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WILLKOMMEN! Wir sind ein Walking Dead Forum bestehend seit 2013 – Wir folgen der Storyline aus der TV-Serie bis Negans Fall 2015. Seitdem schreiben wir unsere eigene Geschichte, die allerdings einige Schlüsselmomente aus der Serie mit einbezieht. Wir schreiben in Szenentrennung und geben auch vielen Free-Charakteren ein wundervolles zu Hause. Zudem sind wir eine entspannte Community und verfolgen auch keine Blackliste mehr.
WEATHER Monatsabhängig 5°C bis 26°C EVENTS Heaven’s Paradise Plot INPLAY STATUS September – November 2024 NEWS! 26.01.26 Das neue Design steht und wir starten mit neuer Energie durch!
09.01.26 Neustart! Das TWD startet mit neuem Team und neuen Ideen!
01.01.26 Frohes neues Jahr!
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Team, Events & Weather
Floyd Webber, Scarlet Rainthworth, Daryl Dixon und Duo Maxwell sind die Admins im Forum. Scar und Duo bilden die Front, während sie von Floyd und Daryl im Hintergrund unterstützt werden. Grafik und Design stammt von Daryl Dixon <3
Der Plot um den Angriff auf die Heavens Paradise neigt sich dem Ende.
September: Das Wetter ist noch recht schwül. Temperaturen: 17°C - 26°COktober: Die Tage werden Kühler und es gibt mehr Regen. Temperaturen: 10°C - 20°C November: Es wird deutlich kälter und es gibt immer mehr schlechtere Tage. Temperaturen: 5°C - 14°C
THE DEAD DON’T DIE
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Es würde Joey wohl richtig ankotzen, wenn die beiden Teenies heiraten wollten. Das wäre echt eine Schnapsidee, außerdem waren sie viel zu jung, um so eine Entscheidung zu treffen. Leider war es ziemlich wahrscheinlich, dass Joey seinem Sohn das ausreden wollen würde oder dass er sich noch mehr bemühen würde, ihnen Steine in den Weg zu legen. Er hoffte ja eigentlich eh, dass die Drummers nun endlich abgeschrieben waren.
»Stimmt. Wie gut, dass wir mit dem Schmied befreundet sind.« Alphonse grinste breit. Sie hatten echt schon einige coole Verbindungen in Balar geknüpft. Eine lange Zeit hatten sich Ed und AJ nicht vorstellen können, mal irgendwo sesshaft zu werden. Aber jetzt, wo Cara zurück und Atticus in Feivels Leben getreten war, hatte sich vieles geändert. Und in den rastlosen Zeiten könnten sie immer noch vor die Tore gehen und eine Wanderung unternehmen.
Ertappt und spaßeshalber boxte Feivel seinem Partner gegen die Schulter. »Ja ja, Ed und du, ihr habt schon recht. Der Lehrerberuf ist nichts für mich.« Dann sperrte er sich doch lieber ein und wurde ein exzentrischer Professor, dem stets die Haare zu Berge standen. Solche Züge nahm sein Dasein ja heutzutage bereits an.
Er zog einen Schmollmund wegen Attis Erinnerung. »Und du hast zugelassen, dass wir die Formel verschmieren ... nein, überredet hast du mich!!! Die ganze Arbeit war umsonst, weil wir es nicht mehr ins Bett geschafft haben.« Seine Mundwinkel zuckten. Wirklich böse war er deswegen ja gar nicht gewesen. Im Gegenteil, diese Szene war eine, die er sich besonders oft ins Gedächtnis rief. Weil sie in seiner nerdigen Welt echt total verrucht war und ihn sehr anregte. Sie sollten also vielleicht öfter auf Matheformeln schlafen, obwohl oder gerade weil er sich da ein bisschen zierte.
»Ich will auch eine eigene Hütte mit dir«, gab Feivel dann verträumt zurück. Ed hatte ja immer total Angst, dass sein Sohn ihm den Rücken kehren und sich woanders ein Leben aufbauen wollte. Aber das wollte AJ gar nicht. Sie konnten ruhig alle in Balar wohnen, nur manchmal eben getrennte Wege gehen, weil sie ihr eigenes Leben haben würden. Für immer Lebewohl sagen kam jedoch nicht infrage. Doch eine eigene Hütte mit Atticus? Die musste sein! Vielleicht würde Feivel schon nach einer fragen, sobald er mit seiner Lehre bei Ren fertig war. Sofern er diese denn überhaupt antreten durfte.
Es war wirklich wunderschön, gemeinsam Pläne für die Zukunft zu schmieden (auch wenn sie Joey dabei ziemlich ausklammerten. xD). AJ hatte das bisher immer allein und bloß in Gedanken machen müssen, da Atticus meist abgeblockt hatte, wenn er versucht hatte, mit ihm darüber zu reden. Aber das gestrige Gespräch hatte echt viel verändert. Zum Guten. Und dafür war Feivel extrem dankbar.
Dennoch war es ihnen ein Bedürfnis, nachträglich noch das ein oder andere klarzustellen. Doch ohne Bitterkeit, sondern sogar mit Humor. Feivel war gespannt, was sich sein Partner für das nächste Treffen überlegen würde, und er grinste ebenfalls vielsagend bei der schlüpfrigen Bemerkung. »Wenn du solch ehrgeizigen Pläne hast, musst du erst recht gut essen. Sonst machst du noch vorzeitig schlapp.« Und das wäre doch traurig. xD
»Die Rache hat sich gut angefühlt. Vor allem aber für Ed, glaube ich. Er hat sich eh so viele Vorwürfe gemacht, weil wir nie nach meiner Mutter gesucht haben und er sie einfach als tot abgestempelt hat. Mom schien einfach froh gewesen zu sein, dass sie mit dem Teil ihrer Vergangenheit abschließen kann. Und ich ... ich weiß nicht. Ich habe irgendwie nicht viel dabei gefühlt. Es hat mich mehr beschäftigt, fast ein Geschwisterschen bekommen zu haben. Ich hab mich gefragt, ob ich wohl ein guter großer Bruder gewesen wäre. Aber na ja ... ich werde es wohl nie erfahren. Und tut mir leid, ich wollte die Stimmung nicht wieder runterziehen.« Dennoch war er auch davon überrumpelt gewesen. Die Nachricht hatte ihn mehr mitgenommen als erwartet. In Sachen Empathie machte er wohl doch gute Fortschritte, auch wenn Atticus nicht bei ihm war.
Als sie über die Jupiter sprachen, lächelte Feivel rasch wieder. »Wir können sicher mal zusammen mitsegeln. Hake das noch nicht ab, okay?« Er gab Atti einen Kuss auf die Wange und schob sich dann nächsten Brownie in den Mund. Auch, um noch etwas Zeit zu schinden. »Ich habe noch nicht mit Dad darüber gesprochen. Erst möchte ich wissen, ob Ren mich überhaupt noch als Schüler nehmen würde und ob er es sich mit seinem Auge weiterhin zutraut. Wenn nicht, kann ich es mir sparen, das Fass aufzumachen. Dad wird garantiert rumstänkern und einiges dagegen haben.«
Feivel wollte auch wissen, wie es mit Joey lief. Atti fasste die Lage knapp zusammen. »Ihr hattet doch jetzt auch noch gut zwei Monate abseits der Wicked. Nur ihr zwei.« Außer als sie auf das andere Vater-Sohn-Duo getroffen waren, aber daran wollte AJ nicht denken. »Hast du das Gefühl, es hat euch näher zueinander gebracht?«
Die Wicked hatten ihre Pforten geöffnet, um Nomaden zu sich zu locken und mit ihnen zu handeln? Das war neu. Es ergab für Feivel auch nur wenig Sinn. Nun kamen ihm sehr viele Fragen in den Kopf, doch wollte Atti seine rare Zeit hier überhaupt damit verbringen, über seine verhasste Kolonie zu sprechen?
Ohnehin hatte Feivel nicht mehr viel Zeit, darüber nachzudenken, denn da reichte ihm sein Partner schon eine Ladung Bücher. AJs Augen wurden ganz groß und er drückte diese Kostbarkeiten kurz an seine Brust. »Danke ...! Aber wenn sie geliehen sind, muss ich sie dir wieder mitgeben, oder?« Was bedeutete, er musste sie in ihrer kostbaren gemeinsamen Zeit inhalieren? Mal wieder ein Hoch auf das fotografische Gedächtnis. Er musste die Seiten einfach nur kurz ansehen und könnte sie dann später noch mal gedanklich aufrufen.
Wegen der Wanted-Liste ließ er den Kopf hängen. »Schöne Scheiße. Jetzt könnte ich dich ohne Gefahr besuchen und habe es mir selbst kaputt gemacht.« Auch das traf ihn. Sehr. Da wollten sogar ein paar Tränen raus, doch er kämpfte sie nieder, sondern schniefte nur frustriert. »Vielleicht kann ich mich ja verkleiden.«
@Atticus Keene



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Naja, noch musste Atticus dieses Gespräch ja nicht mit seinem Vater führen. Wer wusste schon was bis dahin noch so passierte. In dieser Welt konnte sich ohnehin von einem Tag auf den anderen alles ändern. Aber Atticus wollte versuchen das alles nicht mehr ganz so pessimistisch zu betrachten. Sondern mit neuer Hoffnung in die Zukunft zu blicken.
Ed störte sich tatsächlich auch nicht mehr so sehr daran irgendwo sesshaft zu werden. Balar war schon in Ordnung.. und nun mit Cara an seiner Seite, wollte er ohnehin ruhiger werden. Sie in Sicherheit wissen. Also war eine Kolonie keine so schlechte Idee. Er würde seinem Sohn also keine Steine in den Weg legen, wenn er mit Atticus in Balar bleiben wollte.
Atticus grinste ein bisschen dümmlich bei der Erinnerung daran, wie sie Sex auf der Formel gehabt hatten.
„Und ich würde es immer wieder tun“
Sagte er auch nur dazu und knuffte AJ leicht neckend in die Seite. Es war echt wunderschön wenn sich manchmal einfach nur so unbeschwert rumblödeln konnten. Dazu hatten sie selbst in dem halben Jahr gemeinsam viel zu selten Zeit gehabt.
„Dann musst du aber damit klar kommen, dass ich überall meine Socken liegen lasse“
Sagte Atticus nun ein bisschen schmunzelnd. Denn sie hatten ja schon das ein oder andere Mal kurz darüber diskutiert weil Atticus manchmal etwas unordentlich war und Feivel eben ein Perfektionist. So richtig zusammen zu wohnen.. würde herausfordernd werden. Also jetzt hatten sie das ja auch schon getan. Aber trotzdem war es noch mal was anderes wenn es ihre gemeinsame Hütte war. Bislang hatte Atticus sich ja stets eher als Gast gefühlt.
Atticus würde Joey sehr gern in diese Zukunftsplanung miteinbeziehen. Aber leider war das nicht möglich…. weil er genau wusste, dass er den Wicked nicht den Rücken kehren würde. Und sie einander dann wohl höchstens bei seinen Missionen sehen konnten. Sollte Atticus wirklich schon vorher abhauen. Sollte er erst nach Luzifers Tod gehen.. hoffte er natürlich schon, dass sein Dad ihn nach Balar begleitete.
Woah, unterstellte AJ ihm grad vorzeitig schlapp zu machen nur wenn er nicht genug aß? Als würde ihn das irgendwie aufhalten! Aber trotzdem lachte er kurz auf und meinte dann
„Na schön, dann gib mir mehr.. Zuckeeeeer!“
Und warf sich mit diesen Worten kurz über AJ drüber um noch einen weiteren Brownie aus der Tupperdose zu stibitzen. Denn mit genug Zucker würde er bestimmt eine ganze Weile durchhalten. Vor allem wenn es sich nun jedes Mal so intensiv anfühlte, brauchte er viel Durchhaltevermögen.
Jedoch wurde das Kabbeln durch ein ernsteres Thema unterbrochen, weshalb Atticus sich wieder aufsetzte, statt AJ weiter platt zu machen. Er blickte ihm mitfühlend in die Augen und nickte verständnisvoll.
„Mhm.. glaub ich dir gerne.. ich hab mich auch schon gefragt, ob da draußen nicht irgendwo ein Geschwisterchen von mir rum rennt, so umtriebig wie mein Dad immer war. Aber hey.. wer weiß, ob du es nicht doch noch irgendwann herausfindest? Ich meine.. für Ed und Cara ist es doch eigentlich noch nicht zu spät… ein weiteres Kind zu bekommen“
Und in dieser Welt wusste man doch nie, oder? Atticus wusste ja nichts davon, dass Cara offenbar nicht mehr schwanger werden konnte oder was genau passiert war.
„Was ich jedoch jetzt schon weiß ist… dass du ganz sicher ein toller Bruder wärst. Dein Geschwisterchen könnte verdammt viel von dir lernen..“
Was die Jupiter betraf nickte Atticus ebenfalls.
„na schön, dann setzen wir es auf unsere Bucket List für die Zukunft“
Die Atticus ab heute führen würde, weswegen er Feivel rasch einen kleinen Kuss auf die Lippen hauchen musste. Er hielt es einfach nicht aus ihn irgendwie zu berühren. Weil er nicht gedacht hätte… es je wieder zu dürfen. Also musste er es nun besonders auskosten.
„Du schaffst das schon.. am Ende bekommst du deinen Dad doch immer irgendwie rum“
Meinte Atticus schmunzelnd. So war das wohl wenn man einen liebenden Vater hatte, auch wenn es vorher viel Gezeter gab, am Ende knickte er eben doch ein.
Was Joey betraf.. war es für Atticus irgendwie schwierig seine Gefühle in Worte zu fassen. Denn zu 100% vertrauen tat er ihm irgendwie trotzdem noch nicht.
„Hm.. also um ehrlich zu sein… war ich in den ersten Wochen ständig mies drauf und deshalb hat das mit dem Annähern auch nicht so gut funktioniert. Aber nach der Sache mit den beiden anderen…… ist er mir schon beigestanden. Ich glaube.. im Endeffekt hat dieser eine Abend uns näher zusammen gebracht als die ganzen zwei Monate“
Also ja, es hatte sich schon etwas in ihrer Beziehung verändert. Aber sie waren trotzdem noch weit entfernt von einer Bindung wie AJ und Edward sie hatten. Aber kein Wunder. Joey fehlten ja auch fast 17 Jahre.
„Ich fürchte ja, aber sag bloß du hast eines davon noch nicht gelesen? Dann.. klau ich es einfach für dich“
Er konnte sich nicht vorstellen, dass es auffallen würde, wenn er ein Buch weniger zurück gab. Würde er sich eben eine Ausrede einfallen lassen, warum er es nicht dabei hatte. Dieses Risiko würde er sofort tragen, um AJ eine Freude zu machen.
„Klar… mit Brille und Clownsnase vielleicht“
Es war wirklich bitter, dass Alphonse und er sich nicht bei den Wicked sehen konnten.
„Ich meine.. die Leute die in der Bibliothek arbeiten kennen dich zwar nicht aber…. dennoch ist das Terrain viel zu gefährlich für dich. Leider..“
Sagte er seufzend. Denn diesem Risiko konnte und würde er seinen Freund einfach nicht aussetzen.
@Alphonse Drummer



