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THE DEAD DON’T DIE
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#1

Mit Anlauf in den Abgrund [Cai & Yassen]

20.09.2022 18:28
Yassen Rakov 218 Beiträge
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"Maaarv!" Sie sagen, wenn man stirbt sieht man sein Leben an sich vorbei ziehen. Nun, alles was ich sah, war das zerbrochene Glas über mir und die beiden Gesichter die mir einfach nur ungerührt nachsahen, während ich in die Tiefe stürzte. Mir ging dabei auch nicht viel durch den Kopf. Verräter!
Mein Fall wurde unvermittelt unterbrochen, als ich mit dem Rücken auf dem riesigen Tierskelett aufschlug, das unter dem Dach befestigt war. Keine Ahnung ob es ein Wal war, oder vielleicht irgendein Dinosaurier, aber es rettet mir vermutlich das Leben, auch wenn ich so unvermittelt keinen Halt daran finden konnte und weiter fiel. Ich versuchte mich so gut es ging auf den unvermeidlichen Aufprall einzustellen, doch sowas hatte ich noch nie - und wollte es auch nie wieder - erleben müssen. Der Boden war eiskalt und ich rang verzweifelt nach Luft, während ich versuchte die Schmerzen auszublenden und nicht zu schreien. Oy Blin! Mein rechtes Knie pulsierte und meine Hüfte nahm mir die unsanfte Landung mehr als übel. Den Ruf nach Hilfe sparte ich mir, diese Hunde hatten mich doch selbst hier hinab befördert! Und das würden sie bereuen! In diesem Augenblick schwor ich diesen miesen Verrätern blutige Rache - ein Gedanke der meine übrigen Schmerzen zwar nicht linderte, aber sie ein klein Wenig erträglicher machte. Alles hatte seine Zeit!

Marvin sah unbeeindruckt über den Rand hinab in die Tiefe. Was er da jedoch sah stellte ihn noch nicht wirklich zufrieden, denn der da unten schien sich tatsächlich noch zu bewegen.. wie ärgerlich. Natürlich könnte man ihn einfach seinem Schicksal überlassen, aber manche Dinge waren es Wert auf Nummer sicher zu gehen - nichh dass der Typ am Ende auch untot noch Probleme bereitete. Marvin zog seine Waffe, zielte und gab zwei Schüsse ab. Da unten war es zwar etwas düster, doch da sich jetzt nichts mehr bewegte sah er zufrieden auf die sich bildende Blutlache hinab, ehe er eine betroffene Miene aufsetzte. Der Idiot da unten hatte es nicht anders verdient, was erwartete er auch, wenn er gegen den Wind pisste? Die ganze Zeit hatte er ein loses Mundwerk gehabt und mischte sich ständig in Angelegenheiten ein die ihn nichts angingen. Damit war nun aber schluss. Zeit abzuhauen bevor die Beißer aufschlugen. Heute Abend würden wir trinken!

@Cai Zhuang

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#2

RE: Mit Anlauf in den Abgrund [Cai & Yassen]

21.09.2022 14:27
Cai Zhuang 327 Beiträge
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Keine zwei Sekunden nachdem Cai seinen Fuß auf das gegenüberliegende Dach gesetzt hatte, hörte er hinter sich das Zerbrechen von Glas. Kurz darauf fiel ein Schuss, auf den ein Zweiter folgte. Cai fuhr herum. Ein großes Loch klaffte dort, wo sich bis eben noch eine gläserne Überdachung befunden hatte. Unweit der Stelle standen Trevor und Marvin. Von Yassen fehlte jede Spur. Cais Augen weiteten sich vor Schreck.
»Yas!« Ohne lange zu überlegen, wollte er seinen Karabiner wieder an dem Seil festmachen, um sich zurück zu schwingen. Aber ehe er sein Vorhaben in die Tat umsetzen konnte, packte ihn Mr. Smith am Arm.
»Du kannst nichts mehr für ihn tun.«
Von wegen. Cai sammelte all seine Kraft und versuchte, sich loszureißen, ohne Erfolg. »Lassen Sie mich los verdammt. Yas braucht unsere Hilfe.« Er wollte nicht glauben, dass sein Freund den Sturz nicht überlebt hatte. Das da unten war ein Museum. Sicher hatten die Exponate ihn abgefangen.
Aber weshalb hatte Marvin eben geschossen? Und worauf? Etwa auf Yassen? Oder einen Beißer, der sich in dem Saal befunden hatte, in den der Ältere gefallen war? Leichte Panik ergriff ihn, als Marvin und Trevor seelenruhig zu ihnen herüber kamen.
»Der steht nicht mehr auf«, sagte Marvin, ohne mit der Wimper zu zucken.
Cai lief es eiskalt über den Rücken. Der Kerl machte sich noch nicht einmal die Mühe zu verschleiern, dass es volle Absicht gewesen war. Cai fühlte sich wie im falschen Film. Sie waren ein Team, bis heute, bis jetzt. Warum? Wieso? Er verstand es nicht.
»Vergiss ihn. Er war kein guter Umgang für dich.«
Wie durch Watte drang Mister Smith kalte Stimme an sein Ohr. Mit einem Ruck wurde Cai herumgerissen und Richtung Feuertreppe dirigiert. Verzweifelt warf Cai einen Blick zurück zu dem Loch. Er wollte nach Yassen rufen, doch seine Stimme versagte ihm den Dienst. Wahrscheinlich hätte er sich und Yassen damit ohnehin keinen Gefallen getan. Denn wenn sein Freund ein Lebenszeichen von sich gab, würden ihm Trevor oder Marvin sicher den Rest geben.
Wie betäubt, ging er über die Feuertreppe hinunter, dicht gefolgt von Mr. Smith, dessen schraubstockartiger Griff ihm sicher blaue Flecken auf seinem Oberarm bescherte. Aber dieser Schmerz war nichts gegen den Schmerz, den er angesichts des Verrats empfand. In seinem Kopf überschlugen sich die Gedanken, während sein Blick, die nähere Umgebung hastig nach Fluchtmöglichkeiten absuchte.
Er würde ganz sicher nicht mit Mr. Smith zum Lager zurückfahren, nicht solange es Hoffnung für Yassen gab, und sei sie noch so gering.
Der Wagen parkte auf der Straße vor dem Gebäude. Trevor und Marvin beluden sogleich den Kofferraum. Mr. Smith öffnete die hintere Wagentür und schubste ihn hinein. Dabei löste er den Griff um den Arm des Teenagers.
Cai sah die Gelegenheit gekommen und kletterte flink auf der anderen Seite wieder hinaus. So schnell er konnte, sprintete er um das Fahrzeug herum zu einer Seitenstraße, die an dem Gebäude vorbei zum Museum führte.
»Verdammte, kleine Ratte«, hörte er Mr. Smith hinter sich schimpfen. »Komm gefälligst zurück!«
Ganz gewiss nicht. Ohne sich umzudrehen, rannte Cai weiter, die Gasse hinunter.
»Schnappt ihn euch!«
Das war wieder Mr. Smith.
Cai erreichte das Ende der Gasse. Dort hatte jemand Kisten aufgestapelt, wahrscheinlich um Beißer daran zu hindern, hier durch zu kommen. Flink kletterte Cai hinauf, als ihn von hinten etwas am Kopf traf. Ein stechender Schmerz schoss durch seinen Hinterkopf und raubte ihm für eine Sekunde die Sinne. Das genügte, um beim Klettern den Halt zu verlieren. Zu allem Übel waren die Kisten auf noch locker und beim Versuch das Gleichgewicht zu halten, zog er zu fest, wodurch diese etwas nach vorn rutschte und mit ihm auf den Boden knallte. Seine Knochen taten ihm weh und sein Schädel brummte, doch Cai rappelte sich tapfer wieder auf.
Ein zweites Mal versuchte er sein Glück. Aber da hatten ihn Trevor und Marvin bereits eingeholt. Sie packten ihn rechts und links am Arm, um ihn zurück zum Wagen zu schleifen, wo sie ihn vor Mr. Smith auf den Boden stießen.
»War n' Fehler, die Made da hinten mitzunehmen. Hat dem Kleinen nur Flausen in den Kopf gesetzt«, knurrte Marvin.
»Sollten ihm ne Lektion erteilen«, schlug Trevor vor.
»Nicht hier.« Mr. Smith packte Cai am Kragen und zog ihn wieder auf seine Beine. Abermals verfrachtete er ihn auf die Rückbank. Nur diesmal ließ sich die Tür auf der anderen Seite nicht mehr öffnen.
Cai zerrte vergeblich daran, bis er schwer atmend gegen die Rückenlehne sank. Verzweifelt sah er zum Fenster hinaus, als der Wagen an Fahrt aufnahm.

