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THE DEAD DON’T DIE
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#41

RE: Meer

13.04.2022 11:27
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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»Was meine Hauer angeht, kann ich inzwischen für nichts mehr garantieren. Du weißt ja, wie Barbaren sind. Keine Spur von Mäßigung.« Und wenn sie weiterhin so miteinander flirteten, könnte Leif alle Vorsätze über Bord werfen, seinen Gegenüber nicht zu vernaschen. Egal, wie unerfahren er mit allem war, was über das Küssen hinausging. Mit Virgil diese neuen Ufer zusammen zu erkunden ... stellte er sich ehrlich gesagt ziemlich aufregend vor. Und das war schon viel weiter, als er jemals bei einem anderen Mann gedacht hatte. Was sehr viel aussagte.
Und ja, Humor war definitiv eine essenzielle Komponente. Leif war im Normalfall eine eher zurückgezogene und stille Person. Erst im Kreis von Freunden und Familie taute er auf, und da war ihm diese Eigenschaft auch sehr wichtig. Dass er mit Virgil hier saß und tiefgehende Gespräche führte, nach so kurzer Zeit, hieß auch sehr viel. Er hatte das Gefühl, ihm alles sagen zu können, dass sie über jedes Thema stundenlang philosophieren konnten. Es waren jüngste Ereignisse, die ihn davon abhielten, aber das war hoffentlich nicht mehr lang so.
Leif kannte Virgil noch nicht so gut, aber die feine Änderung in seiner Aura bemerkte er trotzdem. Rechnete allerdings nicht mit einer Lüge. Vielleicht war der Gedanke an den Kampf mit den Beißern nicht so angenehm. Es war immerhin recht knapp gewesen und hätte auch ganz anders ausgehen können.
»Dass sie selten sind, heißt nicht, dass der Fall nicht auftreten kann«, hielt Leif dagegen mit einem Lächeln.

Das ihm jedoch prompt wieder verging, als sie über Virgils Gemeinschaft sprachen. Es war wirklich schwer, aufmunternde Worte zu finden, da Leif nicht gegen den Glauben des Walisers wettern wollte. Aber ihm fehlte einfach jedes Verständnis dafür, weshalb die Christen sich derart beschnitten. Bei richtig schlimmen Dingen wie Mord konnte er solche Ansichten ja nachvollziehen. Aber bei der Frage, welches Geschlecht man mochte? Es war ja nicht so, als hätte man da die Wahl. Und wenn man Leif fragte, hatte es auch nichts damit zu tun, dass man nicht richtig im Kopf war. Da gab es weitaus Schlimmeres, wie ihre durchgemachten Apokalypse-Traumata, die ihr Wesen veränderten.
»Ich glaube nicht, dass es an einem schwachen Willen liegt, Virgil. Wen du liebst bestimmt doch nicht deinen Charakter.« Leif schüttelte den Kopf und seufzte innerlich. »Das stelle ich mir unglaublich anstrengend und ... frustrierend vor, solang gegen etwas anzukämpfen. Heißt das ... du hattest bisher auch noch gar keine Beziehung oder ... jemand Besonderen in deinem Leben?« Es klang ein wenig so. Aber es mochte aus sein, dass Virgil ab und zu ausbrach und seine Bedürfnisse befriedigte. Bei Leif machte er ja auch nicht einen auf schüchtern. Was ihn automatisch dazu brachte, sich zu fragen, ob Virgil auch nur kurzzeitig an ihm Interesse zeigte, nur um irgendwann wieder einen Rückzieher zu machen und ihn fallenzulassen. Es war ein schmerzender Gedanke, aber womöglich dennoch ein berechtigter. Weswegen Leif versuchte, Virgils Vergangenheit besser zu verstehen.
Der Waliser hatte also schon darüber nachgedacht, ein abstinenter Priester zu werden? Noch so eine traurige Vorstellung, denn dann wäre er wohl wirklich unerreichbar für Leif. Doch so eine Entscheidung war im Zweifel zu akzeptieren.
Das alles also wegen ein paar Sätzen in der Bibel. Na gut, ganze Götter-Pantheons beriefen sich auf etwas, das irgendwo geschrieben stand. Mit Leifs Glauben war es nicht anders. Aber trotzdem ... eine Begründung wäre schon irgendwie hilfreich gewesen, um zu verstehen, weshalb diese Art der Liebe eine Sünde sein sollte. »Wenn dir deine Priester keine Antworten geben können, hast du schon Zwiesprache mit deinem Gott gehalten? Vielleicht ... wurde sein Wille ja auch nur missverstanden.« Es waren Strohhalme, an die er sich hier klammerte. Aber er wollte Virgil gern helfen, aus dieser Misere zu entkommen, ohne seinen Glauben anzufechten. Es ging hier um mehr als das bloße Akzeptieren der eigenen Sexualität. Die schien Virgil eigentlich schon ganz gut angenommen zu haben, sonst würde er nicht so schamlos mit Leif flirten. Aber wenn er glaubte, im Fegefeuer zu landen, oder dass seine Sünden gestraft würden ... würde das immer zwischen ihnen stehen. Er würde nie richtig im Reinen mit sich sein und stets Angst haben, dass etwas passierte. Das war eine Bürde, die Leif unerträglich fand. Wenngleich er bereit war, sie mit ihm zu schultern. Und das jetzt schon, obwohl bis auf ein paar Flirts noch gar nicht mehr zwischen ihnen passiert war.

Auch Leif hatte noch etwas auf dem Herzen und erzählte von den jüngsten Ereignissen in Balar. Er war sich nicht sicher, ob er daran glauben konnte, was Virgil ihm sagte. Denn böse Menschen wurden nicht immer gestürzt. Manchmal blieben sie an der Macht. Und manchmal erkannte man viel zu spät, was für Beweggründe jemand wirklich verfolgte. Dennoch bemühte er sich um ein Lächeln. »Ich arbeite daran.«
Allerdings nicht mehr daran, den Lippen des Walisers zu widerstehen. Seine Mauer war nun vollends eingerissen, sodass sich sein Körper verselbstständigte. Und der Kuss war ... einfach atemberaubend. Er löste so viel aus, sowohl körperlich als auch mental, dass Leif nicht mehr wusste, wo oben und unten war. Virgils kühle Lippen waren sein Anker in diesem Sturm. Und er musste ihn einfach noch näher bei sich haben, weswegen er den Waliser an seiner Kette mit einem Ruck zu sich zog. Doch seine Finger blieb nicht lang darum geschlungen, sie fanden sich auf Virgils Nacken ein und strichen leicht darüber. Auch ihm ... kamen eindeutige Gedanken, die sich in dem Wunsch manifestierten, seine Hand auch noch auf ganz anderen Körperteilen zu platzieren. Was ihn automatisch etwas zittern ließ, weil er vor diesem Schritt auch gleichsam ziemlichen ... Respekt hatte.
Doch sie beide mussten sich nicht mehr damit beschäftigen, ob sie sich jetzt gleich ausziehen sollten. Leif war aber schon fast dazu bereit gewesen, sich einfach auf Virgils Schoß zu setzen und die Arme beim Weiterküssen um seinen Nacken zu schlingen. Sein Boot war wohl eifersüchtig. Oder Njörd. Man wusste es nicht. xD Jedenfalls konnte Leif seine Balance bei dem plötzlichen Wellengang nicht so gut halten, wie sonst. Weil sein gesamter Körper gerade auf Virgil ausgerichtet war und nicht auf das Meer.
So wurde ihr Kuss unterbrochen. Der Waliser drückte ihm noch ein paar weitere, sanfte auf die Lippen ... doch die Stimmung von eben, die war fort. Was Leif automatisch ein wenig unrund machte und er nun doch wieder unsicher war. Gleichzeitig aber auch sofort weitermachen wollte. Das war doch wirklich verrückt.
»Njörd soll sich nicht so anstellen«, meinte er leise und lächelte schüchtern. In Virgils Augen trat derweil eine nicht so leicht zu deutende Trübung. Was auch Leif automatisch wieder ernster werden ließ. Ging es um das schlechte Gewissen, weil er seinem Glauben nicht gefolgt war? Leif nahm seine Hand, um ihm beizustehen. Aber dann sagte Virgil ihm schon, dass er nicht ehrlich zu ihm gewesen war. Und mit Lügen konnte Leif gerade wirklich nicht gut umgehen.
Weswegen er ihm seine Hand automatisch wieder entzog und sich alles anhörte. Dabei auf das Meer hinausstarrte. Eigentlich war es ja schon sehr süß, dass Virgil so angetan von ihm war. Leif wünschte sich wirklich, er könnte sich darauf konzentrieren, dann würde ihn das Gesagte auch nicht so fertig machen. Aber er nahm leider etwas ganz anderes aus diesem Geständnis mit und wühlte sich aus dem Decken-Mantel-Wust, um aufzustehen. Er brauchte jetzt einfach kurz diesen Abstand, also setzte er sich zu dem Netz, um es zu überprüfen. Dann atmete er tief durch und blickte zu Virgil. »Ich bin nicht böse oder enttäuscht deswegen. Tatsächlich fühle ich mich geschmeichelt. Aber ... es beweist mir trotzdem, wie gerechtfertigt meine Sorgen sind. Du hast Balar tagelang beobachtet und irgendwann gezielt mich. Trotzdem habe ich nichts davon gemerkt, obwohl ich mehr Wachsamkeit walten lassen wollte. Ich weiß, du hast dein Herz am rechten Fleck und willst uns nichts tun. Aber wie viele Menschen sitzen noch in irgendwelchen Büschen, die es dann womöglich doch auf unsere Siedlung abgesehen haben. Die mitbekommen haben, dass wir verwundbar sind und einen Vorteil daraus ziehen wollen. Aber ... das ist wohl eine Angst, mit der ich leben muss.«
Leif ging wieder zurück zu Virgil und legte ihm die Hand auf die Wange, strich sachte darüber. »Danke für deine Ehrlichkeit. Es ist ... schon okay. Und jetzt komm, ich glaube, ich habe da ein paar Fische im Netz zappeln sehen.«

@Virgil Chadburn

zuletzt bearbeitet 13.04.2022 13:52 | nach oben springen

#42

RE: Meer

14.04.2022 20:39
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Irgendwann im Leben musste jeder einmal den ersten Schritt gehen und manche Dinge einfach.. ausprobieren. Sonst konnte man ja nichts lernen oder gewisse Erfahrungen jemals machen. Und so wie das alles ablief, standen sie beide wohl kurz davor alle Bedenken, wortwörtlich, über Bord zu werfen und einfach ihre Empfindungen das Kommando übernehmen zu lassen.
Allerdings hatte der Kopf dann doch noch ein Wörtchen mitzureden. Zumal sie nun ohnehin über ein schwieriges Thema sprachen, das Virgil leider immer ein bisschen bremsen würde. Nämlich sein Glaube.. in dem es absolut verpönt war mit einem Mann intim zu werden.
„Ich denke das eigentlich auch nicht.. aber das alles ist nicht so einfach, wenn du von kleinauf nichts anderes eingetrichtert bekommst“
Es war also kein Wunder, dass er dachte willensschwach und nicht ganz richtig im Kopf zu sein. Abnormal.. einem guten Christen nicht würdig. Denn nichts anderes hatte man wieder und wieder gepredigt. Und jedes Mal hatte er sich schrecklich ertappt dabei gefühlt, wenn über diese Dinge gesprochen wurde.
Als Leif nun jedoch fragte, ob er noch nie eine Beziehung geführt oder jemand Besonderen in seinem Leben gehabt hatte, wandte Virgil den Blick ab. Denn diese Frage war ihm nun schon ziemlich unangenehm. Er hatte doch versucht total locker und erfahren zu wirken. Doch wenn er jetzt ehrlich antwortete, dann würde Leif ihm das doch nicht mehr abnehmen. Lügen wollte er aber trotzdem nicht. Es war ihm einfach… peinlich die Wahrheit zu sagen. Denn im Gegensatz zu ihm hatte Leif sicher schon massenhaft Erfahrung gesammelt, bei all den Orgien die ständig in Balar gefeiert wurden xD. Und er war mit seinen 29 immer noch eine Jungfrau. Das war schon ein bisschen beschämend.
Weshalb er versuchte ein bisschen drum herum zu reden ohne zu viel zu verraten.
„Naja.. also ich meine… es gab schon Männer in meinem Leben. Aber…. niemanden… für den ich bereit gewesen wäre in die Hölle zu gehen“
und damit auch diesen letzten Schritt zu gehen. Denn die Bibel sprach nur davon, dass es seine Sünde war bei einem anderen Mann zu liegen. Von Knutschen war da keine Rede. Weshalb Virgil sich immer hatte einreden können, dass das noch nicht so schlimm war und Gott ihm diese Sünde vergeben würde. Mit jemandem das Bett zu teilen hatte er sich dann aber doch nie getraut. Da es niemanden gegeben hatte, der es wert gewesen wäre seinen Platz im Himmel zu riskieren. Was Leif nun in seine Worte interpretierte oder wie er das verstand war ihm überlassen. Doch konkreter würde Virgil in der Hinsicht nun nicht werden. Ob Leif derjenige sein könnte.. der es wert war alles zu riskieren was ihm heilig war? Er wusste es nicht. Sein Herz schrie laut ‚ja‘ aber sein Verstand war noch etwas besorgt.
„…und wie ist es bei dir?“
Fragte er nun aber trotzdem nach, um das Thema wieder von sich selbst abzulenken. Und natürlich weil es ihn auch interessierte wie viel Erfahrung Leif schon gesammelt hatte. Wie viel er ihm in der Hinsicht voraus war.
„Das tue ich jeden Tag… aber leider habe ich von ihm noch nie eine Antwort oder ein Zeichen erhalten. Du etwa schon?“
Sprachen Leifs Götter wirklich zu ihm?? so.. richtig? Virgil betete und betete und doch blieben seine Fragen stets unbeantwortet und sein Gott stumm. Weshalb er sich manchmal schon fragte, ob er vielleicht auf ihn vergessen hatte. Wäre in mancher Hinsicht ja gar nicht so schlecht.

wie jetzt zum Beispiel, während sie einander so leidenschaftlich küssten. Jedoch unterbrach der Wellengang ihr Treiben. Vielleicht war ja das das Zeichen seines Gottes, auf das er so lange gewartet hatte? Wenn ja dann… wollte er es aber nicht als solches deuten! Nein.. er verschloss sich dieser Option, weil er einfach nicht wusste was an diesem wunderschönen Gefühl so falsch sein sollte.
Allerdings gab es ohnehin noch etwas, das er Leif beichten musste. Wenn die Stimmung nun sowieso dahin war, konnte er das auch gleich hinter sich bringen, damit wirklich keine Geheimnisse mehr zwischen ihnen standen.
Es war schön das Leif dabei seine Hand hielt.. jedoch umso schlimmer, dass er sie ihm gleich wieder entzog, kaum dass er fortfuhr. Er hatte wirklich Angst davor, dass er ihm das nicht verzeihen konnte, nach allem was er ihm gerade über Balar erzählt hatte. Aber gerade deshalb musste er es einfach loswerden! Sonst würde ihn sein Gewissen ständig plagen.
Dennoch tat es weh, als Leif sich von ihm entfernte, da wurde ihm sogleich wieder kalt und er schlang die Decke dichter um sich.
Jedoch waren die Worte die folgten nicht wirklich von Abneigung geprägt, eher von Sorge um seine Kolonie. Und es fiel Virgil schwer ihn deswegen zu beschwichtigen, weshalb er bloß mit einem schiefen Grinsen meinte
„also ich bin sonst niemandem in den Büschen begegnet“
ja, er wollte witzig sein auch wenn das Thema gerade nicht lustig war. Weswegen er rasch wieder ernster wurde und nun ebenfalls aufstand, um an Leif heran zu treten.
„Ich weiß das alles bereitet dir Sorge.. aber wenn ich dir eines von meiner Erkundungstour rückmelden kann, dann, dass eure Kolonie wirklich gut gesichert ist. Euch zu beobachten wenn ihr die Kolonie verlasst ist eine Sache… doch wirklich dort einzumarschieren oder euch anzugreifen eine ganz andere. Das wäre mir und meiner Gemeinde niemals gelungen. Aber vielleicht solltet ihr ja auch rund um die Wälder der Insel ein paar Fallen aufstellen“
Wäre blöd für ihn gewesen hätten sie das getan. Aber vielleicht gut für Leifs Gewissen.
„Ich helfe dir dabei wenn du möchtest. Darin bin ich ziemlich gut“
Denn sie verteidigten sich lieber durch List als durch rohe Gewalt, weshalb es um die Church herum vor Fallen nur so wimmelte.
Er war beruhigt darüber, als Leif ihm die Hand an die Wange legte und schloss die Augen, ehe er sich kurz an ihn schmiegte sowie einen Kuss auf seine Handfläche hauchte. Denn das hieß wohl wirklich.. das er nicht böse war. Und hoffentlich würde es auch künftig nicht zwischen ihnen stehen.
„Ich habe mir wirklich jeden Tag gewünscht mit dir zu reden, hatte aber einfach nicht den Mut dazu..“
Weshalb ihm die Sache mit der Lichtung ja fast gelegen gekommen war. Denn sonst stünden sie heute wohl nicht hier.