'I can’t be my own worst enemy, but you could be.'
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Feivel zog die Augenbrauen zusammen. Wenn man die rosarote Brille trug, sah man nicht mehr so gut, was einen am Partner in den Wahnsinn trieb. Atticus war schon ein ziemlicher Chaot. »Ich schaffe ja gern Ordnung.« Ob er es gut finden würde, ihm immer hinterherräumen zu müssen? Das blieb abzuwarten. Dennoch grinste Feivel. »Hauptsache, du vertauschst nicht noch mal unsere Zahnbürsten.«
Damit war ihr Gekabbel noch nicht vorbei. Lachend fing AJ seinen Freund auf, als er sich über ihn hängte und Zucker verlangte. Solche Momente sollten am heutigen Tage und an den folgenden bitte noch ganz viele entstehen.
Doch solang sie sich noch nicht alle News aus den letzten Wochen erzählt hatten, blieb es nicht aus, dass die Stimmung erneut sinken könnte. So, wie als Feivel von Caras Fehlgeburt berichtete.
»Hmm, wünschst du dir manchmal Geschwister? Hast du Joey mal gefragt, ob er von mehr Kindern weiß?« Feivel hätte Verständnis dafür, wenn Atti dieses Thema lieber aussparte. »Womöglich hat Ed auch irgendwo eins gezeugt. Er war auch nicht gerade brav«, sinnierte er weiter. All die Predigten, die er darüber gehalten hatte, waren ja nur auf taube Ohren gestoßen. xD »Aber Mom kann wohl keine Kinder mehr bekommen. Das ist für die beiden aber wohl okay.« Feivel wusste nicht, ob das für ihn okay war. Er hatte sich nie damit beschäftigt, wie es wäre, ein Geschwisterchen zu bekommen, bis zu dieser Hiobsbotschaft. Von irgendeiner anderen Frau oder gar Violet hätte er es gar nicht begrüßt. Aber von seiner eigenen Mama? Doch ... schon. Deswegen machte es ihn schon traurig, dass diese Möglichkeit vom Tisch war. Aber gegen die Natur konnte man nichts unternehmen, also musste er es genau wie die Erwachsenen akzeptieren. Und würde nie erfahren, was für einen Bruder er abgegeben hätte.
»Du führst jetzt eine Bucket-List? Das liebe ich sehr!« Feivel strahlte seinen Partner regelrecht an und erwiderte den Kuss zärtlich.
Wegen der Jupiter hob er die Schultern. »Das mit Ren und ihm scheint was sehr Persönliches zu sein.« Wäre womöglich fast, als würde er fragen, mit Joey auf eine einsame Insel zu fahren, um von ihm Kartentricks zu lernen oder so. Aber mal sehen, wie das Gespräch verlaufen würde. Feivel war gedanklich schon hunderte mögliche Verläufe durchgegangen. Manche waren gescheitert, manche geglückt. So gut wie immer hatte es einen Streit gegeben.
Es schmerzte, noch einmal an das Fremdgehen zu denken. Doch Feivel bemühte sich, darüber zu stehen. »Dann hatte dieser Abend ... wenigstens auch gute Seiten. Du und Joey habt mehr zueinandergefunden und bei uns ... hats ja auch dazu geführt, dass wir uns nun näher sind als je zuvor.« Eine Wiederholung dieses Dramas wünschte sie Feivel trotzdem nicht.
Er biss sich auf der Unterlippe herum. Gestern war er nicht in der Lage gewesen, groß nachzuhaken, und eigentlich sollte er es auch jetzt nicht tun. Doch er hörte sich trotzdem fragen: »Siehst du diesen ... anderen Jungen denn vielleicht wieder?« Gleich darauf schüttelte er den Kopf. »Vergiss die Frage.« Eigentlich wollte er es nicht wissen, gleichzeitig aber schon und ... uff.
Da war es eine Wohltat, eine Ladung Bücher in die Hand gedrückt zu bekommen. Eines davon kannte Feivel wirklich noch nicht, weswegen er begeistert darauf zeigte. »Danach suche ich schon seit Ewigkeiten. Aber du kannst es nicht klauen, man weiß doch, dass du es dir ausgeliehen hast! Ich will nicht, dass du bestraft wirst.«
Es wäre wohl wirklich dumm und gefährlich, noch mal bei den Wicked aufzutauchen. Weswegen Feivel geschlagen nickte. »Heißt das, ich soll doch nicht versuchen, noch mal den Bunker zu erreichen?«
So bitter blieben die Gespräche ein Glück nicht, sondern sie machten es sich in den nächsten Tagen urgemütlich in der Hütte und kosteten jede Minute voll aus. Manchmal schafften sie es auch, sich anzuziehen und die Klamotten ein paar Stunden anzubehalten. xD
Doch irgendwann kam erneut die Stunde des Abschieds. Sie schlossen die Tür hinter sich und standen draußen in der Winterlandschaft, wo der Atem vor ihren Mündern zu Nebelschwaden wurde. Es herrschte Stille und die Stimmung war schwer. Feivel hielt Attis Hände ganz fest und musste sich beherrschen, ihn nicht daran mit sich zu ziehen. In Richtung Freiheit und Glück. Aber noch war es nicht so weit. Atticus brauchte noch Zeit. Sie hatten wichtige Schritte gemacht und das war nun erst mal die Hauptsache.
Ein bisschen Schnee rieselte auf sie hinab und schmückte Attis Haar. Weswegen Feivel lächelnd durch die Strähnen fuhr und dann tief durchatmete. Zeit für den Abschiedskuss. Der sehr lang dauerte und sowohl Bitterkeit als auch Schönheit in sich trug. Sie lehnten ihre Stirne aneinander und genossen ein letztes Mal für ungewisse Zeit diese Nähe. »Denk dran, dass du dich gedanklich immer in unsere Hütte flüchten kannst. Ich warte da auf dich.«
Und damit trennten sie sich und marschierten in unterschiedliche Richtungen davon. Wobei ... Feivel noch einmal zurückrannte und sich in Attis Arme warf. Egal, ob sie Monate oder nur eine Woche miteinander verbrachten, der Abschied war jedes Mal die Hölle.
@Atticus Keene



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„Boah, das wirst du mir auch ewig vorhalten oder?“
Sagte Atticus lachend und schüttelte dabei den Kopf. Es war doch nur einmal passiert, dass er das getan hatte! Und was war schon dabei, sie küssten einander ja auch ständig. Aber diese Diskussion hatte schon damals auf taube Ohren gestoßen und ein Wortgefecht gegen AJ zu gewinnen war ja ohnehin ein Ding der Unmöglichkeit, weshalb Atticus irgendwann einfach aufgegeben und sich gefügt hatte.
„Ich hätte wirklich gern Geschwister, ja. Allerdings sollte Joey besser keine mehr in die Welt setzen. Er ist nun nicht unbedingt…. der geborene Vater-Typ. Ich hab ihn sogar mal danach gefragt, aber er weiß zumindest nicht von irgendwelchen anderen Kids. Inzwischen ist aber sicher eh zu alt“
Und das war wohl auch gut so. Bei Ed sah das jedoch anders aus. Allerdings stellte AJ schnell klar, dass das wohl nichts werden würde
„Oh… das tut mir Leid.. aber wer weiß, in der Siedlung gibt es ja vielleicht ein paar Kinder denen wir was beibringen können“
Wenn sie dort wirklich sesshaft werden würden, könnten sie sich ja um einen coolen Jungen oder so kümmern. Ein kleines bisschen. Das war zwar nicht dasselbe.. aber Atticus hatte schnell gelernt, dass Blutsverwandtschaft wirklich nicht das Wichtigste im Leben war.
„Und dennoch wirst du es hinbekommen“
Sagte Atticus aufmunternd lächeln. Alphonse konnte einfach alles im Leben erreichen, das er erreichen wollte. Das wusste er genau.
„Außerdem bist du nun 18. Im Grunde kann er dir nichts mehr verbieten“
Klar wollte AJ kein böses Blut mit seinem Dad.. aber er durfte ruhig auch mal ein bisschen rebellisch sein. Denn nur weil Ed ein Problem mit Ren hatte, musste Alphonse es ja nicht ebenso haben.
Als AJ nun doch ein bisschen zaghaft und unsicher wegen dem anderen Jungen nachfragte.. fasste Atticus automatisch nach seiner Hand und drückte sie leicht. Sah ihm in die Augen und schüttelte den Kopf.
„Nein, ich werde ihn nie wieder sehen. Er und sein Dad haben eine völlig andere Richtung eingeschlagen und ich habe sie davor gewarnt jemals das Gebiet zu betreten, in dem die Wicked sich befinden. Also wenn sie nicht völlig übergeschnappt sind.. werden sie sich von dort fernhalten“
Auch wenn AJ meinte Atticus solle die Frage vergessen, wollte er sie trotzdem beantworten. Weil die Antwort ja hoffentlich beruhigend für ihn ausfiel. Aber selbst wenn sie einander wieder begegnen würden, so würde ganz sicher nichts mehr passieren.
„Das Risiko nehme ich in Kauf. Bitte behalt es“
Sagte Atticus lächelnd. Denn wenn er AJ mal etwas schenken konnte das ihm Freude bereitete.. dann wollte er das auch tun. Er würde doch wohl höchstens auf die schwarze Liste in der Bibliothek kommen oder so. Aber bestimmt würde ihm nichts Schlimmes passieren.
„Ich fürchte… das Risiko ist einfach zu hoch. Aber wenn ich weiß, dass ihr nun längere Zeit in Balar bleibt… finde ich bestimmt eine Möglichkeit dich einfacher zu kontaktieren.“
Irgendwie. Irgendwann. Für ihn war es leichter als für AJ in den Bunker zu kommen. Denn diesmal würden sie ihn sofort töten und nicht versklaven, das konnten sie einfach nicht riskieren.
All zu oft trugen sie ihre Klamotten in den nächsten Tagen allerdings nicht. Höchstens mal die Shorts, zumindest in Atticus Fall. Oder wenn sie mal nach draußen gingen, um zum Beispiel eine Schneeballschlacht zu machen und Schneeengel. All diese Erinnerungen und Erlebnisse saugte Atticus wieder auf wie ein Schwamm. Denn sie würden ihm Trost und Wärme spenden.. in den kommenden, sehr kalten Monaten. Was nicht nur an den winterlichen Temperaturen lag. Aber diesmal würde er stärker sein. Das musste er einfach. Er durfte AJ kein weiteres Mal derart enttäuschen.
Atticus versuchte die Tränen beim kommenden Abschied zurück zu halten. Zumindest solange er AJ noch in den Armen hielt. Er wollte ihm beweisen.. dass er stark sein konnte.
Also schloss er die Augen als sie Stirn an Stirn aneinander gelehnt standen.
„Dann versteck lieber deine Zahnbürste bevor ich komme“
Sagte er nun schmunzelnd, auch wenn natürlich auch Bitterkeit in seinem Lächeln lag. Denn ein Abschied war immer hart.
„Und du denk immer daran… dass wir die selben Sterne sehen, wenn wir in den Himmel schauen und… gar nicht so weit voneinander entfernt sind wie es vielleicht manchmal scheint“
Doch nun genug an Philosophie. Sie konnten den Abschied nicht noch länger hinaus zögern. Joey erwartete ihn bereits..
Als AJ noch mal zurück lief um sich in seine Arme zu werfen hielt Atti ihn ganz ganz fest und küsste ihn voller Zuneigung.
„Ich liebe dich.. ich liebe dich von ganzem Herzen Alphonse. Bitte gib auf dich Acht und… erleb ganz viele Seemannsabenteuer für uns okay? Ich kanns kaum erwarten wenn du mir das nächste Mal davon berichtest…“
Es folgten noch zwei, drei, vier oder 20 Küsse, ehe Atticus seinen Freund schweren Herzens ziehen lassen musste, um zurück zu seinem Dad und den Wicked zu kehren..
@Alphonse Drummer