@Yassen Rakov

zuletzt bearbeitet 21.09.2022 14:28 | nach oben springen

#3

RE: Mit Anlauf in den Abgrund [Cai & Yassen]

25.09.2022 18:23
Yassen Rakov 218 Beiträge
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Triggerwarnung: Blut, Gewalt
So ein Theater, und wegen was? Einem notwendigen Übel. Natürlich war es eine Art von Verlust, den Russen nun loszuwerden, doch das Team würde es schon verkraften. Früher oder später würde auch Cai das so sehen und verstehen warum es nicht anders ging. Was glaubte der eigentlich was er hier für ne Show abzog?
"Du verstehst, warum das, was du gerade getan hast sehr gefährlich war?" fragte Mr Smith, als sich der Wagen in Bewegung setzte. Marvin hatte ein loses Mundwerk und dachte mal wieder nicht nach, doch wie so oft würde sein Boss alles wieder ausbügeln. Die kalte Reaktion war einfach nur der Schock, das würde auch Cai begreifen. "Wir haben oft genug darüber gesprochen was passiert wenn einer von uns stürzt." wer nicht mehr zu retten war wurde zurückgelassen, das war jedem klar. "Das war ein tragischer Unfall, doch du hast mit deinem Verhalten nicht nur dich in unnötige Gefahr gebracht. Natürlich muss soetwas auch Konsequenzen haben."

Von all dem Chaos draußen bekam ich nichts mit. Ich starrte zu den Knochen über mir empor und .. ja was eigentlich? Marvin war längst weg, und zum Glück war er noch immer ein mieserabler Schütze, doch ich blieb trotzdem liegen. Besser sie hielten mich wirklich für tot, außerdem.. Wenn ich jetzt aufstand würde ich herausfinden ob ich überhaupt noch laufen konnte, und diese Frage machte mir Angst. Hier draußen war ich auf mich alleine gestellt, es würde auch niemand zu meiner Hilfe kommen. Um nicht frustriert aufzuschreien biss ich die Zähne zusammen. Ich verlies mich auf meine Beine, ich liebte es zu rennen und zu klettern! Ich konnte nicht ohne, ich brauchte das! Blyat... Es war so still hier...

@Cai Zhuang

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#4

RE: Mit Anlauf in den Abgrund [Cai & Yassen]

25.09.2022 19:50
Cai Zhuang 327 Beiträge
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Cai biss sich auf die Unterlippe und ballte seine Hände zu Fäusten. Yassen hatte den Sturz überlebt. Er wollte nicht glauben, dass es anders war. Und Marvin, der hatte ihn einfach eiskalt erschossen. Der Schuss hallte noch in Cais Ohren, ging ihm durch Mark und Bein. Natürlich verstand er, wie gefährlich seine Aktion gewesen war. Er hätte in eine Meute Beißer rennen können. Seine Hände zitterten leicht.
"Ich weiß", murmelte er. Dabei starrte er stur aus dem Fenster. Ihm war klar, dass es nichts brachte, sich jetzt gegen Mr. Smith aufzulehnen und ihm vorzuhalten, es sei kein Unfall, sondern Mord gewesen. Yassen wurde davon auch nicht wieder lebendig. Außerdem hatte er keinen Beweis für seine Behauptung. Marvin würde sicherlich sagen, er habe nur verhindert, dass sich Yassen in einen Beißer verwandelte. Und vielleicht stimmte es sogar, ungeachtet dessen, ob Cai den Verlust wahrhaben wollte oder nicht.
"Er war mein Freund. Wir hätten ihn retten können." Seine Stimme erstarb wieder. Ihm war kalt und er fühlte sich unendlich allein.

Trevor bog mit dem Wagen von der Hauptstraße ab und fuhr über einen Schotterweg durch ein Waldstück. Auf der anderen Seite befand sich eine verlassene Farm. Das Gelände war von einem hohen Zaun umgeben, den die Schatzjäger wieder in Stand gesetzt hatten. Entlang des Zauns im hohen Gras befanden sich Fallen. Am Tor blieb Trevor mit dem Wagen stehen. Marvin stieg aus und deaktivierte die Fallen vor dem Eingang vorübergehend. Trevor fuhr mit dem Wagen auf das Gelände, während Marvin den Zugang wieder sicherte und ihnen zu Fuß folgte.
Die alte Scheune diente ihnen als Garage. Trevor parkte am üblichen Platz. Dann warf er einen Blick zur Rückbank. "Soll ich den Kleinen erstmal in den Keller sperren?", fragte er Mr. Smith. "Oder kümmern wir uns gleich um seine Bestrafung?" Ein fieses Grinsen zeichnete sich auf seinen Lippen ab, gerade so als habe er nur darauf gewartet, dass sie mal auf den Putz hauen durften.

Cai schluckte. Er hegte kein gesteigertes Interesse daran, herauszufinden, was die Männer als angemessene Konsequenzen für sein Verhalten betrachteten. Bisher hatte er sich nie gegen sie aufgelehnt. Mit etwas Glück würde Mr. Smith ihm nur eine Predigt halten und ihm ein paar Arbeiten aufbrummen, damit er lernte, sich in Zukunft wieder an die Regeln zu halten und keine solchen überstürzten Aktionen mehr zu machen. Aber sein Instinkt sagte ihm, dass er den Bogen überspannt hatte.

@Yassen Rakov

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#5

RE: Mit Anlauf in den Abgrund [Cai & Yassen]

27.09.2022 18:32
Yassen Rakov 218 Beiträge
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Triggerwarnung: Blut, Gewalt

Mr Smith war nach wie vor ganz ruhig, denn für ihn stand außer Frage, dass sich das russische Problem nun endgültig erledigt hatte. Klar musste sich der Stauberstmal legen, doch danach würde alles wieder in alte Bahnen zurückkehren. Ein zweites Mal würde sich niemand zwischen ihn und Cai drängen können. Es war ein Fehler gewesen, Yassen aufzunehmen, allerdings lernte man aus eben solchen Fehlern ja bekanntlich dazu. "Das ganze ist jetzt ein riesen Schreck, für uns alle, doch wir dürfen nun nicht die Nerven verlieren." Auch Cai würde das ganze bald vergessen, davon war Mr Smith überzeugt."Er war unser aller Freund," log Mr Smith ohne rot zu werden oder auch nur mit der Wimper zu zucken. "Genau deshalb hat Marvin getan was getan werden musste. Überleg mal, ein Sturz aus dieser Höhe... Würdest du wollen, dass er bald wieder aufsteht? Jagt auf andere Überlebende macht und von stetigem Hunger getrieben umherirrt bis ihm ein wild Fremder den Gnadenstoß gibt?" Einem Pferd, das sich das Bein gebrochen hatte, gab man die Kugel, so einfach war die Sache.
Wir näherten uns unserem Versteck und Trevor und Marvin sorgeten für eine sichere Durchfahrt. Hier auf unserer Farm mussten wir uns keine Sorgen um die Beißer machen und konnten uns ungestört unserer Beute widmen. Trevor parkte in der Scheune und fragte Mr Smith wie es nun weiter ging. "Geben wir Cai etwas Zeit über sein Verhalten nachzudenken." bis nach dem Abendessen, welches für Cai selbstverständlich entfiel, sollte erstmal genügen. Mr Smith stieg aus und überließ es seinen Handlangern sich um Cai zu kümmern. Die beiden waren vielleicht nicht die hellsten Leuchten, doch auch ihnen war klar, dass sie dem Jungen nichts weiter als seine Kleidung am Leib lassen würden. Keine Waffen, Hilfsmittel, Snacks.. nichts.

