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THE DEAD DON’T DIE
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#21

03.03.2024 - Companion - Floyd & Dinah

12.12.2024 15:47
Dinah Anderson Dinah Anderson (gelöscht)
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Floyd hatte Recht. Mal wieder. Das wurde ja schon fast zur Gewohnheitssache. Dinah hatte schon viele Menschen getroffen, die der selben Meinung waren. In der Vergangenheit herumzustochern oder festzustecken brachte nie etwas Gutes mit sich. Da war sicherlich etwas Wahres daran. Aber die Dunkelhaarige fand es auch nicht gut wenn man seine Vergangenheit vollkommen verdrängte und noch schlimmer war es wenn man dabei vorgab etwas zu sein, was man aber nicht war. Dinah würde behaupten eine gesunde Mitte war da die Lösung. Es war nichts Falsches daran ab und an an früher zu denken oder sich mal zu fragen wie es gewesen wäre, wenn etwas anders gelaufen wäre. So lange man sich nicht selbst und auch die Realität verlor. Aber so waren die Menschen auf dem Weg bis zum Heute nicht ganz umsonst gestorben. Außerdem war ein gesundes Hinterfragen auch ganz gut. Sonst unterscheidet man sich kaum von Hunden, die den Befehl ihres Herrschens blind folgten. Doch Dinah ließ Floyd's Aussage so stehen. Nicht weil sie nichts zu sagen hätte sondern weil es auch in ihren Augen nichts brachte weiterhin in alten Wunden herumzustochern. „Es sollte aber nicht passieren.“ entgegnete die junge Frau nur auf Floyds Vermutung das sie womöglich jemanden unbewusst provoziert hätten. Aus seinem Mund klang es schon fast als wäre es etwas Alltägliches und nichts besonderes. Vielleicht war es das mittlerweile auch. Dinah wollte es dennoch nicht wahr haben. Sie hat ihre Einheit und Freunde verloren und lebte in der Ungewissheit was mit ihnen passiert war. Das konnte sie nicht einfach so akzeptieren. Sie konnte nicht einfach so loslassen. Nicht bevor sie wirklich den Beweis vor sich liegen hatte, das diese Menschen wirklich … weg waren. Die Dunkelhaarige schüttelte den Kopf. „Ein paar Wochen. Einen ganzen Monat. Was macht es schon für einen Unterschied? Ich stecke hier fest und bin nicht weitergekommen. Das ist ziemlich peinlich. Selbst für mich.“ Na ja im Grunde war feststecken das falsche Wort. Das tat sie nämlich nicht. Sie war auch keine Gefangene von irgendwem. Ihr stand es jederzeit frei zu gehen. Auch zur FONA zurück nach New Jersey. Das einzige was sie davon abhielt? Nun ihr Gewissen und ihr Pflichtbewusstsein. Aber auch die Tatsache das diese Handlung Konsequenzen haben würde. Im schlimmsten Fall würde man sie als eine Deserteurin abstempeln und sie aus dem Dienst entlassen. Einen schlimmere Tatsache gab es für die Dunkelhaarige nicht, weshalb sie wohl auch so verbissen darauf war zu glauben, das ihre Leute noch am Leben waren obwohl sie bereits schon wusste das die Wahrscheinlichkeit mit jedem Tag gesunken war, das es so war. Dinah hatte Angst wenn der Moment kommen würde an dem sie realisierte das es so war... . Floyd's Vorschlag hatte die Laune der jungen Frau aber deutlich wieder angehoben. Und das war noch milde ausgedrückt. Sie war aufgeregt und hoffnungsvoll. Nach langen, vergangenen Wochen reichte ihr jemand eine helfende Hand. Das es jemand sein würde, den sie einfach so im Wald traf und der sie wohl eher zuerst erschlagen hätte … nun Dinah wollte natürlich nicht urteilen. In ihrer Überschwänglichkeit tat Dinah dann oft unüberlegte Sachen wie zum Beispiel die Hände von jemanden packen oder jemanden vor Freude umarmen. Hätte Floyd ihr aufgetragen auf den höchsten Baum in diesem Wald zu klettern, sie hätte es sofort getan. So blieb es aber bei einer einfachen Aufgabe wie das Lagerfeuer mit etwas Erde zu ersticken. Ihre Hand machte eine gespielte Salutation ehe sie das Feuer mit Erde erstickte. Dinah warf sich bereits in das Zelt während Floyd den besagten Draht kontrollierte. Währen dessen fragte sich die Dunkelhaarige wie sie überhaupt einschlafen konnte, wenn sie jetzt so aufgeregt war. Das Problem war schnell behoben, denn die Ereignisse des heutigen Tages hatten der jungen Frau das ein oder andere abverlangt. Kaum hatte sie diesen Gedanken zu Ende gedacht, fielen ihr auch schon die Augen zu.
Manchmal hatte Dinah Angst die Augen zu öffnen, wenn ihre Sinne bereits bemerkten das der Tag langsam anbrach. So dämlich wie es auch klang, fühlte sich manches für die Dunkelhaarige immer noch so surreal an. Als würde sie träumen. Als würde sie immer noch in diesem Fluss umher gespült werden. Langsam öffnete sie schließlich ihre Augen und erblickte immer noch den Stoff des Zeltes, welches sie umgab. Erleichtert atmete die junge Frau aus. Es war kein Traum. Verschlafen krabbelte sie aus dem Zelt heraus, nur um sich erst mal ausgiebig vor dem Zelt zu strecken. Die Luft war frisch und der Horizont war klar. Die Welt wirkte irgendwie heute deutlich bunter und viel belebter. „Guten Morgen Griesgram.“ scherzte die Dunkelhaarige gut gelaunt als ihre Augen Floyd erblickten. „Ich hab verdammt gut geschlafen.“ ließ Dinah dann ihre gestreckten Arme sinken. „Also wie lange werden wir brauchen?“ „Ist die Gemeinschaft sehr groß?“ „Oh ich hoffe sie sind zivilisiert. Weißt du ich bin schon mal auf eine kleine Gemeinschaft gestoßen, die wussten gar nicht mehr wie man eine Toilette benutzt und -“ Dinah verzog nur das Gesicht bei der Erinnerung. „Ah gar nicht zu wichtig.“ legte sie auch gleich schon los mit ihren Fragen und ihrem Geplapper.

@Floyd Webber

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#22

03.03.2024 - Companion - Floyd & Dinah

26.12.2024 16:07
Floyd Webber 259 Beiträge
Alter
30 Jahre
Größe
180 cm
Zugehörigkeit
Anarchy Riders
Aufgabe
Versorgungstrupp

@Dinah Anderson

Im Zelt wurde es schnell sehr still. Floyd, der den Stolperdraht an einigen Stellen etwas anzog oder anhob, blickte gelegentlich zu seiner Schlafstätte. Ein Militärzelt, welches er erst vor einigen Wochen gefunden hatte. Es war eine gute Tarnung, ganz anders als die bunten Campingzelte aus vergangenen Tagen, und der Stoff war äusserst robust. Er hatte schon heftige Regengüsse darin erlebt und war nicht nass geworden. Das Zelt war mittlerweile zu seinem Lieblingsrückzugsort geworden, welchen er bei Bedarf einfach einpacken und woanders wieder aufstellen konnte. Floyd suchte sich nicht jeden Tag eine neue Schlafstätte, aber er blieb kaum länger als drei, vier Tage an einem Ort. Das Nomadenleben lebte Floyd tatsächlich intensiv, aber nicht, weil ihm das so sehr gefiel, sondern weil er überleben wollte. Und auch, weil er seit dem Winter äusserst rastlos war. Irgendetwas trieb ihn. Eine Angst, die er nicht in Worte fassen konnte. Sein Körper verlangte nach einer Pause, wollte sich regenerieren und wieder zu alter Stärke zurückfinden. Aber das konnte er sich jetzt im Augenblick noch nicht leisten. Es musste erst wärmer werden und er brauchte einen noch sichereren Platz, wo er ungestört auch mal zwei Wochen verweilen konnte.
Als er sich selbst ins Innere des Zelts begab, tastete er sich vorsichtig voran. Er vermied es, eine Lichtquelle anzumachen, wollte er doch niemanden anlocken. Da Dinah ihren eigenen Schlafsack dabei hatte, konnte sich Floyd auf seinen eigenen legen. Sein Kopf rutschte in die Kapuze seines Mantels und sein Blick starrte in die Finsternis, die sie umgab. So schnell wie Dinah fand er hingegen nicht in den Schlaf. Er lauschte den leisen, sanften Atemzügen der jungen Frau neben sich, wobei ihm alte Erinnerungen einfielen, die er sofort wieder von sich schob. Erinnerungen waren die Basis des Lebens, aber sie konnten auch ein Hindernis für die Zukunft sein.
Er dachte über Dinahs Geschichte nach, über ihre verzweifelte Suche nach ihren Leuten und über seine Worte, die er ihr an den Kopf geworfen hatte. Ihm fiel die kurze Rangelei ein, die dazu geführt hatte, dass das Funkgerät ganz kaputt gegangen war.
Floyd tastete mit den Fingern nach seinem Kinn, wo ihr Ellbogen gelandet war. Es schmerzte wie eine Beule eben zu schmerzen hatte. Trotzdem verzog er in der Dunkelheit amüsiert sein Gesicht. So ein Scheiss!
Am Ende übermannte auch ihn der Schlaf, aber er schlief nicht tief und auch nicht lang. Schon im Morgengrauen schlüpfte er aus dem Zelt, erleichterte sich einige Meter entfernt und entzündete dann wieder das Feuer. Er setzte Wasser auf und machte mit einigen Brennesselblätter Tee. Er ass noch ein paar Nüsse, liess aber das 'grosse' Frühstück unangerührt. Er würde es mit Dinah teilen, sobald sie wach war.

Eine Stunde später trat dann auch sein Besucher aus dem Zelt heraus. Jetzt im Tageslicht wirkte Dinah ganz anders als im Feuerschein. Jünger, unbedarfter und weniger gehetzt. Er sah zu ihr auf und hob eine Augenbraue, als sie ihn Griesgram nannte. Verdammt, das war sein Gesicht! Er war kein Griesgram! Er war ein Realist. Und vielleicht manchmal auch ein Griesgram. Was wusste er denn schon?!
"Guten Morgen.", entgegnete er und hörte, wie müde seine Stimme klang. Mist, er hatte viel zu wenig und auch nicht ausreichend erholsam geschlafen. Er war müde, sein Rücken schmerzte und er hatte das Gefühl, dass seine Nase bald frierend aus seinem Gesicht fallen würde. Er bekam sie einfach nicht warm. Aber er hatte Pläne und diese würde er heute umsetzen. Es war ja nicht das erste Mal, dass er unausgeschlafen und erschöpft einen Tagesmarsch antrat.
"Das ist gut. Du wirst heute deine Kräfte brauchen.", fügte er hinzu, als Dinah ihm verkündete, gut geschlafen zu haben. Dann folgten ihrerseits eine Menge Fragen. Floyd zog es vor, eine Tasse mit dem heissen Tee zu füllen und reichte ihr dann den Becher. "Wir werden am frühen Abend dort sein." Er sah sie an. "Die Frage musst du dir dann vor Ort selbst beantworten. Woher soll ich wissen, welche Anzahl Leute für dich eine grosse Gemeinschaft darstellt?" Für manche waren zehn Leute eine grosse Gruppe. Für andere galt das erst ab siebzig oder achtzig Personen! "Die Toilette?" Floyd zog einen Stoffbeutel zu sich und holte eine Tupperware hervor. "Die Kolonie steht auf einer Insel, die leben dort völlig autark. Unabhängig eben. Die wissen sich dort schon zu helfen. Aber ob es 'ne Luxusschüssel für deinen Allerwertesten gibt, weiss ich nicht." Er sah sie an. War das Cottage vielleicht die bessere Wahl? Oder gar die Riders?
Floyd nahm sich vor, den direkten Weg nach Balar zu gehen. Sollte sich dieser als schwierig herausstellen und sie dazu zwingen, einen Umweg zu machen, konnte er immer noch wahlweise die Riders in nördlicher oder das Cottage in südlicher Richtung ansteuern.
Er hielt die Frischhaltebox in die Höhe. Darin befanden sich kleine Apfel-Nuss-Schnitten, die an geschnittene Kuchenstücke erinnerten. In der zweiten Box, die er daraufhin öffnete und neben sich platzierte, lagen bis zum Rand geröstete Honig-Pekannüsse. "Iss etwas. Danach räume ich zusammen und in etwa einer Stunde marschieren wir los." Sein Weg, seine Zeit. Er diktierte und übernahm die Führung. Da liess er sich auch nicht gerne reinreden, ausser der fremde und von irgendwem laut ausgesprochene Gedanke war hilfreich oder eine Überlegung wert.

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#23

03.03.2024 - Companion - Floyd & Dinah

11.01.2025 19:20
Dinah Anderson Dinah Anderson (gelöscht)
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Dinah trat aus dem Zelt und blinzelte ins Morgenlicht. Die Nacht war kühl gewesen, aber der Schlaf hatte sie gestärkt, ihre Gedanken sortiert und die Müdigkeit ein Stück weit vertrieben. Sie bemerkte Floyd, der bereits am Feuer saß, Wasser aufgesetzt hatte und an einem dampfenden Becher nippte. Sein Gesicht wirkte müder als am Abend zuvor, die Spuren einer rastlosen Nacht unverkennbar. . 'Griesgram', hatte sie ihn natürlich im Scherz genannt, als sie das Zelt verlassen hatte, und die hochgezogene Augenbraue, die daraufhin folgte, entlockte ihr ein schmales Lächeln. Sie konnte nicht anders, als ihn ein wenig zu sticheln – dieser Mann schien so unerbittlich ernst, schon fast genervt von anderen Menschen dass sie nicht wusste, ob er sie überhaupt wahrnahm. Und doch schaffte Floyd es immer wieder, wenn auch unterbewusst von seiner Seite Dinah klar zu machen das sie sich irrte. Die Tasse Tee, die er ihr wortlos reichte, war ein Beweis dafür. Diese nahm sie natürlich mit einem dankenden Nicken sofort entgegen und nahm einen hastigen Schluck bevor sie das Gesicht verzog und sich natürlich durch die Hastigkeit an dem warmen Getränk leicht die Zunge verbrannte. „Wir schaffen es sicherlich früher. Ich brauche nicht so viele Pausen weißt du.“ winkte Dinah ihren Ärger über die verbrannte Zunge weg. „Wir müssen doch aber keinen Berg hinaufklettern? Dann sollte ich dir wohl direkt sagen, das ich wirklich mies im Klettern bin.“ pustete die junge Frau sanft in die Tasse ehe sie nun einen Schluck ohne sich zu Verbrennen aus der Tasse genehmigen konnte. Ehe sie mit ihren Schultern zuckte. „Ich hoffe sie beten kein Eichhörnchen als ihre Gottheit an – aber das ist schätze ich eine andere Geschichte für einen anderen Tag.“ Die junge Frau verzog nur das Gesicht als Floyd die Sache mit der Toilette hinterfragte. Es war offensichtlich, das auch dies eine Geschichte war auf die sie besser nicht weiter eingehen würde. Zu mindestens nicht in einem nüchternen Zustand. „Eine Insel?“ Nun damit hatte Floyd ihre Bedenken mit dem Klettern in Luft auflösen lassen. Aber anhand ihrer Tonlage schien sich schon ein neues Problem in der jungen Frau breit zu machen. „Wir müssen aber nicht selbst dahin schwimmen?“ fragte sie schon fast vorsichtig nach. Es war nicht so das Dinah nicht schwimmen konnte. Sagen wir mal so das die Dunkelhaarige nicht unbedingt davon begeistert war, was so im Wasser herumschwamm. Ein weiterer Grund warum niemand wirklich verstand weshalb sie der Fall in den Fluss und der Start all ihrer Probleme sie so traumatisierte. Sie war ja schon fast dankbar gewesen, das sie ihr Bewusstsein verloren hatte. Aber es war schon fast surreal, wenn der laufende Tod wortwörtlich auf der Erde war aber Dinah sich gerade vor Tieren im Wasser ekelte. Die Welt war manchmal verrückt. Oder war einfach Dinah verrückt? Darüber lies sich diskutieren. Als Dinah allerdings das Essen in der Box sah, war sie natürlich auch direkt wieder abgelenkt. „Ist das etwa-?“ Dinah blinzelte. „Hast du mir wirklich so was vorenthalten?!“ klang die Dunkelhaarige verärgert. Na ja im Grunde war sie nicht wirklich verärgert. Dinah mochte einfach nur Süßes. Sie mochte es wirklich sehr. „Du bist wirklich der fieseste Überlebende, den ich getroffen habe.“ Das stimmte zwar nicht ganz aber grummelig schnappte sich die Dunkelhaarige ein Stück daraus und aß es an der ehemaligen Feuerstelle. Natürlich hatte sie Floyd innerhalb von wenigen Minuten wieder verziehen. Nach dem sie gesättigt war, sah die Welt auch direkt wieder anders aus. Ihr Rucksack war gepackt. Ihr wichtiger Besitz – das Funkgerät wieder an ihrem Gürtel. Dinah kontrollierte selbst noch einmal das sie keine Spuren zurückließ. So dämlich wie sie auf Andere womöglich manchmal wirkte war sie nämlich nicht. Sie stapfte Floyd hinter her – fast schon wie ein aufgeregter Hund, der mit seinem Schwanz wedelte. Für Dinah war das Ganze auch ziemlich aufregend. Nicht nur das. Sie hatte auch seit Langem noch mal so etwas wie ein tiefes Hoffnungsgefühl. „Was wirst du machen wenn wir angekommen sind?“ fragte sie ihn schließlich nach einer Weile, in der sie bereits gelaufen sind. Dinah war zwar aufgeregt aber sie war dafür ungewöhnlich still die ganze Zeit gewesen. Ihr war schon klar gewesen, das sie Floyd nicht an der Backe haben wird. Oder eher gesagt umgekehrt. Sie versuchte keine dramatische Szenerie daraus zu machen. Für Dinah waren die Leute eh ohne hin nie ganz weg. „Handeln? Weiter wie ein Griesgram im Wald herumstreunen?“ schmunzelte die junge Frau nur scherzhaft.

