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THE DEAD DON’T DIE
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#1

The greatest gift our parents ever gave us was each other | Helena&Damon | Mitte Oktober 2023

17.10.2023 11:57
Damon Flinn Hasting Damon Flinn Hasting (gelöscht)
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Für Damon schien es in den ersten Stunden des Tages, als würde es einer wie immer werden. Er war schon vor Sonnenaufgang auf den Beinen und genoss somit die morgendliche Stille, ehe Yuki und vor allem der kleine Wirbelwind und Sonnenschein Kasumi, schließlich nach unten kamen und sie dann gemeinsam frühstückten. Es war für Damon, auch wenn sie es praktisch jeden Tag so handhabten, eine unverzichtbare Routine. So ging dann jeder den ganzen Tag über seinen eigenen Weg. Der Hasting machte sich schließlich auf den Weg in Richtung Schmiede, wo er Yannik in der ersten Tageshälfte zur Hand ging. Noch war alles ziemlich ruhig, nur die wirklichen Frühaufsteher gingen bereits ihrem Tagesablauf nach. Ab und an hörte man einige Kinder spielen. Es schien fast so, als wäre es ein ganz normaler Tag in einem ganz normalen Dorf am Meer. Als würde es die Welt draußen ganz nicht geben.
Nur die Spuren der letzten Jahre, seelisch und körperlich, sowie die Bilder, welche man im Kopf mit sich trug, waren die stummen Zeugen der Zeit. Eine Zeit, welche nun seit gut vierzehn Jahren eine andere Rechnung hatte. Wenn Damon damals jemals gesagt hätte, wo er heute stehen würde und was er bis dahin alles erlebt haben würde, wie viele Menschen er hatte sterben sehen müssen und das er seine Familie nie wieder auch nur hören würde, er hätte ihm den Vogel gezeigt. Ja, das Internat hatte ihn von seiner Familie und allen voran, von seiner kleinen Schwester Helena getrennt, aber sie waren weiter durch Briefe und auch Telefonate in Kontakt gewesen.
So, konnte er noch ein wenig für sie da sein. Wusste er doch nur zu gut, wie sie in den letzten Jahren gelitten hatte und der Tag, an welchem er nach Amerika geschickt wurde, für sie beide alles andere als leicht war. Sie war auch der einzige Punkt, weswegen er seine Taten der Vergangenheit bereute. Jedoch hatten sie ihm auch wundervolle Menschen wie Yuki und ihre kleine Kasumi gebracht. Duo, welcher ihm ein so guter Freund und Vertrauter wurde und dann natürlich Yannik. Ein Mensch, für welchen er Gefühle entwickelt hatte. Alles Erlebnisse, welche er so gerne mit Helena hätte teilen wollen.
In den kommenden Stunden kam Damon aber nicht weiter dazu, an die Vergangenheit zu denken. Die Arbeit in der Schmiede nahm ihn vollkommen ein und auch die gemeinsame Zeit mit Yannik, war einfach immer wieder wunderschön. Er tat ihm einfach gut und so war es auch ein wenig mit Wehmut verbunden dass er sich gegen Mittag verabschiedete und sich aufmachte in Richtung Gasthaus, in welchem er eine Kleinigkeit essen würde, ehe er dort dann Yuki helfen würde.
Tief zog er die leicht kühlere Herbstluft in seine Lungen ein und zog den Kragen seiner Jacke etwas höher. In den kalten Monaten war es immer ein Temperaturschock, wenn man von der heißen Schmiede in die Kälte trat. Es würde sicher nicht mehr lange dauern und der Winter würde über das Land ziehen und wenn Damon ehrlich war, so näherte sich mit dem Herbst auch wieder Jahrestag ihrer Gefangenschaft. Zwar hatten die Bilder in seinem Kopf in den letzten Wochen eher Sendepause, doch es wäre gelogen, wenn er keine Angst gehabt hätte, wieder in dieses Loch zu fallen, in welchem er nach der Gefangenschaft war. Vermutlich auch deswegen, weil er so in Gedanken gewesen war, nahm er die zwei neuen Gesicht zuerst nicht wahr, während er den Weg weiter in Richtung Gasthaus ging. Nach all der Zeit hatte er nun alle Leute und Gesichter in seinem Kopf, weswegen er neue sofort erkannte. Erst kurz vor den beiden, hob er schließlich kurz den Kopf und nickte ihnen zu. Man konnte meinen, er wäre so einfach nur weitergegangen, als er jedoch einen genaueren Blick auf den hochgewachsenen Mann und dann auf die Frau an seiner Seite warf und das war der Moment, in welchem seine Welt sich um hundertachtzig Grad drehte und dann nicht damit aufhörte. Das konnte nicht wahr sein?
Die Frau, welche nun vor ihm stand, ähnelte seiner kleinen Schwester so sehr, dass es auf der einen Seite schmerzte, auf der anderen erste Funken der Hoffnung und Glücksgefühlen zündete. War das möglich? Helena hier? In Balar? In Amerika? Damon brauchte kurz, um sich zu fassen und vor allem seine Stimme wiederzufinden "Helena?" war jedoch alles, was er über die Lippen brachte, während er geschockt und versteinert dastand und sie anstarrte.


@Helena Hasting

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#2

RE: The greatest gift our parents ever gave us was each other | Helena&Damon | Mitte Oktober 2023

17.10.2023 13:46
Helena Hasting Helena Hasting (gelöscht)
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“Hast du gesehen, wie der Typ aussieht?" Luke sah beim Gehen über die Schulter hinweg aus der Richtung, aus der sie kamen. Der Besuch beim Anführer der Kolonie war recht entspannt, wenn auch - wie immer - einschüchternd verlaufen. Es war ein einfaches Skript, dass man als Anführer und Beschützer seiner Schäfchen abspielen musste und das Helena zwar deutlich zeigte, welche Regeln und welche Grenzen gelten, aber sie nicht mehr so sehr verschreckten, wie es vor 10 Jahren der Fall gewesen war. Ivar hatte deutlich und verständlich zum Ausdruck gebracht, dass er ihnen Asyl bot, sie jedoch ihre Waffen abgegeben und Regeln befolgen mussten. Man würde sie im Auge behalten und sobald sie wieder gingen, würde sich ihnen niemand in den Weg stellen. Ebenso deutlich erörterte er ihnen, dass sie Vergehen gegen die Regeln, gegen die Einwohner und alles, wofür sie standen, maßgeblich vergelten würden, jedoch hielt er sich in Schweigen, wie diese Strafen aussehen würden. Helena und Luke hatten jedoch keine Ambitionen, es herauszufinden, obwohl sie das Gefühl hassten, sich ohne Waffen fortzubewegen. Sie fühlten sich beide nackt, angreifbar und sichtlich unwohl, als sie aus dem Gebäude heraus kamen und nach einigen Schritten stehen blieben. “Wikinger scheinen wieder voll im Kommen zu sein.” Luke’s Worte waren ein Ausdruck für seine Unsicherheit, dazu fuhr er sich noch mit der linken Hand über das bärtige Kinn. Helena ließ den Blick über ihre Umgebung streifen und gerade als sie sich zu Luke herum drehte, fuhr ein kalter Wind über sie hinweg und drückte ihre dunklen Haare über ihre Schulter. “Kannst du bitte damit aufhören? Du machst mich nervös. Es ist alles in Ordnung. Du kennst doch das Spiel. Waffen abgeben. Regeln runtergeleihert bekommen und brav nicken. Du wolltest doch unbedingt ein richtiges Bett und einmal durchschlafen.” Sie sah zu ihm auf und strich sich die Haarsträhnen aus dem Gesicht. Die Tage waren in den letzten Wochen immer kälter geworden und hatten ihnen zusätzlich den letzten Nerv geraubt, doch wäre sie wahrscheinlich die letzte, die das zugeben würde. In den letzten Wochen war es einfach zunehmend anstrengender geworden und auch sie war allmählich am Ende ihrer Kräfte. Vielleicht würden sie doch etwas länger bleiben, nur damit Luke aufhören würde zu jammern und sie ebenso heimlich in den Genuss eines anständigen Bettes kommen könnte.

Der Hochgewachsene sah zu ihr hinab und grinste. “Hat doch super geklappt.” Über die Lippen der Brünetten schob sich ein Lächeln, ehe sie sich wieder in den Wind drehte und die letzten Haarsträhnen aus ihren Mundwinkeln zog. An Tagen wie diesen war sie dankbar für den schwarzen, wenn auch dünnen Rollkragenpullover und das Lederwamps, dass sie aus einer Jagdhütte ergaunern konnte. Es schloss bis zum oberen Teil ihres Halses auf und schützte vor Bissen, Kälte und neugierigen Blicken, denn ihre Narben wurden dadurch erfolgreich verdeckt. Außer jene am Kinn, doch das war nur die kleinste Spitze des Eisberges. “Er sagte, wir sollten das Gasthaus aufsuchen,” ihr Blick glitt über das Gelände und über vereinzelte Augenpaare, die sich auf Luke und sie geheftet hatten. Luke schob sich an ihr vorbei und ging zielstrebig in eine Richtung. Woher zum Teufel wollte er … Helena seufzte und setzte sich in Bewegung, dabei machte sie ein paar schnelle Laufschritte, um wieder zu ihm aufzuschließen. “Wo willst du hin Luke?” Er zeigte in eine beliebige Richtung. “Na zum Gasthaus.” Ob sie den richtigen Weg eingeschlagen hatten, wusste sie nicht, doch ehrlich gesagt, war es ihr auch egal. So hatte sie die Gelegenheit, das Gelände, die Leute und die Beschaffenheit genauer in Augenschein zu nehmen. Ein Spaziergang in dieser schützenden Umgebung war ohnehin etwas vollkommen anderes, als in dem Chaos da draußen. Es erdete und mit einem Mal schien die Last, der freien Umgebung, von einem abzufallen. Für eine gewisse Zeit zumindest.

Der Duft des Meeres stieg ihr in die Nase und fast bildete sie sich ein, das Salz zu schmecken, während sie neben Luke her ging, der immer noch zielsicher eine Richtung ansteuerte, die mit höchster Wahrscheinlichkeit falsch war. Bester Fährtenleser hin oder her, sobald er sich in einem geschlossenen Bereich befand, war er aufgeschmissen. Ein Phänomen, das weder Helena noch Luke selbst erklären können.

Auf Ihrem Weg passierten sie einige Bewohner, die sie argwöhnisch begutachteten und sie offensichtlich musterten. Auch das gehörte zu einer Kolonie und insbesondere dann, wenn ein Hüne, der eben auffiel, und eine Frau, die hier nicht her gehörten, einfach von heute auf morgen auftauchen. Als ein weiterer Bewohner ihren Weg kreuzte, nickte dieser ihnen nur knapp zu, ehe er wie vom Donner gerührt abrupt stehen blieb und ihnen somit den Weg versperrte. Luke kam zum Stehen und erst jetzt heftete sich sein Blick auf den Mann ihm gegenüber. Dieser schien von ihm jedoch keinerlei Notiz zu nehmen und starrte Helena mit offenem Mund und wie versteinert einfach nur an. Auch die Brünette war stehen geblieben und erwiderte nun etwas irritiert den Blick des Mannes, der sie so anmaßend und offensichtlich in Grund und Boden starrte. Die Worte, die dann jedoch über seine Lippen glitten, ließ sie stutzen. Argwöhnisch zogen sich ihre Augenbrauen dichter zusammen und kleine Falten waren über ihrem Nasenbein zu erkennen. Erst jetzt musterte sie den Mann eindringlicher und ehe sie sich versah, lockerte sich die Anspannung auf ihrem Gesicht und ein ebenso geschockter, gar entsetzter Ausdruck schoss in ihr Gesicht. “Was zum Teufel…!” Sie trat einige Schritte zurück, sodass Luke - der zwischen den beiden hin und her geblickt hatte - sich etwas seitlich drehte, um ihr nachzusehen.

Helena schüttelte nur den Kopf, während sie ihre rechte Hand hob und diese abwehrend in die Luft hielt. “Nein. Ich träume! Sie schluckte schwer, angesichts der Tatsache, dass ihre Stimme auf einmal kratzig und heiser klang. “Negativ. Dann wären wir in dem selben Traum und das wäre echt skurril. Brummte Luke, während er die Arme vor der Brust verschränkte. “Was zum Teufel ist hier los!?” Helena starrte noch immer den Mann an, der verdammt noch mal ihr großer Bruder war. “Damon!” Schlussendlich versagte ihr Stimme doch.

