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THE DEAD DON’T DIE
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#1

Meer

05.02.2022 19:57
The Walking Dead Team 3.988 Beiträge
Alter
01
Größe
ganz groß!
Zugehörigkeit
Nomaden / Gruppen
Aufgabe
Admin

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#2

RE: Meer

06.04.2022 18:44
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Es brauchte nur noch einen kräftigen Zug, dann konnte Leif die Ruder einholen und sie in die Mitte seines Fischerbootes legen. Mit einem sanften Ruckeln schrubberte es über den sandigen Meeresboden und kam letztlich zum Stehen. Alles, was nun folgte, waren dieselben Mechanismen wie immer. Aufstehen, ins Wasser springen und den kleinen Kahn am Ufer vertäuen. Hier landete Leif immer, wenn er von der Insel zum Fischen raus auf das Meer fuhr und danach noch auf das Festland wollte. Deswegen hatte er sich den kleinen Ankerplatz auch entsprechend vorbereitet. Er lag in der Nähe der Brücke zur Insel rüber, war aber von einem kleinen Waldgebiet eingesäumt und somit nicht so direkt einsehbar.

Leif verknotete das Seil sorgsam und überprüfte mehrmals, ob es wirklich fest saß. Dann linste er noch mal in das Boot hinein, um erneut sicherzustellen, dass sein heutiger Fang in den Fässern ruhte und keine Möwen oder anderes Getier sich daran gütlich tun konnte, während er unterwegs war. Eigentlich gab es auf der Insel alles, was er brauchte, trotzdem kam er oft hierher, denn er vermutete, dass hier in der Nähe ein Elfenvolk lebte. Er hatte gewisse Anzeichen gesehen und für diese Wesen war so eine Apokalypse sicher auch nicht einfach. Deswegen brachte er ihnen in regelmäßigen Abständen kleine Opfergaben. Da er aber nicht wie der letzte Neanderthaler dort aufkreuzen wollte, musste er sich noch ein wenig zurechtmachen. Weswegen er sich kurzerhand die durchgeschwitzten Klamotten auszog und in das Boot warf und sich dann hinüber beugte, um seine etwas schickere Kleidung und eine Umhängetasche rauszunehmen. Als er die Hose angezogen hatte, öffnete er auch noch seinen Dutt und schüttelte das Haar ein wenig aus. Kritisch musterte er dann die Tunika und fragte sich, ob sie wirklich einem Elfenvolk würdig war. Aber er hatte auf die Schnelle nichts Besseres in seiner Kleidertruhe gefunden.

@Virgil Chadburn

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#3

RE: Meer

06.04.2022 20:37
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Es war inzwischen ein paar Wochen her, seit Virgil von der kleinen Barbarensiedlung gehört hatte. Seither war er bereits drei oder vier mal hier gewesen, um auszukundschaften und seine Neugier zu befriedigen. Sich hier aufzuhalten barg ein gewisses Risiko für ihn. Denn würden Mitglieder seiner Kirche ihn hier entdecken.. gäbe das eine Menge Ärger. Aber selbst der beste Christ brauchte manchmal etwas Nervenkitzel. Er passte ja auch wirklich auf. Blieb den Wachen und Spähern fern und hielt sich so verdeckt wie möglich. Er hatte bei seinen ‚Besuchen‘ nichts Böses im Sinn. Er wollte einfach nur die Lebensweise der Menschen hier kennen lernen und überprüfen, ob sie wirklich alle Wilde waren.
Besonders ein junger Mann war ihm bereits beim ersten Mal ins Auge gefallen. Inzwischen kannte er sogar seinen Namen. Leif.. hatte ihn einst ein anderer Bewohner der Siedlung gerufen. Und seither wollte dieser Name ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen. Genauso wenig wie der zugehörige Namensträger.
Mittlerweile kannte er sogar schon ein paar seiner Routinen, weswegen auch dieser Ankerplatz ihm nicht mehr fremd war. Er es einmal sogar gewagt hatte, sein Boot etwas genauer zu inspizieren, als Leif zurück zur Siedlung gegangen war. Er hatte über das raue Holz des Sitzbrettes gestrichen und.. sich vorgestellt wie es wohl sein musste mit Leif in See zu stechen und mit den bloßen Händen Fische zu fangen, wie wilde Tiere. Gut, wahrscheinlich tat Leif das nicht sondern hatte Werkzeug dabei. Aber diese Vorstellung.. er fand sie in gewisser Weise anregend. Weshalb er das Boot auch wieder fluchtartig verlassen hatte. Denn solche Gedanken ziemten sich nicht!
Doch auch heute war es nicht anders. Er hatte sich stillschweigend und bewegungslos im Gebüsch versteckt und betrachtete Leif bei seiner Arbeit. Bis dieser sich plötzlich auszog. Virgil spürte förmlich wie ihm die Röte ins Gesicht stieg und ihm plötzlich viel wärmer wurde. Er konnte nichts dagegen tun, dass seine Augen sich einfach nicht abwenden wollten! Es schien als hätten sie ein Eigenleben entwickelt und starrten Leif in seinen Adamskleidern einfach nur fasziniert an.
Vielleicht stand ihm sogar ein bisschen der Mund offen. Prompt biss Virgil sich jedoch auf die Unterlippe. Denn für die Gedanken die sich ihm gerade aufdrängten….. müsste er heute mindestens drei ‚Ave-Maria‘ mehr beten! Und selbst das wäre wohl nicht genug. Er schluckte schwer und presste die Lippen zusammen. Versuchte seine Gedanken wieder abzuschütteln. Was ihm allerdings erst wieder gelang, als Leif Kleidung über streifte und sich in Bewegung setzte.
Mit dem nötigen Sicherheitsabstand folgte er ihm. Und fragte sich insgeheim wofür er sich so schick gemacht hatte. Oder vielleicht auch.. für wen? Hatte er etwa eine Verabredung mit einer holden Maid? Ihm dorthin zu folgen wäre… unangebracht. Und doch liefen seine Beine wie von selbst in Leifs Richtung. Er musste einfach wissen wohin sein Weg ihn führte.. denn das hier war seit Langem das Aufregendeste, das Virgil seit einer Ewigkeit erlebte.

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#4

RE: Meer

06.04.2022 21:14
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Na gut, die Tunika musste es wohl tun. Leif zuckte mit den Achseln und streifte sich den Stoff über. Seine Schuhe und Socken waren immer noch nass, weil er durch das Wasser gewatet war, aber das würden die Elfen bestimmt entschuldigen. Wenigstens überraschte er sie so nicht, wenn er mit quietschenden Schritten in ihr Reich marschierte. Nicht, dass sie ihn noch für einen bösen Eindringlichen hielten. Elfen waren ziemlich rachsüchtig, besser, man legte sich nicht mit ihnen an.
Leif schulterte seine Tasche und machte sich auf den Weg. Dass er schon seit Tagen oder gar Wochen einen Stalker hatte, war ihm nicht klar. Irgendwie fühlte er sich schon beobachtet, aber vielleicht waren es ja auch nur die Götter, die sichergehen wollten, dass er die Elfen standesgemäß behandelte.

Es war ein Marsch von rund zehn Minuten durch den Wald, bis Leif auf eine Lichtung trat und ehrfürchtig innehielt. Genau in der Mitte befanden sich ein Findling und zwei Steinkreise links und rechts daneben. Eindeutiger konnte es eigentlich nicht sein. In Island hatte man in solchen Refugien kleine bunte Holzbauten gestellt, damit die Elfen es etwas gemütlicher und fröhlicher hatten. An so etwas arbeitete Leif gerade auch, aber es war noch nicht perfekt genug.
»Bald habt ihr ein ordentliches Dach über dem Kopf!«, sagte er zu der Lichtung. Dann holte er Brot und ein riesiges Stück Käse aus seiner Tasche, außerdem eine kleine Tonscherbe, die er irgendwie hübsch gefunden hatte. Vielleicht konnten die Elfen damit ja was anfangen. All das legte er auf den Findling und trat wieder einen Schritt zurück. Eigentlich wollte er noch etwas sagen, aber dann knackte es tiefer im Wald, außerdem gesellte sich ein gewisses Röcheln dazu.
Leif wurde leichenblass. »Nein ... nein! Ich werde euch beschützen!« Niemals durften Beißer diesen Ort besudeln! Das scherte diese aber recht wenig, denn es dauerte nur noch Sekunden, da taumelten schon gleich vier auf die Lichtung und streckten ihre gierigen Hände aus. Leif hatte seine Axt schon bereit, allerdings versuchte er, seine Gegner zurück in den Wald zu locken. Er wollte keinen Zombiematsch und kein Blut in der Heimat seiner kleinen Freunde verteilen. Die Beißer mussten fort von der Lichtung!

@Virgil Chadburn

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#5

RE: Meer

06.04.2022 21:15
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Na gut, die Tunika musste es wohl tun. Leif zuckte mit den Achseln und streifte sich den Stoff über. Seine Schuhe und Socken waren immer noch nass, weil er durch das Wasser gewatet war, aber das würden die Elfen bestimmt entschuldigen. Wenigstens überraschte er sie so nicht, wenn er mit quietschenden Schritten in ihr Reich marschierte. Nicht, dass sie ihn noch für einen bösen Eindringlichen hielten. Elfen waren ziemlich rachsüchtig, besser, man legte sich nicht mit ihnen an.
Leif schulterte seine Tasche und machte sich auf den Weg. Dass er schon seit Tagen oder gar Wochen einen Stalker hatte, war ihm nicht klar. Irgendwie fühlte er sich schon beobachtet, aber vielleicht waren es ja auch nur die Götter, die sichergehen wollten, dass er die Elfen standesgemäß behandelte.

Es war ein Marsch von rund zehn Minuten durch den Wald, bis Leif auf eine Lichtung trat und ehrfürchtig innehielt. Genau in der Mitte befanden sich ein Findling und zwei Steinkreise links und rechts daneben. Eindeutiger konnte es eigentlich nicht sein. In Island hatte man in solchen Refugien kleine bunte Holzbauten gestellt, damit die Elfen es etwas gemütlicher und fröhlicher hatten. An so etwas arbeitete Leif gerade auch, aber es war noch nicht perfekt genug.
»Bald habt ihr ein ordentliches Dach über dem Kopf!«, sagte er zu der Lichtung. Dann holte er Brot und ein riesiges Stück Käse aus seiner Tasche, außerdem eine kleine Tonscherbe, die er irgendwie hübsch gefunden hatte. Vielleicht konnten die Elfen damit ja was anfangen. All das legte er auf den Findling und trat wieder einen Schritt zurück. Eigentlich wollte er noch etwas sagen, aber dann knackte es tiefer im Wald, außerdem gesellte sich ein gewisses Röcheln dazu.
Leif wurde leichenblass. »Nein ... nein! Ich werde euch beschützen!« Niemals durften Beißer diesen Ort besudeln! Das scherte diese aber recht wenig, denn es dauerte nur noch Sekunden, da taumelten schon gleich vier auf die Lichtung und streckten ihre gierigen Hände aus. Leif hatte seine Axt schon bereit, allerdings versuchte er, seine Gegner zurück in den Wald zu locken. Er wollte keinen Zombiematsch und kein Blut in der Heimat seiner kleinen Freunde verteilen. Die Beißer mussten fort von der Lichtung!

@Virgil Chadburn

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#6

RE: Meer

06.04.2022 21:34
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Durch das Quietschen von Leifs Schuhen, bemerkte dieser seinen Verfolger wenigstens nicht so schnell. Eine Elfe war Virgil zwar nicht.. aber mit Gott hatte er schon zu tun, gewissermaßen. Er richtete seinen Blick durch Gottes Augen auf den Isländer. Wobei es besser war wenn Gott nicht zusah.. dann wüsste er schließlich auch von seinen sündigen Gedanken.
Jedoch machte er sich darüber im Moment weniger Sorgen. Stattdessen war er viel interessierter daran.. was um Himmels Willen Leif an dieser Lichtung tat.
Mit wem sprach er? Virgil sah sich hektisch um, war ihnen vielleicht jemand gefolgt? Würde er nun enttarnt werden? Aber.. da war keiner. Und dem hübschen Heiden antwortete auch niemand. Hm.. war das eine Art Gebet vielleicht? Er selbst sprach ja auch mit Gott oder Jesus. Betete Leif etwa diesen großen Steinklotz an? War das seine Gottheit? Es sah ganz danach aus.. zumal er ihm sogar Käse und andere Geschenke darreichte! War das so etwa wie der Messwein und das heilige Brot? Virgil war irritiert. Aber auch in höchstem Maße fasziniert. Er wollte mehr darüber in Erfahrung bringen.
Jedoch wurden sie leider von den gottlosen, wandelnden Leichen unterbrochen. Also.. Leif wurde in seinem Tun unterbrochen, Virgil nur beim Stalken xD.
Allerdings machte er sich keine Sorgen um Leif. Er sah kräftig und geschickt genug aus, dass er es mit 4 Beißern aufnehmen konnte.
naja zumindest dann wenn.. er kämpfen würde. aber stattdessen versuchte er sie zu verscheuchen?? Das war wahnsinnig gefährlich und ziemlich lebensmüde!
Weshalb es Virgil schwer fiel das tatenlos mitanzusehen. Auch wenn er es verstehen konnte. das hier war offenbar heiliger Boden für Leif und den wollte er nicht mit Blut besudeln. Virgil selbst würde wohl auch versuchen die Beißer aus der Kirche zu locken.
Womit sie jedoch nicht rechnen konnten, war das Problem, dass hinter Leif plötzlich ebenfalls vier weitere Beißer auftauchten und ihn somit einkesselten. Sein Plan die Zombies in den Wald zu locken, ging damit schief. Denn sie streckten inzwischen aus allen Seiten ihre gierigen Arme nach ihm aus und das Geklapper ihrer verfaulten Zähne konnte man bis zu Virgils Versteck hören.
Weshalb er das hölzerne Kruzifix von seinem Gürtel löste, jedoch mit sich haderte. Er wollte sich nicht zu erkennen geben… aber er konnte den Wilden doch auch nicht einfach sterben lassen. Seine Eltern hatten ihn Nächstenliebe gelehrt! Weswegen er einfach nicht länger tatenlos zusehen konnte. Denn es blieb Leif keine andere Wahl als zu kämpfen, wenn er das hier überleben wollte.
und zumindest dabei wollte Virgil ihm zur Hand gehen. Weshalb sich plötzlich eine hölzerne Spitze durch den Schädel des Beißers direkt vor ihm bohrte und er klatschend zu Boden fiel. Wodurch sich auch Virgils Antlitz offenbarte. Das so ganz anders wirkte als das von Leif. Doch im Kampf sollten sie geeint sein.
„Lass mich dir eine Hand reichen..“
bis hoffentlich der letzte Beißer fiel.. und niemand von ihnen verletzt wurde.

