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#1

13.Oktober 2023| Lass uns was trinken und die Sorgen vergessen | Vic & Miljena

13.10.2023 20:51
Miljena A. Iwanow Miljena A. Iwanow (gelöscht)
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___________________
Давай выпьем и забудем наши заботы

Lass uns was trinken und die Sorgen vergessen
Davay vyp'yem i zabudem nashi zaboty
___________________


Ein Abend am 13.Oktober 2023



Die Tür der Bar öffnete sich und Zima, die junge Russin trat ein. Sie war gerade erst in die Kolonie zurückgekehrt, nachdem sie knapp zwei Jahre verschwunden war. Verschwunden war vielleicht zuviel gesagt, denn Negan wusste von ihrem Aufbruch. Das sie tatsächlich Lebend, nach dieser langen Zeit zurückkehrte, damit hatte wohl niemand mehr gerechnet.
Ihr kühler Blick wanderte langsam durch den Raum. Sie war, wenn man sie ohne ihre Reise Kleidung sah, eher von zierlicher Gestallt. Strähnen, ihrer langen, dunkelbraunen Haare, hingen ihr ins Gesicht. Der Rest war zu einem lockeren Pferdeschwanz gebunden. Nicht sehr groß und auf den ersten Blick vielleicht sogar unscheinbar. Bei einem Blick in ihre Augen aber, konnten sich Nackenhaare aufstellen.
Einige der älteren der Kolonie kannten sie noch. Insbesondere jene, die damals für ihre Familie arbeiteten, die Krasnaya Luna. Es war Miljena Iwanow, die Russische Prinzessin, wie einige sie damals nannten. Doch sie selber bevorzugte stets den Namen Zima. Zwei dieser alten Kämpfer standen etwas abseits an der Bar und bekamen gerade ihren Drink. Sie verstummten und starrten sie einige Momente an, ehe sie sich einander zubeugten und zu flüstern begannen.
Zima erkannte die beiden als ehemalige Barkeeper. Nicht wie der Mann hinter der Bar, es war die Bezeichnung der Wachen bei den Russen.
Zima entgingen die Blicke der beiden keineswegs, doch ließ sie sich scheinbar nichts anmerken. Tatsächlich interessierte es sie gar nicht. In direkter Linie steuerte sie auf die Bar zu und ließ sich auf einen der Barhocker nieder. Sie stützte sich mit den Armen auf der Bar ab und wartete geduldig bis der Barkeeper zu ihr kam. Er humpelte und stützte sich auf einen Stock mit filigranem Kopf. Auf den ersten Blick würde sie es als Vogelkopf einordnen, konnte es aber nicht genau erkennen. Und als er vor ihr stand hob sie leicht ihren Blick um ihn anzuschauen.
"Vodka. Iz chistogo stekla i kholodnogo kak led. Pozhaluysta.*" Sagte sie mit ruhiger, müder Stimme. Es war eine ihrer Angewohnheiten Begegnungen auf Russisch anzusprechen. Egal ob sie sie kannte oder nicht. Und egal ob man sie verstand, oder nicht.

@Vic de Burgh
(Ich hoffe der Anfang ist in Ordnung, ich habe es kurz gehalten und versuche mich dran zu halten^^)

* Vodka. Aus einem sauberen Glas und kalt wie Eis. Bitte.

zuletzt bearbeitet 30.12.2023 18:32 | nach oben springen

#2

RE: Lass uns was trinken und die Sorgen vergessen | Vic & Zima

20.10.2023 19:42
Vic de Burgh 126 Beiträge
Alter
29 Jahre
Größe
1,85 m
Zugehörigkeit
Heavens Paradise
Aufgabe
Barkeeper

Vic schloss die Augen und massierte für einen kurzen Moment seinen Nasenrücken. Es war nicht so, dass er Kopfschmerzen hatte oder ähnliches, der wenige Schlaf der letzten Tage begann allerdings ihm zuzusetzen. Er wusste nicht, ob es daran lag, dass die Tage langsam aber sicher etwas kürzer wurden, allerdings schien es derzeit zu deutlich mehr Tumult zu kommen. Erst gestern hatte sich zwei Kerle in der Bar geprügelt, was das Schließen selbstverständlich verzögert hatte, immerhin hatte man zuerst noch aufräumen müssen. Den Tag davor war vor seinem Fenster irgendwelches Geschrei zu vernehmen gewesen, was ihn schließlich wieder geweckt und ihn völlig gerädert am Abend zurückgelassen hatte. Verübeln konnte er es den anderen nicht, immerhin schlief er, wenn der Rest der Kolonie zu arbeiten begann, dafür begann seine Schicht erst, wenn alle zu Bett gingen. Dennoch bedeutete zu wenig Schlaf ein anfälliges Nervenkostüm und je weniger Nerven er für etwas hatte, desto schneller schlichen sich Panik und Angstzustände in seinen Alltag. Also war innehalten angesagt und genau das tat er nun. Zumindest heute Abend war es ruhig. Zugeknöpft wie eh und je, die Handschuhe bis unter den Saum seiner Ärmel gezogen, sortierte er die Flaschen auf dem Regal als sich die Tür öffnete und eine junge Frau eintrat. Er ließ seinen Blick kurz über ihren zierlichen Körper bis zu ihrem Gesicht gleiten, konnte ihr Gesicht jedoch nicht zuordnen. Musste nicht heißen, immerhin kannte er nicht jede Person in der Kolonie, vor allem nicht alle Leute des ehemaligen Außenpostens. Da er sich also nicht sicher war, beobachtete er die Reaktionen der anderen Gäste. Zwei Kerle direkt zu seiner Rechten, die sich soeben bei einem seiner Mitarbeiter ein Glas abholten, begannen zu tuscheln. Gut, also doch niemand fremdes. Da der Andere beschäftigt war, stellte er die restlichen Flaschen zurück und humpelte schließlich auf den Neuzugang zu, der sich müde auf einen Barhocker hatte fallen lassen. Die Bestellung allerdings konnte er nicht direkt aufnehmen, da er der Sprache schlichtweg nicht mächtig war. Wahrscheinlich etwas mit Vodka, so viel hatte er mitbekommen. Er stützte sich auf das gesunde Bein, eher er antwortete: „Ní thuigim. Abair aris é, le do thoil.“ (Ich habe dich nicht verstanden, wiederhole es doch bitte).

(Jap, das passt für mich so)

@Miljena A. Iwanow


Who’d deny a poor cripple his cane?
If the cripple is you...
...then any man with sense.
zuletzt bearbeitet 24.10.2023 21:26 | nach oben springen