@Floyd Webber

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#24

03.03.2024 - Companion - Floyd & Dinah

20.01.2025 13:16
Floyd Webber 259 Beiträge
Alter
30 Jahre
Größe
180 cm
Zugehörigkeit
Anarchy Riders
Aufgabe
Versorgungstrupp

@Dinah Anderson

Es war doch immer wieder erstaunlich, welche Kräfte andere in Floyd vermuteten. Ihm wurde nicht zum ersten Mal versichert, dass sie schneller vorankamen, weil seine Mitläufer auf Pausen verzichten wollten. Dabei war das in seinen Augen eine dumme Strategie. Es brachte nichts, einen Tagesmarsch auf sich zu nehmen und an seinen Kraftreserven zu zehren, bis keine mehr vorhanden waren. Selbst wenn seine Mitstreiter sich fit und ausgeruht fühlten, bedeutete das nicht, dass Floyd es ebenfalls war.
"Aha.", sagte er deshalb nur und setzte seine eigene Tasse an seine Lippen. Doch bevor er daraus trank, sah er aus den Augenwinkeln zu ihr. Berge? Die wären das kleinste Problem. "Nein, der Weg ist relativ flach. Wir werden aber den direkten Weg nehmen. Der ist nicht ganz ungefährlich, aber immer noch entspannter, als die ganze Strecke durch den Wald zu laufen." Die Natur hatte sich in den vergangenen fünfzehn Jahren eine Menge zurückerobert. "Wir werden ungefähr eine halbe Stunde von hier bis zur Mountain Road laufen und dieser bis zur ehemaligen Polizeistation folgen. Dort ist dann sowieso das Ziel. Das dauert ungefähr sechs Stunden. Reine Laufzeit. Mit Pausen und unvorhergesehenen Ausweichmanövern gehe ich von acht bis neun Stunden aus." Der warme Tee glitt seine Kehle hinab.
Floyd hatte sich die Hauptwege zu den Kolonien eingeprägt. Er ging sie ständig und wusste auch, wo sich die grössten Gefahrenzonen befanden. Aber kleinere, unvorhergesehene Hürden konnte er nicht ausschliessen. Es konnte eine kleine Gruppe Beisser auftauchen oder sie liefen direkt in einen Krieg zwischen der Kolonie und irgendwelchen Herausforderern. Letzteres glaubte er zwar nicht, weil ihm noch keine Hinweise zu Ohren gekommen waren, aber sowas konnte sich unter Umständen schnell ändern.
Erneut traf Dinah ein Blick, den man durchaus als finster beschreiben konnte, aber dahinter lag eigentlich nur Floyds Irritation über die Eichhörnchen-Gottheit. Wer in aller Welt betete ein Eichhörnchen an und wieso sollte man das überhaupt tun? Aber was wusste er schon über den Glauben? Rein gar nichts. Seinen ersten Kirchenbesuch hatte er nach dem Ausbruch der Seuche getan und dies auch nur, um darin zu plündern.

Er erklärte ihr, dass es sich bei Balar Island um eine Inselkolonie handelte und ihre Reaktion war anders, als erwartet. Er liess die Tasse sinken und atmete merklich durch. "Am Strand liegen einige Luftmatratzen bereit. Man legt sich drauf und lässt sich von der Strömung bis zur Insel treiben." Er hob die Hand und rieb sich über seine linke Augenbraue. Wie schafften es solche Leute nur zu überleben? Argh! "Es gibt eine Brücke.", meinte er schliesslich und drehte seinen Kopf in ihre Richtung. "Die Brücke wird bewacht. Sie lassen nicht einfach jeden Dahergelaufenen rüber. Da ich aber kaum etwas Tauschbares bei mir habe, werden wir von Anfang an mit der Wahrheit über sie herfallen: Dass du eine Bleibe suchst. Ob für länger oder vorübergehend, solltest du offenlassen. Denn nur weil ich hin und wieder Tauschgeschäfte mit ihnen mache, bedeutet das nicht, dass sie mir bei jeder Begegnung über den Weg trauen." Das taten sie eigentlich schon, schliesslich war er ja kein unbekanntes Gesicht. "Kann aber sein, dass sie sich erst beraten wollen. Weil es bei unserer Ankunft sowieso abends ist, werde ich mein Lager in der Nähe aufschlagen. Notfalls kannst du nochmals in meinem Zelt schlafen." Eigentlich wollte er das vermeiden, aber er würde Dinah auch nicht draussen in der Kälte und ungeschützt herumsitzen lassen.

Auch hatte er nicht vor, ohne etwas im Magen aufzubrechen. Deshalb bot er Dinah etwas von seinem Vorrat an. "Ich biete dir doch gerade etwas davon an! Wann soll ich dir das vorenthalten haben? Gestern? Gestern gab es etwas anderes. Ich esse nicht dreimal am Tag das gleiche!" Da wurde einem ja schlecht! Und Floyd versuchte immer etwas Abwechslung in seinen Nahrungsplan zu bringen. Einseitige Ernährung konnte gefährlicher sein als Hunger zu leiden. Aber das konnten auch nur jene wissen, die die Nebenwirkungen von einem Einheitsbrei kannten. Die waren nämlich scheisse.
Dinah nahm etwas davon und setzte sich zum Frühstück hin. Floyd stellte die Tupperware-Boxen zwischen sie. Über ihr Kompliment, er sei der fieseste Überlebende, den sie je getroffen hatte, grinste er allerdings auf. Er mochte aussehen wie ein Griesgram oder den Eindruck vermitteln, angepisst zu sein. Allerdings war Floyd einer jener Männer, die nicht wegsehen konnten und ihre Hilfe anboten, wenn sie benötigt wurde. Er war kein schlechter Mensch, er wurde nur oft missverstanden, woran er aber meistens auch selbst schuld war. Er könnte freundlicher sein. Aber das war für jemanden wie ihn ziemlich schwer. Er zeigte seine Freundlichkeit lieber in Taten anstatt mit Worten oder herzlichen Gesten.
"Und du die Schlagkräftigste.", erwiderte er nach einer Weile und spielte damit auf ihren ungewollten Ellbogenschlag gegen sein Kinn an.

Floyd räumte nach dem Frühstück sein Hab und Gut ein und verstaute auch das Zelt in seinen grossen, schwarzen Survival-Rucksack. Sie verwischten ihre Spuren so gut es ging, denn es konnte immer irgendwen geben, der sie verfolgte, erst recht, nachdem was Dinah ihm über ihre Gruppe und den Angriff erzählt hatte.
Sie verliessen die grosse Wiese, ohne gross miteinander zu sprechen, durchquerten den Wald, wo sie in der Ferne einen Beisser entdeckten, der sie beide aber nicht wahrzunehmen schien, und traten nach etwas mehr als einer halben Stunde auf brüchigen Asphalt. Die Mountain Road 117 führte vom Governor Ritchie Highway bis nach Balar Island. Warum die Strasse Mountain Road hiess, wusste Floyd allerdings nicht. Die Strecke war flach. Es gab keine Hügel, nicht einmal sanfte Erhebungen.
Floyd sah sich in alle Richtungen um, und vergewisserte sich, dass keine unmittelbare Gefahr auf sie lauerte. Aber es war ruhig. Hie und da säumte Schrott die Strasse, die weniger überwuchert war als andere, was ein deutliches Zeichen dafür war, dass diese genutzt wurde. Auch standen kaum noch Autos im Weg, und wenn, dann in einer Breite, in welcher Motorräder, Autos und Fuhrwerke hindurchpassten. Sie nahmen den Weg nach links, wo sie zuerst durch ehemals bewohntes Gebiet mussten. Rechts von ihnen befand sich ein Einkaufszentrum mit vielen Restaurants, einer Post und der Bank. Floyd hielt sich mit Dinah auf der linken Fahrspur auf, so dass sie notfalls in den Wald hineinrennen konnten. Die grosse Fläche, die einst als Parkplatz einen Nutzen gefunden hatte, behielt er im Auge.
Die junge Frau hinter ihm machte wieder auf sich aufmerksam. Floyd hatte allerdings auch nichts dagegen. Die Lage hier war ruhig. "Dich dort abliefern und wieder verschwinden.", meinte er und blickte dann über seine Schulter mit einer hochgezogenen Augenbraue, als sie scherzend mutmasste, dass er weiter als Griesgram durch den Wald herumstreunen würde. Seine Mundwinkel zuckten dabei nach oben. Tss.
"Ich wüsste nicht, was ich anderes tun sollte als das, was ich vor unserer Begegnung getan habe. Also ja, ich werde weiter auf meine Plünderungstouren gehen und Tauschgeschäfte mit den Kolonien und anderen Gruppen machen." Er kratzte sich am Nasenrücken und sah wieder nach vorn.

Konnte er denn etwas anderes tun? Das war eben sein Leben. Seit fünfzehn Jahren kannte er es nicht mehr anders. Und er war bisher immer gut damit zurechtgekommen, was auch immer gut bedeutete.
Aber Floyd konnte nicht leugnen, dass ihm allmählich die Energie für seinen Alltag ausging. Er zweifelte auch daran, dass er den nächsten Winter genauso überstand wie den letzten. Langsam, aber sicher musste er sich einen Plan machen. Er brauchte eine Auszeit vom Nomadenleben, er benötigte dringend einige Wochen etwas Sicherheit, erholsamen Schlaf und regelmässigeres Essen, um wieder zu Kräften zu kommen. Aber wie und wo und ob ihn überhaupt eine Kolonie vorübergehend aufnehmen wollen würde, stand in den Sternen. Und sein Stolz verbat es ihm, laut darüber nachzudenken, mit jemanden darüber zu reden oder einfach bei der nächsten Kolonie nachzufragen. Alles in ihm sträubte sich dagegen. Sich einzugliedern, unterzuordnen, sich anzupassen… Erwartungen zu erfüllen. Verdammt, das hatte er noch nie können!
"Ich hoffe, sie können dir bei der Suche nach deinen Leuten helfen." Er liess sich einen Schritt zurückfallen und lief dann neben ihr. "Balar Island hat ein gutes Verhältnis mit den Anarchy Riders im Norden und dem Cottage im Süden. Möglicherweise können sie kolonieübergreifend Hilfe anbieten. Je nach dem, wie wichtig ihnen dein Schicksal ist." Das konnte Floyd nicht beurteilen.

zuletzt bearbeitet 12.05.2025 19:59 | nach oben springen

#25

RE: 03.03.2024 - Companion - Floyd & Dinah

20.01.2025 13:18
Floyd Webber 259 Beiträge
Alter
30 Jahre
Größe
180 cm
Zugehörigkeit
Anarchy Riders
Aufgabe
Versorgungstrupp

@Dinah Anderson

Es war doch immer wieder erstaunlich, welche Kräfte andere in Floyd vermuteten. Ihm wurde nicht zum ersten Mal versichert, dass sie schneller vorankamen, weil seine Mitläufer auf Pausen verzichten wollten. Dabei war das in seinen Augen eine dumme Strategie. Es brachte nichts, einen Tagesmarsch auf sich zu nehmen und an seinen Kraftreserven zu zehren, bis keine mehr vorhanden waren. Selbst wenn seine Mitstreiter sich fit und ausgeruht fühlten, bedeutete das nicht, dass Floyd es ebenfalls war.
"Aha.", sagte er deshalb nur und setzte seine eigene Tasse an seine Lippen. Doch bevor er daraus trank, sah er aus den Augenwinkeln zu ihr. Berge? Die wären das kleinste Problem. "Nein, der Weg ist relativ flach. Wir werden aber den direkten Weg nehmen. Der ist nicht ganz ungefährlich, aber immer noch entspannter, als die ganze Strecke durch den Wald zu laufen." Die Natur hatte sich in den vergangenen fünfzehn Jahren eine Menge zurückerobert. "Wir werden ungefähr eine halbe Stunde von hier bis zur Mountain Road laufen und dieser bis zur ehemaligen Polizeistation folgen. Dort ist dann sowieso das Ziel. Das dauert ungefähr sechs Stunden. Reine Laufzeit. Mit Pausen und unvorhergesehenen Ausweichmanövern gehe ich von acht bis neun Stunden aus." Der warme Tee glitt seine Kehle hinab.
Floyd hatte sich die Hauptwege zu den Kolonien eingeprägt. Er ging sie ständig und wusste auch, wo sich die grössten Gefahrenzonen befanden. Aber kleinere, unvorhergesehene Hürden konnte er nicht ausschliessen. Es konnte eine kleine Gruppe Beisser auftauchen oder sie liefen direkt in einen Krieg zwischen der Kolonie und irgendwelchen Herausforderern. Letzteres glaubte er zwar nicht, weil ihm noch keine Hinweise zu Ohren gekommen waren, aber sowas konnte sich unter Umständen schnell ändern.
Erneut traf Dinah ein Blick, den man durchaus als finster beschreiben konnte, aber dahinter lag eigentlich nur Floyds Irritation über die Eichhörnchen-Gottheit. Wer in aller Welt betete ein Eichhörnchen an und wieso sollte man das überhaupt tun? Aber was wusste er schon über den Glauben? Rein gar nichts. Seinen ersten Kirchenbesuch hatte er nach dem Ausbruch der Seuche getan und dies auch nur, um darin zu plündern.

Er erklärte ihr, dass es sich bei Balar Island um eine Inselkolonie handelte und ihre Reaktion war anders, als erwartet. Er liess die Tasse sinken und atmete merklich durch. "Am Strand liegen einige Luftmatratzen bereit. Man legt sich drauf und lässt sich von der Strömung bis zur Insel treiben." Er hob die Hand und rieb sich über seine linke Augenbraue. Wie schafften es solche Leute nur zu überleben? Argh! "Es gibt eine Brücke.", meinte er schliesslich und drehte seinen Kopf in ihre Richtung. "Die Brücke wird bewacht. Sie lassen nicht einfach jeden Dahergelaufenen rüber. Da ich aber kaum etwas Tauschbares bei mir habe, werden wir von Anfang an mit der Wahrheit über sie herfallen: Dass du eine Bleibe suchst. Ob für länger oder vorübergehend, solltest du offenlassen. Denn nur weil ich hin und wieder Tauschgeschäfte mit ihnen mache, bedeutet das nicht, dass sie mir bei jeder Begegnung über den Weg trauen." Das taten sie eigentlich schon, schliesslich war er ja kein unbekanntes Gesicht. "Kann aber sein, dass sie sich erst beraten wollen. Weil es bei unserer Ankunft sowieso abends ist, werde ich mein Lager in der Nähe aufschlagen. Notfalls kannst du nochmals in meinem Zelt schlafen." Eigentlich wollte er das vermeiden, aber er würde Dinah auch nicht draussen in der Kälte und ungeschützt herumsitzen lassen.

