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WILLKOMMEN! Wir sind ein Walking Dead Forum bestehend seit 2013 – Wir folgen der Storyline aus der TV-Serie bis Negans Fall 2015. Seitdem schreiben wir unsere eigene Geschichte, die allerdings einige Schlüsselmomente aus der Serie mit einbezieht. Wir schreiben in Szenentrennung und geben auch vielen Free-Charakteren ein wundervolles zu Hause. Zudem sind wir eine entspannte Community und verfolgen auch keine Blackliste mehr.
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01.01.26 Frohes neues Jahr!
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Der Plot um den Angriff auf die Heavens Paradise neigt sich dem Ende.
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THE DEAD DON’T DIE
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Ob es ihnen ohne Kieran gelungen wäre, schnell wieder zusammenzufinden? Vermutlich schon. Atti hätte trotzdem ein gebrochenes Herz gehabt, aber Feivel hätte alles gegeben, um es schnell zu heilen. Dann hätten sie gemeinsam nach dem Übeltäter suchen und hoffentlich auch diese Misere als Paar überwinden können. Aber jetzt? Jetzt hatte auch AJ ein gebrochenes Herz, er glaubte schließlich, Atticus hätte sich bereits neu verliebt. Er wusste überhaupt nicht, wie es jetzt weitergehen sollte. Weswegen er sich auf das Rätsel fokussierte. Es gab ihm Halt, obwohl es ihm auch gleichzeitig den Boden unter den Füßen wegzog.
Feivel konnte Attis Nähe gerade einfach nicht ertragen, schließlich würde er sie nie wieder so spüren wie früher. Weswegen die Berührung an der Hand einfach nur wehtat. Wie als würde ein x-beliebiger oder gar Feind ihn anfassen. Nicht schön, aber es ließ sich jetzt gerade halt nicht ändern. Also war es auch gut, dass Atticus sich aufs Bett setzte und nicht neben ihn.
»Dad hat es vielleicht Cara erzählt. Aber sonst ... ich werde ihn fragen, aber ich denke nicht, dass er es groß herumposaunt hat.« Die Drummers hingen ihre Familienangelegenheiten ohnehin nicht an die große Glocke.
Joey oder der fremde Junge kämen schon eher als Verursacher des Chaos in Betracht. Oder Luzifer. Feivel sah nachdenklich zu Boden. »Ja vielleicht. Wirst du Joey darauf ansprechen?«
Unweigerlich wandte sich ihr Gespräch dem Jungen aus der Bar zu. Feivel hatte das Thema selbst auf den Tisch gebracht, obwohl er sich ebenso wenig dafür bereit fühlte wie Atti. Der ihm trotzdem erzählte, wer dieser Kieran war. »Ermutigt hat er dich also. Das sah nicht so aus.« Ermutigte man jemanden durch Küssen dazu, die Beziehung zu retten? Wenn man kein Teil des Paares war? Wohl kaum.
Atticus sprach weiter. Feivel hielt die Schmerzen in seiner Brust kaum noch aus. Schon wieder bekam er kaum noch Luft. Und schon wieder wurde ihm furchtbar übel. »Trost ...«, krächzte er. »Wie viel ... Trost?« So vertraut sie sich gewesen waren ... die Hand auf Attis Knie. Da war doch schon mehr gelaufen als nur Geknutsche, ganz sicher.
Feivels Sicht verschwamm. Sein Kopf wummerte, weil sich alles zuzog. Alles, was sich bisher aufgestaut hatte, drohte aus AJ auszubrechen. Es war zu viel. Einfach zu viel. Kieran war der Junge, mit dem Atticus ihn schon einmal betrogen hatte. Den Rest hörte Feivel kaum noch, sonst hätte er vielleicht noch der Sache mit Joey mehr Bedeutung beigemessen.
AJ legte die Hände auf sein Gesicht, um die Tränen irgendwie aufzufangen und abzuschirmen. Zu verbergen, wie er sich fühlte. Doch sie kamen in Sturzbächen und er konnte nichts dagegen tun.
@Atticus Keene



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zuletzt bearbeitet 03.12.2023 01:35 |
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Atticus wusste das. Dieses Missverständnis wäre normalerweise schnell aus der Welt geschafft. Vielleicht wäre Feivel noch ein bisschen sauer auf ihn gewesen, weil Atticus diese Lüge nicht mehr hinterfragt hatte. Aber letztlich wusste er ja, dass sein Freund in solchen Dingen nicht immer so den Durchblick hatte. Doch mit Kieran veränderte sich alles. Vermutlich wäre es sogar leichter für Alphonse zu ertragen, wenn Atticus sich bei irgendeinem fremden Kerl Trost gesucht hätte. Und nicht bei dem Jungen… der schon mal fast für das Ende ihrer Beziehung gesorgt hatte. Doch nichts davon konnte Atticus rückgängig machen. Egal wie sehr er es sich auch wünschte! Denn das tat er… das tat er wirklich sehr..
Er wollte Alphonse sagen, dass er Kieran nicht liebte oder mit ihm zusammen war. Das hieß aber auch dass er ihm zwangsläufig davon erzählen musste, was auf körperlicher Ebene zwischen ihnen gelaufen war. Und das war einfach nur die reinste Folter!
Weshalb er es noch so lange aussparte wie nur irgendwie möglich. Der Gedanke, dass Joey die Briefe verfasst haben konnte.. war mindestens ebenso schlimm.
„Das werde ich natürlich. Aber du kennst ihn.. selbst wenn er es war wird er es nicht zugeben, da er ein verdammt guter Lügner ist. Und wie du siehst bin ich ja wirklich schlecht darin irgendjemandes Lügen zu durchschauen…“
Zuvor hatte Atticus sich noch gewehrt weil Alphonse ihm Vorwürfe wegen der Schriftart und co. gemacht hatte. Doch inzwischen war sein Selbstvertrauen derart geknickt, dass er die Schuld für einfach alles auf sich nahm.
Nun war das Thema Kieran aber leider nicht länger zu umgehen. Ihm war klar wie das vorhin ausgesehen hatte. Und Feivel würde das wohl nicht verstehen, denn er kannte Kieran nicht..
„Ich weiß wie es ausgesehen hat.. aber er hat wirklich versucht mich dazu zu bringen, dass ich die Hoffnung nicht aufgeben. Nur.. konnte ich das nach deinen niederschmetternden Worten einfach nicht. Und habe seinen Rat deshalb nicht annehmen können.“
Dann jedoch wurde es richtig heftig. Denn natürlich wollte Feivel wissen welche Art von ‚Trost‘ Atticus sich bei Kieran geholt hatte. Nun sprang er vom Bett auf und begann unruhig durch den Bunker zu tingeln. Denn es war ihm schier unmöglich das nun auszusprechen!
„Ich… ich… es war…“
Scheiße! Atticus konnte es nicht. Verzweifelt fuhr er sich übers Gesicht und spürte wie bereits etliche Tränen über sein Gesicht liefen. Es brach ihm das Herz seinen Fehltritt zuzugeben. Weshalb er noch mal flehend zu seinem Partner sah.
„Wir haben… einmal miteinander geschlafen. Nur ein einziges Mal! Das schwöre ich dir! Und.. es hatte rein gar nichts zu bedeuten. Wir haben danach beide geweint, weil wir uns deswegen so mies gefühlt haben.“
Nun begann auch Feivel zu weinen, was Atticus natürlich das Herz brach und er ebenfalls schluchzte. Er hielt es nicht aus wenn Feivel so traurig war. Weshalb er sich vor ihn kniete und noch einen weiteren Versuch startete seine Hände zu nehmen. Weil Atticus sie einfach selbst ganz dringend brauchte.
„Es tut mir so Leid Alphonse.. so.. schrecklich Leid. Ich dachte wirklich du hast mit mir Schluss gemacht und all unsere schönen Zukunftsvisionen lagen plötzlich in Schutt und Asche. Diesen Gedanken… hab ich einfach nicht ertragen..“
@Alphonse Drummer



'I can’t be my own worst enemy, but you could be.'
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So hoffnungslos wie gerade hatte sich Feivel wirklich noch nie in seinem Leben gefühlt. Es toppte sogar den Moment, nachdem er Violet verprügelt und vor dem Zorn seines Vaters geflohen war. Am liebsten würde er jetzt Hinweise suchen, Puzzleteile zusammensetzen und seinen Verstand beschäftigen, um den Übeltäter bezüglich der Briefe zu finden. Denjenigen, dem sie diese ganze Scheiße zu verdanken hatten. Doch sie endeten recht schnell in einer Sackgasse. Weil Atticus auch gar nicht wirklich mehr so wirkte, als wolle er herausfinden, wer dahintersteckte.
»Und was bedeutet das nun? Joey wird es nicht zugeben, wir haben sonst keine Anhaltspunkte ... nehmen wir es also einfach so hin, was geschehen ist? Dass jemand ... uns sabotiert?« Ihre Beziehung, die wohl nun gar nicht mehr Bestand hatte? Denn dieser Eindruck nahm immer mehr Form an, je mehr Hiobsbotschaften auf Feivel einprasselten.
Noch schlimmer als die Fälschung des Briefes wogen die Konsequenzen daraus. Alphonse hatte bis heute noch geglaubt, alles wäre in Ordnung und war sehr glücklich gewesen, ausnahmsweise mal. Was auf der Jupiter geschehen war und Caras Schwangerschaft hatten ihn zwar enorm beschäftigt, aber er war guter Dinge gewesen, das alles überwältigen zu können. Wenn er doch nur Atticus zumindest einmal kurz sehen, sprechen und küssen konnte. Und nun? War er in einem vollkommenen Alptraum gefangen. Er versuchte ja, sich auszumalen, wie das für Atticus gewesen sein musste, der diesen Alptraum schon seit einen Monat lebte. Dafür wollte Feivel wirklich Verständnis haben. Aber er konnte doch auch nichts dafür, wenn seine eigenen Emotionen ihn nun völlig überschwemmten.
Zurück zu Kieran. »Ich sag dir, wie es ausgesehen hat. Als würdet ihr euch wirklich mögen, Spaß zusammen haben und gleich übereinander herfallen. Wenn er so dahinter her war, unsere Beziehung zu retten, warum sabotiert er sie dann gleichzeitig?« Das schrie doch nach Ausnutzen. Kieran hatte garantiert mehr für Atticus übrig als nur Freundschaft, wenn er ihn ständig knutschen wollte.
Also ... wie weit waren sie gegangen? Feivel musste es jetzt wissen, selbst wenn er bereits ahnte. Und er sollte recht behalten. Die beiden hatten miteinander geschlafen. »Klar, nur ein einziges Mal ... wäre ich nicht aufgetaucht, würdet ihr doch gerade garantiert erneut vögeln. Er hat bestimmt keine Probleme mit Berührungen, oder?« Feivel rieb sich über die Augen, hasste es, dass er nun so eine Szene machte. Aber betrogen zu werden tat nun mal scheiße weh und triggerte ein paar Urängste in ihm, die er hatte, seit er mit Atticus zusammen war.
Der kam nun zu ihm und wollte seine Hände nehmen. Doch auch diesmal riss Alphonse sie fort und stand hastig auf. Er verstand es ja, verstand, dass Atticus gedacht hatte, sie wären getrennt. Trotzdem ... »Und deswegen hüpfst du lieber mit ihm in die Kiste, statt weiter an uns zu glauben? Mich noch mal zu suchen, um mich zu kämpfen? Ich mein, ja, du hast mir den Brief geschrieben und um ein Gespräch gebeten. Aber du hast uns doch sofort abgehakt!!«
Feivel schnappte sich seinen Rucksack und stürmte zur Luke. Er ertrug es keine weitere Minute hier unten mit Atticus.
@Atticus Keene