aber jetzt wurde es wieder fischertechnisch spannend! Sie holten das Netz wieder ein und tadaa! Tatsächlich hatten sich darin ein paar Fische verfangen! Virgil war total begeistert deswegen und fast kippte das Boot wieder, weil er deswegen so herum hopste. Er hielt sich aber noch gerade so an Leif fest und diesmal fielen sie nicht ins Wasser
„Wir haben tatsächlich etwas gefangen!! und sogar ohne verweste Meerjungfrauen. Also.. Seemann.. lass hören welche Fische genießbar sind und welche wir wieder zurück ins Meer werfen“
Virgil war wirklich total aus dem Häuschen, weil er zum ersten Mal Fische gefangen hatte. Also.. mehr oder wenige er, die ganze Arbeit hatte schließlich eigentlich Leif gemacht. Aber er traute sich zumindest zu beim nächsten Mal selbst das Netz auszuwerfen.

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#43

RE: Meer

14.04.2022 21:32
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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»Hm. In dem Fall hast du wohl die Wahl. Entweder auf dein eigenes Gefühl zu hören oder auf das, was dein Glaube dir vorschreibt.« Leif hütete sich davor, ihn dahingehend zu beeinflussen. Mal abgesehen davon, dass wohl klar war, wofür er plädieren würde. Virgil richtete sein ganzes Leben nach dem Christentum aus. Würde es sein Gott ihm wirklich krummnehmen, wenn er in Sachen Liebe eine Ausnahme machte? Das Fegefeuer musste ganz schön überfüllt sein. Leif konnte sich nicht vorstellen, dass jeder immer zu hundert Prozent folgsam war. Er machte sicher auch nicht alles richtig in den Augen seiner Götter.
Interessant war das Thema Beziehungen. Leif haderte ja mit ähnlichen Bedenken, er war ebenfalls mit 29 noch Jungfrau und war sich bis heute nicht sicher gewesen, ob sich das je ändern würde. Obwohl er eigentlich stolz darauf war, sich für jemanden aufzubewahren, der seine Welt aus den Angeln hob ... war es nun dennoch unangenehm, darüber zu sprechen. Zumal Virgils Antwort so klang, als hätte er entsprechende Erfahrungen gesammelt. Zumindest interpretierte Leif es so. Vielleicht hatte Virgil nach seinen Liebesbeziehungen immer besonders viel Selbstgeißelung betrieben, um nicht in der Hölle zu landen. Aber war zuvor dennoch seinen sogenannten sündigen Gedanken verfallen. Leif konnte das alles wirklich extrem schlecht deuten. Was ihn verunsicherte. Natürlich fragte Virgil nun auch, wie es bei ihm war, das hätte Leif kommen sehen müssen. Seine Nervosität trieb ihn dazu, ausweichend zu antworten. »Na ja ... so ähnlich, schätze ich. Abgesehen von dem Teil mit der Hölle. Aber es war ... nichts Langfristiges dabei. Niemand, der mich wirklich ... umgehauen hat.«
Also vermutlich würden sie nun weiter davon ausgehen, zwei alte Haudegen zu sein, die wussten, wie es in den Laken lief, auch wenn bisher keine ernsthafte Beziehung dabei rumgekommen war. xD

Darüber, ob die Götter ihm schon einmal ein Zeichen gesandt hatten, musste Leif kurz nachdenken. Nickte dann aber. »Es gab zum Beispiel so einen Moment, als ich nach Balar gekommen bin. Damals war die Siedlung noch woanders. Ich wusste, meine Zeit im Leuchtturm geht dem Ende zu. Immer mehr Gruppierungen hatten sich in der Gegend verschanzt, es wurde immer schwieriger, an Ressourcen zu kommen. Also wappnete ich mich für einen längeren Marsch. Irgendwie fühlte ich schon, dass ich nicht zurückkehren würde, habe mich von meinem Boot verabschiedet und bin losgegangen. In Richtung Berge, immer weiter und weiter.«
Er unterbrach sich, um sich die Kette seines Vaters vom Hals zu nehmen. Er verbarg sie für gewöhnlich unter seiner Kleidung, damit sie keinen Schaden nahm, daher dürfte Virgil sie bisher noch nicht aufgefallen sein. Jetzt umschlang Leif die Kette mit der Faust, sodass nur der Anhänger rausbaumelte. »Das ist der Vegvisir meines Vaters. Bei jeder Rast habe ich ihn angesehen und mich gefragt, in welche Richtung ich am nächsten Morgen gehen soll. Ich bin fliegenden Raben gefolgt und Fußspuren von Wölfen. Beide Tiere sind Odins Begleiter. Und letztlich bin ich in Balar gelandet. Nenn es Zufall, wenn du willst, aber ich weiß, wer mich dorthin geführt hat.«
Er bettete die Kette wieder um seinen Hals und sah unsicher zu Virgil. Diese Geschichte hatte er nämlich noch niemandem erzählt. Sie war irgendwie sehr ... intim. Umso nervöser war er jetzt. In Balar würde man ihm dafür auf die Schulter klopfen, doch Virgil sah die Welt nicht so wie er.

Das Geständnis des Christen versetzte ihren aufkeimenden Gefühlen einen kleinen Dämpfer. Leif bemühte sich jedoch, schnell deutlich zu machen, woran das lag. Die Sorgen um seine Siedlung beherrschten ihn aktuell und davon kam er nicht so leicht los. Es gelang Leif trotzdem, mit einem Lächeln zu reagieren. »In wie vielen Büschen hast du denn gesessen, dass du das so sicher sagen kannst?«
Er wurde jedoch wieder ernst, als Virgil einen Vorschlag machte. »Hm. Oder unsererseits mehr Spähposten einsetzen. Ich ... werde das mit den Fallen unserem Anführer mal vorschlagen. Wenn er es zulässt ... würde ich mich sehr über deine Hilfe freuen.« Auch wenn Virgil damit automatisch wissen würde, wo sich diese Fallen befanden. Doch Leif musste jetzt mal aufhören, ihm ständig Schlechtes zu unterstellen. Er wusste doch schon längst, vor ihm hatten sie nichts zu befürchten!
Nun lachte er. »Ich weiß auch nicht, wie ich reagiert hätte, wärst du plötzlich aus dem Unterholz gesprungen. Aber nun erklärt sich, wie du auf der Lichtung so schnell an meiner Seite sein konntest. Also war das alles auch mein Glück. In ... mehrerer Hinsicht.«

Jetzt sollten sie aber mal nach den Fischen sehen, bevor die sich befreiten oder Virgil doch noch bitterlich erfror. Es war ziemlich niedlich, wie der Waliser sich über den Fang freute. Das brachte Leif automatisch zum Lächeln und zum Schwärmen. Natürlich fing er seinen angehenden Seemann auf, bevor sie schon wieder nass wurden und ... hielt ihn noch einen Augenblick länger fest als nötig.
Erst mal musste das Netz entfernt werden, damit sie einen besseren Blick hatten. Die armen Fische hüpften und zappelten in ihrem Todeskampf umher, doch davon ließ sich Leif schon längst nicht mehr beirren. Zielsicher griff er in das glitschige Gemenge und zog an der Hinterflosse einen kastenförmigen Fisch hervor. »Siehst du? Nicht die typische, längliche Fischform. Fort mit ihm!« Platsch! xD
Auch einen steinig aussehenden sortierten sie aus und noch drei dieser kastenförmigen. »Ein guter Fang. Zwar nicht sehr üppig, aber manchmal kippe ich die Hälfte des Netzes zurück. Aber schau du noch mal drüber. Siehst du noch etwas Verdächtiges?«
Mit Absicht hatte Leif nämlich noch zwei Übeltäter übriggelassen. Eine kleine Prüfung musste sein.

@Virgil Chadburn

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#44

RE: Meer

14.04.2022 22:26
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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„Ich weiß.. es wird mir nie möglich sein beides miteinander zu vereinen, damit habe ich mich bereits abgefunden. Aber trotzdem bin ich hier, denn.. manchmal habe ich es einfach nur satt der brave Christ zu sein, den alle von mir erwarten…“
Deshalb war es auch so angenehm und schön mit Leif zu reden. Er hatte keinerlei Erwartungen an ihn. Oder den Anspruch, dass er perfekt sein müsste, keine Fehler machte und stets nur Demut und Zurückhaltung zeigte. Bei ihm.. da konnte Virgil einfach sein wie er wirklich war ohne sich dabei schlecht fühlen zu müssen. Und das war verdammt befreiend. Sicher auch mit ein Grund, weshalb er sich mit Leif so wohl fühlte. Er akzeptierte ihn einfach so wie er war.. selbst wenn ihre Glaubensrichtungen Welten trennten.
Es war vielleicht besser so, wenn Leif die Dinge bezüglich Sex so deutete wie er es eben tat. Sonst würde nur noch viel mehr Druck auf ihnen lasten und vielleicht doch noch alles seltsam werden. Weil ihnen bewusst werden würde, wie bedeutsam das hier sein könnte. Wie groß der Schritt für sie beide wäre. Auf diese Weise und mit diesen vagen Antworten… konnten sie stattdessen wieder etwas entspannter an die Sache heran gehen.
„mhh.. ist auch sehr schwierig in Zeiten wie diesen jemanden kennen zu lernen, der die gleichen Werte teilt und mit dem man sich wirklich wohl fühlt..“
In Virgils Fall vielleicht sogar noch schwieriger als in Leifs. Denn er hatte ja ausschließlich mit Christen zu tun. Und mit denen konnte er nicht anbandeln, da es verboten war. Wenn er also jemand kennen lernte, musste es wer von außerhalb sein. Und solche Leute hatte er so gut wie nie getroffen.. da er sich nie so weit von seinen Leuten entfernt hatte. Mehr als ein paar flüchtige Bekanntschaften waren also wirklich nicht dabei gewesen. Mal heimlich knutschen in einem Gebüsch okay.. aber mehr? dafür hatte Virgil gar nicht die Gelegenheit gehabt.

Viel lieber lauschte Virgil nun Leifs Geschichte, darüber, wie er nach Balar gekommen war. Er betrachtete die Kette um seinen Hals mit einem milden Lächeln, sie musste ihm wirklich viel bedeuten, wenn sie von seinem Vater stammte.
„Also denkst du war es dein Vater… oder Odin persönlich, der dich dort hingeführt hat?“
Virgil maß es sich nicht an diese Reise dem Zufall zuzuschreiben, das stand ihm einfach nicht zu. Und wenn er ehrlich war, war er sogar ziemlich fasziniert von dieser Geschichte. Ob er es wollte oder nicht… Leifs Götter interessierten ihn. Auch wenn er allein für diesen Gedanken schon wieder beichten gehen sollte! Aber fliegende Raben und Spuren von Wölfen? das klang alles viel greifbarer als die Zeichen, die sein Gott ihm senden würde. Wenn er es denn überhaupt mal täte und ihn nicht längst aufgegeben hatte.
Es kam von Virgil also keine seltsame Reaktion, er hing stattdessen einfach nur interessiert an Leifs Lippen.

Allerdings redeten sie nun auch noch über ein anderes Thema, nämlich das des kleinen Stalker-Christen. Wenigstens gelang es ihnen beiden deswegen zu scherzen, weshalb Virgil noch schmunzelnd hinzu fügte
„naja, du bist ziemlich umtriebig. Also in dem einen oder anderen“
Virgil ahnte ja nichts von Leifs misstrauischen Gedanken. Womöglich hätte es ihn verletzt, er es sich aber auch nicht anmerken lassen. Andererseits konnte er es verstehen, immerhin hatte er ihm gerade eröffnet, dass er ihn seit Tagen beobachtet hatte.
„Nimm mir das bitte nicht übel.. aber ich kenne deinen Anführer nicht. Deshalb wäre ich dir dankbar dafür.. wenn du nicht extra erwähnen würdest, dass ich euch beobachtet habe. Denn in Anbetracht eurer zuletzt gemachten Erfahrungen… möchte ich nicht, dass jemand von eurer Kolonie mit Aggression auf meine Gemeinschaft reagiert“
Damit meinte er nicht Leif, er wusste.. vor ihm hatte er nichts zu befürchten. Aber wenn andere Barbaren aus seiner Kolonie davon erfahren würden? Vielleicht bekämen sie irgendwann Lust darauf ein paar Christen abzuschlachten. Es reichte nur eine einzelne Person.. um ein Lauffeuer in Gang zu setzen, dem auch Leif nicht mehr Herr werden könnte.
„Wer weiß.. vielleicht war auch das wieder ein Zeichen? Diesmal eines.. deiner Elfen?“
Er sagte das nicht um ihn aufzuziehen. Er glaubte inzwischen wirklich daran, dass das was Leif ihm erzählte vielleicht wahr sein könnte! Sein Glaube hatte eben eine wahnsinnige Faszination auf ihn, weil er einerseits so mythisch aber auch so greifbar schien.

