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THE DEAD DON’T DIE
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#121

RE: I need an option, a reason and some hope. I need you. | August 2023 | Cara, Edward, Alphonse, Atticus

03.04.2023 22:01
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Es war ja nicht so, als würden Ed und Feivel durch die Welt ziehen und ständig Unschuldige ermorden. Sie beschränkten sich auf ihre Gegner und AJ hatte auch nie den Wunsch verspürt, Menschen zu töten, die ihm freundlich oder neutral gesinnt waren. Bei Violet waren die Grenzen leider verrutscht. Beim ersten Mal hatte AJ früh genug aufgehört und sie nicht totgeprügelt. Jetzt hatte er einen endgültigeren Weg gewählt, um eine eventuelle Bedrohung durch sie zu tilgen. Ob damit jetzt sämtliche Ketten seines mörderischen Charakters gesprengt worden waren? Machte er jetzt vor niemandem mehr Halt? Noch so ein Gedanke, der sich ihm leider aufdrängte und zutiefst verunsicherte. War er dann nicht auch eine Gefahr für seine Eltern und für Atticus? AJ traute sich gerade nicht mehr selbst über den Weg. Edward hatte etwas sehr Vernichtendes zu ihm gesagt, indem er angedeutet hatte, ihn falsch erzogen zu haben und alles, das er ihm beigebracht hatte, infrage stellte. Damit hatte er Feivel sämtlichen Boden unter den Füßen weggezogen und das würde etwas sein, das noch lang nachwirken würde, egal, wie es von nun an weitergehen würde. AJ fühlte sich leer, denn wenn all seine ausgeprägten Charakterzüge falsch waren, wer war er dann? Und war die Liebe, die ihm seine Eltern und Atti entgegenbrachte dann überhaupt gerechtfertigt? Liebten sie nicht eine Person, die es gar nicht geben sollte?
Diese Gedanken waren mit der Grund, weswegen er Attis Worte nicht so recht annehmen konnte. »Ich hoffe es ...«, murmelte er nur leise. Sein Partner klang ja wirklich so, als würde er bei ihm bleiben und an seiner Seite stehen wollen. Das gab AJ tatsächlich Zuversicht. Aber was Ed anging ... war er sich einfach nicht sicher. Klar, dies stellte nicht den ersten schlimmen Streit dar. Aber irgendwann war eine Grenze erreicht, ein point of no return. Und Cara? Die konnte AJ sowieso nicht einschätzen. Sie war oft so kühl wie eine Eisstatue, obwohl sie bereits emotionale Gespräche geführt hatten. Vielleicht baute sie ja eine Mauer auf, weil sie längst erkannt hatte, was für ein Monster ihr Sohn war.

Feivel blickte Atticus an, als dieser tatsächlich Verständnis zeigte, was Violets Übergriffigkeit anging. »Ich wollte nie, dass es so eskaliert. Und vermutlich lässt sich ihre ... Obsession auch irgendwie erklären. Vielleicht war sie letztlich sogar harmlos. Aber für mich war es trotzdem wie ständiger Missbrauch. Sie hat einfach nie gehört, weder auf mich, noch auf Ed. Es ist ja nicht nur so, dass ich Nähe ... nicht gut annehmen kann. Sie tut mir auch physisch weh.« Ob da tatsächlich Nervenenden reagierten oder es ein Phantomschmerz war, wusste AJ nicht. Aber er fühlte es nun mal. Auch Atticus Körperkontakt brannte und prickelte wie kleine Stromschläge auf seiner Haut. Aber das war etwas völlig anderes. Feivel fand Gefallen daran, er brauchte dieses Gefühl inzwischen wie die Luft zu Atmen. Doch das stellte die einzige Ausnahme dar. Was er vielleicht dazu sagen sollte, damit sein Partner sich nicht schlecht fühlte. Es war gerade aber so selbstverständlich für ihn, dass er es nicht aussprach. Sein Fokus lag ohnehin noch bei den jüngsten Ereignissen.
Atticus sah in ihm ja immer noch den Teenie, den es laut Ed nicht geben sollte. Feivel konnte sich von diesem Gedanken leider nicht lösen. Und deswegen erneut die liebevollen Worte nicht annehmen. »Wir ... werden sehen«, raunte er nur. Immerhin hatte Atti schon in Aussicht gestellt, dass er noch nicht einschätzen konnte, was die Geschehnisse ändern würde. Also konnte sich Feivel auch nicht darauf verlassen, dass sein Partner in ein paar Tagen immer noch so denken würde.

@Atticus Keene

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#122

RE: I need an option, a reason and some hope. I need you. | August 2023 | Cara, Edward, Alphonse, Atticus

03.04.2023 23:02
Atticus Keene Atticus Keene (gelöscht)
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Atticus war gerade ja selbst noch ziemlich durch den Wind und bemerkte schnell, dass seine Worte Feivel nicht wirklich beruhigen oder aufbauen konnten. Trotzdem blieb er hartnäckig und wollte ihm zeigen, dass er nicht alleine war. Atticus war Schwierigkeiten gewohnt. Schier sein gesamtes Leben bestand nur aus Schwierigkeiten. Und wenn es ihm gelungen war seinem Dad seine grässliche Tat zu vergeben….. wie könnte er Alphonse nicht verzeihen? Mancher mochte sagen ein Menschenleben zu nehmen war grausamer als Nötigung. Für Atticus hielt sich das aber ziemlich die Waage. Bei Joey war er sogar noch mehr ausgerastet, weil er Angst davor gehabt hatte, zu werden wie er. Weshalb er auch verstehen konnte, weswegen Edwards Worte für Feivel so vernichtend waren. Sie waren zwar nicht blutsverwandt… aber er hatte ihn groß gezogen. Und nun hatte er ihm förmlich gesagt, dass das Endergebnis fehlerhaft war. Das würde doch jede Kinderseele zerstören. Egal wie alt derjenige auch war… Atticus konnte Feivel also besser verstehen als dieser es vermutete. Konnte es aber auch nicht so gut in Worte fassen.
Es war neu für ihn zu hören, dass körperliche Nähe Feivel tatsächlich physisch weh tat. Er ging allerdings nicht davon aus, dass es bei ihm auch so war. Das war auch für ihn selbstverständlich. Trotzdem lernte er wieder etwas Neues das ihn schockierte. Dadurch war sein Handeln aber auch wieder ein stückweit nachvollziehbarer für ihn.
„Wir werden nie erfahren was passiert wäre, wenn du sie am Leben gelassen hättest. Vielleicht hätte sie sich auch umgebracht, weil sie mit der Zurückweisung nicht klar gekommen wäre…“
Irgendwie erschien ihm das fast wahrscheinlicher, nach allem was er über ihren Charakter gehört hatte. Vielleicht hätte sie auch versucht Ed emotional zu erpressen, indem sie angedroht hätte sich selbst zu töten. Denn wie eine Mörderin hatte sie tatsächlich nicht gewirkt. Wie jemand, der aus Verzweiflung zu ebenso verzweifelten Mitteln griff, um Aufmerksamkeit zu bekommen, jedoch schon. Und ob das im Endeffekt besser gewesen wäre? So hatte Alphonse ihr wenigstens eine Menge Leid erspart. Aber das sagte er nun lieber nicht. Denn falsch war die Tat trotzdem gewesen und bestärken wollte er ihn nun auch nicht unbedingt darin. Sonst würden die Grenzen vielleicht nur noch weiter verschwimmen.
Es war ja schon so, dass Atticus sich in den kommenden Tagen manchmal fragte, wie sich das alles mit Feivel noch entwickeln würde. Darüber nachdachte wie es wäre, wenn sie mal heftig stritten. Vielleicht sogar kurz davor waren sich zu trennen. Wäre AJ fähig dazu Atticus ebenfalls etwas anzutun? Mit 100%iger Gewissheit konnte er diese Frage in seinen Gedanken nicht verneinen. Aber er war dennoch bereit das Risiko einzugehen. Weil sein Herz ihm eigentlich sagte, dass das Schwachsinn war! Und AJ ihm niemals weh tun würde.
Aber manchmal drängten sich solche kleinen, ungewollten Zweifel eben trotzdem auf. Dennoch war Atticus weiterhin für Alphonse da. Selbst wenn die Stimmung sehr… gedrückt war. Im Lager redete kaum jemand ein Wort. Edward bekam man die meiste Zeit kaum noch zu Gesicht. Und wenn er mal da war.. herrschte eisige Stille.
Selbst mit Cara redete er kaum und zog sich sehr zurück. Denn auch er hatte viel zu verarbeiten und zu reflektieren. Nicht nur Feivels Tat.. sondern vor allem seinen Anteil daran. Das war etwas, das gerade sehr an ihm nagte. Erst mal musste er wieder mit sich ins Reine kommen. Seine eigenen Fehler akzeptieren.. nur dann könnte er wieder einen Schritt auf AJ zumachen. Aber das war hart… denn gerade fühlte Edward sich auf ganzer Linie wie ein völliger Versager. Und Feivel war das Produkt seines Versagens, welches ihm nun permanent den Spiegel vorhielt. Weshalb er mit seinem Sohn gerade einfach nicht sprechen konnte. Es war zu hart.. und schmerzhaft.

Auch Atticus fühlte sich zurzeit permanent unbehaglich. Egal, ob mit Cara und Ed oder mit Feivel alleine. Er versuchte für ihn da zu sein, kam aber selbst nicht so recht an seinen Freund heran. Er sah wie er litt.. und würde am liebsten etwas sagen, damit sein Vater und er sich wieder vertrugen! Aber die Situation war derart verfahren, dass er leider nichts ausrichten konnte. Und Ed ihm auch gar kein Gehör spendete.
Irgendwann hielt Feivel diese Stimmung im Camp nicht mehr aus und meinte, er würde etwas Abstand brauchen. Atticus kam natürlich mit ihm.. denn nach wie vor hielt er sich an sein Versprechen, für ihn da zu sein und ihn nicht alleine zu lassen.
Also folgte er ihm. Womöglich konnte etwas Abstand ihnen allen nicht schaden. So konnten Ed und Cara vielleicht in Ruhe miteinander reden und auch Atti und AJ konnten sich vielleicht wieder etwas annähern?
Sie liefen eine ganze Weile.. es war also bereits abends, als sie eine alte Scheune fanden, die sich perfekt zum Übernachten zu eignen schien.
„Ich habe ewig nicht mehr in weichem Heu geschlafen!“
Sagte Atticus deshalb sogar euphorisch. Er wollte gerne… so viel Normalität wie möglich zurück in ihr Leben bringen und Feivel deshalb ein bisschen von all dem Mist der letzten Tage ablenken.
Also nahm er seine Hand und lief mit ihm ins Innere. Sie entzündeten eine kleine Laterne und stellten sie auf einem der Holzbalken ab. Ehe Atti Feivels Hand nahm, um ihn mit sich zu ziehen und sich mit vollem Karacho ins Heu zu werfen.

