir haben…. einfach nur rumgeblödelt, als wir draußen waren, um zu fischen und.. etwas Zeit für uns zu haben. Und dann.. ging plötzlich alles so schnell. Leif ist nach hinten vom Boot gefallen, weil ich.. nicht aufgepasst habe. Und statt ihm sofort zu helfen… habe ich ihn ausgelacht!!“
Wieder sammelten sich bei dieser Erkenntnis Tränen in seinen Augen. Denn wie hatte er das nur tun können??? Er fühlte sich schrecklich deswegen!
„Und dann ist er nicht mehr aufgetaucht. Ich dachte.. er wollte mich nur erschrecken.. oder sich einen Spaß erlauben aber dann war da plötzlich all das Blut und…“
Virgil konnte nicht weiter reden, da sich ein Kloß in seinem Hals bildete. Er hielt sich eine Hand vors Gesicht, da niemand seinen Gefühlsausbruch sehen sollte.
Bis ihm schlagartig etwas bewusst wurde und er ruckartig wieder aufsprang. Dabei rutschte auch die Decke wieder von seinen Schultern
„Ich habe ihm versprochen ihn zu erlösen, bevor er sich in einen Untoten verwandelt und seine Seele auf Ewig zwischen den Welten gefangen ist!!! Ich kann.. ich kann nicht zulassen, dass das passiert!!“
Das musste er dem Doc doch sagen!! Dass er ihn zu ihm ließ, wenn es wirklich schlecht um ihn stand! Virgil wollte nach drinnen ins Behandlungszimmer stürmen. Doch da er so ruckartig aufgesprungen war, wurde ihm plötzlich extrem schwindelig und übel. Er musste sich an der Trage festhalten, da ihm gerade die Sicht vor Augen verschwamm. Nun wo das Adrenalin langsam nachließ und der Schock sich breit machte.. zeigten sich auch bei ihm nun deutliche, körperliche Symptome und er drohte nun umzukippen.
Statt zu Boden zu gehen, waren es diesmal jedoch Agron und Adam gemeinsam…… die ihn an der Schulter fest hielten und zurück auf die Trage drückten. Das taten sie beide nicht gerne. Und erst Recht nicht zusammen. Aber nachdem sie die Geschichte gehört hatten….. konnte wohl jeder von ihnen verstehen, wie beschissen es Virgil nun ging. Denn sie alle waren schon mal in einer ähnlichen Situation gewesen. Weshalb selbst Adam ausnahmsweise keine Szene machte, weil Dino so vertraut mit ihm umging..
@Leif Tyrson



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Die Aufschiebung der Entschuldigung war womöglich ein wenig egoistisch gewesen. Andererseits war es doch keine schlechte Idee, der Familie erst mal Raum zu geben, schließlich war das alles sehr dramatisch und aufreibend gewesen. Da gleich wieder als zwei Triggerpunkte vor der Tür zu stehen, hätte nicht gerade deeskalierend gewirkt. Zumindest hatten sich Leif und Virgil das eingeredet und außerdem hatten sie auch ihre eigene Baustelle. Sie waren ebenfalls von Torben gequält worden, auch wenn sie das viel zu spät erkannt hatten. Dass sie nun frei von seinem Wirken waren, hatte auch sie feiern und zusammenrücken lassen. Die letzten Wochen waren ein Muss gewesen, für ihre Herzen und ihre Beziehung. Welche von Anfang an unter einem ungünstigen Stern gestanden hatte und nun endlich eine ganz andere Richtung einschlagen konnte.
Allerdings hoffentlich nicht die des Todes und Verlustes. Unfälle geschahen, das war schon immer so. Ihren Schrecken verloren sie niemals und viel zu hart wurde man wieder in die Realität hineingezogen. Leif war ohne Bewusstsein und bekam nichts mehr von dem Trubel mit. Wohin auch immer sich seine Seele zurückgezogen hatte, dort war es still und warm. Egal, ob Virgil nun im Nebenraum war und er ihn nicht mehr hörte oder seine Wärme spürte ... seine Präsenz und Liebe fühlte er trotzdem und zog Stärke daraus.
