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Wir sind ein Walking Dead Forum bestehend seit 2013 – Wir folgen der Storyline aus der TV-Serie bis Negans Fall 2015. Seitdem schreiben wir unsere eigene Geschichte, die allerdings einige Schlüsselmomente aus der Serie mit einbezieht. Wir schreiben in Szenentrennung und geben auch vielen Free-Charakteren ein wundervolles zu Hause. Zudem sind wir eine entspannte Community und verfolgen auch keine Blackliste mehr.
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THE DEAD DON’T DIE
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#1

Rettende Hilfe - Juni/Juli 2022 - Riana & Glenn

12.07.2022 15:43
Glenn Rhee 129 Beiträge
Alter
35
Größe
1,75m
Zugehörigkeit
Shoreham Cottage
Aufgabe
Plünderer / Wache

So vieles hatte sich in dem Leben von Glenn verändert. Nicht nur hatten sie alle ein neues Leben beginnen müssen, als die ersten Untoten andere übervielen und fraßen, sie hatten sich auch in dieser neuen Welt zurechtfinden müssen. Irgendwie hatten einige überlebt und sich zu Gruppen zusammengeschlossen. Auch der Koreaner hatte zu so einer Gruppe gehört, welche schon viele Jahre in dieser Welt zusammenlebten. Auch sie hatten Höhen und Tiefen durchstehen müssen und waren zu einer Familie geworden. In dieser hatte er auch seine spätere Frau kennen und lieben gelernt. So vieles hatten sie zusammen durchgestanden, bis hin, dass er niedergeschlagen und für tot gehalten wurde.
Zu dieser Zeit lebte der Mann noch, allerdings hatte er alles aus seiner Vergangenheit vergessen. Somit stand schon wieder ein neuer Beginn für Glenn an. Einiges musste er neu lernen und mit seinen Verletzungen musste er auch lernen, um zu gehen. Sein linker Arm machte es ihm auch heute noch schwer, zudem hatte er immer noch hin und wieder starke Migräneanfälle, die auch Krämpfe ausarten konnten. Das war in dieser Welt lebensgefährlich und machte es nicht einfacher.
Doch auch diese Hürden wurden gemeistert und er fand zu seiner Frau und Familie zurück. Seit über einem Jahr lebte er nun wieder mit ihnen zusammen und so langsam waren auch viele Erinnerungen wieder zurückgekehrt. Negan, welcher ihn niedergeschlagen hatte, hatte ihm Lügen erzählt, wo er jetzt die Wahrheit kannte. Wollte er sich rächen? Wenn dieser Mann vor ihm stehen würde, würde er sicherlich nicht zögern ihn zu töten. Allerdings suchte er ihn nicht. Nein, lieber genoss er es, dass er wieder bei seiner Frau und seinem Sohn sein konnte. Diese Zeit wollte er nicht mit Rache verschwenden, die ihm am Ende eh nichts bringen würde.
Glenn hatte sich in die Gemeinschaft wieder gut eingefügt und ging seiner ehemaligen Beschäftigung mit Fleiß nach. Schon früher war er ein guter Plünderer gewesen, was auch heute noch in ihm steckte. Geschickt konnte er sich durch Häuser und Gassen bewegen. Hatte tatsächlich ein Händchen dafür, auch gute Dinge zu finden. Seinem Sohn hatte er auch schon das ein oder andere mitgebracht. Und so war er auch heute fleißig unterwegs. Allerdings schien es heute nicht so einfach zu werden. Schon am Morgen hatte er leichte Kopfschmerzen gehabt. Meistens wurden sie nicht mehr so schlimm, doch seit einer viertel Stunde, waren die Kopfschmerzen immer heftiger geworden. Ein Zeichen, dass er sich ein Versteck suchen musste. Wenn er hier draußen einen Anfall bekommen würde, wäre das ganz und gar nicht gut.
Gerade hatte der Koreaner es in eines der verlassenen Häuser geschafft, als die Schmerzen ihn in die Knie zwangen. Diesmal sollte es wohl ein schlimmer Anfall werden, denn es folgten Krämpfe, welche er schon lange nicht mehr gehabt hatte. Dadurch stieß er eine Lampe um und lockte somit die ersten Untoten aus der Nähe an. Doch wirklich mitbekommen tat der Mann diesen Umstand nicht. Viel mehr hielt er sich den Kopf und man konnte ihn immer wieder schmerzvoll Stöhnen hören.

@Riana Livet

//Ich hab einfach mal meine Fantasy freien lauf gelassen. Ich hoffe es passt so :) Auch der Zeitraum? Ich hab es mal aktuell gesetzt :)