@Alphonse Drummer



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#123

RE: I need an option, a reason and some hope. I need you. | August 2023 | Cara, Edward, Alphonse, Atticus

03.04.2023 23:39
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Darüber, dass ihn Körperkontakt sogar schmerzte, redete Feivel auch nicht so gern. Atti war tatsächlich der Erste, der es erfuhr. Vielleicht hätte er es auch Ed sagen sollen, der wusste ja auch sonst so gut wie alles über ihn. Aber mit der Pubertät kam eben auch ein gewisses Schamgefühl. Über körperliche Eigenheiten zu sprechen war eine große Hürde, immer noch. Obwohl Ed bei dem Aufklärungsgespräch ja wirklich gute Arbeit geleistet hatte. xD Dennoch wollte Feivel seine Besonderheiten nicht noch mehr herausstellen. Es reichte, dass alle wussten, wie vernichtend unerwünschte Nähe für ihn war, selbst wenn eine freundlich gesinnte Person sie ihm schenkte. Und als Kind hatte er sowieso nicht verstanden, was da los war. Vielleicht hatte er da schon mal geschrien, dass es brannte, wenn man seine Hand nahm oder so. Aber das war leicht abzutun, als etwas, das sich im Alter schon wieder geben würde. Er und Ed hatten darüber jedenfalls nie gesprochen. Ob sich sein Dad denken konnte, dass mehr dahinter steckte, wusste Feivel demnach nicht. Aber zumindest Atticus wusste es nun und konnte seinen Freund wieder ein wenig besser einschätzen.
»Möglich«, erwiderte er, als sie über Violet sprachen. Das war tatsächlich ein Szenario, das er nicht bedacht hatte. Aber vielleicht hätten sie sie ja irgendwohin bringen können, wo man ihr hätte helfen können. Wo sie nicht mehr allein gewesen wäre. Aber darüber nachzudenken, brachte nichts mehr. Feivel hatte den Mord begangen und versuchte nicht länger, das vor sich zu rechtfertigen. Mit den Konsequenzen musste er nun irgendwie leben. Sich neu orientieren. Herausfinden, wer er war und noch sein konnte. Für sein Dad war er vielleicht ein fehlerhaftes Endprodukt, für das es keine Hoffnung mehr gab, aber AJ hatte sein Leben eigentlich selbst in der Hand. Wenn er in den Drummer-Grundsätzen und seiner eigenen Familie keinen Frieden und Grund zum Weitermachen mehr finden würde, musste er sich etwas anderes suchen. Denn Aufgeben kam nicht wirklich infrage. Dass Atticus so sehr für ihn da war und ihn unterstützte, half ungemein. An die Zukunft mit ihm konnte Feivel noch glauben. Während das Verhältnis zu seinen Eltern leider weiter den Bach runterging und sich kaum noch kitten ließ.
Cara versuchte, zu vermitteln und auf beide zuzugehen, aber die Männer in der Drummer-Familie waren kaum zu erreichen, wenn sie sich abschotteten. Weswegen sie auf Granit biss und letztlich ebenso nur geduldig abwarten konnte wie Atticus. Sie machte sich allerdings tatsächlich mehr Sorgen um Edward. Feivel schien sich zumindest von seinem Freund auffangen zu lassen. Das Familienoberhaupt hingegen war allein und ignorierte jeden in diesem Lager.

AJ ertrug die Stimmung irgendwann nicht mehr. Immer wenn er Ed begegnete, sah er dessen Enttäuschung und Vorwürfe in dessen Mimik. Wegen Violet hatte er das sicher verdient. Aber wie sollte seine innere Leere heilen und er herausfinden, wer verdammt noch mal er neben eines Fehlers noch sein konnte und wollte ... wenn ihm ständig Abscheu entgegenschlug? Mit Cara konnte er gerade genauso wenig anfangen. Der Einzige, den er um sich herum aushielt, war Atti. Obwohl die Nähe jetzt schon wieder schwierig war und unangenehm brannte. Feivel war einfach zu zerrüttet im Moment. So verloren hatte er sich nicht mehr nach der Sache in Haus Lust gefühlt.
Er und Atti liefen und liefen, so weit ihre Beine sie bis zum Abend trugen. Das tat wirklich gut. Es half gegen den Eindruck, stillzustehen und festzustecken. Aber für die Nacht mussten sie wohl oder übel Schutz suchen und entschieden sich für eine alte Scheune. Sie war verlassen und auch Beißer tummelten sich hier keine, weswegen sie ohne Probleme hineingehen und es sich gemütlich machen konnten. Da es schnell dunkel wurde, mussten sie für eine Leuchtquelle sorgen. Offenes Feuer kam hier drin logischerweise nicht infrage. xD Also musste eine Laterne herhalten.
Weiter als bis hierhin hatte AJ nicht gedacht. Er hatte einfach fortgewollt aus dem Lager. Vornehmlich, um nachzudenken. Da Atti mitgekommen war und ihn offenkundig nicht allein lassen wollte, fiel es Feivel jedoch schwer, sich einfach abzuschotten. Obwohl es dringend nötig wäre. Doch er hatte Angst, ihn vor den Kopf zu stoßen. Jetzt noch mehr als je zuvor. Denn auch die Panik, er würde es sich noch anders überlegen und ihn doch verlassen, war nach wie vor sehr real.
Feivel ließ sich also mit ins Heu ziehen und starrte an die Decke. »Ich bin ganz schön müde«, sagte er irgendwann. »Ist es okay, wenn wir direkt schlafen?« Er wollte jetzt nicht reden, keinen Sex haben und auch nicht anderweitig abgelenkt werden. Daher versuchte er, sich mit Schlafbedürfnis rauszureden. Dann konnte er ohne schlechtes Gewissen nachdenken, sobald sein Partner eingeschlummert war. Natürlich könnte er diesen Wunsch auch einfach aussprechen. Aber ›einfach‹ war gerade überhaupt nichts in AJs Augen.

@Atticus Keene

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#124

RE: I need an option, a reason and some hope. I need you. | August 2023 | Cara, Edward, Alphonse, Atticus

04.04.2023 20:30
Atticus Keene Atticus Keene (gelöscht)
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Ed hatte manchmal ja schon das Gefühl, dass Feivel ein bisschen übertrieb bei seinen Eigenheiten oder sich manche Dinge nur einredete. Das waren wohl einfach Dinge… die man nur verstehen konnte, wenn man sie selbst erlebt hatte. Egal wie sehr man versuchte sich in den anderen hinein zu versetzen. Atticus konnte es auch nicht nachvollziehen oder sich vorstellen, wie es sein musste in Feivels Haut zu stecken. Aber er akzeptierte einfach, dass es so war und stellte es nicht in Frage. Denn er zweifelte seine Gefühle oder Empfindungen nicht an, sondern nahm sie einfach als gegeben an. Vielleicht war er da weniger verbohrt wie Edward. Womöglich lag das ja am Alter oder so… die neuen Generationen waren ja häufig offener und verständnisvoller und so..
Das war wohl auch der einzige Grund, weshalb Feivel seine Anwesenheit weiter ertrug. Denn von seinen Eltern schottete er sich vollkommen ab… das konnte auch Atticus sehen und es tat ihm weh. Aber er konnte nichts dagegen tun. Sein Job war es für Alphonse da zu sein.. denn er war sein Freund und würde deshalb immer zuerst auf seiner Seite stehen. Komme was wolle.

Vielleicht entspannte AJ sich ja ein wenig, wenn sie etwas Abstand von dem Drummer Lager suchten. Und so eine romantische Nacht in einer Scheune? Vielleicht konnten sie ja zumindest ein paar Küsse austauschen oder ein wenig kuscheln. Atticus hielt diese ständige, eisige Stimmung nämlich selbst kaum aus. Bei den Wicked war sie an der Tagesordnung. Aber die Drummers waren bisher immer sein heiliges Refugium gewesen. Wo gelacht wurde, man die Liebe förmlich spüren konnte. Das war auch für ihn heilsam gewesen. Aber jetzt fiel das weg.. weswegen auch Atticus sich nicht sehr wohl fühlte.
Also ja.. vielleicht machte er sich ein paar kleine Hoffnungen, dass diese Nacht mit Alphonse mal wieder etwas schöner werden konnte. Deshalb zog er ihn ja auch mit sich ins Heu und wollte ihn gern küssen.
Allerdings fühlte sich das an als würde er einen nassen Sandsack küssen. Der überhaupt nicht reagierte. Stattdessen meinte er, dass er müde war und schlafen wollte? Innerlich seufzte Atticus. Aber nach außen hin trat ein sanftes Lächeln auf seine Lippen und er nickte.
„Na klar…“
Er versuchte zu verbergen, dass er enttäuscht war. Denn er wollte Alphonse sicher keinen Druck machen. Aber es kam ihm schon ein bisschen wie eine fadenscheinige Ausrede vor. Doch er stellte es nicht in Frage.
Atticus verhielt sich gerade wirklich wie ein treudoofes Hündchen, das einfach alles über sich ergehen lassen würde…. nur für das Gefühl irgendwo hin zu gehören. Er wollte diese Familie und dieses Gefühl von jemandem geliebt zu werden so sehr, dass er einfach alles dafür tun würde. Selbst wenn das hieß, erneut zurück zu stecken, von Alphonse auf Abstand gehalten zu werden und sogar einen kaltblütigen Mord zu akzeptieren, obwohl es eigentlich gegen seine Prinzipien ging. Aber er war bereit das alles in Kauf zu nehmen. Nur um ein Teil der Drummers zu sein. Deswegen machte es auch ihn fertig, wenn Zwietracht im Lager herrschte. Denn sein Safeplace war dadurch bedroht! Und er brauchte ihn doch so dringend..
Aber seine eigenen Gefühle spielten nun keine Rolle. Es war AJ dem es schlecht ging.. und der nun im Mittelpunkt stand. Also würde er weiter Verständnis zeigen und legte sich deswegen ins Heu.
An sich heran zog er Alphonse aber dennoch. Damit sie zumindest noch ein bisschen kuscheln konnten. Denn reden schien AJ auch nicht mehr zu wollen, da er ziemlich stumm blieb.
Also schloss auch Atticus irgendwann die Augen und es dauerte nicht all zu lange, bis er in einen tiefen Schlummer versunken war..

@Alphonse Drummer



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#125

RE: I need an option, a reason and some hope. I need you. | August 2023 | Cara, Edward, Alphonse, Atticus

04.04.2023 21:07
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Feivel war dankbar, dass Atticus ihn zu nichts drängte und dem Schlaf zustimmte, obwohl er sich garantiert etwas anderes erhofft hatte. Natürlich tat es AJ leid, ihn so abzuwimmeln und überhaupt, ihre ohnehin nur rar gesäte Zeit ständig mit Schwierigkeiten zu überhäufen. Er musste nur wirklich dringend nachdenken, und zwar allein und unbeobachtet.
Somit wartete er, bis sein Partner eingeschlafen war, und betrachtete ihn noch einen Moment. Schob ihm mit einem leichten Lächeln ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht, bevor er sich vorsichtig aus seiner Umarmung löste und sich erhob. Er nahm die Laterne mit und stellte sie auf eine Holzkiste, die neben ein paar Strohballen stand. Wie morsch diese tatsächlich war, bemerkte er nicht, da er bereits in seinem Gedankensud gefangen war. Er setzte sich an die Scheunenwand und lehnte den Kopf dagegen, betrachtete dann abwechselnd die kleine Flamme und Atti.
Feivel stand ja eigentlich gern im Mittelpunkt und genoss die Aufmerksamkeit. Allerdings nur, wenn er glänzen konnte. In letzter Zeit musste man sich entweder ständig Sorgen um ihn machen, ihn retten oder er wurde angeschrien, verteufelt und als Enttäuschung gesehen. Womöglich war das nun ein wenig zu oft geschehen. Vorher war sich Feivel zwar bewusst gewesen, irgendwie anders zu sein, aber da Emotionen für ihn nicht so eine große Rolle gespielt hatten, war ihm viel von seinem Umfeld verborgen geblieben und er hatte es verdrängen können. Inzwischen war AJ jedoch definitiv von seinem hohen Ross gestiegen. Er befand sich durch mehr Offenheit und Selbstreflexion mehr auf Augenhöhe mit den anderen. Aber es war immer noch nicht genug. Ob es tatsächlich an Edwards Erziehung lag, oder einfach etwas in AJs Psyche nicht richtig lief ... tja, wer wusste das schon? Jedenfalls konnte es so nicht weitergehen. Er musste dringend eruieren, was noch übrig blieb. Das Ziel, ein guter Sohn zu sein, konnte er wohl als gescheitert ansehen. Aber ein guter Partner ... das war noch möglich. Und vielleicht irgendwie ... ein besserer Mensch? Einer, an dessen Seite man sich gern befand und der nicht ständig sein Umfeld enttäuschte oder sich wie ein Gefühls-Neanderthaler verhielt. Wie wurde man zu so jemandem? Feivel wünschte sich automatisch eine Anleitung dafür. Und das war Teil des Problems. Bücher boten eine Menge Wissen, aber sie ersetzten keine Lebenserfahrungen und Schlüsselmomente.
Genau so einer war jetzt gekommen. In der Tatsache, ein Fehlprodukt zu sein, lag auch eine Chance. Feivel könnte die Weichen neu stellen. Seine bisherigen Überzeugungen und Glaubenssätze hinterfragen und sich trauen, neue Grenzen abzustecken. Edward war immer sein Vorbild gewesen, doch da dies offensichtlich ein Fehler gewesen war, musste sich Feivel ein neues suchen? Oder für sich selbst denken. Was er eigentlich dachte, getan zu haben ... nur ging das ebenfalls nach hinten los.
Sollte er nehmen, was noch übrig war und es ausgestalten? Vielleicht konnte Atticus ihm ja helfen. Mit ihm zusammen konnte er sich sowieso alles vorstellen. Also mit wem sollte er sonst voranschreiten, wenn nicht mit ihm? Selbst wenn das Enddatum schon vorbestimmt war. Nämlich sobald der Frühling anbrach und Atti zurück zu den Wicked musste. Aber vielleicht würde AJ dann einfach ... nach Balar gehen und ins Cottage. Von seinen Freunden lernen und nicht mehr die Augen verschließen vor Charakterzügen und Fertigkeiten, die er bisher als unnütz erachtet oder die er nicht verstanden hatte. Und in der Zeit der Trennung dazu lernen. Menschlicher werden.
Es klang so einfach, doch er machte sich keine Illusionen. Aus seiner jetzigen Haut zu schlüpfen würde schwierig werden. Seine Eltern schloss er bei diesen Gedankengängen zudem vollständig aus. Das wollte er nicht ewig tun. Aber vielleicht konnte er ja um Vergebung bitten und sie tatsächlich erwarten, wenn ... er Feivel 2.0 war.
Diese Pläne sorgten für Mut in seinem Herzen, das bis eben fast ausschließlich mit Dunkelheit angefüllt gewesen war. In Einsamkeit nachzudenken hatte definitiv geholfen, zumindest eine neue Richtung zu haben. AJ merkte kaum, wie ihm die Augen zufielen, aber er schlummerte mit einem leichten Lächeln auf den Lippen ein.
Mitten in der Nacht ertönte ein Knarzen und Knirschen, das jedoch nicht laut genug war, um die Jungs sofort aufzuwecken. Die Laterne wog zwar nicht viel, aber das Gewicht war stark genug, um den durchgefaulten Holzfasern der Kiste den Rest zu geben. Sie krachte ein und das Feuer hatte freie Bahn. Die Flammen breiteten sich rasend schnell aus, erklommen das staubtrockene Heu. Binnen weniger Minuten würde die gesamte Scheune mit ätzenden Qualm und glühender Hitze erfüllt sein.