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Natürlich wollte Atticus herausfinden wer dahinter steckte. Aber in erster Linie wollte er nun ihre Beziehung retten! Das war ihm in diesem Moment wesentlich wichtiger. Sie hatten eben vollkommen andere Herangehensweisen bei solchen Problemen. Feivel wollte durch Logik und Ablenkung agieren, während Atticus seinen Gefühlen unbedingt freien Lauf lassen und Klarheit schaffen musste, egal wie schwer es auch war. Natürlich führte das noch zusätzlich zu Spannungen und Feivel bekam dadurch das Gefühl, dass es Atticus nicht so wichtig war diesen ‚Fall‘ aufzuklären. Es kam für den Skaterboy eben erst an zweiter Stelle. Trotzdem wollte er diesen Eindruck ja gar nicht erwecken, weshalb er versuchte sich darauf zu konzentrieren, egal wie schwer es ihm auch fiel.
„Nein.. natürlich nicht. Wir könnten stattdessen ja auch versuchen.. den Übeltäter in eine Falle zu locken? Kieran hat ja mitbekommen, dass du aufgetaucht bist und.. ich werde es Joey auch erzählen. Ihnen beiden sagen, dass… du mir nicht vergeben konntest und dass ich dir unbedingt noch einmal einen Brief mit einer Entschuldigung schicken muss… wenn einer von ihnen es war, würden sie doch versuchen das zu verhindern oder? Damit.. du es dir nicht doch noch anders überlegst..“
Atticus wusste ehrlich gesagt nicht, ob dieses Szenario nicht ohnehin der Wahrheit entsprach. Denn ob Feivel ihm vergeben würde stand noch in den Sternen. Womöglich würde er diesen Brief tatsächlich schicken.. und alles nieder schreiben, was er AJ nicht sagen konnte.
„Und dann wartest du oder dein Dad versteckt in der Nähe und ihr könnt den Täter auf frischer Tat ertappen. Sollte es wirklich einer der beiden sein..“
Was Atticus ja immer noch nicht hoffte. Denn diese beiden Menschen lagen ihm nach Feivel am aller meisten am Herz und es würde schrecklich werden zu erfahren, dass sie für all dieses Leid verantwortlich waren.
„Wobei.. Ed lieber nicht…“
Denn wenn Joey der Verantwortliche war würde der Yakuza seinen Dad sonst vermutlich noch tot prügeln. Also war es wohl besser wenn AJ sich auf die Lauer legte.
Ob sie aber überhaupt noch die Chance dazu bekamen diesen Plan in die Tat umzusetzen? Denn wenn Alphonse ihm wirklich nicht vergeben konnte.. war es letztlich wohl auch egal wer diese Trennung zu verantworten hatte..
„Ich weiß, dass es so gewirkt hat. Und natürlich mag ich Kieran auch, rein platonisch. Aber nichts von dem was du gesehen hast.. hatte auch nur ansatzweise etwas mit Spaß zu tun Alphonse. Ich bin in diese Bar gegangen um mich zu besaufen und meine Gefühle abzutöten, weil es mir.. heute richtig beschissen gegangen ist. Ich hatte in den letzten Wochen sehr viele dieser beschissenen Tage.. weshalb ich es manchmal einfach nötig hatte daraus auszubrechen, mich abzulenken… um nicht völlig daran zu Grunde zu gehen“
Für Atticus war der letzte Monat nicht lustig. Aber offenbar war das Alphonse überhaupt nicht klar, wenn er dachte Atticus hatte sich seither eine schöne Zeit mit Kieran gemacht, weil er nun single war. Das entsprach nämlich nicht der Wahrheit.
„Weil er genauso einsam und traurig ist wie ich.. eine scheiß Kombo.. ich weiß…“
Versuchte er Kierans widersprüchliches Verhalten zu erklären. Denn einerseits wusste Atticus, dass sein Freund sich für ihn wünschte glücklich zu sein. Aber wenn sie beide dann wieder verzweifelte Momente hatten… passierten eben solche Dinge. Weil sie beide manchmal etwas anderes brauchten als diesen verfluchten Schmerz.
Atticus sah nur schuldbewusst zur Seite, als AJ ihm vorhielt, dass sie wohl gerade erneut vögeln würden, wäre er nicht aufgetaucht. Atticus wollte nicht lügen.. vermutlich wäre das passiert, ja. Also was sollte er dazu sagen? Er musste diesen Vorwurf einfach runter schlucken und akzeptieren. Eine Sache jedoch wollte er nicht so stehen lassen
„Das hatte nichts damit zu tun Alphonse…“
Dass er mit Kieran geschlafen hatte lag nicht daran, weil dieser keine Probleme mit Berührungen hatte. Generell lag nichts davon daran, dass er unglücklich mit AJ gewesen wäre! Man hatte ihn einfach getäuscht und hinters Licht geführt.. aber er verstand, dass Alphonse trotzdem enttäuscht und extrem wütend auf ihn war.
Trotzdem startete Atticus einen weiteren Versuch ihm nahe zu kommen. Doch AJ stieß ihn förmlich von sich, was Atticus betrübt zurück bleiben ließ.
Jetzt wurden seine Vorwürfe nämlich wirklich verletzend und führten dazu, dass Atticus ebenfalls ein Sturzbach an Tränen über die Wangen lief. Denn er hatte ja Recht mit allem was er sagte… und das wusste Atticus. Es gab nichts das er sagen konnte.. um das zu entkräften. Was die Sache ja nur noch bitterer machte.
„Das ist nicht wahr Alphonse! Ich wollte doch an uns glauben… aber.. was in dem Brief stand.. klang so nachvollziehbar für mich. Ich konnte verstehen… dass du deine Meinung geändert hast und mir doch nicht vergeben konntest.“
Also hatte Atticus es vielleicht zu schnell für gegeben genommen, schon möglich. Jetzt schämte er sich dafür.. aber letztlich hatte er es nur sofort geglaubt, weil er sich selbst seit dem Kuss mit Kieran so schreckliche Vorwürfe machte und sich kaum selbst vergeben konnte. Also war es doch klar, dass AJ es auf Dauer auch nicht konnte.
„Es tut mir Leid..“
Schluchzte er erneut und sank auf die Knie. Alphonse machte Anstalten zu gehen, weswegen Atti nur noch verzweifelter weinte. Unter anderen Umständen würde er ihn wahrscheinlich einfach gehen lassen. Wenn sie noch in Balar wären zum Beispiel. Er würde ihn sich beruhigen lassen und am nächsten Tag noch mal versuchen mit ihm zu reden. Aber in ihrem Fall? wenn er AJ jetzt gehen ließ… würde er ihn wahrscheinlich nie mehr wieder sehen. Das konnte Atticus einfach nicht zulassen. Weshalb er sich so schnell er konnte hoch rappelte und AJ hinterher lief. Gerade als er die Leiter hoch klettern wollte packte Atticus ihn von hinten und schlang ganz fest die Arme um seinen Bauch.
„Bitte…. bitte geh nicht Feivel..“
Flehte er schluchzend und hielt ihn ganz fest, selbst wenn er es jetzt nicht wollte. Aber Atticus konnte einfach nicht anders.
„Ich weiß, dass ich im Moment ständig Fehler mache.. und alles andere als perfekt bin.. aber… ich liebe dich! Ich liebe dich Alphonse und zwar nur dich und niemanden sonst! Bitte… bitte lass dieses Arschloch nicht gewinnen, das versucht unsere Liebe kaputt zu machen….“
@Alphonse Drummer



