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THE DEAD DON’T DIE
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#1

Februar 2023 - You comin'? Or not? - Aaron & Jason

01.03.2023 18:35
Jason Avery Jason Avery (gelöscht)
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Wir haben gerade nicht die Kapazitäten um deinen Perfektionsfetisch zu erfüllen.
Der Satz kreiste eine Weile in Jasons Kopf, als er milde aufgebracht zu seiner Praxis zurücklief. Eigentlich hatte er wenig Emotionen dem Ratsmitglied gegenüber, er hatte dem auch nicht viel erwidern müssen denn Anna war, auf ihre sachliche Art und Weise, für ihn in die Bresche gesprungen. Sie hatte dem anderen Ratsmitglied sehr deutlich gemacht, dass es sich nicht um einen Fetisch bei Jasons Anfrage handelte, sondern um eine einfache Feststellung die aus einem logischen Hintergedanken kam.
Ja, Jason konnte mit seinen derzeitigen Materialien die ihm zur Verfügung standen noch dreiundzwanzig weitere Patienten behandeln. Wenn alles nach Lehrbuch verlief, er selbst keine Fehler machte und vor allem keiner seiner Mitarbeiter einen Fehler machte. Ein heruntergeworfenes, einigermaßen steriles Tuch war kostbarer als die anderen Ratsmitglieder zu verstehen schienen. Nicht nur für größere Verletzungen und eventuelle Operationen die er durchführen musste, sondern auch für kleine Schnittverletzungen oder ähnliches. Medizinische Hygiene, dass schienen einige im Cottage zu vergessen, war der Grund gewesen, weshalb die Leute vor der Apokalypse so alt geworden waren. Oder zumindest einer der Gründe. Und auch hier hatte Jason schon einige Patienten verloren, weil sie so leichtsinnig gewesen waren sich nicht an seine Anweisungen zu halten, sich Wunden infiziert und zu einer Sepsis geführt hatten. Jason kannte das Gefühl „Mitgefühl“ ja sowieso nicht, aber selbst, wenn er es kennen würde, hätte er für diese Menschen keines gehabt. Er war der Arzt. Er hatte den menschlichen Körper studiert bis ins kleinste Detail. Hatte Bücherregale voller Wissensbücher und dennoch meinten manche Bewohner es besser als er zu wissen. Sehr naiv und leichtsinnig, was eben manche schon mit ihrem Leben bezahlen mussten.
Weshalb er den Vorschlag gebracht hatte, eine kleine Patrouille mitzunehmen, zwei oder drei Leute wären ja genug gewesen, um in die nahegelegene Veterinärklinik zu gehen. Natürlich waren die Tücher dort schon längst abgelaufen und die Sterilität in Frage zu stellen, doch solange das Plastik noch in Takt war, waren sie das, was am ehesten noch steril war. Und genau solche Dinge benötigt Jason, konnte sie hier nicht herstellen und solange er einen Ort kannte wo es diese Materialien gab, würde er sie holen. Ob nun mit einer Patrouille oder nicht.
Es war noch früher morgen, die Ratssitzung hatte kurz nach dem Sonnenaufgang stattgefunden und außer Anna, hatte keines der Ratsmitglieder für Jason gestimmt. Idioten.
Nun also lief er zu seiner Praxis, kramte das Schild, welches er sehr selten benötigte, hervor und hing es an die Praxistür.
Praxis heute geschlossen. Dr. Avery nicht anwesend. Bei dringenden medizinischen Notfällen fragen Sie bitte..
Der Arzt machte sich garnicht die Mühe das Schild großartig durchzulesen. Es war ihm im Moment sowieso egal.
In seiner Wohnung schlüpfte er in etwas praktischere Kleidung, tauschte seinen Arztkasak gegen Hose und Shirt aus, ehe er seinen Rucksack packte. Eine Flasche Wasser, sein Messer und die Pistole, die er immer bei sich im Nachtkästchen hatte. Eine Sache, die er noch immer verabscheute. Auf Menschen zu schießen. Dafür war er nicht gemacht, er war da um Menschenleben zu retten. Und bis auf drei Ausnahmen war er dem bisher auch die gesamte Apokalypse über gut aus dem Weg gegangen. Und nur einer der Menschen, die er angeschossen hatte, war auch verstorben. Er mochte es nicht, aber er konnte es, falls er musste. Was auch wichtig war.
Einen Pullover zog er sich noch drüber, ehe er einen Schal um den Hals wickelte und in seine dickere Jacke schlüpfte. Es hatte immerhin nur knapp 5°C und noch war es recht früh am Tag. Erneut checkte er, ob die Waffe auch gesichert war, ehe sie im Holster an seinem Gürtel verschwand, auf der anderen Seite die Scheide mit seinem Messer. Den Rucksack hatte er sehr leer, darin noch eine weitere Tasche, falls er mehr fand als er erwartete. Sollte es nicht in den nächsten Tagen oder Wochen zu einem Krieg kommen, sollten seinen Berechnungen nach mit einem Schwund von etwa 5% die Tücher, Pflaster und Verbände die er plante mitzunehmen, die nächsten vier bis fünf Monate reichen. Eine zufriedenstellende Aussicht für den Arzt.
Damit verließ er durch die Hintertür die Praxis und lief etwas geduckt hinter den Bungalows Richtung Mauer und Tor. Geschickt und sich an der Training mit dem Militär damals in der Base in den Rocky Mountains erinnernd, schaffte er es bis zum Tor und als dieses sich öffnete um eine Gruppe hineinzulassen die gerade von Außerhalb kam, schlüpfte er geschickt hindurch. Er kam sich wirklich sehr clever und wie ein Ninja dabei war, als er außerhalb der Mauer hinter einen Stein huschte und sich dahinter versteckte, bis er hörte wie das Tor sich schloss. Geschafft! Er war wirklich unbemerkt aus der Kolonie gekommen und niemand hatte ihn gesehen, was ihm nur unnötig anstrengende Gespräche ersparte. Und die hasste er ja abgrundtief.
Dinge wie: Was machst du da Jason? Wo gehst du hin Jason?
Auf die er nur Antworten würde: Ich gehe mir Vorräte besorgen.
Und dann? Dann würden die Wachen vermutlich Anna Bescheid geben und die würde darauf bestehen ihn zu begleiten, obwohl sie genug andere Dinge zu erledigen hatte. Oder ihn daran erinnern, dass der Rat anders entschieden hatte. Aber als ob ihn interessierte, was der Rat entschied und was nicht. Wenn Jason Avery etwas für logisch und richtig und wichtig empfand, dann tat er das. Ende.