@Atticus Keene

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#126

RE: I need an option, a reason and some hope. I need you. | August 2023 | Cara, Edward, Alphonse, Atticus

04.04.2023 21:41
Atticus Keene Atticus Keene (gelöscht)
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Feivel hätte ihm durchaus sagen können, dass er gern etwas Zeit für sich haben wollte. Dann hätte Atticus auch draußen gewartet und Wache geschoben oder so. Aber das tat er nicht.. also rollte er sich irgendwann zur Seite und schlief tief und fest ein. Im Heu war es so angenehm.. auch wenn es ein bisschen piekste. Aber trotzdem noch angenehmer als auf dem Zeltboden.
Manchmal vermisste er ja schon sein Bett bei den Wicked, so als völliger Nomade zu leben wäre wohl auch für ihn auf Dauer keine Option. Dazu war er viel zu ‚verwöhnt‘ von all dem Luxus, den er bei den Wicked genoss.
Er hingegen dachte heute nicht mehr viel nach, er war erledigt und zu viel Gedankenchaos laugte ihn aus. Weswegen er einfach nur tief schlummerte und nicht mitbekam, wie Feivel sich von ihm entfernte.
Oder auch sonst nichts von dem, was hier gerade passierte.
Er wurde erst wieder wach, als er plötzlich husten musste.
Dachte im ersten Moment, vielleicht war ihm ein Insekt in den Mund geflogen oder so. Aber dann war da auch dieser Geruch.. der sich in seine Sinne vordrängte. Weswegen er die Augen öffnete, die sofort zu brennen begannen. Denn da war überall Rauch! Scheiße!!
Er hustete heftiger und erblickte nun auch die lodernden Flammen, die bereits den Großteil der Scheune umschlossen hatten. Selbst hoch an die Decke waren sie schon geklettert, weshalb es nur eine Frage der Zeit war, bis hier alles in sich zusammen stürzte.
Sofort sprang er auf und blickte sich um. Shit.. wo war Alphonse??
„AJ??“
Rief er hustend und zog sich sein Shirt aus, um es sich vor Mund und Nase zu halten. Denn er wusste… das Tödliche an solchen Situationen war nicht das Feuer per se, sondern vorher starb man an einer Rauchgasvergiftung. Was das Überleben betraf war er bei den Wicked ausreichend geschult worden.
Weshalb er auch kein Fenster einschlug, denn er wusste, das würde die Flammen nur noch heftiger lodern lassen, kaum dass Sauerstoff hier eindrang.
Er sah sich hektisch um, während seine Augen tränten. Er konnte AJ nirgends sehen. Aber die Scheune war geschlossen und sein Rucksack stand auch noch hier. Mit seinen kostbaren Büchern. Er wäre niemals ohne ihn irgendwo hin gegangen.
Also musste Atti ihn einfach finden. Vielleicht war er ja aufs Klo gegangen? Aber auch sein Katana war noch hier. Und ohne würde er sich niemals nach draußen begeben, nicht, nach dem was bei den Wicked passiert war.
Er war also noch hier drin und Atticus musste ihn finden. Er versuchte noch ein paar Mal nach ihm zu rufen, aber seine Stimme versagte, weil er ständig husten musste.
Er sah kaum etwas, während er sich durch die Scheune arbeitete. Er musste höllisch aufpassen, denn das Flammenmeer wurde immer destruktiver und größer. Er hatte wirklich das Gefühl zu verbrennen! Diese Hitze war unerträglich. Der Rauch aber noch schlimmer. Also stolperte er halb blind durch die Scheune, bis er dachte.. etwas an der Mauer erkennen zu können.
„A….hust hust.. J???“
Rief er noch einmal und taumelte auf ihn zu, weil er kaum noch Luft bekam. Da war Alphonse. Saß regungslos auf dem Boden und hatte die Augen geschlossen. War er tot??? Panik stieg in seinem Inneren hoch. Die jedoch auch dazu führte, dass sein Körper durch den Schock weitere Kraftreserven entwickelte. Wodurch es Atticus gelang zu Alphonse zu eilen. Er kniete sich neben ihn und begann ihn zu rütteln.
„Alphonse!! Alphonse!!!“
Schrie er hustend, gab ihm sogar ein Ohrfeige.. aber er regte sich nicht.
Fuck! Natürlich reagierte Atticus schnell und hob Feivel hoch, um ihn in Richtung Ausgang zu tragen. Dazu brauchte er beide Hände, weshalb er sein Shirt einfach fallen ließ und versuchte die Luft anzuhalten so gut es eben ging.
Die beiden Rucksäcke hatte er vorhin schon geschultert, denn AJ würde es ihm sicher nie verzeihen, wenn seine Bücher hier drinnen verbrannten. Oder er sich selbst wegen seinem Skatebord. Außerdem brauchte er vielleicht etwas, um Feivel zu verarzten.
Ehe es ihm jedoch gelang das Scheunentor zu erreichen, krachte direkt vor ihm plötzlich ein Deckenbalken auf den Boden und versperrte ihm den Ausgang
„Scheiße!!“
Fluchte er hustend. Erneut wurde ihm schwarz vor Augen. Aber er musste sich zusammen reißen. Er durfte nun nicht schlapp machen. Sonst würden sie beide hier drinnen verbrennen. Also musste er nun doch ein Fenster einschlagen und hievte Feivel dadurch nach draußen.
Er selbst kletterte sofort hinterher, schnitt sich dabei jedoch recht unschön in die Seite. Aber das spürte er nun kaum.
Erneut packte er seinen Freund und.. stolperte noch einige Schritte mit ihm von der Scheune weg. Falls sie wirklich filmreif explodieren würde oder so. Wer weiß was da drinnen noch so gelagert war. Besser sie waren ein paar Meter entfernt.
Das Husten wurde hier draußen sogar noch schlimmer. Denn seine Lunge brannte wie Feuer, als sie endlich wieder mit Sauerstoff geflutet wurde.
Schmerzerfüllt fasste er sich an die Brust.. weil das wirklich höllisch weh tat und er hastig ein und aus atmete. Doch Feivel.. der reagierte immer noch nicht. Er hustete auch nicht!
Weshalb Atticus sich auch jetzt zusammen reißen und sich auf seinen Freund konzentrieren musste.
Sofort kniete er sich zu ihm und.. fühlte zitternd seinen Puls. Hielt ihm das Ohr vor den Mund um zu sehen, ob er atmete. Aber Fehlanzeige. Nichts von beidem passierte. Oder er war zu hektisch, um es zu spüren.
Tränen stiegen in seine Augen und die lagen nicht an dem ganzen Rauch in der Scheune.
„Nein!! Verdammt Feivel, wach auf!“
Schrie er ihn schluchzend an. Er musste einen kühlen Kopf bewahren, aber das war schier unmöglich, wenn man sah.. wie die Liebe seines Lebens reglos vor einem auf dem Boden lag.
Dennoch begann er ganz instinktiv mit einer Herzmassage und Mund-zu-Mund Beatmung. Ausnahmsweise hatten ihm die Wicked mal was Sinnvolles beigebracht, denn das hatte er wirklich ziemlich gut drauf.
Aber trotzdem reagierte Feivel nicht. Weshalb die Herzmassage fester wurde. Womöglich brach er ihm sogar ein oder zwei Rippen dabei, aber er.. konnte nicht einfach aufhören.
„Bitte!! Bitte komm schon…! Wach wieder auf!!! Du kannst mich nicht alleine lassen!!! Das darfst du einfach nicht!! Nicht du auch noch!!!“
Flehte er schluchzend, bis er irgendwann nur noch verzweifelt auf AJs Brustkorb einboxte und das Gesicht darin vergrub, weil er einfach nicht reagierte…

@Alphonse Drummer



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#127

RE: I need an option, a reason and some hope. I need you. | August 2023 | Cara, Edward, Alphonse, Atticus

04.04.2023 22:14
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Das wollte Feivel ja wiederum auch nicht. Er war ja froh, dass Atti mitgekommen war und selbst für seine Versuche, ihn abzulenken war er dankbar. Nur konnte er es nicht annehmen. Noch nicht. Nach dieser Nacht bestimmt, aber er brauchte erst mal ein paar Stunden, um abseits des Drummer-Lagers eine neue Richtung für sich zu überlegen. Atticus dabei anblicken zu können, half ihm, da sein Freund gerade der einzige Grund war, aus dem sich AJ nicht vollständig der Dunkelheit hingab. Außerdem sah er so friedlich aus, wenn er schlummerte, und Feivel war sich doch bewusst, was für ein beschissenes Leben Atti bei den Wicked hatte. Noch ein Grund mehr, sich nicht zu verlieren. Er wollte auch für ihn wieder stark sein können, denn die traurige Wahrheit war doch, dass die Sache in Haus Lust, die Streitereien mit den Vätern und der Mord an Violet nicht die einzigen Dramen bleiben würden. Da würde noch mehr kommen. Immerhin hatten sie vor, in den Krieg zu ziehen. Es musste sein, damit sich alte Wunden schließen konnten, der Rache Genüge getan wurde und sie endlich wirklich eine Zukunft hatten, die sie selbst gestalten konnten.

Über diese Gedanken schlief AJ ein ... nur hatte er leider nicht das Glück, vom Rauch und von den Flammen zu erwachen. Der Schlaf wurde von gefährlicher Bewusstlosigkeit abgelöst und irgendwann war der Sauerstoffmangel so groß, dass Feivels Organe nicht mehr genügend versorgt wurden. Er stand bereits an der Schwelle zum Jenseits, als Atti ihn ins Freie hievte. Wie verzweifelt dieser um sein Leben kämpfte, bekam er nicht mit.
Bestialischer Schmerz war das erste, das er wahrnahm. Sein gesamter Mundraum sowie seine Luftröhre schienen sich in ihre Bestandteile aufzulösen und nur noch eine klebrige Masse zu bilden. Er bekam kaum Luft, obwohl er gierig versuchte, sie einzuatmen. Sein Brustkorb war taub, wobei er auch dort ein dumpfes Gefühl wahrnahm, was wahrscheinlich den gebrochenen Rippen geschuldet war.
Feivel tastete umher. Seine Augen waren auch irgendwie verklebt. Mit Ruß und Asche, aber das schnallte er gerade nicht. Er wusste ja gar nicht, was passiert war, und konnte gerade eh kaum einen klaren Gedanken fassen. Seine Finger bekamen strubbeliges Haar zu fassen und er griff direkt mal beherzter rein, denn das war gerade der einzige Anker, den er besaß. Und er hoffte sehr, dieses Haar gehörte Atti, und dass ... dieser noch lebte. Offenkundig war etwas Schlimmes geschehen. So langsam hörte Feivel auch das Prasseln von Flammen und Geräusche, die einem Einsturz gleichkamen. Er war nur außerstande, den Kopf zu drehen. Luft bekam er immer noch so gut wie gar keine, aber er bemühte sich weiterhin tapfer, ein- und auszuatmen und sich nicht in Todesängsten zu verlieren.

