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WILLKOMMEN! Wir sind ein Walking Dead Forum bestehend seit 2013 – Wir folgen der Storyline aus der TV-Serie bis Negans Fall 2015. Seitdem schreiben wir unsere eigene Geschichte, die allerdings einige Schlüsselmomente aus der Serie mit einbezieht. Wir schreiben in Szenentrennung und geben auch vielen Free-Charakteren ein wundervolles zu Hause. Zudem sind wir eine entspannte Community und verfolgen auch keine Blackliste mehr.
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01.01.26 Frohes neues Jahr!
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Floyd Webber, Scarlet Rainthworth, Daryl Dixon und Duo Maxwell sind die Admins im Forum. Scar und Duo bilden die Front, während sie von Floyd und Daryl im Hintergrund unterstützt werden. Grafik und Design stammt von Daryl Dixon <3
Der Plot um den Angriff auf die Heavens Paradise neigt sich dem Ende.
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THE DEAD DON’T DIE
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Kieran hatte bisher auch nur mit einem einzigen Jungen geschlafen, und das war Pierre gewesen. Mit ihm hatte er alle ersten Male geteilt. Die erste Liebe, den ersten Kuss, den ersten Sex und noch so viel mehr. Sein Ex war zwar tot, aber später würde sich Kieran trotzdem so fühlen, als hätte er ihn betrogen. Das war schon damals im Wald nach dem Kuss so gewesen und diesmal würde es womöglich weitaus schlimmer werden. Weil er und Atticus nicht stoppten. Sie küssten sich inzwischen mit unverhohlenem Verlangen und fielen förmlich übereinander her.
Atticus war auch anders als Pierre, körperlich und vom Wesen. Kieran war sich wegen der Rollenverteilung nicht sicher, es schien irgendwie auch keinen Moment mehr zu geben, um das anzusprechen. Da er Alphonse nicht kannte, konnte er es auch anhand dessen nicht mal im Ansatz einordnen, wie sich die beiden im Bett miteinander verhalten hatten. Er selbst hatte schon beide Parts eingenommen, mochte jedoch den aktiven lieber als den passiven.
Kieran ließ sich Jacke und Oberteil ausziehen, genoss dabei jede Berührung seiner Haut. Auch Atticus war sein Shirt inzwischen losgeworden und machte sich an Kierans Hose zu schaffen. Mit zitternden Fingern. Dass er sich danach breitbeinig auf ihn setzte, könnte ein deutliches Zeichen sein. Kieran war sich dennoch nicht zu hundert Prozent sicher und da er noch nie einen One-Night-Stand gehabt hatte, wusste er auch nicht, wie er damit umgehen sollte. Egoistisch sein? Fragen? Austesten?
Fürs Erste umgriff er mal Attis Hintern und drückte ihre Hüften aneinander. Dabei keuchte er ungehemmt. Scheiße, fühlte sich das gut an, endlich wieder jemandem so nah zu sein. Er fummelte nun auch an Attis Hosenknopf um, öffnete ihn und ... schob die eine Hand massierend in das Innere, während die andere immer noch am Po lag.
»Für mich ist beides okay«, hauchte er zwischen zwei Küssen und hoffte, Atti würde wissen, was er meinte. Er konnte die Unsicherheit einfach nicht ignorieren und auch wenn das hier nur eine Ablenkung sein sollte, so wollte Kieran auch nicht vor Egoismus strotzen. Wenigstens die Rollenverteilung konnten sie doch noch gemeinsam entscheiden, bevor sie wirklich keine Worte mehr verloren, oder nicht?
@Atticus Keene



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Zumindest für den Bruchteil einer Sekunde waren ihre Ex-Partner vergessen. So gut das eben möglich war. Denn natürlich wollte sein Verstand immer wieder zu Gedanken an AJ abdriften. Atticus musste sich bewusst stoppen und diese Gedanken verdrängen, sonst könnte er das hier nicht durchziehen. Hätte er womöglich mal auf seinen Verstand hören sollen. Aber er war das Kind von Joey Silver. Das lag wohl nicht gerade in ihrer Familie. Dumme Entscheidungen zu treffen dafür schon viel eher. Denn nichts anderes war das hier. Aber.. eine notwendige Dummheit.
Atticus hatte auch keine Ahnung wie Pierre ausgesehen hatte. Darüber hatten sie sich nie verhalten oder… über ihr Sexleben. Normalerweise war die Rollenverteilung zwischen ihm und AJ klar gewesen. Aber Kieran… war eben doch um einiges dominanter. Und gerade fühlte Atticus sich so klein und zerbrechlich.. dass er sich kaum vorstellen konnte nun den aktiven Part einzunehmen. Auch wenn er dem passiven nicht viel hatte abgewinnen können. Aber vielleicht hatte das auch an mangelnder Erfahrung gelegen? Wusste er nicht. Selbst wenn nicht.. er erinnerte sich an den bittersüßen Schmerz dabei. Und vielleicht war es ja genau das was Atticus nun brauchte. Auch ein wenig als Bestrafung für all die Scheiße die er gebaut hatte. Solche Gedanken waren bestimmt nicht gesund. Absolut nicht. Aber Atticus wandelte gerade auf einem selbstzerstörerischen Weg. Weshalb für ihn eigentlich klar war, welche Rolle er einnehmen würde.
Noch waren sie aber nicht so weit. Stattdessen fühlte Atticus Kierans Hand in seiner Hose. Was ihn laut aufkeuchen ließ. Genau wie die Hand an seinem Hintern. Atticus biss Kieran leicht in die Unterlippe, um etwas Druck abzulassen. Denn das fühlte sich etwas zu gut an. Andererseits war es doch genau das worum es hier ging. Einander etwas Gutes zu tun… ohne plagendes Gewissen.
„O..kay…“
Keuchte er und drückte sich Kieran dichter entgegen während er die Hüfte leicht kreisen ließ. Was nun aber wirklich noch störte war seine Hose. Weshalb er sich notgedrungenermaßen kurz von ihm lösen musste, um sie sich von den Hüften zu schieben. Dabei öffnete er auch kurz die Augen. Was ihm einen Schauer über den Rücken jagte. Denn das hier war so verboten und falsch.. und fühlte sich für den Augenblick trotzdem so verdammt richtig an.
Er half auch Kieran dabei… den störenden Stoff etwas runter zu ziehen. Mehr brauchte es immerhin nicht für Attis Vorhaben. Während er seine Hose gänzlich abstrampelte. Diesen Part einzunehmen war echt extrem ungewohnt für ihn. Dennoch tat er es. Und setzte sich erneut auf seinen Schoß. Vielleicht.. würde Kieran ihm ja etwas dabei helfen den richtigen Weg zu finden. Denn darin war Atticus wirklich noch nicht besonders gut. Außerdem musste er sich darauf konzentrieren sich zu entspannen. Sie hatten hier immerhin keinerlei Hilfsmittel. Weshalb es im ersten Moment natürlich weh tat. Doch es war Atticus egal. Diese Art von Schmerz war ihm weitaus lieber als sein schmerzendes Herz. Trotzdem krallte er sich an Kierans Schultern fest. Musste sogar kurz.. den Kopf dagegen legen und biss ihm sachte in die Schulter. Wieder mal musste er etwas Druck ablassen, ehe es.. richtig losgehen konnte. Und sie beide den wohl heißesten aber auch größten Fehler ihres Lebens begingen.
@Kieran Redfield



'I can’t be my own worst enemy, but you could be.'
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Selbstzerstörerisch war dieser Weg auf jeden Fall, für sie beide. Denn eigentlich konnte leider nichts Gutes daraus entstehen. Dafür waren sie noch von viel zu frischem Schmerz verletzt, der noch Jahre andauern könnte. Und doch mussten sie diesen Weg gehen, um irgendwie klarzukommen. Es war doch besser, wenn sie miteinanderschliefen, als wenn sie irgendwelche Fremden ranließen, denen sie nicht vertrauten. Die sie nur ausnutzen würden. Das hier geschah wenigstens so halbwegs auf Augenhöhen. Zumindest wollte sich Kieran darum bemühen, denn Atticus bedeutete ihm nun mal viel.
Weswegen es auch ein kleines Vorspiel gab, statt eines hastigen Quickies. Kieran mochte es, seinen Freund anzufassen und ihm diese entzückenden Laute zu entlocken. Er wollte mehr davon. Auch Bisse in die Unterlippe oder sonst wohin. Kieran wusste zwar nichts darüber, aber für Atticus war es ja auch was Neues, mit jemandem zu schlafen, der mit Berührungen keine Probleme hatte. Von Kieran war kein ›Stopp‹ oder Innehalten zu erwarten, weil ihn die Situation oder eigene Lust derart überforderten.
Atticus machte zwar nicht mit seiner Antwort, aber dafür mit seinem Verhalten klar, welche Position er sich wünschte. Also ging Kieran darauf ein und packte Attis Hüften verlangend, als sie endlich vollkommen nackt waren und der Jüngere wieder auf seinem Schoß Platz nahm. Natürlich half er ihm, den richtigen Weg zu finden. Und er hielt ihn auch fest, während sie sich Stück für Stück vereinten. Schließlich wusste er, dass es ohne Hilfsmittel gar nicht so angenehm war am Anfang. Er hoffte, mit Küssen und Streicheln für ein bisschen Linderung zu sorgen. Kieran umfing seinen Freund mit den Armen, als sie es endlich geschafft hatten, und hauchte ihm ein paar Küsse auf Hals und Schulter. Und dann konnte es so richtig losgehen. Der heißeste und größte Fehler - ja, das war eine ziemlich treffende Bezeichnung. Doch während sie sich gegenseitig den Verstand aus dem Kopf vögelten, mussten sie nicht darüber nachdenken. Also währte es eine ganze Weile. Das Kino wurde nicht mehr nur von den Stimmen und der Musik des Films erfüllt, sondern auch von Stöhnen und Keuchen. Kieran bemühte sich, durchzuhalten, bis Atticus sein Finale erreichte. So oder so überkam es auch ihn irgendwann und er ließ sich danach in den Sitz zurücksinken, zog Atticus aber unwillkürlich mit in seine Arme. Sofern dieser denn nicht gleich flüchten wollte.
@Atticus Keene



