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WILLKOMMEN! Wir sind ein Walking Dead Forum bestehend seit 2013 – Wir folgen der Storyline aus der TV-Serie bis Negans Fall 2015. Seitdem schreiben wir unsere eigene Geschichte, die allerdings einige Schlüsselmomente aus der Serie mit einbezieht. Wir schreiben in Szenentrennung und geben auch vielen Free-Charakteren ein wundervolles zu Hause. Zudem sind wir eine entspannte Community und verfolgen auch keine Blackliste mehr.
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01.01.26 Frohes neues Jahr!
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Der Plot um den Angriff auf die Heavens Paradise neigt sich dem Ende.
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THE DEAD DON’T DIE
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Auch das wurde Virgil erst nach und nach bewusst. Dass diese Art von Tod… die schlimmste Strafe überhaupt für Leif wäre. Unwürdig. Seiner absolut nicht gerecht. Wenn er fiel, dann im Kampf als Krieger. Aber doch nicht weil er sich den Kopf stieß! Noch dazu im Wasser… seinem Element! Das wäre so bitter.. das durfte einfach nicht passieren. Wieso hatte Jörmungandr ihm nicht geholfen, statt ihn noch weiter unter Wasser zu ziehen? Virgil verstand einfach nicht was hier geschehen war. Wo Leif sonst so ein meisterhafter Schwimmer war.. doch manchmal.. da gab es einfach unglückliche Unfälle, die niemand verhindern konnte.
„Ja das.. werde ich“
Erwiderte Virgil nur schuldbewusst. Er wollte niemandem hier Ärger machen oder jemanden in Gefahr bringen, weil er eine Wunde übersah. Virgil war ja auch niemand der unvernünftig handelte oder extrem stur. Wenn er behandelt werden musste, dann würde er das auch akzeptieren. Es fiel ihm gerade nur so verdammt schwer weil seine Gedanken durchgehend bei Leif waren und nicht bei sich selbst. Er konnte sich gerade nicht auf seine eigenen Leiden konzentrieren. Es käme ihm irgendwie falsch vor. So als hatte er kein Anrecht darauf, weil es Leif noch viel schlechter ging als ihm und er sich deshalb nicht so anstellen sollte.
Agron gefiel der kleine Hinweis von Auron jedoch weniger. Denn auch wenn es sicher kein Seitenhieb gewesen war… so erinnerte es ihn an unliebsame Ereignisse in genau diesem Krankenzimmer. Er war zu nachlässig gewesen, weil er die meisten Verletzungen nicht ernst nahm. Und Nasir hatte den Preis dafür bezahlt. Aber Virgil war nicht Nasir. der war auch ein Krieger, der würde so ein paar Kratzer schon überleben. Weshalb Agron sich da keine Sorgen machte.
Es war besser, dass Nasir ihm nicht die ganze Wahrheit sagte. Die Wunde war so tief, dass sie sogar den Schädelknochen betraf??? Wie fest war Leif bitte gegen sein eigenes Boot gestoßen?? Virgil nahm allerdings nur wahr, dass die Blutung gestoppt werden konnte
„Heißt das.. mit etwas Blut wird er es schaffen?“
War natürlich die zweite Frage. Wenn man jetzt schon Prognosen treffen konnte. Aber wenn er nicht mehr blutete und nun Blut nachgefüllt wurde.. dann würde wieder alles gut werden oder? Vermutlich hatte er auch eine Gehirnerschütterung, ein paar gebrochene Rippen.. aber das alles würde Leif überstehen. Solange die Kopfwunde versorgt werden konnte.
„Ich würde ihn auch mit Glatze und Knollnase lieben…Hauptsache ich kann ihn wieder in den Armen halten“
Sagte Virgil mit einem ganz schwachen Lächeln, das trotzdem von Bitterkeit begleitet wurde. Denn die Scherze kamen ihm gerade nicht sehr leicht über die Lippen. Es glich eher einer Qual. Aber er schätzte Nasirs Versuch..
Aurons Wunsch ließ ihn nur nicken. Wenn das die Art von Dank war, die er haben wollte, würde er dem nachkommen. Dennoch würde er für immer in seiner Schuld stehen. Und er hatte vor.. sie so schnell wie möglich zu begleichen. Sobald Leif wieder auf den Beinen war..
Agron könnte nun eigentlich gehen, aber er wollte trotzdem bleiben, sollte Nasir Hilfe brauchen. Denn das würde wieder eine lange Nacht werden.
Adam selbst würde eigentlich auch gern gehen, er fühlte sich nicht wirklich zuständig für diesen Wikinger. Die Erlebnisse hatten sie als Gruppe zwar schon ein bisschen zusammen geschweißt, aber er hatte in der Höhle festgesessen und war nicht dabei gewesen, als die Angehörigen draußen mit allen Kräften versucht hatten sie aus der Höhle zu befreien. Weswegen Dinos Bindung zu Virgil wohl stärker war. Egal ob es Adam gefiel.
„Geduld ist eigentlich eines der ersten Dinge.. die ich in meiner Gemeinschaft gelernt habe. Und doch.. empfinde ich sie gerade als unerträglich“
Agron nickte. Er kannte das nur zu gut, weshalb sein schroffes Herz sich von der Sache nun ebenfalls ein bisschen erweichen ließ.
-Nasir war in wesentlich schlechterer Verfassung, als er hier eingeliefert wurde. Und der Doc hat ihn trotzdem wieder hingekriegt. Auch wenn Nasir einen Großteil der Arbeit selbst geleistet hat. Wenn Leif also leben will…. dann wird er leben. Und dafür kämpfen-
Agron war überzeugt davon, dass Nasirs Lebenswille zu einem großen Teil dafür verantwortlich war, dass er nun noch hier stand und nicht gestorben war. Weshalb es bei Leif auch so sein musste.. den kannte er ja schon wesentlich länger als Virgil. Also war er überzeugt davon, dass der Krieger kämpfen würde. Das lag ihnen einfach im Blut.
„Ich weiß, dass er das wird…“
solange die Dunkelheit keinen Schatten über ihn legte. Aber er durfte nun nicht schwarzmalen, sondern musste fest an seinen Partner glauben.
Bei Dinos Vorschlag hingegen schüttelte Virgil sachte den Kopf
„Ich kann nicht einfach gehen und… ein Bad nehmen während Leif dort drinnen um sein Überleben kämpft. Bitte… gebt mir einfach ein paar feuchte Lappen, damit ich mich von dem Blut befreien und meine Wunden überprüfen kann..“
Er würde sich nun nur notdürftig waschen und anschließend nachsehen, ob Blut an ihm klebte, das nicht von Leif oder Beißern war, sondern sein eigenes.
Agron warf ihm also ein paar nasse Lappen hin. Den vorderen Teil des Oberkörpers konnte er ja selbst machen. Aber an den Rücken… da kam er leider nicht ran. Weshalb er über die Schulter zu Dino und den anderen blickte.
„Könnte vielleicht jemand….?“
Und auch gleich überprüfen, ob er dort Verletzungen hatte, die er nicht sah?
Also Agron war raus xD der fand schöne Männerrücken zwar sehr verlockend.. aber stand dann doch eher auf sein zierliches Kätzchen. Auron war die einzige Ausnahme. Also nicht, dass er Virgil heiß finden musste, um ihm den Rücken zu waschen aber… nein. das wollte er jetzt einfach nicht machen.
Und Adam? Der wollte wiederum nicht, dass Dino es tat, konnte es mit seinem entzündeten Finger aber selbst nicht tun. Denn Virgils Rückenmuskulatur war wirklich eine Zumutung! Wie konnte man so muskulös sein??? Dagegen kam er sich vor.. wie ein Spargeltarzan obwohl er ebenfalls gut trainiert war. Aber das hier war eindeutig übertrieben xD
@Leif Tyrson



Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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Kopfwunden waren immer gefährlich. So tief mussten sie gar nicht gehen, dass der Schädelknochen angegriffen wurde. Da war schließlich nicht besonders viel Gewebe dazwischen, wie es an anderen Stellen des Körpers der Fall war. Leif hatte also wirklich Glück, dass es keine Gehirnquetschungen gab – das hätte durchaus sein Todesurteil sein können. Aber vielleicht wäre er dann zumindest ohnehin kein Beißer geworden.
Doch solche unschönen Szenarien schoben sie nun besser mal beiseite. Leif lebte, gegen die Verletzung konnte man etwas unternehmen und den Blutverlust dank Auron ausgleichen. Also nickte Nasir bekräftigend. »Sich zu uns zurückschlagen muss er selbst, aber ... er ist ein Krieger. Er schafft das.« Womit er aussprach, was die anderen dachten und was er selbst auch glaubte.
Er lächelte Virgil zu, weil dieser auf seinen unbeholfenen Aufmunterungsversuch einstieg. »Wenn wir fertig sind, lassen wir dich zu ihm. Dann kannst du ihn festhalten. Ich ... ich weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig das ist. Für beide Seiten.« Seine Kehle schnürte sich zu und sein Blick wanderte kurz zu Agron, der bereits mehrfach sein Lebensretter gewesen war. Es war nun einige Monate her, dass sie sich zuletzt in so einer schlimmen Situation befunden hatten, wie Virgil und Leif gerade. Aber Nasir hatte nichts von dem vergessen. Nichts von den Gefühlen, der Sicherheit, die Agron ihm am Krankenbett geschenkt hatte und auch kein einziges Gespräch, das sie dort geführt hatten.
Doch nun war keine Zeit für Sentimentalitäten. Und erst recht nicht vor anderen. Weswegen er tief einatmete und sich wieder Leifs Rettung widmete – gemeinsam mit Auron und dem Doc.
Nun kehrte Stille im Raum ein. Dino würde auf keinen Fall gehen, er würde bei Virgil bleiben, bis dieser zu Leif durfte. Was wohl zwangsweise bedeutete, dass auch Adam sich nicht entfernen würde. Nebenbei bemerkt war das auch nicht Dinos Wunsch. xD
Agron griff das auf, was Nasir bereits angedeutet hatte. Dass Leifs Kampfgeist ebenso wichtig war wie die Versorgung der Wunden. Dino fand es schön, dieses Gespräch zu beobachten, und hoffte, es würde Virgil ein wenig Mut schenken. Seine Finger verflochten sich mit Adams, denn er wünschte sich gerade sehr, ihm nahzusein. Kalt ließ diese Situation wohl keinen von ihnen.
Nun ging es darum, dass Virgil sich säuberte und nach Verletzungen suchte. Einem Mann dabei zuzusehen, wie er sich wusch, das war ... sehr intim. Weswegen Dino artig den Blick senkte. xD Adam würde ihn wohl ziemlich schelten, wenn er jede Bewegung genau beobachten würde.
Als sich dann jedoch niemand rührte, um Virgil bei seinem Rücken zu helfen ... war es ja wohl an Dino, diesen Part zu übernehmen. Uff! Er wusste nicht, ob er das schaffen würde, ohne weiche Knie zu bekommen. Virgil war eben ein verdammt schöner Mann, wie sollte er da nicht drauf reagieren? Und ihn zu waschen war noch viel intimer, als ihm aus den Augenwinkeln dabei zuzusehen.
Aber es musste sein, damit sie sichergehen konnten, dass der Waliser nicht ernsthaft verletzt war und eigentlich mehr in sein eigenes Blut gekleidet war als in Leifs.
»Okay ...«, raunte Dino mehr zu sich selbst als zu den anderen und ließ Adams Hand los. Dann nahm er den Lappen entgegen und stellte sich hinter Virgil ... begann über seine Haut zu fahren und Stück für Stück zu säubern. Es ... fühlte sich unglaublich verboten an. Zumal Agron und Adam auch noch zusahen!!!! Dino bemühte sich, vor seinem inneren Auge nur Szenarien entstehen zu lassen, die seinen Partner involvierten. Adam so zu waschen wäre sicher auch ... anregend. Aber diese Muskeln ... dios mío! Dino biss sich fest auf die Unterlippe, um sich mit Schmerz abzulenken. Vielleicht sollte er besser an irgendwelche ekligen und gruseligen Sachen denken? Gut, dass Adam seinen Gesichtsausdruck nicht sehen konnte, da Diego und Virgil beide mit dem Rücken zu ihm standen. Es sei denn, der Brite hatte die Position gewechselt. xD
»Keine Wunden an deinem Rücken. Alles ist gut!«, berichtete Dino, als er auch den letzten roten Streifen beseitigt hatte. Und trat dann rasch zurück zu Adam. Sein Puls raste immer noch. Aber er versuchte, sich das nicht anmerken zu lassen.
Er wandte sich an seinen Partner: »Sollen wir ihm vielleicht neue Klamotten holen und etwas zu essen und zu trinken?« Irgendwie musste Dino jetzt mal frische Luft schnappen. Und da sie noch etwas länger warten mussten, konnte Virgil ja schlecht weiterhin halbnackt hier hocken bleiben. Zumal er ja auch immer noch unterkühlt und erschöpft war!
@Virgil Chadburn