#3

RE: Lass uns was trinken und die Sorgen vergessen | Vic & Zima

20.10.2023 22:05
Miljena A. Iwanow Miljena A. Iwanow (gelöscht)
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Miljena war müde, dass konnte man ihr ansehen. Die letzten Tage und Wochen war sie fast pausenlos auf den Beinen gewesen. Insbesondere die Strecke von Pittsburgh nach Washington, hatte es in sich gehabt. Insgesamt drei mal musste sie einer größeren Horde ausweichen. Dazu kamen kleinere Begegnungen mit Plünderern und anderen überlebenden. Es schien, als wäre die ganze Welt auf den Beinen gewesen nur um ihr den Weg zu erschweren. Die letzten hundert Meilen haben dann noch ihre Stiefel aufgegeben. In ihrer Not hatte die junge Russin ihre letzte Bandage geopfert um die Sohlen soweit zu befestigen, dass sie wenigstens normal laufen konnte.
Nachdem sie bei Brian, dem Anführer der Kolonie war, suchte sie die Bar auf.
Von den Strapazen der letzten Wochen gezeichnet, ließ sie sich auf einem der Barhocker nieder. Sie stützte ihre Arme auf der Bar ab und blickte zu dem Barkeeper, der gerade zu ihr sah. Ihrer Gewohnheit treu, bestellte sie auf russisch. Ohne sich Gedanken zu machen, ob er sie verstand oder nicht.
Bei seinen Worten umspielte ein kühles lächeln ihre Lippen. So wie er sie nicht verstand, so verstand sie ihn nicht. Es war das erste mal das ihr das passierte und doch machte es ihr nichts aus. Tatsächlich gefiel ihr der Zug des Barkeepers. Ihr Blick hob sich etwas mehr und sie musterte ihn etwas genauer.
"Ich schätze wir haben uns beide nicht verstanden." Entgegnete sie ruhig und ohne den Blick von ihm zu nehmen. Ihre Augen hafteten auf seinen. "Ich bekomme einen Vodka, kalt und aus einem sauberen Glas - bitte." Wiederholte sie dann ihre Bestellung und sah zu dem anderen Barkeeper am Ende der Bar. "Wo ist Homer?" Fragte sie nach dem alten Barkeeper, der ihr ihren letzten Drink vor etwa zwei Jahren hier ausschenkte und legte ihren Blick damit wieder auf ihren Gegenüber.


@Vic de Burgh

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#4

RE: Lass uns was trinken und die Sorgen vergessen | Vic & Zima

24.10.2023 23:01
Vic de Burgh 126 Beiträge
Alter
29 Jahre
Größe
1,85 m
Zugehörigkeit
Heavens Paradise
Aufgabe
Barkeeper

Er konnte ihr ihre Müdigkeit deutlich ansehen. Sie war nicht die Erste, die so in seiner Bar auftauchte und würde sicherlich nicht die Letzte sein. Der eine kam abends erschöpft nach der Arbeit auf ein kleines Bierchen herum, andere hatten einen viel längeren Weg und wahrscheinlich auch einige Hindernisse hinter sich. Das Mädchen vor ihm schien zu letzterer Sorte zu gehören. Zumindest vermutete er das, angesichts der Tatsache, dass er sie heute zum ersten Mal zu Gesicht bekam. Eine Unbekannte schien sie in der Kolonie dennoch nicht zu sein, das erzählten ihm die Reaktionen der Umstehenden. Wer genau sie war, sagte ihm das jedoch nicht. Wichtig war einfach, sie war hier keine Bedrohung oder neuer Ärger. Wie für einen Barkeeper üblich kam – oder eher humpelte – er zu ihr herüber, um ihre Bestellung aufzunehmen, was sich als schwieriger darstellte als es sein sollte. Er vermutete, dass die Sprache, mit der sie höchstwahrscheinlich Vodka bestellte Russisch war, nur konnte er kein Russisch. Die einzige Sprache, neben Englisch, die er sprach war Irisch, dank seiner Eltern, die noch vor seiner Geburt in die USA immigriert waren. Und so antwortete er, für sie ebenso unverständlich, dass er sie nicht verstand, eher er ebenfalls zu Englisch zurückkehrte. „Scheint so“, stellte er mit einem leichten Lächeln fest und stützte sich auf seinen Stock, ehe er sich abstieß, um sie mit dem gewünschten Getränk zu versorgen. Dazu zog er ein Glas vom Regal, säuberte es erneut und zog dann eine Flasche Vodka aus dem Kühlschrank zu seiner Linken. Da er Handschuhe trug überprüfte er die Temperatur, indem er sich die Flasche an die Wange hielt. Sie war eiskalt, weswegen sich eine leichte Gänsehaut bildete. Danach füllte er die klare Flüssigkeit in das Glas. „Keine Ahnung. Ich kenne keinen Homer, was bedeutet, dass er schon weg war als ich ankam“, sagte er ruhig und schob ihr das Glas herüber. „Das ist bereits über ein Jahr her“, fügte er hinzu und stellte die Flasche zurück. „Und mit wem hab ich das Vergnügen?“, wollte er wissen, man sollte sich immerhin Namen merken, wenn man davon ausging, dass man die Person nun häufiger antraf.

@Miljena A. Iwanow


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#5

RE: Lass uns was trinken und die Sorgen vergessen | Vic & Zima

25.10.2023 06:38
Miljena A. Iwanow Miljena A. Iwanow (gelöscht)
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Ihr Blick wanderte kurz über die Theke und durch die Bar. Es hatte sich einiges verändert. Nicht zum schlechteren, wie die junge Russin feststellen musste. Fast schon bedächtig strich sie über das Holz der Theke, während ein kleines lächeln ihre Lippen umspielte. Es schien eine Erinnerung zu untermalen, die sie dabei hatte.
"Welche Sprache hast du gesprochen?" Fragte sie, als ihre Erinnerung verflogen war und sie den Barkeeper dabei beobachtete, wie er ihren Drink vorbereitete. Tatsächlich konnte sie nicht sagen, ob sie diese schon einmal gehört hatte. Ihr Blick folgte jeder seiner Bewegungen. Wanderte dabei über sein Gesicht zu seinen behandschuhten Händen, die gerade die kälte der Flasche an seiner Wange prüften. Es erschien ihr zwar seltsam, aber vielleicht versteckte er mit den Handschuhen Narben. Ihre Vermutung wurde durch sein Humpeln und den Stock verstärkt. Auch er schien einiges durchgemacht zu haben, schlussfolgerte sie für sich.
Sie blickte auf das Glas vor ihr, als er es ihr hinstellte und hörte noch seine Worte. "Sie kommen und gehen." Murmelte sie und nahm das Glas auf. Miljena spürte die kälte zwischen ihren Fingern. Langsam setzte sie es an ihre Lippen und anstatt den Inhalt wie üblich hinunter zu kippen, nippte sie daran. Ein Geschmack der alte Erinnerungen aufkommen ließ und den sie sichtlich genoss. Ein seltenes Bild, wenn man die junge Russin kannte. "Ein Jahr?" Fragte sie und es schien ihr erneut bewusst zu werden, wie lange sie unterwegs gewesen war. "Das ist eine lange Zeit heutzutage", lächelte sie kühl und blickte den Barkeeper an. "Das kommt darauf an wen du fragst." Entgegnete sie und nippte erneut am Glas, sie genoss jeden Schluck und ließ sich sichtlich Zeit dabei.
"Ich heiße Zima." Stellte sie sich vor und deutete anschließend auf die beiden älteren am anderen Ende der Bar. "Wenn du aber die Fragst, heiße ich Miljena. Miljena russkaya printsessa." Den letzten Satz untermalte sie mit einem leisen, bitteren lachen. "Eine printsessa ohne Königreich." Sie warf ihm einen Blick zu und schien ihre Worte selbst nicht so ernst zu nehmen, wie sie klangen. "Und wie nennt man dich?" Fragte sie und führte erneut das Glas an ihre Lippen.