Nasir wollte mit seinen Floskeln doch nicht erreichen, dass sich Virgil noch schlechter fühlte. Ganz im Gegenteil, er hatte ihm eigentlich sagen wollen, dass er sehr gute Arbeit geleistet hatte. Bei seinem Flehen schluckte der Syrer schwer und nickte. Er legte dem Wikinger eine Hand auf den Oberarm ... bis zur Schulter kam er ›leider‹ nicht, ohne sich strecken zu müssen. xD »Hier wird alles für die Gesundung der Patienten getan. Vor dir steht der lebende Beweis.« Er war zwei Mal hier und am Rande des Todes gewesen. Aber er hatte überlebt. Und das würde Leif auch schaffen. Doch mit dieser Erklärung würde er nur noch mehr Zeit verschwenden, also beließ er es bei diesen hoffentlich aufmunternderen Worten und widmete sich seiner Arbeit.
Das hier wuchs ja zu einem richtigen Familientreffen an. Dino hätte auch unter Adams wachsamen Blick nicht anders gehandelt und Virgil umarmt. Es zersetzte ihm einfach das Herz, in so furchtbar gescholten und geschunden dort stehen zu sehen. Weswegen er sich um ihn kümmern wollte, da es sonst niemand für nötig hielt und Nasir anderweitig eingespannt war. Sie saßen also kurz darauf dicht an dicht auf der Trage und Dino ermunterte Virgil, ihnen zu erzählen, was geschehen war. Vielleicht würde das helfen. Auch ihnen, die Lage besser einzuschätzen und ob der Waliser womöglich auch noch Wunden davon getragen hatte, die sie sich anschauen sollten. Es wirkte zwar nicht so, aber wer wusste schon, was unter dem ganzen Blut versteckt war. Auch damit hatte Dino Erfahrung. Dank des Adrenalins erinnerte man sich hinterher manchmal nicht mehr daran, wo man sich welche Verletzung zugezogen hatte.
Diego war jemand, der generell viel Körperkontakt suchte, auch zu Freunden. Virgil war genau genommen kein Freund, aber er mochte ihn und wollte ihm Trost spenden. Weswegen er ihm leicht über den mit Stoff bedeckten Rücken strich und mitfühlend ansah. »Du konntest doch nicht wissen, dass er sich verletzt. Wenn es komisch aussah, hätten wir alle wohl gelacht.« Man rechnete doch nie mit dem Schlimmsten. Dino fand es also nicht verwerflich, wie Virgils erste Reaktion auf den Sturz ausgesehen hatte.
Und dann sprang der Wikinger plötzlich auf und schlug Diego fast die Decke ins Gesicht. Irritiert blinzelnd blieb er sitzen, während die Kavallerie anrückte und Virgil wieder auf die Liege drückte. Dem es offenbar genauso plötzlich sehr schlecht ging. Weswegen sich Diego rasch erhob, damit sie ihn hinlegen konnten. »Du bist unterkühlt und hast einen Schock«, mutmaßte er. Die eine Decke konnten sie bereits über Virgil legen, aber er holte gleich noch mehr und stapelte sie auf dem armen Mann. Er schob auch eine zusammengeknüllte unter seine Beine, damit sie hochgelagert wurden. »Hier wird niemand erlöst, sí? Leif wird das schaffen!«
Auron sah den Waliser derweil mit kritischem Blick an. »Und auf dem Weg hierher, hast du dir da irgendwelche Verletzungen zugezogen?« Hoffentlich brauchten der Doc und Nasir nicht so lang, denn offenbar musste man sich Virgil auch mal genauer ansehen.
Wie auf Abruf kam der Syrer durch die Tür und sah sorgenvoll auf das Bild, was sich ihm bot. Scheiße, offenbar war Virgil auch zusammengeklappt. Aber die Jungs kümmerten sich schon und Nasir würde gerade nichts anders machen, also konnte er ihn wohl weiter in deren Obhut belassen.