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»Du weißt schon, dass man als Mann praktisch ... ewig zeugungsfähig ist? Da tickt keine biologische Uhr wie bei den Frauen.« Feivel hob eine Augenbraue. Also solang Joey freudig seinen Samen in der Welt verteilte, würde es eine Option bleiben, dass er weitere Kinder zeugte. Ob er dann auch davon erfahren würde ... nun, das wiederum war fraglich, wenn er keine ernsthafte Beziehung einging. Vielleicht, wenn er jemanden in Haus Lust schwängern würde. Aber darauf konnte er eigentlich gut verzichten. Er hatte bei den Wicked drei Mündel und einen leiblichen Sohn. Das reichte ihm und war eigentlich schon zu viel für einen Versager-Dad wie ihn.
»Du willst also doch, dass ich Lehrer werde«, stellte Feivel amüsiert fest. »Aber vielleicht ... werden wir ja irgendwann mal Eltern.« Keine biologischen, klar ... aber womöglich entschieden sie sich mal zur Adoption? So ein Szenario war zugegeben nur sehr selten in seinen Träumen vorgekommen, aber es war da. AJ hatte nur richtig Schiss davor, da er ... eben nicht normal war. Und womöglich würde er ein Kind negativ beeinflussen. Dafür sorgen, dass es verkorkste. Atticus hingegen wäre sicher ein wundervoller Vater. Aber sie waren erst achtzehn ... über eine Heirat konnte sich Feivel sehr ausführlich Gedanken machen, über eine Elternschaft ... noch nicht so wirklich.
»Ich würde schon gern Dads Segen haben, wenn ich auf die Jupiter gehe. Und ich hoffe, ich bekomme ihn. Am liebsten würde ich dir das dann irgendwie erzählen. Wir müssen uns überlegen, ob wir Nachrichten austauschen können. So eine Art geheimer Briefkasten. Ein hohler Baumstumpf oder so.« Schließlich mussten sie sich ja auch irgendwie neu verabreden. Joey würde nicht immer Botschaften nach Balar schmuggeln können. Da wäre es vielleicht einfacher, außerhalb einen Ort zu finden, in den sie Zettel stopfen könnten, wenn sie auf Mission oder Tour waren.
AJ wollte eigentlich gar nicht nach diesem anderen Jungen fragen. Dabei interessierte ihn eine Menge. Wie sah er aus? Wie hieß er? Worüber hatten sie geredet? Was hatten sie zusammen gemacht? Wie nah waren sie sich gewesen? Wie hatte sich der Kuss angefühlt? War es schön gewesen, mal keine Rücksicht auf Berührungsprobleme nehmen zu müssen? Jede Antwort würde ihm das Herz zerschneiden, aber ein masochistischer Teil in ihm wollte diese Fragen stellen. Er zwang sich, es nicht zu tun. Diese eine reichte. Atticus meinte, sie würden sich nie wieder sehen. Zumindest hatten sie sich nicht verabredet. Aber über den Weg laufen könnten sie sich schon noch mal. Feivel nickte dazu nur und schwieg. Die Hand zog er jedoch nicht fort.
»Okay ... danke!« Er fand es schwer, das Buch anzunehmen. Normalerweise verhielt er sich bei so was sehr egoistisch und nahm keine Rücksicht auf Verluste. Aber er wollte nicht, dass Atticus etwas passierte. Er hatte am eigenen Leibe erlebt, wie grausam die Wicked waren, und womöglich würden sie wegen eines verschwundenen Buches die Peitsche rausholen. Feivel hielt das durchaus für möglich. Also vielleicht würde er es jetzt annehmen, es Atticus aber kurz vor dem Abschied doch heimlich wieder in den Rucksack stecken. Das musste er sich noch überlegen.
Sie einigten sich darauf, dass sie sich besser außerhalb des Wicked-Gebiets treffen sollten. Aber vielleicht war es möglich, doch direkt verschlüsselte Botschaften an Atticus zu senden, wenn Alphonse einen vertrauenswürdigen Nomaden finden würde, der in das Wicked Gebiet reiste, um die dortigen Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Die Nachricht von Joey hatte es ja auch zu ihm geschafft. Vielleicht sollte AJ mal mit diesem Boten reden.
Das Paar verabschiedete sich voller Schwermut. Dieses Mal war es noch härter, einander gehen zu lassen, weswegen Feivel auch noch mal zurückrannte und Atti halb umtackelte. Erneut gab es Liebesschwüre und Millionen Küsse. Es war trotzdem nicht genug. Doch nach diesem zweiten Abschied schaffte Feivel es, den kompletten Weg zu seinen Eltern zurückzulegen und sich dort auffangen zu lassen. Gemeinsam legten sie den Weg nach Balar zurück. AJ verkroch sich die ersten Tage und schaffte es noch nicht einmal, zu lesen oder sich mit sonst irgendwas zu beschäftigten, woran er Spaß hatte. Manchmal lief er zum Hafen und hoffte, die Jupiter am Horizont zu sehen. Doch sie ließ auf sich warten. Dabei konnte Feivel sich vorstellen, dass es für eine Schiffscrew einfacher war, in einer Kolonie zu überwintern, statt auf rauer See.
Und so war es auch. Das Meer war nur extrem unruhig in den letzten Tagen gewesen und die Reise daher weit beschwerlicher. Was wohl vor allem Ren vor etwaige Herausforderungen gestellt hatte. Sanji war jeden Tag auf den Ausguck geklettert, um hoffentlich in der Ferne Land zu sehen. Er wollte Ren gern mit dieser Info beruhigen, damit er wusste, dass er nicht mehr lang auszuhalten hatte. Doch es dauerte und dauerte ... bis endlich das erlösende »Land in Sicht« zu hören war.
In Balar wurden sie wie immer freundlich empfangen. Wer wollte, bekam eine Hütte ... wobei die meisten sich entschieden, in ihren Kojen zu pennen. Ren und Sanji nahmen das Angebot, an Land zu wohnen, jedoch an.
Feivel gab ihnen einen Tag, um anzukommen, doch dann konnte er sich nicht mehr zurückhalten. Er suchte Ren am Trainingsplatz auf, wobei er sich erst mal am Rand niederließ und ihm zusah.
@Atticus Keene



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„Mh.. dann können wir nur hoffen, dass keine Frau im zeugungsfähigen Alter ihn ran lässt oder……. ihm generell allein über den Weg läuft….“
Murmelte er den letzten Satz seufzend. Denn AJ erinnerte sich wohl genauso gut wie er daran, was zuletzt am Schiff passiert war. Es war traurig, doch Atticus traute seinem Dad echt so einiges zu, wenn er getrunken hatte und notgeil war.
Die Option, dass sie beide mal Eltern wurden… also das konnte Atticus sich gerade noch so gar nicht vorstellen. Dafür fühlte er sich definitiv noch nicht bereit, auch wenn er schneller erwachsen geworden war als andere Kinder. Aber dennoch wollte er nun erst mal dafür kämpfen sein eigenes Leben zu leben und es genießen, sobald er sich von seinen Fesseln befreit hatte. Weshalb er nur schwach lächelnd meinte
„Ja vielleicht.. irgendwann“
Er schloss es ja nicht aus. Aber erst wenn sie wesentlich älter waren. Denn wenn er ein Kind bei sich aufnahm, dann würde er ihm ein grandioser Dad sein wollen. Und damit so ziemlich alles anders zu machen als sein Vater es getan hatte. Also ja, Atti würde sich als Vater wohl ziemlich ins Zeug legen, so viel stand fest.
„Hmm, das ist eigentlich eine ziemlich gute Idee. Wir ritzen etwas in einen hohlen Baumstamm kurz nach dem Wicked Gebiet ein. Aber vielleicht sollten wir uns dann noch gewisse Codewörter oder eine Geheimschrift überlegen, damit niemand die Briefe entziffern kann“
Sollte sie doch mal wer finden, was vorkommen könnte. Also noch was was sie in den nächsten Tagen zu tun hatten. Eine Art.. Codeschrift lernen. Etwas woran AJ bestimmt Spaß dabei hatte sie zu entwerfen.
Denn einen Boten ins Vertrauen zu ziehen barg immer Risiken. wenn man ihn schnappte und folterte würde er sicher sofort einknicken. Da gefiel ihm die Idee mit dem ‚Briefkasten‘ besser. So könnten sie einander auch Liebesbriefe schreiben.. um ihrer Sehnsucht Ausdruck zu verleihen.
Atticus erzählte AJ absichtlich nichts von Kieran. Erwähnte ja nicht mal seinen Namen.. eben damit er kein Gesicht zu ihm hatte und ihn hoffentlich bald wieder vergessen konnte wie einen blassen Geist. Trotzdem würde er natürlich antworten… wenn Alphonse irgendetwas wissen wollte.
Aber bei diesem Treffen würde er wohl nicht mehr Thema sein. Und beim nächsten hoffentlich längst vergessen.
Atticus erzählte Joey natürlich freudestrahlend, dass Alphonse ihm noch eine zweite Chance gegeben hatte. Und entschuldigte sich auch bei ihm dafür, dass er nach ihrer Trennung so eine miese Gesellschaft gewesen war. Atticus wirkte tatsächlich ziemlich hoffnungsvoll und voller Tatendrang. Statt wie beim letzten Mal ein Häufchen Elend zu sein. Weshalb sein Dad sich hoffentlich für ihn freute.
Für Ren waren die letzten Monate auch verdammt hart gewesen. Der Verlust seines Auges, der nahende Winter mit der unruhigen See… es war echt zum Kotzen. Aber Sanji hatte ihn, vor allem in der schweren Anfangszeit, sehr unterstützt. Selbst wenn er Rens Frust häufiger Mal abbekommen hatte. Aus Wut hatte Ren manchmal Dinge gesagt oder ihm Vorwürfe gemacht… die ihm Sekunden später schon wieder Leid getan hatten. Aber der Verlust seines Auges schränkte ihn mehr ein als ursprünglich gedacht. Er musste mit dem Training förmlich von Null anfangen. Und es hatte gedauert bis er Wege gefunden hatte, wieder zu alter Stärke zurück zu finden. Inzwischen ging es ihm besser. Aber natürlich konnte man diese Einschränkung nicht so leicht wett machen. Es änderte ja nichts an seiner Technik mit den Schwertern umzugehen. Doch auf Feinde oder die Umgebung zu reagieren war plötzlich eine viel größere Herausforderung. Er musste lernen sich mehr auf seine anderen Sinne zu konzentrieren und seine Reflexe dementsprechend umzupolen. Ren trainierte also tagein tagaus wie ein Wahnsinniger. Was für Sanji sicher auch nicht immer einfach war… aber er musste das einfach tun.
Dass nun endlich wieder Land in Sicht war tat ihm in jedem Fall gut. Auch wenn er sich nicht gern an den letzten Besuch in Balar erinnerte… festen Boden unter den Füßen zu haben war schon eine echte Erleichterung. Weshalb er dankbar war, dass Sanji eine Hütte mit ihm bewohnen würde und sie nicht in der Kajüte bleiben würden.
Am Ankunftstag erholten sie sich ein wenig von der Reise, Ren leerte eine Karaffe Met und gönnte sich mal ein paar Stunden Pause. Ehe es am nächsten Tag natürlich gleich mit dem Training weiter ging. Hier gab es immerhin fähige Kampfpartner. Anders als auf der Jupiter XD Weshalb er das Gelernte gleich mal auf den Prüfstand stellen wollte.
Dass AJ ihm dabei zusah.. hatte er sofort bemerkt. Jedoch noch nicht auf ihn reagiert. Sie hatten sich seit der Auseinandersetzung mit dessen Dad und der Geburtstagsfeier nicht mehr gesprochen. Edward mied Ren jedenfalls so gut er konnte. Alphonse hingegen.. naja.. der war ja nur ein Produkt seines Vaters und konnte nichts für dessen Ansichten. Was Cara zu ihm gesagt hatte, hatte er ja auch nicht vollständig vergessen. Trotzdem war Ren in der Hinsicht stur.
Nach dem Training legte er sich ein Handtuch um den Nacken und ging an Alphonse vorbei. Blieb dabei jedoch kurz stehen und meinte.
„Und? Etwas gesehen das du noch nicht beherrscht?“
Er hatte ja mitbekommen, dass er irgendwie ein ziemliches Genie war, das selbst vom Zusehen schon sehr viel mitnahm.
@Alphonse Drummer