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Die Logik war gerade ohnehin nur ein brüchiger Strohhalm. Als sie sich das letzte Mal gesehen hatten, war es Alphonse wesentlich leichter gefallen, sich daran festzuklammern und die Emotionen zu verdrängen. Jetzt zerrten so viele verschiedene Dramen, Horrorszenarien, Ängste und Traumata an ihm, dass es ihm unmöglich war, noch allzu lang eine distanzierte Fassade aufzuziehen. Er wollte diesen ›Fall‹ lösen, weil es ihn beruhigte, sich auf Fakten konzentrieren zu können, die zu einem sicheren Ergebnis führten. Der Entlarvung des Übeltäters. Atticus hatte ihm eigentlich schon ein paar Hinweise gegeben, die wichtig waren, aber AJ war gerade so drüber, dass er nicht mal in der Lage war, diese zu erkennen.
Trotzdem begrüßte er es, dass Atticus versuchte, eine Herangehensweise zu bieten. Es war ihm also doch nicht völlig egal. Und der Vorschlag klang auch schlüssig und brauchbar. Weswegen Feivel nickte, obwohl er nicht mal wusste, ob er wirklich bleiben könnte, nach dem, was er eben gesehen hatte.
»Nein ... meinen Vater beziehen wir nicht mit ein.« Das lag nicht nur an den ohnehin vorhandenen Spannungen zu Joey, sondern auch an Caras Schwangerschaft. Ed hatte eine eigene Aufgabe, nämlich die Mutter seines noch ungeborenen Kindes zu beschützen. Alphonse würde ihn nicht von ihr wegholen, wenn es nicht absolut notwendig war. Das hier war sein Problem, er würde das allein hinbekommen.
»Du solltest dich jedoch ebenfalls auf die Lauer legen und mit eigenen Augen sehen, wer sich an den Briefen vergreift. Sonst glaubst du mir womöglich nicht.« Das war nicht mal als Vorwurf gemeint. Alphonse würde sich nach so einer Aktion tatsächlich fragen, wem er noch trauen konnte und selber sehen wollen, wer ihnen dermaßen viel Leid zufügte.
Atticus beteuerte weiterhin, dass er und Kieran nur Freunde waren. »Von platonisch kann wohl kaum mehr die Rede sein«, gab AJ zurück. »Und Spaß hattet ihr mit Sicherheit, wenn ihr geneigt wart, es noch mal zu tun.« Vielleicht hatte der Alkohol nichts mit Spaß zu tun gehabt, der Rest, dessen Zeuge AJ geworden war, mit Sicherheit jedoch schon. Atticus musste es nicht schönreden.
»Ja ... von der Gefahr solch beschissener Tage haben wir beim letzten Mal schon geredet.« Da hatten sie zwar nicht geglaubt, je eine (vermeintliche) Trennung zu erleben, sondern einfach harte Tage, an denen sie einander ganz furchtbar vermissten und nichts mehr Sinn zu ergeben schien. Atticus hatte ihm versprochen, sich dann unter Kontrolle zu halten. War die Gefühlslage in solchen Momenten tatsächlich so unterschiedlich? Feivel konnte das nicht so gut differenzieren. Er hatte nie das Bedürfnis gehabt, sich mit jemand anderem zu vergnügen, nur um sich nicht mehr allein zu fühlen. Darin unterschieden er und Atti sich.
Hatte es wirklich nichts mit Feivels Abart zu tun, viel zu sensibel auf Berührungen zu reagieren? Sich ständig überfordert zu fühlen, wenn es um Gefühle und auch Sex ging? Jetzt wusste Atticus wie es war, mit jemandem zu schlafen, der solche Probleme und Hürden nicht mit sich brachte. Auf den man nicht so viel Rücksicht nehmen musste. Das gefiel ihm sicher und Feivel könnte es verstehen. Es war sowieso ein Wunder, dass Atticus sich in ihn verliebt hatte und jetzt war dieses Märchen scheinbar am Ende.
Weswegen Feivel seinen Zusammenbruch nicht mehr länger zurückhalten konnte. Er weinte bitterlich und konnte dennoch Attis Nähe nicht ertragen. Stattdessen wurden seine Worte härter. Der Zorn, die Enttäuschung ... sie mussten einfach raus.
»Warum ... warum klang es so nachvollziehbar für dich?«, schluchzte er. »Ich hab dir vergeben, ich hab dir meine ganzen Träume verraten und wir waren uns beim letzten Treffen doch näher als je zuvor. Selbst wenn ich meine Meinung geändert hätte, hätte ich niemals auf diese Weise mit dir Schluss gemacht. Und du wusstest, noch ein Fehltritt mit Kieran würde mir endgültig das Herz brechen. Es gab Orte, an denen du hättest suchen können. Ich habe dir jeden einzelnen gezeigt, der mir etwas bedeuten. Oder wo wir Freunde haben. Ein Monat ist lang und doch bist du nur ein einziges Mal losgezogen und danach hast du uns einfach aufgegeben. Du hast nicht mehr an uns geglaubt, daran, mich noch mal umstimmen zu können und mich zu finden. Einen Brief in einen Baum zu stecken, den ich deiner Meinung nach vermutlich eh nie wieder aufgesucht hätte, hat es dir ganz schön leicht gemacht, mit allem abzuschließen.«
Feivel verstand es einfach nicht. Sie waren doch beide Kämpfer, die für die Menschen, die sie liebten durch die Hölle zogen. Ohne Rücksicht auf Verluste. Vielleicht war es egoistisch, das einfordern zu wollen. Eigentlich wollte Alphonse das auch nicht. Aber diese Gedanken machten ihn fertig, weil er einfach nicht nachvollziehen konnte, dass Atticus so schnell aufgegeben hatte. Vielleicht sprach da aber auch sein Hilflosigkeit aus ihm. Hätte er von der Misere gewusst, hätte er viel früher etwas tun können. Bevor alles noch mehr eskaliert wäre. In Ermangelung eines Schuldigen, bekam nun Atticus diesen ganzen Frust ab. Obwohl er das in dieser Härte gar nicht verdient hatte.
Nachdem das alles gesagt war, fühlte sich Feivel unendlich müde. Er bereute jedes einzelne Wort, konnte aber nichts mehr davon zurücknehmen. Erneut fing er an zu schluchzen, genau wie auch Atticus. Wie konnte ihre Welt nur derart in Trümmern liegen? Sonst hatten sie immer einander gehabt, egal, was man ihnen für Hürden in den Weg gelegt hatte. Doch jetzt hatte irgendjemand eine Möglichkeit gefunden, sie zu entzweien und für nachhaltige Schäden in ihrer Beziehung zu sorgen.
Alphonse drehte sich um und ging zur Leiter. Er zitterte am ganzen Leib. Als er den Fuß auf die erste Sprosse setzte, merkte er, dass er nicht hochklettern konnte. Da oben wartete ein anderes Trauma auf ihn. Brutus. Reyna. Das Bordell. Vielleicht jemand, der ihn erkannt hatte und bereits nach ihm suchte. Die Gedanken daran schnürten ihm die restliche Luft ab. Er konnte nicht hoch und er konnte auch nicht hierbleiben. Beide Optionen kamen ihm unerträglich vor. Er war gefangen und diese Tatsäche drückte auf sein Herz und seine Lunge.
Aber nicht nur das. Plötzlich schlangen sich zwei Arme von hinten um ihn und zogen ihn von der Leiter weg. AJ wollte sich wehren, auch wenn er wusste, dass es Atticus war. Oder auch gerade deswegen. Doch er schluchzte nur laut auf und blieb ansonsten still. Attis Worte rieselten in sein Gehör, in seinen Verstand und dann in das mälträtierte Herz. Feivel war so müde. So müde, dass ihr gemeinsamer Weg von Scheiße gepflastert war und sie ständig neuen Dramen gegenüberstanden.
Er hasste es, in Selbstmitleid zu versinken. Und doch passierte jetzt genau das. Verzweifelt drehte er sich in Attis Armen und sank kraftlos an seine Schulter. Sein Körper bebte von den Weinkrämpfen und seine Stimme klang nun sicher total dumpf und verheult. »Ich liebe dich doch auch und ... und ich will doch nur mit dir zusammen sein und glücklich sein und ... was haben wir nur getan, dass man uns so bestraft, Atti? Womit haben wir das verdient?« Lag es vielleicht an ihm? An dem, was er getan hatte, was er seinem Dad angetan hatte und Violet und ... weil er so ein Monster war? Atticus konnte gar nichts dafür, er hatte sein beschissenes Leben nicht gewählt – es war ihm aufgezwungen worden.
Das alles war so schrecklich und unfair. Feivel wollte auch nicht, dass der Mensch gewann, der ihre Liebe sabotierte. Aber er konnte seinen Gefühlen auch nicht diktieren, wie sie zu funktionieren hatten – leider.
@Atticus Keene



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Unter anderen Umständen hätte Alphonse diesen ‚Fall‘ wohl binnen weniger Minuten aufgelöst. Aber sie beide litten gerade so sehr unter dem Gefühlschaos, dass sie nicht dazu in der Lage waren klar zu denken. Und in Attis Inneren herrschte ohnehin ausschließlich schiere Panik. Den ganzen letzten Monat über hatte er gedacht, Feivel würde ihn nicht mehr lieben. Nun erfuhr er, dass das nur eine Lüge gewesen war, war aber dennoch im Begriff ihn sofort wieder zu verlieren, noch ehe er ihn wieder zurück gewonnen hatte. Wie grausam war das bitte?? Viel mehr konnte sein Teenie Herz wirklich kaum noch ertragen.
Er nickte lediglich wegen Feivels Gegenvorschlag. Gut.. dann würde er sich anschließend eben auch auf die Lauer legen. Allerdings nicht gemeinsam mit AJ. Trotzdem wollte er dazu noch sagen
„Ich würde dir alles glauben…“
Selbst wenn es um seinen Dad ging. Da würde es ihm zwar schwer fallen aber letztlich vertraute er Alphonse zu 100%. Er war der einzige Mensch, dem er derart vertraute. Und das obwohl er dachte nie wieder im Leben fähig dazu zu sein.
Atticus wusste echt nicht was er wegen Kieran noch erwidern sollte. Egal was er sagte, Alphonse glaubte ihm ohnehin nicht. Weshalb er leise seufzte. Er versuchte nichts schön zu reden. Natürlich hatte es in diesem kurzen Moment gefallen.. trotzdem war der Sex nicht aus Liebe oder Zuneigung geboren sondern einzig und allein aus Einsamkeit und Verzweiflung. Aber für AJ machte das wohl keinen Unterschied.
„Ich hatte mich unter Kontrolle.. nach unserem letzten Treffen. Aber du kannst dir nicht vorstellen…. wie weh es getan hat zu denken, du liebst mich nicht mehr und möchtest frei von mir sein!“
Also ja, danach hatte er die Kontrolle wieder abgegeben und dafür schämte er sich. Weil es schwach war und erbärmlich. Aber auch menschlich. Nur weil Feivel manchmal wie eine Maschine funktionierte, konnte er nicht immer erwarten, dass Atticus das auch gelang. Er konnte seine Gefühle eben nicht so abschotten wie Feivel. Er war ein emotionaler, impulsiver und liebesbedürftiger Mensch. Eigentlich Eigenschaften.. die AJ normalerweise an ihm mochte. Aber gerade jetzt wurden sie ihnen wohl zum Verhängnis.
AJs Worte waren wirklich hart. Und Atticus Herz zerbrach noch ein kleines Stück mehr.. obwohl es doch eigentlich längst schon in Trümmern lag. Kaum zu glauben, dass es noch schlimmer werden könnte. So schlimm, dass jeder Atemzug schmerzte. Bislang versuchte er AJ durch sein Flehen davon zu überzeugen, dass er ihn liebte. Aber irgendwann.. bei all den Vorwürfen.. platzte auch aus ihm eine Bemerkung heraus, die er sonst vielleicht nicht gesagt hätte.
„Weil du manchmal eben einfach so bist Alphonse!! Wenn dir etwas zu viel wird, schottest du dich emotional ab, reagierst nur kühl und sachlich und ich weiß dann nie.. was wirklich in deinem Kopf vor sich geht! Du sagst zwar du hättest nie auf diese Weise mit mir Schluss gemacht. Aber die Wahrheit ist… ich weiß nicht, ob das wirklich so ist…“
Das klang nun vielleicht auch hart. Aber es war leider ein Fakt. Manchmal verstand Atticus seinen Partner nicht. Sie waren so verschieden.. und so traurig es auch war.. leider hatte er ihm durchaus zugetraut ihn auf diese Weise zu verlassen. Weil Feivel manchmal eben irrationale Dinge tat statt sie konstruktiv zu lösen.
„und vielleicht lag es auch daran, dass ICH mir nicht vergeben konnte, obwohl du es getan hast..“
Das war sicher auch mit ein Grund warum Atticus diese Worte geglaubt hatte. Solange er sich nicht verzieh.. hatte er sich einfach nicht vorstellen können, dass AJ es konnte. In dem Moment ihrer Aussprache vielleicht. Aber nicht wenn er anschließend wieder nachts wach lag und alle Dinge ins Tausendfache zerdachte.
Alphonse machte ihm weitere Vorwürfe.. weil Atticus nicht mehr um ihn gekämpft oder nach ihm gesucht hatte. Woraufhin er den Kopf senkte.. denn diese Worte trafen ihn mitten ins Herz. Und er fühlte sich grässlich deswegen, weil er ja Recht hatte.
„Ich weiß….“
Schluchzte er deswegen nur und hielt sich beide Hände vors Gesicht. Er war wirklich so ein mieser Freund und Schwächling.
„Doch mein Herz war gebrochen Alphonse, ich … hab es einfach nicht geschafft.. und ich weiß dafür gibt es keine Entschuldigung..“
Vielleicht hatte er sie aufgegeben. Aber ganz sicher nicht wegen Kieran, so wie AJ nun dachte. Sondern einfach.. weil er am Ende gewesen war. Und nicht mehr die Kraft dafür gefunden hatte weiter zu hoffen. Dass AJ das zu wenig war….. war ihm klar.. und er konnte es verstehen…
Aber wenn er schon im letzten Monat nicht gekämpft hatte, dann wollte er es wenigstens jetzt versuchen! Und deshalb konnte er ihn nicht einfach ziehen lassen sondern hielt ihn fest..
Er erwartete schon, dass Alphonse ihn erneut von sich stieß. Doch wenigstens hätte er es dann versucht und nicht einfach aufgegeben. Aber diesmal folgte kein Schlag oder dergleichen. Stattdessen drehte AJ sich in seinen Armen um.. und legte müde den Kopf auf seiner Schulter ab. Woraufhin Atti ihn noch viel fester an sich zog und umarmte. Vielleicht war das ja die letzte Umarmung, die er jemals bekommen würde also.. musste er sie so lange auskosten wie nur irgendwie möglich.
„Ich weiß es nicht….“
Sagte Atticus nun ebenfalls schniefend. Denn das Leben war so verdammt unfair zu ihnen. Sie waren doch nur zwei Teenager. Wie sehr konnten sie das Schicksal denn in ihren jungen Jahren schon verärgert haben?
„Ich gehe mit dir… ich… ich verlasse die Wicked.. und wir lassen die ganze Scheiße einfach hinter uns okay? Ich.. komme mit dir.. wenn.. du mich denn immer noch willst..“
Vielleicht waren diese Worte nun eine Kurzschlussreaktion von Atticus. Aber gerade in diesem Augenblick stand er voll und ganz dahinter. Und war bereit einfach alles aufzugeben… damit Alphonse ihm eine weitere Chance gab..
@Alphonse Drummer



