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WILLKOMMEN! Wir sind ein Walking Dead Forum bestehend seit 2013 – Wir folgen der Storyline aus der TV-Serie bis Negans Fall 2015. Seitdem schreiben wir unsere eigene Geschichte, die allerdings einige Schlüsselmomente aus der Serie mit einbezieht. Wir schreiben in Szenentrennung und geben auch vielen Free-Charakteren ein wundervolles zu Hause. Zudem sind wir eine entspannte Community und verfolgen auch keine Blackliste mehr.
WEATHER Monatsabhängig 5°C bis 26°C EVENTS Heaven’s Paradise Plot INPLAY STATUS September – November 2024 NEWS! 26.01.26 Das neue Design steht und wir starten mit neuer Energie durch!
09.01.26 Neustart! Das TWD startet mit neuem Team und neuen Ideen!
01.01.26 Frohes neues Jahr!
01.01.26 Frohes neues Jahr!
01.01.26 Frohes neues Jahr!
Team, Events & Weather
Floyd Webber, Scarlet Rainthworth, Daryl Dixon und Duo Maxwell sind die Admins im Forum. Scar und Duo bilden die Front, während sie von Floyd und Daryl im Hintergrund unterstützt werden. Grafik und Design stammt von Daryl Dixon <3
Der Plot um den Angriff auf die Heavens Paradise neigt sich dem Ende.
September: Das Wetter ist noch recht schwül. Temperaturen: 17°C - 26°COktober: Die Tage werden Kühler und es gibt mehr Regen. Temperaturen: 10°C - 20°C November: Es wird deutlich kälter und es gibt immer mehr schlechtere Tage. Temperaturen: 5°C - 14°C
THE DEAD DON’T DIE
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Vorsichtig schlich sie durch das hohe Gras der Wiese und lauschte den Geräuschen um sich. Sie konnte nur vereinzelte Zombies um sich herum ausmachen, scheinbar keine Horde. Ana verließ den sicheren Unterschlupf seit Wochen heimlich und bisher hatte sie auch immer alles unter Kontrolle gehabt. In den letzten Jahren hatte man ihr vieles beigebracht, sie hatte trainiert und war immer besser geworden. Doch mittlerweile hatte sie immer mehr das Gefühl, dass dieses Trainieren in Sicherheit nicht mehr viel brachte, zumal sie die Welt auch entdecken wollte. Zwar hörte sie ab und an die anderen darüber reden, wie es früher einmal war und wie sehr sie die Zeit vermissten, aber Ana konnte sich an diese Welt nicht mehr erinnern. Sie war damals noch zu klein gewesen. Für sie war das hier ihre einzige Welt und sie war ... okay damit.
Die einzelnen Zombies stöhnten leise vor sich hin, stolperten langsam nach vorne oder standen nutzlos in der Gegend herum. Ana wollte dennoch kein Risiko eingehen. Lieber suchte sie weiter nach einem Zombie, der allein umherwanderte. Einen einzelnen, damit sie keine Überraschungen erleben würde. Also ging sie weiter, geduckt. Einige Zeit schlich sie weiter, die Wiese schien fast unendlich. Doch sie konnte den angrenzenden Wald schon sehen.
Ein lautes Geräusch riss sie jedoch aus der Konzentration. War da ein Überlebender? Sie hörte wie ein Körper zu Boden ging - hoffentlich einer der Beißer. Sie ging langsam in die Richtung, aus welcher die Geräusche kamen und konnte nach einer Weile blonde Haare erkennen. Eine Frau, scheinbar unverletzt oder zumindest nicht verwandelt. Ana hielt sich weiterhin im Hintergrund, zückte ihr Messer. Ihr Herz schlug deutlich schneller, sie wusste immerhin nicht, wie diese fremde Person auf sie reagieren würde. Sollte sie sich zeigen?
@Zoé Cornet
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Nachdem sie Balar Island wieder verlassen hatte begab sie sich erneut auf die Reisen. Sie hatte mittleerweile keine Waffen mehr. Da sie ein Problem mit Schusswaffen hatte, musste sie sich überlegen, wie sie am besten an vernünftige Waffen, die keinen Lärm verursachten heran kam. Doch im Moment hatte sie keine Idee. Sie musste also hoffen, dass sie, wenn sie eine Stadt erreichte oder in eine Kolonie kam, das sie sich dann Waffen organisieren konnte. Doch im Moment wusste sie nicht so genau was sie machen sollte. Weshalb sie also ruhig blieb und sich dabei Gedanken machte. So kam es, das sie auf ihrer Reise irgendwann auf einer Art Wiese ankam, wo sich doch der ein oder andere Beißer herumtrieb. Mist. Wie sollte sie da also nur vorbei kommen? Das wusste sie nicht. Also schaute sie sich suchend um. So kletterte sie auf einen Baum der sich auf der Wiese befand um sich über die Wiese einen gewissen Überblick zu verschaffen. Gott sei Dank waren dort nicht viele Beißer vorhanden und das war Glück im Unglück. Gut die Beißer, waren nicht zahlreich und sie konnte sie erledigen. Also hüpfte sie vom Ast des Baumes. Dieser war nicht sehr hoch vom Boden entfernt und grinste dabei ein wenig. Genau das hatte wohl auch ihre neugierige Zuschauern bemerkt, wie sie sich vom Baum herab begeben hatte um sich einem Beißer zu nähern. Diesem brach sie mit einem geschickten schlag das Genick, so dass dieser einfach zu Boden ging und sich nicht mehr rührte. Sie Schlug sicherheitshalber noch einmal seinen Schädel ein und grinste dabei etwas. „Das hätten wir“ meinte sie leise. Das sie jemand beobachtete konnte sie in dem Moment nicht wissen und das war vielleicht auch besser so. So hielt sie sich nun weiterhin geduckt, während sie die Beißer erledigte die hier und da ihren Weg kreuzten. Sie wollte diese weite Fläche einfach so schnell wie möglich hinter sich bringen. //Ich muss bald wieder eine Kolonie erreichen um meine Vorräte aufzufüllen.// Die letzte Stadt, die sie erreicht hatte, war schon fast leergeräumt, sie hatte somit höchstens ein bisschen vergammeltes Brot finden können und das Wasser auffrischen können, welches sie nun Trank. Sie setzte sich mitten auf der Wiese in das Gras und wartete geduldig ab. Vor ihr liefen mehrere Beißer, diese waren zu dicht beieinander, als das sie diese ohne Probleme ausschalten hätte können.
@Anastasija Iwanow ich hoffe du kannst was mit anfangen^^
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Weiterhin hielt sie ihren Blick aufmerksam auf die Fremde gerichtet, beobachtete, wie sie sich selbst in Sicherheit brachte und sich letztendlich auf der Wiese niederließ. Die Kampfkünste waren beeindruckend, die Blondine wirkte sehr selbstbewusst und geübt. Genau so wollte Ana irgendwann auch durch die Welt ziehen. Die Frau schien allein zu sein, vielleicht ein Nomade. Sicher war sie auf der Suche nach Nahrung und einem Unterschlupf, doch bei letzterem konnte sie ihr nicht helfen. Man würde ihr sicher nicht danken, wenn sie eine Fremde zum Anwesen bringen würde. Doch sie konnte ihr vielleicht ein wenig helfen, indem sie ihr das Brot gab, welches sie in ihrer Tasche hatte. Wenn ... diese das denn wollte. Anastasija konnte nicht einfach weitergehen, noch nie hatte sie hier draußen einen lebenden Menschen getroffen und sie wusste nicht so recht, wie sie damit umgehen sollte. Die Menschen konnten gefährlich sein, aber genau so auch dankbar und hilfsbereit. Also nahm sie all ihren Mut zusammen und trat an die fremde Person heran. Noch immer hatte sie einen gewissen Abstand, immerhin wollte sie nicht gleich ein Messer im Kopf stecken haben, als sie anfing auf sich Aufmerksam zu machen. ''Hey. Hey, du da.'', flüsterte das junge Mädchen und lächelte freundlich. Ihre Mutter würde ihr wahrscheinlich den Kopf waschen, wenn sie wüsste was ihre Tochter hier gerade tat. Sie gab der Fremden einen Vertrauensvorschuss. ''Bist du hier ganz allein unterwegs?'' Man konnte an ihrer Stimme hören, dass sie unsicher war. Natürlich pochte ihr Herz vor Aufregung, aber sie konnte einfach nicht widerstehen.
@Zoé Cornet
|| Na klar! <3
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Es war ein langer Tag gewesen und sie wusste nicht wann es dunkel werden würde, aber es war sicherlich bald soweit, also musste sie dafür sorgen, dass sie irgendwo eine Unterkunft bekam, doch für heute Nacht war nichts zu finden. //Mist ich muss langsam weiter, wenn ich die nächste Stadt noch erreichen will// Oh das musste sie wirklich. Wenn sie Glück hatte, dann würde sie ein Hotel oder ein Zimmer finden, welches man gut verbarrikadieren konnte, in dem sie dann mal ausschlafen konnte. Aber dafür brauchte sie unbedingt Nahrung. Doch hier auf der Wiese war nichts zu finden. Das letzte Mal hatte sie in Balar Island etwas gegessen und das war eine Weile her. „Naja….“ Dann hörte sie ein Geräusch hinter sich, weshalb sie aufsprang und in Lauerstellung ging, doch stellte es sich dann heraus, dass es sich um keinen Beißer handelte, sondern um ein Mädchen, welches noch sehr jung wirkte. Jünger als sie selbst es war. Vielleicht sogar noch jünger. Egal, darüber durfte sie sich keine Gedanken machen. Immerhin konnte es auch sein, das selbst so ein junges Mädchen gefährlich sein konnte. Immerhin musste man in dieser Welt vorsichtig sein. Besonders Mädchen die in diese Welt hineingeboren wurden, konnten besonders gut kämpfen. Nachdenklich schaute sie das Mädchen an, wenn hier eine überlebende war, dann könnte es durchaus sein, das sie sich in der Nähe einer Kolonie befand und das war vielleicht nicht einmal verkehrt. „Hey….“ Meinte sie unsicher. Sie würde ihr in dem Fall noch nicht vertrauen, so konnte sie recht schnell ein Messer in den Rücken bekommen und das wollte sie nicht. Sie hatte schon viel erlebt. „Ja bin ich…ich war vor kurzem noch mit ein paar anderen Menschen unterwegs, aber ich habe mich von ihnen getrennt, da diese in ihrer Heimat angekommen waren, ich selber habe keine Heimat“ Erklärte sie ihr dabei ruhig. „Ich suche einen Ort für die Nacht und ziehe dann weiter…..wenn du mir sagst wo die nächste Stadt ist dann zieh ich weiter und schau das ich Nahrung finde“ Erklärte sie ihr ruhig. Etwas Wasser hatte sie noch dabei, da hatte sie für genug Vorrat gesorgt. Sie war jetzt gespannt was sie sagen würde. Immerhin wusste sie bereits, dass sie aus einer Kolonie kommen musste. Denn so wie sie in ihren Augen aussah war sie gut genährt und sah im Allgemeinen sogar recht sauber aus, was in der heutigen Zeit nur möglich ist, wenn man in einer Kolonie lebte. „Ich heiße Zoé“ Sie reichte ihr dabei vorsichtig die Hand.