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Feivel nickte schweigend wegen Joey. Man musste ihn nicht daran erinnern, wie dieser Mann mit Frauen umging. Cara hatte ja auch unter ihm gelitten ... vermutlich wortwörtlich. Extrem bitter, dass Atticus mit so einem Vater gestraft war. Aber er war kein Stück wie Joey. Höchstens im Streit. Aber so hochgekocht war glücklicherweise noch kein Streit bei Atti und Feivel. Und würde es hoffentlich auch nie. Da war Joey und Atti schon die explosivere Mischung.
Was eine Elternschaft anging, waren sie sich beide einig und das war auch gut so. Bis sie für so eine Verantwortung bereit waren, würde noch sehr viel Zeit vergehen. Aber an einen Heiratsantrag würde sich Feivel wahrscheinlich schon im kommenden Jahr versuchen. <3 Damit wollte er nicht warten und er hoffte, es richtig zu gedeutet zu haben, dass Atticus diesen Traum nun ebenfalls hegte.
Der Entschluss, sich einen verborgenen Briefkasten zu suchen, war rasch gefasst. Sie mussten sich in den folgenden Tagen also nicht nur eine Geheimschrift überlegen, sondern auch den Baumstamm aussuchen. Sonst würden sie sich ja in den nächsten Monaten keine Nachrichten hinterlassen können. Ein ausgiebiger Spaziergang tat ihnen sicher auch ganz gut.
Und dann folgte der Abschied. Joey hatte schon ziemlich ungeduldig in seinem Lager gewartet. Eigentlich hatte er ja gedacht, sein Sohn würde schon nach einem Tag zu ihm kommen, voller Liebeskummer. Er war einmal zur Hütte gestapft und hatte durchs Fenster gelinst. Hätte er besser mal gelassen. Aber so wusste er wenigstens, dass Atticus wirklich die volle Woche fortbleiben würde. Trotzdem tat er überrascht, als sein Sohn ihm von Attis Vergebung berichtete. Es nervte ihn ... die zwei waren echt nicht auseinanderzubringen. Hmpf! Na gut, aber er freute sich auch für Atti. War auch schwer, es nicht zu tun, wenn der überglückliche Sohn vor einem stand und vor Liebe strahlte. Obwohl er sich gerade doch von Feivel wieder auf unbestimmte Zeit verabschiedet hatte. Diesmal war er gar nicht so ein Trauerkloß. Aber vielleicht würde das ja noch kommen. So oder so wäre Joey in der Nähe.
Sanji hatte alles gegeben, um in den letzten Monaten eine Stütze für seinen Liebsten zu sein. Aber manchmal war es echt hart gewesen, insbesondere wenn Ren ihm doch mal Vorwürfe gemacht hatte und sie sich dann gestritten hatten. Sie legten diese Dispute immer recht schnell wieder bei, aber trotzdem nährten sie Sanjis Schuldgefühle. Die niemals vollständig verstummen würden. Dass nun auch noch raue See dazu kam, war Pech. Aber Sanji bemühte sich, Ren auch dadurch zu helfen. Er akzeptierte es auch, dass Ren gerade sehr viel Zeit für sein Training aufwandte, auch wenn es natürlich schwierig war, da ihre Zweisamkeit als Paar darunter litt. Diese Abstriche machte er jedoch bereitwillig, weil es für ihn die Hauptsache war, dass es Ren besser ging. Und das war langsam aber sicher schon der Fall.
Bald war Balar in Sicht und sie verkrümelten sich an Land. Zeit zum Durchatmen, endlich. Alphonse hätte Ren am liebsten schon direkt nach der Ankunft beharkt, aber man hatte ihm inzwischen ja ein bisschen Etikette eingebläut. Er musste den Mann erst mal ankommen lassen. Sonst würde er direkt ein »Nein« entgegengeschleudert bekommen. Außerdem mochte er es, ihm beim Training zuzusehen. Man sah bereits, wie sehr sich sein Stil geändert hatte, weil ihm ein Auge genommen worden war. Doch es sah immer noch sehr imposant und gekonnt aus. Andere hätten ewig gebraucht, um sich an die veränderten Bedingungen zu gewöhnen, und bei Ren wirkte es, als hätte er nie anders gekämpft. Beeindruckend.
Der Samurai kam an ihm vorbei und sprach ihn sogar an. Alphonse antwortete in perfektem Japanisch. Gut möglich, dass er ein bisschen angeben wollte. Vielleicht wünschte sich Ren ja auch einen Schüler, den er richtig traditionell und auch in seiner Muttersprache unterrichten konnte? Dann hatte er in Feivel den Richtigen gefunden. »Eine Menge. Deswegen bin ich hier. Wir hatten nach dem Tumult auf eurem Schiff keine Gelegenheit mehr, miteinander zu reden. Aber ich hätte immer noch Interesse daran, dein Schüler zu werden.«
@Ren Sanada



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So nach und nach wurde wohl auch die rosarote Brille langsam ein wenig abgelegt. Weshalb Sanji und er sich durchaus mal häufiger in die Haare bekommen hatte. An Rens Gefühlen für ihn hatte sich trotzdem nichts geärgert. Und er verfluchte sich jedes Mal dafür, wenn er seinen Frust an Sanji ausließ. Oder ihm Schuld für etwas gab, wofür er überhaupt nichts konnte. In solchen Momenten war Ren echt nicht er selbst.. und diese Worte waren nur aus Frustration geboren, die irgendwo raus musste. Dennoch wusste er, dass Sanji darunter litt. Weil er es sich zu Herzen nahm und Ren die gesprochenen Worte auch nicht mehr zurück nehmen konnte, egal wie sehr er es auch versuchte. Doch leider war es im Leben oft so, dass gerade die Menschen, die einem am nächsten standen den größten Frust abbekamen.
Ren war also klar, dass er ein bisschen was bei Sanji wieder gut zu machen hatte, nun wo sie wieder auf dem Festland waren. Zumindest hatte er sich das vorgenommen. Sein Training würde er aber trotzdem nicht vernachlässigen. Die Sache mit den Kannibalen hatte ihm deutlicher denn je vor Augen geführt, wie wichtig es war sich verteidigen zu können. Auch der Crew hatte er etwas mehr in den Hintern getreten, damit sie nicht nur soffen sondern auch an sich arbeiteten. Wahrscheinlich waren sie sogar froh Ren nun erstmal in Balar absetzen zu können xD damit er jemand anderen terrorisierte. Aber ihm war es eben enorm wichtig, dass seine Familie sich wehren konnte!
Naja, jetzt hatten sie erst mal eine kleine Verschnaufpause, bis sie wieder ablegten.
Ren gönnte sie sich nicht. Zumindest nicht so intensiv. Denn ein wenig ruhiger wollte er es nun schon angehen und wieder mehr Paarzeit mit Sanji verbringen. Das hatte der Blondschopf sich nach all der Anstrengung mit Ren wirklich verdient.
Gerade war er aber irgendwo in der Taverne oder sonst wo unterwegs, während Ren mit einem Balarianer trainierte.
Er war sich nicht sicher, ob er AJ ansprechen sollte. Aber.. der Junge faszinierte ihn ja schon irgendwie, weil er so viel wusste. Die Sache mit seinem Vater war allerdings wirklich ein absolutes No-Go für ihn. Weshalb er nicht so recht wusste wie er nun mit ihm umgehen sollte.
Dass er in perfektem Japanisch antwortete…. war natürlich gleich ein kleiner Pluspunkt. Weshalb Ren sich ein Schmunzeln verkneifen musste. Noch wollte er total seriös und ernst wirken.
Seine Worte schmeichelten ihm natürlich aber auch das ließ er sich nicht anmerken. Der Junge wollte also immer noch, dass er ihn trainierte? Trotz seiner neuen Einschränkung? Ren wusste nicht, ob er wirklich noch ein guter Lehrer sein konnte. Auf der Jupiter hatte er ja nur die Crew trainiert… aber einen Außenstehenden? Hm.. er wusste nicht, ob er schon wieder so weit war. Und nicht nur das. Die Sache mit Ed stand weiterhin zwischen ihnen. Natürlich antwortete Ren auch auf Japanisch, wenn er schon mal wieder die Möglichkeit hatte seine Muttersprache zu reden ohne Rücksicht auf andere Zuhörer nehmen zu müssen. Weswegen er kühl sagte.
„Ich bezweifle… dass wird den selben Prinzipien und Grundsätzen folgen.“
Womit er natürlich darauf anspielte, dass AJ von einem Yakuza großgezogen worden war. Und er sich deshalb kaum vorstellen wollte, welche Werte dieser seinem Sohn eingebläut hatte..
@Alphonse Drummer