@Aaron Marquand

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#2

RE: Februar 2023 - You comin'? Or not? - Aaron & Jason

19.03.2023 09:25
Aaron Marquand Aaron Marquand (gelöscht)
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Eigentlich war es ja nicht besonders schlau, die halbe Nacht durchzumarschieren – vor allem im Winter. Aber je näher Aaron dem Cottage kam, desto ungeduldiger wurde er. Seine Familie wartete dort auf ihn! Zwar hatte seine diesmalige Tour nur ein paar Tage angedauert, aber trotzdem! Er beschloss, den restlichen Weg im Schutz der Dunkelheit auf sich zu nehmen, sodass er im Morgengrauen ankommen würde. Vielleicht könnte er so Paul aus dem Schlaf küssen und ihn überraschen. Dann hätten sie noch einen Moment allein, bevor die Kids aufwachten. Auch dieser Gedanke trieb Aaron vorwärts. Leider traf er auf ein paar Beißer, also wurde es dann doch ein Stück später. Die Sonne stand schon zögerlich am Himmel und schickte ihre kaum wärmenden Strahlen Richtung apokalyptischer Erde.
Aaron spinkte zwischen den Bäumen hindurch zum Tor des Cottage und konnte sehen, wie eine Gruppe gerade hinein ging. Wer es war, erkannte er nicht, aber er wurde etwas schneller, weil er dann vielleicht mit hinein schlüpfen und seinen Bericht abgeben könnte. Er war jedoch noch viel zu weit weg, sodass er über seine eigene Ungeduld schmunzelte und wieder gemächlicheren Schrittes seinem Zuhause entgegenging.
Bis er eine schemenhafte Gestalt hinter einem Stein entdeckte. Vom Cottage aus würde sie nicht zu sehen sein, aber da Aaron von der entgegengesetzten Richtung kam, war die Person zumindest teilweise genau in seinem Blickfeld. Er sah einen Ärmel rausragen und ein Knie! Also wenn das nicht mal auffällig war!
Aaron pirschte sich heran. Wer war das? Freund oder Feind? Jemand, der die Gruppe als Schutz genommen hatte, um aus dem Cottage zu gelangen? Oder in die Nähe der Siedlung, um sie zu beobachten? Aaron hatte aufgrund diverser vergangener Ereignisse leider eine leichte Paranoia entwickelt.
Was ihn dazu trieb, sich nun selbst zu verbergen und hinter einem Baumstamm hervorzulugen. Jetzt war er zwar näher dran, konnte aber immer noch nicht so recht erkennen, wer dort hockte. Er legte sein Gewehr auf seinem angewinkelten Metallarm ab, um beim Zielen eine Stütze zu haben, und verließ mutig seine Deckung, um direkt zu dem Stein zu marschieren. »Hey! Raus aus dem Versteck. Wer bist du und was machst du hier?«
Selbst wenn es jemand aus der Kolonie sein sollte, der wer weiß was hinter der fragwürdigen Deckung anstellte, konnte der ihm hoffentlich diese übermäßige Vorsicht nicht verdenken!

@Jason Avery

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#3

RE: Februar 2023 - You comin'? Or not? - Aaron & Jason

19.03.2023 13:27
Jason Avery Jason Avery (gelöscht)
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Er dachte wirklich er wäre verdammt gut darin sich so versteckt und unbemerkt aus der Cottage zu schleichen. Niemand hatte ihn gesehen, wie einer dieser Ninjas aus den Filmen von damals. Nur halt in Real. Ein zufriedenes Lächeln hatte sich auf die sonst so neutralen und unbeweglichen Züge des Arztes gelegt, als er sich gerade von den Mauern abwenden und in den nahegelegenen Wald laufen wollte. Dass er dabei schon längst von jemandem entdeckt worden und kurz davor war, gestellt zu werden, war ihm natürlich nicht bewusst und hätte ihn wohl kaum so siegessicher gestimmt, wie er sich in diesem Moment fühlte. Es war schon fast wie eine Art Adrenalinrausch der den Körper des jungen Arztes durchspülte und ihn sich fragen ließ, warum er nicht öfter so etwas machte. Die Antwort war aber recht leicht, denn eine Operation oder ein erfolgreich behandelter Patient gaben ihm fast genau dasselbe Gefühl. Fast. Trotzdem sollte er öfter mal wieder raus, machte er sich in seinem Hinterkopf eine Notiz.
In dem Moment in dem er das Gewicht verlagerte, sich geduckt aufrichten wollte, erblickte seine hellen Augen plötzlich jemanden, der mit erhobenem Gewehr auf ihn zulief. Beinahe hätte er geflucht, doch er tat es nicht, starrte den Mann nur einen Moment wie ein aufgeschrecktes Reh an, dass in die Scheinwerfer eines Autos auf der Landstraße bei Nacht starrte. Aaron. Einer der Männer in der Cottage von denen er von Anna wusste, dass er sehr rechtschaffen und gut war. Und dem vermutlich sehr viel daran lag, dass sich der Arzt der Kolonie nicht einfach alleine davonmachte.
„Aaron“, sprach er dann ruhig, richtete sich auf und stülpte die Kapuze seines Pullovers vom Kopf, sodass ihn der Mann vor ihm erkennen würde, ehe er sich langsam aufrichtete, „Dr. Jason Avery. Arzt der Kolonie Cottage by the Sea. Du kennst mich.“
Einfache Feststellungen, die Jason aber einfach aussprechen musste, da er Aarons Frage sachgerecht beantworten wollte, „Ich habe die Entscheidung des Rates von heute Morgen angenommen, die mir keine Patrouille zur Verfügung stellen wollten und mich alleine auf den Weg gemacht um meine Vorräte aufzufüllen.“
Dann sah er den Mann vor sich mit neutralem Gesichtsausdruck an, ehe er dann fragte, „Und was machst du hier?“
Also wenn Aaron alleine vor den Toren der Cottage herumspazieren durfte, dann durfte Jason das ja wohl auch! Er sah jetzt gar keine Logik mehr hinter der Entscheidung der anderen Ratsmitglieder und seine Meinung über sie rutschte noch eine Stufe tiefer. Da gab es ja Affengruppen, die intelligentere Entscheidungen trafen, als seine Mitratskollegen. Leise unterdrückte er ein Seufzen über die Enttäuschung, was die Intelligenz in manchen Leuten im Cottage anbelangte. Er hoffte, Aaron würde zu den intelligenteren Mitgliedern gehören und ihn nicht dazu zwingen, wieder hinter die Mauern zu treten.