»Wir brauchen dringend jemand, der Leif Blut spendet und den hohen Verlust ausgleicht. Hat jemand von euch die Blutgruppe 0?« Das wäre am praktischsten, bevor er durch die halbe Kolonie rennen musste. Es gab ein paar, die den Ärzten bekannt waren, aber es würde eben dauern, sie zu suchen und herzuholen. Wenn sie denn überhaupt mit der Spende einverstanden wären.
Dino schüttelte bedauernd den Kopf. Manche wussten vielleicht auch gar nicht, welcher Gruppe ihr Blut zugehörig war. Auron hingegen schon, weswegen er – wieder ohne zu Zögern – vortrat. »Ich habe früher oft Blut gespendet«, erklärte er. Das hatte zusätzliches Geld gegeben, das er für Cole gespart hatte. An ihn zu denken, erfüllte ihn kurz mit Bitterkeit, aber er schob sie fort. Wenn er nun ein Leben retten könnte, würde er das tun – egal, wie es ihm nach der Transfusion gehen würde. Schwindel und so was würde er schon gut wegstecken.
@Virgil Chadburn



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Klar. Man konnte sich vieles schönreden. Aber in Wahrheit hätten Leif und Virgil spätestens nach ein paar Tagen bei Auron und Raven vorbei schauen sollen, um sich zu erkundigen, wie es ihrer Kleinen ging. Ob alles okay war und ob sie irgendetwas tun konnten, um zu helfen. Aber das hatten sie nicht getan. Aus Angst vor der Reaktion? Aus Egoismus und dem Wunsch alles Negative für eine Weile zu vergessen? Es war wohl eine Mischung aus allem. Aber nun wo Auron ihm mit Leif half.. würde das schlechte Gewissen diesbezüglich auch nicht mehr lange auf sich warten lassen.
Noch stand er dafür aber viel zu sehr neben der Spur.
Virgils Oberarm war eisig kalt, weshalb Nasirs warme Finger darauf fast ein bisschen brannten. Dennoch spendeten seine Worte ihm ein wenig Mut. Denn er hatte gehört, dass es auch um Nasir schon mehrfach schlecht gestanden war. Der Doc ihn aber stets zurück ins Leben geholt hatte. Er konnte also nur dafür beten, dass es ihm auch mit Leif gelingen würde. Wo war eigentlich der Rabe, wenn er ihn mal brauchte? Seine Anwesenheit.. würde ihm wohl mehr Trost und Kraft spenden, als alle anwesenden Menschen es könnten. Auf der anderen Seite könnte es auch ein schlechtes Omen sein und dafür stehen, dass die Raben ihn nach Valhalla holen wollten!
Also vielleicht besser, dass nichts dergleichen geschah.. diesmal lag Leifs Schicksal in den Händen von zwei Menschen und nicht von Göttern. Auch wenn er darauf hoffte, dass sie ihn nun nicht im Stich ließen sondern den beiden Ärzten die Fähigkeiten verliehen Leif zu retten.
Virgil wusste, dass jeder ihn hier nur aufmuntern wollte. Also zumindest Dino und Nasir, die anderen Kerle versuchten es gar nicht erst. Wirklich helfen tat nun aber keines ihrer Worte. In so einem Augenblick das Richtige zu sagen war schier unmöglich. Weshalb Virgil das meiste nur schweigend abnickte, seine Schuldgefühle ihn aber weiterhin erdrückten.
Was ihn wohl auch zu dieser unbedachten Handlung führte, wegen derer er fast am Boden gelandet wäre, hätten Agron und Adam ihn nicht aufgefangen und zurück aufs Bett verfrachtet.
Missmutig ließ er sich darauf zurück drücken. War davon aber nicht begeistert. Doch gegen die beiden konnte er sich gerade nicht behaupten. Dafür fühlte sein Körper sich viel zu taub und schwach an.