@Anastasija Iwanow
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Sofort nachdem sie auf sich aufmerksam gemacht hatte, konnte sie erkennen wie die Fremde sofort aufsprang. Etwas anderes hatte Anastasjia aber auch nicht erwartet. Hier draußen war es nicht sicher, weder vor Toten noch vor den Untoten. Dennoch sprang sie das junge Mädchen nicht sofort an, sondern begann ihr zu antworten. Das war doch schon einmal ein gutes Zeichen, oder? Also hörte sie ihr zu, nickte kurz und begann zu überlegen. ''Nun, wenn du ganz alleine bist, solltest du sicher nicht einfach so in eine Stadt gehen, oder?'' Sie hatte immer nur schlechtes von den größeren Orten gehört - zu viele Zombies. ''Aber ich könnte dich ein Stück begleiten. Ich bin nicht so gut darin Wege zu beschreiben, aber ich kenne einen relativ schnellen Weg zu einer der Hauptstraßen. Der müsstest du dann einfach nur folgen.'' Weit würde sie sich nicht einfach so begeben, dazu war sie mit den Waffen noch zu unsicher und unerfahren. Aber sie wollte auch nicht wie ein kleines Kind zurück zu ihrer Mutter laufen. Das hier war nun einmal ihre Welt, sie war hier aufgewachsen und sie wollte auch endlich so leben. Sie wollte mutig sein, die richtigen Dinge tun. ''Ich heiße Anastasjia, aber du kannst auch einfach Ana sagen.'', entgegnete das junge Mädchen mit einem kleinen Lächeln und nahm die ihr angebotene Hand an. ''Darf ich dich fragen, wieso du nicht bei der anderen Gruppe geblieben bist? Wenn du kein Zuhause hast, hättest du dir ja eins für die Zukunft aussuchen können.'' Sie wollte ihr nicht zu nah treten, war dennoch einfach viel zu neugierig. Sie wusste nicht, wie es war ganz alleine zu sein und wenn sie ehrlich war, wollte sie das auch niemals erfahren müssen.
@Zoé Cornet
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Vorsicht war die Mutter der Porzellankiste oder wie sagte man so schön. Selbst ein junges Mädchen wie sie konnte gefährlich werden, das hatte sie mit der Zeit gelernt, deswegen war sie auch in der Sache vorsichtig. Was sollte sie sonst auch machen. Sie konnte schnell ein Messer im Rücken haben wenn sie nicht aufpasste. Also tat sie genau das, aufpassen. Sie kratzte sich kurz verlegen an der Wange und musterte sie dabei ein wenig. „Mag sein das ich das nicht sollte, aber ich denke eine Stadt ist genau passend um ein gutes Versteck zu finden“ Erklärte sie ruhig. „Zumindest brauch ich was für die Nacht“ Erklärte sie dabei ruhig. Sie musterte sie dabei einfach ein wenig. „Wenn du mich begleiten willst habe ich nichts dagegen“ Erklärte sie dabei ruhig. Warum auch nicht. Bisher hat sich die andere als durchaus freundlich erwiesen. Sie würde sie sicherlich nicht hintergehen, jedenfalls schätzte sie die andere einfach so ein. Wenn sie sich irrte, würde sie das früher oder später noch merken. Daher blieb sie nun ruhig und musterte sie dabei erneut ein wenig. „Gut…wenn du mich dahin bringen willst habe ich kein Problem damit…“ Sie ging voraus und blickte dabei noch einmal zurück zu ihr. „Aber eine Frage habe ich doch noch“ Gab sie lächelnd von sich. „Hier in der Nähe ist nicht zufällig eine Kolonie oder?“ Hakte sie dann einfach mal nach. Sie war gespannt, was sie ihr auf diese Frage hin antworten würde. „Also Ana, meinetwegen“ Gab sie schmunzelnd von sich. Dabei blickte sie die andere ruhig an und überlegte kurz was sie sagen sollte. „Ich weiß es nicht genau, aber ich bin glaube ich nicht gut darin lange an einem Ort zu bleiben, das könnte der Grund sein, warum ich auf Reisen bin“ Sie musste dabei etwas lächeln. „Und was treibt dich nach draußen?“ Das konnte sie die andere genauso gut fragen. „Hast du niemanden der sich um dich sorgt?“ Sie war da ein wenig unsicher und daher wartete sie nun einfach ab.
@Anastasija Iwanow
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Das junge Mädchen nickte mit einem leichten Lächeln. Es gab sicher einige Menschen, die gut darin waren in dieser Welt zu überleben und niemanden brauchten, der sie schützte. So ein Mensch wollte sie auch werden. Sie wollte zwar ihre Familie nicht verlassen, aber dennoch so gut im Kämpfen werden, dass sie es theoretisch könnte. Ana wollte ihre Familie beschützen können, sie wollte einfach keine Last mehr sein. Niemand, auf den man aufpassen musste. ''Gut, dann werde ich dich dahin bringen. Sicher kann ich dir bei dem ein oder anderen Beißer auch helfen. Übung ist wichtig.'' Mit diesen Worten setzte sich das Mädchen ebenfalls in Bewegung. Die kleine Gruppe von Untoten war mittlerweile weitergezogen, Ana konnte nur ein paar Vereinzelte erkennen. ''Hm.'' Sie nickte. Sollte sie ihr von ihrem Versteck erzählen? Schwierig. Aber sicher konnte sich Zoé schon denken, dass sie nicht alleine hier war. Also wäre lügen genau so falsch. Also nickte sie leicht. ''Ja, wir sind eine ziemlich große Gruppe. Viele Männer und Frauen, aber auch in paar Kinder.'' Wo genau konnte sie nicht sagen, dafür müsste sie einem Menschen schon wirklich vertrauen. Sie wollte keine Gefahr verursachen. ''Meine Mutter lebt auch dort. Auch einige andere aus meiner Familie. Zumindest die, die noch leben.'' Jeder hatte Menschen an diese Welt verloren, aber auch zuvor waren einige Mitglieder gestorben, was sie jedoch nicht wirklich miterlebt hatte. ''Das kann ich verstehen.'', entgegnete sie schließlich auf die Antwort der Blondine. ''Wäre ich älter und hätte keine Familie, dann würde ich sicher auch keinen festen Platz haben. Es ist irgendwie faszinierend für mich zu sehen, wie Menschen alleine zurechtkommen. Ich möchte das auch können. Auf meine Weise, weißt du?'', sprach Ana weiterhin ehrlich und ging weiter. Sie mussten nur ein Stück über die Wiese gehen und dann durch den Wald. Sie hatte den Weg noch gut im Kopf, auch wenn die Bäume gerne mal alle gleich aussahen. ''Ich bin mir sicher, dass meine Mutter sich sorgen würde, wenn sie wüsste, dass ich hier alleine bin. Ich schleiche mich gerne ein wenig umher. Egal ob in der Kolonie oder hier draußen. Allerdings verlasse ich einen gewissen Umkreis nicht.'' Noch nicht. ''Ich versuche einfach mehr dazu zu lernen, ein paar Zombies zu töten und vielleicht noch ein paar nützliche Sachen zu finden.''
@Zoé Cornet
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zuletzt bearbeitet 02.03.2022 10:36 |
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Sicherlich war sie davon ausgegangen, das sie nicht alleine unterwegs war oder besser sie aus einer Kolonie kommen musste. Sie trug immerhin keine zerschlissene Kleidung. Im Gegensatz zu ihrer eigenen brauchte sie vielleicht mal wieder neue Klamotten, aber diese waren in der heutigen Zeit nicht so leicht zu bekommen, deswegen trug man das, was man gerade fand und das noch einigermaßen nach etwas vernünftigem Aussah oder nicht? Daher grinste sie ein wenig bei ihren Worten und musterte sie dabei ein wenig. „Wohin willst du mich genau bringen?“ Das verstand sie jetzt nicht so recht. Wenn sie, sie zur Kolonie bringen wollte, hatte sie kein Problem damit. Sie musste sowieso mal ihre Vorräte auffüllen und eventuell an neue Kleidung heran kommen und sie würde sicherlich auch nicht für Ärger sorgen. So sah sie die andere auch ein wenig fragend an und musterte sie die andere dabei etwas. „Nun gut“ meinte sie ruhig. „Das mag schon sein, aber du siehst nicht gerade danach aus als hättest du schon einen Beißer getötet“ meinte sie nachdenklich. „Ich gehe doch davon aus, das ich damit richtig liege oder?“ Hakte sie dabei nach. Das sie dann zugab, das sie aus einer ziemlich großen Kolonie kam überraschte sie dann doch etwas. Weswegen sie erstaunt Pfiff. „Nun gut…“ meinte sie ruhig. „Vielleicht magst du mich ja deinen Leuten vorstellen? Ich glaube es wird langsam Zeit das ich mich einer Kolonie anschließe, der letzten in der ich mich befand, war nichts für mich“ Gab sie ehrlich zu. Sie hatte keine Ahnung wieso. Aber Balar Island traute sie irgendwie nicht so ganz. Aber das war ihre eigene Meinung. Vielleicht konnte sie sich so ein paar Informationen über die neue Kolonie aneignen. Das hätte doch bestimmt was für sich. Nachdenklich schaute sie also Ana an und dachte einen Moment nach. „Du erzählst ziemlich viel, ist es denn so klug einer Fremden soviel zu erzählen?“ Fragte sie neugierig nach und lachte. „Nicht das ich mit den Informationen etwas anfangen könnte, aber dennoch“ meinte sie gelassen. Sie zwinkerte ihr dabei frech zu und musterte sie dabei dann etwas. „Aber ich bin sowieso lieber allein unterwegs, die Stille beruhigt mich“ Erklärte sie ihr weiterhin. Wenn es zu Laut war, würde sie vielleicht nur noch nervöser werden. „Du willst das auch können?“ Hakte sie dann einfach mal verwirrt nach. „Bringt man dir das in der Kolonie nicht bei?“ Sie war doch erstaunt über den Aspekt. „Aber wenn du stärker werden willst, kann ich dich vielleicht trainieren“ Bot sie ihr an. Oh nun erzählte sie also auch noch das sie alleine war und niemand wusste, wo sie war. „Du weißt schon, das ich dich jetzt einfach töten könnte und dich ausrauben könnte, weil du mir gerade erzählst das du alleine bist und niemand weiß wo du steckst huh?“ Hakte sie einfach mal nach. „Nicht das ich das vorhabe, aber ich warne dich nur, dass du das nicht jedem erzählen solltest“ Gab sie nun leicht schmunzelnd von sich. „Also du könntest mir ja jetzt die Kolonie zeigen…. Nur wenn du willst, wenn nicht dann bleiben wir hier…. Und reden einfach ein bisschen.