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#2

RE: Rettende Hilfe - Juni/Juli 2022 - Riana & Glenn

18.07.2022 21:17
Gelöschtes Mitglied
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Der Sommer war mittlerweile im Land angekommen und dementsprechend war das Wetter auch so. Immerhin waren wir gerade von keiner Hitzewelle geplagt. Das war nämlich auch immer so eine Sache. Die ganze Zeit Regen musste auch nicht sein, aber so um die fünfundzwanzig Grad und Sonne waren auch nicht schlecht.
Ich war früh aufgebrochen von meinem kleinen improvisierten Lager. Meine Vorräte könnten mal wieder eine Aufstockung vertragen und zudem war es Zeit, endlich mal die Umgebung zu erkunden. Ich war erst ein paar Tage hier in der Gegend unterwegs. Natürlich allein. Mal wieder. Ich stieß einen kaum hörbaren Seufzer aus und stapfte weiter durch das hohe Gras. Immer wachsam, so wie es sich gehört. Diesmal war der Fußweg wirklich lang gewesen. Deutlich länger, als ich normalerweise unterwegs gewesen war. Dementsprechend hatte ich die Erkundung der Umgebung etwas, wir nennen es mal, schweifen gelassen. Aber heute schien sich das Wetter zu halten, weswegen ich mich möglichst früh aufgemacht hatte. So ganz unbekannt war mir die Gegend tatsächlich nicht. Es war gar nicht so weit zu der Kolonie Balar Island – da, wo bekannte Gesichter lebten. Vielleicht bot sich noch ein Treffen genau dieser bekannten Gesichter demnächst an. Mal schauen. Aber da war etwas gewesen, eine Spur oder viel mehr ein Hinweis, der mich veranlasst hatte, diese etwas größere Reise auf mich zu nehmen. Jap, ich versuchte immer noch meine Schwester zu finden und ignorierte keinen Hinweis. Elf Jahre waren es nun her und es kam mir vor, als ob es noch um einiges mehr gewesen wären. Trotzdem hatte dies nichts an meiner Einstellung geändert: ich würde so lange alles weiterverfolgen, bis ich meine Gewissheit hatte; egal, in welcher Richtung das enden wird. Wie oft war ich daran schon verzweifelt… ich hatte irgendwann nicht mehr mit gezählt. Und da mich auch dieser Hinweis nicht weiter gebracht hatte, war ich wieder in die Gegend, oder Gebiet, zurück gekehrt, wo ich mich wohl am ehesten irgendwie heimisch fühlte.
Für einen winzigen Augenblick blieb ich stehen und nahm einen tiefen Atemzug der noch relativ kühlen Sommerluft. Ich war an meinem ersten Ziel angekommen. Ein paar alte Häuser, an denen mittlerweile echt der Zahn der Zeit genagt hatte; wie so überall eigentlich. Man musste vorsichtig sein, wenn man diese betrat, denn nicht alle waren nach den Jahren mehr so standhaft. Aber diese hier machten nicht den ersten Eindruck, dass die Wände wie ein Kartenhaus gleich in sich zusammen fielen. Das war nämlich auch immer so eine Sache und dann wäre mein Besuch definitiv nicht mehr unentdeckt…
Zielstrebig war ich auf das größte Haus zu gegangen. Das, was noch ein direkt angrenzendes Nebengebäude hatte. Die Wahrscheinlichkeiten, brauchbare Sachen zu finden, war nach all den Jahren gering geworden, aber man hatte öfters irgendwie Glück und so wollte ich es auch hier nicht unversucht lassen. Nachdem ich mich versichert hatte, dass keine ungewollten Besucher – ok, die Spinnen störten mich nicht –, hier hausten, machte ich mich daran, mich etwas ausführlicher umzusehen. Ich war gerade im Obergeschoss unterwegs, fand dort einen Gang, der zu dem Nebengebäude führte und einen Balkon. Ein kurzer flüchtiger Blick nach draußen verriet mir, dass ich nicht völlig allein unterwegs war. Wie so oft. Da diese Untoten aber nur vereinzelt umherhinkten und ich auch nicht sonderlich viele zählte, genau zwei, ließ ich es dabei und wollte mich gerade weiter umsehen. Bis ich von unten ein klirrendes Geräusch wahrnahm, was meinen Körper direkt in Alarmbereitschaft versetzte. Hatte ich da doch wen… oder eher etwas übersehen?
Direkt griff ich nach meinem treuen Begleiter, Bogen und Pfeil und machte mich auf Richtung Treppenhaus. Doch ich erblickte kein zauberhaftes Gesicht eines Beißers, nein, dort unten saß ein Mann, zusammengesunken und… krampfend…? Neben ihm auf dem Boden eine Lampe mit einem zerbrochenem Schirm, was auf jeden Fall das Geräusch erklärte. Ich zögerte kurz, lief dann aber langsam mit immer noch erhobenen Bogen auf diese Person zu. Es könnte immerhin immer noch eine Falle sein. Aber in Anbetracht dessen, dass wir die Umgebung nicht für uns allein hatten und meine geheime Begleitung nicht so ganz lautlos war, konnte ich den Dunkelhaarigen auch nicht vollends ignorieren. Außerdem war ich keine so herzlose Person, gerade, als ich feststellte, dass es sich hier wohl wirklich um ein medizinisches Problem handelte?
Mit einer großen Handbewegung schob ich die Überreste der Lampe und seine Sachen zur Seite, hockte mich vor ihm. „Hey!“ Eindringlich klopfte ich ihm mit der linken Hand gegen die Wange und drehte mit der anderen seinen Kopf in meine Richtung. „Das ist wahrlich kein guter Ort, um ein Schläfchen zu halten“, murmelte ich und überprüfte den Puls an seiner Seite seines Halses. Atmung war auch noch da und es gab keine Aussetzer. „Hey!“ Diesmal wurde ich etwas energischer. „Mit deinem Stöhnen kann man ja fast schon glauben, dass du zu ihnen gehörst… Wir müssen hier weg, sonst sind wir gleich nicht mehr allein hier.“

@Glenn Rhee



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#3

RE: Rettende Hilfe - Juni/Juli 2022 - Riana & Glenn

16.09.2022 11:32
Glenn Rhee 129 Beiträge
Alter
35
Größe
1,75m
Zugehörigkeit
Shoreham Cottage
Aufgabe
Plünderer / Wache

Nur wie durch Watte bekam Glenn mit, dass jemand dazu gekommen sein musste. Nur dumpf hörte er eine Stimme und konnte in diesem Moment auch nicht einmal sagen, ob es ein Mann oder eine Frau war. Es kam alles nur undeutlich bei ihm an und sehen konnte er absolut nichts. Solche Anfälle hatte er leider schon öfter gehabt, aber schon lange nicht mehr, wenn er sich außerhalb der Kolonie befand. Eigentlich war es in den letzten Wochen recht gut gegangen. Bei Gelegenheit sollte er sich mal bei Negan für diesen Umstand bedanken! Denn immerhin trug dieser Schuld daran, dass es nun so war. Obwohl es schon an Glück grenzte, dass er den Angriff überhaupt überlebt hatte. Denn wenn er Maggie richtig verstanden hatte, dann hatte Negan sich nicht zurückgenommen, als er ihm den Baseballschläger über den Schädel gerammt hatte.
Nur ganz langsam kamen mehr Worte durch die Watte, welche sich gefühlt noch immer in seinem Kopf befand. Der Schmerz war ein wenig zurückgewichen, so dass er zumindest seine Augen wieder öffnen konnte. Scheinbar war eine Frau bei ihm. Auf den ersten Blick schien sie fremd zu sein. Er konnte sich da aber irren, denn wirklich viel erkennen tat er immer noch nicht. Sie zog an ihm und schien auch immer noch was zu sagen. Waren sie vielleicht in Gefahr? Anderes viel ihm gerade nicht wirklich ein. Ok, da war auch nicht sonderlich viel, dass er nachdenken konnte. Mühsam hievte Glenn sich hoch. Wenn sie in Gefahr waren, dann sollten sie versuchen hier weg zu kommen. Dass er die Gefahr hervorgerufen hatte, hatte er nicht einmal mitbekommen.
Wackelig stand er auf seinen Füßen. Noch immer drückte er mit einer Hand gegen seine Schläfe. Diese Schmerzen waren echt hart und raubten ihm jedes Mal mehr Energie als alles andere. „Dann Weg…“, kam es schmerzerfüllt von ihm und auch leicht undeutlich. Das es ihm alles andere als gut ging, war nicht zu übersehen. Auch hätte er sich in dieser Verfassung nicht verteidigen können. Gerade bei solchen schlimmen Anfällen war er dann auf Hilfe angewiesen. Deswegen war er auch selten allein unterwegs. Heute hatte er sich einfach übernommen und war übermütig geworden. Wenn das Maggie später erfuhr, dann würde sie ihm wohl die Hölle heiß machen!

