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THE DEAD DON’T DIE
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#81

RE: Home of the broken hearts | Atticus & Alphonse

20.11.2023 22:10
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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»Ren ...«, flüsterte Sanji noch einmal und schüttelte fassungslos den Kopf. »Er hätte es dir nicht sagen müssen. Das war seine Entscheidung.« Der Japaner hatte doch auch erst damit rausgerückt, warum er die See so hasste, nachdem Sanji seine Panikattacke miterlebt hatte. Auch nicht früher. Weil er es einfach nicht gekonnt hatte, und das war okay. Es hatte okay zu sein. Warum machte er jetzt Alphonse Vorwürfe? Das erschütterte Sanji ehrlich gesagt.
Feivel schloss bei der Ansage die Augen und fühlte sich noch schrecklicher. Er hatte Ren alles gesagt, von dem er geglaubt hatte, dass es wichtig war, um sein Schüler werden zu können. Diese Sache hatte er nicht mit Absicht ausgelassen. Er hatte nur verkannt, dass sie zu einem Problem werden könnte. Dafür schämte er sich abgrundtief. Wer Chad war, wusste er nicht, und er fühlte sich gerade auch nicht in der Lage dazu, nachzufragen. Auf etwas anderes konnte er jedoch eingehen. »Nein ... das mit dem Körperkontakt, das ist ... schon immer so. Seit meiner Kindheit. Ich reagiere auch mit ... Schmerzen darauf. Immer. Egal, wer mich anfasst. Es ist eine totale Reizüberflutung. Deswegen mag ich es nicht. Ich kann mich aber fürs Training ... mental drauf vorbereiten und so und dann ist das auch okay. Wenn es das nicht wäre, wäre ich nicht hier. Was vor ein paar Monaten passiert ist, das hat ... nichts damit zu tun.«
Sanji hingegen, ja ... der kannte Chad. Und er hatte den Blick von Alphonse gelöst, um nun alarmiert Ren zu mustern. Was sollte das in diesem Zusammenhang heißen, Ren sei nicht besser als Chad? Was war bitte zwischen den beiden vorgefallen??? Sanji wurde es heiß und übel, er sah wieder die Szene hier im Dojo vor sich. Rens schmerzverzerrtes Gesicht. War der Sex doch nicht einvernehmlich gewesen? Hätte Sanji sich nicht so einfach von Ren abspeisen lassen sollen? Am liebsten würde er deswegen sofort ein Fass aufmachen, doch er biss die Zähne zusammen. Nicht vor Alphonse. Doch Ren konnte seinem Partner sicher ansehen, dass er innerlich kochte.

@Ren Sanada

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#82

RE: Home of the broken hearts | Atticus & Alphonse

20.11.2023 22:20
Ren Sanada Ren Sanada (gelöscht)
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Ren erkannte sich ja selbst nicht wieder. Aber offenbar konnte man mit Dingen, die einem in ähnlicher Weise passiert waren, schlechter umgehen als mit Dingen, von denen man keine Ahnung hatte. Okay das war eigentlich klar. Aber trotzdem fand Ren es beängstigend. Denn er machte gerade einfach alles falsch. Er wusste genau, dass dieser vorwurfsvolle Zugang nach einer Panikattacke nicht richtig war. Und doch war er so in Aufruhr, dass er nicht anders konnte.
Er musste sich dringend beruhigen. Ehe er Alphonse noch weiter in den Abgrund trieb.
Zumindest brachte AJ nun etwas Licht ins Dunkel was den Körperkontakt betraf. Das hatte offenbar nichts mit dem Missbrauch zu tun. Es war einzig und allein die Art gewesen.. wie Ren Alphonse angepackt hatte. Weil er das schon mal erlebt hatte, in traumatischer Weise. Weswegen Ren noch mal die Lippen zusammen presste. Ihm war anzusehen wie groß die Vorwürfe waren, die er sich gerade machte. Selbst wenn er von dem Missbrauch nichts hatte wissen können. Es war egal! Er war dennoch Schuld daran.
„Ich sage dem Captain, dass er Balar ansteuern soll. Wenn du nach Hause willst“
Das sollte nun nicht so klingen als würde Ren ihn abschieben wollen. Er wusste nur gerade echt nicht was er machen sollte. Sie hatten doch erst ein zartes Band des Vertrauens geknüpft. Was lange gedauert hatte und noch sehr fragil war. Und nun hatte Ren es eiskalt zerstört.
Sanjis Blick machte das ganze nicht besser. Shit… er würde sich später definitiv dafür erklären müssen hm? Das wollte er nicht. Er wollte das doch weiterhin mit sich selbst ausmachen und verdrängen, wie so viele Dinge in seinem Leben. Er und AJ waren sich wirklich sehr viel ähnlicher als man auf den ersten Blick bemerkte.
„Sumimasen.. bitte entschuldigt mich kurz..“
Ren musste hier raus. Er musste nun dringend hier raus und an die frische Luft. Er wusste, dass Sanji ihm jetzt nicht folgen würde. Denn AJ brauchte ihn nun dringender. Und das war auch gut so. Aber er musste unbedingt durchatmen. Sich wieder sammeln und zusammen reißen. Denn so aufgewühlt würde er AJ nur noch mehr schaden, statt ihm in irgendeiner Weise zu helfen. Also vielleicht beruhigte es ihn ja auch… dass Ren nun erst mal den Raum verlassen hatte..

@Alphonse Drummer



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#83

RE: Home of the broken hearts | Atticus & Alphonse

20.11.2023 22:37
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Feivel presste die Lippen zusammen. Immer noch schaffte er es nicht, Ren anzusehen. Natürlich wollte er nach Hause, aber gleichzeitig ... auch nicht. Es hatte bestimmt einen Grund, warum ihn das Trauma jetzt wieder behelligte. Womöglich wollte Ren aber ohnehin keinen Schüler wie ihn mehr haben. Auf den er so viel Rücksicht nehmen musste. AJ hasste dieses Gefühl. Alle mussten ständig auf ihn Rücksicht nehmen. Jahrelang hatte er das ohne Probleme eingefordert, aber mittlerweile kam er sich mehr und mehr wie eine Last vor. Feivel zuckte also erst mal nur mit den Schultern, während neue Tränen seine Wangen fluteten. Gerade war er viel zu erschöpft, um sich darüber klarzuwerden, wie es nun weitergehen sollte.
Und dann flüchtete Ren auch noch. AJ erkannte nicht, weshalb, und bezog es auf sich. Das war es dann wohl mit ihrer gemeinsamen Reise. Ob seine Eltern wohl auch enttäuscht sein würden, weil er so schnell zusammengebrochen war? Und Atti?
Sanji wandte ebenfalls den Blick von Ren ab. Der Drang war groß, ihm hinterherzugehen, aber im Gegensatz zu AJ war sein Partner schon erwachsen und hatte Mittel und Wege gefunden, mit einer Krise umzugehen. Er konnte ihn allein lassen ... erst mal. Aber damit war nichts von dem vergessen, was hier gerade angedeutet worden war. Ihr persönliches Drama musste jedoch warten. Es zählte zunächst Feivel. »Komm ... ich bring dich in deine Kajüte. Wenn du willst, bleibe ich, bis du eingeschlafen bist.« Sanji hätte Verständnis dafür, wenn Feivel jetzt nicht allein bleiben wollte.
Der Junge nickte und erhob sich auf die zitternden Beine. Schweigend gingen sie nebeneinander her. In der Koje angekommen, schlief Feivel überraschenderweise sofort ein. Sanji widerstand dem Drang, ihm über die Haare zu streicheln. Er hoffte einfach, dem Teenie würde es morgen besser gehen und sie vielleicht noch mal in Ruhe über alles reden können.
Der Smutje zog die Tür leise hinter sich zu und atmete tief durch. Er könnte Ren jetzt suchen gehen. Aber gerade fühlte er sich selbst noch so aufgewühlt, dass er vielleicht noch einen Moment damit warten sollte. Weswegen er zum Ausguck spazierte, jedoch unten stehen blieb, sich gegen den Pfosten lehnte und sich eine Zigarette anzündete.