@Damon Flinn Hasting

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#3

RE: The greatest gift our parents ever gave us was each other | Helena&Damon | Mitte Oktober 2023

18.10.2023 13:23
Damon Flinn Hasting Damon Flinn Hasting (gelöscht)
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Natürlich hielt diese Welt Überraschungen bereit, Damon selber, hatte sie schon mehr als einmal erleben dürfen. Duo, welcher sein eigenes Leben aufs Spiel gesetzte hatte, um seinen Freund noch aus den Fängen des Paradise zu retten, obwohl er schon frei war. Oder, als er und Sumi von Yuki getrennt wurden und sie sich, wie durch Zufall, bei den Ridern schließlich wiedergefunden hatte. Von den ganzen Menschen, die ihm gut gesonnen waren und mit denen er in den letzten Jahren Freundschaften, sowie mit Yannik sogar seit kurzen eine Beziehung, aufgebaut hatte.
Doch, dass seine Vergangenheit und noch viel unwahrscheinlicher, seine Familie aus England hier aufschlagen würde, hätte er sich in seinen kühnsten Träumen nicht ausmalen können. Der Hasting hatte einfach nur immer gehofft, dass seine anderen Brüder, als alles den Bach runtergegangen war, Helena geschnappt und sie in Sicherheit gebrachte hatten und dass sie trotz allem ein so viel leichteres Leben gehabt hatten, als es für Damon ab und an der Fall gewesen war. Keine Gefangenschaft. Keine Folter. Sicherheit und die Familie um sich herum. Dies war es, was er seinen Geschwistern gewünscht hatte.
Und nun? Nun stand da plötzlich eine junge Frau, welche seiner Schwester so ähnlich sah, dass ihm gefühlt die Ohren klingelten. Ja, in vierzehn Jahren, konnte sich ein Mensch verändern und sicher, hatte dies auch Helena. Trotzdem war sich Damon immer sicher, dass er seine kleine Schwester überall wiedererkennen würde. Zu eng, war ihre Bindung damals gewesen. Zu genau konnte er sich noch daran erinnern, wie sie sich gefreut hatte, als er ihr von seinen Diebeszügen das eine oder andere Buch hatte mitgebracht und wenn es sie glücklich gemacht hätte, wäre es noch so viel mehr gewesen, was Damon für sie getan oder geklaut hätte.
Gerade Helena, litt als jüngste der Hasting Geschwister wohl am meisten darunter, dass ihr Bruder auf offener Straße erschossen wurde und ihre Mutter sich schließlich für den Freitod entschieden hatte. Mit einem Vater, welcher sich schon davor nicht wirklich für einen Interessierte und dem Alkohol verfiel und Brüdern, welche zum Teil den falschen Weg einschlugen, hatte sie sich am Ende beinah vollkommen zurückgezogen, weswegen Damon dankbar war, um jede seltene Lächeln, welches über ihr Gesicht huschte.
Jenes Gesicht, welches natürlich älter geworden war, schaute ihn nun eher weniger freundlich an. Immerhin starrte Damon sie an, als hätte er in diesem Moment einen Geist gesehen und genauso, fühlte es sich in diesem Moment auch an, als er immer mehr Züge seiner kleinen Schwester in diesem Gesicht erkannte und sich absolut sicher war, dass es sich bei er Frau wirklich um Helena Hasting handelte. Seine kleine Schwester und früherer absoluter Sonnenschein. Scheinbar dauerte es bei ihr allerdings etwas, ehe sie wirklich verstand, wer da vor ihr stand und sie anstarrte und vermutlich erst, als Damon ihren Namen sagte, fielen auch bei der jungen Frau die Vorhänge und sie erkannte ihn.
Auch, wenn sie es nicht wahrhaben wollte, wenn er nach ihren Worten ging und wenn Damon ehrlich war, so konnte er sie auch verstehen. Scheinbar hatte sie genauso wenig damit gerechnet, ihn hier zu sehen, wie er. Auch, wenn sie scheinbar auf dem Kontinent war, mit welchem er gar nicht gerechnet hatte. Er dachte sie all die Jahre in England und nun sollte sie die letzten vierzehn Jahr hier gewesen sein? Was war passiert? Wie kam das zustande? So viele Fragen, welche in Damons Kopf nach einer Antwort suchten, die er niemals von sich selber bekommen würde, sondern nur von Helena. Seiner Schwester, welche nun eine Schritt zwischen sie brachte und abwehrend die Hand hob. So als hätte sie Angst, dass er sie Umarmen würde, und die Haltung war es am Ende auch, welche Damon so verunsicherte und auch irgendwie verletzte, obwohl er sie vollkommen verstehen konnte, weswegen er sie erstmal nicht stürmisch in seine Arme zog.
"Ich kann es absolut nicht glauben...ich dachte die ganze Zeit, du bist in England?!" murmelte er und schaute dann zu der hochgewachsenen Begleitung, welche noch immer zwischen seiner Schwestern und ihm hin und herschaute. Damon, wollte da nichts vorausnehmen. Außerdem war er absolut und vollkommen überfordert mit der ganzen Situation. So oft und so lange hatte er sich vorgestellt, wie ein Wiedersehen aussehen würde, zwischen den Geschwistern, welche sich damals so nah gestanden hatten "Wenn ihr euch kennt...sollte Helena es vielleicht erklären. Oder, Kleines?" blickte er zu ihr und sprach sie mit dem Spitznamen an, welchen er schon damals immer für sie hatte, wobei man ihm ansehen und anhören konnte, wie überfordert er mit der ganzen Situation war.


@Helena Hasting

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#4

RE: The greatest gift our parents ever gave us was each other | Helena&Damon | Mitte Oktober 2023

18.10.2023 18:00
Helena Hasting Helena Hasting (gelöscht)
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“Oder, Kleines?” Mit nunmehr leicht offenem Mund stand die Brünette einfach nur da und starrte der erwachsenen Version ihres Bruders entgegen. Ihre Hand hing noch immer zwischen ihnen in der Luft und nun war sie es, die einfach nur dastand und diesen Typen in Grund und Boden starrte. Ihr haselnussbraunes Augenpaar bohrte sich in die Augen des Mannes, der dort vor ihr stand und unsicherer nicht hätte wirken können. Vielleicht hätte nur noch ein Scharren mit der Schuhspitze gefehlt, auch wenn das ein absolut irrsinniger und bescheuerter Gedanke war, waren sie doch keine kleinen Kinder mehr. Kinder, die in einer Zeit miteinander unter einem Dach gelebt hatten und die ein Herz und eine Seele gewesen waren. Ihr verdammter Bruder Damon stand vor ihr. In Fleisch und Blut. Niemals hätte sie damit gerechnet, ihm irgendwann einmal über den Weg zu laufen. Dieses Land war riesig, unbeschreiblich riesig und die Wege waren, nachdem die meisten Tropfen Benzin aufgebraucht waren, weitaus länger und unebener geworden. Natürlich hatte sie in den ersten Jahren gehofft, gebankt und immer wieder Neuankömmlinge bei den Riders gefragt, ob sie einen Damon Hasting kannten oder gar gesehen hatten. Doch insbesondere in der Anfangszeit war das Chaos zu groß, die Leute zu traumatisiert und jeder schien sich selbst am nächsten zu sein, sodass Helena irgendwann aufgehört hatte nach ihm zu fragen, sich lediglich auf sich und ihre fortwährende Existenz konzentriert und am Ende…ja am Ende stand er nun vor ihr, sah ihr noch immer entgegen, nannte sie bei ihrem alten Spitznamen und ließ ihr tatsächlich, höflich wie sie ihn kannte, den Vortritt. Luke sah dumm aus der Wäsche, hatte die Arme bereits vor der Brust verschränkt und die Stirn in Falten gezogen. Er wurde knurrig, doch das war ihr verdammt noch mal egal.

Ihr rechter Arm sackte hinab und wieder an ihre Seite, während sie sich mit der Zungenspitze über die trockenen Lippen fuhr und schwer schluckte. Sie räusperte sich und trat wieder einen Schritt nach vorne, während sie die Handflächen kurz aneinander rieb und dann die Lippen aufeinander presste. Als sie wieder aufsah, erkannte man das leichte Glitzern in ihren Augen und ein etwas unbeholfenes, fast unsicheres Lachen erschien auf ihren Lippen. Sie deutete mit ihrer rechten, intakten Hand auf ihren Bruder, während sie nur zu Luke aufsah. “Das, mein Freund,” sie schniefte leicht, “ist mein verfluchter Bruder!” Kaum waren die Worte über ihre Lippen, lachte sie erneut und überbrückte mit schnellen Laufschritten die Distanz zu Damon. Sie streckte sie Arme nach ihm aus und sprang ihm regelrecht in die Arme. Ihre eigenen schlangen sich um seinen Nacken, während sie sich fest an ihn drückte und die Augen schloss. Sie musste ungehalten lachen, denn das Gefühl, das sich in ihrer Kehle hinauf drückte, war ihr wohl bekannt, doch nicht im Zusammenhang mit einer derart positiven Situation. Es war das Adrenalin, das einen enormen Druck in ihrer Brust erzeugte und sie dazu bewegte, diesem ein Ventil zu geben.

“Dein…was!?” Luke’s Kinnlade klappte herunter und seine Arme wurden von der Schwerkraft aus der Verschränkung gelöst. Jetzt erst fiel der Groschen, denn der Name Damon war ihm durchaus ein Begriff. Der Hüne schien nun genauso überrascht wie die beiden Geschwister, während er nun derjenige war, der einen Schritt nach hinten ging, um ihnen den Moment nicht zu nehmen.

Helena biss sich heftig auf die Unterlippe, während sie nicht gewillt war, die Umarmung zu lösen. Ihre Augen hielt sie fest geschlossen, während heiße Tränen sich daraus lösten und über ihre Wange glitten. Die Wärme, die Damon ausstrahlte, schien tausendmal intensiver als bei jedem anderen Individuum. Sie konnte seinen heftigen Herzschlag an ihrem eigenen Brustkorb spüren und seine Bartstoppeln kratzten an ihrer Wange. Vieles hatte sich verändert. Er. Sie, doch eins blieb wohl gleich, er war noch immer weitaus größer als sie und ihre Füße baumeln zwar nicht mehr in der Luft, aber lediglich ihre Stiefelspitzen schabten gerade so auf dem staubigen Boden. Erst nach einer halben Ewigkeit lockerte sie die Umarmung und ließ sich wieder auf ihre Fersen hinabgleiten. Sie ließ ihn los und wischte sich mit dem rechten Handrücken erst über die rechte, dann die linke Wange. Ihre linke Hand schob sie in ihre Jackentasche und erst nachdem sie sich das Gesicht einigermaßen getrocknet hatte, sah sie zu ihm auf. “Überraschung.” Sie lachte etwas und musterte ihn. “Überraschungsbesuch von der Insel. Naja … 14 Jahre zu spät, aber hey. Da bin ich. ” Ihr Mundwinkel zuckte, ehe sie wieder in seine Augen blickte. “Du bist alt geworden.” Man merkte ihr an, wie unsicher sie war und dass sie nicht wusste, was sie eigentlich sagen sollte. Der Schock saß und würde wahrscheinlich mindestens eine Nacht und einen halben Tag brauchen, um gelöst zu werden, doch was sie alle besaßen, war Zeit. Massig sogar.