@Aaron Marquand

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#4

RE: Februar 2023 - You comin'? Or not? - Aaron & Jason

08.04.2023 10:25
Aaron Marquand Aaron Marquand (gelöscht)
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Aaron war mit einem Ninja zusammen, er kannte all ihre Tricks! Vielleicht sollte Jason bei Jesus in die Lehre gehen, wenn er noch öfter heimlich die Siedlung verlassen wollte. Wobei Aaron so ein Verhalten eher nicht unterstützen sollte. Im Moment wusste er ja sowieso noch nicht, wer da hinter dem Stein hockte. Als sich Jason zu erkennen gab, nahm Aaron die Waffe sofort runter und runzelte die Stirn. Den Doc sah man ziemlich selten außerhalb seiner Praxis. Eigentlich konnte sich der Einarmige nicht erinnern, ihn jemals bei einer Versorgungstour erblickt zu haben. Vielleicht täuschte er sich da auch. Manche kamen öfter mit als andere. Außerdem stimmte er Anna zu. Jason war verdammt wichtig und wertvoll. Er war ein gelernter Arzt. Die meisten Überlebenden dürften inzwischen halbwegs brauchbare Feldsanitäter abgeben, aber nichts, was man sich selbst notdürftig beibrachte, ersetzte eine richtige Ausbildung oder ein Studium.
Aaron weigerte sich dennoch, Menschen an ihrem Wert zu messen. Jason war mehr als ein Arzt. Er war ein Individuum mit Zielen, Ängsten und Interessen. Bisher hatten sie nur leider tatsächlich weitestgehend in gesundheitlichen Dingen miteinander zu tun gehabt, weswegen Aaron sein Gegenüber nur bedingt auch privat kannte.
Trotzdem nickte er. »Ich kenne dich.« Dann schmunzelte er. So so. Jason widersetzte sich also einer Anordnung des Rates. Mutig. Nicht, dass er dem Arzt absprechen wollte, diesen Charakterzug zu haben. Jeder, der sich der Rettung von Menschenleben verschrieb, gehörte als mutig bezeichnet. Dennoch kam ihm Jason sehr rechtschaffen vor und daher verdutzte es ihn, dass er eine Regel brach. Es musste ihm wichtig sein. »Wenn die medizinischen Vorräte zuneige gehen, wundert es mich, dass keine Patrouille abgestellt wird.«
Und was er hier machte? »Ich ... komme nach Hause.« Ja, auch er war allein unterwegs gewesen. Da hatte er sich wohl von seinem Mann anstecken lassen, der sich ebenfalls ab und an rausschlich, um seine Ruhe zu haben. Nicht, dass Aaron sich innerhalb der Mauern unwohl fühlte. Schließlich gab es neben Paul auch noch seine Kids, die er abgöttisch liebte und nicht gern für längere Zeit verließ. Doch Aaron pflegte auch Freundschaften zu Menschen in anderen Siedlungen. Manchmal traf er sich mit ihnen. So auch gestern.
»Wo willst du denn nach Vorräten suchen?«, fragte er, um von sich abzulenken.

@Jason Avery

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#5

RE: Februar 2023 - You comin'? Or not? - Aaron & Jason

12.05.2023 12:39
Jason Avery Jason Avery (gelöscht)
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Aaron und Jason hatten bisher außerhalb seiner Praxis wenige Berührungspunkte gehabt, das stimmte. Bisher hatte sich der Arzt auch wenig für den Mann interessiert, wenn er ehrlich war. Er verwendete wenig seiner Zeit darin, Menschen kennenzulernen, die für ihn nicht in erster Linie wirklich interessant oder nützlich erschienen. Das klang vielleicht hart, doch aus Jasons autistischer Sichtweise einfach völlig logisch. Warum sollte er seine kostbare Zeit des Lebens damit verbringen, soziale Interaktionen zu führen, wenn er so viel nützlichere Dinge tun konnte? Menschenleben zu retten, war wohl eine gute Ausrede, um sich aus sozialen Interaktionen raushalten zu können. Andererseits wünschte er sich nun, eine Verbindung zu dem jungen Mann vor sich zu haben, die mehr war als, dass sie in derselben Kolonie lebten. Das würde ihm die Situation deutlich erleichtern und er hätte sich schon die Zeit sparen können, die ersten Worte mit Aaron zu wechseln. Nun, auch ein Jason Avery lernte nie aus.
„Es war für mich auch nicht logisch. Weswegen ich eben ohne die Patrouille losgezogen bin und damit auch der Entscheidung des Rates gerecht werde. Sie hatten keine Patrouille freigestellt, aber nicht verboten, dass ich alleine losgehe. Hmm, manche Menschen sollten wirklich besser auf ihre Formulierungen achten“, stellte er am Ende etwas belustigt fest und schmunzelte. Tatsächlich eine Emotion des Arztes, was eine kleine Seltenheit war. Doch so schnell wie das Schmunzeln da war, war es auch wieder verschwunden.
Er mochte es nicht, seine Fragen nochmal definierter zu stellen, ging er doch eigentlich davon aus, dass die Leute seine Fragen direkt verstanden. Doch er musste zugeben, dass Aaron clever geantwortet hatte, denn seine Frage hatte ihm diese Option als Antwort tatsächlich gelassen. Was ihn den Mann vor sich ein wenig mehr respektieren ließ. Sein Ablenkungsversuch mit der Gegenfrage ließ den Arzt aber unbeeindruckt.
„Dass du nach Hause kommst, sehe ich“, stellte Jason trocken fest, „Du wirst aber einer Tätigkeit nachgegangen sein, bevor wir uns hier begegnet sind. Das meinte ich damit.“
Kurz machte Jason eine Sprechpause, ehe er dann auf Aarons Frage dennoch antwortete, „Ich möchte in die Tierklinik, etwa drei Meilen westlich von hier. Dort gibt es noch einiges an Vorräten, doch es liegt in die Richtung in der in letzter Zeit öfter Patrouillen angegriffen worden sind, weswegen es den anderen Mitgliedern des Rates als zu gefährlich erschien.“
Innerlich war er noch immer von der Dummheit der anderen Ratsmitglieder genervt. Immerhin konnte er nur noch dreiundzwanzig Patienten anständig versorgen, wenn die Dinge nicht planvoll verliefen, dann konnten seine Vorräte in zwei oder drei Tagen aufgebraucht sein. Ein Unglück auf einer der Baustellen oder auf dem Feld und in wenig Zeit wären alle Vorräte weg. Wie konnte man sich dieser Logik aktiv verschließen?