@Leif Tyrson


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#7

RE: Meer

06.04.2022 21:56
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Leif verlor tatsächlich recht schnell die Kontrolle über die Situation – etwas, das ihm eigentlich gar nicht ähnlich sah. Sein Fokus war gerade jedoch darauf gelegt, die Beißer zurück in den Wald zu locken, sicher würden sie einer frischen Mahlzeit wie ihm folgen. Allerdings ... hatte er keine Augen im Rücken und seine Wachsamkeit für einen Moment verloren. Weswegen er in die Arme anderer Zombies lief, als er sich umdrehte. Mit einem Tritt beförderte er den von sich, der ihn gerade fast gepackt hätte, jedoch brachte das nur kurz Zeit zum Durchatmen. Er hatte nicht viel Raum zum Manövrieren und nur noch wenige Sekunden, bis einer der Verfaulten die Zähne in sein saftiges Fleisch graben würde. Leif konnte es vergessen, sie vom Land der Elfen zu vertreiben. Die Schlacht musste hier geschlagen werden und er würde der Krieger des kleinen Volkes sein. Es gab keine andere Möglichkeit mehr. Die Sanftheit, die er sonst ausstrahlte, fiel von ihm ab, es war tatsächlich so, als würde er in eine andere Rolle schlüpfen. Zumindest für kurze Zeit. Auch wenn es ihm jedes Mal missfiel, dass er einen gewissen Adrenalinstoß beim Töten spürte. Er sollte keine Freude dabei empfinden. Tat es aber dennoch.
Es fielen zeitgleich zwei Beißer. Der, den Leif niedergestreckt hatte und der daneben. Dahinter tauchte ein Mann auf, den der Isländer noch nie zuvor gesehen hatte. Wieder waren es nur wenige Sekunden, die blieben, um einander zu mustern. Leif bemerkte dabei vor allem die wunderschönen Augen und die hübschen Gesichtszüge des Unbekannten. Auch das hölzerne und angespitzte Kruzifix in dessen Händen. Eine seltsame Waffe. Doch gerade konnte sich Leif keine weiteren Gedanken darüber machen. Er nickte bloß zur Antwort und wirbelte dann gleich herum, um dem nächsten Beißer den Kopf von den Schultern zu trennen. Und so fand ein regelrechter Totentanz statt, bis sie umgeben waren von den Überresten der Beißer und einem gefallenen Elfenreich. Leif biss die Zähne zusammen und starrte den blutbesudelten Findling an, auf dem auch noch etwas Gedärm hing. Hoffentlich hatten die Elfen die Gelegenheit genutzt, um zu fliehen. Wahrscheinlich würde Leif sie nie wieder finden und das bestürzte ihn zutiefst.
Seine Manieren hatte er allerdings nicht vergessen. Weswegen er sich nach ein paar Sekunden des Innehaltens und Trauerns zu dem Fremden umdrehte und den Kopf neigte. »Ich danke dir für deine Hilfe. Ohne dich wäre es wohl ziemlich eng geworden. Bist du in Ordnung?« Sein Akzent kam gerade vielleicht etwas deutlicher heraus als sonst, weil er im Kopf isländische Gedanken an die Elfen schickte und mit beiden Sprachen immer noch manchmal durcheinander kam, aber na ja ... verstehen konnte man ihn hoffentlich dennoch.

@Virgil Chadburn

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#8

RE: Meer

06.04.2022 22:20
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Wie durch ein Wunder, oder durch Gottes Gnade, wurde keiner von ihnen beiden bei dem unerwarteten Kampf verletzt. Zurück blieb nur Beißermatsch und eine blutbesudelte, heilige Stätte. Oder was auch immer Leif in diesem Ort sah. Für Virgil waren es nur Steine und Gras.. frei von jeglichen Symbolen, die Heiligkeit ausstrahlten.
Aber Leif schien regelrecht bestürzt über die Verschmutzung dieser Lichtung zu sein, Virgil konnte es an seinen Gesichtszügen erkennen. Die er in den letzten Wochen so oft studiert hatte.. diese kleinen Falten, die sich zwischen seinen Augenbrauen bildeten wenn er nachdachte. Wie er sich am Hinterkopf kratzte, wenn er sich unwohl fühlte oder wie sein Blick sich erhellte, kaum stach er in die hohe See.
Und nun… da stand er Leif plötzlich gegenüber. Ganz direkt und ohne den schützenden Schatten der Bäume.
Eine Tatsache die sein Herz augenblicklich höher schlagen ließ und Adrenalin in seinem Körper freisetzte. Es war ein wenig wie im Zoo.. wenn man die Tiere hinter Gittern beobachtete. Sich dabei stark und mächtig fühlte, weil sie einem nichts antun konnten. Doch kaum waren diese Gitterstäbe fort.. war auch die Sicherheit Geschichte. und das einst so handzahme Kuscheltier mutierte von einer Sekunde auf die andere zu einer gefährlichen Bestie.
Denn das war Leif in Wahrheit oder? ein Wilder.. ein Barbar..
Sein Pulsschlag erhöhte sich und das hatte längst nichts mehr mit dem eben ausgefochtenen Kampf zu tun.

Leifs Akzent.. hatte er zwar schon mal vernommen, doch gerade kam er wirklich deutlich zum Vorschein. Etwas das Virgil automatisch schmunzeln ließ, denn seine Art zu sprechen war wirklich bezaubernd und wirkte ganz und gar nicht barbarisch. Doch vielleicht war er ja auch nur ein Wolf im Schafspelz.
„Das bin ich. Wer weiß.. womöglich war mein Auftauchen eine göttliche Fügung“
Sagte er mit einem breiten Lächeln auf den Lippen. Wischte dann seine beschmutzte Hand sowie das Kruzifix an seinem Hosenbein ab und reichte Leif ohne zu zögern die Hand.
„Ich heiße Virgil.“
Sollte er ihn nun auch nach seinem Namen fragen? Den kannte er schließlich bereits. Und zwar in und auswendig. Virgil mochte es nicht zu lügen.. schließlich war auch das eine ziemliche Sünde. Aber wenn er nun die Wahrheit sagte.. würde er ihn doch bestimmt angreifen oder fort jagen. Und das konnte er gerade einfach nicht riskieren. zu aufgeregt war er wegen diesem Zusammentreffen. Er wollte es jetzt noch nicht wieder beenden
„Ist dieser Stein.. wichtig für dich?“
Er deutete auf den großen Findling inmitten der Lichtung. Auch Virgils Kreuz baumelte sehr eindrucksvoll an seiner Kette während er sich bewegte. Strich sich gar unbewusst eine Strähne hinters Ohr, die sich während dem Kampf aus seinem Dutt gelöst hatte.

@Leif Tyrson


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#9

RE: Meer

06.04.2022 22:46
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Leif war gerade noch viel zu sehr mit dem Untergang des Elfenreichs beschäftigt, als dass er Virgils Blicke wirklich bemerkte und deuten konnte. Aber das würde nicht ewig so bleiben. xD Schon verrückt, dass Virgil ihn schon so gut kannte oder zumindest die Körpersprache zu deuten vermochte. Da war er Leif um einiges voraus, denn der kannte den Fremden noch überhaupt nicht. Und wusste auch nicht so recht, was er von ihm halten sollte.
Das Schmunzeln war jedenfalls echt ... süß. Auch wenn es womöglich wegen seiner holprigen und schlecht ausgesprochenen Worte war. Doch Leif hatte sich daran gewöhnt, dass man ihn nicht immer einwandfrei verstand, und bemühte sich beim nächsten Satz gleich wieder viel mehr. Denn wenn er sich nicht mit den Menschen unterhalten konnte, würde er auch nicht ihre Geschichten erfahren. Er interessierte sich für sie, das war schon immer so gewesen und würde wohl auch nie aufhören. Und so jemanden wie Virgil hatte er wirklich noch nie gesehen. Er wusste nicht, woran es lag, dass ihm seine Ausstrahlung besonders auffiel. Am Kruzifix in seinen Händen, das nun ebenso blutbesudelt war wie der Findling? Oder war es doch etwas ganz anderes?
»Die deines Gottes?«, hakte Leif nach und deutete auf die Waffe und die Kette, die Virgil um den Hals trug. Er hatte nichts gegen Christen, doch er bezweifelte, dass diesem Gott das Wohlergehen der Elfen am Herzen lag. Wenn es nach den Kirchengängern ging, waren sie nur Hirngespinste. Aber er war kein Missionar, er zwang anderen nicht seinen Glauben auf, so wie es die Christen seit jeher gern getan hatten. Es war einfach nur eine neugierige Frage an Virgil, die Leif stellte, um herauszufinden, wen er da vor sich hatte.

Er steckte die Axt in seinen Gürtel und machte es wie sein Gegenüber, indem er versuchte, das schon halb getrocknete Blut an der Hose abzuwischen. Klappte nicht so gut, aber auch er scheute sich nicht und streckte die Hand aus, um die von Virgil zu ergreifen. »Leif«, stellte er sich vor und lächelte. Auch wenn seine Gesichtszüge immer noch traurig waren, wirkte er dennoch erfreut, jemand Neues kennenzulernen.
Doch das Leuchten in seinen Augen verschwand wieder, als Virgil nach dem Stein fragte. Leif nickte und haderte kurz mit sich. Er hatte die Elfen gerade erst verloren und würde nur schwerlich blöde Kommentare vertragen, von jemandem, der seinen Glauben nicht verstand. Aber ... er war es gewohnt, offen darüber zu sprechen und vielleicht überraschte Virgil ihn ja. Man sollte nie zu schnell über jemanden urteilen hatte Leifs Vater immer gesagt und Leif wollte sich daran halten. »Ja. Er war ... oder ist vielleicht noch das Zuhause eines Elfenvolks. Die Beißer haben sie wahrscheinlich vertrieben und ich ... weiß nicht, ob sie noch mal wiederkommen.« Leif sah zu den Leichen und seufzte. »Würdest du mir vielleicht noch einmal helfen, und das Massaker hier ... mit mir fortschaffen? Vielleicht kehren sie zurück, wenn es hier wieder heimeliger aussieht.«

@Virgil Chadburn

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#10

RE: Meer

06.04.2022 23:14
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Es fühlte sich für Virgil wirklich so an, als würde er Leif schon ewig kennen. Richtig verbunden fühlte er sich ihm. Was dieses Gespräch seltsam machte, denn umgekehrt war das eindeutig nicht der Fall. Der Isländer wusste nichts von ihm, bis vor wenigen Sekunden nicht einmal etwas von seiner Existenz. Während es sich für ihn so anfühlte, als würde er endlich seinem langersehnten Schwarm begegnen. Dabei hatte er das doch gar nicht vor gehabt! Er hatte nie.. direkt involviert werden wollen. Er hätte beim Beobachten bleiben sollen, das wusste er. Aber nun war es zu spät. Also wenn er bereits eine Grenze überschritten hatte, weshalb dann nicht noch eine weitere?
„Dein Akzent.. klingt wirklich ziemlich süß. woher kommst du ursprünglich?“
Ja, Virgil hatte gerade wirklich das laut ausgesprochen, was er jedes Mal dachte, wenn Leif in der Vergangenheit den Mund aufgemacht hatte. Und er nahm diesbezüglich auch kein Blatt vor den Mund sondern sagte ihm offen und ehrlich was er dachte. Es war fast ein bisschen befreiend sich nun nicht verstellen zu müssen. Seine Kirche predigte ihm schließlich tagtäglich, dass Homosexualität eine Todsünde war. Und doch bezeichnete er einen anderen Mann bzw. dessen Aussprache nun als süß. Etwas das er vor den Mitgliedern seiner Gemeinde niemals wagen würde. Doch in Leifs Kultur… war das nicht verpönt oder? Deswegen wollte er auch den Eindruck vermitteln, als würde er alledem total offen und locker gegenüber stehen. Denn ein bisschen mit ihm zu flirten.. das fühlte sich wirklich gut an. und deswegen käme er noch nicht in die Hölle oder?
Doch apropos Hölle.. es hatte ja nicht lange gedauert, bis sie auf seinen Glauben zu sprechen kamen. Und natürlich missfiel es ihm gewissermaßen, dass Leif bei seinen Worten so abschätzig klang. Aber er konnte es ihm nicht verübeln.
„Nun, ich denke er wacht über jeden von uns. Sonst hätte er mich dir doch nicht zur Unterstützung entsandt“
Sagte er weiterhin charmant lächelnd. Denn auch wenn Leif nicht an seinen Gott glaubte.. vielleicht tat er es umgekehrt ja schon.