„Es geht mir gut!“
Protestierte er dennoch. Er war einfach nur zu schnell aufgestanden, das war alles. Das er unterkühlt war, konnte er aber nicht bestreiten. Denn erst nachdem Dino ihn in etliche Decken eingewickelt hatte, bekam er langsam wieder ein Gefühl in seinem Körper. Welches sich durch ein leichtes, unangenehmes Kribbeln bemerkbar machte.
„Er ist ein Krieger… er muss es einfach schaffen.. aber wenn nicht dann…“
Virgil schloss kurz die Augen. Nur für eine Minute, dann würde er wieder aufstehen und zu Leif eilen, um sich zu vergewissern, ob er noch atmete! Aber gerade drehte sich alles so, dass er erneut nur zu Boden fallen würde.
Aurons Blick spürte er trotz geschlossener Augen auf sich ruhen. Ob er sich Verletzungen zugezogen hatte? Wieso fragte er ihn das? Hatte er Sorge… dass Virgil sich infiziert haben könnte und es ihm deshalb gerade so mies ging? Wenn Virgil ehrlich zu sich war, dann konnte er diese Frage nicht wirklich beantworten
„Ich… ich denke nicht, ich… ich meine da waren ein paar Beißer auf dem Rückweg aber.. die konnte ich ausschalten..“
Auf dem Boot hatte er sich auch ein paar Kratzer und Schürfwunden zugezogen aber nichts, das seiner Meinung nach kritisch zu betrachten wäre. Allerdings würde er richtige Verletzungen wohl auch nicht spüren. Hätte einer der Beißer ihn erwischt.. würde er es nicht bemerken, da sein Körper sich immer noch größtenteils taub anfühlte.
Vielleicht hatte Dino ja doch recht und das hier war einfach die Unterkühlung und der Schock.
Als Nasir nach draußen kam setzte Virgil sich sofort wieder ruckartig auf. Dabei wurde ihm wieder so schwindelig, das er ein Würgen unterdrücken musste und dementsprechend blass aussah.
„Wie geht es ihm?????“
Fragte er sofort aufgebracht. Seine Bitte war jedoch bereits Antwort genug. Er hatte zu viel Blut verloren. Virgil war zu langsam gewesen.
„nein…. unser Blut ist nicht kompatibel…“
Sagte er und ballte die Hände zu Fäusten. Nun war er nicht mal dazu fähig mit dem Mann den er liebte sein Blut zu teilen und ihm dadurch zu helfen! Das war so frustrierend!! Und es machte ihm auch höllische Angst. Was wenn sie nicht rechtzeitig jemanden fanden??
Aber völlig unerwartet meldete sich Auron dafür. Was Virgil… die Augen weiten ließ. Gerade Auron? Der Mann.. welcher durch Virgils Unvorsichtigkeit er so viel Leid zu ertragen gehabt hatte?
Das war so bitter.. er würde ewig in seiner Schuld stehen. Weshalb Virgil nun doch wieder von der Trage rutschte, um Auron die Hand auf die Schulter zu legen. Auch wenn es eher ein bisschen ein.. festkrallen war, damit er nicht umkippte.
„Wie kann ich dir je dafür danken?“
Fragte er ihn mit tiefer Dankbarkeit und Traurigkeit in seinem Blick. So wie auch leichtem Unbehagen. Denn gerade er wäre der Letzte…. der nun etwas für Leif und ihn riskieren sollte. So eine Blutspende war in Zeiten wie diesen immerhin auch nicht ganz ungefährlich.
Währenddessen trat Adam nun wieder näher an Dino heran und… zog ihn sachte von der Liege xD Virgil brauchte doch Platz um sich auszuruhen und.. es war ihm wohler, wenn sein Partner nun in seiner Nähe war und nirgendwo sonst.
@Leif Tyrson



Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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Der Rabe war ihnen hierher gefolgt, auch wenn Leif ihn, zusammen mit Odins Erscheinung, eher als Wegbegleiter nach Hel empfunden hatte. Valhalla würde ihn nun eher weniger erwarten. Wenn das Schlimmste eintrat, würde er schließlich im Krankenbett sterben und seine Wunde war ihm auch nicht in einem Kampf zugefügt worden. Vielleicht würde er auch nach Ran kommen, weil das Meer mit im Spiel gewesen war. So oder so wäre ein Rabe an seiner Seite gerade ein schwer zu deutendes Omen. Also war es vielleicht wirklich besser, dass er fernblieb.
