Genta schlief unruhig, wie so oft in den letzten Nächten. Irgendetwas hatte in der Luft gelegen, eine dumpfe Vorahnung, die er nicht abschütteln konnte. Sein Instinkt hatte ihn noch nie im Stich gelassen, auch wenn andere ihn für übervorsichtig hielten. Er drehte sich im Bett, das Laken schweißnass, als ihn ein ohrenbetäubender Knall plötzlich aus dem Schlaf riss. Sein Körper reagierte noch bevor sein Geist vollkommen wach war. Die dumpfe Explosion hallte durch die Mauern der Heavens Paradise und ließ das Glas in den Fenstern klirren. Einen Herzschlag später saß Genta kerzengerade im Bett, Adrenalin schoss durch seine Adern. Sein Blick wanderte reflexartig zum Fenster, wo er die schwachen Lichter der nächtlichen Kolonie durch den Spalt der Vorhänge sehen konnte. Doch etwas war anders. In der Ferne flackerte ein helles, orangenes Licht, und dicker Rauch begann sich wie eine dunkle Wolke über den Horizont zu legen.
Es war kein Traum. Das hier war real.
„Kuso.“ murmelte Genta und schwang die Beine aus dem Bett. Sein Körper bewegte sich automatisch, trainiert von Jahren der Disziplin und einem Leben in ständiger Wachsamkeit. Der Knall hatte ihn unweigerlich an frühere Zeiten erinnert. Angriffe auf seine Familie. Die Schreie, das Chaos. Die brennenden Häuser und das Gefühl der Hilflosigkeit. Doch diesmal war es anders. Diesmal war er vorbereitet. Seine Hände fanden sofort das vertraute Gewicht seiner Handfeuerwaffe, die auf dem Nachttisch lag. Mit routinierten Bewegungen prüfte er das Magazin, lud eine Kugel in die Kammer und schnallte sich das Holster um. Ein Jagdmesser lag griffbereit auf dem Schreibtisch – ein weiteres Werkzeug, das er seit Jahren immer in Reichweite hielt. Es war scharf und glänzte bedrohlich im fahlen Licht der Lampe. Er schob es in seine Gürtelscheide und zog die Schnalle fest. Danach griff er nach seinem Katana, das an der Wand hing. Das polierte Holz des Scheidenhalses fühlte sich kühl und vertraut in seiner Hand an. Ein Relikt seiner Familie, ein Symbol der Stärke, das ihn durch unzählige Kämpfe geführt hatte. Er würde es brauchen.
Während er mit schnellen, geübten Bewegungen seine Kleidung überwarf – ein einfaches, schwarzes Hemd und seine strapazierfähigen Stiefel – spürte er die Spannung in der Luft, eine unsichtbare Bedrohung, die ihm den Nacken hinaufkroch. Seine Muskeln waren angespannt, bereit für das, was kommen würde. „Also ist es jetzt soweit,“ murmelte er, als er die Tür seiner Wohnung aufstieß und in den dunklen Flur trat. Der krstzige Geruch von Rauch drang bereits durch die Wände, vermischte sich mit der kalten Nachtluft. Die Geräusche von Menschen, die such in Sicherheit zu bringen versuchten, hallten durch das Gebäude. Schritte polterten in den Gängen, Schreie zerrissen die Stille. Frauen, Kinder – unschuldige Leben, die jetzt in Gefahr schwebten. Genta ließ den Blick einmal durch den Flur gleiten, bevor er schnellen Schrittes zur Treppe eilte. Während er hinunterstürmte, kehrten die Erinnerungen aus seiner Vergangenheit zurück, ungebetene Schatten aus einer Zeit, die er längst hinter sich glaubte. Die Angriffe auf seinen Clan waren blutig und gnadenlos gewesen. Die Schreie seiner Familie, die Rauchschwaden, die sich über die Hügel gelegt hatten, als die Feinde einfielen. Wie er damals mit nichts als einem Schwert bewaffnet versucht hatte, das Unvermeidliche aufzuhalten. Es war eine Lektion gewesen, die er nie vergessen hatte: Stärke allein reichte nicht. Es brauchte einen klaren Kopf und Disziplin, um zu überleben. Und diesmal war er nicht der Junge von damals. Diesmal war er stärker.
„Sie kommen,“ dachte er, während er durch die Eingangstür ins Freie trat. Die kalte Nachtluft biss ihm ins Gesicht, doch das Adrenalin ließ ihn die Kälte kaum spüren. Vor ihm breitete sich das Chaos aus. Feuer brannte an mehreren Stellen entlang der Mauer, Wachen liefen kreuz und quer, schrien Befehle und versuchten, die Verteidigungslinien zu organisieren. Genta hielt kurz inne, ließ seinen Blick über die Szenerie schweifen und schätzte die Lage ein. Die Angreifer hatten den Überraschungseffekt auf ihrer Seite, das war klar. Es musste Second Dawn sein – Adam Miller und seine fanatischen Anhänger. Sie hatten sicher schon lange nach einem Weg gesucht, die Paradise zu stürzen. Mit der Geschichte der Kolonie hatte er sich im letzten Jahr häufig auseinandergesetzt. Doch was ihn wirklich beunruhigte, war die Organisation des Angriffs. Das hier war mehr als ein einfacher Überfall. Es war ein präziser, gut koordinierter Schlag gegen das Herz der Kolonie und je nachdem, wieviel Härte in diesem Angeiff lag, konnte es Probleme nach sich ziehen. Nicht nur wegen der Menschen. Auch wegen der Untoten.
Genta atmete tief durch und straffte die Schultern. Es gab keine Zeit für Zweifel oder Zögern. Er musste handeln. Die Verteidiger brauchten jeden Mann, der kämpfen konnte, und Genta war nicht jemand, der sich vor der Gefahr versteckte. Nicht jetzt. Nicht, solange Menschenleben auf dem Spiel standen. Mit entschlossenen Schritten rannte er in die Straßen. Das Gewicht seiner Waffen war beruhigend, fast tröstlich, und seine Gedanken waren klar. Diesmal war er bereit – nicht nur für den Kampf, sondern auch für das, was danach kommen würde. Fliehende schickte er in Richtung Bunker, Verteidiger begann er mit gellenden Befehlen zu koordinieren, während er Ausschau nach Kollegen hielt.
*Tagt mal alle HP's Mitglieder, vllt dühlt sich wer angesprochen
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