Und kaum waren die ersten Themen wieder abgehakt.. kam das Herzflattern zurück, als Leif ihn so lange festhielt, nachdem er ihn aufgefangen hatte. Erneut folgte ein Blick in seine wunderschönen Augen und das Poltern seines Herzens kehrte ebenfalls zurück.
Aber der Überlebenskampf der Fische.. war vielleicht wirklich ein kleiner Downer. Weshalb er sich lieber wieder dem Fang zuwandte.
Er versuchte Leifs Auswahlsystem zu folgen, sah allerdings nicht sooo große Unterschiede bei den Fischen.
„also.. ich finde er sah schon aus wie ein Fisch..“
sagte er deshalb etwas bedröppelt wegen dem steinig aussehenden. Den hätte er sowas von gegessen!
Uh.. kam jetzt seine Seemannsprüfung? Virgil konzentrierte sich und zog die Augenbrauen etwas zusammen, wodurch kleine Grübchen dazwischen entstanden.
Er hob einen Fisch nach dem anderen hoch.. aber so richtig verdächtig kam ihm eigentlich nichts vor. Wobei der eine hier..
„sieht vielleicht etwas zu kugelig aus?“
na zumindest einen erkannte er, doch den Rest des Fanges segnete er ab. Da er einfach keine Ahnung davon hatte und sie alle so gleich und doch so unterschiedlich aussahen. Das war nicht so leicht wie Leif vielleicht dachte!
„wenn ich ehrlich sein soll würde ich gerade jeden von ihnen verdrücken, so großen Hunger habe ich. Normalerweise verlasse ich meine Gemeinschaft nie vor einem ausgiebigen Frühstück nach dem Morgengebet“

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#45

RE: Meer

14.04.2022 23:21
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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»Bei mir kannst du der Mann sein, der du sein möchtest«, meinte Leif überraschend ernst und legte dem Waliser die Hand auf die Schulter. Denn es stimmte, er akzeptierte ihn bereits, so wie er war, auch wenn er sicher noch vieles nicht über ihn wusste. Doch er war bereit, seine Vorurteile zu hinterfragen, so wie es Virgil auch im Bezug auf ihn, einen ›Wilden‹, tat. Trotzdem machte sich ein kleiner schmerzender Dorn in seinem Herzen bemerkbar. Denn es klang so ... temporär. Dass Virgil er selbst sein konnte, wenn sie zusammen waren, aber danach nicht mehr. Und wenn sie ehrlich waren, würden sie wohl mehr Zeit getrennt voneinander verbringen, da alles andere schwierig und auffällig sein würde. Vor allem für Virgil. Was, wenn er dann irgendwann erkannte, dass er nicht mehr sündigen wollte? Leif würde wohl eine ganze Weile Angst haben, eines Tages an ihrem Treffpunkt anzukommen und Virgil nicht vorzufinden. Nie mehr. Aber auch da preschte er in seinen Gedanken wieder zu weit vor. Von einer Beziehung war ja noch gar nicht die Rede. Und würde es ja vielleicht auch gar nicht sein.
Aber ... falls sie sich doch der Versuchung nicht erwehren konnten und zusammen im Bett, im weichen Sand oder wo auch immer landen würden. Spätestens dann würde sie das mit der Jungfräulichkeit einholen. Was ziemlich seltsam sein könnte, da sie von einer gewissen Erfahrung ausgingen. Das war jedoch wie so vieles noch Zukunftsmusik.
Leif nickte. »Für dich muss das noch schwieriger sein. In Balar gibt es Männer, von denen ich weiß, dass sie ... auf das gleiche Geschlecht stehen. Aber nur, weil man die Sexualität teilt, ist man nicht gleich füreinander bestimmt.« Das war bei den Heteros ja auch nicht so. xD »Es braucht viel mehr, um sich zu verlieben.« Zumindest bei Leif war es so. Er hatte eigentlich nicht mal besonders hohe Ansprüche, war aber trotzdem auf eine gewisse Weise unnahbar, weil er auch seine Auszeiten allein brauchte. Es war schwer, jemanden zu finden, den man ... so gut wie immer an seiner Seite haben wollte. Das war wohl eher Leifs Problem. Mit Virgil jedoch ... konnte er sich vorstellen, wirklich alles zu teilen. Es gab nur wenige Menschen, die in der Lage waren, einem ein gutes Gefühl und Energie zu geben. Virgil gehörte dazu, ob es Leif nun passte oder nicht.

Deswegen erzählte er ihm auch so freimütig seine Geschichte, wie er nach Balar gekommen war. »Vielleicht waren es ja auch beide zusammen, als sie in Valhalla gemeinsam einen Humpen getrunken und sich über meine Tölpeleien lustig gemacht haben.« Leif grinste, ein wenig traurig vielleicht, aber es machte sich trotzdem ein warmes Gefühl in seiner Brust breit. »Odin hat mir seine tierischen Begleiter geschickt, damit ich ein neues und besseres Zuhause finde. Menschen, die mir etwas bedeuten. Und ich weiß, mein Vater hätte sich nicht gewünscht, dass ich alleine bleibe.«
Es war schön, wie gebannt Virgil ihm zuhörte und interessiert nachfragte. Leif fühlte sich wirklich ernstgenommen von ihm, außerdem erzählte er auch einfach gern Geschichten.

Umtriebig? Leif hob eine Augenbraue, denn das klang ein wenig versaut. Aber so gemeint war es wohl nicht, dahingehend dürfte Virgil ihn nun eher nicht beobachtet haben. Er wusste schon, was er meinte und nickte. »Auch wenn ich es liebe, in Balar zu leben, brauche ich meine Auszeiten. In der Natur, auf dem Wasser ... allein. So finde ich zu den Göttern und auch ... zurück zu mir.« Manchmal hatte er einfach das Gefühl, in eine Dunkelheit zu kippen, die er sich nicht erklären konnte. Dann half es ihm, auf diese Weise Kraft zu tanken.
»Hm ... ich will gar nicht wissen, wobei du mich alles beobachtet hast«, meinte er dann und wurde womöglich ein wenig rot. Denn er ging auch schon mal baden und ... so. Jetzt wurde ihm so langsam erst bewusst, was es hieß, einen Stalker zu haben, der einem auf Schritt und Tritt folgte. Schon ein bisschen gruselig, irgendwie. Besser, er dachte einfach nicht länger darüber nach. Virgil hatte es ihm gestanden, jetzt musste er ihn nicht mehr stalken, sondern sie trafen sich offiziell. Das war viel schöner!
Er hob beruhigend die Hände. »So meinte ich das nicht. Ich will Ivar nicht sagen, dass du mit mir die Fallen aufstellst. Sondern nur fragen, ob ich welche auslegen darf. Ich werde nichts über dich und deine Kolonie verraten, versprochen!« Leif wusste nur zu gut, wie es sich anfühlte, womöglich als Gefahr gesehen zu werden, von daher nahm er Virgil seine Vorsicht ebenso wenig übel.
»Möglich, dass die Elfen dich heimlich zu mir geführt haben. Du bist bestimmt öfter in ihr Territorium eingedrungen. Sie wollten sicherlich, dass ich dir mal erkläre, dass du mehr Respekt aufbringen sollst.« Leif grinste breit, denn er meinte das nicht wirklich ernst. Zumindest den letzten Teil. »Wer auch immer dich zu mir geführt hat, ich bin dankbar dafür.«

So wirklich romantisch war das Fischen eigentlich nicht. Das Rausfahren und vom Meer umringt zu sein, schon. Aber den Flossentieren beim Sterben zuzusehen und in der glitschigen Masse herumzuwühlen, könnte abschreckend wirken. Mal abgesehen von dem Geruch. Für Leif war es jedoch sein täglich Brot. Und Virgil ... na ja, der saß vielleicht nur noch hier, weil er gerade nicht woanders hinkonnte.
Allerdings zeigte er auch keine Berührungsängste und hob die Fische nacheinander hoch, um sie zu begutachten.
Leif nickte. »Zu kugelig, genau.« Dann nahm er selbst noch einen raus, der einen komischen Mund hatte. Keinen besonders fischigen eben.
»Vielleicht brauchst du fürs Erste ein Handbuch zum Abgleich.« Er kannte da flüchtig jemanden, der konnte ziemlich gut zeichnen. xD
»Du hattest noch kein Frühstück? Na, dann rudern wir jetzt aber schnell zurück, ich kann dich doch nicht verhungern lassen!« Und das Fischen lernte man auch nicht an einem Tag ... sie würden ohnehin noch öfter zusammen rausfahren müssen. Die paar Fische, die sie gefangen hatten, warf Leif in eines seiner Fässer, damit sie nicht im Weg rumlagen, und dann setzte er sich schon ans Ruder. Nachdem sie sich so ausgiebig geküsst hatten, war diese Tätigkeit viel inniger als zuvor. Und da war das eigentlich schon kaum zu toppen gewesen. Doch sie erreichten das Ufer, ohne übereinander herzufallen. Leif hatte schon ein ziemlich schlechtes Gewissen, weil er einen hungrigen und frierenden Virgil neben sich sitzen hatte. Weswegen er jetzt doch selbst ins Wasser sprang und das Boot festzurrte, damit der Waliser im Trockenen aussteigen konnte. »Jetzt kommt dein Part, Meisterkoch! Soll ich dir bei irgendwas helfen?« Beim Fischausnehmen oder Feuerholzsammeln ... Leif war bereit, seinen Teil beizutragen.

@Virgil Chadburn

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#46

RE: Meer

15.04.2022 00:00
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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„der der ich sein möchte oder… auch der der ich wirklich bin?“
Fragte Virgil nun mit einem schwachen Lächeln nach. Denn auch da gab es einen Unterschied. Virgil wollte schließlich ziemlich abgebrüht, erfahren und mutig wirken. Während ihn innerlich so manche Zweifel und Ängste plagten. Aber würde Leif diesen Mann auch mögen? Also es war ja nicht so, als würde er sich total verstellen. Sein Charakter war schon so aufgeschlossen und offenherzig. Aber man präsentierte einer neuen Bekanntschaft anfangs wohl immer nur die besonders guten Seiten und hielt die anderen ein wenig unter Verschluss. Das tat Leif mit Sicherheit genauso.
Virgil legte seine Hand auf die des Isländers und nickte dankbar. Denn seine Worte bedeuteten ihm viel.
„Was muss man eigentlich tun um… zu deinem Glauben zu konvertieren und von deinen Göttern akzeptiert zu werden?“
Er stellte diese Frage jetzt nur rein hypothetisch okay!? und nicht weil er darüber nachdachte. Das war einfach nur eine spannende Frage und er wollte es… einfach wissen. Für den Fall der Fälle. Irgendwann. Möglicherweise. Oder er fragte für einen Freund.
„Wohl wahr.. die wenigen Menschen, denen es gelingt in Zeiten wie diesen jemanden zu finden, der sie bedingungslos liebt… sind wirklich von Glück gesegnet“
Virgil sah Leif nun ein bisschen nachdenklich an. Denn.. könnte er vielleicht wirklich so eine Person für ihn werden oder umgekehrt er für ihn sein? Er fühlte zumindest eine derart starke Verbindung zu ihm, wie noch zu niemand anderem je zuvor. Und das sollte etwas bedeuten, richtig?

Nun musste Virgil aber leise lachen wegen der Vorstellung die Leif hatten.
„Was denkst du würden sie sagen.. wenn sie uns beide nun so zusammen sehen..?“
Und wenn sie gerade wieder einen Humpen Met tranken oder so und das Treffen gespannt beobachteten. xD fühlte sich irgendwie besser an zu wissen, dass Leifs Götter und seine Familie es taten als….. bei Virgil . Da war der Gedanke mit weniger Heiterkeit verbunden.
„Klingt als wäre dein Vater ein weiser und kluger Mann gewesen“
Der sich nur das Beste für seinen Sohn gewünscht hatte. Inzwischen war wohl auch ganz klar.. dass Leifs Eltern tot waren. Genau wie jene von Virgil. Dennoch war es schön nun über sie zu reden, auch das war eine Art sie zu ehren und in Erinnerung zu behalten.

„Das war eines der Dinge, die ich sofort faszinierend an dir fand. Immer wenn du alleine warst hast du diese.. unglaubliche Ruhe und diesen Frieden ausgestrahlt. Und es muss sich wirklich seltsam für dich anfühlen nun zu erfahren, dass du dabei gar nicht alleine warst. Bitte halte mich nun nicht für verrückt oder gar gemeingefährlich… du warst wirklich der erste, bei dem ich das getan habe! und auch hier nicht mit Berechnung..“
Er merkte ja selbst wie das alles klang. und es war ihm nun extrem unangenehm. Denn es war bestimmt total unheimlich für Leif sich nun vorzustellen wie Virgil in den Gebüschen gehockt und ihn beobachtet hatte. Vor allem weil Leif durchaus das ein oder andere mal… ziemlich nackt gewesen war. Das stritt er gar nicht erst ab.

„Ich danke dir.. und verspreche dir hoch und heilig..und das ist ein Satz der bei mir wirklich etwas bedeutet, dass ich niemals zulassen werde, dass ein Konflikt zwischen unseren Gemeinschaften entsteht“
Womit er nur noch einmal deutlich machte, dass sie keine Gefahr füreinander sein mussten.

Ohh.. Virgil wirkte ein bisschen enttäuscht weil er den zweiten Fisch offenbar nicht enttarnt hatte. Und meinte
„Ein ganz schön diskriminierendes Handwerk dieses Fischen. Werden die Fische einfach wegen ihrer nicht perfekten Optik aussortiert“
Scherzte er ganz trocken als würde es ihn wirklich betroffen machen.
„schon gut, ab sofort werfe ich einfach alle hässlichen Fische wieder ins Meer, dann sollte ich auf der sicheren Seite sein“
eigentlich wirklich eine traurige Regel xD Aber wie es schien ziemlich nützlich.
Aber jetzt ruderten sie erst mal wieder zurück an Land. und siehe da, Leif rollte nun doch noch den roten Teppich für ihn aus und Virgil konnte trocken von Bord gehen. Allerdings kämpfte sich nun doch langsam die Sonne hervor und es wurde bereits viel wärmer. Zumal nun auch nicht mehr der Wind der rauen See sie durchrüttelte. Weshalb die Temperaturen eigentlich schon recht angenehm waren und Virgil Leif seinen Mantel wieder zurück geben konnte.
Allerdings.. wurde ihm fast ein bisschen übel, wenn er an seinen Händen roch xD und er konnte sich einfach nicht vorstellen so nun zu kochen. Weswegen er meinte
„Tut mir Leid aber ich stinke derart bestialisch.. so kann ich dir unmöglich ein köstliches Menü zaubern“
Okay, er musste den Fisch nachher auch wieder anfassen, aber da würde er wohl Handschuhe tragen und dann war nicht mehr überall dieser Glibber.
Er war keine Diva! Aber der Fischgeruch war wirklich noch gewöhnungsbedürftig für ihn. Weshalb er seinen eigenen Umhang nun ebenfalls zu Boden sinken ließ und.. auch sein Hemd aus der Hose zerrte.. dabei warf er einen kurzen Seitenblick zu Leif und meinte.
„Du könntest einstweilen Feuerholz sammeln, während ich mich etwas frisch mache. Außerdem…. wäre es wohl nur fair, wenn diesmal du mich beobachten könntest~“
Sagte er nun mit so einem.. gewissen Unterton. Er forderte ihn ja nicht direkt dazu auf ihm beim Baden zuzusehen.. indirekt tat er es aber durchaus. Was erneut eine subtile Art war mit ihm zu flirten. Denn er bot ihm nicht an gemeinsam mit ihm zu baden.. sagte ihm aber auch nicht, dass er wegsehen sollte.
Was auch immer Leif nun mit dieser Aufforderung anstellte, es war seine Sache. Virgil wollte nun einfach nur raus aus den fischigen Klamotten. Weshalb er Leif den Rücken zu drehte und.. sein Oberteil auszog. Die Sonne schien gerade ziemlich wärmend auf ihn hinab. Weshalb er endlich nicht mehr fröstelte. Auch nicht.. als er nun langsam die Hose über die Hüften schob.
Er würde erst sich waschen.. und dann seine Kleidung. Damit dieses Date nicht übertüncht war von stinkigem Fischgeruch…

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#47

RE: Meer

15.04.2022 00:56
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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»Am liebsten wäre mir natürlich der echte Virgil«, gab Leif zurück und lächelte ebenfalls. Aber er wusste, wie schwierig es war, alle Fassaden fallen zu lassen. Er konnte es selbst auch nicht. Trotzdem war es vielleicht ermutigend, wenn Virgil wusste, dass Leif auch bereit war, seine Schattenseiten kennenzulernen sowie seine Ängste. Ein bisschen was davon hatten sie ja bereits geteilt, auch wenn es sicherlich noch weit mehr gab.
Mit der folgenden Frage hatte Leif jedoch so überhaupt nicht gerechnet und musste kurz darüber nachdenken. »Also ... es gibt keine offizielle Taufe für unseren Glauben, wie bei euch. Man ... wächst damit einfach auf oder ... entscheidet sich dazu, die nordischen Götter anzubeten? Bei Bedarf mit einem rauschenden Fest. Im Festefeiern sind die Wikinger ziemlich gut. Muss am Einfluss der Götter liegen.« Er zwinkerte.
Was das Finden der einen großen Liebe anging, waren sie sich wohl einig. Das war schon immer utopisch gewesen, aber dank der Apokalypse waren die Möglichkeiten ja wirklich begrenzt. Und doch konnte es vorkommen. Auch Leif fragte sich inzwischen, ob das hier mehr als nur eine Freundschaft Plus werden könnte. Seine Zweifel diesbezüglich schwanden schneller, als ihm lieb war.

