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THE DEAD DON’T DIE
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#161

RE: Meer

08.05.2022 00:11
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Leif dachte gerade nicht zum ersten Mal daran, Virgil vorzuschlagen, seine Gemeinde und das Leben als Christ hinter sich zu lassen. Aber wie könnte er so anmaßend sein und von ihm verlangen, einfach alles für ihn aufzugeben? Seine Familie, seine Kolonie und jegliche Freunde, die er dort hatte? Und dann auch noch mit ungewissem Ausgang. Denn dass Virgil sich in Balar wohlfühlte und wirklich zu den nordischen Göttern finden würde, war ja überhaupt nicht gesagt. Leif würde das also niemals fordern oder diesen Gedanken aussprechen. Denn er wäre absolut egoistisch und der Leidtragende wäre Virgil. Sie saßen nun in diesem Dilemma und kamen da nicht mehr raus. Und selbst das, was er sagte, trug keine Früchte. Virgil zog dieses Leben immer noch freiwillig vor. Also schwieg Leif wieder, denn ihm gingen wirklich die Argumente aus, zumal sie auf so taube Ohren trafen. Er hatte sich schon zu sehr hinreißen lassen ... ein wenig Hoffnung zu spüren. Und zu irgendwas überreden wollte er Virgil ohnehin nicht.

Doch dieses Gespräch war nicht zu Ende. Im Angesicht des Ozeans sagte Leif noch mehr, was er später bereuen würde. Vor allem ... weil er nun erkannte, dass Virgil weinte. Wenn sein Herz nicht schon zerbrochen wäre, dann würde es spätestens jetzt das Zeitliche segnen. Alles in ihm schrie danach, Virgil in den Arm zu nehmen, ihn zu halten und die salzigen Tropfen wegzuküssen. Ihm sagen zu können, dass nicht alles verloren war. Aber wenn ihm die letzten Minuten etwas gezeigt hatten, dann ... dass es das war. Er fühlte sich noch viel hoffnungsloser als zuvor ... und gleichsam schon zu zerstört, um sich noch mal von Zorn oder mehr Dunkelheit erfüllen zu lassen.
Deswegen schaute er Virgil nur an ... und bei jedem weiteren Wort, das er sagte, spürte er ebenso, wie seine Augen feucht wurden. Bis die Tränen übertraten und sich zu Virgils im Sand gesellten. »Virgil ... ich ...«, er wollte ihm sagen, dass er das gar nicht so gemeint hatte. Dass er das Band nicht mutwillig hatte zerstören wollen, sondern weil er wusste, dass er weitermachen musste, und verzweifelt gewesen war. Aber plötzlich saß in seiner Kehle ein Kloß und er bekam kein einziges Wort mehr raus. Konnte nur noch zusehen ... wie Virgil sich abwandte und zum Leuchtturm schritt. Er selbst ... sank hinab in den Sand, nachdem der Waliser verschwunden war. Der Rabe landete ein paar Minuten später vor ihm und blickte ihn an. Leif wusste nicht, ob er Mitgefühl oder Vorwürfe in den dunklen Knopfaugen sah, es war ihm auch egal. Aber es war schön, Gesellschaft zu haben. Irgendwann schaffte er es sogar, wieder aufzustehen und das Feuer zu löschen. Dann lief er in den Wald und ließ sich irgendwo nieder, wo er den Leuchtturm im Blick hatte, und wartete. Der Rabe war schon wieder in die Baumwipfel geflogen. Leif hörte nur hin und wieder ein Krächzen. Er hatte nun schon fast vierundzwanzig Stunden nicht geschlafen, aber selbst die Erschöpfung spürte er nicht, eigentlich fühlte er gerade gar nichts mehr. Und doch war es ihm noch ein Anliegen, Virgil sicher zur Church zu bringen. Wenn auch ... heimlich. Denn jetzt noch mal neben ihm herzugehen, wäre eine reine Tortur. Und so schlich Leif dem Waliser hinterher, sobald dieser aus dem Leuchtturm trat und sich auf dem Heimweg begab. Erst als die Church in Sicht kam und Virgil durch das Tor getreten war, klappte Leif in seinem Versteck zusammen und schlief mal wieder absolut ungeschützt für mehrere Stunden.

Zwar schaffte er es danach nach Balar zurück und nahm sich auch vor, dort zu bleiben. Weiterzumachen und sich auf seine Aufgaben zu konzentrieren, bis alles hoffentlich etwas leichter wurde. Doch es ... funktionierte einfach nicht. Immer wieder musste er daran denken, wie sie im Strand gestanden hatten, beide vollkommen von der Trauer eingenommen, sich nicht mehr lieben zu dürfen. Es gelang ihm einfach nicht, damit abzuschließen. Und irgendwie wollte er es auch nicht. Weswegen ihm irgendwann ... die Idee kam, die Hochzeit zu besuchen. So genau konnte er seine Gedankengänge dazu nicht nennen, aber sie nahmen immer mehr Gestalt an. Er versuchte, die Wachen am Tor der Church zu belauschen, und stahl sich dafür sogar mehrmals davon. Bis er herausbekam, wann es so weit sein würde. Ein Teil von ihm hoffte, endlich zu kapieren, dass es vorbei war, wenn er das Ehegelübde mit eigenen Augen sehen würde. Wenn er sehen würde, wie Virgil diese Frau küsste und schwor, nur sie zu lieben und zu ehren.
Der dunkle Teil in ihm wollte Virgil aber auch ein letztes Mal vor Augen führen, was er verpasste. Es war nicht so, dass Leif sehr eingebildet war oder total überzeugt von sich. Aber sie liebten sich, es war eine wahre Liebe, die es kein zweites Mal geben würde. Der Rabe hatte es ihnen gezeigt, sie waren füreinander bestimmt! Leif glaubte daran und daran, dass Virgil einem anderen Weg folgen sollte. Also war es auch eine Art stummer Protest, sich in die Kirche einzuschleusen, auch wenn Leif sich ein wenig dafür schämte.

Normale Klamotten gab es kaum in Balar und Leif musste den Fundus ganz schön durchwühlen, bis er tatsächlich Hemd und Anzug fand, die seine Figur sogar betonten. Die Haare band er sich zu einem schönen Dutt, ließ nur ein paar der vorderen Strähnen heraushängen. Auf Flechtwerk verzichtete er diesmal. Auch seinen Bart rasierte er zu Teilen und stutzte ihn. Er wollte wirklich gut und gepflegt aussehen, ganz anders als Virgil ihn kannte. Wobei er eigentlich darauf achten wollte, dass er ihn nicht entdeckte. Aber ein gewisser Teil in ihm wünschte sich natürlich trotzdem, dass der Waliser ihn bemerken würde.
Leif ging also zur Church, sobald es so weit war, und erzählte der Wache, dass er Virgil kannte und neulich schon mal hiergewesen war. Er musste ein paar Sachen zur Gemeinde beantworten, um zu beweisen, dass er die Tour bekommen hatte, und war froh, dass ein paar Dinge trotz der Situation damals hängengeblieben waren. Letztlich ließ man ihn ein und er folgte dem Strom an schick gekleideten Gäste zur Kirche, um sich einen Platz möglichst ganz hinten zu suchen ...

@Virgil Chadburn

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#162

RE: Meer

08.05.2022 01:20
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Virgil hatte auch schon daran gedacht einfach alles für Leif aufzugeben.. ein neues Kapitel in seinem Leben aufzuschlagen und das alte hinter sich zu lassen. Aber auch wenn er bei der Church nicht er selbst sein konnte, so gab es trotzdem Menschen die er liebte. Schließlich musste er sich ja nicht vollkommen verstellen. Der offenherzig, humorvolle und charismatische Part von ihm existierte ja trotzdem. Einzig seine Sexualität…. war ein großes Geheimnis. Es hatte ja bereits sogar Gerüchte über ihn gegeben, weil man ihn noch nie zusammen mit einer Frau gesehen hatte. Weshalb viele in der Gemeinde heilfroh waren, dass er nun endlich bereit war sich zu binden. Und die Gerüchte wohl doch nur Geschwätz gewesen waren.
Er machte seiner Gemeinschaft nun also endlich Ehre.. und viele hatten stets behauptet, er und seine Verlobte wären das perfekte Paar, weil sie einander seit Kindertagen kannten und offenbar füreinander bestimmt waren. Tja.. nun wollte er dieses Klischee eben bestätigen, egal wie bitter es auch war.

Allerdings war nichts so bitter… wie dieses Aufeinandertreffen mit Leif. Schlussendlich da fühlte es sich so an, als würde Leif ihn gerne einfach nur aus seinem Gedächtnis und Herzen ausradieren, als hätte er niemals existiert. Während Virgil.. für den Rest seines Lebens von den schönen Erinnerungen an diese Beziehung zehren würde.
Und das tat weh. Auch wenn es vielleicht besser so wäre. So konnte Leif mit ihm abschließend.. und sein Herz irgendwann anderweitig verschenken. An jemanden, der es mehr verdient hatte.
Trotzdem schmerzte sein Herz dabei ungemein und er konnte seine Emotionen irgendwann nicht mehr in Zaum halten. Also half nur noch die Flucht.. ehe sie beide vor Verzweiflung zusammenbrechen und all ihre Würde verlieren würden.

Virgil krümmte sich im Bett schmerzhaft zusammen und konnte sich nicht daran erinnern, wann er das letzte Mal so viel geweint hatte. Vielleicht beim Tod seiner Eltern? Ja.. wahrscheinlich.. ähnlich schlimm fühlte sich der Verlust von Leif sich nun für ihn an. Egal ob er noch lebte oder nicht. Der Schmerz war derselbe. Weshalb er irgendwann vor Erschöpfung in einen traumlosen Schlaf verfiel. Nur für wenige Stunden.. ehe er irgendwann, als das Tageslicht bereits durch die Fenster herein brach, wieder hoch schreckte. Er hatte gehofft, das alles wäre nur ein Traum gewesen. doch der Schmerz in seiner Brust brachte ihn sogleich unangenehm in die Realität zurück. Wobei sein Herz mindestens genauso schmerzte wie seine Wunde. 
und Leif? offenbar… war er seinem Rat gefolgt und gegangen. Virgil wusste nicht, was er deswegen fühlte. Denn einerseits war das gut und.. er hatte ihn ja auch darum gebeten. Aber tief in seinem Inneren war er wohl trotzdem enttäuscht deswegen oder hatte gehofft….. das er bei ihm bleiben würde. Es waren schizophrene Gefühle die er hegte. Doch Leif hatte seine Entscheidung getroffen. Das hieß dann wohl….. dieser Abschied war wirklich für die Ewigkeit und Virgil musste sich damit abfinden.

Weshalb er irgendwann schweren Herzens zurück zur Church trottete. Dabei kaum auf seine Umgebung achtete, jedoch im Wald vor der Kirche bereits von seinen Freunden aufgelesen wurde. Sie hatten seit Sonnenaufgang überall nach ihm gesucht und waren heilfroh, dass er lebend wieder kam. Und erneut musste Virgil lügen… darüber wo er gewesen war und wer ihm diese Verletzung zugefügt hatte.

Die kommenden Wochen waren noch schlimmer als jene zuvor. Aber wenigstens hatte er nun eine Ausrede, um die Hochzeit noch etwas weiter aufzuschieben. Denn seine Zweifel waren größer denn je. Leif hatte ihm auf so viele Weisen die Augen geöffnet, ihm Dinge vor Augen geführt.. die er versucht hatte einfach zu verdrängen. Doch waren sie einmal laut ausgesprochen, ging das einfach nicht mehr.
Und auch der Rabe stattete ihm ab und zu einen Besuch ab! Wobei Virgil inzwischen ja bei jedem Raben total paranoid war. Manchmal waren es vielleicht einfach nur normale Vögel und er sah plötzlich überall göttliche Zeichen. Leifs… Götter. Wieder fragte er sich, ob der christliche Glaube tatsächlich der Richtige für ihn war. und er haderte wirklich sehr mit sich und seinen Werten. Es war… verflucht schwierig für ihn vor seiner Verlobten eine heile Welt vorzuspielen… Zeit mit ihr zu verbringen und so zu tun, als hätte er Gefühle für sie. Während sie total hin und weg von dem Waliser war. Auch da kamen ihm wieder Leifs Worte in den Sinn…. dass er nicht nur sich selbst belog sondern seine Lügen auch Auswirkungen auf andere haben würden.
Vielleicht war es auch einfach nur Zufall, doch stets wenn er mit seiner Verlobten zusammen war, bildete er sich ein irgendwo Wolfsgeheul oder Krähenkrächzen zu hören. Und er fragte sich langsam wirklich, ob er verrückt wurde! Konnte ein gebrochenes Herz einen schwachsinnig machen? Vielleicht.. würde das alles ja endlich ein Ende nehmen, wenn er es einfach hinter sich brachte? Den Bund der Ehe schloss und somit für immer sein Band mit Gott knüpfte? Ja.. dann würden Leifs Götter ihn vielleicht endlich in Ruhe lassen.