@Damon Flinn Hasting

zuletzt bearbeitet 18.10.2023 18:01 | nach oben springen

#5

RE: The greatest gift our parents ever gave us was each other | Helena&Damon | Mitte Oktober 2023

20.10.2023 11:22
Damon Flinn Hasting Damon Flinn Hasting (gelöscht)
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Wenn Damon auch nur im Ansatz damals gewusst hätte, dass seine kleine Schwester sich auf dem gleichen Kontinent wie er war, hätte er sich sofort auf den Weg gemacht und alles nach ihr abgesucht. Doch wie sollte er auch wissen, dass sie ihn damals zu dem wohl ungünstigsten Zeitpunkt überraschen wollte, welchen es gab und jemals geben würde. Sie musste vermutlich wirklich am Anfang der ganzen Scheiße hier angekommen sein. Anders konnte er sich das alles nicht erklären, dass sie sich jetzt erst trafen. Wenn sie es vielleicht nur ein wenig früher zum Internat geschafft hätte, wären sie vielleicht zusammen durch diese Welt gegangen. Doch alles das wenn und hätte und vielleicht, brachte ihnen nichts. Wichtig war doch wirklich nur, dass sie sich nun endlich wieder hatten. Wobei Damon wirklich verdammt verunsichert war, wie seine Schwester reagierte und es erinnerte daran, wie sie sich früher immer gefreut hatte, wenn er sie von der Schule abgeholt hatte, als sie noch klein gewesen waren und sich sein Vater oder seine Großeltern nicht darüber scherrten, ob sie sicher nach Hause kam oder nicht. Damon, war dies nie egal gewesen und er war ein wenig ein Lichtblick gewesen, wenn sie fröhlich von ihrem Tag erzählte.
So ähnlich, hatte er sich dieses erste Wiedersehen eigentlich auch vorgestellt und nun, trat nichts davon ein. Genauer gesagt, wirkte sie für den Moment distanziert und in Damons Kopf, überschlugen sich die Gedanken. Was musste sie erlebt haben, dass sie so war? Er selber wusste ja nur zu gut, was Gefangenschaft und Folter mit einem anstellen konnten oder alleine das Wissen, dass Menschen, die man liebte gefoltert wurden und der kurze Gedanken an Duos Schreie, ließen ihm einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Dass er ausgerechnet jetzt daran dachte, war seltsam und eigentlich, wollte er diese Bilder doch nie wieder in seinen Kopf lassen. Ein Kloß breitete sich in seinem Hals aus. Seine kleine Helena...was war ihr in den vierzehn Jahren nur passiert und was sie, irgendwo tief in sich, noch diese kleine Helena? War er eigentlich noch der gleiche Damon?
Fragen über Fragen, welche in seinem Kopf und seiner Brust rumorten. Beinah hatte er schon das Gefühl, sie würden ihn auffressen, da hörte er nun wieder die Stimme seiner Schwester, welche sie, ebenso wie sie, so verändert hatte und doch so gleich geblieben war. Ihre eher nicht so feine englische Ausdrucksweise, ließ ihn schmunzeln und er wollte schon erleichtert ausatmen, als er ihr Lachen hörte und gerade noch so die Arme ausbreiten konnte, in welche sie nun gerannt kam. So schwungvoll, dass er einen kurzen Augenblick aus dem Gleichgewicht kam, sich aber noch fing und seine starken Arme dann fest um sie legte. In diesem Moment nahm er weder ihren Begleiter noch die Menschen um sie herum war, welche Damon kannten und die Situation des Wiedersehens mit der ihnen noch unbekannten Frau mit einem Lächeln kurz beobachteten und dann wieder ihrer Wege gingen. Der Hasting, musste alles, was in den letzten paar Minuten passiert war, erstmal geordnet bekommen. Sein Herz klopfte noch immer wie verrückt in seiner Brust und seine Beine, hatten den Wackelpudding noch nicht verloren. Ebenso, verschleierten Tränen der Freude seinen Blick. Er hatte wirklich seine kleine Schwester im Arm. Ein sehnlicher Wunsch, war hier gerade in Erfüllung gegangen.
Es scherrte ihn nicht, dass jeder seine Tränen sehen konnte, oder dass sie beide nicht gewillt waren, diese Umarmung auch nur im Ansatz zu lösen. Er kam sich wieder vor, wie damals, wo sie sich in seine Arme geworfen hatte, wenn sie sich mehrere Stunden nicht gesehen hatten und diesmal, lag über ein Jahrzehnt zwischen ihrem letzten beisammen sein und diesem Wiedersehen. So sehr sie sich äußerlich und sicher auch innerlich verändert hatten, so spürte er sofort dieses besondere Band zwischen ihnen. Es war noch immer hatte. War in alle den Jahren der Trennung nicht verloren gegangen und schien dadurch noch stärker zu sein. Schließlich löste sie sich doch von ihm. Damon ließ seine Hände auf ihren Schultern ruhen, nahm nur eine kurz davon, um sich über die feuchten Augen zu wischen und blickte sie dann wieder an. Jetzt, wo sie so nahm bei ihm stand, erkannte er deutlich viele ihrer früheren Gesichtszüge in diesem, einer nun erwachsenen Frau. Ihre Worte, ließen ihn nun lachen und er schüttelte den Kopf "Bis heute, war ich absolut nicht der Freund von Überraschungen aber diese...Mein Gott Helena...ich kann es nicht fassen!" sie war wirklich hier. Hier in Amerika und in Balar. Verrückt, absolut verrückt und endlich, fiel auch diese Anspannung von Damon "Alt, aber immer noch größer als du, Kleines!" er konnte nicht anders, als sie erneut in eine Umarmung zu ziehen. Als würde ihm jetzt erst so wirklich bewusst werden, wie sehr er sie eigentlich vermisst hatte "Eigentlich müsste ich im Gasthaus helfen, aber vielleicht gehen wir zu mir? Dann können wir in Ruhe reden." ließ er sie los und deutete in die andere Richtung, in welcher die Häuser der Bewohner standen, was natürlich auch für ihren Begleiter galt. Er musste unbedingt wissen, was seien Schwester in den letzten Jahren erlebt hatte und wie ihr Weg sie nach Balar und noch viel wichtiger nach Amerika geführt hatte, weswegen er nun den Weg in Richtung seines Haus einschlug, welches er mit Yuki und Kasumi bewohnte. Ja, sie hatten einiges an Erlebnissen zu teilen. Positive und negative aber, sie hatten sich wieder.


@Helena Hasting

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#6

RE: The greatest gift our parents ever gave us was each other | Helena&Damon | Mitte Oktober 2023

20.10.2023 16:53
Helena Hasting Helena Hasting (gelöscht)
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Ein Lächeln lag auf den Lippen der jungen Frau, während sie ihren Bruder ansah und so viele kleine Details an ihm wiedererkannte, die Erinnerungen, Emotionen und Situationen zurück brachten, die eigentlich schon weit in der Vergangenheit lagen. Sie erinnerte sich an das breite Grinsen auf Damon’s, als er in ihrem Zimmer auftauchte, mit den Händen auf dem Rücken und einem verschwörerischen Gang. Als würde er etwas unsagbar Wertvolles bei sich tragen, das zerbrechlich war und aus den tiefsten Tiefen eines Piratenschatzes stammte. In 90% der Fälle handelte es sich um Bücher, die er ihr von irgendwoher mitbrachte und ihr nur wenige Augenblicke später feierlich überreichte, dabei doppelten sich die Exemplare kein einziges Mal und er hatte es sogar fertiggebracht, ihr eine gesamte Reihe zu schenken. Gott, wie glücklich er sie damit immer wieder gemacht hat und wie wundervoll es war, ihn vor der Schule stehen zu sehen. Damals war Damon der einzige der Familie, der sich um ihr Wohlbefinden sorgte und der immer für sie da war. Immer. Bis es eben nicht mehr ging und sie einen riesigen Ozean und mehrere tausend Kilometer trennten. Für eine Weile hatte sie ihn dafür gehasst. Er hatte sie einfach im Stich gelassen durch all jene Dinge, denen er nicht widerstehen konnte - allem voran der Drang, sich gegen den Erzeuger und die Alten aufzulehnen. Doch am Ende hatte die Sehnsucht überhand genommen und ihr Betteln und Bitten wurden irgendwann Gehör geschenkt, vielleicht war ihre Großmutter auch nur mit den Nerven am Ende und um sich dem ganzen schnell Abhilfe zu schaffen, hatte sie Helena eben hierher geschickt. So weit von Cambrige weg wie möglich, in eine Zukunft, die bereits auseinander bröckelte. Hatte sie es gewusst? Eine Frage, die Helena bereits in den ersten Woche immer wieder der Verstand zerrnagte und sich tief in ihr Innerstes fraß. Hatte Damon es gewusst? Hatte ihr Vater es gewusst? Fragen, die unbeantwortet bleiben sollten, aber viele andere, die heute Nacht wahrscheinlich endlich ihre Antwort finden könnten und den Verstand damit zum Schweigen bringen.

Damon’s große Hände ruhten auf ihren Schultern, als wollte er sie sanft, aber bestimmt daran hindern, wieder ein paar Schritte und damit mehr Raum zwischen sie zu bringen. Luke stand noch immer weit hinter ihnen und sein Mundwinkel war zu einem recht unnatürlichen Lächeln, eher ein Schmunzeln, hochgezogen. Er wirkte nachdenklich und auf eine gewisse Weise bedrückt, während er das Geschwisterpaar bei der emotionalen Wiedervereinigung beobachtete. Helena hingegen sah mit einer zuckenden Augenbraue zu Damon auf und musste leicht lachen. “Wäre ja auch peinlich, wenn du als Kerl kleiner wärst als ich, oder?” Bereitwillig ließ sie sich in eine zweite Umarmung ziehen, jedoch stellte sie sich dieses Mal nicht auf die Zehenspitzen und schmiegte ihre Schläfe einfach an seine Schulter. Sein Duft stieg ihr in die Nase und während sie ihre Arme um seinen Torso legte, spürte sie wieder diese unbeschreibliche Wärme. Erst als er sie wieder losließ, sah sie an ihm hinab und musterte ihn einmal eindringlich. Auf den ersten Blick schien er unversehrt, doch war ihr bewusst, dass der äußere Schein bei Jedem trügt. Jeder in dieser unwirklichen Welt hatte Dinge gesehen, Dinge getan oder am eigenen Leib erfahren, die jenseits von Gut und Böse waren. Diese Definition gab es ohnehin nur noch in Märchen. Der böse Wolf war eben böse, doch heutzutage wäre er einfach nur jemand, der überleben wollte. Der seinen Hunger stillen und sich selbst am Leben erhalten wollte. Dafür würde man auch heute das Rotkäppchen niederstrecken und ihr das Essen klauen, nur um selbst zu überleben und ein paar Tage mehr in dieser Hölle zu leben.

Ihr Blick glitt in die Richtung, die Damon ihr zeigte und genau das schien Lukes Stichwort zu sein. “Oy El! Helena drehte sich zu ihm um und sah Luke an, der noch immer einige Schritte von ihnen entfernt stand und die Hand in die Luft streckte. Sie löste sich vollends von Damon. “Entschuldige mich kurz,” sie ging auf Luke zu, dabei sah sie automatisch nach rechts und links und einmal kurz über die Schulter zu Damon. Es waren Kontrollblicke, die man sich mit der Zeit einfach angewöhnte, egal wo man war und wohin man ging, seine Umgebung ließ man niemals aus dem Auge. Bei dem Hünen angekommen, legte er ihr eine Hand an den Oberarm und neigte sich leicht zu ihr hinab. “Alles in Ordnung?” Sie nickte, zuckte mit den Schultern und schüttelte den Kopf. Luke lachte leise und knuffte ihr dann sanft gegen die Schulter, ehe er sie eine kurze Umarmung zog. “Ich freue mich für dich. Geh mit ihm mit, ich werde zum Gasthaus gehen und uns dort schon mal ein Zimmer organisieren.” Helena ließ die Umarmung zu und schlang nun bei Luke die Arme um seinen Oberkörper. Hier hingegen lehnte ihre Schläfe an seinem Schlüsselbein. “Geht klar, wir sehen uns heute Abend?” Er nickte und löste die Umarmung, ehe er über sie hinweg zu Damon sah und die Hand in die Luft hob. “Jo Damon. Ich klink mich aus. Ich brauch’ was zu trinken. Man sieht sich später.” Luke stieß Helena spielerisch von sich und ging nun in die Richtung des Gasthaus. Dieses Mal sogar in die richtige.

Die Brünette sah ihm noch kurz nach, schob dann die Hände in ihre Jackentaschen und ging wieder auf ihren Bruder zu. “Ich bin ehrlich. Ich habe keinen blassen Schimmer was ich sagen soll, das hat mir echt den Boden unter den Füßen weg gezogen.” Sie sah lächelnd zu ihm auf und ihr Blick bohrte sich intensiv in den ihres Bruders, ehe sie sein Gesicht musterte. Sie musste ein leises Lachen unterdrücken, ehe sie mit der Zunge schnalzte und den Kopf schüttelte. “Nicht nur alt geworden, sondern auch äußerst hübsch, großer Bruder.” Sie stieß ihn mit dem Ellenbogen an, während sie sich in Bewegung setzten. “Ich hab dich für tot gehalte.” Gab sie zu, nachdem sie eine Weile schweigend nebeneinander hergelaufen waren. “Wie lange bist du schon hier?”