@Vic de Burgh






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#6

RE: Lass uns was trinken und die Sorgen vergessen | Vic & Zima

25.10.2023 20:59
Vic de Burgh 126 Beiträge
Alter
29 Jahre
Größe
1,85 m
Zugehörigkeit
Heavens Paradise
Aufgabe
Barkeeper

Er folgte ihrem Blick, der durch die Bar schweifte, als suchte sie nach einem Punkt, an dem sie die Vergangenheit festmachen konnte. Vic hatte im letzten Jahr einiges umgebaut, beziehungsweise umbauen lassen. Vor allem das Entfernen von altem und zerbrochenem Mobiliar hatte für ihn Priorität gehabt. Generell hatte der große Schankraum eine deutliche Überarbeitung bekommen, neu, moderner, aber nicht weniger heimelig als zuvor. Die Theke hingegen war noch genau die, die es schon immer hier gab. Alle Macken und künstlerischen Betätigungen der Besucher nun unter einer durchsichtigen Schicht verewigt. Vic hatte es nicht übers Herz gebracht sie zu ersetzen, steckte zu viele Erinnerungen in den Gravierungen, die man vorgenommen hatte als der alte Besitzer abgelenkt gewesen war. Wie viele Besitzer der eingeritzten Namen lebten überhaupt noch? Es war immer schön zu sehen, wenn sich ein gewisses Widererkennen auf den Gesichtern seiner Gäste spiegelte. „Irisch“, antwortete er knapp als sie sich nach der Sprache erkundigte, die er zuvor gesprochen hatte. Fast jeder in dem Haus, in dem er aufgewachsen war, hatte Migrationshintergrund gehabt. Somit war er es gewohnt ständig Sprachen zu hören, die er selbst nicht verstand. Er konnte ihren Blick auf sich spüren, während er dazu übergegangen war ihre Bestellung zuzubereiten. Jeder blieb irgendwann an seinen Händen hängen, war es immerhin mehr als ungewöhnlich das ein Barkeeper Handschuhe bei der Arbeit trug. Tatsächlich waren sie nicht nur dazu da die Narben zu verstecken, die sich auf seinen Handinnenflächen befanden und ihn an eine der schlimmsten Zeiten seiner Jugend erinnerten, sondern sie schützen ihn auch vor ungewolltem Hautkontakt mit anderen. „Tun sie“, stimmte er zu als er ihr das Glas hinstellte, er selbst war ebenfalls noch nicht allzu lange hier. Er nickte als sie sich erkundigte, ob es wirklich schon ein Jahr her war und tat es erneut als sie anmerkte, dass es eine lange Spanne war in der heutigen Zeit. Statt weiter darüber zu sinnieren, erkundigte er sich lieber nach ihrem Namen und lauschte ihrer Erklärung. Zwar sprach er immer noch kein Russisch, allerdings war er sich dennoch sicher verstanden zu haben, was sie gesagt hatte. Russkaya stand sicher für Russland oder russisch. Printsessa war dem spanischen Wort princesa sehr ähnlich. „Banphrionsa na rúise. Banphrionsa gan ríocht. In meiner Sprache“, erklärte er nur mit einem Schulterzucken. „Und in erster Linie frage ich dich“, fügte er hinzu, er würde sie so nennen, wie sie es wollte. „Vic“, antwortete er. „Einfach nur Vic.“ Er streckte ihr nicht die Hand hin, generell schüttelte er keine Hände, das wusste man hier und sie würde es nun lernen. Stattdessen legte er die Hand auf die Brust und deutete eine leichte Verbeugung an.

@Miljena A. Iwanow


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#7

RE: Lass uns was trinken und die Sorgen vergessen | Vic & Zima

26.10.2023 23:45
Miljena A. Iwanow Miljena A. Iwanow (gelöscht)
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Miljena gefiel, was er aus der Bar gemacht hatte. Homer hatte es nie so genau genommen. Besonders bei der Sauberkeit der Gläser nicht. Die Welt war zwar dabei unterzugehen, aber das musste ja lange noch nicht heißen, dass man seinen Vodka aus dreckigen Gläsern trinken muss. Auch wenn die junge Russin nicht sehr viel auf Ordnung und Sauberkeit Wert legte, in dieser Sache war sie eigen.
Ihre Hand strich über die alte Theke. Das diese nicht der Renovierung zum Opfer gefallen war, sah sie sofort. Irgendwo an dieser Theke, musste es auch eine Verewigung von ihr geben. „Banphrionsa na rúise. Banphrionsa gan ríocht." Wiederholte sie leise, wobei ihre Aussprache doch sehr zu wünschen übrig ließ. Ein vages Schmunzeln wanderte über ihre Lippen. Der Klang der Worte gefiel ihr, auch wenn ihr Gegenüber sie besser aussprechen konnte. Sie genoss den ersten Schluck ihres Vodkas und entspannte sich langsam. Sie spürte dieses Kribbeln in den Füßen, was nach einem langen Fußmarsch einsetzte, sobald man zur Ruhe kam.
Ihr Blick war über den Barkeeper gewandert und legte sich jetzt wieder auf seine Augen. "Wenn du mich fragst... Zima." Erwiderte sie und machte selbst auch keinerlei Anstalten ihm die Hand zu reichen. In der Hinsicht waren sie sich wohl sehr ähnlich. Bei der jungen Russin hatte es jedoch weniger mit Berührungsängsten zu tun. Ein Handschlag kam meist nur noch bei dem Abschluss eines Geschäftes zustande. Ansonsten verzichtete Miljena weitgehend darauf. Jemandem die Hand zu reichen, den man nicht kannte, hatte für sie auch immer etwas mit Risiko zu tun. Sie wusste selber, was sie aus einer so schlichten Berührung machen konnte, wieso sollte es also nicht auch der Gegenüber kennen? Nein, die junge Russin beließ es da lieber bei einem Nicken oder, so wie jetzt, mit dem anheben des Glases.
"Dann trinke ich auf dich, einfach nur Vic." Sagte sie ruhig und nahm einen weiteren Schluck aus ihrem Glas. "Nun Vic, was hältst du davon wenn du uns noch einen einschenkst und mir erzählst, was hier gerade so los ist?" Und ohne den Blick von ihm zu nehmen, leerte sie ihren Vodka. Ihrer Meinung nach, gab es niemanden in einer Kolonie der besser bescheid wusste wie der Barkeeper. In manchen Kolonien vielleicht noch der Anführer, aber sonst? "Die Wachen am Tor wirkten etwas... angespannt." Meinte sie noch ruhig, wobei sie zum Ende überlegen musste, wie sie es nun formulierte. Dann schob sie ihm langsam ihr leeres Glas rüber. Erst jetzt löste sie ihren Blick von ihm und sah sich noch einmal kurz in der Bar um. "Ist dir im letzten Jahr ein Mädchen aufgefallen? Lange blonde Haare, in etwa meine Größe..." Fragte sie, während sie sich umsah und wandte ihren Blick wieder ihm zu. "Sie ist sehr hübsch, sehr gepflegt. Trägt eine große Umhängetasche mit einigen Büchern. Ist vielleicht in Begleitung eines Bikers." Das Wort "Bikers" sprach sie eher verächtlich aus und ihre Augen funkelten für einen Moment kalt auf.

