Die Bar wurde von Andrew wie ein zweites Zuhause benutzt, sodass man ihn öfters hier anfand. Vermutlich käme er nicht so oft her, wenn es eine Frau irgendwo gab, die auf ihn wartete. Den Gedanken ließ er aber schon seit Jahren nicht mehr. Jedes Mal, wenn eine Frau um die Ecke kam, schien auch bald ein Kind darauf zu folgen. Er schien irgendwas einfach falsch zu machen. Als Brian erwähnte, dass er hier öfters verkehrt, winkte Andrew einfach nur mit der Hand ab als würde es nicht stimme. Dabei wusste beide ganz genau, dass er nah an der Grenze war Stammgast zu sein. Sie stießen miteinander an und Andrew machte es seinen Freund gleich und lehnte sich zurück, obwohl er noch kein Schluck von seinem Getränk nahm. Die Frage nach der Turbine ließ ihn freudlos Lächeln und doch das Glas an die Lippen heben.
„Obwohl mein IQ die Komplexität der Turbine übersteigt, scheint sie davon nicht beeindruckt zu sein und immer noch ein Problem zu haben. Ich kann noch nicht eingrenzen, ob es an der Stromzufuhr liegt oder ein mechanischer Defekt ist“, erklärte er Brain und schwenkte die Flüssigkeit im Glas etwas herum, während er die kleinen Wellen etwas beobachtete. Auf die Frage hin, ob sie die Kolonie kurzzeitig vom Netz nehmen sollten, hob Andrew noch einmal den Blick: „Never change a running system, hm?“ Er zuckte mit den Schultern und nickte dann: „Es könnte den Wartungsaufwand reduzieren, wenn ich die Turbinen alle einmal neustarten kann. Es birgt aber ein gewisses Risiko. Wir haben die Turbinen seit Jahren nicht gestoppt und wieder hochgefahren. Ich sorge mich, dass es bei einem Neustart zu Fehlfunktionen führen könnte. Anderseits könnte es sein, dass dann alle wieder laufen.“ Andrew rieb sich über den Hinterkopf und schien laut vor sich her zu reden. Die Sorgen über die Turbinen waren jedoch seine Sorgen. Brian schien ebenfalls seinen eigenen Hexenkessel zu haben in dem er seine Suppe kochte. Als er dabei Negan erwähnte, brummte Andrew nachdenklich auf.
„Negan, Negan…“, sagte er und lehnte sich zurück. „Ich verstehe durchaus seine Beweggründe. Trotzdem sag ich immer… die gefährlichsten Anführer sind nicht die mit einem Egoproblem, sondern die, die verrückt sind.“ Freundlich prostete er dabei seinem guten Freund zu und trank noch einen Schluck aus dem Glas. „Es bringt nichts sich darüber Gedanken zu machen, ob es eine gute Idee war sich mit den Herren einzulassen. Vielmehr solltest du dich fragen, wie die Entscheidung sich auf die Kolonie auswirkt. Egal, wie dieser Mann sein wird, für uns sollte unser Wohl im Vordergrund stehen und wenn dieses gefährdet wird, müssen wir etwas tun.“ Andrew war der festen Überzeugung, dass sie durchaus jemand von der Klippe stoßen konnten, selbst wenn man es vorher versprach nicht zu tun. Etwas Hinterhältigkeit würde niemanden wehtun.
@Brian Daniels (Hey mein Lieber, ich bin jetzt wieder da ;))