@Emily Dalia Buchanan
Jesús drückte das Gaspedal des Dodge SRT tiefer durch und spürte das vertraute Brüllen des Motors. Er liebte dieses Gefühl, die Kontrolle über die Geschwindigkeit zu haben, während er durch das verfallene Umland von Washington raste. Die weiten Felder erstreckten sich endlos vor ihm, ein melancholisches Überbleibsel einer einst lebendigen Welt. Der Himmel war grau und düster, und ein dichter Nebel begann, die Landschaft zu verschlucken.
„Maldita niebla,“ murmelte Jesús und schüttelte den Kopf. „Wie soll ich hier was finden?“ Seine Augen huschten aufmerksam über die verlassenen Bauernhöfe und verfallenen Häuser, die im Nebel wie Geisterschlösser wirkten. Jede verlassene Struktur könnte Vorräte oder Gefahren bergen. Plötzlich, wie aus dem Nichts, sprang ein Zombie direkt vor seinen Wagen. „Hijo de puta!“ schrie Jesús und lenkte den Dodge reflexartig zur Seite. Doch es war zu spät. Mit einem dumpfen Schlag prallte der Untote gegen die Windschutzscheibe, hinterließ eine widerliche Spur aus Blut und Innereien. Der Scheibenwischer versuchte verzweifelt, die klebrige Masse zu beseitigen, doch das Blut verschmierte nur noch mehr die Scheibe und machte die Sicht nahezu unmöglich.
„Natürlich, genau jetzt,“ fluchte Jesús und fuhr langsamer, die Sicht gleich null. „Kann der verdammte Wischer nicht einmal richtig arbeiten?“ Er hämmerte mit der Faust auf das Armaturenbrett, als ob das irgendetwas ändern würde. Der Dodge röhrte weiter durch den dichten Nebel, bis Jesús einen alten Schrottplatz am Rand des Feldes entdeckte. „Gut, das wird gehen,“ sagte er zu sich selbst und lenkte den Wagen vorsichtig dorthin. Er stoppte den Motor, stieg aus und zog seine Machete von der Riemenhalterung am Rücken. Die unheimliche Stille wurde nur durch das leise Tropfen von Blut unterbrochen, das vom Zombie auf der Windschutzscheibe herunterrann.
„Na dann, compadre, raus mit dir,“ murmelte Jesús und machte sich an die Arbeit. Mit einer Mischung aus Ekel und Galgenhumor begann er, die zerquetschten Überreste des Zombies von der Scheibe zu kratzen. „Ist ja fast wie früher, nur ohne die Scheiß-Musik,“ sagte er grinsend, als er ein Stück abgetrennten Arm auf den Boden warf.
Das Blut und die Innereien waren zäh und klebrig, ließen sich nur schwer entfernen. Jesús musste ordentlich Kraft aufwenden, um die Scheibe einigermaßen sauber zu bekommen. „Wenigstens hast du mir den Tag nicht komplett versaut,“ sagte er, während er das letzte Stück Gehirn von der Scheibe kratzte. Er warf es achtlos auf den Boden, trat einen Schritt zurück und begutachtete seine Arbeit. Nachdem die Windschutzscheibe endlich sauber war, zog Jesús eine zerknitterte Liste aus seiner Tasche. Sie war mit einer kaum lesbaren Handschrift vollgekritzelt, was die Sache nicht einfacher machte. Jesús seufzte und versuchte, die Wörter zu entziffern, während er sich immer wieder auf dem Schrottplatz umsah, dessen Wracks bereits ziemlich verrostet waren und durch seine Worte war er ja darauf bedacht dass der ein oder andere Beisseer seinen Weg zu ihm fand, dann müsste er nicht suchen oder böse Überraschungen erleben „Mal sehen, was zur Hölle die brauchen...“
„Kar... Karburator? Oder ist das Karosserie? Verdammt,...“ Er runzelte die Stirn und hielt das Papier näher an seine Augen. „Kaliber? Katalysator? Scheiße, warum kann keiner sauber schreiben?“ Er fluchte leise vor sich hin, während er die Liste durchging, versuchte, die Schrift zu entziffern und die benötigten Teile zu verstehen.
Dann machte er sich auf den Weg durch den Schrottplatz, suchte zwischen alten, verrosteten Fahrzeugen und unzähligen Metallteilen nach den gesuchten Ersatzteilen. Er hob immer wieder Teile hoch, betrachtete sie skeptisch und verglich sie mit der unleserlichen Liste.
Während er sich durch die Haufen von Schrott bewegte, hielt er ständig Ausschau nach weiteren Zombies.