@Aaron Marquand

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#6

RE: Februar 2023 - You comin'? Or not? - Aaron & Jason

04.06.2023 11:04
Aaron Marquand Aaron Marquand (gelöscht)
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»Das sollten sie wohl«, erwiderte Aaron mit einem breiten Grinsen. Er mochte die Denkweise des Arztes, mögliche Schlupflöcher zu enttarnen und zu nutzen. Aaron war da nicht viel anders. Wenn man sich seine Laufbahn vor der Apokalypse ansah, hatte er diesen Zug schon immer gezeigt. Man kam nicht weit, wenn man die Hände in den Schoß legte und darauf hoffte, andere Menschen würden endlich mal Entscheidungen treffen, die gut für einen oder die Allgemeinheit waren. Wenn die Führungsriege einen Notstand nicht erkannte oder zu wenig gegensteuerte, war man als Bürger gefragt, darauf aufmerksam zu machen und zu helfen. So wie Aaron es damals hinsichtlich der Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Liebe getan hatte und auch als NGO-Arbeiter in Afrika, um den vielfältigen Missständen dort entgegenzuwirken. Es lag ihm fern, dem Rat oder Anna irgendeine Schuld zuzuschieben. Er war auch nicht mit allen Entscheidungen von Rick zufriedengewesen. Aber was medizinische Ausrüstung anging, war eigentlich kein Risiko zu groß. Besonders wenn der Arzt der Kolonie höchstselbst Alarm schlug.
Aaron war auch ganz gut darin, sich in einer Unterhaltung Schlupflöcher zu suchen, die er nutzen konnte, um von sich abzulenken. Zum Beispiel, indem er eine Frage zu wörtlich nahm. Natürlich enttarnte Jason diesen Versuch und präzisierte im Nachgang, was er eigentlich wissen wollte.
»Tja, wir handeln wohl beide nicht im Sinne des Rates. Ich habe mich auf halber Strecke mit einem Freund von den Riders getroffen. Mein Handeln hat dem Cottage also nicht mal einen Vorteil verschafft. Außer vielleicht der Stärkung des Bündnisses.« Aaron seufzte ertappt und hob die Schultern. Wenn er es so aussprach, fühlte er sich tatsächlich mies und wie ein Verräter. Da der Doc so ehrlich zu ihm gewesen war, wollte Aaron ihm jedoch auch keine Lüge auftischen.
Im weiteren Verlauf erfuhr er, welches Ziel Jason ansteuern wollte, und nickte nachdenklich. »Die Klinik ist mir bekannt. Zu zweit erregen wir vielleicht nicht so viel Aufmerksamkeit.« Kurz überschlug Aaron, ob er noch genug Proviant dabei hatte. Es würde schon passen. So gab es in seinem Rucksack wenigstens genug Platz für etwaige Beute, die sie in der Klinik machen würden.
»Was ich damit sagen will ... ich kann dich begleiten, wenn du willst. Dann wärst du nicht allein unterwegs und ... na ja. Ich auch nicht.« Aaron lachte herzlich und machte eine auffordernde Geste in die Richtung, in die gehen müssten. Es missfiel ihm eigentlich, ohne seiner Family Hallo zu sagen, einige weitere Stunden fortzusein. Aber würden sie jetzt ins Cottage gehen, würde man Jason nicht erneut ziehen lassen, das war klar. Paul hatte für diese Entscheidung später sicher Verständnis, denn Aaron tat es ja für einen wichtigen Grund.

@Jason Avery

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#7

RE: Februar 2023 - You comin'? Or not? - Aaron & Jason

30.09.2023 23:42
Jason Avery Jason Avery (gelöscht)
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"Sollten sie definitiv", bestätigte der Arzt nochmal die Worte seines Gegenübers. Formulierungen waren für Jason sehr wichtig, denn nur an ihnen konnte er erkennen, was die Menschen von ihm wollten. Wage Formulierungen, Sprichwörter, Redewendungen... da war er mehr oder weniger aufgeschmissen, was er allerdings niemals zugeben würde. Er verstand es einfach nicht, deswegen tat er dann das, was sich für ihn logisch anfühlte. Und davon, dass er alleine zur Tierklinik gehen durfte, war nie die Rede gewesen, also war es ihm auch nicht verboten worden. Was zur logischen Schlussfolgerung führte - das er nun hier mit Aaron neben diesem Stein stand.
Nach genauerer Präzesierung seiner Frage, bekam er dann auch eine zufriedenstellende Antwort. Was ihn sanft nicken ließ, ehe er mit den Schultern zuckte, "Aaron, ich hab wenig Erfahrung damit, Bündnisse zu schließen. Wie dir vielleicht auch bewusst ist, bin ich kein Mann der großen sozialen Interaktion und mir fehlt definitiv das Feingefühl für soetwas. Was auch immer Feingefühl eigentlich ist oder in diesem Zusammenhang bedeutet. Ich denke da sind Menschen wie du deutlich besser für geeignet. Wenn du also sagst, es diente dazu das Bündniss zu den Ridern zu stärken, dann glaube ich dir das. Und ein gutes Büdniss zu den anderen Kolonien zu haben, ist von Vorteil. Wobei tendenziell, zumindest was den medizinischen Bereich angeht und in diesen habe ich einen besonders guten Einblick... die anderen Kolonien mehr von uns profitieren als andersherum. Doch dies sich Themenbereiche an welchen ich mich nicht beteilige. Es interessiert mich auch nicht..."
Und das war auch wirklich die Wahrheit. Jason interessierte sich nicht für die anderen Kolonien, außer es betraf ihn und den medizinischen Bereich direkt, schränkte ihn in seiner Arbeit ein. Ansonsten... waren ihm die anderen Kolonien wirklich egal. Was er auch nicht verbarg.
Als der Arzt dann erzählte, wohin er mochte, bot Aaron an ihn zu begleiten. Was der Dunkelhäutige einen Moment überlegte, ehe er bestätigend nickte.
"Das ergibt Sinn. Zwei Personen können mehr Vorräte tragen und aus Informationen weiß ich, dass du als guter Vorratssammler bekannt bist, oder wie auch immer man deine Aufgabe hier bezeichnen möchte", erneut zuckte der Arzt mit den Schultern, ehe er dann loslief, mit den simplen Worten, "Du darfst mich begleiten."
Kein Danke. Nichts. Denn Jason sah den Bedarf nicht, war ihm nicht klar, dass sein Gegenüber vielleicht gerne lieber zu seiner Familie wollte. Solche sozialen Hintergrundgedanken kamen dem Kanadier garnicht in den Sinn.
Eine Weile liefen die beiden Männer schweigend nebeneinander, was Jason niemals störte, da er dann seinen eigenen Gedanken seine Aufmerksamkeit witmen konnte. Dort zählte er seine Bestände erneut durch, machte zum ungefähr hundertsten Mal eine Liste in seinem Kopf, was mit welcher Priorität in welcher Anzahl benötigt wurde. Sanft zwitscherten die Vögel irgendwann um sie herum, der Tag wurde immer heller und das Leben im Wald erwachte. Die beiden befanden sich auf einer alten Landstraße, von welcher irgendwann die Abfahrt zur Tierklinik abging. Eine Person, die ihre Umwelt bewusst wahrnahm, würde es wohl als den Beginn eines schönen Tages bezeichnen, doch Jason war das Wetter eigentlich egal. Es war nur angenehm, dass es nicht regnete.
Ein lautes Knacken zu ihrer linken ließ den Arzt den Kopf heben und seinen hellen Blick ins Dickicht lenken. Einen Moment war alles still, dann knackte es erneut und kurz darauf wieder.
"Möchtest du nachsehen, was es ist, oder gehen wir weiter?", fragte Jason und stellte ihre beiden Optionen dar. Bewusst so formuliert, ob Aaron nachsehen wollte. Jason würde es bestimmt nicht tun.