@Vic de Burgh






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#8

RE: Lass uns was trinken und die Sorgen vergessen | Vic & Zima

29.10.2023 22:44
Vic de Burgh 126 Beiträge
Alter
29 Jahre
Größe
1,85 m
Zugehörigkeit
Heavens Paradise
Aufgabe
Barkeeper

Vic achtete penibel auf Sauberkeit, genauso, wie er penibel auf sein eigenes Aussehen achtete. Grundsätzlich bestand seine Kleidung aus Hose, Hemd, Weste und Sakko, hochgeschlossen, so dass kaum ein Zentimeter Haut zu sehen war. Alles zum reinsten Selbstschutz, um zumindest ein wenig Kontrolle über seinen Körper zu haben. Und da er selbst nicht, wie ein Fremdkörper wirken wollte, hatte er die Bar überarbeiten lassen. Es sollte ein Etablissement sein, in das die Leute gerne einkehrten, dass zum Verweilen einlud und in dem nicht befürchten mussten sich irgendwelche Krankheiten zu holen oder Ungeziefer mit in ihre Schlafzimmer zu schleppen. Ein bisschen so etwas, wie eine zweite Wohnung, ein extra Wohnzimmer in dem man sich mit Freunden und Kollegen auf ein geselliges Beisammensein treffen konnte. Ein Lächeln umspielte seine Lippen als das Mädchen wiederholte, was er zuvor gesagt hatte. Ihre Aussprache war etwas holprig, allerding hatte er auch schon schlimmeres gehört. Irisch war schwer, darüber brauchten sie nicht streiten. Er selbst würde sich mit Russisch wahrscheinlich genauso schwertun, bedachte man, dass diese Sprache noch mit einem vollkommen anderen Alphabet kam. Kyrillisch. Einst vom griechischen Alphabet abgeleitet und benannt nach seinem Erfinder Kyrill von Saloniki. Woher Vic das wusste? Neben Latinos und Afroamerikanern hatte er auch einige russische Klassenkameraden gehabt und so war man – wenn man sich nicht aufgrund kultureller Unterschiede auf die Füße getreten war – dazu übergegangen mit den Errungenschaften der jeweiligen Nationen zu prahlen. Das ein oder andere war schließlich hängen geblieben. Zum Beispiel, dass man versucht hatte in Mexico Speedy Gonzales abzusetzen, dass den Bewohnern jedoch so gar nicht gepasst hatte. Manche Informationen waren nützlich, manche nicht. Und doch steckten sie nun irgendwo in seinem Kopf. Vic räumte ein paar saubere Gläser aufs Regal und nahm ein zwei dreckige von einem Kunden entgegen. „Dann ist es Zima“, sagte er und drückte die Gläser auf die Spülbürste, um sie zu reinigen. Nachdem er seine Hände – oder eher die Silikonhandschuhe – an einem Tuch getrocknet hatte, goss er sich selbst ein Glas ein und prostete ihr zu. Heute war es ruhig genug, wenn die Bar voll war, trank er generell nicht. Außer natürlich @Lizzie Samuels stattete ihm einen Besuch ab, da war es durchaus schon vorgekommen, dass er nach eine Gesangseinlage ihrerseits den Alkohol pur aus der Flasche getrunken hatte. Mit einem nachdenklichen Blick nahm er ihr Glas entgegen, um ihr noch einmal einzuschenken. Angespannt war durchaus das richtige Wort. Er dachte für einen Moment noch über ihre Worte nach als sie sich zusätzlich nach einem Mädchen erkundigte. Ein Mädchen in Begleitung eines Bikers. Eine Falte hatte sich zwischen seinen Brauen gebildet, als er hinter sich griff und einen Hocker hervorzog, auf dem er sich niederließ und das Bein ausstreckte. „Wir haben einige…blonde Mädchen…aber keines das auf deine Beschreibung passt“, begann er und nahm einen Schluck aus seinem Glas. „Was die Biker angeht, von denen wirst du, solltest du bleiben, im Dezember einige zu Gesicht bekommen. Immerhin heiratet eine von ihnen bei uns ein“, erklärte er. Er war nicht der Typ, der tratschte, allerdings war dies eine Information, die alle Mitglieder anging. Und so einigen gefiel die Sache ganz und gar nicht.

@Miljena A. Iwanow


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#9

RE: Lass uns was trinken und die Sorgen vergessen | Vic & Zima

02.11.2023 02:51
Miljena A. Iwanow Miljena A. Iwanow (gelöscht)
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Ein Gespräch. Das ruhige wechseln von Worten. Wie lange hatte die junge Russin das nicht mehr gemacht? Sie dachte nicht darüber nach, aber es musste schon eine halbe Ewigkeit gewesen sein. Um so mehr genoss sie den Moment. Noch dazu, weil sie den Vodka auf ihren Lippen spürte. Es war so wenig, aber es reichte ihr aus, um so etwas wie Zufriedenheit zu verspüren.
Zwar fiel es ihr auf, dass der Barkeeper - Vic, sehr zugeschlossen gekleidet war, aber sie dachte sich noch nichts weiter dabei. Heutzutage hatte wohl jeder seine Eigenarten entwickelt. Bei Zima war es das erste Ansprechen auf russisch. Lediglich die Handschuhe, kamen ihr seltsam vor, denn die wollten nicht ganz zum Rest des Auftretens passen. Doch auf der anderen Seite konnte sie sich so sicher sein, dass die Gläser wirklich sauber waren.
Vic erwiderte ihr erheben des Glases, was zu einem kaum wahrnehmbaren Lächeln ihrerseits führte. In ihrer Familie, oder bei Russen allgemein, galt es als beleidigend, eine solche Aufforderung auszuschlagen. Für sie somit ein gutes Zeichen. Unbewusst gab sie Vic damit einen Vertrauensvorschuss.
Nicht nur am Tor, hatte Zima das Gefühl, dass eine gewisse Anspannung in der Luft lag. Auf auf dem Weg zu Brian, bemerkte sie es immer wieder. Sie spürte die musternden Blicke auf sich. Und das nicht etwa, weil man sie vielleicht erkannt hatte, sondern vielmehr weil sie durchaus Fremd war. Die wenigsten würden sich nach fast zwei Jahren noch an sie erinnern. Ergo musste diese Angespannte Haltung sämtlichen fremden gelten.
Die junge Russin nahm das Glas auf und nippte erneut nur daran. "Ist das so?" Fragte sie nachdenklich, als sie seine Aussage hatte etwas wirken lassen. "Die Biker heiraten hier ein? Haben sich die Zeiten so sehr geändert?" Dann wurde ihr Blick starr, fast stechend. "Dann herrscht also Frieden?" Und so wie sie es aussprach, wurde mehr als deutlich was sie davon zu halten schien. Sie wurde nachdenklich und nippte noch einmal, in einer langsamen Bewegung, am Glas.
Miljena hatte ein persönliches Problem mit den Bikern, auch wenn diese davon vielleicht nichts ahnten oder nicht mehr daran dachten. Das sie durch diese Hochzeit bald her kämen, würde Zima in die Karten spielen. Langsam kehrte sie aus ihren Gedanken zurück. Sie würde dringend mit Negan sprechen müssen.
Sie hob ihren Blick und sah Vic an. Ihre Mimik wirkte wieder entspannt. "Du wirst doch sicher Negan kennen. Kommt er öfter her?" Erkundigte sie sich.