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»Ja, vielleicht kann ich das nicht ...«, gab Feivel gebrochen zu. An den Vermissungsschmerz waren sie halbwegs gewohnt und daran, sich monatelang nicht zu sehen. Trotzdem wussten sie ja, dass sie aufeinander warteten, sich wiedersehen würden und einander liebten. Diese Gewissheit war Atticus genommen worden. Feivel konnte noch so sehr darauf rumhacken, dass er den Brief für voll genommen hatte, es änderte nichts an dieser Tatsache. Ebenso wenig an anderen Unterschieden, die bei ihnen herrschten. Frustsex war gang und gäbe. Alphonse wusste das. Er hatte es bei Edward mitbekommen, er hatte es in vielen Büchern gelesen und es trotzdem nie verstanden. Aber war nun mal ein Unikat. Der Einzige, der ihn entflammen konnte, war Atticus. Wenn sonst jemand ihm schöne Augen machte – was er ohnehin nicht bemerkte – war er so wie früher ein Roboter. Selbst andere beim Rummachen zu sehen, beschämte ihn eher, als dass es ihn anfachte. Es gab nur einen, mit dem er intim werden wollte. Den er vollkommen liebte.
Es war nur Recht, dass Atticus jetzt auch austeilte. Das hatte Feivel nach allem, was er ihm eben entgegengeschleudert hatte, verdient. Ihre Herzen lagen ohnehin schon in Trümmern. Faszinierend, wie sehr sie doch weiter brechen konnten. Irgendwann wäre da nur noch Staub übrig, der sich vielleicht nie wieder zu einem funktionierenden Organ auftürmen würde.
Eigentlich hielt sich Feivel für einen sehr rationalhandelnden Menschen. Doch für Außenstehende wirkte es wahrscheinlich oft nicht so. Und wenn er überfordert war, agierte er schon impulsiv. Wie bei Violet. Und mit allem, was er nach der Sache im Bordell getan hatte. Sich selbst angetan hatte. Seine Eltern sprachen nie darüber, aber Feivel hatte ihnen den Schock und das Unverständnis angesehen.
»Dann glaub es mir bitte jetzt. Ich würde dich niemals auf so schäbige Weise verlassen. Niemals. Selbst wenn es einfacher für mich wäre, so hast du das nicht verdient. Das könnte ich dir nicht antun.« Vorhin hatte Atti ja noch behauptet, er würde ihm alles glauben. Mal sehen, ob er ihm das nun tatsächlich abnehmen würde.
Das Thema Vergebung war noch mal ein anderes. Alphonse hatte ebenfalls Schwierigkeiten damit, sich selbst Absolution zu gewähren. Eigentlich hatte er das bei seinem keiner Fehltritte bisher geschafft. Er warf sich immer noch sehr viel vor und gab sich die Schuld an einigen Dingen und Vorkommnissen.
»Wir brauchen echt niemanden, der uns sabotiert. Das schaffen wir allein ganz gut«, stellte er ernüchtert fest. Ihm entfuhr sogar fast ein bitteres Lachen. Es blieb ihm in der Kehle stecken.
Feivel sah fort, als nun Atticus sein Gesicht in den Händen verbarg und schluchzte. Ihm sagte, er habe es nicht mehr geschafft, stark zu sein. Ihn derart niederzumachen hatte nicht in AJs Absicht gelegen. Er wusste doch, wie scheiße Attis Leben hier war. Wie sehr die Wicked ihn zu einem Menschen verwandelten, der er nicht war.
Und doch konnte er nicht auf ihn zugehen, sondern wollte aus der Situation fliehen. Er schaffte es nicht, doch Atticus hielt ihn ohnehin auf. Diesmal griff er nicht nach seinen Händen, sondern schlang die Arme um seinen Bauch. Damit hatte Feivel nicht gerechnet und ... da sie sich jetzt unmittelbar so nah waren, merkte er, wir dringend er das brauchte. Trotz allem. Oder gerade deswegen. Er war des Kämpfens überdrüssig. Des sich Aufrechthaltens, des Starkseins. Weswegen er in Attis Armen förmlich zusammensackte und über die Ungerechtigkeiten ihrer beider Leben klagte.
Und dann passierte erneut etwas, womit er nicht gerechnet hatte. Atticus wollte mit ihm gehen und die Wicked verlassen.
»Was ...?«
Alphonse löste sich etwas, um seinem Gegenüber in die Augen zu schauen. »Nein ... ich meine ja ... aber ...« Er atmete tief durch und wischte sich die ganzen Tränen aus dem Gesicht. »Ich würde nie verlangen, dass du den Wunsch, Sienna zu rächen, aufgibst. Wenn du mit mir kommst, dann helfe ich dir trotzdem dabei. Wir finden einen Weg. Aber du sollst das jetzt nicht tun, nur damit ich bei dir bleibe. Sondern, weil du es dir wirklich vorstellen kannst.«
AJ trat einen Schritt zurück, auch wenn immer noch da stand wie ein begossener Pudel. »Lass uns erst herausfinden, wer einen Keil zwischen uns treiben wollte. Und dann schauen wir weiter, okay?« Das würde ihnen auch die Möglichkeit geben, noch ein wenig ihre Gefühle zu sortieren. Bis zum vermutlich nächsten großen Drama, sobald der Übeltäter gestellt wurde.
@Atticus Keene



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Atticus wollte für seine Taten ja gar keine Absolution oder Vergebung. Er wusste, dass er Fehler gemacht hatte. Viele Fehler. Und er wusste, dass AJ sehr perfektionistisch war. Also wie konnte er mit jemandem zusammen bleiben, der ständig so viel Scheiße baute? Er wollte nur… dass er versuchte ihn zumindest ein bisschen zu verstehen. Das war alles.. mehr verlangte er gar nicht von Feivel.. was noch lange nicht hieß, dass das eine Entschuldigung für Atticus Verhalten war. Doch gerade kam er sich vor wie der schrecklichste Freund überhaupt, der einfach alles falsch machte. Und das tat verdammt weh.. denn gab es nicht auch Dinge die Atticus gut konnte? Gerade fühlte es sich nicht so an.
„Okay…“
Gab er nur schniefend zurück. Denn ja, er glaubte AJ. Wenn er es ihm sagte dann… glaubte er ihm. Nur hatten sie nie über so ein Szenario geredet, weshalb Atticus diese Gewissheit nicht gehabt hatte und deshalb verunsichert gewesen war.
Natürlich tat es ihm nun trotzdem wahnsinnig Leid AJ solch ein Handeln unterstellt zu haben.. aber er hatte sich ja schon mehrfach dafür entschuldigt. Ein weiteres Mal würde wohl auch nichts ändern..
Seine folgenden Worte klangen allerdings sehr vernichtend. Weshalb Atticus traurig den Kopf sinken ließ. Er wollte nicht, dass Alphonse so über ihre Beziehung dachte… aber gerade konnte er es ihm wohl nicht verübeln.
„Ich weiß, dass das alles gerade einzig und allein meine Schuld ist..“
Er war es, der diese Beziehung sabotierte. Aber.. war Atticus in schweren Zeiten nicht auch für Feivel da gewesen? Hatte ihm beigestanden, egal wie hart es manchmal gewesen war? Atticus wünschte sich.. dass Alphonse ihm nun ebenfalls beistand und ihn nicht einfach fallen ließ, selbst wenn er es vielleicht verdient hatte.. aber vielleicht verlangte er in der Hinsicht einfach zu viel.
Atticus wusste wirklich nicht was er nun noch tun konnte, um ihre Beziehung zu retten. Wobei.. eine Sache gab es da noch. Der letzte Strohhalm sozusagen, den Atticus nun zückte. Nämlich den Vorschlag die Wicked zu verlassen.
Allerdings kam wohl auch das nicht gut an, denn AJ löste sich von ihm. Naja, das war keine Überraschung. Vermutlich war es das Letzte, das Alphonse nun wollte, dass Atticus mit ihm ging. Vermutlich wollte er ihn lieber so schnell wie möglich wieder loswerden.
Atticus versuchte sein Gesicht ebenfalls trocken zu wischen und sich zu beruhigen, auch wenn das wirklich schwierig war. Aber anders könnten sie wohl kein vernünftiges Gespräch führen.
Und offenbar zog Alphonse es nun doch in Betracht? Atticus war verwirrt.. aber es ließ ein minimales Flämmchen an Hoffnung zurück in sein Herz kehren.
„Ich.. habe nach unserem letzten Gespräch viel darüber nachgedacht Alphonse. Und ich bin zu dem Schluss gekommen… dass unsere Beziehung das aller Wichtigste in meinem Leben ist. Noch wichtiger.. als meine Rache. Ich habe nur verdammt lange gebraucht, um das zu kapieren.“
Er hatte in Gedanken auch häufig Zwiegespräche deswegen mit Sienna geführt. Und nie.. war sie wütend oder enttäuscht von ihm gewesen. Weshalb sich diese Idee immer mehr in Atticus Kopf gefestigt hatte. Es würde ihm Leid tun.. wegen seinem Dad und weil es alles noch komplizierter machen würde, denn gänzlich aufgeben würde er seine Rache nicht. Auch wegen Kieran tat es ihm Leid aber… darauf konnte er nun einfach keine Rücksicht nehmen. Er musste sich nun auf sich selbst und sein eigenes Leben konzentrieren. Viel zu lange hatte er nur gelebt, um es allen anderen irgendwie Recht zu machen. War dabei stets auf der Strecke geblieben. Waren jetzt nicht endlich mal sie dran? Nach all dem Mist ein wenig Glück zu finden?
Doch AJ schien es nun trotzdem ein bisschen zu schnell zu gehen. Denn gerade in diesem Gefühlszustand wäre Atticus dazu bereit einfach alles stehen und liegen zu lassen und sofort mit AJ zu gehen. Ohne noch ein einziges Mal zurück zu sehen. Dass er das später aber womöglich etwas bereuen würde… war AJ wohl klarer als Atticus selbst. Denn sich nicht von seinem Dad zu verabschieden wäre fatal. Trotzdem war er gerade vollkommen bereit dazu.
„Wenn ich bei den Wicked bleibe, dann wird das auf lang oder kurz unsere Beziehung zerstören. Da du mir… wegen Kieran vermutlich nie wieder vertrauen wirst. Ich treffe diese Entscheidung also schon vorrangig, um dich nicht zu verlieren, ja. Aber nur.. weil du einfach das aller Wichtigste für mich bist und.. ich mir nichts sehnlicher wünsche.. als unsere Zukunftsträume endlich Realität werden zu lassen“
Trotzdem wollte Alphonse vorher herausfinden wer für die Sabotage verantwortlich war. Was schon ein bisschen nach Zurückweisung klang und weh tat. Aber vermutlich…. war es vernünftiger so.
„Na schön.. wenn es das ist was du möchtest. Aber ich werde meine Meinung nicht ändern. Das verspreche ich dir“
Und er hoffte, Alphonse konnte ihm das nun glauben..
@Alphonse Drummer