Ein Schauer lief ihm über den Rücken, als Leif seine Hand ergriff. die sich viel weicher anfühlte, als er es für einen Fischer erwartet hatte. Und er hatte sich in den letzten Tagen mehr als einmal ausgemalt, wie sich Leifs Finger wohl anfühlten… auch an anderen Stellen als seiner Hand. Nun hatte er eine realistische Vorstellung davon, was das Ganze nun doch ziemlich beängstigend echt machte und weit über ein Hirngespinst oder eine Fantasie hinaus ging. Doch einmal entfacht.. konnte dieses Feuer nicht mehr so schnell gelöscht werden, hm?
„Freut mich wirklich sehr deine Bekanntschaft zu machen Leif“
Erst nach diesen Worten ließ er langsam wieder von seiner Hand ab.

Sein erster Impuls war es durchaus wegen der Sache mit dem Elfenvolk zu schmunzeln aber ausnahmsweise verkniff er es sich. Denn Virgil wusste genau wie es sich anfühlte, wenn man wegen seinem Glauben verspottet wurde. Ihre Arbeit als Missionare verlief schließlich nicht immer reibungslos. Doch er wollte zumindest den nötigen Respekt haben und ihn nicht für seine Gedanken auslachen, egal wie skurril und.. unrealistisch das alles für ihn klang. Doch rein logisch betrachtet war sein Gott auch nicht greifbarer als ein paar Elfen, das war ihm bewusst.
„Dafür also der Käse und die Geschenke?“
Fragte er einfach nur interessiert nach, jedoch ohne irgendeine Form von Wertung. Denn es interessierte ihn immer noch woran Leif glaubte, selbst wenn es total verrückt klang.
„und wieso liegt dir ihr Wohlergehen so am Herzen? was.. sind sie für dich?“
er wollte verstehen.. was Leif in diesen Elfen oder Geistern oder was auch immer sie sein sollten, sah. Denn sein Glaube war auch nicht unfehlbar, das hatten die letzten Jahre ihm deutlich bewiesen.
Bei seiner Frage jedoch begann er schon wieder zu strahlen und legte Leif die Hand auf die Schulter. Ehe er ihm kurz darauf klopfte.
„Aber natürlich helfe ich dir. Es gibt nichts Schlimmeres, als einen Ort des Glaubens zu besudeln“
Und mit diesen Worten packte er auch schon an, schnappte sich gleich zwei Beißer und schulterte sie. Wodurch er zwar nachher überall blutbesudelt sein würde, aber das war es ihm definitiv Wert.

@Leif Tyrson


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#11

RE: Meer

06.04.2022 23:52
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Irgendwann würde es Leif auffallen, wie gut Virgil ihn eigentlich kannte. Ob nun an Bemerkungen, oder weil er Pfade entlangschritt, die eigentlich nur Leif kannte. Doch noch kam es ihm so vor, als wären sie sich fremd. Das zarte Band zwischen ihnen war nicht zu leugnen, doch für Leif war es durch den gemeinsamen Kampf gebunden. Und durch das Gespräch, was jetzt folgte. Virgil könnte auch einfach seines Weges gehen. Nicht fragen, was ihm dieser Ort bedeutete und schon gar nicht Interesse an ihm zeigen. Tja, und doch standen sie hier, blutbesudelt und übten sich in Konversation. Das war schon ein wenig surreal für Leif, der Balar eigentlich kaum verließ und seine Touren in die Wälder stets allein unternahm. Doch abgesehen von Beißern traf man eben manchmal auch Fremde, die nicht das Leben in der Siedlung kannten. Eigentlich waren das die aufregendsten Begegnungen. Leif war beim Erstkontakt eher zurückhaltend, aber dennoch extrem neugierig und offen.

Virgil fand seinen Akzent ... süß? Hm, da fühlte sich Leif doch tatsächlich ein wenig angebaggert. Weswegen er sein Gegenüber gleich auf eine andere Weise betrachtete, jedoch nicht allzu offenkundig, sondern subtil. xD Virgil war ein ziemlich gut aussehender Mann, das war nicht zu leugnen. Und flirten tat Leif ebenso gern, allerdings erst, wenn er den anderen besser einschätzen konnte. Das war noch längst nicht der Fall. »Aus Island«, beantwortete er die Frage. »Ich bin durch die Seuche hier gestrandet und hatte nur mein Schulenglisch im Gepäck. Habe den Rest gelernt so gut es ging.« Tauschten sie sich gerade wirklich über ihre Vergangenheit aus? Das wurde ja immer verrückter. Für Leif gab es allerdings nicht wirklich einen Anlass, nach Virgils Herkunft zu fragen, dessen Englisch war immerhin ziemlich fließend.

Er wollte gar nicht so abschätzig klingen, als er sich nach Virgils Gott erkundigte. »Und was, wenn dich meine Götter gesandt haben, damit du mit mir die Elfen verteidigst?«, hakte er nach und grinste. »Womöglich haben unsere Götter ja auch zusammengearbeitet.« Wer vermochte es schon zu sagen?
»Was hast du denn hier gemacht, dass deine Schritte dich zu mir geführt haben?« Leif hielt sich mit seinen Fragen nicht zurück, er war eben ziemlich neugierig. Bisher hatte er in diesen Wäldern nie eine Menschenseele gesehen und nun kam auf einmal Virgil daher? Und dann auch noch augenscheinlich allein? Vielleicht wollte er ja nach Balar und hatte sich verlaufen?

Virgil hielt seine Hand deutlich länger als nötig, was ein weiterer Hinweis war, dass er versuchte, sich Leif anzunähern. Was dieser auch nicht unterband, aber auch keine Anstalten machte, ihn in einer anderen Weise zu ermutigen. Sie lernten sich immer noch kennen und Leif hatte nicht vor, irgendwelche Signale zu senden. Er machte jedoch auch deutlich, dass es ihm nichts ausmachte, angeflirtet zu werden, was ja ... schon auch irgendwie ein Signal war. xD
»Gleichfalls, Virgil!« Er sprach den Namen langsam und sehr betont aus, denn es war ein ziemlich ungewohnter. »Sage ich das richtig?« Er wollte seiner neuen Bekanntschaft ja nicht auf den Schlips treten, indem er den Namen ständig falsch sagte.

Als sie über das Elfenvolk sprachen, bemühte sich Leif, Virgil eine Chance zu geben und nicht von vornherein mit einem Witz oder Ähnlichem zu rechnen. Das wurde belohnt, denn es kamen nur interessierte Nachfragen, die nicht spöttisch klangen. Was definitiv für einige Pluspunkte sorgte und Leif fast erleichtert lächeln ließ. »Genau. Ich fürchte um ihre Existenz durch die Apokalypse. Seit ich diesen Ort gefunden habe, bringe ich ihnen kleine Gaben, so oft ich kann.« Er ahnte ja nicht, dass Virgil das schon längst wusste, und wollte deutlich machen, wie wichtig ihm diese Lichtung war.
Was die Elfen für ihn waren? Bei der Frage wurde es Leif ganz warm ums Herz und er lächelte wehmütig. »Ein Stück ... zuhause. Andere Länder mochten den Glauben unserer Vorfahren vergessen haben, aber in Island war das nicht so. Trolle, Elfen und andere sogenannte Fabelwesen ... sie waren bei uns noch lebendig. Und das sind sie noch. Auch hier. Damit habe ich nicht gerechnet, aber sie sind hier.«
Deswegen konnte er diesen Ort auch nicht einfach so aufgeben. Er musste ihn wieder herrichten, damit eine ganz kleine Chance bestand, dass die Elfen zurückkehrten. Warum er Virgil fragte, ob er ihm half, wusste er nicht. Es war einfach ein Impuls und wieder ... überraschte ihn der Fremde auf eine gute Weise.
Die Wärme seiner Hand auf der Schulter prickelte angenehm, doch Leif ließ nur ein sachtes Lächeln sehen und nickte dankbar. Dann gingen sie schon an die Arbeit und trugen die Beißer ein Stück in den Wald. Außerdem entfernte Leif die Gedärme vom Findling und zog sich einen nassen Socken aus, um damit das Blut so gut zu entfernen, wie möglich. xD Dann stand er inmitten der Lichtung, ein Fuß bar und einen im Schuh und betrachtete ihr Werk.
»Ich danke dir!«, sagte er zu Virgil und haderte dann kurz mit sich. »Ich ... habe in der Nähe mein Boot. Wenn du willst, gebe ich dir ein paar Fische, dafür, dass du mir geholfen hast. Mit den Beißern und ... diesem Ort.« Damit würde er ihn zu seiner Ankerstelle führen, aber das war wohl ein notwendiges Übel. Irgendwie wollte Leif nicht, dass diese Begegnung schon endete.

@Virgil Chadburn

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#12

RE: Meer

08.04.2022 20:39
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Dafür, dass sein Herz innerlich vor Aufregung raste, wirkte er nach außen hin doch eigentlich ziemlich souverän oder? Er hoffte es zumindest. Denn er wollte einen gefassten und entspannten Eindruck auf den Isländer machen, damit dieses Gespräch nicht vorschnell endete. Auch wenn er eigentlich genau das tun sollte, sich wieder zurück in seine Wälder ziehen und nur beobachten, statt aktiv am Geschehen mitzuwirken.
Und ihm nicht auch noch Komplimente zu machen oder besser gesagt ein wenig mit ihm zu flirten. Vielleicht wollte er ja auch den Eindruck erwecken total erfahren und direkt zu sein. Virgil wusste selbst nicht so genau was er hier eigentlich tat, denn tief in seinem Inneren wusste er, dass es wohl ein böses Ende nehmen würde, egal wie es sich entwickelte.
Aber noch war dieses Ende nicht abzusehen und der Weg viel zu aufregend.. um nun davon abzuweichen.
„Island also? Beide geboren in Europa treffen wir ausgerechnet in den
Vereinigten Staaten von Amerika aufeinander.“
Das klang ja schon fast nach Schicksal.. aber diesen Gedanken behielt er nun lieber für sich und fuhr stattdessen fort.
„Ich stamme aus Wales.“
Was ja nicht so extrem weit von Island entfernt lag, geschafft dorthin zu reisen hatte er es aber nie.
„Lass mich raten, du kamst nach Amerika, um Urlaub zu machen, richtig?“
So wie die meisten Menschen es taten. Seine Familie hatte da eigentlich bessere Beweggründe gehabt.. und das hatten sie nun von ihrer Nächstenliebe. Nein! So durfte er nicht denken. Gott war gut, er bürdete niemandem mehr auf als er ertragen konnte. Und er hatte einen Plan.

Als Leif so schlagfertig konterte runzelte Virgil kurz überrascht die Stirn. Musste anschließend jedoch amüsiert grinsen.
„Touché. Aber du sagtest deine Götter. Soll das heißen du glaubst an mehr als einen?“
Fragte er interessiert nach und bemerkte.. dass ihm der Gedanke gar nicht so sehr missfiel, dass ihre Götter zusammen gearbeitet hatten oder dergleichen. Auch wenn das eigentlich absolute Blasphemie war. Und er förmlich spürte wie seine Eltern sich im Grabe umdrehten, nur weil ihr Sohn so einen Gedanken fasste. Aber das hieß ja nicht gleich, dass er von seinem Glauben abfiel. Aber er hatte eben nicht den Anspruch… jedem den seinen aufzudrängen und war neugierig darauf wie andere Menschen dachten.
Als Leif ihn danach fragte was er hier eigentlich tat zögerte Virgil kurz. Denn lügen stand ihm eigentlich nicht zu Gesicht, immerhin war das auch eine Sünde. Weshalb er kurz überlegte.. wie er seine Worte formulierte. Dann jedoch ziemlich trocken sagte
„Naja, ich habe von einer Siedlung gehört in der die Menschen wie wilde Barbaren leben und ich wollte mich darüber vergewissern, ob sie tatsächlich solche Tiere sind und eine Gefahr für meine Gemeinschaft darstellen. Du hingegen.. wirkst nicht unbedingt wie ein wildes Raubtier. Oder irre ich mich?“
Sagte er nun doch wieder mit einem charmanten Lächeln im Gesicht. Denn wer unsichtbaren Elfen Käse brachte und dabei noch so süß und verschmitzt lächelte konnte doch gar kein Wilder sein…
Womit Virgil nun ja auch wirklich die Wahrheit sagte. Nur darüber.. wie lange er ihn schon beobachtete sagte er nichts. und darüber, dass er vor allem ihn beobachtet hatte und nicht die ganze Siedlung. Doch das war keine Lüge. Sondern eher ein gezieltes Verschweigen gewisser Tatsachen.

Die Signale die Leif ihm sendete waren nicht wirklich eindeutig. Denn nur weil er seine Berührungen oder Flirtversuche nicht unterband.. hieß das noch lange nicht, dass er sie gut hieß. Vielleicht war er einfach nur höflich und wollte ihn nicht vor den Kopf stoßen. Aber das war in Ordnung. Virgil würde schon noch herausfinden was in seinem hübschen Köpfchen vor sich ging.
Und erneut musste Virgil lächeln als Leif seinen Namen so langsam und betont aussprach.„das G gleicht mehr einem Dsch statt einem G“
Berichtigte er ihn ein klein wenig. Vielleicht wollte er aber auch einfach nur hören, wie er seinen Namen erneut sagte? xD

„Und diese kleinen Gaben sind nach ein paar Tagen tatsächlich fort?“
Das war faszinierend. Auch wenn es wohl wahrscheinlicher war, dass andere Menschen oder Tiere sie fort getragen hatten. Und doch fand er die Vorstellung spannend, dass sich hier kleine Fabelwesen herum trieben.
„hm.. und diese Fabelwesen.. sind für euch so etwas wie Gottheiten?“
Das klang so skurril und.. als wären Leifs Gedanken einer Fantasiegeschichte entsprungen. Aber irgendwie fand er das auch ganz süß. Bei ihnen glaubten ja höchstens Kinder an solche Wesen.