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In einem anderen Leben wären sie womöglich ein tolles Paar mit einer glücklichen Zukunft geworden. Aber in diesem… standen die Dinge anders. Ihre Herzen waren bereits vergeben. Unglücklich vergeben wohlgemerkt. Denn Kieran liebte einen Toten und Atticus ein Genie, das ihn nicht länger wollte. Das Leben war Scheiße. Gerade wieder mehr denn je. War es da so verkehrt, dass sie sich neben all dem Herzschmerz nach ein paar Glücksgefühlen sehnten? Vielleicht. Aber es war auch menschlich. Weswegen es überhaupt möglich war, dass es zu diesem Szenario kam. Joey würde sich wohl grinsend die Hände reiben, wenn er wüsste, was Atticus und Kieran hier gerade trieben. Wortwörtlich.
Und tatsächlich half es ein wenig.. zumindest für den Moment. Denn für ein paar Minuten schien all der Schmerz vergessen und Atticus fühlte sich beflügelt und gut.
Es war etwas völlig anderes mit Kieran zu schlafen, als mit Alphonse. Hier war zwar keine Liebe im Spiel aber dafür waren die Berührungen viel intensiver. Also.. sie fühlten sich nicht besser an als bei AJ aber sie waren ungeplanter, weniger vorsichtig oder beherrscht. Atticus musste sich keine Gedanken darüber machen, ob es Kieran zu viel war, wie er ihn anfasste. Bei Alphonse nahm er gerne Rücksicht, weil er ihn liebte. Aber gerade in diesem Moment wollte er keine Rücksicht nehmen. Weshalb der Sex mit Kieran wohl genau das war was er gerade brauchte um sich gut zu fühlen.
Sie machten unbeirrt weiter, ohne Pause, ohne Innehalten, was Atticus fast den Atem raubte. Denn auch diese Intensität war neu. Vielleicht lag es daran, dass er diesmal der passive Part war aber puh.. das war wirklich sehr heftig. Auf gute Art und Weise. Führte jedoch auch dazu, dass der Höhepunkt Atticus irgendwann wie eine Lawine überrollte und ihn erst mal ein bisschen aus der Bahn warf, da er so schnell und unerwartet kam.
Weswegen Atticus gar nicht anders konnte, als sich anschließend hastig keuchend an Kierans Schulter zu lehnen. Er legte die Stirn darauf ab und schloss die Augen, bis er wieder halbwegs zu Atem kam.
Die Arme hatte er locker um Kierans Nacken geschlungen und.. verharrte so für ein paar Minuten. Atticus wünschte sich.. dieser Zustand der völligen Leere und Befriedigung in seinem Kopf würde noch eine Weile anhalten, tat er nur leider nicht. Denn je ruhiger sein Atem wurde.. desto lauter die Gedanken in seinem Schädel. Schlechtes Gewissen stellte sich ein, die Traurigkeit kehrte zurück.. da ihm gerade schmerzlich bewusst wurde… er lag nicht in AJs Armen. Eine Tatsache… die ihm unwillkürlich Tränen in die Augen trieb. Fuck! Er konnte doch unmittelbar nach dem Sex nicht anfangen zu weinen. Das… also das nein, das ging einfach nicht. Weshalb er die Tränen krampfhaft zurück kämpfte. Kieran würde sich beschissen fühlen wenn er jetzt anfing zu flennen. Also musste er sich zusammen reißen. Irgendwie. Fühlte sich aber sogleich auch Kieran gegenüber mies, weil er ihn so ausgenutzt hatte. Sie hatten doch nur Freunde bleiben wollen.. und nun lag er nackt in seinen Armen. So sollte das nicht sein. Weshalb Atticus nun doch aufstand und sich rasch wieder seine Hose anzog, denn gerade fühlte er sich wahnsinnig nackt. Nicht nur körperlich.
Was hatte er getan? Hatte er gerade ihre Freundschaft zerstört? Fuck! Erneut wollten Tränen sich ihren Weg in seine Augen bahnen. Weswegen Atticus sich in den Sessel neben Kieran fallen ließ und versuchte nicht ganz so offensichtlich unhöflich den Blick abzuwenden. Er presste die Lippen fest aufeinander, genau wie die Fäuste. War jedoch unfähig nun irgendetwas zu sagen…
@Kieran Redfield



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Schweratmend verharrten sie und klammerten sich nicht nur aneinander fest, sondern auch an der schönen kleinen Bubble, die sie vor der unbarmherzigen Realität schützte. Kieran konnte den Zustand der Leere und Befriedigung auch nur sehr schwer ziehen lassen. Denn auch ihm wurde immer mehr bewusst, wen er da im Arm hielt. Es war nicht Pierre, sondern Atticus. Sie hatten einen Fehler begangen, sehenden Auges. Logisch, dass sie sich nun scheiße fühlten, das war abzusehen gewesen. Ob der echt heiße Sex und das kurze Loslassen der Sorgen und Trauer das wert gewesen war? Kieran hatte keine Ahnung, doch er merkte, wie ihm die Tränen kamen, auch wenn er sie zurückhielt. Atticus war doch der einzige Freund, den er besaß und nun ... hatte er ihn womöglich komplett verloren. Sie hatten sich zwar gegenseitig ausgenutzt, doch das machte die Sache auch nicht wirklich besser.
Kieran ließ Atticus aufstehen, fühlte sich aber direkt noch beschissener. Und ebenfalls nackt, auch seelisch. Weswegen er mit ein paar Handgriffen seine Hose wieder über die Hüfte zog und auch das Muscle Shirt aufhob, um es sich anzuziehen. Doch er blieb sitzen. Für den Fall, dass Atti doch nicht ging. Und scheinbar wollte er es nicht, denn er setzte sich noch einmal neben ihn.
»Atticus ...«, begann Kieran mit brüchiger Stimme und legte eine Hand auf dessen Schulter. Was sollte er nur sagen? »Ich hoffe, du bist nicht so traurig, weil es schlecht war?« Ein kleines Lächeln ließ seine Mundwinkel zucken. Er wollte keine Komplimente oder so, die Intensität ihres Höhepunkts sprach ja auch für sich. Was er wollte, war, seinem Freund zu zeigen, dass sich zwischen ihnen doch nicht zwangsweise was ändern musste. Auch wenn das wohl naiv war.
»Ich glaube ich weiß, warum du traurig bist. Ich ... bin auch traurig.«
@Atticus Keene



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Auch Atticus klaubte sein Shirt auf und zog es sich wieder über. Denn auf einmal war ihm auch ziemlich kalt. Er fröstelte innerlich, obwohl seine Haut gerade noch so erhitzt gewesen war. Während die Lust dominierte schien alles andere plötzlich total egal zu sein, doch kaum war der Höhepunkt erreicht und sie flaute ab.. war es manchmal wie ein Schlag ins Gesicht, den die Realität einem erteilte. Und das schlechte Gewissen trat gleich noch mal fest nach.
Auch jetzt war es nicht anders. Denn mit einem Mal fühlte Atticus sich grässlich! Und das tat ihm Leid. Denn Kieran konnte überhaupt nichts dafür und hatte so eine Reaktion sicher nicht verdient.
„Red keinen Schwachsinn, das war es….. ganz und gar nicht..“
Murmelte Atticus ein bisschen beschämt. Denn das Gegenteil war der Fall gewesen. Es hatte Atticus fast schon ein bisschen zu gut gefallen. Und das sollte es nicht oder? Generell… hatte Alphonse doch der Einzige für ihn sein und bleiben sollen. Der Mann… den er einmal heiratete und mit dem er den Rest seines Lebens verbrachte. Aber dieser Traum war nun gestorben. Genau aus diesem Grund hatte er diese verdammten Träume nicht zulassen wollen!!! Weil es ihn nun zerstörte zu wissen… dass sie niemals in Erfüllung gingen.
Als Kieran meinte er sei auch traurig sah Atticus mit feuchten Augen zu ihm rüber. Tatsächlich.. auch Kieran stand die Trauer ins Gesicht geschrieben, weswegen Atticus ihn verunsichert ansah.
„Ich …will aber nicht traurig sein. Das hast du nicht verdient Kieran. Alphonse hat mich verlassen.. also schulde ich ihm rein gar nichts mehr.“
Und doch musste Kieran diesen Zwiespalt und diese Zerrissenheit nun ausbaden. Was Atticus schlechtes Gewissen nur noch verstärkte
„Es tut mir Leid du.. wolltest vernünftig sein… ich war es, der mal wieder alles gegen die Wand gefahren hat. Wie immer..“
@Kieran Redfield