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Alphonse war sich auch nicht sicher, wie er mit Ren umgehen sollte. Er war in Sachen sozialer Interaktion ja sowieso kein Genie. Leider. Deswegen redete er auch nicht ewig um den heißen Brei, sondern kam sofort zur Sache.
Der Japaner zeigte sich nicht beeindruckt davon, in seiner Muttersprache kontaktiert zu werden. Dennoch antwortete er ebenfalls in dieser und das freute Feivel schon sehr. Er liebte es, Wissen anzuwenden, das er sonst nicht oft nutzte. Zwar könnte er mit seinen Eltern auch Japanisch sprechen, und tat es auch manchmal, dennoch hatten sie sich auf Englisch eingefahren. Sie lebten schließlich auch in Amerika.
Feivel stand gerade stramm wie ein Soldat und sah Ren abwartend in das verbliebene Auge. Für ihn stellte sich nicht länger die Frage, ob der Mann trotz dieses Handicaps ein guter Lehrer sein würde. Er hatte ihn eben trainieren sehen und das hatte ihm die Antwort gegeben.
»Ich habe mit so einer Erwiderung gerechnet. Du weißt, dass ich mich mit den Prinzipien der Samurai auseinandergesetzt habe, also lass mich dir bitte beweisen, dass ich sehr wohl mit ihnen im Einklang lebe. Erstens: Aufrichtigkeit. Diesen Grundsatz möchte ich mit einer Entschuldigung verbinden. Mir war schnell klar, dass dir die Vergangenheit meiner Eltern ein Dorn im Auge sein könnte. Ich kann nicht einschätzen, inwiefern dir oder deiner Familie je von den Yakuza wehgetan worden ist. Aber ich hätte dir offener deswegen begegnen sollen. Ich wollte auf den richtigen Moment warten, um es dir zu sagen. Das war ein Fehler.
Zweitens: Mut. Manchmal hat Mut nichts mit Kämpfen zu tun. Manchmal hat es auch damit zu tun, etwas zu ertragen. Ich habe beide Seiten kennengelernt und glaube, dass in mir ein kühnes Löwenherz schlägt.
Drittens: Menschlichkeit.«
Alphonse stockte an dieser Stelle und sah zu Boden. Er verknotete die Finger miteinander. Über diesen Punkt zu sprechen, bereitete ihm die meisten Schwierigkeiten. Da er weiterhin aufrichtig bleiben wollte, musste er nun stark sein. »Es klingt vielleicht seltsam, aber was Menschlichkeit angeht, lerne ich gerade erst laufen ... so gefühlt. Dafür können meine Eltern nichts, bevor du ihnen die Schuld geben willst ... Ich bin einfach anders. Für meine Familie war ich schon immer bereit gewesen, alles zu tun, aber ebenso oft habe ich sie durch meinen Egoismus fast in den Ruin getrieben. Es fehlte mir an Herz. Da war nur kalte, berechnende Logik in mir. Empathie fällt mir immer noch schwer. Ich komme mir oft wie ein Freak oder Monster vor. Das hat sich erst geändert, als Atticus in mein Leben getreten ist. Trotzdem habe ich noch sehr viel zu lernen. Es ist also nicht nur Unterricht in Kampfkunst, die ich suche. Ich brauche auch Nachhilfe in manchen Tugenden.« Vorsichtig hob er den Blick und begegnete dem von Ren. Ob er ihm da wohl helfen könnte? Er kam ihm schließlich ähnlich unnahbar und distanziert vor. Doch manche Menschen waren einfach geübt darin, ihren guten Kern wegzusperren ... und trotzdem war er da. Vielleicht war das ja bei Ren so.
Feivel entknotete seine Finger wieder und fuhr fort: »Viertens: Höflichkeit. Ich bin sehr höflich, das hat mein Dad mir beigebracht. Nur weil er ein Yakuza war, heißt das nicht, dass er ein Rüpel ist. Ich glaube, Höflichkeit wird einem in Japan automatisch mitgegeben, oder nicht?
Fünftens: Wahrheit. Ist ähnlich wie die Aufrichtigkeit. Aber Wahrheit hat auch mit Geständnissen zu tun. Ich erzähle dir das Schlimmste, das ich bisher getan habe. Auf das ich auch nicht stolz bin. Aber ich verstehe, dass du das von mir wissen musst und ich hoffe, dir zeigt es, wie sehr ich dein Schüler sein möchte.«
Wieder stoppte Alphonse. Das alles war wirklich nicht leicht für ihn. »Ich habe die Exfreundin meines Vaters getötet. Vor seinen Augen. Ich habe sie gehasst, und zwar aus vollem Herzen. Es lag nicht nur an Eifersucht. Allerdings kann ich nach wie vor kaum in Worte fassen, was in mir vorgegangen ist. Ich bin froh, dass sie tot ist. Aber meine Tat bereitet mir schlaflose Nächte, weil ich mir damit bewiesen habe, dass ich wirklich ein Freak bin und weil ich fast meine Eltern und Atticus deswegen verloren habe.«
Ob Ren ihn wohl immer noch anstarrte und einfach reden ließ? xD Feivel fuhr jedenfalls fort. Das Schlimmste, was passieren konnte, war, dass Ren Nein sagte und ihn nie wieder eines Blickes würdigte. Hoffentlich. Oder würde sein Kodex ihn dazu zwingen, ein Monster wie Alphonse an Ort und Stelle zu erschlagen?
»Sechstens: Ehrbewusstsein. Wahrscheinlich glaubst du, dass ich gerade davon nicht besonders viel besitze. Mein Vater trägt diese Tugend aber auch in sich und hat sie an mich weitergegeben. Womöglich leben du und ich es trotzdem unterschiedlich aus. Ich weiß nicht, wie viel Rache dir bedeutet, aber mir ... bedeutet sie sehr viel. Auch so kann Ehre wiederhergestellt werden. Eines meiner Lebensziele ist es, den Tod meines leiblichen Vaters zu rächen.
Und siebtens: Loyalität und Treue. Ich sagte bereits, dass meine Familie und Atticus am wichtigsten für mich sind. Für sie würde ich alles geben, auch mein Leben. Das habe ich bereits bewiesen, denn ich habe viel Schlimmes ertragen und durchleben müssen, um beispielsweise bei Atticus sein zu können.« Er dachte da vor allem an die Gefangenschaft bei den Wicked. Was er nun aber nicht ausführte. »Für meine Freunde gilt diese Loyalität ebenfalls und für Balar würde ich mich ebenfalls einsetzen, da es mein Zuhause geworden ist. Wenn du mein Sensei wirst, gelobe ich dir und auch der restlichen Crew ebenfalls absolute Treue.«
Nun verstummte Feivel, denn er hatte alles gesagt. Sein Herz schlug ihm vor Aufregung bis zum Hals.
@Ren Sanada



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zuletzt bearbeitet 16.11.2023 17:33 |
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Ren würde AJ niemals unbedacht als Schüler aufnehmen. Damit er das tat, mussten viele Komponenten stimmen und zusammen passen. Noch wusste er jedoch nicht, ob Alphonse diesen Anforderungen gerecht werden konnte. Ren hatte zwar stets davon geträumt einmal einen eigenen Schüler zu haben, dem er seinen Lebensweg und seine Werte näher bringen konnte. Aber bislang hatte er noch niemanden getroffen, bei dem das möglich gewesen wäre. Eigentlich fing man ja auch früher an jemanden unter seine Fittiche zu nehmen.. aber im Grunde spielte das Alter keine so große Rolle. Was Kampfwissen betraf hatte Alphonse ja bereits Vorwissen, weshalb er nicht ganz bei Null anfangen müsste. Zumindest nicht was gewisse Bewegungsabläufe und Reflextraining betraf. Es waren eher die Charakterzüge und Hintergrundgeschichte, die Ren noch skeptisch bleiben ließen. Also würde er seine Beweggründe und Prinzipien nun auf Herz und Nieren prüfen ehe er eine Entscheidung traf.
Allerdings.. musste er gar nicht viel sagen, denn Alphonse begann bereits von selbst wie aufgezogen zu reden und ihm alle 7 Tugenden wie aus der Kanone geschossen zu präsentieren. Ren schwieg still. Und hörte zu. Bis er am Ende angelangt war. Auch jetzt war nicht viel Mimik in seinem Gesicht zu erkennen. Alphonse wusste nicht, ob er beeindruckt war, genervt, überrascht oder was auch immer für Reaktionen er sich noch ausmalte.
In Ren zu lesen war also immer schwer, egal wie viel oder wenig Empathie man auch besaß. Sanji kannte ihn lediglich lang genug, um feine Nuancen und Veränderungen in Rens Gesichtszügen zu erkennen und zu deuten. Aber Alphonse würde sich daran wohl ziemlich lang die Zähne ausbeißen. Und vielleicht war Ren ja auch ein bisschen sadistisch und kostete es aus ihn nun etwas schmoren zu lassen.
„Das hast du ja fleißig auswendig gelernt“
Sagte Ren nun nach kurzem Schweigen ebenfalls wenig beeindruckt. Denn die sieben Tugenden auswendig zu lernen, darin bestand wirklich keine Herausforderung. Aber das war ja noch nicht alles von Rens Antwort, er hatte schon noch etwas mehr dazu zu sagen.
„Du bist also ein unempathischer, hochbegabter, kalter, berechnender und mordender Spross eines Yakuza.“
Fasste Ren nun in einem Satz mal alles zusammen was Alphonse ihm gerade so über sich erzählt hatte und zeigte dabei weiterhin keine Gefühlsregung. Weshalb AJ sich gewiss schon abschminkte je sein Schüler sein zu dürfen.
Aber plötzlich.. plötzlich da trat ein leichtes Schmunzeln auf Rens Lippen und er schüttelte den Kopf
„Meinen ersten Schüler habe ich mir wahrlich anders vorgestellt“
Denn DAS waren wirklich nicht die besten Grundvoraussetzungen aber gerade deshalb meinte er
„Mein Sensei pflegte immer zu sagen: ‚Auch der längste Marsch beginnt mit dem ersten Schritt.‘ Wenn du das also wirklich durchziehen möchtest… wird das ein sehr langer Weg. Ein harter, steiniger und oftmals unbequemer Weg. Wenn du also nicht mit vollem Herzen und zu 100% bei der Sache bist, kannst du gleich wieder aufhören meine Zeit zu verschwenden. Aber falls du deine Worte wirklich ernst meinst.. bin ich bereit dir eine Chance zu geben. Denn niemandem von uns gelingt es die sieben Tugenden gleichermaßen perfekt auszubalancieren. Manche fallen uns leichter.. manche sind schwieriger für uns. Und die Tatsache, dass dir das bewusst ist.. und du mir ehrlich von deinen Schwächen und Dämonen erzählt hast.. verbietet mir es laut Kodex der Samurai fast schon dich abzulehnen. Alle großen Samurai haben ihre Dämonen. Sie brauchten lediglich einen einzigen Menschen, der an sie glaubte.. um den Pfad der Tugendhaftigkeit einzuschlagen, statt jenen der Zerstörung. Also werde ich an dich glauben.“
In der Hoffnung, dass AJ seine düstere Vergangenheit nutzen konnte, um etwas Neues daraus zu erschaffen. Die gezeichnetsten Menschen waren stets die mit dem größten Potential. Denn was brachte ihm ein perfekter Schüler ohne Ecken und Kanten? Den könnte er vielleicht zu seinem kleinen Abbild formen.. aber das war nicht das was Ren anstrebte. Er wollte ein Begleiter sein.. für einen jungen Menschen, der Orientierung brauchte. Egal wie schwierig oder kompliziert das auch sein würde. Denn bei Gott… das würde es mit Alphonse, das war ihm klar. Dass er nicht war wie andere… war ihm schließlich von der ersten Begegnung an bewusst gewesen. Doch das war nie ein Auschlussgrund für Ren gewesen.. ganz im Gegenteil..
@Alphonse Drummer



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In Ren zu lesen war wirklich unmöglich für Feivel. Andere trugen ihre Gefühle wie auf einem Silbertablett vor sich her, und selbst dann war es für ihn oft schwer, sie richtig zu deuten. Besonders wenn er jemanden eigentlich kaum kannte. Über Ren wusste er im Prinzip nur sehr wenig Privates. Aber man musste seinen Sensei auch nicht in- und auswendig kennen. Es wäre wohl sogar besser, eine gewisse Distanz zu wahren, sondern würden gewisse Grenzen verschwimmen. Also nicht so wie bei Chad und Ren. xD Aber dennoch. Feivel suchte hier keinen Kumpel, großen Bruder oder Vaterersatz, sondern einen harten, aber gerechten Lehrer.
Die erste sichtbare oder vielmehr hörbare Reaktion des Japaners ließ Feivels Herz sinken. Was sollte das denn heißen? Er hatte die Tugenden auswendig gelernt, ja, aber er hatte doch noch viel mehr als das getan. Sich mit ihnen identifiziert, sie auf sich umgelegt und sich bemüht, Ren zu beweisen, dass er sie bereits in sich trug. Wenn auch teilweise erst als zartes Pflänzchen, das noch mehr Zeit und Aufmerksamkeit brauchte. Aber sie waren da!
Sein Gegenüber wiederholte nun nur die negativen Schlussfolgerungen. Das tat schon ziemlich weh. Dennoch schluckte Feivel das Gefühl runter und erwiderte nichts darauf. Er hakte die Möglichkeit, sein Schüler zu werden, noch nicht ab ... aber er hoffte, er würde jetzt bald mal vom Haken gelassen werden. Diese Spannung war ja unerträglich.
Ren schmunzelte und dann ... willigte er wirklich ein, sein Sensei zu werden??? Und er sagte sogar, dass er an ihn glauben würde. Das tat gerade so unfassbar gut!!! Also ... AJ mangelte es ja eigentlich nicht an Menschen, die ihn unterstützten, aber trotzdem spürte er einfach, dass er nun andere und mutigere Schritte gehen musste, um sich weiterzuentwickeln. Sein Dad würde vielleicht nicht so begeistert sein, aber hoffentlich würde er es verstehen. Und er wollte das hier auch für Atticus machen, um ihm ein noch besserer Partner sein zu können. Aber vor allem wollte er es für sich selbst tun, um endlich ... mehr mit sich ins Reine zu kommen. Also nickte er. »Ich werde deine Zeit nicht verschwenden, sondern mein Bestes geben, um dich stolz zu machen.«
Kurz dachte er an Atticus. Und an seine Eltern. Er würde sie alle drei unfassbar vermissen, wenn er mit der Jupiter ablegte, und wer wusste schon, wann er sie wiedersehen würde. Auf jeden Fall musste er noch einen Brief für seinen Partner verfassen, den hoffentlich Ed zum Briefkasten bringen würde.
So oder so ... würde Feivel sicher Zeiten haben, in denen er traurig, frustriert oder genervt sein würde. Er war nun mal noch ein Teenie. Dennoch war er enorm ehrgeizig. Statt sich vom Herzschmerz aufhalten zu lassen, würde er sich umso härter ins Training stürzen.
»Heißt das ... ich kann schon mit dir mitkommen, wenn die Jupiter wieder ablegt?«
@Ren Sanada