@Ren Sanada

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#84

RE: Home of the broken hearts | Atticus & Alphonse

20.11.2023 22:48
Ren Sanada Ren Sanada (gelöscht)
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Es entstanden hier gerade viele weitere kleine Missverständnisse. Denn eigentlich wollte Ren AJ nun mehr denn je als Schüler. Er wusste nur nicht, ob er ihm als Sensei noch gerecht werden konnte. Sie zweifelten also beide an sich selbst. Doch niemand gab dem anderen die Schuld für irgendetwas. Sie mussten wohl dringend noch mal über alles reden, sobald die Aufregung sich etwas gelegt hatte. Gerade… verhielt Ren sich jedenfalls überhaupt nicht wie ein guter Lehrer. Weshalb er verstehen könnte, wenn AJ den Hut auf alles hauen und das Training beenden wollte. Denn ob er wirklich gut genug war Alphonse durch seine Traumas zu begleiten.. da war er sich nicht mehr so sicher, solange er seine eigenen nie richtig aufgearbeitet hatte.
Über all das musste er sich nun Gedanken machen und den Kopf frei kriegen, weshalb er einfach hier raus musste. Es ging nicht anders, selbst wenn er AJ damit im Stich ließ. Wobei er das nicht tat.. er wusste dass Sanji da war. Und er wusste, dass er bei ihm in guten Händen war.
Ren ging auf dem Deck ein paar Runden.. ehe er zunächst die Bar ansteuerte, um sich ein Glas Rum zu holen. Er brauchte das nun einfach zur Beruhigung der Nerven. Denn normalerweise war er so arschgelassen. Aber gerade war von diesem Verhalten wirklich nicht viel zu sehen.
Auf dem Weg zurück an Deck… lief er jedoch Sanji über den Weg. Was er eigentlich gern vermieden hätte. AJ konnte er allerdings nirgends sehen. Weshalb er fragte
„Schläft er?“
Das war nämlich die Vermutung die am nächsten lag. Ren war nach einer Panikattacke auch immer unfassbar müde und erschöpft und brauchte deshalb stets eine Pause. Und er war sich sicher, dass Sanji ihn unter anderen Umständen nicht alleine gelassen hätte
„Wie geht es ihm inzwischen?“
Eigentlich kannte Ren die Antwort auf diese Frage. Aber es war einfacher nun über AJ zu reden als…… über sein eigenes Verhalten und allem was damit für Fragen einher gingen..

@Sanji Cordova



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#85

RE: Home of the broken hearts | Atticus & Alphonse

20.11.2023 23:04
Sanji Cordova Sanji Cordova (gelöscht)
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Sanji paffte den verbliebenen Rauch in die Luft und drückte den Zigarettenstummel kurzerhand an seiner Handfläche aus. Nicht, um Schmerzen zu leiden, sondern, weil man auf einem Schiff nichts Brennendes auf den Boden warf oder generell ans Holz ließ. Und auch nicht ins Meer. Purer Überlebensinstinkt und auch Seefahreraberglaube. Sanji hatte gerade aber auch keinen Aschenbecher, also war das die Notlösung. Er konnte Rens Silhouette bereits ausmachen, die langsam näherkam. Normalerweise würde er ihm entgegengehen, auch für ihn da sein und ihn auffangen. Das ging gerade nicht. Sanji war wütend und aufgewühlt, aber auch erschüttert und verwirrt. Was alles hatte Ren ihm nicht gesagt? Was alles wusste er nicht? Was für ein Arsch war Chad bloß gewesen? Und wie lang hatte Sanji dabei zugesehen, statt etwas zu unternehmen? All diese Fragen lagen ihm auf der Zunge, doch er schluckte sie noch runter.
»Aye«, meinte er nur knapp auf die Frage, ob AJ schlief. Und wie es ihm ging? »Was glaubst du? Wenigstens ist er direkt eingeschlafen. Ich hoffe nur, er hat keine Alpträume. Morgen ... können wir ja vielleicht noch mal mit im reden. Wenn wir uns alle beruhigt haben.« Auch Ren. Denn was er vorhin abgezogen hatte, war nicht okay gewesen. Sanji wollte es eigentlich nicht verurteilen, denn mit so einer Situation konfrontiert zu werden, war nie leicht. Noch schwerer wahrscheinlich, wenn man selbst mit Panikattacken zu tun hatte.
»Ren, ich muss es jetzt wissen. Was sollte das eben heißen, du wärst nicht besser als Chad? Hat er dich auch missbraucht? Hätte ich dich damals ... als ich euch im Dojo erwischt hab, nicht ... wieder zu ihm gehen lassen sollen? Hat dich Feivels Erzählung deswegen so aus der Bahn geworfen, weil du seine Gefühle nachempfinden kannst?«
Sanji hatte ja schon Andeutungen bekommen, dass Ren mehr in diese Beziehung gestolpert war als sie wirklich selbst zu wollen. Und es war auch kein Geheimnis, dass Chad ihn gewisserweise manipuliert hatte. Aber das, was Ren vorhin hatte anklingen lassen, das ließ weitaus Schlimmeres vermuten.

@Ren Sanada

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#86

RE: Home of the broken hearts | Atticus & Alphonse

21.11.2023 21:16
Ren Sanada Ren Sanada (gelöscht)
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Ren verstand nicht wieso Sanji sich ihm gegenüber so seltsam distanziert verhielt. War er wütend auf ihn, weil Ren sich AJ gegenüber nicht einfühlsam genug verhalten hatte? Vermutlich. Damit hatte er ja auch Recht. Spätestens morgen würde ihm das wirklich Leid tun. Aber er war so in seinem eigenen Gedankenchaos gefangen gewesen, dass es ihm einfach nicht möglich gewesen war nun richtig auf AJ einzugehen. Doch er würde es wieder gutmachen. Sanji sollte ihn deswegen nicht bestrafen..
„Ich weiß, dass ich mich bei ihm entschuldigen muss..“
Murmelte Ren deswegen nur. Er ertrug es jetzt nicht wenn Sanji distanziert zu ihm war. Schon lustig oder? Er selbst war ständig distanziert und kapselte sich ab. Aber wenn Sanji das tat… war das die absolute Katastrophe für Ren. Einfach weil er so selten so drauf war.. und es dann meist einen tiefergehenden Grund hatte.
Womit Ren jedoch nicht rechnete, war, dass Sanjis Verhalten gar nicht direkt etwas mit AJ zu tun hatte, sondern mit seiner kurzen Bemerkung wegen Chad? Eigentlich hatte er gehofft, dass Sanji das gar nicht so direkt mitbekommen oder wahrgenommen hatte. Aber offenbar war es anders. Und natürlich fühlte er sich sofort in die Ecke gedrängt. Also reagierte er abwehrend.
„Nein…. ich meine… ja, ich meine… ich weiß es nicht, okay???“
Schnaubte Ren weil diese vielen Fragen ihn völlig überforderten. Ihm war doch selbst erst nach und nach klar geworden, dass Chad ihm womöglich mehr angetan hatte als ihm lange Zeit bewusst gewesen war. Wie sehr er ihn ausgenutzt und manipuliert hatte. Und die jugendliche Schwärmerei für seine Zwecke benutzt hatte. Ren konnte nicht darüber sprechen. Denn wenn er es laut aussprach… dann wurde es wahr, richtig? Wenn er sagte, dass ihr erster Kuss und womöglich auch ihr erstes Mal nicht zu 100% einvernehmlich stattgefunden hatten dann…. dann würde Sanji ihn doch in einem völlig anderen Licht sehen. Oder? Ihn für schwach und dumm halten. Weil er all das mit sich hatte machen lassen, statt einfach ‚nein‘ zu sagen. Immerhin hätte er das tun können. Theoretisch. Ren war doch bereits wütend auf sich selbst weil er es nicht mal versucht hatte.