Gute Frage. Wie würde es sein Vater wohl finden, dass er mit einem Christen anbändelte? Von Odin mal ganz zu schweigen, immerhin hatte dieser Jesus dafür gesorgt, dass ihm Millionen Menschen abgeschworen hatten. Doch Leif glaubte nicht, dass dies ein Problem darstellte. »Wahrscheinlich schließen sie irgendwelche Wetten ab. Wie lang du brauchen wirst, um Fischen zu lernen, zum Beispiel.« Er rempelte Virgil ein bisschen mit dem Ellbogen an, grinste dabei auch leicht. »Es wird jedenfalls nichts Fieses sein, davon bin ich überzeugt.«
Wegen seines Vaters nickte er. »Er hat mir sehr viel beigebracht. Wenn du dir jetzt allerdings einen sanftmütigen, vernünftigen Mann vorstellst, muss ich dich enttäuschen. Er war ... ziemlich laut und ... hm ... extrovertiert eben. Das komplette Gegenteil von mir. Ich z. B. summe Lieder, er hat sie regelrecht geschmettert.« Leifs Lächeln wurde erneut ein wenig traurig, aber es war auch schön, sich so an ihn zurückzuerinnern. Und natürlich wollte er auch wissen, wie Virgils Eltern gewesen waren, doch es nicht riskieren, den Schmerz heraufzubeschwören.
»Ich gebe zu, mir ist es inzwischen doch ein wenig unheimlich, zu wissen, dass du mich in allen Möglichen Lebenslagen beobachtet hast. Aber ich glaub dir und will ... das nun einfach abhaken. Du musst dich jetzt nicht mehr verstecken, okay? Ich weiß nur nicht, ob ich dann weiterhin ... Ruhe und Frieden ausstrahle.« Leif schmunzelte. Der Waliser sorgte eher für andere Gefühle bei ihm.
Leif wünschte sich ja auch, dass ihre Kolonien keine Feinde wurden. Weswegen er die Hand auf sein Herz legte und sagte: »Das verspreche ich dir umgekehrt ebenso. Und ich hoffe, du weißt, wie bedeutend dein Versprechen für mich ist!«

Wegen der Fische musste Leif lachen. »Eigentlich ist es ihr Glück, deswegen aussortiert zu werden.« Im Grunde fand er persönlich keinen Fisch besonders hübsch. Aber manche waren schon hässlicher als andere, das stimmte. Auch eine gute Faustregel, und wenn Virgil damit arbeiten konnte, sollte es Leif nur recht sein.
An Land schien es so, als würde der Waliser sofort auftauen, warf er doch sogleich seinen Mantel fort. Als er auch noch davon faselte, bestialisch zu stinken, hielt Leif mitten in seiner Bewegung inne. Wegen der Fische, oder? Das meinte er doch! Und Virgil hatte jetzt nur wenige Zeit in ihrer Nähe verbracht, während Leif praktisch ständig ...
Wie in Trance hob er den Arm und roch an sich. Er bemerkte nichts, aber was, wenn er an den Gestank einfach nur gewohnt war? Während Virgil womöglich ständig dachte, er würde neben einem Fischhort sitzen? Wie hatte er ihn überhaupt küssen können, ohne zu würgen???
Immer noch bewegte er sich nicht weiter, sondern sah Virgil nur dabei zu, wie dieser sich entkleidete. Als würde er der indirekten Aufforderung, ihn beim Baden zu beobachten, nachgeben. Und das tat er auch, wenn auch nicht nur mit anzüglichen Gedanken. Wobei sein Blick schon sehnsüchtig wurde, mit jedem Zentimeter Haut, der ihm da präsentiert wurde. Trotzdem wandte er sich ab und begann nun selbst damit, seine Kleidung abzustreifen. Schämte sich nicht einmal dafür, denn ganz ehrlich ... Virgil hatte ihn offenbar schon nackt gesehen.
Der Waliser hatte ihm immer noch den Rücken zugedreht, sodass Leif einfach an ihm vorbeirannte und in die Wellen sprang. Bestimmt war für einen Moment sein blanker Hintern zu sehen, bevor er abtauchte. xD Mit einem Grinsen im Gesicht kam er wieder an die Oberfläche und blickte sich nach Virgil um. »Wenn du schon glaubst, zu stinken, will ich gar nicht wissen, was ich für einen Geruch absondere. Also baden wir besser beide!«

@Virgil Chadburn

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#48

RE: Meer

15.04.2022 01:31
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Auf Virgils Lippen trat ein sanftmütiges Lächeln. Es war schön zu hören, dass Leif ihn so haben wollte wie er wirklich war. Da keimte doch schon wieder das Bedürfnis auf ihn zu küssen. Stattdessen sagte er aber nur schmunzelnd
„aber sag später nicht, ich hätte dich nicht gewarnt. Denn dein Umtauschrecht hast du damit nämlich verwirkt“
Nun hatte er Virgil so an der Backe wie er wirklich war. Okay das würde noch etwas dauern aber er war guter Dinge, dass sie sich einander wirklich vollständig öffnen konnten. Zumindest Virgil fühlte sich so wohl in Leifs Nähe, dass er sich das vorstellen konnte.

Also so ein bisschen enttäuschend war das ja schon, dass es kein offizielles Ritual gab, um dem nordischen Glauben beizutreten.
„und ich dachte man müsse ein noch pochendes Ziegenherz essen oder dergleichen..“
Aber das war schon mal gut, eine Hürde weniger… für seinen Freund, der mit dem Gedanken spielte etwas derart Absurdes in Betracht zu ziehen.
Denn ein Fest zu feiern klang jetzt nicht wie der schlechteste Ritus.

„ohh ich wette die Quoten stehen ganz schön schlecht für mich“
Nachdem er fast einen der hässlichen Fische gegessen hätte oder sogar schon aus dem Boot gefallen war. Ja.. womöglich amüsierten sie sich da oben köstlich über den Christen, der versuchte eine Seemann zu werden.
Oder aber sie wetteten darauf.. wie lange es dauerte, dass den beiden dieses ‚Spielchen‘ um die Ohren flog…. was Virgil wirklich nicht hoffte.
„Er war also die Art Wikinger, auf die alle Gerüchte zugetroffen hätten, die man sich erzählt hm?“
Spannend, dass Leif das genaue Gegenteil von ihm geworden war. Vielleicht hatte er es von seiner Mutter?
„Meine Eltern waren immer nur folgsam, brav und gottesfürchtig.. ich bin mir ziemlich sicher sie haben unseren Herren mehr geliebt als mich“
okay das klang nun irgendwie bitterer und trauriger als es klingen sollte. Aber es war eben eine Tatsache. Sie hatten Virgil trotzdem geliebt, das wusste er. Aber der Glaube… war eben stets an erster Stelle gekommen, noch vor allen anderen Bedürfnissen. Aber das war okay. Sie .. wussten es eben nicht besser.
Das Thema Stalking ließen sie nun lieber ruhen, sonst würde Leif sich schlussendlich doch noch unwohl in seiner Nähe fühlen und das wollte er wirklich unter keinen Umständen.
„Ruhe und Frieden habe ich in meiner Gemeinschaft genug.. mit dir.. will ich etwas ganz anderes“
Aufregung, intensive Gespräche und Blicke.. einfach das volle Programm, auf das er sonst niemals eine Chance hatte.

Und er fing gleich hier und heute damit an. Nämlich indem er sich bewusst vor Leif entkleidete. Das war überhaupt nicht üblich für ihn.. denn die Christen sollten sich auch stets bedecken, Nacktheit war nichts, das etwas in der Öffentlichkeit zu tun hatte. Dennoch empfand er es nun als fair. Denn dann hatte er Leif nichts mehr voraus.. und das Thema mit dem Beobachten wäre wirklich endlich abgeschlossen.
Das Leif nun allerdings Komplexe wegen seines Geruchs bekam hatte er nicht beabsichtigt xD bei ihm.. störte ihn der Geruch nicht. Er roch einfach so xD. Aber an sich selbst mochte er es ganz und gar nicht. Aber vielleicht war das ja auch nur ein kleiner Vorwand um.. Leif nun ein wenig um den Finger zu wickeln? Denn im Grunde hätte es gereicht, wenn Virgil sich die Hände gewaschen hätte. Er müsste sich nicht nackt ausziehen…. wollte es aber gerne.
Denn er genoss es Leifs Blicke auf sich zu spüren, während er sich entkleidete. Selbst wenn er sie nicht sah.. er konnte sie spüren.
Womit er jedoch nicht rechnete war, dass Leif sich ebenfalls auszog und… einfach vor ihm ins Wasser sprang! Verdutzt blinzelnd sah er ihm nach. Also.. so war das nicht geplant gewesen. Aber wenn er ihn schon dazu aufforderte, na schön, dann badeten sie eben gemeinsam!
War doch nichts dabei oder…?
Oh sie hätten es besser wissen sollen.
Aber erst mal warf nun auch Virgil das letzte bisschen Stoff von seinem Körper und warf sich dann ebenfalls lachend in die Fluten zu Leif. Beantwortete ihm seine Frage allerdings nur mit einem grinsenden
„du riechst nach purer, barbarischer Männlichkeit“
schon seltsam, dass er es bei ihm tatsächlich anregend fand bei sich selbst aber so furchtbar.
Virgil wusch sich ein wenig in den Fluten.. ehe er näher an Leif heran schwamm und sich hinter ihn stellte. Immerhin gab es doch Orte an die er selbst nicht so gut gelangte hm? Und Christen waren ja für ihre Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe bekannt. Weshalb er mit den Händen eine Schüssel formte, um Wasser darin aufzunehmen.. ehe er sie Leif über den Rücken leerte. Und anschließend damit begann mit seinen feuchten Fingern über seine Schultern zu streichen. Hinab über seine Schulterblätter, bis hin zu seiner Wirbelsäule und wieder zurück. Anfangs wirkten seine Berührungen tatsächlich nur danach als würde er ihn waschen. Nach und nach wurden sie allerdings immer… zärtlicher und langsamer. Und Virgil kam auch noch ein Stückchen näher, sodass er seinen heißen Atem ganz nahe an seinem Nacken fühlen konnte.
„Gut so..?“
hauchte er gegen die feuchte Haut und.. konnte einfach nicht anders, als einen sanften Kuss auf seinem Nacken zu platzieren. Kurz wartend folgte der nächste auf seiner Schulterbeuge. Und Virgil musste sich auf die Lippe beißen, denn.. er hatte gar nicht vor gehabt nun so eine.. prickelnd erotische Situation herbei zu führen. aber.. es war einfach so passiert! und nun.. da konnte er auch nicht wieder aufhören. Weshalb der nächste Kuss zwischen seinen Schulterblättern landete..

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#49

RE: Meer

15.04.2022 02:08
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Leif zuckte lächelnd mit den Schultern. Vielleicht wollte er Virgil ja auch niemals umtauschen, wer wusste schon, was die Zukunft brachte? Im Moment wollte er ihn jedenfalls kennenlernen und das, obwohl er sich bis zum heutigen Morgen noch gar nicht sicher gewesen war, ob das eine gute Idee war. Doch je mehr Zeit sie miteinander verbrachten, desto weniger wollte Leif auf den Waliser verzichten.
»Wenn jemand ein pochendes Ziegenherz essen möchte, kann er das sicher auch tun.« Ihn interessierte es ja schon, weshalb Virgil nach einem Beitrittsritual fragte, würde aber nicht nachhaken. Er wollte ihn da nicht in Verlegenheit bringen.
»Seemann wird man nicht über Nacht. Immerhin wird dir nicht schlecht, sodass du ständig über der Reling hängst. Glaub mir, das ist eine sehr wichtige Voraussetzung. Und den Rest bekommen wir auch noch hin. Gemeinsam.« Leif setzte einen ermutigenden Blick auf und schmunzelte.
Wegen seinem Vater nickte er. »Absolut. Typisches Klischee, ich weiß. Aber sein Boot hat er trotzdem ähnlich sanft behandelt wie ich meines.«
Nun erzählte Virgil auch etwas über seine Eltern, was Leif automatisch aufhorchen ließ. Allerdings ähnelte das Gesagte eher einer traurigen Erkenntnis, weswegen er automatisch nach der Hand des Christen langte und sie hielt. »Was ist deine schönste Erinnerung an sie?« Vielleicht übertünchte der Gedanke daran ja ein wenig die Bitterkeit.
Virgil suchte also weder Frieden noch Ruhe bei ihm? »Und was willst du von mir? Oder mit mir?« Ob sein Gegenüber es in Worte fassen konnte? Denn Leif war sich noch nicht im Klaren, wohin diese Reise hier gehen sollte.

Normalerweise wäre Leif brav Holz sammeln gegangen, nachdem er Virgil ausgiebigst gemustert und beobachtet hätte. Aber der Kommentar über den Fischgestank brachte sein Selbstbewusstsein gehörig ins Wanken. Man hatte ihm noch nie vorgehalten, zu stinken, er badete ja auch immer wenn er zurückkehrte, und wusch seine Wäsche. Also war es hoffentlich nicht ganz so schlimm. Doch natürlich wollte er bei Virgil kein Risiko eingehen. Er wollte für ihn ... gut riechen. Nicht mit etwas Unangenehmen verbunden sein. Weswegen er nicht mehr lange fackelte und ebenfalls nackt ins Wasser sprang. Weiter dachte er dabei nicht. Er wollte einfach nur nicht mehr müffeln.
Aber als er auftauchte und zu Virgil blickte ... da wurde auch ihm so langsam klar, was das bedeutete. Sie waren beide splitterfasernackt. Und nass. Und es war nur noch eine Frage der Zeit, bis sie sich näherkommen würden. Immerhin war mit dem innigen Kuss auf dem Boot schon eine bedeutende Hürde gefallen.
»Das hast du nett gesagt.« Leif versuchte, die Nervosität zu überspielen. Pure, barbarische Männlichkeit, klar. xD Na, er würde trotzdem versuchen, möglichst viel von diesem Geruch loszuwerden. Weswegen auch er sich wusch und gar überlegte, die Zöpfe zu entknoten. Aber seine Frisur war jetzt wohl sowieso dahin.
Bei seinem Tun hatte er doch für einen Moment mal Virgil aus den Augen gelassen. War klar, dass dieser das direkt ausnutzte. xD Und Leif plötzlich seine Präsenz im Rücken spürte. Schon das allein trieb ihm eine Gänsehaut über den gesamten Körper und er ... verharrte einfach. Auch, als er das Wasser spürte, das Virgil ihm über den Rücken goss. Er berührte ihn nicht und durch das Wasser irgendwie doch. Auf jeden Fall machte es Leif halb wahnsinnig und er wünschte sich, dass er sich irgendwo festhalten könnte. Doch um ihn herum war nichts außer Meer und ... der Waliser. Der ihn jetzt auch noch streichelte und diese Berührungen immer intensiver wurden. Leif schloss die Augen und ließ das alles zu. Schon längst wirkte es sich auf seine Körpermitte aus und er war froh, dass dieser Bereich unter Wasser war ... und Virgil ihn aussparte.
Als dann auch noch Küsse auf seiner erhitzten Haut folgten, war es aber wirklich vorbei mit der Contenance. Leif sparte sich eine wörtliche Entgegnung, sondern ... drehte sich um, damit er Virgil die Arme um den Nacken legen und ihn zu einem Kuss an sich ziehen konnte. Der war allerdings nicht zärtlich oder vorsichtig, sondern bereits sehr leidenschaftlich. Noch nie hatte ihn ein Mann auf diese Weise berührt oder an diesen Stellen und schon gar nicht auf nackter Haut. Weswegen er mit diesen Gefühlen kaum umgehen konnte und ihnen völlig ausgeliefert war. Aber irgendwie gefiel ihm das. Sonst würde er nicht so darauf anspringen und sich Virgil entgegendrängen. Wobei sich ihre Körper nun vollkommen nackt an jeder Stelle berührten. Was Leif dann auch noch kurz aufkeuchen ließ.