Auch hatte er nicht vor, ohne etwas im Magen aufzubrechen. Deshalb bot er Dinah etwas von seinem Vorrat an. "Ich biete dir doch gerade etwas davon an! Wann soll ich dir das vorenthalten haben? Gestern? Gestern gab es etwas anderes. Ich esse nicht dreimal am Tag das gleiche!" Da wurde einem ja schlecht! Und Floyd versuchte immer etwas Abwechslung in seinen Nahrungsplan zu bringen. Einseitige Ernährung konnte gefährlicher sein als Hunger zu leiden. Aber das konnten auch nur jene wissen, die die Nebenwirkungen von einem Einheitsbrei kannten. Die waren nämlich scheisse.
Dinah nahm etwas davon und setzte sich zum Frühstück hin. Floyd stellte die Tupperware-Boxen zwischen sie. Über ihr Kompliment, er sei der fieseste Überlebende, den sie je getroffen hatte, grinste er allerdings auf. Er mochte aussehen wie ein Griesgram oder den Eindruck vermitteln, angepisst zu sein. Allerdings war Floyd einer jener Männer, die nicht wegsehen konnten und ihre Hilfe anboten, wenn sie benötigt wurde. Er war kein schlechter Mensch, er wurde nur oft missverstanden, woran er aber meistens auch selbst schuld war. Er könnte freundlicher sein. Aber das war für jemanden wie ihn ziemlich schwer. Er zeigte seine Freundlichkeit lieber in Taten anstatt mit Worten oder herzlichen Gesten.
"Und du die Schlagkräftigste.", erwiderte er nach einer Weile und spielte damit auf ihren ungewollten Ellbogenschlag gegen sein Kinn an.

Floyd räumte nach dem Frühstück sein Hab und Gut ein und verstaute auch das Zelt in seinen grossen, schwarzen Survival-Rucksack. Sie verwischten ihre Spuren so gut es ging, denn es konnte immer irgendwen geben, der sie verfolgte, erst recht, nachdem was Dinah ihm über ihre Gruppe und den Angriff erzählt hatte.
Sie verliessen die grosse Wiese, ohne gross miteinander zu sprechen, durchquerten den Wald, wo sie in der Ferne einen Beisser entdeckten, der sie beide aber nicht wahrzunehmen schien, und traten nach etwas mehr als einer halben Stunde auf brüchigen Asphalt. Die Mountain Road 117 führte vom Governor Ritchie Highway bis nach Balar Island. Warum die Strasse Mountain Road hiess, wusste Floyd allerdings nicht. Die Strecke war flach. Es gab keine Hügel, nicht einmal sanfte Erhebungen.
Floyd sah sich in alle Richtungen um, und vergewisserte sich, dass keine unmittelbare Gefahr auf sie lauerte. Aber es war ruhig. Hie und da säumte Schrott die Strasse, die weniger überwuchert war als andere, was ein deutliches Zeichen dafür war, dass diese genutzt wurde. Auch standen kaum noch Autos im Weg, und wenn, dann in einer Breite, in welcher Motorräder, Autos und Fuhrwerke hindurchpassten. Sie nahmen den Weg nach links, wo sie zuerst durch ehemals bewohntes Gebiet mussten. Rechts von ihnen befand sich ein Einkaufszentrum mit vielen Restaurants, einer Post und der Bank. Floyd hielt sich mit Dinah auf der linken Fahrspur auf, so dass sie notfalls in den Wald hineinrennen konnten. Die grosse Fläche, die einst als Parkplatz einen Nutzen gefunden hatte, behielt er im Auge.
Die junge Frau hinter ihm machte wieder auf sich aufmerksam. Floyd hatte allerdings auch nichts dagegen. Die Lage hier war ruhig. "Dich dort abliefern und wieder verschwinden.", meinte er und blickte dann über seine Schulter mit einer hochgezogenen Augenbraue, als sie scherzend mutmasste, dass er weiter als Griesgram durch den Wald herumstreunen würde. Seine Mundwinkel zuckten dabei nach oben. Tss.
"Ich wüsste nicht, was ich anderes tun sollte als das, was ich vor unserer Begegnung getan habe. Also ja, ich werde weiter auf meine Plünderungstouren gehen und Tauschgeschäfte mit den Kolonien und anderen Gruppen machen." Er kratzte sich am Nasenrücken und sah wieder nach vorn.

Konnte er denn etwas anderes tun? Das war eben sein Leben. Seit fünfzehn Jahren kannte er es nicht mehr anders. Und er war bisher immer gut damit zurechtgekommen, was auch immer gut bedeutete.
Aber Floyd konnte nicht leugnen, dass ihm allmählich die Energie für seinen Alltag ausging. Er zweifelte auch daran, dass er den nächsten Winter genauso überstand wie den letzten. Langsam, aber sicher musste er sich einen Plan machen. Er brauchte eine Auszeit vom Nomadenleben, er benötigte dringend einige Wochen etwas Sicherheit, erholsamen Schlaf und regelmässigeres Essen, um wieder zu Kräften zu kommen. Aber wie und wo und ob ihn überhaupt eine Kolonie vorübergehend aufnehmen wollen würde, stand in den Sternen. Und sein Stolz verbat es ihm, laut darüber nachzudenken, mit jemanden darüber zu reden oder einfach bei der nächsten Kolonie nachzufragen. Alles in ihm sträubte sich dagegen. Sich einzugliedern, unterzuordnen, sich anzupassen… Erwartungen zu erfüllen. Verdammt, das hatte er noch nie können!
"Ich hoffe, sie können dir bei der Suche nach deinen Leuten helfen." Er liess sich einen Schritt zurückfallen und lief dann neben ihr. "Balar Island hat ein gutes Verhältnis mit den Anarchy Riders im Norden und dem Cottage im Süden. Möglicherweise können sie kolonieübergreifend Hilfe anbieten. Je nach dem, wie wichtig ihnen dein Schicksal ist." Das konnte Floyd nicht beurteilen.

zuletzt bearbeitet 12.05.2025 19:59 | nach oben springen

#26

RE: 03.03.2024 - Companion - Floyd & Dinah

09.02.2025 14:35
Dinah Anderson Dinah Anderson (gelöscht)
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Dinah lauschte Floyds Worten aufmerksam, während er die Route erklärte. Sie konnte sich ein amüsiertes Lächeln nicht verkneifen. Er sprach mit einer Selbstverständlichkeit, als wäre er der ewige Einzelgänger, der alles im Griff hatte und genau wusste, wie die Welt funktionierte. Doch Dinah glaubte nicht daran, dass er tatsächlich so unerschütterlich war, wie er sich gab. Sie beobachtete ihn genau, die kleinen Gesten, das Reiben über seine Augenbraue, das tiefe Durchatmen, bevor er eine Antwort gab. Diese kleinen Zeichen verrieten, dass auch er seine Zweifel hatte, seine Erschöpfung, seine Lasten, die er mit sich trug. Sie verstand vielleicht nicht alles so gut wie er, aber sie war klug genug zu wissen, dass jeder seine Grenzen hatte. Und Niemand war ein Übermensch. Die Idee mit der Luftmatratze ließ sie unwillkürlich lachen. Der Gedanke, sich einfach treiben zu lassen, während die Strömung die Kontrolle übernahm, klang gleichermaßen verlockend und völlig absurd. Hätte Floyd seine Worte auch nicht mit der Brücke widerlegt, hätte sie ihm das mit der Luftmatratze auch noch geglaubt. Sie wusste, dass Balar Island kein Ort war, den man einfach so betreten konnte. Die Brücke war sicherlich bewacht, und es war unwahrscheinlich, dass sie einfach durchgewunken wurden. Das sie das Cottage bereits kannte, verschwieg sie dennoch. Die Dunkelhaarige wusste nicht wieso. Das Cottage war hilfsbereit gewesen. Vielleicht wollte Dinah sich einfach nur das Stückchen Hoffnung beibehalten, das sie nun in Balar steckte. Sie musste vorsichtig mit ihrer Hoffnung sein. Doch eines wusste sie bereits sicher: Sie wollte nicht, dass man ihr aus Mitleid half. Wenn sie etwas erreichen wollte, musste sie beweisen, dass sie es wert war. Beim Frühstück beobachtete sie Floyd aus dem Augenwinkel. Seine entrüstete Reaktion auf ihre Bemerkung brachte sie zum Schmunzeln. „Ein Feinschmecker in der Apokalypse, wer hätte das gedacht?“ Sie nahm sich eine Portion von seinem Essen. Es schmeckte besser, als sie erwartet hatte. In einer Welt, in der man oft mit dem auskommen musste, was man fand, war Abwechslung eine echte Seltenheit. Sie verstand, warum er Wert darauf legte. Als sie sich auf den Weg machten, herrschte eine ruhige Stille zwischen ihnen. Nicht unangenehm, sondern vertraut. Sie mussten nicht reden, um sich zu verstehen. Der Wald war friedlich, fast zu friedlich. Dinah wusste, dass das trügerisch war. In dieser Welt konnte man sich nie sicher fühlen. Als sie schließlich die Mountain Road erreichten, wusste sie, dass die wahren Herausforderungen noch vor ihnen lagen. Sicherheit war eine Illusion. Sie ließ ihren Blick über den verwitterten Asphalt gleiten. Die Straße wirkte seltsam verlassen, obwohl sie offensichtlich noch benutzt wurde. Links von ihnen lagen Ruinen ehemaliger Häuser, rechteckige Schatten vergangener Leben. Rechts befand sich ein Einkaufszentrum, das vermutlich schon lange geplündert worden war. Der große Parkplatz davor lag unter einer dicken Schicht aus Schmutz und Laub, das von den wenigen Bäumen, die sich durch den Beton gekämpft hatten, herabgefallen war. Dinah erinnerte sich an eine Zeit, in der solche Orte voller Menschen gewesen waren. Familien, Kinder mit bunten Jacken, die an den Händen ihrer Eltern zogen, Läden mit leuchtenden Schildern. Alles war so weit weg, dass es sich manchmal wie ein Traum anfühlte. Und doch gab es Momente, in denen die Erinnerungen plötzlich klar wurden, als könnten sie jeden Moment wieder real sein. Doch das Leben von damals war fort, und sie musste sich auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Ihr Blick fiel auf Floyd. Sein Gang war routiniert, seine Haltung angespannt, als er die Umgebung im Auge behielt. Sie fragte sich, wie lange er dieses Leben schon führte, wie viele Wege er alleine gegangen war. Vielleicht war er es gewohnt, nicht auf andere angewiesen zu sein. Aber konnte man wirklich immer nur allein weitermachen? Dinah schwieg eine Weile, doch irgendwann konnte sie die Frage nicht mehr verdrängen. „Manchmal frage ich mich, wie die Welt jetzt wohl wäre, wenn das alles nie passiert wäre.“ Sie erwartete keine Antwort. Es war eine Frage, die keine klare Lösung hatte. Vielleicht wäre alles anders gekommen, vielleicht auch nicht. Doch eines wusste sie sicher: Sie hätte die Wahl gehabt. Jetzt schien es, als würde die Welt ständig entscheiden, wohin sie gehen musste, nicht sie selbst. Ihre Gedanken wanderten zu den Menschen, die sie verloren hatte. An die, die verschwunden waren, ohne eine Spur zu hinterlassen. Manchmal fragte sie sich, ob sie noch irgendwo waren, ob sie noch kämpften, so wie sie es tat. Oder ob sie einfach vergessen worden waren, wie so viele andere. Sie hatte nicht vor, sich damit abzufinden. Sie würde weiter nach ihnen suchen, bis sie sicher sein konnte, was aus ihnen geworden war. Schließlich richtete sie den Blick nach vorne. Der Weg war lang, aber sie war nicht allein. Nicht in diesem Moment. Und vielleicht, nur vielleicht, bedeutete das mehr, als sie sich selbst eingestehen wollte.

@Floyd Webber

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#27

RE: 03.03.2024 - Companion - Floyd & Dinah

25.02.2025 10:55
Floyd Webber 259 Beiträge
Alter
30 Jahre
Größe
180 cm
Zugehörigkeit
Anarchy Riders
Aufgabe
Versorgungstrupp

@Dinah Anderson

War er ein Einzelgänger? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Floyd konnte sich diese Frage selbst nicht beantworten. Er hatte sich nie darum gerissen, alleine zu sein. Weder vor noch nach der Apokalypse. Doch als der anfängliche Schock über die neuen Tatsachen überwunden war, war er alleine gewesen und er hatte sich grösstenteils auch sicherer gefühlt, wenn er nicht von anderen, älteren Leuten abhängig gewesen war. Denn die meisten Erwachsenen waren zum damaligen Zeitpunkt genauso überfordert wie er gewesen und nicht selten sind einige von ihnen durchgedreht. Floyd hatte also gelernt, dass man alleine weniger gut geschützt vor den Beissern war, dafür aber nicht durch zweifelhafte, unausgereifte Entscheidungen anderer in Gefahr gebracht wurde. Und auf ein selbstbestimmtes Leben pochte er nun einmal. Ihm war das wichtig. Ganz gleich, wie es sich mit den globalen, regionalen und lokalen Bedingungen verhielt.
Aber dass er grundsätzlich gerne alleine war, stimmte nicht. Floyd empfand sich nicht als der geborene Überlebenskünstler. Er war kein Rambo, kein Rocky und wie die alten Helden der damaligen Kinostreifen noch so alle hiessen. Er benötigte wie alle anderen auch regelmässigen Kontakt zu Überlebenden. Im verbalen Austausch war er zwar nicht besonders gut, weil er nicht so schnell zutraulich und zugänglich war, aber er besass trotz allem eine soziale Ader und die wollte zwischendurch gepflegt werden.
Menschen, wie Dinah, blieben ihm dagegen ein Rätsel. Sie hatte sich von Anfang an neugierig und interessiert gezeigt. Zwar hatte auch sie eine gewisse Vorsicht vor ihm walten lassen, war dann aber offenbar schnell zum Schluss gekommen, dass man ihm trauen konnte. Sie war ohne viel Aufhebens in sein Zelt gekrochen, um eine Mütze Schlaf zu bekommen. Floyd hätte an ihrer Stelle wohl kaum ein Auge zu bekommen.
Ihr Vertrauen, welches sie ihm entgegenbrachte, löste in Floyd etwas aus und das fühlte sich doch recht gut an.

Ihre Schritte auf dem brüchigen Asphalt waren leise und hin und wieder knackte ein kleiner Zweig oder etwas Laub unter ihren Sohlen. Nichts, was laut genug wäre, um die verrottenden Gestalten anzulocken, aber auszuschliessen war ein unerwartetes Aufeinandertreffen mit ihnen auch nicht. Die Anzahl der Beisser nahm kein Ende, ganz gleich, wie viele er schon getötet hatte. Und sie vermochten ihn auch nach so vielen Jahren immer noch überraschen und sein Herz im Überraschungsmoment schneller schlagen lassen. Für den Adrenalinkick sorgten die Beisser also immer noch.
Dinahs Stimme erklang und durchbrach die Stille. Sie warf einen Gedanken in die Luft. Eine Sinnfrage, die sich jeder von ihnen schon mehrmals gestellt hatte. Antworten darauf gab es keine. Aber man musste ja auch nicht jede Frage mit der Philosophiekeule beantworten.
Er hob den Kopf, sah kurz zu ihr und dann zurück zum grossen Parkplatz und dem Einkaufscenter.
"Ich würde mit meiner klapprigen Karre neben dir dort drüben parken und mich einen Scheiss darum kümmern, dass du gerade mit 'nem Baby im Arm Einkaufstüten in den Kofferraum lädst." Er deutete auf den Platz. "Du hast Windeln und die Lieblingszutaten deines Mannes gekauft und ich geh mir Bier holen. Und Zigaretten." Er zuckte mit den Schultern. "Vermutlich wäre ich heute ein Raucher. Und hätte schon etliche Tätowierungen. Und eine ellenlange Strafakte. Und davon wüsstest du nichts, weil du mit deinen Gedanken schon beim nächsten Familienabendessen bist, an dem deine unliebsame Schwiegermutter teilnimmt." Sein Mund verformte sich zu seinem Grinsen. "Wir würden in einer heilgebliebenen Welt nie ein Wort miteinander wechseln." Er sah sie immer noch mit einem leichten Grinsen an, wurde dann aber wieder ernster und sah nach vorn. "Für mich war dieser scheiss Ausbruch vermutlich eine Rettung. Ich war kurz davor, in den Knast zu wandern."