Dino brach es wirklich das Herz, wie Virgil neben ihn saß und so offensichtlich von Schuld erdrückt wurde, die er sich eigentlich nicht aufladen musste. Aber darin waren alle, die sich in diesem Raum befanden, ziemlich gut. Wichtig war, dass es einem irgendwann trotzdem gelang, wieder nach vorn zu blicken.
Er ignorierte Virgils Beteuerung, dass es ihm gut ging. Klar, er war ja nur gerade fast zusammengeklappt und plötzlich leichenblass. Wortlos legte er eine Decke nach der anderen auf und um ihn, damit er gut gewärmt wurde.
Aurons Sorgen lagen hingegen woanders. »Du solltest dich nach Wunden absuchen. Nicht nur nach Bissen. Jede Verletzung kann sich entzünden und wenn das passiert, liegst du bald neben deinem Liebsten und kannst ihm nicht mehr beistehen. Nasir ist mal fast gestorben, weil man seine Wunden nicht rechtzeitig versorgt hat.«
Das war nicht mal wirklich als Seitenhieb auf Agron gemeint, der lieber mit Nasir geschäkert und dann gestritten hatte, statt ihn wegen seiner geschundenen Hände und generell schlechten körperlichen Verfassung mal zum Doc zu bringen. xD Es war einfach nur ein Fakt, der Virgil etwas aufrütteln sollte.
Als Nasir auftauchte, wurde Dinos wunderschöner Deckenberg in Unordnung gebracht, weil der Waliser alles wieder von sich strampelte.
»Wir konnten die Blutung stoppen«, erwiderte der Syrer, verschwieg jedoch erst mal, wie tief die Wunde ging. Das Gehirn schien nicht geschädigt zu sein, aber die Oberfläche des Schädelknochens ... schon. Nur zu nähen würde nicht reichen und Leif würde dann noch mehr Blut verlieren. Weswegen es unabdingbar war, ihm neues zuzuführen. »Ich hoffe, du liebst Leif auch ohne sein langes Haar. Zumindest einige Strähnen werden gleich weichen, damit wir ... ordentlich nähen können.« Nasir lächelte trotz der unschönen Prognosen. Aber er wollte Virgil auf unbeholfene Weise an seine Liebe zu dem Mann erinnern.
Auron meldete sich freiwillig für die Transfusion. Er wusste nicht so recht, warum Virgil so eine große Sache daraus machte. Kurz sah er zu der Hand, die in seine Schulter gekrallt wurde, dann wieder dem Wikinger in die Augen. »Dank mir damit, dass du nicht als Nächstes umkippt. Leif braucht dich, und zwar in voller Stärke.«
Damit ging er gemeinsam mit Nasir in den Nebenraum. Wohl oder übel würde er bei der OP zusehen müssen, denn die Transfusion konnte nicht bis danach warten. Leif brauchte sein Blut sofort. Aber das störte Auron nicht, sein Magen hielt einiges aus.
Dino wurde derweil von Adam von der Trage gezogen. Er erkannte die wahre Intention dahinter nicht. xD Und kuschelte sich immer noch sehr betroffen und besorgt in die Arme seines Partners. Seine Interaktion mit Virgil endete deswegen aber nicht. »Auron hat recht. Du kannst gerade nichts anderes tun, als zu warten. Wir holen jemanden, der sich deine Wunden anschaut. Aber vorher solltest du mal ... ein Bad nehmen.« Er räusperte sich. Ihm war schon klar, er war der Falsche, um das einzufädeln. Irgendwie waren sie alle ganz verkehrt dafür, denn jeder hier war vergeben oder stand dem Waliser nicht so nah. Und Ärzte waren sie auch nicht. Hatte Virgil nicht noch andere Kontakte in Balar? Freunde, Vertraute?
@Virgil Chadburn



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