@Cai Zhuang

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#6

RE: Mit Anlauf in den Abgrund [Cai & Yassen]

28.09.2022 07:37
Cai Zhuang 327 Beiträge
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Er kannte die Regeln. Wer gebissen wurde oder durch einen Sturz zu Tode kam, erhielt den Gnadenstoß. Bisher war das nur nie geschehen. Sie mussten nicht töten, bestenfalls mal einen Beißer, denen Cai in all den Jahren aber nie im direkten Kampf gegenübergestanden war. Er hatte sie nur gesehen und durch Fallen davon abgehalten, ihn zu erreichen. Sie abzuschlachten, war völlig unnötig.
Cai konzentrierte sich auf seine Atmung. Durchzudrehen brachte ihn schließlich auch nicht weiter. Überstürztes Handeln führte nur zu Problemen. Er brauchte einen klaren Kopf und einen Plan, wenn er gedachte nochmal zu der Stadt zurück zu laufen. Er wusste selbst nicht, woher dieser Gedanke kam, doch er musste mit eigenen Augensehen, dass Yassen tot war. Dann konnte er sich wenigstens von ihm verabschieden. Sein Blick glitt zu Mr. Smith, als dieser verlauten ließ, Yassen sei ihrer aller Freund gewesen.
Die Erklärungen des Mannes klangen logisch. Unter anderen Umständen hätte er Mr. Smith blind vertraut. Aber mit den Jahren waren zu viele Fragen entstanden, die er nie gestellt hatte. Aus diesen waren Zweifel geworden, die gerade eine kleine Spitze erreichten, nicht zuletzt wegen der Ungereimtheiten in Bezug auf das, was heute geschehen war. Cai haderte mit sich, ob er all seine Fragen stellen und Mr. Smith darauf ansprechen sollte.
Er hatte ihn früher viel gefragt und Mr. Smith hatte ihm geduldig alles beantwortet. Auch jetzt erschien Cai das Verhalten des Mannes besonnen und ruhig. Vielleicht, mutmaßte Cai, kam seine eigene Reaktion wirklich nur wegen des Schocks. Bisher hatten sie nie die Regel, einen ihrer Leute zu erschießen, in Tat umsetzen müssen. "Sie haben Recht", murmelte er schließlich kleinlaut. "Es war dumm von mir, blindlings loszurennen. Kommt nicht wieder vor."

Er wollte gerade doch eine Frage stellen, da öffnete Trevor die Tür und zog ihn aus dem Wagen. Cai folgte dem Mann ohne Widerworte zum Haus. Er sah sich auch nicht nach Mr. Smith um, der bisher nicht durchblicken ließ, ob es - ihn über sein Handeln nachdenken lassen - bleiben würde. Wahrscheinlich kam das ganz darauf an, wie Cai sich ab jetzt verhielt.
"Hast Glück, dass nicht mehr passiert ist", meinte Trevor unterwegs zum Haus. "Und dass Mr. Smith so nachsichtig mit dir is. Hät' ins Auge gehen können. "
Cai erwiderte nichts.
"Vielleicht täten dir ein paar Wochen bei diesem Frances nicht schaden. Der hat seine Jungs gut erzogen. Nezumi macht alles, was man ihm sagt." Trevor lachte gehässig. "Sollten ihn bald mal wieder besuchen."
Cai verstand nicht, was Trevor damit meinte. Es jagte nur einen eiskalten Schauer über seinen Rücken. Er machte sich keine Mühe mit dem Mann zu diskutieren, als dieser ihn nach Werkzeug durchsuchte, bevor er die Kellertür öffnete und den Jungen in den Raum stieß.

Die Tür fiel hinter Cai uns Schloss. Er hörte den Schlüssel, dann Schritte, die sich fortbewegten. Er blieb allein zurück. Sein Blick wanderte durch den Raum. Hier gab es nichts außer ein paar leere Kisten, Regale und ein Fenster, durch das man zur Scheune sehen konnte. Cais Blick blieb daran hängen.
Er hatte zwei Möglichkeiten. Abwarten und später Mr. Smith fragen, ob sie morgen zurückfahren konnten und Yassen begraben. Oder den Versuch wagen, durch das Fenster zu entkommen, sich aus der Scheune seinen Rucksack mit Kletterequipment holen und dann abhauen. Im zweiten Fall, wenn er erwischt wurde, blieb es allerdings ganz sicher nicht beim Einsperren in den Keller. Und sollte es ihm gelingen, zu entkommen, wäre er auf sich allein gestellt und konnte nicht zurück.

@Yassen Rakov
// Vor dem Hintergrund der langjährigen Konflikte zwischen Russland und Amerika bekommen diese Gedanken von Mr. Smith eine viel tiefere Bedeutung. xD Und deine Postings sind so inspirativ. Was macht Yassen in der Zwischenzeit? :)

zuletzt bearbeitet 28.09.2022 08:18 | nach oben springen

#7

RE: Mit Anlauf in den Abgrund [Cai & Yassen]

29.09.2022 23:39
Yassen Rakov 218 Beiträge
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Regeln existierten nicht ohne Grund, und solange sich jeder an die von Mr Smith hielt gab es nichts zu befürchten. Problematisch wurde es erst wenn jemand aus der Reihe tanzte - dann hieß es schnell sein, und diesen Ungehorsam direkt im Keim ersticken. Er hatte zu viel Zeit und Ressourcen in Cai investiert um ihn an den dahergelaufenen Russenköter zu verlieren. Hätte der sich respektvoller gezeigt und seinen Platz gekannt, vermutlich wäre er dann noch hier, aber so wie sich die Sache in letzter Zeit entwickelt hatte... nein, es war ganz gut so. Aus seinem schlechten Beispiel würde Mr Smith ein Exempel schaffen, für Cai und auch für die anderen. Niemand stellte sich ungestraft gegen Ihn. Zeit das allen wieder in Erinnerung zu rufen.
Cai zeigte scheinbar Einsicht, doch überzeugt war er noch nicht. Es war ein leichtes, einfach ein paar Worte auszuspucken, diese aber wirklich zu meinen bedurfte es einiges mehr. Sie würden ja sehen wie ernst er es meinte wenn sie sich nacher unterhielten. Mr Smith hielt sich für sehr gut darin, Unehrlichkeit zu erkennen.

Es war später Abend, und bereits dunkel, als Mr Smith, mit Trevor und Marvin im Schlepptau, in den Keller hinabstieg. Trevor öffnete die Tür und Marvin trat als erstes ein, in seiner Hand hielt er eine elektrische Campinglampe, deren Licht gerade so ausreichte um den Raum einigermaßen auszuleuchten. "Nun?" fragte Mr Smith und musterte Cai mit strengem Blick. Er war bereit zu hören was der Junge zu sagen hatte. Hinter ihm fiel die Türe ins Schloss. Keiner der anderen beiden sagte ein Wort, sie standen lediglich hinter ihm und warteten... lauerten.

@Cai Zhuang
//Der muss erstmal wieder auf die Beine kommen xD

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#8

RE: Mit Anlauf in den Abgrund [Cai & Yassen]

30.09.2022 09:21
Cai Zhuang 327 Beiträge
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Cai hockte mit angewinkelten Beinen in einer Ecke, den Rücken zur kalten Wand. Als Marvin ihn mit der Lampe anleuchtete, hob Cai seinen Arm, um sich von dem grellen Lichtstrahl abzuschirmen. Er blinzelte, bevor sich seine Augen an das Licht gewöhnten. Dann senkte er seinen Arm. Die Lampe spendete genug Licht, um Mr. Smith deutlich zu erkennen. Trevor und Marvin befanden sich nunmehr wieder in den Schatten hinter ihm.
Reumütig, aber entschlossen, das unangenehme Gespräch zu führen, das notwendig war, um sich Klarheit darüber zu verschaffen, was vor ein paar Stunden geschehen war, sah er ihn an.
"Es war ein Fehler so durchzudrehen." Das meinte er wirklich so. "Ich weiß, dass das nicht wieder vorkommen darf." Schon allein deshalb nicht, weil er im direkten Kampf gegen Beißer wohl keine Chance hätte. Er brauchte Mr. Smith und seine Leute, um in dieser grausamen Welt zu überleben. Das hatte zuvor, beim darüber nachdenken, bereits ein mulmiges Gefühl erzeugt. Diese Abhängigkeit war sein Verhängnis. Doch durch Yassen hatte er schneller laufen gelernt und auch seine Fähigkeiten zu Klettern hatten sich verbessert.
"Ich hab' voreilige Schlüsse gezogen, weil ich weiß, dass das kein Unfall gewesen sein kann und dass der Raum mit den Exponaten und das Gebäude leer waren." Er rappelte sich auf, blieb aber in der Ecke stehen, mit ausreichend Abstand zu den Dreien. "Die Türen und Fenster des Gebäudes waren verrammelt und ich konnte durch das Glas runtersehen, als ich das Dach überquert hab'. Es gab' keinen Grund anzunehmen, dass Yassen sich infizieren kann." Das war die eine Sache, die ihm Kopfschmerzen bereitete. "Da Yas besser klettern kann als ich." Zumindest sah er das so. "Ist davon auszugehen, dass jemand eine Falle präpariert hat. Ich war es nicht. Also waren es entweder andere, die uns eine Falle stellen wollten, oder es war einer von uns."
Damit lehnte er sich weit aus dem Fenster. Das war ihm durchaus bewusst. Doch eben weil er keinen Beweis dafür hatte, dass Trevor und Marvin etwas damit zu tun hatten, brachte er ins Spiel, es könnte noch eine andere Gruppe dagewesen sein. Vielleicht stimmt es ja auch. Er wollte Marvin und Trevor nicht zu Unrecht beschuldigen, weshalb er alle Möglichkeiten überdacht hatte.
"Ich glaube nicht an einen Unfall, weil Yas sowas nicht passieren würde. Als Sie mich nicht auf die andre Seite lassen wollten und Marvin auf Yas geschossen hat, da hab' ich rot gesehen. Ich dachte, dass Marvin das absichtlich gemacht hat und ihr verhindern wollt, dass ich was erkenne, das ich nicht erfahren soll, wenn ich mir den Unfallort ansehe." Unruhig kaute er auf seiner Unterlippe. Was wäre, wenn er mit seiner Schlussfolgerung genau richtig lag? Wenn da kein anderes Team gewesen war, niemand, außer sie? Wenn da noch jemand gewesen war, hatte sich derjenige jetzt Yassen vermutlich geschnappt. Es bestand die Möglichkeit, dass er noch lebte. Wenn niemand dagewesen war, war Yassen an seiner Verletzung sicher gestorben. So wie Marvin sich benommen hatte, befürchtete er Zweiteres.
Er schluckte schwer. "Es tut mir leid, dass ich euch verdächtigt hab', ohne einen Beweis." Irgendwann hatte er angefangen, ihnen immer stärker zu misstrauen. Und dieses Misstrauen könnte mit den jüngsten Ereignissen seinen Höhepunkt erreicht haben. Er wusste nicht, ob seine Abhängigkeit von Mr. Smith genügte, um ihn aufzuhalten, oder ob er bei nächster Gelegenheit die Chance ergreifen würde, um abzuhauen. Er wusste nur, dass er immer noch durcheinander war wegen Yassen. Dass es verdammt weh tat.
"Sie haben nicht vor, dass wir nochmal zurückgehen, seinen Körper bergen und ihn begraben, oder?", fragte er vorsichtig. Warum sollte er auch. Bei seiner Mutter damals, hatte er es auch nicht getan. Er hatte ihn einfach mitgenommen, nachdem sie seine Mutter erschossen hatten, mit der Begründung, ihr damit viel Leid erspart zu haben. Cai hatte ihnen geglaubt. Er war noch ein Kind gewesen. Seither waren viele Jahre vergangen und er hatte begonnen Mr. Smith Entscheidungen und Handlungen in Frage zu stellen. Nicht zuletzt wegen Yassen, der sich gerne mal aufgelehnt hatte, weil er seinen eigenen Kopf hatte und sich nicht herumschubsen ließ.