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#28

RE: 03.03.2024 - Companion - Floyd & Dinah

07.03.2025 12:09
Dinah Anderson Dinah Anderson (gelöscht)
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Im Grunde waren Floyd und Dinah zwei Seiten einer einzigen Münze. Sie hatten vielleicht keine große Gemeinsamkeiten oder Parallelen aber hier waren sie nun. Unterschiedliche Leben und unterschiedliche Schicksale. Dinah wusste das sie mehr Glück hatte als die meisten Überlebenden. Ihre Gemeinschaft wurde niemals von Beißern überrannt oder von Plünderern übernommen. Noch raffte sie durch eine Krankheit dahin. Stattdessen schlossen sie sich später einer noch viel größeren Gemeinschaft an. Die Federation of new America – Dinah's jetzige Gemeinschaft. Ob das wirklich besser war? In Dinah's Augen sicherlich, gerade weil ihrer jüngere Schwester eine chronische Krankheit hatte und auf Medikamente und medizinische Versorgung angewiesen war. Ihr Vater sah dies nicht so und die junge Frau konnte das bis heute nicht verstehen. Natürlich machte sie sich Gedanken um ihn, wo er war und wie es ihm ging. Ob er seine Entscheidung bereute. Er war ihr Dad und Dinah liebte ihre Familie über alles und es störte sie keineswegs das es so klischeehaft klang. Dinah hatte also nie richtigen Hunger erleben müssen, wie es ist nach einem passenden Unterschlupf zu suchen ohne dass das Gebäude mehr als einsturzgefährdet war. Sie musste keine Angst haben im Schlaf überfallen zu werden oder sonstige ähnlicher Sachen. Umso wichtiger war es wohl auch für die FONA gewesen, das jeder der sich an Außeneinsätzen beteiligte eine schon fast militärische Ausbildung hatte. Waffentraining, Ausdauertraining – so ein Kram eben. Man konnte schlecht ein Amerika wieder aufbauen, wenn man seine Bauern nicht trainierte. Manchmal fragte sie sich natürlich wie es gewesen wäre, wenn sie all das nicht hatte. Wenn sie in den Fußstapfen von Überlebenden gewesen wäre wie Floyd. Gleichzeitig konnte sie es sich schwer vorstellen. Es war schwierig sich vorzustellen, was man in gewissen Situationen tun würde. Oft übernahm der Überlebensinstinkt. Und in diesem Zustand konnte man Berge bewegen. Es wäre womöglich eine Katastrophe gewesen und fraglich ob Dinah überhaupt bis jetzt überlebt hätte. Der Gedanke war nur flüchtig aber sie konnte sich gewiss auch nicht Floyd in Dinah's Fußstapfen vorstellen. Es war schon fast eine gruselige Vorstellung ihn als Sonnenschein zu sehen, der Dinah eigentlich war. Unterbewusst schüttelte sie leicht den Kopf, als würde sie ein nerviges Insekt loswerden wollen.
Dinah nahm die Geräusche auf dem brüchigen Asphalt im Gegensatz zu Floyd kaum war. Manchmal stellte sie schon merkwürdige Frage oder wirkte ungewohnt melancholisch. Aber es lag wohl eher daran das Dinah nicht immer die Stille bevorzugte. Aber manchmal bereute sie es auch die Fragen, die sie Floyd stellte. Weil er einfach so trocken ehrlich war. „Oh wow. Wirklich?“ sprach sie übertrieben aufgebracht über die Sache, das er sie als eine langweilige Hausfrau mit Kindern einschätzen würde und er sich gleichzeitig so runter stufte „Also erstens ich bin 'ne beschissene Köchin. Zweitens, wer sagt das ich mit einem Mann verheiratet wäre? Und drittens: wirklich? Nicht mal eine kleine 'Straftat', wie falsche parken?“ Dinah versuchte ein Gegenargument zu finden. Das gab es aber nicht weil Floyd wieder Recht hatte. Gut sie würde gewiss nicht in einem dieser schicken, amerikanischen Häusern leben. Sie wäre auf der Farm geblieben aber eine Kuh auf einem Feld machte wohl keinen Unterschied in dieser Vorstellung. „Fuck“ fluchte Dinah zum ersten Mal in seiner Gegenwart. „Ich wäre wirklich langweilig geworden.“ kam dann die langsame Erkenntnis. Floyds letzte Aussage lenkte ihre Aufmerksamkeit von dieser dramatisch, schlimmen Erkenntnis aber wieder ab. Sie wusste im ersten Moment nicht ob Floyd vielleicht einen Scherz machte und sie jetzt einfach lachen sollte. Aber Dinah wäre nicht Dinah wenn sie auch hier nicht einfach plump in seine Privatsphäre eindrang. „Hast du jemanden umgebracht?“ wollte sie dann wissen ehe sie sichtbar überlegte. „Aber du hast nicht so was merkwürdiges gemacht wie … Menschenhandel … oder?“ fragte sie dann plötzlich ziemlich unsicher. „Also nur das wir das vorab schon mal besprochen haben. Ich will hier nicht irgendwo verkauft werden. Ich hab schließlich auch meine Rechte!“ Manchmal klang es so als würde Dinah ihre eigenen Worte oder die des anderen nicht ernst nehmen. Das tat sie aber. Auch schien es sie nicht wirklich zu schockieren, das Floyd wohl Probleme mit dem Gesetz hatte. Nicht weil sie ihn so einstufte. Sondern weil Dinah sich nicht das Recht herausnahm darüber zu urteilen, noch jemanden dafür zu verurteilen. Außerdem war die Dunkelhaarige schon immer eine Befürworterin von zweiten Chancen.

@Floyd Webber

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#29

RE: 03.03.2024 - Companion - Floyd & Dinah

12.03.2025 10:30
Floyd Webber 259 Beiträge
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30 Jahre
Größe
180 cm
Zugehörigkeit
Anarchy Riders
Aufgabe
Versorgungstrupp

@Dinah Anderson

Für ihn gab es in ihrer postapokalyptischen Welt keine Sieger oder Verlierer. Sie alle hatten etwas – oder jemanden – verloren und taten das noch immer. Sie verloren geliebte Menschen, Familienangehörige, Freunde, Vertraute und Verbündete. Aber sie gewannen auch Tag für Tag wieder etwas hinzu. Neue Erkenntnisse, kleine Erfolge. Sie knüpften neue Bande, lernten Menschen kennen, die sie unter den Umständen der Welt vor fünfzehn Jahren niemals begegnet wären.
Floyd selbst sah sich nicht auf der Verliererseite, obwohl er alles verloren hatte. In seinem sturen Schädel hatte es kein Platz für derartige Gedanken. Er hatte sie nie zugelassen. Weder damals noch heute. Er hatte den Verlust seiner engsten Angehörigen mit der Einbildung, dass sie es irgendwohin geschafft hatten und jetzt in Sicherheit in irgendeiner Kolonie ganz woanders lebten, überwunden. Er hatte den Verlust von Vertrauten und seinem einstigen Weggefährten nach tagelangen Wutausbrüchen hingenommen und akzeptiert. Er war letzten Herbst richtig schlimm krank gewesen und er hatte geglaubt, nicht zu überleben. Aber er hatte überlebt. Zwar war sein Körper noch immer ausgemergelt und noch nicht wieder auf der Höhe, obschon dieser Moment Monate zurücklag, aber es ging ihm gut.
Er hatte eben einen anderen Weg gewählt als andere. Manche waren ihren Weg nicht freiwillig gegangen, weil Eltern, Partner oder andere für sie entschieden hatten. Aber das war genauso wenig verkehrt gewesen, wenn sie heute noch lebten.
Er sah in Dinah jedenfalls kein verwöhntes Mädchen, da hatte er schon andere kennengelernt. Er unterstellte ihr mittlerweile auch nicht länger Naivität, seit sie mit ihm um das Funkgerät gerangelt hatte. Sie war nur wesentlich offener, zugänglicher und fröhlicher als er. Das hatte ihn gestern ziemlich überrumpelt. So schnell wie sie war noch niemand in sein Zelt gekrabbelt und hatte dort eine Mütze Schlaf nachgeholt. Offenbar hatte sie vor ihm keine einzige Sekunde Furcht verspürt. Wenn er so darüber nachdachte, war sie ihm von Anfang an auf Augenhöhe begegnet. Er dagegen hatte sich deutlich schwerer mit ihrer plötzlichen Anwesenheit getan. Sein Misstrauen ihr gegenüber war viel grösser gewesen und seinen Erfahrungen geschuldet, was keine Entschuldigung war, aber immerhin ein plausibler Grund für seine gestrigen Reaktionen.

Heute waren sie einen Schritt weiter. Jedenfalls glaubte Floyd, dass er ihr mittlerweile mehr über den Weg traute und ihr auch zutraute, dass sie sich auch alleine wehren konnte – und ihm im Notfall helfen würde. Er glaubte jedenfalls nicht, dass sie ohne schlechtes Gewissen davoneilen würde. So jemand schien sie nicht zu sein.
Ihre merkwürdigen Fragen empfand er dagegen nicht merkwürdig. Floyd war eigentlich ganz froh, dass sie die Stille durchbrach. Stille begleitete ihn nämlich ansonsten immer und er war nur alleine unterwegs, aber kein Einzelgänger. Auch ihn verlangte es regelmässig nach menschlichen Kontakten, das war normal. Er war schliesslich ein Mensch. Nur weniger anhänglich und fanatisch wie ein Beisser.

Dinah war über seine Vision einer anderen Welt nicht besonders angetan, weil er sie als Hausfrau beschrieb, die nur Augen für ihren Gatten hatte. "Kochen kann man lernen.", meinte er, als sie sich zu wehren begann und behauptete, sie sei eine miese Köchin. Bei der zweiten Gegenfrage zog er die Augenbrauen hoch und seine Mundwinkel zuckten kurz amüsiert auf. Ja, okay, da hatte er einfach ins Blaue geraten. Und einen Strafzettel hätte sie bestimmt einmal bekommen und darüber hätte sie sich wohl tagelang aufgeregt.
Dann fiel ein Fluchwort und Floyd drehte halb den Kopf zu ihr und sah sie neugierig an. Und als sie bestätigte, sie wäre langweilig geworden, begann er tatsächlich zu lachen. Es war kein lautes Lachen, aber ein belustigtes und gelöstes. Tatsächlich hatte er schon lange nicht mehr gelacht und es tat gut, sich zu amüsieren.
"Das langweilige Leben damals war perfekt gewesen." Er grinste leicht und wurde etwas ernster. "In diesem prüden Amerika wärst du vermutlich auch als Lesbe mit einem Kerl verheiratet gewesen. Weil das eben normal war. Und für die Abnormalität brauchte man damals mehr Eier als heute. Ich hatte sie jedenfalls nicht." Wäre sein Rucksack nicht so schwer, hätte er wohl mit den Schultern gezuckt.
Damals hatte Floyd aber nicht nur mit seiner sexuellen Vorliebe gehadert, er hatte auch ganz andere Probleme gehabt. Und diese hatten ein Ventil gesucht und eines in Schlägereien gefunden.

Dinah fragte ganz direkt und unverfroren, warum er in den Knast gewandert wäre. Ihn störte es nicht, denn ansonsten hätte er das Thema auch nicht angesprochen.
Aber noch bevor er den Kopf schütteln und den Mord verneinen konnte, mutmasste sie weiter und stellte Menschenhandel in den Raum. Floyd bedachte sie mit einem 'Wirklich?-Blick'.
"Vielleicht sollte ich mal Menschen tauschen anstatt diesen ganzen Plunder. Hätte ich vielleicht mehr davon." Floyd grinste wieder, schüttelte dann aber den Kopf. "Ich war fünfzehn. Viel zu jung, um in das Geschäft des Menschenhandels einzusteigen. Nein, ich habe mich ziemlich oft und gerne geprügelt. Ich war einfach… wütend." Er hob die Hand und kratzte sich an der Stirn, während er über sein altes Ich nachdachte. "Zwischen dreizehn und fünfzehn habe ich mich mit Mitschülern angelegt. Ich wurde mehrmals von der Schule verwiesen, musste zu 'ner Psychotante, wurde aktenkundig bei der Polizei und trotzdem half alles nichts. Das gipfelte irgendwann in eine Schlägerei, die ziemlich ausgeartet ist. Ich hab' den Typen übel zugerichtet, die wussten wohl nicht, ob er überleben würde. Die Anklage lautete schwere Körperverletzung. War ein paar Tage im Jugendknast. Und als ich dem Richter vorgeführt werden sollte, ist diese Scheisse ausgebrochen. Ich konnte mich gerade noch so in Sicherheit bringen. Deshalb war diese Krankheit wohl mein Glück." Floyd starrte geradeaus. "Ich hätte mehrere Jahre bekommen. Ganz sicher. Und dann wäre ich als Erwachsener aus dem Knast gekommen und hätte mit der gleichen Scheisse weitergemacht, weil ich nichts anderes kennengelernt hätte." Floyd glaubte nicht daran, dass ihn das Gefängnis zu einem besseren Menschen gemacht hätte. In ihm wohnte nichts Böses. Aber wenn er wütend wurde, wenn er sich bedrängt fühlte, dann tobte er sich auch heute noch aus. Vorzugsweise mit seiner Eisenstange auf Autos, Müllcontainern und solchen Dingen. Nicht mehr an Menschen. Und das Problem dabei war, dass er sich selbst kaum bremsen konnte. Er hörte erst auf, wenn ihm sein Körper schmerzte, wenn er ausser Atem war und der Schweiss von seinem Gesicht tropfte.

Sein Blick glitt wieder zur Frau neben sich. Er wollte schon wissen, wie sie auf das Geständnis reagierte. Gelassen, weil sie schon schlimmeren Menschen begegnet war? Oder sah sie ihn jetzt mit anderen Augen? Angst konnte er an ihr aber nicht erkennen. "Ist fünfzehn Jahre her. War auch ein anderes Leben. Hab mich danach nur noch gewehrt, wenn es sein musste. Aber ich hab von mir aus keine Prügelei mehr angefangen. Hatte viel zu oft zu grossen Hunger, um mich zu prügeln. Und viele von uns gibt’s sowieso nicht mehr."
Floyd musterte sie weiter. "Was ist mit dir? Wie alt warst du beim Ausbruch?" Er konnte sie nicht einschätzen. Das Alter der Überlebenden konnte man nicht mehr ablesen. Manche sahen sehr alt aus, obwohl sie noch jung waren, und andere hielten sich für ihr Alter sehr gut. Floyd war ohnehin schlecht in diesen Schätzdingen.