@Aaron Marquand

So you fight
Until you can’t fight anymore
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#8

RE: Februar 2023 - You comin'? Or not? - Aaron & Jason

28.10.2023 13:56
Aaron Marquand Aaron Marquand (gelöscht)
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Selbst wenn man nicht die engste Beziehung zueinander hatte, so lebte man in den überschaubaren Kolonien doch mehr oder weniger wie eine Familie zusammen. Aaron wusste nicht viel über Jason, ihm war bei Besuchen in der Praxis jedoch durchaus aufgefallen, dass soziale Interaktion nicht sein Steckenpferd war. Musste es auch nicht sein, die Menschen waren nun mal verschieden. Er stellte es auch nicht infrage, noch war ihm bekannt, ob bei Jason eine Krankheit dahintersteckte. Aaron akzeptierte es einfach, weil er die Menschen eigentlich immer so akzeptierte, wie sie waren. Selbst in Zeiten des Krieges war ihm immer bewusst gewesen, dass seine Gegner ein Leben, Vertraute und eine Vergangenheit besaßen. Töten machte ihm keinen Spaß. Nicht umsonst war er eher als Diplomat bekannt. Aber das tat jetzt nichts zur Sache, Jason und er standen schließlich auf derselben Seite.
Er musste dem Arzt seine Ehrlichkeit zugutehalten. Sie brachte ihn auch zum Lächeln, wo andere vielleicht pikiert mit der Stirn gerunzelt hätten. »Feingefühl kann selbst den extrovertiertesten Personen fehlen. Aber ... findest du, es gibt ein Ungleichgewicht in der medizinischen Versorgung?« Zumindest hörte er diesen stillen Vorwurf so heraus, wenn die anderen Kolonien nach Jasons Meinung in dieser Hinsicht mehr vom Cottage profitierten als andersherum. Soweit Aaron wusste, war Jason der einzige Arzt im Bündnis, der eine fundierte Ausbildung aus der alten Welt hatte. Siddiq konnte als Sanitäter noch halbwegs da mithalten, doch der war ebenso bei ihnen verortet und nicht bei den anderen Siedlungen. So oder so sollte immer gewährleistet sein, dass in einer so empfindlichen Infrastruktur wie der medizinischen Versorgung der Ausgleich möglichst vorhanden war, auch wenn Aaron es nicht gutheißen würde, Leute abzuweisen, die Hilfe brauchten. Doch in einer Welt wie dieser war eine Art Triage manchmal vonnöten. Ebenso wie das Denken, dass die eigene Kolonie in Krisenzeiten Vorrang hatte. Doch da hatte Jason wirklich einen wesentlich besseren Durchblick als er, weswegen ihn seine Meinung interessierte, wenn der Arzt sie schon so unterschwellig andeutete.

Wieder schmunzelte Aaron, als es um seine Aufgaben in der Siedlung ging, aber er nickte auch. Wenn sein Ruf ihm vorauseilte, war das doch ein nettes Kompliment. Und dann lief Jason auch schon los, nachdem er ihm erlaubt hatte, ihn zu begleiten. Aaron musste sich beeilen, ihm zu folgen, sagte aber auch nichts mehr dazu. Dank hatte er jetzt auch nicht unbedingt erwartet, ihm hatte viel mehr eine amüsierte Bemerkung auf der Zunge gelegen, die er aber runterschluckte. Warum wusste er eigentlich gar nicht so genau. Vielleicht ging ihm so langsam schon auf, dass Jason nicht so empfänglich für Wortspielereien war.
Aaron hatte kein Problem mit Smalltalk, aber er war auch empathisch und zwang niemandem ein Gespräch auf. Da Jason nichts sagte und die Stille nicht füllen wollte, tat Aaron es auch nicht. Stille musste nicht immer unangenehm sein, der Einarmige genoss sie ebenso wie Trubel. Außerdem konnte er so auch seinen Gedanken nachhängen. Sie drehten sich vornehmlich um seine Familie, die er hoffentlich bald wieder in seine Arme schließen durfte. Währenddessen zog die Sonne über das Firmament und hüllte bald die Welt in ihr Strahlen, weckte die Bewohner des Waldes und sorgte auch für ein belebtes Gefühl in Aarons Herzen.