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Ren würde auch nichts davon für Alphonse sein. Die Beziehung zu seinem Sensei.. war etwas Eigenes. Mit keiner anderen Art von Beziehung zu vergleichen. Und doch war sie für Ren sogar tiefer gegangen als die zu seinem eigenen Vater. Das musste bei Feivel natürlich nicht so sein. Aber trotzdem war diese Bindung etwas Einzigartiges und ganz Besonderes. Ren konnte nur hoffen… dass es ihm überhaupt gelang so eine Verbindung zu seinem Schüler aufzubauen. Sie waren beide ja nicht unbedingt die Offenheit in Person. Aber vielleicht mussten sie das auch nicht sein und würden etwas Neues erschaffen. Das für sie beide trotzdem stimmig war.
Im Grunde zog Ren Alphonse hier gerade nur ein wenig auf. Denn ja verdammt, er war extrem beeindruckt darüber wie reflektiert er ihm hier gerade über all die Tugenden in Zusammenhang mit seinem eigenen Leben berichtete. Aber er hatte so das Gefühl… dass der Oberstreber schon oft genug für seinen Intellekt und seine Klugheit gelobt worden war. Also wollte er das nicht auch noch befeuern, denn in seinem Training ging es bestimmt nicht darum ihm Honig ums Maul zu schmieren. Also musste er lernen auch damit klar zu kommen. Lob gab es nur dann.. wenn Ren das Gefühl hatte, dass Alphonse etwas tat, das er nicht schon 100 Mal getan hatte. Wenn er etwas Neues meisterte. Aber das würde dauern. Dafür hatte es dann umso mehr Gewicht.
Nun verwandelte das Schmunzeln sich sogar in ein schwaches Lächeln. Denn solche Sätze kamen eindeutig nur von einem Schüler.
„Wir werden sehen. Doch am Ende bist es einzig du alleine, den du stolz machen musst“
Aber dafür würde Ren schon sorgen. Der ließ es sich ja nicht anmerken.. aber ehrlicherweise war er auch ziemlich aufgeregt. Immerhin akzeptierte er hier gerade seinen ersten Schüler!! Das war etwas absolut Besonderes. Aber das würde er jetzt nicht mit Alphonse feiern sondern später mit Sanji. Dem er ja seine sanftmütigere Seite ohne Probleme zeigen konnte. Was er wohl sagen würde?
Sicher würde die Zeit abseits seiner Familie nicht leicht für Alphonse werden und er würde Liebeskummer, Heimweh.. all diese Dinge verspüren. Aber wenn die Crew der Jupiter eines gut konnte…. war es ein neues Mitglied herzlich bei ihnen aufzunehmen. Er verließ sich also darauf, dass seine Crew dem Jungen genauso eine temporäre Familie sein würde… wie sie es einst für ihn waren, als er als Teenie auf die Jupiter gekommen war.
„Wenn es dir gelingt deinen Vater davon zu überzeugen dich gehen zu lassen. Ich verzichte nämlich darauf einen tobenden Yakuza am Deck der Jupiter vorzufinden wenn wir ablegen“
Denn Ren würde ganz sicher kein Wort mit Edward deswegen wechseln. Das war Feivels Sache und das musste er alleine hinbekommen. Aber wenn es ihm wirklich ernst war, dann würde er das bestimmt irgendwie schaffen. Seine zweite Prüfung sozusagen. Die erste hatte er nämlich gerade mit Bravour bestanden.
@Alphonse Drummer



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Alphonse hatte noch nie einen anderen Lehrer als seinen Vater gehabt. Da, wo dessen Wissen geendet hatte, hatte sich Feivel an Bücher gehalten und sich alles andere selbst beigebracht. Doch das geschriebene Wort besaß Grenzen, wie er unweigerlich hatte feststellen müssen.
Er konnte sich nicht vorstellen, wie die Beziehung zu Ren werden würde. In diversen asiatischen Geschichten, die er gelesen hatte, waren die Verbindungen immer ganz besonders. Aber es waren nur Geschichten. Die Realität konnte auch anders aussehen. Er hoffte einfach, er würde Ren nicht enttäuschen. Und Ren ihn nicht.
Alphonse hatte gerade etwas getan, das er nicht schon 100 Mal getan hatte. Er hatte Dinge ausgesprochen, die nur seine Familie wussten und über die es ihm extrem schwerfiel, zu reden. Vor allem mit einem völlig Fremden. Das hatte nichts mit Intellekt und Klugheit zu tun. Dennoch hatte er hier kein Lob erwartet, aber eben auch nicht, dass Ren sich nur das Negative aus der Erzählung rauspickte. Es war jedoch ohnehin einerlei. Die Hauptsache war, dass er tatsächlich Rens Schüler werden würde!!! Andere wären nun sicher total ausgerastet und hätten überglücklich gestrahlt oder so. Feivel hingegen blieb äußerlich gelassen, bis auf ein leichtes Lächeln, das von seiner Freude zeugte. Er nickte auf die erste Lektion hin, die Ren ihm erteilte. Natürlich ... es ging mehr darum, sich selbst stolz machen zu müssen. Und das hatte Feivel vor.
»Ich rede mit meinem Dad. Also bitte legt nicht ohne mich ab!« Die Jupiter war ja gerade erst angekommen, also würde es noch etwas dauern, bis sie wieder lossegelten. Das Wetter wurde auch nicht gerade besser und die See war immer noch in Aufruhr.
Feivel könnte also eigentlich noch warten, bis er Ed mit seinem Anliegen überfiel. Als er nach Hause lief, fühlte er sich jedoch so beflügelt, dass er es sofort klären wollte. Zumal es ihn echt fertig machte, nicht mit Atticus darüber reden zu können. Er konnte es ihm nur schreiben und das ersetzte niemals ein direktes Gespräch. Das war echt furchtbar.
Alphonse kehrte also in die Hütte ein und fand seinen Vater in der Küche vor, wo er gerade Sushiröllchen vorbereitete. Da knurrte Feivel ja gleich der Magen. xD »Sind die für mich?«, wollte er wissen und trat neben Ed. Dann sah er zu ihm auf. Plötzlich war da doch etwas Nervosität. »Dad? Können wir ... über etwas reden?«
@Ren Sanada



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Ren musste Alphonse ja erst richtig kennen lernen, um all diese Dinge zu wissen und zu verstehen. Im ersten Moment hatten seine Worte sich etwas runter gerattert und auswendig gelernt angehört. Doch Ren würde wohl bald herausfinden, dass das einfach AJs Art war. Genau wie Alphonse noch herausfinden würde, dass Ren bei weitem nicht so eisig war wie er sich meistens gab. Sie hatten also beide einiges übereinander zu lernen. Doch wenn alles gut ging, dann würden sie diese Chance bekommen. Ren musste den Captain ja auch noch fragen, ob es okay war den Jungen mitzunehmen. Aber so wie er ihn kannte.. hatte er da eigentlich keine Zweifel daran. Zumal er ja wusste wie lange Ren schon darauf wartete seinen eigenen Schüler auszubilden. Hoffentlich würde Alphonse sich trotz seiner Unzulänglichkeiten gut in der Crew einfinden. Aber Ren hatte es auch getan.. obwohl er sehr in sich gekehrt war. Also machte er sich da keine Sorgen. Immerhin hatten sie auch noch Sanji ihren Sonnenschein.. der den kleinen Nerd sicher auch das ein oder andere Mal belagern und aufmuntern würde, wenn er traurig war.
„Wenn es nach mir geht, können wir uns damit gerne noch eine ganze Weile Zeit lassen…“
Murmelte er wegen dem Ablegen. Er brauchte nun echt eine Verschnaufpause, die hoffentlich etwas länger dauern würde als nur ein paar Tage.
„Warst du denn überhaupt schon mal auf einem Schiff? Hoffentlich wirst du nicht seekrank… ist wirklich nicht schön..“
Seltsamerweise redete Ren mit AJ bereits jetzt deutlich mehr als mit anderen. Lag vielleicht auch daran, dass er mit ihm in seiner Muttersprache kommunizierte und manche Dinge so einfach besser ausdrücken konnte, die ihm in der englischen Sprache immer noch schwerer fielen. Es ging eben nichts über die Muttersprache. Er würde ihn also definitiv die ganze Zeit über auf Japanisch unterrichten.
Edward rollte in der Zwischenzeit nichtsahnend und guter Laune ein paar Maki. Seit der Rache an Bernard.. fühlte er sich ziemlich gut. Er war zwar immer noch nicht der Mörder von Alphonse senior… aber es war ein Anfang. Und diese Rache hatte ihn wirklich beflügelt.
„Finger weg, die sind für deine Mutter. Ich wollte sie damit überraschen wenn sie von ihrem Spaziergang zurück kommt.“
Natürlich durfte Feivel auch etwas haben. Wenn etwas übrig blieb xD aber zu naschen bevor sie fertig waren kam gar nicht in Frage!
Ed hatte also echt gute Laune, fast hätte er sogar angefangen zu pfeifen so entspannt war er gerade. Aber wozu gab es Teenager hm? Die konnten sehr schnell jede ungezwungene Stimmung trüben. Allerdings nahm Ed seine Frage noch gelassen. Auch wenn er eigentlich wusste, dass es nie etwas Gutes bedeutete, wenn Alphonse… so etwas zu ihm sagte.
„Hm? Klar, schieß los. Oder sollte ich dafür lieber das Sushi Messer aus der Hand legen?“
Denn er hatte schon so eine leise Ahnung…. dass es ihm womöglich nicht gefallen könnte was Alphonse ihm sagen wollte.
@Alphonse Drummer



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»Wenn das so ist, stehe ich auch schon hier für den Unterricht bereit«, meinte Alphonse diplomatisch. »Es sei denn, du hast nun ... Urlaub. Dann möchte ich natürlich nicht stören.« Er meinte ja herauszuhören, dass Ren sich nicht gern auf der Jupiter aufhielt und eigentlich wollte er gern wissen, warum. Andererseits hatten ihm allzu neugierige Fragen schon oft Scherereien eingebracht, weil er mal wieder zu penetrant gewesen war. Mit Ren wollte er es sich nur ungern verscherzen.
Die nächste Frage gab ja dann schon einen Hinweis. Der Japaner hatte also Schwierigkeiten mit der Kinetose. Der Reisekrankheit. Seekrankheit war eine Unterform davon. Symptom- und behandlungsmäßig lag jedoch alles nah beieinander. »Auf einem Schiff war ich schon.« Offenkundig. Auf der Jupiter. xD »Aber noch nie so richtig auf See. Ich bin gespannt, wie ich es vertrage. Ich habe mal von einer Prophylaxe mit Ingwer gelesen. Vielleicht probiere ich das aus, das soll man ein paar Tage vor der Reise machen. Und es gibt noch mehr, das helfen soll. Sollte es mich treffen, wird es ein Experiment.« Feivel lächelte. Sollte er einfach mal ... ganz wertfrei aufzählen, was er da so meinte? Ren könnte ja dann selber entscheiden, ob er auch was davon austesten wollte. Na ja, er ließ ihn jetzt erst mal darauf reagieren.
»Ihr beide seid ja echt wie frisch verliebt, seit Bernard tot ist.« Feivel beäugte seinen Vater kritisch. Eigentlich waren seine Eltern eh die ganze Zeit schon total verknallt. Es war immer noch ungewöhnlich, sie so zu sehen, auch wenn er es ihnen gönnte.
Mit Cara würde AJ auch noch reden müssen, aber sie würde sicher weniger Probleme machen als Ed. xD
»Ja, leg das Messer besser weg«, gab Alphonse trocken zurück. »Sonst kannst du Mama nur noch Kleingehacktes servieren.« Denn ausrasten würde Ed wohl mit ziemlicher Sicherheit.
»Was würdest du sagen, wenn ich ein paar Monate fortgehe? Ich hätte die Gelegenheit, an Bord der Jupiter zu gehen, um ... Neues zu lernen. Von Ren, genauer gesagt. Und vielleicht auch von Sanji. Dann kann ich dir zeigen, wie man richtig gutes Sushi macht.« Vielleicht lenkte dieser kleine Scherz vom Rest ab? Wahrscheinlich nicht.
@Ren Sanada