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Virgil konnte die Gefährlichkeit von Leifs Wunde überhaupt nicht einschätzen. Er stand viel zu sehr unter Schock, um klare Gedanken fassen zu können. Außerdem war er gerade auch noch dabei die Realität zu verdrängen, unfähig sich den Tatsachen zu stellen. Er wollte und musste einfach daran glauben, dass alles wieder gut werden würde
„Leif hat schon viel bedrohlichere Gegner bezwungen..“
Wie seine eigene Dunkelheit beispielsweise. Da würde er gegen den Tod ebenfalls bestehen!! Sie hatten förmlich einen Krieg gegen eine nicht greifbare Übermacht geführt. Da sollte das doch ein Klacks sein! Ja, man redete sich die Dinge gerne schön wenn man verzweifelt war. Aber alles andere war einfach keine Option.
Also nickte er und konnte nichts anderes tun… als zu warten. Zu warten bis Nasir ihn herein holte, ihm hoffentlich Entwarnung gab und er Leif endlich wieder in den Armen halten konnte. Denn seine Nähe und Wärme fehlte ihm so sehr, als hätte man ihm einen Teil seines Körpers abgetrennt. Es schmerzte förmlich real..
Bei Nasirs Worten wanderte Agrons Blick ebenfalls kurz zu Nasir und er schenkte ihm ein kurzes aber sanftes Lächeln. Denn er war immer noch verdammt stolz auf sein Raubkätzchen, dass er die Stärke gehabt hatte sich mehrfach zurück ins Leben zu kämpfen. Die Erinnerung war natürlich trotzdem nicht schön, aber Nasir sollte wissen, dass Agron hier war. Auch wenn Leif es nicht schaffen sollte, er wäre hier um ihn aufzufangen. Wohl wissend, wie sehr das sein Kätzchen aufwühlen würde. Nun wo er so direkt mit den Patienten arbeitete.
Gleich darauf spielte sich aber eine.. eigenartige Situation im Untersuchungszimmer ab. Adam ließ es nämlich total kalt wie Virgil sich wusch. Was war schon dabei? Er fand solche Muskelprotze wie ihn absolut nicht anziehend. Das Dino jedoch so peinlich berührt den Blick abwandte, bestätigte ihm bereits die Vermutung, dass es bei seinem Verlobten anders aussah. Sonst müsste er sich doch nicht dazu zwingen zur Seite zu sehen. Statt etwas zu sagen verdrehte er allerdings nur die Augen. Er wollte ja versuchen sich zu beherrschen und nicht aus jeder Mücke einen Elefanten zu machen. Erst Recht nicht vor Agron, vor dem er sich keine weitere Blöße geben wollte. Das mit ihnen war ja auch irgendwie so eine Art Konkurrenzding geworden.. selbst wenn Adam das nicht wollte. Aber Agron konnte die Sache mit Nasir schlechter verarbeiten und akzeptieren als Dino, das war ihm bewusst.
Das Dino ihm nun aber echt den Rücken waschen wollte ließ Adams Laune immer weiter in den Keller sinken und sein Blick könnte wohl kaum angepisster sein. Aber es ihm zu verbieten.. wäre auch mies. Immerhin könnte Virgil ja wirklich verletzt sein, also ließ er es notgedrungenermaßen zu. Hoffte ja darauf, dass Dino einfach zwei, drei mal schnell grob rüber schrubben würde, so wie er oder Agron das tun würden aber nein!! Er wusch ihm ja fast…aufreizend zärtlich den Rücken. Ganz langsam und genüsslich!!! Das ließ….. nun doch ziemliche Wut in Adam hochkochen. Erst recht weil Agron sich echt ein Lachen verkneifen musste, weil er genau wusste, wie Adam sich gerade fühlte xD ihm an seiner Stelle würde es haargenauso gehen!!! Aber gerade war er einfach ein bisschen schadenfroh und fand es lustig dabei zuzusehen, wie Adam von Sekunde zu Sekunde immer röter wurde und irgendwann lautstark meinte
-Ich glaube er ist nun sauber genug!!-
Und schon riss er Dino den Lappen aus der Hand und pfefferte ihn in das Waschbecken zurück.
Drehte ihn zu sich rum und sah ihm in die Augen. Ohhh er kannte Dino gut. Er kannte ihn verdammt gut! Weshalb er jede noch so winzige Veränderungen an seinem Verhalten bemerkte. Er sah also diesen leicht rötlichen Schleier auf seinen Wangen.. bemerkte die beschleunigte Atmung und war sich nicht sicher, ob er vielleicht sogar eine ganz leichte Beule in seiner Hose bemerkte?! Das könnte aber auch nur Einbildung sein. Dennoch regte es Adam ungemein auf.
„Ja, das sollten wir!“
Knurrte er deswegen nur auf seine Frage mit dem Essen und der Kleidung. Auch wenn das gerade nicht unbedingt hilfsbereit klang, sondern eher danach, dass er Dino hier schnellstmöglich rausschaffen wollte. Und genau das tat er auch, indem er seine Hand fest nahm und ihn nach draußen zerrte.
Agron musste nun wirklich ein bisschen lachen, während Virgil überhaupt nicht checkte was eigentlich los war. Er saß ja die ganze Zeit mit dem Rücken zu den Anwesenden und dachte überhaupt nicht daran, dass hier nun irgendwer schmutzige Gedanken haben könnte, während er um seinen Liebsten bangte. Deshalb war vielleicht auch Agrons Bemerkung nicht gerade angebracht aber Feingefühl war auch nicht seine Stärke.
-Scheint als hättest du der kleinen Diva ganz schön den Kopf verdreht, hm?-
Virgil.. drehte sich zu Agron um und sah ihm fragend in die Augen. Was redete er da? Er hatte doch gar nichts getan. Ja.. vielleicht geringfügig mit ihm geflirtet als sie einander kennen gelernt hatten. Allerdings war das einfach seine Art und da steckten keine Hintergedanken dahinter. Hatte er damit etwa einen Fehler gemacht und nun für Ärger zwischen Adam und Dino gesorgt?? Das wollte er wirklich nicht. Aber der Mexikaner war immer so süß nervös in seiner Nähe gewesen… da hatte er nicht widerstehen können.
„Das… war wirklich nicht meine Absicht.“
sagte er seufzend. Irgendwie sorgten Leif und er bei allen nur für Ärger im Paradies. dabei waren sie doch die friedfertigsten Menschen überhaupt. Diese Tatsache ließ Virgil den Kopf nun noch tiefer senken… er fühlte sich ohnehin schon beschissen.
Draußen ließ Adam nun von Dino ab und warf ihm einen mürrischen Blick zu.
„Sollen wir euch nächstes Mal vielleicht alleine lassen?“
sagte er bloß sarkastisch und angepisst, während sie unterwegs waren sich um Kleidung und Essen zu kümmern..
@Leif Tyrson



Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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Dino wusch Virgil doch nur so vorsichtig und sanft, weil er ihm nicht wehtun wollte. Er hatte bereits genug gelitten und vielleicht war ja wirklich irgendwo eine Wunde. Außerdem war Diego nicht Adam oder Agron, also kein grober Klotz! Demnach ließ er sich Zeit und ... na ja, das Muskelspiel dabei ganz verstohlen zu beobachten war vielleicht eine kleine Zugabe. xD Was sollte er denn tun? Das geschah ganz von allein und ... die beiden anderen hatten doch Augen im Kopf oder? Wie konnte man Virgil denn nicht attraktiv finden? Ja,schon klar, der bangte gerade um seinen Partner und aus diesem Akt was Anzügliches zu machen, war schon daneben. Aber Dino versuchte doch mit aller Macht, es nicht zu tun!!! Und wollte es auch gar nicht, er liebte Adam und hatte gar kein Interesse daran, sich in einen anderen Mann zu verknallen! Nicht, dass dies bereits geschehen war. War es nicht! Wirklich nicht! xD Aber gucken durfte man ja wohl noch ... oder?
Dino wurde der Lappen aus der Hand gerissen und unvermittelt sah er sich Adams kritischem Blick gegenüber. Verdammt! Er hatte nicht mal ein paar Sekunden Zeit gehabt, sich zu akklimatisieren. Adam wusste doch genau, wie er aussah, wenn er ... na ja ... erregt war. Aber eine leichte Beule in seiner Hose war da nicht. Ganz bestimmt nicht! Schnell dachte Dino an stinkende Beißerleichen und dann ... entspannte er sich so langsam etwas, weil sein Kopfkino endlich mal still wurde.
Adam war aber sowieso schon sauer. Insofern war es doppelt gut, dass sie die Krankenstation verließen. Dino hatte keine Lust, eine Diskussion vor den anderen zu führen.
Er schnappte sofort wieder nach Adams Hand, als dieser ihn losließ. »So ein Quatsch! Aber was hätte ich denn tun sollen? Du und Agron habt euch nicht gerade dazu berufen gefühlt, ihm den Rücken zu waschen. Da blieb ja nur noch ich!«
Ja, ihm war klar, seine Gedanken eben waren verboten gewesen und er fühlte sich schlecht deswegen, aber das hieß doch nicht ... dass er mit Virgil jemals in die Kiste hüpfen würde! Noch mieser würde sich Dino jedoch fühlen, wenn er wüsste, für welche Schuldgefühle Agrons Kommentar nun bei dem Waliser führte. Er hätte sich wirklich besser unter Kontrolle haben müssen, hm? Und zwar von Anfang an. Aber ... Dino flirtete nun mal gern. Er war ein sehr offenherziger Mensch und das würde ... niemand jemals ändern können. Auch Adam nicht, der hatte das nur ein wenig eingedämmt.
Ob sie sich nun weiter stritten oder nicht ... sie besorgten ein paar Klamotten und Nahrung für Virgil. Außerdem sahen sie noch kurz bei Raven und Luna vorbei, um zu berichten, was vorgefallen war und dass Auron noch ein paar Stunden weg sein würde. Dann kehrten sie auf die Krankenstation zurück und überreichten Virgil alles. Dino hielt sich fortan im Hintergrund. Nach wie vor würde er aber nicht gehen ... er würde mit dem Waliser warten und ihn nicht allein lassen, bis dieser zu Leif durfte. Anders ließ es sich nicht mit seiner Empathie vereinbaren. Wenn deswegen mit Adam später noch mal richtig die Fetzen fliegen würden, wäre das eben so ... Streiten konnten sie gut. Und sich danach wieder vertragen ebenso.
Es dauerte noch einige Zeit, bis Nasir sichtlich müde und geschafft mit dem Doc zurück in das Zimmer kam. Auch Auron trottete hinterher, blass und tatsächlich mit einer Decke über den Schultern. Er hatte sie nicht haben wollen, Nasir hatte ihn gezwungen. xD
»Du kannst jetzt zu Leif«, sagte Nasir zu Virgil und lächelte. »Du darfst ihn nur nicht so viel bewegen und musst auf seinen Kopf aufpassen. Es ist rund um die Uhr jemand hier ... wenn irgendetwas ist oder Leif aufwacht, melde dich sofort, okay?«
Ihre Schicht war jetzt aber erst mal beendet. Weswegen Nasir nach der Hand von Agron griff und sich erschöpft an seine Seite kuschelte.
Auron nuschelte nur, dass er dringend was essen musste und verdrückte sich. xD Ebenso wie der Doc. Dino zog auch an Adams Hand, denn ihre Wacht war nun beendet.
Wenn Virgil in das Nebenzimmer kam, würde er dort Leif auf dem weichen Bett liegen sehen. Alle Rückstände der OP waren beseitigt und sie hatten ihn auf neue Laken gebettet. Seine Haut war nicht mehr so kalt und blass, da ihm neues Blut zugeführt worden war. Und um seinen Kopf war ein dicker Verband gewickelt. Seine Augen waren geschlossen, die Atmung ging ruhig. Es sah aus als würde er selig schlafen. Was im Grunde ja auch der Fall war.
@Virgil Chadburn