@Yassen Rakov

zuletzt bearbeitet 30.09.2022 09:44 | nach oben springen

#9

RE: Mit Anlauf in den Abgrund [Cai & Yassen]

01.10.2022 00:22
Yassen Rakov 218 Beiträge
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Mr Smith blickte von oben zu Cai hinab. Der Ältere hätte ihm ohne weiteres ein Predigt halten können, über sein Verhalten, seine Verfehlungen und was ab nun von ihm erwartet wurde - doch stattdessen beließ er es bei einem einzigen fragenden Wort, und das mit voller Absicht. Wie erwartet sah Cai seinen Fehler ein und Mr Smith hörte ihm geduldig zu, doch die reumütige Bitte um Verzeihung blieb aus. Mr Smiths anfängliches, zufriedenes Lächeln verschwand sobald Cai Zweifel am Unfallhergang äußerte. Wie konnte die kleine Ratte es wagen ihn in Frage zu stellen und sich gegen ihn zu erheben?!
"Du hast also beim überqueren jeden Winkel gesehen und jede Ecke? Jeden Raum und alle möglichen Verstecke?" so ein Schwachsinn, man konnte nie sicher sein ob man wirklich alleine war. Selbst in verschlossenen Tresoren konnten die Toten lauern - Menschen trafen dumme Entscheidungen wen es plötzlich hart auf hart kam, und vergaßen die späteren Folgen ihres Handelns. "Das sind gewagte Behautungen. Pass lieber auf was du sagst." warnte Mr Smith in scharfem Tonfall und trat einen Schritt vor. Er musste sich nicht umdrehen um zu wissen, dass Cais Worte auch bei Trevor und Marvin nicht gut ankamen. "Ich verstehe, dass dich die ganze Sache mitgenmmen hat, und es mag ein leichtes sein, die Schuld bei anderen zu suchen, doch was du da sagst..." abfällig verzog Mr Smith das Gesicht. "Ich hätte mehr von dir erwartet." anscheinend hatte er sich in Cais Loyalität getäuscht. "Es gibt tausend mögliche Ursachen für den Sturz. Er war schwerer als du, ist womöglich falsch aufgetreten oder er war schlicht und ergreifend unaufmerksam." Niemand konnte beweisen dass Marvin das Glas unter dem Russenbengel mit Absicht zerbrochen hatte, deshalb hatte er ja alles genau so geplant. Auf die andere Gruppe ging Mr Smith dabei nicht ein, es wäre einfacher alles auf einen unglücklichen Zufall zu schieben.
"Niemand ist unfehlbar!" es störte Mr Smith ungemein für wie perfekt Cai den Russen hielt. "Etwas erkennen? Du hättest sowohl dich als auch Marvin nur unnötig in Gefahr gebracht. Eine Scheibe ist bereits zerbrochen, es könnten ohne weiteres noch andere beschädigt sein, und wer weiß wie stabil das Dach jetzt noch ist? Ist dir überhaupt klar wie egoistisch diese Worte sind?" Mr Smith wusste um dieses Risiko und hatte es bei seiner Planung bedacht, doch es war fraglich ob Cai das auch klar war. Der Schaden war angerichtet, und mit dieser lächerlichen Entschuldigung noch lange nicht wieder gutgemacht. "Da wirst du die beiden selbst darum bitten müssen, jeden für sich." Dabei war vollkommen egal ob Cai richtig lag oder nicht, die Jungs würden die Gelegenheit, ihm eine Abreibung zu verpassen, sicher nicht entgehen lassen. Dabei war es Mr Smith egal was sie sonst noch mit ihm anstellten, hauptsache er behielt keine bleibenden Schäden davon. Vielleicht brachte ihn das ja wieder zur Vernunft.
Kurz überlegte Mr Smith. Tatsächlich könnten sie nochmal hinfahren, nur um ganz auf Nummer sicher zu gehen, doch Cai würde er auf keinen Fall mitnehmen. "Du solltest das nicht sehen müssen, ein zerschmetterter Körper ist kein schöner Anblick. So solltest du ihn nicht in Erinnerung behalten." es wäre eh am besten wenn Cai ihn so schnell wie möglich vergaß, doch er ließ einfach nicht locker.
"Weißt du Cai, wir tun alles für dich. Du bekommste zu Essen, Kleidung, ein warmes und sauberes Dach über dem Kopf, Schutz und wir bringen dir alles bei was wir können - aber wie dankst du es uns? Du enttäuschst mich." Mr Smith schüttelte scheinbar tief getroffen den Kopf und legte eine Hand auf seine Brust. "Das hätte ich nie von dir erwartet."

@Cai Zhuang

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#10

RE: Mit Anlauf in den Abgrund [Cai & Yassen]