Nach ein paar Wochen heftiger Selbstzweifel, Schmerz und Trauer… war es also so weit. Der Tag der Hochzeit war gekommen und Virgil wusste wirklich nicht, wie er aus der Sache noch raus kommen sollte. Die gesamte Gemeinde würde erscheinen, ein großes Lagerfeuer war geplant und natürlich würde es jede Menge Gebete und Lobpreisungen geben. Alle hier freuten sich schon wahnsinnig auf dieses Event….. alle bis … auf den Bräutigam. Und womöglich einem unerwarteten Besucher, der sich ebenfalls in die Kirche schlich.
Virgil hatte Leifs Auftauchen noch nicht bemerkt. Er hatte ohnehin das Gefühl das er völlig benebelt war und alles nur ganz dumpf mit bekam. Als würde er gänzlich neben sich stehen. Tat er letztlich auch…. trotz allem war er wirklich schick gekleidet. Er trug ein weißes Hemd und einen grauen Anzug dazu.. die Haare hatte er natürlich hoch gebunden, während er ein paar lose Strähnen nach hinten zur Seite gekämmt hatte. Seine Hände zitterten.. als er zum Altar schritt… während die Augen aller Anwesenden auf ihn gerichtet waren.
Vorne angekommen.. würde er auf seine künftige Braut warten. Ein Raunen ging durch die Runde, als sie beim Eingang erschien. Sie sah wirklich wunderschön aus in ihrem weißen, dezent gehaltenen Kleid. Viele Männer hier beneideten Virgil wohl wirklich um so eine schöne Braut. Nur er selbst.. empfand einfach rein gar nichts, wenn er sie betrachtete. Nichts außer.. Panik und dem Bedürfnis einfach wegzulaufen. aber er musste stark sein!! Er durfte jetzt nicht wanken.
Also atmete er tief durch und setzte das schönste, aufgesetzte Lächeln auf, das er beherrschte.
Seine Braut trug einen dezenten, kleinen Blumenkranz auf dem Kopf und lächelte ihn voller Freude und Rührung an, während sie ihm entgegen schritt.

Allerdings… wurde Virgils Aufmerksamkeit plötzlich von einem Geräusch abgelenkt. Und einem Flattern, das durch die hohe Kirchenhalle ging. Er folgte der Bewegung und sah….. den Raben! //oh.. bitte nicht jetzt..// dachte Virgil. Denn das war das mit Abstand schlechteste Timing überhaupt! Gerade hatte er sich innerlich doch seelisch darauf eingestellt, dass er hier als verheirateter Mann raus gehen würde. Und dann tauchte dieser Rabe auf?! Aber… nicht nur das. Er landete nicht einfach irgendwo, sondern in einer der Reihen ziemlich weit hinten.
Und als Virgil erkannte bei wem er da saß…… blieb ihm für ein paar Sekunden wohl wortwörtlich das Herz stehen.
Leif?!? Was….... machte Leif denn hier!!!
So schnell wie sein Herz aufgehört hatte zu schlagen……. so schlagartig setzte der Herzschlag nun wieder ein, nur definitiv 3x so hastig. So sollte es eigentlich sein, wenn er zu seiner Braut sah oder?? War es aber nicht. Während Leifs Anblick… so viele Gefühle und Empfindungen auf einmal in ihm auslöste. Er sah so wahnsinnig gut aus. Aber.. was machte er hier?! Wieso war er gekommen? Wollte er ihn quälen? Ihn auffliegen lassen aus Rache? Einspruch erheben? Oder sich einfach nur.. vergewissern, dass Virgil das wirklich durchzog? das Herz schlug ihm bis zum Hals und er wusste definitiv nicht wohin mit seinen Gefühlen. Inzwischen war seine Braut bereits am Altar angekommen und wartete darauf, dass Virgil ihre Hand nahm, um ihr die zwei Stufen hinauf zu helfen. Während er aber einfach nur… in Richtung Leif starrte. Weswegen Father Carter sich räusperte, damit Virgil sich gefälligst auf seine künftige Ehefrau konzentrierte. Er würde das Paar natürlich persönlich trauen. War er es schließlich gewesen, der Virgil mehrmals sehr deutlich nahe gelegt hatte, dass der Bund der Ehe ihn von all seinen Sünden befreien würde.
Virgil versuchte sich also wieder auf seine Braut zu konzentrieren…..was nun allerdings einfach nur ein Ding der Unmöglichkeit war…

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#163

RE: Meer

08.05.2022 01:56
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Schon wenige Minuten nachdem alle sich gesetzt hatten, ahnte Leif, dass es eine ganz dumme Idee gewesen war, hierherzukommen. Denn als Virgil durch den Gang Richtung Altar schritt ... da wurden Sehnsucht und Schmerz so groß, dass Leif sich mit den Händen am Holz der Bank festkrallen musste, um sich nicht vor Pein zu krümmen. Der Waliser ... sah so verdammt gut aus, doch leider war das alles nicht mehr für ihn bestimmt, sondern für die Braut. Leif kam dennoch nicht umhin, zu bemerken, wie getrübt Virgils Aura war. Er schien gar nicht richtig hierzusein. Vielleicht träumte er sich bereits fort. Leif war wohl der Einzige hier, der ganz genau wusste, wie wenig Virgil diese Hochzeit eigentlich wollte.
Als die Braut eintrat, fiel es Leif schwer, seinen Blick auf sie zu lenken, doch er ... wollte sie sehen. Sie war hübsch und offenkundig schwer verliebt. Bestimmt war sie ein nettes Mädel. Eines, das diese Farce nicht verdient hatte. Und Leif war sich im Klaren darüber, dass er auch ihren großen Tag gefährdete, indem er hier war. Doch es musste sein. Er musste das hier sehen und hören, sonst würde er nie begreifen, dass es zu Ende war.
Und doch wusste er nicht, ob er das ertragen würde. Es war schon kaum auszuhalten, zu sehen, wie sie Virgil anstrahlte, mit dem Blick ... den er sonst sicher getragen hatte, wenn er sich mit dem Waliser getroffen hatte. Als noch alles gut gewesen war. Virgils Lächeln schien fast echt zu sein, doch Leif kannte den feinen Unterschied. Er wusste, wie es aussah, wenn er ... wirklich strahlte. Und das hier war nur ein schwacher Abklatsch. Leif schämte sich für die Zufriedenheit, die das in ihm auslöste. Aber er hätte es nun noch weniger verkraftet, wenn Virgil sich plötzlich auch ganz angetan gezeigt hätte.

Das Flattern hörte Leif erst gar nicht, so sehr war er von seinen Beobachtungen und seiner Gefühlswelt eingenommen. Erst als er einen Windzug spürte und dann die Präsenz seiner Götter neben sich ... wandte er seinen Blick verwundert dem Federtier zu. Verwundert und ... panisch. Denn das lenkte die Aufmerksamkeit doch automatisch auf ihn. Zumindest diejenigen, die um ihn herumsaßen, schauten sich schon irritiert um. Immerhin war der Rabe auch ziemlich zutraulich und hopste noch etwas näher an Leif heran. Zog mit dem Schnabel an seinem Ärmel, als wollte er ihn auffordern, etwas zu tun. Und was? Sollte er jetzt hier eine große Szene machen? Nein ... nein, das hatte Virgil nun wirklich nicht verdient. Leif sah instinktiv wieder nach vorne zum Altar und ... da begegneten sich sein und Virgils Blick, verhakten sich miteinander. Und wieder spürte er, wie fest dieses Band immer noch war, das sie verknüpfte.
Verdammt! Leifs Magen zog sich zusammen, das war das einzige Organ, das noch auf irgendwas reagierte. Er wusste ... wegzulaufen wäre feige, und doch bekam er gerade den Drang dazu. Während der Rabe erneut auffordernd krächzte und nun in seinen Finger biss. Mit einem Zischen zog Leif die Hand weg, versuchte ihn, mit einem Blick zu verjagen. Es war doch eh alles vergebens, er wollte doch nur hier seinen Frieden schließen! Oder glaubten die Götter ... es gäbe doch noch eine Chance, alles zum Guten zu wenden? Aber welche? Und vor allem jetzt, wo es so viel Publikum gab und die Braut schon am Altar stand? Es gab keine Möglichkeit, jetzt in Ruhe miteinander zu sprechen. Und ihn vor allen anderen anzuflehen, sich das noch mal zu überlegen ... das würde Virgil in eine Situation bringen, die Leif ihm nicht zumuten wollte. Also musste er diesmal wohl gegen seine eigentlichen Überzeugungen handeln und ... doch rasch verschwinden?
Leif sprang auf und wollte zur Tür hasten. Gleichzeitig erhob sich der Rabe laut krächzend in die Lüfte und peilte die arme Braut an, um ihr den Blumenkranz vom Kopf zu reißen und die Fetzen davon über den ganzen Boden zu zerstreuen. Der Schrei, den das Mädel dabei ausstieß, ließ Leif innehalten und sich doch wieder umwenden. Er stand nun vor der Tür, mit direktem Blick auf Virgil und das ... Desaster. Denn der Rabe hatte da nicht gestoppt, jetzt hopste er vor dem Waliser umher und schnappte mit dem Schnabel nach seinem Hosenbein, wie um ihn vom Altar wegzuziehen. Leif war sich ziemlich sicher, dass Odin in seinem Heim gerade verzweifelt die Hände über dem Kopf zusammenschlug. Was sollte er denn noch alles tun, damit die beiden endlich begriffen, was sie tun sollten?

@Virgil Chadburn

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#164

RE: Meer

08.05.2022 02:43
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Virgil stand zu sehr unter Anspannung, um sich hinfort zu träumen. Es waren keine schönen Erinnerungen, die seine Gedanken streiften. Er war einfach nur.. verkrampft. In jeglicher Hinsicht. Wenn er Nia geküsst hatte da… hatte er stets versucht sich vorzustellen sie wäre Leif oder er hatte es einfach über sich ergehen lassen. Sie hatte dabei wohl immer den Unterschied gemerkt, denn wenn er gedanklich bei Leif war.. waren auch seine Küsse inniger. Doch wirklich funktioniert hatte dieser Trick auch nicht lange.. und Virgil hatte es ohnehin vermieden ihr öfter als nötig körperlich nahe zu sein. Ein Glück, dass sie mit dem Sex bis nach der Ehe warten wollten. Das hatte ihn wenigstens nicht in Erklärungsnot gebracht. Aber wie würde es danach sein? wenn sie bemerkte dass…. ihre Berührungen ihn nicht anturnten? Würde er sein Gehirn wirklich jedes Mal austricksen können, indem er an einen Mann dachte? Was.. wenn das mal nicht klappte? Er würde sie wirklich in vielerlei Hinsicht enttäuschen. All diese Dinge wurden ihm nun plötzlich erst klar als er bereits in der Kirche stand. Wieso hatte er darüber nicht vorher nachgedacht? Panik stieg in ihm hoch und er bekam mehr und mehr Zweifel an dieser Entscheidung. Gar nicht mehr so sehr seinetwegen… sondern wegen seiner Verlobten und auch… wegen Leif. Er hatte gesehen wie schlecht es ihm zuletzt gegangen war. Und das war einzig und alleine seine Schuld gewesen. Er tat mit seinem Verhalten so vielen Menschen weh… und das alles nur, um seinen Gott zufrieden zu stellen. Konnte das wirklich der Preis sein? Der Preis dafür…. das er einen Mann liebte? Es kam ihm einfach nicht mehr richtig vor.
Und natürlich wollte ihm auch der Satz mit dem Schicksal nicht aus dem Kopf gehen. Weshalb es doch erneut ganz eindeutig war, was der Rabe in der Kirche ihm sagen wollte, als er bei Leif landete.
Er war sein Schicksal…. er gehörte zu ihm. Und niemand sonst.

Das sahen die Anwesenden hier natürlich anders. Noch wurde der Rabe ignoriert, da er sich relativ ruhig verhielt und vorne niemanden störte. Weswegen Father Carter mit seiner Predigt begann. Er hielt einen Vortrag über die Rechte und Pflichten in einer Ehe und anderen christlichen Kram, auf den Virgil sich kein Stück konzentrieren konnte. Er versuchte…. seine Verlobte anzuschauen. Doch sein Blick der… schweifte automatisch immer wieder zur Seite ab.
Erst als Nia nach seinen Händen fasste und ihm das Ja-Wort gab, richtete er den Blick wieder auf sie. Denn sie strahlte bis über beide Ohren. Nun fehlte…. nur noch seine Zustimmung oder?

Das Krächzen des Raben wurde aber plötzlich immer lauter.
Und langsam kehrte auch in der Kirche Unruhe deswegen ein, man verlangte den Raben nach draußen zu jagen. Und zumindest Father Carter war bewusst, dass dieser Vogel wohl für mehr stand als die meisten hier wussten. Er kannte die Religion der Wikinger… mit ein Grund, weshalb er sie so verachtete.
Weshalb er schon ein wenig ungehalten wurde. Doch der Rabe schien sich nicht verscheuchen zu lassen. Stattdessen ging er in den Angriff über und stahl der armen Braut auch noch ihr Blumenkränzchen.
Ein geschocktes Raunen ging durch die Reihen, ein paar der Leute sprangen auf und… versuchten hektisch die Blumen wieder zusammen zu sammeln.
Nia griff sich fassungslos an den Kopf während Virgil…. sie eigentlich beruhigen sollte. Doch stattdessen wanderte sein Blick in Richtung Ausgang, wo Leif stand. Er wollte gehen? Hatte er nur für Chaos auf seiner Hochzeit sorgen wollen und jetzt machte er sich aus dem Staub?? Nein das.. sah ihm doch nicht ähnlich. Zumindest nicht, solange Dark Leif nicht übernommen hatte. Aber dann würde er wohl Äxte schwingen, statt dressierte Raben zu schicken.

Die Situation war hektisch und geladen und Virgil wusste einfach nicht… wohin mit seinem Blick. Am besten hinab auf den Boden zu dem Raben, der nun auch noch an ihm zerrte.
Okay…. er musste…. nun irgendeine Entscheidung treffen. Father Carter beharrte nämlich darauf, dass Virgil endlich seine Frage beantworten sollte, ob er seine Frau ebenfalls lieben und ehren würde, bis das der Tod sie schied. Denn ehe noch mehr Chaos ausbrach, wollte er die Zeremonie gerne zu Ende bringen.