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Klar. Und wovon träumte er nachts? Das würde ihm doch niemand abnehmen. Adam tat es jedenfalls ganz bestimmt nicht. Außerdem wusste er wie Dino drauf war. Das er gerne flirtete oder schnell mal für jemanden schwärmte. Nicht umsonst hatten sie sich häufig getrennt und später wieder gefunden. Denn manchmal war das Adam einfach zu viel gewesen! Wie Dino anderen Kerlen mit seinem Hüftschwung den Kopf verdreht und ihre Blicke genossen hatte. Selbst wenn er ihn nie betrogen hatte… dennoch hatte es ihn wahnsinnig gemacht. Und das tat es auch jetzt. Nur hatte er in der Apokalypse noch nicht so viele Gründe gehabt eifersüchtig zu sein. Okay… doch, es hatte durchaus einige Situationen gegeben. Aber das war nun schon länger her. In letzter Zeit hatte er sich darüber tatsächlich nicht so viele Gedanken gemacht. Bis… heute. Vielleicht wurde Dino die ganze Harmonie in ihrer Beziehung ja schon zu langweilig? Vielleicht brauchte er diese Streits und Action wenn die Fetzen zwischen ihnen flogen? Dabei bemühte Adam sich doch genau das zu vermeiden, weil er dachte, Dino wollte es so. Womöglich sollten sie darüber bei Zeiten nochmal reden.
-Wir sind hier, um meinen Finger versorgen zu lassen! Da hätte ich ihn schlecht waschen können! Du hättest es einfach ein bisschen weniger genießen können..-
Murrte er genervt. Wollte jetzt aber auch keinen riesigen Streit vom Zaun brechen, Dino aber trotzdem zeigen, dass er ein Problem damit hatte, wie Dino sich in der Nähe von dem Wikinger verhielt.
Dennoch holten sie Kleidung und Essen für ihn.
Virgil bedankte sich und war ohnehin absolut nicht in Flirtlaune.Er zog sich die Klamotten über und stocherte ein bisschen in dem Essen rum. Viel bekam er davon aber nicht runter. Dafür trank er mehr, da er wusste, er brauchte nun Flüssigkeit. Auch in die Decken hatte er sich noch mal eingewickelt und ein bisschen hingelegt. Denn wenn er hier rum lief würde die Zeit auch nicht schneller vergehen. Und wie einige ihm hier schon gesagt hatten, Leif brauchte ihn später bei vollen Kräften.
Diese Ungewissheit war wirklich die grausamste Folter, die man einem Menschen antun konnte. Weshalb Virgil förmlich aufsprang, als endlich die Tür zum OP Raum aufging. Voller Hoffnung und Angst blickte er Nasir abwartend an. Welcher offenbar gute Neuigkeiten hatte?
„Heißt das, er ist über den Berg und wird wieder gesund???“
Denn nur weil er zu ihm konnte.. hieß das noch lange nichts. Das könnte auch heißen, dass er ihn zu ihm ließ, um sich von ihm zu verabschieden. Oder um es zu Ende zu bringen, ehe er zu einem Beißer wurde. Gut, dann wären die Worte vielleicht andere gewesen. Dennoch musste Virgil es jetzt einfach ganz genau wissen. Wie Leifs Zustand war.
„Okay.. muss ich sonst noch irgendetwas beachten? kann ich ihm irgendwie helfen??“
Vielleicht musste er mal den Verband wechseln oder ihm zu trinken geben oder so? Er hatte wirklich nicht den Hauch einer Ahnung. In solch einer Situation hatte er sich bisher nie befunden.
Agron ging erst Mal zu Auron und klopfte ihm auf die Schulter, weil er echt ein bisschen erledigt aussah. Aber er konnte ihn jetzt nicht nach Hause bringen. Denn sein Kätzchen bedurfte ebenfalls seiner Aufmerksamkeit. Weshalb er Nasir sofort fest in die Arme schloss und ihm einen Kuss auf den Haarschopf gab.
-Gut gemacht.. aber jetzt brauchst du erst mal eine Pause-
Auch er hatte ihm ja versprochen sich etwas mehr zurück zu nehme. Nicht mehr nächtelang auf der Krankenstatio abzuhängen und sich nicht zu verausgaben. Agron würde nun dafür sorgen, indem er sein Kätzchen mit nach Hause nahm. Zumindest war das der Plan.
Adam musste wohl bis morgen warten, bis sich jemand seine Verletzung ansah. Die ehrlicherweise schon ziemlich heftig schmerzte xD aber er wollte nicht jammern. Notfälle hatten nun mal Vorrang. Und er war kein Weichei.. also würde er warten.
Etwas das Virgil nicht länger konnte. Weswegen er sich noch einmal bei Nasir und Auron und allen anderen bedankte, ehe er ins Krankenzimmer lief. Leif so dort liegen zu sehen, trieb ihm aber augenblicklich wieder Tränen in die Augen. Nun wo es niemand sehen konnte, versuchte er auch gar nicht mehr sie zurück zu halten. Sondern trat stattdessen an sein Bett heran und setzte sich erst mal auf einen Stuhl daneben, um Leifs Hand zu nehmen.
Tränen tropften darauf hinab, er wischte sie immer wieder fort aber sie wollten einfach nicht versiegen
„Es tut mir Leid…. es tut mir so Leid Leif..“
Einfach alles was geschehen war. Er hätte einfach besser aufpassen müssen. Sofort nach ihm suchen sollen und überhaupt… alles anders machen müssen. Diese Schuldgefühle erdrückten ihn förmlich und er wünschte sich, er könne mehr tun als einfach nur hier rum zu sitzen.
Eine Situation in der er viel Zeit hatte nachzudenken. Er wollte beten… aber das fühlte sich irgendwie nicht richtig an. Er hatte Angst, dass ihre Seelen in der Ewigkeit dann getrennt werden würden, wenn er weiter an Teilen seines Glaubens festhielt. Und das konnte er nicht riskieren. Weshalb er den nordischen Glauben endlich richtig verinnerlichen musste. und deswegen… ein paar Worte an Leifs Götter sprach. Und sie anflehte ihrem Krieger Kraft zu schenken..
@Leif Tyrson



Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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Das Letzte, was Dino wollte, war ... eine alte Diskussion wieder anzustoßen. Er hatte bereits einiges an seinem Verhalten geändert, um auf Adams Eifersucht einzugehen, und zum Beispiel mit dem Tanzen aufgehört. Der Brite war eigentlich der Einzige, der Privataufführungen bekam. Und Luna vielleicht ... die mochte es, wenn Dino mit ihr auf dem Arm ein bisschen rumwippte. Aber das war ja auch was ganz anderes. xD Zudem liebte Dino die harmonische und innige Beziehung, die er und Adam nun führten. Außerdem waren sie frisch verlobt! Diego hatte wirklich nicht vor, hier etwas zu sabotieren. Er schlug die Augen nieder und seufzte. »Glaub mir, ich habs nicht wirklich genossen.« Das war eher ein Krampf gewesen, aus Unbehagen, verbotener Gefühle und einem schlechten Gewissen. So anregend das Muskelspiel auch gewesen war, gut hatte sich Dino bei der ganzen Sache überhaupt nicht gefühlt. »Tut mir leid«, sagte er daher kleinlaut, denn er wusste durchaus, dass er sich falsch verhalten hatte. »Ich hätte ihn niemals angefasst, wenn er nicht ... vielleicht verletzt gewesen wäre. Aber so ... fühlte ich mich irgendwie dazu gezwungen, weil Agron nicht wollte. Und sonst war keiner da.« Adam hätte theoretisch seine andere Hand benutzen können, aber Dino wollte ihn nicht provozieren, indem er das anmerkte. xD Also beließ er es dabei und hoffte, seinen süßen Griesgram beruhigt zu haben.
Nasir legte Virgil noch mal die Hand auf den Oberarm und nickte. »Wir haben alles vernäht, ihm vorsorglich Medikamente gegen Entzündungen gegeben und einen Zugang gelegt, damit er mit Flüssigkeit versorgt wird. Aurons Blut hilft ihm ebenfalls, wieder zu Kräften zu kommen. Jetzt ... muss er nur noch aufwachen.« Sich zurückkämpfen, wie sie es vorhin bereits angemerkt hatten. Aber dass Leif das schaffen würde ... hatten sie ja bereits geklärt.
»Sei einfach für ihn da. Wenn Verbandswechsel anstehen oder wir versuchen können, ihm Nahrung zu geben, kommt jemand von uns vorbei. Dann machen wir das alles gemeinsam, okay?« Nasir wusste, wie wichtig es war, die Angehörigen mit einzubeziehen. Außerdem ging er davon aus, dass Virgil in der Hinsicht so ähnlich war wie Agron und sich nicht nach Hause schicken ließ.
Nasir ging nun weiter zu Agron und flauschte sich erschöpft an seine Seite. »Gib mir noch ein paar Minuten, dann können wir gehen. Versprochen.« Schweren Herzens löste er sich wieder aus der Umarmung, denn ein Blick auf Adam hatte ihn wieder an etwas erinnert. xD »Komm mit«, sagte er bestimmt zu dem Briten und grinste. Ihr Miteinander war sehr vertraut geworden, weswegen Nasir keine Berührungsängste hatte, als er Adams entzündete Stelle reinigte, mit Salbe beschmierte und einen Verband anlegte. Außerdem gab er ihm etwas gegen die Schmerzen und Antibiotika. Und dann war auch endlich der letzte Patient versorgt und sie konnten den Heimweg antreten. Alle, bis auf Virgil.
Würde Leif hören, wie Virgil sich bei ihm entschuldigte ... würde er ihm am liebsten sagen, dass ihn keine Schuld traf. Sie waren beide unvorsichtig gewesen. Unfälle passierten. Und es war ja ... hoffentlich letztlich alles noch mal gut gegangen. Mehr oder weniger gut. Ohne Verletzung und Beinahetod wäre es natürlich schöner. xD Vielleicht würden sie ja in ein paar Wochen nachträglich über alles lachen können.
Es vergingen noch zwei Tage, in denen Leif keine Anstalten machte, zu erwachen. Aber er bekam kein Fieber und auch sonst änderte sich nichts an seinem körperlichen Zustand. Die Wunde verheilte gut. Nur die künstliche Ernährung war ein Problem. In der heutigen Zeit konnte man niemanden mit einer Magensonde ausstatten und die spezielle Lösung von damals, die gespritzt wurde, gab es auch nicht mehr. Lediglich mit Salzen versetztes Wasser konnten sie Leif zuführen. Wenn er noch länger ohne Bewusstsein bleiben würde ... mussten sie sich ernsthafte Gedanken machen. Aber so weit kam es ein Glück nicht mehr. Am dritten Tag nach dem Unfall zitterten Leifs Augenlider, bis er sie ... vorsichtig aufklappte. Und sofort wieder schloss. Es war so grell im Zimmer. Sein Kopf hämmerte, aber längst nicht mehr so schlimm wie direkt nach der Verletzung.
Und neben ihm ... da war eine warme und wunderschöne Präsenz zu spüren. Weswegen Leif seine Augen erst mal weiterhin geschlossen hielt, aber ... versuchte, den Arm zu heben. Es war, als wären ihm alle Muskeln abgestorben, aber er schaffte es trotzdem. Und tastete blind umher, bis er Virgils Haar erreichte und sich sanft hinein krallte. Er bemühte sich auch, etwas zu sagen. Heraus kam aber nur ein leises Krächzen.
@Virgil Chadburn



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Na wenigstens empfand Dino ein schlechtes Gewissen nach seinem Handeln. Körperliche Anziehung konnte man leider nicht verhindern, das wusste Adam. Gefallen tat es ihm trotzdem nicht, weil seine Verlustängste wohl niemals gänzlich verschwinden würden. Aber das Dino nun einsichtig war… und keinen weiteren Streit vom Zaun brach.. naja.. das half schon, um sich wieder zu beruhigen.
-Mir ist klar, dass du nichts dafür kannst, wie gut er aussieht.. und wenn es das ist worauf du stehst dann.. trainiere ich wieder mehr-
Er wollte Dino ja auch was bieten und ihn nicht nur durch Zwang bei sich behalten. Wenn er das Gefühl hatte Adam könnte ein wenig mehr Training gebrauchen, dann würde er das machen. Bei all den Muskelpaketen in Balar war es nämlich auch für ihn schwierig keine Komplexe zu kriegen. Da wollte er schon mithalten und Dino beweisen, dass er auch ein Krieger sein konnte. Er durfte sich nicht auf der Sicherheit ihrer Verlobung ausruhen.. das könnte nach hinten losgehen.
Virgil wurde heute aber auch echt von allen betatscht xD er schloss Nasir nun aber sogar ganz kurz in die Arme, weil er ihm so dankbar dafür war, dass er Leif gerettet hatte. Nicht wissend, dass diesem das womöglich unangenehm wäre. Aber ähnlich wie Dino war eben auch Virgil sehr offenherzig und kontaktfreudig. Und er wusste seinem Dank nun einfach nicht anders Ausdruck zu verleihen.
„Okay“
Erwiderte er nur auf Nasirs Instruktionen. Es war also alles verarztet. Und Leif musste nur noch aufwachen. Ein Kinderspiel oder? Virgil hatte keine Ahnung von welchen Faktoren das abhing. Er dachte… das würde einfach in ein paar Stunden der Fall sein, wenn sein Körper sich von den Strapazen erholt hatte. weswegen er zuversichtlich in das Nebenzimmer ging.
Agron hingegen ließ Nasir nur murrend los, hatte er nicht gerade gesagt er solle sich ausruhen? Stures Kätzchen! Aber natürlich musste es um Adam gehen. Weswegen er genervt die Arme verschränkte, als dieser noch seine Wunde verarzten musste.
Adam war es aber selbst ein bisschen unangenehm, nicht wegen Agron, sondern weil er Nasir nicht noch mehr Arbeit machen wollte, nach so einer anstrengenden Nacht.
-Schon gut, es reicht wenn du dir das morgen ansiehst, ist halb so wild…-
Versuchte er deswegen abzublocken aber Nasir war so bestimmend…. das es ihn ziemlich überraschte und er ihm letztlich doch noch folgte. Und das war auch gut so, denn eigentlich brauchte die Wunde ziemlich dringend Versorgung.
Also ließ er die Behandlung über sich ergehen. Schenkte Nasir nachdem er fertig war, sogar ein schwaches Lächeln
-danke.. und jetzt ab ins Bett mit dir, ehe du die nächste Wunde versorgen musst-
Er schielte mit einem Seitenblick zu Agron ehe er wieder zu Nasir sah und ein bisschen schmunzelte. Denn es war gut möglich, dass der Wikinger sonst wieder ausrastete, wenn sie zu viel Zeit miteinander verbrachten oder zu vertraut miteinander umgingen. Und auf einen weiteren Schlag ins Gesicht konnte er verzichten. Der Finger reichte ihm.
Danach trennten ihre Wege sich vorerst wieder.
Nur Virgil blieb zurück und fand natürlich nicht eine Minute Ruhe an Leifs Seite.
Die Stunden zogen ins Land und…… nichts. Leif zuckte nicht Mal. Egal wie sehr er auf ihn einredete oder wie ruhig er auch atmete.
Wieso öffnete er nicht die Augen? Irgendwann hatte Virgil sich zu ihm ins Bett gekuschelt, vielleicht würde seine Nähe ja helfen?
Natürlich achtete er genauestens darauf, seinen Kopf nicht zu berühren oder zu viel zu bewegen. aber auch er brauchte diese Nähe. Ganz dringend.
Irgendwann schlummerte er vielleicht sogar vor Erschöpfung ein paar Minuten ein. Doch kaum ging die Sonne auf, schreckte er sofort wieder hoch. Aber Leif…. Leif schlief immer noch.
Weder der Doc noch Nasir konnten ihm sagen wann und ob er wieder aufwachen würde.
„Soll das etwa heißen er liegt im Koma???“
Fragte er völlig fertig und aufgebracht als der nächste Abend ins Land zog und sich immer noch nichts tat. Solche Zustände konnten Jahre dauern oder? Nur hatten sie hier nicht die technischen Möglichkeiten, jemanden maschinell so lange am Leben zu halten.
Weshalb Virgil völlig fertig war. Denn sein Körper sollte sich doch schon wieder erholt haben. Die Wunde war versorgt, er hatte genug Blut bekommen.. wieso wachte er nicht auf?
Virgils Gefühlszustände wechselten zwischen besorgt, verzweifelt, wütend auf sich und die Welt, ängstlich und wieder verzweifelt. Er konnte diesen Zustand nicht akzeptieren. Wo war Leifs Seele gerade? Saß sie noch in Leifs Körper oder war sie irgendwo unterwegs verloren gegangen? Hatten die Schemen aus dem Wald….. ihn vielleicht längst mitgenommen und nur seinen willenlosen Körper zurück gelassen?
Die schlimmsten Horrorvorstellungen zogen sich durch Virgils Gedanken in den vielen Stunden des Wartens. Das war die größte Qual überhaupt. Und er wusste nicht, wie lange er das hier aushalten konnte. Wich aber keine Sekunde von Leifs Seite. Redete ständig auf ihn ein.. erzählte ihm von ihrer gemeinsamen Zukunft.. damit es etwas gab, worauf er sich freute. Ihn daran erinnerte, das er etwas hatte, für das es sich zu kämpfen lohnte. Aber weiterhin… nichts.
Bis ein weiterer Tag verging und Virgil einfach nur noch apathisch bei Leif im Bett lag. Die Worte waren ihm ausgegangen.. die Zuversicht tat sich schwer damit noch in sein Herz durchzudringen.
Bis plötzlich Bewegung in Leifs Körper zurück kehrte.
Sofort saß Virgil kerzengerade und beugte sich mit weit aufgerissenen Augen über Leif. Der ihn zwar nicht ansah, aber seine Hand bewegte. Welche Virgil sofort griff und mit tausenden Küssen übersäte.
„Er ist wach!!!!!!!“
Rief er vollkommen aufgeregt, damit der Doc und Nasir ihn weiter untersuchen konnten.
„Bei den Göttern.. du bist wach…“
Sagte er im nächsten Satz sehr viel ruhiger.. weil ihm Tränen in die Augen stiegen und er zu schluchzen begann. Er musste Leif einfach umarmen. Weshalb er das Gesicht in seiner Brust vergrub und ihn ganz fest hielt. Ja, seine Rippen waren auch gebrochen und das schmerzte sicher ein bisschen aber….. Leif war wach!!!! Weshalb er seine Gefühle einfach nicht in Zaum halten konnte.
@Leif Tyrson



Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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Es gab Zeiten, da wäre so was von ein Streit losgebrochen und auch eskaliert. Aber sowohl Dino als auch Adam hatten sich geändert und waren zu einer harmonischeren Einheit zusammengewachsen. Natürlich gab es immer noch Probleme, das war einfach normal. Aber sie hatten beide kein Interesse mehr daran, Situationen ausarten zu lassen, egal, wie gut der anschließende Versöhnungssex auch sein könnte. xD
Dino blieb stehen und zog kurz an Adams Finger, damit er es ihm gleichtat. Dann stellte er sich ihm gegenüber und nahm sein Gesicht in die Hände, um ihn sachte zu küssen. »Ich liebe dich so wie du bist. Du musst kein riesiges Muskelpaket werden.« Ein weiterer Kuss folgte und Diego lehnte seine Stirn danach sachte an die seines Verlobten. »Und wenn du über mehr Training nachdenkst, dann ... lieber mit mir im Bett. Wir können gleich heute Nacht anfangen.« Dabei würde Dino auch nicht (!) an einen gewissen anderen Briten denken!
Eigentlich sah es Nasir ja nicht ähnlich, andere so zu betatschen. Aber er wollte Virgil so gern ein wenig Mut schenken. Dass dies mit einer Umarmung beantwortet wurde ... war unerwartet und überforderte den Syrer kurz. Aber er ließ diese Nähe zu und lächelte. Dann widmete er sich Adam, der dringend versorgt werden musste. Man durfte heutzutage wirklich keine Risiken eingehen, also blieb Nasir stur. Bedachte Adam noch mit einem leichten Lächeln, als er auf einen drohenden Wutausbruch durch Agron anspielte. »Gute Nacht, ihr beiden«, raunte er und nickte Dino und dem Briten noch zu, bevor er zu seinem Bärchen ging und sich von ihm ins heimische Bett führen ließ.
Jetzt könnte alles wieder gut sein, hm? Leif musste ›nur‹ noch aufwachen. Aber genau da lag das Problem. Obwohl alle Vitalzeichen vielversprechend waren und der Heilungsprozess gut voranschritt, blieben die Augen des Wikingers geschlossen. Er reagierte auf keinerlei äußeren Reize, nicht mal auf Virgils Stimme oder Berührungen.
Am nächsten Morgen mussten sie sich der ungemütlichen Möglichkeit stellen, dass Leifs Gehirn ... vielleicht doch zu viel abbekommen hatte und er in ein Koma gefallen war. Generell ein schwieriger und instabiler Zustand, aber in der Apokalypse hatten sie genau null Möglichkeiten, ihn sehr lang aufrechtzuerhalten. Irgendwann würde Leif kläglich und bei lebendigem Leibe verhungern.
Noch konnten sie etwas abwarten, aber ... eben nicht länger als ungefähr eine Woche. Quälen sollten sie Leif letztlich ja auch nicht. Man sagte zwar, ein Monat ginge ohne Nahrung, aber der Körper des Isländers war bereits geschwächt. Und eine Hungersnot würde sämtliche Organe in Alarmbereitschaft bringen. Das würde Leif nicht lang durchhalten.
Es war eine Frist, die sie setzen mussten, aus Menschlichkeit. Egal, wie schrecklich das auch war.
Und ein Glück ... wachte Leif am dritten Tage auf. Seine Seele hatte sich in einer dunklen Ecke befunden, die zumindest manchmal ein wenig erleuchtet wurde, weil Virgils Stimme an sein Bewusstsein gedrungen hatte. Nicht immer hatte Leif die Worte verstanden, aber der melodische Klang war genug gewesen, um ihm weiteren Kampfgeist zu schenken. Manchmal wusste er nicht, wer oder wo er war ... aber durchaus, dass er gerade eine Schlacht schlug. Außerdem setzten sich ein paar der Visionen fort, die er bereits im Wald gehabt hatte. Odin und seine Raben, die vor ihm saßen und ihn einfach nur ansahen, abwartend. Einmal streckte der Allvater seine Hand aus, aber Leif nahm sie nicht. Woraufhin Odin zufrieden lächelte und einen seiner gefiederten Freunde rüber zu dem Isländer schickte. Fortan leistete ihm der Rabe Gesellschaft in der dunklen Ecke, die sich immer mehr erhellte. Und irgendwann voller gleißendem Licht war ... nämlich, als Leif dann tatsächlich die Augen öffnete und vollends ins Leben zurückkehrte.
Virgils Rufen klingelte unangenehm in seinen Ohren, weswegen er kurz das Gesicht verzog. Was irgendwie wehtat, also ließ er es lieber wieder. Nun war Virgils Stimme ja auch wieder viel leiser und näherte sich ihm. Leif konnte seine Präsenz überdeutlich fühlen. Und bei den Göttern, er wollte er sein schönes Gesicht sehen und in seine Augen blicken. Er wollte ihn berühren und halten. Zwar hatte er im Koma gelegen, aber auch da ... konnte man jemanden ganz schrecklich vermissen.
Leif versuchte noch mal, seine Lider zu öffnen, wieder gelang es ihm nur kurz. Und dann wurde er auch schon in die Arme genommen. Es ruckelte überall, was Schmerzen verursachte, aber ... die gingen einfach unter in dem wohltuenden Prickeln, das sich bei dieser Geste in Leifs gesamten Körper ausbreitete. Er legte einen Arm um Virgil, war aber zu schwach, um ihn zu streicheln. Aber das musste er vielleicht auch gar nicht. So konnten sie sich einfach ein bisschen festhalten.
Nasir und der Doc eilten derweil herbei, untersuchten Leif und gaben ein paar Instruktionen. Unter anderem musste Leif dringend etwas zu sich nehmen, auch wenn sie es vorsichtig angehen mussten. Erst mal nur wenig und in flüssiger Form. Sie überließen es Virgil, ihm beim Essen zu helfen. Und in der Zeit ... gelang es Leif auch immer länger die Augen offen zu halten. Reden klappte immer noch nicht so gut, weil seine Kehle ganz rau, trocken und geschunden war. Viel Schlaf war auch nötig, sein Kopf tobte weiterhin und machte ihn manchmal ganz benommen. Aber noch ein paar Tage später ... da wurde Leif morgens wach und wirkte schon viel fitter. Bekam sogar ein leises ... »Virgil« über die Lippen.
@Virgil Chadburn



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Vielleicht wurden sie ja alt? xD Und deshalb ein bisschen ruhiger? Aber Dino hatte Recht. So eine Situation.. hätte auch ganz anders enden können. Nämlich in einem heftigen Streit statt einem zärtlichen Kuss. Da musste selbst Adam einsehen, dass Harmonie manchmal gar nicht so übel war.
Vor allem wenn anschließend solch süße Versprechungen folgten.
-Ich könnte dich zwischendurch immer wieder hochstemmen oder jeden Liegestütz mit einem Kuss belohnen-
Indem Dino unter ihm lag und er sich bei jedem Mal hinab beugen einen Kuss schnappte. Das wäre mal eine sinnvolle Motivation. So könnte Training ihnen beiden Spaß machen. Und mit dem eigenen Körpergewicht zu trainieren war ja sowieso sehr effektiv, da fielen ihnen im Bett bestimmt ein paar spannende ‚Trainingspositionen‘ ein.
Virgil hingegen hatte im Bett gerade so gar keinen Spaß. Ganz im Gegenteil.. die folgenden Tage waren die Hölle auf Erden für ihn. Schlimmer konnte das Fegefeuer auch nicht sein… denn innerlich litt er bereits grausame Qualen. Er fühlte sich so hilflos, so nutzlos und so.. schuldig. Diese Gefühle fraßen ihn förmlich auf und es gab nichts, das er dagegen tun konnte. Er konnte lediglich warten. Warten und warten… man zwang ihn sogar dazu, sich mit der Möglichkeit abzufinden… dass Leifs Zustand sich nicht mehr bessern würde. Sie gaben ihm eine Frist!! Von einer Woche!! Das war… das war viel zu kurz! Weshalb seine Panik nur noch mehr zunahm und er Leif Tag für Tag anflehte endlich zu ihm zurück zu kehren.
Und dann, wie durch ein Wunder erwachte Leif!
Virgil dachte nun würde endlich alles wieder gut werden. Er konnte sein Glück kaum fassen und wollte Leif gar nicht mehr los lassen. Bemerkte aber, dass seine Überschwänglichkeit ihm Schmerzen bereitete. Weswegen er versuchte sich zurück zu halten.
Endlich konnte er sich richtig um ihn kümmern. Ihn beim Essen unterstützen, ihn ein wenig sauber machen, ihm Anekdoten aus seinem Leben erzählen, damit Leif von seinen Schmerzen abgelenkt wurde. Er konnte auf eine Weise für ihn da sein, wie es bisher nie nötig gewesen war. Und auch nicht nötig sein sollte. Dennoch schweißte es sie noch viel näher zusammen.
Das einzige das Virgil ein bisschen Sorge machte, war die Tatsache, dass Leif noch nicht richtig sprechen konnte. War sein Gehirn.. vielleicht doch geschädigt worden? hatte der Sturz sein Sprachzentrum angegriffen? Oder lag es einfach nur an der Erschöpfung? Innerlich betete Virgil dafür, dass er seine Sprache wiederfinden würde. Doch auch hierbei musste er ihm Zeit geben.
Bis eines morgens plötzlich sein Name an sein Ohr getragen wurde. Aber nicht von Nasir oder dem Doc, nein von Leif!!!
Virgil hatte gerade noch gedöst, da er… wirklich Tag und Nacht über Leif wachte und kaum Schlaf bekam. Schließlich könnte sein Zustand sich immer noch verschlechtern und er wollte sofort da sein, wenn das passierte.
Weshalb sein Schlummer auch nur ganz leicht war und er sofort hoch schreckte, als sein Name fiel.
„Leif!!“
Sagte er voller Erleichterung in der Stimme und… drückte ihm augenblicklich einen Kuss auf die Lippen.
Auch das hatte er tun können in den letzten Tagen… Leif immer wieder zärtliche Küsse schenken. Selbst wenn er sie nicht erwidern konnte.. es hatte ihn beruhigt. Genau wie die sanften Streicheleinheiten die er ihm zu Teil werden ließ.
„Wie fühlst du dich?? Geht es dir etwas besser?“
Er wollte ihn ja nicht gleich überfordern mit seinen Fragen. Aber… endlich wieder Leifs Stimme zu hören beflügelte ihn einfach so sehr! Und machte ihn wahnsinnig glücklich.
@Leif Tyrson