01.10.2022 07:51
Cai Zhuang 327 Beiträge
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Cai nickte nickte. Er war sicher. Er hatte alles gesehen, was vor ihm lag und woran er vorbeigekommen war. Weil Überraschungen bei ihren Unternehmungen ziemlich mies enden konnten, behielt er immer die Gegend Genauestens im Auge. Er erinnerte sich an jeden Winkel. Da war niemand gewesen. Nur auf eine Falle hatte er nicht so genau geachtet. Allerdings war er bewusst nicht direkt übers Glas gelaufen, weil er das nie machte. Yassen auch nicht. Warum sollte er denn plötzlich damit anfangen? Irgendetwas stimmte da nicht.
Aber Mr. Smith ignorierte es. Entweder er machte das absichtlich, weil er seine Jungs brauchte, oder...nein Mr. Smith arbeitete viel zu sorgfältig. Wenn er eine Möglichkeit völlig ausschloss, obwohl sie denkbar wäre, nämlich, dass da noch andere gewesen sein könnten, dann musste das bedeuten, er wusste mehr. Er hatte etwas gesehen, das ihm entgangen war oder wovon er gewusst und das er absichtlich ausgenutzt hatte. In seinem Kopf drehte sich alles. Er biss sich auf die Unterlippe.
"Ich weiß, dass Sie sich immer gut um mich gekümmert haben. Es tut mir leid, dass ich euch verdächtigt hab'", murmelte er reumütig. "Wirklich. Und es war nur mein erster Verdacht. Deshalb hab' ich ja weiter nachgedacht. Die Falle, die da gewesen sein muss, hab' ich ja auch übersehen. Sonst wär' das gar nicht passiert." Also war es ja auch mit seine Schuld, weil er zu unaufmerksam gewesen war. Er hätte es merken müssen. Aber ihm war nichts aufgefallen.
Ein neuer Verdacht keimte in ihm auf, den er besser nicht aussprach, weil er eine direkte Anschuldigung war. Es war klüger alles auf eine andere Gruppe zu schieben, auch wenn sein Misstrauen gerade nur immer weiter wuchs. Er wusste nicht, was Marvin und Trevor getan hatten. Sie hätten ein Stück des Glasdaches eintreten und Yassen hinabstoßen können. Die Bilder, die vor seinem Auge entstanden, wurden immer grausamer.
Warum sagte Mister Smith nichts, was ihn wirklich beruhigte? Warum versteifte er sich so auf den Unfall, wenn es auch eine Falle gewesen sein konnte? Was vertuschte er vor ihm? Trevor und Marvin wirkten beide weniger erzürnt, sondern vielmehr wie Hyänen, die darauf warteten, sich auf ihr Opfer stürzten zu dürfen. Ihm gefiel ihr lauernder, fast schon begieriger Blick nicht. Zeigte er doch, dass sein Verdacht nicht aus der Welt geschafft war.
"Ich kann auch allein gehen. Dann muss sich keiner von euch in Gefahr bringen. Ihr seid auch ohne mich klargekommen, bevor ihr mich mitgenommen habt. Wenn ich so ein Risiko bin, hättet ihr mich auch einfach gehen lassen können. Problem gelöst." Das war doch verrückt. Er würde allein da draußen sterben. War Yassen so wichtig? War es so wichtig, den Unfallort genau anzusehen und ihn zu begraben? Hätte er das auch für Mr. Smith getan? Für Marvin und Trevor unter den gegebenen Umständen gerade wohl nicht mehr. Er raufte sich verzweifelt die Haare.
Die Situation überforderte ihn. Er wusste nicht, was er tun und sagen sollte. Jedes Wort, das über seine Lippen kam, war in Mr. Smiths Augen wahrscheinlich das Falsche. "Wäre es nicht besser ich würde seinen zerschmetterten Körper sehen? Wäre das nicht eine angemessene Strafe? Es würde mich schockieren. Es wäre schrecklich. Es wäre grausam. Aber ich ich würde sehen, was passiert, wenn ich wieder einen Fehler mache. Ich könnte ihn begraben und damit abschließen."
Aus den Augenwinkeln gewahrte er, dass Trevor fast schon überrascht eine Augenbraue hob und grinste. Offenbar schien ihn sein Vorschlag einer Bestrafung zu amüsieren. "Der Kleine scheint ein bisschen lebensmüde zu sein. Dieser Russe muss ihm ganz schön den Kopf verdreht haben", meinte er zu Mr. Smith. "Sollen wir ihn wieder gerade rücken?"
Das würde Spaß machen. Ganz bestimmt. Und vielleicht erlaubte ihnen Mr. Smith auch uneingeschränkte Freiheit, solange sie darauf achteten, dass er keine bleibenden Schäden davon trug. Aber ein paar Striemen auf seinem makellosen Körper, konnten sie schon hinterlassen. Vielleicht sollten sie ihm auch einfach die Wahrheit sagen, nach der er so verzweifelt verlangte. Er konnte eh nicht weg, es sei denn, er war wirklich lebensmüde. Aber das glaube er nicht. Er würde nicht wagen zu fliehen, schon gar nicht, wenn sie jederzeit mit seinem Bruder drohen konnten. Allerdings müsste er dazu erstmal wissen, dass Nezumi sein Bruder war.

@Yassen Rakov

zuletzt bearbeitet 01.10.2022 07:52 | nach oben springen

#11

RE: Mit Anlauf in den Abgrund [Cai & Yassen]

01.10.2022 18:09
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"Ein tragischer Unfall passiert und dein erster Gedanke ist, dass wir etwas damit zu tun haben?" formulierte Mr Smith Cais Gedanken neu um sie in eine ganz gewisse Richtung zu lenken. Wenn das so weiter ging ... anfangs hatte er noch gezögert den beiden Männern freie Hand zu lassen, doch je länger das Gespräch ging desto deutlicher wurde, dass Cai aller scheinbaren Reue zum trotz noch immer gegen ihn aufbegehrte. Mr Smith hatte zu viele Ressourcen in den Jungen investiert um ihn jetzt so leicht zu verlieren.
"Bist du jetzt komplett übergeschnappt? So etwas will ich nie wieder hören!" Cai ging da draußen drauf, da war sich Mr Smith sicher. Zwei Tage, vielleicht auch drei, aber danach wäre er so gut wie erledigt. Und natürlich waren sie auch ohne Cai zurecht gekommen, doch er erleichterte ihnen die Arbeit, also warum ihn in den Tod schicken? Nein, nein, nein.. Mr Smith hatte noch zu viele Pläne für Cai um ihn bereis zu verstoßen.
Mr Smith seufzte gut hörbar. "Was denkst du nur von uns? Du bist doch ein schlauer Junge..." auch wenn er gerade klüger war als ihm gut täte. Als Trevor das Maul aufmachte hob Mr Smith die Hand und sein Handlanger erstummte. Später, aber das jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt. "Wir tun das hier doch nicht um dich zu bestrafen. Denkst du wirklich so schlecht von mir? Ich will dir doch lediglich diesen furchtbaren Anblick ersparen und verhindern, dass dich das ganze nachhaltig traumatisiert." so langsam erreichte Cai das Ende von Mr Smiths Geduldsfaden. "Aber du hast nichts als haltlose Hirngespinste für uns. Versteh doch Cai, wir tun all das nur um dich zu schützen." Mr Smith kehrte ihm den Rücken und legte eine Hand auf die Türklinke. "Wir sehen uns morgen. Denk daran: das ist alles nur zu deinem besten." mit diesen Worten öffnete er die Türe und verschwand hinaus in die Dunkelheit des Kellerflures. Jetzt war der Richtige Zeitpunkt gekommen, dass Trevor und Marvin ihm den Kopf zurecht rückten und Cai sich bei ihnen entschuldigte. Wie er das anstellte war Mr Smith dabei herzlich egal. Die Jungs waren kreativ wenn es um sowas ging, und wenn Cai seinen hübschen Mund klüger einsetzte als nur Anschuldigungen auszuspeien so käme er vielleicht noch glimpflich davon...

@Cai Zhuang

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#12

RE: Mit Anlauf in den Abgrund [Cai & Yassen]

01.10.2022 19:01
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Cais Blick pendelte zwischen Trevor und Mr. Smith hin und her. Er hegte kein besonderes Bedürfnis danach, herauszufinden, was sich Trevor unter Kopf zurechtrücken vorstellte. So wie er vorhin geschaut hatte, bedeutete es jedenfalls nichts Gutes.
Und Mister Smith, der wirkte wirklich enttäuscht darüber, wie schlecht er von ihnen dachten. Cai schluckte und brachte keinen Ton über die Lippen. Tat er ihnen Unrecht? Hatte er das Ganze komplett falsch interpretiert? Hackte Mr. Smith so auf dem Unfall herum, weil es doch einer gewesen war? Hatte Yassen zu wagemutig gehandelt, und das war ihm zum Verhängnis geworden?
Cai wusste für einen Moment nicht mehr, was er glauben sollte. Fakt war, dass er offenbar tatsächlich sehr schlecht von ihnen dachte. Und das, obwohl sie ihn immer gut behandelt hatten. Im Gegensatz zu Yassen, kannte er sie viel länger. Hätte er ihnen vertrauen sollen, anstatt sie bei erster Gelegenheit zu verdächtigen?
Mr. Smith Worte sickerten in sein Bewusstsein, berührten etwas in seiner Seele. Cai glaubte dem Mann, wenn er sagte, er wolle ihm ein Trauma ersparen. Er kaufte ihm auch seine Entrüstung darüber ab, dass er sich selbst so in Gefahr bringen wollte. Hätte Mr. Smith ihn töten wollen, dann hätte es in der Vergangenheit unzählige Möglichkeiten dazu gegeben. Wenn er sich einer Sache sicher war, dann, dass er für Mr. Smith aus einem ihm unbekannten Grund offenbar lebend wichtiger war, als tot.
Nur, dass er ihn jetzt mit Trevor und Marvin allein ließ, passte nicht so recht in das Bild des Vaters, der ihm eine Lektion erteilen wollte. Denn Cai schätzte die beiden nicht so ein, dass sie nur reden würden. "Mr. Smith, es tut mir leid", rief er ihm nach, aber da war der Mann schon in der Dunkelheit verschwunden. Verdammt. Jetzt war er mit den Zwei allein.