@Atticus Keene

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#128

RE: I need an option, a reason and some hope. I need you. | August 2023 | Cara, Edward, Alphonse, Atticus

04.04.2023 22:39
Atticus Keene Atticus Keene (gelöscht)
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Atticus hatte mal wieder keine Ahnung was in AJs Kopf vor sich ging. Dass er sich verloren fühlte, wegen der Dinge, die sein Dad zu ihm gesagt hatte wusste er. Aber wie sehr er mit sich haderte oder wohin seine Gedanken ihn führten.. das konnte er bestenfalls erahnen. Doch wirklich mitteilsam war Alphonse in den letzten Tagen nicht gewesen. Es war nicht einfach.. aber sie würden das durchstehen.
Nun mussten sie aber erst mal überleben. Einen unendlich ewig wirkenden Moment dachte Atti, dass er Feivel verloren hatte. Er dachte wirklich.. er wäre tot. Und dieser Gedanke war das Schlimmste, das er jemals gefühlt hatte. Als er von seiner Ma getrennt worden war, war er noch so jung gewesen. Und bei ihrem Tod war er auch nicht dabei gewesen. Aber jetzt? Jetzt von Angesicht zu Angesicht die Person zu verlieren, die seinem Leben einen Sinn gab… das war ein ganz anderes Kaliber. Das durfte einfach nicht passieren. Und er wusste nicht, ob es wirklich noch an dem Rauch lag, dass er immer noch keine Luft bekam oder einfach an der aufsteigenden Panik in seinem Inneren. Das Gefühl war sehr ähnlich.

Er stand kurz davor aufzugeben, als er plötzlich einen Griff in seinem Haar spürte. War Feivel am Leben….. oder würde er ihm gleich das Fleisch von den Wangenknochen kauen, weil er sich bereits verwandelt hatte?
Atticus wagte es nicht nachzusehen. Er hatte nämlich höllische Angst vor dem Anblick. Also verharrte er still. So als würde er einfach geschehen lassen… was nun geschehen sollte. Seine Rache war ihm wichtig, keine Frage. Genauso wenig wie sein Dad. Aber er war ein Teenager und wenn die Liebe seines Lebens in seinen Armen starb … dann würde jeglicher Lebenssinn aus seinem Körper weichen. Und er würde sich wohl bereitwillig fressen lassen… um im Tod mit AJ vereint zu sein.
Aber da folgte kein Biss in seine Wange oder seinen Hals. Nein, es ertönte ein Husten. Und hektisches Ein- und Ausatmen. Was ihn nun doch aus seiner Starre losriss und er den Kopf anhob.
Fassungslos starrte er Alphonse an. Lebte er??? Hatte er wirklich überlebt???
Sofort liefen ihm wieder Tränen über die Wangen, diesmal jedoch Tränen der Erleichterung.
„Feivel!!! Du musst atmen… ganz langsam und ganz tief… ein und aus. Ein und aus, hörst du mich??“
Atticus Worte wurden ja selbst ständig von seinem Husten und diesem Pfeifton unterbrochen, den seine Lunge da von sich gab. Aber er musste Feivel klar machen… wie wichtig es war, dass er atmete! Und bei Bewusstsein blieb!
Erneut entwickelte Atticus durch das einschießende Adrenalin ungeahnte Kräfte. Weshalb er sich aufrappelte und Alphonse in seine Arme hob. Die Rucksäcke mussten nun hier bleiben. Das einzige, das er nun mit nahm, war sein Skateboard. Weil er so.. möglicherweise schneller voran kam. Sie waren einen ziemlichen Umweg gelaufen, weil sie die offenen Straßen hatten meiden wollen. Dort war es einfach zu gefährlich und ungeschützt. Aber jetzt.. jetzt musste es schnell gehen. Und mit dem Board konnte er nicht überall im Wald fahren. Weshalb er ihn mit stechender Lunge in Richtung der befestigten Straße trug… erst dort konnte er mit ihm auf das Skateboard steigen und sich ziemlich benommen vorwärts bewegen. Er musste immer wieder pausieren weil ihm schwindelig wurde oder schwarz vor Augen. Aber er hielt durch. Das musste Alphonse auch
„Hey!! Hey AJ!! Mach die Augen auf, nicht wieder einschlafen!“
Er versuchte ihn wach zu halten aber… es gelang ihm nicht immer. Er dämmerte immer wieder weg. Attis Seite blutete inzwischen wie Sau. Vielleicht war ihm auch wegen des Blutverlustes schwindelig. Aber es war egal!!! Es war einfach nur egal!!
„Ich bringe dich nach Hause. Wir sind gleich da!“
Denn er hatte nur Augen für seinen Freund und dessen Wohlergehen.
Weshalb es ihm nach… guten 1,5 Stunden gelang endlich im Lager anzukommen. Das Skateboard hatte er an der Straße zurück gelassen, weil er das Gefühl gehabt hatte, wenn er sich jetzt danach bückte… würde er umkippen und nie wieder aufstehen. Und das durfte nicht passieren. Weshalb er sogar Sienna zurück ließ….. für Alphonse.
Und völlig benommen mit AJ ins Lager wankte.
Sie beide waren überall von Ruß und Asche bedeckt. Nur ein paar kleine, weiße Schlieren konnte man in Atticus Gesicht entdecken. Dort wo die heißen Tränen ihn rein gewaschen hatten…

Edward war ausnahmsweise mal im Lager. Das Feivel gegangen war regte natürlich auch ihn zum Nachdenken an. Aber er war einfach noch nicht bereit dazu gewesen das Gespräch mit ihm zu suchen. Auch jetzt war er das eigentlich nicht.
Aber er war AJs Vater. Und als er sah, wie Atticus mit seinem schwer verletzten Sohn angestolpert kam… war jeglicher Groll oder jede Enttäuschung augenblicklich wie fort geblasen. Denn egal was passiert war.. Alphonse war sein Ein und Alles!! Weswegen er sofort aufsprang und ihnen entgegen lief.
-Was ist passiert??????-
Wollte er von Atticus wissen. Der jedoch.. nun kein einziges Wort mehr über die Lippen bekam. Es war so.. als würde sein Körper von einer Sekunde auf die andere in den standby Modus wechseln. Nun wo er wusste, dass Alphonse in guten Händen war und er aufhören konnte zu kämpfen.
Weswegen es Ed gerade noch so gelang ihm AJ abzunehmen, ehe auch Atticus zusammen sackte und das Bewusstsein verlor..

@Alphonse Drummer



'I can’t be my own worst enemy, but you could be.'
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#129

RE: I need an option, a reason and some hope. I need you. | August 2023 | Cara, Edward, Alphonse, Atticus

04.04.2023 23:23
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Wessen Haar auch immer er da griff, die Person reagierte nicht. Vielleicht war es ja ein Beißer und Alphonse wurde gerade bei lebendigem Leibe gefressen und deshalb schmerzte alles so höllisch? Der Gedanke ließ seine Atmung noch hektischer werden. Sich vorzustellen, wie man ausgeweidet da lag, war einfach grausam und nichts, was die Todesangst besänftigte. Nun wollte er die Haare nicht mehr als Anker, er wollte sie wegziehen. Weswegen sein Griff minimal stärker wurde. Kraft aufbringen war jedoch ein Ding der Unmöglichkeit. Trotzdem bewegte sich der Kopf und Feivel starrte mit verklebten Augen in Attis Gesicht. Nicht in das eines Beißers! Erleichterung flutete sein Herz. Leider nur kurz, die Schmerzen waren nämlich leider übermächtig. Er versuchte, etwas zu sagen, aber das fühlte sich an, als würde sich das Innere seiner Kehle nach außen stülpen. Doch er atmete tapfer weiter und krallte sich mit den Fingern in Atticus’ Schultern. Plötzlich fühlte er sich schwerelos, und dann wurde schon wieder alles Schwarz. Hier und da wachte er wieder auf, weil Attis Stimme ihn zurückholte, doch den Weg ins Lager bekam er wirklich nur sehr schwammig mit. Er fokussierte sich auf das bisschen Sauerstoff, das er bekam und bemühte sich, die Schmerzen zu ertragen. Schreien oder so konnte er sowieso nicht. Stumm zu leiden war schlimm. Es gab kein Ventil. Nur aus Attis Anwesenheit konnte er Zuversicht ziehen.

Sie erreichten das Lager. Feivel wechselte die Arme und reckte automatisch den Hals, um Atti im Fokus zu behalten. Doch es tat so weh. Trotzdem sah er, wie sein Freund zusammensackte und wand sich in Eds Griff ... streckte den Arm zu seinem Partner aus. Er wollte zu ihm!!!! Doch die plötzliche Panik sorgte dafür, dass sich Feivels Luftröhre schon wieder zusammenzog und gar nichts mehr durchlassen wollte. Er sackte nun ebenfalls zusammen und die Erwachsenen der Drummer-Familie ... sahen sich plötzlich mit zwei schwerverletzten Teenies konfrontiert, die kurz vorm Sterben standen.
Cara wurde ganz ruhig, obwohl in ihr sämtliche Alarmglocken schrillten und sich ihre Innereien zusammenkrampften. Da lag ihr Sohn, verkohlt und scheinbar mit einem Atemstillstand ... und sein Freund war blutig und ebenfalls voller Ruß. Ihr beider Leben lag in ihren und in Eds Händen. Sie durften nun nicht die Fassung verlieren, sie mussten besonnen agieren.
Weswegen Cara sich mit Verbandszeug zu Atti kniete, aber zunächst mal Ed fokussierte. »Weißt du noch, wie damals der Anschlag auf den Hostess-Club verübt wurde? Ich hatte frei an dem Tag, aber du und Alphonse hattet dort ein Treffen. Du hast deinen Bruder rausgebracht und ihn immer wieder beatmet, bis die Sanitäter eintrafen. Das musst du jetzt auch mit Feivel machen, solang er nicht bei Bewusstsein ist, okay? Wir müssen es irgendwie mit ihnen nach Balar schaffen, der Weg ist nicht weit.« Sie würden heute noch ankommen. Vielleicht war sich Ed selbst im Klaren darüber, was er zu tun hatte, aber Cara wusste nicht, wie viel Panik er sich gerade machte, also gab sie die Instruktionen, da sie sich ruhig genug dafür fühlte.
Sie widmete sich als Nächstes Atticus’ Schnittwunde und versorgte sie, damit er nicht noch mehr Blut verlor. Er röchelte ebenso, aber nicht so schlimm wie Feivel. An seinem Mund waren auch keine Verbrennungen zu sehen. Vielleicht hatte er sich mit einem Tuch abgeschirmt und nicht so viel der Hitze und des Rauches eingeatmet, während AJ dem Ganzen scheinbar länger und ungeschützt ausgesetzt gewesen war. Das würde zumindest den unterschiedlichen Schweregrad der Rauchvergiftung erklären. Atticus schien wegen des Blutverlustes und der Erschöpfung zusammengebrochen zu sein. Aber das konnte Cara letztlich auch nur mutmaßen.
Die nächste Frage war, wie sie die beiden nun nach Balar verfrachten sollten. Ed konnte nur einen tragen, während Cara sich keine Illusionen machte. Sie würde das nicht schaffen. Zumindest nicht so einen muskelbepackten Brocken wie Atticus.
»Ich trage Alphonse. Du übernimmst Atticus.« Letzterer würde ja vielleicht auf dem Weg wach werden und selber laufen können. Und selbst wenn nicht, war diese Verteilung letztlich sinnvoller. Ihr Lager ließen sie zurück. Mit Glück könnten sie die Sachen einsammeln und nach Balar holen. Aber jetzt waren erst mal die Leben der Kids am wichtigsten.