@Virgil Chadburn

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#50

RE: Meer

15.04.2022 20:54
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Virgil war sich auch jetzt noch nicht sicher, dass als das hier eine gute Idee war. Beziehungsweise wusste er eigentlich, dass es keine war. Wenn er sich streng nach seinem Glauben richtete. Doch sein Herz sagte ihm etwas ganz anderes. Denn er konnte sich nicht daran erinnern, wann er sich zuletzt so gut gefühlt hatte. Und das war einfach ein schönes Gefühl.
Er brachte ihn zum Lachen, wie bei der Sache mit dem Ziegenherz. Er brachte sein Herz zum Flattern und die Zeit verging wie im Flug, wenn er bei ihm war. Besser konnte es doch gar nicht laufen, oder? Und nichts daran fühlte sich auch nur ansatzweise falsch an..
„Oh ich denke wenn man erst mal knietief in Beißermatsch gesteckt hat, wird der Magen ziemlich robust“
Da war der Wellengang auf hoher See nichts dagegen. Also vielleicht konnte er ja doch noch ein richtiger Seemann werden. Wobei sie sich ja noch nicht in einem wilden Sturm oder so befunden hatten wo das Boot wirklich richtig stark gewackelt hatte.
Das Leif jedoch meinte sie bekämen das gemeinsam hin… ließ ihn verträumt lächeln. Denn das war ein wirklich schöner Gedanke. weshalb er seine Hand nun kurz auf die von Leif legte und nickte
„Gemeinsam“
Wiederholte er auch noch mal, um dem Wort noch mehr an Bedeutung zu verleihen. Denn das war es für Virgil.. wirklich bedeutsam.
„Was ist das für eine Sache mit euren Booten..? Muss ich etwa eifersüchtig sein?“
Sagte er schmunzelnd, da Leif ja wirklich liebevoll von diesem Stück Holz sprach, so als hätte es eine Seele. Wenn selbst sein rauer Dad sein Boot wie einen Schatz behandelt hatte, musste das wohl so ein Wikingerding sein.
Die Anekdote die er erzählte war wiederum nicht so schön.. weswegen er auf seine Hand blickte, die Leif schon wieder hielt, um ihn zu trösten. Erneut
„Ich sollte wirklich damit aufhören die Stimmung ständig zu vermiesen hm?“
aber irgendwie passierte das automatisch wenn er über sein Leben erzählte. Da viele Dinge davon nun mal.. nicht der größte Partykracher waren. Anders als bei den Wikingern, die ständig gute Feste feierten.
„Meine schönste Erinnerung? hm.. ich glaube das war, als wir unsere erste Kapelle gemeinsam errichtet haben. Ich konnte sehen wie stolz meine Eltern auf mich waren.. weil ich so fleißig mitgeholfen habe, obwohl ich noch ein halbes Hemd war. Und danach.. haben wir ein Lagerfeuer entzündet, gemeinsam gesungen und Stockbrot gegrillt. Die Stimmung an diesem Abend war so heiter und fröhlich.. ich werde die Erinnerung daran stets in meinem Herzen tragen“
Trotzdem hatte auch das wieder etwas mit seinem Glauben zu tun. Denn wirklich andere Dinge hatten sie in seiner Familie nicht gemacht. Alles hatte irgendwie mit Gott oder dem Christentum zu tun. Aber das war in Ordnung.

Oh die Frage die Leif ihm danach stellte war jedoch wesentlich schwieriger zu beantworten und er blickte ihn einen Moment lang einfach nur nachdenklich an, ehe er antwortete.
„also.. bis vor ein paar Tagen da.. wollte ich einfach nur mit dir reden, dich kennen lernen und verstehen wie du denkst. Und heute… naja. Habe ich erkannt, dass mir das… was ich gesehen habe wirklich gut gefällt. Was ich von dir will… versuche ich jedoch selbst noch heraus zu finden. Aber was ich dir bereits sagen kann ist… dass ich mich in deiner Nähe wirklich wohl fühle.. und gerne Zeit mit dir verbringen. Du gibst mir ein gutes Gefühl.. und das ist etwas, das ich lange vermisst habe..“
Völlig in Worte kleiden konnte er noch nicht, worauf das zwischen ihnen hinaus laufen würde. Aber er wollte Leif dennoch sagen wie er fühlte. Und dass er gerne mit ihm zusammen war. Alles weitere.. könnten sie doch gemeinsam erkunden oder? Virgil fragte deswegen nicht nach, was Leif darüber dachte. Denn er wollte es gerne zusammen mit ihm herausfinden.. ohne vorab schon zu viel Druck aufzubauen.

Hätte Virgil doch bloß nicht den Kommentar mit dem Fischgestank gemacht xD dann befänden sie sich nun nicht in so einer heiklen Situation. Und dabei hatte er es doch gar nicht so ernst gemeint. Aber Leif schien sich das sehr zu Herzen zu nehmen, was er wirklich nicht gewollt hatte.
Jedenfalls aber führte es dazu, dass sie einander nun wirklich nahe waren.. und dabei noch splitterfasernackt. Was keiner von ihnen vorher wohl durchdacht hatte!!
Es war aufregend und prickelnd und Virgil hatte das Gefühl vor Sehnsucht fast zu vergehen! Weshalb er Leif einfach berühren musste. Nur das jede Berührung dieses Gefühl noch verstärkte. Zu sehen wie sich die feinen Härchen an seinem Nacken aufstellten, Leif Gänsehaut von seinen Küssen bekam.. das war wahnsinnig erotisch. Und eigentlich hatte er vor nun einfach noch ein bisschen so weiter zu machen. Womit er jedoch nicht rechnete, war, dass Leif sich plötzlich so ruckartig umdrehte und ihn in einen derart leidenschaftlichen Kuss verwickelte!
Da blieb ihm im ersten Moment völlig der Atem weg. Sein Gehirn brauchte noch einen Moment, während der Rest seines Körpers längst darauf reagierte. Diesmal war er es, dem ein wohliger Schauer über den gesamten Körper lief und.. er fühlte wie seine Sehnsucht sich in der Körpermitte manifestierte.
Und endlich war er auch dazu in der Lage den innigen Kuss ebenso leidenschaftlich zu erwidern. Er krallte sich mit den Fingern in Leifs nasses Haar, löste nun auch noch den Rest seines Dutts, denn er liebte es die Finger dort zu vergraben.
Mit einem Ruck waren es nun nicht mehr nur ihre Lippen, die aneinander klebten.. nein auch ihre Körper waren ganz dicht beisammen und Virgil konnte ganz deutlich spüren, wie sehr auch Leif von diesem Liebesspiel angetan war. Wodurch ihm bewusst wurde, dass der Isländer seine Erregung ebenso deutlich bemerken würde. Was ihn wiederum ein bisschen nervös machte.
Denn so weit war er noch nie gegangen! Mit niemandem!
Sein Herz begann also automatisch zu poltern, nicht mehr nur wegen Aufregung sondern auch wegen Nervosität.
Sollte das hier nun wirklich passieren? War er denn.. schon so weit?? Obwohl sie sich erst so kurz kannten? Er hatte doch noch gar nicht entschieden, ob er für Leif in die Hölle gehen wollte. Doch seine Sehnsucht überwältigte ihn so sehr.. dass es ihm schier unmöglich erschien nun damit aufzuhören ihn zu berühren. Doch vielleicht mussten sie ja nicht gleich aufs Ganze gehen?
Virgil überlegte, ob er die Hand ins Wasser hinab senken und… ihn an seiner besonderen Stelle berühren sollte. Aber er traute sich nicht. Was, wenn er etwas falsch machte? Und es Leif nicht gefiel?
Mit 29 sollte er doch schon wesentlich mehr Ahnung von alledem haben!
Ohje, die Nervosität begann langsam Überhand zu nehmen. Dennoch wanderte er mit seiner zweiten Hand, die nicht gerade in seinem Haar vergraben war, seinen Rücken hinab bis.. hin zu seinem Po. Wo er die Hand nun doch unter Wasser tauchte. Ganz vorsichtig und sachte legte er die Hand darauf ab. Und das allein fühlte sich schon so.. wahnsinnig lasterhaft an! Aber auch so gut.. Mist. in seinen Träumen hatte er solche Szenen schon zur Genüge durchgespielt und da war es auch nie beim Knutschen geblieben .. aber in der Realität sah das alles schon wieder ganz anders aus.
Doch was sollte er nun tun? Er hatte doch damit angefangen Leif zu berühren, zu küssen und zu streicheln. Jetzt konnte er doch keinen Rückzieher mehr machen. Der Wikinger würde doch denken, dass er mit ihm spielte und es nicht ernst meinte.
Wo war denn jetzt das göttliche Zeichen, dass sie unterbrach?? wie vorhin auf dem Boot!

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#51

RE: Meer

15.04.2022 21:55
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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»Knietief in Beißermatsch zu stehen, ist nicht dasselbe wie in einer kleinen Nussschale über den ewigen Ozean zu schippern.« Da wurden selbst die stärksten Mägen schwach. Leif hatte schon gestandene Männer an der Reling kotzen sehen. Aber das war okay. Man konnte sich nicht aussuchen, ob man für die Seefahrt geschaffen war. Als Wikinger wäre das schon sehr beschämend, wenn man seekrank wurde, aber nun ja. Heute war die Überfahrt zu anderen Kontinenten und Inseln ja nicht mehr so wichtig wie damals.
»Eifersüchtig auf mein Boot? Hm, möglicherweise.« Leif überlegte lang, was natürlich nur gespielt war. »Gute Frage, wie es bei einem Sturm laufen würde. Ob ich dich retten würde, wenn du über Bord gehst und dabei mein Schiff verlasse und womöglich nie wieder finde.« Letzteres würde ihn schmerzen, aber er konnte sich ein neues Boot bauen. Virgil gab es nur einmal. Von daher war die Antwort für ihn vollkommen klar und das Gesagte nur ein Witz.
»Du vermiest die Stimmung nicht. Ich schätze ... unsere beider Eltern sind tot, hm? Wir müssen manchmal einfach an sie denken und dass dann die ein oder andere Erkenntnis auftaucht, die uns betrübt ... ist nur natürlich. Niemand ist perfekt, auch unsere Eltern nicht. Sie haben bestimmt nicht beabsichtigt, dir das Gefühl zu geben, nicht die oberste Priorität zu sein.« Oder ihn nicht genug zu lieben. Aber Leif wollte nicht bei den negativen Gedanken bleiben, sondern positive heraufbeschwören. Weswegen er den Waliser nach seiner schönsten Erinnerung mit seinen Eltern fragte und ihm daraufhin genau zuhörte. »Das klingt wundervoll. Bewahre diese Bilder in deinem Herzen und wenn du zweifelst ... können sie dich vielleicht wieder auf den rechten Weg führen.« Denn nichts war schlimmer, als sich dann weiter in die Dunkelheit zu begeben. Leif wusste, wovon er sprach.

Er konnte es sich nicht verkneifen, nachzuhaken, was Virgil sich von ihrem Kennenlernen versprach. Auch wenn diese Frage weder für ihn noch den Christen einfach zu beantworten war. Leif imponierte es, dass ihm nicht ausgewichen wurde und Virgil sich wirklich daran versuchte, ihm seine Gefühlswelt zu erklären. Das fand er wirklich mutig. Und wollte es belohnen. »Was du sagst ... beruht auf Gegenseitigkeit«, erwiderte er daher mit einem Lächeln. Es waren nicht viele Worte, aber sie bedeuteten viel. Nämlich, dass Leif sich von seinem Misstrauen und seinen Zweifeln abwenden wollte und Virgil weiter treffen. Und schauen ... wohin das alles führen würde.

Damit, dass sie wenig später nackt zusammen im Wasser stehen würden, hatte wohl dennoch keiner von ihnen gerechnet. Und was hatte Virgil erwartet? Dass Leif einfach still stehenbleiben würde, während er ihn verwöhnte und ihn auf empfindliche Hautstellen küsste? Das war leider keine Option. Selbst wenn Leif das gewollt hätte, sein Körper machte sich einfach selbstständig, so sehr fühlte er sich zu Virgil hingezogen. Also küssten sie sich. Und was war das für ein Kuss! Das Öffnen seines Dutts jagte einen weiteren Schauer über Leifs Körper, weil er sich dadurch ... ziemlich begehrt fühlte. Seine Hände waren immer noch um Virgils Nacken geschlungen, an dem ihn beständig an sich drückte, damit er bloß nicht daran dachte, sich zu entfernen.
Doch ihre Körper rückten ohnehin ganz nah zusammen, sodass kein Blatt Papier mehr zwischen sie passte. Und ja ... so spürten sie beide auch ganz deutlich, wie erregt der andere war. Was auch Leif nervös machte. Sehr nervös. Deswegen wollte er sich eigentlich lieber auf den Kuss konzentrieren, doch je intensiver der wurde, desto mehr wuchs ja auch die Begierde. Ein Teufelskreis, würden die Christen sagen. xD
Zumal sie sich beide noch nicht trauten, auf irgendeine Weise weiter zu gehen. Leif fragte sich ebenfalls, ob er seine Hand unter Wasser wandern lassen sollte, aber spätestens wenn er Virgil an seiner Körpermitte ... stimulieren würde ... würde er doch merken, wie ungeschickt er dabei war. Bei sich selbst wusste er genau, was er tun musste, aber bei einem anderen Mann? Da fehlte ihm doch jegliche Erfahrung. Wie bei allem anderen, was über das Küssen hinaus ging. Weswegen Leif sich automatisch wie gelähmt fühlte. Er hatte Angst, falsche Signale zu senden und auch davor, sich zu blamieren.
Aber verdammt, aufhören kam auch nicht infrage. Leif begann zumindest damit, mit den Händen über Virgils Rücken und seine Seiten zu streichen. Bereits das fand er wahnsinnig aufregend und schön. Außerdem konnte man dabei ja nicht so viel falsch machen.
Der Waliser war schon mutiger. Leif bekam durch den rasanten Kuss schon kaum Luft, aber als Virgil die Hand zu seinem Hintern führte, blieb sie ihm förmlich weg. Irgendwie schaffte er es trotzdem, leise zu seufzen und sich noch näher an ihn zu schmiegen. Also ja ... diese Berührung gefiel ihm. Sehr sogar.
Wenn der Christengott keine Zeichen zur Unterbrechung schickte, war er ja vielleicht doch nicht dagegen? Leif wusste, von seinen Göttern würde nichts kommen, es lag in seiner eigenen Hand, ob er das hier unterbrach oder nicht. Sie konnten die Finger nicht voneinander lassen, also würden sie früher oder später an dem Punkt sein, an dem Leif seinem Gegenüber etwas gestehen musste. Aber konnte er das jetzt schon? Und was war mit dem Fegefeuer? Leif wollte nicht, dass Virgil seinetwegen darin landete. Aber sie waren womöglich ohnehin schon zu weit gegangen.
Mit diesen Gedanken platzierte er seine Hände schließlich auf Virgils Brust und löste schweren Herzens den Kuss. In seinen Augen war Zuneigung zu sehen, aber auch ein wenig Sorge. »Virgil?«, fragte er. »Auch wenn du ... mich vielleicht auslachst, aber ich muss dir etwas gestehen. Ich habe andere Männer nur geküsst, zu mehr ... ist es nie gekommen. Das habe ich bisher nicht gewollt. Bei dir ist es anders. Aber ... das heißt eben, dass ich ... na ja. Ziemlich unerfahren bin.« So, jetzt war es raus. Vielleicht wollte Virgil jetzt gar nicht mehr weitergehen, aber dann wurde er wenigstens nicht enttäuscht. Und Leif auch nicht so, wenn sie es jetzt unterbrachen. Wären sie schon halb aufeinandergelegen, wäre eine Ablehnung viel schlimmer. Aber so könnten sie noch aufhören und halbwegs ihre Gesichter bewahren.