Virgil öffnete bereits den Mund und… wollte etwas sagen. Doch… kein Ton kam über seine Lippen. es war so als hätte man ihm die Stimmbänder raus gerissen. Oder als hätte er einen dicken Kloß im Hals, denn es gelang ihm nicht nun ein schlichtes ‚ja‘ mit den Lippen zu formen. Ob die Götter auch dabei wieder ihre Finger im Spiel hatten? Ach was auch immer der Grund dafür war.. Virgil wusste längst was er tun musste…. als er hinüber zu Leif blickte. Endlich….. hatte er eine Entscheidung getroffen.
Eine Entscheidung.. die ihn plötzlich ganz ruhig werden ließ. Je hektischer die Gäste, seine Braut und Father Carter, desto ruhiger wurde Virgil. Er hörte kaum noch was Nia, Carter oder die anderen ihm zuriefen. Nein.. er ging nun stattdessen vollkommen gelöst und gelassen in die Hocke und blickte den Raben einfach nur an. Ehe plötzlich ein sachtes Lächeln auf seinen Lippen erschien. Ein Lächeln, das ehrlicher nicht sein konnte.
Er streckte sogar ganz vorsichtig den Finger aus.. um dem Raben kurz über das schwarze Köpfchen zu streicheln während er flüsterte
„du kannst nun aufhören.. ich habe es verstanden…“
Und mit diesen Worten erhob er sich wieder und nahm beide Hände seiner Braut. Die er nun auch zum ersten Mal ehrlich anlächelte.
„Nia.. bereits seit ich ein Kind war, hast du immer zu mir gehalten, warst an meiner Seite und hast stets einen besseren Menschen aus mir gemacht. Und das hat sich bis heute nicht geändert…“
Wieder begann Nia zu strahlen, da sie dachte Virgil würde nun einfach ein Ehegelübde aufsagen, ehe er ihr das Ja-Wort gab. Und auch im Saal kehrte wieder etwas Ruhe ein
„Deswegen… kann ich dich leider nicht heiraten. Du hast wirklich alles Glück der Welt verdient, doch das…. wirst du nicht bei mir finden.“
Er hob ihre beiden Hände an und hauchte ihr einen Kuss auf den Handrücken
„Bitte vergib mir… aber ich kann dir dieses Eheversprechen nicht geben. Denn du hast es verdient von deinem Ehemann stets als seine oberste Priorität behandelt und Tag für Tag auf Händen getragen zu werden. Du hast einen Mann verdient… der dich von ganzem Herzen liebt. Und ich bin mir sicher du wirst ihn finden…. allerdings nicht in mir..“
Bestürzung machte sich im Raum breit und Father Carter stand kurz davor zu platzen. Aber trotzdem… hatte Virgil ein seliges Lächeln auf den Lippen. Denn all diese Dinge auszusprechen das fühlte sich.. einfach wahnsinnig gut und richtig an. das erste Mal seit er Teil dieser Kolonie war, stand er zu seinen Gefühlen.
Er sagte ja nicht warum er sie nicht lieben konnte… aber es war ihm einfach nicht möglich diese Hochzeit durchzuführen…. nicht unter diesen Umständen. Er wusste um die Gefahr der Konsequenzen. und trotzdem war er.. glücklich. Denn endlich einmal er selbst sein zu können… fühlte sich so gut an. und eine riesige Last fiel von seiner Seele ab, auf welcher sich so viel Druck aufgebaut hatte.

Bevor Father Carter jedoch ausrastete entschied Virgil sich dazu die Kirche zu verlassen. Dabei.. schritt er direkt auf Leif zu. Mit einem Lächeln im Gesicht… das ehrlicher nicht sein konnte. Denn gerade da fühlte es sich so an… als würde er zu ihm an den Traualtar schreiten.
Dieses Hochgefühl würde sicher nicht lange währen, denn die Realität würde ihn sofort wieder einholen, nachdem er die Kirche verlassen hatte.
Aber diese wenigen, magischen Sekunden reichten aus um… ein Gefühl in ihm auszulösen, das er nie zuvor gespürt hatte. Ein Prickeln, Aufregung und einfach nur… pure Liebe.
Virgil wusste nicht mal, ob Leif ihn überhaupt noch wollte.. aber.. er konnte das hier einfach nicht länger und musste gehen, egal wie egoistisch das auch war….

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#165

RE: Meer

08.05.2022 03:24
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Was für ein Chaos hatte er nur hergebracht? Leif betrachtete fassungslos, was der Rabe anrichtete und wusste nicht, was er davon halten sollte. Sich geehrt fühlen, weil sich seine Götter so für ihn und Virgil ins Zeug legten? Peinlich berührt sein, weil es nun vor so viel Publikum geschah? Und wie das etwas bringen sollte, wusste er auch nicht. Der Waliser hatte vermehrt deutlich gemacht, dass er diesen Weg gehen würde und rein gar nichts, was Leif gesagt oder getan hatte, änderte etwas daran. Und auch nicht, dass sich seine Götter um Virgil bemühten. Dieser hatte sein Schicksal selbst gewählt und Leif hatte gerade das Gefühl, dass die Einmischung des Raben alles schlimmer machte. Natürlich vertraute er für gewöhnlich dem Urteil der Götter, aber es schien alles so aussichtslos zu sein und er sah einfach nicht, wo er jetzt noch etwas tun konnte, damit Virgil sich für ihn entschied.

Letztlich lag es aber auch nicht mehr an ihm. Das bemerkte wohl auch der Rabe, denn er hatte sich nun dem Waliser zugewandt, während Leif hektisch darüber nachdachte, ob man ihm gleich die Schuld zuschieben und irgendwo kreuzigen würde. Und doch war er an Ort und Stelle festgefroren, beobachtete wie Carter mit der Zeremonie fortfahren wollte und Virgil immer wieder zu ihm herübersah. Er sollte jetzt gehen, oder? Solang noch halbwegs Chaos herrschte, sollte er verschwinden und hoffen, das würde auch dem Raben zeigen, dass er sich die Mühe schenken konnte. Aber nach wie vor konnte er es einfach nicht.
Und so bekam er mit, wie Virgil sich plötzlich zu dem Federtier hockte und ein inniges Zwiegespräch mit ihm hielt. Verstehen konnte er von hier freilich nichts und als der Waliser sich seinem Mädchen zuwandte und ihre Hände hielt ... ging er zunächst davon aus, dass Virgil bei seiner Entscheidung blieb und sie ehelichte. Und dem Raben gesagt hatte, er würde sich nicht vom Gegenteil überzeugen lassen. Denn dieser erhob sich kurz darauf in die Lüfte und segelte an Leif vorbei ins Freie, wo er Gekrächze hören ließ. Dass sich triumphierender anhörte, als es zu dieser Situation passte.
Je mehr Virgil da vorne mit seiner Braut redete, desto mehr erschloss sich auch Leif, was hier gerade passierte. Er ... kehrte ihr den Rücken zu. Und somit zwangsläufig auch dieser Gemeinde und seiner Familie. Denn das war wohl ein Verrat sondergleichen. Bedeutete das ... er hatte sich doch noch für ihn entschieden? Ein kleiner Teil von Leif wollte ihn davon abhalten, ganz egal, was das für sie bedeutete ... denn er wollte nicht, dass Virgil seine Heimat und seine Freunde verlor. Das würde ihm doch auch wehtun. Und doch geschah es gerade, weil er sich dazu entschieden hatte ... er selbst zu sein. Das ließ Stolz in Leif aufkommen ... Stolz und eine förmlich berauschende Zuneigung, die nun nicht mehr mit ganz so viel Schmerz verbunden war.

Virgil wandte sich ab und schritt die Treppen sowie den Gang entlang auf Leif zu. Der rechnete immer noch damit, Zorn und Ablehnung in seinem Gesicht zu erblicken, weil der Wikinger sein ganzes Vorhaben zerstört hatte. Aber da war nur ... dieses wunderschöne Strahlen und ganz viel Liebe. Leif fühlte sich gerade wie in einem Traum, so surreal war das nach der wochenlangen Ablehnung und Abstinenz. Nach allem, was passiert war. Vielleicht phantasierte er ja gerade, weil er den Schmerz nicht mehr aushielt, den er bei dieser Trauung fühlte?
Der Wunsch, Virgil um den Hals zu fallen und ihn zu küssen, war übermächtig. Oder auch nur nach seiner Hand zu greifen und sie festzuhalten, während sie gemeinsam die Kirche verließen. Doch Leif sah wohl immer noch regelrecht überrumpelt und fassungslos aus, als der Waliser ihm immer näher kam. Außerdem wusste er nicht, ob ... sie immer noch eine Farce aufrechterhalten sollten, solang sie hier waren. Immerhin hatte Virgil vorne nichts von seinen eigentlichen ... Neigungen gesagt. Und sicher wollte er diesen Ort mit einem Rest Würde verlassen? Leif konnte das gerade gar nicht einschätzen. Vielleicht wollte er ihn ja auch gar nicht mehr und sah nur so gelöst aus, weil er sich vor der falschen Hochzeit gerettet hatte? Weswegen er tatsächlich ihm die Entscheidung überlassen wollte, wie sie nun hier vor allen anderen aufeinander reagierten ... ihm aber letztlich mit sehnsuchtsvollem Blick noch zwei Schritte entgegenging, um ihm zu zeigen, dass er ... ihn immer noch wollte.

@Virgil Chadburn

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#166

RE: Meer

08.05.2022 20:35
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Leif irrte sich. Denn alles was er bei ihren letzten Treffen zu ihm gesagt hatte, löste durchaus etwas in Virgil aus. Brachte ihn zum Grübeln, zum Überdenken seiner Prinzipien und Grundsätze. Denn auch er fragte sich mehr und mehr.. wie viele Sünden er noch begehen sollte, nur um seine Liebe zu Leif zu verleugnen. Das war einfach nicht richtig, egal wie unnatürlich sein Gott diese Gefühle auch fand. Aber dafür einfach alles zu verraten das ihn ausmachte und ihm wichtig war.. das konnte nicht richtig sein.
Eigentlich war ihm das schon länger klar. Er hatte bloß nicht mehr gewusst, wie er aus dieser Sache heraus kommen sollte. Und wäre Leif nicht in der Kirche aufgetaucht… hätte er dieses Mädchen wohl auch geheiratet. Einfach aus Pflichtbewusstsein und weil er niemanden enttäuschen wollte.
Aber so? Unter diesen Umständen war es ihm einfach nicht möglich. Er konnte keiner anderen Person sagen, dass er sie liebte, wenn seine eigentliche Liebe doch ganz woanders im Raum stand. Das wäre einfach nur eine grausame Lüge und dadurch definitiv falsch.
Also entschied er sich das erste Mal in seinem Leben dazu…. das zu tun was sein Herz ihm befahl. Nicht zu entsprechen und seinen eigenen Weg zu gehen. Egal was das für ihn und sein Zukunft bedeutete. Er hatte sich ja nicht geoutet. Das wäre noch mal ein viel größerer Schritt, den er nun noch nicht bereit war zu gehen. Also vielleicht konnte er Schadensbegrenzung betreiben und würde nicht gleich aus der Kolonie verbannt werden.
Er wusste es nicht… aber was auch immer die Konsequenz war, er würde sie akzeptieren.
Natürlich hatte er Angst. Denn was wenn man ihn aus der Kolonie warf, Leif ihn aber auch nicht mehr wollte oder man ihn in Balar nicht aufnehmen würde? Dann stünde er vor dem Nichts.. und dennoch nahm er dieses Risiko nun lieber in Kauf als sein Herz zu verleugnen und eine Entscheidung zu treffen, die ihn langsam nach und nach innerlich sterben ließ… emotionaler Selbstmord, wie Leif es genannt hatte.

Also schritt er auf ihn zu, ließ alles hinter sich.. und blendete auch die vielen Worte, fassungslosen Geräusche und das Tuscheln aus. Er.. fixierte sich einfach nur auf Leif. Denn alles andere würde ihn nun wohl in sofortige Panik verfallen lassen. aber sein Anblick gab ihm Ruhe.. inneren Frieden.. und die Gewissheit, dass er gerade das Richtige tat.
Als Leif ihm nun sogar noch etwas entgegen kam… blieb er vor ihm stehen. Am liebsten würde er nun auch seine Hand nehmen und mit ihm gemeinsam die Kirche verlassen.
Aber… das wäre nicht richtig. Nicht mal unbedingt deshalb weil er sich nicht outen wollte, sondern vor allem auch aus Respekt vor seiner Ex-Verlobten. Es reichte schon, dass er sie am Altar stehen ließ, da musste sie nun nicht auch noch mit ansehen, wie Virgil einen anderen Mann küsste oder mit ihm Händchen hielt.
Weswegen er Leif in die Augen blickte und nur sagte
„…lass uns gehen..“
Und anschließend ging er an ihm vorbei und nach draußen. in der Hoffnung, dass Leif ihm folgen würde. Denn sicher war er sich nicht, dass der Isländer ihn wirklich noch wollte. Nach allem was er ihm angetan hatte.
Aber sie mussten zumindest unbedingt reden. und die Dinge zwischen einander klar stellen.
Virgil stand noch völlig unter Adrenalin und vielleicht auch ein bisschen Schock, ausgelöst durch sein eigenes Handeln. denn das alles war schon eine sehr… heftige Situation. Und es würde wohl ein bisschen dauern, bis er tatsächlich realisierte, was er gerade getan hatte.
Und er brauchte dringend frische Luft. Weswegen er die schweren Tore der Kirche öffnete und die Atmosphäre hinter sich ließ, die ihm fast die Kehle zugeschnürt hatte.
Draußen angekommen nahm er erst mal einen tiefen Atemzug. Und wartete anschließend auf Leif.
„Komm…“
Flüsterte er bloß und.. bewegte sich nun in Richtung Ausgang. Er musste nun hier raus.. denn man würde sicher nach ihm suchen und ihn zur Rede stellen wollen, kaum dass der erste Trubel sich etwas gelegt hatte. Aber gerade konnte er mit niemandem reden… niemandem außer Leif.
weshalb er förmlich mit ihm aus der Gemeinde ‚floh‘ und.. irgendwo im Wald mit ihm verschwand.
Bis dahin sagte er nichts… erst als sie weit genug weg waren blieb er stehen und… blickte Leif in die Augen.
Sein seliges Lächeln war nun nicht mehr so ungetrübt wie vorher, da ihm langsam aber sicher bewusst wurde, was er gerade getan hatte.
Und natürlich kehrte damit auch die Sorge zurück….. welche Strafe ihn und seine Liebsten dafür ereilen würde.
Dennoch fühlte er sich irgendwie befreit und dieser schwere Druck auf seiner Brust.. war plötzlich nicht mehr da.
Er wusste nur ehrlich gesagt nicht wirklich… was er nun zu Leif sagen wollte, da ihn die ganze Situation immer noch total überforderte und überwältigte. Weshalb er tatsächlich mal sprachlos war. Etwas das bei Virgil sonst eigentlich nicht vorkam.