@Riana Livet

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#4

RE: Rettende Hilfe - Juni/Juli 2022 - Riana & Glenn

17.09.2022 23:21
Gelöschtes Mitglied
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Es fiel doch gewissenermaßen eine Last von mir ab, als sich der unbekannte Mann mit den asiatischen Wurzeln immer mehr kontrollierter regte und einige Male blinzelte. Es schien, dass sein… Anfall, oder was auch immer, vorüber war und er langsam wieder zu sich kam. Na dann hoffte ich mal inständig für ihn, dass er auch wieder auf die Beine kam. Sonst könnte es etwas… spannend werden. Action, auf die ich heute eigentlich ausnahmsweise – versteht sich natürlich – einmal verzichten wollte. Ich hörte nicht auf und rüttelte immer weiter an seiner Schulter. So lange, bis der Schwarzhaarige sich immer mehr regte und mit meiner Hilfe wieder auf die Beine kam. Keine Sekunde zu früh, denn von draußen wurde das Gestöhne immer lauter und das hörte sich nicht mehr nach den eben noch zwei gezählten Untoten an. Normalerweise drängte ich nicht so, aber es wurde langsam Zeit, dass wir hier wegkamen.
So ganz in Ordnung war die Sache bei meiner unfreiwilligen Begleitung wohl immer noch nicht. Natürlich entgegnete es mir nicht, wie er sich die Hand gegen seine eine Schläfe drückte und immer noch nicht vollends bei Sinnen war. Aber das war erst einmal in diesem Moment egal. Erst mussten wir uns ein sicheres Plätzchen suchen und dann konnten die weiteren Fragen gestellt werden. Vorsichtig nahm ich seinen linken Arm, legte ihn um meine Schulter und gleichzeitig meinen Arm um seine Hüfte, um den Mann etwas zu stützen und Halt zu geben. Das könnte jetzt niemand von uns gebrauchen, wenn er noch stürzen würde und sich möglicherweise erst recht den Kopf anschlug. Ich wusste nicht, ob ich ihn bewusstlos die Treppe hochbekam und ausprobieren wollte ich dies auch nicht gerade besonders. Er murmelte etwas Leises, unverständliches, was ich nur mit einem Nicken abtat. Vermutlich irgendwie sowas wie, dass wir hier weg mussten. „Besser ist es“, erwiderte ich, verstärkte den Druck um seine Taille etwas und lotste ihn schon Richtung Treppe. Vorsichtig, aber immer noch bestimmend und ohne viel Zeit zu verlieren. „Pass auf, jetzt geht es einige Treppenstufen nach oben. Von dort aus können wir in das Nachbargebäude von hier.“ Gesagt getan setzte ich schon den ersten Fuß auf die Stufe.

Es dauerte doch länger als gedacht, bis wir zusammen oben waren. Das Kratzen und Klopfen an der Haustür war mittlerweile nicht mehr zu überhören. Ich wollte nicht abwarten und die Gäste persönlich empfangen. So warf ich nur einen kurzen Blick nach unten, atmete einmal schwer aus und biss wieder die Zähne zusammen, um meine Begleitung in die nächste Richtung zu lenken. Kaum hatte ich dem Untergeschoss den Rücken zugekehrt, hörte ich auch schon das Bersten von Holz, vermutlich der Eingangstür. Nach all den Jahren waren solche Sachen nun nicht mehr im unbedingt stabilsten Zustand. Ich fluchte leise vor mich hin und hinkte mit dem Mann zu dem Gang, welchen ich eben gefunden hatte. „Nicht schlappmachen, wir sind gleich da.“
Beim Vorbeigehen eben hatte ich schon die schwere Tür bemerkt, eine große Feuerschutztür aus Metall. Ich hoffte einfach mal, dass diese noch gescheit schließen würde. Es ärgerte mich jetzt extrem, dass ich mir das Nachbargebäude noch nicht angesehen hatte. Aber gerade blieb uns etwas anderes nichts übrig.
Der Flur war einige Meter lang. Ich warte den Mann noch einmal vor, dass eine Stufe kam, und schon betraten wir das Nachbargebäude. Langsam ließ ich ihn los und widmete mich der Tür. Ausnahmsweise war das Glück einmal auf meiner Seite und die Tür ließ sich tatsächlich ohne Beschwerden vollständig schließen. „Wenigstens noch gute Qualitätsarbeit“, murmelte ich und schenkte meine Aufmerksamkeit wieder meiner noch namenlosen Bekanntschaft. „Komm, dahinten ist ein Zimmer.“ Ich wusste nicht, was uns dort erwartet. Glücklicherweise war keine sabbernde Fresse hinter der Tür, aber ein Sofa. Ich ließ von dem Dunkelhaarigen ab, dass er sich setzen konnte, und griff nach meinem Schwert.
„Ich schau mich nur kurz um hier, ich bin gleich wieder da.“ Das fehlte uns jetzt noch. Wenn die Türen im Erdgeschoss sperrangelweit offen standen und förmlich einluden zu einem Besuch. Es war fast beängstigend, aber tatsächlich waren keine Untoten hier; die zwei Metalltüren geschlossen und das Metallrolltor intakt. Es folgten noch ein paar kleine Sicherheitsvorkehrungen und anschließend machte ich mich wieder auf ins Obergeschoss.

@Glenn Rhee



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#5

RE: Rettende Hilfe - Juni/Juli 2022 - Riana & Glenn

27.09.2022 14:28
Glenn Rhee 129 Beiträge
Alter
35
Größe
1,75m
Zugehörigkeit
Shoreham Cottage
Aufgabe
Plünderer / Wache