@Virgil Chadburn

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#52

RE: Meer

15.04.2022 22:30
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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„Naja.. wenn man jemanden dabei hat, der einem Halt gibt.. ist es eigentlich ziemlich erträglich“
Und das war Leif für ihn gewesen. Er wusste nicht, ob er seekrank geworden wäre, wäre er allein mit einem Boot aufs Meer gefahren. Aber Leif hatte ihn so in seinen Bann gezogen und vereinnahmt, dass er daran gar nicht gedacht hatte. Sein Bauch war ohnehin ständig von einem Kribbeln begleitet, das jedoch angenehmer Natur war. Übelkeit hatte sich keine Sekunde lang breit gemacht.. die Schmetterlinge waren einfach stärker.
„….hat es denn auch einen Namen?“
War Leif einer dieser Kerle? xD die ihre Gegenstände ‚Baby‘ nannten oder ihnen andere Namen gaben, sie streichelten und liebkosten? Er hatte gehört manche Leute taten das bei ihren Autos oder Bikes oder dergleichen.
„ha.. wer sagt dir, dass ich deine Hilfe bräuchte?“
entgegnete er mit einem spitzfindigen Schmunzeln, da ihm durchaus bewusst war, dass Leif nur scherzte. Also.. er hoffte es xD 100%ig sicher konnte er sich da wohl nicht sein, da er Leifs Beziehung zu seinem Boot noch nicht vollständig ergründet hatte.

Virgil nickte nur betrübt bei Leifs Feststellung. Aber nun hatten sie es wenigstens ausgesprochen und es herrschten klare Familienverhältnisse. So konnten sie einander vielleicht auch manchmal etwas Trost spenden, wenn die Erinnerungen zu traurig wurden.
„Nein.. das haben sie nicht. Ich weiß sie waren gute Menschen, nur manchmal hätte ich mir gewünscht… dass sie ihren Horizont noch etwas weiter geöffnet hätten.. für andere Dinge..“
so wie Virgil es gerade bei Leif tat. Seine Eltern wären schwer schockiert über so ein Verhalten, das war ihm bewusst. Aber sie waren eben sehr einfach gestrickt gewesen.. weshalb Virgil anders war wusste er auch nicht. Er hatte wohl die richtigen Gesprächspartner außerhalb der Familie gehabt. Vielleicht war das Leben im Internat nicht so schlecht gewesen. Dort gab es einen Betreuer, der halbwegs weltoffen gewesen war. Und letztlich deswegen gefeuert wurde aber naja. Er hatte ihm ein paar wertvolle Lektionen mit auf den Weg gegeben.

Das Leif nun von sich aus sagte, dass alles was Virgil aussprach, auf Gegenseitigkeit beruhte, ließ ihn lächeln. Es war beruhigend das zu hören. Denn es gäbe nichts Schlimmeres für ihn, als wenn Leif sich dazu entschied Virgil doch nicht wieder sehen zu wollen, weil ihm das doch alles zu viel war.
Und zu schnell ging? Wie gerade womöglich im Meer? denn das war tatsächlich ein Tempo, das Virgil so eigentlich nicht hatte vorgeben wollen. Etwas flirten war schön.. knutschen ebenfalls. Aber das hier ging gerade weit darüber hinaus und überforderte ihn maßlos. Noch versuchte er sich das nicht anzumerken und mit seinen Händen weiter auf Wanderschaft zu gehen. Aber irgendwann würde wohl der Punkt kommen, an dem es sich für ihn… seltsam anfühlte. weil er eigentlich noch nicht dazu bereit war diesen Schritt zu gehen. Aber auch das Gefühl hatte, dass er jetzt keinen Rückzieher machen konnte.
und jede von Leifs Berührungen fühlte sich so unglaublich gut an! Es stand längst fest, dass er mehr wollte. Er wusste nur nicht wie.. er das anstellen sollte, ohne dass sie vorher noch mal ehrlich über ihre Erfahrungen redeten. Sollte er es einfach überspielen? Einfach ausprobieren? Aber dann würde Leif am Ende noch denken Virgil wäre schlecht im Bett, obwohl er schon Erfahrung hatte. das wäre doch auch beschämend!
Aber ehe Virgil für sich entscheiden konnte wie es weiter gehen sollte.. nahm Leif ihm die Entscheidung ab und schob ihn ein Stück von sich. Was auch wieder kurz ein Durchatmen zur Folge hatte.. ihr beider Kopf brauchte wohl dringend Sauerstoff, nachdem sie einander so schwindelig geküsst hatten.
Natürlich fragte Virgil sich was Leif ihm nun sagen wollte. Vielleicht machte er ihm klar, dass er das alles doch nicht wollte oder nicht konnte? Womöglich bekam er einen weiteren Korb?
Doch das war es nicht was Leifs Lippen verließ. Nein.. es war ein Geständnis. Ein Geständnis…. das ihn ehrlich gesagt ziemlich erleichterte!! Weshalb Virgil absolut nicht deshalb lachte, aber dennoch lächelte, weil das nun ziemlich viel an Druck weg nahm.
Er schwieg im ersten Moment und.. kam Leif wieder etwas näher. Legte ihm die Hand an die bärtige Wange und sah ihm tief in die Augen.
Naja.. aber nur kurz, ehe er sich mit den Lippen zu seinem Ohr beugte und hinein flüsterte
„….. bei mir… ist es ganz genauso…“
Womit er Leif nun vielleicht auch etwas Druck nahm. Jedoch nur kurz. Denn Virgil.. ließ nicht von seinem Ohr ab. Kam stattdessen noch etwas näher und berührte es mit seinen Lippen als er hauchte
„doch so… können wir alles gemeinsam erkunden…“
Und mit diesen Worten ließ er seine Hand nun doch ins Wasser eintauchen und führte sie an Leifs Körpermitte. Plötzlich ganz mutig von diesem Geständnis. Denn nun war klar.. sie hatten beide keine Ahnung was sie da taten und konnten deshalb doch gar nichts falsch machen oder? Stattdessen hatten sie die Möglichkeit gemeinsam herauszufinden was ihnen gefiel.. und Virgil war immer noch fest entschlossen dazu, ganz egal was das auch für seine Zukunft bedeutete.
Aber auf der anderen Seite.. hatten sie alle Zeit der Welt. Sie mussten diesen bedeutsamen Schritt nicht heute miteinander gehen. Dennoch wollte Virgil nun zeigen, wie sehr er Leif begehrte. Und das er bereit war für ihn weiter zu gehen als jemals zuvor..

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#53

RE: Meer

15.04.2022 23:09
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Erneut wurde Leif ein wenig rot um die Nase. Virgil hatte ein Talent, ihm durch die Blume zu sagen, wie toll er ihn fand und mit so vielen Komplimenten konnte der Wikinger nicht umgehen. Egal, in wie vielen Worten sie versteckt waren. Weswegen er nur raus auf das Meer blickte und ein leichtes Schmunzeln sehen ließ.
»Nein, kein Name. Boote sind vergänglich. Aber jedes trägt trotzdem eine Seele in sich. Ich gebe dieser Form, indem ich mein Schiff verziere. Mit Schnitzereien und Runen. Immer wenn ich ein bisschen Zeit habe, arbeite ich weiter daran.« Er wies auf den Bereich, an dem schon etwas von seinem Werk sehen konnte, doch das gesamte Boot zu verschönern würde noch eine ganze Weile dauern. Leif hoffte ja, er würde es niemals verlieren. Aber jeder Sturm könnte das Ende sein.
Das amüsierte Grinsen kehrte zurück. »Ich bin einfach realistisch. Immerhin bin ich erfahrener als du.« Zumindest was das Leben auf dem Meer anging.

»Ach, weißt du. Ich glaube, jede Generation hat der vorherigen etwas voraus. Deine Eltern waren vielleicht nicht soweit, ihren Horizont zu öffnen, aber du bist es. Vielleicht haben sie dir gezeigt, dass es nötig ist. Außerdem ist es ein weiterer Beweis, wie wandelbar Religion durch die Zeit hindurch ist. Und wie abhängig von den Menschen, da wir alle so unterschiedlich sind.« Letztlich machte jeder doch sein eigenes Ding, irgendwie. Selbst in Glaubensfragen.

Später im Wasser musste Leif eine Entscheidung fällen. Sollte er sich offenbaren? Die Alternative wären eine Reihe seltsamer Situationen, in denen er nicht wissen würde, wie er sich verhalten sollte. Zumal er auch ziemlichen Respekt vor dem Akt an sich hatte. Und wie sollten sie darüber reden, wer welche Rolle ... also ... und wie sollte das überhaupt alles vonstattengehen, wenn Leif überhaupt nicht wusste, wie man da vorging. Und so. Nein, er musste darüber reden. Sonst würde das alles in einem Desaster enden. Das wollte Leif wirklich nicht. Vor allem nicht, weil Virgil der erste Mann war, bei dem er überhaupt darüber nachdachte, ihm derart zu vertrauen.
Die Angst, Virgil würde ihn auslachen, erwies sich als unbegründet. Stattdessen tauchte wieder dieses verdammt charmante Lächeln auf, das Leifs Knie weich werden ließ. Trotzdem war es eine Folter, weil er nichts sagte. Doch Blicke waren auch eine Art der Kommunikation. Und Gesten. Virgil würde ihm wohl kaum die Hand so zärtlich an die Wange legen, wenn er sich nun von ihm abwenden wollte.
Leif lief ein Schauer über den Rücken, weil Virgil sich so nah an seinem Ohr befand und flüsterte. Da realisierte er zuerst die Worte gar nicht, sie sickerten zäh in seinen Verstand und waberten dort umher, bevor sie Sinn ergaben. Erst dann erhellte sich Leifs Gesicht, doch bevor er etwas erwidern konnte, raubte ihm Virgil schon wieder den Atem. Nicht nur mit den weiteren Worten und seinen Lippen am Ohrläppchen, nein ... auch mit der Hand, die sich ohne weiteres Zögern auf Leifs Körpermitte einfand. Unvermittelt musste er sich mit den Händen an Virgils Schultern festkrallen. Vollkommen überrumpelt suchte er seinen Blick. Irgendwie kam er gar nicht mehr mit, konnte gar nicht einsinken lassen, dass Virgil offenbar auch noch Jungfrau war. Und sie nun wirklich die Gelegenheit hatten, gemeinsam herauszufinden, was sie mochten. Das war wunderschön.
Leif konnte jetzt aber nichts dazu sagen, denn was Virgils Hand da tat ... das fühlte sich so gut an. Ganz anders, als wenn er selbst für Erleichterung sorgte. Intensiver. Aufregender. Und so, als würde Leif es nicht lang aushalten können, ohne förmlich zu ... explodieren. Gleichsam wollte er Virgil auch so anfassen, im Moment brauchte er aber den Halt und krallte sich weiter an seinen Schultern fest. Ein schwacher Versuch folgte, ihn zu küssen, aber irgendwann ... bettete er einfach nur stöhnend sein Gesicht an Virgils Brust und konnte nicht mehr an sich halten.

@Virgil Chadburn

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#54

RE: Meer

15.04.2022 23:34
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Und er sagte es ihm verdammt gerne! Okay ‚verdammt‘ war generell ein Wort, das er nicht in seinem Wortschatz gebrauchte xD aber in seinen Gedanken manchmal womöglich schon. Doch jedes Wort das er sprach, war nur die reine Wahrheit.
„Darf ich dir dabei helfen…. irgendwann?“
Oder würde das Boot dann seine ‚Seele‘ verlieren wenn ein Christ daran rum schnitzte? Er wusste das wirklich nicht. Würde aber wirklich gerne gemeinsam mit Leif daran arbeiten, schnitzen konnte er schließlich auch ziemlich gut. Und er musste ja keine Runen einritzen, da fiele ihnen mit Sicherheit etwas anderes ein. Vielleicht würde er auch heimlich irgendwo ein Kreuz hin schnitzen, damit sein Gott auch auf Leif acht gab, wenn der sich auf hoher See befand. Oder aber dessen Götter würden das Boot dann vor Zorn im Ozean versenken während Leif darauf war? Hmm.. ein Risiko das er erst abwägen musste.

Virgil nickte.. Leifs Einstellung zur Wandelbarkeit von Religion gefiel ihm wirklich gut. Dem konnte er wahnsinnig viel abgewinnen, auch wenn seine Gemeinde wohl nicht der Auffassung wäre. Dort waren aber die meisten auch älter als er.. es gab nur ein paar Wenige in seinem Alter, die überlebt hatten. Vielleicht würde er andernorts Gleichgesinnten begegnen, die auch seinen Glauben teilten. Doch zurzeit war er ziemlich froh darüber, dass sie einen Ort gefunden hatten, an dem sie bleiben konnten und der.. nicht all zu weit von Balar entfernt lag. denn jetzt weg zu gehen wäre der absolute Alptraum für ihn! Nicht jetzt.. wo er endlich jemanden kennen gelernt hatte, der sein Herz zum Tanzen brachte.

Und nicht nur sein Herz. Seinen gesamten Körper, jeden seiner Sinne und Synapsen. Als könnte er sich wegen dieser Offenbarung nun von Leif abwenden. Es führte bloß dazu, dass er an Sicherheit zurück gewann und den Isländer nur noch anziehender fand. Denn es war ein schöner Gedanke, dass er sich für jemanden aufgespart hatte.. der ihm wirklich etwas bedeutete. Und wenn Virgil nun derjenige war, der ihn auf diese Weise berühren durfte dann.. hatte das wirklich viel zu sagen und bedeutete ihm die Welt.
Gleichsam war er aber auch nicht dazu fähig nun tiefgründige Gespräche darüber zu führen. Das konnten sie vielleicht anschließend tun, am Lagerfeuer.. wenn sie dann immer noch den Mut dazu hatten.
Aber im Moment diktierte sein Verstand ihm noch ganz andere Dinge. denn sein Geständnis führte nicht dazu, dass Virgil körperlich nun weniger angetan von Leif war. Seine Sinne spielten immer noch völlig verrückt!
Weshalb er nun den nächsten Schritt ging und.. es einfach riskierte Leif auf eine Weise zu berühren, wie er noch nie einen anderen Mann berührt hatte. Es fühlte sich.. ungewöhnlich an. Ziemlich neu und fremd… aber auch unfassbar aufregend. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Und er hoffte wirklich, dass es sich für Leif angenehm anfühlte und er sich nicht anstellte wie ein Tölpel. Die Sache an sich war jedoch noch kein Hexerei.. da sie beide Männer waren und durchaus wussten was sich an dieser Stelle gut anfühlte. Weshalb Virgil einfach versuchte all sein Wissen.. nun auf Leif umzumünzen.
Und seiner Reaktion nach zu urteilen, fand er es nicht so schlecht?
Er blickte ihm direkt in die Augen.. wenn ihm das alles immer noch zu schnell ging dann.. musste er einfach nur ein Wort sagen.
Tat er aber nicht, stattdessen versuchte er ihn zu küssen, doch ließ Virgil schon bald wieder schmunzelnd von ihm ab, da Leif ganz offensichtlich seinen Atem brauchte. Stattdessen.. legte er seine freie Hand an Leifs Nacken und zog ihn dicht an sich. Er war ja ein Stück größer als der Isländer, weswegen er sich gerne an seiner Brust verstecken durfte. Während Virgil die Augen schloss und.. all die Geräusche und Reaktionen die Leif von sich gab einfach nur genoss, während er ihn festhielt und gleichsam weiter verwöhnte.
Im Boot hatte der Wikinger ihm vielleicht Halt gegeben. Aber nun war es umgekehrt und Virgil liebte dieses Gefühl..
Weshalb er ihn noch etwas zu Atem kommen ließ, nachdem Leif nicht mehr hatte an sich halten können. Er ließ langsam von seiner Mitte ab und.. führte seine Hand zu seinem Rücken, um ihn sanft daran auf und ab zu streichen.
„war das… okay für dich?“
flüsterte er nur leise in sein Ohr. Okay das hätte er wahrscheinlich vorher fragen sollen xD aber er wollte sich zumindest rückwirkend versichern, dass er Leif nun nicht überrumpelt hatte und sich das alles für ihn genauso richtig angefühlt hatte wie für Virgil..