@Leif Tyrson


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#167

RE: Meer

08.05.2022 21:15
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Leif forcierte auch nicht, dass sie sich hier vor Publikum und der verschmähten Braut um den Hals fielen. Zum einen wäre es ihm selbst unangenehm, so im Rampenlicht zu stehen und als Übeltäter entlarvt zu werden, der Virgil von seiner Hochzeit abhielt. Aber auch, weil er dessen Wünsche respektieren wollte, denn es war der Waliser, der gerade alles aufgab. Also sollte er auch das Tempo vorgeben und Leif würde ihm für alles Zeit lassen. Trotzdem waren bereits die Minuten, in denen Virgil so gelöst auf ihn zuschritt sehr innig und intensiv, egal, ob sie noch von Ängsten vor der Zukunft oder Bedenken begleitet wurden. Es zählte jetzt nur, dass Virgil eine Entscheidung getroffen hatte, und zwar die richtige, da war Leif absolut überzeugt. Nicht, weil er hoffte, wieder mit ihm zusammengekommen, es ging ihm vor allem um Virgils Seelenheil.
Leif nickte also schweigend, als der Waliser ihn aufforderte, mit ihm zu gehen. Wahrscheinlich sagte das auch schon alles aus – er war hier nicht bekannt und nun verließ er gemeinsam mit Virgil die Kirche? Klar, dass da etwas im Busch war. Und Leif hoffte, das alles würde nicht auf Balar zurückfallen und seine Kolonie in Gefahr bringen. So weit hatte er tatsächlich nicht gedacht, als er hierhergekommen war. Auch jetzt verdrängte er diese Option schnell wieder und folgte Virgil. Blieb draußen kurz mit ihm stehen und atmete ebenfalls tief durch. Über ihnen zog der Rabe seine Kreise, als würde er immer noch darüber wachen, dass sie keinen Rückzieher machten. Vielleicht wollte er aber auch einfach noch ein wenig bei ihnen sein. Leif zog jedenfalls Kraft aus seiner Gesellschaft. Allerdings machte er sich um Virgil Sorgen. Er war still und wie in Schock, von dem Strahlen von eben war nicht mehr so viel übrig. Was ja absolut verständlich war, wahrscheinlich dämmerte ihm so langsam, was er eben angestoßen hatte. Doch immer noch war dies hier nicht der richtige Ort zum Reden.

Virgil führte ihn vor die Tore der Kolonie und hinein in die Natur. Sie marschierten immer weiter und Leif war schon kurz davor, den Waliser an der Hand zu nehmen und ihm zum Stehenbleiben zu bringen. Ihn so still zu erleben machte ihm Sorgen, sie mussten nun dringend reden. Und dann drehte sich Virgil schon zu ihm um, blickte ihm direkt in die Augen. Leif schluckte. Schließlich sah Virgil immer noch verdammt gut aus in seinem Anzug und er bräuchte ... nur die Hand ausstrecken, um ihn zu berühren. Doch war nicht klar, ob er das durfte.
Eigentlich wollte er sich dafür entschuldigen, heimlich zur Hochzeit gekommen zu sein und all das ausgelöst zu haben. Aber da der Ausgang ... eigentlich gut für Virgil war, tat er sich damit schwer.
Worte zu finden war gerade generell nicht leicht.
Also tat auch Leif das, was sein Herz ihm diktierte. Er fiel Virgil um den Hals und hielt ihn ganz fest ... um ihm Kraft und Trost zu spenden, aber auch um ihm zu zeigen, dass er ihm immer noch nah sein wollte.

@Virgil Chadburn

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#168

RE: Meer

08.05.2022 21:34
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Diese ganze Situation war einfach nur völlig verrückt und überfordernd. Wo hatte Virgil sich da bloß rein manövriert? Wie hatte es passieren können…. dass er so viele Menschen vor den Kopf stieß? Er war doch sonst nicht so egoistisch, sondern stets darauf bedacht, es allen recht zu machen und ihnen ein gutes Gefühl zu geben. Und er hatte es ja auch wirklich versucht… sich selbst aufzugeben, nur um seinen Gott nicht zu enttäuschen. Seine Gemeinde und.. seine toten Eltern. Denn sie würden sich wohl im Grab umdrehen, wenn sie sehen könnten, was ihr Sohn hier gerade abzog.
Und fast wäre es ihm auch gelungen so zu leben, wie man es von ihm erwartete. Doch schlussendlich.. da waren es Wikinger gewesen, die ihn dazu gebracht hatten für sich selbst einzustehen. Egal wie egoistisch und dumm es vielleicht auch war.
Virgil hatte gemischte Gefühle, denn einerseits war er froh darüber, andererseits bekam er jedoch auch eine Heidenangst, je weiter er sich von der Church entfernte. Und natürlich fragte er sich, ob das die richtige Entscheidung gewesen waren. Das Zweifel sein Strahlen rasch überstrahlten war aber wohl verständlich.
Er brauchte also nun dringend irgendeine Art von Bestätigung, dass das hier der richtige Weg war!
Weswegen er sich abwartend zu Leif umdrehte. Denn er hoffte darauf das… er nun irgendwas sagen würde, das ihn in seinem Handeln bestätigte.
Jedoch schien Leif ebenfalls nicht zu wissen, was er sagen sollte. und so.. sahen sie einander bloß unsicher an.
Das sein Herz dabei schon wieder ziemlich schnell zu pochen begann, war jedoch schon ein ziemlich deutliches Zeichen. Nur könnte es auch noch aus Nervosität und Adrenalin passieren.
Dann aber kam Leif ihm plötzlich entgegen und…. schloss ihn einfach nur wortlos in seine Arme. Virgil war so überrascht davon, dass er dabei scharf die Luft einzog und die Augen weitete.
Das kam unerwartet.. weshalb Virgil einen kurzen Moment Zeit brauchte, um diese Berührung zu realisieren.
Nach wenigen Augenblicken jedoch.. fühlte er ganz deutlich, wie seine Verunsicherung sich legte. Wie viel… Geborgenheit Leif ihm immer noch gab. Egal was zwischen ihnen geschehen war. Und diese Erkenntnis traf ihn wie ein Blitz. Weshalb er nach kurzem Zögern nun ebenfalls die Hände um seinen Rücken legte und… sein Gesicht an Leifs Schulter vergrub.
Ihm stiegen schon wieder Tränen in die Augen.. weil das alles ihn so sehr überwältigte. Doch Leifs Berührung.. wie er ihn fest hielt das… sorgte dafür, dass Virgil nicht länger an seiner Entscheidung zweifelte.
Denn genau dieses Gefühl war es, das ihn in einsamen, kalten Nächten warm gehalten hatte. Er liebte Leif.. und daran hatte sich rein gar nichts geändert, egal wie sehr er versucht hatte diese Empfindungen zu unterdrücken.
Weshalb nun auch Virgils Griff fester wurde und er sich förmlich an Leifs Rücken krallte.
„bitte sag mir… dass ich gerade das Richtige getan habe…“
flüsterte er erstickt gegen Leifs Schulter während er sich einfach nur ganz fest an ihn drückte.

@Leif Tyrson


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#169

RE: Meer

08.05.2022 21:59
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Eigentlich hatte Leif Virgil jetzt, wo er ihn haben wollte. Weg von giftigen Pfaden und endlich seinem Herzen folgend. Und doch ... konnte er sich noch nicht freuen oder eine Art Triumph spüren. So überzeugt er auch davon war, ein Neuanfang wäre für Virgil das Richtige, vielleicht sogar bei seinen Göttern und vor allem ... in seinen Armen ... so war es schon extrem viel, das der Waliser nun auf einmal aufgab. Es war in allerletzter Minute gewesen und umso dramatischer. Es hatte keinen Weg mehr gegeben, den Umbruch sanft stattfinden zu lassen. Und irgendwie hatte Leif auch Panik, Virgil am Ende doch irgendwie manipuliert zu haben? Da war echt eine Menge, was ihnen beide gerade durch den Kopf ging, hm? Kein Wunder, dass es kaum in Worte zu fassen war.
Weswegen sich Leif letztlich für eine Geste entschied, die viel ausdrucksstärker war als jeder Satz, den er nun hätte bilden können. Es war das erste Mal seit Wochen, dass sie sich so nah waren. Sicher ... Leif hatte Virgil gestützt und verarztet, sie hatten sich noch ein paar verheißungsvolle Blicke und Berührungen geschenkt, aber dabei trotzdem immer einen gewissen Abstand gewahrt. Diese Umarmung war etwas völlig anderes. Ihre Körper umfingen einander, was sich wunderschön anfühlte und richtig. Falsch jedoch nicht mehr.
Auch Leif vergrub sein Gesicht an Virgils Schulter und atmete für ein paar Minuten einfach nur seinen Duft ein. Bis es nun doch der Waliser war, der das Schweigen brach und sich gleichsam fester an ihn krallte. Leif löste sich dennoch etwas von ihm, weil er ihm bei der Antwort in die Augen sehen wollte. »Hast du! Und egal ... was jetzt auf dich wartet, du bist nicht allein. Ich gehe diesen Weg mit dir. Wenn ... wenn du das denn möchtest.« Das war schließlich nicht gesagt. Auch Leif hatte Virgil Dinge angetan, ihn mit Axt und Worten verletzt und letztlich auch dieses Desaster in der Kirche ausgelöst. Doch Leif blickte dem Waliser furchtlos und zuversichtlich in die Augen, mit einem Lächeln auf den Lippen.

@Virgil Chadburn

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#170

RE: Meer

08.05.2022 22:16
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Virgil war zwar endlich seinem Herzen gefolgt. Aber ob das die richtige Entscheidung gewesen war, da war er sich noch nicht so sicher. Für einen Moment lang hatte es sich wirklich gut angefühlt. Doch nun kamen Zweifel auf. Denn nun gab es kein Zurück mehr. Und noch viel zu viele ungeklärte Fragen, die zwischen ihnen standen.
Immerhin mutete Virgil Leif mit seinem Handeln auch plötzlich eine ziemlich große Verantwortung zu. Die auch sein Leben für immer auf den Kopf stellen würde.
Was wenn…. er das nun doch nicht mehr wollte? Virgil mit all seinen Problemen, die nun folgten? Immerhin… stand dieser nun vor dem nichts. Und hatte nur noch Leif, um ihn aufzufangen. Was.. wenn ihm das alles plötzlich zu viel werden würde? Immerhin war er damals noch nicht dazu bereit gewesen ihm seine Liebe zu gestehen. Also was.. wenn ihm das hier nun auch viel zu schnell ging? Plötzlich für Virgil verantwortlich zu sein?
Bei diesen Gedanken machte sich neuerlich Panik in ihm breit. Weshalb er einfach von Leif wissen musste.. was er von seiner Entscheidung hielt. Und aus welchem Grund er überhaupt in dieser Kirche gewesen war. Vielleicht hatte er es auch missinterpretiert? und Leif wollte nur einen Abschluss finden? War nun nur aus Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein so lieb zu ihm und nahm ihn in den Arm?
Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor, bis Leif auf seine Frage antwortete und er fühlte schon wieder diesen Kloß im Hals, der ihn fast um den Verstand brachte.
Dennoch gelang es ihm.. ihm dabei verunsichert in die Augen zu blicken.
Als er jedoch endlich seine Antwort bekam… fiel ihm ein riesiger Stein von seinem Herzen und er atmete erleichtert auf. Völlig überzeugt war er davon aber immer noch nicht. Denn hatte Leif das wirklich gut durchdacht? Oder reagierte er nun einfach impulsiv oder weil er das Gefühl hatte, aufgrund ihrer Vorgeschichte musste er das sagen?
„und da bist du dir…. wirklich sicher? Selbst wenn das bedeutet, dass.. wir vielleicht noch mit weiteren Plagen bestraft werden,.. die auch dein Dorf in Gefahr bringen könnten?“
War Leif sich der Tragweite dieser Entscheidung wirklich bewusst? Was es hieß zu Virgil und dieser Beziehung zu stehen, bei all den Problemen die er gerade mit brachte?
Leifs Lächeln und seine Entschlossenheit spendeten ihm dennoch Hoffnung. Aber.. er musste einfach noch genauer nachfragen, damit Leif wirklich wusste worauf er sich hier einließ. Doch das er es wollte… stand bei seinem hoffnungsvollen Blick definitiv außer Frage.