@Damon Hasting

zuletzt bearbeitet 20.10.2023 17:28 | nach oben springen

#7

RE: The greatest gift our parents ever gave us was each other | Helena&Damon | Mitte Oktober 2023

24.10.2023 11:05
Damon Flinn Hasting Damon Flinn Hasting (gelöscht)
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Es gab einen Moment in seinem Leben, da hatte Damon einfach nicht mehr daran geglaubt, dieses Lächeln seiner Schwester nicht wiederzusehen. Als die Welt unterging und es sich jeden Tag mehr abzeichnete, dass er wohl nie mehr nach England kommen würde, Alles war zusammen gebrochen und er würde Amerika nicht mehr verlassen. Die Erkenntnis, traf ihn hart und wenn er damals nicht Yuki an seiner Seite gehabt hätte, wäre er heute sicher nicht mehr am Leben. Das Helena jedoch nicht bei ihm war, darüber war er vor allem in den schrecklichen Momenten froh. Zu wissen, dass sie nicht den Fall des Internats miterleben musste, sie nicht alleine durch diese Welt gehen musste, weil er nicht auf sie aufpassen konnte oder alleine die Monate des Krieges, in welchen er nicht wusste, ob er den letzten Tag erleben würde und seine Familie sogar eine Hinrichtung miterleben musste. All das, war Helena erspart geblieben und doch hatte er bei weitem keine Ahnung, was die jüngste Hasting alles erlebt hatte und er war sich auch nicht sicher, ob er es jemals wissen wollte.
Schließlich hatte er sie damals, als er den Bogen weit überspannt hatte und von seinen Großeltern einmal über den großen Teich auf ein Internat geschickt wurde, weit mehr als nur verletzte. Sicher, sie hatte noch andere Brüder, aber keinen von denen, war Helena eben so nah wie Damon. Wusste, was sie brauchte und wie auch sie in gewissen Situationen zu handeln war und dass er versuchte, sie nicht ins Wohnzimmer gehen zu lassen, wenn ihr Vater mal wieder dem Alkohol vollkommen erlegen war. Wie oft hatten die Brüder ihn aus seinem eigenen erbrochenen ziehen müssen? Damon konnte es irgendwann nicht mehr zählen und er wollte vor allem Helena diese Bilder ersparen. Dazu die Großeltern, welche nur Perfektion erwarteten. Perfektion, welche die Geschwister nach dem Tod von Bruder und vor allem Mutter nicht mehr wirklich geben konnten. Sie war so jung damals gewesen und auch verdammt jung, als das alles losging.
Und nun, stand hier eine erwachsene Frau vor ihm und er musste das alles erstmal irgendwie in seinem Kopf zu einem vollständigen Puzzle zusammenfügen, weswegen er sie auch nicht wirklich von sich gehen lassen wollte. Damon musste jedes Detail ihres Gesichtes mit seinen Augen abscannen, abspeichern und mit der kleinen Helena vergleichen, die er bis dahin noch in seinem Kopf gehabt hatte. Schmunzelnd, schüttelte er bei ihren Worten den Kopf und genoss es, sie erneut in die Arme zu nehmen "Gott sei Dank, hast du meine Schlagfertigkeit." gab er von sich und ließ sie dann los. Das hier zwei Menschen standen, die sich erstens, Jahrelang nicht gesehen hatten und schon gar nicht mehr die Hoffnung in sich hatten, es irgendwann zu tun. Menschen, die so viel erlebt hatten und die noch immer dabei waren, alles zu verarbeiten. Zwei Geschwister, welche sich endlich wiederhatten und doch nicht so wirklich wussten, wie sie mit dem anderen umgehen mussten. Die Jahre hatten sie nicht nur äußerlich verändert und auch, wenn Damon das nicht wahrhaben wollte, so war er sich dem, irgendwo tief in seinem Inneren, bewusst.
Er nahm nun doch die Menschen war, welche noch immer das Wiedersehen beobachteten und schlug dann vor, das Wiedersehen in sein Haus zu verlegen. Natürlich für Helena, aber auch für ihren Begleiter, galt seine Einladung. Dieser jedoch, rief Helena und Damon deutete seine kleinen Schwester mit einem Kopfnicken an, dass sie ruhig gehen sollte. Wie früher, wenn er sie von der Schule abgeholt hatte und sie ihn fragte, ob sie noch fünf Minuten Schaukeln durfte, als sie am Spielplatz vorbeikamen. So konnte auch er, kurz richtig durchatmen und für einen Moment versuchen zu realisieren, was da genau gerade passiert war und dass er wirklich vor seiner Schwester stand. Seiner kleinen Helena. Das ihm das Leben nach all den Jahren noch ein solches Geschenk machte, konnte er sich eigentlich kaum vorstellen. Weswegen er sie auch nicht aus den Augen ließ, während sie mit ihrem Begleiter sprach. Als könnte sie jeden Moment wieder verschwinden "Du hättest ruhig mitkommen können!" warf Damon nun ein, als sich ihr Freund an ihn wandte. Dieser, wollte den Geschwistern wohl offensichtlich Zeit für sich geben und das, rechnete er ihm hoch an. Gestört hätte er sich aber nicht, wenn er mitgekommen wäre "Wenn du ins Gasthaus kommst, frag nach Yuki und sag, dass du von mir kommst. Das erste Getränk geht dann auf mich. Erwähne nur nicht meine Schwester. Da will ich sie überraschen!" er winkte dem Begleiter zu und freute sich jetzt schon, auf das Gesicht von Yuki, wenn er ihr seine Schwester vorstellte. In all den Jahren war die junge Frau wie eine für ihn geworden und ihre Tochter Kasumi, auch wie seine. Die beiden, waren zu seiner Familie geworden und er war sich sicher, dass sie auch Helena mit offenen Armen in diese aufnehmen würde.
Helena kam nun wieder zu ihm und er lächelte sofort glücklich Dann sind wir da zum Glück schon zwei. Es ist, als hätte ich dir gestern erst am Flughafen in England zugewunken und gleichzeitig ist über ein Jahrzehnt vergangen." stimme er ihr zu und musste dann lachen, ehe er sich gespielt eingebildet über Bart und Haare fuhr "Das liegt eindeutig in der Familie. Man muss sich nur meine hübsche Schwester ansehen. Wo wir beim Thema sind!" grinste er und legte ihr einen Arm um die Schulter, während sie sich in Richtung seines Haus begaben "Ist das dein Freund? Muss ich noch irgendwelche wichtigen Gespräche führen?" wie sehr hatte er sich darauf gefreut, Helenas ersten Freund so richtig in die Mangel zu nehmen. Vielleicht bekam er da ja noch die Chance jetzt.
Der Weg, war nicht weit, eine Weil war es aber danach still zwischen ihnen. Als würde jeder, seinen Gedanken einen Augenblick nachhängen. Ihre Frage, holte ihn wieder zurück "Manchmal, hab ich es mir zumindest gewünscht." gab er nun offen zur Antwort und seufzte. Wenn er was gelernt hatte, dann offen über alles zu reden. Wenn auch nicht gleich alles auf den Tisch zu legen. Sie kamen an den Haus an, welches er mit Yuki und Kasumi bewohnte und als er ihr die Türe dazu aufmachte, ging er auch ihre nächste Frage ein "In Balar? Seit über einem Jahr. Davor lebten wir bei den Ridern. Aber...na ja es waren nicht gerade leichte Zeiten." er wartete, bis Helena im Flur war und führte sie dann direkt nach links in die Küche, wobei er ein paar von Kasumis pinken Schuhe zur Seite schob. Sie konnte sich heute Morgen nicht entscheiden "Tee? Kaffee? Wir müssten sogar noch frisches Brot haben und dann, musst du mich aufklären, wie du nach Amerika gekommen bist." fügte er hinzu und war mehr als gespannt, was sie ihm zu erzählen hatte.



@Helena Hasting

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#8

RE: The greatest gift our parents ever gave us was each other | Helena&Damon | Mitte Oktober 2023

25.10.2023 13:27
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Im Gehen hob Luke erneut seinen rechten Arm, dieses Mal jedoch, um einen Daumen nach oben zu zeigen und Damon damit zu vermitteln, dass seine Worte angekommen waren und er entsprechend vorgehen würde. Helena war Luke ebenso dankbar, als auch etwas unwohl zumute, ihn alleine in das Gasthaus gehen zu lassen, wohl wissend, dass er sich dort durch Tauschhandel ein alkoholisches Getränk nach dem anderen in den Rachen kippen würde. Alkohol war Lukes Laster, konnte man ihm auch nicht wirklich verübeln, doch trügt das selbstgebrannte Zeug die Sinne und machte einen anfällig für Angriffe, Diebstahl oder sonst irgendwelchen Mist, den man sich sehr schnell durch unüberlegte Wortwahl einfangen konnte. Jeder besaß ein Laster und obwohl sie ihn dafür nicht verurteilte, sorgte sie sich doch um ihn. Er war ihr ältester und langlebigster Begleiter und obwohl zwischen ihnen noch immer dieser unsagbare Verrat hing, würde sie ihn trotzdem nicht missen. Er gehörte irgendwie zu ihr und sie zu ihm, ein unsichtbares Band, das sich keiner der beiden so richtig eingestehen wollte.

Damons Reaktion auf ihr Kompliment brachte Helena zum Schmunzeln, während sie neben ihm herging und seiner Geste folgte und die Stoppeln auf seinem Gesicht betrachtete. Es war so unglaublich befremdlich in dieses gealterte und erwachsene Gesicht zu blicken, wo er bei ihrer letzten Begegnung am Flughafen so jugendlich und noch kein Haar erwachsen gewirkt hatte. Dass sie sich an diesen Anblick noch erinnerte, war kein Wunder, sondern vielmehr ein Resultat daraus, dass sie sich diese Erinnerung immer und immer wieder vor Augen geführt hatte. All die Jahre hatte Helena daran festgehalten und es sich oft vor der Nachtruhe ins Gedächtnis zurückgeholt. Ihn jedoch jetzt so verändert vor sich zu sehen, war merkwürdig und fühlte sich auf vielerlei Ebenen falsch und doch richtig an. Sie konnte das Gefühl gar nicht richtig begreifen, geschweige denn einen Finger darauf legen und es zu fassen bekommen. Damon riss sie mit ihrer nächsten Frage jedoch aus den Gedanken.

“Was?“ Sie ließ sich von ihm den Arm um die Schulter legen und beide Augenbrauen schossen nach oben. „Luke? Mein Freund? Nein.“ Sie schüttelte den Kopf und senkte den Blick, während sie neben ihm herging und sich tatsächlich etwas in diese Umarmung lehnte. „Luke und ich sind seit vielen vielen Jahren unterwegs.“ Sie überlegte kurz. „Es müssten jetzt fast 10 Jahre sein.“ Sie hob den Blick und man erkannte ein Lächeln auf ihren Lippen. „Der Kerl ist ein Chaot, aber der beste Fährtenleser, den ich kenne.“ Sie lachte. Wahrscheinlich war Luke seit langem auch wieder der einzige, den sie kannte. Viele hatten sie auf ihrem Weg verloren, darunter auch einige, deren Fähigkeiten sehr nah an die ihres Begleiters herangereicht hatten. Dieses unwirkliche Land war ein unerbittliches Vielfraß.

Seine Reaktion auf ihre Aussage ließ sie den Blick wieder gen Boden richten, dabei war es ihr ein Bedürfnis, sich ein wenig aus dieser engen Umarmung zu lösen und etwas Luft zwischen sie zu bringen. Wahrscheinlich hat jeder verdammte Mensch auf diesem Planeten diesen Wunsch bereits verspürt. Selbst sie kannte diesen Gedanken und sie wusste auch, wie es sich anfühlte, kurz vor der Dunkelheit zu stehen und sie mehr als willkommen zu heißen. Bei dieser Erinnerung spürte sie den Phantomschmerz an ihrer linken Hand, die sie tief in ihrer Jackentasche versteckt hielt, doch die früher oder später ein Thema sein würde. Selbst wenn Damon es nicht wagte, das Thema direkt an sie zu richten, so würde er das Fehlen der Finger wahrnehmen. Nur eine Frage der Zeit. Der Gedanke an diese Unterhaltung bereitete ihr Unbehagen, auch wenn es eigentlich zu ihr und ihrer Geschichte gehörte, wie die Zeit vor dem Ausbruch, so war der Gedanke an diesen Moment unerträglich.

Sie erreichten ein Haus und Damon öffnete die Tür, um vor ihr einzutreten und sie dann in die Küche zu führen. Helena folgte ihm zögerlich, dabei glitt ihr Blick durch das Innerste und scannte sogleich unbewusst jegliche Nische, mögliche Fluchtwege und eventuelle Verstecke, die man zum eigenen Vorteil oder auch gegen sie nutzen konnte. Ihr Blick blieb kurz an dem pinken Paar Schuhe hängen. Es war angenehm warm in dem Haus, sodass sie die Schultern kurz anzog und ihr ein wohliger Schauer über den Rücken fuhr. Die Hände zog sie aus ihren Jackentaschen, um die vorderen Knöpfe zu lösen und sich etwas Freiheit zu verschaffen. Zum Vorschein kam die Lederkombi, die ihren Brustkorb umhüllte und bis hinauf zu ihrem Hals reichte. Darunter ein schwarzer Rollkragenpullover, der sie einigermaßen warm hielt, obwohl er eng anlag und der Stoff nicht sonderlich dick schien. Erst als er fortfuhr, hielt Helena Inne und sah ihn an.