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Kieran hatte es auch ein wenig zu gut gefallen. Aber war das nicht irgendwie auch logisch? Zumindest er war über ein Jahr niemandem so nah gewesen. Und bei Atti waren es auch bereits ein paar Monate, dass er Alphonse zuletzt gesehen hatte. Nicht nur ihre Herzen waren voller Sehnsucht, sondern auch ihre Körper. Und zwischen ihnen gab es ja durchaus eine gewisse Ebene, das ließ sich nicht leugnen. Weswegen es Kieran nicht so sehr wunderte, wie gut ihm das eben gefallen hatte. Aber auch das machte die Dinge eigentlich nur komplizierter und schwieriger statt besser.
»Man könnte sagen, dass wir beide unseren Ex-Partnern nichts mehr schulden. Aber es ist nicht so einfach, wird es niemals sein. Ich habe Schuldgefühle einem Toten gegenüber.« Kieran liefen jetzt doch ein paar Tränen über die Wangen, die er forsch wegwischte. »Und dir gegenüber. Du warst stark damals im Wald, als ich dich überreden wollte, mit mir zu schlafen. Jetzt hätte ich stark sein müssen, aber ... es ging nicht. Du hast gar nichts gegen die Wand gefahren, ich war das ...« Kieran senkte schuldbewusst den Blick und schniefte. »Ich will dich nicht auch noch verlieren, Atti. Du bist mir als Freund wirklich wichtig geworden.« Er betonte das Wort ›Freund‹. Und damit auch, dass er nun keine Beziehung erwartete und auch nicht wollte. Damit sich Atticus da nun bloß nicht auch noch Druck wegen machte.
@Atticus Keene



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Ja, erneut kamen ihm die Worte von seinem stupiden Vater ins Gedächtnis. Dass Teenies eben ihre Bedürfnisse hatten und es gegen die Natur war sie zu unterdrücken. Vielleicht hatte Atticus diesen Aspekt ja wirklich unterschätzt. Wie viel Macht seine Hormone tatsächlich über ihn hatten. Das gefiel ihm nicht, denn das war etwas, worüber er keine Kontrolle hatte. Wie man jetzt mehr als deutlich sah. Wobei es hier nicht nur um verrückt spielende Teenie Hormone ging, sondern vor allem darum schlechte Gefühle zu unterdrücken. Hatte ja super geklappt, nur dass sie nun leider doppelt und dreifach zurück kehrten.
Und offenbar waren sie beide gut darin, sich selbst die Schuld an etwas zu geben. Denn Kieran wollte alle Schuld auf sich laden, während Atticus sich selbst verantwortlich und furchtbar fühlte. Hm..
Seltsamerweise half es ihm dabei sich wieder zu beruhigen wenn Kieran weinte. Denn wenn jemand anderer traurig war.. konnte er irgendwie leichter stark sein. Weshalb Atticus seine Hand nun sachte auf die von Kieran legte.
„Ich will dich auch nicht verlieren Kieran.. nur dank dir habe ich momentan das Gefühl.. doch nicht völlig allein auf dieser Welt zu sein“
Es beruhigte ihn tatsächlich das Kieran auch weiterhin nur Freundschaft anstrebte und nicht wollte, dass aus diesem One Night Stand nun eine Beziehung entstand. Denn dazu wäre Atticus niemals in der Lage. Und Kieran offenbar auch nicht. Was gut war… denn so.. waren die Fronten ja eigentlich klar oder?
„Wir haben uns beide von unseren Gefühlen mitreißen lassen.. aber das.. wird nicht mehr vorkommen okay? Dafür ist mir unsere Freundschaft viel zu wichtig“
Gerade jetzt konnte AJ ihm versichern, dass sich das von eben nicht wiederholen würde. Weil sein Kopf gerade recht klar war. Aber wenn er sich wieder tief am Abgrund befand.. wer wusste schon was er dann tat.
@Kieran Redfield