Auch wenn Glenn die Person nicht kannte, so war er doch erleichtert, dass sie ihm half. Auch die Anweisungen waren hilfreich, denn so richtig nahm er seine Umwelt immer noch nicht wahr. Zwar lichtete sich langsam der Schleier, aber es würde noch ein Weilchen dauern, bis es wieder gut war. Solche Anfälle kannte der Koreaner leider schon zu genüge. Früher waren sie um einiges schlimmer gewesen, gerade in der Zeit als er erwacht war. In den Jahren wurden sie weniger und nicht mehr ganz so schlimm. Und doch blieben sie gefährlich, denn sie ließen ihn hilflos werden. Maggie würde ihn umbringen, wenn sie erfuhr, dass er sich so in Gefahr gebracht hatte. Er hätte einfach am Morgen zu Hause bleiben sollen, nachdem er schon gemerkt hatte, dass er Kopfschmerzen bekam. Glenn riss sich zusammen, als sie die Treppe geschafft hatten und vor einer Tür stehen blieben. Hinlegen wäre natürlich verlockender gewesen, aber sie waren hier noch nicht in Sicherheit.
Erst als er was weiches unter sich spürte, wusste er, dass er ausruhen konnte. Mit einem erleichterten Seufzer lehnte er sich nach hinten und schloss die Augen. Der Schmerz war nur noch dumpf zu spüren und der Schwindel ließ immer mehr nach. Sein Arm zuckte ein wenig, aber es war noch auszuhalten. Sein Anfall war endlich abgeklungen!
Vorsichtig, wegen der Helligkeit, öffnete der 35 Jährige seine Augen, als seine Retterin meinte, sie würde sich umschauen. „Danke.“, kam es rau von ihm und er sah sich nach seinem Rucksack um. Dieser war ihm von den Schultern gerutscht, als er auf die Couch gesetzt wurde. Gierig nahm er die Falsche Wasser, welche sich darin befand und trank sie zur Hälfte leer. So langsam kamen seine Lebensgeister auch wieder zurück. Endlich konnte er seine Umgebung auch wieder klar erkennen und sah sich daher um.
Als seine Retterin wiederkam, war Glenn auch wieder auf den Beinen. „Ich muss dir echt danken!“, bedankte er sich jetzt richtig und lächelte die Dame freundlich an. Nicht jeder würde einem anderen in der Not helfen, dass wusste der Koreaner nur zu gut. Viel zu lange lebte er schon in dieser Welt und hatte allen Höhen und Tiefen durch. „Muss noch was gesichert werden, oder sind wir für den Moment sicher?“, erkundigte er sich.

@Riana Livet

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#6

RE: Rettende Hilfe - Juni/Juli 2022 - Riana & Glenn

28.09.2022 22:30
Gelöschtes Mitglied
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Ich bekam die Zeit über gar nicht richtig mit, ob sich meine unfreiwillige Begleitung regte oder immer noch in diesem Dämmerzustand von mir durch die Gegend geschleppt wurde. Zu sehr war ich momentan damit konzentriert, uns beide vor diesen sabbernden Fressen in Sicherheit zu bringen. Gewissermaßen war ich schon erleichtert, als wir endlich mein Ziel – die Feuertür – erreicht hatten und die hinter uns mit einem Ächzen ins Schloss fiel. Und noch mehr erleichtert, als ich den Mann auf das Sofa absetzen konnte. Wenigstens hatte er so viel mitarbeiten können. Ihn allein die Treppe hochziehen, dann hätten wir vermutlich immer noch auf der anderen Seite der Tür gestanden und ich hätte mich mit den Untoten anlegen können. Es wäre mir nicht in den Sinn gekommen, ihn einfach so dort zurück zu lassen, wenn es sich vermeiden ließ. Erst hätte ich alles mögliche probiert. Warum? Weil es einfach genügend Idioten in der Welt gab, mir selbst schon das Leben gerettet wurde und ich hoffte, dass meine Schwester auch an solche Menschen mit guten Hintergründen geraten war. Ganz einfach.
Ich nickte nur knapp bei seinem Danke und war auch schon wieder aus der Tür verschwunden. Noch waren sie nicht sicher; er könnte es gerne nochmal wiederholen, wenn sie auf beiden Füßen das Haus irgendwann verlassen würden. Aber selbst dann würde ich solche Worte wohl wissentlich überhören. Sowas war doch selbstverständlich. Wenn ich auch so behandelt werden wollte, dann würde ich auch andere so behandeln. Eben Karma und so.
Nachdem ich sichergegangen war, dass im Erdgeschoss kein weiterer Beißer umherlief, diese von hier aus nicht ins Haus kamen und draußen gemütlich ihre Wege weiterhin schlürften, hatte ich mich wieder auf ins Obergeschoss gemacht. Zurück im Zimmer lehnte ich mich locker gegen den Türrahmen und musterte den Dunkelhaarigen, welcher nun einen deutlich wacheren Eindruck, als vor wenigen Minuten, machte. „Kein Ding…“, erwiderte ich schließlich und zog die Mundwinkel zu einem kurzen und leichten Lächeln nach oben. „Für den Moment sollten wir sicher sein“, gab ich anschließend die Auskunft, stieß mich von dem Rahmen ab und ging in den Raum zum Fenster, um einen kontrollierenden Blick nach draußen zu werfen. „Durch die schwere Feuertür kommen sie nicht rein, das Untergeschoss ist auch eigentlich gut gesichert und es befindet sich gerade keiner von ihnen hier in der Nähe. Die sind wohl alle zum anderen Gebäudeteil geschlürft…“ Gleichgültig zuckte ich leicht mit den Schultern und ließ mich ihm gegenüber auf einem Stuhl nieder. Schob dabei mein Schwert leicht zur Seite, so dass ich besser sitzen konnte. „Geht es dir wieder besser?“, fragte ich nach einer kleinen Pause. Mir lagen mehrere Fragen auf der Zunge, aber alles andere war unhöflich zu fragen und so beließ ich es nur bei dem einen Satz.
Achja… „Riana…“ Wenn wir schon bei Höflichkeit und so waren. „Bist du allein hier?“ Wenn er solche medizinische… Probleme hatte, war das ganz eventuell nicht die beste Idee…

@Glenn Rhee



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#7

RE: Rettende Hilfe - Juni/Juli 2022 - Riana & Glenn

13.10.2022 13:28
Glenn Rhee 129 Beiträge
Alter
35
Größe
1,75m
Zugehörigkeit
Shoreham Cottage
Aufgabe
Plünderer / Wache