Trevor lachte sichtlich amüsiert. "Das hättest du dir vielleicht überlegen sollen, bevor du den Bogen überspannt hast Kleiner."
Cai gehörte Mr. Smith und dieser Russe hatte sich erdreistet, ihm den Jungen wegzunehmen. Und wie man sah, hätte er es fast geschafft, so wichtig, wie Yassen dem Kleinen zu sein schien. Hmpf. Kein Wunder, dass der Boss sauer war. So viel Zeit wie er investiert hatte in Cai, um ihm ein guter Vater zu sein.
Nur mussten sie irgendwo einen Fehler gemacht haben. Sonst wäre der Kleine nicht auf solche Ideen gekommen. Und nun war die Frage, ob es überhaupt noch etwas brachte, ihn anzulügen oder ob sie mit der Wahrheit, Zwang und Gewalt besser fuhren. Dann würde er zwar Angst vor ihnen haben, aber das machte nichts, solange er tat, was sie verlangten. Sie hätten ihn wirklich ein paar Wochen bei diesem Frances lassen sollen.

Cai sah an ihm vorbei zu der Tür, die hinter Mr. Smith zugefallen war und die Trevor und Marvin blöderweise versperrten. Verdammt. Wie kam er aus der Sache wieder raus? Den Zwei war doch egal, was er sagte oder wie er es sagte. Oder verurteilte er sie gerade schon wieder zu Unrecht, indem er ihnen unterstellte, dass sie nach der Aktion in der Gasse nur darauf warteten, ihm eine Abreibung zu verpassen? "Es tut mir wirklich leid", versuchte er es daher auch bei den Beiden. "Ich hab' euch nie angelogen." Nur manchmal das ein oder andere verschwiegen. "Deshalb wollte ich auch jetzt nicht damit anfangen. Ich dachte wir können ehrlich miteinander reden. Ich will doch nur verstehen, was da oben passiert ist."

@Yassen Rakov

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#13

RE: Mit Anlauf in den Abgrund [Cai & Yassen]

09.10.2022 23:23
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Triggerwarnung: Gewalt

Es gab Lektionen, die lernte man am besten auf die harte Tour. Denn manchmal war es nötig ein Kind auf die heiße Herdplatte fassen zu lassen, wenn es den eigenen Worten einfach keinen Glauben schenken wollte. War es schön? Nein, sicher nicht. Würde Cai den selben Fehler nocheinmal begehen? Absolut nicht.

Marvin war davon überzeugt, dass er und Trevor Cai wieder auf Linie bringen konnten. "Mit Lügen oder nicht hat das alles nichts zu tun." murrte Marvin. "Ich hab getan was nötig war und du glaubst es war einfach?!" naja zu schießen war für Marvin doch ganz leicht gewesen, doch Yassen erstmal stürzen zu lassen war eine ganz andere Geschichte. "Du bist nichts ohne uns, nur ein undankbarers Gör!" Marvin trat vor und packte Cai am Hals. Er grinste, denn nun konnte er seinen ganzen Frust, die Anspannung und den Stress der letzten Tage herauslassen. Der erste Faustschlag zielte auf Cais Magen ab. Und der zweite eigentlich auch. Tat es ihm schon genügend Leid? Besser er ging mit Schlag Nummer drei auf Nummer sicher.
Mit einem letzten abfälligen Blick ließ Marvin Cai los. Der Abend war jung und siefingen gerade erst an, es wäre eine Schande wenn der Junge direkt am Anfang ausgenockt wurde. Außerdem hatte Trevor sicher auch noch eine offene Rechnung mit ihm. "Wehe du kotzt mir auf die Schuhe.."

@Cai Zhuang

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#14

RE: Mit Anlauf in den Abgrund [Cai & Yassen]

10.10.2022 07:28
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Triggerwarnung: Gewalt

Cai krümmte sich unter den Schlägen. Er war fast froh seit Mittag nichts mehr gegessen zu haben. "Ich hab' nie gesagt, dass es einfach war", keuchte er. "Ich hab' gesagt, dass es Absicht war." Das waren zwei völlig unterschiedliche Dinge. Glaubte er, dass es es ihnen leicht gefallen war? Sicher nicht. Denn Yassen war schließlich nicht dumm oder ungeschickt. Ihm eine Falle zu stellen konnte entsprechend nicht so einfach sein. Und es war ihnen gelungen.
Schon wieder kreisten die Verdächtigungen in seinen Gedanken herum, nachdem ihm die beiden keinen Grund gaben, etwas anderes zu denken. Sie hatten das absichtlich getan. Und sie hatten doch nur darauf gewartet, dass er sich wehrte, dass er ihnen das vorwarf. Er war so dumm gewesen, ihnen auch in diese Falle zu laufen. Arschlöcher. Am liebsten hätte er ihnen das an den Kopf geworfen.
Doch das würde es nur schlimmer machen, weswegen er seine Lippen fest zusammenpresste. Das hatte auch den Effekt, dass er jegliche Schmerzensschreie besser unterdrücken konnte. Er würde hier keine Schwäche zeigen, auch wenn es noch so wehtat. So zumindest der Plan. Wie lange er das durch hielt, stand dann schon auf einem ganz anderen Blatt.
Seine Knie gaben nach, als Marvin ihn losließ. Aber Trevor packte ihn in diesem Moment und drückte ihn gegen die Wand. Seine Finger drückten in seinen Hals und der Griff verhinderte, dass er in sich zusammensackte. Er rnag nach Luft und sah sich außer Stande etwas zu sagen.
"Absicht, pfff", lachte Trevor. "Rein hypothetisch, was denkst du wohl, warum es notwendig war?"
Cai hatte keine Ahnung. Sonst hätte er sie ja nicht danach gefragt.
"Fällt dir nichts mehr ein, oder kannst du nur nicht mehr atmen?" Trevor ließ ihn los, woraufhin Cai auf seine Knie sank. In dem Moment trat Trevor heftig gegen seine Schulter.
Cai versuchte auszuweichen, aber Trevor war schneller. Scheiße. Das tat weh. Wollten sie ihn jetzt totprügeln? Nein. Töten konnten sie ihn nicht, aber in so verletzen, dass er sich wünschte, tot zu sein durchaus. Cai sammelte seine Kräfte, um an ihnen vorbei zu kommen. Da kniete sich Trevor nieder, bekam seinen Arm zu fassen und verdrehte ihn so, dass es seine ohnehin schon schmerzende Schulter noch mehr in Mitleidenschaft zog.
"Was ist? Keine schlauen Argumente mehr übrig?"
Das entlockte Cai nun doch einen Schmerzenslaut.
Trevor lockerte seinen Griff und beugte sich über ihn."Weißt du, du kannst froh sein, dass Mr Smith dich nicht zu Frances schickt. Was Jungs wie du dort durchmachen ist wesentlich schlimmer und du brichst jetzt schon zusammen."
Cai wusste nicht, wovon er redete und er war tatsächlich froh, dass er es nicht wusste. Er wollte gar nicht wissen, welche Methoden die Menschenhändler hatten, um ihre Opfer zu brechen.
Trevor drückte ihm ein Knie auf den Rücken, so dass er nicht mehr weg kam und begann langsam Cais Finger nach hinten zu biegen, gerade so weit, dass sie nicht brachen, aber der stechende Schmerz ihm die Sinne fast raubte. "Vielleicht sollten wir ein kleines Spiel spielen. Wir stellen dir ja-nein Fragen. Du beantwortest sie mit ja. Wenn du mit nein antwortest, dann bedeutet das Schmerzen." Trevor tauschte auch ein fragenden Blick mit Marvin, während er auf eine Antwort von Cai wartete.
"Verpisst euch", presste Cai nur zwischen seinen Lippen heraus.
Nun, was war nicht die richtige Antwort gewesen. Trevor verstärkte den Druck seines Knies auf Cais Rücken. "Wirst du wohl ein braver Junge sein?"
Diesmal entgegnete Cai nichts. Er wusste, dass seine Gegenwehr gar nichts brachte. Er war zu schwach gegen die beiden. Selbst mit einem könnte er es nicht aufnehmen. Mr Smith hatte ihm nie kämpfen beibegracht und er ahnte schon weshalb, nicht, weil er ihn verschonen wollte, sondern damit er in Situationen wie diesen hilflos war. Und da waren sie schon wieder die ekligen Gedanken, die Verurteilungen. Was wäre, wenn er Mr Smith Unrecht tat. Wenn Marvin und Trevor es hatten wie einen Unfall aussehen lassen und Mr Smith nichts davon gewusst hatte? Wie sollte er Mr Smith davon überzeugen, dass seine Kumpane Yassen absichtlich gestoßen und umgebracht hatten?