@Anastasija Iwanow
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Es war nun ein paar Wochen her gewesen seit dem man sie aus dem Potomac River zog. Eine hilfsbereite Seele hatte Dinah zu einer Kolonie am Meer gebracht. Das Cottage. Seitdem hatte sie dort verweilt und sich von ihren Verletzungen erholt. Im Gegenzug für ihre Bleibe half Dinah immer mal überall mit und half besonders die Kolonie auf Vordermann zu bringen. Die hatte es wirklich nötig. Dinah konnte es sich gar nicht vorstellen mit solch veralteten Ressourcen anzufangen. War sie es von zu Hause doch deutlich anders gewohnt. Die Federation war auch deutlich größer als die Gemeinschaften hier gewesen. Jedenfalls so hilfsbereit wie die junge Frau gewesen war, lag ihre oberste Priorität immer noch darin ihre Leute zu finden. Mit Mühen und einem deutlichen Hin und Her konnte Dinah zu mindestens ihr Funkgerät reparieren. Aber bis auf Rauschen und sehr schwachem Signal bekam sie nichts. Die Verbindung hier war auch nicht sonderlich gut gewesen, noch war ein funktionierender Funkturm in greifbarer Nähe gewesen um ihr Signal verstärken zu können. Also blieb ihr nichts anderes übrig als es auf die altmodische Art zu tun. Leute zu befragen und nach Hinweisen und Informationen zu suchen. Die ersten paar Tage hatte Dinah wirklich gefühlt den ganzen Tag vor den Toren der Cottage gesessen und Händler und Verbündete abgefangen und sie mit einer detaillierten Beschreibung von ihren Leuten gefragt ob es eine Möglichkeit gegeben hat, das sie diese gesehen haben könnten. Schließlich war es nicht ganz unauffällig. Ein Trupp von acht Leute, in Uniformen und bewaffnet. Aber offensichtlich war es das. Wenn sie denn eine Antwort bekam, war es meistens ein Nein. Der andere Teil gab ihr keine Antwort oder etwas was sie definitiv nicht hören wollte. Andere Umgebung. Andere Leute. Andere Gegebenheiten – das war ihr durchaus bewusst. Aber man waren die meisten hier misstrauisch und nicht gerade die Freundlichsten. Es wäre gelogen wenn Dinah verleugnen würde, das sie ihr zu Hause vermissen würde. Aber bis sie wieder dorthin konnte, musste sie sich etwas gedulden. Und bis dahin würde sie erst mal hier bleiben und den anderen Gemeinschaften unter die Arme greifen. Denn sie glaubte fest und blauäugig daran – wenn sie den Menschen genug helfen würde, dann würden sie auch ihr helfen. Jedenfalls war Dinah heute außerhalb der Cottage unterwegs gewesen. Sie musste sich eine gewisse Orientierung schaffen. Es war wirklich anstrengend sich irgendwo neu einzufügen. Es gab so viel zu tun, auch wenn die Brünette durchaus fand das sie bisher einen guten Job machte. So verbrachte Dinah den Tag damit Orte zu markieren, die in ihren Augen wichtig waren oder wo die Population der Untoten höher war. Nicht grade eine spannende Aktivität aber eine Wichtige. Jedenfalls verging dadurch die Zeit. Und das war noch untertrieben. Als Dinah gerade das letzte Kreuz auf ihrer Karte setzte blickte sie hinauf zum Horizont. Die Sonne war bereits am untergehen und ihr war schnell bewusst das sie es bis zum Cottage wahrscheinlich nicht zurückschaffen würde ohne das pechschwarze Nacht herrschte. Dinah schob dementsprechend auch keine Panik. Sie war gerüstet für eine Nacht im Freien und fand es auch gar nicht schlimm die Nacht in einem Wald zu verbringen. Im Gegenteil. Wenn man sich einen geeigneten Lagerplatz suchte und diesen gut absicherte, konnte schließlich nichts schief gehen. Energisch suchte sie schließlich nach diesem perfekten Platz. Sie hatte eine gewisse Vorstellung und als ihre empfindliche Nase den Geruch von Rauch wahrnahm blickte die Dunkelhaarige nur verwundert drein. Von ihr kam es schließlich nicht, immerhin hatte sie kein Feuer entzündet, noch den Platz gefunden aber offensichtlich hatte jemand eine ähnliche Idee, einen Platz etwas höhergelegen zu suchen. Ungebetene Gäste waren dadurch seltener und man hatte viel im Blick. Dinah kam eine blendende Idee in den Sinn, die beinhalten würde, das sie sich doch das Feuerholz sparen könnte. Nun zu mindestens wenn es sich bei dem Fremden nicht um einen Beißer handelte, jemand der sie einfach umbringen wollte oder noch schlimmer einen Kannibalen handelte. Dennoch ging Dinah optimistisch wie immer dieser Situation an. Sie folgte ihrer Nase bis sie wirklich ein gut aufgestelltes Lager fand. Mit erhobenen Händen, welche symbolisierten sollten das sie nicht mit einer Waffe hereinstürmte, drängte sie sich zwischen den Büschen hindurch. „Hi!“ rief sie nur. „Keine Sorge ich bin unbewaffnet. Jemand da?“ blickte sich die Dunkelhaarige nur um. Und … es war tatsächlich niemand da. Dinah ließ ihre Hände langsam sinken. Wie unverantwortlich ein Feuer brennen zu lassen. Die junge Frau trat schließlich näher und blickte sich um ehe sie bei einem offensichtlich, angerichteten Schlafplatz in die Hocke ging. „Komisch... die Sachen sind doch noch alle relativ gut. Wer würde so etwas nur zurücklassen?“
@Floyd Webber


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zuletzt bearbeitet 12.12.2024 15:43 |
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27.03.2024 / Abends / Sonnig, mit durchziehenden Wolkenfeldern, schwacher Wind, 11 Grad
@Dinah Anderson
Die Frühjahrsstürme der vergangenen Wochen hatte Floyd gut überstanden. Einzig sein Aussenzelt war in Mitleidenschaft gezogen worden, aber das hatte er mittlerweile ausgetauscht. Seitdem er das tarnfarbene Zweimannzelt aus einem Lager für Armeematerial geholt hatte, leistete es ihm gute Dienste. Der Stoff war wasserdicht, robust und isolierte sogar. Ausserdem liess es sich problemlos verstauen und herumschleppen.
Seit nun zwei Nächten und drei Tagen campierte er auf einer grossen Wiese in einer etwas erhöhten Lage, so dass das Regen- und Grundwasser in tiefere Lagen sickerte und Floyds Campingstelle vor zu viel Matsch und Schlamm geschützt blieb.
Floyd hatte sich ein Feuer entzündet, kein besonders grosses, denn das lockte nur ungebetene Gäste an, aber es wärmte und würde sein Abendessen kochen. Ein klappbarer Grillrost, wie man ihn aus dem Campingbereich kannte, stand bereits über einen Teil der Flammen. Aber der Topf, der darauf gehörte, stand noch daneben. Überhaupt vermittelte sein Lager den Hauch eines friedlichen Campingausfluges, wie man ihn von früher kannte. Doch wenn man genauer hinsah, erkannte man die Spuren der Apokalypse. Das Lager war so aufgebaut, dass es schnell wieder abgebaut und verstaut werden konnte. Blutspritzer überzogen Teile der Tarnfärbung und um das Zelt herum war Stolperdraht angebracht. Zum einen wollte Floyd sich damit mögliche Beisser vom Hals halten, auch wenn diese grösstenteils weitergezogen waren und es in Washington D.C. gar nicht mehr so häufig vorkam, von ihnen überrascht oder überfallen zu werden. Zum anderen, und das erschien ihm viel wichtiger, wollte er sich vor Plünderern schützen. Es gab keine Gesetze mehr und insbesondere jüngere Menschen waren überhaupt nicht mehr dazu in der Lage, ihre Finger vom Eigentum anderer zu lassen. Wie auch? Sie hatten es nicht anders gelernt. Fressen oder gefressen werden. Und Floyd, der niemandem über den Weg traute und nur sehr wenige tatsächlich an sich heranliess, hatte all die Jahre hier draussen nur überlebt, weil er solche Vorkehrungen getroffen hatte.
Trotzdem wurde er leichtsinnig, wie er gerade merkte. Vor dem Essen hatte er sich nur noch schnell erleichtern wollen und war dafür ein Stück vom Lager fortgegangen. Er hatte nicht mehr damit gerechnet, dass in der Abenddämmerung noch jemand auf Wanderschaft war und ausgerechnet seinen Ess- und Schlafplatz ansteuerte.
Die Eisenstange, die eine treue Begleiterin war, lag fest in seiner Hand. Diese lockerte sich auch nicht als er erkannte, dass es sich bei der neugierigen Gestalt um einen Überlebenden handelte und nicht um ein aus dem Nichts aufgetauchtes Biest. Lebende Menschen waren nämlich in der Regel schwerer zu beseitigen als die Untoten, erst recht, wenn sie nicht einfach ohne Drohung davonzogen und lästig wurden.
Mit leisen Schritten kam er näher. Seine Stiefel machten schmatzende Geräusche auf der nassen Wiese, doch das prasselnde Feuer übertönte sie offenbar. Je näher er kam, desto schwerer wog die Eisenstange in seiner Hand und desto angespannter wurde sein Atem. Das änderte sich auch nicht als sich der Eindringling als ziemlich arglose Frau herausstellte, die es geschafft hatte, den Draht zu umgehen und nun auch noch in die Hocke ging. Was war mit der los?
Floyd blieb einige Schritte entfernt stehen und beobachtete sie. Wie jemand, der gerne nachts plündern ging, wirkte sie nicht. Sie fasste noch nicht einmal das Zelt an, um hineinzusehen, ob jemand darin war. Also atmete er tief durch, schwang die Eisenstange über seine Schulter und hielt sie locker in der Hand, allerdings jederzeit bereit, sie gegen seinen Feind zu schwingen. Denn eigentlich fackelte er nicht lange und er war auch nicht dafür bekannt, grossartig zu zögern. Aber er hatte wirklich tierischen Hunger und die Frau schien auf der Suche und zufällig vorbeigekommen zu sein. Etwas Zurückhaltung und Anstand konnten darum nicht schaden.
"Verpiss dich.", sagte er deshalb. Erst, als sie darauf reagierte, kam er näher. Es war mitunter auch eine reine Machtdemonstration, um ihr zu zeigen, dass er sich vor ihr und ihren möglichen Waffen nicht fürchtete. Er hatte gelernt, keine Angst zu zeigen. Nicht vor Fremden. Er kannte sie nicht, er wusste nichts über sie. Hinter seriösen Gesichtern verbargen sich oft listige Arschlöcher und hinter den zartrosa Wangen einer jungen Frau steckt oft eine messerschwingende Furie. Und der tätowierte Türsteher, dessen Oberarme so breit waren wie Floyds Hüftumfang, entpuppte sich nicht selten als loyaler Teddybär.
In welche Kategorie diese Frau passte, wollte er aber gar nicht erst herausfinden. Er wollte sein Essen zubereiten und ihre Anwesenheit störte.
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Dinah hob gerade die Decke des Schlafplatzes etwas an und spielte wirklich kurz mit dem Gedanken, diese mitzunehmen. Doch sie entschied sich schnell dagegen. Sie würde nicht einfach so von Fremden stehlen. Das hatte sie zuvor nicht getan und würde sie auch jetzt nicht. Unwissend das sich derjenige bereits von hinten langsam zu ihr näherte. Schon fast wie eine Antilope, die friedlich am Fluss trank und nicht damit rechnete dass das Krokodil bereits lauerte um seine Zähne in das Tier zu versenken. Doch statt einer Eisenstange gegen den Kopf, die ihr definitiv das Licht ausgeknipst hätten, drangen deutliche Worte in ihr Ohr, die ihr deutlich vermitteln sollten, diesen nachzukommen. Dinah's Schultern zuckten daraufhin etwas zusammen. Sie hatte sich nicht erschrocken in dem Sinne, das ihr Herz nun bis zum Hals pocht. Nein, sie mochte es einfach nicht wenn Menschen herumschlichen. Diese hatten entweder was zu verbergen oder einfach nur böse Hintergedanken. Jedenfalls ließ sie sich nicht von seiner Wortwahl abschrecken – im Gegenteil. Die Welt war gezeichnet und es war irgendwo natürlich verständlich, wenn man sich mit Misstrauen begegnete. Aber die Dunkelhaarige war gewiss keine Gefahr. Ob es ihr Gegenüber war? Noch schwierig einzuschätzen. Da sie noch mit dem Rücken zu ihm saß und sich nicht sicher war, das er ihr nicht grade doch eine Pistole oder ein Messer in ihre Richtung hielt, hob die junge Frau nur beschwichtigend die Hände um zu zeigen das sie unbewaffnet war. Mit angehobenen Händen richtete sie sich langsam auf. „Ich wünschte die Leute würden einfach mal nur Hallo sagen.“ sprach sie schließlich ehe sie sich langsam mit erhobenen Händen umdrehte und dem Fremden zum ersten Mal in die Augen blickte. „Hi“ sprach sie schließlich als wäre es was ganz normales. Nun vor vielen Jahren war es ja noch etwas ganz normales. Normalerweise hätte sie nun seine Hand zur Begrüßung geschüttelt aber sie musst sich schon eingestehen, das die Eisenstange doch ein wenig einschüchternd war. Sie hatte wenig Interesse daran, diese gegen den Kopf zu bekommen, geschweige denn sonst wo hin. Schließlich hatte sie erst vor wenigen Monaten das Krankenbett gehütet – sie hatte wenig Interesse daran das erneut zu tun. „Ganz ruhig. Ich wollte dir nichts klauen.“ sprach sie weiter in der Hoffnung die Situation zu deeskalieren. „Du kannst gerne nachschauen.“ bot sie dann weiter an um den jungen Mann zu beschwichtigen. „Dein Lagerfeuer ist auffällig. Aber Feuer ist schließlich immer auffällig richtig?“ sprach sie immer weiter. Dinah redete deutlich viel wenn sie sich in angespannten Situationen befand. „Jedenfaaalls … Ich bin Dinah. Ich hab die Zeit vergessen, muss jetzt hier draußen schlafen und ich bin echt verdammt erschöpft und richtig hungrig. Und ich hab wirklich absolut gar keine Lust in der Dunkelheit nach Holz zu suchen. Verstehst du?“ Langsam ließ die junge Frau ihre Hände wieder sinken als sie ihren Rucksack von ihren Schultern gleiten ließ und diesen öffnen wollte. „Schon gut. Schon gut. Ich hol keine Waffe raus. Denkst du wirklich ich bin so blöd?“ kramte die Brünette dann zwei Konserven raus. „Das sind Nudeln mit Tomatensauce .. auch wenn es wahrscheinlich keine richtigen Tomaten da drin sind sondern eher so ein Abklatsch aber hey ich hatte ein richtig gutes Tauschangebot für die beiden.“ grinste sie nur. „Wir können teilen! Im Gegenzug haust du mir nur nicht das Ding da auf den Kopf. Deal?“
@Floyd Webber

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27.03.2024 / Abends / Sonnig, mit durchziehenden Wolkenfeldern, schwacher Wind, 11 Grad
@Dinah Anderson
Schon zwei Jahre vor der Apokalypse war aus dem kleinen, niedlichen Jungen ein pöbelnder und prügelnder Jugendlicher geworden, der die Grenzen der Autoritäten zahlreich überschritten hatte. Der vierzehnjährige Floyd hatte wenig Lust gehabt, sich mit Regeln, Anstand und Respekt auseinanderzusetzen und als er sich selbst eingestehen musste, dass er nicht in allen Belangen dem üblichen Männerbild entsprach, war an juristische und gesellschaftliche Gepflogenheiten gar nicht mehr zu denken.