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Kieran war echt ein Jammerlappen, hm? Schon im Wald hatte er den Zusammenbruch gehabt und Atticus nicht mal die Möglichkeit für seinen gegeben. Jetzt lief es wieder so. Aber Kieran konnte nun mal nicht zulassen, dass sich Atticus für alles die Schuld gab.
Er atmete erleichtert auf. Der Jüngere wollte die Freundschaft also auch nicht aufgeben? »Okay. Das ... bedeutet mir viel, dass du auch daran festhalten willst.« Ob sie es in dunklen Stunden tatsächlich hinbekommen würden, nicht erneut Trost beieinander zu suchen? Kieran wollte gern dran glauben. Auch wenn sie es sich schon einmal bewiesen hatten, wie unwahrscheinlich es war. Dann wären sie wieder wie ferngesteuert. Aber daran wollte er jetzt nicht denken. Die nächsten Tage würden zeigen, ob es sie es wirklich schafften, über diesem One-Night-Stand zu stehen.
Alphonse ahnte von all dem Drama nichts. Zwar fühlte er sich unruhig, während er mit seinen Eltern im Cottage war, aber das lag an verschiedenen Gründen. Zum einen beschäftigte es ihn natürlich, dass Cara noch ein Kind bekommen würde und was damit für Gefahren einhergingen. Was für eine Veränderung das für sie alle bedeuten würde. AJ konnte nicht so gut mit Veränderungen umgehen, weswegen er sie damals, als er mit Ed noch allein gewesen war, ja auch oft bekämpft hatte. Doch diesmal musste er sich am Riemen reißen – dabei half es, dass er sich wirklich sehr auf die Rolle des großen Bruders freute. Auch wenn er richtig Angst hatte, alles falsch zu machen.
Er war hier aber auch unruhig, weil er nicht in Balar war und Atticus genau in der Zeitspanne auftauchen könnte, in der Alphonse fort war. Das wäre richtig großes Pech. Denn ob er dann warten könnte, war fraglich. Aber vielleicht würde er ein Schreiben hinterlassen mit einem Treffpunkt, an dem sie einander wiedersehen konnten. Und wenn sie sich nur kurz am Briefkasten treffen würden. Alphonse war es ganz egal, Hauptsache sie konnten sich sehen und einander fest in den Arm nehmen und ein bisschen reden. Vielleicht sich küssen, vielleicht miteinander schlafen. AJ brauchte seinen Freund ganz dringend, die Fernbeziehung war gerade einfach eine zu große Bürde, die unerträglich war. Sie mussten diesem Gefühl also bitte zumindest ganz kurz entgegenwirken.
Wenigstens kam im Cottage heraus, dass mit Cara und dem Baby aktuell alles okay war. Nun konnten sie erst mal wieder zurückkehren. Dass Renji gerade auch eine kleine Tour machten, wusste Alphonse nicht, er hatte eigentlich gehofft, sie würden da sein, um im Zweifel an seiner statt mit Atti zu sprechen. Als er im Dorf rumfragte, erfuhr er trotzdem, dass sein Partner hiergewesen war und nach ihm gefragt, aber keinen Brief hinterlassen hatte. Vielleicht war Atti das ja zu riskant gewesen und er hatte lieber einen in ihrem Postfach hinterlassen. So oder so konnte AJ jetzt nicht noch eine Nacht warten, auch wenn er gerade erst einen Marsch hinter sich hatte. Da konnten ihm auch seine Eltern nicht reinreden. Wenn er sich beeilte, wäre er bestimmt noch vor Sonnenuntergang zurück.
Letztlich machte er sich also ohne Umschweife auf den Weg zum ausgehöhlten Baum und verdrängte dabei jegliche aufkommende Erschöpfung. Schlafen konnte er später noch genug, jetzt musste er erst mal in Erfahrung bringen, wie es Atticus ging und ob sie sich bald treffen konnten. Tatsächlich war Feivels dicker Packen an Briefen aus dem Baumstamm verschwunden, was ihm ein Lächeln auf die Lippen zauberte. Was sein Partner wohl beim Lesen empfunden hatte? Ob er ihn genauso vermisste wie umgekehrt?
AJ musste ein bisschen in der Nische umhertasten, aber dann fand er einen kleinen zusammengefalteten Zettel. Keine lange Nachricht also, aber das war nicht schlimm. Vielleicht bedeutete es, dass sie sich bald sehen konnten und Atti ihm alles persönlich erzählen wollte. Erwartungsvoll und voller Freude klappte AJ also das Papier auf und begann zu lesen.
Beim ersten Mal ergaben die Worte überhaupt keinen Sinn.
Beim zweiten Mal schon mehr, aber Feivel kapierte trotzdem nichts.
Und beim dritten Mal verschwammen die Buchstaben vor seinen Augen, weil ihm die Tränen kamen. Von welcher Trennung redete Atticus da nur? AJ rief einen Brief nach dem anderen in seinem fotografischen Gedächtnis ab, den er geschrieben hatte. Hatte er sich irgendwo unmissverständlich ausgedrückt? Irgendwo einen doofen Scherz gemacht, der nicht als solcher zu erkennen gewesen war? Nein. Nein, hatte er nicht. Zudem war jeder Brief mit einem dicken ›Ich liebe dich‹ und drei XXX für Küsse unterschrieben gewesen. Alphonse hatte nicht Schluss gemacht, nicht einmal aus Versehen, weil er falsche Formulierungen benutzt hatte. Oder er erkannte irgendwas nicht.
Feivel knüllte den Zettel zusammen und steckte ihn in seine Hosentasche. Seine Atmung ging ganz flach, eine Vorstufe totaler Panik. Die er nun echt nicht gebrauchen konnte. Hatte jemand in Balar etwas zu Atticus gesagt? Vielleicht Sissi, weil sie sich über ihn an Joey rächen wollte für das übergriffige Verhalten? Oder sonst wer, der ihnen an den Karren pissen wollte?
Joey ... er hatte schon einmal Mist über Alphonse erzählt, um sie zu trennen.
Wie viele Feinde hatten sie eigentlich, die ihnen Steine in den Weg legen könnten? Ganz schön ernüchternd, diese Feststellung. Noch schlimmer fand Alphonse es jedoch, dass die Trennung offenbar so gut rübergebracht worden war, dass Atticus tatsächlich daran glaubte. Nach allem, was sie beim letzten Treffen einander gesagt und miteinander geteilt hatten! Das tat ganz schön weh. Aber Alphonse wusste noch zu wenig, als dass er sich wirklich erlauben konnte, darüber zu urteilen.
Atticus forderte ein Treffen. Natürlich könnte AJ nun einen Schrieb verfassen und was vorschlagen. Aber wann würde es dann stattfinden? Nein ... er konnte nicht warten. Es ging einfach nicht!!! Nur was war die Alternative? Er müsste ins Wicked-Gebiet gehen und dort nach seinem Partner suchen.
AJ hielt sich am Baum fest und schluckte schwer. Selbst die raue Rinde des Gewächses erinnerte ihn an Brutus und dann an den Flashback auf der Jupiter. Es wäre Wahnsinn, sich in das Feindesland zu wagen. Alphonse wurde gesucht. Nur eine Wache müsste ihn erkennen und dann wäre es das. Würde er Brutus oder Reyna begegnen, wollte er sich nicht ausmalen, was dann passierte. Neben dieser Gefahr war auch sein Trauma ein Problem. Er kam immer noch nicht damit klar, also wie sollte er es bekämpfen, wenn er an den Ort seines Ursprungs kam? Feivel spielte mit dem Gedanken, noch einmal nach Balar zu gehen. Seinen Dad zu fragen, ob er mitkommen würde. Aber das konnte er auch nicht riskieren. Cara war schwanger. Sie brauchte Ed und keine Höllensorgen, die sie sich um ihren Partner und ihren Sohn machen würde. Und Ed würde AJ das alles vermutlich auch alles ausreden wollen.
Alphonse traf also eine Entscheidung. Wenigstens waren die Wicked jetzt offen für Besucher und er müsste sich nicht mehr an Patrouillen vorbeischleichen. Er könnte so tun, als würde er handeln wollen. In seinem Rucksack befanden sich noch ein paar Notfallwechselklamotten. Seine guten Sachen hatte er gerade an. Sie hatten keine Löcher und waren echt schick. Weswegen sie eine gute Tauschware abgeben würden. Und wenn AJ sich zu den Wicked begab, sollte er sowieso anders auftreten als bei seinem ersten ›Besuch‹ dort. Ein verlottertes Aussehen wäre also gar nicht verkehrt. Alphonse blickte sich kurz um, dann streifte er seine Kleidung ab und schlüpfte anschließend in eine zerschlissene Jeans. Obenrum trug er einen zerfransten Pulli mit NASA-Aufdruck. Abschließend wuschelte er sich noch durch sein länger gewordenes Haar, damit es unordentlich in alle Richtungen abstand. Sein Katana baumelte zwar noch an seiner Seite, aber das hatten weder Reyna noch Brutus je gesehen. Reichte das alles als Tarnung? Nun ... das musste es wohl.
Feivel atmete noch einmal tief durch, dann ging er los. Um ihn herum dämmerte es schon. Seine Eltern würden sich bestimmt trotzdem Sorgen machen, aber vielleicht würden sie auch denken, er hätte Atti am Baum getroffen und würde erst morgen wiederkommen.
Zuerst ging Feivel zum Bunker. Es war das erste Mal, dass er dort war, seit Brutus ihn hier geschnappt hatte. Dementsprechend hart war es. Dennoch wäre es das kleinere Übel, hier auf Atti zu treffen. Leider war die Luke verschlossen und auf ein Klopfen antwortete auch niemand. Also ging es weiter Richtung Tore. AJ erinnerte sich kaum noch an die Flucht aus Haus Lust. Er hatte total neben sich gestanden und war Atti einfach hinterhergetrottet. Je näher er den Wicked jedoch kam, desto mehr kam ihm doch bekannt vor. Es war ein unterbewusstes Gefühl. Und kein gutes.
Am Tor angekommen starb Feivel fast vor Angst. In seiner Vorstellung hatte jeder Wicked ein Phantombild von ihm erhalten, das ihn sofort enttarnen würde. Doch nichts dergleichen passierte. Er gab wortwörtlich seines bestes Hemd und dann wurde ihm ein Abend in den illustren Geschäften gewährt. Wobei man ihn darauf hinwies, dass er auch dort zu zahlen hatte. Man wurde hier wohl schnell arm – aber das war sicher auch so gewollt.
Feivel bekam auch noch eine Wegbeschreibung. Sehr nett. So wusste er wenigstens, wo Haus Lust sich befand und welche Stelle er somit vor allem meiden sollte. Er erkannte den Eingang trotzdem sofort, als er daran vorbeiging. Wie vieles andere. Brutus hatte ihn schließlich genau hier entlang geschliffen. Die Erinnerungen blitzten immer wieder kurz vor Feivels innerem Auge auf. Sein Mund war trocken, sein Herz raste. Ihm wurde schummerig, die Beine schwerer und schwerer. Er schaffte es nur, sich beisammenzuhalten, weil er sich hoffentlich gleich in Attis Armen verkriechen konnte.
@Atticus Keene



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Atticus war gerne für andere stark. Denn dann musste er sich nicht so sehr mit seiner eigenen Gefühlswelt auseinandersetzen. Weshalb es wirklich okay für ihn war, dass Kieran nun ebenfalls weinte. Er fühlte sich ihm dadurch ehrlich gesagt sogar noch ein bisschen näher. Und sie gaben einander ein Versprechen.. naja eher gesagt den Versuch eines Versprechens….. das sie wohl nicht all zu lange einhalten würden.
Vor allem wenn man einen Vater wie Joey hatte, wurde einem das wahnsinnig schwer gemacht. Atticus hatte ihm nichts von dem One Night Stand erzählt! Er hatte keine Ahnung woher er es wusste. Vielleicht hatte Kieran es ihm ja anvertraut, die beide gingen ja immer noch total vertraut miteinander um. Echt nervig für Atticus.. aber leider nicht zu ändern. Jedenfalls war sein Dad ja ganz aus dem Häuschen wegen dem kleinen Ausrutscher und er tat echt alles in seiner Macht stehende dafür, dass es sich wiederholte. Atticus versuchte aber wirklich stark zu bleiben. Das war keine gesunde Methode, um mit Problemen umzugehen. Er musste anders versuchen über Feivel hinweg zu kommen. An manchen Tagen gelang ihm das besser.. an anderen war der Liebeskummer wieder schier überwältigend. Heute war leider genau so ein Tag. Weshalb Atti sich dringend in der Bar besaufen musste. Gefühle abzutöten klappte eben auch auf diese Weise. Er hatte dabei keinerlei Hintergedanken, war aber trotzdem froh, dass Kieran mit ihm hier war. Vielleicht bewahrte er ihn diesmal ja vor einer Dummheit. Sonst hätte Atticus sich vielleicht mit irgendeinem anderen Kerl geprügelt oder mit jemandem gevögelt der ihn wie Scheiße behandelte. Kieran war wenigstens nett zu ihm.. auch wenn er genauso kaputt war wie Atticus. Vermutlich war es gar nicht so gut, dass sie so sehr aufeinander hingen.. denn wie sollten sie auf diese Weise heilen? Wenn sie ständig gemeinsam in ihrem Selbstmitleid versanken? So kamen sie doch nie aus diesem Kreislauf heraus! Denn auch heute schien sich ihr selbstzerstörerisches Verhalten wieder zu wiederholen.
Kierans Hand befand sich bereits auf Attis Schenkel, während dieser noch ein, zwei Shots exte und dann ebenfalls etwas näher an ihn heran rutschte. Noch ein Tequila! Er leckte das Salz von Kierans Handrücken, ehe er sich mit der Hand etwas an seiner Schulter abstützen musste. So schnell so viel Alkohol zu trinken war nie gut. Aber es war Atticus egal. So wie das meiste heute mal wieder.
@Kieran Redfield