@Yassen Rakov

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#15

RE: Mit Anlauf in den Abgrund [Cai & Yassen]

23.10.2022 22:53
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Triggerwarnung: Gewalt

Marvin sah zu Cai hinab, doch eine zufriedenstellende Genugtuung wollte sich noch nicht wirklich einstellen. Natürlich war es Absicht gewesen, und oh wie gerne hätte er Cai nun erzählt welch Meisterleistung es gewesen war und wie schön es gewesen war Yassens Fall zuzusehen. Wenn Marvin raten müsste hätte er gesagt, dass Yassen sich wohl zuerst das Kreuz gebrochen hatte als er auf dem Skelett aufgeschlagen war und hinterher wohl das Genick. Schade eigentlich. Hätte er sich auf dem Rückgrat des Exponats aufgespießt wäre das sicher ein Kunstwerk gewesen. Nicht dass der Blonde je viel von Kunst verstanden hätte.. so ein Banause...
Grinsend sah Marvin zu Trevor als der begann Cai fragen zu stellen, und lachte verhalten. Ja, ja, sollte er nur versuchen sich zu wehren! Trevor gab ihn frei und Cai sackte direkt zu Boden. Wie langweilig. Cai schrie ja nichteinmal - doch dazu bekamen sie ihn sicher noch. Sie hatten alle Zeit der Welt. Und nein, diesen kleinen Quietscher ließen sie nicht gelten - da ging noch mehr!
"Hmm.. vielleicht sollten wir ihm das aber mal vorschlagen?" überlegte Marvin laut. Er erinnerte sich noch lebhaft an den letzten Besuch dort, das könnten sie bei der Gelegenheit ja womöglich nochmal wiederholen? Frances hatte ganz gewiss die ein oder andere Überraschung zu bieten~
Oh ja, ein wunderbares Spiel was Trevor da vorschlug! Marvin nickte begeistert, verzog jedoch das Gesicht als Cai so abfällig wurde. Also wirklich! Er war in absolut keiner Position für solche harschen Widerworte... "Na los." lachte Marvin als Cai einfach nur den Mund hielt. "Sag es ruhig laut und deutlich, damit ich es auch gut hören kann!" ein Nein war selbstverständlich inakzeptabel, doch da vertraute Marvin ganz auf Trevor




Jeder verfluchte Schritt schmerzte, doch mein Verlangen nach Rache trieb mich unermüdlich weiter den dunklen Pfad entlang. Dafür würden sie alle bluten!

@Cai Zhuang

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#16

RE: Mit Anlauf in den Abgrund [Cai & Yassen]

24.10.2022 18:34
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Triggerwarnung: Drohungen bzgl. sexueller Gewalt

Er wusste, dass es klüger war, mitzuspielen, aber er wollte sich nicht zwingen lassen eine Frage mit ja zu beantworten, auf die die Antwort nein lautete. Möglicherweise war das der Grund, warum Yassen hatte sterben müssen, weil er ihnen zu rebellisch gewesen war. Aber ihn würden sie nicht töten. Mr Smith brauchte ihn lebend. Das wiederum bedeutete, die Gewalt der beiden ihm gegenüber hatte Grenzen, die sie nicht übertreten durften. Und das wiederum schenkte ihm die nötige Kraft Gegenwehr zu leisten.
"Mit jedem Schlag, beweist ihr mir nur, dass ich richtig liege." Auch wenn das sicher nicht gut für ihn war, spuckte er Marvin zornig vor die Füße. "Steckt euch eure blöden Fragen sonstwo hin. Wenn ihr mir meine Finger brecht und ich nicht mehr klettern kann, seid ihr es, die ein Problem mit Mr Smith kriegen."

Trevors Miene verfinsterte sich. Nicht nur, weil der Kleine meinte, sich wehren zu müssen, sondern auch, weil er Recht hatte. Sie mussten aufpassen, dass er sich nicht sämtlich Knochen brach oder bleibende Schäden davon trug. Allerdings würde der Boss kaum seine Männer wegen des Jungen einfach in den Wind schießen. Und der Kleine, der brauchte nicht zu wissen, wie wichtig er für Mr Smith war. Es wurde Zeit ihm klar zu machen, dass er genauso ersetzbar war.
"Pass auf, dass ich dir nicht gleich was andres in deinen hübschen Hintern schiebe!", knurrte Trevor und griff erneut nach ihm.

Diesmal sah Cai die Hand kommen und rollte sich zur Seite. Sein Magen schmerzte dabei entsetzlich, aber das hinderte ihn nicht daran an Trevor vorbei zu schlüpfen. Er ignorierte den pochenden Schmerz und sprintete Richtung Tür.

"Verdammter Bengel", schrie Trevor.

Cai spürte, wie die Hand des Mannes seinen Arm zu fassen bekam. Aber er reagierte geistesgegenwärtig und wand sich aus dem Griff und trat ihm gegen sein Schienbein. Dann rannte er zur Tür, packte die Klinke und riss die Tür auf. Keuchend stolperte in den Flur. Mr Smith war nirgendwo zu sehen. Aber an der Tür steckte ein Schlüssel. Cai fuhr herum und schlug die Türe zu. Trevor auf der anderen Seite knallte volle Kante gegen das Holz. Flink drehte Cai den Schlüssel im Schloss und atmete durch.

Trevor hämmerte zornig gegen die Tür. "Das wirst du büßen du kleiner Ratte. Wenn wir dich kriegen, bist du fällig. Dann nehmen wir dich durch, bis dir hören und sehen vergeht!"

Cai krümmte sich als ein erneuter Schmerz durch seine Flanke schoss. Mit einer Hand stützte er sich an der Wand, während er die andere über die schmerzende Stelle legte. Langsam schleppte er sich zum Treppenhaus. Jeder Schritt hinauf tat weh, aber er musste rauf, bevor Trevor und Marvin die Tür aus den Angeln hoben und ihn einholten.

Oben brannte Licht. Cai schleppte sich die Stiege hinauf. "Mr Smith? Mr Smith" Am oberen Treppenende angelangt, musste er innehalten, weil ihm kurz schwindlig wurde. Er hoffte nur, dass er Mr Smith irgendwie überzeugen konnte, ihm zu glauben und ihn vor diesen Wahnsinnigen zu beschützen.

@Yassen Rakov

zuletzt bearbeitet 24.10.2022 18:35 | nach oben springen

#17

RE: Mit Anlauf in den Abgrund [Cai & Yassen]

24.10.2022 19:38
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Triggerwarnung: Gewaltandrohungen

Für Marvins Geschmack war der Kleine noch lange nicht unterwürfig genug. Er stand ganz unten in der Nahrungskette und machte doch einen auf dicke Hose, lächerlich! Cai sollte froh sein noch kein Blut zu kotzen! "Wer hat dir denn ins Hirn geschissen?!" fauchte Marvin angepisst. "Sprich nochmal so mit uns und ich schlag dir alle Zähne aus dem Maul! Die brauchst du sicher nicht zum Klettern!" Trevors Drohung brachte Marvin trotzdem zum Lachen und für einen Augenblick wurde er unaufmerksam. Gerade lange genug um Cai die Flucht zu ermöglichen. Oh und wie er das büßen würde! Jeden verdammten Centimeter würden sie grün und blau prügeln!

Mr Smith hatte den Lärm hinter sich gelassen und rechnete eigentlich nicht damit so schnell den Jungen wiederzusehen. Sobald Trevor und Marvin sich ausgetobt hatten würden sie sich schon bei ihm melden, und morgen würde er dann nach Cai sehen. Bis dahin sollt er reichlich Zeit gehabt haben um sich zu fangen und seine Einstellung zu korrigieren. Entsprechend überrascht war er, plötzlich Cais Stimme aus dem Keller zu hören. Was zum...?! Wo steckten die beiden anderen Idioten?! Fragend zug er eine Augenbraue hoch, als er sich in Cais Weg stellte

@Cai Zhuang

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#18

RE: Mit Anlauf in den Abgrund [Cai & Yassen]

24.10.2022 20:05
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Cai stützte sich noch am Türrahmen ab und atmete schwer. "Mr Smith." Seine Stimme wurde immer leiser. Als er den Mann vor sich sah, gaben seine Knie nach, aber er hielt sich noch auf den Beinen. Er hatte immer noch keine Ahnung, wie er ihn überzeugen sollte, dass seine Kumpanen Yassen absichtlich gestoßen hatten, etwas, worüber er sich inzwischen ziemlich sicher war. Um ihn nicht sofort dazu zu veranlassen, ihn wieder runter zu zerren und den Wölfen zum Fraß vorzuwerfen, hielt er es daher für klüger, nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen.