„Was?“ Sie zog die Augenbrauen zusammen. „Du warst bei den Ridern? Wann? Also .. .von wann bis wann?“ Sie zog die Jacke aus und legte sie über eine Stuhllehne, doch gerade als sie nach ihrem Hosenbund griff, glitten ihre Finger ins Leere. Der Automatismus dahinter war allgegenwärtig, doch die Begegnung mit ihrem Bruder schien das davorige Geschehen vollständig verdrängt zu haben. Ihre Walther und ihr Jagdmesser waren bei Ivar. Sie blinzelte und ließ die Hand sinken. „Kaffee bitte.“ Sie grübelte. „Davor, also weit nach mir,“ dachte sie laut und schob sich dabei eine Haarsträhne hinter das Ohr. „Die Rider waren die erste große Kolonie der ich mich einige Zeit nach dem Ausbruch anschloss. Ich bin dort…erwachsen geworden oder wie auch immer man das nennen will.“ Sie sah Damon an. „Ich war dort vier Jahre…? Ja, so ungefähr. Es ist lange her.“ Damon begann in der Küche herumzuwerkeln. „Ich weiß nicht … was willst du denn wissen? Also, wo soll ich anfangen? Vor dem Flug, als du mich im Stich gelassen hast oder bei meiner Ankunft, als Zombies das Land überrannten?“ Sie wirkte ernst und ihr Blick war auf seinen Rücken gerichtet. Eigentlich wollte sie das nicht sagen, sie wollte nicht gemein sein und wollte sie auch definitiv keinen Finger in eine Wunde bohren, doch war es eben ein Fakt. Es entsprach der Wahrheit und Helena hatte in all den Jahren eine direkte, fast unwirsche Art entwickelt, die nichts mehr mit dem kleinen, schüchternen Mädchen zu tun hatte, das sie einst gewesen war.

@Damon Flinn Hasting

zuletzt bearbeitet 25.10.2023 13:32 | nach oben springen

#9

RE: The greatest gift our parents ever gave us was each other | Helena&Damon | Mitte Oktober 2023

08.11.2023 13:44
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Was Diebstahl in Balar angehen würde, so musste sich Helena da keine Sorgen machen ebenso, dass ihm überhaupt etwas passieren würde. Dies war eine Sache, welche er hier schätzte. Jeder passte auf jeden auf und es gab Dinge, die nicht geduldet wurden. Trotz allem, was sie im vergangenen Jahr durchmachen mussten, hatte er Vertrauen in die Kolonie und deren Führung und fühlte sich mit Yuki und Suki sicher. Natürlich im Hinterkopf musste man die Gefahr immer behalten. Sowohl von den Beißern und vor allem von den Menschen ausgehenden. Kein Beißer, hatte ihm in seinen Augen einen solchen Schmerz zugefügt, wie es die lebenden bisher getan hatten, seit die Welt nicht mehr die von vor vierzehn Jahren war, Vierzehnjahre, in denen sich so viel verändert hatte und in denen er voll allem nicht wusste, was aus seiner kleinen Schwester geworden war, welche nun lebend vor ihm stand. Etwas, was er noch immer nicht glauben konnte, auch wenn sie sich jetzt gemeinsam auf den Weg zu seinem Haus machten.
Sie war so jung gewesen, als er sie das Letzte Mal umarmen konnte. Dies war der Tag, an welchem er in den Flieger stieg und aufs Internat gehen musste. Briefe und Telefonate, konnten zwar die Sehnsucht ein wenig stillen, sie blieb aber ein ständiger Begleiter und Helena zurückzulassen, war alles, was er an seinem Verhalten bereute. Rückblickend betrachtet, würde er heute vieles anders machen vor allem aber, seine Schwester kein zweites Mal im Stich lassen.
Es tat so gut, neben ihr zu Laufen und sie vor allem die Löcher in den Bauch zu fragen, die nur von einem großen Bruder kommen konnten, welcher wissen wollte, ob er gewisse Gespräche mit dem Mann an der Seite seiner Schwester führen musste oder nicht. Egal, wie alt sie mittlerweile waren und wie viel Zeit vergangen war, er fühlte sofort den alten Beschützerinstinkt aufkeimen, welcher nicht gemindert wurde als sie erklärte, dass besagter Luke nur ein Begleiter der Jahre war und das nicht erst seit gestern, was ihn allerdings nicht beruhigte. Ganz der große Bruder eben "Dann muss ich mich also eher bei ihm bedanken?" schaute er fragend zu ihr "Wobei ich mir auch vorstellen kann, dass du sehr gut auf dich selber aufpassen kannst." trotzdem würde er mit Luke wohl sprechen müssen und sich dafür bedanken, dass er in den letzten Jahren an Helenas Seite geblieben ist und sie vielleicht auch beschützt hatte. Alles Dinge, die Damon nicht hatte tun können. Einen Umstand, welchen er immer bereuen würde.
Er liebte das kleine Haus, in welches er Helena nun führte und sie gemeinsam in die Küche gingen ""Wenn wir das nur gewusst hätten..." murmelte er schließlich, als sie ihre Verbindung zu den Ridern herausgefunden hatten. Doch Damon kam eben nicht auf die Idee, bei den Ridern zu fragen, ob jemand seine kleine Schwester gesehen hatte, als er schließlich zu diesen gestoßen war. Kam er schließlich erst Jahre nach ihr zu diesen, nachdem das Internat 2018 überrannt wurde. Immerhin dachte er sie in England und nicht in Amerika.
Schließlich wollte er noch mehr von ihr wissen und fing dabei an, zwei Tassen aus dem Schrank zu kramen. Gerade, als er das Brot in die Hand nahm, trafen ihre Worte an sein Ohr und mitten ins Herz. Die Art wie sie das sagte, zeigte ihm, wie sehr er sie verletzt hatte und er musste schlucken und tief durchatmen, ehe er sich zu ihr umdrehte und den bohrenden Blick, welcher er schon in seinem Rücken gespürt hatte nun entgegnete "Glaub mir es gibt seit diesem Tag, an welchem ich in das Flugzeug steigen musste wohlgemerkt, keinen, an welchem ich es nicht bereut habe, dich im Stich gelassen zu haben." das auch er eben an der ganzen Familiensituation zu knabbern gehabt hatte und in seinem ganzen Verhalten sein Ventil gefunden hatte, war sicherlich keine Ausrede, aber es erklärte vielleicht ein wenig. Ihr Bruder war erschossen worden, ihre Mutter hatte sich umgebracht und sein Vater wurde zum Alkoholiker. Wie sonst hätte sich Damon da eine gewisse Aufmerksamkeit erarbeiten können? Er war ein Teenager gewesen "Es ändert nichts mehr, aber aus heutiger Sicht betrachtet, würde ich alles anders machen Helena. Aber gut..." er seufzte tief und schloss die Augen "Scheinbar habe ich das verdient, dass du so reagierst. Dann fang doch einfach an dem Tag an, an welchem die Welt unterging, nachdem ich dich wohl im Stich gelassen haben." wobei er immer noch der Ansicht war, dass er es musste. Freiwillig war er schließlich nicht aufs Internat gegangen und das Helena nun so reagierte, wobei er sich so unbeschreiblich freute, seine kleine Schwester wieder an ihrer Seite zu haben, riss auch bei ihm nicht verheilte Wunden wieder auf.


@Helena Hasting

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#10

RE: The greatest gift our parents ever gave us was each other | Helena&Damon | Mitte Oktober 2023

05.12.2023 19:18
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Schweigend betrachtete Helena den Rücken ihres Bruders, der gerade dabei gewesen war, nach einem Brotleib zu greifen, der bereits jetzt den gesamten Raum mit einem verführerischen Duft erfüllte. Helena spürte, wie der Speichelfluss bei ihr einsetzte und ihr Magen einen sanften Krampf vollzog. Ein Knurren war zu hören und sie legte unwillkürlich die Finger auf ihren Bauch. Als sich ihre Blicke begegneten, ahnte die junge Frau, dass sie wieder einmal einen zu direkten und harschen Ton ageschnitten hatte und dass sie damit zu weit gegangen war. Es war nicht fair, das wusste Helena genauso gut wie Damon und doch hatte sie damit nicht an sich halten können. Durch sein Verschulden hatte er gehen müssen und er hatte mit seinen Entscheidungen nicht nur sein Leben, sondern auch das ihre grundlegend verändert. Anfangs war sie unsagbar wütend gewesen, hatte ihn verflucht und auf seine Anrufe zu Beginn eher verhalten reagiert, doch irgendwann hatte sie sich wieder so dermaßen einsam gefühlt, dass sie ihm verzieh.

Seine Antwort war weniger befriedigend als erhofft und der emotionale Schmerz und das Unbehagen auf seinem Gesicht sorgten dafür, das ihr Magen sich noch ein wenig mehr verkrampfte und jetzt nicht nur auf Grund ihres Hungers. Helena zog die Augenbrauen zusammen und presste ihre Lippen einen Moment zusammen. “Du musstest,“ murmelte die Dunkelhaarige, ehe sie den Stuhl neben sich mit einem lauten Scharren zurückzog und sich darauf niederließ. Ihre linke Hand beließ sie unter dem Tisch auf ihrem Oberschenkel und die rechte ruhte auf dem Tisch. Die tippte mit den Fingerspitzen auf dem Holz und sah den Dreck unter ihrem Zeigefinger, nachdem sie die Handschuhe auf dem Tisch abgelegt hatte. Nachdenklich hob sie die Hand und betrachtete ihre Fingernägel, ehe sie einmal tief durchatmete, die Hand wieder ablegte und zu ihrem Bruder aufsah. “Tut mir leid. Ich wollte dir nicht zu nahe treten. Es ist einfach … ach lass uns darüber lieber ein anderes Mal reden“ sie lächelte und lehnte sich dann in den Stuhl zurück, dabei hellte sich ihr Gesicht sichtlich auf. Sie hatten noch so viel Zeit alles zu besprechen, Dinge nachzuholen und vor allem auch aufzuarbeiten. Es lagen so viele Jahre zwischen ihnen und so viel unausgesprochene Dinge und obwohl ihr so viel auf der Seele brannte, das sie loswerden und geklärt haben wollte, umso mehr wollte sie diesen Moment genießen. Komme was wolle!

„Der Tag an dem die Welt unterging war tatsächlich exakt der Tag an dem ich hier landete. Ich kam aus dem Flughaufen raus und auf einmal brach die Hölle los.“ Sie senkte den Blick und runzelte die Stirn, dabei konnte sie die Angst und Panik im Nacken schon fast wieder spüren. Dabei handelte es sich nicht um das normale Unwohlsein, dass sie nun empfand wenn sie einem Walker über den Weg lief, es war blanke und nackte Angst die sie damals empfunden hatte, als sie als 15 Jährige aus diesem riesigen Flughafen kam und Menschen übereinander und ineinander rannten, als wäre der Teufel los. Und dann die Walker…das erste Mal das sie einen sah, nein nicht nur einen dutzend, hunderte. Sie waren überall und dann… „Ich kam aus dem Flughafen und überall waren Walker. Menschen rannten um ihr Leben und ich folgte einfach meinem Instinkt. Ich rannte los, hinter den anderen Leuten her und versuchte einfach nur mein Leben zu retten.“ Helena sah auf und ihrem Bruder in die Augen, dabei lächelte sie, doch war es dieses Lächeln, das er bereits aus ihrer Kindheit kannte. Es verbarg Emotionen und sollte über eine Emotion hinwegtäuschen, die tief in ihr lag. Doch war das kaum vergleichbar mit all jenen Enttäuschungen ihrer Kindheit, es war ein tiefsitzendes Trauma, eines von vielen. Damon wusste gut genug, dass es jetzt unangebracht war, weiter zu bohren. Helena zog erneut die Augenbrauen zusammen und ihr Blick glitt dabei durch ihn hindurch.