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Ja, Joey war richtig aus dem Häuschen! Immerhin schien einer seiner Pläne eeeendlich mal zu fruchten. Und wenn Atticus damit beschäftigt war, sich zu betrinken und Kieran zu vögeln, vergaß er so auch seine Rachepläne. Irgendwann würde es ihm sicher besser gehen und dann würden er und Kieran eine Beziehung führen, sie würden alle hier leben und endlich würde Normalität einkehren. Joey war sehr zufrieden. Jetzt durfte nur nichts mehr Unvorhergesehenes geschehen. Vielleicht hätte er den Wachen am Tor wirklich ein Phantombild von Alphonse geben sollen. Doch Joey glaubte tatsächlich nicht, das der kleine Nerd freiwillig herkommen würde, nach allem, was ihm hier passiert war. Auch nicht für seine angebliche große Liebe.
Tja, Alphonse war aber hier. Für Atticus war er bereit, durch sämtliche persönliche Höllen zu gehen. Und genau das tat er jetzt. Er musste unbedingt sofort wissen, was vorgefallen war und ihre Beziehung retten. Das Missverständnis klären!!
Er ging zuerst zu den Orten, an denen nicht so viele Leute waren, aber da war Atticus nirgends. Auch nicht in der Bibliothek oder im Basar. Die Arena war auch leer. Nun blieben noch die Bar im Restaurant und Nachtclub sowie Bordell in Haus Lust. Dort würde Atticus doch niemals hingehen ... oder? Feivel war es schon ganz übel. Er musste dort nachsehen, wenn es sich nicht vermeiden ließ.
In der Bar war es ziemlich voll. Feivel kämpfte sich durch die Menschen und musste regelmäßig tief durchatmen, weil er von allen Seiten berührt wurde. Nicht absichtlich, aber es passierte eben, wenn Personen dicht an dicht standen und jemand sich seinen Weg durch das Gemenge bahnte.
AJ hatte es fast bis zur Bar geschafft. Er konnte schon einen Blick auf die dort sitzenden Leute erhaschen. Und da war er – Atticus. Unterhielt sich mit jemandem, schien ja ganz gut drauf zu sein. Was irgendwie wehtat, wenn er wirklich glaubte, sie wären getrennt. So traurig schien ihn das ja nicht zu machen. Aber es war lediglich eine Momentaufnahme. Und scheinbar wurde dort gut getrunken. War sicher Joey zu verdanken, das war schließlich dessen Allheilmittel für jede Art von Kummer.
Feivel wollte weiter gehen und seinen Freund endlich von der Falschmeldung erlösen und ihn in den Arm nehmen. Aber dann geschahen sehr viele Dinge dort drüben an der Bar. Der Kerl neben Atti kam ihm näher, legte seine Hand auf das Knie. Atticus leckte ihm irgendwas von der Hand. Ihre Gesichter waren nur noch Zentimeter voneinander entfernt. Es würde nur noch Sekunden dauern, bis sich ihre Lippen berührten. Warum machte Atti denn keinen Rückzieher? Weil er dachte, sie wären getrennt?
AJs Hand legte sich an den Knauf seines Schwerts. Es hier zu ziehen, wäre Wahnsinn. Man würde ihn sofort überwältigen und einsperren. Doch die Eifersucht flammte so hoch in ihm, mitsamt der Vorboten der Panikattacke, die er seit dem Weg hierher kontinuierlich unterdrückte so gut es ging. Es war einfach zu viel. Er musste dazwischengehen!
Genau in dem Moment, in dem Kieran seine Lippen auf Attis legte, erreichte Feivel die beiden. Er zog den für ihn Fremden an der Schulter zurück und schob sich zwischen ihn und Atticus. »Was soll das, Atti??? Was ist hier los?«, verlangte er zu wissen, auch wenn es wohl nicht die beste Idee war, das hier in einer Bar voller Leute zu klären. Aber daran konnte er gerade nicht denken.
@Atticus Keene



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Ja, für den Moment sah es so aus als würde Joeys Plan tatsächlich funktionieren. Sehr auf Kosten von Atticus und Kierans Seelenheil.. aber es klappte. Da konnte er wirklich stolz auf seinen Masterplan sein.
Nach außen hin wirkte es vielleicht so als hätte Atti hier in der Bar Spaß. Doch der Schein trog definitiv. Er war nicht hier her gekommen, um zu feiern. Er war hier her gekommen.. um zu vergessen, weil er heute ganz besonders Scheiße drauf war. Weil heute mal wieder einer der schlechteren Tage war. Das hier war also nur Show. Vielleicht auch etwas das er sich selbst vorspielte, um nicht zu verzweifeln. Erneut wollte er irgendetwas anderes fühlen außer Schmerz. Hatte beim letzten Mal doch auch geklappt. Wenn auch nur für ein paar Minuten. Aber das war immer noch besser als nichts. Eine kleine Verschnaufpause vom Herzschmerz sozusagen. Weshalb Kieran und er schon wieder drauf und dran waren miteinander rum zu machen.
Nur machte ihnen diesmal plötzlich jemand einen Strich durch die Rechnung. Atticus rechnete wirklich mit allem und jedem aber nicht damit…. dass es AJ war, der sich hier zwischen sie schob.
War er so besoffen, dass er schon halluzinierte? Nein, das war tatsächlich sein…. Ex-Freund. Was zum Teufel hatte er hier zu suchen? Und… war er eigentlich von allen guten Geistern verlassen hier einfach aufzutauchen? Er wusste doch, dass man ihn überall suchte! Der zweite Gedanke schob sich aber irgendwie in den Hintergrund als AJ ihn plötzlich so anging. Denn warum um alles in der Welt dachte er… auch nur ansatzweise das Recht dazu zu haben??? Atticus sprang auf, eigentlich sollte er wohl flehend vor AJ auf die Knie fallen und ihn um Vergebung bitten. Hatte er in seinen Fantasien auch schon das ein oder andere Mal getan. Aber jetzt… konnte er nicht. Viel zu sehr schmerzten Alphonse’ Worte aus dem Brief. Weshalb er statt einfühlsam ziemlich patzig und angriffslustig konterte
„Was interessierts dich??? Unsere Liebesgeschichte ist doch vorbei, seit du auf diesem verdammten Schiff warst…“
Fuhr er ihn schnaubend an und verschränkte die Arme vor der Brust. Eigentlich sollte er sofort aufspringen und ihn nach draußen bringen. Vor den Augen der anderen schützen, weil ihn sonst irgendwer noch erkannte. Aber Atticus war betrunken und deshalb ziemlich auf Krawall gebürstet. Zumal er nun endlich die Chance bekam AJ persönlich zu sagen, wie beschissen dieser Brief von ihm war! Und wie sehr ihn all das verletzt hatte.
„Also na los, brings hinter dich und sags mir ins Gesicht. Vermutlich konntest du es wohl nicht auf dir sitzen lassen, dass ich dich einen Feigling genannt habe, ha?“
Gerade klang Atticus tatsächlich ein bisschen wie Joey. Was ihm überhaupt nicht bewusst war und.. er würde es hassen wenn es ihm auffiel! Aber AJs Auftauchen überforderte ihn dermaßen, sodass er automatisch in den Angriffsmodus ging, statt einen einzigen vernünftigen Gedanken zu fassen.
@Alphonse Drummer



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Alphonse stolperte zurück, als sein Liebster ihn so anging. Es fühlte sich wirklich wie eine physische Attacke an. Sie hatten sich noch nie so gestritten. Als sie sich kennengelernt hatten, waren sie nicht gerade freundlich miteinander umgegangen, aber seit sie ein Paar waren ... da hatten sie jede Hürde irgendwie bewältigt. Einander die Möglichkeit gegeben, sich zu erklären, bevor sie urteilten. Der Schmerz in Atticus schien unendlich tief zu sitzen und Feivel bekam es wirklich mit der Angst zu tun. Was war passiert?? Er hasste es, dass ihn die gesamte Situation dermaßen überforderte, dass ihm tatsächlich für ein paar Sekunden die Worte fehlten.
Das gab Kieran die Gelegenheit, sich neben Atti zu stellen. Er hatte längst begriffen, dass wohl Alphonse den Weg hierher gefunden hatte, und fühlte sich schrecklich. So hatte er sie auf keinen Fall zusammen sehen sollen, aber nun war es geschehen. Atticus würde sich später doch nie verzeihen, dass er seinen Partner so angegangen war, also versuchte Kieran, ihn zu beschwichtigen. »Atti ... ihr solltet nicht hier reden, sondern draußen ... komm schon, beruhig dich etwas.«
Feivels Griff um sein Katana verstärkte sich erneut. Der Kerl nannte seinen Freund auch schon Atti? Wie lang lief das schon zwischen den beiden? Hatte Atticus ihn echt so schnell ersetzt?
»Ich habe nie Schluss gemacht!«, rief er aufgebracht, es war ihm gerade echt egal, wenn man auf ihn aufmerksam wurde. »Keine Ahnung, warum du das glaubst, aber ich bin hier, um das zu klären. Scheinbar ist das aber gar nicht mehr notwendig, denn du hast ja schon jemand Neues an deiner Seite. Ich wünsch euch alles Gute.«
AJ spuckte auf den Boden, obwohl er viel lieber kotzen wollte. Seine Beine zittern, nein, sein gesamter Körper bebte. Es war, als würde ein ganzes Gebirge auf seine Brust drücken. Er musst hier raus. Raus aus dieser Bar, fort von den Blicken und Berührungen fremder Menschen. Fort von diesem Trümmerhaufen namens Beziehung. Luft. Er brauchte Luft.
@Atticus Keene