Die Tierklinik war nicht mehr weit entfernt, als es im Dickicht mehrfach knackte und raschelte. Das war in einem waldumsäumten Gebiet keine Seltenheit, aber diesmal war es zu laut und zu regelmäßig, als dass es sich gut in die Umgebung einfügte. Auch Aarons Blick huschte also dorthin, er kniff die Augen zusammen, um besser etwas erkennen zu können. Leider vergeblich.
»Ich möchte ungern Gefahr im Rücken haben, also schaue ich nach. Du kannst hier warten, wenn dir das lieber ist«, gab er an Jason gewandt zurück. Wenn da Beißer durchs Dickicht taumelten, würde er sie lieber jetzt erledigen, bevor sie sich nachher auf der Straßen tummelten oder womöglich weitere anzogen. Wenn es Wild war, würde es vermutlich fliehen. Und wenn es sich um Menschen handelte, die sie beobachteten, hätten sie sowieso ein großes Problem. Also ja ... es war besser, sich jetzt zu vergewissern, wer oder was diese Geräusche verursachte.
Aaron zog sein Jagdmesser und tauchte langsam in das Gebüsch ein. Das Knacken hatte sich etwas entfernt, war aber immer noch zu vernehmen. Vielleicht war es wirklich ein Reh oder so, das nun abhaute.
Leider war es nicht so einfach, denn je mehr Aaron sich durch das Dickicht bewegte, desto mehr drang ein gewisses Röcheln an sein Ohr. Und dann sah er die Beißer auch schon. Augenscheinlich eine Familie. Mann. Frau. Kind. Sie liefen im Kreis, als würden sie fangen spielen.
Aaron schluckte schwer. Mit erwachsenen Zombies hatte er wirklich kein Problem mehr, aber mit Kindern ... Die zogen ihm immer noch den Boden unter den Füßen weg, weswegen er im ersten Moment erstarrte und sich nicht mehr rühren konnte. Ein gefährlicher Umstand, und doch konnte er es nicht verhindern. Die Beißer waren bereits auf ihn aufmerksam geworden und änderten ihre Richtung, auf ihn zu.

@Jason Avery

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#9

RE: Februar 2023 - You comin'? Or not? - Aaron & Jason

14.12.2023 20:24
Jason Avery Jason Avery (gelöscht)
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„Ein Ungleichgewicht würde ich es nicht direkt nennen“, antwortete Jason dem Mann neben sich, dachte einen Moment drüber nach, wie er die nächsten Worte formulieren wollte, „Ich denke nicht, dass es in einer der anderen Kolonien eine Person gibt, die eine gleichwertige Ausbildung gehabt hat, wie ich. Weswegen ich das meiste Fachwissen alles medizinischen Personals hier in den Kolonien habe. Dass dies natürlich auch Personen nutzen, welche nicht Teil der Cottage by the Sea sind, ist nicht verwerflich. Es würde meinen Eid als Arzt wiedersprechen, jemandem der Hilfe benötigt, diese zu verwehren. Doch die Ressourcen werden knapper, viele Verfahren die ich durchführe sind definitiv nicht dem hygienischen Standard entsprechend, dem sie entsprechen sollten um einen sicheren Ausgang zu gewährleisten. Das stimmt mich unzufrieden. Die Frage die sich also stellt: Wenn die Ressourcen irgendwann nicht mehr ausreichen, wer entscheidet, wer die Ressource bekommt? Wenn es keine logische Entscheidung zu fällen gibt? Ist es dann Sympathie? Oder was die Person vorher geleistet hat? Wenn du zwischen Maggie und Paul wählen müsstest? Wen würdest du wählen? Oder zwischen Paul und einer Person aus einer der anderen Kolonien? Wie entscheidet man so etwas?“
Das waren Fragen die sich der Arzt tatsächlich stellte, aber keine logische Antwort darauf fand. Weil es vermutlich keine gab.

Dass Aaron Jason nicht dazu brachte, sich mit ihm unbedingt zu unterhalten, stimmte den Arzt zufrieden. Im Smalltalk war er alles andere als gut, denn es interessierte ihn auch nur sehr selten. Als sie der Tierklinik näherkamen, knackte es im Gebüsch und Jason machte keine Anstalten in die Richtung zu gehen. Er sah sich eher weniger als Abenteurer oder in der Position, nachzusehen. Dennoch fragte er Aaron, ob dieser nachsehen wollte um alle Optionen offen zu halten.
Bei Aarons Worten nickte Jason nur, ließ die Hand an das Messer an seiner Seite gleiten, aber folgte dem anderen nicht ins Dickicht. Wenn Aaron Hilfe brauchen sollte, dann würde er sich schon melden. Zumindest ging Jason davon aus, da es das logische Handeln wäre.
Es verging ein wenig Zeit, Jason zählte die Sekunden und hatte sich vorgenommen bei 300 Sekunden doch Aaron ins Gebüsch zu folgen. Eventuell könnte seine Begleitung ja überrascht worden sein, weswegen es doch besser wäre nach einer bestimmten Zeit nachzusehen.
„Dreihundert“, sprach er dann laut aus, zog das Messer aus der Scheide und seufzte. So etwas mochte er ja gar nicht, in unbekannte Situationen hineinzugehen. Nicht zu wissen, was auf ihn zukam, sich nicht vorbereiten zu können. Auf so etwas Banales wie seine Instinkte zu vertrauen, was für ein Glück, dass er das aber damals gelernt hatte. Und sich körperlich noch immer fit hielt um in genau solchen Situationen reagieren zu können.
Vorsichtig lief er durchs Unterholz, hörte schon das Röcheln, welches dem Geräusch von Beißern entsprach. Nun noch aufmerksamer lief er weiter, bis er irgendwann Aaron von hinten sah, der sich aber nicht bewegte. Ein Blick an dem kräftigen Mann vorbei, ließ ihn kurz etwas verwundert sein, denn die Beißer bewegten sich direkt auf Aaron zu. Hatte er eine Taktik, eine Falle, die Jason noch nicht erkennen konnte?
„Aaron!“, zischte Jason und trat von hinten an seinen Begleiter heran, stupste ihn an der Schulter leicht an, als die Beißer näher kamen.
„Du stirbst, wenn du nichts tust. Hilf mir“, sprach Jason dann und hoffte Aaron zu einer Aktion bewegen zu können. Alleine konnte Jason die Beißer definitiv nicht ausschalten. Was war nur los mit Aaron, dass er hier so rumstand, während eine lebensbedrohliche Kreatur auf ihn zulief?
Jason ging von Aaron weg und machte dabei laute Geräusche, schlug mit seinem Messer gegen Bäume und zwei, der etwas schmalere und der kleinere der Beißer, wandten ihre Aufmerksamkeit zu Jason, taumelten nun in seine und nicht in Aarons Richtung. Jason machte weiter, hoffte, dass Aaron irgendwann reagieren würde und griff einen Stock, mit diesem stieß er gegen die Brust des ersten Beißers, der größere der beiden und schob, sodass dieser zu Boden ging. Dann ließ er ohne zu zögern das Messer in den Kopf des kleineren Beißers sinken, sodass dieser aufstöhnte und zu Boden ging. Nach ihm schnappend, versuchte sich der schmale Beißer zu befreien, aber Jason stemmte sich gegen den Stock, hielt den Beißer auf dem Boden und trat auf ihn zu, ließ auch hier sein Messer im weichen Schädelknochen verschwinden. Sofort wurde die Kreatur ruhig und nun tatsächlich leblos.
Der Arzt hob den Blick und sah zu Aaron, ob dieser mit dem letzten der Beißer zurechtkam.