@Atticus Keene

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#130

RE: I need an option, a reason and some hope. I need you. | August 2023 | Cara, Edward, Alphonse, Atticus

04.04.2023 23:54
Edward Drummer Edward Drummer (gelöscht)
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Wie Atticus es letztlich bis ins Cottage geschafft hatte wusste er selbst nicht. Aber er hatte es geschafft und das war alles was zählte. Nun lag es an Edward und Cara, ob diese Geschichte ein Happy End haben würde oder nicht. Er hatte genug getan… er musste nun.. ruhen..
Natürlich geriet Edward in Panik. Das hier war immerhin sein Sohn, der halb tot in seinen Armen lag!!
Und das Schlimmste daran war…. dass die ersten Gedanken, die Edward durch den Kopf gingen, jene daran waren… welche Worte sie zuletzt miteinander gewechselt hatten. Wie zornig sie aufeinander gewesen waren, wie enttäuscht, wie… sehr sie einander mit Worten weh getan hatten! Und nun bekam er schreckliche Panik davor, dass das die letzten Erlebnisse sein würden, die sie miteinander geteilt hatten.
Diese Angst war so übermächtig, dass sie ihn für einen kurzen Augenblick lähmte. Denn das durfte nicht passieren! Das.. durfte nicht die letzte Erinnerung sein, die er an Alphonse hatte! Oder dieser an ihn.
Augenblicklich fühlte er sich schrecklich wegen allem was er gesagt hatte. Wollte jedes Wort davon zurück nehmen und würde einfach alles dafür tun, dass sein Sohn ihm noch mal in die Augen sah und ihn anlächelte. Ihm sagte.. dass er ihn lieb hatte und er ein guter Vater war.
Unvermittelt stiegen ihm Tränen in die Augen, als er auf das rußige Gesicht seines Sohnes hinab blickte. Das so leblos und.. stumm schien. Er hatte sich nie zuvor mehr gewünscht, dass Alphonse nun irgendeinen Klugscheißer Spruch raushaute! Einfach damit er.. irgendwas sagte! Er seine Stimme noch einmal hörte. Scheiße! Er musste aufhören mit diesen tristen Gedanken sondern sollte irgendwas unternehmen.
Deshalb war es gut, dass Cara nun einen kühlen Kopf bewahrte. Natürlich war Edward damals bei den Yakuza ebenfalls gut ausgebildet worden und wusste durchaus wie man in Notfällen handelte. Aber gerade setzte sein Hirn tatsächlich kurzzeitig aus und er war angewiesen auf ihre Worte. Die ganz klar einen Plan formulierten. Zu dem Ed selbst gerade wohl nicht im Stande gewesen wäre.
Allerdings schaltete sein Verstand sich gleich darauf wieder ein und kam ins Grübeln.
Der Weg würde eine logistische Herausforderung werden. Er sollte Atticus tragen und dabei Feivel beatmen? Sollten sie.. Atticus nicht einfach hier lassen und Feivel stattdessen schneller nach Balar bringen? Attis Zustand schien stabiler zu sein. Sie könnten ihn später holen. Andererseits hatte er viel Blut verloren. Und bei all dem Dreck hatte er sicher eine Infektion zu befürchten. Wenn er diese Entscheidung traf, würde er Atticus Leben mutwillig aufs Spiel setzen. Edward stand kurz davor sich für diesen Weg zu entscheiden. Aber was wenn Atticus starb? Dann würde sein Sohn ihm das niemals verzeihen… und ihn noch mehr hassen, als ohnehin schon. Dann wären wirklich alle Chancen für eine Versöhnung zerstört oder? Andererseits hatte er dann zumindest noch ein Leben. Wenn sie nun zögerten und zu langsam waren, dann gab es keine Möglichkeit mehr ihn zu hassen! 
Cara konnte womöglich sehen was in Edwards Kopf vor sich ging. Und er war nicht stolz drauf. Aber das hier war ihr Feivel. Ihr beider Ein und Alles. Vielleicht würde sie zustimmen? Trotzdem meinte er letztlich.
„Okay, wir versuchen es. Aber wenn Feivels Zustand zu kritisch wird dann… bleibst du bei Atticus und ich laufe mit Alphonse vor!!“
Das stellte er gleich mal klar ehe es los ging und er den Teenie hoch hievte. Er half auch Cara dabei Alphonse hoch zu heben. Denn er war schwerer als sie selbst. Und auch größer. das würde eine Tortur für sie werden. Aber beide konnte Ed wirklich nur schwer tragen. Allerdings half er ihr ein bisschen beim Tragen. Er musste ohnehin immer wieder seine Atmung kontrollieren und ihm beim Atmen helfen.

Wie durch ein Wunder… schafften sie es alle vier nach Balar. Wo die Wachen sie bereits von weitem erkannten. Immerhin waren Feivel und Edward hier gern gesehene Gäste. Weswegen die zwei halbnackten Balarianer ihnen sofort Einlass gewährten und ihnen auch die Jungs abnehmen.
-Lauft vor und sagt Nasir was passiert ist! Dann kann er so schnell wie möglich alles vorbereiten!-
Agron und Auron würden sich um die Jungs kümmern. Nasir nun Infos zu geben war das Wichtigste, damit sie das Arztzimmer vorbereiten konnten.
-Scheiße..das sind noch Kinder!-
Fluchte Agron, nachdem Ed und Cara weg waren. Sowas nagte immer ganz besonders an ihm. Cara kannten sie zwar nicht aber sie entschieden ihr einen Vertrauensvorschuss zu geben. Wer auch immer sie war.

@Cara Drummer


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#131

RE: I need an option, a reason and some hope. I need you. | August 2023 | Cara, Edward, Alphonse, Atticus

05.04.2023 09:46
Cara Drummer Cara Drummer (gelöscht)
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Cara gingen für ein paar Nanosekunden ähnliche Gedanken durch den Kopf. Es wäre eine Lüge, würde sie etwas anderes behaupten. Offenkundig würde es schneller gehen, wenn sie Atticus zurückließen. Wenn der eigene Sohn im Sterben lag, war es wohl nur logisch, wenn man bereit war, nicht nur sein eigenes Leben für die Rettung zu geben, sondern auch das von anderen. Cara wollte dennoch versuchen, beide zu retten. Atti gehörte zur Familie, er hatte Alphonse bereits zwei Mal trotz aller Gefahren und Risiken für ihn selbst zu ihnen gebracht. Außerdem fühlte sie sich auch ihm verbunden. Durch ihr Gespräch am Strand, aber auch weil sie ihn schlicht und einfach gern hatte. Und was war mit Feivel, wenn er überlebte? Atticus war schließlich bewusstlos. Würden Beißer oder feindlichgesinnte Überlebende ihn finden, könnte er sich nicht schützen. Er wäre sämtlichen Gefahren ausgeliefert. Sollte er sterben, würde AJ ihnen das niemals verzeihen. Nein. Sie wollte gern beide retten. Edwards Plan machte bereits Abstriche, war aber dennoch erträglicher als Atticus komplett zurückzulassen. Weswegen Cara nickte. Ed würde im Zweifel mit AJ vorlaufen und sie auf den anderen Teenie aufpassen. Feivels Zustand war eindeutig kritischer. Für Atticus konnte Cara zur Not auch noch eine Weile ohne ärztliche Hilfe und Ausstattung etwas tun.

Cara hatte AJ zuletzt als kleinen Stöpsel durch die Gegend getragen. Der Gedanke daran schmerzte, ebenso wie ihr Körper es tat, sobald Feivel auf ihren Armen lag. Er sah ja wirklich sehr schmächtig aus, aber dennoch brachte er ein gewisses Gewicht auf die Waage, das ihres gewiss überstieg. Doch egal, wie sehr ihre Muskeln und Gelenke schrien, sie war in der Lage es zu ignorieren. Die ungeahnten Kräfte einer Mutter, wenn man so wollte. Trotzdem war sie sehr dankbar, dass Ed hier und da etwas von seiner Kraft abgab und sie beim Tragen unterstützte.
So schafften sie es nach Balar und wurden am Tor durch tatkräftige Hilfe in Empfang genommen. Cara war weder Auron noch Agron bekannt, aber Ed schien sie zu kennen und ihnen zu vertrauen. Das reichte ihr, um Feivel zu übergeben und ihrem völlig erschöpften Körper eine Pause zu geben. Ruhen durfte sie allerdings noch nicht. Sie musste erst wissen, ob es Feivel schaffen würde. Weswegen sie in die angegebene Richtung stolperte und gemeinsam mit Ed Bericht erstattete. Nasirs umsorgende Art half und der Doc machte einen sehr professionellen Eindruck. Cara hoffte, ihr Sohn und Atti wären hier gut aufgehoben.

Auron sah derweil auf die beiden Kids herunter. Alphonse besaß durchaus gewisse äußerliche Ähnlichkeiten mit Cole. Was ihn automatisch schlucken ließ. Immer noch ging er vom Tod seines Bruders aus, und dann so einen leblosen Teenie im Arm zu halten war schon schwer für ihn. Umso dringender mussten AJ und der andere Junge überleben!
Es dauerte nicht lang, bis Nasir und der namenlose Doc auch ins Krankenzimmer kamen und geschäftig ihre Arbeit taten. Nun waren die beiden Krieger im Weg und liefen nach draußen zu Cara und Ed. Es war ein bisschen so wie bei Leif und Virgil. xD Auron zumindest wollte noch nicht gehen, sondern wissen, wie das Ganze hier ausging. Mit dem kleinen Klugscheißer hatte er schließlich schon ein paar Mal trainiert, ebenso mit Edward. Außerdem könnte es ja durchaus sein, dass Nasir kräftige Hände brauchte, für ... irgendwas. Die Patienten umzudrehen, zu tragen oder sonst was.
»Wollt ihr ... was trinken?«, fragte er unsicherer als sonst in den Raum hinein. Vielleicht sollte er auch Luna herholen. Ein Baby brachte doch jeden zum Lächeln. Sofern es gutgelaunt war. xD Andererseits könnte es auch für das Gegenteil sorgen, immerhin war zumindest Edward ein Vater. Cara kannte Auron nicht und somit auch nicht ihr Verhältnis zu den beiden Kids. Aber sie war echt hübsch, für so was besaß er ein Auge. Betrachtete sie aber natürlich nicht länger als nötig.
Cara bemerkte so einen Blick sowieso gerade nicht. Sie war viel zu fertig und gleichzeitig enorm aufgekratzt. Sie hatte sich auf eine Liege gesetzt und zog Ed an der Hand zu sich, damit sie nebeneinander hocken und sich einander Kraft schenken konnten. Wenn er es denn zuließ. Womöglich war er zu unruhig. Aber Cara versuchte es trotzdem.

@Edward Drummer

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#132

RE: I need an option, a reason and some hope. I need you. | August 2023 | Cara, Edward, Alphonse, Atticus

05.04.2023 13:21
Edward Drummer Edward Drummer (gelöscht)
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Atticus hätte vermutlich Verständnis für die Gedanken, die den Drummers durch den Kopf gingen. Wäre er bei Bewusstsein, hätte er selbiges bestimmt auch vorgeschlagen. Dass sie jedoch erwägten ihn bewusstlos hier liegen zu lassen… würde ihn wohl doch ein bisschen enttäuschen. Von wegen er war inzwischen ein Teil der Familie. Wenn es hart auf hart kam war er offenbar immer noch ein Fremder. Und dann zählte nur Feivel. Immerhin verwarfen sie den Plan nicht um seinetwillen, sondern weil sie Angst hatten Feivel zu verlieren, wenn Atticus etwas passierte. Naja letztendlich gehörte er eben weiterhin nirgendwo so richtig hin. Das war wohl einfach sein Schicksal. Womöglich hätte er letztlich doch bei seinem Dad bleiben sollen. Der war sich zwar auch meist selbst der nächste, würde ihn in so einer Situation allerdings sicher nicht im Stich lassen.
Was die Drummers am Ende ja auch nicht taten. Egal was ihre Intentionen waren. Sie kümmerten sich um Atticus und schafften ihn nach Balar, genau wie Alphonse. Selbst wenn sie damit ein Risiko eingingen.