Floyd hatte schon vor dem Ausbruch der Seuche mit sich und seinen Mitmenschen zu kämpfen gehabt. Man hatte ihn schikaniert (manchmal hatte er sich das aber auch nur eingebildet), man hatte ihn nicht ernstgenommen und man hatte ihm allerlei Dinge unterstellt. Entsetzen, Orientierungslosigkeit und Kampfeslust hatten sich zu einem einzigen, grossen Wutball ins einem Inneren geformt, der dann beinahe explodiert wäre, als er einen Mitschüler beinahe totgeschlagen hatte. Die Untersuchungshaft hatte das Ende seiner Kindheit eingeläutet – und war gleichzeitig der Neubeginn in ein neues Leben, in welchem nichts mehr so war, wie er es gekannt hatte. Aber die Wut, die hatte ihn nie verlassen und die Erfahrungen, die er vor der Apokalypse gesammelt hatte, retteten ihm heute den Arsch.
Er hatte kein Vertrauen in Menschen und erst recht keines in ihre neuartigen Institutionen namens Kolonien. Jeder, der ihm begegnete, konnte diese oder andere Absichten haben. Deshalb war es besser, gleich die Grenzen abzustecken. Auch Floyd hatte sich auf Menschen eingelassen, deren Begegnungen Hoffnungen geweckt hatten, die dann wie Seifenblasen geplatzt waren. Bittere Erkenntnisse, Enttäuschungen, Ängste und Panik kannte auch er. Und je älter er wurde, je länger er überlebte, desto schärfer wurde sein Umgang mit anderen Menschen.
Floyds Miene verzog sich kein bisschen, als die Frau sich darüber beklagte, dass heute niemand mehr einfach nur Hallo sagen würde. Diese Zeiten waren schon lange vorbei und Floyd konnte sich kaum noch daran erinnern, dass man einst einander höflich begrüsst hatte. Sein Blick war auf sie gerichtet, er suchte im Dämmerlicht nach Waffen an ihrem Körper, aber auch nach Anzeichen eines schnellen Angriffs.
Die Eisenstange, die über seiner Schulter thronte, konnte er schnell zur Verteidigung schwingen, aber als sich die Frau umdrehte und zu plappern begann, wurde die Bereitschaft, diese einzusetzen, kleiner.
Noch war Floyd zwar nicht davon überzeugt, dass es sich bei der Jüngeren bloss um eine neugierige Nase handelte, die einen Schlafplatz für die Nacht brauchte, aber die grosse Bedrohung schien sie auch nicht zu sein.
Er liess sie reden, ging auf keine ihrer Fragen oder Hinweise ein, sondern hörte ihr bloss zu. Dabei beobachtete er ihre Regungen, checkte die Richtungen ab, in die sie gelegentlich blickte, und trat einen Schritt zurück, als sie wieder in die Hocke ging und dann ihren Rucksack öffnete. Die kleinen, mittlerweile sehr scharf eingestellten Alarmsignale in Floyd begannen schrill zu heulen. Die Frau, die sich als Dinah vorgestellt hatte, schien diese Reaktion aber auch erwartet zu haben, oder sie kannte sie zumindest, denn sie beschwichtigte schnell ihr Tun. Statt einer Waffe kamen zwei Dosen zum Vorschein.
"Was für ein dämlicher Deal soll das sein?" Floyd stand noch immer an Ort und Stelle und starrte sie nun an. Sie wollte ihn mit Essen besänftigen und verlangte dafür nur, dass er sie nicht niederschlug? Wollte sie für diese Nudeln nicht lieber ihren Schlafplatz in seinem Lager aufschlagen? Seinen Schutz? Irgendwie so etwas?
Noch einmal musterte er die Frau aufmerksam. Müde Augen, blasse Haut, ein wenig ausgezehrt. Sie schien nicht aus einer der Kolonien zu stammen, denn dafür war sie zu gut ausgerüstet und hätte keinesfalls hier draussen übernachten müssen. Die Beisser waren in dieser Region längst nicht mehr zahlreich unterwegs, es kam sogar vor, dass er tagelang keinen mehr sah oder hörte. Sie hätte also den Rückweg trotz der Dämmerung sicherlich noch problemlos geschafft. Floyd hatte auch nichts von irgendwelchen fremden Banden gehört, die hier ihr Unwesen trieben und zur Gefahr werden konnten. Im Moment war es in Washington D.C. tatsächlich friedlich. Also war Dinah entweder eine Nomadin oder sie kam aus dem weiteren Umland und hoffte, hier eine neue Bleibe zu finden.
Nun, Floyd war nicht gewillt, sein Lager mit ihr zu teilen, aber im Moment war ihm auch nicht danach, sie tatsächlich zu verjagen. Schliesslich richtete sie sich bereits ungefragt häuslich bei ihm ein. Zumindest hatte sie ihren Lebensmittelvorrat schon hervorgeholt.
Er sah zu über die Wiese zum sich verabschiedenden Tageslicht am Horizont, bewegte unzufrieden seinen Unterkiefer hin und her und zog dann die Eisenstange von der Schulter. "Bei Sonnenaufgang bist du weg, verstanden?", machte er klar. Dann trat er heran, legte die Eisenstange neben sich und ging dann ebenfalls in die Hocke und fasste nach einer der Dosen. "Hab ich schon Ewigkeiten nicht mehr gesehen." Er stellte sie zurück und fasste nach dem Topf. Dann zog er einen Bund an verschiedenen Utensilien, die allesamt an mehreren Ringen befestigt waren, aus seiner Hosentasche und begann die Konserven aufzuschlitzen.
"Ich bin Floyd.", stellte er sich währenddessen vor. Obwohl es sie nichts anging und er auch nicht hatte wissen wollen, wie sie hiess oder wer sie war, hielt er es für das Beste, ihr seinen Namen ebenfalls mitzuteilen. So konnte man einander wenigstens rufen, wenn etwas passierte.
Der Inhalt der Dosen landete in den Topf, der wiederum wurde von Floyd kurzerhand auf den Grill gestellt, wo die Flammen darunter züngelten und das Abendessen erwärmten.
Dann bewegte er sich ein Stück zurück zum Zelteingang und kroch halb hinein. Mittlerweile hatte jeder wieder sein eigenes Besteck mit, ganz so, wie es im Mittelalter gewesen war. Floyd holte neben seinem Löffel aber noch eine grössere Tasse als Behältnis hervor. Dann konnten sie gleichzeitig essen und man musste den Topf nicht ständig herumreichen und Gefahr laufen, ihn auszuleeren.
Floyd setzte sich dann zurück auf den ausgebreiteten Müllbeutel, der auch für Dinah reichte, und steckte seinen Löffel in den Topf, um umzurühren. "Bist du erst kürzlich in diese Gegend gekommen? Dann sag ich dir, dass du gleich weiterziehen kannst. Hier gibt’s nichts mehr. Die Kolonisten haben alles abgegrast." Er wusste, dass die Koloniebewohner sich nicht gerne als Kolonisten bezeichnen lassen wollten, aber Floyd tat es trotzdem. Er mochte es, wenn sie sich darüber aufregten. Über so einen kleinlichen Scheiss.
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Dinah blinzelte bei seiner Frage nur einen Moment ehe ihr Blick zwischen den Dosen und dem Fremden hin und her wichen. War das denn nicht offensichtlich gewesen, was für ein Deal das war? Sie war zwar noch nicht lange hier gewesen aber konnte schon deutlich erfahren, das die meisten Menschen hier … etwas ruppig waren um es nett auszudrücken. Kein Vorwurf keineswegs. Die Apokalypse hatte schließlich schon jeden gezwungen etwas zu tun, was man so nie in seinem früheren Leben getan hätte. Schlechte Erfahrungen förderten Misstrauen. Nicht jeder hatte das Glück beim Ausbruch in einem sicheren Stützpunkt zu leben. Viele militärische Stützpunkte oder Safe Zone's wurden später überrannt oder angegriffen. Es gab nur wenige Gemeinschaften wie Dinah's zum Beispiel die die Jahre überlebten und sich etwas Großes aufgebaut hatten. Sie war nicht gezwungen hier draußen zu leben. Noch hatte sie je viel Menschenkontakt außerhalb ihrer Kolonie gehabt um überhaupt diese Leute einschätzen zu können. Sicherlich hatten sie es auch schon mit Leuten zu tun gehabt, die von ihnen stehlen wollten – so war es nicht aber Dinah hatte dann eher weniger mit ihnen geplaudert sondern sie vertrieben. „Na ein Deal ohne Blutvergießen und wir sind beide satt.“ Ihr Gesicht sah ein wenig wehleidig aus als würde sie bewusst einen Welpen blick aufsetzen, doch dem war nicht so – es war einfach ihr Gesicht. Das er immer noch dastand und auch noch nicht die Eisenstange wie ein Wilder geschwungen hatte zeigte zu mindestens das er wohl gerade in seinem Kopf seine Optionen abwog. Für Dinah ein blauäugiges Zeichen das ihre Worte wohl irgendwie Wirkung haben mussten. Deeskalation war so viel sinnvoller. Zu mindestens waren das die Werte, die man ihr beigebracht hatte. Dinah nickte eifrig. „Natürlich. Du wirst gar nicht merken das ich überhaupt da gewesen bin.“ willigte sie ein. Die junge Frau war gewiss kein Morgenmensch und hätte wohl lieber ausgeschlafen aber man musste wohl in Verhandlungen auch gewisse Kompromisse eingehen. Umso früher konnte sie schließlich auch diesen Funkturm suchen. Es war schon fast ulkig das so ein blöder Turm, den man eigentlich schon von weitem Sehen sollte so schwer zu finden war. Dinah händigte dem Fremden schließlich ohne zu Zögern die Konserven als dieser die Eisenstange zur Seite legte. „Nicht wahr.“ stimmte sie ihm schließlich zu. „Dachte schon dieser Typ wollte mich damit über den Tisch ziehen aber die sind wirklich noch haltbar.“ Ein Lächeln zog sich dann über ihr Gesicht als der Fremde ihr dann schließlich auch seinen Namen verriet. Sie hätte ihm ja jetzt nun die Hand geschüttelt und so was aber erstens war Floyd direkt schon damit beschäftigt den Inhalt der Konserven in einen Topf zu schütten und zweitens die Eisenstange lag für ihren Geschmack noch deutlich zu griffbereit. Überlebende waren schließlich immer so schreckhaft gewesen, das man nicht mal mehr in Ruhe was aus dem Rucksack holen konnte ohne das man in den Lauf einer Waffe blickte. Dinah ließ sich schließlich im Schneidersitz an dem Lagerfeuer nieder und beobachtete Floyd ganz genau, als würde sie das erste Mal sehen wie jemand kocht. Aber tatsächlich faszinierte sie mehr das Floyd so gut ausgestattet war. Sie konnte sich gar nicht wirklich vorstellen das er hier draußen leben könnte. Nun das konnte sie sich generell nicht wie jemand so etwas freiwillig tun konnte. Aber manche hatten auch keine Wahl. Andere Zeiten – wie man so schön sagte. Dinah's Blick sah eine Weile dem Essen zu wie es im Topf vor sich hin blubberte „Könnte man so sagen.“ antwortete sie nur darauf. Es war wohl eher eine unfreiwillige Sache das sie nun hier in der Gegend war. „Ich bin eigentlich aus New Jersey aber ich schätze das Schicksal meint es nicht immer gut mit jedem.“ zuckte sie mit den Schultern ehe sie wieder ein Lächeln aufsetzte. „Woher kommst du?“ wollte sie dann schließlich wissen. Ehe eine von ihren Augenbrauen sich etwas verwirrt nach oben zogen. Kolonisten. Dinah brauchte einen Moment um zu wissen wen Floyd überhaupt meinte. „Oh du meinst die Leute hier? Sie sind eigentlich ganz und hilfsbereit. Na ja manche sind auch ziemlich grummelig aber diese Leute hat man schließlich überall.“ winkte die Dunkelhaarige nur amüsiert ab. Gleichzeitig verriet es ihr aber auch das Floyd wohl wirklich hier draußen leben musste. „Du bist also einer von denen die wohl freiwillig hier draußen leben.“ Dinah blinzelte erneut ehe sie beschwichtigend nur die Hände hob. „Oh das sollte gar nicht abwertend klingen. Aber ist das nicht all die Jahre über ziemlich einsam?“ Das Dinah ziemlich direkt war und sich nicht scheute solche persönlichen Fragen zu stellen wurde wohl mindestens jetzt klar.