@Vic de Burgh






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#10

RE: Lass uns was trinken und die Sorgen vergessen | Vic & Zima

04.11.2023 00:45
Vic de Burgh 126 Beiträge
Alter
29 Jahre
Größe
1,85 m
Zugehörigkeit
Heavens Paradise
Aufgabe
Barkeeper

Vic war eigentlich nicht der redseligste Mensch, seine Stärke lag eher im Zuhören. Konversation machen konnte er dennoch, war es unabdingbar für einen Barkeeper, immerhin ging es ja darum die Kunden an der Theke zu behalten. Von denen redeten die einen mehr, die anderen weniger und Zima schien zur letzteren Sorte zu gehören, was ihn wiederum freute. Während sie ihren Vodka genoss, spülte er weiterhin Gläser. Er sah erst wieder auf als sich einer der anderen Gäste mit einem lautstarken ‚Nacht‘ verabschiedete. Seine Kundin an der Bar hingegen schien sich langsam zu entspannen und zu realisieren, dass sie hier in Sicherheit war. Ein Umstand, den man an der Körperhaltung festmachen konnte. Es war spannend zuzusehen, wie Körper förmlich in sich zusammensackten, wenn die Anspannung von einem abfiel. Etwas, was Vic den anderen neidete, war er selbst nicht in der Lage dazu. Er selbst stand immer unter Hochspannung. Ansehen tat man ihm dies allerdings nicht, tatsächlich wirkte er auf dem ersten Blick nur etwas steif. Er prostete ihr mit einem Nicken zu und dachte dann über die Fragen nach, die sie gestellt hatte. „Ich weiß nicht, ob wir von geänderten Zeiten sprechen können“, begann er schließlich, immerhin hatten sie noch Anfang des Jahres mit den Rindern im Klinsch gelegen. Wobei ‚Klinsch‘ eine deutliche Untertreibung war. Es hatte Tote und Gefangene geben. „Sagen wir, dass beide Seiten übereingekommen sind, nicht noch mehr Leute verlieren zu wollen“, er zuckte mit den Schultern. Man konnte ebenso davon sprechen, dass Liebe den Hass besiegt, dennoch war Vic nicht so kitschig eingestellt. „Frieden“, er ließ sich das Wort auf der Zunge zergehen, ehe er selbst noch einen Schluck aus seinem Glas nahm. „Das wird sich zeigen, denke ich“, es war kein Geheimnis, dass es auf beiden Seiten Menschen gab, die die Verbindung missbilligten. Zima gehörte wohl dazu. Ihm selbst war es egal. Er drehte sein Glas im schwachen Licht der Lampe über sich, als das Mädchen von Negan sprach. „Kennen würde ich es nicht nennen“, sagte er, hatte er keine großen Berührungspunkte mit dem ehemaligen Anführer der Saviors. „Aber er ist schon hin und wieder hier“, bestätigte er und wendete sich ihr vollends zu, während er das Gewicht verlagerte. „Ansonsten kannst du allerdings auch einfach nach ihm fragen, er lebt mittlerweile hier in der Kolonie“, fügte er hinzu und nahm noch ein weiteren Schluck aus seinem Glas.

@Miljena A. Iwanow


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#11

RE: Lass uns was trinken und die Sorgen vergessen | Vic & Zima

04.11.2023 20:37
Miljena A. Iwanow Miljena A. Iwanow (gelöscht)
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Miljena nippte an ihrem Glas. Oder vielmehr benetzte sie lediglich ihre Lippen, um den Geschmack, den Vodka an sich, bis zum letzten Tropfen zu genießen. Währenddessen hörte sie den Ausführungen des Barkeepers zu. Und wenn sie nicht gerade auf ihr Glas starrte oder ihren Blick durch den Raum wandern ließ, musterte sie Vic. Für einen Moment musste sie an den alten Barkeeper Homer denken und verglich die beiden miteinander. Vic war so ziemlich das genaue Gegenteil von Homer. Die größten und damit entscheidenden Unterschiede, lagen wohl in seinem Wesen. Er verstand es die Gläser sauber zu halten und war längst nicht so redselig. Zwar hatte die junge Russin nichts gegen ein gutes Gespräch, aber es musste auch einen Wert haben. Mit belanglosen small talk, konnte sie nichts anfangen. In der Hinsicht war sie eher der direkte Typ. Und Homer konnte reden wie ein Wasserfall. Ohne Punkt und Komma. Und dies über absolut belangloses Zeug. Jedenfalls wenn man nach Miljenas Meinung ging.

Ihre Blauen Augen ruhten auf Vics Gesicht, während sie das Glas erneut an ihre Lippen geführt hatte um daran zu nippen. Seine Aussage über das gegenseitige Übereinkommen, ließ ein kühles Lächeln über ihre Lippen wandern. Weitaus mehr für sie über das Thema auch vorerst nicht verlieren. Mittlerweile hatte sie ihr Glas zur Hälfte geleert. Sie hielt es dicht vor ihrem Mund in der Hand, drehte es leicht hin und her, und hörte ihm weiter zu.
"Ich dachte, das hätte ich getan." Entgegnete sie ruhig und suchte seinen Blick. Ihre Augen funkelten für den Bruchteil einer Sekunde auf, ehe sie leise seufzte. "Ich weiß das er hier lebt." Sprach sie weiter und senkte ihr Glas. In zwei Jahren passierte viel. Und es wäre durchaus möglich gewesen, dass Negan samt seinen Leuten, sich woanders niedergelassen hätte. Doch der junge Daniels, hatte es ihr am Tor noch einmal bestätigt. Negan war hier in der Kolonie. "Weißt du wo er wohnt?" Fragte sie weiter, ohne den Blick von ihm zu lösen. "Ich habe ihn lange nicht gesehen." Fügte sie nachdenklich hinzu und sprach mehr zu sich, als zu Vic. Ein weiterer Name, der ihr einfiel, holte sie aus ihrer Gedankenwelt heraus. "Hat Kalama noch seine Werkstatt?" Fragte sie und musste unweigerlich an ihre Ausrüstung denken, die sie dringend reinigen und überholen musste. Zudem brauchte sie neue Stiefel.

@Vic de Burgh






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#12

RE: Lass uns was trinken und die Sorgen vergessen | Vic & Zima

09.11.2023 23:34
Vic de Burgh 126 Beiträge
Alter
29 Jahre
Größe
1,85 m
Zugehörigkeit
Heavens Paradise
Aufgabe
Barkeeper

Vic genoss die Ruhe im Laden, das gelegentlich Auflachen eines seiner Gäste. Das dumpfe Aufschlagen von Glas auf Holz, wenn Getränke abgestellt wurden. Das Geräusch von laufendem Wasser. Tatsächlich gab es selten Abende, wie diesen. Generell war der Laden gut besucht, so dass dem jungen Barkeeper auch nach Schluss noch die Ohren von dem Stimmengewirr um sich herum klingelten. Heute jedoch schienen sich die meisten Mitglieder der Kolonie entschieden zu haben, in den vertrauten Wänden der eigenen Wohnung zu bleiben. Untätig war er dennoch nicht, nutze er die Gelegenheit, um ordentlich klar Schiff zu machen. Sauberkeit und Ordnung waren ihm äußert wichtig, gaben sie ihm die Illusion von Stabilität. Den früheren Barkeeper Homer hatte Vic nicht mehr kennengelernt, was aus ihm geworden war wusste er nicht, nur dass die Bar in einem heruntergekommenen Zustand gewesen war als er sie übernommen hatte. Ein Teil der Aushilfen hatte davor versucht den Laden zu schmeißen, doch die meisten konnte eben nicht mehr als Bier zapfen, während Vic sein Handwerk gelernt hatte.