Dort angekommen mussten sie die Verantwortung in fremde Hände legen. Ganz fremd waren Nasir und der Doc Edward zwar nicht mehr aber dennoch.. es fühlte sich schrecklich an einfach nur hilflos zusehen und abwarten zu können. Er hasste dieses Gefühl! Dieses Ausgeliefertsein.. es gab kaum etwas Schlimmeres für ihn.
Deswegen tigerte er natürlich völlig aufgekratzt durchs Wartezimmer.
Auron und Agron waren ebenfalls vor Ort. Er war ihnen dankbar für ihre Hilfe. Bei seinem Vorschlag jedoch schüttelte Edward den Kopf.
„Nein, danke.. lasst uns bitte alleine, mir ist gerade nicht nach Gesellschaft..“
Er wollte nicht unhöflich sein oder sie rauswerfen. Aber Edward.. hatte sich in den letzten Tagen sehr zurück gezogen. Viel nachgedacht und mit sich selbst gehadert. Dieser Prozess war noch nicht abgeschlossen und jetzt eigentlich schlimmer denn je. Denn nun kam noch ein schrecklich schlechtes Gewissen hinzu! Weil das letzte Gespräch mit Feivel so furchtbar gewesen war. Er wollte nicht, dass ihn in seinen schwächsten Momenten jemand sah.. und erst recht wollte er nun mit niemandem trinken, um sich abzulenken. So war er einfach nicht. Es reichte schon, dass Cara diesen unsicheren und hilflosen Anblick zu Gesicht bekam. Wie er es hasste!! Einfach nichts tun zu können!! Das machte ihn wirklich fertig.
Also lief er hin und her. Bis Cara seine Hand nahm und ihn zu sich zog.
Das stoppte ihn kurz in seinem Tun. Doch einfach hinsetzen und… warten.. er wusste nicht, ob er das konnte. Weshalb er sofort wieder in den Problemlösungsmodus verfiel und meinte.
„Vielleicht solltest du dich auch ein bisschen hinlegen, du hast dich überanstrengt und ich will nicht, dass du uns auch noch zusammenklappst“
Denn dann hatte er niemanden mehr. Und es war einfacher sich nun um Caras Gesundheitszustand zu kümmern statt sich mit seiner Gefühls- und Gedankenwelt auseinanderzusetzen…..
„Brauchst du Wasser? Oder ein Kissen?“
Fragte er deswegen rastlos.

@Cara Drummer


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#133

RE: I need an option, a reason and some hope. I need you. | August 2023 | Cara, Edward, Alphonse, Atticus

05.04.2023 16:10
Cara Drummer Cara Drummer (gelöscht)
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Gedanken waren nicht immer zu kontrollieren. Wenn man sich in einem Ausnahmezustand befand ohnehin nicht. Letztlich zählte doch vor allem, für welchen Weg sich die beiden Erwachsenen entschieden. Sie ließen Atticus nicht zurück, sondern retteten ihn ebenfalls. Natürlich hatte er einen Platz bei ihnen. Und wenn nicht dort, dann doch zumindest bei Feivel, der ihn niemals dem Schicksal überlassen würde. Nur leider konnte er gerade ebenso wenig handeln oder kommunizieren wie Atticus selbst.
In Balar angekommen, lag aber ohnehin nichts mehr in den Händen der Familie. Alle mussten die Kontrolle abgeben. Zumindest Auron wollte versuchen, für Cara und Ed da zu sein. Alkohol löste immerhin so gut wie jedes Problem oder machte es zumindest erträglicher? Von wegen. Eigentlich hatte er schon im Alter von Alphonse und Atticus das Gegenteil gelernt. Na ja ... um ihn ging es jetzt aber nicht. Die beiden wollten allein sein, also traten er und Agron wieder ihren Dienst am Tor an. Nasir wusste ja, wo er sie fand, sollten sie dennoch gebraucht werden.

Cara machte es verrückt, dass Edward so durch den Raum tigerte. Er ließ sich auch nicht stoppen, nicht für lang. Aber sein Fokus verlegte sich ... auf sie. Nun war sie hin- und hergerissen. Sollte sie ihren Rest an Stärke aufgeben und sich von ihm umsorgen lassen? Ihm würde es sicher helfen, wenn er sich nicht mehr so auf Feivel konzentrierte und etwas zu tun bekam. Andererseits bemühte sich Cara hier ebenfalls, nicht die Fassung zu verlieren. Oder das Bewusstsein. Wenn sie sich jetzt hinlegte, würde sie nämlich tatsächlich zusammenklappen. Und das durfte sie nicht. Sonst würde sie auch Aufmerksamkeit benötigen, die jedoch gerade nur den beiden Teenies zustehen sollte.
Letztlich erhob sie sich und legte Edward die Hände an die Wangen. »Ich brauche dich und sonst nichts.«
Für einen Moment blickte sie ihn noch eindringlich an, bevor sie sich vorbeugte, um ihre Lippen ganz sanft auf seine zu legen. Vielleicht würde es ihm Ruhe bringen. Vielleicht würde es ihn aufregen. Aber sie waren, wenn man alles, was zwischen ihnen stand und passiert war, strich ... zwei Verliebte und außerdem Eltern eines Kindes, das die Nacht womöglich nicht überstehen würde. Wo sollten sie Stärke suchen, wenn nicht beieinander? Mit wem sollten sie reden, wenn nicht miteinander?
Weswegen sie erneut seine Hand griff und ihn mit sich auf die Liege zog. »Wir können gerade vielleicht nicht direkt etwas für Feivel tun, aber ... wir können uns überlegen, was wir tun, wenn er aufwacht. Was ist das Erste ... das du ihm sagen willst?«

@Edward Drummer

zuletzt bearbeitet 05.04.2023 16:17 | nach oben springen

#134

RE: I need an option, a reason and some hope. I need you. | August 2023 | Cara, Edward, Alphonse, Atticus

05.04.2023 20:24
Edward Drummer Edward Drummer (gelöscht)
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Ja, im Endeffekt hatte Atticus Alphonse und Alphonse hatte ihn. Sie beide konnten sich bisher immer aufeinander verlassen. Und Atticus hoffte, das würde sich auch niemals ändern. Doch im Moment konnten sie nicht mehr füreinander da sein. Atticus hatte alles gegeben, um AJ in Sicherheit zu wissen aber jetzt.. brauchte auch sein Körper eine Pause. Und bestimmt auch ein paar Medikamente oder so. Was wusste er schon, er bekam ohnehin nichts mehr von dem mit, was nun passierte.
Das war jedoch besser als sich in dem Zustand zu befinden, in welchem Ed und Cara gerade waren. Ungewissheit. Eines der grässlichsten Gefühle der Welt. Also kein Wunder, dass Edward nicht zur Ruhe kam. Seine Gedanken überschlugen sich. Und er war unfähig irgendwas davon in Worte zu fassen. Sein Herz pochte, sein Puls raste.. er hatte das Gefühl selbst gleich einen Herzinfarkt zu erleiden. Dann wäre echt die gesamte Familie hinüber.
Deshalb war es gut, dass er sich nun auf Cara fokussieren konnte. Vielleicht brauchte sie ja seine Hilfe. Sie sah zumindest so aus.
Aber statt sich nun von ihm umsorgen zu lassen stand sie auf und kam auf ihn zu. Legte die Hände an seine Wangen. Wodurch er nun doch mal kurz zum Stehenbleiben gezwungen wurde.
Seit sie einander ihre Gefühle gestanden hatten… war er ihr nicht mehr so nahe gewesen. Damals hatte es allerdings kein schönes Ende genommen.
Und seitdem.. herrschte tote Hose. Eine Flaute ohne Ende. Sie hatten nie wieder über das Geschehene oder Gesagte gesprochen. Ed hatte ja sogar versucht seine Worte zurück zu nehmen. Und in den letzten Tagen war er ohnehin ausschließlich mit sich selbst beschäftigt gewesen. Aber jetzt.. jetzt hatten sie nur einander. Und gingen durch die selbe Hölle. Also blickte er ihr in die schönen Augen. Vergaß für einen kurzen Moment sogar wo sie gerade waren, als er ihre Worte hörte. Die sein Herz ganz automatisch zum Flattern brachten. Also vielleicht gäbe es doch einen anderen Auslöser für den Herzinfarkt? Schon möglich. Denn womit er überhaupt nicht rechnete war, nun plötzlich Caras Lippen auf den seinen zu fühlen.
Im ersten Moment weitete er vor Überraschung die Augen. Die Situation gerade war alles andere als romantisch und erneut nicht so, wie Ed sich einen ersten Kuss mit Cara erträumt hatte. Doch es war Zeit sich von seinen Wunschvorstellungen zu verabschieden. Er musste damit aufhören diese Frau ständig auf ein Podest zu heben und versuchen, zu ihr in die Realität zurück zu kehren. Weswegen er letztlich doch noch die Augen schloss und… den Kuss unglaublich sanft und gefühlvoll erwiderte. Etwas das man Edward gar nicht zutrauen würde, wenn man ihn und seine Wutausbrüche kannte. Aber er liebte diese Frau dermaßen.. und in seinem Inneren schlummerte eben trotzdem ein weicher Kern. Weswegen er alles an Gefühl in diesen Kuss legte, das ihm gerade zur Verfügung stand.
Er dauerte nur kurz an, denn trotz allem konnten sie nicht die beschissene Situation ignorieren, in der sie sich gerade befanden. Und die Geschehnisse schoben sich leider nur all zu schnell wieder vor sein geistiges Auge. Aber es hatte zumindest dahingehend geholfen, dass es Cara gelungen war, ihn vom Rumlaufen abzuhalten. 
Und er sich nun auch an der Hand zu ihr auf die Pritsche ziehen ließ. Er legte seinen Kopf nun sogar auf ihrer Schulter ab und…. hielt einfach weiterhin ihre Hand.
Denn auch wenn Edward es nicht gerne zugab, doch er brauchte diese Nähe gerade ganz ganz dringend… und hatte viel zu viel mit sich selbst ausgemacht in den letzten Tagen. Er fühlte sich so alleine und verloren… weshalb dieser Moment im Endeffekt wohl doch genau der richtige gewesen war, um einen Weg in Edwards Herz zu finden.
Denn noch vor wenigen Tagen wäre das unmöglich gewesen.
Es bedurfte nun jedoch keiner Worte. Sie wussten um die Gefühle füreinander… nun stand erst mal Feivel im Fokus.
Ihre Frage jedoch ließ ihn seufzen und nachdenklich auf irgendeinen Punkt auf dem Boden sehen.
„Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht…. am liebsten… würde ich ihn einfach nur ganz fest in die Arme schließen und ihm sagen, wie sehr ich ihn liebe. Aber ich weiß nicht… ob er das zulassen oder mir glauben würde..nach allem was ich gesagt habe…“
Er hatte auch mit Cara ja noch nicht wirklich über Feivels Tat geredet und wusste deshalb gar nicht was sie darüber dachte. Ob sie enttäuscht von Edward war, weil er Feivels Erziehung versaut hatte?

@Cara Drummer


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#135

RE: I need an option, a reason and some hope. I need you. | August 2023 | Cara, Edward, Alphonse, Atticus

05.04.2023 21:01
Cara Drummer Cara Drummer (gelöscht)
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Eigentlich war es ja tragisch, dass es so eine grauenvolle Situation brauchte, um wieder zueinanderzufinden. Cara wusste, was sie zurückhielt und dass sie es Ed erklären musste. Sie brauchte leider lang, um den Mut dafür zusammenzukratzen, aber sie bemühte sich wirklich. In der Zwischenzeit war der Graben zwischen ihnen gewachsen und sie gingen nicht wie sonst miteinander um. Doch spätestens jetzt mussten sie das überwinden. Sie brauchten einander und alles, was zwischen ihnen war und noch sein könnte, spielte solang überhaupt keine Rolle.
Cara könnte es bei diesen Worten belassen. Aber das wollte sie nicht ... sie war gar nicht in der Lage, anders zu agieren. Seine Lippen zogen sie automatisch an, und sie küssten sich. Ganz vorsichtig. Ganz sanft. Als wären sie aus Glas ... und Cara fühlte sich tatsächlich auch ein wenig so. Schon immer kam sie sich zerbrechlich vor, aber jetzt hatte sie gerade ihren schwerverletzten Sohn hergetragen und war über ihre Grenzen gegangen. Es brauchte nur einen Windstoß, und sie würde umfallen. Edward war ihre Stütze, so wie sie seine war.
Wenig später fanden sie sich auf der Liege wieder, hielten Händchen ... und Cara ließ die Finger ihrer noch freien Hand langsam über Eds Haar wandern, um ihn beruhigend zu kraulen.
Sie wollte wissen, wie er Feivel begegnen würde, sobald dieser erwachte. Damit wollte sie ihn vor ein positives Szenario stellen – nämlich dem, dass ihr Sohn überlebte – und ihn zudem ein bisschen versteckt auf die jüngsten Ereignisse ansprechen. Da sie weder ihn noch AJ erreicht hatte, wusste sie überhaupt nicht, was in den Köpfen der beiden vorging. Wie sehr sie sich voneinander entfernt hatten – was aufgrund der Geschehnisse leider auch verständlich war – war ihr natürlich nicht verborgen geblieben. Jeder Versuch, zu vermitteln, war gescheitert. Letztlich hatten beide vermutlich einfach Zeit gebraucht. Doch Zeit war für einen Menschen leider endlich. Was auch immer die beiden einander sagen wollten, es könnte sein, dass sie keine Gelegenheit mehr dazu bekommen würden. Ein Gedanke, dem sich Cara zu sperren versuchte, aber er kam ihr trotzdem immer wieder.
Sie lächelte, als Edward ihre Frage beantwortete. »Dann mach genau das. Ihr habt beide ganz schön ausgeteilt, aber solche Worte verletzen einen nur so schlimm, weil man einander liebt. Egal, was passiert ist, euer Band lässt sich nicht so einfach vernichten. Und ich wette, AJ möchte genau das von dir, wenn er aufwacht. Deine Liebe und deine Nähe.« Sie konnte natürlich nicht für ihren Sohn sprechen, aber ihr waren die Blicke aufgefallen, die Feivel seinem Vater zugeworfen hatte, die wenigen Male, die sie sich begegnet waren.
»Wie viel ... von dem, was du gesagt hast, hast du denn ernstgemeint?«, hakte sie dann nach. »Ich meine nicht deine Reaktion auf den Mord und AJs ... Kaltblütigkeit. Aber es gab einen Punkt, an dem ihr euch eindeutig nur noch verletzen wolltet. Ging es dir nur darum oder war auch Wahrheit enthalten?« Glaubte Ed wirklich, dass er seinen Sohn falsch erzogen hatte? Cara dachte das nämlich nicht.