@Leif Tyrson


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#171

RE: Meer

08.05.2022 22:43
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Sie beide hatten sich das letztlich doch ganz anders vorgestellt. Ihr ursprünglicher Plan, es langsam angehen zu lassen ... sich irgendwann erst in ihren Kolonien zu besuchen und an einem bestimmten Punkt zu entscheiden, wo sie ihr gemeinsames Leben dauerhaft verbringen wollten ... das wäre die gesündere Version gewesen, ihre Beziehung zu führen. Jetzt stand Virgil vor den Trümmern seines Lebens und Leif fühlte sich verantwortlich dafür. Natürlich wollte er ihn auffangen und an die Hand nehmen. Ihm helfen, seinen Platz zu finden und sich voll zu entfalten. Er würde es als Freund tun oder als Partner, je nachdem ... was Virgil wollte. Vielleicht sollte er mehr zögern, denn sein Herz war trotz allem noch nicht zurück. Aber wo auch immer es war, es war weiterhin voller Liebe zu dem Waliser, dieses Echo spürte Leif immer noch in jeder Faser seines Körpers. Doch bis es mehr als das wurde ... mussten sie wohl noch etwas klären.
Er hob die Hand, um Virgil ein paar wirre Strähnen hinters Ohr zu streichen. »Ich bin mir sicher! Was ich dir damals gesagt habe, gilt immer noch. Wir werden uns nicht so einfach erneut vom Christengott verdrängen lassen. Und was für eine größere Plage will er uns schicken, als die, welche bereits auf Midgard wandelt?« Ging es noch schlimmer als Untote zu kreieren? Leif hatte jedenfalls nicht vor, sich einschüchtern zu lassen. Zumal er beim Eintreten schlimmer Ereignisse nie an das Christentum dachte, es gab auch zig andere Erklärungen abseits diverser Götter.
Nun griff er nach Virgils Händen. »Ich möchte dir aber auch noch sagen ... dass ich nicht vorhatte, deine Hochzeit in solch ein Chaos zu stürzen. Eigentlich war ich gekommen, um ... ich weiß auch nicht. So richtig habe ich das nicht durchdacht. Ich habe wohl geglaubt, wenn ich sehe, wie du heiratest, könnte ich besser mit allem abschließen und ich wollte dich noch ein letztes Mal sehen. Aber der Rabe ...« Er warf einen Blick hinauf in die Baumwipfel und lächelte. »Der ist ziemlich hartnäckig. Ich wusste nicht mehr, wie ich um dich kämpfen sollte, und er hat das einfach übernommen. Trotzdem ... es tut mir leid, Virgil. Ich wollte dich nie in so eine Lage bringen und dich überrumpeln. Aber es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde ... es würde mich nicht glücklich machen, jetzt mit dir hier zu stehen. Und dass du deinen Weg endlich selbst wählen darfst.«

@Virgil Chadburn

zuletzt bearbeitet 08.05.2022 23:13 | nach oben springen

#172

RE: Meer

08.05.2022 23:21
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Tja.. das war nun wohl Geschichte. Nun hieß es ganz oder gar nicht. Es gab nicht mehr die Möglichkeit erst mal behutsam herauszufinden, ob sie zueinander passten oder nicht. Wenn sie sich füreinander entschieden… dann wäre das dauerhaft. und würde für ziemlich große Veränderungen in ihrer beider Leben sorgen. Sie sollten sich also wirklich sicher sein. Virgil für seinen Teil war es… aber er war noch nicht überzeugt davon, dass es Leif genauso erging.
Denn was wenn die Dunkelheit wieder kam und den Wikinger zweifeln ließ? Wenn er ihm doch irgendwann noch vorhielt.. was Virgil getan hatte, ihm nicht vertrauen konnte? Mit dem Vertrauen hatte er ja schon vor der ganzen Sache so seine Probleme gehabt und Virgil nach wie vor nicht in wichtige Belange seiner Kolonie eingeweiht. War Leif also wirklich schon so weit diesen Schritt mit Virgil zu gehen und diese Verantwortung zu übernehmen? Virgil wollte.. das Leif sich sicher war und nicht kurz zuvor noch einen Rückzieher machte, nachdem Virgil… alles für ihn zurück ließ. Wobei es nicht nur für ihn sein würde… sondern auch für sich selbst. Er wusste, er durfte sein Glück nun nicht von Leif abhängig machen und musste seinen Weg gehen, selbst wenn das ohne ihn sein sollte. aber natürlich hoffte er darauf, dass er das nicht musste.

Schon allein diese kleine, zarte Berührung.. wie Leif ihm die Strähnen hinters Ohr strich, löste Gänsehaut am gesamten Körper bei Virgil aus. Und er war fast versucht all seine Vorbehalte einfach über Bord zu werfen und ihn schwindelig zu küssen! Aber er musste sich nun beherrschen. Denn sie durften nun nicht noch mehr überstürzen, das war schon mal nach hinten los gegangen..
Seine Antwort jedoch.. ließ ihn sanft lächeln und auch die Verliebtheit kehrte wieder in seinen Blick zurück.
„So spricht also ein echter Wikinger, ja?“
Er ließ sich nicht von diversen Plagen und Seuchen verschrecken und würde trotzdem für ihre Liebe kämpfen. Virgil sollte sich wirklich ein Beispiel an Leif nehmen, weil dieser gerade so willensstark und sicher wirkte. Und das gab letztlich auch ihm die nötige Sicherheit, um ihm zu vertrauen. Und selbst den Glauben daran zurück zu erlangen, dass sie eine gemeinsamen Zukunft hatten.

Virgil blickte hinab auf ihre Hände, als Leif sie hielt, richtete den Blick danach jedoch wieder hoch in seine Augen und hörte einfach nur zu. Stellte zwischendurch allerdings kurz die Frage
„woher wusstest du überhaupt, wann die Hochzeit stattfindet?“
es hatte immerhin keine Werbeplakate dafür gegeben oder so.. und Leif war schon schick gekleidet her gekommen, deswegen musste er schon irgendwoher Wind davon bekommen haben.
Allerdings schüttelte er anschließend beschwichtigend den Kopf und drückte seine Hände ein wenig fester.
„Du hast nichts Falsches getan Leif. In diese Lage habe ich mich schon selbst manövriert. Ich hätte die Verlobung viel früher lösen müssen, als ich bemerkt habe… dass dieser Weg nicht der Richtige für mich ist. In den letzten Wochen konnte ich an nichts anderes denken als die Worte.. die du zu mir gesagt hast. Das.. du mein Schicksal bist. Und wie viele Sünden ich noch begehen möchte, nur um unsere Liebe zu tilgen. Das ich nicht nur mich belüge sondern… diese Lügen auch Einfluss auf so viele andere Menschen haben würden…. ich habe selbst erkannt, dass es nicht besser sein kann eine Leben voller Lügen zu führen. Nichts daran ist.. fromm, ehrenhaft oder christlich. Ich habe mein Versprechen an Gott gebrochen ja… und dafür wird er mich womöglich verstoßen. Aber.. zuvor habe ich auch mein Versprechen an dich gebrochen. Nämlich.. dir niemals weh zu tun und immer für dich da zu sein“
Okay er hatte dieses Versprechen nie so direkt ausgesprochen, ihm innerlich jedoch schon 100 Mal gegeben
„Ich weiß nicht, weshalb mein Gott in unserer Liebe etwas Unnatürliches und Falsches sieht.. aber mir ist klar geworden dass… ich selbst entscheiden kann welchen Weg ich gehe. Ich bin vielleicht als frommer Christ aufgewachsen und erzogen worden. Aber am Ende entscheide immer noch ich, welcher Glaube der Richtige für mich ist. Und so wie es aussieht…… ist es das Christentum offenbar nicht…“
das so direkt auszusprechen hatte er noch nie gewagt. aber nun spielte es keine Rolle mehr oder? er hatte seinen Gott ohnehin schon erzürnt und er würde ihm niemals vergeben. Also weshalb… noch für etwas kämpfen das ohnehin schon verloren schien?
Sein Gott bestrafte ihn nur mit Verachtung und Missgunst… während der Rabe aus Leifs Glauben alles in seiner Macht stehende getan hatte, um dafür zu sorgen, dass sie nun hier standen.. und zueinander fanden. Also fiel Virgil die Entscheidung plötzlich überraschend leicht. Und er lächelte bei Leifs Worten.
„Ach ja, ist das so?“
Es machte ihn so glücklich zu hören, wie froh Leif darüber war, dass sie nun zusammen hier standen. Weshalb er nun seinerseits eine Hand von ihm löste, um sie auf seine Wange zu legen und sanft mit dem Daumen darüber zu streichen.
„Ich habe vor… nie wieder andere Gefühle bei dir auszulösen als Glück. Und ich verspreche dir, dass ich… beim nächsten Mal nicht einfach davon laufen werde, wenn sich uns Probleme in den Weg stellen“
Denn Virgil konnte sich vorstellen, dass Leif nun vielleicht so seine Zweifel daran hatte, ob Virgils Entscheidung wirklich handfest war und er nicht wieder zu wanken begann. Aber das war sie. Und das musste er ihm sagen.
„Dir ist aber hoffentlich klar, dass ich… wohl nicht mehr hier bleiben kann, wenn wir uns wirklich dazu entschließen diesen Schritt gemeinsam zu wagen. Und das hieße…. du hättest plötzlich einen heimatlosen, verstoßenen Ex-Christen an deiner Backe, den du nicht mehr so einfach los wirst“
und da es ihnen nicht gelungen war gemeinsam ihre Hütte zu bauen… hieß das auch, dass Virgil nirgendwo hin konnte. und sie wohl nur die Möglichkeit hatten….. in Leifs Kolonie zu gehen.

@Leif Tyrson


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#173

RE: Meer

09.05.2022 00:00
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Leif konnte die Dunkelheit leider nicht beeinflussen. Vielleicht würde sie kommen und Probleme machen, ihn in Zweifel und Fragen stürzen. Wenn Virgil ihn wollte, musste er das Gesamtpaket nehmen. Jedoch hoffte Leif darauf ... dass dieser Anteil in ihm still wurde, wenn er wieder mit Virgil zusammen war. Er hatte bereits gezeigt, dass er dazu in der Lage war, sie verschwinden zu lassen. Als Leif ihm erzählt hatte, was in Balar vor sich ging mit den Fischen ... als er noch nicht bemerkt hatte, was das für eine Panik bei Virgil ausgelöst hatte ... da hatte es sich gut angefühlt. Als würde allein Virgils Präsenz und Nähe ihn auffangen und ihm Frieden schenken. Aber versprechen, dass die Dunkelheit niemals wieder kam ... das konnte Leif ihm leider nicht. Doch darüber sprachen sie jetzt nicht ... oder noch nicht. Es ging nun erst mal um die Plagen, die der Christengott womöglich Richtung Balar schicken würde. Und dieser Kampfgeist, der da in Leif lebte, der war nicht vergangen. Er hatte seine Worte damals schon so gemeint und tat es auch jetzt noch. In Wahrheit würde er sehr viele Risiken eingehen, um seinen Seelenverwandten endlich wieder an seiner Seite zu haben. Aber nur, wenn der Kampf nicht umsonst war. In den letzten Wochen hatte er das Gefühl gehabt, gegen Windmühlen anzugehen, da Virgil auf nichts richtig eingegangen war, was er gesagt oder getan hatte. Sie hatten sich nur immer weiter voneinander entfernt. Doch nun, wo der Waliser eine Entscheidung getroffen hatte ... konnte Leif auch wieder seinen Kampfgeist auspacken. Und das war ein richtig gutes Gefühl.

Kurz richtete er seinen Blick schambehaftet nach unten. »Ich habe die Wachen belauscht. Nachdem wir uns am Strand so ... ungut voneinander getrennt haben, da konnte ich noch weniger so weiter machen wie vorher. Ich hätte am liebsten noch mal mit dir gesprochen und meine Worte richtiggestellt, doch ... es war besser, es nicht zu tun, dachte ich. Ruhe habe ich trotzdem keine gefunden und deswegen wollte ich herausfinden, wann deine Hochzeit stattfindet. Es gab ... hier kaum ein anderes Thema in den letzten Tagen.« Als wäre es ein richtig heiß ersehntes Event gewesen und zu hören, wie gut Nia und Virgil angeblich zueinander passten, hatte Leif mehr als einmal an den Rand eines Heulkrampfes gebracht.
Letztlich waren seine Worte also doch nicht ins Leere gelaufen? Sie hatten etwas in Virgil ausgelöst und Denkprozesse angestoßen, die wichtig für die heutige Entscheidung gewesen waren. Leif lächelte. »Es ist ... wichtig, dass du diese Erkenntnis selbst hattest. Ich wollte dich nie überreden oder manipulieren. Du hast Gott vor mir Treue geschworen und das wollte ich respektieren. Es ist mir ... irgendwann nur wirklich schwergefallen, weil ich es nicht ertragen habe, dich in dein Verderben rennen zu sehen.«
Nun sagte Virgil direkt, dass er dem Christentum den Rücken kehren wollte. Das war ... ziemlich bedeutsam und Leif griff die Hände des Walisers fester. »Das muss dir eine furchtbare Angst machen. Du lässt gerade alles zurück, was du kennst. Ich lasse dich nicht im Stich, das schwöre ich.« Egal, ob er nun mit dem Gedanken spielte, zu den nordischen Göttern ein festeres Band knüpfen zu wollen oder erst mal mit allem klarkommen wollte ... Leif würde an seiner Seite bleiben und ihm die Hand reichen, wenn er sie nehmen wollte.

Aber jetzt ... jetzt ging es direkt um ihre Beziehung. Wie es bei ihnen weitergehen sollte. Leif hielt den Atem an, als Virgil ihm so zärtlich über die Wange strich und sah ihm unverwandt in die Augen. Der Waliser hatte ihm schon einmal etwas Ähnliches versprochen. Dass sie jegliche Schwierigkeiten gemeinsam überwinden würden. Dass er an diesem schicksalhaften Tag einfach abgehauen war, hatte etwas in Leif hinterlassen und zugegebenermaßen hatte er Angst davor ... dass es wieder so sein würde. Dass sie miteinanderschliefen, am nächsten Tag ein paar tote Fliegen vor ihrer Tür lagen oder so und Virgil dann verschwinden würde. Aber er musste ihm einfach noch eine Chance geben, wie könnte er auch nicht, nach allem, was er ihm in den letzten Minuten gesagt hatte.
»Ich vertraue dir, Virgil. Wirklich.« Leif lächelte bei diesen Worten und lehnte seine Wange ein bisschen mehr gegen Virgils Hand.
»Ich möchte wieder mit dir zusammen sein und ... ich nehme dich mit nach Balar. Du kannst bei mir wohnen ... oder eine eigene Hütte bekommen. Und ich werde alles dafür tun, damit du dich nicht verstoßen fühlst, sondern ... wie ein Teil der Familie.« Er trat einen kleinen Schritt näher an Virgil, obwohl sie sich schon sehr nah waren. »Ich ... ich liebe dich nämlich. Das hätte ich dir schon längst sollen. Ich liebe dich!« Und während er es aussprach ... bemerkte er, wie sich in seiner Brust wieder etwas zusammenfügte. Sein Herz kehrte zurück ... ganz langsam, noch ein wenig unsicher, aber begierig, ihn wieder zu erfüllen.