@Floyd Webber

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@Dinah Anderson
Noch immer konnte Floyd nicht sagen, ob der Anfang der Apokalypse sein Untergang oder die Rettung gewesen war. Als die Medien von den ersten seltsamen Fällen, den auftretenden Massenhysterien und der Ratlosigkeit der Experten, Wissenschaftler und Politikern berichteten, war er in Untersuchungshaft gewesen. Er hatte sich einen Scheiss für die Nachrichten interessiert und der ihm zugeteilte Anwalt für straffällig gewordene Jugendliche war ihm dermassen unsympathisch gewesen, dass er ihm weder etwas erzählen noch zuhören wollte.
Floyd konnte sich noch daran erinnern, dass er in ein Auto gestiegen war, welches ihn mit anderen Jugendlichen in orangenen Overalls ein kleines Stück zum Gerichtsgebäude gefahren hatte, wo sich ein Richter seine Geschichte hätte anhören und über sein Strafmass urteilen sollen. Er erinnerte sich noch an die Hektik, die er dort verspürt hatte, und dann an das riesige Chaos, welches über sie alle gestürzt war. Man hatte ihm noch die Handschellen abgenommen. Weiter reichten seine Erinnerungen an diesen Tag nicht zurück. Er erinnerte sich auch nur bruchstückhaft an die ersten zwei Jahre nach Ausbruch der Seuche. An einzelne Begegnungen, an kurze Momente. Erinnerungsfetzen an eine Zeit, die nicht erinnerungswürdig war.
Manchmal glaubte er, er hatte nur überlebt, weil er diesen verdammten Jefferson aus dem letzten Jahrgang halbtot geprügelt hatte, da ihn diese Sache diesen ganzen Mist mit dem Gefängnis eingebracht hatte. Aber er hatte bisweilen noch nie jemandem davon erzählt. Auch Dinah würde diese Geschichte nicht zu hören bekommen, denn er kannte sie nicht und es ging sie auch nichts an. Deshalb konnte sie auch nicht wissen, dass Floyd schon vor der Apokalypse kein besonders zarter Mensch gewesen war. Sein Umgang mit anderen war zumeist kühl, und, ja, auch ruppig und ablehnend. Nur wenige schafften es zu ihm durch. Ihm wurde das auch schon vorgeworfen, aber Floyd hatte sich trotzdem nicht geändert. Denn er überlebte mit seiner Strategie, also war sein Verhalten in dieser neuen Welt gar nicht so verkehrt.
Aber, und dieses Aber war gross, auch Floyd war ein Mensch mit Sehnsüchten und uralten menschlichen Instinkten. In einer Gruppe, einem Verbund, also einer Familie, liess es sich leichter und sicherer leben. Auch er unterlag dem Fortpflanzungstrieb, der sich gelegentlich meldete. Und da tat es nichts zur Sache, dass sich dieser auf das gleiche Geschlecht fokussierte. Die Gesellschaft eines anderes Individuums brachte nicht nur Sicherheit, sondern stillte auch menschliche Bedürfnisse nach Austausch, Verbundenheit und Gleichgesinnung. Floyd tat sich nur aufgrund all dieser Umstände und seiner eigenen Unfähigkeit, sich auf andere einzulassen, so schwer. In einem anderen Leben wäre er sicherlich längst zur Vernunft gekommen, würde eine gewöhnliche Beziehung führen, einer Arbeit nachgehen und einen Hund haben. Oder ein Aquarium.
Aber Floyd hatte nichts. Nur Besuch. Von Dinah.
Er machte ein abschätziges Geräusch, als sie auf seine Aussage des Deals wegen einging. Was sollte er dazu noch sagen? Sie war miserabel im Verhandeln und er war miserabel darin, sie jetzt noch zu verjagen. Sein Zögern hatte ihm nun ihre Anwesenheit eingebrockt, er war selbst an dieser Lage schuld. Immerhin versprach sie bis morgen verschwunden zu sein, wobei Floyd jetzt schon davon ausging, dass er sie auch noch morgen Mittag an der Backe hatte. Aber darum konnte er sich morgen noch kümmern, jetzt wollte sein Magen gefüllt werden. Und ihrer auch. Floyd war zwar unwillig, gemeinsam mit ihr zu essen, aber sie war eben da und das Essen reichte locker für zwei Personen.
Er rührte den Inhalt im Topf um und warf ihr dann einen Blick zu, ohne eine Miene zu verziehen, als sie erzählte, woher sie kam. New Jersey. Ja, toll. Früher, da hatte man sich noch lustig darüber gemacht, doch heute hatten die Orte kaum noch Bedeutungen. New Jersey faszinierte ihn so sehr wie New York, Okinawa oder Kairo. Es war ihm schlicht egal, woher die Leute stammten. Aus irgendeinem Grund waren sie alle hierhergekommen. So wie Dinah jetzt auch. Und eigentlich wollte Floyd nicht mit ihr plaudern. Er war keine Labertasche und er hatte auch nicht vor, sich mit dieser Frau auszutauschen. Trotzdem bewegten sich seine Lippen und seine Zunge wie von selbst.
"Leesburg. Ist ein Kaff in Virginia, nicht weit von hier weg." Erneut kümmerte er sich darum, dass die Nudeln am Topfboden nicht anbrannten, und rührte unentwegt herum. Dabei erwähnte er die Kolonisten. Eine Bezeichnung, die niemand gerne hörte. Aber ihm war das egal. Er nannte sie trotzdem so. Als Provokation. Und um sich von ihnen abzugrenzen.
Ausserdem erfuhr Dinah so über Umwege, dass sein Zuhause hier war, ausserhalb von Zäunen und Mauern. Aber romantisch war das nicht, wie ihr selbst auffiel. Wieder warf er ihr einen intensiven Blick zu, so dass sie noch eine Frage hinterherschob, die ihre Aussage wohl harmloser darstellen sollte.
"Ich hab keinen Bock darauf, mich unterzuordnen oder dämliche Befehle entgegenzunehmen. Also bleib ich hier draussen vor den Mauern. Hier quatscht mir auch niemand rein." Er wandte seinen Blick von ihr ab und sah wieder auf den Topf. Noch einen kurzen Augenblick wollte er die Nudeln und die Tomatensauce blubbern lassen, dann konnten sie essen.
"Du bist hoffentlich keine Missioniertante. Denn wenn, dann kannst du nach dem Essen gleich gehen." Er sprach nicht böse, auch nicht unbedingt abfällig, nur genervt. Dabei war er das nicht einmal. In Wahrheit war er mit ihrer Anwesenheit ein klein wenig überfordert. Dinah war nicht hier, weil sie Schutz bei ihm suchte. Sie war hier weil es der Zufall so gewollt hatte. Und weil sie offenbar gerne redete und in Floyd eine nette, nächtliche Bekanntschaft sah.
So sehr er ihr auch die kalte Schulter zeigte, er füllte beide Schüsseln gleichmässig auf und reichte ihr ein heisses und dampfendes Abendessen aus der Dose. Den Topf stellte er zurück in das Gras, bevor er sein Campingbesteck aufklappte. Dabei schielte er zu ihr hinüber. Ob sie einen Löffel oder eine Gabel hatte? Es sollte ihn nicht interessieren, es sollte ihm sogar egal sein, wie sie ihr Abendessen essen konnte, aber das war es nicht. Verdammt! "Brauchst du 'nen Löffel?"