@Sanji Cordova



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#87

RE: Home of the broken hearts | Atticus & Alphonse

21.11.2023 21:33
Sanji Cordova Sanji Cordova (gelöscht)
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Sanji konnte seinen Gemütszustand auch nicht so recht erklären. Es spielte gerade sehr viel zusammen. AJs Zusammenbruch hatte Ren ja völlig aus der Bahn geworfen und das musste doch auch einen Grund haben. Sonst wäre er den Teenie doch niemals so angegangen und hätte ihn bedrängt, sofort mit der Sprache rauszurücken. Und das Thema Chad war immer noch ein absolutes rotes Tuch für Sanji und immer noch wusste er einfach so gut wie nichts über diese vergangene Beziehung von Ren. Jetzt hatte sein Partner ihm einen Fetzen hingeworfen, den Sanji nicht vergessen konnte. Er war nicht wirklich wütend auf ihn. Er wollte sich eigentlich auch nicht distanzieren. In diesem Fall war nur auch er sehr überfordert und hatte Angst davor, eine Wahrheit zu erfahren, die er bisher nur vermutet hatte. Und wenn er so drauf war, tat er leider stets das denkbar Schlechteste. Er rückte Ren zu sehr auf die Pelle und wurde fordernd. Das, was er eben noch bemängelt hatte, als sein Liebster so mit AJ umgesprungen war.
Rens Antwort war ... höchst alarmierend. Sanji zwang sich, durchzuatmen, ging aber an dem Japaner vorbei zur Reling. Es war dunkel und das Meer kaum zu sehen. Und doch musste Sanji seinem Element nun so nah sein wir möglich. Das beruhigte ihn. Er musste dieses Gespräch anders angehen. »Ich bin nicht dumm, Ren. Jetzt, wo ich deine Bemerkung zu Chad gehört habe und AJs Geschichte ... kann ich mir eins und eins zusammenzählen. Feivels Trigger ist auch deiner, oder? Du hast Angst, dass er dich sozusagen für ... einen Chad halten könnte. Weil dein Ex dir was Ähnliches angetan hat. Dich ... missbraucht hat?« Er konnte dieses Wort kaum aussprechen, seine Stimme wurde ganz brüchig dabei.
»Und du willst nicht, dass Feivel so von dir denkt, weil du ihn niemals in so eine Situation bringen würdest. Deswegen erschüttert dich das alles so, nicht nur wegen der Panikattacke an sich. Liege ich da richtig?«

@Ren Sanada

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#88

RE: Home of the broken hearts | Atticus & Alphonse

21.11.2023 21:45
Ren Sanada Ren Sanada (gelöscht)
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Ren bereute es gerade abgrundtief, dass ihm in seinem Schock diese Bemerkung mit Chad rausgerutscht war. Er würde es am liebsten ungeschehen machen und weiter verdrängen. Aber das ging nun nicht mehr, weil Sanji nun davon wusste. Das war für Ren der absolute Supergau. Denn jetzt gab es kein Zurück mehr, was ihn extrem überforderte. Denn wenn einfach nur Gedanken in diese Richtung aufgekommen waren.. hatte er sie schnell abtun oder verdrängen können. Aber nun ein richtiges Gespräch darüber zu führen, dazu fühlte er sich absolut nicht bereit. Denn dann konnte er nichts mehr leugnen.
Sanji ging einfach an ihm vorbei und starrte auf das dunkle Meer, während Ren an Ort und Stelle verharrte. Vielleicht würde Sanji nun ja aufgeben, wenn er bemerkte, dass Ren nicht darüber sprechen wollte? Aber nein. Natürlich tat er das nicht. Es war Sanji..
Statt aufzugeben zählte er 1+1 zusammen und brachte so ziemlich haargenau auf den Punkt was passiert war. Als jedoch das Wort ‚missbraucht‘ fiel zuckte Ren zusammen und murmelte erst leise
„Hör auf das zu sagen…“
Ehe er Sanji nun plötzlich ziemlich anschrie
„Hör auf das zu sagen!!!“
Dieses Wort… warf ihn wirklich völlig aus der Bahn. Denn er konnte sich unter keinen Umständen eingestehen…. missbraucht worden zu sein. Es ging einfach nicht. Er konnte kein weiteres Trauma in seinem Leben gebrauchen.
Auch was Sanji danach noch sagte, brachte haargenau auf den Punkt was vorhin in Ren vorgegangen war. Aber er war einfach nicht dazu in der Lage etwas dazu zu sagen. Stattdessen spürte er, wie plötzlich Tränen über seine Wangen liefen, ganz unbemerkt und leise. Und ohne dass er es kontrollieren konnte.

@Sanji Cordova



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#89

RE: Home of the broken hearts | Atticus & Alphonse

21.11.2023 22:06
Sanji Cordova Sanji Cordova (gelöscht)
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Ren konnte es nicht ungeschehen machen und Sanji konnte die Bemerkung nicht ignorieren. Oder irgendwas von dem, was eben im Dojo passiert war. Alphonses Trauma war eine Sache. Sie konnten ihm zuhören, für ihn da sein und doch wären sie von dieser Geschichte distanziert. Denn sie kannten weder die beteiligten Menschen noch den Ort der Geschehnisse oder sonst irgendwas. Natürlich wollte Sanji dem Jungen helfen und ihn auffangen, sofern er das morgen zulassen würde. Doch Rens Vergangenheit ... die war ihm noch wichtiger. Weil er sie miterlebt hatte. Weil es um seinen Partner ging. Die Sache mit Chad war ein Jahrzehnt her und doch lag sein dunkler Schatten immer noch über ihnen.
Sanji ging auch zur Reling, weil er sich dachte, es wäre für Ren vielleicht einfacher, über diese Dinge zu sprechen, wenn sie einander nicht ansahen. Und dann sagte er geradeheraus, was er sich anhand der Informationen, die er nun erhalten hatte, zusammenreimte.
Was auch immer er für eine Reaktion erwartet hatte, diese war es nicht gewesen. Ren schrie ihn an. Er musste auch nicht spezifizieren, was genau Sanji aufhören sollte, zu sagen. Das Wort ... das er ohnehin kaum über die Lippen bekommen hatte.
Es stimmte also. Es stimmte.
Sanji wandte sich um und war mit schnellen Schritten zurück bei seinem Partner. Er fasste nach seinen Händen. Bei Neptun, weinte Ren etwa? Sanji konnte sich nicht erinnern, wann das zuletzt vorgekommen war. War es überhaupt jemals vorgekommen, außer bei der Panikattacke?
»Es ... es tut mir leid, das wollte ich nicht auslösen ...« Nur was wollte Sanji dann? Warum forcierte er es, darüber zu sprechen? Weil er glaubte, Ren müsste es tun? Weil er endlich die Wahrheit wissen wollte? Um dann was damit zu tun? Er war kein Therapeut. Sanji ärgerte sich über sein vorlautes Mundwerk, denn jetzt fühlte er sich einfach nur hilflos. Also nahm er ... Ren erst mal nur ganz fest in den Arm, sofern dieser es zulassen würde. Um ihn zu beruhigen und zu halten, auch wenn er ... für diesen Ausbruch verantwortlich war.

@Ren Sanada

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#90

RE: Home of the broken hearts | Atticus & Alphonse

21.11.2023 22:27
Ren Sanada Ren Sanada (gelöscht)
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Wie sollte Ren denn über all das sprechen, was er so lange verdrängt hatte? Das war nicht so einfach. Und was.. würde es ändern? Er war nun mal niemand, dem es besser ging, wenn er solche Dinge mal laut aussprach oder raus ließ. Meist ging es ihm danach nur noch schlechter. Er liebte Sanji.. aber manche Sachen.. hatte er ihm aus gutem Grund nie erzählt. Einfach weil sie Ren womöglich zerstören würden. Und dann fortan immer auf ihrer Beziehung lasten würden.
Sein Verhältnis zu Chad war eines dieser Dinge.. und auch für Ren nicht wirklich klar oder greifbar.
Weswegen er nun wohl so extrem auf Sanjis Worte reagierte. Weil er förmlich mit einem Vorschlaghammer auf seine Seele einhämmerte.
Aber Ren war selbst Schuld daran.. er hatte dieses Fass geöffnet. Natürlich wollte Sanji nun wissen was sich darin befand. Immerhin war er sein Freund.. und wollte gerne alles über seinen Partner wissen. Das war doch ganz natürlich..
Wieso Ren plötzlich weinte wusste er selbst nicht. Also.. er wusste es schon. Aber er hatte es gar nicht bemerkt, wäre es da nicht plötzlich feucht auf seinem Oberteil geworden. So neben sich stand er gerade. Abgetrennt von seiner Seele.
Er ließ sich von Sanji in die Arme nehmen, realisierte aber auch das im ersten Moment nicht richtig. Es.. dauerte ein wenig, bis er kapierte was gerade eigentlich geschah. Aber dann… tat es weh. Plötzlich tat es richtig weh in seinem Herzen und von einer Sekunde auf die andere krallte er sich ganz fest an Sanji und vergrub das Gesicht an seiner Schulter. So verhielt sich Ren tatsächlich so gut wie nie. Das hier war die absolute Ausnahmesituation und er fand es furchtbar.
„Du hast Recht.. du.. hast mit allem Recht was du gesagt hast…“
Sagte er schluchzend. Was half es denn nun noch es zu leugnen? Sanji hatte längst durchschaut was geschehen war und warum Ren vorhin so heftig reagiert hatte.
„Genau mit… so einer Situation…. hat alles begonnen. Wir haben Selbstverteidigung trainiert. Er hat mich zu Boden gedrückt, mir in die Augen gesehen und… mich plötzlich geküsst. Ich habe mich nicht gerührt. War wie erstarrt. Er hat gesagt, alles sei okay.. und ich.. ich dachte.. weil ich doch so für ihn geschwärmt habe.. sollte ich mich darüber freuen. Es gut finden. Ich habe mir eingeredet, dass es schön ist. Aber…… das war es nicht. Das war es nie… doch das konnte ich mir nicht eingestehen“
Brachte Ren nun fast mechanisch und monoton über die Lippen, nachdem seine Tränen versiegt waren. Gerade sah man eine weitere Gemeinsamkeit mit Alphonse. Denn wenn es zu schwierig war über etwas Traumatisches zu reden, mussten Herz und Verstand sich abschotten und einfach nur so darüber berichten, als lese man aus einer Zeitung vor. Ganz ohne Emotionen. Denn wenn er die Gefühle nun noch weiter zuließ…. wer weiß ob er dann nicht richtig zusammen brechen würde.