Nun kam aber erst mal etwas körperliche Arbeit und sie säuberten die Lichtung ein wenig von dem Beißerdesaster. Das Leif einfach den Socken auszog und damit putzte… naja okay ja.. dadurch wirkte er schon ein bisschen wie ein Wilder xD aber irgendwie war das auch ziemlich charmant und süß.
Leifs Angebot ließ ihn zwar lächeln aber er schüttelte sachte den Kopf
„Es ist nicht nötig mir etwas als Gegenleistung anzubieten. Es war mir eine Freude dir zu helfen“
Allerdings fiel ihm auch auf… dass er mit diesen Worten womöglich auch seine Einladung ausschlug ihn zu seinem Boot zu begleiten. Und das wollte er nicht! weshalb er noch rasch hinten dran hängte
„Aber wenn du dich dennoch erkenntlich zeigen möchtest dann…. zeig mir wie man fischt. Ich könnte ein Boot zwar bauen, wüsste danach jedoch nicht all zu viel damit anzufangen, da ich keinerlei Erfahrung im Fischfang habe. Und eine der Prämissen unserer Gemeinschaft lautet stets: -Hilf mir es selbst zu tun-.“
Statt das Leif ihm also Fische schenkte, wollte er lieber lernen wie er selbst welche fing. Und das wäre doch auch die perfekte Möglichkeit.. um noch weiter Zeit mit dem Isländer zu verbringen.

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?

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#13

RE: Meer

08.04.2022 21:36
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Virgil wirkte ziemlich charmant und freundlich auf Leif, womit er definitiv Pluspunkte sammelte. Die Apokalypse konnte zu Verrohung führen, das hatte er oft genug gesehen, doch es gab ihm immer wieder den Glauben an die Menschheit zurück, wenn er jemanden wie Virgil traf. Der sich für seine Mitmenschen interessierte und sie nicht einfach so verurteilte. Selbst nicht, wenn sie an andere Götter glaubten. Leif wollte trotzdem nicht so offen zeigen, wie beeindruckt er von Virgil war und wie anziehend er ihn bereits jetzt fand. Das lag vor allem daran, dass er grundsätzlich immer etwas brauchte, um mit neuen Leuten warmzuwerden – das war schon als Teenager so gewesen. Aber er besaß auch noch einen Rest Vorsicht, weil Virgil einfach so hier im Wald aufgetaucht war und er so gut wie nichts über ihn wusste. Es war nicht so lang her, da war Balar von Negan angegriffen worden, geliebte Menschen waren dabei gefallen. Das steckte auch Leif nicht so einfach weg.
Und was das Flirten anging ... das genoss er durchaus. Wer mochte es nicht, Aufmerksamkeit zu erhalten? Doch auch da hielt Leif sich bedeckt. Er hatte sich vorgenommen, auf den Richtigen zu warten, und bis dahin hatte es nur einer geschafft, ihn ein wenig aus der Reserve zu locken – Duo. xD Andere Erfahrungen hatte Leif nicht gesammelt. Flirten machte Spaß, ohne Frage, doch war er sich noch nicht sicher, ob Virgil wirklich mit ihm anbändeln wollte und ... ob er selbst es ebenfalls wollte, solang er ihn nicht besser kannte. Komplizierte Gedanken. xD Aber Leif öffnete sein Herz eben nicht leichtfertig.

Doch je mehr Persönliches sie sich erzählten, desto mehr bekam Leifs Vorhaben, eisern zu bleiben, Risse. »Aus Wales? Dort muss es wunderschön ausgesehen haben.« Er kannte Bilder von der britischen Insel, interessiert hatten ihn vor allem Wales und Schottland. Die wilderen, urtümlicheren Länder, wenn man von den kleinen Inseln mal absah. Eigentlich luden sie ein, auch an so etwas wie Feen zu glauben, doch dort hatte sich das Christentum schon durchgesetzt, als die Wikinger noch im Einklang die nordischen Götter angebetet hatten.
»Richtig. Mein Vater wollte unbedingt die Welt mit uns bereisen, wie unsere Vorfahren es getan hatten. Nur mit einem Flugzeug. Wenn er es sich zugetraut hätte, wären wir mit dem Boot gefahren.« Leif lächelte ein wenig traurig, als er an seine Eltern dachte. »Du bist demnach auch dank eines Urlaubs hier gestrandet?«

Mit dem Konter hatte Virgil wohl nicht gerechnet, doch statt siegreich zu grinsen, beließ es Leif bei einem gutmütigen Lächeln und hob die Schultern. »Mehrere Götter, ja. Ich weiß, bei den Christen ist es eine Todsünde mehr als einen anzubeten. Aber bei uns ... ist das ganz normal. Irgendwie ist es für mich auch schwer vorstellbar, wie ein einziger Gott ein Auge auf alles haben soll.«
Ruhig hörte Leif zu, als Virgil ihm von seinen Beweggründen erzählte, hierzusein. Es ging also doch um Balar, was nun ihn die Stirn runzeln ließ. »Was ist das für eine Gemeinschaft, in der du lebst? Wir ... stellen keine Gefahr dar. Wir wollen nur in Frieden leben.« Nach der Sache mit Negan konnten sie wirklich keinen Streit mit einer weiteren Siedlung gebrauchen und schon gar keinen, der womöglich einen Glaubenskrieg mit sich brachte.
»Ich bin ein Mensch wie jeder andere auch. In uns allen lebt ein wildes Tier. Es liegt an uns, ob wir es rauslassen, oder nicht«, sagte er nun sehr philosophisch. Eben beim Gefecht mit den Beißern war seines ein wenig zu sehen gewesen. Immer wenn er kämpfte, spürte er eine gewisse Dunkelheit in sich, doch er hatte sich geschworen, sie niemals überhandnehmen zu lassen. »Wie definierst du denn einen Wilden?«

Obwohl sie einen philosophischen Diskurs führten, konnte Leif nicht umhin, sich immer mehr für Virgil zu interessieren. Oder vielleicht war es auch gerade deswegen. Er fand solche tiefgründigen Gespräche sehr anziehend, vor allem, wenn man auf Augenhöhe diskutierte. Man durfte ruhig unterschiedlicher Meinung sein, Leif ging es dann vor allem darum, zu verstehen, weshalb es so war und wie der andere tickte.
Doch zunächst wollte er sicherstellen, Virgils Namen richtig zu sagen. Also tat er es natürlich noch einmal mit der kleinen Korrektur. »Besser?« Er mochte den Namen irgendwie und wenn es nach ihm ging ... würde er ihn tatsächlich auch gern noch ein paar aussprechen. Vielleicht baute er ihn einfach immer mal wieder in der Konversation ein, einfach um sich an den Klang zu gewöhnen.

Nun sprachen sie über die Elfen und Leif nickte. Die Gaben waren immer fort, wenn er wieder herkam und er war überzeugt, seine kleinen Freunde nahmen sie.
»Nein, keine Gottheiten. Eher ... Bewohner Midgards, die vor uns da waren. Mit denen wir uns die Erde teilen. In Island nannten wir sie Huldufólk. Das versteckte Volk.«
Leif war es nicht vergönnt, sie zu sehen, er konnte nur die Zeichen deuten. Aber zuhause hatte es Seherinnen gegeben, die mit all diesen Fabelwesen verbunden gewesen waren. Das hatte Leif immer ein wenig beneidet.

Sie räumten den Platz auf so gut es ging. Vorsichtig rückte Leif auch die Steine zurecht, die kleine Kreise auf dem Boden gebildet hatten. Wenn man ihn fragte, das eindeutigste Zeichen, dass hier ein übernatürliches Volk lebte. Wer sonst hatte die Kiesel so angerichtet, mit dem großen Findling in der Mitte?
Wenn Leif einen Lappen dabei hätte, würde er ja damit putzen, aber so nahm er eben seine Socken. Was war denn schon dabei? Er würde einfach barfuß zurück zum Boot gehen.
Doch bevor er zurückkehrte, machte er Virgil noch ein Angebot. Dass dieser ausschlug, was Leif ein wenig ... unvollkommen zurückließ. Denn er wollte eigentlich nicht, dass dieses Zusammentreffen schon endete. Und egal, was das für eine Gemeinschaft war, aus der Virgil kam, Leif wollte beweisen, dass Balar keine Gefahr war, ganz im Gegenteil. Hier lebten keine Wilden, sondern Menschen, die einfach versuchten, klarzukommen und trotz der Apokalypse etwas aufzubauen.
Doch Virgil wollte offenbar auch noch nicht gehen. »Du könntest dir ein Boot bauen? Das heißt, du hast handwerkliches Geschick?« Noch etwas, das Leifs Herz poltern ließ. Es war doch unmöglich, dass sie diese Gemeinsamkeit hatten. Die Prämisse von Virgils Gemeinschaft klang ja eigentlich nett, wenn man sich dort gegenseitig half und Dinge beibrachte. In Balar wurde das durchaus auch so gelebt.
»Okay, dann komm mit.« Leif vollführte eine einladende Geste und marschierte los in die Richtung, aus der er gekommen war. Lang mussten sie nicht laufen, dann kamen sie schon an den Ankerplatz und Leif trat zu seinem ganzen Stolz. Seinem Boot. Sachte strich er über das Holz, als würde er es begrüßen, was er im Grunde ja auch tat.
»Setz dich rein!« Leif wartete kurz, bis Virgil es sich gemütlich gemacht hatte, dann löste er den Knoten und warf das Seil ins Innere des Bootes. Dann schob er es an, bis es sich vom knirschenden Sand löste und aufs Meer schunkelte. Wieder mal klatschnass, weil er durchs Wasser gewatet war, kletterte dann Leif ins Boot und nahm die Ruder zur Hand. Wobei er Virgil kurz abschätzig ansah und ihm sie fragend hinhielt. »Das musst du wohl auch lernen, wenn du Fische fangen willst.«

@Virgil Chadburn

zuletzt bearbeitet 08.04.2022 22:09 | nach oben springen

#14

RE: Meer

08.04.2022 22:23
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Virgil war sich ja noch nicht mal sicher, dass Leif genauso ein Sünder war wie er. Er hatte ihn in den letzten Wochen.. nie gemeinsam mit einem Mann gesehen. Allerdings auch nie mit einer Frau. Weshalb er keine Rückschlüsse deswegen ziehen konnte. Vielleicht wäre es besser, wenn er nicht die selben Vorlieben teilte wie Virgil. Dann gelänge es ihm womöglich einfacher dieser Versuchung zu verstehen. Aber der jetzige Zustand war einfach nur aufregend weil er so ungewiss und spannend war. Und Virgil wollte mehr davon, auch wenn seine Gedanken es ihm eigentlich verboten. Aber zu lange schon hatte er sich selbst gegeißelt. Und was hatte es gebracht? Er lebte noch ja.. aber das Leid das er in seinem Leben bereits erfahren hatte, konnte man nicht einfach so weg lächeln oder beten. Er wünschte sich doch nur… auch glücklich sein zu dürfen. So wie andere Mitglieder seiner Glaubensgemeinschaft waren, wenn sie einen Partner fanden, der sie liebte. Nur das es bei Virgil eben keine Frau war, die er sich an seiner Seite wünschte sondern ein Mann. und er immer noch nicht verstand wieso das falsch sein sollte.
Noch waren das alles aber nur Fantasien und Hirngespinste. Vielleicht würde Leif ihn auch mit der Axt erschlagen oder ihn im See ertränken, sollte er es wagen sich ihm weiter anzunähern. Ihm das wilde Tier zeigen, vor dem man ihn gewarnt hatte.

„Ja, Wales war ein wunderschönes Örtchen. Allerdings war unser Dorf ziemlich klein und abgelegen. Mein Internat jedoch in Cardiff“
Weshalb er auch das Stadtleben ein bisschen kannte. Aber selbst da hatte er das Internat ja kaum verlassen. Mehr von der Welt hatte er eher bei seinen Reisen gesehen.
„Mit dem Boot von Island nach Amerika? Dann wärt ihr womöglich immer noch unterwegs“
Sagte er schmunzelnd. Was vielleicht besser gewesen wäre.. denn auf der hohen See hätten die Beißer sie womöglich nicht erwischt. Virgil ersparte sich die Frage nach seinen Eltern… denn er selbst wollte sie ebenso wenig hören. Das war doch noch ein zu persönliches Thema.
„Nein, es war nicht direkt Urlaub den wir hier gesucht haben. Es war Tradition in meiner Familie.. einmal im Jahr in den großen Ferien in missionarischem Interesse zu verreisen. Wir haben Christen.. anderer Länder besucht, um von ihnen zu lernen und zu sehen wie sie dort ihren Glauben lebten. Und einander zu helfen. Weshalb unser Weg uns diesmal nach Amerika führte, da wir von Schwierigkeiten und Unruhen im Land hörten. Was uns hier jedoch erwartet hat…. damit hatte niemand gerechnet…“
Nun starrten sie also beide kurz etwas traurig in die Wälder, da sie beide durch diese Apokalypse geliebte Menschen verloren hatten.

Aber die Stimmung hob sich gleich wieder, denn über Religion zu debattieren könnte Virgil den ganzen Tag machen. Selbst wenn es nicht die eigene war. Umso spannender.
„Oh ja.. Götzen anzubeten ist eine der schlimmsten Sünden des Christentums. Gott ist in unseren Augen einfach.. allgegenwärtig. Er braucht keine Unterstützung anderer Götter. Ich meine.. wie entscheidet ihr euch, zu wem ihr betet?“
Gab es da keine Konflikte oder Eifersüchteleien zwischen den Göttern? xD eine seltsame Vorstellung für Virgil. Er hätte stets ein schlechtes Gewissen wenn er einem Gott mehr huldigte als einem anderen.