Als seine Retterin meinte, dass sie hier erst einmal sicher sein, nickte Glenn erleichtert. Das war schon mal ein großer Fortschritt. Er hörte ihr zu, als sie erzählte, was sie gesichert hatte. Ja, dass klang wirklich danach, dass sie für den Moment erst einmal ausruhen konnte. Daher ließ sich der Koreaner auch wieder auf das Sofa fallen. Sein Kopf tat zwar nur noch leicht weh, aber stabil stand er auf seinen Füßen noch nicht richtig. „Ja, danke noch einmal!“, nickte Glenn, als sie nach seinem befinden fragte. Auch wenn die junge Frau etwas mürrisch wirkte, sie wollte der Ältere dem ersten Eindruck nicht ganz glauben. Heutzutage waren alle erst einmal vorsichtig und blieben auf Abstand. Was auch nicht verwunderlich war. Viel zu schnell wurde man überfallen, ausgeraubt und sogar getötet, wenn man sich nicht rechtzeitig währen konnte. Auch Glenn hatte da einiges erlebt, als nach Negan Jahrelang als Nomade unterwegs war. Gerade im ersten Jahr war es schwierig gewesen, denn da waren seine Anfälle auch noch häufiger aufgekommen. Oft hat er tagelang in einem Versteckt gehockt, was seine knappen Vorräte gefährlich werden ließen. Zum Glück waren diese Zeiten allerdings vorbei. Jetzt lebte er wieder bei Maggie und musste nicht mehr lange umherziehen.
„Freut mich, ich bin Glenn.“, stellte der Koreaner sich ebenfalls vor. Wenn sein Gegenüber schon den ersten Schritt machte, dann sollte er auch so höflich sein. „Da ich den anderen meistens zu schnell bin, ziehe ich allein los.“, nickte er. Auch wenn er das Schwert wahrgenommen hatte, so wollte er doch ehrlich sein. Wenn sie ihn hätte töten wollen, dann hätte sie ihn da einfach liegen lassen können. Ganz so böse konnte Riana also nicht sein.
Das er eine Bleibe hatte, konnte geübte Nomaden erkennen. Denn er hatte nur seinen Rucksack und wenig Proviant mit. Auch die Waffen wirkten so, als dass sie regelmäßig ausgetauscht wurden. Anders sah es bei Riana aus. Diese hatte deutlich mehr dabei und zog wohl über längere Strecken umher. Auch wenn Glenn nicht so geübt darin war, dies zu erkennen, sie war er sich bei der Frau vor ihm recht sicher. „Hab ich mich in deinem Unterschlupf verirrt?“, stellte der Koreaner eine Gegenfrage. Könnte ja auch gut sein, dass sie ihr Lager hier aufschlagen wollte und er hat sie dabei gestört.

@Riana Livet

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#8

RE: Rettende Hilfe - Juni/Juli 2022 - Riana & Glenn

16.10.2022 12:51
Gelöschtes Mitglied
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Zwar hatte ich den praktisch unbekannten Mann gerade die ganze Zeit neben mir hergeschleppt und es hätte einige Möglichkeiten gegeben, mich so anzugreifen, aber trotzdem blieb ich jetzt etwas auf Abstand zu ihm und hatte mich extra auf einen der Stühle gesetzt, die etwas weiter weg von ihm standen. Es sollte keineswegs unhöflich oder ähnliches wirken; reine Vorsicht – mehr war das nicht. Ich hatte mir einen Überblick im Haus verschafft, wusste so, dass keiner ohne großen Lärm hier hinein kam und der dunkelhaarige Mann machte nicht gerade den Eindruck auf mich, dass er nach der Aktion mir gleich an die Kehle springen würde. Es schien ja wirklich so, dass er ein ernsthaftes medizinisches Problem gehabt hatte.
Bei seinem erneuten Dank und der folgenden Vorstellung zuckten meine Mundwinkel für einen Moment leicht nach oben und ich blickte auf meine Hände hinab, die in meinem Schoß ruhten. „Freut mich.“ Damit waren diese Höflichkeits-Smalltalk-Floskeln nun auch geklärt. Erst als er erwähnte, dass er zu schnell für anderen sei, sah ich wieder auf und musterte die Gesichtszüge von ihm. Eben war nicht viel Zeit für so etwas geblieben. Es musste schnell gehen, so dass wir weg von den Untoten kamen und nicht gleich das nächste Fresschen wurden. Ich konnte gut darauf verzichten, dass meine Knochen als Zahnstocher von so einem stinkenden Etwas genutzt werden.
Ich nickte knapp und überlegte kurz. Natürlich war mir aufgefallen, dass er ziemlich wenig mit sich hatte. Kein Vergleich zu meinem ganzen Gepäck, welches ich im Moment mit mir schleppte. Kein reiner Nomade, vermutlich. „Bist du in einer der Kolonien in der Umgebung oder in einer Nomadengruppe?“, stellte ich die nächste Frage, ohne seine zunächst zu beantworten. Es wäre sinnvoll und würde ziemlich naheliegend sein, wenn er etwas hatte, wo sich im Notfall um solche… Anfälle gekümmert werden könnte. Eigentlich wäre fast schon Kolonie wahrscheinlicher, da diese bestimmt bessere Ausrüstung hatten, medizinisch gesehen. Nein, nicht nur medizinisch… sie waren in den allermeisten Fällen besser ausgestattet – in allen Richtungen, die es gab. Dieses Leben war vermutlich gar nicht vergleichbar mit dem, welches ich pflegte. „Was für Waffen hast du?“ Es war klar, dass er welche hatte. Ohne würde ein normaler Mensch in diesen Zeiten nicht umherziehen, weswegen ich die Frage direkt so formulierte. „Schusswaffen?“ Fragend hob ich die Augenbrauen und verschränkte die Arme vor der Brust. Irgendetwas, was mir dennoch gefährlich werden würde? Im Normalfall hätte ich ihn bereits durchsucht nach Waffen, Messern… oder was auch immer, aber bislang war keine Zeit dafür gewesen.
Schließlich schüttelte ich aber den Kopf, um endlich seine Frage zu beantworten. „Nein, hast du nicht. Ich bin selber nur auf der Durchreise… war die letzten Wochen in einer anderen Gegend unterwegs…“ Wieder zuckte ich leicht mit den Schultern. „Also nein, ich bin nur mal hier und mal dort unterwegs und habe das Haus kurz vor dir gefunden. Mehr nicht. Eigentlich hat es mir nur etwas neugierig gemacht und ich wollte schauen, was sich hier so verbirgt… Wo sind denn die anderen aus deiner Gruppe? Du bist doch bestimmt nie völlig allein unterwegs?“, hakte ich weiter nach. Immerhin irrten draußen immer noch die Untoten um das Gebäude umher.

@Glenn Rhee



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#9

RE: Rettende Hilfe - Juni/Juli 2022 - Riana & Glenn

22.11.2022 11:13
Glenn Rhee 129 Beiträge
Alter
35
Größe
1,75m
Zugehörigkeit
Shoreham Cottage
Aufgabe
Plünderer / Wache

