Der Motor seines Bikes dröhnte noch in seinen Ohren, als Jace den letzten Hügel hinunterrollte und vor seiner Kolonie Anarchy Riders anhielt. Nachdem man ihm das Tor geöffnet und ihn hineingelassen hatte, nahm er einen tiefen Atemzug. Der Duft von Spätsommer und Benzin vermischte sich in der Luft und wenn die Kolonie nicht umgeben von Zäunen umgeben wäre, könnte man auf den ersten Blick meinen, er hätte einfach nur eine kleine Spritztour unternommen, bevor er nun nach Hause zurückgekommen wäre. Tatsächlich hatte er auch so etwas in der Art getan, auch wenn er dabei nach Herden in der Nähe Ausschau gehalten hatte. Als er den Blick hob, schlich sich ein Lächeln auf seine Lippen, denn da war sie. Tabitha, auf der Holzbank, das Notizbuch vor sich, Tee in der Hand, einen Korb neben sich.
„Na, da sitzt die einzige Frau, die es schafft, dass ich freiwillig vom Bike steige“, murmelte er, als er abstieg und auf sie zuging. Ohne zu zögern nahm sie in die Arme und ließ einen flüchtigen Kuss auf ihre Lippen folgen. „Und, wie geht es meinem kleinen Heilkräuter-Genie heute?“ Sein Blick wanderte zum Korb mit den Kräutern. Als sie von den Kindern sprach, lächelte er leicht, ließ aber nicht von ihr ab.
„Ich wette, die beiden kleinen Teufel haben wieder irgendeinen Blödsinn im Kopf. Aber ehrlich gesagt, mir ist gerade nach dir zumute.“ Er ließ seine Stirn sanft gegen ihre fallen, die Hand noch auf ihrem Rücken. Auch wenn er seine Kinder auch gern im Blick hatte, zu gefährlich waren die Zeiten, war er doch nach und nach dazu übergangen, ihnen die Freiheit in der Kolonie zu lassen, wenn sie sich regelmäßig bei ihm oder Tabitha meldeten. Jace zog die Frau, die sein Herz im Sturm erobert hatte, einen Hauch näher, lehnte sie leicht zurück und grinste frech. Er ließ seine Hand grade ihren Rücken hinunter wandern, als er kurz innehielt, um den Korb voller Kräuter zu betrachten. „Kamille, hm? Klingt so, als ob du mal wieder meinen Magen retten willst.“ Er zwinkerte ihr zu. „Weißt du“, begann er sie zu necken, „nach einer langen Fahrt so empfangen zu werden, könnte echt gefährlich werden. Ich könnte mich daran gewöhnen, dass du mich immer so anlächelst, wenn ich nach Hause komme.“ Sein Grinsen wurde breiter, als er sie aufrichtete und sich dann umsah. Es war ein ruhiger Abend und wenn Jace richtig lag, würde es auch eine ruhige Nacht werden, jedenfalls für diejenigen, die heute Nacht Wache hielten. "Bist du fertig? Hast du Lust auf einen kleinen Spaziergang durch die Kolonie?", fragte er sie dann und stahl sich erneut einen Kuss von ihren Lippen.
@Tabitha Marshall