@Virgil Chadburn

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#174

RE: Meer

09.05.2022 10:56
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Virgil wollte auch das Gesamtpaket. Er hatte der Dunkelheit in Leif bereits direkt in die Augen geblickt und liebte ihn noch immer. Das war es also nicht, das ihn abschreckte. Er hatte bloß Angst davor… dass Leif es sich plötzlich anders überlegte, wenn er bemerkte, dass auch Virgil nicht immer nur der charismatische und humorvolle Mann war, den er kennen gelernt hatte. Und dann vielleicht rasch genug von ihm hatte, wenn die erste Verliebtheitsphase vorbei war. Virgil dann alleine und ohne nichts da stehen würde. Also ja.. er hatte schon ziemliche existenzielle Ängste. Denn wenn Leif ihn abservierte dann.. hatte er nichts mehr. Konnte nicht zurück zur Church aber auch nicht bei den Wikingern bleiben. Dann wäre er auf sich allein gestellt und dieser Gedanke war ziemlich beängstigend. Dennoch dachte er positiv, er wollte vorher bloß einfach nur alle Eventualitäten abklären, so gut es eben ging. Denn Unvorhergesehenes konnte immer passieren.

„…… du hast mich also auch gestalked ja?“
Sagte Virgil nun mit einem breiten Schmunzeln im Gesicht, weil Leif sich so dafür zu schämen schien, dass er die Wachen belauscht und seine Kolonie beobachtet hatte. Virgil hingegen.. amüsierte das einfach nur, schließlich war er doch nicht besser gewesen! Also musste Leif sich vor ihm wirklich am aller wenigstens schämen. Ganz im Gegenteil. Irgendwie fand er das sogar richtig süß. Und nun waren sie definitiv quitt!!
Und durch seine Reaktion machte er hoffentlich deutlich, dass er ihm das keineswegs krumm nahm. auch wenn der Grund ja eigentlich ein trauriger war… aber nun musste er nicht mehr traurig sein. Denn er hatte sich für ihn entschieden, weshalb seine Aktion offenbar genau das Richtige gewesen war. Denn wäre Leif nicht aufgetaucht.. wäre Virgil nun wohl verheiratet.

„Du hast mich nie manipuliert oder in irgendeine Richtung gedrängt Leif. Du hast mich bloß.. zum Nachdenken angeregt und das war gut so. Mein Leben lang hat man mir nur diesen einen Weg eingetrichtert… es war höchste Zeit, dass ich auch einen anderen kennen lerne und meine eigenen Entscheidungen treffe, statt nur das nachzuplappern was mir tagtäglich gepredigt wird..“
Er hatte begonnen die Dinge zu hinterfragen, die er täglich hörte. Und daran war nichts Falsches. Jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, seine eigenen Gedanken zu einem Thema anzustellen, statt immer nur folgsam zu sein und zu entsprechen.
Als Leif seine Ängste jedoch so direkt ansprach, da biss Virgil etwas fester die Zähne zusammen und nickte.
„Das tut es… aber ich glaube fest daran, dass.. ich diese Ängste überwinden kann, solange du an meiner Seite bist. Ich möchte nie wieder, dass unser Glaube oder andere Probleme uns derart entzweien. Das dürfen wir nie wieder zulassen, in Ordnung?“
Virgil würde Leif gerne ein Versprechen abringen. Aber das wäre nicht okay. Er sollte sich nicht.. so fest an ihn binden, dass es ihm die Luft abschnürte. Virgil wollte nun nicht klammern wie eine Klette und Leif all seinen Freiraum nehmen. Aber gerade war er nun mal sehr auf ihn angewiesen. Was sich irgendwann hoffentlich wieder etwas bessern würde. Und eigentlich hatte Leif ja bereits einen Schwur geleistet, was noch viel besser war als ein Versprechen und er es hoffentlich nicht nur aus Verpflichtungsgefühl heraus tat.

Ja.. Virgil hatte einen Fehler gemacht und zugelassen, dass sein Glaube sich zwischen sie drängte. Es wunderte ihn also nicht, dass Leif.. noch an seinen Versprechungen zweifelte. Aber er würde ihm beweisen, dass er daraus gelernt hatte und so etwas nie wieder geschehen würde. So lange, bis Leif ihm wieder vollständig glauben konnte.
Was er nun jedoch sagte… war einfach wunderschön. Er würde ihn mit nach Balar nehmen und wollte dafür sorgen, dass er sich wie ein Teil der Familie fühlte? Das.. bewegte Virgil wirklich ungemein. Und er sah ihm voller Zuneigung und Rührung in die Augen.
„Ich danke dir Leif.. du weißt gar nicht wie viel mir das bedeutet.“
Denn das war auch für Leif ein großer Schritt. Wo er zuletzt noch so gezögert hatte, ihm seine Kolonie zu zeigen. Und jetzt war er bereit ihn mit sich zu nehmen, ihn sogar bei sich wohnen zu lassen? Das war ein wunderschöner Gedanke. aber noch viel schöner waren die Worte die danach folgten. und die Virgil… einfach nur sprachlos zurück ließen.
Bis jetzt hatte er versucht sich zu beherrschen aber als er ihm wirklich sagte, dass er ihn liebte da… konnte er nicht mehr an sich halten und sofort schossen ihm Tränen der Freude in die Augen.
Voller Liebe stahl sich ein Lächeln auf seine Lippen und…. nun konnte er einfach nicht mehr länger warten und warf sich Leif voller Enthusiasmus an den Hals, um ihn mit einem leidenschaftlichen Kuss zu überrumpeln

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#175

RE: Meer

09.05.2022 11:44
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Waren sie nicht längst über die Verliebtheitsphase hinaus? Sie hatten sich in den letzten Wochen nur zwei Mal gesehen und sich zum Teil nicht gerade von der besten Seite gezeigt. Schmerz hatte ihr beider Leben bestimmt, dort, wo zuvor Liebe gewesen war. Leif war völlig klar, dass Virgil auch andere Facetten besaß als Charme und Humor. Auch wenn ihm der Waliser vielleicht nicht ganz so viel offenbart hatte wie umgekehrt, so war die Annahme, ein Mensch würde nur gute Eigenschaften in sich tragen, eine Illusion. Leif wollte ebenfalls das Gesamtpaket und endlich ... zusammen mit Virgil in ihre gemeinsame Zukunft starten. Egal, was noch auf sie wartete, es würde sie nichts mehr zurückhalten. Zumindest nichts mehr so schier Unüberwindbares. Also standen die Zeichen doch gut, dass sie ihren Weg als Paar finden würden und somit auch Möglichkeiten, wie sie mit den Macken des anderen umgehen konnten.

Leif war froh, dass Virgil nicht böse oder pikiert über sein Stalking zu sein schien. Gut, er konnte es sich wohl auch nicht leisten, nachdem er ständig Leif nachgestiegen war. xD Aber dennoch ... das war eigentlich nicht die Art des Wikingers.
»Ja ... ich schätze, das habe ich. Nun sind wir wirklich quitt.« So sprach er den Gedanken aus, den Virgil bereits hegte, und schmunzelte. »Auch wenn ich natürlich nur die Wachen beobachtet habe und nicht dich, nackt beim Baden. Das ist schon ein Unterschied.« Irgendwie konnte er nicht anders, als den Witz noch etwas weiter zu treiben. Es war ... so schön, wieder zusammen zu grinsen und ihren Humor spielen zu lassen. Da wurde Leif fast schon wieder süchtig nach.

»Du wirst sehen, was das Leben noch Großartiges für dich bereithält. Der Glaube sollte einen nicht behindern, sondern beflügeln. Und wenn er es nicht mehr kann ... dann will ich dir helfen.« Ihm war jetzt schon völlig klar, dass er sich wünschte, Virgil würde ihn nach Balar begleiten. Sie könnten dort gemeinsam am Boot werkeln, rausfahren ... er würde ihm diverse Menschen vorstellen, mit denen er ebenso tiefgründige Gespräche führen konnte und von denen er lernen konnte. Sie würden abends zusammen in der Taverne sitzen, damit Virgil das volle Programm bekam. Nicht alle Wikinger waren so ... leise wie Leif. Und irgendwie konnte er sich gut vorstellen, dass es Virgil gefallen könnte, mit den anderen zu singen und zu trinken oder einfach nur zu lachen. Es würde ein schönes und inniges Leben sein, das sie in Balar führen würden, da war sich Leif einfach zu tausend Prozent sicher. Er war allerdings auch nicht derjenige, der gerade alles zurückließ.
»Wir werden das nicht wieder zulassen. Und wenn ich dich eigenhändig wieder zu mir schleife und dir den Kopf wasche.« Leif grinste, meinte es aber schon ernst. Jetzt, wo Virgil von sich aus gesagt hatte, er wolle einen anderen Weg gehen, würde Leif auch nicht mehr aus Rücksicht seine Meinung verschleiern.

Nun war es beschlossen. Sie würden gemeinsam nach Balar gehen. Leif war extrem aufgeregt ... auf eine äußerst positive Weise. Er hätte ihm schon von Anfang an so gern alles erzählt und gezeigt und jetzt ... durfte er es endlich, sogar ganz ohne schlechtes Gewissen. Und mit ganz viel Glück würde Virgil sich dort wohlfühlen und die Kolonie auch irgendwann Heimat nennen.
Leif konnte nun auch nicht mehr länger an sich halten, er musste dem Waliser endlich sagen, wie er fühlte. Auch wenn es vielleicht schon deutlich gewesen war, dadurch dass er sich selbst dermaßen durch die Trennung verloren hatte. So ersetzte es doch nichts, es einmal laut und klar ausgesprochen zu haben.
Virgil ... reagierte mit einem überfallartigen Kuss. Gewünscht hatte es sich Leif und es doch nicht kommen sehen. Vollkommen überrascht keuchte er auf ... doch dann wurden ihm schon die Knie weich und er musste sich förmlich an Virgils Schultern krallen, um nicht einfach umzukippen. Seine gesamten Gefühle hineingebend ... erwiderte er den Kuss. Wie oft hatte er sich in letzter Zeit so eine Situation vorgestellt, in dem Glauben, sie würde niemals kommen. Und doch standen sie jetzt hier und waren wiedervereint. Leif wurde von so viel Glück und Liebe erfüllt, dass er förmlich das Gefühl hatte, zu zerspringen. Sein Herz hatte sich fertig zusammengesetzt und pulsierte fröhlich in seiner Brust. Alles war so, wie es sein sollte, und Leif hätte diesen Moment am liebsten eingefangen und der Ewigkeit vermacht.

Irgendwann mussten sie jedoch auch wieder Atem schöpfen. Leif war es schwergefallen, seine Finger bei sich zu behalten ... aber eigentlich war hier kein guter Ort, um übereinander herzufallen. Sie waren immer noch recht dicht bei der Church, dessen Mitglieder Virgil womöglich suchten, und nach Balar war es noch ein kleiner Fußmarsch. Außerdem ... winkte ihnen ein Bett. Ein echtes, weiches und gemütliches Bett. Irgendwie wollte Leif bis dahin warten und sich ... die gesamte Nacht Zeit nehmen.
Verliebt blickte er Virgil also an und strich ihm sachte über die Wangen. »Jetzt darf ich dir auch endlich sagen, wie scharf du in dem Anzug aussiehst ...«, wisperte er noch, und war sich mit einem Mal doch nicht mehr so sicher, ob er es noch bis nach Balar aushalten würde.
»Möchtest du ... noch einmal zurück und ein paar Sachen packen oder kommen wir besser erst wieder, wenn ein wenig Gras über die Sache gewachsen ist?« Leif würde es Virgil überlassen, diese Entscheidung zu fällen. Jetzt gerade war die Kolonie sicher außer sich und ... etwaige Abschiedsworte nicht so einfach. Leif hoffte, man würde Virgil Besuche erlauben, aber auch da war die Aussicht auf Erfolg vermutlich besser, wenn sich die Gemüter etwas beruhigt hatten. Aber er würde auch verstehen, wenn der Waliser zumindest ein paar persönliche Dinge noch holen wollte. So oder so machte er ihm auch deutlich, dass er auch das nicht allein tun musste, ganz egal, wann er sich entschied, noch einmal zu seiner Gemeinde zurückzukehren.

@Virgil Chadburn

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#176

RE: Meer

09.05.2022 12:33
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Auch wieder wahr, sie hatten in wenigen Wochen wohl mehr durchgemacht, als andere Paare ihr gesamtes Leben lang. Und egal wie hart das auch war.. irgendwo schweißte es sie trotzdem auch zusammen und stärkte sie hoffentlich für künftige Probleme.
Doch nun war es viel schöner nicht länger nur über ihre Schwierigkeiten zu reden. Sondern auch endlich wieder miteinander zu scherzen! Wie sie es doch stets getan hatten. Mit eines der Dinge… die er in den letzten Wochen am meisten vermisst hatte. Er liebte die kleinen Spitzen, die sie gegenseitig austeilten und wie sie anschließend gemeinsam lachten oder sich verliebt küssten.
Und so konnte er auch jetzt nicht anders als einfach weiter zu machen.
„Aber nur weil du nicht die Gelegenheit dazu hattest. Hätte ich außerhalb der Kolonie nackt in einem See gebadet… bin ich mir sicher du hättest es getan“
Sagte er süffisant schmunzelnd und zwinkerte Leif zu. Vielleicht hätte er auch betrübt den Blick abgewandt. Aber dennoch amüsierte ihn die Vorstellung und er glaubte Leif kein Stück, dass er keinen Blick riskiert hätte!