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#30

RE: 03.03.2024 - Companion - Floyd & Dinah

21.03.2025 17:27
Dinah Anderson Dinah Anderson (gelöscht)
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„Dann hast du mich noch nicht kochen gesehen – und ich rede hier ganz gewiss nicht von irgendwelchem Dosenfraß zubereiten.“ schüttelte Dinah nur schmunzelnd den Kopf. Es war nicht das sie es nicht wirklich konnte. Es war wohl eher ein wenig chaotisch. Sie interessierte sich auch schlichtweg nicht wirklich dafür. Dinah hatte gern schon immer ein wenig aus der Reihe getanzt. Im positiven natürlich, nie um jemanden bewusst Ärger zu bereiten. Ihre Schwester Rachael war da komplett anders gewesen. Sie mochte es eine Routine zu haben und einfachen Dingen im Leben nachzugehen. Womöglich weil ihr auch keine andere Wahl blieb. Dinah's Schwester war krank gewesen. Rachael leidet unter Lupus – eine Autoimmunkrankheit, die nicht heilbar war. Das Immunsystem richtet sich gegen den eigenen Körper. Etwas was Dinah schon immer surreal vorkam. Mit Medikamenten war diese Krankheit für eine lange Zeit tragbar. Ohne .. nun... . Dinah's Hand fuhr unterschwellig zu dem Funkgerät, welches immer noch an ihrem Gürtel befestigt war. Sie wollte nicht darüber nach denken. Auch schmerzte der Gedanke an ihre Schwester. Es war ein weiterer Grund, weshalb sie unbedingt das Funkgerät zum Laufen bringen wollte. Nicht nur wegen ihrer Leute, ihrer Einheit, sondern auch ihrer Familie. Dinah wollte Rachaels Stimme hören und ihr versichern, das alles in Ordnung war. Genau so wie sie sich versichern wollte, das es ihr gut ging. In letzter Zeit war es nicht so leicht für sie gewesen. Medikamente und medizinisch Ressourcen waren nach wie vor rar in dieser Welt oder benötigten eine lange Zeit um sie korrekt herzustellen. Für Dinah war die Apokalypse keine zweite Chance auf Wiedergutmachung Sie hatte in ihrem vorherigen Leben nichts verbrochen. Dieses langweilige aber perfekte Leben, was Floyd ihr beschrieben hatte. Auch wenn sie sich darin selbst nicht sah, gab es in dieser Welt eine medizinische Versorgung, Ärzte, Krankenhäuser. Die Menschen hatten noch eine wirkliche Chance. Menschen, wie ihre Schwester Rachael.

Dinah hörte ihm schweigend zu, verweilte noch ein wenig im Echo an ihre Familie, während ihre Schritte auf dem unebenen Boden dumpf widerhallten. Ihre Miene war nachdenklich, doch sie verzog keine Miene der Überraschung oder gar des Entsetzens. Floyds Geständnis war zweifellos schwerwiegend, aber sie war lange genug in dieser Welt unterwegs gewesen, um zu wissen, dass jeder seine Lasten trug. Jeder hatte eine Vergangenheit, die ihn geformt hatte, und oft war diese Vergangenheit nicht gerade glanzvoll. Dass Floyd als Jugendlicher gewalttätig gewesen war, dass er für seine Wut ins Gefängnis gewandert wäre, wenn nicht die Katastrophe über die Welt hereingebrochen wäre, änderte nichts an der Tatsache, dass er jetzt hier war. Dass er noch lebte. Dass er sich - zumindest in gewisser Weise - weiterentwickelt hatte. „Was hat dich so wütend gemacht, damals? Deine Mutter? Dein Vater? Jemand anderes?“ Dinah wusste das man sich mit solchen Fragen oft auf einem sehr dünnen Eis befand, wenn man zu tief in fremde Angelegenheiten bohrte, war es nicht verwunderlich wenn das Eis unter einem brach. Sie war sich sicher das Floyd diese Frage bestimmt schon einmal gestellt bekommen hatte, als er die Psychiaterin erwähnte. Aber Dinah war keine Psychiaterin, sie fragte ihn nicht deshalb. Floyd war nun erwachsen geworden. Sicherlich wurde die Last damit nicht leichter aber er schien nun eine andere Sichtweise auf all das zu haben. Dinah nahm sich wie gesagt nicht das Recht heraus ihn zu verurteilen, auch jetzt nicht. Zu dem gab es nicht nur Schwarz und Weiß in dieser Welt. Es war nicht gut was passiert war und Floyd schien auch keine Ausreden zu suchen um sein Verhalten zu entschuldigen. Doch in ihren Augen war er nicht der Böse oder gar der Teufel gewesen. Manchmal hatte man keine Wahl. Manchmal sah man keinen anderen Weg und man handelte wie man eben handelte. Aber ein schlechter Mensch wurde man dadurch nicht. Das wurde man erst wenn man Freude daran empfand jemand anderem bewusst Leid zuzufügen. Sie spürte seinen Blick auf ihr, als würde er abwarten, wie sie auf all das reagieren. Doch Dinah blieb ziemlich entspannt weiterhin. Sie nahm keinen Abstand, als hätte er eine ansteckende Krankheit oder rannte gar weg. „Tut mir Leid.“ entschuldigte sie sich schließlich nur. Wenn Floyd dachte das er jetzt in einer Welle von Mitleid ertränkt werden würde, hatte er sich geirrt. „Es tut mir Leid das du so früh lernen musstest zu überleben obwohl es noch keine Untoten gab.“ Floyd hatte sich für seinen Weg entschieden aber er war gewiss nicht derjenige gewesen, der ihn auf diesen Weg geschubst hatte. Dinah hob nur den Kopf als Floyd schließlich sie fragte. Ein wenig überrascht war sie darüber schon. Es war ein ungewöhnlicher Anblick als Dinah zuerst ein wenig zögerte. So sehr sie sich gern für die Geschichten anderer interessierte, so war es umgekehrt weniger der Fall. Sie redete nicht gern darüber. Dinah mochte es nicht an schmerzhafte Dinge erinnert zu werden. Denn das ließ den jahrelangen Schutzmechanismus aus Heiterkeit immer ein wenig mehr bröckeln. „Neun.“ rückte sie schließlich mit ihrer Sprache aus, als hätte sie Floyd nach ihrem persönlichen Pin für ihr Bankkonto gefragt. Ihre Hände fuchtelten ein wenig nervös miteinander, als wüsste sie gar nicht wohin damit. „Wir hatte eine Farm. Hauptsächlich Schafe.“ sprach sie schon fast ein wenig nachdenklich ehe sich ein Lächeln auf ihre Lippen schlich bei der warmen Erinnerung. „Meine Eltern, ich und … meine Schwester.“ Dinah versuchte ihre Erinnerungen zu ordnen, als wären diese in tausende Scherben zerstreut. Sie hatte sie nicht nur unterdrückt aber manchmal erinnerte sie sich wirklich nicht mehr an die Dinge. Auch wenn neun Jahre nicht wirklich das Alter eines Kleinkindes war, war sie immer noch ein Kind damals gewesen. „Mr. Harris.“ sprach sie schließlich weiter. „Ihm gehörte die benachbarte Farm. Ich hab ihn jeden Morgen auf dem Weg zur Schule begrüßt und eines Abends stimmte etwas mit ihm nicht. Er war voller Blut und hatte sich gegen unsere Terrassentür gedrückt, es war schon zu spät für ihn gewesen Manchmal haben Wildtiere unsere Schafe gerissen und mein Dad hatte deswegen eine Waffe zu Hause und – Er hat einfach geschossen. Ich weiß das er das im Nachhinein tun musste. Es war trotzdem -.“ Dinah sprach den Satz nicht zu Ende. „Ich bin froh. Wirklich. Ich bin froh das die Apokalypse eine zweite Chance für dich war. Für mich war es das nicht. Sie hat meine Familie auseinander gebracht und meine Schwester. Sie heißt Rachael und sie ist krank. Und irgendwann werden uns die Medikamente ausgehen.“ Atmete Dinah hörbar durch ehe sie ihr Funkgerät wieder in die Hand nahm. „Deswegen muss ich das auch wieder zum Laufen bringen.“ strich sie schon fast sanft über das metallische Gehäuse als würden sich all die wichtigen Menschen in diesem kleinen Gehäuse befinden.

@Floyd Webber

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#31

RE: 03.03.2024 - Companion - Floyd & Dinah

05.04.2025 14:46
Floyd Webber 259 Beiträge
Alter
30 Jahre
Größe
180 cm
Zugehörigkeit
Anarchy Riders
Aufgabe
Versorgungstrupp

@Dinah Anderson

Er wurde nachdenklich und sein Blick ging geradeaus, ohne wirklich etwas zu fokussieren. Dinah kannte er nicht. Er wusste nicht, woher sie kam, wohin sie wollte, wer sie einst gewesen war und wer sie heute gerne wäre. Die wenigen Informationen, die er von ihr hatte, reichten aus, um sich ein aktuelles Bild über die Frau und ihre Situation zu machen. Aber nicht mehr. Trotzdem war er gewillt, ihre Fragen über ihn zu beantworten. Damit öffnete er sich ein Stück, gab einen tieferen Einblick in sein Leben und in seine Person, wurde dadurch vielleicht auch angreifbar, aber letztendlich war es das letzte Bisschen an Menschlichkeit, welches er sich bewahrt hatte. Es half nicht beim Überleben, in jedem und in allem und das auch noch jederzeit einen Feind zu sehen. So waren Menschen nicht erschaffen worden. Sie waren keine Einzelgänger, auch wenn sie es sehr lange alleine aushielten. Am Ende rotteten sie sich zusammen, brauchten einander, und sei es nur für einen gelegentlichen Sinnesaustausch.
Davon abgesehen, fühlte sich Floyd selbstbewusst und in sich gefestigt genug, um sich nicht von seiner eigenen Geschichte beirren zu lassen, sollte man ihm seine Vergangenheit um die Ohren schlagen.
"Keine Ahnung.", gab er zu und machte einen grösseren Schritt über einen abgebrochenen Zweig eines Baumes, der schon länger hier zu liegen schien. Er ragte nicht weit genug auf die Strasse heraus, die noch befahren wurde, so dass man ihn offenbar liegenliess. "Ich habe mit meiner Mum und meiner Gran zusammengelebt. Meinen Vater kenn ich nicht. Meine Mum kannte den wohl auch nicht." Ein Schnauben folgte, was ein wenig spöttisch klang. "Sie hatte eine Menge Verehrer im Diner, wo sie gearbeitet hat, und sie liess auch nichts anbrennen. Sie hatte einen echten Verschleiss an Männern. Die hat sie aber selten mit nach Hause gebracht." Darauf hatte sie immerhin geachtet, auch wenn Floyd nicht nur einmal Hör-Zeuge davon wurde, wie sie sich mit einem Typen vergnügt hatte.
"Ich bin in einem Trailerpark grossgeworden. Da gabs eine Menge Leute, die ihr Leben nicht wirklich auf die Reihe gekriegt hatten. Aber ich kannte nichts anderes, also wars auch eine ganze Weile okay, so zu leben. In der Schule war das auch kein Thema gewesen, das kam erst später auf. Ich wurde zwar nicht... gemobbt, oder so, aber ich wusste, dass meine Chancen im Leben andere waren. Ohne Geld im Rücken und ohne die erforderlichen guten Noten war eine bessere Ausbildung sowieso ausgeschlossen. Ich glaube, als ich das realisiert habe, zusammen mit meiner Neigung und der Tatsache, dass ich keinen Vater, Onkel oder sonst ein männliches Vorbild oder so hatte, bin ich einfach wütend auf alles geworden." Er zog die Augenbrauen hoch und kratzte sich an der linken. "Ehrlich gesagt, ist das auch nur eine Vermutung. Es war eben eine schwere Zeit für mich. Und die Pubertät spielte da auch ihre Rolle. War halt scheisse."
Irgendwie kam er sich seltsam vor. Er hatte eine Menge gesprochen, hatte sich ernsthaft mit ihrer Frage und seiner Vergangenheit auseinandergesetzt, was er selbstverständlich schon mehrmals getan hatte, aber er erinnerte sich nicht daran, so offen darüber geredet zu haben. Nun ja, das lag wohl einfach an seiner Laune und Dinah würde das Gehörte sowieso wieder vergessen.

Ihre Entschuldigung überraschte ihn dann aber doch und er drehte den Kopf zu ihr. "Hm. Es war eben meine Realität. Es war normal. Diese Welt ist es für die, die jetzt geboren werden, ja auch. Sie haben keine Ahnung, wie das Leben früher war. Also werden sie auch nicht um die Vergangenheit heulen." Das sah er ganz pragmatisch. Und es war an der Zeit, auch Dinah aussprechen zu lassen. Auch ihre Geschichte war wichtig und sie konnten ja nicht wissen, wie viel Zeit ihnen noch blieb, um sich irgendwem mitteilen zu können.
Dinah war erst neun Jahre alt gewesen, als die ersten Beisser das Land überfallen hatten. Zu jung, um allein überleben zu können, zu alt, um das Grauen wieder zu vergessen. Im Gegensatz zu ihm schien sie aber etwas mehr Anlauf zu brauchen, um über sich und ihre Vergangenheit sprechen zu können. Das fand er nicht schlimm, er hatte auch kein Recht dazu, darüber zu urteilen. Jedes prägende Erlebnis war für diese eine Person schlimmer oder schöner als es für Aussenstehende sein mochte.
Sie erzählte von ihrem Nachbarn, ihrem Dad und einem tödlichen Schuss. Und dann von ihrer kranken Schwester Rachael, die wohl noch lebte. Zur zweiten Chance äusserte er sich jedoch nicht. Ja, die Apokalypse hatte den Weg seiner Zukunft geändert. Aber dafür hatte er seine Familie verloren.
"Und was hat sie? In den Kolonien werden Medikamente selbst hergestellt, ausserdem lässt sich immer noch was finden. Vielleicht habe ich sogar etwas, was ihr helfen könnte." Floyd musterte Dinah neben sich. Er war ein Händler, er machte Tauschgeschäfte. Dinah hatte er schon sein Zelt, sein Essen und das Feuer geliehen - und Sicherheit. Wenn sie jetzt tatsächlich ein Medikament aufzählte, was er wundersamerweise dabei hatte, würde er es ihr nicht einfach so überlassen. Oder vielleicht schon. Er war sich noch nicht sicher.