Das Riana noch skeptisch war, verwunderte Glenn nicht wirklich. Sie waren Fremde und in der heutigen Zeit waren Fremde eine potentielle Gefahr. Leider war es sogar fast schon schlimmer auf Menschen zu treffen als auf Beißer. Bei den Untoten war die Vorgehensweise klar. Leise sein und sein Gegner schnell und lautlos töten. Das war die beste Methode. Bei den Lebenden war das schon deutlich komplizierter. Waren sie Böse? Waren sie Feinde? Brauchten sie Hilfe? Will man ihnen helfen? Sind sie freundlich gesinnt? Bis man diese ganzen Fragen beantwortet hatte, war es meistens schon zu spät für irgendwas. Im schlimmsten Fall war man selbst einfach tot. Da waren die Untoten wirklich die einfacheren Gegner.
„Ich lebe zusammen in einer Gruppe und in einer Kolonie.“, beantwortete Glenn die Frage freundlich. Ein Geheimnis brauchte man da nun wirklich nicht mehr darum machen. Es suchten immer mehr Leute einen Unterschlupf, wo man auch einfach friedlich leben konnte. Und wenn er nicht gleich die Position verriet, konnte man mit der Aussage auch noch nicht viel anfangen. Dass er kein Nomade war, konnte man eben auch deutlich erkennen.
Etwas skeptisch sah er die junge Frau an, als sie nach seinen Waffen fragte. Natürlich diente das zu ihrem Schutz, da war sich der Koreaner sicher und doch war es auch für seinen, dass er nicht alles verriet. „Meine Machete ist schon mal nicht zu übersehen!“, grinste er schief und zeigte auf die Waffe. Das er eine Pistole in einem Holster trug, war ebenfalls gut zu sehen. Er hatte auch noch ein Messer, welches er aber erst einmal nicht erwähnte. Auch wenn sie ihn gerettet hatte, konnte das auch noch immer eine Falle sein.
„Ah gut, nicht dass ich dir deinen Platz noch unsicherer gemacht habe!“, entschuldigte er sich trotzdem noch einmal indirekt. „Tatsächlich bin ich heute mal allein losgezogen.“, kratze er sich etwas verlegen am Hinterkopf. Das es nicht die schlauste Idee gewesen war, brauchte er nicht noch einmal zusagen. Das war ihnen beiden durchaus klar. Denn wenn Riana ihn nicht gefunden hätte, dann hätte ihn sein Anfall das Leben gekostet. „Ich schulde dir daher echt viel. Ich bin mir sicher, dass du mir damit das Leben gerettet hast!“, bedankte er sich noch einmal. „Kann ich dir irgendwas Gutes tun, um mich zu bedanken? Brauchst du bei irgendwas Hilfe? Meine Frau und ich haben im Haus noch auch noch Platz, wenn du eine Unterkunft für ein paar Tage brauchst.“, plapperte der Koreaner drauf los.

@Riana Livet

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#10

RE: Rettende Hilfe - Juni/Juli 2022 - Riana & Glenn

01.01.2023 19:13
Gelöschtes Mitglied
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Auch in Glenns Verhalten konnte man die Skepsis und das Misstrauen ablesen. Verständlich – ich reagierte gerade nicht anders. Eigentlich traurig, dass die Welt so weit gekommen war. Wie gerne hatte ich als Kind damals mit meinen Freunden gespielt. Damals in Frankreich, meiner Heimat, da wo das Leben noch besser gewesen war. Und nun? Nun hatte sich seit damals verdammt viel verändert. Nein, es war sogar absolut nicht mehr zu vergleichen mit dem heutigen Leben. Die Welt würde nie wieder so sein wie damals… und ich auch nicht. Ich hatte vieles gelernt in dieser Zeit. Solche Fehler würden mir nicht noch einmal passieren; so werde ich mich nicht noch einmal verhalten. Aber genug Trübsal geblasen – die Vergangenheit war nun mal Vergangenheit. Es zählte die Gegenwart und der Wille, zu überleben.
Nickend nahm ich die Antwort des Dunkelhaarigen zur Kenntnis. Eine Kolonie… ja, das hatte ich mir bereits gedacht. Noch so ein elendiges, nicht enden wollendes Thema in meinem Kopf. Es war etwas, womit ich mich schon oft befasst hatte, aber – stand jetzt – immer noch ausschließen würde. In einer Kolonie zu wohnen, das wäre vermutlich echt nichts für mich. Zu groß war da das Misstrauen in meinem Inneren…
Die Frage nach den Waffen wurde ebenso von Glenn beantworten und ließ mich erneut nicken. Ja, tatsächlich war die Machete nicht zu übersehen und auch die Pistole in dem Holster war zu erkennen. Mehr erwähnte der Asiate nicht. Ob das der vollständigen Wahrheit entsprach? Ich wusste es nicht, konnte es nur mutmaßen. Ich könnte ihn schon durchsuchen, seine Worte überprüfen… oder es auch sein lassen, da er bislang nicht den Eindruck machte, gefährlich zu werden. Aber auch hier schenkte ich meinen Sinnen kein hundertprozentiges Vertrauen. Man sollte nie nie sagen im Leben. „Kann ich nur zurückgeben… das, was du siehst…“ Leicht zuckte ich mit den Schultern und das war dann auch schon meine Antwort auf die Waffenfrage. Wenn ich schon gefragt hatte, gab ich auch eine Antwort, die in dem Fall auch nicht sonderlich etwas preisgab. Ob die jetzt der hundertprozentigen Wahrheit entsprach, das war eine andere Sache. Allerdings war es auch selbstverständlich, nicht ohne Waffen das Haus zu verlassen. Leute, die komplett ohne durch die Gegend liefen, denen sollte man eher mehr Misstrauen gegenüber bringen.
Über seine Entschuldigung musste ich dann aber doch Schmunzeln und winkte ab. „Ach, gute Gesellschaft nehme ich fast immer gerne entgegen. Allein ist es manchmal doch etwas… langweilig.“ Erneut zuckten bei der Aussage meine Mundwinkel für einen Moment nach oben, ehe ich wieder verstummte und dem Gegenüber Gehör schenkte. Als er erwähnte, dass er heute allein war, hoben sich meine Augenbrauen kurz vor Überraschung. Anscheinend war das nicht die beste Idee gewesen, aber das musste ich ihm wohl nicht sagen. Ich hätte wohl eher damit gerechnet, dass irgendwo in der Nähe Leute aus seiner Gruppe herumliefen und ihn vielleicht sogar schon suchten.

„Also wenn du dich gleich noch einmal bedankst, dann werde ich ja glatt noch rot“, erwiderte ich schließlich mit einem leichten Schmunzeln. „Ich hätte dich ja schlecht da liegen lassen können. Die Welt ist ein Arsch geworden, das reicht doch wohl aus.“ Ich seufzte leise und verstummte für einen Moment, blickte kurz hinaus aus dem Fenster, wo immer noch ein paar Untote durch die Umgebung schlichen. Tatsächlich musste ich überlegen, was ich auf dieses Angebot erwidern sollte. „Scheinbar wird es gleich nochmal etwas interessant, wenn wir den Ort hier wieder verlassen…“, murmelte ich vor mich hin und blickte dann wieder zu Glenn. Dass er eine Frau hatte, bestätigte meinen Gedanken noch einmal. „Man hat in den Jahren schon viel zu viele Verluste von geliebten Personen hinnehmen müssen. Irgendwann muss man da auch einmal „Glück“ haben…“ Mit den Worten griff ich nach meiner Trinkflasche und nahm einen größeren Schluck Wasser zu mir. Ja, dieses Thema kannte ich zu gut. Ich hoffte immer noch, irgendwann meine Schwester zu finden… oder irgendwen anderes aus der Familie. Mal schauen, ob ich irgendwann genau dieses Glück haben werde… oder ob es immer nur ein unerreichbarer Traum bleiben würde. Ich schluckte und packte die Flasche wieder weg.
„Danke für das Angebot, aber ich halte mich lieber etwas fern von Kolonien… Ich mach mich da eher wieder auf die Reise. Aber…“ Ich stockte etwas und blickte zu meinem Rucksack neben mir. „Vielleicht etwas Essen, wenn ihr was übrig hättet? Nichts großes, nur die letzten Tage war mein Glück in der Hinsicht nicht das größte gewesen…“