„Du hast Recht.. und ich hoffe das wird er in Zukunft auch“
Denn in letzter Zeit war sein Glaube wirklich mehr Bürde als Segen für Virgil gewesen. Was wohl ein eindeutiges Zeichen dafür war, dass es Zeit war sein Leben zu ändern. Auch wenn der christliche Glaube ja dafür bekannt war Opfer zu bringen und demütig zu sein. Aber für Virgil… war es inzwischen einfach zu viel. Er hatte sich bereits 29 Jahre lang selbst verleugnet. Nun war es Zeit endlich so zu leben, wie er es für richtig hielt.
Natürlich war Virgil auch nervös wegen Balar… denn er hoffte wirklich, die Menschen dort würden ihn mögen und akzeptieren, egal wie seine Vorgeschichte aussah. Vollständig würde er den ‚Christ‘ ja doch nicht aus sich hinaus bekommen.. und das wollte er auch gar nicht. Da es auch gute Dinge gab, die er auf seinem Lebensweg aus dem Christentum mitgenommen hatte, wie seine Nächstenliebe zum Beispiel.
„oh…. flechtest du mir danach auch so schicke Wikinger Zöpfchen?“
Sagte Virgil nun erneut grinsend, als Leif was davon sagte ihm den Kopf zu waschen. Er wusste schon wie es gemeint war. Aber.. inzwischen war er so erleichtert und gelöst, dass er gar nicht mehr über all die traurigen Dinge reden wollte. Er war bereit das Glück in seinem Leben willkommen zu heißen. Und der Start in ihr gemeinsames, wunderschönes Leben… begann genau jetzt.
Mit diesem Kuss. Der einfach alles besiegelte.

Virgil wurde dabei ganz warm ums Herz. Und er hatte definitiv vergessen wie schön es war Leif zu küssen… weswegen das Gefühl ihn gerade völlig überwältigte. Sie mussten wohl aufpassen, dass sie nicht gemeinsam umkippten, so wie sie sich aneinander fest hielten und dabei beide weiche Knie bekamen. Doch selbst wenn.. dann küssten sie sich eben auf dem Boden weiter.
Virgil hatte die Augen geschlossen und sein ganzer Körper prickelte elektrisiert, um Luft zu holen hauchte er Leif zwischendurch einfach immer wieder kleine Küsse auf die Lippen, den Mundwinkel oder die Wange.. ehe er wieder in einem wahnsinnig innigen Kuss mit ihm versank. Ein Kuss der.. gefühlvoller und intensiver nicht sein könnte und der Virgil einfach völlig um den Verstand brachte. Nun wusste er definitiv was es hieß, jemanden schwindelig zu küssen. Denn ein bisschen schwummerig war ihm tatsächlich davon.
Weshalb eine kurze Pause womöglich wirklich nicht so schlecht war. Virgil Leif dabei jedoch verliebt und total hin und weg von ihm einfach nur anlächelte.
Auch er konnte die Hände jedoch nicht von ihm lassen. Weshalb er ihm immer wieder seine Strähnen hinters Ohr strich und Leif dadurch bewusst ein wenig streichelte.
Er lachte kurz auf bei seinem Kompliment und sein Blick wechselte von verliebt zu verrucht und er wippte sogar kurz mit den Augenbrauen
„Und wieso habe ich ihn dann immer noch an?“
Also.. wenn er ihn so scharf darin fand..
Aber er machte nun eher Scherze. Wobei.. er sich wohl auch nicht gewehrt hätte, hätte Leif tatsächlich versucht ihn auszuziehen.
Gerade war er so beflügelt.. das er einfach alles mit Leif tun würde. Hauptsache er war bei ihm und sie ließen bloß nicht voneinander ab.
Weswegen er sich nun auch gar nicht vorstellen konnte wieder zurück zur Church zu gehen. Das würde die Stimmung.. wieder vollkommen trüben und er fühlte sich ehrlich gesagt auch noch nicht bereit dazu. Weshalb er den Kopf schüttelte und meinte.
„Ich kann nun noch nicht zurück… ich denke es ist besser wenn… die Gemüter sich erst etwas abkühlen. Nun wäre es undenkbar ein Gespräch mit Father Carter zu führen…“
oder mit irgendwem anderen. Sie alle würden ihn nur löchern oder ihm Vorwürfe machen, Predigten halten… das alles war Virgil gerade zu viel. Er wollte es nicht. Er wollte nun diese neu gewonnene Freiheit mit Leif feiern. Mit der Realität musste er sich noch früh genug wieder auseinander setzen.
„vielleicht in ein paar Tagen… sofern sie bis dahin nicht all meine Kleider gespendet haben. Aber denkst du ich kann wirklich in einem Anzug in Balar auftauchen? Ich meine… das ist wirklich das absolute Gegenteil von einem Wikinger“
Würden sie dann nicht denken er war ein Schnösel der nicht zu ihnen passte? Ja, darüber machte er sich nun wirklich Gedanken! Er hatte keine Kleidung die wikingermäßig aussah. Alles an ihm schrie ja förmlich ‚Christ‘. Weshalb sie sich dafür wohl noch irgendeine behelfsmäßige Lösung einfallen lassen mussten.

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#177

RE: Meer

09.05.2022 13:33
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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»Du weißt es sicher, aber auf der Insel, auf der Balar liegt ... gibt es auch einen See. So viele Möglichkeiten, dich in freier Wildbahn betrachten zu können ...« Verträumt sah Leif der Liebe seines Lebens in die Augen. Er wollte sich lieber das vorstellen, statt etwas, das in der Vergangenheit lag und mit Schmerz verbunden war. Denn Virgil anzusehen und ihn doch nicht nah sein zu können ... das war furchtbar und kein Gefühl, das er jemals wieder haben wollte. Wäre Virgil nun verheiratet und ihr gemeinsamer Weg wirklich beendet, wäre Leif womöglich wirklich als krankhafter Stalker geendet, der ihm nachgestellt hätte. Eine gruselige Zukunftsversion – die zum Glück nicht wahrgeworden war.

Leif war sich ziemlich sicher, nicht jeder in Balar war ein Wikinger aus vollem Herzen. Womöglich schlichen dort auch ein paar verkappte Christen rum oder Atheisten ... ihm war das nie wirklich wichtig gewesen. Von Deans Ankunft hatte er bisher auch gar nichts mitbekommen, da er selbst ja ständig unterwegs oder vollkommen isoliert gewesen war. Das war dann wohl eine Überraschung, die er mit Virgil gemeinsam begegnen würde. xD »Was deinen Glauben angeht, musst du nichts überstürzen, Virgil. Ich erwarte auch nicht, dass du jetzt meinen Göttern folgst. Ich hoffe, das weißt du.« Wie er ja schon selbst feststellte, Virgil würde die meisten Werte der Christen immer in sich tragen. Und das war auch gut so, denn das waren Persönlichkeitsanteile, in die sich Leif ebenso verliebt hatte.

Nun grinste er wieder, es war einfach so schön, sich endlich vorstellen zu können, ganz befreit Zeit miteinander verbringen zu dürfen ... sich niemandem erklären oder sich verstellen zu müssen. »Klar flechte ich dir dein Haar. Wenn du wüsstest, wie viele Frisuren ich dir in meiner Phantasie schon auf den Kopf gezaubert habe.« Virgil sah immer wahnsinnig gut aus, aber sobald der Wikinger in ihm an die Oberfläche kommen würde, auch äußerlich ... Leif wusste wirklich nicht, ob er ihn dann jemals wieder aus seinem Bett entlassen würde. xD

Bereits jetzt war es ja furchtbar schwer, die Finger voneinanderzulassen, nun, wo der Abstand zwischen ihnen endgültig überwunden war. Und sie sich küssten. Definitiv wurde einem schwindelig dabei, also würde es Leif nicht wundern, wenn sie hinab ins Blattwerk sinken würden. Aber irgendwie schafften sie es, sich auf den Beinen zu halten und sogar ... den Kuss für mehr als den Bruchteil einer Sekunde zu lösen. Leif hatte seine Finger in zwei der Gürtelschlaufen von Virgils Hose verhakt, um den Waliser dicht an sich zu ziehen, und ... ließ sie auch da, während sie sich verliebt ansahen. »Die Betonung liegt auf ›noch‹«, hauchte er zurück und biss sich auf die Unterlippe. Es wäre so leicht ... ihm jetzt die Klamotten vom Leibe zu reißen. Aber sie beide scherzten ... sie mussten nun hier weg, das war ganz klar. Doch Leif wollte zuerst wissen, ob Virgil noch ein paar Sachen aus der Church holen wollte.
Zugegebenermaßen war er erleichtert, dass sie sich seiner Gemeinde heute noch nicht stellen, sondern direkt nach Balar aufbrechen würden. »Okay ... dann komm!« Entschlossen nahm Leif den Waliser an der Hand und zog ihn in Richtung Küste und Heimat.
Wegen des Anzugs schenkte er ihm einen Seitenblick und zupfte an seinem Hemd. »Ich trage doch auch einen. Aber wenn du dich umziehen möchtest ... ich habe im Boot Wechselklamotten. Sie könnten dir nur etwas ... eng sein. Aber das macht nichts, wenn du mich fragst.« Er grinste anzüglich und strich geistesabwesend mit dem Daumen über Virgils Handrücken. »Ich muss dich gleich unserem Anführer vorstellen, bevor wir ... unter uns sein können. Diese eine Hürde muss ich dir noch zumuten, aber ... mach dir bitte keine Sorgen, okay? Er wird dich nicht wegschicken, du darfst garantiert bleiben.«

@Virgil Chadburn

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#178

RE: Meer

09.05.2022 21:43
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Sobald wir zusammen wohnen brauchen wir keinen See mehr, damit du mich nackt sehen darfst“
sagte er nun.. ziemlich direkt und grinste dabei verschmitzt. Nun wo sie bereits zweimal miteinander geschlafen hatten.. wurde auch Virgil ein bisschen mutiger. Auch wenn ihn der Gedanke mit Leif zusammen zu leben schon ein bisschen nervös machte. Das war immerhin ein riesiger Schritt. Den man normalerweise nicht schon nach ein paar Wochen machte. Aber bei ihnen war ja alles ein bisschen anders. Und so nervös er war, so sehr freute er sich auch auf diese neue Erfahrung. Denn sie würde mit Sicherheit wunderschön werden. Und wenn er Leif doch irgendwann auf die Nerven ging… konnte dieser ja immer noch mit dem Boot raus fahren, um Abstand zu ihm zu gewinnen. Virgil würde sich wohl auch andere Menschen in der Siedlung suchen müssen, zu denen er eine Freundschaft aufbaute, damit er Leif nicht so einengte…
„ja.. das weiß ich. Dennoch.. würde ich gerne mehr über sie erfahren. Denn sollten sie wirklich um mich buhlen, wie du gesagt hast dann.. will ich mir zumindest anhören was sie zu sagen haben“
Denn ein Atheist zu werden, das lag Virgil irgendwie auch nicht. Dafür hatte er dann doch wieder zu viel Angst vor dem Jenseits und wo er dann landen würde. Er wollte sich für einen Glauben entscheiden und wer weiß, vielleicht wäre der von Leif ja wirklich der Richtige für ihn. und wenn nicht? dann gab es auch noch weitere Glaubensrichtungen die er erkunden könnte. Den Buddhismus zum Beispiel, der ihn auch immer schon sehr interessiert hatte.

„hm.. wenn ich ehrlich sein soll, dann habe ich in meinen Fantasien eher wenig Zeit damit verbracht irgendetwas mit deinen Haaren anzustellen“
Da hatte Leif offenbar etwas artigere Tagträume gehabt, denn in Virgils Vorstellung waren sie eigentlich stets nackt gewesen oder hatten wild rum gemacht. Zumindest.. nach einem kurzen Vorgeplänkel war es immer darauf hinaus gelaufen.
„und in Balar stört sich wirklich niemand daran… wenn wir offen als Paar auftreten?“
Nicht nur weil sie schwul waren und es auch offen zugaben. Gab es vielleicht Nebenbuhler, mit denen er rechnen musste? Leif war schließlich so ein schöner Mann. er konnte sich kaum vorstellen, dass es da nicht andere Männer gab, die sich für ihn interessierten.
Virgil schmunzelte als Leif so mit ihm flirtete und ließ den Blick auch noch einmal auffällig über ihn wandern.
„Du siehst übrigens auch wahnsinnig gut aus.. du weißt ja gar nicht wie schwer es mir fiel in der Kirche den Blick wieder von dir abzuwenden, nachdem ich dich gesehen habe. Ich wusste gar nicht, dass ihr in Balar auch solche Klamotten besitzt“
Das war ja gar nicht wikingerlike. Es war also ungewohnt Leif in solcher Kleidung zu sehen aber definitiv nicht weniger sexy. Ganz im Gegenteil.. er war unfassbar heiß!
Plötzlich konnte es Leif aber offenbar gar nicht schnell genug gehen, weshalb Virgil kurz auflachte als er von ihm gepackt wurde und die ersten Schritte hinter ihm her stolperte, ehe er sich seinem Schritttempo angepasst hatte.
„Ich weiß nicht.. ich würde gern einen guten, ersten Eindruck hinterlassen und nicht gleich so auffallen..“
und in so einem Aufzug würde er das oder? Also war es ihm ganz recht, wenn Leif ihm etwas von seiner Wechselkleidung borgte.
„na so lange ich sie nicht sprenge sollte das wohl kein Problem sein“
und wahrscheinlich sah er sogar noch viel sexier aus, wenn er Leifs enge Kleidung trug. Nicht wirklich unauffälliger womöglich… aber mehr wikingerhaft. Und das war schon mal gut.
Jedoch wurde er prompt ein bisschen nervös als Leif von seinem Anführer zu reden begann. Und begann deshalb ein bisschen mit Leifs Fingern rum zu spielen.
„was.. sollte ich denn über euren Anführer wissen? ich will immerhin nicht gleich mit Anlauf in das erste Fettnäpfchen treten sondern einen guten Eindruck hinterlassen. Ich meine.. was erzählen wir ihm denn über unser Kennenlernen? er wird mich doch sofort weg schicken wenn er erfährt, dass ich dich ausspioniert habe…“
er war nun kein Christ mehr, also war lügen auch keine Todsünde mehr oder? xD er wollte jedoch trotzdem nicht zu regelmäßig damit anfangen. Denn eigentlich schätzte er Ehrlichkeit besonders. Eine der christlichen Tugenden, denen er wirklich viel abgewinnen konnte.