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War es tatsächlich einzig und allein Attis Schuld? Und durfte Alphonse ihm überhaupt so viel Anteil an der Misere zusprechen, nur weil gerade sonst niemand da war, der die ganze Ladung abbekommen konnte? Es war hart, seinen Liebsten derart gebrochen zu sehen. Doch sie beide waren es. Alphonse versuchte ja, sich in Atticus’ Lage zu versetzen. Und er vergaß auch sicher nicht, was sein Partner schon alles für ihn getan hatte. Was er für ihn riskiert hatte und auch, was er bereit war, an ihm zu akzeptieren. Ihre einmalige Verbindung wegen der Machenschaften anderer wegzuwerfen, lag nicht Feivels Absicht. Er musste nur auch erkennen, dass selbst das Fremdgehen eine Begleiterscheinung der Intrigen war. Ein Kollateralschaden. Und dass daraus keine neue Gefahr entstand, nämlich Attis Liebe zu wem Neuen oder ein Nebenbuhler, den sie ab jetzt niemals loswurden.
»Nein. Es ist nicht einzig und allein deine Schuld. Wer immer uns sabotiert, ist der Hauptschuldige. Denn wegen ihm hast du aufgegeben. Und wegen der Wicked. Ich weiß, dass du bei ihnen anders bist. Hoffnungsloser. Du musst jeden Tag so stark sein, um hier zu überdauern. In dieses Leben werde ich mich niemals richtig einfühlen können. Bei mir hat schon ein halber Tag im Bordell gereicht, um ... mich zu brechen. Danach habe ich auch sehr viel infrage gestellt.« Und tat es manchmal immer noch. Feivel sah zu Boden. »Wir sind die Opfer. Ich weiß das, Atticus. Und auch, dass du nicht so handeln wolltest, wie du es getan hast. Es ... es tut nur ... so furchtbar weh.« Weswegen Feivel Zeit brauchte. Sich an diesen Schmerz zu gewöhnen, ihn zu ertragen und schlussendlich hoffentlich zu überwinden. Neues Vertrauen zu schöpfen.
Atticus bot ihm aus Verzweiflung an, die Wicked zu verlassen. Aber war es das, was er wirklich wollte? Einen Schnellschuss würde sein Partner womöglich später bereuen. Das barg Potenzial für ein neues Zerwürfnis.
In einer anderen Situation hätten Attis Worte sein Herz höher schlagen lassen, aber selbst jetzt war da nur dumpfer Schmerz in seiner Brust. Hätte Atticus wirklich erkannt, dass ihre Liebe wichtiger war als alles andere, warum hatte er dann nicht mehr darum gekämpft? Es brachte nichts mehr, diese Frage zu stellen, also hielt Alphonse die Klappe. Eigentlich wusste er ja die Antwort und er wollte nicht weiter auf einer Schwäche herumhacken, für die sich sein Freund gerade ohnehin schon genug schämte.
Jedoch war AJ ebenfalls der Ansicht, dass ihre Beziehung unter keinem guten Stern stehen würde, sollte Atticus noch lang bei den Wicked bleiben. Vertrauen war durchaus ein Problem, besonders, wenn Kieran ebenfalls hierblieb. Diesem Jungen würde Alphonse wohl niemals Zuneigung oder Vertrauen entgegenbringen können. Zumindest anfangs nicht. Vielleicht später. Denn er wollte Atti seine Freundschaften eigentlich nicht verbieten.
Der Wunsch, sich erst um den Übeltäter zu kümmern, war nicht aus Zurückweisung und dem Schinden von Zeit geboren. Weswegen Alphonse es nun war, der auf Atti zuging und ... dessen Hände nahm. »Wer auch immer uns das hier angetan hat, wird damit nicht aufhören, nur weil du verschwindest. Das ist eine sehr persönliche Sache. Wer immer das war, weiß viel über uns und wie wir ticken. Wahrscheinlich hat er auch all meine Briefe gelesen und ...«
Scheiße ... plötzlich kamen ihm erneut die Tränen. Ihr Widersacher wusste somit auch über Caras Schwangerschaft Bescheid. Über Interna von der Jupiter. Alphonse war nie zu sehr ins Detail gegangen, aber dennoch. Wie naiv war er eigentlich gewesen, solche empfindlichen Informationen in Briefe zu packen? Schon wieder bekam AJ kaum Luft. »Wir müssen ihn sofort aufhalten, Atti. Das müssen wir einfach. Wer weiß, was er uns sonst noch antut oder Menschen, die uns was bedeuten.«
Er wischte sich die Tränen vom Gesicht. »Kann ich hier schlafen? Und morgen setzen wir deinen Plan um?« Atti würde dann mit Joey und Kieran sprechen, danach würden sie sich auf die Lauer am Briefkasten legen und dann sehen, ob einer der beiden ersten Verdächtigen tatsächlich der Täter war.
@Atticus Keene



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Nein, niemals würde Atticus Herz sich für jemand anderen entscheiden. Und er versuchte verzweifelt das Alphonse auch klar zu machen. Wusste aber nicht, ob seine Worte wirklich bei dessen Herzen ankommen. Atticus konnte es nur hoffen. Denn er hatte alles gesagt… was es zu sagen gab. Nun lag es in der Entscheidung von Feivel, ob er ihm ein weiteres Mal vergeben konnte oder nicht..
Wenigstens schien Alphonse nach und nach zu versuchen sich in seine Lage zu versetzen und Atticus nicht mehr die alleinige Hauptschuld an dem Geschehenen zu geben.
Trotzdem änderte das nichts an den Schmerzen die er AJ zugefügt hatte. Weshalb er noch mal schniefend meinte
„Ich weiß… und dafür hasse ich mich am aller meisten. Ich wollte dir nie.. derart weh tun Feivel..“
Hastig wischte er sich über die Augen, da diese verdammten Tränen schon wieder die Schleusen öffneten. Egal wer Schuld an all dem war, Atticus hatte seinem Freund weh getan. Mehr als nur einmal. Und das würde er sich vermutlich nie vergeben, denn das war das schlimmste Gefühl überhaupt.
Er wollte ihm beweisen wie sehr er ihn liebte, indem er die Wicked verließ. Allerdings war das nicht nur eine Kurzschlussreaktion. Er hatte davor schon auch ernsthaft darüber nachgedacht, war sich nur unsicher gewesen, ob es wirklich der richtige Weg war. Doch jetzt sah er ehrlicherweise keinen anderen mehr… nicht, wenn er seine Zukunft mit Alphonse retten wollte. Und das war okay. Vielleicht brauchte er diesen ‚Schubs‘ um endlich die richtige Entscheidung zu treffen.
Es bedeutete ihm die Welt, dass AJ nun auf ihn zukam und nach seinen Händen fasste. Selbst wenn das nicht hieß, dass er ihm einfach so alles verzieh.. das war ihm schon klar. Aber es war zumindest eine kleine Geste.. die einfach alles änderte. Weshalb er erneut schniefte als er ihm in die Augen blickte. Diesmal jedoch aus Rührung und Dankbarkeit.
„Ja, in Ordnung. Dann lass.. ihm uns das Handwerk legen“
Sie mussten schnell handeln, solange alles noch ganz frisch und glaubwürdig war. Weswegen Atticus bei Feivels Frage auch nur nickte, jedoch traurig meinte.
„Natürlich. Aber… ich kann nicht bleiben Feivel..“
Jeder hatte gesehen wie dramatisch er abgebraust war. Kieran konnte ihn vermutlich nicht all zu lange decken, sofern er das überhaupt tat. Aber eigentlich glaubte Atticus nicht daran, dass er der Übeltäter war. Das würde ihn in seinen Grundfesten erschüttern. Genauso wie bei seinem Dad. Also eigentlich konnte er nur darauf hoffen… dass niemand von den beiden bei dem Briefkasten auftauchte.
Er musste ihnen gleich heute von der ‚Trennung‘ erzählen. Und dabei in Tränen ausbrechen, damit es glaubwürdig war. Was nicht schwer werden würde, denn ob AJ ihm nun wirklich vergab und sie ihre Beziehung retten konnten… stand ja tatsächlich in den Sternen. Es wäre also nur eine halbe Lüge und seine Verzweiflung echt.
„Ich gehe im Morgengrauen los, um den Brief herzubringen..“
Gab er ihm noch die Info. Und dann.. wurde Atticus unschlüssig. Denn er wollte Feivel hier wirklich nicht alleine lassen. Aber er hatte keine andere Wahl. Wenn seine Tarnung jetzt, so kurz bevor er diesen Ort verlassen wollte, auffliegen würde und man ihn einsperrte… das wäre wirklich der absolute Worst Case. Sie mussten also noch ein bisschen durchhalten. Nur noch eine kleine Weile
Dennoch hielt Atticus es jetzt nicht aus einfach so zu gehen. Weswegen er nun hastig an Feivel heran trat und ihn fest in seine Arme schloss. Wenn dieser es denn zuließ.
„Wir.. kriegen das wieder hin, oder?“
Suchte Atticus verzweifelt nach.. einer kleinen Bestätigung dafür, ob Feivel wirklich vor hatte ihm zu vergeben. Und ob er noch an ihn und diese Beziehung glaubte oder nicht.
„Ich liebe dich..“
Konnte er nur noch mal untermauern und dann blickte er Feivel zögerlich in die Augen. Denn er wollte ihn gerne küssen, er traute sich bloß nicht, weil er nicht wusste, ob es dafür nicht viel zu früh war..
@Alphonse Drummer