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#32

RE: 03.03.2024 - Companion - Floyd & Dinah

21.04.2025 18:17
Dinah Anderson Dinah Anderson (gelöscht)
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Dinah hatte zugehört, ohne ihn zu unterbrechen. Ihre Augen ruhten nicht auf seinem Gesicht, sondern irgendwo im Dazwischen - zwischen seinen Worten, zwischen den Erinnerungen, die er preisgab. Es war nicht selbstverständlich, dass jemand so offen sprach. Schon gar nicht jetzt, in einer Welt, in der die Vergangenheit entweder zur Waffe geworden war oder zu etwas, das man besser vergrub. Sie spürte, dass es ihm nicht leicht fiel. Nicht, weil er sich schämte, sondern weil solche Geschichten oft keine Worte brauchten und doch welche verdienten. Während er redete, hatte sie nichts gesagt, keine Bemerkung gemacht, kein Nicken, kein Stirnrunzeln. Es war Respekt, vielleicht auch Vorsicht. Und weil sie wusste, dass ein Moment wie dieser selten war. Menschen redeten selten so. Nicht mehr. Nicht mit Fremden.Was hätte sie auch sagen sollen? Dass sie es verstand? Dass sie ähnliches erlebt hatte? Das wäre gelogen gewesen. Ihre Geschichte war anders. Ihre Kindheit war anders. Ihr Schmerz war ein anderer. Aber Schmerz war Schmerz. Und Verlust war Verlust. Seine Frage am Ende traf sie unerwartet. Fast so, als hätte er zwischen ihren Zeilen gelesen, dort, wo sie noch nicht gesprochen hatte. Wo sie ihre Antworten in sich trug, aber nicht aussprach. "Sie hat Lupus", sagte sie schließlich leise. Es war das erste Mal seit Langem, dass sie das Wort aussprach, fast ehrfürchtig, als wäre es ein Fluch, der mit jeder Wiederholung stärker wurde. "Manchmal kriegt sie Fieber, kriegt schlecht Luft. Ihre Gelenke tun weh. Medikamente zögern es nur heraus, doch sie wird nicht mehr gesund werden.“ Ihre Stimme klang traurig, weil Dinah traurig war. Sie schaffte es noch nicht mal sich in dieser Situation selbst zu belügen oder sich den Optimismus zu bewahren, der stets in ihr schlummerte. Doch das war die Realität. Eine Tatsache, die Dinah sich nicht schön reden konnte. Es reichte schon wenn sie ihre Schwester Rachael selbst belog, in dem sie vorgab und sie behandelte als sei sie ein normaler Mensch. Doch mit jedem Schub, brach immer ein Stück mehr in Dinah. „Der Tod jagt einem in dieser Welt auf verschiedene Art und Weise hinter her. Aber letztendlich ist es dein eigener Körper, der dich umbringen wird... ist das nicht irgendwie … unfair?“ Ihr heller Blick blieb bei dem jungen Mann hängen, als würde sie tatsächlich eine Antwort auf diese Frage abwarten. Als könnte Floyd sie auf irgendeine Weise erleuchten. Seine Worte alles ungeschehen oder besser machen. Doch das konnten sie nicht. Genau so wenig wie ihre Worte seine Vergangenheit ungeschehen machen konnte. Die Dunkelhaarige schüttelte schließlich den Kopf. Merklich das sie nicht mehr in schmerzhaften Erinnerungen schwelgen wollte, stattdessen erzählte sie wieder etwas positiveres. Etwas was mehr zu der jungen Frau passte. „Ich bin zwar keine gute Köchin. Aber Rachael ist es. Sie hätte aus dem Dosenfraß, was wir gestern hatten wahrscheinlich ein Fünf-Gänge-Menü draus gemacht.“ Ein Schmunzeln zog sich auf ihre Lippen und dieser ungesunde Optimismus schlich sich langsam wieder in ihren Körper zurück. „Wenn ich erstmals wieder Funk hergestellt habe, wird sie mir all das ganz gewiss nicht glauben, was passiert ist.“ Dinah zog ihre Rucksackträger ein wenig enger an sich. „Ich hoffe wir sind bald da. Und ich hoffe die essen keine Eichhörnchen, da wo du mich hinschleppst, denn das wäre -“ Dinah stockte und ihre Worte formten einen Aufschrei, als sie sich nichts ahnend etwas um ihr Bein geschlungen hatte. Ein Seil, welches sie kopfüber nach oben zog, als wäre sie ein Stück Vieh. Die Dunkelhaarige hatte offensichtlich eine Falle ausgelöst und zu ihrer Verteidigung und dem Anblick der zwei leblosen Beißer, welche neben ihr hingen, war sie wohl nicht die Einzige gewesen. „Verdammte Sch- Mist!“ fluchte sie laut über Floyd. „Wer stellt bitte mitten auf dem Weg eine Falle auf.“ machte sich die junge Frau ihrem Ärger laut Luft ohne zu bemerken, das solch eine Falle nie ohne Grund platziert wird und sicher kein Zufall war. Dinah kramte nach ihrem Taschenmesser, welches sie vor Aufregung dann auch noch fallen ließ und neben Floyd aufkam.

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#33

RE: 03.03.2024 - Companion - Floyd & Dinah

02.05.2025 11:30
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@Dinah Anderson

Lupus. Aha.
Floyd versuchte sich daran zu erinnern, ob er schon einmal von dieser Krankheit oder einem Gebrechen mit diesem Namen gehört hatte. Hatte er nicht. Floyd kannte die Grippe, hartnäckige Erkältungen und ein paar der damals üblichen und gängigsten Krankheitsbilder. Aber Lupus war ihm fremd. Der Name erinnerte ihn an ein exotisches Tier, auf welches man früher in einem Zoo aufmerksam geworden wäre, weil man ansonsten keinerlei Berührungspunkte mit dem Tier hatte.
Aber bevor er fragen konnte, was es genau mit dieser Krankheit auf sich hatte, erzählte Dinah schon weiter. Ihre Stimme klang dabei traurig und hoffnungslos. Fieber und Atemnot, Gelenkschmerzen und keine Sicht auf Besserung. Manchmal fragte sich Floyd, warum man diese Menschen überleben liess. Es war ein hoffnungsloser Kampf in dieser Welt. Aber Aufgeben war eben nach wie vor die Option, die die wenigsten wählten. Das war bei ihm nicht anders. Und vielleicht hatte auch eine sterbenskranke Schwester es verdient, noch eine Weile weiterzuleben, auch wenn für sie Leben riskiert wurden.
"Nichts ist fair.", befand er schliesslich. Das Thema war ihm auch nicht sehr angenehm. Er konnte nicht helfen, weil er nicht wusste, was Lupus war, und weil es ja offenbar auch keine Heilung dafür gab. Ausserdem war er für diese Thematik nicht der richtige Ansprechpartner. Floyd verbat sich Mitgefühl und Mitleid, weil es schwächte. Aber er zeigte immerhin Anteilnahme und das war, wie er fand, wenigstens etwas, und zeigte, dass er kein kaltherziges Arschloch war. Er war nur… nun ja, mit solchen traurigen Dingen überfordert. Es gab nämlich keine richtigen Worte. Keinen erhellenden Rat. Keine Lösung.

Sie gingen ein paar Meter schweigend weiter, bis Dinah von ihrer Schwester erzählte. Rachael hiess sie und eine gute Köchin sei sie. Noch dazu schien sie ihrer Schwester nicht alles abzunehmen, was diese ihr erzählte. Das war bestimmt so ein Schwesterding.
"Solange ein Mensch Spass an etwas hat, ist er dem Tod noch nicht auf den Leim gegangen.", fand er, ohne zu wissen, ob diese Aussage Dinah etwas brachte oder sie erneut diesen traurigen Blick blicken liess.
"Es dauert noch eine Weile, aber bis zum Abend erreichen wir die Kolonie.", versprach er. Aber Floyd wusste auch, dass sie Balar Island erreichen würden. Sie waren schon auf der Strasse, die hinführte. Ein Verlaufen war unmöglich. "Die essen keine Eichhörnchen. Die essen Fisch. Und…" Er verstummte abrupt, als Dinah in einer ungewöhnlich schnellen Bewegung neben ihm in die Höhe gezogen wurde, was sie verständlicherweise mit einem Schrei kommentierte. Floyd drehte sich abrupt um, zog seine Eisenstange vom Gurt und checkte die Umgebung, dann sah er zu Dinah hoch, die kopfüber über ihm baumelte. "Jemand, der Hunger hat oder sichergehen will, dass niemand hier entlangkommt." Ungewöhnlich war diese Fangmethode schon. Denn Floyd sah keinen Nutzen darin, zumal Dinah ziemlich weit oben hing. Er hatte nämlich auch die beiden leblosen Beisser in ihren Schlingen über sich nicht gemerkt.
"Warte, ich hol dich da runter." Er sah zum Seil und dann zum Ast. Okay, die Falle war ziemlich weit aussen vom Stamm entfernt angebracht. Das würde eine Weile dauern, bis Floyd hochgeklettert war. Ausserdem wusste er nicht, ob der Ast zwei Beisser, eine Frau und ihn aushalten würde. Als er dann wieder zu Dinah blickte, blitzte eine Klinge auf und fiel kurz danach vor seine Füsse.
Floyd starrte auf die Waffe und dann wieder zu Dinah. "Fuck! Willst du mich umbringen?!", moserte er, bückte sich und hob das Taschenmesser auf. Das hatte einen zu kleinen Nutzen bei dieser Seilstärke. Er klappte das Messer zusammen, steckte es in seine Hosentasche und zog dann aus seinem Rucksack ein Survivalmesser hervor. Er streckte es ihr entgegen, bis sie es hatte, und trat dann zwei Schritte zurück. "Versuchs mal so. Andernfalls klettere ich den Baum hoch."
Ein kleines, freches Grinsen stahl sich in sein Gesicht. Dinah war eine mutige Frau. Sie hatte gestern Floyds Zelt, sein Feuer, ein Teil seines Essensvorrat und seinen Schutz erobert und auch heute hatte sie keinerlei Schwächen gezeigt. Vielleicht schaffte sie es, sich selbst zu befreien. Bevor sie aber das Seil durchhatte und fallen würde, würde er schon darauf achten, dass sie sich beim Sturz nicht schlimm verletzte.
"In Balar Island leben ein paar Chinesen. Die essen alles Mögliche, sicher auch Eichhörnchen, Hunde und Sandalen, wenns sein muss. Nimm einfach nichts von denen an.", erzählte er weiter, als sei dieser Fallen-Vorfall nichts weiter als eine Fliege, die zwar lästig war, aber durch Herumschlagen der Hand in Schach gehalten werden konnte. Auch die einzelnen Beisser auf dem Parkplatz irrten irgendwie im Kreis umher und kamen nicht zu ihnen.
Für Floyd waren übrigens alle Asiaten Chinesen und alle Chinesen assen Insekten und Hunde und natürlich auch Eichhörnchen. Die Vorurteile hatte Floyd auch nach fünfzehn Jahren nicht gänzlich ablegen können, war er doch in einem Trailerpark aufgewachsen, der insbesondere von weissen Republikanern mit teilweise äusserst rassistischen Leuten bevölkert gewesen war. Wäre die Apokalypse nicht gekommen und Floyd ein, zwei Jahre später als Schwuler geoutet worden (er selbst hätte das nie getan, aber irgendwann hätte es irgendwer mitbekommen), hätte er ganz sicher Prügel eingesteckt, bis er freiwillig gegangen wäre. Man hätte ihn dort als Nachbarn nicht mehr geduldet, auch nicht als Minderjährigen.

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#34

RE: 03.03.2024 - Companion - Floyd & Dinah

29.05.2025 18:30
Dinah Anderson Dinah Anderson (gelöscht)
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Es würde sie nicht überraschen, wenn Floyd die Krankheit wahrscheinlich nicht kannte. In dieser Welt lernten die meisten Menschen nur noch das Nötigste zum Überleben. Krankheiten wie diese, chronisch und nicht hochinfektiös, verschwanden oft unter dem Radar. Aber in Dinah regte sich nichts wie Enttäuschung oder Trotz. Nur eine stille Erkenntnis. Floyd hatte Glück gehabt, nie damit konfrontiert worden zu sein. Seine Unwissenheit empfand sie nicht als Schwäche. Ganz im Gegenteil. Vielleicht war es sogar ein kleiner Luxus gewesen. Und so erzählte sie weiter, auch wenn sie merkte, dass das Thema schwer auf ihm lag. Traurigkeit konnte man nicht immer aus dem Weg gehen, das wusste Dinah. Manchmal musste man hindurch. Das hieß aber dennoch nicht, das sie sich gerne damit auseinander setzte. Nichts war fair. So wie es Floyd selbst sagte. Und Dinah glaubte ihm. Sie war vielleicht manchmal etwas blauäugig, auch zu ihrem eigenen Schutz, aber in Naivität waren ihre Sichtweisen nicht ertränkt. Dinah wusste, dass diese Worte nicht zynisch gemeint waren, jeden falls klangen sie nicht danach, sondern ehrlich. Vielleicht war das Floyds Art, Anteil zu nehmen. Und das reichte. Dinah wusste, das nur weil etwas auf den ersten Blick harsch erscheint, es nicht auch immer sein musste. Nicht nur die Welt war anders. Sondern auch die Menschen. Sie verlangte keine tiefen Gespräche über Schmerz und Verlust. Es reichte ihr, wenn jemand ab und an zuhörte. Sie brauchte kein Mitleid, kein unehrliches Bedauern ihrer Situation. Es war mittlerweile offensichtlich, das Dinah nicht in Selbstmitleid versank. Sie würde das tun, was sie immer tat. Die negativen Gedanken wie ein lästiges Insekt abschütteln und nach Vorne blicken. Sie unterdrückte ihre Gefühle nicht aber sie fand auch keine Lösung darin in ihnen zu versinken und am Ende nicht mehr raus zukommen Sie handelte lieber und suchte nach Lösungen. Selbst wenn es eine Krankheit betraf, auf die es keine Heilung gab. Aber Dinah konnte niemals einfach nur dar sitzen und zusehen. Egal ob es ihre Schwester war, Freunde oder gar ein Fremder, wie es Floyd gewesen war. Sie bemerkte, wie sie beide für eine Weile schwiegen. Aber es war kein unangenehmes Schweigen. Und dann, ganz wie sie es immer tat, griff Dinah gedanklich nach etwas Hellem. Nach einer Erinnerung, nach ihrer Schwester. Rachael war mehr als nur krank. Sie war lebenslustig, manchmal bissig, unglaublich begabt mit wenigen Zutaten. Und ja, ein wenig skeptisch gegenüber Dinahs Abenteuern. Das ließ Dinah leicht lächeln. Floyds Kommentar ließ sie leise nicken. Vielleicht war das wirklich so. Vielleicht war das der einzige Unterschied zwischen bloßem Überleben und einem Hauch von Leben inmitten all der Trümmer. Dinah wollte daran glauben. Als er versprach, dass sie die Kolonie bis zum Abend erreichen würden, wurde ihr Herz ein wenig leichter. Floyds Hinweis auf Fisch statt Eichhörnchen ließ sie abprubt das Gesicht verziehen. Es wirkte wahrscheinlich schon fast verwöhnt und womöglich war Dinah das auch ein wenig gewesen. Die meisten in der Apokalypse waren womöglich froh, das sie überhaupt etwas zu Essen hatten. Dinah würde wahrscheinlich lieber mit einer Horde Beißer in einem Raum eingesperrt sein als dieses glitschige Monster aus der Wasserhölle zu verspeisen. Es gab keine aufregende Vorgeschichte dazu. Es war einfach so! „Ich glaube, ich nehme doch lieber die Eichhörnchen“ ließ sie ihren Unmut ein wenig eingeschüchtert verlauten. Doch ihr Unmut währte nicht lange. Ihr Aufschrei war laut, panisch, als sich das Seil um ihr Bein schloss und sie in die Höhe zog. Die Welt drehte sich kopfüber, und für einen Moment war da nur Chaos. „Jemand der Hunger hat? Gibt es hier etwa Kannibalen? Gott ich hasse es hier.“ verstand Dinah natürlich die ganze Situation mal wieder komplett falsch. Floyds Reaktion hingegen wirkte kontrolliert, beinahe routiniert. Er sah sich um, blieb wachsam. Als er zu ihr aufsah und das Messer aufhob, hätte sie beinahe gekichert, trotz allem. „Ich nicht. Die Schwerkraft vielleicht.“ Dinah räusperte sich. „War keine Absicht.“ Sie wollte es sich ganz gewiss nicht jetzt mit Floyd verscherzen, während sie hier oben herumhing Sie streckte sich nach dem Messer, das er ihr reichte, mit zitternden Fingern, und irgendwo in ihr keimte ein kleines bisschen Stolz. Das war selten geworden – dieses Vertrauen. Die meisten sahen in ihr nur eine nette Überlebende, nicht jemand, der wirklich zäh war. Floyd erkannte das offenbar. Oder er war einfach zu faul, um den Baum hochzuklettern … das konnte auch sein. Als er weitersprach über Chinesen, über seltsame Essgewohnheiten, über Sandalen, konnte Dinah sich ein Grinsen nicht verkneifen. Nicht weil sie die Vorurteile teilte, sondern weil Floyd es offenbar gar nicht merkte, wie absurd seine Bemerkungen klangen. Er redete weiter, als wäre sie nicht gerade in einer tödlichen Falle gefangen. „Nicht die gegrillten Sandalen annehmen, verstanden.“ murmelte Dinah, die ein paar Anläufe brauchte um sich mit ihrem Oberkörper nach oben zu schwingen ehe sie nach dem Seil griff und fleißig anfing mit Floyd's Messer die Fasern, des dicken Seils zu trennen. „Du fängst mich doch auf oder?“ sprach Dinah nach einer Weile, während das Seil dünner wurde.