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#179

RE: Meer

09.05.2022 22:21
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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»Aber ich betrachte dich gern in der Natur«, gab Leif zurück und lächelte. »Auch ... wenn ich mich darauf freue, heute Nacht in einem richtigen Bett mit dir zu schlafen. Also ... mit dir. Nebeneinander. Oder aufeinander?« Er musste über sich selbst lachen, weil er plötzlich so verlegen wurde. So nah sie sich auch waren, sie waren immer noch zwei Männer, die nicht so viel Ahnung von Sex hatten und noch sehr viel ausprobieren konnten. Somit machte das Thema Leif immer noch schrecklich nervös, auch wenn es natürlich schon viel einfacher war als zuvor, offen darüber zu sprechen. Er wusste auch nicht, ob es überhaupt okay war, zu ... hoffen, dass sie heute miteinanderschlafen würden. Leif hielt es ja schon kaum aus, hier nur vor ihm zu stehen und nicht gleich über ihn herzufallen, so sehr vermisste er ihn. Aber vielleicht wollte Virgil es ja jetzt in dieser Hinsicht auch viel langsamer angehen?
Wegen seiner Götter nickte Leif. »Ich weihe dich in alles ein.« Daheim hatte er auch einen kleinen Altar errichtet, an diesen würde er sich mit Virgil setzen und Zwiesprache mit dem Allvater halten. Oder kleine Opfergaben darbringen. Virgil könnte auch erst mal nur zuschauen, wenn er sich unsicher war, bei solchen Riten gleich aktiv mitzuwirken. Leif wollte ihn einfach an die Hand nehmen, ihm alles zeigen und jede Geschichte erzählen, die er kannte.

Nun musste er schon wieder grinsen. »Hast du sie nicht in jeder Phantasie durcheinandergebracht?« Er streckte sich, um Virgil einen Kuss auf die Lippen zu hauchen. »Glaub mir, ich mag zwar auch friedliche Träume uns beide betreffend haben, aber in den anderen ... geht es durchaus wild zu.« Und in Zukunft konnten sie einander, so oft wie sie wollten, zeigen und sagen, was sie sich schon vorgestellt hatten.
»Nein, niemand stört sich in Balar daran, wenn zwei Männer sich lieben. Oder zwei Frauen. Oder wer auch immer. Es wird dort einfach akzeptiert. Wir werden auch nicht die Einzigen sein, die es offen zeigen. Also ... sofern du das möchtest.« Vielleicht wollte Virgil es ja noch gar nicht öffentlich machen, auch in Balar nicht? Aber es ging hier auch ein bisschen darum, sich nicht mehr verstecken zu müssen.
Dass Virgil auch mögliche Nebenbuhler meinte, ahnte Leif nicht, also sagte er auch nichts dazu. Das mit Duo war schon so ewig her und mehr als Küsse war da nicht gewesen. Und ansonsten hatte Leif sich immer reserviert gegeben oder es gar nicht erst bemerkt, wenn er angeflirtet worden war.
»Danke ...«, meinte er wegen des Kompliments und mit einem Anflug von Röte im Gesicht. »Ich weiß, was du meinst. Als ich dich vorhin angesehen habe ... habe ich kaum Luft bekommen, weil ... du so ein schöner Mann bist und ... doch so weit weg von mir.« Er drückte kurz seine Hand und verbot sich nun, noch mal in diese Negativität abzutauchen. »Ich musste ganz schön lang nach diesem Anzug suchen. Zwar hätte ich auch in anderer Kluft kommen können ... aber ... na ja.« Wieder trat Scham auf seine Gesichtszüge und er hob die Schultern. »Vielleicht wollte ein kleiner hässlicher Anteil in mir dir auch zeigen, was du verpasst.«

Ja, jetzt konnte es wirklich nicht schnell genug gehen und sie marschierten los. Vielleicht hatte Leif ein wenig Angst, dass Virgil es sich noch mal anders überlegte, solang sie in der Nähe der Church waren – egal, wie irrational diese Bedenken waren. Aber vor allem wollte er jetzt mit ihm nach Hause und richtig in ihre gemeinsame Zukunft starten. Außerdem standen bestimmt schon irgendwo Beißer in den Startlöchern, um ihr idyllisches Gespräch zu stören.
Somit war es beschlossen: sie würden sich am Boot erst umziehen und dann zur Insel übersetzen. Oder dazwischen noch etwas anderes tun. Denn wenn die Hüllen fielen, dann würden sie ihre Finger doch nicht mehr bei sich behalten können. Und Leif wollte Virgil unbedingt selbst ... aus diesem heißen Anzug schälen. Da war es ihm auch egal, dass der Waliser ihn für seine ehemalige Braut angezogen hatte.
Leif spürte an dem nervösen Fingerspiel, wie Virgil sich fühlte, sobald sie über Ivar sprachen. »Er ist wirklich eine herzensgute Seele, man kann mit ihm reden, lachen, trinken ... Die Gemeinschaft ist ihm das Wichtigste. Neuankömmlinge sind immer willkommen, auch wenn es in den ersten Wochen ein paar Regeln zu beachten gibt.«
Er sah zu Virgil und lächelte aufmunternd. »Und was wir ihm zu unserem Kennenlernen erzählen? Die Wahrheit! Du hast mich vor einiger Zeit vor Beißern gerettet, wir verbrachten Zeit miteinander, haben uns verliebt. Und nun haben wir uns entschieden ... zusammen zu leben.« Wenn man etwas ausließ, war das doch keine Lüge, oder? xD Und da Virgil ihn nicht mit böser Absicht beobachtet hatte und der Kolonie nicht schaden wollte, fand Leif auch nicht, dass es schlimm war, dieses Detail wegzulassen. »Wahrscheinlich wird Ivar mich angrinsen und sagen, dass er nun endlich kapiert, warum ich so oft weg war. Und dann einen auf uns heben und uns zu meiner Hütte scheuchen.«

@Virgil Chadburn

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#180

RE: Meer

09.05.2022 22:59
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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„Ich ziehe mich überall für dich aus, wenn du das möchtest“
Auch in der Natur. Sagte er nun schwach grinsend. Denn nun.. konnten sie in ihrem Flirten endlich ein bisschen direkter werden. Profis was Sex anbelangte waren sie zwar immer noch nicht, doch wenn das erste Eis erstmal gebrochen war, wurde es immer leichter die Dinge etwas lockerer zu sehen.
Auch wenn er es schon wieder wahnsinnig cute fand wie Leif sich verhaspelte. Oder ob er absichtlich so doppeldeutig gesprochen hatte?
„Wir haben noch nie die Nacht zusammen verbracht.. ich kanns kaum erwarten erschöpft neben dir einzuschlafen und am nächsten Morgen auch wieder neben dir aufzuwachen. Also denk gar nicht dran dich früh am Morgen aus dem Bett zu deinen Fischen zu schleichen oder so!“
Er wusste Leif war Jarl und hatte wichtige Aufgaben. Aber zumindest.. in ihrer ersten Nacht würde er Virgil nicht alleine lassen oder? denn dieser wünschte sich nichts sehnlicher als in Leifs Armen aufzuwachen oder ihn im Schlaf zu halten. Das hatte er noch nie… aber schon so oft davon geträumt.
„Dabei ist es mir auch egal, ob wir aufeinander oder nebeneinander aufwachen“
griff er nun noch mal seine Worte von vorhin auf und lächelte. Er fühlte sich wirklich bereit für alles! und war so beflügelt von dieser neuen Zukunft die ihn erwartete.
„ohh definitiv habe ich deine Haare jedes Mal durcheinander gebracht. Aber niemals dafür gesorgt, dass sie danach wieder ordentlich aussahen. Vieleher.. hab ich sie noch weiter zerzaust“
So hatte man einfach besseren Halt. Und er stand tierisch auf Leifs kräftiges Haar. Er liebte es einfach sich darin hinein zu krallen.
Virgil lächelte wegen dem Kuss und.. sah Leif einfach nur verliebt an. Niemals hätte er gedacht, dass der heutige Tag noch so ein Ende nehmen würde..
„du darfst mir…. alles aus deinen Fantasien verraten.. damit wir sie irgendwann Wirklichkeit werden lassen können“
Sie waren gerade erst auf den Geschmack von Sex gekommen!! da gab es noch so viel zu entdecken. Und Virgil wollte wirklich herausfinden, worauf Leif so stand und ihm am liebsten einfach jede seiner Fantasien und Wünsche erfüllen. Egal wie wild und barbarisch sie auch waren..

Hach, wie traumhaft es klang, dass niemand in Balar sich verstellen musste. Virgil lächelte einfach selig und zufrieden bei dieser Vorstellung. Weshalb er auch gleich ein bisschen bestürzt wirkte, als Leif in Frage stellte, ob er sich überhaupt öffentlich zu ihnen bekennen wollte.
„Ich musste mich mein ganzes Leben lang verstellen, natürlich möchte ich das!!“
Er wollte nichts lieber… als endlich er selbst sein zu können. Anfangs würde es vermutlich seltsam werden oder sich komisch für Virgil anfühlen, da er ständig das Gefühl haben würde, dass man ihn anstarrte. Aber das würde sich bestimmt rasch legen. Zumal es wohl verständlich war, dass man ihn anstarrte. Immerhin hatte er sich den bestaussehendsten Kerl aus ganz Balar geangelt! Vorsicht Wortwitz. Und dabei kannte er die anderen Männer noch nicht mal. Musste er auch gar nicht. Denn Leif würde für ihn stets der schönste Mann von allen sein und bleiben.

Als sich erneut etwas Traurigkeit und Wehmut in Leif breit machen wollte hielt Virgil kurz an und zog ihn an der Hüfte ganz dicht an sich.
„nun bin ich ganz nahe… und gehe auch nicht mehr weg..“
nun hatte er seinen schönen Mann ganz für sich und musste ihn mit niemandem teilen. Keiner Braut, keinem Gott… er wollte einfach nur mit Herz und Seele dem Wikinger gehören.
Lachte jedoch auch kurz auf als Leif zugab, dass er ihm mit seinem Auftritt vielleicht auch ein bisschen unter die Nase reiben wollte, was er verpasste.
„Nichts an dir ist hässlich Leif und du kannst mir glauben…. ich konnte Tag und Nacht an nichts anderes denken außer das…. was ich verpasse..“
Es hatte sein Leben und seinen Alltag bestimmt. Aber nun musste er das nicht mehr. Denn nun konnte er seinen Traum endlich leben.

Als Leif über Ivar sprach wurde Virgil aber wirklich ein bisschen nervös. Was er sagte beruhigte ihn allerdings wieder ein wenig
„Klingt nach einem wirklich tollen Menschen.. aber.. welche Regeln?“
also er war Christ… die liebten und lebten Regeln! Zucht und Ordnung stand täglich an der Tagesordnung. da würde er mit ein paar lockeren Wikingerregeln klar kommen oder? dennoch war er neugierig welche Regeln man in einem Wikingerdorf so aufstellte. Das würde alles so ein Kulturschock für Virgil werden. so viel stand fest.
„Du hast Recht.. eigentlich ist das ja auch die Wahrheit. Ich hoffe wirklich es wird so laufen wie du es dir vorstellst..“
Denn ein Rest Nervosität würde wohl bleiben, bis sie dieses Kennenlernen hinter sich gebracht haben. Aber Virgil war charismatisch. Er musste einfach an sich glauben. dann würde es schon gut gehen.

Nach einem längeren Fußmarsch kamen sie nun endlich an dem kleinen Ankerplatz an, mit dem Virgil inzwischen so viele Erinnerungen verband. Weshalb er sich sogar kurz in den Sand hockte und mit der Hand über das Holz von Leifs Boot fuhr
„Dich hab ich ehrlich gesagt auch schon ziemlich vermisst…“
Denn auf diesem Boot hatten sie schöne Zeiten zusammen erlebt. Aufregende Zeiten.. von denen er in den letzten Wochen so sehr gezehrt hatte.
Nun jedoch ließ Virgil Leif als erstes aufsteigen und nötigte ihn förmlich dazu sich schon mal zu setzen. Mit den Worten
„Heute bin ich der Bräutigam und rolle dir den roten Teppich aus“
Sagte er schmunzelnd. Denn wenn er schon mal so einen schicken Anzug trug, dann wollte er sich auch dementsprechend gentlemenlike benehmen. Weshalb er nun ins Wasser watete, um das Seil zu lösen und sich anschließend hoch zu hieven, sobald sie tief genug im Wasser waren. Sehr elegant…. sah er dabei immer noch nicht aus xD aber er bemühte sich und lernte.

@Leif Tyrson


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