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zuletzt bearbeitet 02.06.2024 17:28 |
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Floyd war definitiv eine harte Nuss, die man so schnell nicht knacken konnte. Dinah musste ihn dafür nicht jahrelang kennen sondern merkte es bereits in den wenigen Minuten indem sie sich mit ihm unterhielt. Allein wie er recht abwertend über Dinge sprach. Nicht das Dinah ihn nun abwertete, es war lediglich ihre Einschätzung. Und sie konnte es ihm natürlich nicht verübeln. Wer wusste auch wie sein Leben vor all dem war? Es gab auch schon genug Leid vor all dem. Dinah war nicht dumm nur weil sie alles manchmal zu optimistisch und energisch sah. Es war auch ein guter Weg gewesen Leid und Schmerz nicht an sich ran zu lassen. Denn am Ende des Tages trug jeder einen gewissen Schmerz mit sich. Bei dem einen war er ein wenig größer als bei dem Anderen. Natürlich fragte sich die Dunkelhaarige auch oft ob die Menschen anders gewesen wären, wenn sie jahrelang in einer sicheren Gemeinschaft wie die junge Frau aufwuchsen. Doch so viele Stützpunkte und Safe Zones wurden überrannt und nur wenig glückliche hielten bis heute stand. „Vermisst du es? Dein zu Hause meine ich.“ Für Dinah gab es keine zu persönlichen Fragen – offensichtlich. Sie fragte einfach wenn sie wirklich etwas wissen wollte und es sie wirklich interessierte Dinah vermisste die Farm auf der sie mit ihrer Familie aufgewachsen war. Sie war sich sicher wenn sie Lakewood in New Jersey besuchen würde, würde sie selbst nach der Apokalypse noch eine Menge wieder erkennen. „Du ordnest dich doch nicht unter. Du bist ein Teil eines großen Ganzen.“ Zu mindestens sagte das immer die Federation of new America aber das verschwieg sie dem jungen Mann erst mal Spätestens nach seiner nächsten Aussage – behielt sie es besser für sich. „Ein guter Anführer trifft Entscheidungen für seine Leute. Ich verstehe dass das am Anfang schwer sein kann besonders wenn man jahrelang anderes gewöhnt war. Aber die Welt war schon immer für mehr als einen Menschen bestimmt und wenn man irgendwann kapiert das man die anderen braucht und nicht einsam im Dreck irgendwo – nichts gegen deinen Lebensstil – sterben will – dann wird es leichter.“ „Ich sage ja nicht das man direkt über seinen Schatten springen soll und sich einer großen Gemeinschaft mit fließendem Wasser, zu Essen und einem Dach über den Kopf anschließen soll.“ Man merke den Unterton in ihrer Stimme. „Aber nicht jedem Menschen direkt eine zu verpassen oder eine Kugel in den Kopf zu schießen ist doch auch schon ein guter Anfang und den hast du zwar mit anfänglicher Schwierigkeit gut gemeistert. Und ist es denn nicht so viel besser sich mit jemandem netten zu unterhalten als seine Eisenstange voller Blut und ekligem Gehirn zu reinigen?“ Sofort zeigte sie mit dem Finger auf ihn. „Wenn du dazu jetzt nichts nettes zu sagen hast, sag besser nichts.“ schmunzelte sie dann und wandte ihren Blick wieder ab. „Sehe ich etwa aus wie eine Missionarstante?“ fragte sie nun wirklich geschockt. „Ich wusste ich hätte meinen Mund aufmachen sollen aber weißt du ich wollte nicht unhöflich sein. Braun in Farbe steht mir echt nicht.“ seufzte sie dann schließlich frustriert. Floyd hatte in der Zeit den Inhalt des Topfes gleich und fair in zwei Schüsseln abgefüllt und reichte eine davon der jungen Frau, welche sie sofort mit einem Lächeln entgegennahm. Sie hatte jetzt wirklich Hunger. Dinah hätte zur Not auch mit den Händen gegessen, es gab deutlich Schlimmeres. Obwohl das wahrscheinlich eher in einer Sauerei geendet wäre. Und die Dunkelhaarige hatte wirklich keine Lust noch in einen Fluss springen zu müssen. Die waren zu dieser Jahreszeit echt noch verdammt kalt. Doch bevor sie überhaupt einen Gedanken darüber verlieren konnte hörte sie Floyds Frage. Und sie nickte sofort lächelnd. Vielleicht doch nicht ganz so eine harte Nuss. Mit Besteck war es doch ein wenig leichter gewesen. Und die Mahlzeit verlief schweigend zu mindestens von Dinah's Seite aus. Sie war offensichtlich zu sehr damit beschäftigt ihr Essen zu verschlingen als gleichzeitig Floyd noch ein Ohr abzukauen. Gesättigt stellte sie die Schüssel auf den Boden ab. „Hab doch gesagt war ein guter Deal.“ bezog sie es wieder auf die zwei Konserven ehe sie aufstand und sich erst mal streckte. „Ich leg mich dann jetzt hin. Immer hin muss ich ja früh aufstehen.“ zuckten ihre Mundwinkel nur nach oben ehe sie ihr kleines Lager in der Nähe des Lagerfeuers aufbaute. Schnell lag die Dunkelhaarige auch schon darin, eingewickelt in einer Decke, so das man nur noch den dunklen Haarschopf und ein Teil ihres Gesichtes sah. Neben ihrem Rucksack lag ein Messer und eine Pistole, welche sie an sich trug und ihr wichtigster Schatz. Ein Funkgerät.
@Floyd Webber

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@Dinah Anderson
Sie kannten sich nicht. Die junge Frau, die sich selbst zum Abendessen eingeladen, aber dafür immerhin etwas mitgebracht hatte, war ihm fremd. Und sie konnte ebenso wenig über ihn wissen. Welche Überlebensstrategien sich für beide am Ende ausgezahlt hatten, war unwichtig. Wichtiger war, dass sie es geschafft hatten. Jeder eben auf seine Weise.
Floyd empfand sie weder als dumm noch planlos, denn sie hatte die katastrophalen Jahre gemeistert und überlebt und sie schien sich immer noch guter Gesundheit zu erfreuen. Er unterstellte ihr allerdings eine gewisse Blauäugigkeit, vielleicht gepaart mit der Sehnsucht nach Romantik, und damit war nicht sexuelle gemeint. Vielleicht trug sie auch einfach noch Hoffnung mit sich, denn diese hatte Floyd schon vor vielen, vielen Jahren verloren. Er wartete nicht mehr auf eine Erlösung oder auf ein Ende dieses Albtraums. Niemand rettete sie und das Leben, welches sie einst gehabt hatten und wenig wertzuschätzen wussten, war für immer verloren.
Floyd war von einem wütenden Jungen, der sich der Welt nicht hatte anpassen wollen, zu einem wütenden Mann geworden, der sich der Welt nicht mehr anpassen konnte. Man konnte ihm keinen Pessimismus vorwerfen, aber eine bornierte Haltung. Denn Floyd war grundsätzlich kein böser Mensch und er hatte auch nicht vor, Dinah in eine unangenehme Lage zu bringen, aber er war… kein Guter! Vor den gesellschaftlichen Gepflogenheiten hatte er sich entfremdet und diesen Weg hatte er bereits vor dem Ausbruch der Seuche beschritten. Er passte nicht in die vorherrschenden Strukturen hinein, wie er fand. Ob es stimmte, konnte er allerdings nicht wissen, denn er hatte es nie ernsthaft mit der Eingliederung in eine Gemeinschaft probiert.
Ihre Frage, die auf sein persönliches Empfinden abzielte, kam plötzlich und unerwartet. Ob er sein Zuhause vermisste? Floyd hielt in seiner Bewegung inne, sah sie allerdings nicht an. Stattdessen dachte er über ihre Neugier nach und wog ab, ob er ihr antworten sollte. Denn eigentlich war sie eine Fremde und er hatte nicht vor, eine Freundschaft mit ihr einzugehen. Aber er konnte auch nicht leugnen, dass sich ihre Gesellschaft gar nicht so schlecht anfühlte. Jetzt jedenfalls noch nicht.
"Ja.", gab er schliesslich nach einigen Atemzügen zu und schob sich einen weiteren Löffel Nudeln in den Mund. "Ich vermisse vorallem das Fernsehen.", schob er hinterher und es klang ein wenig grummelig. Es war nicht gelogen, er vermisste die sinnlosen TV-Shows. Aber seine Mum und auch seine Gran vermisste er am meisten. Sie mochten in ihren Rollen keine Vorbilder gewesen sein, aber sie waren seine Familie gewesen.
So ging es aber jedem. Sie alle, die überlebt hatten, hatten geliebte Menschen verloren. Und die Sicherheit. Sie alle konnten nicht zurückkehren und das lag nicht an einer Lebensentscheidung, die sie getroffen hatten.
Doch als Dinah meinte, er sei ein Teil des Ganzen, zog er eine Augenbraue hoch und schnaubte leise. "Ich war nie Teil des Ganzen. Höchstens Teil des Problems.", befand er und begann in den Nudeln herumzustochern. Nicht verzweifelt oder in sich gekehrt, auch nicht besonders wütend. Es störte ihn nur, dass es so war, und diesen Frust mussten die weichgekochten Nudeln aushalten.
Doch Dinah machte es nicht besser. Sie besänftigte sein Rumoren im Inneren nicht. Stattdessen liess sie seinen Blick verfinstern und als er diesen anhob und zu ihr blickte, war er für einen Moment sogar sprachlos. War sie noch ganz bei Trost?! Was zur Hölle redete sie da? Er hätte Schwierigkeiten gehabt? Und sie bezeichnete sich selbst als nette Unterhaltung?
Floyd blinzelte, wollte bereits ausholen und ihr etwas an den Kopf werfen, was wohl in einer Art Beleidigung gemündet wäre, doch sie erkannte sein Vorhaben und brachte ihn dazu, die unausgesprochenen Worte wieder zu schlucken. Sie war dreist! Aber nicht unangenehm. Floyd hatte schon lange keinen verbalen Gegner mehr gehabt, der sich nicht von ihm beeindrucken oder provozieren liess. Ihre Art überraschte ihn daher.
Dass sie sich nun auf den Vorwurf der Missionarin stürzte, war ein weiterer taktischer Schachzug von ihr. Sie zeigte ihm deutlich, dass sie über seinen Worten stand und sich nicht von ihm getroffen fühlte. Was allerdings die Farbe Braun damit zu tun hatte, war ihm schleierhaft. Trugen Missionare braune Kleidung? Konnte sein. Konnte auch nicht sein. Floyd hatte sich nie damit auseinandergesetzt. Und jetzt waren sie wohl sowieso allesamt zu Beissern geworden.
Dinah bekam eine Gabel von ihm, was er ein weiteres Mal mit einem leisen Schnauben quittierte, da er sie für unvernünftig hielt, weil sie ohne Besteck unterwegs war.
Sie assen beide ihre Mahlzeiten und blieben dabei ruhig. Floyd sah sich etliche Male um, versuchte die Lage einzuschätzen und kam jedes Mal zum Schluss, dass es wohl ein ruhiger Abend werden würde. An Beissern waren nicht viele unterwegs und die Plünderer hatten sich wohl andere Orte als sein kleines Camp ausgesucht. Was hätten sie hier schon gefunden? Ein paar sehr robuste Campingmaterialien, ja, und ihn. Aber Floyd war weder süss, zierlich noch schwach. Sexuelle Übergriffe auf ihn hatte es deshalb auch noch nicht gegeben und wer sich mit ihm anlegen wollte, tat das immer offensichtlich, so dass ihm Zeit blieb, sich darauf einzustellen und sich zu wehren. Dinah hatte es also tatsächlich gut getroffen, sie war für diese Nacht absolut sicher. Sogar vor ihm.
Während er begann, langsam aufzuräumen, stand Dinah gähnend auf. Floyd sah zu ihr hoch, glaubte, sie wolle noch einen Gute-Nacht-Tanz vollführen, doch stattdessen begann sie ein Schlaflager aufzubauen. Floyd beobachtete sie dabei und stellte den Topf zur Seite und zog dann auch den Grillrost aus dem Feuer.
Er war zwar froh, dass sie seine Ansage vorhin verstanden hatte und ihm nicht auf die Pelle gerückt war, aber jetzt war ihm die Situation etwas unangenehm. Erneut blickte er sich um, dann starrte er sie an, bis sich ihre Blicke trafen. "Scheisse, geh schon ins Zelt. Ich schlafe sowieso noch nicht und kann Wache halten. – Muss den Stolperdraht nochmals neu verlegen." Dinah war nämlich, ohne darüber zu fallen, zu seinem Lager gekommen! "Ausser es stört dich, wenn du neben mir schlafen musst. – Nur so viel: Ich fass dich nicht an."
Frauen waren komplizierte Geschöpfe. Floyd hatte sie nie verstanden. Ihre Träume, ihre Begeisterung, ihre Art, das Leben zu leben. Das alles war ihm immer ein Rätsel gewesen und das hatte sich auch jetzt noch nicht verändert. Allen Frauen, die er bisher begegnet war, konnte er nachsagen, dass sie optimistischer und mutiger eingestellt waren als die Männer, die doch vieles mit Gewalt und Drohgebärden lösen wollten. Floyd war da keine Ausnahme.