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Hm.. war vielleicht keine schlechte Idee hier in Balar mal auszutesten wie gut und ob sie überhaupt harmonierten. Denn waren sie erst mal auf See.. würde es schwieriger werden wieder umzukehren. Sollte sich jedoch gleich hier herausstellen, dass das mit ihnen nicht klappte, wäre es für alle wesentlich einfacher. Weswegen Ren nickte.
„Auch im Urlaub trainiere ich. Also schön.. dann lass uns gleich morgen starten. Aber erst bei Sonnenuntergang“
Denn davor hatte Ren wirklich Urlaub. Und wollte mal so richtig ausschlafen. Oder es krachen lassen. In beiden Fällen hatte er keine Lust früh aufzustehen. Denn hier auf dem Festland konnte er endlich mal wieder tief und fest schlafen und wurde nicht ständig von irgendwelchen Schwankungen geweckt, die ihm den Magen umdrehten.
„Ingwer?“
Fragte Ren mit hoch gezogener Augenbraue. Also davon hatte er noch nie etwas gehört. Aber wenn es half? Eigentlich hatte Ren nie irgendwas probiert, sondern die See einfach immer nur verflucht.
„Sag Sanji was man dafür braucht, vielleicht kann er uns kurz vor der Abreise so einen Trank.. oder was auch immer das sein soll zusammen mixen“
Ren würde so ziemlich alles dafür tun, damit er dieses Gefühl los wurde! Also auch irgendein ekliges Ingwer Gesöff inhalieren. Er war also definitiv offen für Vorschläge. Weil diese Seekrankheit schränkte ihn wirklich extrem ein.
„Hm.. nur zu, lass hören. Ich bin ganz Ohr.“
Vielleicht gab es noch einfachere Sachen die Ren probieren konnte? Ein wandelndes Lexikon dabei zu haben würde sich womöglich gar nicht als so unpraktisch herausstellen.
Edward grinste nur ein bisschen bei AJs Feststellung und meinte dann schulterzuckend
„Echt eklig, was?“
Aber er konnte nichts dagegen machen. Er fühlte sich gerade so beflügelt und befreit… dass er dem irgendwie Ausdruck verleihen musste.
Das Thema nahm allerdings schnell eine andere Wendung. Weswegen es diesmal Ed war der skeptisch schaute und das Messer tatsächlich weg legte. Nur sicherheitshalber.
„Na komm, mach es kurz und schmerzhaft, wie sonst auch“
Alphonse sollte das Scherzen lassen und gleich zum Punkt kommen. Sonst nahm er ja auch nicht so viel Rücksicht auf irgendjemandes Gefühle, also sollte er das Pflaster schnell abreißen, damit Ed weiter kochen konnte.
Und da war sie ja schon… die Hiobsbotschaft die Eds Gelassenheit nun endgültig schwinden ließ und er die Arme verschränkte.
„Was ich dazu sagen würde willst du wissen?? Natürlich würde ich ‚nein‘ sagen!! Was willst du schon von diesem arroganten, engstirnigen Pseudo-Samurai lernen! Ich habe dir alles beigebracht was du im Kampf wissen musst. Und mein Sushi ist ausgezeichnet!!! Ich bin nämlich auch in Japan aufgewachsen, falls du das vergessen hast“
Sagte Ed schnaubend und… stopfte AJ deswegen mal ein Maki in den Mund, damit er probierte! Und erkannte, dass es keinen ‚echten‘ Japaner brauchte um diese Dinge zu lernen. Tch.. Ren hatte ihm auf der Jupiter derart ans Bein gepisst mit seiner Art.. dass er echt ein rotes Tuch für ihn war. Und die ultimative Konkurrenz, weil er das genaue Gegenteil von dem verkörperte, was Ed sein Leben lang dargestellt hatte. Er konnte darauf verzichten, dass AJ sich irgendwas von ihm abschaute oder der Grünkohl es noch schaffte vielleicht seinen eigenen Sohn gegen ihn aufzuhetzen…
@Alphonse Drummer



Tame your demons before you become one
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»Gut, dann werde ich bei Sonnenuntergang hier sein.« Auch wenn es bitter war, aber in dieser Hinsicht war es gut, dass Atticus bei den Wicked war und nicht mehr hier. Sonst hätte Alphonse diese Schüler-Lehrer-Verbindung mit Ren womöglich nicht angestrebt, weil seine Abende nun mal seinem Partner gehörten und jeder Tag mit ihm kostbar war. Wobei sie ja vielleicht gemeinsam auf die Jupiter gegangen wären, dann wäre es auch etwas anderes gewesen. Aber so konnte er die Zeit der Trennung gut nutzen. Wie transformiert er wohl aus der Zeit mit Ren hervorgehen würde? Würde er wie ein neuer Mensch sein? Vermutlich nicht, aber er erhoffte sich ehrlich gesagt schon sehr viel davon. Ob Atticus ihn dann trotzdem noch lieben würde, obwohl er sich ohne Zweifel verändern würde?
»Man braucht nur Ingwer. Entweder man kaut ein, zwei Scheiben am Tag oder trinkt sie als Tee. Das ätherische Öl in der Knolle interagiert mit den Brechreiz-Rezeptoren in der Magenschleimhaut und lindert die Übelkeit. Wenn man frühzeitig mit der Kur anfängt, soll einem im besten Fall gar nicht erst schlecht werden«, erklärte Feivel begeistert.
In akuten Fällen gab es aber noch mehr Möglichkeiten, der Seekrankheit zu begegnen. Diesmal ratterte AJ sie wirklich herunter, als hätte er sie auswendig gelernt. Dabei rief er sie nur von einer Buchseite ab, die er durch sein Zaubergedächtnis vor Augen sah. »Nach Möglichkeit sollte man eine Kabine mit Fenster bewohnen, aus dem man das Meer sehen kann. Es klingt kontraproduktiv, aber der Blick auf den Horizont hilft.« Der Ausguck war also eigentlich kein so schrecklicher Ort. xD Von da hatte man einen hervorragenden Blick auf den Ozean.
»Außerdem ist viel frische Luft nötig. Unter Deck sollte man möglichst nicht Lesen oder sonst etwas tun, das viel Konzentration benötigt.« Ren sollte sich also überlegen, sein Dojo ans Oberdeck zu verlegen. Auch wenn man von dort das Meer sah.
»Akupressur hilft ebenfalls. Man sollte den Nei-Kuan-Punkt an beiden Armen jeweils mindestens eine Minute lang drücken.« Er zeigte den entsprechenden Punkt an seinen eigenen Handgelenken. Er lag unterhalb davon, an der Innenseite des Unterarms.
»Und auch wenn das vermutlich schwer ist, wenn man mit Sanji zusammen ist ... besser ist es, kleinere Portionen über den Tag verteilt zu essen und keine riesigen Mahlzeiten. Möglichst wenig Alkohol trinken ... ach, und viel Schlaf ist gut, am besten an der frischen Luft.«
Feivel konnte ja kaum glauben, dass die Crew keine solchen Tipps auf Lager hatte. Selbst die hartgesottensten Matrosen konnten bei heftigen Seegang der Kinetose erliegen. Vermutlich gab es nur irgendwelchen unsinnigen Seemannsgarn, an den sie sich dann hielten. Nichts, das wirklich etwas brachte. »Bei der Landkrankheit hilft das meiste übrigens auch. Falls du es an Sanji weitergeben willst. Ich habe gemerkt, wie er hier manchmal herum wankt, obwohl er nicht betrunken ist.«
Zurück bei Ed bereitete sich Feivel auf ein schwieriges Gespräch vor. Doch zunächst ging es um Cara. »Ja, echt eklig. Aber auch beneidenswert.« Andere Leute turteln zu sehen, machte die Trennungsphase noch schwerer. Ob es abgesehen von Sanji und Ren noch mehr Pärchen auf der Jupiter gab? Hoffentlich nicht. »Aber ich gönne es euch ja. Nur, um das noch mal klarzustellen.«
Dann hatten sie genug um den heißen Brei herumgeredet und ja, AJ riss das Pflaster schnell ab. Er wollte es hinter sich haben. Und da kam sie auch schon, die erwartete Reaktion. »Du kannst gar nicht ›Nein‹ sagen. Ich bin jetzt erwachsen und treffe meine eigenen Entscheidungen.« Weiterhin ignorierend, dass man die Volljährigkeit in Amerika erst mit 21 erreichte. xD
»Mir wäre es aber viel lieber, wenn ich mit deinem Segen gehen dürfte. Ich glaube, ich kann eine Menge von Ren lernen. Nicht nur, was den Kampf angeht. Wusstest du, dass Menschlichkeit eine der Samurai-Tugenden ist? Davon besitze ich nicht viel und ... das möchte ich nach wie vor ändern.« Die Gründe dafür lagen eigentlich auf der Hand und Feivel hoffte, sie nicht genauer erklären zu müssen.
»Außerdem bin ich noch nie auf einem Schiff gesegelt. Oder war länger als ein paar Tage von dir fort. Ich weiß, du denkst immer, ich würde dir und Ma irgendwann ganz den Rücken kehren, aber das habe ich nicht vor. Du musst vor dem Abnabelungsprozess keine Angst haben. Trotzdem muss ich versuchen, unabhängiger zu werden.«
@Ren Sanada