„Wie war es bei dir?" Immer im Wechsel, das war fair und angebracht und würde nicht nur einem von ihnen alles abverlangen. Ohne darüber nachzudenken, zog sie ihre rechte Hand nun ebenfalls unter die Tischplatte, um mit den Fingern über ihre geschundene Hand zu fahren, die anderthalb Finger weniger aufwies. Damon würde alles erfahren, wenn er die richtigen Fragen stellte, doch das würde entweder die ganze Nacht oder mehrere Tage dauern. Helena war sich nur noch nicht so sicher, ob sie dafür wirklich bereit war

@Damon Flinn Hasting

zuletzt bearbeitet 05.12.2023 19:26 | nach oben springen

#11

RE: The greatest gift our parents ever gave us was each other | Helena&Damon | Mitte Oktober 2023

18.12.2023 17:06
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Es war, als hätte plötzlich jemand oder etwas einen Keil zwischen die Geschwister getrieben und Damon wurde in diesem Moment das Gefühl nicht los, dass er es war. Sicher, sein Verhalten hatte dazu geführt, dass seine Großeltern ihn nach Amerika und auf dieses Internat geschickt haben. Doch wenn er auch nur eine Sekund gewusst hätte, dass es diese Konsequenzen nach sich gezogen hätte, er hätte nichts davon getan und vor allem seine Schwester nicht im Stich gelassen. Er bereute es bis heute zutiefst und hatte eigentlich gehofft, dass sie ihm verziehen hatte. Jetzt, nach all den Jahren und wo sie sich unverhoffter weiße wieder hatten wurde ihm bewusst, dass dem nicht so war. Scheinbar hatte sie das in der ganzen Zeit mit sich getragen.
Damon konnte ihr auch ansehen, dass sie sich scheinbar mit der Antwort absolut nicht zufrieden gab. Ihre Stimme, die ganze Haltung, es übertrug sich auf die gesamte Stimmung im Raum, weswegen er sich wieder umdrehte und das Brot schnitt, ehe er sich bei ihren Worten wieder umdrehte und tief seufzte "Bist du nicht. Im Grunde hast du ja auch Recht." obwohl er ihr zustimmte, konnte man das Unbehagen in seiner Stimme hören. Er kam einfach nicht damit klar, dass er Helena so verletzt hatte und dass sie ihm noch heute Vorwürfe machte. Dabei waren sie sich doch einmal so nah gewesen. Nichts, aber auch gar nichts, hätte sich dazwischen drängen können. Nicht einmal der Ozean zwischen ihnen. Jedenfalls dachte Damon das bis heute und das, schmerzte und gab diesem Wiedersehen plötzlich einen seltsamen Beigeschmack.
Damon nahm das geschnittene Brot, legte es in einen Korb und setzte Wasser für den Tee auf. Es war erstaunlich, dass sie hier fast so leben konnten, wie vor allem. Er verteilte ein wenig Minze und Beeren in zwei Tassen und gab einen Löffel Honig, welchen sie hier von einem eigenen Imker hatten, dazu, ehe er sich zu seiner Schwester an den Tisch setzte und ihr dann lauschte, während das Wasser heiß wurde. Ruhig, lag sein Blick auf ihr, während er ihren Erzählungen lauschte, wie sie nach Amerika kam und wie sie den Anfang vom Ende erlebt hatte. Jedenfalls die ersten Momente "Wenn dein Flug nur einen Tag früher gegangen wäre..." ein dunkler Schleier legte sich auf sein Gesicht und er atmete tief ein. Alles wäre anders gekommen. Sie wäre bei ihm gewesen, als alles losging. Er hätte sie bei ihr gehabt. Hätte sie beschützen können...Das Pfeifen des Wasserkochers holte Damon aus seinen Gedanken. Kurz blickte er sie noch an, ehe er aufstand, den Kessel vom Herd nahm und Wasser in die beiden Tassen goss.
Tief den ausströmenden Geruch nach Minze, Beeren und Honig einatmend, stellte er die Tassen auf den Tisch, wo er seine Hände und seine legte und dann wieder zu seiner Schwester schaute. Nun war es wohl an ihm, den Anfang von allem zu erzählen "Ich war im Internat, als alles losging." sie hatten damals wirklich verdammtes Glück gehabt, wenn er heute so drüber nachdachte. Alleine der Gedanke, Yuki hätte die kleine Kasumi auf der Straße bekommen müssen, weil sie als Nomaden hätten überleben müssen "Wir schafften es sogar ziemlich lange, dort zu überleben. Neun Jahre etwas, dann wurden wir überrannt und mussten fliehen." eine dunkle Zeit, da er Yuki aus den Augen verloren hatte und mit Kasumi alleine war "Ich hatte die kleine Kasumi dabei und ihre Mutter verloren. Irgendwann kamen wir schließlich bei den Ridern an. Dort lebten wir dann eine Weile..." und damit wusste Damon auch, dass er dem Krieg, seiner Gefangenschaft und dem Trauma, welches er noch immer bei sich trug, nun nahe kam und deswegen den Tee umrührte, wobei das Klirren des Löffels in dem Raum wiederhalte und erneut sein Gesicht sich verdunkelte "Warst du von Anfang an mit Luke unterwegs? Oder gab es da noch andere Menschen?" er hoffte einfach, dass sich jemand damals um seine Schwester gekümmert hatte, als er es nicht konnte...


@Helena Hasting

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#12

RE: The greatest gift our parents ever gave us was each other | Helena&Damon | Mitte Oktober 2023

21.12.2023 15:27
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Auch Helena konnte die Veränderung im Raum und auch in ihr selbst deutlich spüren. Die Freude hatte eigentlich alles überschatten müssen, doch all die Erlebnisse vor Amerika, all die Emotionen und all die Versprechungen die einst ihr Leben bestimmt hatten, waren in diesem Moment so unglaublich präsent, dass sie nicht so richtig wusste, wie sie diese aufbrodelnden Emotionen im Keim ersticken sollte. Als Kind war sie darin gut gewesen, geübt und ebenso trainiert, doch mittlerweile war sie ein wandelndes Pulverfass, dass Empfindungen nur schwer hinunterschlucken und verdrängen konnte. Ebenso wenig war sie in der Lage ihre Zunge zu zügeln und nicht direkt das auszusprechen, was ihr im Kopf umherschwirrte – je nachdem um was genau es sich handelte. Wollte sie Damon doch eigentlich auch kein Unrecht tun, doch was hatte er im Gegenzug getan? Er hatte ihnen beiden so viel Leid gebracht, weil er ein dummer, bockiger Teenager sein musste, ein Umstand den sie heute einfach nicht begreifen konnte oder wollte. Was definitiv ein Produkt ihrer Erlebnisse war, doch das erkannte Helena zum jetzigen Zeitpunkt absolut nicht.

Das Lächeln auf ihren Lippen sollte ihr Grübeln verbergen, während sie mit der rechten Hand unterm Tisch in ihren linken Handrücken kniff und Damon dabei beobachtete, wie er die Tassen vorbereitete und sogar verdammten Honig hinein gab. Als er dann das Wasser aufgoss und der Duft den Raum zusätzlich erfüllte, runzelte Helena die Stirn und verzog ihre Lippen zu einem zynischen Lächeln. „Ziemlich luxuriöses Leben hm?“ Sie zog ihre rechte Hand unter dem Tisch hervor und griff nach der Tasse, die sich an ihren kalten Fingerspitzen unangenehm heiß anfühlte. Sie griff nach dem Henkel und führte das dampfende Gefäß an ihre Nase, um daran zu schnuppern. Ihre haselnussbraunen Augen glitten dabei über die Tasse hinweg zu ihrem Bruder, der einen Gedanken laut aussprach. Schweigend blickte sie ihn an, bis sie einen Schluck von dem heißen Tee nahm und dieser eine sofortige Wärme in ihr erzeugte. Ein zweiter und dritter Schluck folgte, ungeachtet der Tatsache, dass die Hitze ihr die Zunge verbrannte. Seit Ewigkeiten hatte sie nicht mehr etwas derart köstliches zu sich genommen. Helena genoss es sichtlich, denn während sie halb ihre Augen schloss, atmete sie hörbar ein und wieder aus.

Als Damon mit seiner Geschichte begann, öffnete sie das haselnussbraune Augenpaar wieder, um die Tasse sicher vor sich abzustellen, jedoch war sie nicht gewillt den Henkel loszulassen. Bei seinen Erzählungen wirkte er kontrolliert und gefasst, doch der finstere und gar konzentrierte Ausdruck auf seinem Gesicht, erzeugte Falten und Sorgen, welche tief in ihm zu schlummern schienen. Niemand in ihrem Alter oder gar älter, konnte von sorglosen Erinnerungen und Geschehnissen berichten. Vielleicht war die Generation nach ihnen auch nicht gänzlich unberührt, doch wahrscheinlich weitaus sicherer und auch entspannter herangewachsen, als es bei ihnen der Fall gewesen war. Vielleicht auch nicht, wer war sie schon das anzunehmen und darüber zu urteilen, doch ihre Kindheit, ihre Jugend und ihr gesamtes Leben waren ein Kampf gewesen. Selbst dann, als es noch keine Zombies auf diesem Planeten gegeben hatte. Wie Paradox sich das in ihrem Kopf anhörte.

„Wie die Zeit uns rein gar nicht in die Karten gespielt hat, nicht wahr?“ Sie schmunzelte und senkte den Blick hinab auf ihre Tasse, um die dampfende Flüssigkeit zu betrachten und einen Moment nachzudenken. „Wäre der Flug früher gegangen, dann wären wir zusammen gewesen. Wäre ich länger bei den Ridern geblieben, wären wir uns auch dort begegnet. Viele Chancen und doch hatte das Schicksal seine ganz eigenen, makabren Pläne.“ Sie spürte den Phantomschmerz in ihrer linken Hand, dabei verzog sie die Lippen zu einem verbitterten und angeekelten Ausdruck, den sie erst dann bemerkte, als sie Damon wieder ansah und ihr bewusst wurde, das er versuchte diese Mimik zu deuten. „Ich habe Luke bei den Ridern kennen gelernt.“ Ihre Gesichtszüge entspannten sich, kaum hatte sie seinen Namen genannt. „Ich hatte diversen Gruppen angehört, in der ersten Zeit habe ich mich an jede kleine oder große Gruppe geheftet, die ich nur finden konnte. Ich wollte um jeden Preis überleben und bereits früh musste ich lernen, dass Menschen nicht mehr Menschen waren und auch die dazu gehörigen Werte offensichtlich nichts mehr wert waren.“ Sie zuckte mit den Schultern. „Am Ende fand ich meine Zuflucht bei den Ridern und blieb dort einige Jahre. Ich kümmerte mich um die Kinder, las ihnen vor und lernte neue, nützliche Dinge. Unter anderem versteckte Talente,“ sie lachte, „Luke lief mir dort eines Tages einfach über den Weg. Ich weiß nicht, wir waren von Anfang an auf einer Wellenlänge, so unterschiedlich wir auch sind. Seit dem sind wir zusammen, mit vielleicht ein paar Unterbrechungen.“ Sie dachte an Lukes Flucht, als sie gefangen genommen wurden und wie er sie zurück ließ. Mit einem Blinzen verscheuchte sie die Bilder dieser Erinnerung.

„Du sagtest die kleine Kasumi? Sprichst du von einem Kind? Gehören ihr dies Schuhe im Flur?“ Erst jetzt wurde Helena mit einem Schlag etwas bewusst. Das Haus. Die Schuhe. Das Brot. Das fließende Wasser und der Honig. Ihr Bruder hatte sich hier ein Leben aufgebaut. Ein neues, sicheres und vor allem unberührtes Leben und in diesem Moment scheute sie sich vor der Antwort. Sie begann etwas unruhig auf dem Stuhl nach oben zu rutschen und sich etwas aufrechter hinzusetzen. Ihre Schultern straffte sie unbewusst, um sich vor der Antwort abzuschirmen.