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Ganz sicher sogar würde Atticus seinen Ausraster später bereuen. Wie… so viele andere Dinge. Aber im Moment war er noch viel zu aufgebracht, um sich das klar zu machen. Er hatte so gelitten, so sehr gelitten wegen Alphonse! Weshalb er seine Wut in diesem Augenblick einfach nicht zügeln konnte.
Es brauchte Kieran, um Atticus etwas runter zu bringen. Wobei auch das nicht wirklich was brachte. Es lenkte ihn lediglich davon ab Alphonse weiter anzuschreien.
„Es gibt nichts zu klären, er soll es einfach hinter sich bringen und mich in Ruhe lassen!“
Denn gerade als sein Herz minimal zu heilen begonnen hatte, riss Alphonse es mit seinem Auftauchen wieder in Stücke. Nur damit er sich besser fühlte und sich nicht wie ein Schwächling vorkam. Echt ganz toll.
Atticus wurde erst aus seinem Wutanfall gerissen, als AJ behauptete nie Schluss gemacht zu haben. „…….was?“
Fragte er verwirrt. Hatte er sich gerade verhört? Hatte AJ gerade wirklich gesagt, dass er ihn nie verlassen hatte? Nun war es Atti dem es kurz die Sprache verschlug und der Alphonse bloß wie ein Autobus anstarrte.
Ehe er jedoch etwas darauf erwidern konnte stürmte Alphonse nach draußen. Litt er an Demenz oder stimmte sonst irgendwas nicht in seinem Kopf, wenn er sich nicht mehr an das Verfassen dieser Zeilen erinnerte???
Es kotzte Atticus echt an, dass Feivel ihm im selben Atemzug vorwarf einen neuen Freund zu haben. Was so ohnehin nicht stimmte. Aber das spielte nun keine Rolle. Es regte ihn einfach nur auf, dass AJ es sich heraus nahm ihn deswegen zu verurteilen! Weshalb die Wut rasch wieder zurück kam, nachdem die Irritation abgeklungen war. Bestimmt war das nun wieder nur AJs Versuch hier nicht als Schuldiger raus zu gehen. Sondern Atticus die Schuld in die Schuhe zu schieben, damit er fein raus war. Oder so…. in Wahrheit hatte Atti noch nie so genau verstanden was eigentlich in AJs Kopf vor sich ging und er redete sich nun alles nur schön, so wie Joey es auch immer tat. Einen tollen Einfluss hatte er auf ihn gehabt.
Aber natürlich stürmte er ihm dennoch nach. Denn ja! Auch wenn es Atticus aufregte.. hatte AJ mit seinen Worten ja auch ins Schwarze getroffen und sofort Attis schlechtes Gewissen getriggert. Auch wenn er das gar nicht haben musste.
Also rannte er ihm hinterher und hatte ihn schnell eingeholt. Den zerknitterten und teilweise auch etwas porösen Brief… wegen all der Tränen, die er darauf vergossen hatte, trug er stets bei sich. Warum wusste er auch nicht. Offenbar hatte er irgendwelche masochistischen Züge. Doch jetzt war er froh darüber. Denn er fummelte ihn aus seiner Tasche, stellte sich AJ in den Weg und drückte ihm das Stück Papier fest gegen die Brust.
„Dann erklär mir das!!“
Verlangte er von ihm und nahm sofort wieder Abstand. Wenn AJ den Brief nicht nehmen wollte auch okay… er wusste ja sicher auch so was darin stand..
@Alphonse Drummer



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Alphonse stolperte nach draußen und japste nach Luft. Solch eine Beklemmung hatte er nicht mal auf der Jupiter gefühlt, als er seiner Panikattacke erlegen war. Es kam gerade einfach zu viel zusammen. Vielleicht schaffte er es in eine dunkle Ecke, bis das ausgestanden war. Und wenn nicht, war nun nicht nur die Beziehung zu Atticus zu Ende, sondern auch sein Leben. Es gab hier offenbar niemanden mehr, der ihn schützen würde und allein konnte er auch nichts ausrichten.
Feivel hielt sich also eine Hand an sein Herz, das voller Protest und Schmerz beinah zerbarst. Dann stellte sich jemand in seinen Weg. Atticus. Feivel blieb nur widerwillig stehen. Vor ihm wollte jetzt erst recht nicht zusammenklappen.
Er biss die Zähne zusammen und nahm das zerknüllte Papier in die Hände. Er faltete es mit zitternden Fingern auseinander. Ihm war schwindelig, aber es gelang ihm trotzdem irgendwie, die Zeilen zu entziffern. »Dieser Brief ist nicht von mir«, erklärte er, immer noch mit unterdrückter Wut in der Stimme, die aus der Hilflosigkeit herrührte. »Es sieht fast wie meine Schrift aus, aber wenn du sie mit meinen anderen Briefen vergleichst, siehst du sicher ein paar Unterschiede. Das hast du wohl nicht gemacht. Hast du überhaupt irgendwas hinterfragt?«
Jemand trieb einen grausamen Scherz mit ihnen und er musste herausfinden, wer. Selbst, wenn es vielleicht nichts mehr nützte, da sich Atticus offenbar schon neu verliebt hatte. Es war also wieder an der Zeit, die Emotionen wegzusperren. Sie waren gerade im Weg. Es war nur nicht so einfach, wenn einem eigentlich eine Panikattacke im Nacken saß und das Herz gebrochen war. Dennoch wurde zumindest das Schwindelgefühl ein kleines bisschen erträglicher.
Feivel atmete tief durch und fuhr ein kleines bisschen ruhiger, aber auch monotoner fort. »Ich habe dir nach meiner Rückkehr von der Jupiter einen ganzen Stapel Briefe in den Baum gesteckt. Jeden Tag hab ich dir geschrieben, es war fast ein ganzes Buch. Ich hab dir außerdem mitgeteilt, dass ich ein paar Tage im Cottage sein werde, falls du mich in Balar nicht findest. Du warst da, das weiß ich. Also hast du das alles doch bekommen, oder? Von wann ist dieser Brief?« Er hielt den Zettel hoch, den er angeblich geschrieben hatte.
@Atticus Keene