@Glenn Rhee


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#11

RE: Rettende Hilfe - Juni/Juli 2022 - Riana & Glenn

12.02.2023 12:17
Glenn Rhee 129 Beiträge
Alter
35
Größe
1,75m
Zugehörigkeit
Shoreham Cottage
Aufgabe
Plünderer / Wache

Glenn musste ebenfalls schmunzeln, als Riana meinte sie würde noch rot werden, wenn er sich so oft entschuldigte. „Sorry!“, grinste er und kratzte sich verlegen am Kopf. Seine Kopfschmerzen waren zwar noch zu spüren, aber bei weiten nicht mehr so schlimm. Sie waren auf ein erträgliches Maß gesunken. Leider war er es auch schon gewöhnt, daher empfand er leichte Schmerzen da auch nicht mehr als tragisch. Viel zu oft hatte er Kopfschmerzen, so dass er sich daran gewöhnt hatte. Sein linker Arm tat allerdings ein bisschen weh, was nach einem schlimmen Anfall auch nicht ungewöhnlich war. Auch das würde vorbei gehen. Nervig, aber leider auch nicht zu ändern. Maggie wird ihm da nur die Hölle heiß machen, dass er allein los ist und dann auch noch einen Anfall hatte. Da hatte er mehr Sorgen vor als vor allem anderen. „Machen leider nicht mehr viel Heutzutage.“, meinte er dazu nur. Leider war es auch so, dass die meisten Menschen nur noch an sich selbst denken. Das eigene Leben ist natürlich auch wichtig, aber man sollte seine Mitmenschen nicht ganz im stich lassen. Zumindest sah der Koreaner das so.
„Dann hatte ich heute mal einen Glückstag!“, lächelte Glenn und schulterte seine Sachen wieder. Seine Waffen wanderten auch wieder an Ort und Stelle, dass sie er sie auch nutzen konnte. Dabei war zu erkennen, dass er seine linke Seite kaum nutze. Halten konnte er damit eine Waffe, aber zum ziehen oder wirklich nutzen taugte sein Arm einfach nicht mehr. Aber er hatte sich damit arrangiert. Ihm blieb letztendlich auch nichts anders übrig. Allerdings hatte er auch schon ein paar Jahre Zeit gehabt und daher auch den Umgang mit seiner ‚Behinderung‘ gemeistert.
Der Koreaner nickt verständnisvoll. Nicht jeder mochte es in einer Kolonie zu sein. „Du kannst dir gerne deine Vorräte aufstocken. Wir haben zwar auch nicht übermäßig viel über, aber da können wir dir sicherlich was geben. Immerhin hast du mir das Leben gerettet, da ist das das mindeste.“, meinte er freundlich. Er würde das schon mit Rick klären. Sonst würde er die nächsten Tage noch mehr auf Plünderungstour gehen. Diesmal dann nur nicht allein. Noch einmal musste er das Risiko nicht eingehen. Nicht zuletzt, weil Maggie ihn sonst zu Hause anbinden würde.
„Unsere Freunde sammeln sich da unten an der Tür schon, wir sollten uns dann wirklich langsam hier aus dem Staub machen. Ich kann auch wieder kämpfen, diesmal bliebt nicht alles an dir hängen.“, meinte Glenn, nachdem er aus dem Fenster gesehen hatte. Unten sammelten sich immer mehr von den Beißern. Noch war es machbar, aber irgendwann würden es zu viele werden, weswegen sie sich auf den Weg machen sollte. „Meine Kolonie liegt ca. 30 Minuten Fußmarsch von hier, dass sollte zu schaffen sein, so dass du dir dann noch ein sicheres Plätzchen für die Nacht suchen kannst. Sonst bist du auch herzlich eingeladen eine Nacht zu bleiben.“.

@Riana Livet

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#12

RE: Rettende Hilfe - Juni/Juli 2022 - Riana & Glenn

02.04.2023 20:35
Gelöschtes Mitglied
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Es war bestimmt schon einiges an Zeit vergangen, seitdem ich dieses Haus betreten hatte. So besonders konnte ich diesmal gar nicht abschätzen, aber zu meiner Verteidigung hatte ich auch nicht mit so einem Ausgang gerechnet. Eigentlich war ich hier gewesen, um das Haus zu durchsuchen, zu schauen, ob es noch irgendetwas brauchbares gibt, was man auf seinen Reisen so mitnehmen konnte. Dass ich am Ende einem Unbekannten sehr vermutlich das Leben gerettet hatte, nein, das hatte ich nicht wirklich vorhergesehen.
Nun wurde es aber wohl schon langsam Zeit, sich nach einem geeigneten Unterschlupf für diese Nacht umzusehen. Hier zu bleiben und mit ein paar Beißern sich das Bett zu teilen, darauf konnte ich doch getrost verzichten und meine unfreiwillige Begleitung sah es wohl auch so. Verständlich, wenn ich eine feste Unterkunft hätte, würde ich wohl auch immer zusehen, dorthin zu kommen.
„Danke…“, erwiderte ich mit einem leichten Lächeln, als Glenn bestätigte, dass ich etwas von den Vorräten haben könnte. Ich tat sowas nicht sonderlich gerne, aber da die letzten Tage waren doch ziemlich erfolglos gewesen, was die Nahrungssuche betroffen hatte. Irgendwie würde ich auch so durchkommen, aber wenn man schon einmal ein Angebot bekommen hatte… „Ich brauch auch nicht viel, nur ein wenig für die nächste Reise.“
Bei dem Vorschlag des Dunkelhaarigen, diesen Ort zu verlassen, nickte ich nur. Besser war es. Wer wusste auch schon, wie lange die Türen, Fenster und Wände dieser halben Ruine noch standhalten würden. Dass er allerdings direkt wieder mitkämpfen würde oder eher gesagt konnte, bezweifelte ich dann irgendwie doch. Ich warf ihm einen prüfenden Blick zu und musterte ihn für einige Sekunden. „Sicher?“ Zwar würde ich es nicht ablehnen, bei einer Meute von Untoten Unterstützung zu bekommen, aber ihm ein zweites Mal den Allerwertesten zu retten, darauf konnte ich nun doch verzichten. Diesmal würde auch keine Feuerschutztür rettend dazwischen kommen, so viel stand fest. Jedoch konnte ich auch gut und gerne komplett auf eine erneute Auseinandersetzung verzichten.
Mit wenigen Handbewegungen rüstete ich mein Gepäck wieder, hielt die Waffen griffbereit und warf einen letzten prüfenden Blick in Richtung Fenster. „Dann lass uns aufbrechen.“ Auch ein dreißigminütiger Fußmarsch konnte sich in die Länge ziehen, so dass ich keine Zeit mehr verschwenden wollte.