@Sanji Cordova



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#91

RE: Home of the broken hearts | Atticus & Alphonse

21.11.2023 22:53
Sanji Cordova Sanji Cordova (gelöscht)
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Mit Traumata war es so eine Sache. Man neigte dazu, sie ganz tief zu begraben und sich nie wieder mit ihnen zu beschäftigen. Es war bequemer so und man konnte sich schnell einreden, dass doch alles in Ordnung war. Schließlich war man ja lebensfähig. Was passiert war, bedrohte einen nicht mehr.
Oder eben doch. Nur anders als erwartet. Es schränkte einen ein, es belastete Beziehungen, sorgte für Alpträume oder Verhaltensweisen, bei denen man sich wie fremdgesteuert fühlte. Ein Trauma zerstörte von innen heraus, bis es wieder an die Oberfläche kam. Es ließ sich nicht einsperren. Selbst wenn Sanji Ren nun nicht verbal herausgefordert hätte ... hätte wohl Alphonses Panikattacke trotzdem genug verursacht, um es zu wecken. Sonst wäre der Japaner nicht so durch den Wind gewesen.
Sanji hatte immer vermutet, dass Chad Ren irgendwie manipuliert hatte, doch das alles hatte auf einer ganz anderen Ebene stattgefunden. Schüler-Lehrer-Beziehungen resultierten immer aus einem Machtgefüge, aber entstehende Gefühle konnten trotzdem ehrlich sein. In Rens Fall war das jedoch nicht so. Aus der Schwärmerei war ein Alptraum entstanden und kein Paradies, das man sich x-mal ausgemalt hatte und endlich Wirklichkeit wurde.
Sanji hatte jetzt seine Antwort, aber deswegen verspürte er keinen Triumph. Im Gegenteil. Er wünschte sich, sein Bauchgefühl hätte ihn getrogen. Stattdessen hielt er einen wimmernden und völlig aufgelösten Ren in den Armen. Die Empathie war so stark, dass auch Sanji weinte. Jedoch lautlos.
Ren erzählte nun mehr Details. Bei denen Sanji die Augen schloss, um den entstehenden Bildern irgendwie zu entkommen. Brachte nur nichts. Er stellte sich die Situation automatisch vor und es zerriss ihn innerlich. Dann dachte er wieder an Rens schmerzverzerrtes Gesicht, als er ihn und Chad erwischt hatte. Sanjis Selbstvorwürfe waren riesig, doch sie durften jetzt keinen Platz finden. Es ging um Ren und nicht um ihn.
Schweren Herzens löste sich Sanji von seinem Partner, weil er ihm ins Auge sehen wollte. Ihm ein paar der Tränen fortwischen wollte. »Er hat dich bei vollem Bewusstsein ausgenutzt und dir eingeredet, das sei okay. Zudem war er dein Sensei und er wusste, wie viel Bedeutung du dieser Verbindung beimisst.« Chad war also vollkommen klargewesen, dass Ren sich fügen würde. Dass er in dieser Hierarchie mit ihm machen konnte, was er wollte.
Nun kamen die Schuldgefühle doch durch. »Es tut mir leid, Ren. Ich habe so etwas geahnt und doch ... habe auch ich es nicht wahrhaben wollen. Dass Chad wirklich ... so etwas tun würde. Verdammt, ich hab mich für dieses Schwein sogar noch beim Captain eingesetzt. Ich wollte glauben, dass du glücklich mit ihm bist. Stattdessen hätte ich meinem Bauchgefühl trauen sollen. Mit dir darüber reden sollen, egal, ob wir uns erst mal gestritten hätten.« Scheiße ... Sanji schüttelte den Kopf und ... lehnte seine Stirn kraftlos an die von Ren. »Chad ist fort und wird dir so was nie wieder antun. Und du bist nicht wie er, hörst du? Kein Stück! Alphonse weiß das. Er hat etwas ähnlich Schreckliches erlebt, aber das hat nichts mit dir zu tun.«

@Ren Sanada

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#92

RE: Home of the broken hearts | Atticus & Alphonse

22.11.2023 21:35
Ren Sanada Ren Sanada (gelöscht)
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Und wie wurde man so ein Trauma los?? Ren hatte keine Ahnung. Denn nur darüber zu reden würde mit Sicherheit nicht reichen. Dieses Trauma würde ihn immer in irgendeiner Weise beeinflussen und steuern. Und Ren hasste es. Denn er besaß schließlich nicht nur eines… sondern gleich mehrere, was wirklich beschissen war. Er war so kaputt.. und wollte Sanji auf keinen Fall mit sich in den Abgrund ziehen.
Ren hatte sich damals in Gedanken sogar mal ausgemalt, dass Chad ihn küsste oder sie andere Dinge miteinander taten. Aber das waren teeniehafte, verbotene Fantasien gewesen. Wenn sie dann plötzlich Realität wurden… war es irgendwie etwas völlig anderes. Doch Ren hatte gedacht, aufgrund seiner Gedanken müsse er Gefallen daran finden. Weil er sich Ähnliches doch auch ausgemalt hatte. Warum es sich dann in der Realität plötzlich nicht gut angefühlt hatte, hatte er einfach nicht verstanden.
Ren graute gar ein bisschen davor, was Sanji nun erwidern würde. Sicher würde er versuchen ihn zu beschwichtigen, obwohl Ren sich eigentlich größtenteils selbst die Schuld gab. Immerhin hätte er doch ‚nein‘ sagen können.. Chad von sich stoßen, das alles unterbinden. Aber er hatte es nicht getan. Weshalb er nicht fand ein Recht zu haben.. deswegen so verstört zu sein. Er hatte das alles immerhin zugelassen
„Ich bin selbst Schuld daran. Schließlich habe ich mitgemacht und gar nicht erst versucht mich zu wehren“
Zeitweise hatte er ja auch wirklich gedacht, dass diese Beziehung das war… was er wollte. Sonst wäre er nicht mit Chad fort gegangen oder hätte ihm seine Liebe gestanden. So wirklich richtig hatte sich das zwar nie angefühlt, aber Ren hatte zu dem Zeitpunkt ja auch nicht gewusst wie es ‚richtig‘ war. Wie es sein sollte, da es seine erste Beziehung gewesen war. Also dachte er sich.. vielleicht war eine Beziehung einfach so.
„Ich war zu schwach und zu verwirrt.. um zu erkennen was er eigentlich getan hat. Also wie hättest du es erkennen sollen Sanji? Ich hab doch gar nicht zugelassen, dass du mit mir redest.. sondern Chad jedes Mal verteidigt wie ein dummes Schoßhündchen.“
Ren gab Sanji also keine Schuld. Denn er hätte niemals zugelassen, dass irgendwer ihm in diese Beziehung drein redete. Dafür war er viel zu sehr emotional abhängig von Chad gewesen. Dieser hatte seinen Job nämlich ziemlich gut gemacht.. und Ren solange manipuliert, bis er ihm völlig hörig gewesen war. Bis zu dem Zeitpunkt als sie fort gegangen waren. Denn die räumliche Trennung von Sanji.. hatte ihn endlich wach gerüttelt. Naja und die Sache auf der Insel. Erst da hatte er begonnen alles ein wenig in Frage zu stellen.
„Ich weiß…“
Murmelte Ren nur als Sanji seine Stirn an die seine lehnte. Er war fest davon überzeugt, dass er sich nie wieder von irgendwem derart manipulieren lassen würde. Aber seinem 18-jährigen Ich half das nun leider nichts mehr. Der Schaden war bereits angerichtet.
„Mh.. das hoffe ich.. immerhin war meine Nähe.. sein Trigger…“
Aber Ren war sofort zurück geschreckt als er bemerkt hatte, dass es AJ zu viel war. Er würde sich morgen trotzdem noch mal richtig bei ihm entschuldigen.. für.. einfach alles. Das war er ihm einfach schuldig..