"Ich muss mit ihnen reden", sagte er leise. "Bitte hören Sie mir zu. Sie müssen mir glauben. Ich hab' Sie nie angelogen." Er hielt kurz Inne und sammelte sich, bevor er mit dem schwierigen Teil anfing. "Ich will nur die Wahrheit wissen. Ich will es nur verstehen. Trevor und Marv wollten mir nichtmal zuhören. Sie haben einfach auf mich eingeprügelt. Sie hätten mir doch nur erklären brauchen, wie es zu dem Unfall gekommen ist." Absichtlich benutzte er das Wort Unfall, um Mr Smith damit gnädig zu stimme. "Sagen Sie Ihnen, sie sollen die Wahrheit sagen, was da oben vorgefallen ist. Bitte. Dann werd' ich Yas nie mehr erwähnen. Versprochen."

Mit einem flehenden Blick sah er ihn an. "Sie waren immer gut zu mir. Lassen Sie nicht zu, dass die mir weiter wehtun. Die wollen..." er schluckte hart als er daran dachte, was Trevor gesagt hatte. Er brachte keinen Ton mehr über die Lippen.

@Yassen Rakov

zuletzt bearbeitet 24.10.2022 20:06 | nach oben springen

#19

RE: Mit Anlauf in den Abgrund [Cai & Yassen]

24.10.2022 22:10
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Cai zitterte am ganzen Leib und man konnte einen roten Handabdruck an seinem Hals erkennen. Von unten waren unterdessen wütende Rufe und lautes Gepolter zu hören. Diese Idioten hatten sich wirklich von einem Kind ausspielen lassen.. Erbärmlich. Aber nun war es leider passiert, also musste Mr Smith sich schnellstmöglich etwas einfallen lassen um die Situation noch irgendwie zu retten. Sie alle wandelten gerade auf einem gefährlichen Grad.
Cai wollte mit ihm reden? Gut, Mr Smith würde sich anhören was er zu sagen hatte und dann entscheiden wie es weiter ging. Was war da unten passiert? Hatten die beiden Deppen sich etwa verplappert?! Still hörte er zu, nickte lediglich ab und zu. "Ich habe nachgedacht" meinte Mr Smith sanft und legte eine Hand auf Cais Schulter. Müssen tat er gar nichts, zumal er genau wusste was geschehen war. Cais Angebot Yassen nie mehr zu erwähnen war verlockend, zumal er es ganz von sich aus vorschlug. Mr Smith lächelte ein ganz klitze kleines Bisschen. "Geh hoch in sein Zimmer und nimm dir die Zeit für deinen Abschied - ich kümmere mich derweil um Trevor und Marvin." mit diesen Worten schob er Cai sanft aus dem Weg und stieg dann die Treppe hinab. So wäre es wohl am besten. Für heute würden sich alle Wege hier trennen, morgen ging es dann weiter.
Yassens Zimmer war klein und es gab auch nur ein Fenster, doch beschwert hatte er sich nie. Es passte ein Bett hinein, dass wohl noch nie gemacht worden war, und eine kleine Komode in der er Kleidung und Ausrüstung aufbewahren konnte. Sonderlich viel besaß er jedoch nicht da sie ständig auf Achse waren. Auf der Fensterbank stand ein Kompottglas, doch darin war keine Marmelade, sondern eine kleine Steinpflanze. Sie stammte aus dem Garten von Yassens Babuschka und war seine Erinnerung an sie. Neben dem Glas zierte auch beliebiger Schnickschnack, den der Blonde irgendwo gefunden und mitgeschleppt hatte, die Fensterbank. Hübsche Schneckenhäuschen, bunte Schlüsselanhänger und Souvenirs aus Museen, der Schädel eines Raubtieres, eine handvoll Sonnenblumenkerne... Es schien weder besondere Kriterien noch eine erkennbare Ordnung zu geben.

@Cai Zhuang

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#20

RE: Mit Anlauf in den Abgrund [Cai & Yassen]

25.10.2022 08:28
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Cai atmete erleichtert auf. Die Gefahr, die von den Männern im Keller ausging, schien für den Moment gebannt. Mr Smith schien auch nicht mehr sauer zu sein. Vielleicht hatte er ihm wirklich Unrecht getan. Auch wenn er das nicht sicher wissen konnte. Langsam schleppte er sich zu Yassens Zimmer. Jetzt wäre die Gelegenheit gewesen abzuhauen. Aber er wohin? In seinem Zustand überlebte er da draußen keine Stunde. Und solange Mr Smith Trevor und Marvin von ihm fernhielt, kam er klar.
Sein Blick glitt durch das verlassene Zimmer. Das Bett war unordentlich, was den Eindruck erweckte, Yassen habe bis vor Kurzem noch darin gelegen. Ein Kloß bildete sich in seinem Hals. Warum hatten sie ihn gestoßen? Er wollte die Wahrheit immer noch wissen. Würde Mr Smith sie ihm morgen sagen? Wahrscheinlich eher nicht. Er würde das, was heute Abend geschehen war, als vergangen deklarieren und nicht weiter darüber sprechen. Außerdem würde er wohl erwarten, dass Cai dasselbe tat. Aber das jahrelange Schweigen hatte Cai dahin gebracht, wo er jetzt war - einem wachsenden Misstrauen gegenüber den Männern, die ihn bis zu diesem Abend immer gut behandelt hatten. Sie hatten ihn nie geschlagen, selbst wenn er mal Dummheiten gemacht hatte. Mr Smith hatte ihn dann nur immer auf sein Zimmer zum Nachdenken geschickt und mit ihm erklärt, was er falsch gemacht hatte.

Sein Blick blieb an der Steinpflanze hängen und Yassens Schätzen. Es mochte nicht viel sein. Doch für Cai war es genug, um eine Erinnerungen an seinen Freund zu haben. Leise schloss er die Tür hinter sich. Kurz überlegte er, ob er etwas davor schieben sollte. Aber Mr Smith hatte gesagt, dass er sich Zeit nehmen durfte, um Abschied zu nehmen. Daher hoffte er, dass er für den Rest der Nacht ungestört war und hierbleiben durfte. Es war klüger Mr Smith nicht sauer zu machen, indem er die Tür verbarrikadierte, weshalb er sie nur schloss, ohne Maßnahmen zu ergreifen, alles und jeden auszusperren.
Angesichts der Erinnerungen an Yassen vergaß er seine Schmerzen. Langsam näherte er sich der Fensterbank und streckte eine Hand nach der Steinpflanze aus. Sacht berührte er sie, bevor jedes Stück von Yassens Habseeligkeiten wenigstens einmal zwischen seine Finger nahm und betrachtete. Schwermut drückte auf seine Seele. War Yassen wirklich tot? Während er eine Muschel zwischen seinen Fingern drehte, sah er hinaus in die dunkle Nacht. Konnte er den Sturz überlebt haben? Hatte Marvin deshalb auf ihn geschossen? Und wäre es denkbar, dass er auch dabei davon gekommen war? Nein. Sicher war das absolutes Wunschdenken. Dennoch hatte der Gedanke etwas Tröstliches an sich. Er legte die Muschel zurück an seinen Platz und humpelte zu Yassens Bett, wo er sich niedersetzte.
Niemand kam. Er blieb allein mit seinem Schmerz. Irgendwann, er wusste nicht, wie lange er schon an Yassens Bett saß, fielen ihm die Augen zu. Er kippte zur Seite. Zusammengerollt auf Yassens Bett schlief er ein.

Erst als die Morgenstrahlen seine Nase kitzelten, wachte er völlig desorientiert auf. Sein erster Gedanke galt Yassen. Aber sein Freund war nicht da. Stattdessen kehrten die Erinnerungen zurück, an das schreckliche Ereignis des Vortages. Cai presste verbittert seine Lippen zusammen. Die Schläge, die Trevor und Marvin ihm verpasst hatten, taten nicht mehr weh. Es gelang ihm, problemlos aufzustehen. Irgendwo lag eine Tasche herum. In die packte er Yassens Habseeligkeiten. Zuletzt die Steinpflanze. Yassen nicht mehr zu erwähnen, war eine Sache. Nicht mehr an ihn zu denken, ausgeschlossen. Er würde sich die Erinnerungsstücke an seinen Freund nicht nehmen lassen, soviel stand fest.
Noch ein letztes Mal glitt sein Blick durch den leeren Raum. "Ich werd' dich nie vergessen", flüsterte er, bevor er die Tür öffnete, um zum Wohnraum zu gehen.
Ein Gefühl der Beklemmung machte sich in ihm breit, angesichts dessen, dass er wieder auf Trevor und Marvin treffen würde.

@Yassen Rakov

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