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»Ich weiß, dass du das nicht wolltest. Trotzdem passiert so was. Auch in den besten Beziehungen.« Alphonse bemühte sich um ein trauriges Lächeln, selbst wenn es nicht seine Augen erreichte. »Gib mir nur bitte etwas Zeit, um ... damit klarzukommen.« Was ja schon hieß, dass er ihre Beziehung nicht beenden wollte. Nur leider würde er eben nicht binnen weniger Stunden mit der Verarbeitung seiner Gefühle fertig sein. Besonders nicht hier, im Feindesland. Um zu heilen, musste er nach Hause. Am besten mit Atticus. Aber zuerst hatten sie noch eine andere Aufgabe zu erledigen.
Einen Plan hatten sie ja bereits gefasst und am besten begannen sie gleich damit, ihn umzusetzen. Auch wenn das bedeutete, dass sie sich nun zunächst verabschieden mussten. Feivel senkte den Blick. »Ja ... ich weiß, dass du gehen musst. Ich komme schon klar.« Der Bunker war schließlich auch ein bisschen wie ein Zuhause. Es gab hier unten Erinnerungen, die Alphonse des Nachts hoffentlich wärmen würden. An die Zeiten ihrer ersten Verliebtheit. Der erste Kuss, das erste Mal, das erste ›Ich liebe dich‹ ... und vieles mehr. Wenn er an den Ursprung ihrer Liebe dachte und wie viele Hürden sie schon seit Tag eins zu überwinden hatten, gab ihm das durchaus Mut. Auch wenn es irgendwie auch schmerzte, da sie damals ... noch so unschuldig gewesen waren. Im Vergleich zu jetzt. Das Leben hatte ihnen so übel mitgespielt in dem letzten Jahr ... wirklich eine grausame Erkenntnis.
Wie sollten sie sich jetzt verabschieden? Atticus entschied sich für eine Umarmung, die Alphonse auch erwiderte. Er schloss die Augen und drückte seinen Partner fest an sich. »Ich ... Ja, das werden wir.« Auch wenn da immer noch leichte Zweifel waren, wollte er sich mit diesen Worten selbst überzeugen. Und Atticus die Kraft zu schenken, zu den Wicked zurückzukehren und zu tun, was er tun musste.
Sie lösten sich etwas voneinander, um sich anzublicken. »Ich liebe dich auch.« Schon wieder kamen da verdammte Tränen aus Feivels Augen. Man sollte meinen, er hätte sich inzwischen leer geweint. »Bitte pass auf dich auf.« Vielleicht fühlte sich der Übeltäter schon in die Ecke gedrängt, selbst wenn es nicht Kieran oder Joey war. Atti und er befanden sich hier also durchaus in Gefahr. Sie konnten nun nicht aufeinander aufpassen. Hoffentlich würden sie sich morgen wiedersehen, aber zu hundert Prozent sicher konnten sie sich trotzdem nicht sein. Dieser Gedanke war es, der Alphonses Widerstand bröckeln ließ. Er fühlte sich noch nicht bereit, Atti zu küssen, aber wer wusste, ob und wann sie je wieder die Gelegenheit dafür bekommen würden? Morgen könnte schließlich auch was schieflaufen oder wenn sie ihren Widersacher noch nicht finden würden.
Weswegen sich Feivel vorbeugte und Attis Lippen mit seinen versiegelte. Ganz sanft, ganz zärtlich und mit dem Salz der Tränen vermischt. Aber es war ein Kuss von Herzen.
Als Atticus fort war, warf sich Feivel komplett angezogen und mit seinem Rucksack an seinen Körper gepresst, in das Bett und wickelte sich in die Decken. Tatsächlich schlief er direkt ein, so erschlagen und müde war er.
Bei den Wicked harrte Kieran nahe des Tors aus, um mitzubekommen, wenn Atticus zurückkehrte. Wenn er denn zurückkehrte. Er machte sich höllische Vorwürfe, weil er sich vorhin in der Bar so hatte gehen lassen. Sie waren sich doch einig gewesen, das nicht mehr zu tun. Aber dieser Tag war einfach scheiße gestartet und war danach nicht besser geworden. Und Atti war es auch so gegangen. Hoffentlich konnten er und Alphonse ihre Differenzen klären. Kieran würde es sich niemals verzeihen, der Grund zu sein, aus dem die beiden nicht mehr zueinanderfanden. Was das alles wohl für ihre Freundschaft bedeuten würde?
Joey hingegen lag nichtsahnend mit einem Bierchen in der Hand in seiner Bude und erfreute sich an der Aussicht, die Drummers nie wieder zu sehen.
@Atticus Keene



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zuletzt bearbeitet 04.12.2023 09:11 |
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Atticus nickte hastig. Er würde Feivel so viel Zeit geben.. wie er brauchte. Und diesmal.. da würde er sich nicht von Zweifeln übermannen lassen. Diesmal musste er an ihre Beziehung glauben. Er musste an Alphonse glauben! Und auch an sich selbst, damit sie dieses Drama irgendwie überwinden konnten. Denn danach.. konnten sie gemeinsam in eine glückliche Zukunft starten, richtig? Dieser Gedanke war gerade alles was Atticus auch nur ansatzweise Kraft spendete. Denn hätte Alphonse ihn nun wirklich endgültig verlassen, würde er sich womöglich direkt in der Arena tot prügeln lassen, weil ohnehin nichts mehr einen Sinn hatte. Doch so.. besaß er wenigstens wieder etwas neuen Mut. Auch wenn ihnen noch einige Hürden bevorstanden.
Alphonse hier zurück zu lassen tat auch scheiße weh und bereitete ihm Sorgen. Würde er wirklich klar kommen?
„Verschließ die Tür und öffne sie niemandem, okay? Wir sehen uns erst wieder am Briefkasten“
Also wer auch immer klopfen sollte… Feivel sollte die Luke verriegelt lassen. Denn womöglich war ihnen ihr Widersacher ja auch schon hier her gefolgt. Wirklich unauffällig waren Atti und Feivel ja nicht gewesen. Weshalb er sich natürlich auch um die Sicherheit seines Freundes sorgte. So viel konnte bei diesem Plan noch schief gehen.. aber es blieb ihnen nichts anderes übrig als die Umstände nun so hinzunehmen.
Edward und Cara machten sich zu Hause ja auch schon höllische Sorgen! Immerhin wollte ihr Sohn nur kurz einen Brief weg bringen und war nicht wieder gekommen. Weshalb Ed sich ebenfalls auf den Weg gemacht hatte, um ihn zu suchen. Hoffentlich würde das nicht noch ein hässliches Aufeinandertreffen geben. Es war ihm zwar schwer gefallen Cara nun alleine zu lassen… aber Alphonse war genauso sein Kind. Wenn auch schon älter, so konnte und würde er ihn trotzdem nicht einfach sich selbst überlassen.
Atticus war dankbar für diesen Kuss.. und nahm das Gefühl tief in seinem Herzen auf.
„Du auch..“
War jedoch alles was er danach noch hinaus brachte. Denn wenn er sich jetzt nicht dazu zwang zu gehen, würde er es nicht schaffen. Weswegen er den Bunker verließ ohne noch mal zurück zu sehen. Er musste sich nun wieder zusammen reißen. Denn er hatte einen Plan umzusetzen. Noch ein letztes Mal.. musste er seine Wicked Maske tragen. Hoffentlich.
Er wischte sich die restlichen Tränen fort als er zurück lief. Doch natürlich sah man ihm ganz deutlich an, dass er heftig geweint hatte. Kieran erwartete ihn bereits am Tor. Schlechtes Gewissen machte sich in Atticus breit, weil er ihn wirklich nicht anlügen wollte aber… es ging nicht anders. Er konnte niemandem hier mehr trauen. Keinem einzigen.
Weswegen er betrübt und kraftlos zu Kieran trottete. Natürlich wollte dieser wissen was passiert war. Weshalb Atticus einfach zu reden begann.
„Der Brief… Alphonse meinte.. jemand hat ihn gefälscht. Er.. hat überhaupt nicht mit mir Schluss gemacht. Naja… bis jetzt.“
Erneut stiegen Atticus Tränen in die Augen. Die nicht mal gespielt waren, denn er war immer noch total durch den Wind.
„Er konnte nicht verstehen wieso… wieso ich nicht mehr um ihn gekämpft habe.. wieso ich den Brief nicht weiter hinterfragt habe, sondern stattdessen mit dir….“
Atticus schloss die Augen und schüttelte schniefend den Kopf. Das alles war einfach dermaßen beschissen.
„Aber diesmal werde ich kämpfen! Ich.. ich werde alles aufschreiben was ich ihm gerade nicht sagen konnte. Das muss ich tun. Um ihm zu zeigen.. wie schrecklich Leid mir das alles tut. Dann… wird er mir doch verzeihen, oder?“
@Kieran Redfield



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Feivel nickte. Er würde die Luke erst öffnen, sobald der Morgen graute und er sich am Briefkasten auf die Mauer legen würde. Ihm schnürte es jetzt schon alles ab, wenn er daran dachte, hier hinauszusteigen. Oben könnte ihn schließlich ein totales Desaster erwarten. Weswegen er auch ganz genau horchte, ob Atti in einen Kampf verwickelt wurde oder so. Nicht, dass man das durch die Luke großartig mitbekommen würde. Es blieb jedenfalls alles still und Alphonse konnte sich erschöpft ins Bett fallen lassen. Zwar schlief er direkt ein, er wurde aber trotzdem oft wach und war sehr unruhig. Wenigstens würde er so nicht verpennen. Natürlich dachte er auch an seine Eltern. Er hoffte, sie würden denken, er und Atti hätten sich spontan getroffen und deswegen war Feivel noch nicht zurück. Leider lag er damit falsch.
Kieran stand sofort auf und lief Atticus entgegen, als er ihn bemerkte. Shit, er sah echt nicht gut aus. Das Gespräch war sicher auch nicht einfach gewesen. Er musste nicht erst fragen, was passiert war, Atti erzählte es ihm bereitwillig. Kieran konnte seinen Ohren kaum trauen. Jemand hatte den Brief gefälscht und das alles war eine riesige Lüge? »Aber ... aber wer würde euch denn so was antun?« So viel wusste er ja noch nicht über die Geschichte des Paares. Da musste jemand die beiden wirklich sehr hassen, um so eine Intrige durchzuziehen.
Kieran sah betroffen zu Boden. Alphonse hatte also keinen Weg gefunden, seinem Freund zu vergeben. Oder wohl jetzt tatsächlichem Ex-Freund. »Das tut mir leid. Es tut mir alles so leid, ich mache mir solche Vorwürfe.« Aber es ging jetzt nicht um ihn, weswegen er sich rasch wieder stoppte. Sich selbst kasteien konnte er immer noch, allein und in Gedanken.
Atticus wollte kämpfen. Natürlich wollte er das. Aber erneut mit einem Brief? »Was, wenn er ihn diesmal nicht liest? Jetzt hat er doch echt keinen Grund mehr, zu eurem Briefkasten zu gehen. Warum ... kommst du denn wieder her, statt ihm nachzugehen? Das hätte doch mehr Gewicht.« Kieran rieb sich nachdenklich über das Haar. »Vielleicht kannst du deinen Brief mit irgendwas verbinden. Irgendwas, das er sehr mag. Oder ... warte! Würde es vielleicht was bringen, wenn ich mit ihm rede? Mich entschuldige und ihm sage, dass ich mich nicht zwischen euch dränge? Er ... Ihr ... habt nichts vor mir zu befürchten.«
@Atticus Keene



