Elaine dachte über ihren Ton nicht nach, den sie dem Mann gegenüber brachte. Sie wollte schließlich, dass dieser sich vollständig erholte, bevor er weiterzog. Normalerweise könnte es ihr völlig egal sein, wie der russische Fremde mit seinem Leben umsprang, aber tief in ihr drinnen steckte diese Frau, die Menschen helfen musste. In diesem Fall war es nicht ungefährlich. Der Mann könnte sie rücklings angreifen, töten und ihre mühsam gesammelten Nahrungsquellen für sich einnehmen. Daher war sie stets auf der Hut und beobachtete den Mann aus dem Augenwinkel heraus. Ihre Waffen trug die Frau immer versteckt bei sich. Elaine liebte die Überraschungsangriffe. Sie hatte den Vorteil, dass keiner bei ihr damit rechnete. Schon immer war sie unscheinbar, wobei tief in ihrem Inneren die Dunkelheit loderte. Sie ließ sie nichts gefallen und kämpfte seit Kindheit an für das, was sie wollte. Dies hatte sich bis in das Erwachsenenalter durchgezogen. Es war eine Eigenschaft, die Elaine nichts abgelegt hatte. Sie wollte damals schon ihre kleine Schwester umbringen, weil sie ihr zu laut schrie.
Seinen Akzenten mochte Elaine, denn bisweilen traf sie nur auf Menschen, die aus den Staaten kam. Sie selbst besaß einen französischen Akzent, den sie nicht einmal versucht hatte abzulegen. Nicht nur einmal wurde ihr die Frage gestellt, ob sie den Akzent mit einem Sprachtraining ablegen möchte. Dies verneinte sie jedes einzelne mal, wenn diese Frage aufkam. Dies gehörte zu ihr. Es wäre, als würde sie ein Teil von ihr abgeben und das kam ihr falsch vor. In diesem Moment fragte sich die Frau, ob Alexej jemals darüber nachgedachte hatte, seinen Akzent zu überspielen. Sie lächelte liebevoll als er ihr zustimmte, dass eine Pause etwas Gutes wäre. „Dann ruh dich so lange aus, wie es nötig ist. Hier ist genug Platz für zwei Personen und einem Hund.“ Ihr Blick ging zu dem Welpen, der schwanzwedelnd umher stolzierte. Dies war amüsierend anzuschauen. Kurz darauf konzentrierte sich die Französin wieder auf den Russen, dessen Verletzungen versorgt werden mussten.
Elaine besprach mit Alexej die Bedingungen gegen die sie nichts einzuwenden hatte. Im Gegenteil, ein bisschen Hilfe bei den Reparaturen wäre Vorteilhaft. „Okay, ein starken Tee.“ wiederholte sie zwinkernd und drehte sich wieder zu dem heißen Kessel um, aus dem sie das Wasser in eine Tasse schöpfte. Sie gab ein paar Blätter hinein und füllte dies mit einem guten Wodka auf. Danach reichte sie ihm das Heißgetränk und nahm sich ebenfalls eine Tasse. Sie setzte sich ihm gegenüber und hielt ihre Tasse mit beiden Händen fest. „Du machst auch nur das, was deine Wunde nicht dazu bringt, wieder aufzugehen. Ich übernehme vorerst das Holz hacken. Und ich dulde keine Wiederrede. Ich habe dies die letzten Monate schon gemacht.“ Körperliche Arbeit war für Elaine nichts ungewöhnliches gewesen. „Wie geht es dir sonst? Kannst du dich an alles erinnern?“ wollte die Frau wissen. Vielleicht gab es noch etwas, was ihm fehlte, wobei sie dem Russen helfen konnte.
@Alexej Jovanovic