@Damon Flinn Hasting

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#13

RE: The greatest gift our parents ever gave us was each other | Helena&Damon | Mitte Oktober 2023

04.01.2024 16:25
Damon Flinn Hasting Damon Flinn Hasting (gelöscht)
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Zwischen ihnen, hatte wohl nur so eine ähnlich angespannte Situation gegeben, als er damals gesagt bekommen hatte, dass er auf das Internat in Amerika gehen musste. Dies, hatte schon etwas zwischen ihnen verändert und doch, hatten sie es geschafft, dies wieder zu kitten. Telefonate und Briefe, hatten es leichter gemacht und für Damon stand fest, dass er sich anstrengen wollte, um so schnell wie möglich wieder nach England und somit zu Helena zu kommen. Er hatte sich immer versprochen, sie zu beschützen und dann, konnte er nicht da sein, als die ganze Welt den Bach runterging nichtsahnend, dass sie da schon im gleichen Land wie er war. Nur ein Tag früher und alles wäre anders gekommen. Irgendwie war es also nur fair, dass sie ihm diese Vorwürfe machte. Es war ja auch seine Schuld, aber er hatte sich dieses Wiedersehen einfach komplett anders vorgestellt.
Er dachte, dass sie nun zusammen saßen, Tee tranken und so redeten, wie sie es in der Zeit vor dem Internat immer getan hatten. Egal, was auch kommen würde, Helena war seine Schwester...sein kleiner Sonnenschein. Doch mit jeder Minute, die verstrich und in welcher Helena sprach wurde ihm aber bewusst, dass sich nicht nur die Zeit verändert hatte, sondern die Zeit auch die beiden und das schmerzte. Er wollte sie so lachen sehen wie damals und nicht dieses zynische "Mir ging es nicht immer so...und dieser Kolonie auch nicht. Der Krieg..." Damon schluckte fest bei dem Gedanken daran und schüttelte den Kopf "Es mag so aussehen, als hätte ich in den vergangenen Jahren das perfekte Leben gehabt. Dem ist aber nicht so, wobei es nichts daran ändert." winkte er ab und nahm nun auch einen Schluck aus der Tasse.
Dann fing er an, die wichtigsten Punkte seiner Reise seit zweitausendneun zusammenzufassen und ihr zu erzählen, wo er in diesen Jahren war und um welche Zeit in etwa. Genaue Jahreszahlen, hatte er verloren. Gerade die Zeit in der Gefangenschaft, kam ihm noch immer wie Jahre vor. Was das mit der Zeit und in die Karten spielen anging, so konnte Damon ihr nur mit einem nachdenklichen Nicken zustimmen und als er dann auch noch hörte, dass sie sich bei den Ridern nur knapp verpasst hatten, ließ ihn kurz in eine Schockstarre verfallen. Wie unfair, konnte das Leben eigentlich sein "Es müssen sogar mehrere Moment gewesen sein...Immerhin kam ich, bevor ich dann nach Balar kam, nochmal zu den Ridern zurück...aber da Yuki jetzt hier lebte, folgte ich ihr." er seufzte tief und lauschte ihren Worten wieder, wobei er das eine oder andere Mal schluckte.
Scheinbar, hatte auch seine kleine Schwester auf eine unschöne Art und Weiße lernen müssen, was diese neue Weltordnung aus den Menschengemacht hatte und das so etwas wie Menschlichkeit, gerade in den ersten Jahren vergeblich gesucht wurde. Selbst, wenn man an Menschen geriet, die einem auf den ersten Blick gut gesonnen waren, so konnte sich auch das schnell ändern. Am Ende, würde fast jeder für die eigene Sicherheit über Leichen gehen. Natürlich hatte Damon tausend Fragen in diesem Moment. Was ihn etwas Erfreute war zu sehen, wie sie von Luke sprach.
Scheinbar hatte sie in ihm wirklich einen Freund gefunden, auf welchen sie sich verlassen konnte. Anders, als auf ihren Bruder, der es nicht mal geschafft hatte, im selben Land wie sie zu bleiben und das nur, weil er seine Emotionen nicht unter Kontrolle halten konnte zu dieser Zeit. Die ganze Situation, überforderte ihn in diesem Moment vollkommen. die Wendung, welche dieses Wiedersehen genommen hatte, machte es ihm nicht leichter. Noch heute Morgen, hatte er weder damit gerechnet, seine Schwester wieder in die Arme schließen zu können noch, dass sie nun hier saßen und die Situation so seltsam angespannt war. Damon wusste in manchen Augenblicken nicht mal, wohin er schauen sollte "Scheinbar hast du einiges durchmachen müssen...Helena...wenn ich auch nur gewusst hätte, dass du hier bist, in Amerika, ich hätte alles stehen und liegen gelassen und hätte jeden Stein umgedreht, um dich zu finden." legte er nun mit der vollen Ehrlichkeit in seiner Stimme nach. Ja, er hätte es erst gar nicht so weit kommen lassen sollen, dass sie sich alleine durch diese Welt, ob mit oder ohne Untote, hätte schlagen müssen. Umso dankbarer war er, dass sie jemanden wie Luke an ihrer Seite hatte.
Schließlich kam das Gespräch auf Kasumi zu sprechen und sein Gesicht, hellte sich wieder auf "Ja, ein Kind. Sie wohnt hier mit ihrer Mum Yuki und mir. Meine kleine Kasumi." er lächelte und blickte dann wieder zu seiner kleinen Schwester "Ich bin mir sicher, du wirst sie lieben und auch sie dich. Ein Sonnenschein durch und durch. So oft, erinnert sie mich an dich." dass er nicht bewusst sagte, dass es nicht seine leibliche Tochter war, kam ihm in diesen Moment nicht in den Sinn. Immerhin war Kasumi ja praktisch wie eine Tochter für ihn, hatte er sich schließlich nach dem Tod ihres Vaters wie ein solcher um sie gekümmert und liebte sie auch wie eine eigene Tochter. Jedoch war er sich nicht bewusst, wie das alles bei seiner Schwester ankommen würde...


@Helena Hasting

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#14

RE: The greatest gift our parents ever gave us was each other | Helena&Damon | Mitte Oktober 2023

01.02.2024 15:38
Helena Hasting Helena Hasting (gelöscht)
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Während Damon sprach verfolgten Helena’s haselnussbraunen Augen jede Bewegung die er vollzog und wie sich mit jedem Wort seine Lippen immer wieder bewegten oder Regungen zeigten, die seine Gefühle entweder untermalten oder vertuschen sollten. Seine abwinkende Geste mit der Hand verfolgten ihre Augen genauso schnell, wie er sie vollzog, ehe sich ihr Blick wieder langsam auf sein Gesicht richtete. Sie konnte die Emotionen spüren, bevor sie überhaupt ihre Magengrube einnahmen und ihren Nacken hinaufkrochen. Eigentlich fühlte sie sich glücklich, befreit und fast schon losgelöst von all den dunklen Wolken, die sie in den letzten Jahren verfolgt hatten, doch war da etwas anderes, was sich massiv in den Vordergrund drängte und dieses Widersehen so verdammt bitter schmecken ließ. Er trug Schuld an dem Ganzen, das hatte sie ihm mit nur einem Satz so hart um die Ohren gepfeffert, das es ihr eigentlich schon ein wenig leid tat, doch irgendwie auch nicht. Was war nur aus ihnen geworden? Es lagen einfach zu viele Jahre dazwischen und auch wenn er dementierte, dass das hier keine heile Welt war und er ebenfalls keine perfekten Jahre verlebt hatte, so wollte ihr Verstand das einfach nicht glauben. Er lebte in einem verdammten Haus, mit Brot, Wasser, Honig, Tee und … weiß der Geier. Ihr Bruder hatte sie in diesem elenden Leben Übersee zurückgelassen und selbst jetzt, in einer Zombieapokalypse ging es ihm noch besser, als es ihr damals ergangen war. Das diese Gedanken von Grund auf falsch waren, wusste ihr grollender Geist nicht. Helenas Synapsen vollzogen eine Übersprungshandlung und noch während sich ihre Finger in den Stoff ihrer dreckigen Hose verkrallten, presste sie ihren Kiefer fest aufeinander. Sie hielt den Atem an, als das Kind zur Sprache kam und ein weitere Name fiel.

Das Feuer in ihrem Verstand setzte ihre Logik und alles andere in Brand. Sie sprang von ihrem Stuhl auf und schlug mit beiden Händen flach auf den Tisch, dabei kippte ihre Teetasse mit einem Hüpfer um und der heiße Inhalt ergoss sich über dem Tisch. Schwer atmend stützte sich die junge Frau auf dem Tisch ab, nach vorne gelehnt und mit einem Brennen in den Augen, das wahrscheinlich die gesamte Küche in Asche verwandeln konnte. Sie schrie. „Willst du mich eigentlich verarschen!?“ Ihr Stuhl war nach hinten umgekippt und während sie auf ihren Bruder hinab starrte, hob und senkte sich ihre Brust hektisch und fast schon unregelmäßig. Man konnte Helena deutlich ansehen, dass sie mit ihrem Gefühlsausbruch rang und als sie sich auf die Unterlippe biss, hinterließ sie einen blutigen Abdruck. Das sie ´Damon damit einen vollen Blick auf ihre verstümmelte Hand gewehrte, war ihr in diesem Moment absolut nicht bewusst. Ohnehin wandte sie sich vom Tisch ab und ging einige Schritte zurück, dabei fuhr sie sich mit dem Handrücken über die Unterlippe und atmete dem Adrenalin in ihr entgegen. Helena war nicht mehr das kleine schüchterne Mädchen von damals, kaum noch etwas ist davon übrig geblieben.

„Ja verdammt, ich habe dich schon damals als egoistischen Penner gehalten, der mich in diesem kalten, psychopathischen Haushalt zurückgelassen hat, weil er mit seinen eigenen scheiß Emotionen nicht zurechtkam. Ich. Das Ende vom Glied der goldenen Kette, das sowieso keiner haben wollte. Aber für so dermaßen dumm und fahrlässig hätte ich dich niemals gehalten.“ Sie drehte ihm den Rücken zu und atmete hörbar durch, dabei pustete sie Luft in den Raum und stemmte sich eine Hand in die Seite. Nach einigen Minuten des Schweigens begann sie zu lachen, doch war es weder freudig noch belustigt, eher herablassend und geschockt. Helena drehte sich zu ihrem Bruder um und deutete auf das Haus. „Wie, um alles in der Welt, kommst du auf die Idee ein Kind in eine scheiß Zombieapokalypse zu setzen!? Ist dir dein eigenen Leid nicht genug? Möchtest du deine Tochter genauso viel Leid antun?“ Das sie damit vollkommen falsch lag, wusste die junge Frau nicht – erneut tat sie ihm Unrecht.

@Damon Flinn Hasting

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#15

RE: The greatest gift our parents ever gave us was each other | Helena&Damon | Mitte Oktober 2023

16.02.2024 15:52
Damon Flinn Hasting Damon Flinn Hasting (gelöscht)
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Die Freude darüber, seine kleine Schwester nach all den Jahren wirklich in den Armen zu halten, lebend und dann auch noch hier, wo er sie eigentlich in England dachte, wurde durch ihre Vorwürfe dezimiert. Wie ein Luftballon in einer Müllpresse. Ohne Widerstand und weil Damon am Ende die Worte selber glaubte. Es war nicht seine Absicht gewesen, bei weitem nicht und wie auch seine Schwester, hatte auch er unter allem, was der Familie Hasting widerfahren war, zu leiden gehabt. Nur hatten die Geschwister unterschiedliche Wege gefunden, dies alles zu verarbeiten. Damon hatte allerdings ein Ventil gefunden, welches ihn schließlich auf ein Internat in den USA gebracht hatte, weg von seiner Schwester, die er eigentlich beschützen sollte. Die ihm in dieser kaputten Familie alles bedeutete. So sehr ihre Vorwürfe ihn schmerzten und auch irgendwas in ihm kaputt machten, was noch nicht geheilt war, so sehr konnte er sie auch verstehen. Die Schuld, was ihr passiert war, lag auf seinen Schultern und er würde das alles nie wieder gut machen können.
Dabei hatte er nicht mal im Ansatz eine Ahnung, was sie überhaupt durchgemacht hatte. Trugen sie nicht alle ihr Päckchen? Auch Damon hatte leid, Schmerz, Folter und Angst durchlebt in den letzten Jahren. Er musste zusehen, wie Menschen, die er mochte vor seinen Augen Hingerichtet wurden und dachte lange nicht mehr daran, Yuki oder gar Kasumi wieder in die Arme zu schließen. Er musste sich mit den Menschen gut stellen, die ihm so viel Leid angetan hatten, während sein bester Freund gefoltert wurde, und er konnte nichts tun, außer es geschehen lassen. All das waren Lasten und Gewissensbisse, die er noch immer mit sich trug und die er eigentlich dachte gut von sich geschoben zu haben. Doch das seine Schwester nun hier war und ihm zeigte, was er noch alles vergeigt hatte, ließ alles wieder aufkommen. Und egal wie und was sie sagte, er konnte ihr nur immer und immer wieder Recht geben. Es war seine Schuld.
Doch auf den Ausbruch, welcher nun kam, war auch er nicht vorbereitet. Vollkommen ohne Hintergedanken, erzählte er Helena schließlich von Yuki und von der kleinen Kasumi, welche nicht seine leibliche Tochter war, die er aber liebte, wie eine und auch so aufgezogen hatte. Damon zuckte zusammen, als seine kleine Schwester wie vom Blitz getroffen aufsprang und sich ihr Tee heiß über den Tisch ergoss, an welchem er heute Morgen noch so friedlich mit Yuki und Kasumi gefrühstückt hatte. Ihre Worte, schnitten tiefer, als es jedes Messer in diesem Moment gekonnt hätte. Er verstand nicht, was er nun wieder falsch gemacht hatte und spürte, wie das Blut in seinen Ohren rauschte und sein Herzschlag sich beschleunigte. Kalter Schweiß bildete sich auf seiner Stirn, während er seine Schwester mit geweiteten Augen anschaute "Helena ich...wieso sollte ich dich..."? vor Verwirrung, bekam er nicht mal mehr einen zusammenhängenden Satz zusammen. Was hatte er nur falsch gemacht? Was hatte sie nun so aus der Fassung gebracht.
Helena hielt mit ihrer Meinung schließlich nicht lange über dem Berg und ihre ersten Worte, brannten sich auf seine Seele und hinterließen keine Wunden, sondern Krater. Schmerzend, dass ihm einen Moment die Luft wegblieb und er den Kloß in seinem Hals herunterschlucken musste. Hatte sie vorhin noch alles relativ beschönigt beschrieben, so schien nun der ganze Frust, die Wut und der Schmerz aus ihr zu sprechen, wobei Damon, der nun ebenfalls aufstand und einen Schritt zurückging, während er seine Schwester noch immer verwirrt und verletzt anblickte, noch immer nur Bahnhof verstand. Jedoch brachte Helena auch hier schnell Licht ins Dunkle, als sie nun preisgab, was sie so aus der Haut fahren ließ und unter anderen Umständen, hätte Damon über dieses Missverständnis sicherlich gelacht. Immerhin war es ja auch nur ein solches. Jedoch tat es für den Moment einfach nur zu weh, als dass er auch nur gedanklich hätte lachen können.
Er ließ die Worte seiner Schwester im Haus verhallen, welche vermutlich ganz Balar gehört hatten und atmete ein paar Mal tief durch "Nun weiß ich immerhin, wie du von mir denkst." fing er an und seine Stimme bebte, wenn auch eher vor den Tränen, die er versuchte zu unterdrücken Du magst mit allem Recht haben nur nicht mit einer Sache. Sie ist nicht mein leibliches Kind. Ich habe mich ihrer angenommen, als ihr Vater starb und ich liebe sie wie ein eigenes. Versuche diese Welt für sie zu einer besseren zu haben und auch, wenn du mich hasst, Helena, all das wollte ich damals auch für dich! Für meine kleine Schwester, den Sonnenschein in diesem Haus." nun fanden doch einige Tränen den Weg aus seinen Augen über seine Wangen, wo sie in seinem Bart verschwanden "Ich wollte es für dich und ich will es noch immer. Doch du scheinst so weit von mir entfernt zu sein, als wärst du noch immer in England...Ich kann nichts wiedergutmachen. Ich kann es jetzt nur besser machen!"