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#35

RE: 03.03.2024 - Companion - Floyd & Dinah

04.06.2025 14:59
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@Dinah Anderson

Wer hier Draussen herumlief, hatte schon vor Jahren gelernt, zu überleben. Es gab niemanden, der ausserhalb des Schutzes einer Kolonie oder einer stabilen, starken Gruppe, dem Grauen nicht schon begegnet war. Deshalb ging er davon aus, dass eine Frau wie Dinah durchaus in der Lage war, sich selbst aus blöden Situationen zu retten. Das hiess natürlich nicht, dass er tatenlos danebenstand. Aber wenn sie es schaffte, sich selbst aus der Falle zu befreien, musste er nicht auf den Baum klettern und womöglich sie beide in Gefahr bringen.
Dass er mit seiner Haltung Stolz bei ihr auslöste, war ihm überhaupt nicht bewusst. Sein Verhalten zeigte bloss, dass er in einem Frauenhaushalt grossgeworden war, in welchem es keine männliche Hand oder Führung gebraucht hatte, damit der Alltag lief. Klar, es wäre sicherlich von Vorteil gewesen, wenn ein Mann an der Seite seiner Mum die Familie finanziell aber auch fürsorglich unterstützt hätte, aber sie hatten es eben auch so geschafft. Frauen waren keine schwachen Menschen. Sie benötigten nur eine andere Art von Schutz als Männer. So dachte er jedenfalls.
Er passte jedoch auf, was sie da über ihn hängend tat. Nicht jeder war kräftig genug, um sich mit Schwung nach oben hangeln zu können, aber diejenigen, die es nicht schafften, waren meistens sowieso nicht lange am Überleben.
Sie machte das aber recht gut. Nein, sogar sehr gut. Floyd überlegte kurz, ob er auch so grazil da oben hängen würde und glaubte nicht, dass er so beweglich war. Frauenkörper hatten da schon so ihre Vorteile.
"Ja.", gab er zur Antwort auf ihre Frage, ob er sie auffangen würde. Das würde er. Aber es würde wehtun. Vermutlich würde er ihren Fall nur abbremsen können und sich selbst dabei auch in Mitleidenschaft reissen. Aber das war immer noch besser, als einen Knöchelbruch zu riskieren.
"Was mich interessiert, ist der Kerl neben dir." Er sah zum toten, also zum wirklich toten, Beisser hinüber, der durch die Bewegungen am Ast, die Dinah verursachte, ein wenig herumschaukelte. Dabei fiel ein Stück seines Körpers ab. Daumenlang. Haut, Organe, etwas, das verfault war. "Es spielt gar keine Rolle, ob er als Lebender oder als Beisser in die Falle getappt ist. Tatsache ist, dass jemand Mitleid mit ihm hatte und ihn getötet hat." Die Geschichte dahinter kannten sie aber beide nicht. War es Mitleid? War der Beisser ein leichtes Zielobjekt geworden? Man vergeudete keine Munition.
Floyd sah sich erneut um. Ob der Fallenleger sie beobachtete? Ob er darauf wartete, dass sie einen Fehler machten? Oder legte er sich nicht mit zwei Überlebenden an, wovon einer offensichtlich bewaffnet war? Einen Überlebenden konnte er jedenfalls nicht ausmachen, doch Dinahs Schrei vorhin war offenbar ein Lockruf gewesen. "Beeil dich.", sagte er zu ihr nach oben gerichtet. Von dem verlassenen Parkplatz beim Einkaufscenter taumelten nun gute drei Dutzend Beisser in ihre Richtung. Nicht besonders schnell, aber eben auch nicht im Schneckentempo. Floyd hatte keine Ahnung, wo die auf einmal alle herkamen. Vielleicht hatten sie sich hinter dem Gebäude befunden und waren orientierungslos im Kreis gelaufen, wie Truthähne.

Floyd wollte hier fort, aber noch hatten sie etwas Zeit. Er konnte die Beisser mittlerweile gut einschätzen, konnte abwägen, wann es wirklich brenzlig wurde. Aber die grosse Unbekannte war Dinahs Fall. Wie würde er sie auffangen? Und würden sie sich dabei so verletzen, dass sie in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt waren? Oder passierte gar nichts?
Seine Hand griff automatisch nach der Eisenstange, die an seinem Gürtel steckte. Aber er zog sie noch nicht, dafür waren sie noch zu weit von den Beissern entfernt. Sein Blick ging wieder nach oben. Das Seil war schon halb durchtrennt. Dass das in dieser Position äusserst anstrengend war, wusste er. Aber Dinah zeigte sich verbissen und das rechnete er ihr hoch an.
Schliesslich breite er die Arme aus und stellte sich so unter Dinah, dass er glaubte, ihren Fall abbremsen zu können. Sie sollte ja auch nicht mit dem Kopf aufkommen oder sich die Schulter auskugeln. "Versuch so zu fallen, wie du gerade hängst." Füsse und Kopf nach oben. Dann konnte sie in seine Arme plumpsen und würde, wenn er sie nicht richtig halten konnte, sich lediglich den Hintern prellen. Und das Steissbein. "Und wackle nicht so hin und her!"

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#36

RE: 03.03.2024 - Companion - Floyd & Dinah

06.08.2025 13:12
Dinah Anderson Dinah Anderson (gelöscht)
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Wer hier draußen überlebt hatte, wusste, was es bedeutete, Schmerz zu kennen und ihn zu ignorieren, wenn es darauf ankam. Dinah wusste das. Und sie wusste auch, dass Floyd es wusste. Es war kein Ort für Anfänger mehr, diese Welt. Aber auch keiner für Helden. Als er dann den Beißer erwähnte, der neben ihr baumelte, wurde Dinah wieder schlagartig klar, wie schmal der Grat war. Zwischen Leben und Tod. Zwischen Mensch und Untoter. Sie war ihm so nah, fast so, als würde sein kalter, fauliger Atem ihren Nacken streifen. Der Körper bewegte sich mit jeder ihrer Bewegungen, ein schauriges Echo ihres eigenen Kampfes. Und als ein Teil von ihm abfiel, versuchte sie, nicht zu würgen. Dinah dachte an die Augen des Wesens. Sie waren leer gewesen. Aber vielleicht waren sie das auch schon gewesen, bevor er gebissen wurde. Vielleicht hatte ihn niemand vermisst. Oder jemand hatte ihn gesehen, erkannt und dann erlöst. Es spielte jetzt keine Rolle. Aber irgendetwas daran stimmte sie traurig. „Ein tolles Ende. Als Beißer in einem Baum auf Lebzeiten herum zu baumeln.“ Dinah's Stimme klang dabei hörbar sarkastisch. Sie wusste sie konnte nicht jeden retten. Aber irgendetwas ziepte in ihrer Brustgegend, das sie es nicht konnte. Auch wenn sie den Menschen, bevor dieser einer Untoter wurde, nicht kannte und auch das größte Arschloch auf Erden hätte sein können. Als Floyd sich umsah, spürte sie es auch. Etwas veränderte sich in der Luft. Die Geräusche wurden lauter, die Vögel verstummten. Beißer. Und zwar viele. Seine Aufforderung, das sie sich beeilen soll war ruhig, fast sachlich und genau das brachte ihren Puls zum Rasen. Sie sah von ihrer hohen Position die ersten Schatten am Rand des Parkplatzes. Langsam, schlurfend. Dreißig, vielleicht mehr. Und Dinah hing immer noch in diesem verdammten Baum. Sie arbeitete schneller, ignorierte das Brennen in den Fingern. Jeder Schnitt brachte sie dem freien Fall näher. Der Gedanke daran, dass Floyd sie auffangen würde oder es zumindest versuchen würde, war der einzige, der sie davon abhielt, in Panik zu verfallen. Als sie hörte, wie er unter ihr stand, sich positionierte, die Arme ausbreitete, spürte sie wie das Seil langsam nachgab. Vielleicht tat es weh. Vielleicht knallte sie auf ihn drauf wie ein nasser Sack. „Fallen, wie ich hänge. Kopf hoch, Beine hoch … alles klar. Ich bin ja kein Waschbär, Floyd“, murmelte sie, obwohl er sie wohl kaum verstehen konnte. Und dann, plötzlich mit einem bitteren Geräusch riss die letzte Faser. Ein Moment der Schwerelosigkeit. Dann der Fall. Die Welt drehte sich. Der Wind rauschte. Und für einen Herzschlag lang dachte Dinah nichts. Dann krachte sie in etwas Warmes und zu ihrem Glück Menschliches. Dinah konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, als sie ihre Augen wieder öffnete und in das Gesicht von Floyd blickte. „Guter Fang. Du machst das wohl öfter.“ Sie konnte sich die kitschige Bemerkung nicht verkneifen. Und er hatte sie wirklich aufgefangen. In einem Stück. Dinah spürte, wie ihre Beine kurz nachgaben, aber sie fing sich schnell. Der Aufprall hatte ihr die Luft aus den Lungen gepresst, doch nichts schien gebrochen zu sein. Ihr Steißbein würde sich die nächsten Tage melden, keine Frage, aber das war ein Preis, den sie bereitwillig zahlte. Sie atmete tief durch, blickte sich um und dann war das Grinsen verschwunden. Die Beißer kamen näher. Jetzt waren sie nicht mehr nur Schatten in der Ferne, sondern sichtbar. „Wir müssen hier weg“, sagte sie leise, mehr zu sich selbst als zu Floyd, während sie sich das Messer zurück in den Gürtel steckte. Sie wollte nicht unbedingt in einer neuen Gemeinschaft ankommen mit einer Beißergruppe als Willkommensgeschenk oder einem verrückten Fallenleger, in dessen Fallen Dinah zu gerne rein tappte.

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#37

RE: 03.03.2024 - Companion - Floyd & Dinah

13.08.2025 10:59
Floyd Webber 259 Beiträge
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@Dinah Anderson

Jetzt ging es um Ganze. Er musste Dinah, die auch nicht gerade sehr klein war, so auffangen, dass sie sich beide möglichst wenig dabei verletzten. Denn die Beisser waren im Anmarsch und während Floyd zuerst noch ein Dutzend der Untoten gesehen hatte, waren es jetzt mindestens dreimal so viele. Irgendetwas hatte sie auf sie aufmerksam gemacht. Oder jemand. Aber Floyd konnte noch immer niemanden entdecken, geschweige denn hören, der die Beisser bewusst zu ihnen lenkte. Über den Grund, warum das jemand tun sollte, dachte er allerdings nicht nach. Das brachte auch nichts. Manche Überlebende waren hungrig und hatten Kannibalismus in ihren Alltag etabliert. Manche machten sich schlicht einen Spass daraus, Ahnungslose in eine Falle zu locken und sie dann zu retten, nur um hinterher eine Schuld eintreiben zu können. Es gab unzählige Gründe, die sinnvoll oder sinnlos waren.
Dass die Beisser sich zu einer kleinen Horde zusammentaten, konnte aber auch ganz natürliche Gründe haben. Beisserinstinkte. Eine Laune der Untoten.

Dinahs gemurmelten Scherz kommentierte er ebenfalls mit einem undeutlichen Murmeln, denn ein Waschbär wäre deutlich einfacher aufzufangen als eine erwachsene Frau, die ihn vorhin beinahe noch mit einem Messer erstochen hätte.
Floyd positionierte sich unter Dinah und versuchte ihren Bewegungen zu folgen, damit sie ihm auch ganz sicher in die Arme und nicht daneben flog. Und dann passierte es. Der letzte Faden riss und Dinah fiel hinunter und direkt gegen seine Brust in seine Arme. Dabei schlug sie ihm versehentlich ein weiteres Mal gegen das Kinn, was aber nichts im Vergleich zum plötzlichen Gewicht war, welches er halten musste. "Hff!" Aufgrund der Wucht sackte er ein Stück in die Knie, wobei er sofort spürte, dass sein linkes Gelenk entsetzt reagierte und sofort zu pulsieren und ziehen begann. Egal, Floyd taumelte einige Schritte mit Dinah in den Armen vorwärts, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren. Als er endlich zum Stehen kam (es dauerte nur Bruchteile von Sekunden, aber die konnten sich in so einem Falle extrem lang anfühlen), hielt er die Jüngere noch immer fest. Er sah ihr ins Gesicht, wollte abchecken, ob es ihr gut ging, doch das brauchte er gar nicht. Ihr Grinsen sagte alles über ihren Zustand aus.
"Leuten in Nöten helfen? Ja.", gab er trocken zu, obwohl er wusste, dass sie ihre Aussage scherzhaft gemeint hatte. Die Erleichterung, dass alles gut ausgegangen war – für Dinah – folgte verspätet, brachte Floyd aber dazu, ebenfalls zu grinsen. Dann liess er sie vorsichtig herunter, richtete sich die Kleidung und sah dann zu den Beissern. Einige von ihnen hatten es jetzt wohl doch eilig, sie kamen bedeutend näher.
"Wir müssen ungefähr zweihundert Meter der Strasse folgen. Dann kommt eine Kreuzung, wo wir uns verstecken und sie hoffentlich abhängen können.", meinte er und schnappte sich seinen Rucksack, um ihn wieder zu schultern. Dabei gab sein Knie unablässig Schmerzimpulse. Floyd biss die Zähne aufeinander und lief gemeinsam mit Dinah los. Die ersten drei Schritte zeigten allerdings, dass er sich gröber verletzt hatte, als er einsehen wollte.
"Fuck.", zischte er und begann trotz allem eilig davon zu humpeln. Jeder Tritt auf dem harten Untergrund schmerzte und trieb Floyd schon nach wenigen Metern in eine kleine, innere Verzweiflung. Oh, er hasste es, verletzt zu sein! Ihm ging es nicht einmal um die Schmerzen oder um die Verletzung selbst, sondern darum, dass sie ihn aufhielt und für die nächsten Stunden seinen Tag bestimmen würde. So etwas passte ihm überhaupt nicht in den Kram! Vorwürfe machte er aber niemandem welche. Er hätte genauso gut über eine Wurzel im Wald stolpern können. Sowas passierte eben – und es war eine hinderliche Tatsache!
"Los, weiter!" Er zog die Eisenstange aus ihrer Befestigung und begann sich auf sie zu stützen. Wahrscheinlich war das Knieproblem morgen oder spätestens übermorgen schon wieder so weit behoben, dass er ausser leichten Reklamationsschmerzen aufgrund der Nichtschonung nichts mehr spüren würde. Jetzt gerade war allerdings alles akut und die Beisser drängten noch dazu zur Flucht.