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#10

RE: Februar 2023 - You comin'? Or not? - Aaron & Jason

18.01.2024 18:28
Aaron Marquand Aaron Marquand (gelöscht)
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Auch Jason kam zu dem Schluss, dass es in anderen Kolonien keinen so gut ausgebildeten Menschen gab, wie er einer war. Insofern stimmte es schon, dass der Arzt ein ziemlich kostbarer Schatz war, den sie gut hüten mussten. Doch Aaron wollte in dem Mann als mehr als nur seine Funktion sehen, was auch mit ein Grund war, aus dem er ihn begleitete. Wenn Jason sagte, die Vorräte waren knapp und er wollte einen höheren Standard bei seinen Behandlungen bieten, war das auch Aarons Herzensangelegenheiten. Gerade in Sachen Medizin und Gesundheit sollten sie keine Mühen scheuen.
Durch Bündnisse und dem Wunsch, weiterhin Menschlichkeit walten zu lassen und niemanden abzuweisen, der Hilfe benötigte, mussten sie mit ihren Ressourcen entsprechend haushalten. Aaron war in seinem alten Leben als NGO-Arbeiter in Afrika tätig gewesen, er hatte dort mancherorts die sogenannte Triage mitbekommen. Denn auch dort waren die Vorräte furchtbar knapp gewesen und nicht jede Person konnte genügend behandelt werden. Er hatte nicht zu den Ärzten gehört, aber ihre Geschichten hatten sein Herz berührt.
»Am Ende ist es schon irgendwie eine logische Entscheidung«, erwiderte er traurig. »Man hilft zuerst den Kindern, denn sie sind unsere Zukunft. Dann der Person, die am ehesten überlebensfähig ist. Es sollte egal sein, woher sie stammen und welche Sympathie man ihnen gegenüber hegt. Ich könnte so eine Entscheidung jedoch nicht fällen, deswegen bin auch nicht Arzt geworden.« Aaron lächelte schwach. Er würde sich nicht abgrenzen können und auf jeden Fall emotionalgetriebene Entscheidungen treffen. Ob er sich dem Unverständnis und der Wut der Angehörigen jener Person aussetzen könnte, der er im Zweifel zu spät geholfen hatte, bezweifelte er ebenfalls. »Hast du in deiner Ausbildung etwas dazu gelernt? Anhand welcher Kriterien ein Arzt so eine Entscheidung zu fällen hat? Gab es ... in der kurzen Zeit vor dem totalen Chaos nicht auch eine Art Triage, weil die Krankenhäuser völlig überfüllt waren?« Vielleicht würde es Jason helfen, sich daran zu erinnern. Auch wenn Aaron natürlich nicht wusste, in welcher Lage der Arzt sich beim Ausbruch der Seuche befunden hatte. Aber im Zweifel würde er jetzt ein bisschen was von Jasons Vergangenheit erfahren. Und hoffentlich keine alten Wunden aufreißen.

Vielleicht hatten sie also doch noch eine Weile was zu reden, während sie den Weg zu ihrem Ziel entlang schritten. Doch selbst wenn dieses Gespräch nicht ewig währte, so fand Aaron auch die Stille schön. Bis sie dann doch ein etwas besorgniserregendes Geräusch aus dem Dickicht hörten. Es könnte alles Mögliche sein, doch Aaron hielt es für sicherer, einmal nachzuschauen. Er mochte keine Überraschungen, die sie im Zweifel später und zu einer weitaus ungünstigeren Gelegenheit einholen könnten.
Leider versetzte das, was Aaron fand, ihn in eine kurze Schockstarre, die ihn das Leben hätte kosten können. Es war eine fatale Situation, die er normalerweise besser zu händeln in der Lage war. Vielleicht spielte es jetzt doch mit rein, dass er so viel an seine Familie gedacht hatte und sie vermisste.
Jason rettete ihn und holte ihn mit einem leichten Schubser zurück in die Realität. Hatte er wirklich so lang gebraucht, dass der Arzt ihm hinterherkommen musste? Das schlechte Gewissen meldete sich, aber auch dafür war gerade kein Platz. Aaron nahm sein Messer fester in die gesunde Hand. Er war froh, dass sich Jason um das Kind kümmerte, und wandte den Blick ab. Ihm reichten die Geräusche. Außerdem war noch ein Beißer übrig, der auf Aaron zuwankte. Er nutzte seinen Metallarm, um ihn von sich fernzuhalten, und stach dann zu. Das alles war weniger Minuten erledigt und es kehrte wieder Stille auf der Lichtung ein.
Aaron wischte seine Klinge an der Kleidung des Zombies ab und steckte sie wieder weg. »Alles okay?«, fragte er an Jason gerichtet und wandte ihm auch seinen Blick zu. »Tut mir leid, wenn ich Kinder in diesem Zustand sehe ... dreht sich mir alles um. Wahrscheinlich, weil ich inzwischen selber Vater bin.«

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#11

RE: Februar 2023 - You comin'? Or not? - Aaron & Jason

04.05.2024 14:54
Jason Avery Jason Avery (gelöscht)
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„Am Ende ist alles eine logische Entscheidung, die Frage ist nur wie sehr der Mensch welcher die Entscheidung fällt es schafft, seine oder ihre Emotionen zurückzustellen“, antwortete Jason und zuckte mit den Schultern, „Vielleicht wollte mich deshalb damals der Unfallchirurg auch eigentlich gerne in seinem Fachgebiet haben. Da ich nie aus einer Emotion heraus entscheide, sondern immer die Logik walten lasse. Du sagst man hilft zuerst den Kindern, da wiederspreche ich dir. Ich würde keine Ressourcen an ein Kind vergeben, wenn ein Erwachsener eine bessere Überlebenschance hat. Besonders dann, wenn die Chance des Kindes sowieso sehr gering ist die Verletzung oder um was es sich auch immer handelt zu überleben. Das mag für dich hart klingen, mir wurde dies auch schon immer wiedergesagt, doch ich sehe das anders. Für mich gilt Logik – vor allem anderen.“
Kurz schwieg er, als er über eine große Wurzel stieg, ehe er dann fortfuhr, „Ja, auch vor der Apokalypse gab es Triage. Besonders bekannt ist das natürlich im militärischen System oder bei Ressourcenknappheit. Bei größeren Epidemien, Pandemien oder lokalen Seuchen. Während meines Studiums war ich ein Jahr in Argentinien, dort war Triage ein Teil von täglichen Entscheidungen, immer wieder. Eine völlig andere medizinische Versorgung dort, im Vergleich zu hier in der USA. Mir war es in der Notfallmedizin aber zu… hektisch, chaotisch, unvorhersehbar. Daher hatte ich meinen Schwerpunkt auf die Herzchirurgie gelegt, dort ist es ruhig, vorbereitet, organisiert und angenehm. Für mich zumindest.“
Damit schwieg er dann wieder. Mit seinen Worten sollte er Aarons Fragen durchaus zufriedenstellend beantwortet haben. Ob ihn der andere Mann nun für grausam hielt, weil er nicht automatisch Kinder bevorzugte – wusste er nicht. Aber wirklich interessieren, was andere Menschen über ihn dachten, tat es Jason ja auch nicht.