@Edward Drummer

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#136

RE: I need an option, a reason and some hope. I need you. | August 2023 | Cara, Edward, Alphonse, Atticus

05.04.2023 21:27
Edward Drummer Edward Drummer (gelöscht)
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Das Leben mit Cara und AJ lief ganz anders als Edward sich das immer vorgestellt und gewünscht hatte. Da gab es plötzlich so viele Probleme… alles war so kompliziert. Dabei müsste es das doch gar nicht sein. Zumindest nicht von seiner Seite aus. Aber ebenso wenig wie Alphonse schien er Cara zu verstehen. Weshalb er sich langsam schon wie ein ziemlicher Versager vorkam. War er denn wirklich so beschissen als Vater und Partner oder.. Liebhaber oder…. einfach nur Schwager? Er zweifelte gerade wirklich an allem und jedem. Allen voran sich selbst.
Weshalb dieser Kuss gerade sehr wichtig für ihn war… um ihn daran zu erinnern, wofür er eigentlich kämpfte und all die Komplikationen in Kauf nahm. Die Liebe. Sie war so grausam und doch so unfassbar heilsam… was sich an diesem Kuss eindeutig zeigte.
Aber sie öffnete auch Schleusen. Denn zum ersten Mal seit AJs Mord an Violet fühlte Edward sich auch nur ansatzweise dazu in der Lage sein Herz zu öffnen. Darüber zu reden und Cara an sich heran zu lassen..
Ihre Hand dabei zu halten gab ihm Mut und Orientierung. Denn zum ersten Mal seit langem fühlte er sich nicht mehr alleine mit seinen Problemen und Sorgen.
„Ich weiß… ich weiß das… aber.. ich habe das Gefühl diesmal ist es anders. Ich meine, ich bin besorgt um ihn, nein besser gesagt habe ich panische Angst ihn zu verlieren. Aber kann ich ihm deshalb einfach alles vergeben was geschehen ist? Und was wenn ich gar nicht mehr dazu komme ihm zu sagen wie sehr ich ihn trotz allem liebe, weil er die Nacht nicht übersteht?? Dann ist unser Streit das letzte Gespräch… das wir miteinander geführt haben. Das darf einfach nicht passieren..das darf es einfach nicht“
Nun sammelten sich Tränen in Edwards Augen, denn diese Vorstellung, die machte ihn wirklich fertig und warf ihn total aus der Bahn. Er musste einfach wieder aufwachen. Und wenn es nur war, damit Edward und er ihren Frieden miteinander machen konnten. Aber er durfte nun einfach nicht sterben… unter gar keinen Umständen.
Caras Frage ließ ihn seufzte und er wischte sich ein paar Tränen fort, um seine Stimme wieder zu finden.
„Natürlich habe ich an meinem Erziehungsstil gezweifelt Cara. Und tue es immer noch. Ich meine… was wenn ich ihn zu früh in diese mörderische Welt eingeführt habe, die mein Bruder und du stets so gehasst haben? Vielleicht hätte ich ihn länger davor beschützen sollen. Nicht davon ausgehen sollen, dass er all diese Dinge genauso weg steckt und aufnimmt wie ich es getan habe. Ihn nicht auch noch darin bestärken sollen, nach seinem ersten Mord. Vielleicht habe ich seine Hochbegabung falsch eingeschätzt. Nicht früh genug bemerkt, dass er die Lektionen und Prinzipien unserer Familie … anders interpretiert und auslegt als ich. Er hat mit dem Mord an Violet schlichtweg den einfachsten Weg gewählt, ohne mit der Wimper zu zucken oder auch nur darüber nachzudenken, welche anderen Lösungen es geben könnte. Ich habe mein Leben lang nur gemordet.. und mich hat nur selten das Gewissen geplagt. Aber es war damals einfach mein… Job. Ich habe die Menschen nicht getötet weil es der leichteste Weg war sondern der einzige, den ich kannte. Aber bei Alphonse habe ich versucht… ihm auch andere Wege beizubringen. Die auch ich erst lernen musste in meinem Leben in Amerika. Habe darin aber offenbar völlig versagt.“
Er war noch nie gut darin gewesen. Hatte aber trotzdem versucht andere Pfade einzuschlagen. Nur schien bei Alphonse wohl nur dieser eine hängen geblieben zu sein… also ja. Im Prinzip hatte Edward seine Worte alle ernst gemeint. Und er hatte Angst davor, wie Feivel sich in Zukunft noch weiter entwickeln würde. Gab dafür aber einzig und allein sich selbst die Schuld.

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#137

RE: I need an option, a reason and some hope. I need you. | August 2023 | Cara, Edward, Alphonse, Atticus

05.04.2023 22:04
Cara Drummer Cara Drummer (gelöscht)
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Edward und Alphonse hatten irgendwie ihren Weg gefunden, auch wenn der Teenie so langsam zum Erwachsenen wurde und deswegen wohl oder übel ein Abnabelungsprozess stattfand. Cara war erst seit ein paar Monaten wieder Teil der Familie und brachte ihre eigenen Probleme mit hinein, von denen beide nichts ahnten oder die ihnen vorher auf eine unschöne Weise zugetragen worden waren – wie die Sache mit Joey. Sie versuchte, wieder eine Mutter zu sein und entstandene psychische Narben dabei zu ignorieren ... und sie versuchte, Mut für ein Gespräch zu finden, das letztlich bestimmen würde, ob sie und Ed zusammenkommen würden oder nicht. Dass es so kompliziert geworden war, lag an ihr. Und wahrscheinlich auch daran, dass sich AJ verliebt hatte und viele Dinge gleichzeitig passierten. Edward traf doch keine Schuld. Aber es war logisch, dass er es annahm, da er ständig den ganzen Mist abbekam und irgendwie auffangen musste.
Da Ed gerade den Kopf an ihrer Schulter abgelegt hatte, konnte Cara ihn nicht so gut ansehen. Daher musste sie sich ein wenig lösen, um sein Gesicht anzuheben und ihm eindringlich in die Augen zu sehen. Er redete sich in Panik und das musste sie stoppen. »Es wird auch nicht passieren, hörst du? Feivel ist unser Sohn. Er ist stark! Und Alphonse ... wird ihn garantiert ins Leben zurück schubsen, wenn AJ es auch nur wagt, an die Pforte des Jenseits zu klopfen!«
Sie strich Ed noch einmal über die Wange und ließ ihn dann wieder los, falls er in seine Ursprungsposition zurückkehren wollte. Dann hörte sie ihm zu, als er ihr seine Gedanken bezüglich AJs Erziehung mitteilte. Es schmerzte sie, wie er dachte, aber sie konnte es auch verstehen. Doch wie viel Schuld er bei sich auch suchte ... es war nicht nötig. Und das musste sie ihm klarmachen.
»Mit dem Ausbruch der Seuche wurde uns eine wichtige Entscheidung abgenommen, Ed. Alphonse musste zum Killer werden, anders überlebt man nicht in dieser Welt. Ich weiß, du hättest ihm all diese Dinge nicht beigebracht, hätten wir unser Leben damals so weiter verbringen können. Aber du musstest es tun und wäre ich dagewesen ... hätte ich dem auch zugestimmt. Seine Hochbegabung war und ist einfach ein Pulverfass. Man kann so viel falsch machen, egal, ob man es gut meint und sich wirklich bemüht. Ich hab damals angefangen, mich einzulesen, weil ich wirklich Angst hatte, ihn nicht genug zu unterstützen, vor allem, sobald er älter sein würde. Wie soll auch nur einer von uns wissen, was diese beschissene Apokalypse mit den Kindern und Teenies anstellt? Wie hätten wir uns selbst darauf vorbereiten können? Du hast dein Bestes gegeben, Ed, und ich bin stolz sowohl auf dich als auch auf AJ.«
Cara stoppte kurz und sah zu Boden. Sie wollte hier keine Absolution erteilen, aber es klang wohl so. Weswegen sie noch nachschob: »Ich ... kannte Violet nicht und es fällt mir schwer, nachzuvollziehen, warum AJ sie so kaltblütig getötet hat, ohne mit dir darüber zu reden oder die Chance zu geben, es anders zu lösen. Und es tut mir leid ... dass du sie verloren hast. Du sollst Alphonse auch nicht einfach vergeben. Aber du solltest ihn auch nicht auf diese eine Tat reduzieren. Du kennst ihn länger als ich. Aber nach allem, was du erzählt hast, macht er seit ein paar Monaten eine ganz schöne Wandlung durch ... durchaus zum Positiven. Vielleicht wirklich, weil er sich verliebt hat. Vielleicht ist der Zeitpunkt aber auch ein Zufall, und er wird eben so langsam erwachsen. Das kann ganz schön verwirrend sein, besonders, wenn man ... so ist wie er. Wenn der Mord eines zeigt, dann ... dass er uns immer noch braucht. Damit er nicht in das Loch fällt, das sich nun angedroht hat. Damit er uns nicht entgleitet und damit so etwas wie mit Violet ... nicht erneut geschieht.«

@Edward Drummer

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#138

RE: I need an option, a reason and some hope. I need you. | August 2023 | Cara, Edward, Alphonse, Atticus