Ein bisschen unwohl fühlte er sich doch kurz wegen Leifs Nachfrage zu seiner Gemeinschaft. Er sollte doch nichts über ihre Existenz erzählen.. damit brachte er alle in Gefahr sollte Balar doch feindlich gesinnt sein. Aber auch er war manchmal leider noch ziemlich naiv und vertrauensselig. Weshalb er ehrlich sein wollte.
„Es ist eine christliche Gemeinschaft. Wir haben uns in einer Kirche nieder gelassen und wollen ebenfalls niemandem schaden.“
also hatten sie kein Problem oder?

„solange wir die Kontrolle über das wilde Tier besitzen und nicht umgekehrt“
Warf er nun ebenfalls philosophisch ein bei Leifs Ausführungen. Denn wenn das Tier einmal Überhand nahm.. dann könnte es gefährlich werden. Allerdings zuckte er kurz lachend mit den Schultern wegen der Frage mit dem ‚Wilden‘.
„Ich habe mir nie wirklich Gedanken darüber gemacht. Ich kann dir nur sagen was für Gerüchte ich gehört habe. Angeblich sollt ihr euren Göttern Tiere opfern, skrupellos töten, eure Gefangenen bestialisch foltern und euch mit ihrem Blut einreiben. Ihr sollt ihnen wie Tiere das Fleisch von den Knochen nagen, keine Schuhe tragen..“
Kurzer Blick auf Leifs nackten Fuß xD
„oder unfähig sein Mitgefühl und Gnade zu zeigen. Ihr sollt.. in primitiven Hütten hausen. Laut, vulgär und voll sündiger Gedanken sein…“
Wenn Virgil es so direkt aussprach wusste er schon, dass das wohl übertrieben war. Aber so hatte man es ihm erzählt. Das hieß ja nicht, dass er es auch glaubte.

Es gefiel ihm durchaus wie Leif seinen Namen erneut aussprach, weshalb er lächelnd nickte und ihm erneut die Hand auf die Schulter legte und sie zustimmend drückte.
„Midgard?“
musste er nachfragen, denn er wusste wirklich ziemlich wenig über die nordische Glaubensrichtung und hatte diesen Namen vorher noch nie gehört.
„Du denkst also.. sie lebten bereits auf diesem Planeten noch vor Adam und Eva?“
Auch wenn Virgil offenherzig wirkte. Trotz allem hatte man ihm von kleinauf nur diese eine Geschichte eingebläut, weshalb für ihn ganz klar war, dass die Geschichte der Entstehung der Menschheit so gewesen war. Er hinterfragte inzwischen zwar immer mehr Dinge, aber das hieß nicht, dass dieser Glauben nicht trotzdem fest verankert war in seinem Kopf.

„Ja, bei unseren Reisen haben wir manchmal kleine Kapellen für die Katholiken gebaut, die in ärmlicheren Ländern lebten. Deshalb habe ich handwerkliches Geschick schon früh erlernt.“
Erklärte er ihm. Denn wenn man mal eine Kirche gebaut hatte, war ein Boot wirklich kein Problem.
Virgil freute sich weil Leif seine Bitte erfüllen wollte und er war voller Vorfreude das Fischen zu lernen. Also folgte er ihm zu dem kleinen Ankerplatz und beobachtete Leif dabei, wie liebevoll er mit seinem Boot umging. Auch wenn er das schon einige male gesehen hatte xD faszinierend war es immer noch.
„Du hast das Boot auch selbst gebaut?“
anders ließe sich diese Verbindung wohl kaum erklären.
Jedoch war er etwas überrascht darüber, dass er sich direkt rein setzen sollte statt zu helfen. Das war ja ein Service xD aber ohne zu zögern tat er wie ihm gesagt wurde und machte es sich bequem während er Leif bei der Arbeit beobachtete. Und sein Blick vielleicht auch ein bisschen zu lange an ihm haftete als dieser so klitschnass zu ihm ins Boot kletterte. Da hätte er fast seine Aufforderung überhört und sah kurz irritiert auf die Ruder
„oh.. ja, sieht ganz danach aus. Wäre immerhin schlecht wenn ich mit einem Haufen gefangener Fische dann auf dem Meer festsitze“
Weil er nicht mehr zurück rudern konnte. Deshalb ergriff er die Ruder. Vielleicht war es nur Zufall, dass er seine Hände dabei auf die von Leif legte? Nein.. wohl eher nicht. Immerhin war das Ruder lang genug. Aber er wollte ihm doch zeigen wie man ruderte oder?

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?

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#15

RE: Meer

08.04.2022 23:15
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Leif verheimlichte seine Sexualität zwar nicht gezielt und war diesbezüglich im Reinen mit sich, aber er hängte sie auch nicht an die große Glocke. Man konnte es vermuten, wenn man ihn mit Duo zusammen sah, der auch jetzt nicht davor zurückscheute, sich mal bei ihm anzukuscheln oder ihm einen Kuss auf die Wange zu geben. Aber das war einfach Duo, da steckte schon längst nicht mehr dahinter. Ansonsten wahrte Leif höflichen Abstand, außer zu seinen Freunden, aber selbst da kamen Umarmungen und Ähnliches eher von den anderen als von ihm. Er wollte sich nicht aufdrängen, gleichwohl er sich durchaus nach Nähe sehnte. Und auch nach einem Partner. Doch niemand hatte sein Herz derart rumpeln lassen, wie es Virgil gerade binnen kurzer Zeit schaffte. Leif war dennoch skeptisch und wollte sich nicht allzu schnell von seinen Gefühlen davontragen lassen. Zumal sie beide sich nach heute womöglich auch nie wieder sehen würden.

Virgil war also in ein Internat gegangen und kannte sowohl Stadt- als auch Landleben. Etwas, das Leif lächeln ließ. »Ich war überfordert von so vielen Menschen an einem Ort und den riesigen Städten in Amerika. Das ist kein Vergleich zu Island.« Und ja, mit dem Boot wären sie bestimmt noch unterwegs, wären aber womöglich noch schlechter mit der Apokalypse zurechtgekommen. Da es niemand gegeben hätte, der es ihnen erklärt hätte. Nur noch ausgemergelte Beißer und jede Menge Gruppierungen, die ihre eigenen Süppchen kochten. Womöglich hätten sie gedacht, in Helheim gelandet zu sein. Manchmal hatte Leif auch noch dieses Gefühl. Es war seine Erklärung für all das. Dass etwas mit Yggdrasil passiert war und sich die Welten miteinander vermischten. Das hier war nicht Ragnarök, es war irgendetwas anderes, das beunruhigend war.
Leif nickte abwesend. Wer rechnete schon damit, dass die Toten wieder auferstanden? Er war froh, dass sie das Thema aussparten, was mit ihren Liebsten passiert war. Da sie nicht von selbst sagten, dass sie in Ordnung waren, lag es auf der Hand, was passiert war.

Über Religion zu sprechen war eine willkommene Ablenkung, gerade weil sie beide so unterschiedliche Ansichten hatten. »Wir entscheiden es danach, was wir uns wünschen. Für eine gute Ernte bringt man zum Beispiel Freyr ein Opfer. Das meine ich ja damit ... dass dein Gott alles unter einen Hut bekommt, finde ich merkwürdig. Wir haben eine riesige Götterfamilie, die sich die Aufgaben teilt. Auch wenn es durchaus Eifersüchteleien und Rivalitäten gibt.« Er grinste. Wer kannte nicht die Geschichten von Loki und Thor, die sich gern gegenseitig aufzogen?
Aber er mochte sie trotzdem allesamt. Jeder hatte seine Daseinsberechtigung und sie waren zwar Götter, aber trotzdem menschlich genug, um greifbar für die Gläubigen zu sein. Der Gott, den Virgil anbetete, schien nur aus Licht zu bestehen und sich selbst zu widersprechen. Gütig sollte er sein und verständnisvoll. Aber gleichsam auch so grausam zu seinen Schäfchen, die angebliche Sünden begingen. Das passte in Leifs Augen einfach nicht zusammen.

Ein bisschen beruhigt nickte er, als Virgil ihm versicherte, dass seine Gemeinschaft niemandem schaden wollte. So ganz glauben konnte er es trotzdem nicht. Wer sagte denn, dass sie nicht irgendwann auf die Idee kamen, die ›Wilden‹ bekehren zu wollen? Gewaltsam, wenn nötig. So wie es in der Geschichte schon Dutzende Male passiert war. Doch er sagte nichts weiter dazu. Fürs Erste.
Nickte aber bezüglich der Antwort zum wilden Tier. Kontrolle war wichtig. Die Apokalypse hatte die Grenzen allerdings verschwimmen lassen. Viele waren zu Mördern geworden, obwohl sie früher niemandem etwas zu Leide getan hätten. Leif eingeschlossen. Das veränderte einen, und nicht zum Guten. Aber das galt für alle, nicht nur für die Menschen in Balar.
Als Virgil nun aufzählte, was man sich über sie erzählte, wanderten Leifs Augenbrauen immer weiter in die Höhe. »Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Das ein oder andere ist sicher wahr, aber das meiste erzählt ihr doch nur einander, weil ihr unsere Lebensweise nicht versteht und uns wie Barbaren dastehen lassen wollt.« Noch so etwas, das die Geschichte oft genug bewiesen hatte. »Und was sagen dir deine bisherigen Feldstudien? Sind die Gerüchte wahr?

Er sah zur Seite, auf die Hand, die ihm nun erneut auf die Schulter gelegt wurde. Das war wohl die Bestätigung, dass er den Namen richtig ausgesprochen hatte. Virgil schien viel Körperkontakt zu suchen, zumindest mehr als Leif es gewohnt war. Aber das war ... mehr in Ordnung als es in diesem Stadium ihrer Bekanntschaft wohl gut war. xD
»Midgard ist unsere Welt. Asgard beispielsweise die der Götter«, erklärte Leif mit einem Lächeln und nickte dann wieder. »Adam und Eva ... gibt es bei uns nicht. Aber im Grunde kannst du es dir so vorstellen, ja.«

Leifs Augen leuchteten, Handwerk war sein Leben und er liebte es, darüber zu sprechen. Oder auch nur im Einklang mit jemandem dieser Arbeit nachzugehen, dabei zu schweigen oder die Götter und die Welt zu reden. In seinem Kopf ploppte bereits die Vorstellung auf, wie er dies mit Virgil tat, was ... ihn verwirrte und sein Herz zum Rasen brachte. Weshalb er dazu nichts mehr sagte, doch das Funkeln in seinen Iriden sprach wohl Bände.
Sie gingen gemeinsam zum Boot. »Folge mir, ich verspreche auch, dir nicht das Fleisch von den Knochen zu nagen.« Leif zwinkerte Virgil zu, den Spruch hatte er jetzt einfach noch bringen müssen.
»Ja, das Boot ist mein Werk. Es ist noch nicht fertig. Also schon meertauglich, aber die Verzierungen fehlen noch. Ich wollte einiges einschnitzen und ...« Er unterbrach sich, warum erzählte er das bloß? Ein Christ wollte doch sicher nichts von Schutzrunen und dergleichen hören und es war irgendwie auch ziemlich persönlich.
Leif war es so gewohnt, allein in See zu stechen, obwohl er schon manchmal Begleitung hatte. Aber er legte trotzdem immer allein ab, da war ja nichts dabei. Und Virgil war sein Gast. Er musste nicht nasser werden als nötig. xD
Jedenfalls schien er sich nicht zu scheuen, harte Arbeit zu übernehmen. Das war schon mal gut. Leif reichte ihm eines der Ruder und setzte sich mit dem anderen neben ihn auf die Bank. Sie mussten auf selber Höhe und im Gleichtakt die Bewegungen vollführen.
So saßen sie also recht dicht nebeneinander und Leifs nasses Haar tropfte Virgil womöglich ein wenig voll. xD »Also, du packst das Ruder so«, erklärte er und machte es vor, wie auch die Ruderbewegung. Kurz schaute er sich an, ob Virgil es richtig nachmachte, und korrigierte hier und da etwas, in dem ihm sozusagen ins Steuer griff und mit ihm zusammen die Bewegung ausübte.
Bis er zufrieden war und sie zusammen losrudern konnten. »Immer im Gleichtakt«, wies Leif ihn an und begann wie von selbst ein altes Lied zu summen, das beim Rudern und dem Finden des Rhythmus half.

@Virgil Chadburn

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#16

RE: Meer

09.04.2022 00:08
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Virgil kannte so etwas gar nicht. Wenn man in seiner Welt Trost suchte, dann ging man auf die Knie und betete. Aber körperliche Nähe.. war eher etwas, das Ehepartnern vorbehalten war. Oder der Familie. Und beides hatte er nicht oder nicht mehr. Er war also durchaus manchmal ziemlich einsam. Was wohl mit ein Grund gewesen war, weshalb er sich dazu hatte verleiten lassen, hier her zu kommen. Er suchte nach dieser Nähe.. wusste aber auch, dass er sie in seiner Gemeinschaft niemals finden würde. Weil es einfach verboten war. Gegen die Urinstinkte konnte sich aber auch der beste Christ nicht wehren. Und niemand wollte alleine sterben oder?