Die Situation mit den Beißern endet für Jason deutlich aktiver als erwartet. Eigentlich hatte er sich aus solchen Situationen ja grundsätzlich fernhalten wollen, aber manchmal musste er eben. Und bevor er Aaron an die Beißer verlor, schritt er dann doch ein. Sein Messer landete in den Schädeln der beiden Beißer, sodass bald Stille auf der Lichtung eintrat. Jasons eisblauer Blick wandte sich zu Aaron, sein Begleiter hatte sich also doch noch dazu entschieden sich zu bewegen. Der letzte Beißer ging zu Boden und auch Jason reinigte seine Klinge, ehe er diese wieder in der Scheide an seinem Gürtel verschwinden ließ. Innerlich schüttelte er sich, hasste er es sich um die Untoten kümmern zu müssen, ein weiterer Grund warum er eigentlich gerne eine Gruppe dabeigehabt hätte. Es ärgerte ihn innerlich immer noch, dass der Rat seine Logik nicht hatte einsehen wollen.
„Mir geht es gut. Bist du gebissen worden?“, stellte Jason ebenfalls die Rückfrage, dass was wichtig war. Andere Verletzungen waren okay, aber ein Biss war etwas Anderes.
„Es sind keine Kinder mehr Aaron. Es sind Beißer, sie handeln immer gleich und folgen dem Trieb Fressen und diese verdammte Seuche weiterverbreiten. Egal in welcher Größe sie dir begegnen“, meinte der Arzt nur, ging zu Aaron hinüber und besah sich seinen Körper. Nein, er schien wirklich nicht gebissen oder verletzt zu sein. Auf den emotional-psychischen Zustand seines Begleiters konnte der Kanadier nicht eingehen, dafür war er nicht der richtige Arzt.
Weswegen er sich dann umdrehte und mit den Worten, „Komm, wir gehen weiter.“, den Wald verließ und zum Weg zurückkehrte.

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#12

RE: Februar 2023 - You comin'? Or not? - Aaron & Jason

05.07.2024 10:37
Aaron Marquand Aaron Marquand (gelöscht)
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Jasons Worte trafen Aaron hart, denn die Vorstellung, ein Kind sterben zu lassen, war einfach unerträglich für ihn. Genau, wie immer die Logik vorzuschieben. Was der Arzt sagte, war genau das ... logisch. Und Aaron beneidete ihn fast darum, die Dinge so sehen zu können. Es machte vieles sicher einfacher. Andererseits machte Aaron seine Gefühlswelt zu dem Menschen, der er war. Genau wie es wohl bei Jason mit der kühlen Analytik war. Das musste Aaron akzeptieren und das tat er auch. Sie waren grundverschieden, aber das musste sie nicht entzweien. Weswegen er verstehend, wenn auch ein wenig traurig nickte. »Du hast recht, es klingt hart. Aber ich bin trotzdem froh, dass du diese Sichtweise hast. Nicht jeder könnte solche Entscheidungen treffen, aber du kannst es und das ist verdammt wichtig. War es schon damals und heute umso mehr.«
Er hörte schweigend zu, als Jason von seiner Zeit in Argentinien berichtete und von seinen Beweggründen, Herzchirurg zu werden. Aaron konnte das verstehen, auch wenn er nicht mehr viel dazu sagte. »Du musst deine alte Arbeit vermissen. Ein Arzt in der Apokalypse zu sein ... das stelle ich mir noch härter vor als in Argentinien.«

Wie wenig sich Aaron von seinen Gefühlen abgrenzen konnte, zeigte sich bei dem Aufeinandertreffen mit den Beißern. Dabei war er doch ein Endzeit-Veteran, lebte nicht erst seit gestern in der Zombieapokalypse. Der Umgang mit den Untoten war inzwischen Routine geworden, aber offenkundig war man auch als alter Hase nicht vor Fehlern gefeit. »Mir ist nichts passiert«, antwortete Aaron, nachdem er einen kurzen Selbstcheck durchgeführt hatte. Und auch Jason war okay. Es war also gerade noch mal gut gegangen.
»Logisch betrachtet weiß ich das«, gab er zurück, als der Arzt ihn wegen dem Kind belehrte. »Aber sie waren mal Kinder und das ist es, was mich beschäftigt.« Jedes ausgelöschte Leben war furchtbar, aber bei den Kleinen war es einfach immer zu früh und einfach nur schrecklich.

Aaron schüttelte seine Gefühle ab, so gut es ging und folgte Jason zurück auf den Weg. In der Tierklinik würde sie wahrscheinlich auch noch die ein oder andere Überraschung erwarten, aber hoffentlich welche, mit denen er besser umgehen konnte. Der Arzt bereute es womöglich schon, ihn mitgenommen zu haben.
Das Gebäude und das Areal, in dem es lag, kam schon bald in Sicht. Aaron hob sein Jagdgewehr, um durch das kleine Sichtfernrohr die Lage zu checken. »Hm. Ich sehe mindestens drei Beißer, die in nächster Nähe sind.« Er wandte sich Jason zu. »Diesmal stelle ich mich besser an als eben«, versprach er mit einem Lächeln. »Willst du mitkommen oder wartest du lieber, bis der Weg frei ist?«

@Jason Avery

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#13

RE: Februar 2023 - You comin'? Or not? - Aaron & Jason

30.12.2024 15:01
Duo Maxwell 2.183 Beiträge
Alter
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Aufgabe
Schneider

@Jason Avery und @Aaron Marquand

Ist das Play hier noch aktiv?
Gebt mir bitte bis zum 14.01.25 bescheid. Daumen hoch /oder runter reicht schon ;-)


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