05.04.2023 22:31
Edward Drummer Edward Drummer (gelöscht)
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Edward wusste, dass Cara dieses Versprechen nicht geben konnte. Niemand von ihnen wusste, ob Alphonse die Nacht überstehen würde. Trotzdem waren ihre Worte tröstlich. Denn sie hatte Recht. Wenn es nach dem Leben wirklich irgendetwas gab.. dann würde Alphonse seinen Sohn zurück bringen und niemals zulassen, dass sein Leben so früh endete. Weswegen Edward nun sogar ganz schwach lächelte
„Eine schöne Vorstellung… ich wünschte die beiden hätten noch mal eine Gelegenheit miteinander zu sprechen. Alphonse wüsste ganz bestimmt….. was zu tun wäre…“
In dieser Situation und auch in allen anderen Belangen. Edward war immer schon der Hitzkopf von ihnen beiden gewesen und Alphonse der besonnene Mond. Vielleicht waren Cara und er deshalb so lost? Weil Alphonse stets so viel Ruhe ausgestrahlt hatte und diese Familie zusammen gehalten hatte. Nun war das Edwards Aufgabe und gerade hatte er das Gefühl einfach jeden zu enttäuschen und seine Sache richtig mies zu machen.
Caras beruhigende Art tat aber nun ebenfalls gut. Weshalb Ed den Kopf auch wieder auf ihrer Schulter ablegte. Denn bei all den Zweifeln, die er danach aussprach, konnte er ihr einfach nicht in die Augen sehen. Sonst wäre es zu schwierig all das zu sagen und zuzugeben.
„Ich weiß aber.. vielleicht hätte er sich dabei ausschließlich auf Beißer konzentrieren sollen und nicht auf die Lebenden. Er war… viel zu jung als er den ersten Menschen getötet hat…und ich habe es zugelassen“
Sogar gutgeheißen. Er hatte ihn unterstützt und war stolz auf ihn gewesen. Nun kam ihm das schrecklich falsch vor. So sollte kein Vater agieren. Aber das Problem war nun mal… dass Edward keinen als Vorbild gehabt hatte. Nur seinen großen Bruder. Aber auch er war in einem mörderischen Umfeld aufgewachsen. Er hatte nicht viel mehr zu geben als das… selbst wenn er sich bemüht hatte. Aber leider war er nun mal auch kein normaler Dad. Und dazu auch gar nicht fähig. Vielleicht hätte er sich mehr anstrengen müssen für eine gewisse Normalität zu kämpfen… statt sich diesen Tatsachen einfach hinzugeben.
„Bist du dir da sicher?? Du weißt ich habe mit diesem Leben niemals wirklich abschließen können..“
Vielleicht hätte er ihm auch in der alten Welt jede Menge Scheiße beigebracht, die ihn kaputt gemacht hätte. Edward traute sich gerade selbst absolut nicht mehr über den Weg. Er war also ähnlich verloren wie Alphonse, weil er gerade einfach alles in Frage stellte. Jede Entscheidung, jede Handlung. Und dabei war er doch immer so stolz auf ihre einzigartige Beziehung und ihren Umgang miteinander gewesen. Es schmerzte nun zu erkennen…. dass das vielleicht alles falsch gewesen war.
„Ich hätte doch auch in der Apokalypse nach Literatur zu seiner Hochbegabung suchen und mich damit beschäftigen können! Aber ich war zu arrogant. War überzeugt davon, dass ich das schon instinktiv hinbekommen würde… weil ich ja auch damals wusste wie ich mit ihm umgehen musste, ohne mir groß Gedanken darüber zu machen. Aber vielleicht war das falsch. Ein Irrglaube. Und nun hat er es meiner Arroganz zu verdanken, dass er nicht weiß, wie er mit diesen Impulsen umgehen soll!“
Edward fuhr sich verzweifelt durchs Haar, weil ihn das echt fertig machte. Er hatte so viel falsch gemacht und vergaß dabei vollkommen, was eigentlich alles gut zwischen ihnen gelaufen war. Gerade war er einfach nur fähig dazu das Negative zu sehen, obwohl es doch so viel Gutes gab. Denn trotz allem war ihre Beziehung einzigartig. Und zwar auf eine gute Art und Weise. Die so vielleicht nicht entstanden wäre, hätte er ihn nach Lehrbuch erzogen. Trotzdem machte Ed sich nun schreckliche Vorwürfe.
„Denkst du denn wirklich, dass wir das noch verhindern können Cara? Du siehst doch wie groß er inzwischen geworden ist. Er.. wendet sich immer weiter von uns ab.. trifft seine eigenen Entscheidungen und er entgleitet mir nach und nach. Ich kann.. sein Verhalten einfach nicht mehr kontrollieren und das macht mir eine scheiß Angst! Denn was, wenn das mit Violet erst der Anfang war?“
Er machte sich wirklich Sorgen um die weitere Zukunft seines Sohnes. Er hatte keine Angst vor ihm. Aber er hatte Angst… vor den Entscheidungen die AJ künftig noch treffen würde. Denn der Mord an Violet hatte ihm vor Augen geführt…. dass er in Wahrheit absolut keine Ahnung hatte was eigentlich in seinem Sohn vor sich ging….

@Cara Drummer


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#139

RE: I need an option, a reason and some hope. I need you. | August 2023 | Cara, Edward, Alphonse, Atticus

05.04.2023 23:06
Cara Drummer Cara Drummer (gelöscht)
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Auch Cara musste schmunzeln. »Wer weiß, vielleicht reden sie gerade jetzt über uns.« Okay, das war keine beruhigende Vorstellung, immerhin würde das bedeuten, dass AJ schon an jener Pforte stand. Aber vielleicht erklärte das auch, weshalb er noch nicht erwacht war. Weil er noch einen Plausch mit seinem leiblichen Vater hielt, bevor er endlich zurückkehren würde.
Und ob Alphonse wirklich gewusst hätte, was zu tun wäre? Das konnten sie nicht wissen, aber da sie ihn beide auf ein Podest hoben, gingen sie natürlich davon aus. Vielleicht wäre er aber auch durch die Apokalypse an seine Grenzen gestoßen und hätte sich verloren so wie sie alle.
»Jeder, der heute noch sagen kann, keinen Menschen getötet zu haben, kann wirklich von Glück reden. Und war es letztlich nicht ... besser, AJ zu ermutigen, das Nötige zu tun, wenn es um das Überleben geht? Sonst hätte er sich stets hinter deinem Rücken versteckt und würde es auch heute noch tun. Und könnte somit nicht für sich selbst sorgen.« Als Eltern war es ihre Aufgabe, ihren Sohn auf die Welt vorzubereiten, denn sie würden nicht immer da sein, um ihn zu beschützen. Er musste seinen eigenen Weg gehen. Ihn zu verhätscheln wäre viel ungesünder für alle Beteiligten gewesen.
»Weißt du ... ich hab das andere Extrem erlebt. Ich wurde so klein gehalten und geformt, zu gehorchen und mich von anderen abhängig zu machen. Deswegen ist mir in den letzten Jahren nicht gut ergangen.« Sie hatte sich letztlich auch zu sehr auf den Schutz der Drummer-Brüder verlassen. Was sie nicht aussprach, es war auch kein Vorwurf. Doch sie wünschte sich schon, anders aufgewachsen zu sein und sich nicht ständig in einer Opferrolle zu befinden. Daher war sie enorm froh, dass Alphonse das erspart geblieben war und Edward darauf geachtet hatte.
»Natürlich bin ich mir da sicher! Du hast vielleicht nie richtig abschließen können, aber du hast es versucht. Und du hast meine Wünsche respektiert. Ohne meine Einwilligung hättest du ihn damals niemals zum Mörder gemacht.« Also da war sie sich einfach absolut sicher. Dass Ed Al Flausen in den Kopf setzen würde, okay ... das machte man halt als Onkel. Aber da gab es eine Grenze. Und Ed hatte sich damals selbst mit dem Plan seines Rachefeldzugs sehr zurückgehalten, um die Familie nicht zu gefährden.
Cara runzelte die Stirn. Hörte Ed sich eigentlich selbst reden? »Ihr habt dreizehn Jahre zusammen überlebt, wart füreinander da, habt Höhen und Tiefen durchgestanden. Ihr seid zu einem Team geworden und dabei auch eure Eigenarten akzeptiert. Immer wenn ich euch beobachte und das erkenne ... geht mir das Herz auf. So habe ich es mir in meinen Träumen immer gewünscht, sobald ich an euch gedacht habe. Ich weiß, der Mord hat nun viel zerstört und es wird schwierig ... das zu reparieren. Aber das heißt doch nicht, dass Feivel oder du ... alles falsch gemacht habt oder eure gemeinsame Zeit bis hierhin eine Lüge war.« Das konnte Edward doch nicht wirklich glauben? Da war so viel, das noch bis unmittelbar vor der Sache mit Violet geschehen war, das diese Annahme widerlegte!
»Genau das muss er tun, Edward. Größer werden, sich abnabeln und seine eigenen Entscheidungen treffen. Es tut weh, ja. Aber nur so lernt er wirklich, selbstständig zu werden. Wir können ihn nicht kontrollieren und ich möchte das auch gar nicht. Aber wir können doch immer noch für ihn da sein und Einfluss auf ihn nehmen, wenn es nötig ist. So wie jetzt. Wenn er sich nicht wünschen würde, das Verhältnis wieder zu bessern ... sich selbst zu bessern, wäre er, wie angedroht, doch einfach abgehauen. Er kommt mir jedoch zutiefst verunsichert vor. Und wenn Atticus den Eindruck hätte, Feivel würde sich gerade zu einem emotionslosen Killer entwickeln, glaubst du, er wäre dann noch hier? Solche Leute hat er daheim zuhauf. Er sieht auch noch Hoffnung für unseren Sohn. Also müssen wir das erst recht tun.«

@Edward Drummer

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#140

RE: I need an option, a reason and some hope. I need you. | August 2023 | Cara, Edward, Alphonse, Atticus

05.04.2023 23:27
Edward Drummer Edward Drummer (gelöscht)
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Irgendwie fand Ed diese Vorstellung gruselig. Denn was würden sie über ihn reden? Über sie beide? Und das was sich da zwischen ihnen entwickelte? Oder was Feivels Erziehung betraf? Gerade dachte er ohnehin nur negativ. Also war es klar, dass er davon ausging, dass auch sein Bruder nun nur das Schlechteste von ihm denken würde. Und dabei war Ed normalerweise jemand, der wirklich lange durchhielt und das Rad am Laufen hielt. Aber gerade hatte er ein Tief.. das sich genau so abzeichnete wie damals, nachdem sie nach Amerika gekommen waren und er nicht in sein neues Leben gefunden hatte. Es fühlte sich ganz genau so an. Und er hasste es.
„Er war erst 9 Cara! Man muss kein Psychologe sein um zu wissen, dass das viel zu früh ist… selbst ich war damals schon etwas älter…“
Nicht viel. Aber ein bisschen. Und bei ihm hatte es ja auch Schäden verursacht. Sonst hätte er nicht solch eine Mordlust entwickelt. Also wie musste es dann erst bei Alphonse sein?
„Ja, vielleicht aber.. ich habe Angst, nicht erkannt zu haben wann es zu viel war. Sich verteidigen können ist eine Sache. Aber was wenn ich den Zeitpunkt verpasst habe… an dem ich ihn hätte bremsen müssen?“
Das war sogar sehr sicher so gewesen. Ed hatte Fehler gemacht. Und die konnte auch Cara jetzt nicht schönreden. Zu denen musste er stehen. Und damit klar kommen, was er angerichtet hatte.
Zu hören das Cara sich abhängig von anderen gemacht hatte ihr ganzes Leben lang.. tat schon ein bisschen weh. Denn das schloss die Drummer Brüder natürlich auch mit ein. Sie hatten es genossen sich um Cara zu kümmern, statt sie zu fördern und ihr dabei zu helfen sich selbst zu wehren.
„Mir war nicht bewusst, dass du so empfunden hast…“
Er verstand es auch nicht als Angriff. Aber auch bei ihr hätte er vielleicht erkennen müssen, was Cara wirklich brauchte? Statt sich daran zu erfreuen sie zu beschützen? Wie viele Dinge hatte er eigentlich noch übersehen? Gerade wurde ihm bei so manchem die Augen geöffnet.
Das Cara immer noch so an ihn glaubte… während Ed hier gerade in Selbstzweifeln versank ging nicht spurlos an ihm vorüber. Es half diese Worte zu hören, selbst wenn er es jetzt gerade nicht wirklich zeigen oder annehmen konnte.
Vor allem aber war es wichtig, dass sie ihm mal all das Gute vor Augen führte, was Onkel und Neffe eigentlich hatten und miteinander teilten. Denn gerade lag über allem ein Schatten… dass Ed diese Dinge einfach nicht mehr sehen konnte. Durch ihre Worte lichtete er sich jedoch ein wenig, da ihm automatisch… Erinnerungen in den Sinn kamen. Gute Erinnerungen. Nicht nur all das Schlechte, das in letzter Zeit passiert war. Sie waren einander so nahe gewesen. Hatten immer zusammen gehalten. Waren füreinander da und hatten auch so viele lustige Zeiten, dass Ed…. bei den Erinnerungen daran erneut Tränen in die Augen stiegen. Denn er hatte Angst, all das nun verloren zu haben! Mit Alphonse Abnabelung und dem was seine Worte angerichtet hatten.
Aber Cara sprach weiter und fand Worte, die wirklich sein Herz berührten. Und letztlich dazu führten, dass nun wirklich alle Dämme brachen und ihm nicht nur Tränen über die Wangen liefen sondern er richtig begann zu schluchzen. Das war ihm peinlich! Aber er konnte es nicht verhindern. Denn nun kam einfach alles raus…. was sich in den letzten Tagen, Wochen und Monaten angestaut hatte. Und nun noch die Tatsache, dass Feivel gerade vielleicht im Sterben lag. Das war.. einfach zu viel für ihn. Und er konnte nicht mehr anders als das Gesicht in seinen Händen zu vergraben und einfach alles raus zu lassen. Unfähig noch etwas dazu zu sagen. Aber er nickte. Denn er wollte an Alphonse glauben. Er wollte die Beziehung zu ihm wieder kitten und mit ihm auf eine Ebene zurück finden… die von gegenseitigem Verständnis geprägt war und nicht von Ablehnung. Er wünschte sich so sehr, dass er das konnte… hatte aber gleichermaßen so schreckliche Angst, diese Chance für immer verpasst zu haben.. weil sein Sohn vielleicht nie wieder aufwachte.

@Cara Drummer


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