„Das kann ich mir vorstellen. Zwar war ich noch nie in Island aber ich hörte, dass es sehr grün und friedlich bei euch gewesen sein soll“
Es wäre sicher ein Ort gewesen, der Virgil gefallen hätte. Noch besser.. wenn Leif ihn herum geführt hätte. Was er sich gerade kurz ausmalte und deshalb einen Augenblick in Gedanken war.
Jedoch rasch wieder zurück kehrte, als Leif ihm mehr über seine Götter erzählte.
„was ihr euch.. wünscht? Das heißt ihr richtet einfach so Wünsche an eure Götter als wären sie der Weihnachtsmann? Müsst ihr denn nicht Demut und Bescheidenheit zeigen?“
Denn darum ging es im christlichen Glauben ständig. Bloß nicht zu viel verlangen und genügsam leben. Etwas das beizeiten wirklich anstrengend sein konnte. Vor allem wenn man noch ein Kind war.
„wenn du sagt ihr bringt ihnen ein Opfer dar, dann meinst du damit etwas wie Käse und dergleichen oder?“
Oder ein symbolisches Opfer? So wie das Opferlamm zu Ostern? Leif konnte unmöglich von echten Opfern sprechen.
Es gab Eifersüchteleien under Leifs Göttern?? das war alles so spannend und skurril zugleich. Und man konnte Virgil deutlich ansehen wie sehr ihn diese ganze Informationen eigentlich überforderten. Trotzdem aber wahnsinnig interessierten.
„aber sollte Gott oder.. in deinem Fall die Götter.. nicht vollkommen und frei von Fehlern sein?“
Denn wenn sie so rivalisierten, wieso betete man sie dann an? Unvorstellbar für einen Christen, der an einen allmächtigen und vollkommenen Gott glaubte.

Virgils Gemeinschaft würde niemanden gewaltsam bekehren! Zumindest würde er das nicht zulassen oder dabei mitmachen. Father Carter war zeitweise ja schon etwas.. extrem in seinen Ansichten, weshalb Virgil sich manchmal auch etwas von ihm distanzierte. Aber er glaubte trotzdem nicht daran, dass sie eine Gefahr darstellten. Zumal sie viel weniger waren als die Krieger aus Balar.
„Naja.. deshalb bin ich hier. Um mir meine eigene Meinung zu bilden und nicht blind den Gerüchten zu glauben, die meine Gemeinschaft verbreitet….“
Virgil war nicht stolz darauf. Er wusste vieles davon waren Vorurteile. Aber wenn es um andere Religionen ging, war es bei seinen Leuten leider zumeist vorbei mit der Nächstenliebe und die Angst und Abneigung regierte. Doch durfte Leif sie nicht alle über einen Kamm scheren, Virgil war schließlich nicht so.
„hm.. ich kenne dich noch nicht gut genug, um das zu beurteilen. aber eigentlich wirkst zu ziemlich zivilisiert.……….mehr als mir lieb ist..“
Murmelte er den letzten Beisatz nur gaaanz leise und schmunzelte vielsagend dabei. Denn vielleicht hatte er sich ja auch gewünscht auf einen rohen, animalischen Barbaren zu treffen? Der genau wusste was er wollte und nicht davor zurück scheute es sich zu nehmen. Auch eine dieser Phantasien, die ihn in den letzten Wochen immer wieder begleitet hatte. Obwohl er nun natürlich froh war, dass es anders gekommen war. Denn in der Fantasie klangen die Dinge häufig anregend, während sie in der Realität das blanke Grauen waren.

„So wie der Himmel und die Hölle.. ich verstehe. Aber wenn Adam und Eva bei euch nicht existieren. Was denkt ihr von wem der Mensch abstammt? Wer hat euch.. erschaffen?“
es musste doch die ‚Ersten‘ gegeben haben. ihm erschien diese Geschichte völlig logisch. sie alle könnten die perfekten Menschen sein, wäre da nicht diese verdammte Schlange mit ihrem Apfel gewesen xD.

Nun erwischte Leif ihn aber wirklich unvorbereitet, weshalb Virgil tatsächlich kurz laut loslachen musste wegen seiner Bemerkung und nur dazu sagte.
„Das Fleisch kannst du ja dran lassen..“
Aber so ein bisschen knabbern.. durfte er trotzdem gerne. Ob Leif den Flirtversuch hinter seinen Worten erkannte wusste er nicht. Aber auch diesmal sprach sein amüsiertes Schmunzeln wohl Bände. Und die Art.. wie er Leif dabei manchmal ansah. Vielleicht war ja vielmehr er das wilde Tier von ihnen beiden? das sich nicht beherrschen konnte?

Das Leif das Boot noch mit Schnitzereien verzieren wollte ließ Virgil erneut verwundert die Augen weiten. Konnte es denn wirklich sein, dass sie trotz all ihrer Unterschiede so viel gemeinsam hatten? Das war ja schon fast unheimlich. und trotzdem stimmte es
„ich habe mir das Schnitzen vor ein paar Jahren selbst beigebracht. Und mache seither in meiner Freizeit kaum etwas anderes“
Er zog aus seiner Hosentasche sein neuestes Werk hervor. Es war ein kleiner Holzfisch, der durchaus bereits ein aufwendiges Schuppenkleid eingeschnitzt hatte. Nicht ganz realistisch vielleicht aber hübsch anzusehen. Und welchen er Leif nun zeigte.
„Wenn ich schon nicht fischen kann, versuche ich meine Talente zumindest anderweitig einzusetzen. Aber ich denke… bei einem echten Fischer wäre er besser aufgehoben.“
Weshalb er Leif den kleinen Fisch nun lächelnd in die Hände legte und sie anschließend schloss, damit er ihn auch wirklich fest hielt und sein Geschenk nicht ablehnte.
Warum Leif nicht weiter erzählte über die Verzierungen? Er wusste es nicht.. aber er wollte nun auch nicht nachhaken. Vielleicht würde er es ihm auf hoher See erzählen, da es offenbar etwas Persönliches war.

Jetzt aber mussten sie mal aufs Wasser kommen! und so lange Virgil nicht ruderte würde das nichts werden. Aber Leif war ein wirklich guter Lehrer. Und er ließ sich nur zu gerne von ihm vorzeigen wie es funktionierte. War immerhin keine Hexerei.. doch was ihm daran besonders gefiel war die Tatsache, dass sie dabei so dicht nebeneinander saßen. Es machte ihn auch nervös aber auf eine gute Art und Weise.
Weshalb es nicht lange dauerte bis sie kräftig los ruderten und Virgil sich wirklich freute, dass es so gut klappte.
Er begann sogar das Lied mit zu summen, das Leif anklingen ließ. Hoffentlich war das kein total blasphemischer Song!!
Aber auch das geriet schnell in Vergessenheit. Denn während dem Rudern.. sah er immer mal wieder rüber zu Leif. Bis er sich irgendwann in diesem Anblick verlor und… prompt vergaß weiter zu rudern, weil sein Antlitz ihn so faszinierte.

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#17

RE: Meer

09.04.2022 01:09
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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»Ich vermisse Island. Manchmal wünschte ich, wir wären niemals hierher gekommen.« Aber daran ließ sich jetzt nichts mehr ändern. Und Leif hatte mit Balar immerhin eine Kolonie gefunden, in der er so lebte, wie er es sich immer gewünscht hatte. Back to the roots sozusagen. Das war in einer apokalyptischen Welt schon ziemlich besonders. Also vielleicht hatten die Götter ihn ja doch zu Recht hierhergebracht. Er wusste auch nicht, ob er es ertragen hätte, sein geliebtes Land fallen zu sehen. Auch wenn es einfältig war, stellte er sich manchmal vor, Island wäre von der Apokalypse verschont geblieben.
Sie waren also beide kurz in Gedanken, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, und erst das Gespräch über ihre Götter brachte sie wieder zueinander. »Demut und Bescheidenheit?« Leif wog den Kopf hin und her. »Sicher auch, aber ... anders als ihr, schätze ich. Ihr betet doch auch, wenn ihr euch etwas wünscht, oder nicht? Das tun wir ebenfalls, benutzen aber andere Wörter. Und ... andere Rituale. Aber es wird nicht von uns verlangt, deswegen bescheiden zu leben. Oder gar irgendwelche Gelübde abzulegen.«
Das mit den Opfern war natürlich so eine Sache. »Wir opfern, was wir bereit sind, zu geben. Blut hat immer noch die mächtigste Wirkung, aber davon, ein Leben zu nehmen, haben wir uns schon längst entfernt.« Ein Schnitt in die Hand musste es tun und das reichte in der Regel auch. Leif war sich jedoch auch im Klaren, dass es wohl das war, was andere als barbarisch erachteten.
Was die Fehlerfreiheit von Göttern betraf, musste Leif leise lachen. »Mit ihnen wird es niemals langweilig. Das Problem ist auch, dass es zwei Göttergeschlechter gibt, die Asen und die Wanen. Sie sind sich nicht unbedingt grün, aber beide stehen über uns, weil sie uns erschaffen haben und ihnen göttliche Mächte innewohnen. Sie beschützen den Weltenbaum, wissen aber auch, dass sie irgendwann fallen werden. So wie wir alle. Man könnte sagen, es ist ein einvernehmliches Nehmen und Geben? Aber sie sind nicht ohne Makel. Wenn du mich fragst, es gibt keine Perfektion. Auch nicht wenn es um den Glauben geht.«

Virgil sagte, seine Gemeinschaft würde niemanden gewaltsam bekehren, aber Leif konnte sich trotzdem nicht darauf verlassen. Noch nicht, zumindest. Dafür kannte er Virgil einfach noch nicht gut genug. Jedoch brachte seine Antwort erneute Pluspunkte. »Ich bin dir sehr dankbar, dass du nichts auf dieses Geschwätz gibst und dir selbst eine Meinung bildest. Du hättest aber auch einfach ans Tor klopfen können. In der Regel wehren wir keine Besucher ab.« Durch Negans Überfall waren sie sicher vorsichtiger geworden, aber trotzdem blieben sie eine offene Kommune.
Wie er mit dem Kommentar umgehen sollte, wusste er nicht. Also mit dem, dass er zivilisierter war, als Virgil es lieb war. Denn natürlich hörte er es, auch wenn sein Gegenüber so leise sprach. Und dazu noch dieses Schmunzeln, das Leifs Knie weich werden ließ. »Es braucht schon mehr, um das Tier in mir zu wecken«, erwiderte er und flirtete damit zum ersten Mal ein bisschen zurück. Allerdings wurde er gleich darauf auch wieder abweisender und verschränkte die Arme vor der Brust, während sie sich erneut dem Götterthema zuwandten.
»Das ist eigentlich eine Geschichte, die man bei einem guten Met am Feuer erzählt, aber bei dir mache ich mal eine Ausnahme.« Da stahl sich doch wieder ein Lächeln in sein Gesicht. »Es gab zuerst einen Riesen namens Ymir. Der fand die ersten Götter, die ihn ... zum Dank erschlugen und aus seinem Körper die Welten und ihre Völker formten. Und irgendwann aus einem Baumstamm die ersten Menschen. Ask und Embla. Sie gaben ihnen Herz und Seele und so pflanzte sich das Leben auf Midgard fort.« Die Namen waren ja recht ähnlich wie Adam und Eva, allerdings gab es keinen Garten Eden und auch keine göttliche Prüfung der Enthaltsamkeit.

Virgil unternahm inzwischen nicht mehr ganz so subtile Flirtversuche. Also, waren sie ja von Anfang an nicht so richtig gewesen, aber nun waren sie noch etwas offenkundiger. Leif konnte dann so langsam doch nicht mehr anders, als ein wenig darauf einzugehen. Weswegen er Virgil jetzt mal kurz abcheckte und von oben bis unten musterte, grinste und nur »Mal sehen«, sagte – bevor er sich umwandte und zu seinem Boot schritt. xD
Eigentlich nahm er sich jedes Mal vor, sich nicht weiter in Versuchung führen zu lassen, aber wie sollte das gehen? Vor allem jetzt, wo sie so viele Gemeinsamkeiten entdeckten? Leif trat neugierig und mit leuchtenden Augen näher, um den Holzfisch zu begutachten. Er pfiff anerkennend und beugte sich gar über Virgils Hände, um jedes Detail zu betrachten.
Zumindest, bis Virgil Anstalten machte, ihm den Fisch zu schenken. Bedröppelt ließ Leif es zu, dass er ihm das Kleinod in die Hände legte und diese mit seinen schloss. Die Wärme seiner Haut prickelte überall. »Du nimmst meine Fische nicht an, aber ich soll deinen nehmen?«, fragte er mit einem leichten Grinsen und wusste selbst nicht so recht, was er da für einen Unsinn redete. Aber er hob die Hände, die immer noch über die Schnitzerei geschlossen waren, und legte sie kurz an sein Herz. »Ich danke dir!« Dann ließ er den Fisch in die Hosentasche wandern, im festen Bestreben, einen guten Platz daheim dafür zu finden.

Doch jetzt ging es erst mal ans Rudern. Leif war beeindruckt, wie schnell Virgil lernte. Es dauerte nicht lang, bis sie im Einklang ruderten und seine neue Bekanntschaft sogar das Lied mit summte. Das alles war ... so wahnsinnig entspannend. Leif fühlte sich, als würde er Virgil schon ewig kennen, als würden ... sie nicht zum ersten Mal gemeinsam in See stechen. Es hinterließ ein warmes Kribbeln in seinem Bauch, das einfach nicht vergehen wollte und viel zu angenehm war. Auch bemerkte er die Blicke, auch wenn er so tat, als wäre das nicht so, und entschlossen weiter ruderte. Ob es eine gute Idee gewesen war, mit ihm auf das Meer zu fahren? Nun ... jetzt war es zu spät. Und irgendwann drehte sich das Boot nur noch im Kreis, weil Virgil nicht mehr ruderte. Also legte auch Leif sein Ruder hin und wandte sich dem Christen direkt zu. »Versuchst du immer noch herauszufinden, ob ich dich aufessen werde?« Mit einem amüsierten Blinzeln erhob er sich, ohne auf die Antwort zu warten, und zerrte das Fischernetz hervor, um es auszuwerfen. »Du kannst dich auch mit einer Angel hierhin setzen, aber mit dem Netz geht es deutlich einfacher und schneller«, erläuterte er dabei. Hier war der Wind schon deutlicher zu spüren als am Ufer, weswegen Leifs offenes Haar zu allen Seiten wehte, aber das störte ihn nicht.