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Kieran wirkte so überrascht bei seiner Nachricht… und so besorgt. Das.. konnte er doch unmöglich schauspielern oder? Es war ein furchtbares Gefühl nicht zu wissen, wem er trauen konnte und wem nicht. Bislang war ihm klar gewesen, jeder der Wicked hatte Dreck am Stecken und er sollte keinem etwas anvertrauen. Aber nun hatte er einen Freund gefunden.. und seinen Dad. Zwei Menschen.. denen er sich geöffnet hatte. Und nun stand er hier und musste sich fragen, ob das ein Fehler gewesen war? Atticus hasste dieses Gefühl. Und er hasste es auch Kieran nun anzulügen, obwohl dieser sich offenbar wirklich um ihn sorgte. Sobald er den Täter entlarvt hatte würde er ihm alles erklären. Und dann.. mit Alphonse verschwinden. Was ihm auch wieder Leid tat, denn damit ließ er Kieran doch total im Stich. Fuck.. diese Situation war durch und durch beschissen, egal wie er es drehte und wendete.
„Ich weiß es nicht…“
Sagte er deshalb nur kraftlos und kopfschüttelnd. Er wollte jetzt nicht mit ihm darüber nachdenken wer es noch gewesen sein könnte. Denn womöglich lagen sie mit ihrer Vermutung ja auch falsch und es war ganz wer anderer. Wer aus Balar vielleicht, wer wusste das schon.
„Aber Liebe.. hat bei den Wicked wohl einfach keinen Platz..“
Sagte er mit Bitterkeit in der Stimme. Denn leider war die Wahrscheinlichkeit dennoch höher, dass der Täter sich auf Atticus Seite befand….
Dass Kieran sich echte Vorwürfe machte sah Atticus.. und es tat ihm leid. Er war gerade aber auch nicht fähig dazu ihn zu trösten. Diesmal nicht. Nicht nach diesem Gespräch und dieser Erkenntnis. Denn jetzt war Atticus wirklich am Ende seiner Kräfte, also senkte er nur den Blick und schüttelte sachte den Kopf. Seine Methode um ‚abzuwinken‘. Er gab ihm keine Schuld. Immer noch nicht. Und würde er wohl auch nie.
„Vielleicht.. sieht er noch mal nach wenn er sich ein wenig beruhigt hat. Ihm jetzt nachzugehen hätte rein gar nichts gebracht, er hat mir sehr deutlich gemacht…. dass ich ihn in Ruhe lassen soll…“
Also hatte er keine andere Wahl als erneut auf einen Brief zurück zu greifen. Denn nach Balar würde man ihn nun womöglich auch nicht rein lassen, dafür würde Feivel schon sorgen. Also.. in der Theorie, natürlich nicht im echten Leben.
Tatsächlich musste Atticus schwach und traurig lächeln als Kieran so fieberhaft überlegte was er tun konnte um zu helfen. Er konnte unmöglich der Übeltäter sein oder? Das… Atticus konnte es sich einfach nicht vorstellen. Denn gerade war er einfach nur ein toller und fürsorglicher Freund. Weswegen Atticus erneut Tränen in die Augen stiegen. Einfach weil er ihm dankbar dafür war. Und es ihm weh tat ihn nun stoppen zu müssen.
„Du bist ein wirklich guter Freund Kieran.. und ich danke dir für alles, wirklich.. von Herzen. Aber… mit Alphonse zu reden… das würde nicht gut ausgehen. Für niemanden von uns. Ich muss das alleine hinkriegen.“
Er legte Kieran eine Hand auf die Schulter und… zog ihn anschließend fest in seine Arme
„Bitte verzeih mir aber.. ich schaffe es nun nicht länger darüber zu reden okay? Ich will nach Hause.. und mich einfach nur.. in meinem Bett verkriechen“
Kieran hatte dafür hoffentlich Verständnis. Aber Atticus konnte nun nicht weiter mit ihm reden. Denn dann müsste er weiter lügen und.. das schaffte er einfach nicht. Bei manchen Menschen war er einfach viel zu vertrauensselig. Denn am liebsten würde er ihm sofort die Wahrheit erzählen. Aber das ging nicht. Er musste nun gehen. Weshalb er ihn noch einmal drückte.. und dann in den Bereich lief, der für Kieran tabu war. So konnte er ihm auch nicht folgen.
Denn noch ein weiteres Gespräch stand nun an. Eines.. für das Atticus sich weit mehr wappnen musste. Denn es ging um seinen Dad. Dem er…. leider wesentlich mehr zutraute diesen Brief gefaked zu haben als Kieran. Deshalb musste er bei ihm nun ganz genau auf seine Reaktion achten, wenn er ihm von der Sache mit dem Brief erzählte.
Wenig später stand er also vor Joeys Tür und hämmerte mit den Fäusten dagegen. Seine Augen waren schon wieder feucht und er sah einfach nur aus wie ein Häufchen Elend. Weswegen… er seinem Dad sofort schluchzend um den Hals fiel, kaum dass dieser die Türe öffnete..
@Joey Silver



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Kieran erwartete nun keine Absolution von seinem Freund. Mit dieser Schuld musste er nun irgendwie zu leben lernen. Vielleicht gab es ja etwas, was er für die beiden noch tun konnte. Sein Hirn ratterte auf jeden Fall auf Hochtouren, um neue Lösungsansätze zu finden. Mit Alphonse zu reden war jedoch wohl keine gute Idee, weswegen Kieran betrübt den Kopf hängen ließ. Mehr als das fiel ihm nicht ein. Noch nicht.
Atticus nahm ihn in die Arme, womit er nach allem echt nicht gerechnet hatte. Aber er war froh darüber. Vielleicht war ihre Freundschaft ja doch noch zu retten. Wahrscheinlich noch nicht sofort, aber wenn ... etwas Gras über alles gewachsen war. Und sie sich wiedersehen würden. Kieran ahnte ja nichts von Attis Plänen, aber irgendwie fühlte sich das hier schon wie Abschied an.
»Okay. Aber bitte sag mir, wenn ich ... helfen kann. Egal wie. Ich behalte auch meine Hände bei mir. Diesmal wirklich.« Seine Mundwinkel zuckten. Wahrscheinlich war es viel zu früh für diesen Scherz, aber nun ja ... er sprach ihn dennoch aus.
Joey zuckte zusammen, als es dermaßen an der Tür polterte. Was war denn da los? Bei Haus Zorn ging es ja schon mal was rauer zu, aber er konnte sich nicht dran erinnern, jemanden an den Karren gepisst zu haben.
Als er öffnete, stand ein völlig abgewrackter Atticus vor ihm. Oje. Natürlich nahm er ihn sofort in die Arme und streichelte ihm über den Rücken und das Haar. »Heute ist wohl wieder einer der schwierigen Tage, hm? Na komm rein ...« Er schloss die Tür wieder und bugsierte seinen Sohn sanft, aber bestimmt zur Couch. Dann ging er zum Kühlschrank und holte ein weiteres Bier raus, das er Atti hinhielt. Es war echt schwer, ihn so zu sehen. Aber es musste sein. Und es würde auch irgendwann besser werden. Sobald Atticus von den Fesseln der Drummers endgültig befreit war.
@Atticus Keene



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Atticus hatte wirklich Angst davor… was AJ tun würde, sollte Kieran sich ihm jemals nähern. Selbst jetzt, wo sie sich in Wahrheit nicht getrennt hatten, konnte er nicht garantieren.. dass dieses Treffen nicht blutig enden würde. Und zwar für Kieran. Er liebte seinen Freund, aber er wusste auch von seinen Dämonen. Deshalb wollte er dieses Aufeinandertreffen gerne verhindern. Für ihr aller Wohlergehen. Doch Kierans Vorschlag ehrte ihn definitiv. Und er würde ihm seine Unterstützung niemals vergessen. Weshalb er sich noch mal bei ihm bedankte und ihn fest drückte. Sogar schwach schmunzelte bei seinem Scherz und ihm dabei leicht gegen den Oberarm boxte. Diesmal würde es wirklich das letzte Mal gewesen sein.. dass zwischen ihnen etwas lief. Das musste es einfach, wenn Atticus seine Beziehung retten wollte.
Nun war aber die nächste Station an der Reihe. Das schwierigere Gespräch stand noch an. Weshalb Atticus sich extrem unwohl fühlte, als er an Joeys Tür klopfte. Bereitwillig ließ er sich von ihm in die Arme nehmen. Vielleicht wäre das das letzte Mal für lange lange Zeit oder gar… für immer? Denn wenn wirklich Joey hinter diesem Brief steckte, dann.. würde er endgültig mit ihm brechen. So viel stand fest. Irgendwo hatte auch Atticus seine Grenzen. Selbst wenn sie bei Joey sehr dehnbar waren.. doch irgendwann war Schluss mit seiner Gutmütigkeit.
Atticus ließ sich auf die Couch sinken und nahm das Bier an. Starrte aber nur verloren hinein. Er hatte heute wirklich schon genug getrunken.. und ihm war echt nicht nach Alkohol. Weshalb er es einfach nur fest hielt, als Anker.
„Kann man so sagen….“
Murmelte Atticus leise und blickte dann rüber zu Joey. War sein Mitgefühl echt? Tat es ihm wirklich Leid seinen Sohn so verloren zu sehen? Atticus wusste es nicht. Er wusste gefühlt nie.. was in seinem Vater vorging.
„Alphonse war vorhin bei den Wicked in der Bar…“
Ließ er die Bombe nun platzen und beobachtete gaaaaanz genau, wie Joey nun auf diese Nachricht reagierte.
„Er hat mir gesagt.. der Brief war gefälscht und er hat überhaupt nicht mit mir Schluss gemacht..“
Fügte er weiters hinzu, ließ seinen Dad auch dabei nicht aus den Augen. In der Hoffnung.. dass er irgendetwas in ihm lesen konnte.
Ehe er jedoch etwas davon sagte, dass sie sich nun endgültig getrennt hatten, wollte er vorher sehen wie Joey darauf reagierte.
@Joey Silver



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Joeys Mitgefühl war echt. Ihm machte das alles doch keinen Spaß. Diesen hatte er höchstens empfunden, als er Alphonses und Attis Briefe gelesen hatte. Weil dieser Teenie-Kitsch darin sehr entzückend gewesen war. Vielleicht hatte er beim Verbrennen der Schriebe auch ein wenig Genugtuung gespürt. Er mochte die Drummers schließlich nicht besonders. Alphonse aber schon ein bisschen. Wären die Umstände anders, würde sich Joey dieser Liebe nicht in den Weg stellen. Aber es musste sein, sonst würde Atticus riesige Fehler begehen und sich von den Wicked abwenden. Sich von ihm abwenden. Das durfte um keinen Preis geschehen, deswegen musste Joey seinen Sohn durch die Dunkelheit führen. Und dann wieder ins Licht. Es war schließlich nur eine Jugendliebe, oder? Sie hätte eh nicht gehalten. Das mit Kieran hätte sicher mehr Zukunft.
Joey war sich sicher gewesen, dass AJ sich niemals wieder auf das Wicked-Gebiet wagen würde. Weswegen durchaus ehrliche Überraschung in seinem Gesicht stand, als Atti ihm die Kunde von dessen Auftauchen überbrachte. »Was? Shit, hat ihn jemand gesehen? Bist du deswegen so durch den Wind?« War er hier, um Hilfe zu holen? Joeys Sorge war durchaus begründet. AJs Ergreifen hier könnte zu vielerlei neuen Problemen ... und Fragen sorgen.
Wäre wirklich Gefahr in Verzug, würde Atti wohl nicht so ruhig hier sitzen. Stattdessen berichtete er, dass Alphonse ihm gesagt hatte, der Brief wäre eine Fälschung. Was ja auch stimmte, nur durfte Joey sich nicht anmerken lassen, dass er es wusste. »Ach ja? Sicher, dass er dir das nicht nur erzählt, um dich zurückzubekommen? Vielleicht hat er es sich noch mal anders überlegt und tischt dir ein paar Lügen auf, damit du nicht mehr sauer auf ihn bist.« Dieser Drummerbursche war schließlich extrem schlau. Weswegen Joey diese Bedenken durchaus angebracht fand.
@Atticus Keene