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#38

RE: 03.03.2024 - Companion - Floyd & Dinah

13.09.2025 17:23
Dinah Anderson Dinah Anderson (gelöscht)
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Dass es inzwischen so viele Untote waren, ließ Dinah innerlich schaudern. Irgendwas oder vielleicht sogar Irgendjemand hatte sie hergelockt. Auch wenn sie niemanden, selbst als sie noch am Baum gehangen hat gesehen hatte, hieß das nicht, das dort auch niemand war. Jeder musste mittlerweile, dass manche Menschen grausamer als die Toten sein konnten, auch wenn Dinah stets die Einstellung hatte stets erst mal das Positive zu sehen. Auch in Menschen. Jeder hatte seine Lasten zu tragen. Und manchmal zwangen diese Lasten einen Dinge zu tun, die nicht mit jeder Moral übereinstimmen. Jeder hatte seine eigenen, oft verdrehten Gründe. Und Dinah war nicht hier zum urteilen. Weder über Floyd. Noch um den vermeintlichen Fallensteller. Doch die aktuelle Vorstellung, dass die Beißer auch aus reinem Instinkt zu einer Masse zusammenströmten, war für Dinah fast noch unheimlicher als der Gedanke, das da draußen ein Fremder war. Man konnte ihnen nicht entkommen, wenn sie sich wie Wölfe zusammen taten. Sie versuchte, sich so kontrolliert wie möglich fallen zu lassen, doch in der Praxis war es oft schwieriger als in der wirklichen Theorie. Das Seil gab plötzlich nach und ihr Körper stürzte ohne jede Gnade. Trotz des unsanften Aufpralls war sie erleichtert, sicher in seinen Armen gelandet zu sein. Sie spürte das kurze Straucheln und das leichte Nachgeben seiner Beine unter sich, doch er blieb, zum Glück der beiden, standhaft. Auch wenn Dinah's Ellenbogen wohl mittlerweile eine Vorliebe für Floyd's Kinn hatte. Der Schlag war wie der Letzte ebenso unbeabsichtigt, was auch deutlich ihre Gesichtsmimik zeigte. Ihr lag auch bereits eine übertriebene Entschuldigung auf den Lippen aber dafür war die Zeit bereits zu knapp! Sie ließ sich von ihm absetzen, lockerte die Finger an ihrem Messer und sie merkte sofort wieder dieser Anspannung als sie die näher kommenden Beißer erblickte. Sein Plan klang vernünftig. So wie so ziemlich alles aus Floyd's Mund vernünftig klang, seit dem Dinah ihn getroffen hatte. In ihrem Kopf berechnete sie bereits einige Situationen. Wenn sie in Bewegung bleiben würden und sich dort versteckten, würden sie die Gruppe abhängen können. Zu ihrem Glück waren Beißer nicht wirklich schlaue Artgenossen. „Dann sollten wir keine weitere Zeit verlieren.“ Einer der wenigen vernünftigen Sätze wohl aus Dinah's Mund. Sie beobachtete, wie er den Rucksack nahm und bemerkte sofort die Belastung, welche sich in ihm ausbreitete . Auch wenn er es womöglich herunterspielte, entging ihr seine aufblitzende, schmerzverzerrte Mimik nicht. Der Fluch ließ sie kurz aufmerken. „Was ist los?“ Eine Antwort brauchte sie dennoch nicht. Das Floyd sich am Fuß verletzt hatte, machte sein Humpeln offensichtlich. Dinah spürte, wie sich ihre eigene Anspannung steigerte, weil jede Verzögerung sie beide verzögern würde. Floyd zurückzulassen und ihre eigene Haut zu retten, war natürlich niemals eine Option, die Dinah's Gedanken kreuzte. Im Gegenteil. Sie ließ ihn nicht lange auf seiner Eisenstange abstützen, da stand sie auch schon vor ihm und griff ohne Vorwarnung nach seinem Arm, welchen sie an ihrem Hals vorbei zu ihrer Schulter führte, damit er sich abstützen und sie ihn stützen konnte. „Wir haben keine Zeit.“ betonte Dinah das Offensichtliche. Womöglich auch um keinen Widerstand seitens Floyd zu erfahren für ihre über griffige Aktion. Auch wenn sie nicht wirklich glaubte, das er sich viel dagegen gewehrt hätte. Sie ließ ihm auch nicht wirklich die Wahl und zog ihn förmlich mit. Dinah achtete darauf, die Schritte gleichmäßig zu halten, damit Floyd sich an ihrem Rhythmus festhalten konnte. Die Geräusche der Beißer hallten wie ein drohendes Echo im Rücken, lauter und eindringlicher. Dinah biss sich auf die Innenseite ihrer Wange als sie sich weiter vorwärts stemmte. Sie durften nicht langsamer werden. Als sie die letzten Meter zur Kreuzung erreichten, spürte sie das Gewicht stärker an ihr. Doch Dinah ließ nicht los. Ihre Augen suchten verzweifelt nach einem guten Platz für ein Versteck. Als sie etwas fand zog sie Floyd nur ruckartig mit und brachte ihn mit sich in den Schatten einer halb eingestürzten Hausfront. Erst dort erlaubte sie sich Floyd endlich loszulassen. Ihr Atem entwich stoßweise von ihren Lippen, als Dinah einen Blick riskierte. Die Beißer gingen weiter gerade aus, folgten weiter der Straße. Dinah's Atem beruhigte sich langsam wieder bei dem Anblick. Hier konnten sie für den Moment bleiben. „Tut mir Leid.“ sprach Dinah dann. „Das vorhin Ich habe nicht aufgepasst, als ich gefallen bin. Ich wollte dir wirklich nicht weh tun … mal wieder.“ Ein kleines, schiefes Lächeln huschte über ihr Gesicht. „Du hast mir den Hals gerettet und ich schlag dir als Dank fast die Zähne aus. Nicht gerade die feine Art, ich weiß.“ schmunzelte sie über die Tatsache als würde nicht gerade der Tod wie eine Karawane an ihnen vorbeistreifen.

@Floyd Webber

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#39

RE: 03.03.2024 - Companion - Floyd & Dinah

25.09.2025 14:04
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@Dinah Anderson

"Nichts! Lauf!", wies er sie energisch, aber nicht harsch an. Sie hatten jetzt keine Zeit, um sich um unerwünschte Kleinigkeiten zu kümmern wie sein verdammtes Knie, dass auf äusserst beleidigte Art und Weise schmerzte und ihn daran erinnerte, dass er in Sekunden zu Beisserfutter werden konnte. Allerdings schätzte er die Lage auch realistisch genug ein, um zu wissen, dass sie beide eine gute Chance hatten, der kleinen zusammengerotteten Horde zu entkommen. Das lag zum einen daran, dass in der Zwischenzeit viele der Beisser nur noch herumirrende Körperfetzen waren und nach und nach zerfielen und eingingen, und zum anderen daran, dass Lebende immer noch agiler und gerissener waren. Dinah und er wussten, wie man überlebte, und das Adrenalin, dass nun in ihnen hochschoss, was bloss eine kleine Abwechslung zu ihrem sonstigen Alltag. Floyd spürte jedenfalls keine Angst, nur eine gewisse Aufregung. Die Angst vor den Beissern hatte er schon vor Jahren verloren, als diese zur visuellen, akustischen und duftenden Gewohnheit geworden waren. Aber Floyd hatte ihre tödliche Wirkung nie vergessen und niemals ignoriert. Es reichte ein Beiss, ein kleiner Austausch von Körperflüssigkeiten auf einen winzigen Kratzer und schon war man einer von ihnen. Das war kein Ziel, welches er verfolgte.
Die Eisenstange half ihm die Geschwindigkeit mehr oder weniger beizubehalten, allerdings reichte diese Erfahrung nur wenige Meter weit. Dinah stoppte plötzlich und ehe er auf sie und ihr Tun reagieren konnte, spürte er auch schon ihren Körper an seinem. Sie stützte ihn, was er allerdings unkommentiert liess. Stattdessen wechselte die Eisenstange in die andere Hand und gemeinsam eilten sie so schnell, wie es ihnen möglich war, davon. Floyd versuchte trotz allem so selbstständig zu gehen, wie es sein Knie eben zuliess, war er sich der körperlichen Belastung für die Jüngere doch bewusst.
An der erwähnten Kreuzung bogen sie scharf ab und gelangten in eine Garage, deren Garagentor zerbeult und zerschlissen war, ihnen aber durch eine Öffnung genug Versteckmöglichkeiten bot. Die Garage war leer und offenbar von Überlebenden längst geplündert worden. Aber das machte nichts, Hauptsache war, dass sie sich vor den Beissern verstecken und durchatmen konnten.
Sie liessen voneinander ab und Floyd humpelte zu einem umgefallenen Klappstuhl, stellte ihn auf und setzte sich drauf, wobei er sein Bein gestreckt liess. "Ah, Fuck.", murmelte er leise und blickte dann zu Dinah, die sich kurz an dem eingebrochenen Loch des Tores vergewisserte, dass die Beisser ihnen nicht doch auf der Spur waren.
Der schwere Rucksack lag neben ihm, griffbereit, doch die Eisenstange lehnte zwischen seinen Beinen und Floyd hatte auch nicht vor, sie wegzulegen. Seine linke Hand glitt dennoch vorsichtig über das linke Knie, das beleidigt pochte und zog.
Mit einer erhobenen Augenbraue sah er dann zu der Jüngeren zurück, die sich lächelnd entschuldigte. Tatsache war, dass Dinah wirklich äusserst gerne Kinnhaken verteilte. Unbewusst natürlich. Aber vielleicht würden diese reflexartigen Bewegungen mit ihren Ellbogen ihr eines Tages das Leben retten. Und wenn man es genau betrachtete, war ja nichts weiter passiert. Floyd trug zwei Beulen mit sich herum und besass noch immer alle Zähne. Damit konnte er gut leben. Mit dem verfickten Knie allerdings…
"Ein Überfall auf mein Zelt und zwei Kinnhaken. Damenhaft ist das nicht gerade.", erklärte er ihr seine Sicht auf die Dinge. Allerdings zuckten seine Mundwinkel dabei auch nach oben. "Davon abgesehen, bist du allerdings eine gute Reisebegleitung." Sein Blick ging zurück auf sein Knie. "Danke für… eben." Sicherlich wäre er auch ohne ihre Hilfe entkommen. Er hätte sich nicht einmal Gedanken darüber gemacht, wenn sie einfach abgehauen wäre, entweder vor Schrecken und Angst oder weil sie Floyd hatte loswerden wollen. Doch sie hatte sich entschieden, ihm zu helfen und das war heute gar nicht mehr so selbstverständlich. Schliesslich kannten sie einander nicht. Ausserdem hatte Floyd ihr kaputtes Funkgerät noch mehr zerstört.
"Ich weiss immer noch nicht, ob es sich um eine Falle gehandelt hat. Den Weg bin ich vor einigen Monaten gegangen, da hing noch kein Beisser am Baum." Die Frage war jetzt nur, ob sich Floyd damit befassen sollte oder ob er es ignorierte. Sie waren ja mehr oder weniger unverletzt aus der Sache herausgekommen. Es gab auch bedeutend wichtigeres jetzt.
"Geht es dir gut?" Er sah sie wieder an. Dinah wirkte auf den ersten Blick nur etwas atemlos, aber ansonsten unverletzt. Doch das war durch den Schrecken und das Adrenalin nicht immer sofort ersichtlich. "Wir warten noch einige Minuten, bevor wir weitergehen." Das würde auch seinem Knie helfen. Etwas Ruhe würde ihm zumindest so viel Zeit verschaffen, dass er einschätzen konnte, ob das Knie einfach nur sensibel reagierte, oder ob da wirklich eine grobe Verletzung vorlag. Im Moment schmerzte es einfach nur ununterbrochen.

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#40

RE: 03.03.2024 - Companion - Floyd & Dinah

06.10.2025 12:24
Dinah Anderson Dinah Anderson (gelöscht)
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Dinah wusste dass davonlaufen nicht immer ein Plan war der Hand und Fuß hatte. Aber in diesem Moment hatten sie wenig Wahl oder eher die Zeit um noch weitere Pläne zu schmieden. Das Rennen in dem Falle wohl die Entscheidung war, die für das Überleben der beiden sorgte, war klar gewesen. Sicherlich hätten sie sich auch noch gut eine Weile gegen die Beißer wehren können aber die Geräusche hätte letztendlich mehr angelockt. Und wenn es keine Unaufmerksamkeit war, dann war es wohl Erschöpfung, was sie früher oder später getötet hätte. Auch wenn ringsum das Chaos tobte, blieb die doch eher chaotisch wirkende junge Frau konzentriert und vor allem fokusiert. Sein Humpeln ließ sie schneller handeln, als sie nachdachte. In Dinah's Welt war es selbstverständlich den anderen zu stützen. Ein nützlicher Reflex. Zumindestens in dieser Situation. Während sie ihn an ihre Schulter zog, durchzog sie der Gedanke, dass sie ihn mit dieser Geste vielleicht überrumpelte. Aber anstatt sich zu entschuldigen, hielt sie fast schon trotzig an ihrer Entscheidung fest. Doch sie konnte nicht ganz verhindern, dass ihr Blick immer wieder zu dem Gesicht wanderte, dessen Körper sie stützte, wo sie Anstrengung und Schmerz erkannte, mehr als er es vielleicht zugeben wollte. Als sie sich mit ihm ihren Weg bahnte, verengte sich ihre Wahrnehmung auf das Geräusch hinter ihnen. Das Drängen der Beißer war wie ein Sturm, den man kommen hörte. Doch Dinah klammerte sich an den Gedanken, dass auch die schlimmsten Stürme irgendwann vorbeiziehen werden. In diesem Glauben tritt sie ihre Schritte an, selbst wenn ihre Muskeln bereits protestieren. Das Versteck, das sie schließlich fand war alles andere als perfekt. Aber die Dunkelhaarige betrachtete es wie ein Geschenk. Fast schon ein Zeichen, das sie heute nicht draufgehen sollten. Für diesen Moment war es genug. Als sie Floyd an der Garagenwand absetzte, fühlte sie in ihrem Brustkorbt noch den schnellen puls, doch ein kleiner Funker Zufriedenheit glomm auf. Sie hatten es wieder geschafft. Während Dinah die Situation noch weiterhin beobachte, wie der Tod wortwörtlich vorbei zog, war Floyd bereits zu dem Klappstuhl gehumpelt und ließ sich dort nieder. Die Garage wirkte fast schon leer. Die brauchbaren Sachen geplündert und der Schrott und Krimskrams blieb zurück. Dinah konnte sich ein kurzes, leises Lachen nicht Verkneifen als r den Vorwurf mit dem Zelt und ihrem Ellenbogen formulierte. „Ich dachte wir sind seit der Apokalypse über die 'natürliche' Rollenverteilung bereits hinaus“ Damenhaftigkeit war für sie ohnehin kein Maßstab, an dem sie sich messen wollte. Dennoch nahm die feine Ironie seiner Stimme ihr sofort das schlechte Gewissen. Für einen Moment erlaubte sie sich sogar den Gedanken, dass er ihr mit diesem Scherz mehr Anerkennung schenkte als er es mit seinen ernsten Worten je getan hätte. Als er hinzufügt, sie sei eine gute Reisebegleitung huschte Wärme über ihr Gesicht. Sie war irgendwie stolz darauf dass ihre Entscheidung bei ihm zu bleiben nicht nur aus Zwang entstanden war. Sondern dass er sie tatsächlich schätzte. „Gleichfalls.“ gab sie ihm das Selbe fast schon etwas scherzhaft zurück, auch wenn sie ihre Worte ernst meinte. So grummelig und verachtend, wie er am Anfang wirkte, war Floyd eigentlich gar nicht. Ein Beweis mehr das ihre Einstellung nicht falsch war. Das es grundlegend nichts verkehrtes war einem Überlebenden Freundlichkeit und Respekt entgegen zu bringen. Unabhängig. Egal von was. Na ja. Natürlich funktionierte das nicht immer aber daran wollte Dinah keinen Gedanken verschwenden. In den meisten ihrer Fälle tat es das. Sein Danke winkte sie nur mit einer lockeren Handbewegung ab. Wie bereits erwähnt war es für Dinah etwas Selbstverständliches gewesen. Sie empfand es eher als befremdlich, dass er sich dafür bedanken wollte. Als Floyd die Möglichkeit einer Falle ansprach wanderte ihr Blick gedanklich zurück zu dem Baum, an dem alles begonnen hatte. „Vielleicht war es ein Zufall. Vielleicht auch nicht. Vielleicht hatte derjenige auch auf jemand anderes gewartet. Vielleicht war es ein Jäger, der absolut keine Ahnung von seiner Arbeit hat.“ Kurze Stille. „Oder jemand verspeist gerne Zombies. Auch möglich.“ Ein kurzes Grinsen huschte über ihre Lippen bevor sie dieses mit dem Gedanken an solch ein ekliges Verhalten direkt wieder abschüttelte. „Es spielt keine Rolle, solange uns derjenige nicht gefolgt ist und ich habe niemanden gesehen der uns gefolgt sein könnte. Ohnehin nicht ohne die Aufmerksamkeit der Beißer auf sich zu erregen.“ sprach Dinah fast schon etwas nachdenklich als sie sicherheitshalber nochmal einen Blick nach draußen riskierte um sich wirklich sicher sein zu können, bevor sie sich endlich vor dem Garagentor mit dem kleinen Spalt weg bewegte. „Mir geht es gut.“ Ihr war klar, dass sie atemlos und zerzaust wirken musste aber ihre Entschlossenkeit ließ wie immer keinen Zweifel. Sie näherte sich ein paar Schritte. „Du hingegen … das sieht schmerzhaft aus.“ deutete sie mit ihrem Blick nur auf sein Knie. Es war mittlerweile wirklich nicht mehr zu übersehen. Das er aber nach einigen Minuten verschnaufen schon direkt weiter wollte ließ Dinah nur ungläubig den Kopf schütteln. „Kommt nicht in Frage. Du musst dich ausruhen. Wenn du nicht wie von Magie ein Auto oder ein Pferd herzaubern kannst, kannst du diesen Gedanken direkt wieder vergessen!“

@Floyd Webber

All I do is pretend to be okay
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