@Virgil Chadburn

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#18

RE: Meer

09.04.2022 02:02
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Wer wünschte sich das nicht? Verständnisvoll nickte Virgil. Er hatte schon wieder das Bedürfnis Leif anzufassen. Diesmal würde er ihn allerdings lieber in die Arme nehmen. Aber dafür kannten sie einander einfach noch nicht gut genug. Es käme wohl übergriffig und.. seltsam rüber. Aber Nächstenliebe war so tief verankert in seinem Wesen, dass er das Leid anderer nur schwer aushielt.
Vielleicht wäre die Seuche tatsächlich nie auf seine Insel gelangt. Andererseits verbreitete eine Pandemie sich auch in den abgelegensten Winkeln der Erde. So etwas war kaum zu verhindern.

„Eigentlich beten wir…. ständig und wegen allem. Sei es um Vergebung, für unsere Liebsten, oder wegen Wünschen, ja. Doch meist beziehen sich diese nicht auf uns sondern auf andere. Wenn wir Gott beispielsweise um den Schutz unserer Familie bitten. Womöglich habe ich das zu selten getan…“
Murmelte er am Ende gedankenverloren und ließ den Blick sinken. Es war ihm gar nicht so bewusst was er da sagte. Aber manchmal da machte er sich diese Vorwürfe schon. Fragte sich, ob er nicht demütig genug gewesen war, ob seine Eltern deshalb nicht mehr lebten, weil er ein schlechter Christ war. Oder wegen den Sünden, die sich in seinen Gedanken abspielten. Es war auch die Zeit gewesen, in welcher Virgil kurz zuvor das erste Mal einen Mann geküsst hatte. Womöglich war das seine Strafe gewesen? Das er seine Eltern an die Apokalypse verlor? aber was würde geschehen, wenn er weiter ging als das? Virgil hatte sich bisher nicht getraut es herauszufinden… denn er hatte wahnsinnige Angst vor Gottes Urteil. Auch wenn er diese Erfahrung wirklich gerne machen würde.

Irgendwie beruhigend, dass die Heiden keine Menschen oder Tiere mehr opferten. Dann war das eines der Gerüchte, das er aus seinem Kopf streichen konnte. Leider könnte er seine Gemeinschaft wohl nicht vom Gegenteil überzeugen, denn dann müsste er ja zugeben, dass er sich mit einem Ungläubigen getroffen hatte.
„Das klingt äußerst komplex.. würde aber auch erklären, weshalb auf der Welt so viel Chaos herrscht. Wenn es selbst in den Reihen deiner Götter so abläuft. Vielleicht gibt es keine Perfektion. Aber sollte der Glaube uns nicht trotzdem dazu ermutigen unsere besten Seiten zu Tage zu fördern? Danach zu streben die beste Version von uns selbst zu sein? Sollten wir zu unseren Göttern nicht aufsehen und danach streben ihnen so nahe wie möglich zu kommen mit unserem Verhalten?“
Alles Fragen die Virgil beschäftigten. Denn es war klar, dass sie als Menschen nicht allmächtig sein konnten. Aber trotzdem sollten sie versuchen ihren Gott stolz zu machen indem sie fromm und gut waren.

„aach, diesbezüglich hatte ich womöglich doch etwas zu viel Angst davor, dass ihr mich über eurem Lagerfeuer röstet“
Sagte er mit einem Schmunzeln. Aber auch das war die Wahrheit. Er wollte sich zwar seine eigene Meinung bilden aber er war auch nicht lebensmüde. Denn wenn auch nur ein kleiner Teil der Gerüchte stimmte, dann wäre das einfach zu gefährlich gewesen.

Bei Leifs Konter bekam Virgil Gänsehaut und er biss sich ganz unbewusst auf die Unterlippe, während er ihn noch mal kurz musterte. Er wusste nicht direkt, ob er gerade auf seinen Flirtversuch eingestiegen war oder ob er gerade eine Abfuhr kassiert hatte. Denn beides könnte der Fall sein. Sein Gesichtsausdruck wirkte jedoch nicht abweisend. Der Isländer verwirrte ihn wirklich durch und durch. Aber das machte es auch so aufregend!
„Das macht ihr also? Honigwein trinken und euch Geschichten am Lagerfeuer erzählen?“
Diese Vorstellung wiederum fand er sehr schön!
„Diese Tradition teilen wir. Vielleicht nicht den Met.. aber die Geschichten am Lagerfeuer. Meistens untermalt mit Gitarrenmusik und Gesang“
Virgil selbst sang ja auch und spielte Gitarre. Das lernte man einfach im Kirchenchor. Aber so unschuldig lief es bei den Heiden womöglich nicht ab.
Und auch die Geschichten waren ganz andere!
„…..die Götter haben ihn zum Dank erschlagen??“
Das war ganz schön grausam! Kein Wunder, dass Gewalt so eine große Rolle in Leifs Kultur und Religion spielte. Seine Götter schienen wirklich brutal und roh zu sein.
Und doch klang die Geschichte über die ersten Menschen wirklich ähnlich.. vielleicht hießen Adam und Eva in seiner Welt einfach anders, doch die Geschichte war die gleiche.

Mit jeder Minute die verstrich wurde Virgil ein bisschen mutiger. Und Leif offenbar auch, denn kurz lachend stand ihm der Mund offen, als Leif schon wieder so schlagfertig konterte. Er wusste wirklich absolut nicht woran er bei ihm war. Aber gerade das gefiel ihm im Moment ungemein.
Und es keimte einfach das Bedürfnis in ihm auf, ihm diesen Fisch zu schenken.
„Der Unterschied liegt darin, dass dies hier ein Geschenk ist und keine Gegenleistung. Außerdem schenkst du mir viel mehr als nur ein paar Fische“
Nämlich die Fertigkeit selbst tausende Fische zu fangen. Und das war viel mehr Wert als ein bisschen Ware.

Für Virgil war das Rudern mit Leif eine wirklich sehr schöne und auch irgendwie.. intime Erfahrung. Denn es fühlte sich an als wären sie für ein paar Minuten lang eins. So wie sie im Gleichtakt ruderten und dadurch miteinander verschmolzen. Kein Wunder, dass er sich irgendwann nicht mehr konzentrieren konnte als ihm diese Tatsache bewusst wurde.
Aber leider bemerkte es Leif, denn klar.. das Boot fuhr mit einem Ruderer nur noch im Kreis. Als wurde er erneut aus seinen Gedanken gerissen
„oh ich habe mich gerade gefragt, ob ich denn in das Fass zu deinen Fischen passen würde. Oder ob du mich einfach zerkleinerst und in kleinen Häppchen als Beute mit nach Hause bringst. Sofern du überhaupt noch etwas für die anderen von mir übrig lässt“
Der letzte Satz klang nun schon wieder so…. eindeutig zweideutig und auch das Grinsen kehrte zurück.
Er beobachtete wie Leif das Netz ins Wasser warf und runzelte die Stirn
„und das ist alles? Ich dachte mir.. du fängst jeden Fisch einzeln blitzschnell mit der Hand aus dem Wasser.“
das hätte ihn mehr beeindruckt als das Netz xD aber ja.. praktischer war es, das musste er zugeben.
„also das heißt nun müssen wir einfach nur.. warten?“
Miteinander warten.. während sie einander immer noch so nahe waren. Auch wenn Leif gerade stand fühlte Virgil sich ihm verbunden. Zumal er einfach atemberaubend aussah, so wie sein Haar da im Wind wehte. Weswegen Virgil einfach nicht länger sitzen bleiben konnte.
Er wollte ebenfalls aufstehen. Bedachte dabei jedoch nicht, wie sehr das Boot durch seine Bewegung wohl schwanken würde. Weswegen er das Gleichgewicht verlor und sich bei Leif festhalten musste. Was im Endeffekt aber wohl nur dazu führte, dass sie beide von Bord gingen und ins Wasser fielen.

@Leif Tyrson


Wie kommt es, dass wir Gott so bereitwillig unser Unglück zuschreiben, aber nicht unser Glück?
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#19

RE: Meer

09.04.2022 13:22
Leif Tyrson Leif Tyrson (gelöscht)
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Wenn die Seuche wirklich etwas mit der Verschiebung der Weltengrenzen zu tun hatte und Helheim langsam rüber nach Midgard wanderte ... dann war Island genauso betroffen wie der Rest der Welt. Trotzdem war es ein Gedanke, der ihm manchmal Kraft gab. Wenn er sich vorstellte, wie dort alles so wie früher war. Seine damaligen Freunde noch lebten und sich bester Gesundheit erfreuten und die heiligen Orte nicht voller Schutt, Gedärm und wandelnden Leichen waren.
Fraglich, ob Leif jetzt eine Umarmung angenommen hätte. Vielleicht ja schon, denn er war in diesem Moment wirklich ziemlich traurig. Aber er zog vorüber, wie immer, und dann fühlte sich Leif auch schon wieder etwas besser, indem er sich einem anderen Thema zuwandte.
Virgil war jedoch wohl noch in der Vergangenheit gefangen. Für irgendetwas schien er sich die Schuld zu geben, und so wie es klang, war es für das, was mit seiner Familie passiert war. Diesmal war es Leif, der nun nähertrat und seinem Gegenüber die Hand auf die Schulter legte. »Wenn man nur kniet und betet, zieht das Leben ungenutzt an einem vorüber. Ich kann mir kaum vorstellen, dass irgendein Gott das möchte. Das wäre ganz schön egomanisch, oder?« Zugegebenermaßen fand Leif schon, dass der christliche Gott zum Teil genauso dargestellt wurde, immerhin schickte er auch Plagen über das Land, wenn seine Gläubiger nicht richtig handelten, und forderte ständiges Beten – aber das sagte er nicht, denn es ging gerade darum, Trost zu spenden. »Du hast genug getan. Selbst ein frommer Gläubiger kann nur begrenzt geben und Zweifel ... sind ganz normal. Sie kommen und sie gehen.« Und wenn sie nicht gingen, dann war es vielleicht doch an der Zeit, den eigenen Glauben komplett zu überdenken. Aber auch das behielt Leif für sich. Denn er wollte weder entsprechende Zweifel bewusst vertiefen, noch Virgil für die nordischen Götter gewinnen.

»Glaube sollte komplex sein. Die Entstehung von Leben und Welten ist ein Wunder. Zufall vereint mit Schicksal mit ungewissem Ausgang. Alle Welten auf Yggdrasil wachsen und entfalten sich gemeinsam, beeinflussen sich untereinander. Selbst wenn es keine Perfektion gibt, heißt das nicht, dass wir nicht nach ihr streben. Die Götter sind unsere Vorbilder, aber nicht nur sie. Manch einer will so stark wie ein Riese sein. Andere so flink und schlau wie ein Elb. Und wenn wir ehrenvoll sterben, werden wir damit belohnt, Seite an Seite mit Odin an der Tafel in Valhalla zu sitzen und dort unsere Liebsten wiederzufinden.« Leif lächelte, denn er war sich sicher, dort mit seinen Eltern vereint zu werden. Noch ein Grund mehr, weshalb er dem nordischen Glauben so eisern folgte. Umso wichtiger war es aber auch für ihn, dass er nicht als Beißer und in diesem seltsamen Zwischenstadium von Midgard und Helheim endete. Die Walküren würden ihn dann nicht erreichen und wegbringen können. Das war eine seiner größten Ängste, die ihm auch jetzt kurz die Luft abschnürte und sein Gesicht überschattete.

»Wer klopft heutzutage auch einfach an der Tür einer anderen Siedlung?«, fragte Leif und lächelte. »Ich verstehe, warum du erst spionierst. Und dann bist du ja ganz schön mutig gewesen, einem Wilden wie mir zur Hilfe zu eilen, hm? Immerhin hätte ich dich in meinem Blutrausch erschlagen können.« Er zwinkerte, fand er diese Gruselgeschichten über Barbaren doch ziemlich amüsant. Virgil würde damit leben müssen, dass er ihn fortan immer mal wieder ein wenig damit aufzog.
»Geschichten werden schon jeher gern erzählt, nicht wahr? Manchmal singen wir auch. In der alten Sprache. Die Edda ist im Grunde ein Buch voller Lieder.« So unterschiedlich waren ihre Lebensweisen also im Prinzip gar nicht. Leif stellte sich das schön vor, wenn Virgil an so einem Abend bei ihnen sitzen würde. Bei schlechtem Wetter in der Taverne, wo alle nach einem langen Tag zusammenkamen, oder bei gutem Wetter draußen am Lagerfeuer. Da er so gern Geschichten lauschte, würde ihm das Treiben und die Erzählungen dort sicher gefallen. Aber wer wusste schon, ob Virgil jemals Balar betreten würde. Im Moment klang es nicht so danach und Leif fühlte sich noch nicht bereit, ihn einzuladen und für ihn zu bürgen. Dafür musste er ihn noch viel besser kennenlernen, denn das brauchte eine ganze Menge Vertrauen.
Wegen des erschlagenen Riesens hob Leif die Schultern. »Ein notwendiges Opfer. Dank Ymir stehen wir hier.« Aber ja, es stimmte schon. Wikinger waren ein kriegerisches Volk, wenn auch nicht alle von ihnen gern kämpften. Es lag ihnen aber im Blut und wurde durch die zwei Göttergeschlechter, die rivalisierten, auch nicht gerade besänftigt. »Im Leben gibt es nichts umsonst. Für manches muss man kämpfen und Einsatz zeigen, das Schicksal selbst in die Hand nehmen. Warten, bis alles besser wird, ist nicht der richtige Weg, wenn du mich fragst.« Und so kam es ihm manchmal bei den Christen vor. Sie warteten, bis ihr Gott sich bequemte, Gebete zu erhören und ihnen zu geben, was sie sich wünschten. Man konnte sich die Führung und die Gunst eines Gottes erbitten, aber es blieb noch genug, was man selbst tun musste, um Erfolg zu garantieren.
Leif verkniff sich den Hinweis, dass viele christliche Traditionen ihren Ursprung in jenen der sogenannten Heiden fanden. So war es auch kein Wunder, wenn sich die Entstehungsgeschichte der Menschen in einer gewissen Form ähnelte. Nur dass die Christen natürlich eine verbotene Frucht einführen mussten, weil sie irgendwie nicht wollten, dass man sich voll entfaltete und den eigenen Wünschen folgte.