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Ein altes Ehepaar in spé. Das war doch eigentlich ein schöner Gedanke. xD Aber es war doch überhaupt kein Wunder, dass sie nach Harmonie und Ruhe sehnten. Sie hatten bereits so unglaublich viele Dramen durch und es reichte irgendwann. Zumindest wenn es um hausgemachte Tragödien ging. Auf das, was die Apokalypse ihnen entgegenschleuderte, konnten sie leider keinen Einfluss nehmen.
Matratzensport mal anders? Dino grinste anzüglich. »Kanns kaum erwarten, es auszuprobieren.« Ein Glück waren sie sowieso schon auf dem Weg ins Bett. Mal sehen, ob es die folgenden Trainingsstunden überleben würde. Schließlich konnte es bei ihnen ganz schön zur Sache gehen.
Es lag so viel Liebe und Zuneigung in der Luft, aber im Krankenzimmer von Leif waren diese Gefühle von Sorge und Angst durchmischt. Nasir hasste es, Virgil von der Frist zu unterrichten und ihm zu erklären, warum sie diese einlegen mussten. Es ging ja darum, Leif nicht zu quälen. Nur weil er sich nicht mehr bewegen und nicht mit ihnen kommunizieren konnte, bedeutete das ja nicht, dass er nichts mehr fühlte. Und sie konnten ihm nicht helfen, ihm das Koma nicht erträglicher machen.
Aber was diese Frist mit Virgil machte ... war sehr hart mit anzusehen. Jeden Tag sah er verzweifelter und fertiger aus und Nasir machte sich ehrliche Sorgen. Er wusste, er musste sich mehr den Patienten und ihren Angehörigen gegenüber abgrenzen. Sonst würde er den Job als Arzt nicht lange machen. Es fiel ihm jedoch unglaublich schwer. Generell schon, aber ... mit Leif und Virgil verband ihn nun etwas. Und das konnte er schlecht ausblenden. Er fühlte mit ihnen mit, weil er sich in so vielen Dingen an sich und Agron erinnert fühlte. Und er wünschte sich so sehr, dass den beiden Wikingern noch viele glückliche Stunden gewährt werden würde. Leif musste einfach überleben!
Und dann wachte der Isländer endlich auf! Virgil fing ihn auf allen möglichen Ebenen auf und war einfach der wunderbarste Partner der Welt. Natürlich war es tragisch, dass sie so etwas durchmachen mussten, aber Leif fühlte sich geliebt und behütet. Er hätte es niemals für möglich gehalten, aber er verliebte sich noch viel mehr in Virgil und es war ... eine ganz besondere innige Liebe. Die man nur zu einem Menschen empfinden konnte, der einen selbst im Angesicht des Todes vom Boden kratzte und wieder zusammenbaute. Der einen durch alle Totenreiche und zurück ins Licht getragen hatte. Virgil hatte bereits die Dunkelheit mit ihm durchgemacht – zwei Mal. Aber das hier ging noch eine Stufe weiter. Egal, welche Zweifel sie manchmal geplagt hatten, jetzt wusste Leif ganz sicher, sein Partner würde ihn niemals, wirklich niemals aufgeben und verlassen. Nicht aus freien Stücken zumindest.
Leif wollte Virgil so viel sagen, aber es ging nicht. Immer wenn er es versuchte, bekam er keinen Ton raus oder nur ein Krächzen. Vielleicht lag es auch an seiner Verletzung? Aber die Worte waren da und sogar auf Englisch. Er hatte durch den Stoß nichts verlernt oder vergessen, ein Glück! Also vielleicht hatte er nur noch keine Kontrolle über die Stimmbänder oder so. Nasir und der Doc konnten dahingehend leider auch nur mutmaßen.
Aber wenigstens konnte Leif lächeln und mit kleinen Gesten antworten. Und wenn Virgil ihn küsste, war die Welt sowieso wieder in Ordnung und alles Leid für eine Weile vergessen.
Letztlich kam dann noch ein Morgen, der alles veränderte – auf eine positive Weise. Leif fühlte sich nicht mehr ganz so benebelt und schmerzerfüllt, außerdem hatte er das Gefühl, vielleicht sogar sprechen zu können. Weswegen er es einfach mal versuchte und ein kratziges »Virgil« über die Lippen bekam.
Was der Angesprochene sofort wahrnahm und mit einem Kuss belohnte. Den Leif mit klopfendem Herzen erwiderte. Er hob sogar die Hand und legte sie Virgil an den Hinterkopf, damit er bloß nicht so schnell zurückwich.
»Es geht ... mir besser«, hauchte er und blickte seinem Partner in die wunderschönen Iriden. »Dank ... dir!«
Leifs Augen füllten sich unvermittelt mit Tränen, weil ... jetzt mehr Platz für die ganzen aufgestauten Gefühle war. Vorher hatte ihn der Schmerz oft so fertig gemacht, dass er über vieles gar nicht richtig hatte nachdenken können. Aber jetzt, wo er sah, wie erschöpft und ausgelaugt Virgil wirkte und Revue passieren ließ, was die letzten Tage alles geschehen war ... Da wurden automatisch seine Augen feucht. Nicht nur aus den negativen Gefühlen heraus, sondern auch weil er so überwältigt war von dem, was .. Virgil alles für ihn getan hatte. »Dank dir ... lebe ich überhaupt noch!«, fügte er mit zitternder Stimme hinzu. »Bitte ... bitte halt mich kurz ganz fest.« Er brauchte dringend eine Umarmung und Virgils Nähe. Ja, er hatte sie nun ständig gehabt, aber nicht ... bei vollem Bewusstsein wie jetzt. Er würde sie gern selbst initiieren, aber dafür war er dann doch noch zu schwach.
@Virgil Chadburn



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Virgil mochte Nasir, er hatte sich für ihn und Leif eingesetzt, als sie ihre Hilfe gebraucht hatten. Er war ein guter Mensch, hatte alles in seiner Macht stehende getan, um Leifs Leben zu retten. Und doch…. würde er ihn nun am liebsten anschreien wegen der Frist, die er ihm gesetzt hatte. Er verstand es ja! Er wollte doch auch nicht, dass Leif leiden musste aber… eine Woche? Das war eine schrecklich kurze Zeitspanne, weshalb er es kaum ertrug in dieser Zeit Nasir oder den Doc in der Nähe zu wissen. Da er ständig die Sorge hatte, sie könnten ihm weitere schlechte Nachrichten überbringen. Das war dumm und irrational.. aber so waren Angst und Liebe nun mal. Sie führten dazu, dass man keine vernünftigen Entscheidungen mehr treffen konnte.
Doch zum Glück bewahrheiteten sich diese Sorgen schlussendlich nicht. Und die Lage entspannte sich wieder ein wenig, als Leif endlich aufwachte.
Niemals würde Virgil ihn einfach im Stich lassen. Darüber dachte er nicht eine Sekunde lang nach. Er hatte es schon einmal getan…. damals als sie einander frisch kennen gelernt hatten. Und das war ein grässliches Gefühl gewesen. Niemals wieder wollte er ihm auf diese Weise das Herz brechen. Und kein Gott oder Lebender würde sich je wieder zwischen sie drängen können. Das schwor Virgil Leif und sich selbst jeden einzelnen Tag..
Die Ungewissheit bezüglich seiner Stimme plagte ihn zwar weiter.. aber im Endeffekt spielte es keine Rolle. Selbst wenn Leif nie wieder sprechen könnte, so würde er trotzdem nicht von seiner Seite weichen. Er liebte ihn. Und kein Unfall oder keine Beeinträchtigung würde jemals etwas daran ändern. Selbst wenn er ein Pflegefall blieb, so würde er sich trotzdem aufopferungsvoll um ihn kümmern, so lange es möglich war…
Natürlich kreuzten solche düsteren Gedanken sein Herz. Aber er versuchte optimistisch und stark zu bleiben. Das musste er einfach.
Und letztlich wurden all seine Mühen und inneren Gebete erhört. Leif sprach wieder mit ihm.. und egal wie kratzig seine Stimme auch war, ihr Klang trieb Virgil Gänsehaut über den ganzen Körper. Weil er ihn so sehr vermisst hatte.
Und doch trat bei seinen Worten auch sofort wieder eine gewisse Traurigkeit in sein Gesicht und er schüttelte sachte den Kopf
„Dank mir… befindest du dich doch überhaupt erst in dieser Lage….“
Er ließ den Kopf sinken. Hatte sich schon gefühlt 100 Mal bei Leif entschuldigt. Aber erst jetzt konnte der Wikinger wirklich darauf reagieren. Er hatte seinen Dank nicht verdient. Er war viel zu unvorsichtig gewesen.
„Ich habe die Gefahr der Situation völlig falsch eingeschätzt.. sogar noch gelacht als du ins Wasser gefallen bist… gedacht du willst mir nur einen Streich spielen…..“
Er schämte sich sooo sehr für dieses Verhalten, er konnte es kaum in Worte fassen.
Weshalb diese Umarmung auch für Virgil wichtig war. Denn auch seine Augen füllten sich mit Tränen… so konnten sie einander gegenseitig ein bisschen Halt geben. Denn Virgil brauchte einfach das Wissen, dass Leif ihn nun nicht hasste oder wütend auf ihn war.. also hielt er ihn fest… so dicht an sich gedrückt wie er konnte..
@Leif Tyrson



Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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Ja, Virgil hatte sich bereits hundert Mal entschuldigt und bisher hatte Leif leider nichts darauf erwidern können. Damit war nun Schluss. »Hör bitte auf ...«, bat er ihn, während weiter Tränen seine Wange hinunter tropften. »Dich trifft keine Schuld. Ich hab ... selbst gelacht unter Wasser. Es war ja witzig.« Zuerst zumindest. Als er dann gemerkt hatte, wie sehr er die Orientierung verloren hatte, war die Heiterkeit plötzlich zu Panik geworden.
»Es ist schon eine Kunst ... bei ruhiger See gegen sein eigenes Boot ... zu knallen. Aber Unfälle passieren, Virgil.« Leif brauchte lang, um einen ganzen Satz zusammenzubekommen, aber sein Partner hatte sicher wie immer Geduld mit ihm.
Als Virgil sich zu ihm kuschelte und ihn ganz fest umarmte und festhielt, schloss Leif die Augen und atmete tief durch, um wieder Kontrolle über seine Gefühlswelt zu bekommen. »Ich liebe dich ... aus tiefster Seele.« Diese Emotion war gerade so übermächtig, er musste das einfach verbalisieren. Ohnehin hatte er es Virgil nun viel zu lang nicht sagen können und er sollte es doch wissen und nicht vergessen!
Irgendwann lockerten sie die Umarmung wieder etwas, sodass sie sich bei der Unterhaltung anschauen konnten. Obwohl Leif nun schon ein paar Tage wieder bei Bewusstsein war, so kam es ihm trotzdem so vor, als hätte er Virgil eine Ewigkeit nicht mehr gesehen. Weswegen er sich erneut jeden einzelnen Zentimeter seines Gesichtes einprägen wollte. »Ich erinnere mich noch ... dass du mich getragen hast. Und an Beißer. Geht ... geht es dir gut?« Plötzlich fürchtete er sich davor, eine Hiobsbotschaft noch nicht mitbekommen zu haben. Was, wenn Virgil eine Bisswunde vor ihm verheimlichte oder so? Der Erschöpfungszustand, der unübersehbar war, könnte davon ja auch begünstigt sein! Er musste nun unbedingt wissen, ob sein Liebster unversehrt war.
@Virgil Chadburn



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Als Leif ihn darum bat sich nicht weiter zu entschuldigen schwieg Virgil. Vielleicht ging er ihm mit seinem Gejammere ja schon auf die Nerven? Denn bei Gott! Er hatte wirklich viel rum geflennt in den letzten Tagen. Auch als Leif schon wieder wach gewesen war. Aber da hatte er sich zumindest etwas mehr zusammen gerissen. Als er noch im Koma gelegen hatte.. da war es wirklich schlecht um ihn gestanden. Und irgendwie hoffte Virgil, dass Leif im Unterbewusstsein nicht zu viel von seinem Hadern mitbekommen hatte.
Die Schuld konnte er nicht von ihm nehmen. Dennoch beruhigte es ihn ungemein.. dass Leif ihm keinerlei Schuld an dem Geschehenen gab.
„Es war dunkel.. und wir beide viel zu übermütig.. so etwas.. darf nie wieder vorkommen, in Ordnung? Von nun an.. passen wir immer aufeinander auf“
Und sie blödelten nicht auf einem schwankenden Boot herum. Womöglich wäre Virgil in nächster Zeit etwas zu übervorsichtig und behütend. Aber das würde sich mit der Zeit schon wieder legen. Für den Beginn musste Leif sich nun damit arrangieren eine Klette zu haben, die jeder Gefahr aus dem Weg ging.
Dessen Augen nun sofort wieder mit Tränen geflutet wurden bei Leifs wunderschöner Liebeserklärung. Da drückte er ihn noch ein Stück fest an sich und küsste immer und immer wieder seine Wange, seine Stirn und seine Lippen, ehe er ihm in die geröteten Augen sah.
„Und ich liebe dich. Bis nach Valhalla und wieder zurück“
Sagte er nun sogar mit einem leichten Schmunzeln, um die traurig schöne Stimmung wieder ein bisschen aufzulockern.
Bei seiner Frage winkte er jedoch ab. Er musste nichts von seinem kleinen Schwächeanfall wissen… das war schließlich nicht der Rede Wert.
„Mir geht es gut.. ich wurde auf Verletzungen untersucht, aber es ist alles in Ordnung, keine Sorge.“
JETZT ging es ihm wieder gut. Jetzt wo Leif wieder wach war. Die Erschöpfungserscheinungen ließen sich wohl trotzdem nicht ganz weglächeln hm? Aber das war nicht weiter tragisch.
„Ich bin so dankbar… dass du zu mir zurück gekehrt bist. Erinnerst du dich… an irgendetwas während du ‚geschlafen‘ hast?“
Wollte er von ihm wissen. Hatte er sich den Weg zurück gekämpft? Wie war es gewesen in seinem Unterbewusstsein? Hatte er etwas mitbekommen oder war einfach alles schwarz gewesen?
Virgil wollte ihn mit Fragen ja eigentlich noch nicht überfallen. Aber es gab einfach so viel, dass sie zu besprechen hatten! Und er konnte nicht genug von Leifs wunderschöner Stimme bekommen, von welcher er befürchtet hatte.. sie vielleicht nie wieder zu vernehmen..
@Leif Tyrson



Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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Leif unterbrach ihn bei seiner Entschuldigung doch nicht weil es ihn nervte! Er fand auch nicht, dass Virgil jammerte. Nur ertrug er es einfach nicht, wie sein Partner sich wegen der Gewissensbisse so kaputt machte. Das war nicht nötig. Wenn überhaupt trugen sie beide einen Teil der Schuld.
»Wir passen immer aufeinander auf!«, gab Leif zurück. Das hatten sie vorher schon getan. Aber er verstand, dass sie nun noch vorsichtiger sein sollten. Sie waren übermütig geworden, da hatte Virgil ja schon recht. Und würde auch nichts dagegen haben, in der nächsten Zeit genauer von ihm beobachtet zu werden. Sie waren zuletzt bereits unzertrennlich gewesen, das ließ sich eigentlich kaum steigern. Aber die Bootsfahrten ... bedurften womöglich mehr Absicherung. Wobei ohnehin die Frage war, wann Leif wieder in der Lage sein würde, rauszufahren. Der Gedanke machte ihn traurig. Obwohl sein Unfall auf dem Meer passiert war, fürchtete er das Gewässer jetzt nicht. Er war dort ... gewissermaßen zuhause und die Sehnsucht war stets immens.
Diese innige Liebeserklärung war nun wirklich mindestens so nötig wie die feste Umarmung. Das alles half Leif, seine aufgewühlte Seele besser unter Kontrolle zu bekommen. Sorgen um Virgil machte er sich aber trotzdem und atmete erleichtert auf, weil er auf Verletzungen untersucht worden und alles in Ordnung war. Die Erschöpfung war ihm nicht zu verdenken. Leif wollte sich nicht ausmalen, was Virgil alles durchgestanden hatte. Wären die Rollen vertauscht ... nein, er wollte sich das gar nicht vorstellen. Dass ihn nur der Gedanke streifte, Virgil wäre so schwer verletzt und man wüsste nicht, ob er durchkommen würde ... ließen Kopf und Herz so schrecklich pochen, dass Leif kurz benommen die Augen schließen musste.
Ob er sich an etwas erinnerte? Der Isländer musste darüber nicht lang nachdenken, denn manche der Bilder waren tatsächlich noch gestochen scharf in seinen Erinnerungen. »Als du mich nach Balar getragen hast, habe ich Odin am Wegesrand gesehen mit Hugin und Munin. Und andere Schemen im Wald. Danach war lang alles schwarz, aber ... ich hab immer gewusst, dass du in der Nähe bist, und das hat mir Kraft gegeben. Irgendwann wurde es heller um mich herum, ich hab einzelne Wörter gehört und obwohl alles starr um mich herum war ... wusste ich, dass ich kämpfe. Nur nicht mit den Äxten. Aber die Anstrengung und all das ... habe ich gespürt.«
Leif musste kurz pausieren, weil Reden so anstrengend war, und fragte Virgil, ob er ihm beim Trinken helfen könnte. Erst danach fühlte er sich bereit, weiter zu erzählen. »Dann kam Odin zurück und hat mir seine Hand hingehalten. Irgendwie wusste ich, wenn ich sie nehme ... gäbe es kein Zurück mehr. Er würde mich mitnehmen. Aber ich wollte nicht gehen. Also habe ich abgelehnt und er hat mit einem Lächeln geantwortet. Dann hat er mir einen seiner Raben geschickt, der mein Kampfgefährte wurde. Von da an wurde es immer heller um mich herum, bis ich ... wieder bei dir war.«
Leif lächelte seinen Partner an, war nun aber sehr erschöpft vom Sprechen. Weswegen er hoffte, dass Virgil ihm jetzt von seiner Meinung zu dem Ganzen erzählen würde. Denn er konnte ebenso wenig genug von dessen Stimme und Aufmerksamkeit bekommen.
@Virgil Chadburn



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„Apropos aufpassen…. ich fürchte dein Boot hat nun eine kleine Brandwunde…“
Das wollte er Leif auch schnellstmöglich beichten. Er wusste immerhin, wie sehr dieser sein Boot liebte. Und das tat ihm wirklich Leid. Aber er war in Panik gewesen, weshalb er diesen kleinen Unfall mit der Fackel nicht hatte verhindern können. Der schwarze Fleck würde aber vielleicht zu einem Mahnmal werden, falls sie drohten wieder zu kopflos zu handeln oder zu übermütig zu werden.
Gebannt hing Virgil nun an Leifs Lippen, als dieser von seinen außerweltlichen Erfahrungen berichtete. Auch wenn es dauerte, bis er einen Satz geformt hatte. Dennoch nahm er ihn völlig ein mit dieser Erzählung. Immerhin fand Virgil die ganze Sache mit dem nordischen Glauben ja immer noch wahnsinnig spannend. Und so wie das klang… war sie sehr viel realer als seine Religion es je gewesen ist. Der Rabe allein war schon Zeichen genug gewesen…. was Virgil seinen Entschluss nur noch stärker festigen ließ. Aber den würde er Leif ein anderes Mal mitteilen.
„Niemals hätte ich dich alleine gelassen. Einen großen Teil deiner Genesung.. hast du aber vor allem Nasir und dem Doc zu verdanken. Genau wie….. Auron. Er hat sein Blut für dich gespendet, weil du so viel davon verloren hattest..“
Sie würden ihn und Raven nun also definitiv noch dringender aufsuchen müssen. Nicht nur um sich zu entschuldigen, sondern auch um sich zu bedanken…
Virgil half Leif dabei ein paar kleine Schlücke zu trinken, ehe er weiter erzählen konnte. Er sollte seine Stimme nicht gleich zu sehr beanspruchen.
„Ich bin unglaublich froh, dass du sie nicht genommen hast…ich wusste… du würdest niemals einfach so aufgeben“
Auch wenn er zwischenzeitlich daran gezweifelt hatte. Wofür er sich nun schämte, denn er hätte niemals den Glauben verlieren dürfen. Aber es war so schwer und trostlos gewesen. Weshalb es diesen Zweifeln gelungen war sich in sein Unterbewusstsein zu schleichen. Umso erleichterter war er nun, dass Leif sich für das Leben entschieden hatte. Er würde ihn nie wieder gehen lassen…
Für heute waren Leifs Stimmbänder aber genug beansprucht worden. Er brauchte nun wieder Ruhe, um vollständig zu heilen.
Weshalb Virgil sich einfach zu ihm kuschelte und endlich wieder einen halbwegs geruhsamen Schlaf an seiner Seite fand. Nun wo er wusste, dass Leif wieder vollständig genesen würde.
Dennoch musste er noch ein paar weitere Tage zur Beobachtung auf der Krankenstation bleiben.
Die Kopfwunde brauchte Zeit, um zu verheilen. Genau wie Leifs Rippen, seine Stimmbänder und der Rest seines Körpers.
Eine gute Woche waren sie also noch hier eingesperrt aber… manchmal war das gar nicht so übel. Sie verbrachten dadurch eine wirklich intensive Zeit miteinander. Nicht ständig abgelenkt von Sex oder ihren Jobs. Sie konnten einfach nur… reden und sehr viel kuscheln. Weshalb sie sich auf einer ganz anderen Ebene kennen lernten und Zeit miteinander verbrachten. Das schweißte sie definitiv noch fester zusammen.
Nach einiger Zeit war es dann aber endlich so weit. Leif wurde entlassen! Er sollte sich zwar immer noch schonen aber er musste nicht mehr ständig überwacht werden. Und Virgil war inzwischen zu einem guten Krankenpfleger geworden. Er würde sich schon um ihn kümmern.
Außerdem gab es da etwas… das er unbedingt mit ihm besprechen wollte.
Aber er wartete noch darauf, bis sie sich zu Hause wieder eingewöhnt hatten.. vielleicht schob er das Gespräch auch ein bisschen auf. Weil es ihn irgendwie nervös machte.
Aber eines Tages beim Abendessen… da musste er es einfach ansprechen.
„Weißt du Leif… es gibt da etwas, worüber ich gerne mit dir reden möchte. In den schrecklichen Tagen, in denen ich nicht wusste, ob du diesen Unfall überlebst da… habe ich viel nachgedacht. Und ich hatte wahnsinnige Angst davor… wohin deine Seele wandern würde, solltest du nicht überleben. Denn mir war bewusst…. dass wir uns nicht wieder sehen würden, solltest du jetzt von mir gehen. Ich habe meinem Glauben vielleicht den Rücken gekehrt aber ich denke… wenn ich sterbe würde ich trotzdem vor das Himmelstor treten und nicht den Weg nach Valhalla finden. Immerhin.. bin ich christlich getauft und gefirmt. Und das ist ein Bund für die Ewigkeit. Deshalb möchte ich….. diese Sakramente rückgängig machen und mich voll und ganz.. deinen Göttern verschreiben. Weißt du… ob es dafür einen Ritus gibt? Ich meine.. wie ich mich vollständig an deine Götter binden kann?“
@Leif Tyrson



Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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Sein Boot ... hatte eine Brandwunde? Leif trat ein schmerzliches Lächeln ins Gesicht. Eigentlich verrückt, dass es ihn so traf, hm? Aber er hatte das Boot mit seinen eigenen Händen geformt und gebaut, verziert und ihm eine Seele eingehaucht. Es war für ihn nicht nur ein Boot oder nur ein Gegenstand. Insofern fühlte es sich schon so an, als wäre ein guter Freund verletzt. Leif machte Virgil aber absolut keine Vorwürfe, also legte er kurz die Hand an dessen bärtige Wange und strich sanft darüber. »Dann ist es jetzt auch unter die Krieger gegangen und ein echtes Drachenboot.« Und Virgil hatte für die Feuertaufe gesorgt – im wahrsten Sinne des Wortes. Hauptsache war doch, dass es noch fahrtüchtig und nicht vollends abgefackelt war. Wenn etwas zu reparieren war, würden sie das hinbekommen. Sofern es bei Virgils nachlässigem Knoten nicht längst abgedriftet war. xD Aber auch da hatte der Waliser eben Prioritäten setzen müssen. Leif hatte schon einmal ein neues Boot gebaut, er würde es auch ein drittes Mal schaffen, wenn es nötig sein sollte.
»Auron ... hat mir Blut gespendet?« Das machte den Wikinger völlig baff. »Freiwillig?« Na ja ... wahrscheinlich schon. xD Aber so richtig vorstellen konnte sich das Leif nach der Sache mit Luna trotzdem nicht. »Wie kam es denn dazu?« Er wusste ja noch gar nichts davon, wie viele Leute hier versammelt gewesen waren, um mit Virgil um ihn zu bangen. »Wir ... wir müssen dringend mit ihm reden und mit Raven. Das haben wir viel zu lang vor uns hergeschoben. Und bei Nasir und dem Doc muss ich mich auch bedanken.« Und wenn sie ehrlich waren, würde kein einziges Wort oder Geschenk jemals reichen, um die Schuld und Dankbarkeit auszugleichen.
»Auch wenn ich entschlossen war, zurück zu dir und in mein Leben zu kommen, hatte ich nach der Ablehnung Odins Angst, für immer in dieser Zwischenwelt gefangen zu sein. Dass ich nur diese eine Chance bekommen habe, um rüberzuwechseln. Aber danach wurde der Kampf leichter und ich hatte Unterstützung. Das ... hat mich beruhigt.« Na ja und er hatte ja auch darauf vertraut, dass Virgil ihn rechtzeitig erlösen würde. Etwas, worüber sie auch noch sprechen mussten. Aber nicht mehr heute.
Jetzt war er sowieso geschafft vom Reden und bleierne Müdigkeit drückte ihn tiefer in die Laken. Gemeinsam mit Virgil. Und von da an ging die Genesung mit größeren Schritten voran. Natürlich musste sich Leif viel schonen und es dauerte noch ein paar Tage, bis man ihn heimgehen ließ. Aber die Kopfschmerzen wurden bald erträglicher oder nur noch intervallartig. Gut möglich, dass er fortan öfter damit zu kämpfen haben würde. Die intensive Zeit mit Virgil machte all das erträglich und manchmal war es schon fast, als würden sie einen Urlaub miteinander verbringen, bei dem sie einfach nicht das Bett verließen. Aber nicht, um ihre Lust zu befriedigen, sondern einfach um ... zu reden und einander auf ganz unschuldige Weise nah zu sein. Das war wunderschön und sorgte definitiv auch für einen ordentlichen Heilungsschub.
Auch daheim gingen sie es weiterhin langsam an. Leif wollte eigentlich gern nach seinem Boot schauen, aber bis er eine Reise vor die Tore wagen sollte, würden wohl noch mal ein paar Wochen vergehen. Also versuchte er weiterhin zu Kräften zu kommen. Was er aber durchaus bemerkte, war, dass Virgil etwas auf der Seele lastete. Manchmal wurde es still zwischen ihnen und dann wirkte der Waliser so, als würde er etwas sagen wollen – tat es aber nicht. Und manchmal erwischte ihn Leif mitten in der Nacht grübelnd und wach, was dann aber meistens mit ein paar Küssen abgewiegelt wurde. Leif schätzte, dass es etwas mit dem Unfall und den Verlustängsten zu tun hatte, denn das war schließlich ein extrem einschneidendes Erlebnis für sie beide gewesen. Und sie mussten noch sehen, wie sie mit der Verlustangst als Paar umgehen wollten. Oder auch ... mit dem Wunsch, den anderen zu erlösen, bevor er ein Beißer wurde.
An einem Abend brach es dann aus Virgil heraus und Leif legte ruhig das Besteck beiseite, um seinem Partner vollste Aufmerksamkeit entgegenzubringen. Sein Herz pochte schneller ... aufgrund von Furcht. Denn ähnliche Fragen hatte er sich bereits gestellt. Schon vor dem Unfall. Danach hatte er es bisher vermieden.
Er langte über den Tisch, um Virgils Hand zu greifen und festzuhalten. »Ich glaube, es kommt darauf an, wem dein Herz zugetan ist und dass die christliche Taufe keine Rolle spielt. Früher ... da haben sich manche Wikinger taufen lassen müssen und man sagt, viele haben es vielleicht ... na ja, nur gespielt. Und im Herzen weiter an die nordischen Götter geglaubt, auch wenn sie Kreuze um den Hals trugen. Es hat Odin sicher erzürnt, aber vielleicht hat er trotzdem gewusst, dass es ein Opfer war, das seine Gefolgsleute machen mussten, um weiter zu überleben.«
Wegen des Rituals, nach dem Virgil ihn fragte, zögerte Leif jedoch. Denn ja, das gab es. Aber es war ziemlich ... radikal. Und er wollte nicht, dass Virgil sich so drastisch von diesem Teil seiner Vergangenheit trennte, denn manche Werte des Christentums machten ihn nach wie vor aus. Außerdem zweifelte er ehrlich gesagt, dass ... Virgil es tatsächlich durchziehen würde ... und sollte. Und ob er selbst dabei Zeuge sein konnte, des es würde schmerzhaft sein. Nicht nur mental, auch körperlich.
»Ich habe dir mal erklärt, dass die Sippe für die Wikinger über alles geht. Es gibt keine Taufe bei uns, sondern ein Ritual, um jemanden in die Sippe aufzunehmen. Aber das ist ... losgelöst vom Glauben, auch wenn dabei die Götter angerufen werden.« Leif atmete tief durch und sah wieder auf seinen Teller. »Es gibt ... noch ein anderes Ritual. Mit dem du dich vom Christentum ... reinigen kannst. Aber ... es wäre sehr hart. Ich würde niemals von dir verlangen, es durchzuführen, und ich finde, es ist auch nicht nötig. Wir werden uns nach unserem Tod auch so finden, das muss ich einfach glauben!«
@Virgil Chadburn



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„Tut mir Leid… ich habe die Fackel fallen lassen… als mir klar wurde, dass du nicht mehr auftauchst..“
Virgil fand das überhaupt nicht verrückt. Er wusste wie sehr Leif dieses Boot liebte. Und auch er hatte es bereits ins Herz geschlossen. Immerhin.. waren auf diesem Boot wunderschöne Dinge passiert. Es war ihre Safezone. Ihr ganz persönlicher Wohlfühlort. Welcher nun überschattet wurde von einem schrecklichen Unfall. Hoffentlich würden sie das in ihrer Beziehung zu dem Gefährt wieder überwinden. Denn Virgil wollte an all diesen schönen Erinnerungen festhalten und sie nicht von dem Passierten zerstören lassen.
Was Auron betraf nickte er ebenso ratlos.
„Ja.. er und Agron haben mir geholfen dich auf die Krankenstation zu bringen, nachdem ich vor den Toren ankam. Sie hatten wohl gerade Wache oder waren zufällig in der Nähe. Und danach.. sind sie geblieben und haben mir Gesellschaft geleistet. Genau wie auch Dino und Adam. Worüber ich wirklich dankbar bin, denn ohne Ablenkung hätte ich die Zeit des Wartens, während du im OP warst… mit Sicherheit nicht überstanden ohne völlig verrückt zu werden.“
Nach und nach bekam Leif wohl einen Eindruck davon, wie furchtbar das alles für Virgil gewesen sein musste.
„Niemand von uns hatte die richtige Blutgruppe. Auron hat sich sofort freiwillig gemeldet, als er gehört hat, dass du welches benötigst.. vielleicht…. hassen die beiden uns ja doch nicht so sehr?“
Das mussten sie bald herausfinden. Denn sie mussten die Wogen unbedingt glätten.
„Das müssen wir, ja. Aber erstmal musst du wieder gesund werden. Vielleicht sollten wir ihnen etwas schenken? Als Dankeschön und zur Wiedergutmachung? Aber was nur…“
Raven war ein ziemlicher Technik Nerd hatte er gehört und Auron ein typischer Krieger der Met liebte. Womöglich könnten sie sich irgendetwas Gutes überlegen, um den beiden eine Freude zu machen.
„Vielleicht suchen wir auf unseren zukünftigen Touren gezielt nach Babykleidung?“
Luna wuchs schließlich stetig und brauchte ständig neue Klamotten. Davon konnte man als Eltern wohl nie genug haben.
Virgil wurde ein bisschen übel, als Leif ihm eröffnete, dass er durchaus überlegt hatte Odins Hand zu nehmen. Er dachte immer… für ihn wäre klar gewesen, dass er sich zurück ins Leben kämpfen musste. Für Virgil! Für ihre Beziehung. Aber offenbar war der Verbleib seiner Seele nach dem Tod ihm fast genauso wichtig wie das Leben mit ihm. Und das machte ihm ein wenig Angst.. denn wieder waren es übergeordnete Mächte, die ihr Leben beeinflussten.
„Odin.. wird mit Sicherheit anerkennen, dass du gekämpft und nicht einfach aufgegeben hast. Er wird…. dir wieder eine Chance geben, wenn es irgendwann so weit ist“
Daran musste er einfach glauben! Denn er könnte es sich auch nie verzeihen, wenn Odin ihn wegen dieser Entscheidung fort schickte. Für immer. Noch ein Grund mehr sich seinem Glauben vollkommen zu verschreiben.
Virgil brauchte noch eine Weile, um mit Leif über seine Sorgen zu reden. Einfach weil.. er sich selbst sicher sein wollte, was er denn wollte. Denn ihm eine halbherzige Lösung zu präsentieren, das stand einfach nicht zur Debatte. Wenn er etwas machte, dann wollte er es richtig tun. Mit ganzem Herzen.
Auch sein Herz pochte wild, als er Leif seine Pläne eröffnete. Denn irgendwie hatte er Angst vor der Antwort. Was, wenn er es nicht gutheißen und nicht hinter ihm stehen würde? Diese Verantwortung nicht übernehmen wollte? Immerhin band er sich damit nicht nur an Leifs Götter sondern irgendwie auch ein bisschen an ihn. Da er seinetwegen den Glauben vollständig wechselte. Auch wenn Virgil ihm das niemals vorwerfen würde, selbst wenn die Beziehung irgendwann in die Brüche ging.
Er hörte sich schweigend an, was Leif dazu erzählte und gab nur ein leises ‚hm‘ von sich… denn irgendwie konnte man die Situation der alten Wikinger nicht mit seiner vergleichen
„Nur war es bei mir nicht…. unfreiwillig. Ich habe den Großteil meines Lebens nach diesen Werten gelebt. Aus freien Stücken.“
Irgendwie empfand er dieses Ritual mit welchem man in die Sippe aufgenommen wurde… als nicht weitreichend genug. Denn er konnte auch mit seiner Vergangenheit ein Teil der Familie werden oder? Aber das hieß noch lange nicht, dass auch die Götter ihn in ihren Hallen willkommen hießen. Weshalb er wieder nur ein nachdenkliches ‚hm‘ von sich gab.
Bis Leif.. noch von einem anderen Ritual sprach. Welches ihn hellhörig machte. Es war ja schön zu hören, dass Leif daran glaubte, dass sie einander nach dem Tod auch so wiederfinden würden…. aber Leif hatte auch nicht tagelang voller Sorge an seinem Krankenbett verbracht. Er wusste nicht wie einschneidend dieses Erlebnis für Virgil war. Und wie real diese Angst. Weswegen er überhaupt nicht weiter nachfragte oder auf seine Bedenken einging, sondern stattdessen völlig überzeugt meinte
„Ich mache es. Egal wie hart oder grausam es ist“
Punkt.
Leif konnte die Entschlossenheit in Virgils Augen bestimmt erkennen. Denn dieser schien nicht davon abzubringen zu sein
„Sag mir was ich dafür tun muss“
@Leif Tyrson



Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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Wie sollte man auch rational handeln, wenn man im Begriff war, den Liebsten zu verlieren? Da vergaß man eben auch mal kurz, dass man sich auf einem hölzernen Boot befand, das sehr empfänglich für Feuer war. »Ich bin nur froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Nicht nur wegen des Bootes, auch wegen dir« Es hätte eben wirklich untergehen können und Virgil mit sich ziehen können. Und das war eine ganz schreckliche Vorstellung. Auch wenn sie dann wohl beide nach Ran gezogen und definitiv vereint gewesen wären. Theoretisch.
Sie würden noch ganz viele schöne Erinnerungen auf diesem Boot sammeln und es auch weiter mit gemeinsamen Schnitzarbeiten verschönern – da war sich Leif absolut sicher. Er würde sich seine Safezone und sein Element, das Wasser, garantiert nicht von diesem Unfall zunichtemachen lassen.
Es war also die komplette Mannschaft versammelt gewesen? Das ... rührte Leif, so unerwartet es auch war. Denn obwohl sie ein gemeinsames ›Abenteuer‹ bestritten hatten, waren sie längst keine Freunde geworden. Im Gegenteil, eigentlich hatte Leif gedacht, die anderen wären froh, wenn er und Virgil ihnen nicht mehr zu nahe kommen würden. Aber offenbar war das gar nicht der Fall?
»Ich bin froh, dass du dich nicht allein warst und sie dich aufgefangen haben. Wenn ich nur dran denke, wie es wäre, wenn unsere Rollen vertauscht wären ... ich halte schon die Vorstellung nicht aus.« Jedem Einzelnen wollte Leif jetzt danken, wenn er nur wüsste wie? Er konnte weder besonders gut backen oder kochen und mit einem Präsentkorb vor jeder Tür zu stehen wäre auch irgendwie seltsam.
Und wie schrecklich sich Virgil in den Tagen der Ungewissheit gefühlt haben musste ... damit konnte Leif auch noch nicht so gut umgehen. Denn er war der passive Part gewesen, der ›nur‹ mit Überleben beschäftigt gewesen war und in einer Traumwelt festgehangen hatte. Er würde niemals so richtig nachfühlen können, was Virgil durchgemacht hatte.
»Hm ...«, meinte Leif und nickte langsam. »Wenn ich gesund bin, gehen wir zu ihnen. Und da das noch etwas dauern wird ... haben wir noch etwas Zeit, um über Geschenke nachzudenken. Aber die Idee mit der Babykleidung finde ich schon mal sehr gut.« Denn die würde Auron und Raven wohl wirklich immer wieder in verschiedensten Größen brauchen.
Bei Wikingern war das so eine Sache mit dem Leben nach dem Tod. Letzterer war in ihrer Welt allgegenwärtig gewesen so, wie es auch jetzt in der Apokalypse war. Es war nur natürlich, dass es ihnen wichtig war, wohin sie kamen und ob sie ihre Liebsten wiedersehen würden. Und dass es ein dreiteiliges Reich war mitsamt einer ›Hölle‹ ... auch das war logisch. Das Meer und die Schifffahrt war ein wichtiger Teil ihrer Kultur, also gab es auch einen Ort für alle Seefahrer, die es nicht mehr heimschafften. Krieger brauchten eine gestärkte Moral, um in den Kampf zu ziehen und dem Tod mutig zu begegnen. Deswegen gab es Valhalla. Und auch Hel war nichts Grausames, bis auf den Teil, in dem die Sippenmörder und Kriminellen landeten. Wenn Leif an den Tod dachte, fürchtete er sich ausschließlich davor, zwischen den Welten festzustecken und niemals zu den Göttern zu kommen, in welcher Form auch immer. Vor dem Sterben und dem Tod an sich hatte er keine Angst. Das bedeutete aber nicht, dass er Todessehnsucht hatte. Aber er würde ihm wohl mutiger entgegen gehen als manch anderer und das Ende akzeptieren. Also ja, es hatte etwas damit zu tun, dass ihm der Verbleib seiner Seele enorm wichtig war – denn vermutlich würde er in dieser Welt weit mehr Zeit verbringen als im Leben. Und das galt auch für Virgil.
»Odin hat zufrieden gelächelt, als ich nicht mitgehen wollte. Ich glaube, er wäre enttäuschter gewesen, wenn ich aufgegeben hätte.« Leif lächelte. »Vielleicht wollte er mich auch nur anstupsen, endlich aufzuwachen.«
Das Thema Tod und Nachwelt holte sie einige Zeit später erneut ein. Daran allein merkte man schon, wie aufrüttelnd die jüngsten Erlebnisse waren.
»Ich will damit nur deutlich machen, dass die Götter wissen, ob du an sie glaubst oder nicht. Ebenso wie es der Christengott weiß. Dafür braucht es kein Ritual.« Das war nun mal seine Meinung dazu.
Er riss außerdem bereits an, dass dieses Unterfangen eine Menge von Virgil fordern würde. Eigentlich würde er gern mit ihm darüber diskutieren. Doch die Mimik des Walisers verschloss sich und so eine Entschlossenheit wie jetzt ... hatte ihm zuletzt entgegengeblickt, als Virgil mit ihm die Kirche und seine alte Kolonie verlassen hatte.
Die direkten Worte wühlten Leif auf, denn er fühlte sich wirklich sehr unsicher mit diesem Schritt, obwohl es ja gar nicht seine Entscheidung war. Trotzdem fand er es irgendwie auch ... heiß und mutig, dass Virgil es so vehement durchziehen wollte.
»Bevor ich es dir erkläre, sag mir ... willst du es tun, weil du wirklich an meine Götter glaubst und ihren Wegen folgen möchtest? Oder tust du es nur wegen mir und der Angst, dass wir im Tode getrennt werden? Auch das ... werden die Götter unterscheiden können. Ritual hin oder her.« Sie ließen sich nicht verarschen und duldeten keine Eindringlinge in ihrem Reich, die sich den Weg dorthin erschleichen wollten. Virgil sollte sich seiner Gründe also besser wirklich sicher sein.
@Virgil Chadburn