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Dinah musste grinsen als Floyd erwähnte das er das Fernsehen vermisste. Auch wenn sie eher dachte, das sie darauf eher eine grimmige Antwort oder doch gar keine bekommen würde. Es war so etwas simples. Woran man wenig dran geglaubt hatte das man es wirklich vermissen konnte. Früher hatten sich die Leute noch über den Mist auf den Kanälen beschwert, über die lästigen Werbungen und die schlechten Nachrichten. Sie erinnerte sich daran wie ihr Dad sie immer morgens beim Frühstück ihre Cartoons gucken ließ, weil er sich nicht mit irgendwelchen Belangen wie Nachrichten und der Welt befassen wollte. Andere Zeiten. Andere Prioritäten. Dinah wusste das es genug Leute gab, die bereits ein schweres Leben vor der Apokalypse hatte. Sie empfand dies natürlich als traurig und schlimm und hätte es einen Weg gegeben für ein junges Mädchen damals all das Leid auf der Welt zu beenden, wäre Dinah sicherlich eine von den Ersten, die diesen Hebel ziehen würden. Aber war es wirklich so eigennützig ihr gutes Leben von damals zu vermissen? Die Dunkelhaarige hatte es nach der Apokalypse auch noch gut gehabt, trotz anfänglicher Schwierigkeiten. Sie wusste es hätte auch anders sein können. Und sie war jeden Tag dankbar gewesen, das ihr Stützpunkt nie überrannt wurde, weder von Untoten, noch von Menschen. Und das sie der FONA begegnet waren und sie in einer Gemeinschaft leben konnte, wo die Menschen noch wussten, das sie eher einander brauchten als sich zu bekämpfen. Aber es war nicht das Selbe wie auf der Farm, wo sie geboren und aufgewachsen war. Ihre Familie war dort nicht auseinandergerissen. Ihre kleine Schwester war zu diesem Zeitpunkt noch nicht krank gewesen. Nur um das Alles in einem einzelnen Moment zerstört zu bekommen. Durch den freundlichen, infizierten Nachbarn, den sie immer täglich auf dem Weg zur Schule gegrüßt hatte. Der sie immer seinen Hund Johnny streicheln ließ. Und genau der gleiche Mensch sich letztendlich mit toten Augen, blutverschmiert und röchelnd gegen die Terrassentür der Andersons gedrückt hatte. Dinah hätte auch genug Grund diese Welt zu hassen aber selbst nach all dem konnte sie es irgendwie nicht. In Hass zu versinken machte es nicht besser. Im Gegenteil. Sie machte denjenigen auch keinen Vorwurf, die es taten. Umso weniger sah sie auch nicht die Menschen als das Problem. Arschlöcher gab es schon immer. Kriminelle genau so. Der einzige unvorteilhafte Vorteil war, das sie nun frei da draußen rumlaufen konnten und machen konnten was sie wollten. Sie empfand die Menschen eher als verloren ohne das mit irgendeinem dämlichen, religiösen oder fanatischen Hintergrund zu meinen. Verlorene Menschen konnten man immer wieder in irgendeine Richtung lenken, auch wenn sie selbst dachten, das es nicht mehr geht. Umso eher amüsierte sie Floyd's Aussage ein wenig, das er sich als Teil des Problems sah. Vielleicht war er wirklich kein guter Mensch gewesen. Aber wer war Dinah schon um darüber zu urteilen. Er hatte sie nicht erschlagen. Er hatte mit ihr, ihr Essen geteilt und sie bleiben lassen, wenn auch widerwillig. Er ließ sie leben. Es spielte keine Rolle aus welchem Grund. Jemand der einen abgrundtiefen, scheußlichen Kern hatte würde es gewiss nicht tun. Die Dunkelhaarige wusste das ihre Art durch aus überwältigend im negativen Sinne sein konnte. Es war nicht so gewesen, das sie nicht auch schon oft in ihrem Leben angeeckt wäre. Doch ihre Positivität und ihr Optimismus waren vielleicht auch ihr Schutzschild gegen all das. Die Ereignisse um sie herum und um natürlich nicht verrückt zu werden. Dinah machte eben das genaue Gegenteil. Sie schirmte sich nicht ab und baute sich eine Schale aus Misstrauen und Hass. Sie versuchte das Beste daraus zu machen, so dämlich es klang. In der Apokalypse gab es immer noch viel Gutes. Ein Satz, den sich Dinah ebenso verbiss. Sie wollte es sich echt nicht mit dem jungen Mann verscherzen. Zu mindestens nicht bevor es hell geworden war. Und im Gegensatz zu ihrem heutigen Tag war Floyd doch unerwartet und auch wenn er das selbst nicht glauben würde eher ein Lichtblick. Es war schon fast so als könnte sie hören das Floyd gerade einiges durch den Kopf ging als Dinah es sich bereits auf ihrem Schlafplatz gemütlich gemacht hatte. Bei seiner Aussage das sie doch in seinem Zelt schlafen konnte und er auch Wache schieben würde hob sie nur eine Augenbraue an. „Wirklich?“ war da doch ein freudiger Unterton in ihrer Stimme. Dinah war nicht zimperlich, noch war sie empfindlich. Ihr machte es nichts aus draußen zu schlafen und sie ekelte sich auch nicht vor irgendwelchen Insekten, die einem manchmal beim Schlaf in die Haare krabbeln konnten. „Ich will dir wirklich nicht auf die Pelle rücken.“ Der Satz kam wohl bereits schon ein wenig zu spät angesichts das sie bereits zusammen gegessen hatten. „Also fühl dich nicht verpflichtet -“ blickte sie den jungen Mann nur an ehe sie dann innehielt. „Jaja schon verstanden. Weniger reden und in das verfluchte Zelt gehen.“ robbte sich die junge Frau schließlich immer noch in die Decke gewickelt vom Boden auf. Als er ihr dann auch noch versicherte, das er auch keine merkwürdigen Hintergedanken hat verzog die junge Frau nur das Gesicht als würde sie es einfach abwinken. „Würde ich dir auch nicht empfehlen das zu tun. Ich musste mich heute Mittag echt durch ziemlich widerliches Flusswasser fortbewegen... Reden wir nicht weiter drüber.“ schüttelte sich die junge Frau schmunzelnd ehe sie sich in das Zelt bewegte. „Bist du sicher das ich nicht die erste Wache übernehmen soll?“ rief Dinah aus dem Zelt heraus als sie sich einfach nur zusammen mit ihrem Schlafzeug fallen ließ. „Ich bin auch noch gar nicht müde.“ murmelte sie. Keine weiteren fünf Minuten später war die junge Frau auch schon eingeschlafen. Dinah schlief vielleicht zwei oder drei Stunden. Es war jedenfalls schon dunkel als sie ruckartig die Augen aufriss. Seitdem jemand von ihrer Einheit in den Portmac River geschubst hatte um sie vor dem Hinterhalt zu retten und sie erst in dieses ganze Schlamassel hier gebracht hatte, hatte die junge Frau einen unruhigen Schlaf. Fast als hätte sie Angst im Schlaf zu ertrinken. Was natürlich unmöglich war. Die Dunkelhaarige hasste Traumata genau so sehr wie Albträume. Die Seite neben ihr war noch leer und es fühlte sich auch an, als hätte sie erst vor fünf Minuten die Augen zu gemacht. Dementsprechend verschlafen trat sie aus dem Zelt. Das Feuer brannte noch und Dinah ließ sich nur wie ein nasser Sack daran nieder. Sie hatte ihr Funkgerät in der Hand. „Floyd?“ gähnte sie. Nicht laut, sie wollte ja keine ungebetenen Gäste anlocken, aber wenn er in der Nähe war hörbar. „Lass mich jetzt die Wache übernehmen.“ Dinah machte nach solchen Episoden eher weniger wieder die Augen zu. Auch wenn man es ihr äußerlich nicht ansah schlug ihr Herz schnell und sie verspürte wieder diesen Knoten in ihrer Brustgegend. Und sie wusste, wenn sie sich jetzt wieder hinlegen würde, würde dieser sich wieder verfestigen. In dem Sinne half Ablenkung ganz gut. Eine Aufgabe. Wache halten zum Beispiel. An ihrem kaputten Funkgerät herumschrauben war auch ganz gut.
@Floyd Webber

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@Dinah Anderson
Tatsächlich war es ungewöhnlich, hier draussen auf derart positive Menschen zu treffen, die in Regenbogenfarben schissen. Die meisten, denen er begegnete, klammerten sich verzweifelt an irgendwelche Hoffnungsfetzen, waren zutiefst resigniert und abgestumpft oder kurz vor dem geistigen Kollaps. Jemand wie Dinah, die es irgendwie geschafft hatte, optimistisch und fröhlich zu bleiben, überforderte nicht nur, sondern verunsicherte auch. Floyd wusste überhaupt nicht, wie er mit ihr umzugehen hatte.
Er hatte sie als naiv bezeichnet, als arglos und blind empfunden. Aber vermutlich war sie das gar nicht und er lag mit dieser Einschätzung völlig falsch. Die junge Frau hatte sich einen Schutzschild aufgebaut, der so ganz anders war als der Rest. Und offensichtlich kam sie gut damit zurecht, sogar besser als die meisten Menschen, die sich abkapselten, einigelten oder grausam wurden.
Hätte Floyd Haar gehabt, hätte er seine gespreizten Finger seufzend hindurchgleiten lassen. So aber rieb er sich lediglich über die glatte Stirn, die auf seinem Schädel kein Ende fand. Dinahs Anwesenheit sorgte dafür, dass er über sie, ihre Erscheinung und ihre Aussagen nachdenken musste, was er überhaupt nicht wollte, jetzt aber ausführlich tat. Nun ja, so ausführlich, wie Floyd über Situationen eben nachdachte.
Er war in einer Zeit erwachsen geworden, in der es keine Vorbilder mehr gegeben hatte. Es hatte keinen Halt mehr gegeben, keine bedeutsamen Spielregeln mehr. Alles war ins Chaos gestürzt. Nichts hatte mehr Gültigkeit gehabt und mittendrin hatte sich Floyd, der ein kleines, dafür aber immer grösser und schwerwiegenderes Aggressionsproblem hatte, der neuen Welt anpassen müssen. Ohne Leitplanken, ohne Arschtritte, ohne Konsequenzen. Das hatte folglich dazu geführt, dass er sich selbst hatte erziehen müssen. Irgendwie. Wie viele andere Jugendliche auch, die überlebt hatten, war Floyd zu einem erwachsenen Mann herangereift, der überhaupt nicht wusste, ob er tatsächlich auch reif, klug und verantwortungsvoll geworden war. Niemand hatte ihm Grenzen gezeigt, niemand hatte ihn gelobt. Also hatte er stets das getan, was in seiner Vorstellung das Richtige gewesen war. Und das war nicht immer das Richtige für andere gewesen. Auch in seinem Ton vergriff er sich oft, was aber mehr an einer Schutzhaltung lag, als an einem Zwang, ständig auf Konfrontation aus zu sein.
Es störte ihn jedenfalls, dass die Frau, die irgendwie überraschend in sein Lager gepurzelt war, nun unter freiem Himmel schlafen sollte, wo er doch ein Zelt hatte. Klar, das schützte nicht vor den Beissern, aber immerhin vor allen anderen Insekten. Und ein bisschen auch vor der Kälte. Er war kein Wohltäter, aber ein wenig Stolz besass er, und dieser verbot ihm, so mit dieser Frohnatur umzugehen.
Dass sie sich darüber freute und ein Gesicht machte wie ein Honigkuchenpferd, irritierte ihn und versetzte ihn seltsamerweise in eine abwehrende Schutzhaltung. Ja, sie war in ihrer Art und Weise überwältigend und Floyd fühlte sich diesbezüglich regelrecht ohnmächtig. "Jetzt geh schon.", unterbrach er sie, als sie beteuerte, ihm nicht zur Last gehen zu wollen.
Er sah zu, wie sie ihren Schlafplatz in das Zelt wechselte, und versicherte ihr dabei, dass ihr nichts geschehen würde. Jedenfalls nicht von seiner Seite aus. Was sie mit dem ekligen Flusswasser aber bezwecken wollte, verstand er nicht. Hatte sie sich eine Krankheit zwischen ihren Schenkeln eingefangen? Igitt! Aber wer wusste schon, wer welche Krankheiten mit sich herumtrug. Floyd hatte selbst ja auch keine Ahnung. Er war zwar nicht wirklich sexuell aktiv, da ihm schlicht die Gelegenheiten und oftmals auch die Lust dazu fehlten, aber vielleicht hatte er sich schon vor Jahren mit irgendwas angesteckt, ohne es zu wissen… HIV und solchen Kram, was man erst merkte, wenn es aktiv wurde und ausbrach. Doch darüber nachzudenken, brachte gar nichts. Er hatte andere Probleme. Zum Beispiel die Tatsache, dass er seinen Stolperdraht scheisse verlegt hatte, so dass Dinah nicht einmal darüber gefallen oder ihn sogar entdeckt hatte.