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#55

RE: Meer

16.04.2022 00:01
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Es war eine schöne Vorstellung, mit Virgil gemeinsam am Boot zu werkeln. Vielleicht war es ja irgendwann nicht mehr Leifs, sondern ... es würde ihnen beiden gehören. Je nachdem was die Zukunft brachte. Wenn Leif sich vorstellen konnte, alles mit dem Waliser zu teilen, meinte er auch wirklich alles. Und somit auch sein Boot.
Doch erst mal ging es nur um die Frage, ob Virgil ihm beim Verzieren helfen würde, und daraufhin nickte Leif. »Sofern du kein Problem damit hast, den nordischen Sagengestalten Form zu geben.« Denn im Grunde waren nicht nur die Runen mit seinem Glauben verbunden, sondern auch die Figuren. Leif würde verstehen, wenn Virgil ihm in diesem Fall doch nicht mehr helfen wollte.

Tiefgehende Gespräche waren gerade vielleicht wirklich fehl am Platz, aber trotzdem hatte Leif nicht damit gerechnet, dass Virgil gleich so rangehen würde. Doch mit seinem Geständnis hatte er ihnen beiden viel Druck genommen und das war gut so. Ihrer Begierde tat dieses kleine Zwischenspiel jedenfalls keinen Abbruch. Es reichten schon wenige Bewegungen, um Leif an den Rand des Wahnsinns zu bringen. Ohne seine Offenbarung hätte er jetzt Panik gehabt, zu früh zum Ende zu kommen, denn was würde das für einen Eindruck machen? Wenn er nicht mal fünf Minuten durchhielt? Aber er hatte so etwas intensives noch nie gespürt, und das gepaart mit einem heftigen Bauchkribbeln und dem Gefühl, das Herz würde ihm aus der Brust springen. Jedenfalls sah es so aus, als würde Leif dasselbe mögen wie Virgil. Und das war doch eine gute Basis, denn so würde er später hoffentlich nicht so viel falsch machen.
Der Waliser jedenfalls machte alles richtig. Es war wunderschön, so von ihm gehalten und aufgefangen zu werden. Ihm so nahe zu sein, auf allen Ebenen. So sicher hatte sich Leif noch nie in der Gegenwart eines anderen Menschen gefühlt. Außer bei seinen Eltern, aber da war es freilich eine ganz andere Form der Geborgenheit und Zuneigung gewesen.
Auch nachdem Leif die Kontrolle verloren hatte ... hielt Virgil ihn noch fest und streichelte ihn. Er lachte nicht, er war nicht enttäuscht oder sonst etwas. Nein, er fragte, ob das okay gewesen war. Was Leif dazu brachte, den Kopf zu heben und seinen Blick zu suchen. »Würde ich sonst so atemlos an dir kleben?«, fragte er mit einem Schmunzeln und reckte sich, um Virgil einen Kuss zu geben. »Es war mehr als okay. An meinem Durchhaltevermögen ... lässt sich aber sicher noch arbeiten.«
Und wie das eben so war ... wollte er nun nicht der Einzige sein, der seinen Höhepunkt erreicht hatte. Er wollte Virgil auch etwas Gutes tun, ihn berühren und ihnen beiden eine neue Erfahrung schenken. Weswegen er es nun war, der die Hand ins Wasser gleiten ließ, mit einem ganz bestimmten Ziel. Dabei nahm er den Kuss wieder auf, zumindest solang Virgil es zulassen würde. Er würde verstehen, wenn er seinen Atem bald brauchte, so wie es bei Leif der Fall gewesen war.

@Virgil Chadburn

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#56

RE: Meer

16.04.2022 00:21
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Hm.. hatte er ein Problem damit den nordischen Sagengestalten Form zu verleihen? Gute Frage. Das glich ja schon ein bisschen einer Götzenanbetung. Aber es war ja nicht sein Boot. und wenn er irgendwo heimlich ein Kreuz einritzte, dann würde sich das vielleicht wieder ausgleichen.
„und ich dachte ich dürfte Herzchen oder dergleichen eingravieren“
Umschiffte er die Frage mal wieder mit einer ausweichenden aber süßen Antwort. Darüber konnten sie ja noch reden wenn es so weit war. Zumal er ohnehin nicht wusste wie diese Gestalten denn aussehen sollten. da müsste Leif ihm eine sehr bildliche Beschreibung geben.

All das was hier gerade im Wasser passierte.. war definitiv nicht geplant gewesen. Hatte doch alles mit einem unschuldigen Kuss auf dem Boot begonnen. Der jedoch rasch auch nicht mehr so unschuldig geblieben war. Also eigentlich hätten sie damit rechnen müssen, dass sie sich der gegenseitigen Anziehungskraft nicht wirklich erwehren konnten. Und Virgil hatte ja ohnehin einen schwachen Willen laut den Aussagen seines Predigers. Also wen wunderte es, dass er Leif nun einfach nicht widerstehen konnte?
Ihn auf diese Weise zu berühren brachte ihn ja fast schon selbst an den Rande des Wahnsinns. Also viel Arbeit hatte Leif später sicher nicht mehr vor sich. Zumal Virgil ohnehin nicht von ihm erwartete, dass er es ihm gleich tat. Er sollte sich nicht dazu verpflichtet fühlen.. für ihn wäre es auch in Ordnung, wenn Leif heute der einzige war, der diese neue Erfahrung machte.
Und seine Antwort machte ihn wirklich glücklich, weshalb er lächelte und ihm anschließend noch einen Kuss auf die Schulterbeuge hauchte.
„auch daran arbeiten wir gemeinsam..“
denn wie war das gewesen? Ein Seemann wurde man nicht von einem Tag auf den anderen. Und so war es im Bett wohl auch. Sie beide waren keine Profis.. aber vielleicht würden sie es irgendwann werden.
Jedoch zog Virgil scharf die Luft ein, als Leif seine Hand nun ebenfalls ins Wasser gleiten ließ. Ehrlich gesagt hatte er damit nun gar nicht mehr gerechnet. Und zuckte deshalb sogar kurz zusammen weil… er ja keine Vorstellung davon gehabt hatte, wie anders es sich anfühlte von.. einer anderen Person dort berührt zu werden. wenn man nicht die Kontrolle darüber hatte was.. passierte. Dieses Gefühl war gleichermaßen beängstigend wie auch erregend. und Virgil hatte das Gefühl wirklich gleich den Verstand zu verlieren, wenn Leif so weiter machte.
Weshalb er den Kuss nicht lange aufrecht erhalten konnte. Stattdessen war es diesmal er, der sich an Leifs Schultern krallte, da seine Knie so weich wurden.
Er legte den Kopf auf seiner Schulter ab und.. schlang die Arme nun dicht um seinen Nacken. Er brauchte diesen Halt nun einfach, kniff fest die Augen zusammen und erreichte nach einer kurzen Weile ebenfalls keuchend seinen Höhepunkt.
Er schloss die Augen und… wusste wirklich nicht was er nun sagen sollte, so überwältigt war er von diesem Gefühl. So fühlte sich also Sünde an, ja? Oh er wollte mehr davon… und verstand nun, weshalb die Menschen sich mit Keuschheit so schwer taten.. und dabei waren sie noch nicht mal in die Vollen gegangen.
Aber dieses Gefühl alleine war so atemberaubend schön für Virgil, dass er sich nicht mehr vorstellen konnte je wieder darauf zu verzichten.
Er brauchte nun aber eine Weile, um wieder zu Atem zu kommen.. eine Zeit.. in der er Leif einfach weiter umarmte und ihm sachte durch das nun geöffnete Haar streichelte. Vielleicht brauchte es nun auch keinerlei Worte. Er wollte einfach noch ein bisschen… dieses Gefühl der Verbundenheit genießen, das er gerade so stark spürte…

@Leif Tyrson


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#57

RE: Meer

16.04.2022 00:46
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Leif schmunzelte. »Für ein paar Herzchen ist sicher auch noch Platz.« Ob er von einem Kreuz allerdings so begeistert wäre, wusste er nicht. Würde aber verstehen, weshalb Virgil eines eingeritzt hätte. Doch gemeinsames Handwerken stand jetzt erst mal nicht weiter im Vordergrund. Also ... zumindest nicht am Boot. xD
Sie hatten beide nicht geplant, heute bereits so weit zu gehen und doch kam es jetzt so. Das zwischen ihnen entwickelte sich schneller als gedacht, was ihnen sicher noch öfters Angst einjagen würde. Aber im Moment waren sie sich vollkommen verfallen und kamen nicht voneinander los. Auch Leif schob alle Bedenken fort, was ihm leichter fiel, als es wohl gut war.
Er nickte. Durchhaltevermögen war auch etwas, an dem sie gemeinsam arbeiten konnten. Sicher ließ sich das irgendwie ... trainieren. Je mehr sie sich und den Körper des anderen kennenlernten. Das war aufregend und spannend. Und machte ihm schon wieder weiche Knie, wenn er nur daran dachte, was sie alles zusammen ausprobieren würden.
Leif wollte Virgil nicht aus Pflichtgefühl Wonnen bereiten, er tat es, weil er ... sich das einfach wünschte. Weil er neugierig war und na ja ... es auch nicht so ganz verantworten konnte, wenn der Waliser nun weiter angespitzt durch die Gegend lief. xD Wobei sie natürlich noch einen halben Tag vor sich hatten, genug Zeit, um vielleicht ... noch mal so übereinander herzufallen? Aber damit sie es schafften, sich ein Mittagsmahl zuzubereiten, war es vielleicht ganz gut, wenn sie beide mal ein wenig runterkamen!!
Wobei Virgils Reaktionen und Laute ja schon wieder dazu führten, dass Leifs Begierde erneut angestachelt wurde. Das war wohl auch so ein Teufelskreis, hm? Doch er ließ sich davon nicht beirren, sondern legte seine ganze Leidenschaft in die Bewegungen seiner Hand und in den Kuss, solang dieser noch anhielt.
Diesmal war es an ihm, Virgil bei sich zu halten und ihn aufzufangen. War das ein schönes Gefühl ... in jeglicher Hinsicht! Jemandem, den man mochte, eine solche Befreiung zu schenken und ihm nahzusein. Es war ein Privileg für Leif, das er eigentlich niemals eintauschen wollte.
Virgil musste nichts sagen. Es war okay, wenn sie jetzt einfach noch eine Weile hier standen, sich umarmten und sachte streichelten. Irgendwann löste sich Leif bloß ein bisschen, um ihm in die Augen zu sehen und ein paar kleine Küsse zu geben. Dann nahm er seine Hand und lächelte. »Lass uns zurück ans Ufer gehen. Wir haben immer noch nichts gegessen und ich kann nicht zulassen, dass du wieder halb erfrierst.« Auf Dauer war das Wasser halt doch ziemlich kalt, und sein Waliser ja eine kleine Frostbeule.

@Virgil Chadburn

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#58

RE: Meer

16.04.2022 01:03
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Das zwischen ihnen entwickelte sich nicht nur schneller als erwartet.. für Virgil war es auch so, als wurde eine Fantasie plötzlich Wirklichkeit! Immerhin hatte er sich diese Dinge mit Leif bereits in seinen sündigen Gedanken ausgemalt. Doch jetzt.. da taten sie es wirklich. Es war nicht länger ein Traum, er stand wirklich hier, mit dem Mann.. den er so sehnsüchtig aus der Ferne angeschmachtet hatte.
Ganz glauben konnte er das alles immer noch nicht. Und Zweifel würden sehr bald sicher auch wieder auftreten. Aber für den Moment war sein Kopf einfach nicht fähig zu denken.
Seit dem ersten Aufeinandertreffen.. hatte da diese Spannung zwischen ihnen geherrscht, die keiner von ihnen beiden leugnen konnte.
Teilweise hatte sich Virgil gar nicht mehr richtig auf das konzentrieren können, was Leif ihm übers Fischen erzählte, da er sich ständig so von seinen Lippen angezogen gefühlt hatte. 
Vielleicht könnten sie nun wieder zivilisiertere Gespräche führen? xD nun wo die erste Anspannung ein wenig gelindert war?
Das würde sich zeigen.

Am liebsten wäre Virgil nun ewig so mit seinem Traummann verharrt. Aber er hatte ja Recht.. es wurde langsam kalt. Vor allem wenn man nach körperlicher Betätigung rasch runter kam, begann der Körper leicht zu frösteln.
„naja.. nun kennst du eine weitere Methode, die dabei hilft, damit mir schnell wieder warm wird“
sagte er schmunzelnd und… hielt dann einfach Leifs Hand, während sie durch das Wasser stapften, zurück zum Ufer.
Das alles kam ihm immer noch so unwirklich vor. War das gerade wirklich geschehen oder würde er gleich wieder erwachen?
Verträumt ging er neben ihm her und sah.. einfach immer wieder lächelnd zu ihm rüber. Die Sonne schien zwar aber so völlig nass war es trotzdem noch etwas kalt. Und sie hatten keine andere Wahl als sich wieder ihre fischigen Sachen über zu werfen. Auch wenn die ja gar nicht so schlimm rochen und das alles nur ein Vorwand von Virgil gewesen war.
Aber warme Kleidung war nun wirklich nicht zu verachten.
„also.. ich hoffe das Beobachten hat dich zufriedengestellt und wir sind nun quitt?“
Fragte er ihn grinsend, immerhin hatte Leif weit mehr getan als ihn aus den Büschen zu beobachten. Aber das war sein Pech, noch so eine Auflage würde Virgil ihm nicht bieten. Zumal es ihm nun ohnehin lieber war… wenn er ihn direkt betrachtete.
„ich fange an den Fisch zu würzen während du Feuerholz sammelst, in Ordnung?“
an dieser Stelle waren sie schon mal xD aber jetzt würde Leif es vielleicht wirklich tun. Während Virgil sich einstweilen um die Fische kümmerte. Die er aufspießte und mit dem Gewürz von Mary Sue ordentlich einrieb, damit sie auch nach etwas schmeckten.
Danach hieß es Feuer machen.. darin hatten sie wohl beide schon genug Erfahrung, musste man in der Apokalypse einfach haben, weshalb auch das nicht lange dauerte und die Fische sogleich an einem Stecken vor sich hin brutzelten.