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„Verpassen wir ihm gemeinsam einen neuen Anstrich“
Sagte Virgil lächelnd. Auch wenn es ihm immer noch Leid tat, dass er das Boot fast geschrottet hatte. Aber so.. hätte das hübsche kleine Schiff auch einen Touch von ihm. wenn sie es gemeinsam verzieren würden.
Virgil ging es sehr ähnlich, auch er hatte gedacht, dass er bei der eingeschworenen Truppe aus Balar nicht wirklich erwünscht war. Kein Wunder, nach der Ablehnung durch Torben. Zwar empfand er die restlichen Koloniemitglieder als offenherzig und aufgeschlossen, doch wirklich wissen was jemand dachte, konnte man im Endeffekt nicht. Torben war das beste Beispiel dafür gewesen.
Und doch waren sie an den Kern nicht so richtig heran gekommen. Agron und Auron.. wirkten einfach wie ein undurchdringbarer Wall, der nicht viel Annäherung zuließ. Und das obwohl Auron eigentlich wirklich gesellig war und Leif bereits viel länger in Balar war als die beiden. Dennoch gab es eben auch hier Grüppchen, mit denen man sich schwer anfreunden konnte. Vielleicht lag es ja auch an den Erlebnissen der beiden in der Vergangenheit. Oder daran, dass Auron nun Vater war.. und deshalb auch sein Misstrauen wuchs. Wer weiß. Jeder hatte seine Geschichte. Womöglich hatten sie das Verhalten der beiden aber auch einfach völlig falsch eingeschätzt und sich von Agrons bösen Blicken einschüchtern lassen. Der von Anfang an ja eher ablehnend gewesen war. Aber vielleicht würden sich nun ja neue Verbindungen ergeben… nun wo sogar Aurons Blut durch Leifs Adern floss.
„Hoffen wir, dass du diese Situation niemals erleben musst… und falls doch, weiß ich, dass es hier Menschen gibt, die für dich da wären“
Das beruhigte Virgil ungemein. Denn Leif völlig alleine zu wissen, das könnte ja nur in der Dunkelheit münden. Doch er hatte Ivar und die restlichen Stammtischmitglieder so wie einer Menge andere Leute, die sich um ihn kümmern würden. Das wusste er.
Virgil traten noch mal kurz leichte Tränen in die Augen, als Leif ihm erzählte, dass Odin zufrieden gelächelt hatte, weil er sich für das Leben entschieden hatte.
„Naja stell dir vor wie sauer er gewesen wäre.. da hat er so viel Energie darauf verwendet, dass wir beide endlich zueinander finden und dann klopfst du vorzeitig an seine Tore?“
da wäre wohl jeder wütend. Immerhin kam der Rabe doch mit Sicherheit von Odin. Ohne ihn.. säßen sie heute nicht hier. Ohne ihn… wäre Virgil nun verheiratet und womöglich bald Vater eines Kindes, mit einer Frau, die er weder liebte noch begehrte.
Er war dem Gott also Dankbar bis in alle Ewigkeit. Da wäre es doch das Mindeste, wenn er für ihn seinen Glauben komplett ablegte oder?
Er verstand schon was Leif ihm sagen wollte. Virgil konnte den Göttern nichts vorspielen. Nicht zu jemandem werden, der er nicht war… aber trotzdem.. wollte er dieses Ritual durchführen. Als Zeichen seiner Loyalität und Überzeugung.
„Ich kann nichts dagegen machen, dass ich sowohl an die nordischen Götter als auch an den christlichen Gott glaube Leif.. ich denke.. dass eine Koexistenz mehrere Mächte möglich ist. Aber… ich möchte deinen Göttern die Treue schwören und ihnen beweisen, dass ich ihrer würdig bin“
Dennoch brachte seine Frage ihn nun kurz zum Stocken. Oder regte ihn zum Nachdenken an. Denn tat er es wirklich wegen der Götter oder… tatsächlich nur aus Angst um Leif? Kurz schwieg Virgil. Was wenn der Isländer recht hatte und sie am Ende erst Recht nicht zusammen in Valhalla landeten? Virgil dann aber auch nicht in den Himmel auffuhr nach diesem Ritual? Dann wäre er es, der zwischen den Welten festsaß. Aber nun war keine Zeit für Zweifel. Er hatte diesen Entschluss gefasst also würde er sich davon auch nicht abbringen lassen und sagte deshalb entschlossen.
„Wie könnte ich nicht an sie glauben, nach allem, was sie für uns getan haben Leif? Deine Götter haben mir in wenigen Monaten mehr Zeichen gesendet… als ‚mein‘ Gott in meinem gesamten Leben. Also ja! Ich möchte ihrem Weg folgen. Das wir dadurch auch Gewissheit darüber erlangen die Ewigkeit miteinander zu verbringen.. hat meine Entscheidung natürlich bekräftigt. Aber das ist nicht der einzige Grund“
Irgendwie bekam Virgil gerade das Gefühl, als wolle Leif nicht, dass er diesen Weg ging? Aber warum nicht? Wollte er seine Leben nach dem Tod ohne Virgil verbringen? Sah er ihn vielleicht insgeheim doch nicht als würdig und selbst als Eindringling?
@Leif Tyrson



Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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Im Gegensatz zu Auron war Leif nicht wirklich gesellig. Er wunderte sich schon manchmal, wie er in eine gewisse Stammtischrunde gerutscht war. Aber auch dort verbrachte er die Abende überwiegend schweigend. Selbst jetzt, wo Virgil mitkam, hatte sich das kaum geändert. Sein Partner war der Extrovertierte und brachte sich mehr ein. Was für Leif wirklich schön zu beobachten war. Er hatte ihn schließlich aus seiner alten Gemeinschaft und von langjährigen Freunden fortgerissen. Wie schlimm wäre es dann, wenn Virgil hier in Balar nicht Anschluss finden würde – außer Leif natürlich.
Aber die Gruppe um Agron und Auron? Die war schon sehr eingeschworen. Ersterer hielt alle mit finsteren Blicken und harten Worten fern. Leif fand seine Schmiedearbeiten großartig und er hatte ja sogar die Axt für Virgil mit ihm zusammen angefertigt. Aber das war auf einer mehr ... geschäftlichen Basis passiert. An seine Familie ließ der Krieger niemanden so leicht ran. Mit Auron hatte Leif schon etwas mehr zu tun gehabt, denn sie waren ungefähr zur gleichen Zeit in die Kolonie gekommen. Aber sie waren trotzdem vollkommen unterschiedliche Menschen und nicht in denselben Kreisen unterwegs gewesen. Und seit Raven hier war und ... Auron Vater geworden, war ohnehin alles anders. Diese Gruppe blieb weitestgehend für sich. Und wenn Adam und Dino kamen, gab es neben Agron noch jemanden, der jeden mit Blicken erdolchte, wenn man der Gemeinschaft zu nahe kam. xD Also, selbst wenn man wollte, es war beinah unmöglich, bei ihnen Anschluss zu finden. Sogar Nasir war bei dem Versuch fast drauf gegangen. xD
Leif hatte nie den Wunsch verspürt, zu ihnen zu gehören. Er war mit seiner eigenen kleinen Gang zufrieden. Doch wer war es, der ihn jetzt auffing und ihm sogar Blut gespendet hatte? Niemand vom Stammtisch, niemand von den alten Freunden. Nein, es war ausgerechnet der Mann, dessen Tochter wegen Virgil und Leif vor ein paar Wochen erst entführt worden war. Das stimmte Leif wirklich sehr nachdenklich. Weswegen er auf Virgils Worte erst mal nur nickte.
Als es um die Erscheinung von Odin ging, lächelte Leif. »Wahrscheinlich hätte er mich im hohen Bogen zurück ins Leben geworfen, selbst wenn ich seine Hand genommen hätte. Das war bestimmt nur ein Trick.«
Trotzdem vermisste er die Präsenz des Allvaters. Sie war tröstlich gewesen, außerdem hatte sich Leif wirklich sehr geehrt gefühlt von ihm aufgesucht zu werden.
Das Gespräch über Rituale zur Enttaufung ... war kein so einfaches. Leif wusste auch nicht, warum er so viel Ablehnung deswegen fühlte. Eigentlich sollte er sich freuen, oder? Weil Virgil sich für den alten Weg entschied, den der nordischen Götter. Weil er zu einem Vollblut-Wikinger werden wollte. Und eben hatte Leif noch groß rumgetönt, die Götter könnten in die Herzen der Menschen blicken und den wahren Glauben erkennen und dass Virgil sich deswegen keine Sorgen machen musste. Gleichzeitig zweifelte er scheinbar doch an den Beweggründen seines Liebsten, denn diese stellte er kaum zwei Sätze später infrage. Lag es an seiner Kopfwunde, dass er so hin und her sprang mit dem, was er sagen wollte? Leif fühlte sich ehrlich verwirrt und aufgewühlt.
Würde der Allvater jemanden akzeptieren, der beide Glaubensrichtungen in sich vereinte? Darüber nachzudenken ließ seinen Kopf erneut heftig pochen, doch er bemühte sich, das nicht offensichtlich zu zeigen. Er lehnte sich langsam im Stuhl zurück und schloss kurz die Augen, um sich zu sammeln. Virgil beteuerte derweil, dass seine Beweggründe rechtschaffen waren. Aber es klang auch ein wenig so, als müsse er sich selbst überzeugen.
Leif öffnete die Lider wieder und blickte seinen Partner an. »Man kann das nicht rückgängig machen. Einmal getrennt, immer getrennt.« Der Glaube der Wikinger und die zugehörigen Rituale und Bräuche waren mitunter sehr hart. Die Enttaufung wurde früher wahrscheinlich hauptsächlich von jenen durchgeführt, die ... na ja, getauft worden waren. Gegen ihren Willen. Dass man einiges ertrug, um zu den Göttern zurückzukehren, war gang und gäbe. Man wollte sich würdig erweisen. Und nicht weniger würden sie von Virgil erwarten.
»Ich ... bin mir nicht sicher, ob du dafür bereit bist«, gestand Leif dann ehrlich und ein wenig kleinlaut. »Du hast gerade selbst gesagt, du glaubst an deinen Gott und an meine Götter. Und ich weiß, wie viel dir deine alte Gemeinschaft bedeutet und auch viele der christlichen Werte. Diese Charakterzüge von dir löschst du natürlich nicht durch das Ritual, aber die Abtrennung wirst du trotzdem fühlen. Ich weiß nicht, was das mit dir macht und ob du es nicht irgendwann bereuen wirst. Aber es ist deine Entscheidung. Du bist dir offenbar sicher und ich möchte dich mit offenen Armen in meiner Welt empfangen. Auch wenn das gerade vielleicht nicht so wirkt. Aber ... ich liebe dich nun mal und deswegen mache ich mir Sorgen.«
Ob Virgil das verstehen könnte? Oder war Leif ihm jetzt gehörig auf den Schlips getreten? Doch wenn man sich in einer Beziehung nicht die Wahrheit sagen konnte, wo dann?
»Ich erkläre dir das Ritual.« Leif beugte sich vor und fing damit an. Was Virgil sagen musste, was er ... tun musste. Dass er sich Schmerzen stellen musste und welche Utensilien sie für das Unterfangen benötigten. Dabei schaute er ihn die ganze Zeit aufmerksam an. Um zu erkennen, ob sich Widerwillen, Angst oder gar Abscheu auf seinen Zügen zeigte.
@Virgil Chadburn



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