Dinah bekam also nur einen kurzen, musternden Blick auf ihre Flusswassergeschichte. Doch bevor Floyd ebenfalls aufstehen konnte, schnatterte sie schon weiter. "Mein Zelt, meine Regeln! Ich übernehm die Wache!", erwiderte er, schnaubte und rappelte sich dann auf.
Er erwartete weitere Erzählungen, frohgelaunte Geschichten, irgendwelche Fragen, doch im Zelt blieb es nach einem kurzen Rascheln und hörbarem Gähnen ruhig. Floyd räumte die Feuerstelle auf und wagte es nach zögerlichen zehn Minuten doch, ins Zelt hineinzublicken. Sein weiblicher Gast schlief. Dinahs Atmung war gleichmässig und ihre Gesichtszüge entspannt.
Wie er hatte auch sie gelernt, Schlafphasen zu nutzen. Man schlief schnell ein, dafür aber wachte man nach wenigen Stunden wieder auf. Floyd erinnerte sich kaum noch an Nächte, in denen er durchgeschlafen hatte. Wenn er alleine unterwegs war, kam dieser Schlafturnus sowieso nicht in Frage.
Wie er ihr erklärt hatte, machte er sich daran, den Stolperdraht neu zu verlegen. Er hob ihn an, spannte ihn neu und war einmal mehr froh, eine funktionstüchtige und schmale Taschenlampe gefunden zu haben, die er sich während der Arbeit zwischen die Zähne klemmen konnte. Immer wieder flog sein Blick dabei durch die Dunkelheit, aber weder waren Beisser auf sie aufmerksam geworden, noch schien jemand nach Dinah zu suchen oder für Ärger zu sorgen. Die Nacht würde wohl ruhig bleiben, aber darauf verlassen konnte sich Floyd trotzdem nicht.
Er entfernte sich danach ein Stück vom Zelt, um sich zu erleichtern, liess das Lager aber nicht aus dem Blick. Dann kehrte er zurück, stocherte ihm Feuer herum und legte weiteres Holz nach, und begann im Feuerschein seine Fingernägel mit einem kleinen Messer zu schneiden. Dadurch, dass er nur noch draussen war, hatten die Nägel kaum noch eine Chance, über den Finger hinauszuwachsen. Dafür aber trugen sie Blessuren davon. Schnitte, Abbrüche und solches Zeug. Floyd ignorierte es die meiste Zeit, doch manchmal waren die Nagelbettwunden störend und dann machte er so etwas wie Maniküre. Sah er anfänglich noch ständig um sich herum, verlagerte sich seine Aufmerksamkeit zunehmend auf seine Hände. Aber irgendwann war er auch damit fertig. Also kramte er in seinem grossen Rucksack herum, den er aus dem Zelt zog, und begann ihn zu entrümpeln. Manchmal steckte er sich Fundstücke ein, weil er dachte, sie würden ihm nützlich sein. Er hatte sich aber angewöhnt, die Fundsachen nach einer Woche des Nichtgebrauchs wieder fortzuwerfen, und das tat er schamlos. Ein paar Dinge flogen achtlos auf die grosse Wiese. Wer sollte sich schon daran stören? Er tat es jedenfalls nicht.
So viel Zeit war seit Dinahs Umzug ins Zelt nicht vergangen, als er das Rascheln im Inneren vernahm. Kurz darauf trat die übermüdete Frau hinaus, sprach ihn an und setzte sich ans Feuer. Dabei wirkte sie überhaupt nicht wie jemand, der bereit war, die Wache zu übernehmen.
Floyd verfolgte ihre Bewegungen stumm und auch, nachdem sie sich platziert hatte, sagte er nicht sofort etwas. Stattdessen starrte er sie immer noch an. Zwei, drei Atemzüge lang, bevor er den Kopf von ihr abwandte und mit den Augen rollte. "Vergiss es. Jemandem wie dir vertrau ich nicht. Du siehst aus, als würdest du jeden Augenblick wieder einschlafen! Das bedeutet nur, dass ich den Morgen nicht mehr erleben würde." Er schüttelte den Kopf. Nein, Dinah würde keine Wache übernehmen. Floyd vertraute ihr dahingehend überhaupt nicht. "Geh wieder rein. Es ist ruhig. Du kannst noch ein paar Stunden schlafen."
Das Funkgerät in ihrer Hand hatte er auch längst registriert. Nur, was wollte sie damit? Hatte sie etwa… andere informiert und in Kürze würde man Floyd und sein Lager überfallen? Hatte er einen Fehler gemacht, als er sie bei sich essen liess?
Er nutzte die Chance, die sich ihm bot. Schnell beugte er sich zur Seite und riss ihr das Funkgerät förmlich aus der Hand. Mit dem Gerät setzte er sich wieder zurück, behielt dabei die junge Frau im Auge. War sie eine Freundin oder eine Feindin? Er fixierte sie eine Weile, blickte dann aber auf das Gerät und drückte den Knopf. Nichts. Es rauschte nicht, es sprang noch nicht einmal an. Es schien also kaputt zu sein. Oder die Batterien waren leer. "Was willst du damit?", fragte er unfreundlich, aber nicht böse genug, um ablehnend zu sein. Er hatte die Situation wohl einfach falsch interpretiert und er war nicht in Gefahr irgendwelcher… krimineller Leute.
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Dinah brauchte vielleicht ein paar Minuten um richtig wach zu werden aber dann war sie voll da – aber verdammt Floyd hatte wirklich eine miese Art und Weise einem Dinge unter die Nase zu reiben. Sie fühlte sich eh schon gerade überrollt genug. Oder er war möglicherweise einer dieser Leute die ziemlich grantig wurden wenn sie müde oder hungrig waren. Bei dieser Vorstellung schlich sich ein kurzes, müdes Schmunzeln durch ihr Gesicht – was aber schnell durch Floyds Worte wieder gedämpft wurde. „Ich schlafe bei der Wache nicht ein. Bin ich noch nie.“ Doch Dinah glaubte kaum das ihre Worte vertrauenswürdig in seinen Ohren klangen. Sie wollte darauf beharren das Floyd sich doch auch ein paar Stunden hinlegen müsste. Er konnte schließlich nicht die ganze Nacht wach bleiben. Doch Dinah verkniff es sich. Auch wenn ihr ihre Mitmenschen am Herzen lagen – beharrte der ehemalige Fremde auf seiner Entscheidung. Und er war offensichtlich ein erwachsener Mann, der durchaus seine Entscheidungen treffen konnte. Wenn er sich schlapp fühlen und sich Augenringe des Todes zuziehen wollte, war das sein Ding. Dinah wusste wie gesagt auch wann sie es gut lassen sollte. In wenigen Stunden würden sich ihre Wege so oder so trennen aber er würde gewiss noch daran denken, wenn er total übermüdet über eine der Äste hier fällt. Diese wenigen Stunden bis zur Trennung konnten sich mit seiner nächsten Aktion auch deutlich beschleunigen. Wer würde auch schon denken, das er ihr jetzt das Wichtigste, was sie besaß aus der Hand schnappen würde. In einem unachtsamen Moment schnappte er sich das Funkgerät aus der Hand. Die Dunkelhaarige war hellwach und sie versuchte noch danach zu greifen, doch griff stattdessen ins Leere. „Hey!“ rief sie nur deutlich emotional. Nicht mehr so optimistisch, wie sonst. Wie konnte sie auch? Ihr Herzschlag beschleunigte sich. Wenn er es auf den Boden war, würde sie es nicht mehr zusammenflicken können. Es hatte schon das Bad im Flusswasser kaum überlebt und Dinah hatte es mit Mühen zusammenflicken können, so das sie nur noch ein paar Verstärker von besagtem Funkturm, den sie suchte, brauchte um ein Signal zu erzeugen. Um ihre Leute zu kontaktieren. Aber nicht um irgendwen oder irgendwas hier anzugreifen. Lediglich Verstärkung, einen Suchtrupp – irgendwas um ihre Einheit zu finden, weswegen sie überhaupt in diesem ganzen Schlamassel saß und nicht zurück konnte. Und sie wollte natürlich ihrer Mutter und Schwester sagen, das alles gut war. Das sie am Leben war und das sie sich keine Sorgen machen mussten. Doch diese Hoffnung war verpufft und befand sich in der Hand eines Überlebenden, der nicht gerade einfach war und man wohl kaum mit ein paar einfachen Worten besänftigen konnte. „Gib es zurück.“ wies sie ihn sofort an. Als Floyd es nicht tat wurde Dinah weiterhin unruhig. „Es ist kaputt. Drück den Knopf. Nur Rauschen. Ihr habt echt eine scheiß Funkverbindung hier – obwohl drück besser nicht den Knopf. Es ist wirklich empfindlich.“ Floyds Frage machte die angespannte Situation nicht besser. Warum machten die Leute auch immer alles so kompliziert. „Ich will jemanden kontaktieren – was aber nicht geht und deswegen brauche ich Ressourcen um es zu reparieren.“ Womöglich würde man sich denken, warum sie nicht irgendein anderes dahergelaufenes Funkgerät nutzte. Das konnte sie nicht. Es lag an der Frequenz. Die FONA war sehr vorsichtig das sich nicht ein fremdes Ohr in ihren Funkkanälen verirrte. Also bekamen Leute im Einsatz schon Funkgeräte mit bereits eingestellter Frequenz. Verschwindet dieses Funkgerät hatte Dinah nicht mehr die Möglichkeit ihre Leute zu kontaktieren. Außer ihr würde jemand von einer FONA Einheit über den Weg laufen. Aber dass das hier passierte war sehr gering. Und mit leeren Händen und einer verlorenen Einheit vor den Toren ihrer Heimat aufzutauchen. Sagen wir so – das würde genau so wenig gut ausgehen. Dinah saß in einer scheiß Zwickmühle, die sie, wenn sie nicht so verdammt angespannt gerade war, womöglich noch sich gut geredet hätte. So wie sie sich alles gut redete. Und vielleicht wenn sie etwas gewartet hätte bis ihre Worte in Floyd sackten, hätte er es ihr auch vielleicht einfach zurückgegeben. Doch angespannte Situationen führten auch oft zu dummen Entscheidungen. Dinah schmiss sich förmlich auf Floyd und es war ihr ziemlich egal in diesem Moment das sie halb über ihm lag. Natürlich versuchte sie das Funkgerät zu greifen und erst nach mehreren Versuchen gelang es ihr auch – doch los bekam sie es immer noch nicht. „Lass los! Du hast doch gar keine Ahnung!“ sprach Dinah laut und zog an dem Funkgerät – wie als hätte man einem Kleinkind das Spielzeug geklaut. Und solche Sachen endeten immer gleich. Sie wusste nicht ob Floyd losgelassen hatte oder es Dinah war. Vielleicht ist es auch einem der Beiden einfach aus der Hand gerutscht. Es spielte keine Rolle als das Gerät mit Schwung davonflog und mit einem deutlichen Aufschlag auf dem Boden aufkam. Nicht in einem Stück. „Nein.“ ließ sie Floyd dann los und ging endlich von ihm runter und krabbelt auf den Knien zu dem auseinandergefallenen Funkgerät. „Nein, Nein, Nein!“ sprach sie immer wieder aufgewühlt als sie die Teile zwischen ihre Hände nahm als wäre es zerbrochenes Glas oder ein zerbrochenes Ei. Sie könnte es vielleicht wieder reparieren – doch im Moment sah Dinah nur das es kaputt war und ihre aufgewühlten Emotionen übermannten sie. „Wieso hast du das gemacht?!“ war ihre Stimme laut. „Hast du mal daran gedacht, das nicht jeder auf der Welt dein verdammter Feind ist?!“ „Scheiße.“ fluchte sie ungewohnt und hatte den Drang das letzte bisschen in ihrer Hand einfach gegen den nächsten Baum zu donnern. Doch sie unterdrückte diesen Drang, den sie später wirklich bereuen würde.
@Floyd Webber

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