Er hatte die Augen für einen Moment geschlossen, während er das Spültuch im Glas hin und her drehte. Er spürte die Kälte des Wassers durch seine Handschuhe, die Nässe blieb ihm jedoch erspart. Dann antwortete er auf Zimas Fragen, in seiner eigenen – teilweise doch sehr kurzangebundenen- Art. Was Negan anging schlug er vor, dass sie fragte, worauf sie erwiderte, das getan zu haben. Er drehte den Kopf und fing ihren Blick auf. „Durchaus. Allerdings bin ich die völlig falsche Adresse“, er wusste, dass Negan sich im Paradise niedergelassen hatte, allerdings nicht wo. „Immerhin kommen meine Kunden ausschließlich zu mir“, bisher hatte er niemanden aus der Kolonie in seinem eigenen Zuhause besucht. Die Zeit, in der er wach war, verbrachte er hinter der Theke. Tagsüber schlief er. Und da er arbeitete, wenn die andere ihre Freizeit genossen, musste er auch nicht an gemeinsamen Mahlzeiten teilnehmen. „Es tut mir also leid, da kann ich dir nicht helfen“, er legte den Kopf schief. „Aber halte mal nach einer halbnackten Blondine Ausschau, sie weiß es ganz sicher. Ansonsten ist Ronan Doyle einer meiner Stammgäste, ein rothaariger Ire. Der sollte es ebenfalls wissen!“, wusste er sehr wohl, dass er und Lizzie Teil des Außenpostens gewesen waren. Die nächste Frage hingegen war dann doch eine etwas einfachere. „Hat er. Ansonsten immer dem Baulärm hinterher, er hält immer noch die Gebäude in Schuss“, so hatte er Vic auch mit der Bar geholfen.

@Miljena A. Iwanow


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#13

RE: Lass uns was trinken und die Sorgen vergessen | Vic & Zima

10.11.2023 13:08
Miljena A. Iwanow Miljena A. Iwanow (gelöscht)
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"нет, ich glaube, du bist sogar die beste Adresse", entgegnete sie kühl und deutete dabei mit ihrem Glas auf ihn. Ein vages Lächeln umspielte dabei ihre Lippen. Es mochte durchaus sein, dass er keine Ahnung hatte wo Negan seine Hütte hatte, aber niemand bekam wohl mehr mit wie ein Barkeeper. Und niemand wusste wohl besser bescheid was gerade in der Kolonie passierte. In machen Dingen vielleicht sogar besser als der Anführer selbst. Denn ihrer Erfahrung nach, war die Bar der Ort, wo sämtliche Informationen zusammen liefen. Oft unbewusst und unwissentlich oder unbeabsichtigt. Aber es war so. Menschen kamen und tranken. Sie unterhielten sich und die Ohren der Barkeeper waren immer zugegen.
"Einer halbnackten Blondine?" Die junge Russin hob interessiert ihren Blick. In ihren Ohren klang das gerade so, als hätte Negan eine neue Frau gefunden, oder zumindest nur eine Gespielin für gewisse Stunden. "Was ist mit seiner Frau?" Fragte sie weiter und dachte an ihre Mutter.
Nachdenklich nippte sie an ihrem Glas. "Und seine Tochter?", fragte sie weiter und sah ihn weiter an, ohne das Glas von ihren Lippen zu entfernen.

Bei den Worten über den Handwerker, musste die junge Russin erneut lächeln. Diesmal jedoch war es ein viel wärmeres, aufrichtigeres lächeln. Sie erinnerte sich gut und gerne an Kalama, den Hühnen von einem Mann. Er war ein guter Freund ihrer Mutter gewesen, ihrer Familie. Er war es auch der sie damals mit allem nötigen ausstattete und ihre Ausrüstung reparierte, ehe sie auszog. Ja sie würde dem Mann einen Besuch abstatten, wo seine Werkstatt stand, wusste sie noch ganz genau.

Sie leerte ihr Glas und schob es noch einmal Wortlos zu Vic rüber. Sie blickte auf ihre Hände, die auf der Theke ruhten. Ihre Fingerspitzen fuhren sachte über das Holz. "Was ist mit dir, einfach nur Vic?", begann sie, "was hat die hier her geführt?"

@Vic de Burgh






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#14

RE: Lass uns was trinken und die Sorgen vergessen | Vic & Zima

10.11.2023 22:48
Vic de Burgh 126 Beiträge
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Heavens Paradise
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Barkeeper

Er hob eine Braue und hielt in seiner Bewegung inne, als sie ihm kühl entgegnete, dass er genau die richtige Adresse war. Betrachtete sie von oben herab, was selbstverständlich nicht daran lag, dass er sich ihr in irgendeiner Art überlegen fühlte, sondern ganz allein der Tatsache geschuldet war, dass sie saß und er stand. Er konnte erahnen, was genauso sie mit ihrer Aussage meinte. So gut, wie jedes Mitglied in der Kolonie kehrte früher oder später in die Bar ein, was bedeutete so gut wie jedem war er schon einmal begegnet. Die wenigste kamen für ein geselliges Beisammensein, was lockte war der Alkohol und der lockerte ab irgendeinem Punkt die Zunge. Vic hatte viele Gespräche in den letzten Jahren geführt oder eher, er hatte seinen Kunden gelauscht. Somit war er über das Koloniegeschehen tatsächlich sehr gut informiert, genauso wie über jeden Klatsch und Tratsch. Der größte Stolz einen Barkeeper jedoch, blieb eigentlich seine Diskretion, in der Hinsicht waren sie Ärzten nicht unähnlich. Er schenkte ihr ein vielsagendes Lächeln: „Bin ich das?“
Wo Negan nun lebte wusste er allerdings tatsächlich nicht, kannte dafür aber diejenigen, die darüber ganz sicher informiert waren. Er nickte, als sich Zima seine Aussage fragend wiederholte. „Hm hm, Lizzie Samuels, war Teil der Saviors, du wirst wissen wer sie ist, wenn du sie siehst“, jeder hier kannte Lizzie, vor allem aber ihren Körper, denn Schamgefühl war ihr nicht bekannt. „Über seine Frau weiß ich nichts, aber seine Tochter ist hier“, Catherine Smith war er schon häufiger über den Weg gelaufen, sie war der Mitauslöser für den Konflikt mit den Bikern gewesen, immerhin war es ihr Partner, der sein Leben hatte lassen müssen und für den sie Rache gefordert hatte.
Über Kalama hatte der junge Ire dann allerdings weitaus mehr Informationen, immerhin kam der Hüne in der Kolonie am meisten rum, da er seine Baustellen überall hatte. Hinzu hatte Vic seine Dienste selbst schon in Anspruch genommen. Er stellte die sauberen Gläser zurück auf das Regal und genehmigte sich dann erneut einen Schluck aus seinem eigene, als sich die junge Frau nach seiner Geschichte erkundigte. „Eine kalte Winternacht und das Versprechen auf eine warme Mahlzeit“, erklärte er ruhig. An diesem eisigkalten Tag war er per Zufalle Lizzie begegnet, er hatte eigentlich gar nicht mitkommen wollen, doch sie war mit seinem Stock vorausgehüpft.

@Miljena A. Iwanow


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#15

RE: Lass uns was trinken und die Sorgen vergessen | Vic & Zima

11.11.2023 15:46
Miljena A. Iwanow Miljena A. Iwanow (gelöscht)
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"Да", entgegnete sie knapp und schenkte ihm ein ebenso vielsagendes, wenn auch schwaches, lächeln. Und als er einen Namen nannte, nahm ihr Gesichtsausdruck für den Moment etwas nachdenkliches an. Doch dies war nur von kurzer dauer, denn als er erwähnte, das er von einer Frau nichts wusste, wurde ihr Blick schlagartig aufmerksamer. "Du weißt nichts von seiner Frau?", frage sie ungläubig nach. "Natalja Iwanow?" Fügte sie hinzu, als ob sie ihm in Erinnerung rufen wollte, was er scheinbar vergessen hatte. Miljena hatte noch keine Ahnung davon, dass ihre Mutter längst nicht mehr in der Kolonie lebte. Ihr Blick nahm erneut einen nachdenklichen Ausdruck an. Fast schon finster blickte sie auf ihr Glas und leerte es schließlich mit einem letzten Zug. Sie beschloss Negan am Morgen aufzusuchen um Gewissheit zu erhalten, was geschehen war. Ein Zweifel an ihrer alten Entscheidung nagte an ihr. War es richtig gewesen, ihrem Sperber nachzujagen? Hätte sie doch bleiben sollen? Ihre Lippen pressten sich gedankenverloren aufeinander, während sie das leere Glas zu Vic rüber schob. "Noch einen." Bestellte sie leise und knapp. Man konnte sehen wie sich die Gedanken und Sorgen in ihrem Kopf bewegten.
Dennoch musste sie lächeln, als er ihr die Antwort gab, wie er einst hier her kam. "Es gibt nichts besseres als eine heiße Suppe in einer kalten Winternacht, Да?" Sie sah ihn ruhig an. "Und woher kommst du?" Fragte sie weiter, teils um die Gedanken an ihre Mutter abzuschütteln, teils aus ehrlichem Interesse.