Virgil setzte sich neben Leif ans Feuer.. und auch jetzt sah er immer wieder zu ihm rüber und musste zwangsläufig lächeln. Er konnte nicht anders! Sein Anblick brachte ihn einfach automatisch dazu.
Er hoffte nur.. nun würde es zwischen ihnen nicht kompliziert werden. Und auch wenn sie vorhin nicht dazu in er Lage gewesen waren.. wollte er eine Sache nun doch noch aufgreifen.
„Du hast also auch noch nie mit einem Mann geschlafen…“
Was ihn wirklich überrascht hatte ehrlicherweise
„Dabei könnte ich mir vorstellen, dass die Männer in Balar Schlange bei dir stehen.. warst du wirklich nie versucht… es zu probieren?“
Bei Virgil war das anders, er hatte kaum Möglichkeiten dazu gehabt. Und bei ihm war es gleich mit Todsünde und co verbunden. Aber bei Leif? War er wirklich so altmodisch, dass er auf den ‚Richtigen‘ warten wollte? Falls ja… fand Virgil das wirklich unbeschreiblich süß.

@Leif Tyrson


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#59

RE: Meer

16.04.2022 11:59
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Leif hatte sich zwar nicht schon seit Wochen ausgemalt, wie es wäre mit einem Mann intimer zu werden, aber auch für ihn fühlte sich das wie ein Traum an. Zuvor hatte er überhaupt kein Bild von dem Menschen gehabt, der ihn derart verzaubern würde. Er hatte nicht mal einen besonderen Typ Mann, auf den er stand. Und auch wenn er beim Küssen ein gewisses Bauchkribbeln gespürt hatte, war ihm das nie deutlich genug gewesen. Jetzt mit Virgil war das alles ganz anders. Der Versuch, ihm zu widerstehen, war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Von Leifs Skepsis war nicht mehr viel übrig. Zumindest im Moment war sie wie davon gefegt und das bei jemandem wie ihm, der den Kopf praktisch nie ausschalten konnte. Er tendierte dazu, sich zu viele Gedanken zu machen und sich in dem Strudel zu verlieren. Virgil gab ihm eine Ruhe, die er noch nie zuvor gespürt hatte. Und gleichsam entfachte er einen Sturm in ihm, der ihn fast zu entwurzeln drohte.
Auf dem Schiff hatten sie wirklich kaum noch vernünftige Gespräche führen können, hm? Es waren am Ende nur noch Andeutungen und Flirts gewesen, also kein Wunder, dass sie nun nicht mehr an sich halten konnten. Allerdings blieb abzuwarten, wie lang sie die Finger danach voneinander lassen konnten. Vielleicht reichte der Zeitraum ja zumindest für das Essen und ein gutes Gespräch dabei. xD

»Hm, ich bin mehr als zufriedengestellt. Aber ob wir damit quitt sind ... Du hast mich mehr als einmal beobachtet, würde ich sagen.« Leif war zwar niemand, der das Objekt seiner Begierde aus der Ferne in einem Versteck betrachten würde, aber ... es gab sicher Mittel und Wege, um wirklich quitt zu werden.
Doch jetzt schlüpften sie erst mal wieder in ihre Klamotten. Leif fand, seine rochen so wie immer. xD Für den Fischgestank war seine Nase vielleicht wirklich taub. Aber darüber versuchte er sich jetzt keine Gedanken mehr zu machen, Virgil musste ihn im Endeffekt so nehmen, wie er war. Vielleicht war in seinem Haar ja immer die salzige Meeresbrise zu riechen, und glich den Rest aus?
Artig zog Leif nun los, um Holz zu sammeln und zur Feuerstelle zu bringen. Bald schon loderten kleine Flammen, bis ein ordentliches Lagerfeuer brannte und sie den Fisch braten konnten.

Nun, wo die Geschäftigkeit wich, wurde Leif schon wieder etwas nervös. Er hatte nicht vergessen, was eben im Wasser passiert war, und fühlte immer noch die angenehme Entspannung dadurch. Sie waren nun aber auch einen Schritt gegangen, der sich niemals mehr rückgängig machen lassen würde. Und das Geständnis, das sie voreinander abgelegt hatten, war auch noch in seinem Kopf.
Doch er lächelte ebenfalls, als Virgil ihn so verträumt ansah. Vielleicht lag es ja daran. Männer wie Duo hatten Leif auch angesehen, aber verlangend. Als ging es ihnen nur um das Körperliche. Leif wollte, dass es um mehr ging. Und Virgil gab ihm das Gefühl, als wäre es so. Als wäre er seine ganze Welt. Das war schön und brachte Leifs Haut zum Prickeln, ohne, dass der Waliser ihn dazu anfassen musste.
Auch er hatte das Thema nicht vergessen, hm? Jetzt, wo Leif es ausgesprochen hatte, noch Jungfrau zu sein, und wusste, dass es Virgil ebenso ging, schämte er sich nicht mehr so dafür. Also nickte er. »Schlange stehen sie sicher nicht. Aber es hat eindeutige Angebote gegeben, ja. Warum ich sie nicht angenommen hab ...«
Er änderte seine Sitzposition ein wenig, während er versuchte, die richtigen Worte zu finden. Denn so wirklich hatte er das noch nie jemandem erklärt. »Weiß du, ich ... habe in Balar Freunde gefunden, ich weiß, dass man mich wertschätzt und mir vertraut. Ich finde das schön, dass man mich mag, und ich würde nie jemanden verstoßen, der den Wunsch hat, mein Freund zu sein. Aber mein Herz ... das schlägt trotzdem anders. Die Leute kommen meist zu mir, nicht ich zu ihnen. Es ist okay für mich, allein zu sein. Vielleicht ist das der Zeit im Leuchtturm geschuldet, aber im Prinzip hat sich das schon vor der Apokalypse abgezeichnet. Bei Menschen, die wie Familie sind, ist das etwas anderes, die habe ich stets gern um mich. Aber ich habe noch nie jemanden getroffen, der mein Herz so sehr berührt hat, dass ich ihn mir als Mann an meiner Seite vorstellen könnte. Auch Vertrauen hat verschiedene Facetten und ich habe niemandem genug vertraut, mich ihm voll und ganz hinzugeben. Außerdem mache ich keine halben Sachen.« Letzteres hätte er ihm vielleicht vorher sagen sollen, denn es implizierte, dass für Leif mit dem, was sie jetzt schon alles geteilt hatten, die Hoffnung auf eine Beziehung einherging.
Was er auch in Worte kleiden wollte: »Mir ist bewusst, dass wir nicht wissen können, wohin unsere Reise geht. Es gibt viel, das zwischen uns zum Problem werden könnte. Aber das Band, das ich zwischen uns spüre, kann stark genug werden, um ... na ja ... dem standzuhalten. Und die Anziehungskraft, die du auf mich wirkst ... die kann ich einfach nicht leugnen.« Leif unterbrach jetzt mal kurz seinen Monolog, um nach Virgils Hand zu greifen. Im Prinzip hatte er ihm ja jetzt schon gesagt, was er wollte und ihm so ein loses ›Wir probieren mal rum‹ nicht reichte.
»Ich verstehe jetzt jedenfalls, was du mir damit sagen wolltest ... dass du bisher für keinen Mann in die Hölle gehen wolltest. Zugegeben habe ich ziemliche Angst um dich, dass du nun wegen mir ... dort landest.« Und auch davor, dass sie sich nach dem Tode nicht wiedersehen würden, aber das behielt er noch für sich. »Deswegen weiß ich auch nicht, ob ich mich ... geehrt fühlen soll, dass du für mich gegen deinen Glauben handelst. Aber vielleicht willst du ja herausfinden, ob dein Gott wirklich so sehr gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen ist. Mit ... mir zusammen?«

@Virgil Chadburn

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#60

RE: Meer

16.04.2022 23:35
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Virgil musste amüsiert schmunzeln bei Leifs Worten
„Du bist ein knallharter Verhandlungspartner wie ich sehe. Zockst du die Leute, die deine Fische kaufen möchten, auch so ab?“
Fragte er ihn amüsiert, denn irgendwie fand er es hot wenn Leif so direkt war. Und es störte ihn auch nicht sonderlich… wenn er sich noch auf andere Weise revanchieren musste, damit sie quitt waren.
Virgil mochte Leif so wie er war. Fischgeruch hin oder her, bei ihm störte ihn der tatsächlich nicht. Es gehörte irgendwie zu ihm und er würde sich sicher noch daran gewöhnen und ihn irgendwann selbst gar nicht mehr wahr nehmen.
Tat er eigentlich schon jetzt nicht mehr, als sie gemeinsam an dem wärmenden Feuer saßen.

Für Virgil ging es definitiv um mehr als nur den körperlichen Aspekt. Wenn er Leif betrachtete.. stand für ihn einfach die Welt still und er konnte alles andere rund um sich herum vergessen. Selbst seinen Glauben. Zumindest für ein paar Augenblicke. Und dieses Gefühl der Freiheit war einfach unbeschreiblich.
Dennoch war es spannend nun noch mal.. über gewisse Dinge zu reden, die sie im Wasser angedeutet bzw. ausgesprochen hatten. Virgil wollte gerne mehr darüber erfahren, weshalb Leif diesen Schritt nie gegangen war. Obwohl sein Glaube ihm nichts davon verbot. Virgil wüsste nicht, ob er an seiner Stelle nicht ein bisschen experimentiert hätte, wenn es keine so grässlichen Folgen für ihn gehabt hätte.
Deshalb war er sehr neugierig darauf, weshalb Leif es nicht getan hatte. Und dieser gab ihm nicht nur eine kurze, ausweichende Antwort, sondern versuchte wirklich ihm klar zu machen wie er tickte und was das alles für ihn bedeutete. Das fand Virgil wirklich schön, denn je mehr er über ihn erfuhr, desto näher fühlte er sich ihm.
Das Leif ein bisschen wunderlich sein konnte, hatte er ja bereits bei ihrem ersten Treffen klar gemacht. Weshalb es ihn auch nicht wirklich überraschte, dass er gerne alleine war und sich anderen nicht so schnell öffnete. Umso geschmeichelter fühlte er sich… weil er es ganz offensichtlich bei ihm tat. Das war eine große Ehre für Virgil. Und auch eine große Verantwortung, die er mit Bedacht tragen würde.
Sagen tat er dazu jedoch noch nichts, sondern ließ Leif erst mal fertig reden und hörte einfach nur zu, ohne ihn zu unterbrechen. Bis er ihm sogar klar machte… was er sich von ihm wünschte oder besser gesagt, welche Vorstellung er von ihrem zukünftigen, gemeinsamen Weg hatte.
Leif machte also keine halben Sachen ja? hm.. natürlich, das baute nun wieder ein wenig Druck auf. Denn das hieß.. Virgil musste eine Entscheidung treffen. Nämlich sich zur Gänze auf Leif einzulassen, selbst wenn es gegen seinen Glauben gerichtet war… oder es bleiben zu lassen. Und doch fand er es gut, dass Leif so klar in seinen Wünschen war. Denn das bewies ihm nur, wie ernst er es mit ihm meinte.
Nachdem Leif seinen Monolog beendet hatte sah Virgil ein paar Augenblicke lang nachdenklich ins Feuer. Ehe er sich ihm zuwandte und ebenfalls seine Hand nahm. Denn Leifs Angebot gemeinsam mit ihm zu ergründen, ob sein Gott wirklich so sehr gegen gleichgeschlechtliche Beziehungen war war ein Schönes….. dennoch musste er sachte den Kopf schütteln.
„Das ist nichts, das ich gemeinsam mit dir herausfinden muss Leif, das…. weiß ich bereits. Immerhin steht es sehr deutlich in der Bibel geschrieben. Aber weißt du… ich habe es satt meine kostbare Zeit hier auf Erden damit zu vergeuden, mir ständig nur Gedanken darüber zu machen, wohin ich nach meinem Tod gehe. Das Leben ist da… um es zu leben!
Und ich versuche dennoch mit allen Kräften ein guter Mensch zu sein. Ein guter Christ. Doch diese eine Sache… kann ich einfach nicht länger verleugnen. Und wenn mein Gott mich deswegen verurteilt.. nur weil ich die Liebe zu einem Menschen der Einsamkeit vorziehe, dann möchte ich womöglich gar nicht in seinem Reich leben. An einem Ort.. an dem ich mich weiterhin verstecken und verstellen muss. Wenn er mir diese eine ‚Sünde‘ nicht vergeben kann.. und all die guten Dinge die ich tue nicht wertschätzt.. dann hat er meine Liebe vielleicht gar nicht verdient“
Das waren harte Worte die Virgil da aussprach. Gedacht hatte er sich das schon häufig aber laut ausgesprochen? Noch nie zuvor. Und ja, er fühlte sich schon ein bisschen schlecht deswegen. Aber es war trotzdem das was er fühlte. Denn niemand war perfekt.. und wenn Gott nicht über diese eine Sache hinweg sehen konnte, dann war sein Glaube vielleicht wirklich nicht der richtige Weg für ihn.
Als Leif nun jedoch davon sprach, dass er sich um ihn sorgte und sich die Schuld daran gab, was Virgil nach seinem Tod widerfuhr, sah er ihn ernst an und schüttelte erneut den Kopf. Legte ihm die Hand an die Wange und sagte ziemlich deutlich
„Ich möchte, dass du diese eine Sache niemals vergisst Leif. Nicht DU hast mich zu irgendetwas verführt oder mich von meinem Weg abgebracht. Ich war es.. der auf dich zukam. Ich bin diesen Schritt ganz bewusst gegangen.. und habe mich dafür entschieden.“
auch wenn er nicht gewusst hatte, wohin dieser Weg ihn führen würde. Damit, dass es zu einer möglichen Beziehung kommen könnte hatte er nicht gerechnet… es aber auch nicht zu 100% ausgeschlossen. Und sich trotzdem dafür entschieden.
„Die Entscheidungen die ich treffe sind die meinen. Und was nach meinem Tod mit mir passiert.. ist niemals deine Schuld, hörst du?“
Er strich ihm mit dem Daumen über die Wange. Natürlich hatte Virgil Angst. Aber er konnte seine Gefühle einfach nicht länger verleugnen, da half auch die Angst vor dem Fegefeuer nichts.
„Dennoch muss dir bewusst sein…. dass wir in meiner Gemeinde niemals richtig als Paar auftreten könnten.. und es liegt mir wirklich fern dich zum Lügen zu verleiten. Und ich weiß auch nicht, ob man mich in deiner Gemeinschaft akzeptieren würde… und doch…. würde ich es gerne versuchen. Denn bereits jetzt, kann ich mir ein Leben ohne dich kaum noch vorstellen. Dank dir.. fühle ich mich so lebendig wie noch nie zuvor. Und ich habe endlich wieder das Gefühl… dass es eine Zukunft gibt, auf die ich mich freuen kann. Die nicht nur trist und grau ist.“
Wieder schenkte Virgil Leif ein Lächeln. Auch wenn es wirklich surreal war.. sprachen sie hier gerade wirklich darüber eine Beziehung einzugehen? Eine Beziehung.. zwischen einem Heiden und einem Christen, deren Glaubensrichtungen unterschiedlicher nicht sein konnten. Und so vielen Problemen, die zwischen ihnen standen. Und doch blickte Virgil hoffnungsvoll in die Zukunft. Denn er war bereits so Hals über Kopf in Leif verliebt, dass er das Gefühl hatte, sie könnten einfach alle Hürden meistern.
„Also ja! Ich möchte mit dir gemeinsam herausfinden, wohin dieser Weg uns führt. Und ich komme auch damit klar… wenn du manchmal ein bisschen Zeit mit deinem Boot alleine brauchst“
Sagte er abschließend schmunzelnd. Denn wenn Leif eigentlich ein Einzelgänger war, wollte Virgil ihn sicher nicht mit seiner Präsenz erdrücken. Also er wollte es schon, weil er hingegen sehr gesellig und anhänglich war. Aber er würde respektieren, dass Leif in der Hinsicht anders gestrickt war und versuchen sich zurück zu halten.

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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