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Atticus war nun unfähig auf AJs Symptome Rücksicht zu nehmen. Er war selbst total benebelt und stand neben der Spur. Weshalb er das leider nicht gleich bemerkte. Außerdem war er wütend auf ihn. Und wollte Klarheit! Denn AJs Verhalten passte überhaupt nicht zu dem was in dem Brief gestanden hatte. Also stellte er ihn sehr direkt und nicht besonders liebevoll zur Rede.
Als Alphonse ihm dann aber klipp und klar sagte, dass der Brief nicht von ihm war… gefror Atticus das Blut in den Adern. Sollte das etwa heißen… jemand anderer hatte diesen Brief geschrieben und sich einen grausamen Scherz mit ihnen erlaubt? Jemand anderer hatte ihm all diese Schmerzen der letzten Woche vollkommen bewusst zugefügt… und seine Beziehung zu Alphonse sabotiert? Denn selbst wenn dieser Brief nicht von ihm war. Atticus hatte seither so viel falsch gemacht…… dass AJ ganz sicher nicht mehr mit ihm zusammen sein wollte. Weswegen der Verfasser des Briefs wohl erreicht hatte was er wollte.
Aber statt nun irgendwie einfühlsam nachzufragen.. kam AJ ihm gleich mit einem Vorwurf weil Atticus die Lüge nicht sofort durchschaut hatte. Ja, er war nicht so klug wie Alphonse aber das was er sagte war trotzdem verdammt unfair!
„Natürlich habe ich es hinterfragt! Deshalb bin ich auch von einer Sekunde auf die andere wie ein Verrückter nach Balar gestürmt, um dich zur Rede zu stellen! Aber dort wurde mir nur gesagt, dass du und deine Familie die Kolonie verlassen habt und niemand wusste, wann oder ob ihr jemals wieder kommt. Du hast.. ich meine.. in dem Brief stand, dass ich nicht nach dir suchen soll. Ich dachte…ich.. dachte du wärst gegangen damit… ich dich nicht finden kann….“
Und vielleicht hatte er den Leuten in Balar auch aufgetragen ihm nicht zu sagen wohin er gegangen war. Denn etwas seltsam hatte er es ja schon gefunden dass niemand etwas Näheres gewusst hatte.
Trotz des Vorwurfs bröckelte Atticus Abwehrhaltung aber nun ganz gewaltig. Da ihm mehr und mehr klar wurde…… dass das alles nur eine riesige Lüge war.
Doch die Tatsache, dass AJ nicht in Balar gewesen war und die Zeilen des Briefes… die hatten sich für Atticus einfach perfekt gedeckt. Weshalb das der Zeitpunkt gewesen war.. in dem er sich sicher gewesen war, dass der Brief keine Fälschung war. So viele Briefe hatten sie einander doch noch nicht geschrieben, dass Atti der Unterschied in der Schrift hätte auffallen müssen. Immerhin hatte er den Großteil davon nie bekommen.
Weswegen sein Blick sich mit Traurigkeit füllte, als AJ von den vielen Briefen erzählte, die er auf der Jupiter angeblich geschrieben hatte. Seine Augen wurden trüb und er sagte leise
„Ich… habe keinen einzigen davon bekommen….“
Atticus wurde übel. Ihm wurde so schrecklich übel.. denn er hatte es schon wieder versaut. War zu dumm gewesen die Wahrheit zu durchschauen und hatte einer Lüge geglaubt.
„Vor einem Monat etwa…“
Sagte er nur kraftlos und mit gesenktem Kopf. Denn von einem Moment auf den anderen schämte er sich schrecklich. Nicht nur dafür das Komplott nicht erkannt zu haben, sondern auch dafür… dass er so schnell danach etwas mit Kieran angefangen hatte. Also.. es war nicht so wie AJ dachte, sie führten ja keine Beziehung. Es war komplizierter und sie waren nicht zusammen aber das… würde rein gar nichts ändern oder?
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Man konnte gerade wirklich nicht von Alphonse erwarten, dass er absolut fair reagierte. Er war in seiner persönlichen Hölle, erwartete jeden Moment, dass Reyna oder Brutus auftauchte. Seine Beziehung lag in Trümmern. Jemand sabotierte sie ohne Rücksicht auf Verluste. Atticus hatte sich neu verliebt. Wie sollte er sich da nicht verdammt hilflos und völlig überfordert fühlen? Natürlich war er wütend, weil Atticus den Brief ernstgenommen hatte. Geglaubt hatte, er würde wirklich Schluss machen, und dann auch noch auf diese beschämende Art und Weise. Kannte er ihn wirklich so schlecht? Traute er es ihm wirklich zu? Das tat scheiße weh.
Aber ja ... je mehr Feivel erfuhr, desto schlüssiger griffen die Ereignisse ineinander. »Als ich wieder in Balar war und gehört hab, dass du da warst, bin ich sofort zum Briefkasten, weil ich dachte, du würdest da eine Nachricht mit einem Treffpunkt hinterlassen. Ren und Sanji waren auch fort, ich dachte, du würdest sie vielleicht antreffen. Das war ... wohl Pech. Dass du genau in diesem Zeitraum aufgetaucht bist.« Richtig beschissenes Pech. Feivel biss die Zähne zusammen. »Wir wollten nicht groß an die Glocke hängen, dass wir ins Cottage gehen und weshalb. Es ging um meine Ma ... auch davon hatte ich dir eigentlich geschrieben.« Er schüttelte den Kopf, es war ihm gerade wirklich nicht danach, nun auch noch von der Schwangerschaft zu erzählen. Weswegen er einfach fortfuhr. »Als ich dann vorhin deinen Brief mit den Vorwürfen gelesen habe, bin ich direkt hierhergekommen.«
Es traf ihn ziemlich hart, dass Atticus das Sammelsurium an Nachrichten von der Jupiter nie erhalten hatte. Er glaubte es ihm ohne Umschweife. Nun, wo der Zorn langsam verebbte, und er seine eigenen Emotionen so gut wie möglich im Zaum hielt. Er war nun trotzdem unfähig, etwas dazu zu sagen. Sein ganzes Herzblut hatte in diesen Briefen gesteckt. Aber vielleicht waren sie ja noch irgendwo.
»Ich bin seit ungefähr einem Monat von der Jupiter zurück ...«, erwiderte Feivel ähnlich kraftlos. »Jemand hat also meine Briefe gestohlen und einen neuen hinterlegt. Und sich dabei echt Mühe gegeben, meine Schrift und meine Ausdrucksweise zu kopieren.« Was auch bedeutete, dass dieser Jemand vermutlich all seine Briefe gelesen hatte. Furchtbare Vorstellung, da wurde es Feivel gleich wieder übel. »Weiß jemand von hier ... von dem Baum?« Es half ihm, sich erst mal auf die Lösung dieses Rätsels zu konzentrieren, selbst wenn das Ergebnis sicher grauenvoll sein würde.
@Atticus Keene



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Natürlich konnte man das nicht erwarten. Tat Atticus auch nicht. Aber er ertrug einfach keine weiteren Schmerzen, die sein Partner ihm zufügte. Selbst wenn das hier nur eine Lüge gewesen war. Für Atticus… war es real. Der Schmerz war real. Und dieses Gefühl würde nie wieder verschwinden. In diesem letzten Monat hatte er wieder viel von sich selbst verloren und in seiner Entwicklung wohl ziemliche Rückschritte gemacht… war seinem Dad ähnlicher geworden denn je. Alles Dinge, die er wirklich nie gewollt hatte.
Atticus kam sich von einem Moment auf den anderen so schrecklich dumm vor. Denn ja.. er hatte nicht geglaubt, dass Feivel so mit ihm Schluss machen würde. Andererseits reagierte er eben öfter mal so wenn er versuchte sich von seinen überfordernden Gefühlen abzuschotten. Weshalb Atti es einfach nicht hatte ausschließen können.
„Pech…..“
Konnte er nur mit Bitterkeit in der Stimme wiederholen. Das alles war also nur Pech gewesen. Wie beschissen war das bitte? Ein verdammter Zufall hatte ihre Beziehung zerstört. Hatte dafür gesorgt, dass Atticus sich etwas eingeredet hatte, was überhaupt nicht stimmte. Hatte ihn seit einem Monat jede verdammte Sekunde gequält. Pech…. fuck… Atti konnte seine Gefühle gerade einfach nicht in Worte fassen.
Und obwohl zwischen ihnen gerade alles in Trümmern lag, hob Atticus doch besorgt den Kopf als AJ über seine Mutter redete. Denn egal was nun zwischen ihnen stand… die Drummers waren immer noch Familie für ihn. Und wenn etwas mit Cara los war, dann würde Atticus sofort alle Missverständnisse vergessen und Feivel fest in die Arme nehmen, um für ihn da zu sein .
„Ist Cara in Ordnung?“
Wollte er deshalb auch sofort mit wesentlich milderem Tonfall wissen. Generell war seine Wut ohnehin gänzlich verflogen und er fühlte sich einfach nur Scheiße.. weil er so ein verdammter Idiot gewesen war..
Erst jetzt wurde ihm bewusst wo sie hier eigentlich waren. Was es für Feivel bedeutete…. hier bei den Wicked zu sein! Es war als würde die Dunstwolke in seinem Kopf sich plötzlich einfach in Luft auflösen und er endlich wieder klar sehen.
„Scheiße..“
Murmelte er deswegen und fasste nach AJs Hand. Was.. er hoffentlich zuließ. Denn er musste ihn von hier weg bringen. Hier mitten vor der Bar zu stehen und all diese Dinge zu besprechen war verflucht gefährlich!!
„Bitte komm mit!“
Er lief mit Alphonse nach draußen. Der Bunker war von diesem Standort nicht weit entfernt, weshalb er mit Alphonse dort hin gehen wollte, damit… sie sich in Ruhe unterhalten konnten. Sofern AJ das überhaupt noch wollte. Immerhin hatte er grade mit ansehen müssen wie Atticus fast mit einem anderen Jungen geknutscht hatte. Und leider nicht nur das………. aber diese Hiobsbotschaft musste nun erst mal warten..
„Wer würde so etwas denn bloß tun..“
Tatsächlich kam Atticus nicht gleich auf Joey, weil.. nein das wäre einfach selbst für ihn zu heftig. Oder? Er wusste es nicht. Gerade wusste er gar nichts mehr.
„Nein.. ich meine… ja schon aber .. erst seit dem ich deinen Brief bekommen habe. Davor habe ich es niemandem erzählt, das haben wir uns doch versprochen…“
Sagte Atticus nun sogar mit Tränen in den Augen, weil er es nicht übers Herz brachte zu sagen, dass sowohl Joey als auch…. Kieran inzwischen von diesem Briefkasten wussten.
@Alphonse Drummer