@Vic de Burgh






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#16

RE: Lass uns was trinken und die Sorgen vergessen | Vic & Zima

11.11.2023 22:14
Vic de Burgh 126 Beiträge
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Heavens Paradise
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Barkeeper

Er erwiderte ihr schwaches Lächeln mit einem ebenso seichten und nickte nur leicht. Vic stritt generell ungern mit seinen Gästen, davon abgesehen hatte sie ja irgendwie auch recht. Stattdessen erklärte er ihr, dass jemand wie Lizzie sie zu Negan bringen konnte, da die quirlige Blondine einst ein Teil der Saviors gewesen war. Ein Umstand, von dem der Achtundzwanzigjährige auch erst erfahren hatte, nachdem sie ihn hierhergelockt hatte. Die Nachricht, dass er keine Informationen über Negan Smiths Frau hatte, schien sie dann aber irgendwie aufzuwühlen, zumindest entnahm er dies ihrem ungläubigen Gesichtsausdruck. „Natalja Iwanow….“, sprach er den Namen noch einmal aus, ließ ihn sich auf der Zunge zergehen und dachte nach. Hatte er ihn schon einmal gehört, eventuell hatte jemand über sie gesprochen. Doch es klingelte nichts. Gar nichts. Also schüttelte er nur den Kopf. „Sagt mir nichts. Tut mir leid“, natürlich gab es für ihn keinen Grund sich zu entschuldigen, doch irgendwie fühlte es sich angemessen an. Zeigte Anteilname. Etwas, was wohl angebracht war, wenn er sich die junge Frau vor dem Tresen ansah. Zima schien am Boden zerstört und Antworten aus ihrem Glas zu fordern, welche der Alkohol ihr selbstverständlich auch nicht geben würde. Kurz darauf sah es jedoch so aus, als wäre sie zu einer Einigung mit sich selbst gekommen und bestellte einen weiteren Drink, welchen Vic ihr mit ein paar wenigen Handgriffen zukommen ließ. Dann erkundigte sie sich nach seinem eigenen Leben und danach, wie er schließlich hier im Paradise gelandet war. „Hm, in einer Winternacht vielleicht. Generell bevorzuge ich jedoch Freiheit über allem“, er seufzte und nippte erneut an seinem Glas. Nachdem er Lizzie hierher gefolgt war, hatte er schnell gelernt, dass man nicht einfach so wieder gehen konnte. Und so war er unfreiwillig Teil diese Kolonie geworden, denn wegrennen war ihm schlicht und einfach nicht vergönnt. Und sollte jemand an ihm zweifeln und seinen Kopf fordern war er leichte Beute. „Aus Manhattan“, antwortete er auf die Frage, woher er ursprünglich kam. „Um genau zu sein, aus Hells Kitchen, dem wohl himmlischste Ort Amerikas“, er lachte, dieses Mal aufrichtig, denn über seine Kindheit brauchte er nicht klagen. „Und du? Du warst schon mal hier?“, weniger eine Frage als eine Feststellung.

@Miljena A. Iwanow


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#17

RE: Lass uns was trinken und die Sorgen vergessen | Vic & Zima

11.11.2023 23:38
Miljena A. Iwanow Miljena A. Iwanow (gelöscht)
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Die junge Russin starrte noch einige Momente vor sich hin. Ihre Gedanken kreisten um ihre Mutter und rekapitulierten seine Worte. Wenn es stimmte, dann musste ihre Mutter schon sehr lange fort sein, fast so lange wie sie. Ob sie ihr gefolgt war? Nein, das konnte sie sich nicht vorstellen. Ob sie... nein, daran wollte sie nicht denken. Erst als Vic ihr ein neues Glas rüber schob, schien sie aus ihren Gedanken zu erwachen. Sie blickte auf das Glas und hob dann ihren Blick. "Spasibo", kam es leise von ihr, während sie bereits den ersten Schluck vom Vodka nahm. Und mit dem abstellen des Glases auf dem Tresen, schien auch jeder vorherige Anflug von Emotionalität aus ihrer Mimik wieder verschwunden zu sein. Miljena war gut darin geworden derlei Dinge hinter einer Fassade aus kälte und Gleichgültigkeit zu verstecken.
Ihre Braue hob sich leicht bei seinen Worten, "und hier hast du keine Freiheit?" Miljena kannte die Regeln und Gesetze der Kolonie, vergaß sie aber nur zu gerne. Was mitunter daran lag, dass sie hier einst als Gast ankam und kaum mit der Obrigkeit der Kolonie in Kontakt kam, Negan einmal ausgenommen. Vielleicht war er auch der Grund, weshalb sie sich nie so eingeschlossen gefühlt hat, wie es Vic vielleicht tat. Auf der anderen Seite, wie viel Freiheit mehr konnte ein Barkeeper sich wünschen?
"New York", entgegnete sie mit leichtem Lächeln. "Muss eine großartige Stadt gewesen sein, ich war leider nie dort." Und als er sein Wortspiel brachte, musste auch sie in sein lachen einstimmen. Der Alkohol schien langsam seine Wirkung bei ihr zu zeigen. "Да", nickte sie und nippte noch einmal am Glas. "Ich kam mit meiner Familie vor einigen Jahren her...", begann sie zu erzählen und ein leises Seufzen war zu hören, "... und ein paar von denen da." Dabei nickte sie leicht zu den Männern am anderen Ende des Tresen, die noch immer ab und wann zu ihnen herschauten und leise redeten.
"Krasnoy Lune, Ura i Na zdorov'ye!*" Rief sie plötzlich aus und hob ihr Glas mit einem kalten Blick zu den Männern. Diese zögerten zunächst, hoben dann aber ebenfalls ihr Glas und wiederholten ihre Worte ebenso laut. Sie nahm einen Schluck und schien sich wieder zu entspannen. Sie lachte leise vor sich hin, "heute ist davon nicht mehr viel übrig." Dann sah sie ihn wieder an und erhob ihr Glas abermals in seine Richtung: "Auf Hells Kitchen, dem wohl himmlischten Ort Amerikas, Ura i Na zdorov'ye." Sprach sie einen weiteren Toast und nahm einen Schluck.

@Vic de Burgh


*"Auf den Roten Mond, Hurra und Prost!"