@Helena Hasting

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#16

RE: The greatest gift our parents ever gave us was each other | Helena&Damon | Mitte Oktober 2023

14.03.2024 15:58
Helena Hasting Helena Hasting (gelöscht)
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"Nun weiß ich immerhin, wie du von mir denkst.“ Helena presste ihre Lippen fest aufeinander, während sie ihn noch immer schwer atmend ansah. Ihr Bruder hatte es ihr gleichgetan und sich nun ebenfalls erhoben, dabei war er sogar einen Schritt vom Tisch und somit aus ihrer Nähe gewichen, nur um ein wenig mehr Raum zwischen ihnen zu lassen. Doch die Luft war angespannt, dick und zähflüssig und obwohl die Anspannung auch für Helena deutlich spürbar war, so nahm ihr der rote Schleier, den sie nun vor Augen trug, jeglichen Sinn von Realität. Wut, Zorn und vielleicht sogar Hass quollen aus ihrem Inneren ans Tageslicht und all der Schmerz den sie in den letzten Jahren empfunden hatte, entlud sich mit einem Mal im Hier und Jetzt. Direkt auf ihren Bruder.

Es war unfair. Es war brutal und doch war es der Lauf der Dinge. Helena war nicht mehr das kleine Mädchen von vor einigen Jahren und auch Damon war nicht mehr der Mensch, der er einst gewesen war. In dieser Apokalypse war niemand mehr der, der er eigentlich je gewesen war oder je hätte sein können. So war der Lauf dieser Katastrophe eben und doch hatte sie niemals geglaubt das ihr Bruder erneut ein derart egoistisches Verhalten an den Tag legen würde. Helena hatte ernsthaft geglaubt, dass er aus seinem Fehler damals gelernt hatte, doch offensichtlich war dies nicht der Fall. Er lebte im Überfluss und absoluter Extase mit einem verfluchten Kind am Hacken und … ihre Gedanken stockten, als sie die Tränen auf seinem Gesicht sah und sich seine Worte endlich einen Weg durch den tiefschwarzen Nebel in ihrem Kopf bahnen konnten. Ihr Verstand setzte langsam wieder ein und Helena atmete scharf ein. Ihre Augenbrauen zogen sich eng zusammen, während sie ihn irritiert ansah und dann kurz den Blick senkte. Sie schluckte schwer und trat nun ebenfalls einen Schritt zurück, ehe sie das Kinn hob um seinem Blick erneut zu begegnen. Der Schmerz der darin lag raubte ihr kurz den Atem und das wütende Feuer in ihr erlosch und machte einem anderen, weitaus unangenehmeren Gefühl platz: Schuld.

Sie verzog das Gesicht, schloss die Augenlider und atmete hörbar aus, dabei drehte sie sich zur Seite und lehnte sich nach vorne. Sie stützte die Hände auf die Knie und atmete mehrmals tief ein und aus. „Gott verdammt Damon,“ ihre Stimme klang zittrig, während sie die Augen zusammen kniff und sich auf die Unterlippe biss. Nicht sein Kind. Nicht sein gottverdammtesscheiß Kind. Erneut fühlte sie sich gezwungen ihm den Rücken zuzukehren, dabei begab sie sich wieder in eine aufrechte Position, nur um sich mit den Handflächen durch das Gesicht zu fahren und sich dann langsam wieder zu ihm herum zu drehen. Erschöpft ließ sie die Hände sinken, um dem Anblick ihres Bruders nun nicht mehr auszuweichen. Helena war äußerlich und zu einem gewissen Grad auch innerlich herangewachsen und älter geworden, doch konnte man noch immer das unsichere Kind in jeder ihrer Bewegungen sehen. Ein Kind das nun schuldbewusst vor ihrem großen Bruder stand und so aussah, als würde sie sich gleich übergeben.

Helena schluckte schwer und starrte ihn eine Weile an, wie lang dieses Schweigen ging, konnte sie nicht genau sagen, doch fühlte es sich wie eine halbe Ewigkeit an. Sie wusste das sie den ersten Schritt machen musste, doch hatte sie keine Ahnung, wie sie das anstellen sollte. Ihre Anspannung spiegelte sich in jeder Faser ihres Körpers wieder, allein ihr Kiefer war zum bersten angespannt und lockerte sich erst, als sie das Wort ergriff. „Es tut mir leid.“ Die Worte presste sie zwischen ihren Zähnen hindurch, während sie ihn noch immer aus den braunen Augen ansah. „Ich hätte vorher fragen sollen. Ob sie deine Tochter ist oder nicht, aber es war irgendwie offensichtlich.“ Helena hob den Stuhl wieder auf und stellte ihn vor sich an den Tisch, doch machte sie keinerlei Anstalten, sich wieder zu setzen. Sie zögerte, während sie die Stuhllehne fest umklammerte. „Dennoch ist alles, was ich sonst sagte wahr.“ Sie sah zu ihm auf. „ … du hast mich im Stich gelassen.“ Ihr Mundwinkel zuckte. „ .. du warst egoistisch.“ Sie schluckte schwer. „ … du warst das letzte was mich dort drüben am Leben gehalten hat und genau das was du jetzt hier vorgibst zu sein, hätte ich damals so sehr gebraucht.“

@Damon Flinn Hasting

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#17

RE: The greatest gift our parents ever gave us was each other | Helena&Damon | Mitte Oktober 2023

06.04.2024 07:46
Damon Flinn Hasting Damon Flinn Hasting (gelöscht)
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Es war Helenas gutes Recht, dass sie in diesem Moment all die Wut und die Trauer der letzten Jahre entlud und dies auch gegen den Menschen, der in ihren und nach allem, was sie ihm gegen den Kopf geworfen hatte, in seinen Augen schuld daran war. Er. Er hatte sie damals im Stich gelassen und seine Wut gegen die Familie so ausgelebt, dass es ihm am Ende eigentlich hätte, klar sein müssen, dass seine Großeltern die Drohung wahr machen und ihn ins Internat schicken würden. Allerdings hatte er eben auch nicht damit gerechnet, dass es gleich eines am anderen Ende des Ozeans werden würde. In England hätten seine kleine Schwester, welche nicht mehr so klein war und nun voller Emotionen vor ihm in der Küche stand, dass alles noch irgendwie schaffen können. Damon hätte die freien Wochenenden weiterhin mit ihr verbringen können. Für sie da sein können, als sie ihn am meisten gebraucht hatte und verdammt es gab doch keinen Tag, wo er sich nicht dafür hasste, sie im Stich gelassen zu haben. Nun, wo sie nach all den Jahren nun vor ihm stand, kamen diese Gefühle noch mehr an die Oberfläche und er spürte sie so sehr, wie in den letzten Jahren nicht. Es breitete von seinem Herzen in seinem ganzen Körper aus, während er ihre Vorwürfe auf sich einprasseln ließ. Er hatte ja auch keine Wahl nur so, hatte er sich das Wiedersehen nicht vorgestellt.
Vor allem der Vorwurf, was Kasumi betraf, traf Damon schwer. Er hatte sich in all den Jahren um das Mädchen gekümmert, als wäre es seine Tochter. Nicht nur aus Schuldgefühlen, weil er ihren Vater nicht hatte retten können sondern, weil Yuki, ihre Mutter, ihm eine Freundin wurde und im Laufe der Zeit Familie in der Ferne. Er liebte sie und würde alles für sie tun. Wie er es auch immer für Helene tun würde. Sie war seine Schwester. Seine Welt. Damals, wie auch jetzt, wo er sie wieder hatte. Jedenfalls hoffte er es nach diesem Tag noch, dass sie nicht wieder gehen würde. Egal, was sie ihm alles gegen den Kopf war. Er liebte sie. Er hatte ihr, so sehr es auch schmerzte, schon jetzt alles verziehen, was sie ihm an den Kopf geworfen hatte. Tief seufzte er, als sie seine Augen schließlich wieder auf ihn richtete und er den Schmerz in diesen sah. Er konnte sich nur im Ansatz vorstellen, wie viel das alles für sie sein würde. Nach all den Jahren ihrem Bruder gegenüberzustehen, zu denken, dass er eine Familie hat und das gepaart mit allem, was sie vermutlich erlebt hatte und von dem sich Damon nicht sicher war, ob er es überhaupt wissen wollte. War es ja auch seine Schuld, dass er nicht da war, um sie zu beschützen.
"Helena.." erwiderte er schließlich und man konnte hören, wie ihm die Kraft fehlte, zu streiten. Er wollte nicht, dass sie sich so gegenüberstanden. Das sie so fühlten. Sie waren doch immer ein Team gewesen. Hatten sich in den schweren Zeiten der Familie immer halt gegeben und nun, waren sie so weit entfernt, als würden sie wieder einen Ozean zwischen sich haben. Damon ging wieder einen Schritt auf sie zu, als sie sich schließlich entschuldigte und schüttelte nur den Kopf, ehe er den Blick durch die Küche wandern ließ, welche Yuki so heimisch eingerichtet hatte "Wie konntest du auch anders denken. Ich zeige dir mein Zuhause und rede von einem Kind und einer Mutter...da haben wir wohl beide wieder bewiesen, dass Engländer nicht immer taktvoll sind." er versuchte sich dabei zu einem Lächeln, aber es misslang. Somit ließ Damon wieder die Schultern hängen und lauschte ihren Worten.
Worte, die ihn erneut wie brennende Pfeile trafen und ihn in Brand steckten. So sehr sie auch Recht hatte, so sehr schmerzten ihn ihre Worte. Tief zog er die Luft ein, welche in der Küche schwer war von all den Gefühlen zwischen ihnen und so legte sie sich eher schwer in seine Lungen. Nach Worten suchend, schaute er sie einfach nur voller Reue und Schmerz an "Ich mag all das sein und auch all das Verdient haben, was du mir an den Kopf wirft. Nur Helena...das Letzte, was ich auf dieser Welt wollte, war dich jemals alleine zu lassen." und dies war die Wahrheit "Was soll ich tun? Gott ich würde alles tun, um es nur im Ansatz wieder gut zu machen! Also, was soll ich tun?" Damon war sich sicher, dass es nichts gab, was das alles wieder gut machen konnte. Auch nur im Ansatz, wie er so schön sagte. Doch er klammerte sich an jeden Strohhalm, um seine Schwester bei sich zu behalten...Er konnte sie einfach nicht mehr gehen lassen...


@Helena Hasting

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