@Sanji Cordova



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#93

RE: Home of the broken hearts | Atticus & Alphonse

22.11.2023 22:03
Sanji Cordova Sanji Cordova (gelöscht)
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Sanji wusste auch nicht, wie man ein Trauma los wurde. Was er in Kuba erlebt hatte, steuerte ihn manchmal zwar auch heute noch, aber er fühlte sich dadurch nicht wirklich eingeschränkt. Er hatte eher positiven Nutzen daraus gezogen, oder es zumindest versucht ... indem er sich als Smutje auf die Fahne geschrieben hatte, niemanden hungern zu lassen. Oder niemanden leiden zu lassen und sich für andere einzusetzen, auch für sich selbst. Sanji hatte die Aufnahme in die Familie auf der Jupiter bzw. damals noch der Nessie geholfen. Für Ren hingegen gab es auf sämtlichen Schiffen ein Trauma nach dem anderen. Was eine furchtbare Erkenntnis war.
In dieser Situation das Richtige zu sagen, war wahrlich schwer. Doch nie würde Sanji es in den Sinn kommen, Ren für irgendwas die Schuld zu geben. Er wünschte sich höchstens, sein Freund hätte mit ihm geredet. »Du hast nicht mitgemacht«, erwiderte Sanji. »Du hast es ... ausgehalten. Ich hab nur Momentaufnahmen gesehen und besonders an eine davon erinner ich mich wirklich nicht gern, aber ... ich werd das nie vergessen, Ren. Und unser Gespräch danach. Chad hätte dafür sorgen müssen, dass es dir wirklich gut geht, auf dich eingehen müssen. Stattdessen hat er dir eingeredet, alles wär okay, ohne sich um dein Befinden zu kümmern. Ich habe das ... unterbewusst schon an diesem Abend erkannt. Weil ... ich bei Tao manchmal nicht anders war. Es ging viel um mich, wenig um ihn.« Schuldbewusst sah Sanji zu Boden. Er hatte seinen Ex nie missbraucht, bei Neptun, Tao war ja selbst oft Initiator der Zärtlichkeiten gewesen. Aber auf seine seelische Art ... doch, da hatte Manipulation durchaus stattgefunden, weil Sanji lieber eine toxische Beziehung geführt hatte statt allein zu sein. Zu dem Zeitpunkt, als das mit Chad passiert war, war Tao zwar schon über alle Berge gewesen, aber gerade deswegen hatte sich Sanji da so was schon eingestehen können. Er hatte genug Abstand zu allem gehabt.
»Wir können uns jetzt wegen der Vergangenheit grämen wie wir wollen, wir können sie nicht mehr ändern. Ich weiß, du hättest das Thema am liebsten weiter totgeschwiegen, aber ... vielleicht ist es trotz des Schmerzes gut, dass es an die Oberfläche gekommen ist. Für uns ... aber auch für Alphonse. Du kannst ihm nämlich helfen, Ren. Niemand, der nicht etwas Ähnliches durchgemacht hat wie ihr, wird euch wirklich verstehen können. Aber du kannst dich in ihn hineinversetzen und du kannst ihm beibringen, wie er diesen Trigger überwindet und sich besser zur Wehr setzen kann. Zusammen findet ihr bestimmt einen Weg, wie ihr das schafft, auch wenn es schwer wird, das konkret zu üben. Vielleicht ist es ... ja für euch beide heilsam.«
Er strich seinem Liebsten über die Wange und küsste seinen Schopf. »Und noch was, Ren ... Du hast auf der Nessie und auf der Jupiter Schlimmes erlebt. Ich wünschte, das wäre anders, aber sogar dein Dojo ... ist mit negativen Erinnerungen verwoben. Lass uns darüber nachdenken, an Land zu gehen. Ohne Zeitbeschränkung. Ich ... ertrags nicht mehr, dass du wegen mir an einen Ort gebunden bist, den du eigentlich verabscheust. Die Crew wird sicher Verständnis haben, wir können sie ja trotzdem noch sehen ... und ich kann mich umgewöhnen. So wie du dich für mich an ein Leben auf See gewöhnt hast. Mir ist gerade einfach nur noch wichtig, dass du glücklich und frei sein kannst.«

@Ren Sanada

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#94

RE: Home of the broken hearts | Atticus & Alphonse

22.11.2023 22:21
Ren Sanada Ren Sanada (gelöscht)
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Ren wusste nicht, ob das wirklich stimmte. Weshalb er auch irgendwie ein schlechtes Gewissen hatte.. nur wem gegenüber war die Frage. Sich selbst? Sanji? Chad? Ren war immer noch ziemlich verwirrt, weil er sich fragte, wie es so weit hatte kommen können. Wie konnte ein Mensch den Verstand eines anderen derart manipulieren? Das war verdammt beängstigend.
„Hab ich das? Ich meine.. ich hab ihn auch manchmal geküsst oder seine Nähe eingefordert..“
Vielleicht fühlte Ren sich nun deshalb so schäbig. Weil er sich hier als Opfer darstellte, obwohl er sich nicht mal sicher war, ob er wirklich ein Opfer war.
Das Chad mehr an sich selbst gedacht hatte als an Ren war ihm schon bewusst. Aber das war nicht mal der Knackpunkt an der ganzen Sache. Damit hätte er leben können, in Beziehung war es doch häufiger mal so, dass eine Seite mehr zurück steckte.
„Es war meine erste Beziehung.. ich dachte wirklich mein Wohlergehen bedeutet ihm etwas..“
Dass es nicht so gewesen war.. obwohl Chad ihn ganz offensichtlich geliebt hatte, wurde nun mehr und mehr deutlich. Es war eine ungesunde Art von Liebe gewesen. Genau wie bei Tao und Sanji.
„Lass uns solche Dinge nie gegenseitig antun, okay? Egal wie sehr wir gerade streiten..“
Aber Ren wollte nicht.. dass sie einander jemals so Scheiße behandelten wie ihre Ex-Partner es getan hatten. Niemals nie! Das durfte einfach nicht geschehen.
„Was ändert es denn, jetzt wo es an die Oberfläche gekommen ist? Abgesehen davon.. dass du mich sicher für schrecklich schwach hältst“
Diese Sorge hatte Ren nun tatsächlich. Denn er selbst fühlte sich wahnsinnig schwach. Also musste es Sanji doch ähnlich gehen
Wegen Alphonse schwieg er kurz, ließ dann aber doch ein wenig entkräftet den Kopf sinken.
„Wie soll ich ihm dabei helfen, wenn ich es nicht mal selbst schaffe?“
Sanji hatte ja gesehen wie Ren auf diesen Trigger angesprungen war. Also wie um alles in der Welt sollte er AJ weiter führen? Ihm helfen und für ihn da sein?
„Wer weiß will er nach der Sache heute… überhaupt noch länger mein Schüler sein..“
Ren ließ die Schultern etwas sinken. Er fühlte sich gerade wirklich ausgelaugt und kraftlos. Und nun kam auch langsam die Müdigkeit. Weshalb er sich erschöpft an Sanji schmiegte und locker die Arme um seine Taille legte.
Er wollte eigentlich die Augen schließen und nun etwas an seinen Freund gelehnt dösen. Aber bei dem was er sagte musste er sich doch wieder lösen und ihm ins Gesicht blicken
„Was?“
Hatte Sanji gerade echt vorgeschlagen an Land zu gehen?? Für unbestimmte Zeit?
„Aber… Alphonse hat mir von der Landkrankheit erzählt. Ich möchte nicht, dass es dir schlecht geht wenn wir auf dem Festland bleiben..“
Ja, Ren ertrug das mit der See schon sehr viel länger. Aber er war eben jemand, der lieber selbst Qualen aushielt als sie bewusst jenen zuzumuten die er liebte. Auch wenn er natürlich wahnsinnig gerne auf dem Festland bleiben würde..