Obwohl sie so unterschiedliche Ansichten in ihrem Glauben hatten, gelang es ihnen, auf Augenhöhe darüber zu sprechen, sodass sich niemand angegriffen fühlte. Es war im Prinzip ein reiner Austausch von Tatsachen und Neugierde dem anderen gegenüber. Sie kamen sich dadurch näher, ganz egal, dass sie eine gesamte Ideologie voneinander trennte. Es gab auch genug, das sie verband. Wie beispielsweise die Liebe zum Handwerk und das Schnitzen.
Wegen der Fische hatte Leif gerade nur Unsinn geredet, ohne zu wissen, was er eigentlich damit sagen wollte. Sah ihm auch nicht ähnlich, überlegte er doch in der Regel immer ziemlich gut, bevor er das Wort ergriff. Virgil machte ihn zunehmend nervös. Auf eine gute Art, was es jedoch nur noch schlimmer machte und Leif besser fortan schwieg. Oder nur noch über das Rudern redete.

Aber dass sie sich so im Einklang bewegten und gemeinsam das uralte isländische Lied summten, löste auch in Leif etwas aus. Denn es fühlte sich wirklich ... intim an. Als wären sie aus der Zeit gefallen, als gäbe es nur noch sie beide und dieses Boot. Dieses Gefühl hatte Leif oft, wenn er rausfuhr, aber selten, wenn jemand dabei war. Mit Virgil war es anders. Mit ihm war irgendwie alles anders. Und er wusste einfach nicht, wie er darauf reagieren sollte. Oder gar morgen weitermachen, als hätte er Virgil nie kennengelernt. Denn irgendwie bezweifelte er, dass sie sich noch mal wiedersehen würden. Und ob das überhaupt klug wäre. Womöglich brachte Leif damit auch Balar in Gefahr, wenn er sich heimlich weiter mit Virgil treffen würde? Er wusste es nicht, und diese ganzen Gedanken brachten ihn schier um den Verstand.
Weswegen er sich weiterhin widersprüchlich verhielt. Sich dem Flirten nicht erwehren konnte, aber gleichzeitig dabei immer Abstand suchte, weil er den Kontakt nicht zu nah werden lassen wollte.
Mit einem Grinsen sah Leif kurz zwischen Virgil und den Fässern hin und her. »Du bist ein großer Mann ... ich müsste dich wohl zerteilen. Andererseits habe ich kaum noch Platz und ziemlich Hunger ...« Gut möglich in dem Fall, dass er ihn auch einfach sofort verschlingen würde. Was auch eindeutig zweideutig klang. Leif war echt froh über den Wind, der seine Wangen kühlte und hoffentlich verhinderte, dass er errötete. Besser, er konzentrierte sich auf das Netz, das er in einer gekonnten Bewegung rauswarf und dann kontrollierte, ob es im Inneren des Bootes nach wie vor gut befestigt war und nicht davontreiben würde.
»Nein, das ist nicht alles«, verriet er und lächelte. »Nicht jeder Fisch ist genießbar. Manchmal ziehe ich auch einen Beißer hoch. Die Fische zu sichten ist fast so anstrengend wie das Rudern. Und manchmal werfe ich einen halben Fang wieder zurück ins Meer und schippere an eine andere Stelle, um dort mein Glück zu versuchen. Die Hände kommen also noch oft genug zum Einsatz, keine Sorge.« Uff, klang jetzt wirklich alles, was er sagte so zweideutig? Leif wandte sich Virgil zu und wollte gerade fragen, ob der sich denn auch mit dem Knüpfen von Fischnetzen auskannte, oder ob er ihm das auch erklären sollte ... da stand der Christ so hektisch auf, dass das gesamte Boot gefährlich wackelte.
Kein Problem, wenn Leif allein wäre, er fing sich in solchen Situationen recht schnell, da er das Geschunkel gewohnt war. Virgil verlor aber komplett das Gleichgewicht und fiel Leif entgegen. Der versuchte ja noch, ihn zu stützen, aber es ging alles so schnell und ehe sie sich versahen, landeten sie mit einem lauten Platschen im Wasser. Na ja ... auch das kam vor und war nicht so schlimm. Abgesehen von der Tatsache, dass sie nun wohl alle Fische in der Gegend verscheucht hatten. Und hoffentlich konnte Virgil schwimmen.
Leif tauchte auf und strich sich das nasse Haar aus dem Gesicht. Dann paddelte er zu Virgil und hielt ihn an den Armen fest, um ihn über Wasser zu halten, sicher war sicher. »Ich klettere zuerst ins Boot und ziehe dich dann hoch, okay?« Wenn man nicht wusste, wie, war es ein ganz schöner Akt, vom Meer wieder zurück auf den Kahn zu krabbeln. Leif war aber auch darin recht geübt und zog sich ohne große Kraftanstrengung an der Reling nach oben. Sofort war er auf den Knien und beugte sich über das Wasser, die Hand ausgestreckt, damit Virgil sie ergreifen konnte, und würde ihn dann emporziehen.

@Virgil Chadburn

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#20

RE: Meer

10.04.2022 20:59
Virgil Chadburn Virgil Chadburn (gelöscht)
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Virgil blickte kurz zur Seite, als er Leifs Hand tröstend auf seiner Schulter spürte. Es war ein schönes Gefühl.. Zuspruch von jemandem zu bekommen. Auch wenn die Worte die folgten ihm nicht unbedingt Zuversicht gaben. Denn genau das was Leif hier gerade anprangerte.. machte den christlichen Glauben doch größtenteils aus. Demut.. das Gebet.. Abstinenz und Folgsamkeit. Leifs Worte führten erneut dazu, dass Virgil so manche Attribute seines Glaubens in Frage stellte.
„es ist sehr schwierig ihm gerecht zu werden….“
sagte Virgil demnach auch etwas nachdenklich. Denn eigentlich war es fast unmöglich der perfekte Christ zu sein. Die Sünde war ihnen durch Adam und Eva bereits in die Wiege gelegt worden. Und gegen sie anzukämpfen war eine ständige Anstrengung und ein unerbittlicher Kampf gegen sich selbst. Etwas das einfach sehr… anstrengend und kräftezehrend war. Das er seinen Gott als Egomanen bezeichnete ignorierte Virgil jedoch mal lieber xD denn so direkt könnte er das niemals aussprechen.
„Das heißt auch du zweifelst manchmal an deinen Göttern? Bist aber trotzdem überzeugt davon, dass sie dir ihre Gunst schenken?“
Denn Virgil hatte schon oft das Gefühl gehabt, Gott habe sich von ihm abgewandt wegen all seiner Zweifel.. sündiger Gedanken oder Handlungen. Vielleicht hatte er ihn ja auch bereits aufgegeben.
„Euer Gott gestattet euch nach seinem Tod gemeinsam mit ihm an einer Tafel zu speisen?“
Faszinierend. Diese Götter schienen ja wirklich sehr nahe an ihrem Volk zu sein. Denn ihm selbst war bewusst, dass er seinem Gott wohl niemals begegnen würde. Dafür war er einfach nicht fromm oder ehrenhaft genug. Nein solch ein Erlebnis würde ihm niemals zuteil werden.

Okay, ihr erster Insider war nun wohl geboren. Weswegen auch Virgil schmunzelte und leicht den Kopf schüttelte weil Leif ihn so wegen der Barbarengeschichte aufzog.
„Ich hatte gehofft aus Dank schenkst du mir vielleicht eine Kette aus Zähnen oder Ohren, die du auf deiner Reise gesammelt hast“
Sprang er auf den Zug auf und sein Schmunzeln wurde noch breiter. Denn ganz offenkundig nahm Leif ihm diese Gerüchte nicht übel und das war gut so. Er selbst sah ihn ja ohnehin bereits in einem ganz anderen Licht. Leif wäre wohl der sanftmütigste Wilde dem er je begegnet wäre.
„Die Edda ist so etwas wie.. unsere Bibel?“
Da sangen sie zwar nicht darin aber es gab genug andere christliche Lieder. Diese alte Sprache jedoch würde er gerne mal hören. Vielleicht würde Leif ihm ja irgendwann ein Lied darbringen. Sofern sie einander nach diesem Tag wieder sahen. Was Virgil wirklich hoffte.. und zwar nicht nur einseitig aus dem Schatten der Wälder heraus.
„Du denkst also wir Christen tun nichts anderes außer zu beten und zu warten, bis unser Gott uns ein Wunder schenkt?“
Das war so nicht ganz richtig. Natürlich gab es auch bei den Christen Dinge, um die sie kämpften. Virgil wusste, dass einem nichts einfach so in den Schoß fiel. aber manchmal.. da könnte ein Wunder definitiv nicht schaden. Denn auf alle Dinge hatte man nun mal keinen Einfluss. Es gab Angelegenheiten die waren größer als man selbst.
„Wäre dem so.. dann stünde ich jetzt wohl nicht hier. Denn es war mit Sicherheit nicht mein Gott, der mich auf diesen Pfad geführt hat.. ich bin auch dazu in der Lage eigenständig zu denken“
Virgils Worte sollten Leif nun nichts unterstellen. Aber er wollte klar stellen, dass er auch selbst seinen Kopf einschalten konnte und nicht nur wie ein Schäfchen willenlos seinem Glauben folgte. So sollte Leif einfach nicht über ihn denken, das.. störte ihn ein wenig.

Virgil ging es ganz ähnlich wie Leif. Auch er genoss dieses Treffen mehr als er es je für möglich gehalten hätte. Aber genauso gut hatte er Zweifel deswegen. Ob das alles hier klug war.. sei also dahin gestellt. War es womöglich nicht. Und doch konnte er sich dieser Aufregung und Anziehungskraft die Leif ausstrahlte einfach nicht erwehren.
Denn wie wäre es sonst möglich, dass er selbst dann grinste, wenn sie darüber sprachen, wie Leif vor hatte ihn zu zerteilen, um ihn in die Fässer zu bekommen? xD ganz schön bescheuert aber er konnte einfach nicht anders! Das Grinsen wollte einfach nicht aus seinem Gesicht weichen.
„Dabei habe ich dir meine volle Größe noch gar nicht offenbart“
Rutschte ihm plötzlich eine verdammt zweideutige Bemerkung heraus. Für die er sich gleich wieder auf die Zunge biss, denn das gehörte sich wirklich nicht für einen guten Christen! Leif brachte ganz eindeutig Seiten an ihm zum Vorschein, die er sonst stets penibel unterdrückte.

Besser sie sprachen über glitschige Fische. Da spielten seine Hormone nicht gleich so verrückt.
„so verdorben ist der Ozean also bereits, dass die Fische kaum noch genießbar sind?“
das hatte Virgil wirklich nicht gewusst. und er könnte einen verdorbenen von einem normalen wohl auch nicht unterscheiden. weshalb es gut war, dass Leif ihm auch das beibringen wollte. Allerdings.. sagte er auch er etwas sehr zweideutiges, weshalb Virgil schmunzelnd an seiner Lippe saugte, weil sein Kopfkino sofort wieder verrückt spielte.
Da war eine kleine Abkühlung vielleicht nicht schlecht. Weshalb sie, wenn auch ungewollt, im kalten Wasser landeten.
Glücklicherweise konnte Virgil durchaus schwimmen. Allerdings fand er es ziemlich entzückend von Leif, dass er ihn trotzdem fest hielt, damit er nicht unter ging. Im ersten Moment brauchte er ja auch einen kurzen Augenblick, um wieder zu Atem zu kommen, da das Wasser wirklich wahnsinnig kalt war und ihm kurz die Luft abschnürte. Leifs Nähe.. führte jedoch ganz automatisch dazu, dass ihm wieder ganz warm wurde, selbst im Wasser.
„in Ordnung..“
sagte er bloß, als Leif sich danach wieder aufs Boot zog und auch Virgil in diese Richtung paddelte. Er hielt sich an der Seite des Bootes fest, ehe es ihm mit Leifs Hilfe gelang wieder hoch zu kommen. Was allerdings gar nicht so einfach war wie erwartet. Und er nicht galant zurück ins Trockene kletterte, sondern eher etwas ungeschickt über den Rand robbte und durch den Ruck des Hochziehens.. auf Leif fiel.
Dieser kippte nach hinten um und Virgil… lag klatschnass mitten auf ihm.
Er könnte nun einfach von ihm runter rollen aber statt das zu tun.. gab er ein leises ‚uff‘ von sich und blieb ermattet liegen. Das war immerhin echt anstrengend gewesen. Weshalb er eine Pause brauchte. Aber auch sogleich.. ziemlich los lachen musste.
„Tut mir wirklich Leid. Ich verspreche, beim Fangen der Fische stelle ich mich geschickter an“
Denn wenn das so weiter ging, würde Leif ihm vielleicht nichts mehr beibringen wollen. Mit den Händen stützte er sich nun doch neben Leifs Gesicht ab und.. blickte ihm direkt in die Augen. Wodurch ihm das Lachen wieder verging. Und sich stattdessen ein ganz anderes Gefühl in ihm breit machte. Denn verdammt.. dieser Isländer war so wunderschön. Seine weichen Gesichtszüge, das nasse Haar und diese unglaublich faszinierenden Augen. In welche er sich für einen Moment lang völlig verlor, während er ihn nun wohl mit seinem nassen Haar voll tropfte.

@Leif Tyrson


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