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zuletzt bearbeitet 17.11.2023 09:37 |
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Ren konnte und wollte aus Alphonse keinen völlig anderen Menschen machen. Also vielleicht sollte er seine Erwartungen ein bisschen zurück schrauben, denn dieses Training war kein Voodoo oder so, das alles Schlechte in ihm austrieb. Aber womöglich könnte er ihn doch ein stückweit bei seiner Charakterentwicklung begleiten. So wie sein Sensei es bei ihm getan hatte. Nach seinen Lehren lebte Ren auch heute noch, er hatte ihn also schon deutlich geprägt. Es würde sich zeigen.. ob AJ das überhaupt zuließ. Doch sie beide stürzten sich in dieses Abenteuer. Wie auch immer der Ausgang sein würde.
„Wie siehts mit Ingwerschnaps aus?“
Das könnte Ren besser runter kriegen als an rohem Ingwer zu lutschen. War ja ekelig. Den aß er sonst nur zu Sushi. Trotzdem war es interessant ein wenig über die Wirkung zu erfahren.. womöglich sollte er das wirklich mal austesten. Auch wenn seine Seekrankheit wohl eher psychischer Natur war.. und weniger körperliche Gründe hatte.
Die ganzen Tipps die Alphonse ihm hier gab hatte ihm vorher echt noch niemand erzählt. Was ihn nun ebenfalls wunderte. Denn vielleicht hätte er sich viel früher helfen können.
„Ich ziehe den Vorhang in meiner Kajüte immer zu, weil ich das Meer bloß nicht sehen will..“
Womöglich sollte er das bleiben lassen und diesem Tipp eine Chance geben? Also eines stand fest, Ren würde von AJ wohl mindestens ebenso viel lernen wie umgekehrt. Nur auf andere Weise.
Das Dojo aufs Oberdeck zu verlegen hatte Ren schon öfter überlegt. Unten war die Luft auch nicht so gut und es schwankte mehr.. aber probiert hatte er es bisher nicht und im Winter war auch nicht der beste Zeitpunkt dafür. aber vielleicht startete er im Sommer mal einen Versuch.
„Kleine Mahlzeiten, kein Alkohol und viel Schlaf…“
Okay, nun musste Ren tatsächlich kurz lachen und meinte anschließend.
„Viel Spaß wenn du versuchst das umzusetzen“
Denn das war absolut unrealistisch. Sie tranken ständig, schlemmten und viel Schlaf gab es auch nicht immer. Aber AJs Vorstellungen waren irgendwie süß, das würde die Crew ihm wohl ziemlich schnell austreiben. Denn von seinem Kluggescheiße würde sich wohl keiner wirklich beeindrucken lassen. Sondern ihn rasch wieder auf den Boden der Tatsachen zurück holen. Denn alle in der Crew waren gleichwertig.
„Es gibt tatsächlich eine Landkrankheit? Ich dachte immer er bildet sich das nur ein“
Denn wieso sollte man an Land schwanken. Das war doch bescheuert. Und Ren war immer davon ausgegangen, dass Sanji einfach nur das Schiff vermisste und sich deshalb einredete irgendwas zu spüren. Hm.. vielleicht hätte er mal etwas einfühlsamer auf seinen Freund eingehen sollen.
Fürs erste sagten die beiden einander allerdings ‚mata ne‘, bis bald. Denn sie hätten künftig noch viele Gelegenheiten sich über solche Dinge zu unterhalten.
Ed würde diese Gelegenheit aber womöglich bald wieder genommen werden. Denn Alphonse wollte Balar verlassen.. er wollte… ihn.. verlassen. Womit Ed tatsächlich schwerer klar kam als er zugeben wollte.
Weshalb er noch mal extra gegen Ren wetterte, aber auch weil er ihm sein Benehmen auf der Jupiter wirklich übel und persönlich nahm.
„Was willst du schon von jemandem lernen, der so engstirnig und voreingenommen ist? Und andere verurteilt obwohl er rein gar nichts über ihre Geschichte weiß?? Nicht besonders tugendhaft oder?“
Sagte Edward schnaubend, weil Ren in seinen Augen echt ein rotes Tuch war. Und absolut kein guter Lehrer.
„Zu viel Menschlichkeit tötet dich in dieser Welt! Oder wie hat Ren sein Auge verloren? Bestimmt nicht durch Skrupellosigkeit. Ich meine.. versteh mich nicht falsch.. ich weiß bei uns sind die Grenzen sehr verschwommen was unsere Menschlichkeit betrifft.. und ich weiß wie du unter den kürzlichen Vorfällen leidest. Aber.. Ehre und Sanftmütigkeit bringt dich in dieser Welt auch nicht weiter“
Genauso wenig wie übertriebene Gefühlskälte und Skrupellosigkeit. Also Ed begrüßte ja schon, dass AJ etwas mitfühlender wurde… aber hatte die Sorge, dass er vielleicht zu weich werden könnte, wenn er mit diesem Heuchler trainierte.
Das AJ jedoch darauf bestand, dass Ed ihm überhaupt nichts mehr sagen konnte… gefiel diesem überhaupt nicht. Denn er wusste, im Grunde hatte er Recht und er musste ihm endlich erlauben seine eigenen Erfahrungen zu machen aber…. warum ausgerechnet bei Ren? Ihn gehen zu lassen fiel ihm schon so ungemein schwer! Denn Ed brauchte Alphonse inzwischen wohl mehr als umgekehrt.
„Tch.. das hast du vielleicht nicht bewusst vor. Aber ich erinnere mich noch ganz genau daran, wie sehr du dich auf deiner Geburtstagsparty für mich geschämt hast. Mich dazu zwingen wolltest zu verstecken wer ich bin. Und da kanntest du den Kerl noch kaum. Also wie wird es erst sein, wenn du Wochen oder.. gar Monate mit ihm verbringst? Er wird dir weiß Gott was einreden und dich gegen mich aufhetzen. Und womöglich gelingt ihm das am Ende sogar und du wendest sich vollständig von mir ab….“
@Alphonse Drummer



'Convey my will to this blade... now let's see if I am able to cut steel'
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»Ingwerschnaps zu trinken beißt sich mit der Regel, weniger Alkohol zu sich zu nehmen«, ermahnte Feivel. »Wenn man die Beschwerden lindern will, muss man wohl die Zähne zusammenbeißen.« Wortwörtlich, in diesem Fall. Ein Samurai würde es doch wohl hinbekommen, eine Ingwerscheibe am Tag runterzuschlucken! Auch wenn die Ursache der Kinetose bei Ren psychosomatisch war, so änderte sich an den Symptomen nichts. Und da könnten AJs Tipps aus dem Lehrbuch schon helfen.
»Ich brauche nicht viel Schlaf und ich trinke auch wenig bis gar keinen Alkohol«, erwiderte Feivel selbstbewusst. Mit diesen Dingen hätte wohl eher Ren so seine Probleme. Was leckeres Essen von Sanji anging ... nun, dem würde wohl so ziemlich jeder verfallen. Womöglich würde Feivel ein paar Pfund zunehmen. An Körperfett und Muskeln. Am Ende sähe er noch so aus wie Atti. xD Nein ... wahrscheinlich nicht. Er war ja jetzt schon sehr gut trainiert und wirkte dennoch schmächtig. Das war einfach seinem Körperbau geschuldet. Er kam wohl eher nach der zierlichen Cara.
»Bei der Landkrankheit muss man sich daran gewöhnen, wieder auf festem Boden zu sein. Man denkt die ganze Zeit, dass noch ein Schiff unter einem schwankt. Das Gleichgewichtsorgan kommt mit dem Wechsel unter Umständen nicht so gut klar. Also ja, diese Form der Kinetose gibts wirklich, das ist ausnahmsweise kein Seemannsgarn.«
Auch war es kein Seemannsgarn, was Feivel nun seinem Dad versuchte, klarzumachen. Dass er auf jeden Fall auf die Jupiter gehen und Rens Schüler werden würde. Nur würde er es eben am liebsten mit seiner Erlaubnis tun und sich nicht im Streit trennen.
»Und wie bist du gerade? Etwa nicht engstirnig und voreingenommen? Du verurteilst ihn doch auch direkt und weißt nichts über ihn oder seine Geschichte. Wer weiß, ob er nicht mal richtig Ärger mit den Yakuza hatte oder so. Ich bin aber weder ein Yakuza noch ein Samurai. Ich will auch nicht das ein oder andere sein, ich möchte einfach herausfinden, wer ... ich überhaupt bin. Und damit meine ich nicht, dass ich kein Drummer mehr sein möchte, darum geht es nicht. Auch nicht darum, alles, was du mir beigebracht hast, zu überschreiben. Ich will einfach ... lernen.«
War das denn so schwer zu verstehen? Auch, weshalb Feivel gern menschlicher werden würde? Offenbar musste er doch etwas ausholen, auch wenn es ihm schwerfiel. »Ich werde schon nicht zu weich, Dad. Und ich glaube, du kannst nicht einschätzen, wie sehr mich das mit Violet wirklich geprägt hat. Wer weiß, wen ich als Nächstes aus dem Weg räume. Vielleicht Ma oder dich, weil mich euer Geturtel doch nervt? Vielleicht einen Freund von Atticus, weil ich glaube, er sieht ihn einen Moment zu lang an? Ich ... hab Angst vor mir selbst. Daran will ich auch arbeiten.«
Er wandte den Blick ab, als Ed die Geburtstagsfeier erwähnte. Bei Ren hatte er sich für das Verschweigen entschuldigt, also gebührte seinem Vater diese Geste auch. »Ich hab mich nicht wirklich geschämt, sondern mir gedacht, dass Ren und du nicht auf einer Wellenlänge sein werdet. Deswegen wollte ich auf einen guten Moment warten, um euch ... jeweils voneinander zu erzählen. Dass ich damit zu lange gezögert habe, tut mir leid.«
Als Ed nun davon redete, sein Sohn könnte sich vollständig von ihm abwenden, schüttelte Feivel den Kopf und nahm ... vorsichtig Eds Hand. »Das wird niemals passieren, Dad. Bitte glaub mir das. Inzwischen kann ich ja ein Lied davon singen, wie es sich anfühlt, wenn man jemanden vermisst und liebt, der weit fort ist. Deswegen kann ich dir sagen, du und Ma werdet gemeinsam mit Atticus immer hier drin und bei mir sein.« Er hielt die freie Hand an seine Brust, dort wo das Herz schlug. »Und daraus werde ich euch auch nie entlassen!«
@Edward Drummer



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Klar würde Ren es hinbekommen täglich eine Scheibe Ingwer zu knabbern. Aber er konnte sich wahrlich nicht vorstellen, dass das irgendwas änderte. Zumal es nicht so einfach war Ingwer in diesen Massen heran zu schaffen. Den Alkohol würde er aber eindeutig nicht weg lassen können, denn der half ihm eher das alles zu ertragen als ihm zu schaden. Zumindest subjektiv betrachtet.
„Reden wir nach ein paar Monaten auf der Jupiter noch mal darüber“
Sagte er nur schmunzelnd. Ren hatte ja auch erst da mit dem Trinken angefangen. Und Alphonse war ein Teenie.. aber es musste ja auch nicht sein. Niemand wurde zu irgendwas gezwungen. An Körperkontakt musste er sich aber zwangsläufig gewöhnen, denn die Crew war sehr körperbetont.
Ed hingegen ging nun lieber auf Abstand und verschränkte die Arme.
„Ich reagiere nur auf die Art und Weise wie er mich behandelt hat! Ich habe kein Problem damit, dass er versucht nach den Lehren der alten Samurai zu leben, solange er dabei niemand anderen für seinen Lebensstil verurteilt oder denkt er wäre deshalb etwas Besseres. So etwas kotzt mich einfach an!“
Und das sollte es AJ doch eigentlich auch. Er behandelte ihn doch bestimmt auch von oben herab, weil er der Spross eines Yakuza war. Schon möglich, dass die Yakuza seiner Familie Mal was angetan hatten aber mit großer Sicherheit hatte Ed persönlich damit nichts zu tun gehabt.
AJ wollte einfach lernen…… das war ja schön und gut aber… warum musste er das unbedingt auf einem Schiff tun und dann noch bei diesem Kerl? Ed hasste diese Situation. Und er hatte richtig Schiss davor AJ zu verlieren.
„Red keinen Unsinn, du würdest uns nie etwas antun“
Das wusste Ed einfach. Und Feivel wusste es auch. Das mit Violet war eine hässliche Geschichte gewesen… aber er hatte sie abgrundtief gehasst und sie hatte ständig seine Grenzen übertreten, also eigentlich war das vorhersehbar gewesen. Ed hatte es nur nicht wahr haben wollen.
Was Nebenbuhler von Atticus betraf… konnte er sich allerdings wirklich nicht so sicher sein. Weswegen AJs Argumente leider Totschlagargumente waren und Ed genervt seufzte.
„Ich versteh ja, dass du das lernen willst. Aber denkst du wirklich dieser Kerl kann dir dabei helfen?“
Er war doch nicht der Dalai Lama oder sonst irgendein Gelehrter. Wieso setzte AJ solche Hoffnungen in ihn? Ed konnte es einfach nicht verstehen.
„Du hättest mich einfach vorwarnen können. Dann hätte ich die Tattoos vielleicht freiwillig bedeckt, um ihn nicht vor den Kopf zu stoßen. Ich meine, ich bin kein Idiot.. ich weiß schon was die Yakuza den Menschen angetan haben. Was ICH den Menschen angetan habe. Und er darf mich gerne dafür hassen. Aber diese Zeiten sind lange vorbei.. inzwischen ist jeder von uns ein Mörder.“
Ed war schon klar, dass die Yakuza es sich mit vielen Menschen verscherzt hatten, aber dennoch nervte es Ed das Ren offenbar alle über einen Kamm scherte.
Ed ließ AJ gewähren, als dieser seine Hände nahm und blickte hinab in seine Augen. Es rührte ihn was Alphonse sagte.. machte ihn gleichzeitig aber auch wirklich traurig. Denn.. so wie es schien, konnte er nichts gegen diese Entscheidung unternehmen.
„Du lässt dich wirklich nicht davon abbringen oder? Scheiße… was soll ich denn ohne dich machen?? Du wirst mir unfassbar fehlen…“
Und Ed würde sich eindeutig nicht mehr vollständig fühlen. Der kleine Scheiße war.. schließlich seit Jahren tagtäglich an seiner Seite gewesen. Plötzlich ohne ihn zu sein… würde echt hart für Edward werden, auch wenn er schon wusste, dass er zulassen musste, dass sein Sohn selbstständiger wurde.
Gefallen tat es ihm aber trotzdem absolut nicht
„Wie lange habt ihr überhaupt vor weg zu bleiben? Ein paar Wochen… oder gar Monate?“
Puh, also irgendwie kam Ed nun überhaupt nicht mit dieser Information klar. Und das sah man ihm auch deutlich an.
@Alphonse Drummer



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