Tatsächlich blieb das Glück anscheinend heute auf unserer Seite, so dass wir ohne größere Zwischenfälle das Haus verlassen konnten. Immerhin waren die sabbernden Fressen noch überschaubar, aber allzu lange hätten wir wirklich nicht mehr warten dürfen. Leise seufzend setzte ich in Gedanken die Säuberung meiner kompletten Ausrüstung noch auf meine imaginäre Liste und verstaute meinen Bogen wieder an ihrer ursprünglichen Stelle. Wieder fiel ein Blick zu Glenn und ich deutete mit einem leichten Nicken an, dass er die Richtung vorgeben sollte. Bislang hatte ich die Kolonien immer so gut wie es ging gemieden und hatte dementsprechend auch weniger Ahnung, wo diese zu finden waren.
Der Fußmarsch verlief eher ruhig und größtenteils auch schweigend. Einzig und allein „Seid ihr eigentlich viele in der Kolonie?“ war die einzige Frage, die ich von mir gab, was seine Heimat betraf. Irgendwann war es dann so weit gewesen und Mauern waren am Horizont aufgetaucht… und ich wurde merklich zögerlicher. Es klang einfach nur bescheuert, sich so zu verhalten. Ich schluckte den sich bildenden Kloß im Hals hinunter und versuchte, die Schultern zu entspannen, während ich wartete, dass Glenn mir ein paar Vorräte gab. Es sollte nicht viel sein, hatte ich nochmals betont. Etwas Brot, etwas Trockenfleisch, ein paar Früchte – was auch immer sie da hatten und entbehren konnten. Anschließend wollte ich mich auch schon wieder aufmachen. Die Sonne stand noch relativ hoch am Himmel, so dass ich zuversichtlich war, etwas für die Nacht zu finden.
Besonders lange musste ich aber nicht auf den Asiaten warten. Dankend nahm ich den Beutel schließlich entgegen und verstaute diesen direkt an meinem Rucksack. „Danke“, gab ich mit einem leichten Lächeln von mir und sah noch einmal um mich herum. „Ja dann, Glenn. Hat mich gefreut… und pass gut auf dich auf!“

@Glenn Rhee


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#13

RE: Rettende Hilfe - Juni/Juli 2022 - Riana & Glenn

06.04.2023 11:37
Glenn Rhee 129 Beiträge
Alter
35
Größe
1,75m
Zugehörigkeit
Shoreham Cottage
Aufgabe
Plünderer / Wache

Manchmal musste man auch einfach mal Glück haben. Das dachte sich Glenn zumindest, nachdem er heute einen Anfall gehabt hatte und dann auch noch von jemand fremdes gerettet wurde. Riana hätte ja auch ihn einfach töten können und seine Sachen stehlen. Oder nur seine Sachen und ihm zum sterben zurücklassen. Sie hätte sich nicht mal die Hände schmutzig machen müssen. Doch die junge Nomadin war nicht so, weswegen es dem Koreaner nun wieder besser ging und er noch am Leben war. Deswegen war es nun auch das mindeste, dass er ihr Vorräte gab und ihr auch die Möglichkeit anbot, dass sie ein paar Tage im Cottage bleiben konnte. „Ganz sicher!“, grinste er und meinte es auch so. Er konnte es aber auch gut verstehen, dass sie nicht unbedingt an einem fremden Ort mit lauter fremden Menschen sein wollte. Er selbst hatte ja auch schon schlechte Erfahrungen gemacht, wenn man allein an Terminus zurück dachte. Es gab leider viel zu viele grausame Menschen in dieser Welt.
Ohne weitere Vorfälle schafften sie dann auch zum Cottage zu gelangen. Die untoten, welche ihnen in den Weg kamen, wurden gekonnt getötet. Da sah man, bei beiden, die Erfahrung und das Können. Es war aber auch schon viel Zeit ins Land gezogen, nachdem damals der erste Aufgetaucht war und immer mehr Menschen sich in Untote verwandelt hatten. Daher war es kein Wunder, dass diejenigen, die bis heute überlebt hatten, gut um Umgang und töten dieser Wesen waren. „Es geht. Einige Familien, Paare und auch einzelne Personen. Einige sind schon viele Jahre als Gruppe zusammen. Tatsächlich ist das bei mir der Fall. Hier lebe ich mit Freunden, die kennen ich schon über 13 Jahre.“, erzählte Glenn ein wenig, allerdings auch nicht zu viel. Die genaue Personenzahl kannte er so oder so nicht. Aber man sollte sie auch nicht unterschätzen. Ein kleines Misstrauen war auch bei dem Koreaner vorhanden, wenn einem solch eine Frage gestellt wurde.
„Ich hol dir was du brauchst, wenn du nicht mit rein kommen magst.“, bot der Koreaner seiner Retterin an, als er ihr Unwohlsein bemerkte. Auch wenn Riana versuchte es zu überspielen, so kannte man an ihrer Körperhaltung ein wenig erkennen, dass sie sich unwohl fühlte. Zumindest ließ ihre Anspannung darauf deuten. Nachdem sie zugesagt hatte, verschwand der Ältere auch direkt nach drinnen. Lange musste er auch nicht diskutieren, um an die gewünschten Lebensmittel zu gelangen. Auch hier wusste man, dass mein einem Retter, zumindest so weit entgegenkommen konnte. Mit einem Beutel kam er zurück zu Riana und überreichte ihr diesen. „Na ich habe ja wohl zu danken!“, grinste er. „Ich mich auch. Wenn du in der Nähe bist und mal was brauchst, du weißt ja wo du mich finden kannst.“, machte er ihr auch direkt das Angebot, dass sie jederzeit hier her kommen konnte. Bei einem harten Winter zum Beispiel, oder wenn sie Hilfe brauchte. „Werde ich zukünftig auch besser, versprochen.“. Maggie würde ihn eh schon vierteilen, wenn sie davon erfuhr, was ihm heute widerfahren war. Damit machte sich seine Retterin dann auch auf den Weg und würde sich nun einen neuen Schlafplatz suchen.

@Riana Livet

TBC!

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