Wäre Crimson hier und ihr Verhältnis so, wie es früher einmal gewesen war, dann würde sie ihn einen Idioten schimpfen. War sie aber nicht und er war wahrscheinlich besser dran ihr nicht zu begegnen. Ihre letzte Konfrontation hatte fast mit seinem Ableben geendet. Wäre Duo nicht gewesen. Langsam fuhr er sich mit der Hand über die Narbe an seinem Hals. Eine der wenigen, die auf der Haut hervortraten. Wie eine rote Wand zog sie sich durch das Tattoo und hob Batmans Kopf von dessen Schultern, so wie seine Schwester versucht hatte seinen eigenen Kopf vom Rest seines Körpers zu trennen. Und trotzdem suchte er nach ihr, fünf Jahre schon. Genau diese Suche hatte ihn allerdings in diese verdrießliche Situation gebracht. Seine eigene Dummheit jedoch in dieses Camp. Vor knapp zwei Wochen war er auf dem Weg zu einem Prepper mit dem Motorrad gestürzt, als er einem Beißer aufweichen musste, der plötzlich irgendwo aus dem Dickicht aufgetaucht war. Alles in allem nichts, was nicht öfter passierte. Dieses Mal allerdings war er mit der Maschine geschlittert und hatte sich - wohl an einer Wurzel - das Bein aufgeschnitten. Zwar hatte er die Wunde ausgewaschen und verbunden, entzündet hatte sie sich trotzdem. Und dämlich, wie er war, war er erst zu seinem Kontaktmann gefahren, um mögliche Infos über seine kleine Schwester einzuholen, anstatt direkt die Ärztin aufzusuchen, die man ihm genannt hatte. Als er schließlich hier im Camp angekommen war und sich nach ihr erkundigt hatte, war er mit hohem Fieber zusammengebrochen. Vielleicht sollte er sich den Titel Vollidiot auf seine Jacke sticken lassen. Oder gleich auf die Stirn tätowieren. Jasmin Fraser hatte ihn glücklicherweise wieder zusammenflicken können und so humpelte er jetzt durch das Lager der Anarchy Rider auf der Suche nach einer Mechanikerin mit dem Namen Valerie King. Er selbst stand zwar wieder aufrecht und lief, wenn auch noch nicht allzu sicher. Bei seiner Maschine sah das derzeit jedoch anders aus. Der Sturz hatte nicht nur an ihm Spuren hinterlassen. Daisy, so der Name seiner Harley, hatte einige Kratzer im Lack und deutliche Dellen. Darüber hinaus stotterte sie seltsam, sobald man den Motor anließ. Zeit sie einmal durchchecken zu lassen, wenn er schon unter ärztlicher Fürsorge stand, dann konnte ihr genau dieselbe Ehre zu Teil werden lassen. Auf die Frage, wer ihm da behilflich sein konnte, hatte man ihn auf Valerie verwiesen und so zog es ihn nun zur offenen Werkstatttür. Sein Mopped hatte man bereits dorthin verfrachtet. Ein Glück, dass die Person, die ihm hatte, helfen konnte ausgerechnet in einem alten Bikerclub zuhause war. Im Inneren konnte er zunächst niemanden entdecken, doch die Geräusche, die hervordrangen sagte ihm eindeutig, dass dort jemand sein musste. Jemand bewegte sich. „Valerie King?“, rief er also in den Raum hinein, während er sich an der Tür festhaltend weiter vortastete. Sein Bein schmerzte und er musste kurz innehalten, als er eine junge Frau vor ihm auftauchte. „Valerie nehm ick an, ick hab jehört men Mopped is hier“, er lächelte und versuchte dabei fitter auszusehen, als er war.
@Valerie King