@Sanji Cordova



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#95

RE: Home of the broken hearts | Atticus & Alphonse

22.11.2023 23:00
Sanji Cordova Sanji Cordova (gelöscht)
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»Am Anfang hast du es ausgehalten. Und dann hast du gedacht, eine Beziehung müsste so sein, selbst wenn man nicht viel dabei fühlt. Hast du denn seine Nähe gesucht, weil du dich tatsächlich nach ihr gesehnt hast, oder auch nur, weil du dachtest, du müsstest ihm zeigen, dass du ihn auch willst? Hat er dich vielleicht sogar darauf angesetzt, weil du zu wenig Initiative gezeigt hast?« Sanji schüttelte den Kopf. »Tut mir leid, vielleicht sollten wir nicht so ins Detail gehen, nicht ... so schnell zumindest. Aber wenn du das alles besser aufarbeiten und verstehen willst, können wir Stück für Stück vorgehen. Gemeinsam.« Auch wenn es hart werden würde ... vielleicht wäre es ja trotzdem hilfreich? Sanji war wie gesagt kein Therapeut, aber ... er wollte seinem Partner so gern helfen.
Über die angeblichen Kompromisse, die die beiden in ihrer Beziehung geschlossen hatten, hatten sie ja bereits heiß diskutiert. Denn Chad hatte Rens Wesen und seine Träume genommen und sie für sich so umgewandelt, wie es ihm gepasst hatte. Für Ren hingegen war was genau rausgesprungen? Die Trennung von seinem besten Freund, das Zurücklassen der Familie, ein Dojo, das nicht seines gewesen war und zu guter Letzt ein niedergeschossener Sanji. Ach ja und ein Missbrauchs-Trauma.
»Wir werden uns so etwas niemals antun.« Das hatten sie hinter sich. Jetzt waren sie seit ein paar Monaten ein Paar, und zwar eines, das sich wirklich sehr bemühte, auf Augenhöhe zu bleiben und die Waage nicht zu sehr kippen zu lassen.
»Ich halte dich nicht für schwach, aber ... du tust es, hm? Niemand kann immer stark sein und ich ... erwarte das ganz bestimmt nicht von dir. Du bist doch ein Mensch und keine Maschine! Was sich jetzt geändert hat?« Sanji musste kurz darüber nachdenken. »Das müssen wir jetzt zusammen herausfinden, schätze ich. Ich bin froh, dass ich die Wahrheit jetzt kenne und dich ... hier und da vielleicht wieder ein Stück besser verstehen kann. Wie sehr dich diese Erfahrungen heute noch beeinflussen, kann ich nicht gut einschätzen. Das Training mit Alphonse ist eine Sache ... aber wie ist es bei uns? Du hast Angst, dass wir uns zu sehr füreinander verändern oder ... uns auch Schlimmes antun, und daran, dass unsere Beziehung auf Augenhöhe bleibt, daran arbeiten wir schon ... aber wir können über wirklich alles reden, aye? Wenn du dich mit irgendwas nicht wohlfühlst ... ich ... ich hab dich bei unserem ersten Mal nur einmal gefragt, ob du mit in meine Kajüte kommen willst und danach ... habe ich mich nicht mehr vergewissert, ob alles okay ist. Stattdessen hab ich geglaubt, ich könne genug in deiner Körpersprache lesen. Aber wer weiß, ob ich immer richtig handle. Wenn du mehr Selbstbestimmung möchtest, mehr Rückversicherung von mir oder irgendwas ... sag es mir. Bitte.«
Sanji war gerade wirklich bereit, so ziemlich alles umzukrempeln für seinen Partner. Es fiel ihm wie Schuppen von den Augen, wie viel Ren aufgegeben und ausgehalten hatte, und zwar schon seit vierzehn Jahren. Sanji fühlte sich furchtbar egoistisch und als hätte er jahrelang alles zu sehr auf die leichte Schulter genommen, während Ren sich Tag für Tag quälte. Er konnte sich auf der Jupiter ja nicht mal frei bewegen!!! Es gab Orte, die er mied, Umwege, die er ging, um sie nicht sehen zu müssen. Und das, obwohl der Platz hier schon so begrenzt war!! Nein ... nein, so sollte Ren einfach nicht weiterleben! Wann hatte er sich denn je vollkommen frei gefühlt? Auf einem Schiff sicher nicht.
Doch bevor Sanji seine Gedanken dazu aussprach, kamen sie noch einmal auf Alphonse zurück. »Du hilfst auch dir, indem du ihn unterstützt. Weißt du ... immer, wenn ich für jemanden koche, der wirklich hungrig ist, da sehe ich ... den kleinen, ausgemergelten Straßenjungen-Sanji vor mir. Und wenn ich dann beim Essen glückliche Gesichter erblicke, heilt ein kleiner Teil von mir dadurch. Ich wette, so könnte es dir mit AJ auch gehen. Wir reden morgen noch mal mit ihm. Wobei ihr euch auch zu zweit unterhalten solltet. Er hat uns bisher ja auch nur Bruchstücke erzählt.«
Doch für heute hatten sie alle wohl genug geredet. Eine Sache hatte Sanji jedoch noch auf dem Herzen. Es musste einfach sofort raus. Jetzt musste der Smutje sogar kurz lachen. »Mit der Landkrankheit komm ich schon klar. Sie wird nach ein paar Wochen an Land ja schon viel besser. Und ... vielleicht bleiben wir ja einfach in Balar? Dann kannst du AJ weiter trainieren, und ich kann zum Strand gehen, wenn ich Sehnsucht nach dem Meer habe. Und die Crew weiß so auch sicher ... wo sie uns für ihre Besuche findet.«

@Ren Sanada

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#96

RE: Home of the broken hearts | Atticus & Alphonse

24.11.2023 20:07
Ren Sanada Ren Sanada (gelöscht)
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Ren musste über all die Fragen, die Sanji ihm hier stellte gut nachdenken. Denn so richtig gestellt hatte er sich diesen niemals. Weshalb es natürlich viel auf einmal war. Was Sanji ja auch selbst bemerkte und rasch zurück ruderte. Aber zumindest in einer Sache wollte er für sich.. nein für sie beide Klarheit schaffen.
„Ich denke.. ich habe seine Nähe gesucht, weil ich die ganze Zeit über darauf gehofft habe.. dass meine Gefühle für ihn dadurch stärker werden. Erst als ich bemerkt habe… dass das nicht funktioniert, bin ich mehr auf Abstand gegangen. Ich denke, auch deshalb wollte er unbedingt die Nessie verlassen. Weil er gemerkt hat.. dass ich mich von ihm entferne. Und irgendwann hat er mir deswegen nur noch Vorwürfe gemacht, weil ich nicht mehr ständig angelaufen kam, nur weil er es so wollte“
Und dadurch hatte ja eines zum anderen geführt und die Sache mit Sanji war geschehen. Den Teil der Geschichte kannte der Smutje also bereits.
Es brauchte keinen Therapeuten, um ein Trauma aufzuarbeiten. Manchmal.. da reichte einfach auch ein empathischer und geliebter Mensch. Und beides war Sanji durch und durch. Weshalb Ren vielleicht wirklich langsam heilte.
Was seine Stärke betraf.. nickte Ren jedoch zaghaft.
„Ja.. das tue ich. Ich hätte.. dem Ganzen viel früher einen Riegel vorschieben müssen. Aber.. ich konnte mich dir nicht anvertrauen Sanji. Weil ich mich so sehr geschämt habe..“
Ren hätte sich ja Hilfe von seinem Freund holen können. Aber er hatte sich nicht getraut. Weil Sanji hätte sicher weiß Gott was von ihm gedacht wegen seiner Entscheidung.
Was die Sache für Auswirkungen auf ihre aktuelle Beziehung hatte? Hm.. naja viele seiner Ängste hatte er Sanji inzwischen anvertraut. Doch nun schien dieser die Sorge zu haben, dass er beim Sex ebenfalls zu wenig Rücksicht auf Ren nahm. Genau deshalb hatte er nichts sagen wollen… weil er nicht wollte, dass Sanji ihn nun wie ein rohes Ei behandelte.
Weshalb er nach seinen Händen fasste und ihm ernst aber ehrlich in die Augen blickte.
„Alles was wir miteinander getan haben war wunderschön, Sanji. Und es fühlt sich vollkommen anders an als bei Chad. Du musst dir keine Sorgen machen, okay? Ich weiß, dass du niemals so egoistisch handeln würdest..“
Er musste sich also echt keine Gedanken machen, dass für Ren etwas nicht in Ordnung war. Dann würde er es durchaus sagen. Denn bei Sanji konnte er es. Aber es gab nichts zu bemängeln. Er war durch und durch zufrieden mit ihrem Sexleben.
„Bitte behandle mich nun nicht anders, jetzt wo du meine Geschichte kennst. Dann würde ich mich nämlich noch schwächer fühlen“
Sagte er deshalb auch offen und ehrlich, so wie Sanji es ihm gerade angeboten hatte.
Wegen Alphonse nickte er nur noch, sie würden das morgen klären.. oder Ren würde wohl besser alleine mit ihm reden. Aber er war Sanji dankbar für seine unterstützenden Worte. Wie sich alles entwickelte.. das würde sich noch zeigen. Ren wollte sich noch nicht ausmalen wie es weiter gehen könnte…
Dafür hatte Sanji schon sehr konkrete Zukunftsvisionen, die Ren ehrlich gesagt ziemlich überraschten. Aber auch freuten.. weil das echt rücksichtsvoll von Sanji war.
„Bist du dir sicher? Ich meine… wir könnten es ja mal eine Weile versuchen? Sofern es mir gelingt mit einem Yakuza im selben Dorf zu leben“
Das war ihm nämlich leider immer noch ein Dorn im Auge. Aber für das Festland und sein Mündel würde er das vielleicht in Kauf nehmen. Sofern AJ seinen Sensei überhaupt an seinem Heimatort wissen wollte.
Es folgte ein Kuss, der Rens Dankbarkeit ausdrücken sollte.. welche er ihm auch sogleich ins Ohr flüsterte.
Und anschließend nahm er Sanji.. um Hand in Hand mit ihm zurück in ihre Kajüte zu schlendern. Denn für heute war er echt ziemlich erledigt.. und wollte ehrlich gesagt nur noch ins Bett und in den Armen seines Blondschopfs einschlafen.