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Wie konnte er Genugtuung dabei empfinden die Briefe zu verbrennen??? Gerade beim Lesen hätte er doch bemerken müssen, dass diese Beziehung weit über eine Jugendliebe hinaus ging. Dass die beiden wirklich eine Zukunft miteinander planten.. und alles was sie schrieben absolut ernst meinten. Nur weil Joey nicht mehr an die wahre Liebe glaubte.. warum konnte er es seinem Sohn nicht gönnen? Eine Beziehung mit Kieran würde nie funktionieren! Weil sie beide dafür viel zu gebrochen waren und sich immer wieder gegenseitig runter ziehen würden. Würde Joey seinen Sohn wirklich lieben.. würde er das erkennen und ihm sein Glück gönnen, statt es immer wieder zu sabotieren.
Machte Joey sich echt Sorgen darum, ob AJ jemand gesehen hatte? Ach Scheiße.. Atticus wollte gerne sowohl Kieran als auch ihm glauben. Denn auch Joeys Reaktion wirkte ehrlich.. er war total verwirrt und wusste überhaupt nicht mehr was er glauben konnte.
„Ich glaube nicht.. also.. zumindest niemand der ihn hätte erkennen können“
Zumindest hoffte Atticus das, 100%ig ausschließen konnte er es leider nicht.
Das Joey AJ nun hingegen gleich als Lügner bezichtigte machte ihn schon etwas skeptischer. Seine Einwände waren vielleicht plausibel… trotzdem kam es ihm verdächtig vor. Aber wahrscheinlich auch nur deshalb, weil er nun nach irgendwelchen noch so kleinen Hinweisen suchte und alles verdächtig fand.
„Dann hätte er einfach nur sagen müssen… dass er es sich anders überlegt hat und ich hätte ihm sofort verziehen. Immerhin hätte ich seine Beweggründe verstanden. Aber.. es hat ohnehin nichts geändert, denn dass ich mit Kieran geschlafen habe.. konnte er mir nicht vergeben. Außerdem hat er uns dabei erwischt… wie wir erneut fast geknutscht haben. Nun hat er also wirklich Schluss gemacht.. diesmal von Angesicht zu Angesicht“
Atticus blickte wieder traurig zurück in die Flasche und schwenkte sie ein bisschen.
„Er war wahnsinnig enttäuscht von mir… weil ich nach Erhalt des Briefes nicht mehr um ihn gekämpft habe. Und weißt du was? Er hatte Recht damit! Ich hätte nicht so einfach aufgeben dürfen und wissen müssen, dass an der Sache etwas faul ist. Deshalb werde ich es diesmal richtig machen!! Vielleicht verzeiht AJ mir nie.. aber ich muss es wenigstens versuchen. Ich werde alles was ich fühle aufschreiben und hoffe.. dass er es sich noch mal anders überlegt und.. meinen Brief zumindest lesen wird…“
Mehr als das konnte er nun nicht machen. Atticus wischte sich weitere Tränen weg und stand dann auf.
„Ich muss jetzt gehen Dad, ich.. muss Alphonse einfach sagen was ich fühle… dann.. kann er doch gar nicht anders als mich wieder zurück nehmen, oder?“
@Joey Silver



'I can’t be my own worst enemy, but you could be.'
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Ja, genau das hatte ihn ja auch alarmiert und ihm gezeigt, dass er das Richtige tat. Er musste diese Zukunft, die die beiden sich da ausmalten, im Keim ersticken. Atticus hatte seinen Platz hier bei den Wicked, bei ihm. Die Drummers verdrehten ihm nur den Kopf und sorgten dafür, dass er sich viel zu vielen Risiken aussetzte und seinem bescheuerten Racheplan folgte. Joey hatte seinen Sohn im Stich gelassen und nun wollte er sich um ihn kümmern. Nur leider war er inzwischen so verkorkst, dass er immer alles nur schlimmer machte und manipulierte, wo es wohl ging. Da hatte er in seinem Leben viele gute Lehrer für gehabt.
Leider machte sich Joey nicht aus den Gründen Sorgen um Alphonse. Natürlich wünschte er dem Jungen nicht die Wiederholung vergangener Ereignisse. Aber es ging ihm mehr darum, dass sein Auftauchen hier ungemütliche Fragen aufwerfen würde. Das gefährdete seinen kompletten Plan.
»Du kennst ihn besser als ich, aber sein Kopf funktioniert doch nicht wie unserer. Er spricht selten aus, was er denkt, sondern ist da irgendwie ... viel komplizierter.« Also war es doch gut möglich, dass er sich Lügen bediente, um Atticus leichter zurückzubekommen. So oder so war es ein Problem. Ein Glück war das mit Kieran geschehen. Ohnehin gab es Joey Hoffnung, die Beziehung der beiden würde noch mehr erblühen, wenn sie ihre Finger nicht voneinander lassen konnten. Wie passend, dass Alphonse genau zu so einem Zeitpunkt aufgetaucht war. Jetzt waren er und Atticus wirklich getrennt, nicht nur durch eine Lüge.
Die Zufriedenheit darüber durfte sich Joey nicht anmerken lassen. Aber als sein Sohn was darüber faselte, seinem Ex noch mal schreiben zu wollen, runzelte er die Stirn. »Du glaubst echt, er schaut noch mal in euren Briefkasten? Aber gut, wenn du meinst, das bringt was ... mach das.« Es war ohnehin gleich, da Joey den Zettel morgen schon wieder rausholen würde.
»Ich weiß ja nicht, was du ihm schreiben willst und was du nicht sagen konntest. Und ich hab auch keine Ahnung, wie der Junge tickt. Aber so kannst du dir wenigstens nicht vorwerfen, nicht alles versucht zu haben.« Joey zuckte mit den Schultern. Es gab sicher noch mehr Möglichkeiten, Alphonse zurückzugewinnen. Als guter Vater müsste er welche vorschlagen, hätte es schon längst tun müssen. Aber er war kein guter Vater, auch wenn er sich bemühte, einer zu werden. Er ließ seinen Sohn also ziehen, statt ihm beizustehen.
Alphonse erwachte völlig gerädert im Bunker und rieb sich über die rotgeheulten Augen. Sein Zeitgefühl war durcheinander, aber er war so unruhig, dass er nun ohnehin nicht weiter warten konnte. Also schulterte er seinen Rucksack, befestigte das Katana am Gürtel, und kämpfte sich die Stufen zur Luke hinauf. Kämpfen war hier wörtlich gemeint, auch wenn es ein innerliches Gefecht war. AJ hatte eine Scheißangst, da rauszugehen.
Doch als er den Kopf in die Freiheit steckte, war da niemand. Die Umgebung lag ruhig und verlassen vor ihm, sodass Feivel es schaffte, an die Oberfläche zu klettern und das Wicked-Gebiet endlich zu verlassen. Zum Baum war es dann auch nicht mehr weit. Er hatte sich mit Atticus nicht abgesprochen, wo sie sich jeweils auf die Lauer legen wollten, also suchte sich AJ einfach irgendeinen guten Platz aus, von dem aus er nicht zu sehen sein würde. Da der Zettel schon im Baum lag, hieß das, dass Atti auch schon hier irgendwo war. Ein beruhigendes Gefühl.
Es vergingen sicher zwei Stunden, bis sich im Wald erneut etwas rührte. Diesmal war es Joey, der mit einem Bier in der Hand auf die Lichtung stolperte. Ohne zu zögern steckte er die Hand in den Baum und rupfte den Zettel heraus. Klappte ihn auf. Las ihn. Und dann gefror ihm das Blut in den Adern.
@Atticus Keene



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Die Drummers sorgten dafür, dass Atticus endlich zu dem Jungen werden konnte, der er immer schon sein wollte! Aber das war eine Grundsatzdiskussion, die er schon so oft mit seinem Dad geführt hatte. Heute würde sie nicht folgen. Denn es hatte einfach keinen Sinn zu versuchen ihn davon zu überzeugen, dass AJ der Richtige für ihn war und die Wicked nicht.
„Vielleicht. Aber derart manipulativ und verlogen ist er trotzdem nicht..“
Da gab es hier andere Anwesende, auf die das besser zutreffen würde! Aber das sprach Atticus nun mal lieber nicht aus. Denn trotz des Verdachts musste er sich zurück halten und darauf hoffen, dass er sich irrte. Auch wenn sein Gefühl ihm eigentlich längst bestätigte.. dass Joey irgendwie die Finger im Spiel hatte. Entweder auf Befehl von Luzifer oder aus eigenen Beweggründen, weil er die Drummers so sehr hasste.
Joeys Verhalten war nun nämlich doch ziemlich auffällig. Als er versuchte so betont gelassen wegen dem Brief zu wirken, als hätte er was zu verbergen. Normalerweise würde er ihm sofort ins Gewissen reden und ihm sagen, er solle AJ vergessen, sich lieber Kieran zuwenden, bla bla bla. Aber jetzt war es ihm plötzlich egal und er fand, Atticus sollte es versuchen?
„Ich weiß es nicht.. aber es ist besser als nichts zu tun.“
Bevor Atticus ging.. blieb er jedoch noch mal in der Tür stehen und sah seinem Vater tief in die Augen.
„Dad? Ich weiß du warst mit unserer Beziehung nie einverstanden. Aber ich liebe ihn wirklich. Und es gibt niemanden der mich glücklicher macht.“
Wieso Atticus ihm das nun sagte? Wahrscheinlich.. weil er insgeheim darauf hoffte, seinen Dad durch diese Worte davon abzuhalten zum Briefkasten zu gehen. Selbst wenn er der Täter war… wünschte Atticus, dass er nun einen Rückzieher macht. Erkannte, dass Feivel und Atticus zusammen gehörten und damit aufhörte sein Glück zu sabotieren. Es war ein verzweifelter Versuch.. seinen Dad von einer großen Dummheit abzuhalten, die ihre Beziehung für immer zerstören würde.
Er umarmte ihn sogar noch kurz.. ehe er mit schmerzendem Herzen zurück in sein Zimmer kehrte. Er schrieb lediglich eine Fake Nachricht mit dem Text: ‚Gotcha!‘ und einem wütenden Smiley. In der Hoffnung…. sein Vater war nicht derjenige, den er damit erwischte.
Er brach schon sehr früh auf, während alle noch schliefen. Später war er ohnehin auf einem Posten in einem anderen Haus eingeteilt, weshalb Joey nicht auffallen würde, dass er nicht wieder zurück gekommen war.
Atticus suchte sich ein gutes Versteck hinter einem dicken Baum. Er wusste immerhin aus welcher Richtung der Täter kommen würde, sollte er wirklich von den Wicked sein.
Jedoch kamen weder Joey noch Kieran sondern Alphonse. Es ging ihm also gut.. das erleichterte Atticus. Weshalb er ihm nun auch hinterher schlich und sich letztlich gemeinsam mit ihm versteckte. Es brachte ja nichts wenn sie es getrennt voneinander taten. Reden konnten sie nun ohnehin nicht. Aber Atticus konnte AJs Hand halten oder wohl eher umgekehrt.. denn Atticus war mehr als angespannt.
Es dauerte über zwei Stunden bis sich etwas in den Gebüschen regte. Und als Atticus erkannte wer sich da an dem Baum zu schaffen machte……gefroren auch seine Gesichtszüge. Nein……. das.. durfte doch wirklich nicht wahr sein.
Atticus ballte seine Hände zu Fäusten und biss die Zähne fest zusammen. Betreten trat er aus dem Gebüsch und blickte Joey enttäuscht wirklich traurig an
„Ich hatte mir so sehr gewünscht… dass wir uns irren…..“
Oder dass er mit seinen Worten gestern irgendetwas bewirkt hatte. Aber dem war so nicht. Seine Gefühle waren seinem Dad egal. Waren sie immer schon gewesen.
@Joey Silver



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