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Die Welle des Gefühlschaos stieg höher und höher. Zwar fügten sich die Puzzleteile zusammen und Feivel konnte so langsam nachvollziehen, was passiert war, aber das half ihm überhaupt nicht bei der Bewältigung seines desaströsen Zustands. Im Gegenteil. Es ging ihm also wie Atticus. Es gab einfach keine Worte mehr dafür. Aber der Staudamm, den er sich für diese zerstörerische Welle gebaut hatte, würde nicht mehr lang halten.
Feivel wollte jetzt nicht über seine Mom reden, dennoch ehrte es Atticus, dass er nach ihr fragte. Trotzdem fiel die Antwort knapp aus, lediglich aus einem »Ja« bestehend. Das musste reichen. AJ konnte nun einfach nicht über Schwangerschaften und die Ängste eines werdenden Bruders sprechen. Wenn er das Thema nun auch noch rausholte, würde er förmlich zerbrechen. Schon jetzt kam es ihm ja so vor, als würde er nur aus Scherben bestehen, die jederzeit auseinanderpurzeln könnten.
Dass Atticus nun auf ihn zukam und seine Hand griff, kam vollkommen unerwartet. Mit dieser Berührung kam Feivel nicht klar, weswegen er seine Hand sofort zurückzog und sie in die Hosentasche steckte. Er musste an das Bild in der Bar denken. Wie Atticus und der fremde Junge sich angefasst und beinah geküsst hatten.
Dennoch lief er seinem ... Ex?Freund hinterher. Wie fremdgesteuert. Hauptsache fort von hier, in hoffentlich sichereres Terrain. Offenbar ging es zum Bunker. Eigentlich wollte Feivel nicht dort hinein. Es war ihr Safeplace, ja. Gerade deswegen fühlte er sich nicht wohl dabei, denn gerade lag alles in Trümmern. Doch er würde dort wenigstens vor Reyna und Brutus geschützt sein. Also stieg er mit hinab und ließ sich wortlos auf dem Boden nieder, sich mit dem Rücken an die Wand lehnend. Er zog die Beine ganz nah an seinen Körper und legte die Arme um seine Knie. Immer noch zitterte er am ganzen Leib, auch wenn er sich weiterhin bemühte, das zu unterdrücken. Besser, er konzentrierte sich wieder auf das Rätsel. Es gab ihm einen Fokus, auch wenn es ein wirklich grausames Rätsel war.
Ja ... wer würde ihnen bloß so etwas antun? Feivel hatte bereits an Joey gedacht, schon vorhin am Baum. Doch er sagte den Namen noch nicht. »Ich habe Dad von dem Briefkasten erzählt. Nachdem ich mit Ren gesprochen hatte und klar war, dass ich mit der Jupiter segeln werde, ging plötzlich alles ganz schnell. Ich hatte keine Zeit mehr, selbst zu dem Baum zu gehen, aber ich wollte dir zumindest mitteilen, dass ich fort sein werde. Deswegen hat er den Brief überbracht. Aber er ... er würde nie so einen Keil zwischen uns treiben. Er hat mir deine anderen Nachrichten mitgebracht und sich für mich gefreut. Mich auch heute wieder gehen lassen, obwohl wir gerade erst aus dem Cottage zurück sind. Das hätte er doch nicht getan, wäre er der Übeltäter.« Feivel schüttelte den Kopf und dachte weiter nach.
»Vielleicht hat jemand uns beobachtet. Und ... Atti, ich will es eigentlich nicht sagen, aber was ist mit Joey? Er hat schon einmal versucht, uns mittels Lügengeschichten zu trennen. Und dieser Junge von eben? Wie lang kennt ihr euch? Wenn er dich für sich haben will, könnte er auch was damit zu tun haben.«
@Atticus Keene



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zuletzt bearbeitet 03.12.2023 00:48 |
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Okay, die Botschaft war angekommen. Vielleicht sah Feivel Atticus nun nicht mehr als Teil der Drummers und deswegen wollte er sich ihm nicht anvertrauen. Aber das musste Atticus nun akzeptieren. Solange sie nicht sterbenskrank war.. konnten sie dieses Thema vielleicht auf später verschieben. Sofern es ein ‚Später‘ überhaupt gab.
Denn Atticus blickte Feivel traurig an, als dieser ihm sofort die Hand entzog und sich von ihm löste.
Bei ihm.. hatte er doch nie Probleme mit Berührungen gehabt. Atticus wünschte sich nichts sehnlicher als AJ einfach in die Arme zu nehmen, zu küssen, ihn fest zu halten und dieses Missverständnis einfach abzutun. Sie könnten den Übeltäter gemeinsam finden und alles wäre gut. Aber nein.. natürlich hatte Atticus sich Kieran an den Hals werfen müssen. Womit er zum zweiten Mal einfach alles aufs Spiel setzte.
Das musste nun aber zweitrangig bleiben. Atticus erste Priorität musste es sein, AJ von hier weg zu bringen, ehe ihn noch jemand erkannte. Alles andere konnte warten. Immerhin war er nur seinetwegen hier her gekommen und dieses Risiko eingegangen. Also egal was zwischen ihnen war, Atticus würde Feivel trotzdem niemals im Stich lassen hier bei den Wicked.
Der Bunker war ein gutes Versteck, auch wenn er normalerweise eher mit schönen Erinnerungen behaftet war. Aber es musste nun sein.
Im Bunker angekommen verriegelte er ihn hastig und setzte sich dann aufs Bett. Wenn AJ seine Hand schon nicht wollte.. würde er wohl auch nicht wollen, dass er sich direkt zu ihm setzte
„Nein, dein Dad würde sowas nie machen..“
Da hatte Atticus keinerlei Zweifel daran. Edward war für ihn selbst wie ein Vater. Und er hatte immer hinter Feivel und Atticus gestanden, komme was wolle. Ihm traute er das einfach nicht zu.
„Könnte er es wem erzählt haben?“
Naja Cara. Aber Cara würde sowas auch nicht tun.
Um ehrlich zu sein hatte Atticus nun gar nicht so sehr das Bedürfnis herauszufinden wer der Übeltäter war. Für ihn war die Frage viel wichtiger… ob Alphonse und er nun weiter zusammen bleiben würden oder ob er diesmal tatsächlich leibhaftig Schluss mit ihm machte.
Als er jedoch Joeys Namen ins Spiel brachte riss das Atti doch wieder aus seinen Gedanken und er senkte den Kopf
„Natürlich könnte Joey mich beobachtet haben aber .. das wäre.. doch selbst für seine Verhältnisse etwas zu heftig oder? Vielleicht hat Luzifer ihn ja beauftragt…“
Es war für Atticus leichter sich so ein Szenario einzureden als, dass Joey sich wirklich hingesetzt und überlegt hatte, wie er Alphonse und Atticus auseinander bringen könnte. Das wäre nämlich einfach nur grausam, brutal und alles andere als väterlich.
Doch natürlich erwähnte Feivel nun auch Kieran. Der wohl.. den Knackpunkt in der ganzen Sache darstellte.
Atticus erhob sich vom Bett, denn nun wurde er nervös. Nun hieß es wohl.. er musste gestehen wer Kieran war und.. was er getan hatte. Auch wenn Atti sich wirklich außer Stande dazu fühlte.
„Nein das… würde er niemals machen. Kieran.. möchte keinen Keil zwischen uns treiben. Er war der Einzige… der in den letzten Wochen für mich da war, als ich völlig am Boden war. Und er hat mich immer dazu ermutigt daran zu glauben, dass wir das wieder hin bekommen.“
Wich Atticus der eigentlichen Hiobsbotschaft noch aus. Wobei Feivel ja gesehen hatte was er gesehen hatte
„Das was du da vorhin beobachtet hast, das ist nicht.. ich meine.. es ist… also.. ich bin nicht mit ihm zusammen oder so. Er hat mir einfach Trost gespendet.. als… ich ihn dringend nötig hatte. Ich meine Alphonse.. ich dachte wirklich du hättest mich verlassen!“
Versuchte Atticus seine Tat zu rechtfertigen noch ohne genau darauf einzugehen was genau er getan hatte oder wer Kieran war. Doch Feivel wollte natürlich wissen wie lange sie einander schon kannten. Weshalb er das Pflaster nun einfach schnell abreißen musste, ehe ihn wieder der Mut verließ
„Kieran ist… der Junge.. mit dem ich dich damals betrogen habe AJ…..“
Weshalb wohl klar war, wie lange sie einander schon kannten.
„Sein Dad ist gestorben und er wusste nicht wo er sonst hin sollte. Ich habe versucht ihn weg zu schicken, mehr als einmal. Ehrlich Feivel das musst du mir glauben. Ich wollte nicht, dass er zu den Wicked kommt. Aber Joey.. hat ihn zum Bleiben überredet und er hatte niemanden mehr also.. fiel ihm die Entscheidung nicht sonderlich schwer. Dennoch würde er nie unsere Beziehung sabotieren, dafür lege ich meine Hand ins Feuer!“
Um zurück zum eigentlichen Thema zu kommen.
@Alphonse Drummer



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