@Sanji Cordova



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#97

RE: Home of the broken hearts | Atticus & Alphonse

24.11.2023 20:50
Sanji Cordova Sanji Cordova (gelöscht)
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Sanji nickte verstehend. »Wahrscheinlich war er deswegen auch so eifersüchtig auf mich. Uns zu trennen hat er nicht geschafft, selbst nicht beim Verlassen der Nessie.« Und auch jetzt so lange Jahre danach würde er es nicht hinbekommen, einen Keil zwischen sie zu treiben! Im Gegenteil. Wie so oft wohnten schlimmen Dingen auch etwas Positives inne. Sanji und Ren rückten noch ein Stück näher zueinander, verstanden einander noch besser.
»Du musst dich vor mir niemals schämen. Aber ich verstehe, dass du so gedacht hast. Wichtig ist, dass du es geschafft hast, dich von ihm zu befreien. Und zwar aus eigener Kraft.« Niemand hatte zur Rettung eilen müssen, niemand hatte Ren zwingen müssen, diesen Schritt zu gehen. Das war doch ein weiterer Beweis für seine Stärke.
Was den Sex betraf ... na ja, da war es wohl ganz natürlich, dass Sanji sich plötzlich fragte, ob er in der Vergangenheit irgendwelche Grenzen überschritten hatte. Besonders nach ihrem ersten Mal waren sie ja nicht besonders auf Augenhöhe miteinander umgegangen und den Blowjob damals im Wald ... na ja, den hatte Sanji auch ohne richtiges Einverständnis vorgenommen. Und Ren eingeredet, das wäre kein richtiger Sex und deswegen wäre alles okay. Aber es nützte nichts, jetzt jeden einzelnen Moment zu hinterfragen. Sein Partner nahm ihm ja auch schnell die Angst, etwas falschgemacht zu haben.
Erleichtert atmete Sanji aus und lächelte. »Okay.« Er strich ihm eine wirre Strähne aus dem Auge und gab ihm einen Kuss auf die Stirn. »Ich will nicht, dass du dich schwach fühlst. Alles bleibt so, wie es ist.« Und Sanji würde weiterhin darauf vertrauen, dass Ren es ihm sagte, wenn ihm doch etwas zu weit ging.
Eine Sache würde sich aber vielleicht doch ändern, und zwar ihr Zuhause. »Ich bin mir zu hundert Prozent sicher. Lass es uns testen. Wenn es in Balar nicht klappt, vielleicht ja woanders. Im Cottage gibt es auch einen Strand.« Die Umstellung würde hart für Sanji werden, aber er war bereit, das durchzuziehen. Ren stellte sich auf der Jupiter jeden Tag seinen Traumata. Bei Sanji würde es ›nur‹ um Heimweh und die Landkrankheit gehen. Das würde er schon hinbekommen.
»Aber du musst es Nasir und Agron sagen. Die beiden Kätzchen können wir nicht mitnehmen, sonst geht die Jupiter unter!!!« Nun klang Sanji durchaus etwas panisch. Er war sich ziemlich sicher, sie hatten nur ständig so viel Dusel bei Stürmen oder mit Leuten, die das Schiff stehlen wollten, weil sie gleich zwei glücksbringende Kater an Bord hatten. Die beiden würde er auch sehr vermissen, Ren aber womöglich etwas mehr, da sie vor allem an ihn einen Narren gefressen hatten.
Doch für heute hatte das Paar genug geredet, nun winkte das Bett. In das Sanji mit seinem Partner sank und ihn ganz fest hielt und über seinen Schlaf wachte.

Alphonse kam am nächsten Morgen wie nach einem Fiebertraum zu sich und fühlte sich erst mal total orientierungslos. Als er sich aufsetzte, bemerkte er zudem, wie gerädert und erschlagen er war. Sein gesamter Körper tat weh und seine Augen brannten immer noch vom vielen Weinen. Nach und nach erinnerte er sich an die gestrigen Szenen und kam erneut zu der entmutigenden Erkenntnis, dass seine Zeit als Rens Schüler zu Ende war. Außerdem fühlte er sich so widerwärtig wie unmittelbar nach den Vorkommnissen bei den Wicken. Nicht zuletzt vermisste er seine Eltern und Atticus so schlimm wie nie zuvor. Er wollte nach Hause ... obwohl es sicher schwach war, nun heimzurennen, statt die schwere Zeit nach Panikattacke und Flashback allein durchzustehen.
Feivel wischte sich über die schon wieder feuchten Augen und stand auf. Er begann, seine wenigen Habseligkeiten in eine Tasche zu packen. Außerdem nahm er seinen Schreibblock zur Hand, in dem er fast jeden Tag einen Brief an Atti verfasst hatte. Sollte er ihm auch von gestern schreiben ... oder lieber so tun, als wäre es nie passiert?
AJs Blick wanderte aus dem kleinen Fenster, aus dem er nichts weiter als Meer und Himmel sehen konnte. Wann sie wohl in Balar eintreffen würden? Ren hatte ja gestern noch dem Captain wegen der Kursänderung Bescheid sagen wollen.
Feivel beschloss, einfach in seiner Kajüte zu bleiben und zu warten. Sicher wollte ihn niemand mehr sehen und er schämte sich gerade auch viel zu sehr, um Ren oder Sanji unter die Augen zu treten. Dabei vergaß er unter anderem, dass er irgendwann ziemlich Hunger bekommen würde. Schon jetzt knurrte sein Magen. Da war es ganz gut, dass Sanji geplant hatte, ein paar Plätzchen zu backen, die Ren später mit zu Alphonse nehmen konnte. Eigentlich wäre er dafür besonders früh aufgestanden und würde schon längst in der Kombüse stehen. Doch da es für Ren auch ein furchtbar emotionaler Abend gewesen war, blieb Sanji bei ihm liegen, bis er wach wurde. Damit sie gemeinsam in den Tag starten konnten.