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#18

RE: Lass uns was trinken und die Sorgen vergessen | Vic & Zima

15.11.2023 22:55
Vic de Burgh 126 Beiträge
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Vic widmete sich für einen Moment wieder seinen Gläsern und ließ Zima mit ihren Gedanken allein. Es gab eben Dinge, die mussten die Leute mit sich selbst ausmachen und wer auch immer Natalja Iwanow war, sie schien der jungen Russin sehr wichtig zu sein. Er räumte ein paar Gläser beiseite, zog ein neues hervor und ging dazu über ihre Bestellung zu machen. Langsam schob er ihr das Getränk zu und riss sie damit wohl aus ihrer Erinnerung. Er nickte auf ihren Dank, fragte nicht nach und tat so, als hätte er nicht mitbekommen, dass sie etwas aufwühlte. Viele ihrer Mitglieder hatten Dinge erlebt, über die sie nicht sprachen oder sprechen konnte. Er selbst war da wohl das Paradebeispiel. Er legte den Kopf schief und dachte über ihre Frage nach. Hatte er Freiheit hier? Auf den ersten Blick vielleicht, aber der Schein trügte. „Freiheit bedeutet unter anderem hingehen zu können ohne Konsequenzen“, er tippte mit den Stock vorsichtig gegen sein Bein. „Du kennst sicher unsere Regeln, sollte mit irgendjemand sein Misstrauen entgegenbringen, ist Weglaufen keine Option“, sicher hin und wieder kam er schon auf die ein oder andere Plünderungstour mit, doch auch das hielt sich in Grenzen. Er musste ihm nur einer an den Karren pissen, ein Gast, den er mal aus der Bar geworfen hatte oder ähnliches und er war Freiwild. „In New York war ich ewig nicht mehr“, sagte er mit einem Lächeln. „Leider nicht mehr so, wie sie mal war“, die Zeit vor 2009 bekamen sie nicht mehr zurück und ebenso nicht die Städte, Erinnerungen und was auch immer. Er seufzte, auch seine besten Freunde waren immer noch vermisst. Er folgte ihrem Fingerzeig zu den Typen ein Stück weiter die Theke hinunter. Hob dann beide Brauen als sie den Männern auf Russisch zuzuprosten schien und deren Reaktion darauf. Interessant. Aber andere Länder, andere Sitten. Gab dann noch einen Toast auf Vics Heimatstadt aus. „Slainte agatsa“, gab er die -vermutlichen- Wünsche zurück.

@Miljena A. Iwanow


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#19

RE: Lass uns was trinken und die Sorgen vergessen | Vic & Zima

20.11.2023 21:03
Miljena A. Iwanow Miljena A. Iwanow (gelöscht)
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Für einige Momente war die junge Russin in ihren Gedanken versunken. Momente, in denen sie auf den ein oder anderen verletzlich wirken konnte. Diese Momente waren selten geworden. Auch aus dem Grund, weil es groß niemanden gab, der sie daran erinnern konnte oder weil sie stattfanden, wenn sie alleine war. Meistens Nachts, wenn es dunkel war und Miljena nicht schlafen konnte. Schlafen - sie würde komplett darauf verzichten, wenn es irgendwie möglich wäre. Denn immer wenn es draußen Still wurde, begann es in ihrem Kopf laut zu werden.
Doch jetzt war nicht der Zeitpunkt derlei Gedanken nach zu hängen. Sie hob ihren Blick und den Vodka. Und ihre Gedanken verschwanden mit Gewalt hinter einer Wand aus Nebel. Bei seinen Worten musterte sie ihn einen Augenblick. "Wo würdest du denn hingehen wollen?" Fragte sie, während sie am Glas nippte. Ihre Schultern zuckten leicht, "weglaufen ist selten eine Option", entgegnete sie ruhig. Ihr Blick ging hinunter zu seinem Bein. "Was ist passiert?" Aus einem unersichtlichen Grund interessierte es sie. Vielleicht weil sie so ihren Gedanken entkommen konnte.
Sie hob ihr Glas zu den beiden Russen am ende der Bar, die auf ihre Worte reagierten und ebenfalls ihre Gläser hoben. Sie kannte die beiden Männer, nicht sonderlich gut, aber vom sehen. Vielleicht hatte sie damals auch das ein oder andere Wort mit ihnen gewechselt, oder gar trainiert. Sie waren ihrem Onkel treu ergeben, aber nach seinem Tot, starb vermutlich auch die Loyalität. Für Miljena war es ein sticheln, ein reiben von Salz in Wunden.
Erneut hörte sie die fremdartigen Worte mit dem angenehmen klang. "Irisch sagtest du? Ich dachte die Iren würden auch Englisch sprechen." Meinte sie nachdenklich, ohne ihn einer Lüge oder ähnlichem bezichtigen zu wollen. Sie war in der Hinsicht nicht so gebildet, wie es ihr kleiner Sperber war.

@Vic de Burgh






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#20

RE: Lass uns was trinken und die Sorgen vergessen | Vic & Zima

25.11.2023 23:01
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Auch Vic würde gerne aufs Schlafen verzichten, wenn er die Möglichkeit dazu hätte. Für ihn waren es jedoch nicht, die sich im Kreis bewegenden Gedanken. Sobald er die Augen schloss, erlebte er die schlimmsten Ereignisse seines Lebens wieder und wieder. Kamen ihn längst vergangene Schrecken besuchen. Allem voran Donna. Donna, die früher sein kleines Licht in der Dunkelheit gewesen war, seine ersten Erfahrungen in Richtung Erwachsenwerden. Doch konnte er sich kaum noch an ihr fröhliches Gesicht erinnern, was sich dafür in seinen Kopf eingebrannt hatte, waren die Bilder, wie ihre schwarzen Locken in Rauch aufgingen. Mit dem ganzen Rest. Hinzu kamen seine Erlebnisse in der Grube, die es ihm bis heute unmöglich machten, andere Leute zu berühren oder sich berühren zu lassen.
Darum arbeitete er an der Bar, die ganze Nacht, bis er schließlich so erschöpft war, dass in einen traumlosen Schlaf überglitt. So wie heute Abend. Auf die Frage, wo er hingehen würde, wenn er die Möglichkeit dazu hatte, nahm er zunächst ein Schluck aus seinem Glas, ehe er antwortete. „Meine Freunde suchen, so wie früher“, erklärte er ruhig und musste an Pablo und Jamal denken, die wie seine Brüder gewesen waren. Er folgte ihrem Blick in Richtung seines Beines und zuckte nur mit den Schultern, als er sie sich erkundigte, was passiert war. „Falsche Zeit, falscher Ort. Und schließlich ein zertrümmertes Bein“, er erzählte niemandem, was genau passiert war, da es sein PTSD triggerte. Dass die Brüche daher rührten, dass man ein geglaubt hatte er sei tot und ihn zusammen mit einem Haufen anderer Leichen in einer Grube entsorgt hatte. Es hatten bereits viele gefragt und wenn Vic mal zu Reden aufgelegt gewesen war, so hatte er jedem eine andere Story erzählt.
Er sah dabei zu, wie Zima ihr Glas erhob und die beiden Männer es ihr - nach kurzem Zögern –gleichtaten. Interessant. Dennoch sagte er nicht viel dazu, sondern prostete seinerseits. Auf die Frage hin, ob Iren nicht Englisch sprachen, seufzte Vic kurz, nickte dann aber. „Tun wir. Und gleichzeitig auch nicht. 1921 wurde Irland in zwei Teile geteilt, der Norden koppelte sich an die Briten, der Rest blieb in irischer Hand. Zu meiner Geburt befanden wir uns noch im Bürgerkrieg mit Nordirland. Einer der Gründe, warum meine Familie nach Amerika kam“, erklärte er ruhig. Damals wurde die katholische Minderheit der Republik der protestantischen Mehrheit unterdrückt und politische und wirtschaftliche diskriminiert. Erst 1998 kam es zu einer Einigung.

@Miljena A. Iwanow


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