@Ren Sanada

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#98

RE: Home of the broken hearts | Atticus & Alphonse

24.11.2023 21:07
Ren Sanada Ren Sanada (gelöscht)
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Es hatte zwar eine ganze Weile gedauert aber ja, letztendlich hatte Ren es geschafft sich aus eigener Kraft zu lösen. Allerdings…
„Ohne dich wäre mir das nie gelungen“
Was ja ein neuerlicher Beweis dafür war, dass Sanji schon damals der wichtigste Mensch in seinem Leben gewesen war. Der Einzige.. der immer für ihn da war und es auch immer sein würde. Auf Sanji konnte Ren sich wirklich zu 100% verlassen. Selbst wenn er trotzdem manchmal noch Eifersucht verspürte. Aber im Moment.. da fühlte Ren sich seinem Freund unfassbar verbunden und hatte nicht das Gefühl, dass sich jemals jemand zwischen sie drängen könnte.
Nach ihrem ersten Mal hatten sie sich beide nicht mit Ruhm bekleckert. Rens Verhalten Sanji gegenüber war schließlich auch mehr als beschissen gewesen. Aber sie hatten das überstanden. Und nun lief es besser denn je zwischen ihnen, weshalb Ren diesen Teil seiner Vergangenheit.. ausnahmsweise gerne ruhen lassen würde.
Bezüglich Nasir und Agron schmunzelte Ren schwach.
„Ich vermute Agron wird nach unserer Abreise eine Katzenparty für Nasir schmeißen und sich ganz breit in unserem Bett machen“
Aber das war okay. Er würde es den Kätzchen gönnen, die er tatsächlich ziemlich vermissen würde. Aber sie würden die Jupiter ja nicht für immer verlassen sondern immer wieder zu Besuch kommen.
Da flauschte er sie gleich noch ein bisschen, nachdem sie zurück in die Kajüte kommen waren.. und möglicherweise schliefen sie sogar zu viert in ihrem Bett gemeinsam ein.
Am nächsten Morgen hingegen lag kein Flauschball mehr auf seinem Bauch. Nur Sanji.. den er immer noch ganz fest hielt bzw. sich von ihm halten ließ.
Eigentlich wollte Ren nicht aufstehen. Er würde am liebsten den restlichen Tag im Bett verbringen. Aber…. er konnte seinen Gakusei nun nicht einfach im Stich lassen. Er war immerhin ganz alleine und noch so jung…. weshalb Ren sich irgendwann gähnend und missmutig murrend aus Sanjis Armen schälte.
Er war immer noch müde. Weshalb er womöglich… noch ein bisschen dösen würde, bis Sanji die Kekse fertig gebacken hatte.
Erst etwas später kam er also zu ihm in die Kombüse um die lecker duftenden Kekse abzuholen. Auch wenn er sich irgendwie ziemlich dämlich vorkam nun mit Keksen vor AJs Tür zu stehen. Als wäre er irgendein Nachbar und würde ihn zum Einzug willkommen heißen. Oder als würden Kekse irgendwas an der erlittenen Re-Traumatisierung ändern. Aber naja.. Sanji hatte darauf bestanden, dass er sie mitnahm. Also hatte Ren es halt getan und stand nun ein bisschen unschlüssig vor Alphonse Zimmer. Er wusste nämlich nicht so Recht wie er nun mit ihm umgehen sollte. Also.. wusste er schon. Aber es kostete ihn ziemliche Überwindung nun zu klopfen. Trotzdem tat er es. Denn er wollte sich ja wieder beweisen stark zu sein.
„Alphonse? Bist du wach? Kann ich reinkommen?“
Hm.. vielleicht wollte AJ aber auch gar nicht mit Ren allein sein? Weshalb er gleich wieder meinte
„ahm.. oder du kommst einfach raus..“
Denn womöglich fühlte er sich nach der gestrigen Sache ja unwohl mit Ren aus so engem Raum..
"Ich habe Kekse"
Okay.. nun klang er irgendwie wie ein pädophiler Triebtäter der sein Opfer nach draußen locken wollte. Uff.. er musste wirklich damit aufhören sich all diese Gedanken zu machen.

@Alphonse Drummer



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#99

RE: Home of the broken hearts | Atticus & Alphonse

24.11.2023 21:30
Alphonse Drummer Alphonse Drummer (gelöscht)
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Freunde konnten einem viele Ratschläge und Hilfestellungen geben, Entscheidungen treffen und umsetzen konnte ein Mensch dennoch nur allein und aus eigener Kraft. Dennoch lächelte Sanji und gab seinem Freund einen Kuss. »Ich liebe dich«, war alles, was er im Moment noch dazu sagte. Dann flauschte er sich mit Ren und den beiden Katern ins Bett. Dieses Gefühl würde er an Land auch sehr vermissen. Es gab für ihn fast nichts Schöneres, als auf der leicht schunkelnden Jupiter in der Koje zu liegen, seinen Partner fest im Arm zu halten und dann auch noch zwei schnurrende Fellknäule zum Kuscheln zu haben. Trotz allem, was vorher geschehen war, war jetzt gerade die Welt wieder in Ordnung.

Für Alphonse war rein gar nichts in Ordnung. Er hatte gestärkt aus seiner Zeit mit Ren hervorgehen wollen, ihn, sich selbst und seine Familie stolz machen wollen. Etwas lernen wollen. Das hatte er auch, aber wie kehrte er nun zurück? Wie ein Häufchen Elend. Gefühlt meilenweit zurückgeworfen. Und seinen Lehrer hatte er auch noch verprellt. Das war richtig großartig gelaufen ... nicht.
Mehrmals setzte er an, einen Brief an Atti zu schreiben. Er versuchte, für gestern Worte zu finden, doch dann bekam er plötzlich wieder schwer Luft und zerriss das Blatt wieder. Dann probierte er, eine Lügengeschichte zu erzählen, wie toll alles war und dass er nur für einen Stippvisite wieder in Balar sein würde. Aber AJ wollte Atti nicht anlügen. Doch unpersönlich per Brief rüberbringen konnte er die Erlebnisse auch nicht. Also schrieb er letztlich nur einen sehr kurzen Absatz: »Bin wieder in Balar. Können wir uns sehen? Bitte...!«
Es würde noch Tage brauchen, bis Atticus diese Nachricht lesen würde. Und dann wieder Tage, bis er zu ihm kommen könnte, wenn es denn überhaupt möglich war. Feivel hasste den Umstand der Fernbeziehung gerade mehr denn je.
Plötzlich klopfte es an der Tür. Es war Ren. Und er hatte Kekse dabei? Die waren bestimmt von Sanji. AJs Magen knurrte auffordernd. Aber das war nicht der Grund, aus dem Feivel nun aufstand und zur Tür schlurfte. Da stand sein Sensei draußen und er wollte ihn ja nun nicht absichtlich ignorieren.
Trotzdem kostete es AJ Überwindung, die Tür zu öffnen. Er schaffte es nur kurz, den Blick zu heben. War das Unsicherheit, die sich in Rens Mimik widerspiegelte? Hm.
»Hey, ähm ... komm rein!« Er machte Platz für den Japaner. Draußen reden wollte er nicht, in seiner Kajüte fühlte er sich gerade halbwegs sicher. Nervös setzte er sich wieder auf sein Bett und klappte den Schreibblock zu und stopfte ihn in die bereits gepackte Tasche. Bestimmt wollte Ren ihm nun sagen, dass ihre gemeinsame Zeit zu Ende war und hatte von Sanji Kekse mitbekommen, damit die Nachricht nicht ganz so schwer wog.

@Ren Sanada

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#100

RE: Home of the broken hearts | Atticus & Alphonse

24.11.2023 21:41
Ren Sanada Ren Sanada (gelöscht)
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Ren wollte unter keinen Umständen, dass AJs Zeit auf dem Schiff auf diese Weise endete. Er hatte gestern zwar angeboten ihn nach Hause zu bringen.. aber nicht um ihn loszuwerden. Sondern weil er sich vorstellen konnte, dass er nun seine Familie brauchte. Die konnten Sanji und er nun mal nicht ersetzen. Aber hier gab es offenbar viele Missverständnisse, die dringend aufgeklärt werden mussten. Also wollte Ren es versuchen. Auch wenn er sich bei solchen Gesprächen unwohl fühlte. Er hätte Sanji gern mitgenommen.. denn dem fiel es leichter ins Reden über schwierige Dinge zu kommen. Aber es wäre nicht zielführend gewesen. Das hier war eine Sache zwischen Schüler und Lehrer. Und wenn Ren weiterhin ein Lehrer sein wollte, musste er das alleine hinbekommen.
Zumindest öffnete Alphonse ihm die Tür. Er sah immer noch ganz verheult aus. Was Rens Herz schwer werden ließ. Zögerlich trat er ein.. setzte sich allerdings nicht aufs Bett, da er AJ nicht zu nahe treten wollte. Stattdessen stellte er die Kekse darauf ab und meinte nur
„Sanji hat sie gebacken, nicht ich. Du kannst sie also gefahrlos essen“
Ren scherzte obwohl seine Mundwinkel kein bisschen zuckten. Vermutlich weil er selbst wusste, dass ein Scherz nun eigentlich nicht hilfreich war. Aber das tat man eben manchmal wenn man nicht wusste, wie man ein Gespräch starten wollte.
Rens Blick wanderte zu der gepackten Tasche. Hm. AJ hatte sich also entschieden wie es schien. Dafür hatte Ren Verständnis. Trotzdem wollte er die Geschehnisse… nicht einfach so stehen lassen.
Er fuhr sich kurz durch das Haar am Hinterkopf und blickte dann zu Alphonse.
„Ich wollte mich… für gestern Abend bei dir entschuldigen. Ich hätte diese Übung nicht mit dir machen sollen. Und noch weniger hätte ich dich danach unter Druck setzen dürfen mir von deinen Traumata zu erzählen. Schließlich bin ich der Letzte der über irgendetwas spricht….“
Fing er mal mit einer Entschuldigung an. Weil die wirklich nötig gewesen war. Ren dachte ja nicht, dass AJ sich selbst Vorwürfe machte, sondern dass er nun eher seinen Sensei verabscheute.

@Alphonse Drummer



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